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«Es war eine Tragödie ohne Ende» Zum ersten Mal spricht Shawne Fielding über die gescheiterte Ehe mit dem ehemaligen Schweizer Botschafter Thomas Borer, ihre Einsamkeit als Ehefrau neben ihm und darüber, wie sie die schwerste Zeit ihres Lebens verarbeitet hat. Von Andreas Kunz und Dan Cermak (Bild) Frau Fielding, wie ist es, nach vierzehn Jahren Ehe wieder eine freie Frau zu sein? Es ist wundervoll. Die letzten fünf Jah­ re meiner Ehe fühlten sich an, als ob ich Krebs gehabt hätte. Jetzt bin ich geheilt. Das ganze Leben begegnet mir momentan neu. Ich hätte nie gedacht, dass ich diese Möglichkeit nochmals bekomme. Ich bin so glücklich! Sie und Thomas Borer waren das Schweizer Glamourpaar. Warum haben Sie sich getrennt? Ich respektiere ihn als Menschen weiter­ hin, genauso wie ich alle anderen Men­ schen respektiere. Allein schon wegen der zwei gemeinsamen Kinder werde ich den Rest meines Lebens mit ihm in Kon­ takt bleiben. Es gibt für unsere Trennung nicht den einen Grund. Es gibt mindestens fünf davon. Aber die werde ich Ihnen nicht ­erzählen. Was liebten Sie an ihm? Seine Macht. Was liebte er an Ihnen? Ich weiss es nicht. Wie ist die Liebe verschwunden? Wenn nie etwas da war, kann auch nichts verschwinden. Es ist schwierig, etwas zu verlieren oder zu bedauern, das nie da war, finden Sie nicht? Wann haben Sie gemerkt, dass er Sie nicht liebt? Gleich nach der Hochzeit. Über Details sollte ich wohl aus juristischen Gründen schweigen. Warum hat er Sie trotzdem geheiratet? Das müssen Sie ihn fragen. Vielleicht ­wegen meines Aussehens, meines Gla­ mours, meines Geldes? Und Sie haben ihn ebenso aus strategischen Gründen geheiratet? Überhaupt nicht! Ich dachte damals, ich sei verliebt. Das war das Gefühl, das er mir vermittelt hat. Warum sind Sie bei ihm geblieben? Ich habe mich geschämt und fühlte mich erniedrigt. Ich dachte: «Oh my God, was soll ich nur machen?» Ich bin eine sehr optimis­ tische und kämpferische Person und habe stets versucht, das Beste aus meiner Situa­ tion zu machen. Aber es wurde immer schlimmer und schlimmer. Es war eine Tragödie ohne Ende. Was haben Sie unternommen? Ich wusste, dass es keinen Ausweg gibt. 30

Alles, was wir versucht haben, all die Thera­ pien haben nichts geholfen. Ich musste das Leben so akzeptieren, wie es war. Ich dach­ te, das sei mein Schicksal und nichts wür­ de sich je verändern. Ich hatte aufgegeben, schon lange. Die einzige Freude, die ich in den vergangenen sechs, sieben Jahren noch hatte, waren meine Kinder. Sie waren mein Mittelpunkt. Es kam nicht darauf an, dass ich selber ein unerfülltes Leben führte. Die Liebe meiner Kinder hat mir geholfen, diese schwere Zeit überhaupt zu überstehen. Heu­ te sehe ich es als Erfahrung, die ich machen musste. Ich habe daraus gelernt. Was? Es zeigte mir, was der wichtigste Ratschlag für meine Kinder ist: «Niemals aufgeben! (Bricht in Tränen aus) Seid glücklich! Solan­ ge ihr gesund seid, habt ihr alles, was es braucht.» Glücklich zu sein, ist eine Ent­ scheidung. Und ich will, dass meine Kinder immer die richtige Entscheidung treffen. Wie gingen Sie damit um, auch in der Öffentlichkeit, wo Sie als das Traumpaar schlechthin galten? Die meiste Zeit musste ich mich nicht ver­ stellen, denn ich sass ja allein zu Hause, während Thomas irgendwo unterwegs war. Sowohl in Berlin wie auch später in Zürich fühlte ich mich sehr einsam.

