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Humanité 3 | 2013

Katastrophenvorsorge in Honduras

einen Schritt voraus

elternkurs im Ambulatorium srK

Feinfühlig Halt geben matthias Gerber und Dixie

startklar für den ernstfall Blutstammzellspende

Gemeinsam im Kampf gegen leukämie


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Report – Katastrophenvorsorge in Honduras 4 Einen Schritt voraus 8 «Unspektakulär, aber umso wichtiger»

Impressum Humanité 3/2013 August 2013 ISSN 1664-1159 Titelbild und Rückseite: Remo Nägeli Herausgeber: Schweizerisches Rotes Kreuz, Rainmattstrasse 10, Postfach, 3001 Bern Telefon 031 387 71 11, info@redcross.ch, www.redcross.ch Spenden: Postkonto 30-9700-0 Adressänderungen: E-Mail an pf.service@redcross.ch oder Telefon 031 387 74 64 Redaktionsadresse: Schweizerisches Rotes Kreuz, Redaktion Humanité, Postfach, 3001 Bern, humanite@redcross.ch, www.magazin-humanite.ch Redaktion: Tanja Pauli (Redaktionsleitung), Urs Frieden (Gesundheit und Integration), Andreas Häner (Public Fundraising), Isabelle Roos (Corporate Partnerships), Christine Rüfenacht (Gesundheit und Integration), Isabel Rutschmann (Kommunikation), Katharina Schindler (Internationale Zusammenarbeit), Karl Schuler (Internationale Zusammenarbeit) Mitarbeitende dieser Ausgabe: Myriam Bschir, Markus Mader, Marco Ratschiller, Katrin Schöni, Julia Zurfluh Abo-Kosten: Das Abonnement kostet CHF 6.– pro Jahr und ist für SRK-Gönnerinnen und SRK-Gönner im Beitrag enthalten. Erscheinungsweise: vier Mal jährlich Sprachen: deutsch und französisch Gesamtauflage: 116 160 Bildrechte aller Fotos ohne Hinweis: Schweizerisches Rotes Kreuz Übersetzungen: Übersetzungsdienst SRK Layout, Lektorat und Druck: Vogt-Schild Druck AG, Derendingen Nächste Ausgabe: Dezember 2013

PERFORM ANCE

neutral Drucksache No. 01-13-551235 – www.myclimate.org © myclimate – The Climate Protection Partnership

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12 IM GESPRÄCH – Birgit Biedermann, Fachanwältin für Erbrecht «Es ist nie zu früh» 14 vor ort – Jugendrotkreuz Grenzen überwinden mit Hand, Fuss und Herz 17 ENGAGIERT – Matthias Gerber und Dixie Startklar für den Ernstfall Überzeugt – Rotkreuz- und Rothalbmond bewegung Anstrengungen für die Abschaffung von 20

Atomwaffen

erlebt – Elternkurs im Ambulatorium SRK Feinfühlig Halt geben 22

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zur sache – Blutstammzellspende Gemeinsam im Kampf gegen Leukämie

29 KREUZ & QUER Frijoles vom Öko-Herd Rätsel/Cartoon


© SRK, Caspar Martig

e di to r ia l

Der Katastrophe zuvorkommen Liebe Leserin, lieber Leser Stellen Sie sich vor, es gäbe in unseren Bergen keine Lawinenverbauungen und keine geschützten Bannwälder – es hätte dramatische Folgen. Zudem kennt man in der Schweiz die Gebiete, welche durch Erdrutsche oder Überflutungen gefährdet sind. Die Behörden können die Menschen meist rechtzeitig warnen und in besonderen Gefahrenzonen darf nicht gebaut werden. Zahlreiche Menschenleben dürften die verschiedenen Vorbeugungsmassnahmen in der Schweiz schon gerettet haben. Anders in Honduras, wo Naturkatastrophen besonders häufig und heftig auftreten, während die Katastrophenvorsorge erst am Anfang steht. Noch immer leben Menschen in Zonen, wo man kein Haus hätte bauen dürfen oder wo sich die Gefahr durch stärkere Unwetter wegen des Klimawandels und durch Waldrodungen verschlimmert hat. Es ist dringend nötig, die Bevölkerung für die Probleme zu sensibilisieren und beispielsweise bei der Wiederaufforstung zu unterstützen. In weniger hoch entwickelten Ländern, die durch Naturkatastrophen besonders gefährdet sind, will das Rote Kreuz sich vermehrt für die Katastrophenvorsorge einsetzen. Eine wirkungsvolle, aber unspektakuläre Hilfe. Denn die Medien berichten dann, wenn eine Katastrophe geschieht und weniger, wie sie verhindert werden kann. Aus diesem Grund empfehle ich Ihnen unsere Reportage ab Seite 4. Auch andere Themen in diesem Magazin zeigen Beispiele, wie das SRK vorausschauend denkt. Zum Beispiel im Ambulatorium SRK für Folter- und Kriegsopfer, bei der Organisation für Rettungssuchhunde REDOG oder im Bereich der Blutstammzellenspende. Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre und vorsorglich schon einen sonnigen Herbst!

Markus Mader Direktor des Schweizerischen Roten Kreuzes Humanité 3/2013 

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r e p o rt

Katastrophenvorsorge in Honduras

einen Schritt voraus Die Schülerinnen und Schüler aus dem honduranischen Dorf Jocomico tragen die zukunft in ihren Händen. Die schnell wachsenden Pflanzen sollen einen Hang stabilisieren, bevor wieder Gefahr durch starken Regenfall und Hurrikane droht. Aufforstung ist nur eine Massnahme, die das Rote Kreuz zur Katastrophenvorsorge in besonders gefährdeten Regionen umsetzt. ebenso wichtig ist die Schulung der bevölkerung. leda pavón Meléndez, die lehrerin dieser Kinder, ist ein beispiel dafür, wie Menschen mit der Gefahr leben lernen. text: Katharina Schindler

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Bilder: remo nägeli


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arum ist unser Dorf in Gefahr? Weil die Bäume abgeholzt wurden.» – «Was geschieht dadurch? Die Hänge rutschen ab.» – «Was können wir dagegen tun? Wieder aufforsten.» Mit lauten Stimmen rufen die Kinder ihre Antworten auf die Fragen, die ihre Lehrerin Leda Pavón Meléndez stellt – und dazu jeweils auf ein Plakat zeigt, das ein Dorf samt Hügeln, Quellen und Bächen darstellt. Die Mädchen und Knaben in Jocomico lernen früh, dass die Sorge zur Natur absolut entscheidend ist, um in dieser gefährdeten Region zu überleben. Das honduranische Dorf liegt eingeklemmt zwischen steilen Hängen und engen Bachbetten an einer holprigen Strasse. 650 Menschen leben in der Ort-

Mehr als die Hälfte der Häuser von Jocomico wurden vom Tropensturm ganz oder teilweise zerstört. schaft, die weder Elektrizität noch einen Telefonanschluss hat. Leda Pavón ist selber Mutter von drei Kindern. Sie zeigt uns nach Schulschluss ihr Zuhause. Acht Jahre ist es her, seit der Tropensturm Gamma über Honduras gefegt ist und vor allem hier, im Departement Olancho, schwere Schäden anrichtete. Acht Jahre – das scheint eine lange Zeit. Doch wer damals um sein Leben lief, wer seine Existenzgrundlage verlor und tagelang nach vermissten Angehörigen suchte, dem sitzt der Schrecken noch immer in den Kno-

chen. Mehr als die Hälfte der Häuser von Jocomico wurden ganz oder teilweise zerstört, drei wurden vom Fluss gänzlich weggerissen. Es grenzt an ein Wunder, dass in dem Dorf niemand zu Tode kam.

Barfuss geflohen Auch die Familie der Lehrerin war betroffen. Gleich hinter ihrem Haus verläuft ein Bach – jetzt zur Trockenzeit ist er ein harmloses Rinnsal. Dahinter erhebt sich ein steiler Hang. Dieser Hang – er war damals komplett abgeholzt – geriet durch den anhaltend heftigen Regen ins Rutschen, der Bach wurde zum reissenden Fluss. Das Haus wurde teilweise mitgerissen, ein Grossteil des Hab und Guts ging verloren. Leda Pavón legt den Arm um die Schultern ihrer achtjährigen Tochter: «Angela war damals noch ein Baby. Wir hatten grosse Angst,» sagt sie. Barfuss sei sie mit dem Kind geflohen, ohne zu wissen, wo ihr Mann war. Einen ganzen Tag war sie zu Fuss unterwegs bis zur nächst grösseren Stadt, wo sie schliesslich Hilfe fand.

Katastrophe als Wendepunkt Die Katastrophe wurde zum Wendepunkt. Heute ist vieles anders. Nach intensiver Nothilfe hat das Schweizerische Rote Kreuz sich damals entschieden, die Bevölkerung in dieser Region langfristig bei der Katastrophenvorsorge zu unterstützen. In 75 Dörfern von Olancho wurden zusammen mit der jeweiligen Bevölkerung Gefahrenkarten erstellt, Notfallkomitees ausgebildet und Eva-

kuierungspläne erarbeitet. Da eines der Hauptprobleme die Erosion der abgeholzten Hänge ist, wurde in jedem Dorf zur Wiederaufforstung eine Baumschule gegründet. Das Schulmaterial, mit dem Leda Pavón die Kinder sensibilisiert, wurde ebenfalls vom Roten Kreuz entwickelt und zur Verfügung gestellt. Jocomico erweckt heute den Eindruck einer gut organisierten Gemeinschaft. Gleich neben dem Schulhaus befindet sich die Baumschule. In einem Pflanzentunnel werden junge Bäume gezogen. Die Schulkinder helfen beim Giessen, Düngen und Umtopfen. Das halbe Dorf kommt mit, um dem Besuch aus der Schweiz, zu dem auch Rotkreuzrat Toni Frisch gehört (Interview Seite 9), seine Aufforstungen zu zeigen.

