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Ausgabe 2 | 2011

Das Swissphone-Magazin für Public Safety und Industrie

Swissphone:

Im Einsatz beim Unwetter in der Ostschweiz   Seite 4

Südtirol entscheidet sich für Swissphone 

Seite 8

Hybralert:

BOSS 935 (DE935):

Die Hybridalarmierung von Swissphone  Seite 18

Der Melder, der sich Ihren Wünschen anpasst  Seite 10

www.swissphone.com


Inhalt

Editorial

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SOLUTIONS Swissphone im Einsatz beim Unwetter in der Ostschweiz

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Werkfeuerwehren der Robert Bosch GmbH mit secur.CAD

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Südtirol entscheidet sich für Swissphone

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PRODUCTS BOSS935 (DE935): Der Melder, der sich Ihren Wünschen anpasst

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Kundenspezifische Pager-Programmierung spart Kosten und Zeit

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Alarmierungsterminals: Funktionssicher und zuverlässig dank höchster Qualität

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BACKGROUND

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Alarmierung: Von ihren Ursprüngen bis in die Gegenwart ...

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... und die Zukunft: HYBRALERT - Die Hybridalarmierung von Swissphone

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Editorial

Helmut Adamski, Chief Executive Officer Liebe Kunden, liebe Geschäftspartner Wie gut durchdacht Alarmierungssysteme sind, zeigt sich besonders in Extremsituationen. Eine solche trat am 10. Juli 2011 auf, als die Ostschweiz von einem schweren Unwetter heimgesucht wurde. Gewaltige Wassermassen bahnten sich ihren Weg durch die Gemeinde Herisau im Kanton Appenzell-Ausserrhoden und richteten verheerende Schäden an. Dass es dabei nur zu Sach- und nicht zu Personenschäden kam, lag am schnellen und effektiven Eingreifen der Hilfskräfte. Geholfen hat den Einsatzkräften das von Swissphone mit Weitsicht geplante und realisierte Alarmierungssystem, welches in der

kantonalen Notrufzentrale AppenzellAusserrhoden seinen Dienst verrichtet. Einsatzleitzentrale, Alarmierungsnetz und Pager harmonisieren einwandfrei miteinander und sind somit in der Lage, sowohl den «normalen» Dienst an einem gewöhnlichen Tag zu verrichten, als auch die extremen Anforderungen während einer Katastrophe zu bewältigen. Einen Überblick über die Ereignisse erhalten Sie auf den Seiten 4 und 5. Einer der Hauptgründe, warum unsere Systemlösungen auch extremsten Beanspruchungen standhalten, liegt in unserem Bestreben, jedes Detail einer Alarmierungskette mit Hilfe unserer langjährigen Erfahrung zu verbessern. Eine solche ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Es gilt daher stets offen gegenüber neuen Technologien zu sein, aber gleichzeitig weitsichtig ihre Eignung und Leistungsfähigkeit zu prüfen. Nicht immer bringt eine technische Neuerung eine Verbesserung der Systemleistung, kann aber zusätzliche Funktionen ermöglichen, welche der Systemlösung helfen kann. Auf diese Art und Weise haben wir bei Swissphone den Einsatz von GSM überprüft und aufgrund seiner Eigenschaften nur für die sekundäre Alarmierung als Fallback-Möglichkeit und als Rückmeldung für die Einsatzplanung integriert. Dies hilft besonders freiwilligen Feuerwehren bei der Planung und Realisierung von Einsatzzügen und unterstützt somit das

komplette Alarmierungssystem. Einzelheiten darüber können Sie auf den Seiten 16 bis 19 nachlesen. Swissphone ist seit vielen Jahren für die gerade beschriebenen Merkmale bekannt und damit auch erster Ansprechpartner bei der Realisierung von Alarmierungssystemen. Als solcher haben wir an der Ausschreibung des Landesverbands der Freiwilligen Feuerwehren Südtirols teilgenommen. Südtirol stellt aufgrund seiner geografischen Lage sehr hohe Ansprüche an Alarmierungssysteme. Die Dolomiten locken jedes Jahr zahlreiche Touristen an und stellen somit genau wie die Brennerautobahn ein grosses Gefahrenpotential dar. Um diese Vielzahl an Einsätzen in diesen klimatisch extrem veränderbaren Bedingungen zu koordinieren, benötigt man einen zuverlässigen Partner. Aus diesem Grund hat sich der Landesverband der Freiwilligen Feuerwehren Südtirols für Swissphone entschieden. Mehr über die Vertragsunterzeichnung und die Rahmenbedingungen erfahren Sie auf den Seiten 8 und 9. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

Ihr Helmut Adamski

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Solutions

Swissphone im Einsatz beim Unwetter in der

Ostschweiz

Am 10. Juli 2011 wurde die Ostschweiz von einem schweren Unwetter heimgesucht. Gegen 15:30 Uhr richteten sintflutartige Regenfälle Schäden in Millionenhöhe an. Innerhalb einer Stunde gingen 60 Liter pro Quadratmeter nieder und sorgten dafür, dass der Strassen- und Schienenverkehr zum Erliegen kam. Die Zugstrecke zwischen Herisau und Urnäsch der Appenzeller Bahnen (AB) war mehrere Wochen nicht befahrbar. Besonders schwer traf es die Gemeinde Herisau im Kanton Appenzell-Ausserrhoden. Die Glatt und der noch nicht mal auf Karten verzeichnete Sägebach verwandelten sich innerhalb kürzester Zeit in reissende Ströme, stiegen über ihre Ufer und überschwemmten Häuser, Keller und Garagen. Zahlreiche Autos wurden weggeschwemmt und konnten erst in weiter Entfernung mit Totalschaden geborgen werden. In der Unteren Fabrik stand das Wasser 2m hoch und verwüstete den gesamten Industriekomplex.