Lieber Andreas Kunz Genuss ist immer politisch korrekt.

GENIESSE DEN MOMENT. GENIESSE DAS ORIGINAL.

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Bei Ihren Auftritten machten Sie immer ­einen sehr fröhlichen und glücklichen Eindruck. War das nur Fassade? Nein, denn natürlich habe ich die Aufmerk­ samkeit geliebt! Ich bereite gerne Menschen Freude und bin glücklich, wenn ich etwas bewegen kann. Aber wer steckt wirklich hinter dem Bild von Shawne Fielding, das Sie in der Öffentlichkeit vermitteln? Immer noch Shawne Rae Fielding aus Texas. Mutter, Model und Schauspielerin. Was war Ihr Beitrag, dass die Ehe scheiterte? Wir lernen im Leben immer dazu. Und so­ lange wir unsere Fehler nicht wiederholen, verbessern wir uns ständig. Etwas, das ich sicherlich gelernt habe, ist, mehr auf meine innere Stimme zu hören und meinen Gefüh­ len hundert Prozent zu vertrauen. Würden Sie heute wieder auf einem Pferd durch die Eingangshalle der Botschaft reiten? Warum nicht? Es ist unbestritten, dass die Schweiz dadurch viel positive Beachtung erhalten hat. Historisch gesehen gehörte es immer zur Funktion eines Botschafters, das Gastland zu unterhalten, ein positives Image der eigenen Nation zu vermitteln und den gegenseitigen Frieden und Handel zu fördern. Thomas hat das immer sehr pro­ fessionell gemacht. Wie haben Sie die Zeit erlebt, als wochenlang über die angebliche Affäre Ihres Mannes mit Djamile R. berichtet wurde? Für mich war es unglaublich beschämend und erniedrigend, wie für jede Frau, wenn in aller Öffentlichkeit behauptet wird, dass ihr Mann sie betrügt. Alle Welt wusste von dieser never-ending Story. Wie verletzt ich mich gefühlt habe, kann wohl jede Frau nachvollziehen. Haben Sie dem Blick, der die Geschichte aufgebracht hatte, einen Vorwurf gemacht? Warum sollte ich? Das waren Reporter, die angeblich Rauch gesehen haben. Und wo Rauch ist, ist normalerweise auch Feuer. Die Berichte führten dazu, dass Sie und Ihr Mann von Berlin abgezogen wurden. Das ganze glamouröse Leben war auf einmal vorbei. Natürlich war das sehr schade, aber letzt­ lich nicht die Schuld der Journalisten. Es hat mir immer sehr gefallen, die Schweiz zu repräsentieren, und ich glaube, dass ich einen ­ guten Job gemacht habe. Wir haben

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Weltwoche Nr. 24.10


«Da Thomas kein Geld hatte, habe ich alles immer übernommen»: Shawne Fielding, geschiedene Ehefrau von Ex-Botschafter Thomas Borer. Weltwoche Nr. 24.10

