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Magazin von Swiss Cycling

Letzte Hommage an Ferdy KĂźbler AuflĂśsung von Schweizer Teams: Athletinnen und Athleten berichten

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Interview mit Jolanda Neff


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Da, wo Sie sind.


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Inhalt Swiss Cycling Awards 2016 – Cervélo wird neuer Co-Partner von Swiss Cycling – Tour de Romandie verspricht Nervenkitzel und Ausreissversuche

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Der GP von Lugano findet neu im Mai statt – ROTH – AKROS fährt neu in der Continental-Division – Mountainbike-Camps für Kinder und Jugendliche in Graubünden

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Swiss Cycling Onlineshop in neuem Kleid

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Neuheiten im Bereich der Mitgliederverwaltung von Swiss Cycling

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Auflösung von Schweizer Teams: Einen Schritt zurück für einen Neuanfang

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Radquer: Taramarcaz und Egger-Achermann gewinnen nationale Radquermeisterschaft

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Im Gedenken an Ferdy Kübler

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Bikecontrol : «Was man gerne macht, macht man besser»

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Transponder und Lizenz obligatorisch seit 1. Januar 2017

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Kunstrad: Die Schweiz holt sich den Weltmeistertitel mit Bravour zurück

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Wie das E-Bike einem Ferienort neuen Schwung verleiht

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Jolanda Neff: Neues Team – neues Glück

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Radsport und Ökologie – da gibt es noch viel zu tun

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Ausbildung zum «Swiss Cycling Road Guide»: ein Pilotprojekt zwischen Theorie und Praxis

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Geschäftsbericht 2016

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Top Tour: Strecken für jeden Geschmack

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J+S im Radsport, Bedienungsanleitung

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Agenda Jugend+Sport

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Agenda Swiss Cycling

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Impressum

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Liebe Leserinnen, liebe Leser Die erste Ausgabe unseres Verbandsmagazins ist für mich jeweils eine der schönsten Publikationen des Jahres, so auch in diesem Jahr. Auf Seite 24 und 25 finden Sie eine Übersicht über die Medaillengewinner von Europa- und Weltmeisterschaften des soeben abgelaufenen Jahres. Wie auch schon in den vergangenen Jahren erfüllt mich dieser Anblick mit Freude, aber auch mit grosser Dankbarkeit. Freude über die sportlichen Erfolge und Dankbarkeit an alle, die zu diesen Erfolgen beigetragen haben. Grad in der heutigen Zeit ist es nicht selbstverständlich, sich für andere einzusetzen und seine Zeit sowie Energie für die Gemeinschaft, dazu zähle ich auch den Sport, aufzuwenden. In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen auch den Artikel über bikecontrol ans Herz legen. Ein Projekt, das uns nun seit vier Jahren begleitet und stetig gewachsen ist. Hier geht es wirklich um «Basisarbeit» und darum, den Kindern und Jugendlichen das Velo wieder näherzubringen und ihnen Spass und Freude an der Bewegung auf zwei Rädern zu vermitteln. Eine traurige Nachricht erreichte uns alle über die Festtage, als wir vom Tod von Ferdy Kübler erfahren haben. Eine tragische Nachricht, die jedoch mit Blick auf sein schönes

Main Partner :

Alter leider nicht ganz überraschend gekommen ist. Eine Hommage an sein Leben, das weit mehr umfasst als seine grossartigen sportlichen Leistungen, finden Sie auf den Seiten 14 bis 16. Ich wünsche Ihnen bei der Lektüre des Magazins eine spannende und abwechslungsreiche Zeit und hoffe, mit der Auswahl der Texte auch Ihren Geschmack getroffen zu haben.

Markus Pfisterer Geschäftsführer

Partner :

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Cervélo wird neuer Co-Partner von Swiss Cycling Swiss Cycling setzt die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele in Tokyo 2020 fort. Nach der Verpflichtung von neuen Nationaltrainern Ende des vergangenen Jahres will Swiss Cycling mit der Unterzeichnung einer Partnerschaft mit Cervélo, einem im Radsport weltweit führenden Unternehmen, die Professionalisierung seiner technischen Strukturen weiterentwickeln. Reto Beyeler, Geschäftsführer Derby Cycle (Schweiz) GmbH: «Wir freuen uns als Schweizer Distributor der Marke Cervélo auf die Zusammenarbeit mit Swiss Cycling. Die Arbeit, die in den letzten Jahren von Swiss Cycling geleistet wurde, und die Resultate, die die Athleten erzielt haben, motivieren uns, Swiss Cycling auf dem Weg in die Zukunft zu unterstützen. Wir sind davon überzeugt, dass wir zusammen viele erfolgreiche, fesselnde und schöne Momente erleben dürfen.» Swiss Cycling ist hocherfreut über diese Zusammenarbeit. «Cervélo kann auf eine langjährige Erfahrung im Rennsport zurückschauen. Sie sind bekannt für hochinnovative Produkte von bester Qualität», erklärt Markus Pfisterer, Geschäftsführer Swiss Cycling. «Swiss Cycling ist stolz, mit Cervélo einen Partner gefunden zu haben, mit dem wir die gleichen Werte teilen, und wir freuen uns, die Nationalmannschaften in Zukunft mit diesem Material ausrüsten zu dürfen.» Das erste Mal zum Einsatz kommt das neue Cervélo T4 anlässlich des Bahn-Weltcups in Cali (Kolumbien) vom 17. bis 19. Februar. Cervélo und Swiss Cycling wünschen allen Schweizer Athleten eine erfolgreiche Vorbereitung auf die kommenden Olympischen Spiele. (lpa) 

Swiss Cycling Awards 2016: Die Biker räumen ab Erstmals in der Geschichte der Swiss Cycling Awards wurden alle der vier Preise von Mountainbikern gewonnen. Olympiasieger und Weltmeister Nino Schurter und MarathonWeltmeisterin Jolanda Neff setzten sich in den Kategorien bester Sportler und beste Sportlerin durch. Der Preis in der Kategorie Nachwuchs ging an Sina Frei, welche den MTB-U23-Gesamtweltcup gewonnen hatte. Als bestes Team wurde das EM-Team-RelayQuartett mit Lars Forster, Jolanda Neff, Marcel Guerrini und Vital Albin ausgezeichnet – dieses gewann EM-Gold im schwedischen Jönköping. Als einziger «Nichtbiker» wurde der Berner Fabian Cancellara geehrt. Er erhielt einen Preis für seine herausragende Karriere. Neben der traditionellen Verleihung der Awards gab es musikalische Einlagen sowie eine Versteigerung zugunsten des Nachwuchses. Insgesamt 350 Sportlerinnen und Sportler sowie geladene Gäste nahmen teil. Abstimmen konnte man vom 18. Oktober bis zum 1. November auf der Website von Swiss Cycling. Die Stimmen von neun Sportjournalisten, die auf den Radsport spezialisiert sind, wurden ebenfalls ins Voting einbezogen. Publikum und Jury wurden zu je 50 Prozent gewertet. (tal)

Tour de Romandie verspricht Nervenkitzel und Ausreissversuche

Vom Prolog in Aigle am Dienstag, 25. April, bis zum abschliessenden Zeitfahren in Lausanne am Sonntag, 30. April, wird die Westschweizer Rundfahrt durch die Broye, die Region Greyerz und die Alpen führen. Bereits heute steht fest, dass sich die Strecke der 71. Tour de Romandie bestens für Ausreissversuche eignet. Nach der Auflösung von IAM Cycling und dem Kategorienwechsel des Teams Roth von der Pro-Continental- in die Continental-Division (siehe Beitrag auf den Seiten 8 bis 12) bleiben für die Teilnahme an der berühmten Tour de Romandie nicht mehr viele Schweizer übrig. Eine Tatsache, die Tour-Direktor Richard Chassot bedauert: «Zu sehen, dass Fahrer wie Schweizer Meister Jonathan Fumeaux nun einem Continental-Team angehören und somit nicht an der Tour de Romandie teilnehmen können, tut mir in der Seele weh!» Nach dem letztjährigen, spannenden Duell Quintana – Froome steht das Starterfeld 2017 noch nicht fest. An der Pressekonferenz zur Tour de Romandie verriet Richard Chassot lediglich, dass die 18 WorldTour-Teams antreten werden. «Der Rest ist noch unsicher. Wir werden sechs Teams der Stufe Pro-Continental am Start haben, neben dem WorldTour-Team BMC aber natürlich leider keine einzige weitere Schweizer Equipe.» Im Team von Andy Rihs, das mit einer amerikanischen Lizenz ins Rennen geht, fahren dieses Jahr sieben Schweizer. (lpa)

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MountainbikeCamps für Kinder und Jugendliche in Graubünden

Team ROTH – AKROS fährt neu in der Continental-Division Das Schweizer Team Roth hat eine bewegte Saison 2016 hinter sich. Nachdem es zum Saisonstart eine Lizenz in der Kategorie Pro-Continental erhalten hatte, geriet es nach dem Rückzug eines Hauptsponsors in finanzielle Schwierigkeiten. Die Zukunft schien alles andere als rosig – bis das Team dank einem neuen Sponsor schliesslich doch noch «gerettet» werden konnte. Das neue Team ROTH – AKROS musste jedoch zurückstecken und wird nun auf der tieferen Stufe Continental antreten. Das Team besteht aus jungen, viel versprechenden Newcomern sowie aus routinierten Fahrern. Der amtierende Schweizer Strassenmeister Jonathan Fumeaux (ex-IAM Cycling, siehe Beitrag S. 8 bis 12) und Pirmin Lang (ebenfalls ex-IAM Cycling) stiessen per 2017 zum Team und werden es mit ihrer Erfahrung unterstützen. Das Kader des Continental-Teams besteht aus neun Fahrern. Weiterhin beibehalten wird das U23Development-Team mit ebenfalls neun Fahrern. (rcr)

Wie lassen sich Kinder und Jugendliche für das Biken begeistern? Swiss Cycling und Graubünden arbeiten auch dieses Jahr wieder zusammen, um Bike-Camps in Graubünden zu ermöglichen. Kinder und Jugendliche sollen sich dabei in einem optimalen Rahmen mit dem Mountainbiken vertraut machen können. Mit seinen Bergen und der prächtigen Natur bietet Graubünden den MTB-Liebhabern nahezu grenzenlose Möglichkeiten. Ob Lenzerheide, St. Moritz, Flims oder Valbella – unter den Bikelagerangeboten ist garantiert für jeden etwas dabei. Während des Camps feilen die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer an ihrer Technik, unternehmen Touren oder probieren den Pumptrack aus. Dabei werden sie von einem Swiss Cycling Guide betreut. Er gibt Tipps und zeigt den richtigen Umgang mit dem Bike. Angeboten werden die Camps für drei-, vier- oder fünf Tage. Im Preis inbegriffen sind die Unterkunft inklusive Vollpension sowie die Benutzung der Bergbahnen. (rcr) Sämtliche Informationen und Kursdaten finden Sie hier: www.graubuenden.ch > Graubünden erleben > Mountainbiken

Der GP von Lugano findet neu im Mai statt Der Internationale Radsportverband UCI hat das Gesuch der Organisatoren, den 71. GP von Lugano zu verschieben, genehmigt. Die Veranstaltung wird somit am Sonntag, 7. Mai 2017, stattfinden. «Wir haben uns für dieses Datum entschieden, um Terminkollisionen mit anderen Events von Ende Februar zu verhindern – und wir hoffen natürlich auch auf besseres Wetter», so die Organisatoren. Zudem wurde die Streckenführung verändert; auf die Nordschlaufe über Davesco-Soragno, Pregassona, Viganello, Ruvigliana und Castagnola wird verzichtet. Stattdessen wollen die Organisatoren mit einem Anstieg vom Luganersee hoch nach Agra die Präsenz in der Umgebung der Collina d’oro erhöhen. Der «Gran Premio di Lugano» findet zeitgleich mit der dritten Etappe des Giro d’Italia statt. Zu den Teams am Start in Lugano wird auch eine Auswahl der U23-Nationalmannschaft gehören. Die Organisatoren sind überzeugt, dass der GP von Lugano dank dem neuen Datum an Attraktivität zunimmt. Interesse zeigen dürften unter anderem die Profis, die vor ihrer Abreise an die Nordamerikatournee nicht am Giro teilnehmen. (lpa) swiss-cycling.ch 1 2017


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Swiss Cycling Onlineshop in neuem Kleid. Profitieren Sie! Im letzten Jahr wurde der Onlineshop von Swiss Cycling komplett umstrukturiert, und die Bedienoberfläche erscheint in einem erfrischend neuen Kleid. Mit der einfachen Navigation finden Sie schnell die gewünschten Produkte. Nebst den beliebten Topprodukten wie der Trägerhose und dem Trikot von Assos finden sich im Shop auch immer wieder neue Produkte. Ganz aktuell die trendige Swiss-Cycling-Tasse und die schöne Wintermütze. Haben wir Sie neugierig gemacht? www.scshop.ch Ein Besuch lohnt sich doppelt, denn als Swiss-Cycling-Mitglied profitieren Sie von 20% Rabatt auf alle Produkte! (fab)