Erfolgreicher Rettungseinsatz Wenn man sich die Bilder der Zerstörungen in den Tagen nach dem Unglück anschaut, grenzt es an ein Wunder, dass während diesem schweren Unwetter keine Personen verletzt wurden. Das es nur zu Sachschäden kam, ist dem schnellen Eingreifen der Hilfskräfte zu verdanken. Innerhalb weniger Minuten gingen in der Notrufzentrale der Kantonspolizei Appenzell-Ausserrhoden über 200 Meldungen ein. Die Feuerwehren der Gemeinden Herisau, Waldstatt, Urnäsch, Hundwil, Schwellbrunn und Schönengrund standen im Dauereinsatz. Die Einsätze wurden von der Kantonalen Notrufzentrale KNZ der Kantonspolizei Appenzell koordiniert. Unterstützt wurden die Beamten von Swissphone mit Hilfe der taktischen Personenalarmierung «secur.TPA». Über das Swissphone Funkrufnetz wurden die Helfer der Feuerwehr auf ihre Swissphone Pager alarmiert.

Eine Brücke über die Glatt kurz vor, während und nach der Überschwemmung (Fotos: Arthur Lenart)

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Autor: Arthur Lenart | MARCOM Media Relations, Swissphone Telecom AG, Samstagern


Aufbau der Notrufzentrale im Kanton Appenzell-Ausserrhoden Ausserdem musste die Nutzung verschiedener Kommunikationswege gewährleistet sein. secur.TPA bietet die Möglichkeit, über eine einfach zu bedienende Oberfläche eines hochverfügbaren Server-basierten Systems Alarmierungen und Benachrichtigungen für Einsatzkräfte auszusenden. Hierbei werden verschiedene Kommunikationswege, wie zum Beispiel das Swissphone Pagernetz, Swisscom Fest- und GSMNetz genutzt.

In Appenzell Ausserrhoden ist die Kantonale Notrufzentrale (KNZ) Bestandteil der Kommandodienste. Hier werden sämtliche Polizeinotrufe 117, die Feuerwehrnotrufe 118 sowie die internationalen Notrufe 112 bearbeitet. Während 365 Tagen werden durchgehend Sofortmassnahmen eingeleitet und die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen bereitgestellt. Swissphone wurde damit beauftragt, das neue System «secur.TPA» (Taktische Personen Alarmierung) zur Alarmierung von Personen und Einheiten zu installieren und das vorhandene SMT-System hiermit abzulösen. Es war ein redundanter Systemaufbau über die beiden Standorte Trogen und Appenzell zu errichten und in das kantonale Datennetz einzubinden.

Durch den redundanten Aufbau des Systems können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei einem technischen Problem am eigenen Standort, sofort über das Partnersystem am anderen Standort weiterarbeiten. Die Vernetzung ermöglicht zudem eine gegenseitige Vertretung, zum Beispiel nachts.

Pager Swissphone Funkrufnetz

KNZ Trogen

Server 1

Telecom Operator

Tel.

Server 2

KNZ Appenzell

FAX SMS

Kantonales Netz

Interview mit Herrn Robert Fässler, Feuerwehrinspektor AR/AI der Assekuranz AR Herr Fässler, wie schätzen Sie das Unwetter vom 10. Juli 2011 ein? Es ist immer schwierig, einzelne Ereignisse miteinander zu vergleichen. Im Jahr 2002 ereignete sich ebenfalls ein schweres Unwetter, welches enorme Schäden verursachte. Das aktuelle Unwetter konzentrierte sich zwar im Vergleich zu jenem von 2002 auf ein kleineres Gebiet, hatte allerdings eine wesentlich grössere Wucht und trat in einer höheren Intensität auf. Es gehört auf jeden Fall zu den Jahrhundertereignissen. Können Sie uns den Ablauf der Einsätze schildern? Die Assekuranz Appenzell-Ausserrhoden verfügt über einen vordefinierten Alarmstufenplan. Aufgrund der zahlreichen Anrufe, welche innerhalb kürzester Zeit in unserer Notrufzentrale eingingen, konnten wir das Unwetter schnell als ein Ereignis der Stufe 5 einordnen. Diese Einstufung bedeutet, dass es sich um ein elementares Ereignis handelt, bei welchem der gesamte Bestand aufgeboten wird. Die Einsatzkräfte werden ebenfalls nach einer strikten Reihenfolge alarmiert: zuerst über die Pager, anschliessend über das Festnetz Telefon und per

SMS. Die Einsätze werden nach Prioritäten geordnet durchgeführt. Oberste Priorität hat dabei immer die Rettung von Menschen. Bei dem Unwetter in Herisau folgten anschliessend zahlreiche Bergungseinsätze und das Auspumpen von Kellern. Dabei wurden zuerst jene ausgepumpt, welche durch leckgeschlagene Heizungstanks kontaminiert wurden und somit grosse Umweltschäden anrichten konnten. Wie hat sich die Leitstellen-Software secur.TPA bewährt? Die Leitstelle hat sich sehr gut bewährt, da sie so dimensioniert ist, dass sie noch schwerwiegendere Ereignisse bewältigen kann. Das System ist so modern aufgebaut, dass die Kommandanten ihre Personalmutationen selber planen und täglich aktualisieren können. Wie bewerten Sie generell das Zusammenspiel der einzelnen Swissphone Komponenten? Das Zusammenspiel funktioniert sehr gut, wir hatten noch nie Probleme. In jedem Quartal führen wir umfangreiche und zahlreiche unterschiedliche Tests durch, um die Einsatzfähigkeit des gesamten Systems zu überprüfen. Dabei sind wir immer zu demselben Ergebnis gekommen: die Kommunikation funktioniert wie erwartet zuverlässig.