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Gesellschaft

Frau Botschafterin Ob in den USA, Berlin oder der Schweiz: Shawne Fieldings Leben verlief glamourös und turbulent. Von Andreas Kunz Es ist Mittagszeit und der maitre d’ im Res­ taurant «Terrasse» am Zürcher Bellevue­ platz ist schwer beschäftigt. Doch man braucht nur den Namen «Shawne Fielding» zu rufen, und schon hellt sich sein Gesicht auf, die Augen weiten sich, er lächelt: «Oh, Shawne kommt? Sehr schön. Mit ihr ist im­ mer etwas los!» Es ist sicher der Höhepunkt seiner heutigen Schicht, als er Shawne Fiel­ ding, im leichten Sommerkleid und mit we­ henden blonden Haaren, die Treppe hinun­ ter zum Gartentisch führen darf. Natürlich liebe sie die Aufmerksamkeit, das liege ihr im Blut, warum denn auch nicht, hello? Bevor Fielding als Botschafter­ gattin an der Seite von Thomas Borer die Berliner Society aufmischte, hatte sie in ­ihrer Heimat Texas Karriere als Model ge­ macht. Sie wurde zur Miss Dallas gewählt, zur Mrs Texas America und auf den zwei­ ten Platz der Mrs-America-Wahl. Fielding studierte Werbung und Psychologie, heira­ tete einen siebzehn ­Jahre älteren Kabel-TVMilliardär, von dem sie sich nach kurzer Zeit wieder scheiden liess. Übrig blieben drei Millionen Dollar Abfindung und drei Kinder aus seiner ersten Ehe, um die sie sich fortan kümmerte. In ihrem ersten grossen Interview nach der Scheidung von Thomas Borer und dem

(vorläufig) verlorenen Kampf um die Obhut für die beiden Kinder spricht sie ruhig, offen und bestimmt. Sie trinkt einen Cappuccino, und gleich noch ­einen, und sowieso möchte sie zu­ erst lieber über den Staatsvertrag mit den USA reden, über die UBS oder die Euro-Krise. Fiel­ ding ist in einem politischen Elternhaus gross geworden, der Vater war Wahlkampfleiter von ­George W. Bush, als dieser 1978 in den amerika­ nischen Kongress gewählt wurde. In grossen Bögen diskutiert sie die Weltpolitik, Bushs Ver­ mächtnis als Präsident und die Probleme der USA unter Obama («Ich habe ihn zwar nicht ge­ wählt, stehe nun aber hinter ihm»).

Botschaftergattin in «Wetten, dass . . .?» Die Stimme stockt erst, als es um ihre geschei­ terte Ehe und die Kinder geht. Seit 1996 war sie mit dem ehemaligen Botschafter Thomas Borer verheiratet, von 1999 bis 2002 sorgten die bei­ den in Berlin fast ununterbrochen für Schlag­ zeilen; er als «Botschafter Lustig», sie als «Swiss Miss Bliss». Im altehrwürdigen Botschaftsge­ bäude, das immerhin schon zwei Weltkriege überlebt hatte, ritt Fielding für ein Fotoshoo­ ting auf einem Pferd durch die Eingangshalle, ihre opulenten Empfänge waren legendär, für die Bild-Zeitung war sie «die aufregendste Ge­ stalt der Berliner Society», es folgte eine Einla­ dung zu «Wetten, dass . . .?».