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Initiative vélo : le point sur la situation

Valentin Steiner, Präsident von Powerbike Winterthur, an der Präsidentenkonferenz von Swiss Cycling

Neuheiten im Bereich der Mitgliederverwaltung von Swiss Cycling Swiss Cycling bietet seit Frühling 2016 Neuerungen im Bereich der Mitgliederverwaltung an. Die Anpassungen bedeuten einen Ausbau des Kundendienstes und eine Erhöhung des Servicestandards. Sie vereinfachen die Abläufe für die Mitglieder und steigern die Effizienz der Zusammenarbeit mit den Clubs. Die Anpassungen in der Mitgliederverwaltung wurden anlässlich der 1. Präsidentenkonferenz im letzten Oktober diskutiert und stiessen dabei auf grosses Interesse. Dies gab für uns den Ausschlag, diese Erweiterung nun definitiv einzuführen. Von Daria Kaiser Bild: Swiss Cycling Neu steht den Clubs und Kantonalverbänden auf freiwilliger Basis oder auch versuchsweise ein Mitgliederverwaltungstool zur Verfügung. Das Tool ermöglicht die Erfassung und Mutation von Clubmitgliedern über ein persönliches Login und lässt sich sehr einfach und intuitiv bedienen. Die Mitglieder können in selbst definierten Kategorien und nach eigenen Merkmalen erfasst werden. Das Tool ermöglicht einen direkten E-Mail-Versand an alle oder ausgewählte Mitglieder. Weiter können Daten, zum Beispiel für den Versand von Serienbriefen, exportiert werden. Jede Aktivität wird innerhalb der Clubverwaltung gespeichert, so können sich auch andere Vorstandsmitglieder oder, nach einer Amtsübergabe, die Nachfolger problemlos einen Überblick über vergangene Aktivitäten verschaffen. Diese Basisfunktionen stehen allen Clubs kostenlos zur Verfügung. Bei Bedarf können sie kostenpflichtig erweitert werden, etwa um das Erstellen von personalisierten Rechnungen zu ermöglichen. Die dabei entstehenden Kosten sind abhängig von den gewünschten Zusatzfunktionen und betragen CHF 50.– bis CHF 250.– pro Monat.

Die Kantonalverbände erhalten, sofern die Clubs ihr Einverständnis geben, ebenfalls Zugriff auf die Daten aus ihrem Einzugsgebiet. Eine Erleichterung ergibt sich durch diese Erweiterung auch beim administrativen Aufwand mit dem Verband. So entfällt etwa das Einsenden der Mitgliederliste, da das Tool einen Zugriff auf das System von Swiss Cycling erlaubt. Swiss Cycling steht den Zuständigen der Clubs als Anlaufstelle bei Problemen jederzeit zur Verfügung. Selbstverständlich ist der Datenschutz zu jeder Zeit gewährleistet. Bereits zahlreiche Clubs verwenden die neue Mitgliederverwaltung. Im Allgemeinen schätzen Sie die einfache Bedienbarkeit und die zahlreichen Funktionen. Valentin Steiner von BMX Powerbike Winterthur ist einer, welcher vom neuen Angebot bereits profitiert, und er meint dazu: «Im Webportal von Swiss Cycling sind in weniger als einer Minute die wichtigsten Mitgliederdaten erfasst. In einer weiteren Minute zusätzliche Infos wie beispielsweise individuell definierbare Merkmale. Mit wenigen Klicks

bekomme ich den Überblick, wer in welcher Trainingsgruppe trainiert oder aus welcher Gemeinde stammt. Jederzeit zu den von Swiss Cycling eingetragenen Informationen zu gelangen, ist der wesentliche Fortschritt des Webportals. So weiss ich sofort, welche Athleten eine Lizenz gelöst haben. Die jährliche Meldung der Mitgliederzahlen an den Verband entfallen, und damit gehören auch entsprechende Fehlinformationen der Vergangenheit an. Vor allem für Vereine, welche noch keine eigene elektronische Mitgliederverwaltung führen, ist das Webportal ein grosse Erleichterung.» Das genau gleiche System wird heute bereits von der CVP, der Schweiz. ParaplegikerVereinigung und der Rega benutzt. Falls wir Ihr Interesse geweckt haben, dürfen Sie sich gerne bei Daria Kaiser unter daria.kaiser@swiss-cycling.ch melden. Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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Nach vier Saisons hat IAM Cycling den Rückzug aus dem Profiradsport beschlossen.

Einen Schritt zurück für einen Neuanfang Im Mai des letzten Jahres gab IAM Cycling die Auflösung des Teams per Ende Saison 2016 bekannt. Neben dem Spitzenteam mussten aber auch andere Schweizer Mannschaften wegen finanzieller Schwierigkeiten ihr Engagement aufgeben oder herabstufen. Ein harter Schlag für die Schweizer Rennfahrer, die im Kampf um eine neue Anstellung auf harte Konkurrenz trafen. «Ready to Ride» hat mit vier Betroffenen gesprochen. Von Raphaël Crettol Bilder : IAM Cycling Wie zwischen den Saisons üblich, wird Anfang Jahr das Teilnehmerfeld im internationalen Radsport neu zusammengestellt. Einzelne Teams steigen in die oberste Stufe WorldTour auf, andere müssen ihre Ambitionen nach unten korrigieren oder stellen ihren Betrieb gänzlich ein. Der Schweizer Profiradsport durchlebt aktuell eine schwierige Phase, weil Ende 2016 insgesamt vier Schweizer Teams aufgelöst oder relegiert wurden: IAM Cycling (UCI WorldTour), das Stöckli Pro Team (MTB UCI) und das EKZ Racing Team (Elite National) zogen ihre Mannschaften aus dem Radsport zurück. Das Team Roth (Pro-Continental) startet 2017 eine Kategorie tiefer. IAM Cycling, während insgesamt vier Jahren zuerst auf der Stufe Pro-Continental (2013– 2014) und dann in der WorldTour (2015– 2016) das Vorzeigeteam des Schweizer Radsports, gab im Mai 2016 bekannt, dass es sich Ende Saison aus dem Profiradsport zurückziehen würde. Das Team unter der Leitung von Michel Thétaz vermeldete, man habe nicht die nötige finanzielle Unterstützung gefunden, um das Vorhaben auf höchstem Niveau weiterführen zu können. Das Fehlen eines Co-Sponsors verunmöglichte es der Schweizer Equipe, sich mit den Spitzenteams der WorldTour messen zu können. Im Oktober 2016 liess das Team Roth verlauten, es könne sein Engagement auf Stufe Pro-Continental nicht mehr weiterführen. swiss-cycling.ch 1 2017

Das im Jahr 2011 gegründete Schweizer Team war zwar für das Jahr 2016 in die Pro-Continental-Tour aufgestiegen, der Rückzug eines Sponsors durchkreuzte aber dessen sportliche Pläne. So wird das Team Roth dieses Jahr die Rennen eine Stufe tiefer auf der Continental-Tour und unter dem neuen Namen Roth-Akros bestreiten. Dank der Verpflichtung des neuen Sponsors konnte das Team einige Profifahrer halten und neue verpflichten.

Erwies sich die Suche nach einer neuen Anstellung selbst für erfahrenere Profis als nicht einfach, so fanden sich junge Schweizer Radfahrer urplötzlich in einer misslichen Lage wieder. Die Konkurrenz im Profiradsport ist nämlich grösser denn je. Und da ausländische Teams ihr Vertrauen generell eher jungen Fahrern aus dem eigenen Land schenken, ist es für junge Schweizer sehr schwierig, im Ausland ein neues Team zu finden.

Wegen strategischer Anpassungen zur Positionierung der Marke im Mountainbikesport beschloss auch das Stöckli Pro Team, dem unter anderem Gesamtweltcupsiegerin Jolanda Neff angehörte (siehe Interview S. 28 bis 31), sich aus dem Profiradsport zurückzuziehen.

Den Schweizer Profis ist es bei ihrer Suche nach einem neuen Team unterschiedlich ergangen. Gestandene Fahrer wie Mathias Frank (AG2R), Martin Elmiger (BMC) oder Reto Hollenstein (Katusha) konnten sich Verträge in Teams der WorldTour sichern, während sich weniger Erfahrene mit Teams in tieferen Kategorien begnügen mussten. Ein Beispiel hierfür ist der Walliser Simon Pellaud von IAM Cycling, der nun für das amerikanische Team Illuminate (Continental) Rennen bestreitet. Andere IAM-Fahrer wie Oliver Zaugg, Marcel Wyss und Marcel Aregger schliesslich beschlossen, ihr Rad an den Nagel zu hängen.

Die aktuellen Schwierigkeiten wirken sich sogar auf die Amateurkategorien aus. So musste auch das etablierte EKZ Racing Team (Elite National) wegen fehlender Sponsoren Ende Saison sein Engagement aufgeben. Fehlendes Interesse der Sponsoren für den Radsport, Folge der wirtschaftlichen Lage oder einfach nur Zufall? Für die fast zeitgleich erfolgten Rückzüge der Sponsoren bei den verschiedenen Teams mag es viele mögliche Erklärungen geben. Jedenfalls sind die Schwierigkeiten der Schweizer Teams ein schwerer Schlag für den Schweizer Radsport und insbesondere für die Athleten.

Wie also kann man seiner Karriere nach einer solchen Vollbremsung neuen Schwung verleihen? Diese Frage haben wir mit Jonathan Fumeaux (ehemals IAM Cycling), Roland Thalmann (ehemals Team Roth), Alessandra Keller (ehemals Stöckli Pro Team) und Nico Selenati (ehemals EKZ Racing Team) genauer untersucht.


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Jonathan Fumeaux: «Ich gebe mir ein Jahr Zeit, um es wieder auf das höchste Niveau zu schaffen» Wie haben Sie die Rückzugsankündigung von IAM Cycling erlebt? Waren Sie nach zwei Jahren auf der World Tour überrascht? Die Neuigkeit kam nicht von einem Tag auf den anderen. Wir wurden bereits im Oktober 2015 informiert, dass das Team, falls es bis im Mai keinen Co-Sponsor fände, nicht weitermachen würde. Innerhalb des Teams gab es Gerüchte, an die wir bis zum Schluss glauben wollten. Schliesslich erhielten wir Anfang Mai 2016 die Nachricht über den Rückzug. Das Ganze hatte sich aber ein bisschen abgezeichnet. Die Ankündigung Anfang Saison 2016 hat Ihnen also ein bisschen Zeit gelassen, um die nächste Saison vorzubereiten? Es war sicher einfacher, damit umzugehen, als wenn die Ankündigung im September erfolgt wäre; dann geht man wirklich davon aus, dass man im Team bleiben kann. Im Mai beginnt man, Gespräche mit möglichen Teams zu führen. Das Problem war, dass es nach dem Rückzug von Tinkoff auf der WorldTour mindestens zwei Teams weniger gab; zwei Teams, die viele Fahrer beschäftigt hatten. Wie konkret gestaltet sich die Suche nach einem Team für einen Fahrer der WorldTour? Kennt man gewisse Leute, so macht das die Sache bedeutend einfacher. Wie die meisten Fahrer auf der WorldTour habe ich einen Manager, der sich um die Kontaktaufnahme mit den Teams und alles andere kümmert. Hast du keinen Manager, wird es schnell schwierig, denn du kannst nicht ständig daran denken, dass du Leute anrufen solltest, um ein Team zu finden. Du musst dich auf den Sport konzentrieren. Haben Sie Angebote eines Teams der WorldTour erhalten? Schweizer Meister – das ist doch eine gute Visitenkarte? Es ist nicht das Meistertrikot von Frankreich oder Italien, aber es ist ein Meistertrikot. Das hat schnell das Interesse gewisser Teams geweckt, schliesslich wurde aber nichts Konkretes daraus. Jonathan Fumeaux Alter: 28 Jahre Club : Cyclophile Sédunois (VS) Team Saison 2016: IAM Cycling Team Saison 2017: Team ROTH – AKROS

Wie erklärt sich diese Schwierigkeit für einen Fahrer der WorldTour? Es ist wirklich Glückssache. Es geht nicht immer um eine bestimmte Leistung. Bisweilen fahren schlechtere Fahrer für bessere Teams, das muss man akzeptieren.