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Solutions

Die Einsätze aller Werkfeuerwehren der Robert Bosch GmbH werden mit secur.CAD zentral erfasst und ausgewertet Die Swissphone Systems GmbH hat gemeinsam mit der Robert Bosch GmbH ein System zur zentralen Erfassung und Auswertung der Einsätze der Werkfeuerwehren entwickelt. So lassen sich die Einsatzkosten direkt den Verursachern zuordnen. Die 27 Werkfeuerwehren der Robert Bosch GmbH erfassen künftig – unabhängig von ihrer Grösse und der Einsätze in der Brandbekämpfung, in der technischen Hilfeleistung und im Rettungsdienst – alle Einsatzdaten in einer zentralen Datenbank. Die Auswertung der Daten nimmt dann die Zentralstelle für Brandschutz und Gefahrenabwehr der Robert Bosch GmbH vor. So können die Einsatzkosten direkt den Verursachern zugeordnet und der Finanzbedarf der Werkfeuerwehren mit effektiven Erfahrungswerten belegt werden. Das System zur Erfassung der Einsatzdaten wurde auf Basis der Einsatzleitsoftware secur.CAD der Swissphone entwickelt und befindet sich im Probebetrieb. Es versteht sich von selbst, dass die Einsatzerfassung keinen zusätzlichen administrativen Aufwand mit sich bringen durfte. Unterschiedliche Benutzergruppen Zu den Grundpfeilern des Systems gehören die Feuerwehrbereiche, also jene Einsatzgebiete, in welchen

die einzelnen Werkfeuerwehren tätig sind. Ferner zählen dazu die Benutzergruppen und die Materialwirtschaft. Insgesamt wurden drei Benutzergruppen eingerichtet: Disponenten, Schichtführer und Administratoren. Ihnen wurden jeweils unterschiedliche Zugriffsrechte eingeräumt, welche ihren Aufgabenbereichen in der Einsatzbearbeitung und Administration entsprechen. So sollen die einzelnen Disponenten nur diejenigen Ressourcen und Einsätze sehen und steuern, die in ihren Zuständigkeitsbereich fallen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zentralstelle hingegen haben Zugriff auf alle Bereiche und können so Gesamtstatistiken über alle Werkfeuerwehren erstellen. Materialbestand und Kosten im Überblick Um die Kosten der Einsätze ermitteln zu können, ist eine genaue Erfassung der verbrauchten Materialien wie zum Beispiel des Löschschaums zwingend. Hierfür wurden in der Einsatzdatenbank ein Materiallager

Werkfeuerwehr

Werkfeuerwehr Intranet

Web-Server

Citrix-Server

Datenbankserver

Werkfeuerwehr

Werkfeuerwehr

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Autor: Michael Christoffel | Projektleiter, Swissphone Systems GmbH, Stuttgart


eingerichtet sowie Materialien und Preise hinterlegt. Das verbrauchte Material wird mit den entsprechenden Kosten dann dem Einsatz zugeordnet. Zu jeder Zeit ist der Vorratsbestand im Materiallager einsehbar. secur.CAD überwacht zudem Mindestbestände und Haltbarkeitsdaten. Die Gesamtkosten eines Einsatzes berechnet secur.CAD automatisch nach Einsatzabschluss mithilfe des Tarifierungsmoduls. Nutzung den Bedürfnissen angepasst Die unterschiedliche Grösse der Werkfeuerwehren setzt auch eine unterschiedliche Nutzung der Einsatzdatenbank voraus. Grössere Werkfeuerwehren können deshalb die speziell konfigurierte secur.CADLösung als Einsatzleitsystem nutzen: Einsatzannahme und Disposition erfolgen in diesem Fall parallel zum Einsatzgeschehen. Für kleinere Wehren ist die zeitgleiche Erfassung aufgrund der geringeren Personalstärke nicht möglich. Ihnen bietet die Nacherfassungsfunktion die Möglichkeit, die Angaben zum Einsatz nachträglich einzugeben. So steht das Ein-

satzgeschehen aller Werkfeuerwehren in einer einheitlichen Form zur Verfügung und ermöglicht der Konzernleitung, die richtigen Entscheidungen für die Sicherheit im Unternehmen zu treffen. secur.CAD kann zudem jederzeit bis hin zum vollständigen Einsatzleitsystem mit technischen Anbindungen und weiteren Funktionsmodulen erweitert werden.

Grösste industrielle Werkfeuerwehr Deutschlands Die Robert Bosch GmbH gehört mit über 280'000 Beschäftigten zu den bedeutendsten internationalen Industrieunternehmen. In ihren Produktions-, Entwicklungs- und Forschungsstätten unterhält sie die grösste industrielle Werkfeuerwehr Deutschlands. Entsprechend der Grösse der Werke sind die einzelnen Werkfeuerwehren unterschiedlich ausgestattet: Die Bandbreite reicht von grossen Wehren mit einer Vielzahl an Spezial-Fahrzeugen und hauptamtlichen Mitarbeitern bis hin zu kleineren, an ein geringeres Gefährdungspotenzial angepasste Wehren.

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Solutions

Landesverband der freiwilligen Feuerwehren Südtirol entscheidet sich für Swissphone

Firmengründer Helmut Köchler und der Präsident des Landesverbands Wolfram Gapp bei der Vertragsunterzeichnung am 15. Juli 2011 in Bozen. Hinten stehen von links Roland Bilger, Ing. Libero Cannarozzi, Walter Oberrauch und Pierre Matiz.

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Autoren: Roland Bilger | Project Manager, Swissphone Telecom AG, Samstagern Arthur Lenart | MARCOM Media Relations, Swissphone Telecom AG, Samstagern


innerhalb von höchstens fünf bis zehn Minuten nach Alarmierung ein Ersteinsatz durch die Feuerwehr erfolgt.

Im Rahmen einer Ausschreibung des Landesverbands der Freiwilligen Feuerwehren Südtirols hat die Swissphone Telecom AG den Zuschlag für die Errichtung eines digitalen Alarmierungssystems bekommen. Die Ausschreibung beinhaltet die Lieferung von zwei Kontroll- und Steuerstationen in Bozen und Vilpian, sowie die Installation von 54 POCSAG-Basisstationen und neun Sendeeinheiten in den einzelnen Bezirken.

