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3/2012

Nepal

rita Sarkis Wunschbrunnen

SrK-Shops

Secondhand erster Klasse 150 Jahre «Eine Erinnerung an Solferino»

gedanken, die geschichte schrieben Mark Streit, SKr-botschafter für chili

Streit führt zur Versöhnung


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Impressum Humanité Ausgabe 3/2012 August 2012 ISSN 1664-1159

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Report – Nepal 4 Rita Sarkis Wunschbrunnen 8 Müllmänner mit Pfiff 12

Engagiert – Patenschaft Ein Stück vom Glück

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KONKRET – SRK-Shops Secondhand erster Klasse

Titelbild: Caspar Martig Herausgeber: Schweizerisches Rotes Kreuz, Rainmattstrasse 10, Postfach, 3001 Bern Telefon 031 387 71 11, info@redcross.ch, www.redcross.ch

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Spenden: Postkonto 30-9700-0 Adressänderungen: E-Mail an pf.service@redcross.ch oder Telefon 031 387 74 64

16 ÜBERZEUGT – 150 Jahre «Eine Erinnerung an Solferino» Gedanken, die Geschichte schrieben

Redaktionsadresse: Schweizerisches Rotes Kreuz, Redaktion Humanité, Postfach, 3001 Bern, humanite@redcross.ch, www.magazin-humanite.ch

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Redaktion: Tanja Pauli (Redaktionsleitung), Urs Frieden (Gesundheit und Integration), Martin Hürzeler (Public Fundraising), Isabelle Roos (Corporate Partnerships), Christine Rüfenacht (Gesundheit und Integration), Isabel Rutschmann (Kommunikation), Karl Schuler (Internationale Zusammenarbeit)

22 ERLEBT – Seerettung der SLRG Retter in der Seenot

Mitarbeitende dieser Ausgabe: Philippe Bender, Cécile Eisenring, Carla Graf, Markus Mader, Marco Ratschiller, Beatrix Spring, Julia Zurfluh Abo-Kosten: Das Abonnement kostet CHF 6.– pro Jahr und ist für SRK-Gönnerinnen und SRK-Gönner im Beitrag enthalten. Erscheinungsweise: vier Mal jährlich Sprachen: deutsch und französisch Gesamtauflage: 119 550 Bildrechte aller Fotos ohne Hinweis: Schweizerisches Rotes Kreuz Übersetzungen: Übersetzungsdienst SRK Layout, Lektorat und Druck: Vogt-Schild Druck AG, Derendingen Nächste Ausgabe: Dezember 2012

neutral Drucksache No. 01-12-564250 – www.myclimate.org © myclimate – The Climate Protection Partnership

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KONKRET – Rotkreuzdienst Kompetente Kameradinnen

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KONKRET – Mark Streit, SRK-Botschafter für chili Streit führt zur Versöhnung

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KREUZ & QUER Frittierte Brotringe nach Ritas Art Rätsel/Cartoon


© SRK, Caspar Martig

editorial

Wenn Gedanken auf Wanderschaft gehen Liebe Leserin, lieber Leser Kennen Sie das auch, beim Wandern oder Spazieren in Gedanken zu versinken? Die Natur und jeden Schritt erlebe ich bewusst und verliere doch das Gefühl für die Zeit. Es ist Erholung pur. Ich liebe das Wandern und erkunde gerne neue Routen. Wie eintönig und strapaziös muss es hingegen sein, gezwungenermassen täglich mehrmals den gleichen steilen Weg zu gehen. Ausnahmslos jeden Tag, auch an Wochenenden und bei Temperaturen über 30 °C. Bergwärts mit einer Last, die schwerer wiegt als zwei Packungen mit je sechs 1,5-Liter-Flaschen. Mit dünnen Plastiksandalen an den Füssen statt mit rutschfesten Wanderschuhen. Die Lebensgeschichte der Nepalesin Rita Sarki (ab Seite 4) beeindruckt mich und kommt mir auf besonders steilen Wegen immer wieder in den Sinn. Bewundernswert, wie die junge Frau ohne zu klagen von der mühseligen Zeit erzählt, als der Brunnen des Roten Kreuzes noch nicht gebaut war. Wie vielerorts auf der Welt sind es traditionsgemäss in Nepal die Frauen, die Wasser holen müssen. Eine Verantwortung, die wortwörtlich schwer auf den Schultern lastet. Es ist körperliche Schwerstarbeit. In Nepal engagiert sich das SRK seit über 25 Jahren und hat ein erfahrenes, engagiertes Team vor Ort. Wir können dort viel erreichen, um den Menschen, und besonders den Frauen, ein besseres Leben und Gesundheit zu ermöglichen. Schritt für Schritt. Helfen Sie mit, tun Sie den ersten Schritt und unterstützen Sie unser Engagement mit einer Spende. Ich wünsche Ihnen schöne, angenehme Spätsommertage. Herzliche Grüsse

Markus Mader Direktor des Schweizerischen Roten Kreuzes Humanité 3/2012

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report

Nepal

rita Sarkis Wunschbrunnen Rita Sarki lässt Wasser aus dem Brunnen, der 50 Meter von ihrem Haus (rechts oben) entfernt ist. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) hat zusammen mit der Bevölkerung Leitungen gelegt und den Brunnen gebaut. Damit erfüllt sich ein langgehegter Wunsch von Rita Sarki. Bis vor einem Jahr musste sie das Wasser für den ganzen Haushalt von weither tragen. Auch die Kinder vom Bergdorf Diwang leben jetzt gesünder und erkranken nicht mehr an Durchfall. TExT: KATHARINA SCHINDLER

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BILDER: CASPAR MARTIG


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Report

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ie Luft vibriert in der trockenen Hitze. Das Gelände ist steil, der rutschige Pfad fordert volle Konzentration. Ich bin froh, muss ich nicht wie die nepalesischen Frauen 20 Liter Wasser den Hang hinauf schleppen, sondern nur einen kleinen Rucksack. Ziegen und Kühe, von Kindern getrieben, suchen in der Bergwüste nach etwas Essbarem. Man staunt, dass sie überhaupt überleben können. Alles hängt vom Monsun ab, der demnächst einsetzen soll. Fällt der Regen zu spärlich aus, ist die Ernte knapp und das ganze Jahr wird prekär. Ist er zu heftig, drohen Erdrutsche die ganze Saat wegzuschwemmen, die in den steil abfallenden Feldern im Boden steckt. Also hoffen alle auf freundlichen, dauerhaften Regen, der die Äcker und Bäume zum Blühen bringt und die Quellen speist. Wasser ist Leben – das wird mir einmal mehr bewusst, während ich unterwegs bin zu Rita Sarkis Haus. Die junge Frau hat sich bereit erklärt, an der Kampagne

Weg auf sich nehmen – mit 20 Litern Wasser am Rücken. «Ich verbrachte über fünf Stunden täglich nur mit Wasserholen. Oft war ich erschöpft und hatte Kopfschmerzen», berichtet die 23-Jährige. Doch auch wenn sie sich krank fühlte, nahm sie den Weg unter die Füsse. Denn wer ausser ihr sollte das Wasser holen? Der Bruder ging noch zur Schule, die Mutter war vor zehn Jahren gestorben. Die älteren Schwestern sind längst verheiratet und weggezogen. Also muss Rita, die jüngste Tochter, zu Vater und Bruder schauen. So will es die Tradition. Der Brunnen versorgt alle Familien in der näheren Umgebung mit Wasser und wird zweimal täglich zum Treffpunkt des SRK als Rotkreuz-Fan aufzutreten. Jetzt zeigt sie uns ihr Zuhause – und vor allem den Brunnen, der ihr Leben verändert hat. Wie eine Oase steht er da, nur 50 Meter von Rita Sarkis Lehmhaus entfernt. Zweimal täglich drei Stunden lang liefert er Wasser. Einige Kinder sind schon eingetroffen. Lachend und plaudernd warten sie, bis um 17 Uhr der Hahn aufgedreht wird. Jetzt strömen auch die Frauen aus allen Richtungen herbei mit den tradi­ tionellen Metallkannen, die sie in Hutten am Rücken tragen. Der Brunnen ist noch 6

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immer etwas Besonderes für sie, ein Jahr nachdem er fertiggestellt wurde. Fünf Stunden und eine schwere Last Rita Sarki erinnert sich gut, wie ihr Alltag früher war: «Ich stand schon vor dem Morgengrauen auf und stieg den steilen Weg zur Quelle hinunter. Dort musste ich meist lange warten. Das Wasser floss so spärlich, dass es eine halbe Ewigkeit dauerte, bis unsere Gefässe voll waren.» Um den Bedarf der Familie zu decken, musste sie acht- bis zehnmal den beschwerlichen