Haben Sie sich irgendwann einmal gesagt: «Mir reichts, ich höre auf»? Ja, besonders im August sagte ich mir, dass ich nicht zurück in die ContinentalTour möchte. Ich wollte auf dem höchsten Niveau bleiben. Aber schliesslich wurde mir bewusst, dass es dumm wäre, jetzt aufzuhören. Ich habe noch sechs Jahre Karriere vor mir. Bis jetzt bereue ich meinen Entscheid zumindest nicht. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass Sie bis im Juni erstmals das Schweizer MeisterTrikot tragen können. Ja, selbstverständlich. Sonst wäre das, als ob man ein tolles Auto hat, mit dem man nicht herumfahren kann… [Lachen] Für die nächste Saison haben Sie sich schliesslich für ein Engagement mit ROTH – AKROS auf der Continental-Tour entschieden. Was hat Sie zu dieser Wahl bewogen? Es ist ein Schweizer Team mit professionellen Strukturen. Organisatorisch gesehen ist es schon gut aufgestellt. Es ist nicht, als ob es ein ganz neues Team wäre, das das Umfeld neu kennenlernen muss. Dies wird das dritte Jahr auf der Tour sein. Und da es vergangene Saison in der Pro-Continental-Tour mitfuhr, wird es von verschiedenen Einladungen an Rennen profitieren. In diesem Team werde ich meine Chance erhalten. Ein Schritt zurück für neuen Schwung? Genau! Ich werde ein Jahr alles geben, und dann sehen wir weiter. Entweder ich kehre auf das höchste Niveau zurück, oder ich mache etwas anderes. Ich gebe mir ein Jahr Zeit. Welche Gefühle löst die Situation des Radsports in der Schweiz in Ihnen aus angesichts all dieser Teams, die aufgeben müssen? Das ist natürlich sehr schlecht für den Schweizer Radsport, denn die Jungen haben keine wirklichen Zukunftsperspektiven. Sehr wenige Teams nehmen an den Amateur- und Eliterennen teil, deshalb ist das Niveau sehr tief. Also gehen die Jungen ins Ausland, wo das Niveau viel höher ist und sie schnell die Freude am Sport verlieren können. Zum Glück gibt es das Team ROTH – AKROS und seine U23-Mannschaft Devo, dessen Fahrer später ins Team der Continental-Tour wechseln können.

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Roland Thalmann: «Viele Verträge werden bereits im August unterschrieben» Nach einer Saison auf Stufe Pro-Continental stand das Team Roth zunächst vor dem Aus. Jetzt fährt das Team ROTH – AKROS eine Stufe tiefer in der Continental-Division weiter. Wie haben Sie diese wechselhafte Phase erlebt? Die Leiter teilten uns mit, dass wir 2017 nicht mehr in der Pro-Continental-Tour mitfahren würden. Gleichzeitig hofften sie, einen Sponsor zu finden, um wenigstens an der Continental-Tour teilnehmen zu können. Da uns dies erst im September mitgeteilt wurde, haben wir uns wirklich an diese Lösung geklammert. Haben Sie dennoch versucht, etwas anderes zu finden? Ich machte mich umgehend auf die Suche. Ich kontaktierte Leute und schrieb Bewerbungen. Es war aber schon zu spät in der Saison. Viele Verträge werden bereits im August unterschrieben. Nach dem Rückzug von IAM und Tinkoff waren praktisch keine Plätze mehr frei. Etwas zu finden, war mir deshalb beinahe unmöglich.

werden alles geben, um unsere Equipe mit guten Resultaten bestmöglich zu vertreten, damit ROTH – AKROS wieder zu einem grösseren Team werden kann. Der Co-Sponsor hat einen Vertrag über drei Jahre unterzeichnet, was eine gewisse Stabilität mit sich bringt. Beruhigt Sie das? Das Team ist nun sicher stabil, aber stabil auf Stufe Continental. Für einen Fahrer aber ist der Profistatus das Ziel. Sie haben an der Pro-Continental-Tour teilgenommen. Werden Sie trotz Abstieg in die Continental-Tour dennoch Fortschritte machen können? Ja, denn das Team wird immer noch so aufgebaut sein wie letztes Jahr. Und wir werden trotzdem an grossen Rennen teilnehmen. Alles andere hängt vom persönlichen Engagement des Fahrers ab, wie sehr er sich reinhängt, wie und wie häufig er trainiert usw. Mit diesem Team kann ich mich durchaus nach vorne orientieren. Wie sehen Sie Ihre Zukunft?

Sie haben beschlossen, bei ROTH – AKROS zu bleiben. Erachten Sie dies als Rückschritt oder als Gelegenheit für einen Neustart? Roland Thalmann Alter: 23 Jahre Club: VC Pfaffnau Roggliswil (LU) Team Saison 2016: Team ROTH Team Saison 2017: Team ROTH – AKROS

Momentan ist es sicherlich eher ein Rückschritt. Wir werden leider nicht an der Tour de Suisse oder der Tour de Romandie teilnehmen können. Auch finanziell gesehen ist es ein Schritt zurück. Aber es ist ein Rückschritt, dank dem ich später vielleicht einen grösseren Schritt nach vorne machen kann. Für einen jungen Schweizer Fahrer ist dies momentan die beste Lösung, denn es gibt schlicht und einfach keine anderen Möglichkeiten. Wir

Derzeit konzentriere ich mich auf die kommende Saison. Ziel ist es natürlich, eine Stufe nach oben zu steigen, um wieder Profi zu werden. Das ergibt sich aber nur mit guten Leistungen. Deshalb befasse ich mich nicht mit der Suche nach einem neuen Team. Ich konzentriere mich darauf, unser Trikot zu repräsentieren und Werbung für das Team ROTH – AKROSzu machen. Meine Zukunft sehe ich folglich in zwei Schritten: kurzfristig das Erreichen guter Resultate und längerfristig die Rückkehr zu den Profis.

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Alessandra Keller: «Es ist wichtig, dass man kontinuierlich arbeiten kann» Was haben Sie nach der Rückzugsankündigung von Stöckli unternommen, um ein neues Team zu finden? Ich erhielt sofort zahlreiche Angebote. Ich hätte so sicherlich ein Team finden können, aber es war mir wichtig, im selben Umfeld wie im letzten Jahr zu bleiben; unter Leuten, denen ich vertrauen kann, die mich kennen und die wissen, was ich brauche. Deshalb habe ich mich mit meinem Trainer Ralph Näf schnell geeinigt. Erzählen Sie uns ein bisschen mehr von diesem Team.

Alessandra Keller Alter: 21 Jahre Club: RMC Obwalden (OW) Team Saison 2016: Stöckli Pro Team Team Saison 2017: Radon XC Factory Racing Team

Wir gründen ein neues Team, dem Mathias Flückiger und Katrin Stirnemann angehören. Ralph Näf ist der sportliche Leiter. Wir haben bisher wirklich gut mit ihm gearbeitet, und ich habe grosse Fortschritte machen können. Wir beginnen klein und werden zusammen wachsen. Das ist auch eine gute Neuigkeit für den Mountainbikesport in der Schweiz. Sie haben Angebote von verschiedenen Teams erhalten. Wie ist das Niveau der Konkurrenz im Mountainbikesport der Frauen?

Es gibt natürlich viele gute Athletinnen, auch junge. Im Mountainbikesport gibt es aber immer weniger Teams, weshalb es weniger freie Plätze hat. Jede Athletin hat aber ihre eigene Persönlichkeit, ihre Stärken und Schwächen. Ich hatte das Glück, letzte Saison gute Resultate zu erreichen. Und ich bin noch jung, deshalb war es für mich ein bisschen weniger schwierig. Was bedeutet dieser Teamwechsel? Welche Veränderungen bringt dieser für Sie mit sich? Für mich persönlich ändert nur die Marke des Rads. Alles darum herum bleibt gleich. Es ist wichtig, dass ich kontinuierlich arbeiten kann. Jolanda Neff wird diese Saison also nicht mehr in Ihrem Team mitfahren. Gibt Ihnen das neue Verantwortung? Meine Persönlichkeit ist ganz anders als jene von Jolanda. Ich denke nicht, dass ich mehr Verantwortung haben werde, denn ich bin noch eine junge Athletin. Meine Entwicklung braucht noch etwas Zeit, bis ich Verantwortung in einem Team übernehmen kann.

Nico Selenati: «Was zählt, sind die internationalen Resultate» Beweist das Verschwinden des EKZ Racing Team, dass es im Schweizer Radsport schwierig ist, finanzielle Mittel aufzutreiben und Sponsoren zu finden – sogar in der Kategorie Elite National? Allerdings, vor allem, dass es in der Schweiz nicht viele Rennen gibt. Daher ist die Werbewirkung für einen Schweizer Sponsor nicht sehr wichtig. Wie haben Sie vom Rückzug erfahren? Es war meine erste Saison im Team. Ich hatte einen Vertrag über zwei Jahre. Anfang Jahr wurden wir informiert, dass sich unser Hauptpartner Ende Saison zurückziehen würde. Obwohl unser Leiter dann unermüdlich suchte, ergab sich nichts. Anfang Oktober erfuhren wir, dass es nächste Saison kein Team mehr geben würde.

Nico Selenati Alter: 20 Jahre Club: RV Wetzikon (ZH) Team Saison 2016: EKZ Racing Team Team Saison 2017: Team MG Project

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Man kann sich leicht vorstellen, dass die Suche nach einem neuen Team in der aktuellen Situation schwierig war. Ist die Tatsache, dass man ein junger Fahrer ist, auf dem Markt ein Vorteil wegen des Potenzials oder ein Nachteil wegen der fehlenden Erfahrung? Was wirklich zählt, sind die Resultate an internationalen Rennen. Ich stand zum Beispiel mit einem österreichischen Continental-Team in Kontakt. Sie verpflichteten lieber ältere Fahrer, die bereits einige gute

Resultate erzielt hatten. Sie haben nicht wirklich in die Ausbildung investiert. Sie haben sich deshalb dazu entschlossen, mit dem Team MG Project ein neues Projekt in Angriff zu nehmen. Erzählen Sie uns ein bisschen mehr darüber. Als wir offiziell erfahren hatten, dass das Team nächstes Jahr nicht weitermachen würde, hat eine Gruppe Fahrer gesagt, dies wäre eine gute Gelegenheit, selber etwas auf die Beine zu stellen, die Saison zu planen und an ausgewählten Rennen teilzunehmen. Also haben wir dieses Team gegründet, dem unter anderem zwei weitere ehemalige Fahrer von EKZ angehören. Ich hatte auch die Möglichkeit, zu einem anderen Team der Stufe Elite National zu wechseln, aber unser neues Team wird für mehr Konkurrenz sorgen und die Rennen so ein bisschen interessanter machen. Sie sind erst 20 Jahre alt. Kann man hier von einem Neuanfang für Sie sprechen? Ich denke, das ist eher ein Übergangsjahr. Ich würde mich trotzdem sehr freuen, ein neues Team für die Saison 2018 zu finden. Und da unser ehemaliger Manager es sich zum Ziel gesetzt hat, ein neues Team auf die Beine zu stellen, ist alles offen.


13 «Dies ist angesichts der schwierigen Saison, die hinter mir liegt, ein sehr emotionaler Sieg für mich. Ich wurde in der Vorbereitung durch eine Infektion ausgebremst, konnte mich aber für die Schweizer Meisterschaft wieder in Form bringen. Das Duell mit Timon war kräftezehrend. Er war auf den verwinkelten Abschnitten und in den Kurven schneller als ich. Dafür konnte ich auf den geraden Strecken meine Stärken ausspielen», erklärte der Sieger.

Das Rennen um den diesjährigen Schweizer-Meister-Titel machten die drei Favoriten im Schlusssprint untereinander aus.

Taramarcaz und Egger-Achermann gewinnen nationale Radquermeisterschaft Von Raphaël Crettol und Letizia Paladino Bild: Steffen Müssigang Im Januar wurde auf der Pferderennbahn Dielsdorf (ZH) die Schweizer Meisterschaft im Radquer organisiert. Bei winterlichen Verhältnissen verwiesen Julien Taramarcaz und Jasmin Egger-Achermann in den Rennen der Eliteklasse die Konkurrenz auf die Plätze. Auf dem eher flachen und von einer feinen Schneeschicht bedeckten Parcours konnten die Fahrer ihre technischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Im Eliterennen der Herren vermochte Julien Taramarcaz den winterlichen Bedingungen am besten zu trotzen. Nach einem Rennen, das den Zuschauern bis zur letzten Sekunde Spannung geboten hatte, fuhr der 29-jährige Walliser im Sprint zum Meistertitel. «Nach der bisher sehr schwierigen Saison tut dieser Sieg der Seele gut. Als ich die Ziellinie überquert habe, fühlte ich nur noch Erleichterung. Dies gibt mir Selbstvertrauen und zeigt, dass ich noch immer mithalten kann», erklärte der Gewinner, der mit diesem Sieg seinen laut eigener Aussage «wohl schönsten Meistertitel» errang. Bei den Frauen konnte sich Jasmin EggerAchermann mit dem siebten Meisterschaftstitel krönen, nachdem sie ihre Konkurrentinnen nacheinander abgehängt hatte. Von den Favoritinnen mussten zuerst Nicole Koller und dann Lise-Marie Henzelin die Gewinnerin ziehen lassen. «Lise-Marie hat mich das ganze Rennen über zur

Höchstleistung angetrieben. Dieser Sieg ist etwas Besonderes, da ich in diesem Jahr den Titel nicht verteidigt habe. Er war also eine Überraschung für mich», freute sich Jasmin Egger-Achermann nach ihrem Rennen. Packende Duelle Auch die Rennen des Radquernachwuchses erwiesen sich als äusserst umkämpft. In der Kategorie U23 lieferten sich Johan Jacobs und Timon Rüegg ein packendes Duell. Der Sieg wurde schliesslich im Sprint entschieden, wobei Johan Jacobs nur um Sekundenbruchteile vorne lag.