Die freiwilligen Feuerwehrleute üben den gesamten Dienst (Einsatz, Übung, Schulung, Gerätewartung, Organisation, Verwaltung, Aufbringen der Haushaltsmittel usw.) ehrenamtlich aus, das heisst in ihrer Freizeit, im Urlaub oder in Freistellung vom Arbeitsplatz. Die Haushalte der Freiwilligen Feuerwehr werden im Durchschnitt zur Hälfte von der öffentlichen Hand (Gemeinden und Land) und zur Hälfte von der Bevölkerung getragen. Die schulmässige Ausbildung der Feuerwehrleute erfolgt an der Landesfeuerwehrschule in Vilpian. Insgesamt werden derzeit rund 25 Lehrgänge für Feuerwehrleute angeboten.

Swissphone blickt auf eine lange Zusammenarbeit mit dem Landesverband der Freiwilligen Feuerwehren Südtirols zurück. Seit vielen Jahren zählt er zu den zufriedenen Kunden, welche Swissphone mit analogen Pagern beliefert. Der Landesverband der freiwilligen Feuerwehren Südtirol Der Landesverband wurde 1955 gegründet und ist in neun Bezirksverbände aufgeteilt. In ihnen sind 306 freiwillige Feuerwehren und 12’800 aktive Feuerwehrleute eingegliedert.

Der Landesfeuerwehrverband bietet auch zahlreiche Dienstleistungen an. Dazu gehören die Prüfung von Atemluft- und Druckluftflaschen, Instandhaltung von Atemschutzmasken, Gasspürgeräten und Schutzanzügen, sowie die Reinigung der Schutzkleidung. 2010 wurden in der Summe 13’235 Dienstleitungen ausgeführt.

Während die Zahl der Brandeinsätze seit 1985 auf einem konstanten Niveau blieb, ist die Anzahl der Technischen Einsätze, zu welchen auch Katastropheneinsätze zählen, im gleichen Zeitraum stark gestiegen. 2010 mussten 8’942 Technische- und 1’347 Brandeinsätze bewältigt werden. Die Freiwilligen Feuerwehren in allen Ortschaften gewährleisten im ganzen Land flächendeckend den Personen- und Sachschutz bei Bränden und anderen Notfällen. Flächendeckend heißt, dass in allen bewohnten Gebieten des Landes

Die Provinz Südtirol Die Provinz Südtirol erstreckt sich über eine Fläche von 7’400 km² und beheimatet 500’000 Einwohner. Die Landschaft ist vom Bergpanorama der Dolomiten geprägt, welche jährlich zahlreiche Touristen anlocken. Aufgrund der geographischen Lage führt die Brennerautobahn als wichtigste Verkehrsachse zwischen Süd- und Zentraleuropa durch Südtirol. Neben der Brennerautobahn erfordern weitere, den klimatischen und geologischen Bedingungen geschuldete Gefahrenherde die maximale Einsatzbereitschaft der Feuerwehr. Ein guter Grund, warum die Entscheidung auf Swissphone fiel.

STERZING BRUNECK GLURNS

BRIXEN

MERAN BOZEN

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Products

BOSS 935 (DE935)

Der Melder, der sich Ihren Wünschen anpasst

An einen Meldeempfänger werden heutzutage die unterschiedlichsten Ansprüche gestellt. Feuerwehren, Rettungsdienste und Polizei benötigen zwar alle Alarmierungslösungen, deren Anforderungen jedoch stark voneinander abweichen. Selbst innerhalb der einzelnen Organisationen gibt es unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse. Hinzu kommen noch die voneinander abweichenden Richtlinien der einzelnen Länder und Kommunen, in welchen die Meldeempfänger zum Einsatz kommen.

Feuerwehren setzen sich grösstenteils aus freiwilligen Helfern zusammen, welche die unterschiedlichsten Funktionen wahrnehmen. Einige sind gleichzeitig bei der Feuerwehr in ihrer Heimatgemeinde und in der Betriebsfeuerwehr ihres Arbeitgebers tätig. Zahlreiche Rettungsdienstmitarbeiter sind parallel zu ihrem Beruf in der freiwilligen Feuerwehr organisiert. Damit diese engagierten Personen nicht für jede ihrer Tätigkeiten einen unterschiedlichen Meldeempfänger benötigen, hat Swissphone einen Pager entwickelt, welcher sich besonders durch seine Flexibilität auszeichnet und deswegen die Bedürfnisse dieser Personen erfüllt: der BOSS 935 (DE935). Maximale Individualisierbarkeit Eines der wichtigsten Attribute des BOSS 935 ist seine Individualisierbarkeit. So kann die Frequenz inner-

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halb einer Schaltbandbreite von bis zu 10 MHz programmiert werden. Innerhalb dieser Bandbreite kann die Empfangsfrequenz über die diversen Profile direkt am Melder umgestellt werden. Trotz unterschiedlicher Empfangsfrequenzen ist der Meldungsempfang des integrierten Scanners dank diverser Scan-Modi sicher gestellt. Diese zahlreichen Empfangsmöglichkeiten verlangen eine erweiterte Verwaltung der Rufadressen (RICs). Der BOSS 935 stellt seinem Benutzer 64 RICs mit je vier Unteradressen zur Verfügung. Diese Unteradressen werden nicht starr vergeben, sondern sind individuell einsetzbar. Benötigt ein RIC nicht alle Unteradressen, stehen diese anderen RICs zur Verfügung. Somit können insgesamt 256 eigenständige Adressen verwaltet werden.