Nie zuvor und nie danach hatte sich ein Botschafterpaar derart in Szene gesetzt, doch was aus ihrer Sicht die «bestmögliche Werbung für die Schweiz» war, stiess im Aussendepartement auf wenig Verständ­ nis. Die Benimm- und Kleiderregeln des ­diplomatischen Corps hatten eine Shawne Fielding mit hochgesteckten Haaren, tie­ fen Décolletés und frechen Sprüchen nicht vorgesehen. Mehrmals musste sie sich bei Aussenminister Joseph Deiss offiziell ent­ schuldigen. Die Weltwoche bezeichnete sie damals als ein «blondes Sicherheitsrisiko», das sich «wie ein Kind am Dessertbuffet des Lebens» erfreue. Doch es war schliess­ lich der Ehemann, der für das Ende der gla­ mourösen Berliner Zeit sorgte. An Ostern 2002 titelte der Sonntagsblick: «Borer und die nackte Frau». Abgebildet war ein Foto des Models Djamile R., die in einer Mercedes-Limousine in die Tief­ garage der Schweizer Botschaft gefahren wurde. Es war der Anfang einer wochen­ langen, in der Schweizer Presselandschaft bisher einzigartigen Schlammschlacht. Die angebliche Affäre weitete sich zu einem an­ geblichen Medienskandal aus. Übrig blie­ ben nur Verlierer: Borer und Fielding wur­ den aus Berlin abberufen, die Schweiz hatte ihr verknöchertes Image zurück, und das Verlagshaus Ringier kämpfte mit Ver­ kaufseinbrüchen, musste mehrere begabte Journalisten entlassen und Borer Schaden­ ersatz in Millionenhöhe zahlen. Fielding sagt, diese «schlimme Zeit», in der sie eine Fehlgeburt erlitten hatte, sei für sie «abgeschlossen». Die Interviewpas­ sagen zum Thema mussten sorgfältig ju­ ristisch abgeschliffen werden, ebenso wie ihre Aussagen zum Sorgerechtsstreit. ExMann Thomas Borer hat seine Klagefreude nicht verloren. Erst kürzlich musste der Blick erneut 100 000 Franken bezahlen, weil er Fieldings Auszug aus dem gemein­ samen Haus in Thalwil vermeldete. Er sei nicht mehr eine Person von öffentlichem Interesse, argumentierte Borer. Shawne Fielding aber lebt vom Rampen­ licht, hier fühlt sie sich wohl, kommt erst richtig in Fahrt. Gewiss sind ihre Aussagen zur «schrecklichen Ehe» mit Thomas ­Borer nur die eine Seite der Medaille, aber man nimmt ihr ab, wie befreit und glücklich sie sich nun fühlt. Sie lacht und scherzt, dass sie momentan in ihrem Auto lebe und seit fünf Tagen das gleiche Kleid trage («Rie­ chen Sie es nicht?»). Dann verabschiedet sie sich. Die wohl extravaganteste und immer noch glamouröseste Frau der Schweiz muss heute noch ihr Auto waschen und die Reifen wechseln.

Aufregende Gestalt: Shawne Fielding in der Schweizer Botschaft in Berlin. 32

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Bild: André Rival (Agentur Focus)


Kein Ausweg: Shawne Fielding und Thomas Borer. regelmässig grosse Empfänge gegeben mit Gästen aus aller Welt, internationalen Staatsmännern, den wichtigsten deut­ schen Politikern, Unternehmern und Jour­ nalisten. Alle waren begeistert. Es war mir wichtig, die Interessen der Schweiz so gut wie möglich zu vertreten. Darum hatte ich auch keine Probleme damit, unsere gros­ sen Empfänge immer vorzufinanzieren. Sie mussten die Empfänge auf der Botschaft persönlich im Voraus bezahlen? Wer hätte das denn sonst getan? Das Aus­ sendepartement hatte diese Staatsemp­ fänge nicht vorfinanziert. Das musste der Botschafter übernehmen. Sie können sich vorstellen, dass das ziemlich viel gekostet hat. Ich habe aus meiner ersten Scheidung etwa drei Millionen Dollar erhalten, und da Thomas kein Geld hatte, habe ich alles immer übernommen: den Wein, die Buf­ fets, die Dekoration – der Mercedes S-Klas­ se gehörte auch mir . . . Der Mercedes, in dem die angebliche Geliebte Djamile R. fotografiert worden war, gehörte Ihnen? Ja. Können Sie sich vorstellen, wie ernied­ rigend das für mich war, als ich in jeder Zeitung dieses Foto sah, über dessen Echt­ heit wochenlang gestritten wurde? In 97 Prozent aller Fälle erhält die Mutter das Sorgerecht. Bei Ihnen wurde die Obhut über die Kinder Thomas Borer zugesprochen. Das ist sehr ungewöhnlich. Das ist mehr als ungewöhnlich. Ich weiss nicht, wie es dazu kommen konnte. Natür­ lich werde ich gegen den Entscheid rekur­ rieren. Die schriftliche Urteilsbegründung habe ich noch nicht erhalten. Vor Gericht hiess es, dass die Kinder bei einer Schei­