Aufforstung wohldurchdacht

Leda Pavón erklärt der Schulklasse, weshalb es so wichtig ist, zur Natur Sorge zu tragen 6

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In steilem Gelände werden die Setzlinge nach einem fixen Schema eingepflanzt: immer zwei Meter voneinander entfernt, schön auf gleicher Höhe; die nächste Reihe versetzt, zwei Meter weiter unten. Ein aus Holz gezimmertes Dreieck, auf dem eine Wasserwaage montiert ist, hilft bei der präzisen Arbeit. «Es ist wichtig, die Bäume entlang der Höhenkurve zu pflanzen. So können wir zwischen den Stämmen kleine Grä-


report che ins Freie, wodurch die Gesundheit der Frauen und Kinder geschont wird.

Schutz in der Kirche Ergänzend zu den baulichen und ökologischen Massnahmen wurde ein Frühwarnsystem entwickelt, damit sich die Menschen bei Gefahr rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Mit einem weitherum hörbaren Horn informiert der Notfallkomitee-Chef Carlos Aguilar Mejia die Bevölkerung, wenn sich ein Unwetter anbahnt. Die Anzahl Hornstösse gibt Auskunft über die verschiedenen Gefahrenstufen. Erklingt es zehnmal nacheinander, wissen die Menschen, dass sie in die Kirche eilen müssen – den sichersten Ort in der Umgebung. «Seit wir gemeinsam etwas gegen die Gefahren unternehmen, fühle ich mich viel sicherer. Wir sind den Launen der Natur nicht mehr schutzlos ausgeliefert», stellt Leda Pavón fest. Stolz weist Zusammen gies­ sen, zusammen pflanzen – die Kinder helfen in der Baum­ schule mit

Das Gelände ist sehr steil – umso wichtiger ist es, den Hang mit Bäumen zu stabilisieren

ben ziehen, in denen das Wasser während der Regenzeit aufgefangen wird und versickert, statt ungebremst den Berg hinunter zu strömen», erklärt Carlos Aguilar Mejia, der Präsident des lokalen Notfallkomitees. In den letzten Jahren wurden in Jocomico Hunderte Bäume gepflanzt. Zuerst konnten damit jene Hänge stabilisiert werden, die ge-

mäss der Gefahrenkarte besonders viele Häuser bedrohten. Jetzt auch die etwas weiter entfernten. Um den Waldbestand zu schonen, erhielten zudem sämtliche Familien eine neue, ökologische Kochstelle: Diese braucht nur etwa halb so viel Holz wie der herkömmliche, offene Herd. Zudem leitet neu ein Rohr den Rauch aus der Kü-

sie auf den Hang hinter ihrem Haus, der jetzt mit zahlreichen tief wurzelnden Bäumen stabilisiert ist. Als Lehrerin habe sie zudem das Privileg, einen besonders nachhaltigen Beitrag zu leisten: «Der Unterricht in Katastrophenvorsorge ist das Sinnvollste, das ich für eine bessere Zukunft tun kann.»

➔  redcross.ch/katastrophenpraevention Humanité 3/2013 

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Nothilfeteam-Chef Carlos Aguilar Mejia legt fest, wo die jungen Bäume gepflanzt werden müssen, damit der Hang nicht mehr abrutscht

Katastrophenvorsorge

«Unspektakulär, aber umso wichtiger» Als langjähriger Leiter der humanitären Hilfe des Bundes stand Toni Frisch bei zahlreichen Katastrophen an vorderster Front im Einsatz. Heute ist er Rotkreuzrat. Auf einer Reise nach Honduras hat er kürzlich Dörfer besucht, die das SRK bei der Katastrophenvorsorge unterstützt – in der Fachsprache Disaster Risk Reduction genannt. interview: Katharina Schindler   Bilder: Remo Nägeli

Herr Frisch, Sie haben in Honduras gesehen, wie sich das Rote Kreuz für die Katastrophenvorsorge einsetzt. Was bleibt in Erinnerung? Einmal mehr habe ich Menschen getroffen, die sich aktiv und engagiert für die Gemeinschaft einsetzen, wie beispielsweise die Lehrerin Leda Pavón und viele andere Rotkreuzfreiwillige. Diese Men8

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schen haben meinen grossen Respekt. Sie tun etwas für eine bessere Zukunft. Nicht weil sie persönlichen Ruhm anstreben, sondern weil sie die Probleme erkennen und einen Beitrag leisten, um sie zu lösen. Das Rote Kreuz engagiert sich vermehrt für Katastrophenvorsorge. Warum wird dies immer wichtiger?

Überall auf der Welt ist es entscheidend, dass die Menschen Risiken einschätzen können und wissen, was in einer Notsituation zu tun ist. Das gilt bei uns genauso wie anderswo auf der Welt. In Zentral­amerika ist die Gefahr von Naturkatastrophen besonders gross, weil in dieser Region Wetterextreme ein häufiges und unberechenbares Phänomen


report sind. Durch den Klimawandel nehmen sie weiter zu. Gleichzeitig unternehmen die staatlichen Stellen oft zu wenig, um in abgelegenen Regionen die Menschen auf diese Ereignisse vorzubereiten. Was sind die Gefahren, wenn nichts unternommen wird? Die Menschen leben in dauernder und berechtigter Angst vor der nächsten Katastrophe. Das ist eine schlechte Situation und verhindert, dass sie langfristig planen können. Katastrophen sind grosse Rückschläge, vor allem wenn sie eine Region unvorbereitet treffen. Der Hurrikan Mitch hat 1998 die betroffenen Gebiete in Zentralamerika in ihrer Entwicklung um 20 Jahre zurückgeworfen. Was bedeutet das Katastrophenrisiko, das durch den Klimawandel weiter zunimmt, für die Menschen in den Dörfern? Wer bei einer Katastrophe alles verloren hat und fürchten muss, ein anderes Mal wieder in diese Situation zu geraten, ist versucht, in die Stadt abzuwandern. Diese Landflucht führt zu enormen Problemen. In Tegucigalpa, der Hauptstadt von Honduras, zeigt sich das in aller Deutlichkeit. Armut, hohe Arbeitslosigkeit und

fehlende Perspektiven treiben immer mehr junge Menschen in die Arme krimineller Organisationen. Was kann das Rote Kreuz tun, um der Landflucht entgegenzuwirken? Es geht darum, die Menschen zu stärken, ihnen die Werkzeuge und Mittel zu geben, um in ihrer Umgebung zu überleben und sinnvolle Perspektiven zu entwickeln. Die fachgerechte Aufforstung zur Verhinderung der Erosion und zum Schutz der Quellen, die Förderung des Umweltbewusstseins schon bei Schulkindern, die Aufklärung der Bevölkerung – all das sind Massnahmen, die man gar nicht hoch genug einschätzen kann. Sie engagieren sich bei der Sensibilisierung im Bereich Katastrophenvorsorge. Warum? Katastrophenvorsorge ist unspektakulär – aber umso wichtiger. Die Menschen in der Schweiz spenden grosszügig, wenn es darum geht, nach Katastrophen den Opfern zu helfen. Doch immer wichtiger wird es, für die Katastrophenvorsorge zu spenden, damit es bei einem nächsten Mal gar nicht mehr so viele Opfer und Schäden gibt.

redcross.ch/honduras

Toni Frisch packt mit an und hilft Leda Pavón Meléndez und ihrer Tochter angela beim Pflanzen eines Baumes

ApRopoS HoNDURAS Honduras ist eines der ärmsten Länder Zentralamerikas. Es grenzt im Norden an das Karibische Meer, im Süden an den Atlantik. Wie die Schweiz zählt Honduras rund 8 Mio. Einwohner, ist aber fast dreimal so gross. Regelmässig wird das Land von Naturkatastrophen heimgesucht: Wirbelstürme und Dürren haben in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Die verbreitete Abholzung für Viehzucht und Holzwirtschaft hat die Auswirkungen des Klimawandels verstärkt. Immer wieder kommt es zu Erdrutschen und Überschwemmungen. Gleichzeitig sind viele Böden ausgelaugt und die landwirtschaftlichen Erträge sinken. Unter diesen Entwicklungen leiden vor allem die Kleinbauern. Grassierende Armut und fehlende Perspektiven sind wichtige Gründe dafür, dass die Kriminalität in Honduras äusserst hoch ist. Die honduranischen Städte, wo kriminelle Banden und Drogenkartelle ihr Unwesen treiben, gehören zu den gefährlichsten der Welt. Das SRK engagiert sich seit 1998, als der Hurrikan Mitch in Honduras zu schweren Verwüstungen führte. Es unterstützt Dörfer in drei Regionen bei der Gesundheits- und Katastrophenprävention. Dabei wird es von der Deza fachlich unterstützt. In der Hauptstadt Tegucigalpa setzt sich das Rote Kreuz für gefährdete Jugendliche ein. In einem grossen Armenviertel erhalten junge Menschen ein kreatives Freizeitangebot und werden in praktischen Berufen wie Autospenglerei oder Coiffeuse ausgebildet. Für die Weiterführung seiner erfolgreichen Arbeit in Honduras ist das SRK auf Spenden angewiesen.

TONI FrISCH war bis 2011 Stellvertretender Direktor der Deza und Leiter der Humanitären Hilfe. Seit zwei Jahren ist er Mitglied des Rotkreuzrates und mit einem Mandat der Deza für die UNO tätig. Humanité 3/2013

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Ihre Patenschaft – für Hilfe, wo sie am nötigsten ist Sie ! n e f l e H ot N n i n e Mensch ken pro Tag nem – Mit ei

 Ja, für einen Franken am Tag bzw. 30 Franken im Monat übernehme ich eine Patenschaft.  Bitte senden Sie mir mehr Informationen zu SRK-Patenschaften. Vorname/Name:

Fran

Wenn Menschen in der Schweiz oder im Ausland in Not geraten, ist schnelle Hilfe wichtig. Mit Ihrer Patenschaft ermöglichen Sie, dass Menschen nach einer Katastrophe schnell und wirkungsvoll unterstützt werden können – wo immer es nötig ist. Mit einem Franken pro Tag helfen Sie, lindern Not und retten Leben. Melden Sie Ihre Patenschaft heute an.