Autoren: Simon Ulrich | Product Manager, Swissphone Telecom AG, Samstagern Arthur Lenart | MARCOM Media Relations, Swissphone Telecom AG, Samstagern


Die wichtigsten Leistungsmerkmale auf einen Blick:

•• programmierbare Schaltbandbreite bis zu 10 MHz (Wide PLL) •• 64 Rufadressen (RICs) mit je 4 Subadressen schaltbar (256 eigenständige Alarmadressen)

Der BOSS 935 hat ein vollgrafisches Display, welches dem Anwender verschiedene Textdarstellungen erlaubt: •• 5 Zeilen x 21 Zeichen in Kleinschrift, bis zu 105 Zeichen auf einen Blick

•• 64 Schalt- bzw. Wahlprofile möglich •• 4 Zeilen x 21 oder 20 Zeichen in Normalschrift •• 256 RIC-Namen mit je 8 Zeichen •• 3 Zeilen x 16 Zeichen in Fettschrift •• 5-stufige Anzeige der Signalstärke (RSSI) •• Proportionalschrift in allen Grössen verfügbar •• Option: Meldungsverschlüsselung IDEA™ (128 Bit) •• Option: Mehrkanal, Scanner in einem Gerät

Wahl- und Schaltprofile Um einfacher zwischen mehreren Gruppen von Adressen umzuschalten, haben sich Wahlprofile bewährt. Benutzer können zum Beispiel ein Wahlprofil für Arbeitstage und eins für Wochenende definieren. Diesen werden unterschiedliche Adressen zugeordnet. Um eine Überschneidung der in den Wahlprofilen zugeordneten Adressen zu vermeiden, kann jeweils nur ein Wahlprofil aktiviert sein.

Bei jeder ausgesendeten Meldung im Netz misst der Melder die empfangene Feldstärke. Diese wird beim BOSS 935 über eine fünfstellige Anzeige dargestellt. So kann sich der Benutzer einen Überblick über die Empfangsqualität verschaffen und mithelfen, das Alarmierungsnetz zu optimieren.

Neu bietet der BOSS 935 Schaltprofile an. Diese können wie Wahlprofile mit einer oder mehreren Adressen belegt werden. Dadurch besitzt der Melder neu 64 schaltbare Adressen oder Adressgruppen. Aufgrund der eindeutigen Benennung ist die Verwaltung dieser Profile über das Menü einfach und übersichtlich. Es kann frei definiert werden, welche Profile als Wahloder Schaltprofil eingesetzt werden. Weitere Individualisierungsmöglichkeiten eröffnen sich dem Benutzer bei der Bedienung des BOSS 935. So kann der Benutzer, entsprechend seiner Gewohnheit, Meldungstexte entweder Seite um Seite durchblättern oder durchscrollen.

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Products

Kundenspezifische

Pager-Programmierung spart Kosten und Zeit Da durch die Zusammenschlüsse von Landkreisen immer grössere Alarmierungsnetze entstehen, erhöht sich die Komplexität der Pager-Programmierung exponentiell. Oftmals möchten Kunden diese selber durchführen, was bei der grossen Anzahl an Geräten sehr viel Zeit in Anspruch nimmt: ein Programmierer kann ungefähr hundert Pager an einem Tag konfigurieren. Bei mehreren Tausend Stück kann die individuelle Programmierung demnach mehrere Monate dauern und somit erhebliche Kosten verursachen. Sehr leicht können sich während dieses Vorgangs Fehler in die Programmierung einschleichen.

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Swissphone programmiert Auf Kundenwunsch kann Swissphone die individuelle Programmierung der Pager in der Produktionsabteilung am Hauptsitz in Samstagern übernehmen. Hierfür muss der Kunde im Vorfeld die Programmierdaten in einem Master- und einem Excel-File erfassen. Diejenigen Daten, welche für alle Pager identisch sind, werden in ein so genanntes Master-File eingetragen. Daten, welche für jeden Pager individuell sind (zum Beispiel die RIC-Adressen), werden in einem ExcelFile festgehalten. Swissphone stellt langjähriges

Autoren: Stefan Hälg | Head of Product Management Public Safety, Swissphone Telecom AG, Samstagern Simon Ulrich | Product Manager, Swissphone Telecom AG, Samstagern


Am Schluss wird den programmierten Pagern eine Liste beigelegt, in welcher die Zuteilung der Seriennummer pro Gerät ersichtlich ist. So kann der Kunde den Pager dem entsprechenden Feuerwehrmann zuordnen und ihm diesen übergeben. Die Programmierfiles und die Liste mit der Zuordnung werden elektronisch gespeichert. Auf diese Weise hat der Kunde die Programmierfiles sicher und zentral an einem Ort abgelegt. Schnellere Aufschaltung der Pager Know-how, auch bei der RIC-Planung beziehungsweise beim Adressvergabekonzept, zur Verfügung. Vor der eigentlichen Programmierung bereitet Swissphone diese Daten nun noch so auf, dass sie jeweils dem richtigen Pager zugeordnet werden können. Swissphone programmiert auch IDEA™-Schlüssel oder Passwörter.

Dank der Programmierung durch Swissphone fällt für den Kunden diese je nach Anzahl an Pagern langwierige Arbeit weg. Die Aufschaltung der Pager bei den Feuerwehren kann somit viel schneller und effizienter erfolgen. Mit einer von Swissphone speziell erarbeiteten Liste gestaltet sich die Übergabe des richtigen Pagers an den entsprechenden Feuerwehrmann zudem sehr einfach.

Neues Multikonfigurationstool für die RES.Q-Programmierung Die neusten Geräte von Swissphone, die RES.Q-Alarmierungsterminals, können auch in grossen Mengen und in kürzester Zeit vom Kunden selber programmiert werden. Mit dem so genannten Multikonfigurationstool ist auch ein späteres Umprogrammieren der Empfänger einer Organisation einfach und schnell realisierbar. Möchte eine Organisation eine grosse Menge an RES.Q-Terminals selber programmieren, legt sie die allgemeingültige Konfiguration in einem Master-File fest. Die individuellen Daten der einzelnen Terminals, beispielsweise Daten wie Profilnamen, Rufadressen oder die PIN der SIM-Karte, werden in einer zweiten Datei erfasst. Sind diese Daten vorbereitet, können die Geräte programmiert werden.