Auch in der U19-Kategorie gab es ein spannendes Duell zwischen Loris Rouiller und Mauro Schmid, das zugunsten von Rouiller ausging und bei Schmid für Enttäuschung sorgte. «Ich wollte mich absetzen, aber Mauro hatte einen guten Tag. Er ist mir bis zum Schluss nicht von der Felge gewichen. Der Titel ist Entschädigung für die Opfer, die ich gebracht habe», freute sich Loris Rouiller, der schon wenige Minuten vorher gejubelt hatte, als seine Schwester den Sieg in der Kategorie U17 einfuhr (siehe unten). Es war also ein Glückstag für die Mitglieder der Familie Rouiller, die vor Tagesanbruch aufgestanden waren, um ihre Schützlinge anzufeuern. «Zwei SchweizerMeister-Trikots – mehr hätte man sich nicht erhoffen können! Das ist die Belohnung für ihre Arbeit bisher, und zwar umso mehr, wenn man bedenkt, dass sie ihre Rennen im Kopf gewonnen haben», sagt die Mutter von Loris und Mélissa. Bei den U19-Frauen ging der Titel an Nadia Grod. Die 16-Jährige konnte dem Tempo der Frauen, die das Elitefeld anführten, lange Zeit folgen und beendete das Rennen nur eine knappe Radlänge hinter Nicole Koller, der Drittplatzierten in der Eliteklasse. «Ich war vor dem Start doch etwas nervös, aber dass ich mit den Profis mithalten konnte, gab mir Auftrieb», resümierte die neue Schweizer Meisterin. In der U17-Kategorie ging der Titel bei den Jungen an Stiven Thür und bei den Mädchen an Mélissa Rouiller. Der Veranstalter der Radquermeisterschaft, Thomas Müller, zog eine positive Bilanz: «Ich hoffte einzig und allein, dass es zu keinen schweren Stürzen oder Verletzungen kommen würde. Ich bin also zufrieden. Wenn ich dann noch hinzufüge, dass die Rennen spannend waren und trotz Schnee und Kälte viele Zuschauer diesen Event besucht haben, dann kann ich mit der Veranstaltung nur zufrieden sein.»

Die Schweizer Meister 2017 U17

Stiven Thür und Mélissa Rouiller

U19

Loris Rouiller und Nadia Grod

U23

Johan Jacobs

Elite

Julien Taramarcaz und Jasmin Egger-Achermann


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Rio 2016 : montagnes russes d’émotions

Kübler war nicht nur der beliebteste Sportler des Landes, sondern gehörte auch auf internationaler Ebene zu den ganz Grossen. (LM 116379.5)

Im Gedenken an Ferdy Kübler Von Martin Born Bilder: Schweizerisches Nationalmuseum/ASL René Jacobs, Belgiens Radsport-Papst: «Küblers Schlussphase stellt auf jeden Fall für mich die zäheste, die tollste Schlacht dar, die ich je einen Strassenfahrer liefern sah, um die Entscheidung an sich zu reissen. (...) Einen totaleren Triumph kann man sich nicht vorstellen. Nachdem, was Kübler in Belgien zeigte, nähert er sich entschieden diesem anderen Champion der grössten Höhen, der da Fausto Coppi heisst. Er hat übrigens nicht wenig von dessen dämonischer Silhouette und von dessen Art zu fahren und zu siegen.» In der «Gazzetta dello Sport» staunte Guido Giardini: «Noch einmal hat Ferdy Kübler Gegnern aus den verschiedensten Ländern seine Klasse als grosser Champion aufgezwungen. Seine Ausnahmeform macht ihn zurzeit unschlagbar.» Das französische Magazin «Miroir Sprint» schrieb unter Küblers Bild auf der Titelseite: «Der Wert der von Kübler erzielten Leistung, der in einer Woche Rom–Neapel–Rom, die swiss-cycling.ch 1 2017

Flèche Wallonne sowie Lüttich–Bastogne– Lüttich gewonnen hat, hievt diesen auf die Ebene eines Superchampions des Radsports und macht ihn zum Ebenbürtigen von Fausto Coppi selber.» Wenn auf Ferdy Küblers Karriere zurückgeblickt wird, stehen seine Siege bei der Tour de France 1950 und an den Strassenweltmeisterschaften 1951 im Mittelpunkt. Was auch an seinem grossen Rivalen Hugo

Koblet liegt, auf dessen Triumph am Giro d’Italia 1950 und an der Tour de France 1951 Kübler, wie er gerne erzählte, reagieren musste, um gegen den Pédaleur de Charme zu bestehen. Wenn Koblet gefeiert wurde, war das für Kübler Ansporn, um noch mehr zu trainieren. Und an jedem zweiten Tag über den Klausen zu fahren. Der Weg Küblers auf den Olymp des Radsports führte aber nur zum Teil über die


15 Strassen Frankreichs und jene von Varese. Seine beeindruckendsten Vorstellungen zeigte der «Adler von Adliswil» in Wallonien, im französisch sprechenden Teil Belgiens. Dort fand er am Ardennen-Wochenende die Rennen, die auf ihn zugeschnitten waren. Am Samstag die Flèche Wallonne, am Sonntag Lüttich–Bastogne–Lüttich. Zwei Klassiker, beide über 200 km lang, mit der gesamten Weltelite am Start. Ein Monster, das bis 1964 überlebte. Dann wurde die «Flèche» um drei Tage vorverlegt. In den Ardennen schaffte Kübler etwas Einmaliges: Er gewann die beiden Rennen gleich zweimal in Serie, 1951 und 1952, nachdem er sie als stärkster Fahrer geprägt hatte, mit fantastischen Aufholjagden nach tapferen Ausreissern, als tollkühner Abfahrer, gegen den Piloten auf den Begleittöffs keine Chance hatten, als souveräner Sprinter, wenn es auf der Zielgeraden sein musste.

Suisse. 450 Mal organisierte er für die Toggenburger Firma Anlässe mit Autogrammstunden und Vorträgen, liess die Plakate drucken, fuhr in seinem Mercedes in die abgelegensten Winkel der Schweiz, stellte dort im «Säli» einer Beiz den schweren Projektor auf, spannte die Filme ein, liess die Zuschauer in seinen Erinnerungen schwelgen und harrte so lange aus, bis die letzte Frage beantwortet war. Credit Suisse hiess 1977 noch Kreditanstalt und hatte ein Problem. Im «Chiasso-Skandal», kurz «SKAndal» genannt, wurden 1,4 Milliarden Franken verlocht. Um sich vom schlechten Image zu befreien, bot sich die Tour de Suisse an. Und mit ihr Ferdy

Kübler. Tour-de-Suisse-Boss Sepp Voegeli machte Kübler zum Botschafter, und der legte sich ins Zeug. Kübler akquirierte Inserate für das Programmheft und Autos für die Werbekolonne. Mit zwölf Autos begann er, auf dem Höhepunkt waren es 80. 1967 umfasste die TdS-Illustrierte 54 Seiten, Mitte der 1990er-Jahre kam sie als Buch mit 350 Seiten daher. Vollgestopft mit kleinen und grossen Inseraten, vollgestopft mit Kübler, der sich bei seinen Kunden auch gleich als Werbeträger verkaufte. Es war der Anfang des modernen Sportsponsorings. Und Küblers Höhepunkt als Werbe-Ikone. Es brauchte schon Bernhard Russi, um ihn zu übertreffen.

Weil Kübler seine Siege auf jedem Terrain feierte, Rundfahrten und Klassiker gewann, durfte er sich am Jahresende gleich drei Mal als Gewinner der prestigeträchtigen «Challenge Desgrange-Colombo» feiern lassen. Die nach den Begründern von Tour de France und Giro d’Italia benannte Jahreswertung krönte den besten Fahrer des Jahres. Kübler siegte 1950, 1952 und 1954, eine Leistung, die erst 1958 von Fred Debruyne egalisiert wurde. Danach wurde die Wertung vom «Superprestige Pernod» abgelöst. Und erst jetzt wurde Kübler übertroffen: von Eddy Merckx (7 Siege), Jacques Anquetil (5) und Bernard Hinault (4). Womit daran erinnert wäre: Kübler war nicht nur «Ferdy National», nicht nur der populärste Sportler im eigenen Land, unser Sportler des Jahrhunderts, wie dies eine Leserwahl der Fachzeitung «Sport» bestätigte: Er gehörte zu den ganz Grossen des internationalen Radsports. Es war nicht das Einzige, das Kübler auszeichnete. Fast ebenso bedeutend wie seine Karriere als Rennfahrer war jene als Berufsmann und Pionier: Ferdy Kübler war der erste Sportler, der merkte, wie sich sein Name vergolden liess. Der erste, der nach seiner Radsportkarriere mehr Geld verdiente als zu seiner Zeit als Weltstar im Sport. Er schaffte es, weil er im Leben danach genauso hart kämpfte wie im Sattel. Jeder, der je mal mit ihm zusammenarbeitete, lobt seine Pünktlichkeit, seine Liebenswürdigkeit, die Fähigkeit, auf die Leute einzugehen, seinen Einsatz, seine pingelig genauen Abrechnungen – und seine Intelligenz. Kübler kannte den Wert seines Namens, und er wusste, wie sich dieser steigern liess. Ganz zuoberst stand für ihn die Loyalität.

Ferdys Karriere als Radrennfahrer begann mit 21 Jahren. Zehn Jahre später war er der erste Schweizer Sieger der Tour de France.

Palmarès Geboren: 24. Juli 1919 in Marthalen (ZH) Radprofi: von 1940 bis 1957 Grösste Erfolge: Weltmeister Strasse (Varese [I], 1951) Schweizer Meister Strasse (1948, 1949, 1950, 1951, 1954) Gesamtsieger der Tour de France (1950) Acht Etappensiege an der Tour de France (2x 1947, 1949, 3x 1950, 2x 1954) Gewinner der Flèche Wallonne (1951, 1952) und Lüttich – Bastogne – Lüttich (1951, 1952) Gewinner der Tour de Suisse (1942, 1948, 1951) Gewinner der Tour de Romandie (1948, 1951) Gewinner der Challenge Desgrange-Colombo (1950, 1952, 1954)

Die beiden intensivsten Partnerschaften pflegte Kübler mit Bio-Strath und der Credit swiss-cycling.ch 1 2017


16 Franz Gallati Präsident Swiss Cycling

noch am meisten Wasser hatte, als bester Fahrer.

Die Radsportwelt trauert um Ferdy Kübler, eine der grössten Radsportlegenden unserer Zeit. Viele von uns vermögen sich noch an die legendäre Zeit von Kübler und Koblet zu erinnern, in welcher der Schweizer Radsport in Hochblüte stand und die durch unsere unglaublichen Talente mitgeprägt wurde. Diese unvergessliche Ära ist jetzt zu Ende.

Wir haben den Radsport zu zwei völlig verschiedenen Zeiten erlebt, dessen war er sich bewusst. Er sagte gerne, während seiner Zeit sei alles ganz anders gewesen als heute, das könne man nicht vergleichen. Er hatte grosse Klasse. So werde ich ihn in Erinnerung behalten.

Der am 24. Juli 1919 geborene Ferdy begann mit 21 Jahren seine Karriere als Radrennfahrer. Zehn Jahre später gelang es ihm, als erster Schweizer die Tour de France zu gewinnen. Ein Jahr später liess sich der «Adler aus Adliswil» im italienischen Varese zum Strassenweltmeister krönen. Zu diesen Grosserfolgen kommen über 400 weitere Siege, unter anderem auch der dreifache Sieg der Tour de Suisse in den Jahren 1942, 1948 und 1951. Sein unvergesslicher, kampfbetonter Fahrstil verhalf «Ferdy National» dazu, zu einem der erfolgreichsten Schweizer Radrennfahrer aller Zeiten zu werden. 1957 beendete Ferdy Kübler seine aktive Karriere und war fortan im Sportmarketing tätig. Für sein Lebenswerk wurde ihm im Jahr 2010 der «Lifetime Award» zugesprochen.

Olivier Senn Generaldirektor Tour de Suisse Bald 75 Jahre sind seit seinem ersten Sieg an der Tour de Suisse vergangen. Jetzt ist der Ende 2016 Verstorbene wieder gegenwärtig. Sein Tod lässt die Erinnerung an die grandiosen Erfolge als Radrennfahrer, Werbeträger und erfolgreichen Geschäftsmann neu aufleben. Ferdy Kübler und die Tour de Suisse sind eng miteinander verbunden: Ein grosser Teil der Popularität unserer Landesrundfahrt hängt mit der Arbeit und den Erfolgen von «Ferdy National» zusammen. Drei Gesamt- und elf Etappensiege, die unvergesslichen Duelle mit seinem Rivalen Hugo Koblet machten ihn zum Helden unserer Landstrassen. Ferdy feierte Erfolge im Ausland, gewann 1951 das Regenbogentrikot des Weltmeisterschaftsrennens und durfte sich das gelbe Trikot der Tour de France 1950 überstreifen lassen.