Wasser verändert alles Ein Jahr ist es her, seit das Rote Kreuz zusammen mit der Dorfbevölkerung in Diwang im Mittleren Westen Nepals eine sieben Kilometer lange Wasserleitung und neun Brunnen gebaut hat. Auch Rita Sarki hat gepickelt und geschaufelt, 45 Tage lang. «Es ist wichtig, dass die Menschen mithelfen beim Bau der Wasserversorgung und für den Unterhalt verantwortlich sind. Dadurch identifizieren sie sich mit ihrem Brunnen und die Kosten können gesenkt werden», erklärt Raj Kumar Kshetri, Verantwortlicher für die Wasserprogramme des Roten Kreuzes.


report Rita Sarki ist dankbar, dass sie das Wasser für den ganzen Haushalt nur noch eine kurze Strecke tragen muss

Doch für Rita Sarki und die andern Frauen von Diwang ist der Alltag viel einfacher geworden. Als Nächstes planen sie, ihre Gärten zu bewässern, damit sie ganzjährig Gemüse anpflanzen und sich gesund ernähren können. Das Rote Kreuz führt in Dorfgruppen entsprechende Schulungen durch. «Weil bisher Wasser so knapp war,

Mit jedem Tropfen Wasser geht Rita Sarki achtsam um, auch beim Abwaschen Keine der 60 Familien in der weit verstreuten Berggemeinde muss nun mehr länger als zehn Minuten zum Brunnen laufen. Für uns, die wir an fliessendes Wasser im Haus gewöhnt sind, wäre auch dies noch

haben die Menschen keine Erfahrung mit dem Bewässern und Bepflanzen ihrer Gärten. In der Trockenzeit ernährten sie sich mangelhaft. Dank dem Brunnen kann sich das nun ändern», erklärt Raj Kumar Kshetri. Auch zu Gesundheit und Hygiene klärt

«Früher floss das Wasser so spärlich, dass es eine halbe Ewigkeit dauerte, bis unsere Gefässe voll waren.»

das Rote Kreuz mit seinen Freiwilligen die Dorfbevölkerung auf. Dazu zählt etwa das Händewaschen mit Seife, Geschirr-

Latrinen. Durch all diese Massnahmen verbessert sich die Gesundheit merklich. «Früher starben in den Bergdörfern jedes Jahr 3 bis 5 Kleinkinder an den Folgen von Durchfall», sagt Rotkreuz-Mitarbeiter Kshetri. In den 18 Dörfern, wo das SRK in den letzten Jahren Wasserleitungen gebaut hat, sei es kaum mehr zu solch tragischen Todesfällen gekommen. Auch Rita Sarki fühlt sich gesünder, seit sie nicht mehr bis an den Rand ihrer Kräfte Wasser schleppen muss. «Vieles ist besser geworden, das mich früher bedrückte. Jetzt bleibt mir vor allem ein Wunsch: Dass mein Bruder bald heiratet und seine Frau hier einzieht. Dann kann auch ich eine eigene Familie gründen und dafür sorgen, dass meine Kinder gesund aufwachsen.»

Rita Sarki unterstützt demnächst die Kampagne des SRK

Monika Christofori-Khadka ist seit sechs Jahren Programmverantwortliche des SRK für Nepal, Tibet und Kirgistan. Zuvor lebte sie mehrere Jahre in Nepal und in Bangladesch.

Warum engagiert sich das SRK in Nepal? Vor über 25 Jahren hat man sich dafür entschieden, weil es der Bevölkerung in abgelegenen Dörfern am Nötigsten fehlte. Jetzt ist unsere Unterstützung besonders wichtig, weil sich Nepal von einem langjährigen Bürgerkrieg erholt. Vieles muss neu aufgebaut werden. Wir wollen die benachteiligten Menschen in diesem Land unterstützen. Gerade sie sollen vom Aufbruch profitieren können. Wie werden die Regionen ausgewählt? Fundierte Erhebungen haben gezeigt, dass in den Bereichen Ernährung, Wasser, Gesundheit und Katastrophenvorsorge in der Midwest-Region der grösste Handlungsbedarf besteht. Wir engagieren uns deshalb dort, wo die Not am grössten ist.

trocknen an der Sonne, um die Keime abzutöten, und natürlich der Bau von

äusserst beschwerlich. Denn nicht nur das Trinkwasser muss herbeigeschleppt werden, sondern auch jenes zum Kleiderwaschen, für die tägliche Hygiene, zum Kochen und teilweise für die Tiere.

Kurz befragt

Braucht es weitere Spenden für Nepal? Ja, es bleibt noch viel zu tun und unsere Arbeit wird sehr geschätzt. Jedes Jahr gelangen neue Dörfer und lokale Behörden an uns und bitten um Unterstützung. Noch haben längst nicht alle Dörfer Wasserleitungen und Latrinen. Gesundheitsaufklärung ist immer noch wichtig, und es gibt auch weitere grössere Projekte wie der Bau eines Augenspitals. Bei unserer Arbeit entstehen neue Ideen. So möchten wir uns künftig vermehrt für ältere, alleinstehende Frauen und im Bereich der Müttergesundheit engagieren. Mit noch mehr finanziellen Mitteln können wir in Nepal noch mehr Menschen in benachteiligten Regionen ein besseres Leben ermöglichen.

➥ redcross.ch/nepal Humanité 3/2012

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Report

Nepalgunj

Müllmänner mit Pfiff Noch vor zwei Jahren versank das Gharbari-Quartier in Nepalgunj in Schmutz und Abfall. Jetzt wird es täglich geputzt und die Bewohnerinnen und Bewohner trennen ihren Abfall. Ein einfaches, aber schlaues System gewährleistet, dass niemand darum herumkommt, den Abfall korrekt zu entsorgen. Text: Katharina Schindler   Bilder: Caspar Martig

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in Pfiff sagt mehr als tausend Worte. Resolut bläst Kailash Balmik in seine Trillerpfeife – und schon öffnen sich links und rechts die Türen. Die Bewohner des Gharbari-Quartiers in der westnepalesischen Stadt Nepalgunj bringen ihren Abfall und werfen ihn in Balmiks Container. «Als wir vor anderthalb Jahren anfingen, warfen die Leute alles achtlos auf den Boden. Jetzt sammeln sie den Kehricht, damit wir ihn entsorgen können. Sie ha8

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ben grosse Fortschritte gemacht», berichtet der 24-Jährige stolz, der im Rahmen des Abfall- und Hygieneprogrammes

Die Abfall- und Hygienepro­ bleme waren so gross, dass sie die Gesundheit gefährdeten. des Schweizerischen Roten Kreuzes jeden Morgen die Runde durchs Quartier macht.

In der rasch wachsenden Stadt Nepalgunj, an der Grenze zu Indien, waren die Abfall- und Hygieneprobleme so gross, dass sie die Gesundheit gefährdeten. Eine offene Kanalisation und wild deponierter, stinkender Kehricht waren Brutstätten für Krankheitserreger und belasteten die Menschen in ihrem Alltag. Deshalb entschloss sich das SRK, das von Nepalgunj aus seine Wasser- und Gesundheitsprogramme in den Dörfern der Region


report Regelmässige Putzaktionen und Aufklärungsarbeit des Roten Kreuzes ist immer noch nötig

Die Haustüren öffnen sich, wenn Müllmann Kailash Balmik pfeift

Täglich macht die Müllabfuhr zu Fuss ihre Runde, damit die Menschen ihren Abfall korrekt entsorgen können Kailash Balmik ist stolz auf die verbesserte Sauberkeit im Quartier (rechts) koordiniert (siehe Seiten 4–7), auch in diesem Bereich aktiv zu werden. In fünf Quartieren, wo die Situation besonders schlimm war, klären Freiwillige des Roten Kreuzes seither die Bewohnerinnen und Bewohner darüber auf, wie sie durch bessere Hygiene ihre Gesundheit schützen können. Sie zeigen auf, wie sich der Abfall durch trennen, kompostieren und Recycling reduzieren und teilweise sogar verkaufen lässt – was vor allem von

Frauen rege befolgt wird. Kehrichtmänner wie Kailash Balmik wurden geschult und mit Containern, Handschuhen, Schaufeln und Trillerpfeifen ausgerüstet. Um immer mehr Menschen für die Idee einer sauberen Stadt zu gewinnen, gibt es regelmässig Putzkampagnen, die von den Schulen unterstützt werden. Weil nicht alle im Gharbari-Quartier eine eigene Latrine haben, hat das Rote Kreuz zudem die öffentlichen WC-Anlagen saniert.