Das Multikonfigurationstool besteht aus einem PC mit entsprechender Programmiersoftware und einer Programmierstation mit zehn Einschüben. Der Operateur setzt die entsprechende SIM-Karte ins RES.Q-Terminal ein und steckt das Gerät in einen beliebigen freien Einschub. Die Programmiersoftware liest die Seriennummer des RES.Q-Terminals und der eingesteckten SIM-Karte aus. Anschliessend werden die Konfiguration aus dem Master-File und die individuellen Daten ins RES.Q-Terminal geschrieben. Der Ausdruck einer Etikette erleichtert das Zuweisen des Pagers an den künftigen Benutzer. Zehn Geräte parallel programmierbar Mit dem Swissphone-Multifunktionstool können zehn Geräte parallel programmiert werden: Ein geübter Operateur kann auf diese Weise in der Stunde bis zu hundert RES.Q-Terminals programmieren. Da ein solches Multikonfigurationstool meistens nur während der Zeit der Terminalausgabe und für die Erstkonfiguration benötigt wird, werden wir bei einer entsprechenden Nachfrage auch ein Set zum Vermieten zusammenstellen.

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Background

Alarmierungsterminals:

Funktionssicher und zuverlässig dank höchster Qualität Sekunden können über das Leben Hilfe Suchender entscheiden. Ob für die metergenaue Bergung oder die gezielte Alarmierung des Rettungsteams – stets sind die Zuverlässigkeit und die Genauigkeit der eingesetzten Produkte und Systeme entscheidend. Swissphone entwickelt und produziert an ihrem Hauptsitz in Samstagern mit ihren erfahrenen und hervorragend qualifizierten Mitarbeitern genau solche

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Systeme und Produkte für die zuverlässige Alarmierung und die Arbeitssicherheit. Gerade bei sicherheitsrelevanten Anwendungen müssen die Produkte während ihrer gesamten Lebensdauer sicher und störungsfrei funktionieren. Deshalb ist der Qualitätsbegriff «Swiss made» für die Swissphone auch mehr als nur ein Schlagwort.

Autoren: Werner Schär | Head of Quality Management, Swissphone Telecom AG, Samstagern Bruno Jentner | Head of Business Unit Industrial Communication, Swissphone Telecom AG, Samstagern


Qualitätsdenken von Anfang an Der Qualitätsbegriff ist seit über vierzig Jahren tief verwurzelt in den Leitlinien des Unternehmens und in der täglichen Arbeit der rund 300 Mitarbeiter der Unternehmensgruppe. Die Qualität der Produkte und Systeme wird schon in der Phase der Entwicklung und Konstruktion berücksichtigt, in der Produktion weiter verbessert und durch umfangreiche Qualitätssicherungsmassnahmen permanent überwacht. Denn die Produkte der Swissphone müssen auch dann noch einwandfrei funktionieren, wenn klimatische, mechanische und korrosive Umwelteinflüsse auf exponierte Produkte einwirken. Das Labor der Swissphone verfügt deshalb über ein breites Spektrum an Prüfanlagen sowie modernste Messtechniken (siehe Kasten), um auch komplexe und aufwändige Tests durchzuführen. Für unsere Kunden bedeutet dies, dass die Funktionssicherheit im Ausseneinsatz und eine lang-

jährige Zuverlässigkeit in höchstem Masse gewährleistet sind. Selbstverständlich ist auch eine Zertifizierung nach ISO 9001:2008. Unsere Kunden bestätigen höchste Qualität Swissphone ist unangefochtener Qualitätsführer bei den Produkten für eine sichere Alarmierung und für die Arbeitssicherheit von allein arbeitenden Personen. Umfragen zur Kundenzufriedenheit attestieren der Swissphone regelmässig höchste Noten in Bezug auf die Qualität der Produkte und der Dienstleistungen. Diese Bestätigung ist jedoch kein Grund zum Ausruhen, sondern spornt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter zu immer besseren Leistungen an: Die Swissphone bekräftigt immer wieder von neuem ihren Anspruch der Qualitätsführerschaft und investiert weiter in die Qualifizierung aller Prozessbeteiligten zur Erreichung höchster Qualität und Zuverlässigkeit.

Swissphones Qualitätsprüfungen Umweltprüfungen und Zulassungen: Für besondere Umweltprüfungen oder Zulassungen wie beispielsweise für die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV), für den Schutz vor elektrostatischer Entladung (ESD-Schutz) oder für die ATEX-Eignung (Zulässigkeit für explosionsgefährdete Areale) beauftragt das Qualitätsteam akkreditierte Prüflaboratorien und begleitet den Prozess.

Kombinationsprüfungen: Für kundenspezifische Produktlösungen können auch Kombinationen aus mechanischen und Klimaprüfungen durchgeführt werden. Es sind folgende Belastungsprüfungen möglich: Wärme/Kälte mit Vibration, Wärme/Kälte mit mechanischem Schock, Temperaturwechsel mit Vibration oder feuchte Wärme mit Vibration.

Mechanische Prüfungen: Mechanische Beanspruchungen können sowohl den Transport des Produkts als auch den normalen Betrieb betreffen. Um sicherzustellen, dass die Produkte den Beanspruchungen genügen, werden Belastungsprüfungen mit Falltests aus bis zu zwei Metern Höhe, Vibrations- und Beschleunigungsprüfungen sowie Schocktests durchgeführt.

IP-Schutzartprüfungen: Diese Prüfungen geben Auskunft über den Schutz eines Gehäuses gegen das Eindringen von Staub, festen Fremdkörpern und Wasser. Ergebnis der Prüfungen ist beispielsweise die Schutzklasse IP54.

Klimaprüfungen: Die Swissphone-Produkte werden in der ganzen Welt eingesetzt. Deshalb müssen alle möglichen thermischen und klimatischen Belastungen simuliert werden: Die Swissphone führt intensive Temperaturtests und Klimaprüfungen (von -20 °C bis +55 °C mit einer relativen Feuchtigkeit zwischen 5 und 98 Prozent), Temperaturwechseltests sowie Temperaturschockprüfungen durch.

Korrosionsprüfungen/Salznebeltests: Der Salznebeltest prüft das Produkt auf seine Korrosionsbeständigkeit gegenüber einer salzhaltigen Atmosphäre und umfasst ein kontinuierliches Besprühen oder eine zyklische Feucht- und Normalklimalagerung.

