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Landwirtschaft mit Respekt

Im Buchseegut hat Gartenarbeit Tradition – bereits 1903 haben die ersten Pensionäre Gemüse angebaut. Sie legten den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte.

Anbau und Verkauf von Gemüse sind seit jeher wesentlicher Bestandteil der sozialen Institution in Köniz. Das erklärt den Erfolg und die Qualität der Produkte, etwa der Tomaten: „Wir nähern uns einer Integrierten Produktion an”, erklärt Marcel Mäder, der für den Garten verantwortlich zeichnet. Integrierte Produktion bedeutet möglichst naturnahe und tierfreundliche Landwirtschaft, aber kein Bio-Label. „Wir verwenden Mineraldünger und Pflanzenschutzmittel in kleinsten Mengen. Andernfalls könnten unsere Produkte auf dem regionalen Markt nicht konkurrieren.” – „Unsere Philosophie in Bezug auf Dünger und Chemie lautet: Brauche so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig”, ergänzt Hans Lanz, stellvertretender Leiter des Buchseeguts.

Auch für den Gelegenheitsbesucher lohnt sich ein Einkauf im Laden des Buchseeguts. Nebst Blumen und handwerklichen Produkten des Ateliers präsentiert sich ihm die Vielfalt der hauseigenen Köstlichkeiten: frische und getrocknete Früchte, Gemüse, Sirup, Konfitüre – und samstags frischgebackene Butterzöpfe!

„Le Devens” oberhalb von Saint-Aubin ist nicht nur eine Heimstätte für Menschen, die unter Abhängigkeiten leiden, sondern auch ein Landwirtschaftsbetrieb. Auf 27 Hektaren werden Rinder, Schweine, Pferde, Schafe und Kaninchen gezüchtet, Getreide und Gemüse angebaut. Apfelbäume spenden dem Heim einen hervorragenden Saft.

Sébastien Goetschmann

Die Heilsarmee Buchseegut bietet erwachsenen Menschen mit psychischer, physischer und geistiger Beeinträchtigung eine Tagesstruktur. Das Buchseegut ist – je nach Bedürfnis – ein Zuhause und/oder ein Arbeitsplatz. Weitere Informationen: buchseegut.ch

Bilder: Sébastien Goetschmann

Vielfalt in der Produktion Drei Tonnen Tomaten, zwei Tonnen Gurken, je eine Tonne Bohnen und Sellerie, 560 kg rote Rüben und eine Vielfalt weiterer Obst- und

Gemüsesorten werden jedes Jahr auf einer Fläche von 3  500 m2 angebaut. Die Lebensmittel werden vom Buchseegut selbst verwendet und ein grosser Teil weiterverkauft – an Institutionen der Heilsarmee in der Stadt, an diverse örtliche Restaurants und an Privatkunden. Da sich die Kundschaft das ganze Jahr hindurch ein breites Angebot wünscht, führt das Buchseegut nebst eigenen Produkten auch spanische Orangen oder südamerikanische Bananen im Sortiment. Vorrang haben aber stets Erzeugnisse aus der Region.

Ein preisgekrönter Apfelsaft lässt sich in der Heilsarmee-Institution „Le Devens” kosten. Symbolbild: suedtirol.prodotti_flickr.com

Gefragtes Gemüse

Gemäss Marc-Henry Mayor, Leiter der Institution, richtet sich „Le Devens” nach ökologischen Vorgaben. „Damit stellen wir sicher, dass wir in Übereinstimmung mit der gängigen Praxis Landwirtschaft betreiben. Eine gegenüber Tieren und Ökosystem respektvolle Produktion bürgt für Qualität. Für die Aufzucht der Schweine etwa beachten wir die Anforderungen des Labels ‚IP-Suisse’.” Während die Produkte aus Tierzucht und Gemüseanbau für den Eigenbedarf verwendet oder an Grossisten abgegeben werden, kann der Besucher den naturtrüben Apfelsaft von „Le Devens” kosten. „Normalerweise produzieren wir 1  200 Liter im Jahr”, erklärt Mayor. „Den Grossteil verwenden wir selbst, der Rest wird im Laden verkauft. Aufgrund der besonderen Sorten und Verarbeitung – der Saft wird nicht gefiltert und enthält weniger Zucker als gewohnt – hat er einen ganz eigenen Geschmack.” Dies tut der Qualität des Apfelsafts keinen Abbruch. Im Gegenteil – er wurde bereits in renommierten Wettbewerben prämiert.

Lohnender Einkauf: Frisches Gemüse aus der Produktion des Buchseeguts.

Sébastien Goetschmann Weitere Informationen: ledevens.ch dialog · Monatszeitschrift der Heilsarmee · Januar 2014

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Dialog 01/2014 - Speisepläne  

Haben Sie auch einen Vorsatz für das neue Jahr gefasst? Gerne beschworen, aber noch öfter fallen gelassenen wird das Ziel, sich in Zukunft a...

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