«Vorher war ich gezwungen, morgens und abends ein diskretes Plätzchen zu suchen. Das war erniedrigend und ein permanenter Stress», sagt die junge Mutter Sushma BK, die wir bei einer der öffentlichen Sanitäranlagen antreffen. «Ich bin so froh, dass ich jetzt jederzeit ein sauberes WC benützen kann und dass mein kleiner Sohn Bisesh gleich von Anfang an lernt, die Latrine zu benutzen. Das ist ein guter Anfang für ein besseres Leben.» Humanité 3/2012

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kurz & bündig

Buch für den Unterricht Das Literargymnasium Rämibühl Zürich hat ein Buch herausgegeben, welches die Schülerinnen und Schüler für Menschlichkeit und Gerechtigkeit sensibilisiert. «Nahrung, Bildung und Gesundheit für alle» enthält Texte von Urs Knoblauch und Bilder aus dem Unterricht für Bildnerisches Gestalten des Literargymnasiums Rämibühl. Ein Themenbereich im Buch befasst sich mit der humanitären Tradition der Schweiz und dem Roten Kreuz. Das Buch kann für 10 Franken beim Literargymnasium telefonisch oder per E-Mail bestellt werden.

➥ literargymnasium@lgr.ch

© SLRG

Helfen statt horten

Gefährliche Badeplätze erkennen Die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG arbeitet an einer Karte, die das Gefahrenpotenzial an Schweizer Gewässern zeigt. Für die sogenannte Aquamap erkunden 80 Freiwillige beliebte Plätze an Seen und Flüssen. Sie fotografieren die Stelle und erfassen den Spass- und Gefahrenfaktor. Markus Obertüfer, Zentralsekreträr der SLRG, erklärt, warum die Rettungsschwimmerinnen und -schwimmer der SLRG sich für diese Aufgabe eignen: «Die Rettungsschwimmer haben untereinander ein gut funktionierendes Beziehungsnetz. Durch den Erfahrungsaustausch können heikle Situationen erkannt und eingeschätzt werden. Wassersportler und Badende erhalten so die Informationen, die sie brauchen.» Der aktuelle Stand der Aquamap ist im Internet abrufbar. An einer App fürs Smartphone wird gearbeitet.

➥ aquamap.ch

39 Millionen Menschen sind blind und 90 Prozent von ihnen leben in Armut. Die meisten Armutserblindungen könnten behandelt oder verhindert werden, wenn das notwendige Geld vorhanden wäre. Deshalb sammelt das SRK nicht mehr benutzten oder defekten Goldschmuck sowie ausgedientes Zahngold. Ein einziger Ohrring oder zwei Goldfüllungen genügen schon, um einem Menschen das Augenlicht zurückzugeben. Denn für 50 Franken kann der graue Star in den Einsatzgebieten des SRK in Asien und Afrika

von einem chirurgisch erfahrenen Augenarzt mit einer minimalen Infrastruktur operiert werden. Mit Goldschmuck oder Zahngold helfen Sie, in dem Sie es dem SRK spenden. Senden Sie das Altgold gut verpackt per Post an: SRK, «Augenlicht schenken», Rainmattstrasse 10, 3001 Bern. Bitte geben Sie Ihren Absender an, damit der Empfang bestätigt werden kann. Detaillierte Informationen über den Verwendungszweck:

➥ redcross.ch/altgold

Freizeitvergnügen für Kinder aus Moldawien Zehn Freiwillige vom Jugendrotkreuz nahmen Ende Juli am Sommercamp der Stiftung Swisscor teil. Sie begleiteten die jungen Feriengäste und organisierten das Freizeitprogramm. Die Stiftung Swisscor lädt jedes Jahr Kinder aus (ehemaligen) Kriegs-Krisengebieten in die Schweiz ein. Hier können die Kinder für zwei Wochen ihren Alltag vergessen und erhalten me­dizinische Versorgung. Dieses Jahr wurden 80 Kinder aus Moldawien in die Schweiz eingeladen. Trotz Sprachbarriere

fanden die SRK-Jugendlichen schnell den Zugang zu den Kindern und boten ihnen ein unvergessliches und abwechslungsreiches Freizeitprogramm.

➥ swisscor.ch

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eNgagiert

patenschaft

ein Stück vom glück Welche Geschichte steht hinter den Menschen, die das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) unterstützen? Wir wollen wissen, was unsere Gönner und Gönnerinnen zum Spenden bewegt. Andrea Iten hat sich für eine Patenschaft entschieden, die Kinder in Not unterstützt. TExT: TANJA PAULI

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BILDER: TRES CAMENZIND


engagiert

H

aaallooo!», ruft ein Blondschopf hinter der Gartenhecke, winkt und kichert übermütig. Eigentlich überflüssig die Hausnummer zu überprüfen, denn hier werden wir offensichtlich erwartet. Gefühlte fünf Sekunden später öffnet sich die Haustür und die Späherin rennt uns mit ihren Geschwistern so fröhlich entgegen, als wären wir ihre Lieblingspatin und keine Fremden. Etwas bedächtiger, aber nicht weniger fit, folgt die Mutter der Kinder. Sie hingegen ist Patin – SRK-Patin für Kinder in Not. Andrea Iten begrüsst uns herzlich und stellt uns ihre drei Kinder vor. Höflich und ruhig die 8-jährige Joana, vorwitzig und quirlig die beiden jüngeren, der sechsjährige Lukas und die vierjährige Ladina. Ein guter Grund zu spenden Ihre eigenen Kinder sind mitunter ein Grund, warum sich Andrea Iten und ihr Ehemann für die Patenschaft Kinder in Not entschieden haben. «Oft denke ich, welches Glück wir haben. Ich hoffe, dass es möglichst lange so bleibt», sagt die 38-jährige Bankkauffrau. Sie

«Wir nehmen auch an internationalen Treffen teil.»

Andrea Iten hat sich im Internet über das SRK informiert und ist seit zwei Jahren SRK-Patin

«Spenden ist auch ein Ausdruck von Dankbarkeit.»

überweisen. «Diese Form zu spenden finde ich praktisch. Man spürt es so gut wie gar nicht im Budget.» Ansonsten unterstützt die Familie Iten kleinere Institutionen und Organisationen in der Region und spendet weiterhin für die Opfer grosser Naturkatastrophen.

arbeitet Teilzeit bei der Credit Suisse. Die Grossbank bittet die Mitarbeitenden bei Katastrophen, für das SRK zu spenden und steuert einen Beitrag aus dem Katastrophenhilfefonds bei. Nach dem Spendenaufruf für die Erdbebenopfer in Haiti hat sich Andrea Iten auf der Internetseite des SRK eingehender informiert und so von der SRK-Patenschaft erfahren. Vorher habe sie nicht gewusst, was das SRK in der Schweiz und im Ausland alles leistet. Es sei ihr wichtig, dass bei einem Hilfswerk nicht zu viel Geld in die Administration fliesse. Die Projektpatenschaft, die nicht einzelne Kinder unterstützt, sondern Programme, die das Leben von vielen Familien verbessern, habe sie auch deswegen überzeugt. «Dem SRK vertraue ich, sonst würde ich nicht spenden.» Den monatlichen Patenschaftsbeitrag von 30 Franken lässt Andrea Iten bequem jeden Monat per Dauerauftrag

Das Glück weiterschenken Es gibt selbstgebackenen, noch leicht warmen Beerenkuchen zum Zvieri. Unser Gespräch und die lebhaften Zwischenrufe der Kinder bringen Andrea Iten nicht aus der Ruhe. Sie ermahnt die Kinder freundlich und bleibt gelassen. Auch als Ladina beschliesst, dass die paar Sonnenstrahlen schon ausreichen für einen Auftritt im Badekleid. Ob man als Mutter sensibler reagiert auf Not und Elend in der Medienberichterstattung? «Ja, wenn Familien von Krieg oder Katastrophen betroffen sind, dann tut einem das selber richtig weh. Ich denke dann, wie es wäre, wenn es meine Kinder wären.» Lukas und Ladina purzeln und hüpfen derweil begeistert über den Rasen. So glücklich und vergnügt, als wäre heute Ferienbeginn und kein gewöhnlicher Dienstag. «Meine Älteste weiss, wie gut wir es hier haben und macht sich selber Gedanken über das Leben von Menschen anderswo.

Mit ihr kann ich gut über solche Dinge sprechen», erzählt Andrea Iten. Sie versuche, den Kindern altersgerecht zu erklären, dass nicht alles selbstverständlich sei im Leben. «Spenden ist auch ein Ausdruck von Dankbarkeit», ergänzt sie und schenkt Joana das strahlende Lächeln einer stolzen Mutter auf die Frage, ob sie uns zum Abschied auf der Geige vorspielen darf.