dung im gemeinsamen Haus bleiben müs­ sen. Ich wusste nicht richtig, wie der Richter seinen Entscheid fällen wird, und hätte ja nie gedacht, dass ich einmal vor Gericht meine Mutterrolle dokumentieren müsste. Es wä­ re mir doch niemals in den Sinn gekommen, aufzuschreiben, was ich tagtäglich für meine Kinder alles getan habe. Wie ist es für eine Mutter, wenn sie ihre Kinder plötzlich nicht mehr sehen darf? It’s a shock! Seit Ende Mai sehe ich meine Kinder nur noch jedes zweite Wochen­ende und jeden Mittwoch. Vor allem ­meine zwei­ jährige Tochter war Tag und Nacht mit mir zusammen, und jetzt lebt sie bei seiner Se­ kretärin, weil er ja den ganzen Tag arbei­ tet. Das ist für mich nicht akzeptabel. Für eine Mutter, die sich ihr Leben lang um die Kinder gekümmert hat, die sie immer zur Schule, zum Doktor oder auf den Spielplatz gebracht hat, ist das der reine Horror. Vielleicht hat beim Entscheid des Gerichts eine Rolle gespielt, dass Sie in der Öffentlichkeit das Image einer Partymaus haben. Ach, kommen Sie! Nur weil ich anderen Leuten gerne eine Freude bereite und an einigen Anlässen auftauchte, bin ich noch lange keine schlechte Mutter. Ich war jede Minute für meine Kinder da. Der Kapitän auf unserem Familienschiff war immer ich. Ausserdem war ich schon lange nicht mehr an einer Party. Die letzte grössere war Anfang Dezember unsere jährliche Weihnachts­party für Familie und Freunde. Wie haben Sie Ihre Kinder erzogen? Das Wichtigste war immer, dass meine Kinder Respekt lernen gegenüber anderen Menschen und der Umwelt. Sie sollen ein­ mal etwas machen können, das ihnen Spass

macht, und sich für das Gute auf der Welt einsetzen. Ich habe aber auch immer klare Grenzen gesetzt. Kinder erziehen ist wie Schafe hüten. (Lacht) Es braucht einen Zaun, der festlegt, bis wohin sie gehen dürfen. Wenn sie die Grenze überschreiten, muss man sie halt bestrafen. Wie? Am besten funktioniert es, wenn man ihnen etwas wegnimmt. Kürzlich musste der army man meines Sohnes dran glauben. (Lacht) Welche Rolle in der Familie hat der Vater ­gespielt? Thomas war vor allem der Ernährer und immer sehr mit der Arbeit beschäftigt. Aber wenn er Zeit hatte, hat er sich auch um die Kinder gekümmert. Sie stammen aus dem konservativen ­Texas. Haben Sie sich die Rollenverteilung so gewünscht? Welches Land hat erst 1972 das Frauen­ stimmrecht eingeführt? Die Schweiz! Gegen­über uns Texanern seid ihr ja also super­ fortschrittlich! (Lacht) Wie halten Sie es denn mit der Rollenaufteilung von Mann und Frau? Glückliche Eltern sind die besten Eltern. Wenn die Frau mit einer Arbeit ihr Glück findet, soll sie doch arbeiten gehen. Wenn Sie lieber daheim zu den Kindern schauen möchte, soll das ihr gutes Recht sein. ANZEIGE

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Bild: Tom Maelsa (EPA, DPA, Keystone)