Strasse/Nr.: PLZ/Ort:

Geburtsdatum:

Tel.:

E-Mail:

Unterschrift: Bitte einsenden an: Schweizerisches Rotes Kreuz, Patenschaften Rainmattstrasse 10, Postfach, 3001 Bern

Mehr erfahren Sie auf: www.redcross.ch/patenschaften E-Mail: patenschaften@redcross.ch


KU r Z & BÜ n D I G

■ Danielle Breitenbücher aus Basel wurde an der vergangenen Rotkreuzversammlung in den Rotkreuzrat gewählt. Die 24-Jährige vertritt in den nächsten vier Jahren die Anliegen der RotkreuzJugendorganisationen im obersten Führungsorgan des SRK. «Es ehrt mich, dass ich die Jugend vertreten darf und bin stolz, für eine Organisation einzustehen, welche die Anliegen der Jugend ernst nimmt», freut sich die frisch gewählte Rotkreuzrätin. Beim SRK ist sie keine unbekannte. Von 2008 bis 2010 amtete sie als Jugenddelegierte SRK und durfte das SRK an nationalen und internationalen Konferenzen repräsentieren. Seit sieben Jahren engagiert sich Danielle Breitenbücher im Jugendrotkreuz Basel und seit 2009 ist sie Vorstandsmitglied des SRK Kanton Basel-Stadt.

© Blutspende SRK Schweiz

Jugendvertreterin in Rotkreuzrat gewählt

blut spenden – das mache ich! ■ Bundespräsident Ueli Maurer ging mit gutem Beispiel voran und versprach: «Blut spenden – das mache ich.» Zahlreiche Parlamentarier und Bundeshausangestellte schlossen sich ihm an und spendeten an einer von der Blutspende SRK Schweiz im Bundeshaus organisierten Aktion gleich vor Ort Blut. Aber auch Persönlichkeiten wie Carlo Janka oder Sandra Studer unterstützen die Blutspende. Die Kampagne «Blut spenden – das mache ich!» wurde von der Blutspende SRK

Schweiz anlässlich des Weltblutspendetages vom 14. Juni lanciert. Der Tag bildete auch den Startschuss für die Road Show: Bis zum 9. August war das mittlerweile bekannte Blutspendemobil wieder in der Schweiz unterwegs. Gerade im Sommer wird das Blut erfahrungsgemäss oft knapp. Viele sind in den Ferien oder wegen des schönen Wetters weniger zum Blutspenden motiviert. Blutspendetermine in Ihrer Region finden Sie im Internet:

blutspendetermine.ch

In Rot rennen für einen guten zweck ■ Der Sponsorenlauf RedRun der Internationalen Schule Winterthur (IWS) fand bereits zum zweiten Mal statt. Über 180 rot gekleidete Schülerinnen und Schüler aus mehr als 30 verschiedenen Ländern und ihre Lehrpersonen liefen während einer Stunde rund 1850 Runden und sammelten über 10 000 Franken für die Integrationsförderung mitten unter uns des SRK Kanton Zürich. Das Programm erhielt damit ein riesiges Geschenk zu seinem 20-Jahr-Jubiläum. Die Freiwilligen der englischsprachigen Gruppe des SRK Kanton Zürich, die den RedRun in enger Zusammenarbeit mit der ISW organisiert haben, sind begeistert vom Sponsorenlauf und seinem Ergebnis.

■ Das SRK und das Kompetenzzentrum für interkulturelle Konflikte (TikK) aus Zürich arbeiten neu zusammen. Sie haben für drei Jahre eine Partnerschaft abgeschlossen. Das TikK ist in den Bereichen Konfliktbearbeitung und Bildungsarbeit für die öffentliche Hand

und die Bevölkerung tätig. Es ergänzt die bestehenden Integrationsangebote des SRK ideal. Diese sind regional abgestimmt und vielfältig. Sie beinhalten zum Beispiel mitten unter uns für die Integration von Kindern und das Konflikttraining chili für Jugendliche.

zukunft der Freiwilligen ■ Sind die Freiwilligen von morgen Pensionierte mit viel Erfahrung, junge Erwachsene in Ausbildung, Migrantinnen und Migranten oder gar Mitarbeitende von Firmen im Rahmen von Partnerschaften? Die 11. Nationale Fachtagung des SRK vom 19. September 2013 wird sich mit neuen Fragen zur Freiwilligenarbeit auseinandersetzen. Anhand von Beiträgen aus Forschung und Praxis diskutieren die Teilnehmenden zum Tagungsthema «Gemeinsam nützlich – Neue Akzente in der Freiwilligenarbeit». Es hat noch freie Plätze. Teilnehmende, die sich freiwillig engagieren, erhalten einen Sondertarif.

© Andri Pol

© Konstantinos Zouganelis

Gemeinsam für Integration

redcross.ch/nft13

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i m Ge sp r äc h Birgit Biedermann, Fachanwältin für Erbrecht

«Es ist nie zu früh» Als Fachfrau für Erbrecht erfährt Birgit Biedermann in ihrem Berufsalltag immer wieder, wie ein Testament viele Streitigkeiten und manchmal auch Leid hätte verhindern können. Sie erklärt im Interview, was Erwachsene wissen sollten und wie der letzte Wille nicht die letzte gute Tat sein muss. interview: Tanja Pauli

Man spricht nicht gerne über den Letzten Willen. Wie halten Sie es damit? Ich sehe in der Praxis, dass es empfehlenswert ist, dieses Thema rechtzeitig anzugehen. Damit kann nicht nur den Hinterbliebenen viel Leid und Ärger erspart werden. Es ist häufig auch eine Erleichterung für die Betroffenen, zu wissen, dass sie in Bezug auf diejenigen Dinge, welche ihnen am Herzen liegen, klare Anordnungen getroffen haben. Wer soll ein Testament verfassen? Klären Sie ab, wie in Ihrem persönlichen Fall die gesetzliche Erbfolge aussieht. Das

«Eine Erbenermittlung kann so aufwendig sein, dass manchmal nicht mehr viel vom Nachlass übrig bleibt.» ist die Ausgangslage, die jede Person kennen sollte, um dann zu entscheiden, ob sie davon abweichende Regelungen anordnen will. Nur wer mit der Erbfolge einverstanden ist, wie sie das Erbrecht im Schweizerischen Zivilgesetzbuch regelt, braucht keine Verfügung des Todes wegen. Allen anderen empfehle ich ein Testament oder einen Erbvertrag. Wer erbt gemäss Gesetz, wenn kein Testament vorliegt? Die Nachkommen sowie die eigenen Verwandten in der Reihenfolge des Verwandtschaftsgrads und bei Verheirateten zusätzlich die Ehefrau oder der Ehemann. Wobei zu bedenken ist, dass bei kinderlosen Ehepaaren auch die Eltern noch 12

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zu den gesetzlichen Erben gezählt werden und diese neben dem über­lebenden Ehegatten Anspruch auf einen Viertel des Nachlasses haben. Aber auch Verheiratete mit Nachkommen können sich gegenseitig mittels Testament oder mit einem Erbvertrag noch besser absichern. Was geschieht mit einem Nachlass ohne Testament, wenn keine gesetzlichen Erben auffindbar sind? Dann fällt er an den Wohnsitzkanton oder an die Gemeinde. Meist erst nach aufwendigen Abklärungen, wenn wirklich feststeht, dass niemand sonst Anspruch hat. Wer bezahlt die Recherche nach gesetzlichen Erben? Eine Erbenermittlung wird aus dem Nachlass bezahlt. Wenn Sie folglich ein eher kleines Vermögen haben, kann es sein, dass es fast ganz für die Erbenermitt-

lung aufgebraucht wird. Das bedeutet manchmal, dass mehrere, weit entfernte Verwandte, die der Erblasser vielleicht nur schlecht oder gar nicht gekannt hat, sich schliesslich einen noch übrig bleibenden, kleineren Betrag teilen müssen. Und ja, die Recherche ist aufwendig, weil man bei verschiedenen Heimatorten Familienscheine anfordern und die Adressen der Erben ausfindig machen muss. Solange diese im Inland sind, geht es meistens noch recht einfach, aber schwierig wird es bei Nachforschungen im Ausland. Wenn ich alleinstehend bin, kann ich frei über den Nachlass verfügen? Ja, sie können beliebige Personen und gemeinnützige Organisationen einsetzen. Aber sie müssen die gesetzlichen Erben berücksichtigen, die Anspruch auf einen Pflichtteil haben. Bei einer alleinstehenden Person sind das nur die Eltern und die Nachkommen. Hingegen sind Geschwister und deren Nachkommen keine pflichtteilsgeschützten Erben.