APROPOS Was ist eine SRK-Patenschaft? Als Patin oder Pate beim SRK helfen Sie jeden Monat mit einem Betrag, den Sie selber festlegen. Diese Spendenform ermöglicht es dem SRK, langfristig zu budgetieren und gezielt zu planen. Sie wissen, dass Ihre Beiträge so eingesetzt werden, wie Sie es wünschen und erhalten zwei Mal pro Jahr einen Projektbericht. Die Gesundheits-Patenschaft für Kinder in Not zum Beispiel wirkt an der Basis. Sie gewährleistet bedürftigen Familien eine verbesserte Ernährung, Aufklärung, sauberes Trinkwasser und Hygiene. Mehr dazu:

➥ srk-patenschaft.ch Humanité 3/2012

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konkret

SRK-Shops

Secondhand erster Klasse Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) führt 22 Secondhand-Shops in der ganzen Schweiz. David Beyeler, der Leiter von La Trouvaille mit vier Filialen in Bern, zeigt eindrücklich, wie man vom Mief der Brockenstuben wegkommt und mit einem Arbeitslosenprojekt Gewinne für das SRK erzielen kann. interview: urs frieden   Bilder: sandro huber

David Beyeler, wir stehen hier in der Trouvaille-Filiale in Liebefeld bei Bern und ich sehe Ihre leuchtenden

gend, auch dank guter Passantenlage, einer ansprechenden Warenpräsentation und einem super Team. Wir erzielen ein

Augen. Sie scheinen ziemlich stolz zu sein?

Mit Grund, denke ich. Wir bezeichnen unsere Filialen wegen der Grösse und dem vielfältigen Sortiment als Secondhand-Warenhäuser. Dieses hier zählt über 30 000 zahlende Kundinnen und Kunden pro Jahr. Die Tendenz ist stei14

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«Mir ist der Erfolg der Arbeitssuchenden, die bei uns im Einsatz sind, wichtig.» gutes Betriebsergebnis. Mir liegt aber auch der Erfolg der Arbeitssuchenden am Herzen, die bei uns angestellt sind.

Was heisst das konkret?

Insgesamt arbeiten stets etwa 40 Praktikantinnen und Praktikanten in den vier Berner Filialen. Diese Stellensuchenden erhalten kein Arbeitslosentaggeld mehr und werden vom Kompetenzzentrum Arbeit der Stadt Bern vermittelt. 63 Prozent finden innerhalb von sechs bis neun Monaten eine Stelle, während sie bei uns arbeiten. Ein Erfolg, wenn man bedenkt, dass sie vorher über zwei Jahre vergeblich auf Arbeitssuche waren.


konkret David Beyeler im Secondhand-Warenhaus in Liebefeld bei Bern

Ja, auch die Umwelt gewinnt, wenn Möbel oder Kleider ein zweites Leben erhalten und nicht im Müll landen. Was ist Ihre Philosophie?

In der Schweiz und insbesondere in Bern gibt es Brockenstuben seit etwa 1895. Eine schöne alte Tradition, aber letztlich immer mit dem Ziel, damit auch Geld zu verdie-

APROPOS SRK-Secondhandshops Das SRK führt 22 Shops in 9 Kantonen. Die vollständige Liste mit Adressen und Öffnungszeiten finden Sie im Internet.

➥ redcross.ch/secondhand

Filialleiterin Silvia Zingg hilft der neuen Praktikantin beim Einkassieren Hat das Praktikum nachhaltige Auswirkungen auf den neuen Job?

Ja, und das ist sehr erfreulich. Eine Umfrage ergab, dass 73 Prozent der Teilnehmenden nach 18 Monaten immer noch an der neuen Stelle sind. Das ist eine vergleichsweise hohe Quote, wie uns vom Kompetenzzentrum Arbeit bestätigt wurde.

nen. Um erfolgreich zu sein, sind wir weg vom Brocki-Mief und präsentieren unsere Verkaufsstellen wie im herkömmlichen Detailhandel: hell, sauber, gut aufgeräumt, freundliche Bedienung, die Kleider sortiert und an einheitlichen Bügeln. Das scheint zu funktionieren. Derzeit sehe ich zufriedene Kundinnen und Kun-

Wer profitiert sonst noch?

den. Was führen Sie alles im Sortiment?

Natürlich unsere Kundinnen und Kunden, die gute Qualität zu sehr günstigen Preisen bekommen. Sie können sich etwas kaufen, was sie sich allenfalls gar nicht leisten könnten. Ein Beispiel: Derzeit führen wir hier fast neuwertige Sportshirts 90 Prozent günstiger als im Sportladen in der Nähe! Aber wir dürfen nicht vergessen, dass auch das SRK profitiert, weil unser Gewinn den SRK-Dienstleistungen hier in der Region zugutekommt. Dazu gehört zum Beispiel der Infodraht, wo pflegende Angehörige in belastenden Situationen kostenlos Rat finden.

Bücher, CDs, Möbel oder Haushaltgegenstände wie Geschirr. Aber am meisten, mit 65 Prozent des Umsatzes, verkaufen wir Kleider. Davon sind 80 Prozent Frauenkleider, denn unsere Kundschaft ist mehrheitlich weiblich.

Also eine Win-Win-Situation. Hat es auch einen ökologischen Aspekt?

Wie gelangen Sie an gute Ware?

Die Leute bringen uns, was sie nicht mehr brauchen und zu schade zum Entsorgen ist. Und in den fünf Berner Entsorgungshöfen stehen unsere Rotkreuz-Kleidercontainer. Sehr beliebt ist unser Abholdienst, vor allem für grössere Sachen, die nicht in ein normales Auto passen, wie Möbel. Was wir als verkäuflich einschätzen, nehmen

wir kostenlos mit. Für alles andere offerieren wir eine kostengünstige Entsorgung. Welche Warenspenden wünschen Sie sich besonders?

Der Markt ist vor allem bei den Kleidern stark umkämpft. Immer mehr Mitbewerber verschicken Kleidersäcke und Firmen wie etwa H&M nehmen Kleider im Laden zurück und honorieren das mit einem Gutschein. Deshalb mein Appell an die Leserinnen und Leser: Unterstützen Sie das SRK mit einer Kleider- oder Warenspende, denn so können sie direkt oder indirekt soziale Projekte unterstützen. Und besuchen Sie einen der Secondhandshops des SRK. Sie werden nicht enttäuscht sein.

➥ la-trouvaille-bern.ch David Beyeler Nach der Berufslehre zum Heizungszeichner absolvierte der 37-Jährige eine betriebswirtschaftliche Ausbildung an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Er arbeitet seit elf Jahren im SecondhandBereich und davon seit zwei Jahren im SRK als Leiter von La Trouvaille. Humanité 3/2012

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Überzeugt

«Die Schlacht bei Solferino», Gemälde von Carlo Bossoli, 1859

150 Jahre «Eine Erinnerung an Solferino»

Gedanken, die Geschichte schrieben Die Geschichte der Rotkreuz-Bewegung beginnt mit einem Buch, das vor 150 Jahren erschienen ist. Die Schilderungen und Gedanken von Henry Dunant hat die einflussreichsten Männer und Frauen der damaligen Zeit zum Nachdenken gebracht und aufgerüttelt. Kann ein Buch allein den Lauf der Geschichte ändern? text: Philippe Bender

I

m Herbst 1862 erschien «Un souvenir de Solferino» (dt. «Eine Erinnerung an Solferino»). Auf eigene Kosten publiziert vom Autor, dem damals noch kaum bekannten Genfer Henry Dunant. Bevor er seine Erinnerungen an die blutige Schlacht in Solferino und Castiglione niederschrieb, trug er sie während über drei Jahren in sich. In seinem Kopf, aber auch in seinem Herzen, denn mit seinem Hauptwerk berührte

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er die Welt zutiefst. So viele aufwühlende Gedanken gingen ihm nach jenem 24. Juni 1859 in Norditalien durch den

Den Druck der Erstausgabe bezahlte Henry Dunant selber. Sinn. Damals liess der junge Bankier seine eigenen Pläne fallen und setzte sich mit Leib und Seele für die verletzten Soldaten

ein, die von ihren Sanitätsdiensten aufgegeben worden waren. In seinen Memoiren hielt Dunant zwar fest, «der Atem Gottes» habe ihn inspiriert und er habe sein Werk ganz spontan und alles andere als perfekt verfasst. Ob das wohl stimmen mag? Denn drei Jahre lang reifte das Werk heran und oft hat er ganze Passagen umgeschrieben. Das gilt vor allem für jene Abschnitte, in denen er das


© IFRC

Vorrücken und Zurückweichen der Armeen und die heldenhaften Taten der Kämpfenden beschreibt. Denn Dunant war damals nicht gegen den Krieg. Sein Antimilitarismus entstand erst später aufgrund von anderen Einflüssen. Zu jener Zeit wollte er einen möglichst genauen Bericht über den Verlauf der Schlacht liefern. Schliesslich stand seine Glaubwürdigkeit auf dem Spiel. François Bugnion, der Historiker des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), hat sehr richtig gesagt, Dunant habe die Sprache der Militärgeschichtsschreiber seiner Zeit verwendet, um eine zweifache Ungerechtigkeit besser anprangern zu können: zum einen die offizielle Kommunikation von damals, welche das Leiden und den Tod der Soldaten auf dem Schlachtfeld verschwieg, zum andern vor allem die Tatsache, dass die verletzten Soldaten, die ihrem Land ihr Leben geopfert hätten, einfach im Stich gelassen worden seien. Ein geschickter Schachzug, um die Aufmerksamkeit der Leserinnen und Leser zu fesseln und sie zum Wesentlichen zu führen. Nämlich zu jenen drei Erkenntnissen, jenen drei prophetischen Visionen, die das Rote Kreuz einzigartig machen:

Alljährlich findet am 24. Juni ein Fackelmarsch von Solferino nach Castiglione statt – die Verwundeten wurden auf diesem Weg transportiert

© IFRC

Überzeugt nach Millionen oder gar Dutzenden von Millionen gezählt wurden. Was letztlich an der Geschichte des Roten Kreuzes beeindruckt, ist der Einfluss, den ein paar wenige einzelne Personen auf unzählige Ereignisse hatten. Einer Handvoll herausragender Menschen gelang es, die Regierungen von der Richtigkeit ihres Anliegens zu überzeugen. Zwar konnten sie sich auf solide Grundlagen stützen, die ihre Vorläufer entwickelt hatten, und ihre Gedanken fielen auf fruchtbaren Boden. Und dennoch – in diesem Sinn wirkt «Eine

Henry Dunant vor fast 150 Jahren im Alter von 35 • die Neutralität der Opfer und der Helfenden; • das permanente Bestehen von Hilfsgesellschaften, um auf das Unvorhersehbare vorbereitet zu sein; • die Schaffung eines Rechtsraums im Chaos des Krieges Innerhalb kürzester Zeit hat Henry Dunants Idee des Roten Kreuzes die ganze Welt für sich gewonnen. Ist deshalb davon auszugehen, dass die Welt durch Ideen gelenkt wird? Dass ein Gedanke Geschichte schreiben kann? Verhält es sich mit der «Erinnerung von Solferino» wie mit dem «Gesellschaftsvertrag» von Jean-Jacques Rousseau, dessen Geburtstag sich 2012 zum dreihundertsten Mal jähren wird? Oder wie mit den Werken von Karl Marx oder Adam Smith? Kurz gesagt: sind es Intellektuelle, Philosophen, die Revolutionen auslösen, die Recht, Freiheit und Gerechtigkeit durchsetzen? Der Soziologe Northcote Parkinson sieht dies etwas anders. Aus seiner Sicht beeinflussen nicht die Bücher die politischen Ereignisse. Vielmehr entscheiden die Ereignisse darüber, welche Bücher eingestampft und welche in den Schulen zur Pflichtlektüre erhoben werden. Die Thesen, die «Eine Erinnerung an Solferino» enthält, und die Regeln des Genfer Abkommens von 1864 setzten sich weltweit durch. Der Erfolg ist nach Ansicht von Philippe Ariès auch darauf zurückzuführen, dass es eine Antwort auf die Fragen der damaligen Zeit war. Eine Antwort auf die Gefahren der modernen Kriege, höllischer Kriege mit entsetzlichen Massakern und blindem Hass, in denen die Toten nicht mehr nach Zehntausenden, sondern

Dunants Werk wurde schon dazumal in elf Sprachen übersetzt Erinnerung an Solferino» ermutigend: Es zeigt, was freies, visionäres Denken, was die Gedanken eines Menschen bewirken können. Im Grunde ist die Geschichte nicht einfach Schicksal. Ihr Lauf lässt sich verändern. Das ist die grundlegende Lehre aus diesem schmalen, 115-seitigen Band, der vor 150 Jahren in Genf erschienen ist. Und keineswegs die Unwichtigste!

➥ redcross.ch/historique

APROPOS Die Schlacht von Solferino Am 24. Juni 1859 trafen 150 000 Franzosen und Sarden unter der Führung Napoleons III. auf gleich viele österreichische Soldaten von Kaiser Franz Joseph. 6000 Männer starben an diesem Tag und 40 000 wurden verwundet. Die meisten von ihnen erlagen später ihren Verletzungen. Zusammen mit den Frauen von Castiglione half Henry Dunant unparteiisch den verletzen Soldaten beider Lager. «Eine Erinnerung an Solferino» von Henry Dunant ist als Taschenbuch im Buchhandel erhältlich. Die deutsche Übersetzung stammt aus dem Jahr 1863.

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KoNKret

rotkreuzdienst

Kompetente Kameradinnen Im Armeelager für Behinderte treffen militärische Organisation, Kameradschaft und Menschlichkeit aufeinander. Der Rotkreuzdienst (RKD) und das Spitalbataillon 5 ermöglichen behinderten Menschen, die tagtäglich auf Pflege angewiesen sind, ein echtes Ferienerlebnis. Schon seit der ersten Durchführung vor 40 Jahren unterstützt der RKD die Schweizer Armee bei der Betreuung der Gäste im Lager. TExT: TANJA PAULI

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BILDER: CLEMENS LAUB


konkret Die Soldaten helfen ihren Gästen, den Fang sofort von der Angel zu lösen (rechts) Wachtmeister RKD Esther Jud und eine Lagerteilnehmerin auf dem Angelausflug im Fischzuchtbetrieb bei Biel im Kanton Wallis (links)

R

und um den Fischteich beim Walliser Dorf Biel tummeln sich 32 Farbtupfer im Grünen. Es sind die Gäste des 40. Armeelagers für Menschen mit Behinderung, die sich für den Ausflug zum Fischen entschieden haben. Ihre Begleitpersonen im Tarnanzug hingegen heben sich kaum ab von der Naturwiese. Die Frauen vom Rotkreuzdienst (RKD) und die Angehörigen der Armee vom Spitalbataillon 5 haben ein Ziel, so klar wie ein Be-

Ausflüge mit behinderten Menschen erfordern genaue Abklärungen im Voraus. fehl: Ihren Gästen zehn schöne, abwechslungsreiche Ferientage zu bieten und den notwendigen Pflegestandard zu gewährleisten. Eine Herausforderung, weil Menschen mit unterschiedlich schweren körperlichen und zum Teil auch geistigen Behinderungen am Lager teilnehmen und dies ohne persönliche Begleitpersonen. Ein junger Mann gestikuliert aufgeregt. Er deutet immer wieder auf das Handgelenk eines Soldaten, der vergeblich zu verstehen versucht. «Urs liebt Uhren», übersetzt Wachtmeister RKD Esther Jud

und fragt den Gast, ob er Hunger habe. Dieser nickt heftig. Ein Tagesrhythmus mit pünktlichen Mahlzeiten sei wichtig für das Wohlbefinden der Gäste und man sei im Lager mit allen per Du, erklärt Esther Jud. Im Armeelager für Behinderte bildet die 41-Jährige zusammen mit vier Armeeangehörigen vom Spitalbataillon 5 das Animationsteam. Auftrag des sogenannten «A-Team»: Für alle zehn Tage ein abwechslungsreiches Schön- und Regenwetterprogramm zusammenzustellen, bei dem alle Gäste mitmachen können. Das umfasst eine generalstabsmässige Planung und strategische Abklärungen. Wie viele Elektrorollstühle passen in eine Gondel auf die Bettmeralp? Kann das Kino in Visp für eine Sondervorstellung reserviert werden? Sind die Toiletten am Fischteich mit dem Rollstuhl erreichbar? Ein exakter Zeitplan berücksichtigt, dass es allein bis zu 30 Minuten dauert, bis alle 32 Gäste im Bus sitzen und die Rollstühle verladen sind. Militärische Präzision in allen organisatorischen Belangen, von der Einsatzplanung für die Gästebetreuung bis zum Gesundheitsdossier, das für jeden Gast vorliegt. Dennoch, man erwartet stets das Unerwartete.

Katja Acklin vom RKD sorgt für Sonnenschutz Militärische Organisation Die Tabelle beim Eingang zur Gästeunterkunft zeigt an, wer momentan von den insgesamt 45 Gästen auf dem Ausflug ist, sich im Zimmer oder draussen aufhält. Der wachhabende Soldat salutiert vor Kommandant Oberstleutnant Alessandro Rappazzo. Dessen Spitalbataillon 5 hat das Ferienlager letztmals vor vier Jahren durchHumanité 3/2012

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konkret

Die ausgebildete Pflegefachfachfrau Katja Acklin hilft Leo Niedermann beim Entgräten des fangfrischen Saiblings geführt. Es stehen somit andere Soldaten im Einsatz als damals und die meisten von ihnen haben keine berufliche Ausbildung im medizinischen Bereich. Verantwortlich für eine fachgerechte Pflege der Gäste ist Hauptmann RKD Katharina Schmid. Sie und ihre Frauen instruieren Soldaten, die

Die Pflegefachfrauen vom Rotkreuzdienst unterstützen die Armeeangehörigen mit ihrem Fachwissen. im Privatleben noch nie einen Erwachsenen gewaschen, im Bett umgelagert oder auf dem Toilettengang begleitet haben. Kaum zu glauben, wenn man die Soldaten am Fischteich beobachtet. Sie schieben umsichtig Rollstühle, plaudern motiviert mit den Gästen und sind stets zur Stelle für Handreichungen. Bei den Mahlzeiten benötigen einige der Gäste Hilfe bei der Nahrungsaufnahme. Auch dafür haben die ausgebildeten Pflegefachfrauen des RKD Tipps parat, damit die Mahlzeiten für Gäste und Helfer zu einer angenehmen Erfahrung werden. Kein Gast ist je allein, ausser er möchte das. Die Männer in den Tarnanzügen helfen so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich. Auch hier beim Angeln. Katja Acklin, Wachtmeister RKD und 20