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Was war der schönste Moment aus der Zeit als Botschaftergattin in Berlin? Da gibt es viele. Der schönste war viel­ leicht beim Mauerfall-Jubiläum, als ich neben Henry Kissinger und Michail Gor­ batschow sitzen durfte. Diese Geschichts­ trächtigkeit um mich herum hat mich en­ orm fasziniert. Kissinger und Gorbatschow hat es sicher auch gefallen neben Ihnen. Oh, Kissinger ist so cool! Ich hatte ihn schon auf unserer Hochzeitsreise kennengelernt. Er ist so old-style und hat einen Humor und eine Aura, die man heute praktisch nicht mehr sieht. Kissinger ist 87 Jahre alt, hat aber immer viele junge Frauen um sich her­um. Als ihn jemand fragte, wie er das an­stelle, sagte er nur: «It’s the power.» Was denken Sie über ältere Männer, die mit jungen Frauen zusammen sind? Alte Männer mit einer jungen Frau an der Seite sehen lächerlich aus. Sie waren selber eine von diesen Frauen. Darum weiss ich, wie lächerlich es aus­ sieht! (Lacht) Es stimmt schon, meine bei­ den Ehemänner waren viel älter als ich. Ich war tatsächlich eine dieser jungen Frauen am Arm eines älteren Herrn. In meinem Leben habe ich Entscheidungen getroffen, die wahrscheinlich nicht immer die besten waren. Vieles davon würde ich heute nicht

mehr tun. Aber zum jeweiligen Zeitpunkt hat es immer gestimmt für mich. Jetzt habe ich natürlich gelernt, auch jüngere Männer zu schätzen. Oder Männer in meinem Alter. Warum haben Sie sich früher ältere Männer ausgesucht? Wegen der Stabilität, die sie mir vermittelt haben. Ältere Männer konnten mir einfach mehr bieten, sie hatten viele interessante Freunde und gaben mir die Möglichkeit, zu reisen und mich zu verwirklichen. Sie haben in Texas Werbung und Psychologie studiert. Was war Ihr Berufsziel? Ich wollte immer in die Werbung gehen. Aber dann ist Ihr erster Mann dazwischengekommen? Ja. Immer diese Männer! (Lacht) I was born to be worshipped by men! God bless the men! (Ich bin geboren worden, damit mich die Männer verehren. Gott segne die Männer!) Jetzt sind Sie vierzig Jahre alt. Wie fühlt es sich an? Wenn Sie auf eine Midlife-Crisis anspielen wollen, muss ich Sie enttäuschen. Die ­hatte ich in den vergangenen Jahren. Vielleicht kommt ja mit sechzig die nächs­te. Ich bin si­ cher eine andere Frau, als ich noch vor zwan­ zig Jahren war. Was mich damals zur Frau machte, würde mich nicht mehr zufrieden­ stellen. Heute bin ich viel selbstbewusster, ich kenne mich besser, bin erfahrener. Ich

habe mir Respekt verdient und freue mich auf alles, was noch kommt im Leben. Vor zwanzig Jahren hatte ich noch nicht meinen eigenen freien Willen. Sie sind eine der wenigen Frauen, die dazu stehen, Botox zu spritzen. Ich habe kein Problem damit, natürlich nicht, warum auch, hello? Ich liebe Botox! Da halte ich es mit Dolly Parton, die sagte: «Where I come from, more is more!» Erhalten Sie als reife Shawne noch genauso viele Komplimente wie als junge Shawne? Bezeichnen Sie mich bitte nicht als reife Shawne, sondern als neue, verbesserte Shaw­ ne! Es ist doch ganz einfach: Jeder Mann mag Frauen, die selbstbewusst und glück­ lich sind. Und ja, selbstverständlich habe ich viele Verehrer. Es kommen sogar ständig neue dazu! (Lacht) Wie gehen Sie damit um? Oh, ich schätze das und bin sehr dankbar für jedes Kompliment, das ich von einem Mann erhalte. Es zaubert mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht. Zum Glück habe ich aber bereits einen neuen Freund gefunden, mit dem ich endlich wieder glücklich sein kann. Er ist ein Engländer aus Sheffield, ein Golfprofi. Deshalb ist er leider manchmal auch viel unterwegs. Was macht für Sie einen Mann zu einem richtigen Mann?