Ein gültiges Testament muss eigenhändig geschrieben werden

Lohnt sich eine Beratung auch bei einem eher kleinen Vermögen? Besser offene Fragen abklären und den Nachlass regeln, als es ganz sein zu las-


© istockphoto.com

Im G e s pr äc H ApRopoS eIN zeICHeN FÜR DIe NÄCHSte GeNeRAtIoN Falls Sie das Schweizerische Rote Kreuz in Ihrer letztwilligen Verfügung begünstigen möchten, organisieren wir für Sie eine einstündige kostenlose Beratung durch eine juristische Fachperson. Die Beratung ist unverbindlich und neutral. Sie erhalten auch Antworten auf allgemeine und private Fragen, was Ihr Testament betrifft. Die Beratungsperson unterliegt der branchenüblichen Schweigepflicht. Kontaktieren Sie bei Interesse unseren Gönnerservice: Telefon 031 387 74 64 oder E-Mail: pf.service@redcross.ch

Paare entschei­ den sich häufig für einen Erbvertrag und lassen sich beraten

sen, weil man unsicher ist. Wenn es kein besonders komplizierter Fall ist, dann reicht häufig schon ein einstündiges Beratungsgespräch. Eine Beratung lohnt sich auch deshalb, weil selber formulierte Testamente oft zu viel Interpretationsspielraum lassen. Das führt zu Streitigkeiten, weil nicht klar ist, was der Erblasser genau gemeint hat. Sie können einer Fachperson auch ein selbst gefertigtes Testament nur zur Überprüfung vorlegen. Welche Fragen werden in einer Beratung am häufigsten gestellt? Fragen zur Form und zu den Pflichtteilen oder zur Begünstigung des Ehegatten. Auch Enterbung ist ab und zu ein Thema. Werden Sie auch gefragt, wie ein Nachlass für etwas Sinnvolles eingesetzt werden kann? Ja, manchmal werde ich um einen Rat gebeten. Konkrete Vorschläge gebe ich nicht, weil es ein sehr persönlicher Entscheid ist. Ich schlage jeweils vor, zu ergründen, wo die Interessen liegen, welche Wertvorstellungen wichtig sind oder in welchem Bereich bereits eine Verbundenheit besteht. Zum Beispiel wo

die Klientin oder der Klient am meisten Handlungsbedarf sehen, wenn sie eine Organisation begünstigen möchten. Was gibt es in dem Fall zu beachten? Geben Sie präzis an, welche Organisation Sie meinen. Schreiben Sie den korrekten Namen und die ganze Adresse auf. Verteilen Sie Ihren Nachlass – besonders bei einem kleineren Vermögen – nicht auf zu viele Organisationen. Sie tun damit nicht mehr Gutes – im Gegenteil, es verursacht mehr administrativen Aufwand. Sie können mehr bewirken, wenn Sie grössere Beträge einigen wenigen Institutionen vermachen. Kann ich mittels Testament bestimmen, wie eine begünstigte Organisation mein Legat einsetzen soll? Ja, aber dies ist eher heikel. Sie stellen unter Umständen ungünstige Bedingungen, die nicht erfüllt werden können. Sie sollten sich vorher unbedingt mit der entsprechenden Organisation absprechen. Ansonsten rate ich davon ab, eine Zweckbestimmung vorzuschreiben. Denn vielleicht sind für den vorgesehenen Zweck in Zukunft gar keine finanziellen Mittel mehr nötig, während ein anderes En-

gagement der begünstigten Organisation dringend eine Finanzierung bräuchte. Wie lautet Ihr wichtigster, persönlicher Rat als Fachperson? Verfassen Sie jetzt ein Testament oder lassen Sie von der Notarin bzw. vom Notar einen Erbvertrag beurkunden. Es ist nie zu früh, aber oft zu spät. Schieben Sie es nicht vor sich her, nur weil Sie sich nicht entscheiden können. Zögern sie nicht, abändern können Sie Ihr Testament jederzeit, zum Beispiel wenn sich die Lebenssituation oder die Vermögensverhältnisse ändern. Es kommt leider immer wieder vor, dass ein Nachlass nicht im Sinne einer verstorbenen Person verteilt wird, weil sie nicht rechtzeitig Anordnungen getroffen hat. Alles unglückliche Fälle, die so nicht hätten eintreten müssen, wenn auf einem Stück Papier die richtigen Worte gestanden hätten.

redcross.ch/legat

BIrGIT BIEDErMaNN Die Rechtsanwältin und Notarin ist Fachanwältin SAV Erbrecht und Partnerin der Kanzlei Luginbühl Wernli + Partner in Bern. Sie hat viele Jahre Berufserfahrung. Humanité 3/2013

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vo r o rt

Celestina (zweite von links) engagiert sich schon seit über drei Jahren fürs Jugendrotkreuz

Jugendrotkreuz

Grenzen überwinden mit Hand, Fuss und Herz Junge Freiwillige des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) sorgen dafür, dass den moldawischen Kindern im Swisscor-Camp nicht langweilig wird. Mit einer Mischung aus Basteln, Spass und Sport unterhalten sie die Kinder und überwinden spielend Sprachbarrieren. text: Julia zurfluh   Bilder: remo nägeli

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etzt seid ihr aber zu viele auf der Schaukel. So stark bin ich nun auch wieder nicht», meint Celestina lachend zu den moldawischen Kindern, die ungeduldig auf der Riesenschaukel auf Anschub warten. Die 19-jährige Celestina ist eine der 13 jungen Freiwilligen des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK), welche für das Freizeitprogramm Humanité 3/2013

der Kinder im Swisscor-Camp (siehe APROPOS) zuständig sind. Heute haben sie einige der kleinen Gäste auf einen Spielplatz begleitet. Zum Glück kommt Celestina ein Zivildienstler zu Hilfe und gemeinsam bringen sie die grosse Schaukel in Schwung. «Bine, okay?», fragt Celestina die Kinder auf Rumänisch. Als Antwort ertönt ein lautes Ge-

jauchze. «Die Kinder haben mir ein paar Wörter auf Rumänisch und Russisch beigebracht. Wenn diese Brocken nicht mehr ausreichen, verständige ich mich halt mit Händen und Füssen. Für mich als Italienerin kein Problem, wir sind ja für wildes Gestikulieren bekannt», meint Celestina unbekümmert. «Veni, Veni, komm, komm!», stürmen die Kinder


vo r o r t und ziehen Celestina mit aufs Klettergerüst. «Nicht so schnell, ich habe doch Muskelkater vom Tanzen!», versucht Celestina kichernd die Energie der Kinder etwas zu bremsen. Am vorangehenden Abend haben die jungen Freiwilligen eine Disco veranstaltet. Da durften rasche moldawische Volkstänze nicht fehlen. Selbstverständlich haben alle mitgetanzt. «Ich finde den Einsatz der jungen

«Die jungen Freiwilligen vom SRK gehen toll auf die Kinder ein, sind so reif und selbstständig.» Freiwilligen des SRK grossartig. Sie gehen toll auf die Kinder ein, sind so reif und selbstständig», schwärmt Beatrice Magnin, Campleiterin von Swisscor. «Sie sind mit viel Herzblut bei der Sache. Mich freut es besonders, dass einige der jungen Freiwilligen bereits zum zweiten oder dritten Mal im Camp mithelfen.» Auch Florence, 18, schenkt nicht zum ersten Mal einen Teil ihrer Ferien den Kindern aus Osteuropa. «Ich suchte eine sinnvolle Tätigkeit für den Sommer und

Florence hat nach einem sinnvollen Engagement gesucht und es hier gefunden

Sie tragen Henry Dunant und seine Idee auf dem Herzen – Celestina, Mona und Wim

habe mich deshalb als Freiwillige fürs Swisscor-Camp gemeldet. Mir macht es Spass, mit den Kindern zu arbeiten. Die Kinder sind so dankbar und finden es toll, weil wir ihnen besonders viel Aufmerksamkeit schenken», beschreibt Florence, während sie Bastelmaterial büschelt. Den Kindern steht ein reichhaltiges Angebot an farbigem Papier, Glitzer und anderem Deko-Schnick-Schnack zur Verfügung. «Wir haben mit den Kindern für die Disco Masken gebastelt. Das war sehr lustig und ist bei den Kindern gut angekommen. Einige haben richtige Kunstwerke gezaubert», erzählt Florence stolz. Ein Junge winkt Florence zu sich an den Tisch. Er möchte ein weiteres blaues Blatt, um daraus eine Blume zu basteln. Mit der Blume will er einen Rahmen dekorieren, der ein Erinnerungsfoto ziert. Behutsam hilft sie ihm, eine der filigranen Blumen aufzukleben. Dieses Souvenir soll ihn zu Hause in Moldawien noch lange an seine Zeit im Swisscor-Camp erinnern. Nicht nur er wird ein Souvenir nach Hause nehmen, sondern auch die jungen Freiwilligen des SRK. Ihnen blei-

ben tolle Erinnerungen, wertvolle Erfahrungen und neue Freundschaften. «Ich bin nächstes Jahr bestimmt wieder dabei!», ist Celestina überzeugt. Es wäre bereits ihr viertes Swisscor-Camp.

jugendrotkreuz.ch

ApRopoS SWISSCoR – DIe SCHWeIz zeIGt HeRz Die Stiftung Swisscor lud diesen Sommer 87 Kinder aus Moldawien für ein medizinisches Sommerlager nach Schwarzenburg in den Kanton Bern ein. Diese Kinder leben daheim in Armut, sind verwaist oder wurden von ihren Eltern verlassen. Da viele der Kinder unter gesundheitlichen Problemen leiden, erhalten sie im Camp medizinische Versorgung. Junge Freiwillige aus dem SRK organisieren für die Kinder ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm mit Spiel und Spass und begleiteten sie durch den Tag. ➔ swisscor.ch

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Gemeinsam für eine gute Sache. Die Mitarbeitenden der Credit Suisse engagieren sich für gemeinnützige Projekte. So unterstützen Credit Suisse Mitarbeitende beispielsweise das SRK-Integrationsprojekt «mitten unter uns» und bringen dabei fremdsprachigen Kindern die deutsche Sprache und Schweizer Kultur näher. 2012 engagierten sich über 5000 Mitarbeitende der Credit Suisse für die Gemeinschaft. Erfahren Sie mehr über unsere Corporate Volunteering Aktivitäten.

credit-suisse.com/volunteering


e n G AG I e r t

Matthias Gerber und Dixie

Startklar für den ernstfall Matthias Gerber engagiert sich mit seiner Hündin Dixie beim Schweizerischen verein für Such- und Rettungshunde ReDoG. Das zeitintensive engagement fordert viel von Mensch und Hund. ein besuch beim Hundeführer in Davos zeigt, woraus er seine Motivation für diese freiwillige Arbeit schöpft. text: Katrin SchÖni

Bilder: roland Blattner

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e n gagi e rt

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autes Bellen empfängt mich im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses in Davos. Dadurch etwas nervös geworden, steige ich die Treppen hoch. Als ich jedoch vor Dixie stehe, löst sich meine Nervosität augenblicklich in Luft auf. Schnuppernd und aufgeregt wedelnd begrüsst mich die achtjährige Deutsche Schäferhündin. Ich schliesse sie sofort ins Herz! Neben Dixie steht ein gross gewachsener, sportlicher Mann mit einem sympathischen Lächeln und begrüsst mich freundlich. Im Wohnzimmer heisst mich auch seine Partnerin Agi Bucher willkommen. Dixie steht wedelnd neben mir und lässt sich weiterhin kraulen. Ist Dixie zu allen Menschen so freundlich? Dixie sei ein schlechter Wachhund, sie liebe die Menschen zu sehr, sagt Matthias Gerber und schmunzelt. «Gerade weil sie so gerne Menschen hat und allen gefallen will, ist sie aber ein guter Rettungshund und für den Ernstfall bereit.»