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dipl. Pflegefachfrau, lobt die Truppe: «Sie machen es toll und sind sehr motiviert. Manchmal sind Laien die besten Pfleger.» Sie deutet auf einen jungen Soldaten mit trendiger Frisur, der einer Frau im Rollstuhl Sonnencrème aufträgt mit zügigen, aber gefühlvollen kreisenden Bewegungen. Laienhaft wirkt das keineswegs. Kameradschaft Die Frauen des RKD werden von den Angehörigen der Armee des Spitalbatallions als kompetente Kameradinnen geschätzt. In der Cafeteria für die Diensthabenden stellt ein Soldat Esther Jud im Vorbeigehen wortlos eine kleine Schlumpfine neben ihre Tasse und schmunzelt. Schlumpfine, zwar blau-weiss wie alle Schlümpfe, trotzdem auffallend in der ganzen Schlumpftruppe. Wachtmeister RKD Jud lacht und dankt. Sie kann nur von guten Erfahrungen mit den männlichen Armeeangehörigen berichten. Die Uniform trägt wesentlich dazu bei, dass der Umgang kameradschaftlich ist. Nur in der Öffentlichkeit kommt es gelegentlich vor, dass die Frauen des RKD in der Uniform der Schweizer Armee einen zweiten Blick auf sich spüren. «Aber das Rote Kreuz am Ärmel hebt allfällige Vorurteile jeweils sofort auf», meint Esther Jud.

Menschlichkeit So taktisch durchdacht die Organisation auch ist – der Mensch und das Menschliche haben Vorrang, wenn es um das Wohl der Gäste geht. Drei Gäste wollen unbedingt eine selber mitgebrachte Militäruniform tragen und tun dies mit Stolz. Man lässt sie gewähren und nimmt es für einmal nicht so genau. Was alle, die im Einsatz stehen, verbindet, sind die heiklen, schwierigen Momente mit den Gästen, über die gesprochen wird, um sie zu verarbeiten. Aber die schönen Augenblicke machen es wieder wett. Dann, wenn die Gäste ihre Freude zeigen. Die einen eher verhalten, andere sehr offensichtlich. Wie der Mann mit Schirmmütze, der immer zur Stelle ist, wenn ein Fisch aus dem Wasser gezogen wird und allen in rasantem Tempo erzählt, wie er den Saibling mit dem Metallrohr ganz schnell tot geschlagen hat. Er klopft Esther Jud kumpelhaft auf die Schulter. Diese gibt die Freundschaftsbezeugung spontan zurück und hat den ganzen Wortschwall auf Anhieb verstanden. «Du musst dich ein bisschen rein hören, dann verstehst du gut, was er sagt», rät sie und eilt zu einer Frau im Rollstuhl, die sich freut, dass ein Fisch angebissen hat – ein unvergessliches Erlebnis. Ein solches erleben in den zehn Tagen hier im Wallis wohl alle.

➥ redcross.ch/rotkreuzdienst

APROPOS Rotkreuzdienst (RKD) Der RKD unterstützt den Armeesanitätsdienst. Rund 250 Frauen engagieren sich im RKD. Sie sind als Zivilpersonen in einem medizinischen, paramedizinischen, pflegerischen oder pharmazeutischen Beruf tätig. Bei Bedarf unterstützen die Angehörigen des RKD das SRK in Notund Katastropheneinsätzen – auch im Ausland. Der RKD sucht Frauen, die über eine Ausbildung in einem entsprechenden Beruf verfügen und zwischen 18 und 38 Jahre alt sind. Beim RKD erhalten geeignete Frauen eine praxisorientierte Ausbildung, um im Katastrophenfall effizient Hilfe zu leisten. Unterlagen bestellen: ➥ E-Mail rkd@redcross.ch oder Telefon 031 324 72 06


kurz & bündig

Vorbildliche Gesundheitsreform in Kirgistan Im zentralasiatischen Land Kirgistan begleitet das SRK die Reform des Gesundheitswesens. Vor 10 Jahren wurden erste Gesundheitskomitees gegründet. Heute gibt es sie in 1200 Dörfern. Sie bilden das Rückgrat des kirgisischen Gesundheitswesens. In diesen Gesundheitskomitees tragen die über 50 000 ausgebildeten Freiwilligen eine hohe Selbstverantwortung. Das Programm wird von der Deza des Bundes finanziert und vom SRK-Arzt Dr. Tobias Schüth (rechts im Bild) und seinem Team fachlich unterstützt. Von der Bevölkerung und den Behörden wird das Gesundheitsmodell als pionierhaft anerkannt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat kürzlich an einer Konferenz in Kasachstan die kirgisische Reform als Vorbild empfohlen für die übrigen Länder Zentralasiens und

Osteuropas. Der SRK-Arzt Tobias Schüth: «Die Ukraine hat entschieden, unsere in Kirgistan durchgeführte Gesundheitsre-

form mit den Dorf-Gesundheitskomitees zu übernehmen.»

➥ redcross.ch/kirgistan

© T-Systems

Beruflicher Abstieg für einen Job

Filmdreh für eine gute Sache Wie gewinne ich Mitarbeitende einer Unternehmung für freiwillige Sozialeinsätze? Zum Beispiel indem die Geschäftsleitung mit gutem Beispiel vorangeht! So geschehen Ende Juni im SRK-Shop «La Trouvaille» in Bern-Liebefeld. Die gesamte Geschäftsleitung des IT-Dienstleisters T-Systems war eingeladen und hatte die Aufgabe, ein Drehbuch für einen Werbefilm zu verfassen und gleich die Protagonisten zu spielen. Daraus entstanden ist ein kurzer Werbefilm über die SRK-Secondhand-Shops und ein unvergesslicher Tag mit einem Einblick in das Engagement des SRK in der Schweiz. Der Internet-Link zum Film:

➥ http://youtu.be/2iS64Zj4A_4

Es bleibt verborgen – aber die Pflegeassistentin mit Migrationshintergrund, die uns im Spital betreut, ist vielleicht ausgebildete Anwältin. Oder der dunkelhäutige Mann, der im Zug die Snackbar bedient, könnte ein Ärztediplom besitzen. Die neuste Publikation der SRK-Reihe «Im Fokus – Gesundheit, Migration, Integration» befasst sich mit gut ausgebildeten Migrantinnen und Migranten in der Schweiz. Häufig nehmen sie einen beruflichen Abstieg hin, um eine Arbeitsstelle zu erhalten. Die Publikation «Dequalifiziert! – Das ungenutze Wissen» beleuchtet die Hintergründe und porträtiert 13 qualifizierte Migrantinnen und Migranten, die diese Situation erleben. Die leicht verständliche und informative Broschüre richtet sich an Fachpersonen,

an die Betroffenen selber und an die breite, interessierte Leserschaft. Sie kann beim SRK bestellt werden für 19 Franken oder steht kostenlos als pdf-Datei zum Herunterladen bereit.

➥ redcross.ch/imfokus

Symbolbild

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erlebt

Seerettung der Slrg

retter in der Seenot Wenn in der Bodensee-Bucht zwischen dem Alten Rhein und Steinach jemand in Seenot oder in eine missliche Lage gerät, ist der Seerettungsdienst der SLRG Sektion Rorschach innert weniger Minuten zur Stelle. Rund um die Uhr. An 365 Tagen im Jahr. Freiwillig. «Weil helfen einfach Freude macht», sagt Präsident Mauro Montagner. TExT: ISABEL RUTSCHMANN

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BILDER: TRES CAMENZIND


erlebt

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eptun II ist flott auf dem Bodensee unterwegs. Am Steuer des Rettungsbootes sitzt Mauro Montagner, Präsident der Seerettung der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) Rorschach. Er drückt den Gashebel noch ein wenig tiefer hinunter und fährt eine langgezogene Kurve über das spiegelglatte Wasser. «Achtung, jetzt kommen wir ein bisschen in Schräglage», sagt er mit einem Schmunzeln. Auch wenn ihm die Ausfahrt sichtlich Spass zu machen scheint, bleibt der 52-Jährige stets hoch konzentriert und beobachtet das Geschehen auf dem Wasser. Neben ihm sitzt Obmann Remo Pfändler (43) und überwacht aufmerksam den Radarbildschirm. Freude an der Sache und Konzentration – das sind denn auch zwei wichtige Faktoren, um die Aufgabe als Seeretter erfüllen zu können. Wenn jede Minute zählt Innert weniger Minuten erreicht Neptun II die Grenze des Einsatzgebiets. Es umfasst eine Fläche von insgesamt rund 46 Quad-