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Selbstvertrauen. Vor niemandem Angst ­haben. Nichts vorspielen. Ich mag ganz normale, nette und ehrliche Männer. Aus­ sehen, Körpergrösse, Augenfarbe, Figur: Das ist alles nebensächlich. Ich brauche keine tough guys, keinen John Wayne. Das Wichtigste in einer Beziehung, ob sexuell oder nicht, ist Ehrlichkeit. Was für einen Sinn macht denn eine Beziehung, wenn ich nicht ehrlich und ich selber sein kann? Vor etwa zwei Jahren hab ich mir eine Li­ ste gemacht mit all den Dingen, die ein zu­ künftiger Mann haben sollte. Ehrlichkeit

«Was für einen Sinn macht denn eine Beziehung, wenn ich nicht ehrlich und ich selber sein kann?» war Nummer eins. Was waren die Nummer zwei und drei auf der Liste? Das erzähle ich Ihnen nicht. Dafür kenne ich Sie noch nicht gut genug! (Lacht) Aber er muss offen für neue Dinge sein, die gleichen Interessen haben, meine Kinder lieben. Gibt es Politiker, die Ihnen gefallen? Ich mag Bundesrat Hans-Rudolf Merz. Er macht einen sehr ehrlichen und offenen Eindruck auf mich.

Bundesrat Merz ist nicht besonders populär momentan. Ich weiss. Umso besser kann er meine Unter­ stützung brauchen. Mit welchem Politiker würden Sie gerne mal auf einen Drink gehen? Geben Sie mir eine Auswahl? Christoph Blocher oder Moritz Leuenberger? Nichts gegen Moritz, aber wirklich, was für eine Frage! Welche Zukunftspläne haben Sie? Da ich momentan meine Kinder nicht mehr regelmässig sehen kann, konzentriere ich mich umso mehr auf meine Charity-Pro­ jekte. Ich würde auch weiterhin gerne die Schweiz repräsentieren. Und natürlich mich selber. Ich will ein Buch schreiben über mei­ ne Erfahrungen und Erlebnisse. Als eine Art Selbsttherapie habe ich bereits damit begon­ nen. Und wenn sich jemand dafür interes­ siert, möchte ich es auch veröffentlichen. Thomas Borer legt Wert darauf, dass er ­keine öffentliche Person mehr sei. Was denken Sie darüber? Eine solche Entscheidung sollte immer der betreffenden Person überlassen werden. Ich war immer eine öffentliche Person und habe überhaupt keine Pläne, dies zu ändern. Wenn sich jemand dazu entscheidet, ist es wichtig, eine gewisse Verantwortung zu tra­ gen. Ich habe stets versucht, meine mediale

Präsenz zu maximieren, um damit auf die Armen und Bedürftigen aufmerksam zu machen. Das ist das, was ich am liebsten tue und wo ich am meisten zurückerhalte. Was machen Sie konkret? Ich habe schon mein ganzes Leben lang an­ deren Menschen geholfen. Als Kinder sind wir ins Altersheim singen gegangen. Mit siebzehn hab ich in Spitälern gearbeitet und Geld für gute Zwecke gesammelt, ich habe mich für verschiedene Kinderorganisati­ onen und Aids-Projekte eingesetzt. Im kom­ menden Dezember helfe ich zum Beispiel mit, den Marsch der Aids-Hilfe Schweiz in Bern zu organisieren, für den ich auch den Slogan kreiert habe. Er heisst: «Make love safe». Der hat noch nicht existiert, das ist meine Erfindung! Wie schaffen Sie es, die Leute für sich einzunehmen? Das ist doch einfach. Es braucht bloss ein kleines, ehrlich gemeintes Kompliment, und dann muss man einfach zuhören können. Sie lieben Listen. Zum Schluss haben Sie drei Wünsche frei. 1. Gesundheit für meine Familie. 2. Mit meinen Kindern zusammen sein dürfen. 3. Glücklich sein. Wo steht Shawne Fielding in zehn Jahren? Ich werde immer noch der Kapitän des g Schiffes sein. 

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Weltwoche - Shawne Fielding