Familienmitglied Dixie ist überall mit dabei Der 43-jährige gebürtige Basler sprüht vor Energie. Es kommt nicht selten vor, dass er vor der Arbeit noch schnell auf Nach harter Arbeit der Spass – wie jeder normale Hund

schicktes Händchen gehabt.» Als sein alter Hund Aki gestorben war, wollte Gerber keinen Hund mehr. Doch die Freundin liess nicht locker, und schon bald fand ein kleiner Welpe ein neues Zuhause. Gab es auch eine hundelose Zeit im Leben von Matthias Gerber? «Ja, als Jugendlicher»,

In den Trainings mit versteckten Figuranten ist Dixie zu 99 Prozent erfolgreich und findet die Personen.

Der Erfolg eines einsatzfähigen Teams hängt auch von gegenseitigem Vertrauen ab

eine Skitour geht – natürlich in Begleitung von Dixie. Matthias Gerber arbeitet als Teamleiter Warn- und Informationssystem am Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos. Seine «Trulla», wie er seine Hündin auch nennt, ist 18

Humanité 3/2013

immer und überall dabei: Im Büro, zu Sitzungen, auf Skitouren und beim Joggen. «Wie sind Sie auf den Hund gekommen, Herr Gerber?» Lächelnd erklärt mir der Hundeliebhaber, dass seine Partnerin Dixie ausgesucht habe: «Sie hat ein ge-

sagt der Hundeführer und zeigt auf ein eingerahmtes Schwarz-Weiss-Foto, Gerber als 18-Jähriger mit eindrucksvollem Punk-Kamm. Die Zeit als Punk habe ihn bis heute in seiner Persönlichkeit geprägt: «Ich versuche immer, mich selber zu sein und ziehe das durch, was ich für richtig halte – egal, was das Umfeld über mich denkt.» Diese Eigenschaft sei ihm in seinem 20-jährigen Engagement für REDOG sehr nützlich gewesen. Und fügt lachend hinzu: «Früher wurde ich dau-


e n G AG I e r t

liebt Dixie das Spielen

ernd wegen meiner Frisur fotografiert – heute interessieren sich die Leute nur noch für meinen Hund.» Dass der Hundeführer, dessen Partnerin und Dixie ein eingespieltes und gut funktionierendes Team sind, fällt sofort auf: Beim Fotoshooting stellen sie verschiedene Übungssituationen nach. Die Hündin gehorcht aufs Wort. Immer wieder sucht Dixie den Augenkontakt mit beiden. «Wir sind ein gut eingespieltes Dreierteam», bestätigt Agi Bucher. «Aber Matthias arbeitet hauptsächlich mit ihr. Doch ich bin Dixies liebste Spielgefährtin.» Auf die Frage, was sie am liebsten an Dixie mögen, sagen beide: «Sie ist immer guter Laune und unser Aufsteller an schlechten Tagen.»

ApRopoS

© Remo Nägeli

sen Hundeführer und Hund unbedingt sein, denn bei REDOG gelten Geber und Dixie als «einsatzfähig». Das bedeutet, dass jederzeit ein Anruf kommen könnte und das Team in ein Katastrophengebiet, zum Beispiel nach Erdbeben, Explosionen oder Bergstürzen, aufgeboten wird. Innert sechs Stunden müssten die Hundeführerteams am Flughafen Kloten sein. Ob das zu schaffen wäre? Ohne zu zögern kommt Gerbers Antwort: «Ja, ich wäre bereit für den Ernstfall, bin mir aber auch der psychischen und physischen Belastung bewusst, die ein solcher Einsatz mit sich bringt.» Bis ein Team aus Mensch und Hund den Ausbildungsstand «einsatzfähig» erhält, benötigt es viel Zeit, Geduld und Können. Die Trainings und Übungen finden an Abenden und an Wochenenden statt. Pro Jahr sind das mindestens 40 Übungen. Auf besonders geeigneten Übungsplätzen verstecken sich Personen. Ein Katastrophensuchhund muss die Person suchen, vor Ort scharren und bellen. Dixie findet rund 99 Prozent aller «verschütteten» Personen. Damit dies auch so bleibt, finden nebst den Trainings auch immer wieder Prüfungen statt. Alle drei Jahre müssen Gerber und seine Hündin den Test für die Einsatzfähigkeit wiederholen. Wie bringt Gerber das alles unter einen Hut? «Die Arbeit bei REDOG macht mir und meiner Hündin grossen Spass. Das ist das Wichtigste dabei», sagt der Davoser. Ohne Freude an der Arbeit würde so etwas gar nicht gehen. «Zu spüren, wie aus Mensch und Hund ein einsatzfähiges Team wird, das ist Motivation pur!»

ReDoG REDOG als gemeinnützige, humanitäre Freiwilligenorganisation ist Mitglied des Schweizerischen Roten Kreuzes. Matthias Gerber und Dixie sind deshalb stellvertretend für die Hundeführerteams von REDOG auf der Rotkreuz-Lokomotive abgebildet. Der Verein stellt dem Bund und den Kantonen rund um die Uhr geprüfte Spezialisten-Teams für die Trümmer- und Geländesuche für Einsätze im Inund Ausland zur Verfügung. Als Mitglied der Rettungskette ist REDOG eine von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) anerkannte Organisation und verfügt über Einsatzerfahrung bei humanitären Katastropheneinsätzen.

redog.ch

Für den ernstfall allzeit bereit Nach getaner Arbeit liegt Dixie faul und zufrieden in ihrem Körbchen, öffnet nur kurz die Augen, wenn ihr Name fällt, und schaut dann gespannt zu ihrem Herrchen. Fast so, als würde sie sagen: «Ich bin allzeit bereit!» Allzeit bereit – das müs-

Der Hund steht nicht zwischen ih­ nen – Lebenspartnerin agi Bucher unterstützt das zeitaufwendige Engagement Humanité 3/2013

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Ü Be rZeUGt Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung

Anstrengungen für die Abschaffung von Atomwaffen Mit der Resolution «Working towards the elimination of nuclear weapons» hat die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung vor zwei Jahren die Diskussion um Atomwaffen in eine neue Richtung gesteuert. Nicht mehr die Schlagwörter Abschreckung und militärische Schlagkraft sollen im vordergrund stehen, sondern konkret die nicht akzeptierbaren humanitären Folgen einer explosion. Dieser neue Ansatz für die Diskussion soll den prozess einer atomwaffenfreien Welt einleiten. text: marKuS mader

A

m 19. Juni 2013 hat US-Präsident Barack Obama in seiner Rede in Berlin erneut von einer Abrüstung von Atomwaffen in Amerika und Russland gesprochen. Dies lässt hoffen! Leider werden die Meldungen in den Medien aber immer noch dominiert von dem sich ständig im Kreis drehenden Diskurs um die neuen potenziellen Atomkräfte Nordkorea und Iran. Eine Staatenkonferenz, die im März 2013 in Oslo stattfand, hat ein Kurswechsel eingeleitet. Dort standen zum ersten Mal an einem offiziellen Treffen von Staatsvertretern ausschliesslich die humanitären

Folgen einer Atomwaffenexplosion im Zentrum. Thematisiert wurden die unmittelbaren Auswirkungen einer Explosion und die weitreichenden Folgen, also

zum ersten Mal standen ausschliesslich die humanitären Folgen im zentrum der Diskussion. soziale und ökonomische Konsequenzen wie etwa Auswirkungen auf das Klima und die Nahrungsmittelproduktion. Mehrere Experten bestätigten die Vermutung, dass ein Ernstfall mit Atomwaffen

eine ausreichende humanitäre Hilfe weitgehend verunmöglichen würde. Als weltumspannende Organisation war auch die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung an der Staatenkonferenz vertreten. Sowohl das IKRK als auch verschiedene Nationale Rotkreuzgesellschaften haben in Oslo die Diskussionen mit ihrem Fachwissen ergänzt. Der IKRK-Präsident Peter Maurer machte in seiner Eröffnungsrede klar, wie besorgt er über die Situation von Opfern von Atomwaffenexplosionen ist. Er forderte die Staaten auf, sich folgende Fragen zu stellen: «Wer wird die Opfer nach einem Ein-

ApRopoS ANlASS IN HeIDeN

© EDA

Die Delegierten des Bundes an der Vorbereitungskon­ ferenz des atom­ waffensperrvertrags 2013: Botschaf­ ter Benno Lagg­ ner und Jean-Daniel Praz sowie reto Wollenmann von der Abteilung für Sicherheitspolitik des EDa