Die Mitglieder der Seerettung halten sich freiwillig allzeit bereit für einen Einsatz. ratkilometern auf dem sankt-gallischen Teil des Bodensees zwischen Steinach und der Mündung des Alten Rheins. «Wir sind nach einem Alarm in weniger als zehn Minuten einsatzfähig und erreichen in sieben Minuten fast jeden Punkt in unserem Einsatzgebiet», erklärt Mauro Montagner. Nach einem Zwischenfall auf dem Wasser kann jede eingesparte Minute lebensrettend sein. Ein Einsatzteam besteht mindestens aus einem Bootsführer und einer Zweiermannschaft. Für Taucheinsätze sind acht Mitglieder ausgebildet. Eine Person bleibt nach Möglichkeit jeweils in der Zentrale, um den Einsatz bei Bedarf vom Land her zu unterstützen. Damit an 365 Tagen im Jahr während 24 Stunden täglich gewährleistet ist, dass die Retter innerhalb so kurzer Zeit am Einsatzort eintreffen, sind die 22 Mitglieder der Seerettung Rorschach nonstop auf Empfang. Die 22 Frauen und Männer stellen sich freiwillig zur Verfügung, unter der Woche jederzeit bei einer Alarmierung alles stehen und liegen zu lassen. Will heissen, ihren Arbeitsplatz zu verlassen, ihre Familien allein

Mauro Montagner navigiert (Bild links), Remo Pfändler hält die Schleppleine bereit (rechtes Bild)

beim Essen sitzen zu lassen oder mitten in der Nacht aus dem Bett zu springen. Hinzu kommen pro Jahr sechs bis sieben Wochenenden, an denen sie Pikettdienst leisten. Warum tut man das freiwillig? «Dafür muss man ein Enthusiast sein, gell Remo», sagt Mauro Montagner und zwinkert seinem Kollegen Remo Pfändler zu. «Ja, aber es ist auch der Reiz an dieser hochinteressanten Aufgabe, bei der man nie weiss, was einen erwartet. Da ist bei jedem Einsatz ein Adrenalinkick», ergänzt dieser. Ausser der Freude am Helfen und starken Nerven müssen Seeretter das Schwimm- oder Tauchbrevet mitbringen und sich auch bei rauem Wellengang auf dem Boot wohlfühlen. Freud und Leid nah beieinander Die Einsätze der Seeretter reichen von Bagatellfällen, wie beispielsweise der Bergung eines Surfbretts, bis zu dramatischen Unfällen wie Flugzeugabstürzen in den See oder vermissten Personen. «Freud und Leid liegen bei unseren Einsätzen oft nah beieinander», sagt Remo Pfändler. Letztes Jahr war er als einer der ersten Helfer vor Ort, als eine Frau auf einem Motorboot Alarm schlug, weil ihr Partner in der Nacht in den See gefallen war. «Die Frau war einerseits sehr dankbar, dass wir ihr zu Hilfe kamen, aber andererseits war sie verzweifelt», erinnert er sich. Die Leiche des Mannes wurde erst ein paar Tage später geborgen. Die erste Bergung eines Toten sei für jeden Seeretter wohl das einschneidendste Erlebnis, fügt Mauro Montagner an. Zur Verarbeitung von dramatischen Rettungsaktionen

gibt es im Team jeweils ein Debriefing und es besteht die Möglichkeit, psychologische Unterstützung anzufordern. Da wir einen guten Zusammenhalt haben, reicht es in der Regel aus, wenn wir den Einsatz innerhalb der Mannschaft nochmals durchsprechen», sagt Remo Pfändler. «Stimmt», sagt Mauro Montagner. Dann machen sich die beiden gemeinsam daran, Neptun II wieder vorschriftsgemäss und einsatzbereit zu vertäuen. Und das geht ohne Worte.

➥ slrgrorschach.ch

APROPOS Schweizerische LebensrettungsGesellschaft SLRG Die SLRG ist als Rettungsorganisation Mitglied beim SRK und landesweit in Sektionen unterteilt. Je nach Sektion ist die SLRG im Auftrag des Kantons für die Seerettung zuständig, wie die Sektion Rorschach im Bericht. Die SLRG setzt sich ein für Schutz und Rettung des menschlichen Lebens im und um das Wasser. Sie leistet Aufklärungsarbeit über mögliche Gefahren und sensibilisiert die Bevölkerung für korrektes Verhalten. Das Ausbildungsangebot beinhaltet Kurse für jeden Wissensstand. Wassersportler, Jugendliche, zukünftige Rettungsschimmerinnen und -schwimmer, Eltern und andere Aufsichtspersonen – alle finden im Angebot der SLRG einen passenden Kurs.

➥ slrg.ch Humanité 3/2012

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KoNKret

Mark Streit, SrK-botschafter für chili

Streit führt zur Versöhnung Den Captain der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft lässt Gewalt nicht kalt. Deshalb unterstützt Mark Streit das Präventionsprogramm chili des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK). Diesen Sommer zeigte er Jugendlichen im Stadion Luzern, wie sich Handgreiflichkeiten vermeiden lassen. TExT: CHRISTINE RÜFENACHT

BILDER: ROLAND BLATTNER

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konkret

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eit über zehn Jahren zeigt das SRK, wie Jugendliche Konflikte konstruktiv angehen können. Mit anderen Worten: Das SRK bringt ihnen bei, Gewalt keine Chance zu geben – auch wenn sie nur verbal ist. Sein Präventionsprogramm chili, benannt nach der kleinen scharfen Schote, ist ganz nach Mark Streits Geschmack. Seit mehreren Jahren engagiert sich der 34-Jährige als SRKBotschafter für dieses Programm. Diese Rolle passt dem Eishockey-Star so gut

«Wer siegen will, muss fähig sein, cool zu bleiben.» wie seine Schlittschuhe. Nicht nur wegen seines Namens, sondern auch, weil ihm Kinder am Herzen liegen. «Wir dürfen der Gewalt nicht einfach tatenlos zusehen, sondern müssen etwas unternehmen», sagt er. Mark Streit lebt im Big Apple und spielt für die New York Islanders in der NHL, der weltbesten Hockeyliga. In seinen Sommerferien in der Schweiz hat der Berner wie jedes Jahr an einem chili-Training teilgenommen, diesmal im Stadion Luzern. Auf Einladung des Roten Kreuzes und des FC Luzern tummelten sich 50 Jugendliche auf dem Spielfeld und trainierten den Umgang mit Konflikten. Auf dem Programm standen praktische Übungen mit ihren Lieblingsstars Mark Streit, Florian Stahel, Adrian Winter, Daniel Gygax, David Zibung und Murat Yakin. In der an-

schliessenden Diskussionsrunde wurden die Erfahrungen ausgewertet. Geleitet wurde das Konflikttraining von SRK-Kursleiter Fritz Heuscher. Gemeinsam stark Mark Streit hat in einem Sport Erfolg, der als hart gilt. Er ist ein hervorragendes Vorbild für die Jugend. Mit disziplinierter Ar-

beit hat der mental starke Abwehrspieler seinen Kindheitstraum verwirklicht. Sein Motto: «Wer siegen will, muss fähig sein, cool zu bleiben.» Diese Botschaft kam bei den Heranwachsenden in Luzern an. Mark Streit erklärte den beiden Schulklassen und dem Mädchenfussballteam auch, wer sich im Griff haben wolle, müsse sich anstrengen. Und er gab zu: «Mit zwanzig brannte mir eher mal die Sicherung durch als heute!» Die 17-jährige Ramona Häcki ist begeistert von diesem Nachmittag. Die junge Frau und ihre Kolleginnen haben zusammen mit Mark Streit «die Moor­

«Wenn es schwierig wird, muss man zusammenhalten!»

Die FCL-Spieler David Zibung, Florian Stahel, Adrian Winter und Daniel Gygax mit Eishockeyprofi Mark Streit – ganz rechts von Coach zu Coach: Murat Yakin mit Fritz Heuscher 26

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überquerung» gemacht. Diese Übung soll auf spielerische Weise zeigen, dass es Zusammenarbeit und Kommunikation braucht, um etwas zu erreichen. «Mark ist meganett», findet Ramona. Sie ist auch ein grosser Fan von David Zibung, dem Torhüter des FCL. Deshalb war ihre Klasse aus Emmenbrücke sofort bereit, an chili teilzunehmen. Wie ihr Lehrer erklärt, be-


konkret Mark Streit beteiligt sich an den praktischen Übungen des chiliTrainings

Von den Schulen bis zur SBB 6500 Kinder und Jugendliche haben letztes Jahr an einem chili-Training zur konstruktiven Konfliktbearbeitung teilgenommen. Dieses Präventionsprogramm wird von den Rotkreuz-Kantonalverbänden (RK-KV) in der Deutschschweiz angeboten. Es richtet sich in erster Linie an Schulen ab der Grundstufe. Bei Bedarf kann die Methode jedoch angepasst werden. Im Rahmen des Programms RailFair der SBB haben die RK-KV das Konzept zum Beispiel weiterentwickelt, um Arbeitslose und Freiwillige im Umgang mit Konflikten

Ein Autogramm von einem der weltbesten Eishockeyspieler – das ist schon was!