Aussagen und Eindrücke aus der Ära vor und nach dem Weltkrieg. Ferdinand Kübler, in einfachsten Verhältnissen aufgewachsen, mit der Mühsal der Arbeit vertraut, hat mit seinem unbeugsamen Willen und gegen das Erziehungsideal seines Vaters, der den Radsport strikt ablehnte, Grosses geschaffen. Durch seine Siege und das ständige Duell mit Hugo Koblet hob er die Faszination der Menschen für den Radsport in neue Höhen. Nach der Rennfahrerkarriere brachte er seine persönliche Ausstrahlung und die Liebe zum Radsport in die Organisation der Tour de Suisse ein. Nicht nur war Kübler als Werbeträger in der Gunst der Menschen, sondern auch als erfolgreicher Akquisiteur von Inseraten. Er erfüllte die Aufgabe «immer persönlich und mit einem Mittagessen» statt einfach per Telefon, wie er einmal zu Protokoll gab. Sein Auftreten während der Rennen war umgeben von einem Hauch Glamour. In Weiss gekleidet und gut rasiert war seine Erscheinung makellos. So konnte er sicher sein, das beste Bild für die Zuschauer abzugeben und dabei die im Kofferraum seines Mercedes mitgeführten Autogrammkarten an den Mann, die Frau und besonders an die Jugend zu bringen. Kübler war einer der Ersten, die im Begleitauto ein Telefon mitführten, um mit dem Renngeschehen und den Sponsoren stets in Verbindung zu sein. Die Radsport-Schweiz hat vom Duo Kübler/Koblet in grossem Mass profitiert. Als Verantwortlicher der Tour de Suisse bin ich Ferdy Kübler dankbar für den umfassenden Beitrag zugunsten der Landesrundfahrt. Seine umgängliche Art, die ich schon als junger Radsportschüler persönlich erleben durfte, und seine Leistungen werden der Nachwelt in freudiger Erinnerung bleiben.

Fabian Cancellara Zweifacher Olympiasieger

Allzu leicht gehen solch markante Leistungen der Radfahrer aus früheren Epochen vergessen. Die Etappen waren lang, die Strassen oft ungeteert, schlecht und gefährlich, die Hotels einfach, der Schlaf kurz:

Von jeher war der Radsport die grosse Leidenschaft von Ferdy Kübler. Ich werde ihn immer als grosse Persönlichkeit in Erinnerung behalten. Dank meiner Karriere hatte ich mehrmals die Gelegenheit, ihn zu treffen – vor allem aber dazu, mit ihm zu telefonieren. Er erzählte sehr gerne von der Radsportgeschichte von damals. Das tat er so gerne, dass ich während seiner Erzählungen den Eindruck hatte, vor mir stehe ein Kind mit glänzenden Augen, das vor dem Weihnachtsbaum seine Geschenke auspackt. Ihn faszinierte, wie sich die Verpflegung entwickelt hatte. Früher stand den Fahrern während der Rennen nur ein Bidon zur Verfügung. Dieser Umstand war zu einem Spiel geworden: Im Feld versuchten die Fahrer, so wenig wie möglich zu trinken, denn am Ende des Rennens galt jener, der

Ferdy Kübler und Hugo Koblet haben die Blütezeit des Schweizer Radsports mit ihrem unvergleichlichen Talent geprägt. (LM 118294.4)

Lieber Ferdy, wir sind unheimlich stolz auf dich und werden dich nie vergessen.

swiss-cycling.ch 1 2017


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«Was man gerne macht, macht man besser» Die Hindernisse des bikecontrol-Parcours passen sich jedem Niveau an.

Herzblut, Leidenschaft und Tatkraft: Mit diesen wichtigen Eigenschaften begeistert Theo Stauffer Kinder für das Radfahren. «Ready to Ride» hat den passionierten Leiter des Programms bikecontrol in Oberdorf (SO) getroffen. Von Virginie Marquis Bilder: Swiss Cycling Theo Stauffer wohnt in einem Einfamilienhaus oberhalb von Solothurn. Mit dem Wald in Griffnähe und gefühlte zwei Radumdrehungen vom Weissenstein entfernt, eignet sich der Ort bestens für Mountainbiketouren und andere Outdooraktivitäten. Zweifelsohne kein Zufall, dass sich dieser sportlich-dynamische Familienvater ausgerechnet hier niedergelassen hat. Das Mountainbike hielt vor rund zwölf Jahren in Theo Stauffers Alltag Einzug – dank seiner Tochter. Die Begeisterung, mit der die damals Sechsjährige zu den wöchentlichen Trainings ihres Solothurner Clubs Tropical Team fuhr, war ansteckend. Bald schon ging der Vater dem Clubtrainer zur Hand. Er begleitete die Kinder zu den Trainings und half beim Aufstellen der jeweiligen Übungsparcours, mit denen er nicht zuletzt seine eigene Fahrtechnik verbesserte. Seither bringt Theo Stauffer Kindern auf spielerische Art und Weise eine bessere Fahrtechnik bei.

Als er seine Tochter zunächst an regionale und später an nationale Rennen begleitete, stellte er fest: «Das A und O für gute Resultate ist das Beherrschen der Technik. Körperliche Stärke allein reicht nicht.» Basierend auf dieser Erkenntnis entwickelte der ausgebildete Informatiker spezifische Übungen und Hindernisparcours, damit die angehenden Mountainbikerinnen und -biker ihren Gleichgewichtssinn trainieren und an ihrer Fahrtechnik feilen konnten. Einige Jahre begleitete Theo Stauffer erst seine Tochter und später auch seinen Sohn an Rennen, wo er viele schöne Momente erlebte, aber auch die Opfer und den Druck kennenlernte, die der Leistungssport mit sich bringt. Darum wollte er seine Fahrtechnikkurse allen Kindern anbieten. Ziel war es, mit interessierten Kindern zu trainieren, seine Erfahrungen aus den Rennen zu teilen und ihnen Sicherheit und Freude im Umgang mit dem Rad zu vermitteln. Dass er genau zu diesem Zeitpunkt Sven

Montgomery traf, der für Swiss Cycling damals den Nachwuchs und die Ausbildung verantwortete, beschleunigte das Ganze. «Sven benötigte dringend jemanden für eine Veranstaltung von Back on Bike in Chur. Ich bin hingegangen – und so hat alles angefangen.» Lernen, Hilfe anzunehmen Seit 2013 fährt Theo Stauffer mit seinem bikecontrol-Anhänger in die Schulen. Inzwischen leitet er das Programm, das früher «Back on Bike» hiess. Er koordiniert alle Veranstaltungen, bildet die Instruktoren aus und erteilt natürlich auch selbst zahlreiche Kurse in den Schulen. Ausserdem hat er den Parcours eigenhändig erarbeitet, das Material verbessert und technische Anpassungen vorgenommen. Seit 2013 hat sich der Parcours stark weiterentwickelt und entspricht heute den Bedürfnissen der Kinder. Die meisten Übungen lassen sich ganz einfach an die verschiedenen swiss-cycling.ch 1 2017


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Theo Stauffer, Projektverantwortlicher bikecontrol

Niveaus der Teilnehmenden anpassen. «Damit die Kinder motiviert sind und Freude bekommen, müssen die Ziele unbedingt ihren Fähigkeiten entsprechen», erklärt Theo Stauffer. «Wir dürfen die Ziele nicht zu hoch, aber auch nicht zu tief ansetzen.» Der Instruktor muss stets einschätzen können, wann die verlangte Anstrengung in eine Überforderung kippen könnte, wodurch das Kind demotiviert würde. «Selbstverständlich sind die Ziele nicht für alle gleich – die Fortschritte aber schon! Es ist ein fantastisches Gefühl, einem Kind zuzusehen, wie es sich innerhalb von nur eineinhalb Stunden verbessert! Genau das motiviert mich.» Theo Stauffer ist überzeugt, dass bikecontrol für Kinder eine Art Lebensschule ist, lernen sie doch hier ihre Grenzen kennen und auch die Hilfe eines Instruktors anzunehmen. «Was man gerne macht, macht man besser.» Der Solothurner arbeitet nach der Methode der positiven Pädagogik: «Man muss dem Kind das zeigen, was es kann, und nicht das, was es nicht kann.»

Die Begeisterung und Leidenschaft, die aus Theo Stauffer sprechen, sind ansteckend: «Es macht mich unglaublich glücklich, wenn mich die Kinder nach einem Kurs im strömenden Regen fragen, wann ich wiederkomme oder ob sie in meine Bikeschule kommen dürfen. Ihre strahlenden Augen zu sehen, das ist der schönste Dank für mich!»

haben. Daher sollte gemäss Theo Stauffer jedes Kind in der 1. bis 6. Klasse der Primarstufe von diesen Kursen profitieren können. Zu diesem Zweck hat er sich ehrgeizige Ziele gesteckt: Mittelfristig möchte er die bikecontrol-Kurse, analog zu den Schwimmkursen, in die Liste der obligatorischen Schulfächer aufnehmen lassen.

Blick in die Zukunft Das Jahr 2016 war sehr intensiv. Theo Stauffer und seine Instruktoren betreuten mehr als 40 Kurstage an den Schulen, inklusive Ferienpässe. Zusätzlich waren sie an rund 20 Tagen an besonderen Veranstaltungen oder Messen präsent. Insgesamt hatten so nicht weniger als 4'500 Kinder die Gelegenheit, an einem bikecontrol-Kurs teilzunehmen.

Für Theo Stauffer ist bikecontrol die erste, vorbereitende Etappe für den Verkehrsunterricht. Um Verkehrsteilnehmer zu sein und die entsprechenden Regeln anwenden zu können, müssen die Kinder zuerst einmal ihr Rad beherrschen. Ausserdem ist das Velo ein wichtiges Fortbewegungsmittel im Langsamverkehr. Daher liegt es laut Theo Stauffer in der Verantwortung von Eltern und Schulen, die Velonutzung zu fördern. Theo Stauffer ist motiviert, sich diesen politischen Herausforderungen mit viel Herzblut zu stellen. Er hofft, sein Ziel innerhalb von fünf bis zehn Jahren zu erreichen. Bis dahin steht bikecontrol allen interessierten Schulklassen zur Verfügung. Die Instruktoren freuen sich, auch 2017 wieder viele Kinder zu begleiten.

Der Nutzen von bikecontrol ist unbestritten: Sowohl Eltern und Lehrkräfte als auch Verkehrsinstruktoren der Polizei bestätigen, dass die Kinder, die an diesen Kursen teilnehmen konnten, sich auf dem Velo viel besser fühlen, sich sicherer verhalten und ihr Rad generell besser beherrschen als Kinder, die nicht am Kurs teilgenommen

Die Übungen sind spielerisch und von den Kindern sehr beliebt.

Was ist ein bikecontrol-Workshop? bikecontrol will Kindern im Alter von sieben bis zehn Jahren den Spass am Radfahren vermitteln und sie dazu animieren, das Fahrrad als Fortbewegungsmittel zu wählen. Durch die vermittelten Technikelemente erlangen die Kinder mehr Sicherheit im Umgang mit dem Velo. bikecontrol ist das ideale Basismodul für die Vorbereitung zur Veloprüfung, für einen Bike-/Veloausflug mit der Klasse, ein Bike-/Veloklassenlager oder eine Bike-/Veloprojektwoche.

Was machen wir? Mithilfe unserer Partner, alles ausgebildete Swiss Cycling MTB Guides mit J+S-Radsportleiter-Weiterbildung, besuchen wir mit unseren bikecontrol-Anhängern Schulen und Anlässe in der ganzen Schweiz. In einer Doppellektion (1,5 Stunden) vermitteln unsere bikecontrol-Leiter den Kids auf spannende Art und Weise Tipps und Tricks rund ums Radfahren.

Was muss ich machen, damit bikecontrol auch zu mir kommt? Melden Sie Ihr Interesse über das Reservationsformular direkt auf die Internetseite von Swiss Cycling. Bitte beachten Sie die bikecontrol-Bestimmungen.

Wie viel kostet mich bikecontrol? Dank grosszügigen Sponsoren und Gönnern können wir 2017 40 bikecontrol-Workshops in Schulklassen und für Ferienpässe gratis anbieten. Danach kostet ein Tag CHF 1'500.– exkl. MwSt. Wir vergeben die Gratisworkshops nach Eingang der Anmeldung auf dem Reservationsformular. Sie finden alle Informationen und das Reservationsformular auf der Website auf: www.swisscycling.ch/de/breitensport/2016-02-16-11-54-26/bikecontrol.html

swiss-cycling.ch 1 2017


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Transponder und Lizenz obligatorisch seit 1. Januar 2017 Ab diesem Jahr müssen die BMX-Fahrer mit einem persönlichen Transponder ausgerüstet sein.