20

Humanité 3/2013

Jungen Menschen in der Schweiz soll die Thematik eines möglichen Verbots von Atomwaffen näher gebracht werden. Deshalb organisiert das SRK gemeinsam mit anderen Organisationen am 31. Oktober 2013 einen Anlass in Heiden, der letzten Lebensstation von Henry Dunant. Folgende Organisationen setzen sich nebst dem SRK ein: Ärztinnen und Ärzte für soziale Verantwortung und zur Verhütung eines Atomkrieges (PSR/IPPNW Schweiz), der Verein Henry Dunant 2010+ mit dem Dunant-Museum Heiden sowie die Internationale Kampagne für die Abschaffung von Atomwaffen ICAN. Mehr Informationen zum Anlass: ➔ redcross.ch/atomwaffenverbot


© CICR (DR)/NAKATA, Satsuo

Ü B ER Z E U GT

satz von Atomwaffen betreuen? Und wie soll dies gemacht werden?» Die Bewegung vertritt klar die Haltung, dass die Einhaltung des Humanitären Völkerrechts durch die Anwendung von Atomwaffen in verschiedenen Punkten nicht gewährleistet werden könnte. Eine der wichtigsten Regeln, nämlich die Unterscheidung zwischen zivilen und militärischen Zielen, kann durch den Einsatz einer Atomwaffe – insbesondere in dichtbesiedelten Regionen – nicht eingehalten werden. Auch das Prinzip der Verhältnismässigkeit, das durch das Humanitäre Völkerrecht vorgeschrieben ist, lässt sich kaum einhalten, falls Atomwaffen eingesetzt würden. Das IKRK hat in einer Studie von 2009 auf die katastrophalen humanitären Folgen von Atomwaffenexplosionen hingewie-

Das SRK unterstützt die gemeinsamen Anstrengungen der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung für ein Verbot von Atomwaffen. sen und die unzureichende Hilfsleistungen der internationalen Gemeinschaft in den Vordergrund gestellt. Das IKRK spricht aus Erfahrung. Marcel Junod, Delegierter des IKRK, war 1945 nach dem Atombombenabwurf im japanischen Hiroshima und konnte sich ein Bild der Zerstörung und der Verwüstung machen. Damals wur-

© Photothèque CICR (DR)

Hiroshima am 7. August 1945, 24 Stunden nach der Detonation der Atombom­ be – 800 m vom Zentrum der Explosion steht nur noch der Kamin einer Soja­ saucenfabrik

An den Folgen der Atombombe auf Hiroshima starben 140 000 Menschen bis Ende 1945 – ein Grossteil starb sofort, andere erlagen qualvoll den Verletzungen.

den 80 Prozent der Spitäler zerstört oder schwer beschädigt. Für einen Grossteil der Ärzte und Krankenschwestern aus Hiroshima endete die Explosion tödlich. Die Infrastruktur wurde völlig zerstört. Hilfe vor Ort war sehr schwierig. Das SRK unterstützt die gemeinsamen Anstrengungen der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung für ein Verbot von Atomwaffen. In einem Brief an den Bundesrat im November 2012 haben die Präsidentin Annemarie Huber-Hotz und ich als Direktor des SRK die Argumente der Bewegung für ein Verbot von Besitz und Nutzung von

Atomwaffen dargelegt. Die Haltung des Bundes ist klar: Auch die Schweiz setzt sich aktiv für eine Abschaffung von Atomwaffen ein und ist auf internationaler Ebene eine wichtige Stimme für die weitere Delegitimierung dieser Waffen.

Markus Mader Der 49-Jährige leitet seit 2008 als Direktor die Geschäftsstelle des SRK in Bern. Humanité 3/2013  21


erlebt

Sie nehmen am Kurs teil, weil sie das Beste möchten für ihr Kind – Merivan und Aydin Sevinc mit Arsen Ruben, 11 Monate

Elternkurs im Ambulatorium SRK

Feinfühlig Halt geben Im Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer des SRK finden traumatisierte Menschen Hilfe. Weil ein Trauma oft die ganze Familie belastet, hat das Ambulatorium SRK einen Elternkurs gegründet. Der Spezialkurs gibt Betroffenen in den ersten Monaten als Eltern Sicherheit, denn schwere Traumatisierungen können sich auf die Entwicklung der Kinder auswirken. Text: Tanja Pauli  Bilder: Roland Blattner

W

enn Hacer Tasarsu sich über ihre Zwillinge beugt, um mit ihnen zu sprechen, erhellt sich ihr Gesicht. Ihre überdeutliche Mimik spricht dann die universelle Sprache einer fürsorglichen und glücklichen Mutter. Man glaubt zu verstehen, auch wenn sich aus ihrem Kurdischen kein Wort in eine mir bekannte Sprache ableiten lässt. Doch die Mutter der viermonatigen Zwillinge Agir 22

Humanité 3/2013

und Arîn wäre heute nicht hier, wenn sie ohne Sorgen wäre. Zusammen mit ihrem Ehemann Bahattin Altuntas besucht sie keinen normalen Säuglingskurs, sondern den Elternkurs im Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer des SRK. Beide sind aus politischen Gründen in die Schweiz geflüchtet und möchten auf Fotos nicht erkannt werden. Über ihre Vergangenheit sprechen wir denn auch nicht.

Unbewältigtes Trauma mit Folgen Der Elternkurs ist entstanden, weil die Fachleute im Ambulatorium erkannt haben, wie sehr ein Trauma das Familienleben beeinträchtigt. Häufig werden die physischen und psychischen Folgen von Traumatisierungen zu einer grossen Belastung für die ganze Familie, unbewältigt sogar für mehrere Generationen. Die traumatischen Erinnerungen haben Aus-


e r le b t wirkungen auf die Bindungserfahrungen zwischen Eltern und Kind. Im schlimmsten Fall kann das zu Entwicklungsstörungen bei Kindern führen. «In meiner Arbeit mit traumatisierten Erwachsenen erfahre ich viel über die Schwierigkeiten und Nöte der Kinder», bestätigt Natascha Mathys, seit vier Jahren Psychotherapeutin am Ambulatorium SRK in Wabern. «Wir wollten etwas tun, weil wir uns wie hilflos fühlten. Also haben wir nach einer Lösung gesucht und sie im Elternkurs gefunden», erklärt Oliver

und über die Dolmetscherin mit seiner Mutter. Oliver Schwald entlastet unterdessen die Zwillingsmutter, indem er die kleine Arîn in den Schlaf wiegt. Das Vertrauen, die hohe Motivation der Eltern und der Gruppenzusammenhalt beeindrucken die Kursleitenden immer wieder. Für viele Eltern ist der Kurs eine Art «Grossfamilienersatz», denn keine einzige teilnehmende Familie hat Verwandte hier in der Schweiz. Das Fehlen von vertrauten Menschen macht traurig und ist auf Dauer auch anstrengend. Insbesonder die Un-

terstützung und den Rat der Grosseltern vermissen die jungen Eltern. Heute merkt man dies den Familien nicht an. Auch die anderen Eltern, Aydin und Merivan Sevinc, spielen fröhlich mit ihrem Sohn Arsen Ruben. Die junge Mutter lacht viel und herzlich, wirkt im Umgang mit dem 11-monatigen Knaben sicher und unbeschwert. «Man merkt es den Betroffenen häufig nicht an, dass sie an einem Trauma leiden», betont Oliver Schwald, und erklärt weiter: «Kriegs- und Folteropfer haben in ihrem Heimatland Schreckli-

Unbewältigt werden die Folgen von Traumatisierungen zu einer grossen Belastung, manchmal für mehrere Generationen. Schwald, der ärztliche Leiter des Ambulatoriums. Der grosse Therapieraum im Ambulato­ rium SRK wird für den Elternkurs kindgerecht ausgerüstet. In der Ecke steht ein einfacher Wickeltisch, am Boden ausgebreitet liegt eine Krabbeldecke. Das Babyspielzeug darauf sorgt für eine entspannte Atmosphäre. Psychologin Natascha Mathys plaudert mit dem kleinen Agir

Oliver Schwald (rechts) ist erfreut, wie aktiv sich die Teilnehmenden ein­ bringen

Im Elternkurs wird das Programm auch nach den Bedürf­ nissen der Jüngsten ausgerichtet – Psy­ chologin Natascha Mathys mit Arîn Humanité 3/2013  23


erlebt

Der Alltag mit Zwil­ lingen ist anstren­ gend – Hacer Tasar­ su hat im Elternkurs Sicherheit und Ant­ worten auf viele Fra­ gen gefunden

ches erlebt. Sie waren mit starken Gefühlen von Angst, Ohnmacht oder Hilflosigkeit konfrontiert. Ein schreiendes Baby, das sich nicht beruhigen lässt, ein krankes Kind, das zusätzlich Sorgen bereitet oder ein Trotzanfall erzeugen bei Eltern genau diese Gefühle.» Für traumatisierte Menschen kann das bedeuten, dass das Verhalten ihres Kindes zu einem Auslöser für traumatische Erinnerungen wird. Feinfühliges, angemessenes Reagieren ist dadurch stark erschwert. Das Trauma äussert sich bei jeder Person anders. Oliver Schwald erzählt von Frauen, die in der Schwangerschaft überhaupt keine Verbindung zu ihrem Ungeborenen empfanden und von vielen Paaren, die nach den traumatischen Erlebnissen kinderlos bleiben wollen, weil sie «die Welt für zu schlecht erachten». Von Kleinkindern, die offensichtlich zu distanzlos auf Fremde reagieren und kaum nach der Mutter suchen, sobald diese den Raum verlassen hat. «In den ersten Lebensjahren kann ein solches Verhalten darauf hinweisen, dass die natürliche Bindung zu den engsten Bezugspersonen beeinträchtigt ist», erklärt Oliver Schwald. Natascha Mathys erinnert sich an eine Mutter, die übermässig ängstlich und besorgt ihrem viermonatigen Sohn alle zehn Minuten das Fieber gemessen hat. Und an eine Mutter und einen Vater, die jedes Mal, wenn ihre sechsmo24

Humanité 3/2013

natige Tochter weinte, panikartig ins Kinderzimmer rannten, in der Überzeugung, dem Kind sei etwas Furchtbares zugestossen und sie müssten es retten. Sobald sie dann ihre Tochter körperlich unversehrt vorfanden, übermannten sie Wutgefühle und schrien das Baby an, dass es doch keinen Grund habe, so zu schreien. «Diese El-

Kriegs- und Folteropfer waren mit starken Gefühlen von Angst, Ohnmacht oder Hilflosigkeit konfrontiert. tern konnten ihre Tochter nicht mehr wahrnehmen und waren unfähig, angemessen zu reagieren», analysiert die Fachfrau.