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Background

Alarmierung: Von ihren Ursprüngen bis in die Gegenwart ...

Diskussionen um neue Methoden der Alarmierung werden seit deren Ursprung geführt. Immer wieder kommen neue Formen und Arten ins Spiel, welche eine Alarmierung effizienter gestalten sollen. Besonders in letzter Zeit verstärkt sich das Interesse, Alarmierungen über Tetra- oder GSM-Netze zu realisieren. Bereits in der ersten Ausgabe dieses Magazins wurde im Grundsatzartikel «Alarmierung – Quo vadis?» das Thema SMS-Alarmierung aufgegriffen. Viele der damals genannten Argumente, welche gegen eine SMS-Alarmierung sprechen, gelten heute nicht mehr. Hinzu kommen immer noch jene Aspekte, welche bereits 2005 für eine stärkere Nutzung von Handys plädierten: weite Verbreitung, grosse Trageakzeptanz, einfache und gewohnte Handhabung. Aus diesem Grund stellt sich mehr denn je die Frage: Können Handys Alarmierungsaufgaben übernehmen?

Um eine Alarmierungskette zu erklären, führte Firmengründer Helmut Köchler immer das Beispiel des Türmers an, welcher mit Signalhorn, Glocke oder Lampe die Bevölkerung vor einer heraufziehenden Gefahr warnte. Mag dieses System zwar veraltet sein, so enthält es doch einen wichtigen Faktor, welchen zeitgemässe Alarmierungslösen unbedingt beinhalten müssen: die End-Unabhängigkeit. Die Glocke, welcher der Türmer schlägt, wird von allen Menschen in der Umgebung gehört. Für die Verbreitung ist es unerheblich, wie viele Menschen sich in unmittelbarer Nähe befinden. Es ist ein Signal, welches sich gleichmässig nach allen Seiten ausbreitet und obschon von Mauern gedämpft, nicht getilgt wird.

GSM vs. PAGING Handys können SMS-Nachrichten empfangen und senden. Zusätzliche ermöglichen sie weitere Funktionen wie Telefonie oder Internet. Aber genau dies erweist sich als Schwachpunkt sowohl der Handys, als auch des GSM- und Tetra-Netzes. Beide sind ideal für die Bedürfnisse ihrer jeweiligen Anwendungsgebiete zugeschnitten und erfüllen ihren Zweck im kommerziellen bzw. professionellen Bereich. An ein Alarmierungssystem werden aber andere Anforderungen gestellt als an ein kommerzielles Kommunikationssystem.

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Autoren: Harald Pfurtscheller | Corporate Technology Manager, Swissphone Telecom AG, Samstagern Arthur Lenart | MARCOM Media Relations, Swissphone Telecom AG, Samstagern


End-Unabhängigkeit ausschlaggebend Diese End-Unabhängigkeit ist der entscheidende Vorteil, welchen die Paging-Alarmierung gegenüber den end-abhängigen GSM- und Tetra-Netzen besitzt. Die beiden letztgenannten Netze sind für die Sprach- und Datenkommunikation ausgelegt und verfügen daher über einen Up- und Down-Link. Aus diesem Grund muss man in diesen Netzen angemeldet sein, um überhaupt eine Nachricht zu erhalten. Diese EndAbhängigkeit erweist sich als Engpass, wenn sich bedingt durch einen Einsatz oder einer Massenveranstaltung viele Geräte in einer Zelle befinden und anmelden müssen. Zellen können nur eine bestimmte Menge von Anmeldungen verwalten und schränken ihren Dienst bei zunehmender Anzahl immer weiter ein. Paging-Netze sind end-unabhängig und werden daher von diesem Flaschenhals nicht beeinträchtigt. Ähnlich dem Klang einer Alarmglocke verteilt sich die Alarmierung über ein grosses Gebiet und kann, unabhängig von der Anzahl der Rezipienten, von jedem Pager empfangen werden. Gerade bei einem Krisenherd, während dem sich viele Nutzer in einer einzelnen Zelle konzentrieren, spielt dieser Faktor eine grosse Rolle. Da das Paging-Netz weniger komplex aufgebaut ist als Tetra- oder GSM-Netze, ist es weniger störungsanfällig und einfacher zu erweitern. Der menschliche Faktor In einer Alarmierungskette muss neben dem technischen auch der menschliche Faktor berücksichtigt werden. Das technisch ausgereifteste System nützt nichts, wenn Einsatzkräfte Alarmmeldungen nicht eindeutig interpretieren können. Unklare Meldungen, welche zu viel oder zu wenig Informationen enthalten, können die Alarmierungskette negativ beeinflussen. Während den Anschlägen vom 11. September 2001 bekamen Feuerwehrleute auf ihre Pager einen Code übermittelt, welcher eine Kollision eines Flugzeugs mit einem Gebäude signalisiert. In dem Glauben, dass es

sich um ein kleines Flugzeug handeln würde, welches nur geringen Sachschaden angerichtet hätte, stuften zahlreiche Hilfskräfte den Vorfall als minderschwer ein und rückten nicht aus. Das volle Ausmass der Meldung erfuhren sie erst nach und nach durch die Medien und die eigene, visuelle Überprüfung. In diesem Fall konnte die Alarmierungskette den alarmierten Hilfskräften nicht bzw. nur unzureichend das volle Ausmass des Vorfalls vermitteln. Um dies zu verhindern müssen Einsatzkräfte bereits vor dem Eintreffen eines Alarms wissen, was sie im Ernstfall zu tun haben. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr begeben sich bei einem Alarm schnellstmöglich auf die Wache, ohne die Details der Auslösung zu kennen. Erst vor Ort erhalten sie dann die Einzelheiten zu ihrem bevorstehenden Einsatz. Damit ein eingehender Alarm auch sofort als solcher erkannt wird, ist es wichtig, für die Alarmierung dedizierte Geräte zu verwenden. Der Alarmierte weiss unmittelbar, dass jeder eingehende Alarm eine ernste Situation signalisiert und dementsprechend eine sofortige Handlung erfordert.