Die Technische Kommission (FAKO) hat auf Antrag der BMX-Vereine entschieden, dass alle Fahrerinnen und Fahrer für die Teilnahme an den Swiss-Cup-Rennen sowie an den ARB- und/oder DSM-Meisterschaften bei Swiss Cycling eine Lizenz und einen persönlichen Transponder beantragen müssen. So sollen die Zeitmesssysteme und die Veröffentlichung der Ergebnisse vereinfacht werden. Die neue Regelung gilt seit 1. Januar 2017. Die Lizenzen und Transponder können ab sofort bei Swiss Cycling bestellt werden. Von Letizia Paladino Bild: Craig Dutton Um den Zahlungsverkehr rund um den Kauf der Transponder zu vereinfachen, hat Swiss Cycling beschlossen, den Preis für die Lizenz 2017 um eine Pauschale von 47 Franken zu erhöhen. In den folgenden Jahren wird Moto-Sheets, die Herausgeberin der Transponder, die jährlichen Abonnementsgebühren direkt erheben. Für die Erneuerung ihrer Lizenz sind die Athleten selbst verantwortlich. Im Fall von Fehlfunktionen und Beschädigung des Transponders wird dieser gegen Rücksendung an folgende Adresse kostenlos ersetzt: Bei Verlust des Transponders ist die Summe von 47 Franken erneut zu entrichten. Bei der Beantragung der Lizenz haben die

Fahrer eine Kopie eines gültigen Personalausweises (ID oder Pass) vorzulegen. Ohne diesen wird kein UCI-Code herausgegeben, und die Fahrer können sich somit nicht für nationale und internationale Rennen anmelden.

und Fahrräder stichprobenartig kontrolliert. Bei Nichteinhalten der Vorschriften kann die Rennleitung fehlbare Fahrer verwarnen oder vom Rennen ausschliessen.

Um die Lizenz zu erhalten, sind folgende Punkte zu beachten: Der Fahrer muss seinen festen Wohnsitz in der Schweiz haben. Er muss einem Schweizer Verein angehören, der Mitglied von Swiss Cycling ist. Er muss Mitglied von Swiss Cycling sein.

Für weitere Auskünfte steht Ihnen Daria Kaiser (daria.kaiser@swiss-cycling.ch), Verantwortliche Lizenzen, gerne zur Verfügung.

Das offizielle Reglement für die Saison 2017 ist ab sofort auf der Seite von Swiss Cycling aufgeschaltet. Wir danken für die Kenntnisnahme. Während der gesamten Saison werden die Lizenzen, Sicherheitsausrüstungen

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Die Schweiz holt sich den Weltmeistertitel mit Bravour zurück Das Schweizer Quartett hat sich bei der Präsentation seines Programms in Stuttgart vor einem begeisterten Publikum keine Blösse gegeben.

Der Schweizer Kunstrad-Vierer – mit Céline Burlet, Jennifer Schmid, Melanie Schmid und Flavia Zuber – holte den Titel an den Hallenradsport-Weltmeisterschaften in Stuttgart vom 2. bis 4. Dezember 2016. Céline Burlet hat uns alles über dieses Wintermärchen erzählt – von der Zusammenstellung des Teams über die Geheimnisse der Wettkampfvorbereitung bis hin zum Finale in der aufgeheizten Halle von Stuttgart. Von Raphaël Crettol Bilder: Richi Reich/kunstrad-klick.ch und Céline Burlet gerät ins Schwärmen. Ihre Augen strahlen, als sie sich an den grossen Moment erinnert: «Vor 6000 Zuschauern bei einem Wettbewerb in Stuttgart anzutreten, ist für Kunstradsportler das Grösste. Allein teilnehmen zu dürfen, ist schon ein Traum. Und wenn man dann noch gewinnt − das ist einfach unbeschreiblich. »

«Wir können immer noch nicht so ganz glauben, was wir da geschafft haben.» Auch zwei Wochen nach ihrem Sieg erscheint es Céline Burlet fast unwirklich, dass ihr Team die Weltmeisterschaft in Stuttgart gewonnen hat. Die 22-jährige Sportlerin aus Thurgau gehört zum Schweizer Kunstrad-Vierer, der soeben den Titel holte. «Sicher bin ich stolz! Aber dass wir gewonnen haben, werden wir wohl erst so richtig fassen, wenn wir das Weltmeistertrikot überziehen», fährt sie fort. Dank ihrer in jeder Hinsicht perfekten Leistung dürfen die vier Teamkolleginnen nun das berühmte Regenbogentrikot tragen. Es kommt noch besser: Die vier Schweizerinnen haben den Titel in Deutschland errungen, dem Heimatland ihrer schärfsten Konkurrentinnen, das schon seit Jahren nahezu sämtliche Titel einheimst. Wir sitzen in einem kleinen Zürcher Café, swiss-cycling.ch 1 2017

Céline Burlet: «In Deutschland den Titel zu gewinnen war einfach unglaublich!»

Ein eingeschworenes Team Dieser Weltmeistertitel ist das Ergebnis langjähriger Teamarbeit. Die Erfolgsgeschichte beginnt im Jahr 2008, als Céline Burlet und Flavia Zuber beschliessen, zusammen mit den Schwestern Melanie und Jennifer Schmid ein neues Team zu bilden und für den RV Sirnach anzutreten. Schon bald zeigt sich, dass die vier Sportlerinnen gut harmonieren. Im Jahr 2010 feiern sie ihren ersten grossen Erfolg als JuniorSchweizer-Meisterin. Später dominierten sie auch in der Kategorie Elite.


23 in Malaysia konnten sich die vier Sportlerinnen nicht gegen die Konkurrenz aus Deutschland behaupten. Sie haben ihre Lehren aus diesem Misserfolg gezogen: «Wir wussten, dass wir uns auf diese Weltmeisterschaften falsch vorbereitet hatten. Also beschlossen wir, uns die Saisonplanung und unsere Ziele nochmals genau anzusehen. Natürlich hatten wir das Ziel, in Stuttgart zu gewinnen. Aber in diesem Jahr wollten wir einfach nur unsere Kür und unser ganzes Können zeigen. Wir wussten, dass wir eine Chance hätten, wenn wir eine fehlerfreie Kür abliefern würden. Also haben wir uns stärker auf die Performance und weniger auf das Ergebnis konzentriert», sagt Céline Burlet. Ein spannendes Finale mit triumphalem Ausgang Drei Tage vor Beginn des Wettbewerbs reist ein Schweizer Team an, das sich seiner Stärken bewusst ist. Am nächsten Tag, im freien Training, stimmt sich das Quartett auf das Hallenparkett in Stuttgart ein. «Wir haben bei diesem Training praktisch alle Unregelmässigkeiten des Bodens ‹erfahren› und uns eingeprägt», erklärt Céline Burlet. Im offiziellen Training, am nächsten Tag, läuft es für die vier Schweizerinnen dann wie am Schnürchen.

Ihr Erfolgsgeheimnis ist ihr harmonisches Zusammenspiel. Und diese Harmonie, davon ist Céline Burlet überzeugt, muss sich ein Team tagtäglich hart erarbeiten. «Du musst immer wieder Kompromisse schliessen, wenn du das Beste für dein Team willst. Auch, wenn du selbst vielleicht die Dinge manchmal anders angehen möchtest. Du musst den anderen so akzeptieren, wie er ist, denn du kannst ihn nicht ändern. Darum sprechen wird Probleme schon bei der kleinsten Unstimmigkeit an und lösen sie dann gemeinsam.» Zwischen den jungen Frauen im Team gibt es auch keine Konkurrenz. Denn wie Céline Burlet ganz richtig sagt: «Ein Team ist immer nur so stark wie sein schwächstes Mitglied.» Solidarität und gegenseitige Unterstützung sind im Kunstradfahren unverzichtbar. Die Präsentation ist wichtiger als das Ergebnis Im Jahr 2014 konnten Céline Burlet und ihre Teamkolleginnen den Titel schon einmal gewinnen, an den Weltmeisterschaften im tschechischen Brno. Die nachfolgende Saison war jedoch alles andere als einfach. «Wir haben uns nur darauf konzentriert, den Titel zu verteidigen, aber die Saison lief total schlecht», sagt Céline Burlet. In der Finalrunde der Weltmeisterschaften 2015

Endlich kommt der entscheidende Tag für die Frauen vom RV Sirnach: Am Freitag werden die ersten Wettkämpfe der HallenradsportWeltmeisterschaften ausgetragen. Auf die Qualifikationsrunde am Morgen folgen die Finalrunden am Abend. «Wir hatten ein gutes Gefühl. Wir haben uns auf den Wettkampf gefreut, waren gut in Form und in guter Stimmung», erzählt Céline Burlet. Die vier Schweizerinnen absolvieren die Qualifikationsrunde ohne grössere Fehler und gehen direkt in Führung – vor dem deutschen Team.

Im Finale treten die Teilnehmer mit der schwierigsten Kür gemäss Reglement als Letzte an. Für Céline Burlet und ihre Teamkolleginnen heisst das, sie dürfen den Wettbewerb beschliessen. «Das baut natürlich zusätzlichen Druck auf, denn wenn unsere Konkurrentinnen keine Fehler machen, müssen wir praktisch eine perfekte Kür abliefern», sagt Céline Burlet. «Ausserdem durften wir uns von den deutschen Zuschauern nicht aus dem Konzept bringen lassen!» Die deutschen Fahrerinnen setzen die Schweizerinnen mit einer ausgezeichneten Kür unter Druck. «Wir haben uns das Programm unserer Konkurrentinnen allerdings nur mit einem Auge angeschaut, um nicht zu sehr zu verkrampfen. Wir wussten, dass wir das deutsche Team auch dann übertreffen könnten, wenn es eine sehr gute Leistung zeigen würde», verrät Céline Burlet. Dann zeigen die vier Frauen des RV Sirnach den 6000 Zuschauern in Stuttgart, was sie können. «Natürlich war ich nervös und aufgeregt, aber das hat meine Konzentration nicht wirklich beeinträchtigt. Du fährst aufs Parkett, du spürst das Scheinwerferlicht und die Atmosphäre in der ausverkauften Halle, du hörst den Applaus», sagt Céline Burlet. Ihr Team liefert eine fehlerfreie Kür ab. Der Zauber wirkt. Nach ihrer bemerkenswerten Vorstellung haben die Schweizerinnen einen komfortablen Vorsprung von sechs Punkten vor den Deutschen. Zusammen mit den zahlreichen Fans, die sie nach Stuttgart begleitet haben, können die Schweizerinnen ihren Sieg bejubeln. Céline Burlet und ihre Teamkolleginnen haben die Revanche gewonnen und sich den Weltmeistertitel zurückerobert. Aber das Duell mit Deutschland geht weiter: An den nächsten Weltmeisterschaften in Dornbirn (Ö) werden die vier ihren Titel verteidigen. 

Eine erfolgreiche Saison für die Schweiz Ausser der Goldmedaille von Céline Burlet, Jennifer Schmid, Melanie Schmid und Flavia Zuber (siehe Hauptartikel) im Damen-Vierer gewann die Schweiz noch eine Silber- und zwei Bronzemedaillen. Im Medaillenspiegel der Hallenradsport-Weltmeisterschaften, die vom 2. bis 4. Dezember 2016 in Stuttgart stattfanden, belegte die Schweiz somit einen beeindruckenden zweiten Platz hinter Deutschland. Nathalie Walter und Seraina Waibel waren mit dem sechsten bzw. siebten Platz in der Kategorie Damen Einzel weniger erfolgreich. Am nächsten Tag verpassten Lukas Burri und Fabienne Hammerschmidt die Chance auf eine Medaille im gemischten Doppel: Sie wurden Fünfte. Erst am letzten Wettkampftag konnte die Schweiz ihre drei weiteren Medaillen erringen. Fabienne Gamper und Rahel Nägele holten Bronze im Zweier − vor Nathalie Steinemann und Michèle Griesser. Bei den Männern erreichte Yannick Martens einen tollen dritten Platz, Lukas Burri wurde Fünfter. Bei den Radballturnieren der Schweizer herrschte eine fantastische Stimmung. Getragen von ihrem wohlwollenden Publikum erreichten Dominik Planzer und Roman Schneider das Finale, bevor sie sich nach einem rasanten Match den Titelverteidigern aus Österreich geschlagen geben mussten und als Lohn für ihren Einsatz die Silbermedaille in Empfang nehmen durften.

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Herzliche Gratulation!


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In Flims gibt es bereits mehrere Ladestationen. Sie sind in eine Tafel mit Besucherinformationen zu den verschiedenen Routen integriert.