Feinfühligkeit fördern Feinfühligkeit ist deshalb ein Hauptthema des Elternkurses, der auf dem Prinzip «SAFE® Sichere Ausbildung für Eltern» von Karl Heinz Brisch basiert. Im Ambulatorium SRK hat man dieses Kurskonzept an die besonderen Bedürfnisse angepasst. Zu Hause filmen sich die Eltern in verschiedenen Alltagssituationen mit dem Kind, zum Beispiel beim Wickeln oder Spielen. Die Szenen werden dann zusammen angeschaut und feinfühliges Verhalten wird hervorgehoben. Im Kurs werden anhand von Schulungsvideos das Verhalten von ande-

ren Eltern im Umgang mit ihren Kleinkindern analysiert. «Diese Eltern hier wollen das Beste für ihre Kinder, also gute Mütter und Väter sein. Nur deswegen sind sie hier», betont Natascha Mathys. Dies wird besonders deutlich bei den besorgten Fragen der Teilnehmenden. Auch um Integration geht es, denn sowohl die Familie mit den Zwillingen als auch die Eltern von Arsen Ruben haben noch keinen Kontakt zu Schweizer Familien. «Auch in dieser Hinsicht wirkt sich der Kurs positiv aus», sagt Natascha Mathys. «Die Eltern beobachten, wie ihr Kind im Spiel mit anderen aufblüht. So haben Eltern, die den Kurs kürzlich besucht haben, sich ihren Ängsten gestellt und besuchen nun wöchentlich die Krabbelgruppe in ihrer Wohngemeinde.» Auf die Frage, ob er es sich denn vorstellen könne, dass seine Zwillinge in wenigen Jahren Schweizerdeutsch sprechen, lächelt Bahattin Altuntas überrascht. Darüber habe er noch nie nachgedacht, denn er und seine Frau möchten in die Heimat zurück und die Kinder dort grossziehen. Er denke, dass sich die Lage bessern werde und es nicht mehr allzu lange dauern dürfte. Dann eilt er mit der Babytasche seiner Frau zu Hilfe, die gerade das Zwillingsmädchen Arîn auf den Wickeltisch gelegt hat und beruhigend auf die Kleine einspricht.

➔  redcross.ch/ambulatorium


ku r z & bü n dig Jubiläumsbuch des SRK Basel ■  Das SRK Basel hat anlässlich seines 125. Geburtstags ein Buch über seine bewegte Geschichte geschrieben. Elf Historikerinnen und Fachexperten werfen darin einen Blick auf Menschen, die das Rote Kreuz in Basel geprägt und getragen haben. Die Geschichte des SRK Basel spiegelt die sich wandelnden gesellschaftlichen Bedürfnisse und Vorstellungen über Wohltätigkeit. «Die Basler und das Rote Kreuz – 125 Jahre SRK Basel» ist ab sofort erhältlich.

➔  srk-basel.ch

Rotkreuzpreis und Förderpreis verliehen ■  Die Organisation «Bourse A Travail» hat für besondere humanitäre Leistungen den Rotkreuzpreis erhalten. Freiwillige des Vereins unterstützen jedes Jahr rund 600 Migrantinnen und Migranten im Kanton Waadt durch praxis- und sprachbezogene Ausbildung. Sie beraten bei der Arbeitssuche und vermitteln Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Vereinsleitung (Bild links) durfte den Rotkreuzpreis an der Rotkreuzversammlung entgegennehmen. Mit dem Förderpreis ausgezeichnet hat

das SRK die 18-jährige Eugénie Tornay (Bild rechts). Als vor vier Jahren im kleinen Weiler Reppaz oberhalb Orsières die letzte Einkaufsmöglichkeit verschwand, hat die junge Frau beschlossen, älteren Nachbaren zu helfen. Sie hat begonnen, Bestellungen aufzunehmen, die Waren zu bestellen und schliesslich selber zu verteilen. Das SRK würdigt dieses Engagement als Vorbild für Solidarität zwischen den Generationen und für Nachbarschaftshilfe in einer benachteiligten Bergregion.

■  Mit einer kreativen Sammelaktion haben zwei junge Frauen aus Glattfelden für die Opfer vergessener Katastrophen Spenden gesammelt. Als Nina Kägi (rechts im Bild) und Ramona Dindo in der Schule den Auftrag erhielten, ein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen, war für die zwei Fussballerinnen sofort klar: Sie wollten sich für eine gute Sache stark machen. Fleissig stellten sie aus farbigen Glasperlen und Filz Schlüsselanhänger her und formten und bemalten Ton-Hühner zum Dekorieren von Blumentöpfen. Sie wandten sich ans SRK und bestellten Flyer und Informationsbroschüren zum Thema. An guter Lage positioniert, boten sie ihr Handwerk zum Verkauf an. Der Einsatz wurde belohnt: Nina und Ramona sammelten über 1000 Franken. Das SRK bedankt sich für die sympathische Sammelaktion!

➔  redcross.ch/lok

Blut spenden in Ägypten – notwendiger denn je ■  Seit den Unruhen in Kairo ist das vom SRK unterstützte nationale Blutspendezentrum stark gefordert. Um die zahlrei-

chen Verletzten zu versorgen, werben Mitarbeitende auf den Strassen für Freiwillige, die geeignet sind, Blut zu spenden. In Ägypten wurde mit der fachlichen Begleitung durch das SRK in den letzten Jahren das nationale Blutspendewesen reformiert, um die Versorgung der Bevölkerung mit sicherem Blut zu gewährleisten. Das Engagement wird durch das Staatssekretariat für Wirtschaft finanziert. © Caspar Martig

Fussballerinnen im Bastelfieber

■  Wir suchen das beste Foto der SRK-Lokomotive «Humanité». Senden Sie Ihr Bild und Ihre Adresse bis am 31. August 2013 per E-Mail an: lokomotive@redcross.ch Zu gewinnen gibt es eine Fahrt im Führerstand oder ein SRK-Überraschungspaket.

© Remo Nägeli

Knipsen und gewinnen

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zu r s ac he

Blutstammzellspende

Gemeinsam im Kampf gegen Leukämie Frisch verheiratet und überglücklich mit ihrem Mann in die Zukunft blickend, schien das Leben von Stephanie Crast (32) perfekt. Dann erhielt sie die erschütternde Diagnose: Leukämie. Stephanie Crast berichtet im Interview, wie ihr durch eine Blutstammzellspende ein zweites Leben geschenkt wurde. Interview und Bilder: Swiss Blood Stem Cells (SBSC)  

Frau Crast, wie haben Sie von Ihrer schweren Krankheit erfahren? Weil ich mich oft sehr müde fühlte und meine körperliche Leistungsfähigkeit einbrach, liess ich mich ärztlich untersuchen. Meine Blutwerte waren schlecht und die Ärzte vermuteten zunächst eine Immunkrankheit. Zur vertieften Abklärung wurde eine Knochenmarkpunk­ tion durchgeführt. Einen Tag später hinterliess mir meine Ärztin eine Nachricht 26

Humanité 3/2013

Als die Diagnose bestätigt wurde, erinnerte ich mich an den Schweizer Kampfsportler Andy Hug, der mit 35 Jahren innert weniger Wochen an Leukämie starb.

und bat um Rückruf. Sofort war mir klar: Das ist keine Immunkrankheit, sondern Leukämie.

Was ging Ihnen in diesem Augenblick durch den Kopf? Ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch wenig über Leukämie. Als mir die Ärztin die Diagnose bestätigte, erinnerte ich mich an den Schweizer Kampfsportler Andy Hug, der damals mit 35 Jahren innert weniger Wochen an Leukämie starb. Ich fragte sie deshalb, ob ich jetzt auch in fünf Wochen sterben werde.


© SBSC

Z U r sAc H e Wie standen Ihre Chancen, wieder gesund zu werden? Die Ärzte sagten mir, ohne passenden Blutstammzellspender seien meine Überlebenschancen gleich null. Trotzdem gab ich die Hoffnung nie auf. Ich war einfach überzeugt, dass irgendwo auf der Welt ein passender Spender gefunden wird.

ApRopoS DIe blUtStAMMzellSpeNDe Swiss Blood Stem Cells (SBSC) führt die Spenderdatenbank in der Schweiz und rekrutiert und vermittelt Blutstammzellspendende für Patientinnen und Patienten im Inund Ausland. SBSC ist ein Bereich der Blutspende SRK Schweiz.

Und dann wurde tatsächlich ein geeigneter Spender gefunden! Wie reagierten Sie auf die positive Nachricht? Ich fing an zu weinen und bedankte mich bei Gott. Gleichzeitig hatte ich Angst, mich zu früh zu freuen. Mir war bewusst, dass der Spender sein Einverständnis noch zurückziehen konnte.