Fritz Heuscher Der 53-jährige Fritz Heuscher ist im Kanton Bern für das Rotkreuz-Programm chili verantwortlich. Der begeisterte Aikido-Lehrer leitet seit elf Jahren Trainings zur konstruktiven Konfliktbearbeitung. Was lernt chili die Teilnehmenden? Sie lernen, besser zu streiten, das heisst, bei Meinungsverschiedenheiten keine verbale oder körperliche Gewalt anzuwenden. Wir zeigen ihnen, wie sie mit einfachen Mitteln Konflikte regeln und eine Eskalation verhindern können. Zudem sind die Kinder nachher besser fähig, auf kleine tägliche Konflikte einzugehen. Und schliesslich können wir ihnen mit chili Werte wie Menschlichkeit vermitteln, für die das Rote Kreuz eintritt. Weshalb ist chili eine gute Sache? Das Programm beruht auf praktischen Übungen und ist deshalb sehr wirkungsvoll. Wir folgen immer einem roten Faden: Zunächst arbeiten wir am Vertrauen und am Selbstvertrauen. Denn ohne sie lassen sich Konflikte nicht regeln. Danach analysieren wir, wie Konflikte entstehen und wie wir sie angehen können. In diesem Prozess spielt die Kommunikation und der Umgang mit Gefühlen eine grosse Rolle. Ein grosser Vorteil ist, dass chili in den Schulen durchgeführt wird: So können wir den Lehrpersonen und den Jugendlichen Instrumente abgeben, mit denen sie weiterarbeiten können.

Die Übung «Moorüberquerung» ist zu meistern, wenn alle im Team gut miteinander kommunizieren und aufeinander achten steht bei seinen Schülerinnen und Schülern kein Gewaltproblem. Doch sie könnten immer noch etwas lernen. Ramona hat jedenfalls etwas Wichtiges begriffen: «Wenn es schwierig wird, muss man zusammenhalten!»

Kurz befragt

zu schulen. Die chili-Trainings werden zu erschwinglichen Tarifen angeboten, die für das SRK nicht kostendeckend sind. Nur dank Spenden ist es möglich, dieses wichtige Angebot weiterzuführen.

Was war Ihr schönstes Erlebnis? Ich mache in diesen Trainings immer wieder sehr positive Erfahrungen. Besonders freut mich natürlich, wenn mir ein Kind erzählt, es habe sich getraut, mit seiner Freundin zu reden, und es habe sich mit ihr versöhnt. Dank chili öffnen sich die Kinder für neue Verhaltensweisen. Das Schönste ist jedes Mal, einen Kurs abzuschliessen mit dem guten Gefühl, dass die Kinder und Jugendlichen besser mit ihren Problemen und Konflikten umgehen können.

➥ chili-srk.ch Humanité 3/2012

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Gemeinsam für eine gute Sache. Die Mitarbeitenden der Credit Suisse engagieren sich für gemeinnützige Projekte. So unterstützen Credit Suisse Mitarbeitende beispielsweise das SRK-Integrationsprojekt «mitten unter uns» und bringen dabei fremdsprachigen Kindern die deutsche Sprache und Schweizer Kultur näher. 2011 engagierten sich über 6000 Mitarbeitende der Credit Suisse für die Gemeinschaft. Erfahren Sie mehr über unsere Corporate Volunteering Aktivitäten. credit-suisse.com/volunteering


Kreuz & quer

Nepal

Frittierte Brotringe nach Ritas Art In abgelegenen Dörfern kochen nepalesische Hausfrauen noch immer auf offenem Feuer ohne Herd. So wie Rita Sarki, die uns auf den Seiten 4–7 Einblick gibt in ihr Leben. Unsere Autorin ist fasziniert, wie die junge Nepalesin mit einfachen Mitteln einen köstlichen Snack zubereitet. Das Rezept dafür hat sie uns mitgebracht. text: Katharina Schindler   Bilder: Caspar Martig

Rita Sarki setzt die wenigen Küchenutensilien geschickt ein

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eis und Linsen, dazu Gemüse mit Curry – das ist das Standardmenü, das wir auf unserer Nepal-Reise täglich essen, meist sogar zweimal. Es schmeckt in der Regel gut, aber eben: immer das Gleiche. Das sind wir Europäer uns nicht gewöhnt. Umso überraschter sind wir, als Rita Sarki bei unserem Besuch einen Snack ankündigt. Gerne darf ich ihr zuschauen, wie sie in ihrer einfachen Küche die Köstlichkeit zubereitet. Rita Sarki kauert am Boden vor dem offenen Feuer. Geschickt verschiebt sie die brennenden Äste unter der Pfanne

und reguliert so die Hitze. Den Teig füllt sie in einen Spritzsack und formt so die Brotringe direkt im heissen Öl. Mit flinken Fingern schält sie den Knoblauch, der im Chutney nicht fehlen darf. Die Tomaten wirft sie in die heisse Asche, um sie nach wenigen Minuten herauszuziehen und zu schälen – das ist ökonomischer als im heissen Wasserbad, wie wir es gewöhnlich tun. Um Tomaten, Chili und Knoblauch mit Salz und Gewürzen zu pürieren, zerreibt sie alle Zutaten auf einem Stein. Diese würzige Sauce ergänzt sich bestens mit dem neutralen Geschmack der Brotringe. In einem separaten Schälchen serviert Rita Sarki wilden Honig dazu – und wir alle dürfen im Abendlicht vor dem Haus, den Blick auf die Berge und den riesigen Himmel gerichtet, diesen besonderen Snack geniessen. Das Speziellste am Menü sind aber die Teller: Rita Sarki hat sie aus Blättern geflochten, die sie extra im Wald sammeln ging. Nach dem Essen wirft sie die leeren Blattteller den Kühen zum Frass vor. So haben alle etwas vom Besuch aus der Schweiz. Nur die Sau nicht, die vergeblich auf Resten wartet. Es gibt keine, denn es hat zu gut geschmeckt. Wir haben alles aufgegessen.

➥ magazin-humanite.ch/rezepte

rezept Für 4 Personen Tomatenchutney Vier kleine Tomaten mit heissem Wasser übergiessen und anschliessend Schälen. Zusammen mit einer Chili­ schote, einer Knoblauchzehe, Salz und ½ TL Garam Masala (indische Gewürzmischung, erhältlich in grossen Supermärkten oder in indischen Lebensmittelläden) im Mixer oder Mörser pürieren. Brotringe 2 Tassen Mehl, nicht ganz eine Tasse Wasser und ½ TL Salz zu einem sehr zähflüssigen Teig verarbeiten. Den Teig in einen Spritzsack (oder als Alternative in einen Tiefkühlbeutel, dem man anschliessend eine Ecke abschneidet) füllen. Geschmacksneutrales Speiseöl (z.B. Erdnussöl) heiss werden lassen. Direkt aus dem Spritzsack ringförmig den Teig ins Öl geben und kurz goldbraun backen. Herausnehmen und den nächsten Teigring ins Öl geben. Mit dem Tomatenchutney und nach Belieben mit flüssigem Honig servieren.

Der Snack mundet auch unseren Begleitern Humanité 3/2012

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kreuz & quer

HUMANITé 2/2012 Lösungswort des letzten Kreuzworträtsels: GESUNDHEIT FUER ALLE Wir gratulieren den Gewinnerinnen und Gewinnern: Irene Baumann, Buochs Heinz Reber, Buttes Elisabeth Röthlisberger, Zollbrück Ulrich Stricker, Zizers Katrin Wegmann, Wangen Übrige Lösungen der letzten Ausgabe:

Für Humanité zeichnet «Karma» alias Marco Ratschiller. Er ist Cartoonist und Chefredaktor des Satire-Magazins Nebelspalter.

Labyrinth Vom Start bis ans Ziel wird der Weg mit feinen Linien markiert. Den gefundenen Weg ausfüllen – und schon erscheint das Bild.

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Die Lösung zum Sudoku, zum Wortsuchspiel und zum Labyrinth finden Sie jeweils in der nächsten Ausgabe oder im Internet.

➥ magazin-humanite.ch (C) Conceptis Puzzles

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kreuz & quer

Kreuzworträtsel

Sudoku 2

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gewinnen

Teilnahmebedingungen für den Wettbewerb: Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Die Barauszahlung und der Rechtsweg sind ausgeschlossen.

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Conceptis Puzzles

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Conceptis Puzzles

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Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen von 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 x 3-Blöcke nur einmal vorkommen.

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Humanité 3/2012: Rita SarkisWunschbrunnen