Wie das E-Bike einem Ferienort neuen Schwung verleiht Von Raphaël Crettol Bild: gaudenzdanuser.com Graubünden setzt Massstäbe in der internationalen Szene für E-Bikes, besser bekannt unter der Bezeichnung Elektrovelos. Immer mehr Regionen investieren in den neuen Trend. So auch das Dorf Valendas im Safiental (GR). Der kleine Ferienort soll dank dem E-Bike und einer Zusammenarbeit mit Flims Fahrt aufnehmen. Valendas ist bestimmt nicht der bekannteste Ferienort Graubündens. Idyllisch im Safiental eingebettet, liegt das Dorf auf der den grossen Ferienorten Flims und Laax gegenüberliegenden Talseite. Dennoch hat dieser 300 Einwohner zählende Weiler hoch über der Rheinschlucht mit seinen alten, unverswiss-cycling.ch 1 2017

fälschten Häusern, der bezaubernden Natur und seiner Nähe zum Naturpark Beverin einiges zu bieten. Jedes Jahr durchstreifen mehr als 80'000 Wanderer die Region. Vor zehn Jahren haben sich mehrere Einheimische, die sich des Potenzials ihres

Dorfes bewusst waren, zusammengetan und eine Stiftung gegründet mit dem Ziel, der Gemeinde neuen Schwung zu verleihen. Drei Entwicklungsschwerpunkte wurden realisiert: Ausbau des öffentlichen Verkehrs, Wanderwege und Fahrradrouten. Um ihr Angebot im Bereich Sporttourismus


27 zu erweitern, setzt die Stiftung auch auf das Fahrrad und insbesondere das Elektrovelo resp. E-Bike. Dieses Entwicklungsprojekt wird durch eine Zusammenarbeit mit dem Nachbarort Flims umgesetzt – einem Pionier in diesem Bereich.

Mehrere Hersteller produzieren inzwischen E-Bikes. Wurde das Elektrovelo zunächst vor allem für den Freizeitradsport auf der Strasse genutzt, sind inzwischen batterieunterstützte Mountainbikes erhältlich, mit denen auch Trails befahren werden können.

Feriendestination Flims als Vorreiterin Aufgrund seiner Topografie verfügt der Kanton Graubünden über ein einzigartiges Angebot an MTB-Routen. Allmählich erobert aber ein anderes Verkehrsmittel einen Platz für sich unter den Tourismusmöglichkeiten auf zwei Rädern: das E-Bike. Dabei handelt es sich um ein Fahrrad oder Mountainbike, dessen Pedalantrieb durch eine wieder aufladbare Batterie unterstützt wird. Als einer der ersten Ferienorte erkannte die Region Flims das grosse Potenzial und ist seit 2006 mit Ladestationen für E-Bikes ausgerüstet. Initiant ist Marc Woodtli, Produktmanager des Tourismusbüros im Bündner Ferienort und eingefleischter Mountainbiker. «Anfänglich litt das E-Bike unter einem Imageproblem», erklärt Marc Woodtli. «Das Elektrovelo galt als Fahrrad für alte oder kranke Leute. Das Image dieses Verkehrsmittels musste also korrigiert werden. Deshalb wandten sich die Hersteller an die Ferienorte in den Bergen, um dem E-Bike zu einem jüngeren und dynamischeren Image zu verhelfen.»

Tourismusexperte Woodtli spürte den wachsenden Markt im Bereich der E-Bikes und lancierte mit der Unterstützung der Gemeinde im Jahr 2015 ein auf dem ganzen Gemeindegebiet angelegtes Tourennetz extra für Elektrovelos. Ein heikles Unterfangen, bei dem selbstverständlich alle unterschiedlichen Nutzer berücksichtigt werden müssen. Es gilt also Kompromisse zu finden. So ist ein grosser Teil des Berggebiets oberhalb von Flims den Wanderern vorbehalten. Während der Jagdsaison schliesst eine MTB-Freeride-Strecke eine Stunde früher, um das Gelände den Jägern zu überlassen.

E-Bikes verbreiten sich rasant, und mit ihnen wächst der Markt für Elektrovelos.

Der letzte Schritt besteht darin, an wichtigen Orten Ladestationen aufzustellen: bei Aussichtspunkten, an Seen, neben Restaurants. Wegen ihrer Abhängigkeit von den Ladestationen folgen E-Biker – anders als herkömmliche Mountainbiker – mehrheitlich einer festgelegten Route. Flims und Laax verfügen inzwischen über sieben Ladestationen, an denen E-Biker ihr Velo kostenlos aufladen können. Jede Ladestation verfügt über zu allen Modellen passende Kabel. Zudem informiert ein Schild über

mögliche Routen, die Nutzung des E-Bikes und über die Ferienregion. Valendas folgt dem Beispiel Nach einer zweijährigen Testphase zieht Marc Woodtli ein eindeutiges Fazit: «Das Produkt E-Bike ist zu gross für die Region Flims alleine. Möchte ein Gast eine Woche Tourenferien mit dem E-Bike machen, fährt er schliesslich im Kreis. Also mussten wir das Tourennetz erweitern.» Just zu diesem Zeitpunkt erfuhren die Verantwortlichen in Flims von den Plänen der Stiftung Valendas. Die beiden Regionen – das stattliche, vor moderner Tourismusinfrastruktur strotzende Flims und das kleine, idyllische und naturnahe Dorf in der Gemeinde Safien – ergänzen sich perfekt: Flims kann sein E-Bike-Netz in der Umgebung der Rheinschlucht erweitern, und Valendas profitiert vom Know-how des grossen Nachbarn im Bereich Elektrovelo, um seinem Tourismusangebot neuen Schwung zu verleihen. Schon bald werden Valendas und das Safiental von diesem neuen Angebot profitieren können. Im Mai ist die Installation von vier Ladestationen geplant. Dank einer ausgeklügelten Anordnung können Gäste über Valendas und Versam durch das Safiental bis nach Tenna fahren. Die Ladestationen sollten ab Anfang Juni 2017 in Betrieb sein.

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Trotz einer Saison mit vielen Hochs und Tiefs hat Jolanda Neff immer ein Lächeln auf den Lippen. Für ihre weitere Karriere ist sie zuversichtlich.

Neues Team – neues Glück Es läuft nicht immer alles nach Plan. Nach einer Saison mit einigen bösen Überraschungen (mehrere Stürze, Auflösung ihres Teams) hat Jolanda Neff beschlossen, ihrem Leben eine neue Wendung zu geben: Im September hat die junge St. Gallerin neben ihrer Sportkarriere ein Geschichtsstudium an der Universität Zürich begonnen. Nach dem Trainingslager mit der Nationalmannschaft auf den Kanarischen Inseln haben wir sie getroffen, um ein bisschen mehr über ihr neues Leben zu erfahren. Interview: Letizia Paladino Bilder: Armin Küstenbrück; Andreas Dobslaff Jolanda Neff, trotz eines Blitzstarts im letzten Jahr ist nicht alles gelaufen wie gewünscht. Erzählen Sie uns ein bisschen über das Jahr 2016. Meine ersten Olympischen Spiele wurden von einem Unfall eine Woche vor dem Mountainbikerennen überschatten. Ende Mai stürzte ich beim Weltcup in La Bresse, Frankreich, auf meinen Brustkorb. Ich brauchte zwei Monate, bis ich wieder ohne Schmerzen beim Atmen biken konnte. Darunter litten die Weltmeisterschaften, wo ich nur Achte wurde, und der Weltcup Lenzerheide, wo ich aber bereits wieder Dritte war. Die Schweizer Meisterschaften eine Woche später gewann ich und gleich darauf sogar die Polen-Rundfahrt auf der Strasse. In Rio stürzte ich im Training erneut auf die gleichen Rippen. Nur eine Woche später erreichte ich beim olympischen MTB-Rennen swiss-cycling.ch 1 2017

mit starken Schmerzen den sechsten Rang. Einen Monat danach hatte ich mich so weit erholt, dass ich den Weltcup in Andorra gewinnen konnte. Von 15 Cross-Country-Rennen, zu denen ich gestartet bin, konnte ich elf gewinnen. Ich wurde Europameisterin, gewann zwei Weltcups, bin die Weltnummer 1, wurde zusätzlich im Marathon Weltmeisterin, fuhr beim Strassen Weltcup in Italien aufs Podest und holte zwei olympische Diplome. Es stimmt, dass ich bei Olympia gescheitert bin. Doch wenn man von einer schlechten Saison sprechen will, muss man schon eine sehr hohe Messlatte ansetzen. Wie geht es Ihrem Rücken? Haben Sie noch Schmerzen? Die Rückenmuskulatur verkrampfte sich in erster Linie wegen der stark geprellten Rippen, die mir beim Atmen weh taten.

Sobald die Rippen verheilt waren, spürte ich auch den Rücken nicht mehr. Momentan geht es mir gut, und ich kann uneingeschränkt trainieren – abgesehen vom Mittelhandknochen, den ich mir kürzlich gebrochen habe. Doch da ich mir letzten Winter in der gleichen Woche vor Weihnachten schon die andere Hand brach, habe ich damit nun bereits Übung. Im September haben Sie ein Studium begonnen. Wie sind die ersten Monate als Studentin verlaufen? Es war eine äusserst intensive Zeit, denn meine Verpflichtungen für den Sport wurden nicht weniger. Einen Tag, nachdem ich vom Swiss Epic nach Hause gekommen war, startete ich mein Studium an der Universität Zürich. Ich studiere Geschichte im Hauptfach und im Nebenfach englische und französische


29 Ich kann entscheiden, ob ich mehr Kurse besuchen oder mich ein bisschen entlasten möchte. Es ist beruhigend zu wissen, was mich erwartet – das hilft mir, mein Ziel im Auge zu behalten. Man muss sich einfach organisieren. Im Januar habe ich die Semesterferien dazu genutzt, um mit der Frauen-Nationalmannschaft ins Trainingslager auf die Kanarischen Inseln zu reisen.

Konkurrentinnen. Niemand hat gesagt: «Sie hat kein Team mehr – macht eine Gegnerin weniger.» Alle haben versucht, mir zu helfen und sich um mich zu kümmern. Wir teilen dieselbe Leidenschaft und dieselben Ziele, was die Freundschaft mit anderen Bikerinnen nicht selbstverständlich, dafür umso einmaliger macht. Sie waren zu jung für eine Teilnahme in London und konnten in Rio leider nicht das erreichen, was Sie sich vorgenommen hatten. Haben Sie bereits Tokyo im Auge?

Wir müssen also keine Angst haben, dass Sie mit dem Mountainbikesport aufhören? [Lacht] Nein, sicher nicht! Dennoch wären Sie letztes Jahr beinahe ohne Team dagestanden. Wie haben Sie diese etwas schwierige Zeit erlebt? Ich war schockiert. Mein Vertrag hätte noch bis Ende 2017 weiterlaufen sollen. Mir wurde die Entscheidung eine Woche nach Rio mitgeteilt. Das war ein seltsamer Moment. Ich durfte öffentlich noch nicht über die Auflösung meines Teams sprechen, hatte zugleich aber kein Team mehr. Ich habe mich mit meinen Mountainbikekolleginnen unterhalten. Sie sagten mir, sie würden mit ihren Managern sprechen, um herauszufinden, ob es in ihrem Team einen Platz für mich gebe. Ich hatte offiziell noch nichts bekannt gegeben, als bereits neun Teams mit mir Kontakt aufgenommen hatten. Die Unterstützung der Mountainbikefamilie war unglaublich, besonders unter meinen

Dann werde ich zu alt sein [lacht]. Alle reden bereits von Tokyo, aber für uns ist der Weg noch weit. Es finden noch Weltmeisterschaften und Weltcuprennen statt. Ich habe gerade erst ein neues Team gefunden, und möchte jetzt ruhig schauen, wie es weitergeht. 2015 war mein Vater mein Mechaniker, eine Freundin war meine Physiotherapeutin. Und dann ganz plötzlich hatte ich einen neuen Manager, neue Mechaniker, neue Physiotherapeuten. Ich fand es schade, dass vor einer Olympiasaison derart tief greifende Veränderungen vollzogen wurden. Ich bin sicher, dass es ein wenn nicht sogar DER entscheidende Erfolgsfaktor ist, ein stabiles Team zu haben. Nino Schurter ist der einzige Schweizer Biker, der sein Leben lang im gleichen Team fahren konnte. Alle anderen mussten ihre Teams wechseln – oft unfreiwillig. Wenn ein Team aufgelöst wird, das Budget verkleinert wird oder ein

Literatur. Besonders ein neues Team zu suchen, nahm viel Zeit und Energie in Anspruch. Daneben standen mit fast allen meinen bisherigen Sponsoren Events auf dem Programm wie der Super10Kampf, Biketouren, Autogrammstunden, Fotoshootings und Interviews. Zusätzlich machte ich eine J+S-Ausbildung – und auch das Training wollte ich nicht vernachlässigen. Aber es tut mir gut, etwas für den Kopf zu tun. Das Studium gefällt mir gut, und mittlerweile wohne ich in einer WG in Zürich. Mein Rennvelo ist dort stationiert, und so kann ich von da aus trainieren. Ist es nicht schwierig, Trainings, Sponsoren und Studium unter einen Hut zu bringen? Doch, das ist sehr schwierig. Der Anfang ist immer kompliziert. Man muss sich angewöhnen und sich zurechtfinden. Bevor ich ein Zimmer in der Nähe der Universität fand, musste ich pendeln oder bei Freunden übernachten. Ich hatte immer meinen Koffer dabei. Nun ist es schon viel einfacher. Ich habe mich auch in der Fakultät eingelebt und weiss nun, was die Lehrpersonen erwarten und wie man die Bibliothek benutzt. Neben dem Studium nehmen Training und Veranstaltungen meine Zeit in Anspruch, aber ich bin sicher, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Die Universität ermöglicht es mir, meine Studienpläne alle sechs Monate neu zusammenzustellen.