Stephanie Crast kann wieder lachend in die Zukunft blicken

Damit unser Organismus immer mit frischem Blut versorgt ist, braucht es das Knochenmark, das blutbildende System des Körpers. Dort befinden sich die Blutstammzellen, die für die Bildung der Blutzellen zuständig sind. Bei Leukämie und anderen lebensbedrohlichen Blutkrankheiten ist die Funktion der Blutstammzellen gestört und sie können ihre lebenswichtige Aufgabe nicht mehr richtig erfüllen. In der Schweiz sind pro Jahr rund 1000 Kinder und Erwachsene von Krankheiten des blutbildenden Systems betroffen. Für sie ist eine Transplantation von Blutstammzellen oft die einzige Chance auf Heilung. Eine wichtige Voraussetzung ist die Übereinstimmung der Gewebemerkmale von Spender und Empfänger. Je mehr Spender sich registrieren, umso grösser die Chance, für jeden Patienten einen geeigneten Spender zu finden.

Das tat er aber nicht und es kam zur Transplantation. Was empfanden Sie dabei? Es war ein sehr emotionaler Moment, als die fremden Blutstammzellen endlich in meinen Körper flossen. Mit dem Bewusstsein, dass diese Zellen meine einzige Chance auf ein neues Leben sind, schwankte mein Gefühl zwischen Freude und Angst.

© SBSC

Jetzt zum lebensretter werden Die Chance, ein Leben zu retten, erhöht sich mit jeder Registrierung. Auch ein finanzieller Beitrag an die Kosten zur Bestimmung des Gewebetypen unterstützt den Kampf gegen Leukämie. Die Neuaufnahme eines Spenderprofils ins Register kostet rund 220 Franken. Oder warum nicht einen Event organisieren und sein eigenes Umfeld mobilisieren? Mögliche Engagements inklusive Online-Registrierung unter: ➔ bin­ich­dein­typ.ch

Ein neues Video mit dem Schauspieler Manuel Löwensberg soll helfen, die Blutstammzellspende in der Schweiz bekannter zu machen. Anschauen und verbreiten erwünscht: www.youtube.com/blutspendesrk

Seit der Transplantation ist nun ein gutes Jahr vergangen. Wie geht es Ihnen heute? Ich fühle mich gut. Daher bin ich meinem Spender, den ich ja nicht kenne, unendlich dankbar. Auch darum möchte ich alle Menschen, die als Spender in Frage kommen, zu diesem Schritt motivieren. Es gibt noch so viele Leukämiepatienten, die auf einen geeigneten Blutstammzellspender warten.

sbsc.ch

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Geld macht glücklich (Nr. 15). Geld macht glücklich, wenn man Bedürftige am Anlageerfolg beteiligt. Deshalb hat Swisscanto zusammen mit dem Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) den Swisscanto Swiss Red Cross Charity Fund lanciert. Dabei spenden Sie die Hälfte Ihrer Erträge für mehr Menschlichkeit. Und profitieren gleich noch von einer sicherheitsorientierten Anlage in Obligationen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Kundenberater der Kantonalbank sowie unter www.redcross.ch oder www.swisscanto.ch/15. Die Informationen in dieser Publikation gelten nicht als Offerte. Sie dienen lediglich zu Informationszwecken. Kostenloser Bezug von Verkaufsprospekt, vereinfachtem Verkaufsprospekt, Jahres- oder Halbjahresbericht bei den Kantonalbanken, der Swisscanto Asset Management AG, Nordring 4, 3000 Bern 25 oder unter www.swisscanto.ch.

In Zusammenarbeit mit


KreUZ & QUer Honduras

Frijoles vom Öko-Herd bohnen sind proteinreich, nahrhaft und preiswert – in zentralamerika das Grundnahrungsmittel schlechthin. Auf unserer Reise nach Honduras haben wir sie schätzen gelernt. text: Katharina Schindler

Bilder: caSPar martig

Rezept FRIJoleS MolIDoS (GebRAteNe, pÜRIeRte boHNeN) Beilage für 4 Personen

© Caspar Martig

Die neuen Holz­ ofenherde vom roten Kreuz leiten den gesundheits­ schädlichen rauch ab und brauchen weniger Holz

D

rei Mal täglich pürierte Bohnen – sogenannte Frijoles – mit frittierten Bananen und Tortillas. Wenn es nicht so gut schmecken würde, wäre uns das Essen auf unserer Honduras-Reise rasch verleidet. So aber macht die deftige Mahlzeit, zu der je nachdem auch Poulet, Reis oder Rührei gereicht werden,

Drei Mal täglich Frijoles und es schmeckt uns immer noch sehr gut. schon das Frühstück zum ersten Höhepunkt des Tages. Die anstrengende Reise in die Dörfer fällt anschliessend nicht schwer. Lange Interviews, Besichtigung von Aufforstungen im steilen Gelände, Flussverbauungen: alles kein Problem. Wir sind mit Eiweiss und Kohlenhydraten reichlich versorgt, der Kopf ist frei für neue Eindrücke und Informationen. Am Mittag werden wir in der Schule von Jocomico verpflegt (siehe Seite 6). Das Essen wird auf einem der vom Roten Kreuz erstellten ökologischen Herde zubereitet. Dank

diesen kann der Holzverbrauch und auch die Zeit, die Kinder fürs Holzholen brauchen, massiv reduziert werden. Die Mahlzeit schmeckt herrlich: Frijoles mit frittierten Bananen. Und als wir am Abend, nach weiteren intensiven Stunden unterwegs ins Hotel kommen, freuen wir uns schon aufs Abendessen: Frijoles mit frittierten Bananen, ergänzt mit zahlreichen Beilagen. Am Tisch wird rege diskutiert – über die Begegnungen in den Dörfern, die Massnahmen zur Katastrophenvorsorge, die mit Feuer gerodeten Hänge, die noch immer vielerorts zu sehen sind. Doch auch das Essen sorgt für – etwas unverfänglicheren – Gesprächsstoff. Haben die Bohnen in Jocomico oder in San Estaban besser geschmeckt? Wo waren sie feiner püriert? Wo kräftiger gewürzt? Erst als wir zum Schluss der Reise noch zwei Tage in der Hauptstadt Tegucigalpa sind, merken wir, dass die honduranische Küche noch ganz andere Leckereien bietet. Zum Beispiel pürierte Bohnen mit geschmolzenem Käse – Frijoles con Queso. Auch nicht schlecht!

200 g getrocknete rote Bohnen (Kidney-Bohnen) über Nacht eingeweicht oder eine Dose bereits gekochte rote Bohnen (in Sieb geben und mit Wasser abspülen) 1 –2 EL Erdnussöl 1 Knoblauchzehe klein gehackt Salz Wer mag: 1 frische Chilischote, entkernt, klein geschnitten Wenn getrocknete Bohnen verwendet werden, diese gemäss Anleitung auf der Packung in genügend ungesalzenem Wasser weichkochen und abkühlen lassen. Das Öl in einer Bratpfanne erhitzen, den Knoblauch und – falls gewünscht – die gehackte Chilischote anziehen lassen. Die Bohnen dazugeben und kurz unter gelegentlichem Rühren braten. Zum Schluss mit Salz abschmecken und in ein Gefäss geben, dass sich für den Stabmixer eignet. Mit dem Stabmixer pürieren, evtl. ca. 3 EL heisses Wasser beifügen. Frijoles molidos schmecken pur als Beilage, man kann sie aber in einer Gratinform mit Käse überbacken (wie unten abgebildet), nochmals in der Bratpfanne leicht anbraten oder zu verschiedenen zentralamerikanischen Gerichten (Fajitas, Burritos etc.) reichen.

magazin­humanite.ch/rezepte

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K r eUZ & QUer HUMANItÉ 2/13 Lösungswort des letzten Kreuzworträtsels: menscHlIcHKeIt Wir gratulieren den Gewinnerinnen und Gewinnern: Guido Jörg, Muttenz Mario Marchand, Rolle Françoise Nyffenegger, Pully Walter Rogenmoser, Schinznach-Dorf Albert Stäheli, Täuffelen

Übrige lösungen der letzten Ausgabe:

Für Humanité zeichnet «Karma» alias Marco Ratschiller. Er ist Cartoonist und Chefredaktor des Satire­Magazins Nebelspalter.

labyrinth

Vom Start bis ans Ziel wird der Weg mit feinen Linien markiert. Den gefundenen Weg ausfüllen – und schon erscheint das Bild.

04010000005

3 9 1 5 2 6 7 8 4

7 5 6 8 1 4 2 3 9

8 2 4 3 7 9 1 5 6

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5 6 8 9 3 1 4 7 2

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4 9 2 3 8 5 7 1 6

6 3 1 7 4 2 9 5 8

8 5 3 4 6 7 1 2 9

9 2 7 8 1 3 5 6 4

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2 6 9 5 7 4 3 8 1

5 1 4 6 3 8 2 9 7

3 7 8 9 2 1 6 4 5

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Die Lösung zum Sudoku, zum Wortsuchspiel und zum Labyrinth finden Sie jeweils in der nächsten Ausgabe oder im Internet.

➔ (C) Conceptis Puzzles

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magazin­humanite.ch


KreUZ & QUer Kreuzworträtsel

Sudoku 5

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Conceptis Puzzles

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Conceptis Puzzles

Teilnahmebedingungen für den Wettbewerb: Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Die Barauszahlung und der Rechtsweg sind ausgeschlossen.

GeWINNeN

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Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen von 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 x 3-Blöcke nur einmal vorkommen.

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Humanité 3/2013

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Schüler Ramón lernt, wie wichtig es ist, den rutschgefährdeten Hang wieder zu bepflanzen. Katastrophenvorsorge, die Früchte trägt.

Unsere Hilfe braucht Ihre Spende. postkonto 30-9700-0

Magazin Humanité 3/2013: Einen Schritt voraus  

Humanité ist das Magazin des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) und richtet sich an Menschen, die das SRK und sein humanitäres Engagement u...

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