Ziel einer Alarmierung ist es, Hilfskräfte schnell zu mobilisieren. Entscheidend für den Erfolg ist dabei das Zusammenspiel zwischen der Technik und dem Menschen. Durch eine Alarmierung ausgelöst soll der Mensch seine aktuelle Rolle gegen jene eines Helfers tauschen. Die Technik selber muss in der Lage sein, den Menschen sowohl an einem normalen Tag, als auch bei einem Katastropheneinsatz, zu erreichen. Swissphone verfügt über 40 Jahre Erfahrung auf diesen Gebieten und ist der ideale Ansprechpartner bei der Planung, Entwicklung und Realisierung von Alarmierungssystemen.

Das Swissphone-Magazin für Public Safety und Industrie – Ausgabe 2 | 2011

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Background

... und die Zukunft:

Hybralert Die Hybridalarmierung von Swissphone

Ein Alarm signalisiert eine Notsituation und muss schnell und sicher verbreitet werden. Zu diesem Zweck empfiehlt sich - wie im vorherigen Artikel mit dem Thema «Alarmierung: Von ihren Ursprüngen bis in die Gegenwart» beschrieben - der Einsatz lokalund end-unabhängiger Alarmierungsnetze, wie zum Beispiel dem POCSAG-Netz. Es übermittelt Alarme, welche von allen POCSAG-Empfängern in der Umgebung empfangen werden. In vielen Gegenden im Vereinigten Königreich wie z.B. in Wales, kann die Erreichbarkeit mit GSM optimiert werden. Trotz aller Bemühungen, die Paging-Netze flächendeckend auszubauen, sind einige wenige Gebiete noch nicht erschlossen. In manchen Ländern gibt es nicht ein flächendeckendes, sondern regional unterschiedliche Netze. Befindet sich zum Beispiel ein Mitglied der Feuerwehr ausserhalb seines regionalen Alarmierungsnetzes ist er künftig mittels Hybralert praktisch überall erreichbar und ist nicht mehr geografisch eingeschränkt.

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Erweiterung des Empfangsbereichs Um den Empfangsbereich zu vergrössern und um den Meldungsversand noch sicherer zu gestalten, empfiehlt sich der Einsatz einer Hybridalarmierung. Diese ergänzt und verknüpft bestehende Alarmierungen mit weiteren Übermittlungstechnologien. Die Verbreitung eines Alarms über unterschiedliche Wege steigert die Empfangswahrscheinlichkeit in Gebieten mit schlechter bzw. problematischer Netzabdeckung. In der Vergangenheit wurden Alarme zusätzlich über Sirenen oder Festnetztelefone verbreitet. Letztere sind allerdings stationär gebunden und erfüllen so nicht den Mobilitätsanspruch der heutigen Zeit. Aufgrund der weiten Verbreitung im kommerziellen Sektor bietet sich daher das GSM-Netz an, um mit Paging kombiniert zu werden. Paging kann GSM entweder als Rückfallebene, oder zu einer zeitgleichen Alarmierung via SMS oder GPRS nutzen. Die Primäralarmierung erfolgt dabei nach wie vor über das Paging-Netz, da es aufgrund seiner End-unabhängigen Struktur eine grössere Übertragungssicherheit bietet als das GSM-Netz. Die Gebäudeversicherung Zürich (GVZ) verwendet sogar zwei voneinander unabhängige Paging-Netze in Verbindung mit GSM: ihr eigenes, privates (Schweizerisches Interkantonales Alarmierungsnetz «SIKAN») und das nationale (Telepage Schweiz «TPS») Netz.

Autoren: Ingo Schmuckli | Head of Business Unit Public Safety, Swissphone Telecom AG, Samstagern Arthur Lenart | MARCOM Media Relations, Swissphone Telecom AG, Samstagern


Sicherheit und Mobilität Der sichere Empfang von Alarmmeldungen über verschiedene Netze und Technologien in einem Gerät erfordert ausgeklügelte Lösungen. Dabei muss, unabhängig von der Komplexität, die Handhabung des Alarmierungsterminals so einfach wie möglich bleiben. Swissphone hat eine Hybridalarmierung entwickelt, welche auch die folgenden Punkte löst: •• Unterschiedliche Empfangstechnologien dürfen sich nicht negativ beeinflussen •• Der zusätzliche Energiebedarf durch GSM erfordert einen intelligenten Sparmodus •• Die entstehenden Kosten durch den Versand von SMS müssen kontrollierbar sein •• Redundante Alarmmeldungen müssen unterdrückt werden •• Die Integration in bereits bestehende Alarmierungssysteme muss so einfach wie möglich sein

Swissphone hat bereits einige Hybridalarmierungssysteme im Einsatz. Im Kanton Schwyz wird das RES.Q-System mit einem SMS-Fallback genutzt und in Frankreich kommt das SDIS64-System mit GPRSFallback zum Einsatz. Erfahrungsberichte über beide Projekte werden in der nächsten s.press veröffentlicht.

Hybridalarmierung von Swissphone POCSAG

RES.Q

Regioanl Überregional

Zentrale

GSM

GPRS / SMS

Das Swissphone-Magazin für Public Safety und Industrie – Ausgabe 2 | 2011

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Events

Swissphone unterwegs: Termin

Anlass

Ort

Informationen

22.-24. Nov. 2011

PMRExpo

Köln (D)

www.pmrexpo.com

In der nächsten

Ausgabe erwartet Sie unter anderem:

Arbeitssicherheit für Alleinarbeiter Hybralert im Einsatz: erste Erfahrungsberichte Rekordverdächtig: Neuausstattung der Polizeileitstelle in Bremerhaven Alarmierung der Flughafenfeuerwehr Paderborn

Swissphone Telecom AG Corporate Communications

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Herausgeber & Redaktion

s.press 2011/2 De  

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