Jolanda Neff ist Cross-Country-Europameisterin 2016! swiss-cycling.ch 1 2017


30 Sponsor aussteigt, stellt das einen Athleten jedes Mal vor riesige Umwälzungen. Ich bin überzeugt, dass alle Schweizer Biker, die momentan im Nationalteam sind, das Zeug haben, einen Weltcup zu gewinnen. Doch nicht alle konnten von der gleichen Stabilität profitieren. War das bei Ihnen ähnlich? 2013 und 2014 fuhr ich zwei Jahre lang mit dem gleichen Team, gewann den Gesamtweltcup als jüngste Fahrerin und wurde zum dritten Mal U23-Weltmeisterin. Danach löste sich das Team auf, das nächste ebenfalls, und ich musste mich nun drei Mal auf ein komplett neues Umfeld einstellen. Mit dem KROSS Racing Team möchte ich Stabilität finden und eine Familie, in der ich mich auf Dauer wohlfühle. Es hilft, dass ich Maja Włoszczowska und Fabian Giger bereits gut kenne. Ich möchte das Erlebte nicht noch einmal durchmachen und auch nicht, dass wieder das ganze Team sechs Monate vor dem wichtigsten Termin einer Sportkarriere verändert wird. Sie sprechen immer über Ihren Vater und sagen sogar, er sei Ihr bester Freund. Haben Sie eine besonders gute Beziehung zu ihm? Ja, wir haben eine sehr enge Beziehung. Er weiss, wie ich ticke und wozu ich fähig bin. Er weiss zum Beispiel, dass ich im Training sehr gerne Spiele oder Wettkämpfe mache und ein Umfeld brauche, mit dem ich Spass haben kann – das ist mir wichtig, dann gehe ich bis ans Limit. Um ein Rennen zu gewinnen, gebe ich alles. Ich liebe Herausforderungen. Er versteht das, und in einem solchen Umfeld kann ich mich wirklich am besten weiterentwickeln. Ich liebe meine ganze Familie und verbringe mit allen gerne Zeit, aber Velo fahren mit meinem Vater macht am meisten Spass. Wird er zum KROSS Racing Team zurückkehren? Nein, das wird er nicht. Er hat alles aufgegeben, um mein Mechaniker zu werden und mir zu Stöckli zu folgen. Nachdem dieses Unterfangen so plötzlich zu Ende war, hatte er grosse Mühe, wieder Arbeit zu finden. Nun hat er endlich eine Vollzeitstelle, und ich denke, das ist gut für ihn. Ich will nicht, dass er nochmals alles aufgibt und erneut eine böse Überraschung erlebt. Wir können ausserdem entspannter zusammenarbeiten, wenn er nur mein Trainer ist. Er wird mich bestimmt auch dieses Jahr an die Rennen in der Schweiz begleiten, denn er ist selbst noch aktiv und fährt Rennen. Im Sprint habe ich immer noch keine Chance gegen ihn! 

Sechste an den Olympischen Spielen in Rio: Nur allzu gerne wäre Jolanda Neff zuoberst aufs Podest gefahren. swiss-cycling.ch 1 2017


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Radsport und Ökologie – da gibt es noch viel zu tun Radfahren schützt die Umwelt? Weit gefehlt! Seit einigen Jahren haben Umweltschützer den Radsport im Visier. Zu Recht, denn manche Amateurradsportler sind der Ansicht, dass sie – wie die Profis – ihre Bidons oder Abfälle einfach wegwerfen können. Diese Praxis muss aufhören. Ganz gleich, ob Bidons oder Verpackungen bei einem Wettkampf ausserhalb der Wegwerfzonen landen oder beim Training auf der Strecke bleiben: Sie haben in der Natur nichts zu suchen. Von Letizia Paladino Bild: Swiss Cycling Im UCI-Reglement ist das Wegwerfen von Abfall nicht eindeutig geregelt: «Es ist den Fahrern untersagt, auf der Strecke Nahrungsmittel, Verpackungen, Bidons, Kleidung usw. wegzuwerfen.» Sie dürfen sich aber dieser Gegenstände entledigen, wenn dies «sicher am Seitenrand» möglich ist. Klare Vorschriften macht das Reglement nur für Wettkämpfe: «Wenn die Organisatoren Wegwerfzonen eingerichtet haben, darf der Rennfahrer seine Abfälle nur dort sicher entsorgen.» Aber wie können die Organisatoren von Radrennen verhindern, dass Trinkflaschen – womöglich auch noch in Naturschutzgebieten – in die Umgebung geworfen werden? Für grosse internationale Veranstaltungen wurde eine angemessene Lösung gefunden. Dort nimmt man das Reglement beim Wort und verpflichtet die Fahrer, sich ihrer Abfälle in den Wegwerfzonen zu entledigen. «Seit einigen Jahren nimmt die Tour de Romandie ihre Verpflichtung gegenüber der Umwelt im Bereich Littering ernst und setzt sich für mehr Nachhaltigkeit ein. Auch wenn der Radsport bereits ein ‹grünes› Image hat und als Aushängeschild für ökologischen Sport und als umweltfreundliches

Verkehrsmittel gilt, will die Tour de Romandie dieses positive Image zugunsten der Nachhaltigkeit pflegen», erklären die Verantwortlichen der Tour de Romandie auf Ihrer Internetseite. Auch für die Tour de Suisse ist der Umweltschutz ein zentrales Anliegen. «Um die Auswirkungen der Durchfahrt zu begrenzen und die Natur vor unnötigen Belästigungen zu schützen, haben wir spezielle Wegwerfzonen eingerichtet. Die Fahrer sind verpflichtet, ihre Bidons ausschliesslich dort zu hinterlassen. Nach dem Rennen wird dieser Bereich dann von unseren Teams gereinigt», sagt der Generaldirektor der Tour de Suisse, Olivier Senn. «Ausserdem arbeiten wir mit den Rennkommissären zusammen, um ‹Abfallsünder› unter den Fahrern ausfindig zu machen und zu büssen, was aber im Feld nicht immer ganz einfach ist.» In der Schweiz stehen nahezu alle Organisatoren regionaler und nationaler Rennen auf der Seite des UCI. «Am SwissEver GP Cham-Hagendorn haben wir auch eine ‹Waste Zone› signalisiert. Wo sich diese befindet, teilen wir den Sportlichen Leitern mit», erklärt Rennleiter Franz Hürlimann. «Trotzdem gehen die Streckenposten nach

Rennschluss die Strecke nochmals ab, damit kein Abfall liegen bleibt.» Um die Wegwerfpraxis weiter zu beschränken, übernimmt die Fachkommission Strasse (FAKO) das Reglement der UCI auch für die nationalen Rennen. Rennfahrer, die sich ihrer Abfälle ausserhalb der Wegwerfzonen entledigen, erwartet eine Disziplinarstrafe in Form eines Bussgeldes. «Bei uns beklagen sich immer öfter Personen, die Trinkflaschen auf ihren Grundstücken gefunden haben», sagt Jonas Leib, Disziplinenverantwortlicher Strasse bei Swiss Cycling. «Unsere Coachs versuchen, die Fahrer zu sensibilisieren, damit sie nicht in alte Reflexe verfallen. Aber langjährige Gewohnheiten sind hartnäckig und lassen sich nicht von einem auf den anderen Tag ändern. Da liegt noch einiges an Arbeit vor uns. In Trainingslagern kämen aber unsere Fahrer nie auf die Idee, etwas wegzuwerfen. Leider gibt es aber immer wieder Radfahrer (Hobby und Lizenzierte), welche selbst auf Trainingsfahrten Abfall einfach wegwerfen. In diesem Fall ist es eine Sache von Anstand, Moral und Charakter jedes Einzelnen, dass er seinen Abfall in die vorgesehenen Abfalleimer wirft.» swiss-cycling.ch 1 2017


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Ausbildung zum «Swiss Cycling Road Guide»: ein Pilotprojekt zwischen Theorie und Praxis Während der Ausbildungswoche lernten die Teilnehmenden auch, Erste-Hilfe-Massnahmen anzuwenden.

Nachdem die Ausbildungen zum MTB-Guide erfolgreich etabliert werden konnten, hat Swiss Cycling beschlossen, sein Schulungsangebot um einen weiteren Lehrgang zu erweitern. Dazu entwickelte der Verband einen Pilotkurs für Personen, die Radtouren anbieten wollen. Mitte Dezember begab sich «Ready to Ride» nach Magglingen, um sich unter die Teilnehmer dieser Pilotschulung zu mischen. Von Raphaël Crettol Bild: Swiss Cycling Die Sonne reisst den Morgennebel im bernischen Seeland auf. Wie an jedem Morgen dieser Ausbildungswoche finden sich die Kursteilnehmer ab 7 Uhr zum Frühstück ein. Während die Ebene noch in ein dichtes Nebelmeer gehüllt ist, fallen erste Sonnenstrahlen auf die Konturen des Sportzentrums Magglingen. Doch den Kursbesuchern bleibt wenig Zeit, das Naturschauspiel zu geniessen. Ein langer Tag steht ihnen bevor. An diesem vierten von sieben Ausbildungstagen steht – ausgerechnet – die Sensibilisierung für die Wetterbedingungen auf dem

Programm. Dabei geht es nicht etwa darum, zu erforschen, wie das Nebelmeer entstanden ist, sondern wie sich meteorologische Aspekte auf das Radfahren auswirken. Kenntnisse, die am Ende der Woche im Gelände anzuwenden sind. Ein gemeinsames Pilotprojekt Der Pilotkurs ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit von Swiss Cycling und Hürzeler Bicycle Holidays. Der in Uster (ZH) niedergelassene schweizerische Radreiseveranstalter beschäftigt nahezu 80 Guides und

Ausbildungen zum «Swiss Cycling Guide» Der Lehrgang zum «Swiss Cycling Road Guide» wird das bestehende Guide-Kursprogramm von Swiss Cycling ergänzen. Bisher standen drei MTB-Guide-Lehrgänge zur Wahl: Swiss Cycling MTB Guide für Personen, die bereits über umfangreiche MTB-Erfahrungen und sehr gute technische Fähigkeiten verfügen; Swiss Cycling MTB Instructor für Personen, die vorrangig technische Aspekte vermitteln, und Swiss Cycling Tour Guide für Anbieter touristischer Radexkursionen. Jeder Lehrgang umfasst ein Level 1 und ein Level 2. Die Ausbildung zum Swiss Cycling Road Guide fällt unter die Kategorie des Swiss Cycling Tour Guide, richtet sich aber vorrangig an Fremdenführer. Ausbilder haben jetzt die Möglichkeit, sich auf die Durchführung von Radexkursionen zu spezialisieren. swiss-cycling.ch 1 2017

organisiert Radexkursionen in verschiedenen Ländern der Welt, vorrangig auf dem spanischen Festland und auf Mallorca. «Unser Unternehmen will stets professioneller werden», erklärt Max Weissgerber, deutscher Guide des Unternehmens und Pilotkursteilnehmer. «Dafür ist es natürlich nötig, unser Personal und insbesondere unsere Ausbilder fortzubilden. Wir möchten die Qualifikationen unserer Guides durch ein anerkanntes Zertifikat nachweisen können.» So wandte sich der Radtourenveranstalter an Swiss Cycling, um mögliche Synergien abzuklären und gegebenenfalls einen entsprechenden Lehrgang zu entwickeln. Wie sich herausstellte, interessierte sich auch der Schweizer Radsportdachverband für eine Ausbildung zum Road Guide. «Diese Ausbildung hatte bisher zwar keine Priorität, doch wir spielten bereits selbst mit dieser Idee», bestätigt Kurt Ladner, Leiter der Grundausbildungen zum «Swiss Cycling Guide» und selbst seit 20 Jahren Radreiseführer. Die Kooperation führte zum Pilotkurs für den «Swiss Cycling Road Guide», für den sich sechs Teilnehmer – zwei Frauen und vier Männer – am Montagmorgen im Sportzentrum Magglingen einfanden. Alle sind


35 bei Hürzeler Bicycle Holidays angestellt und bereit, die sieben intensiven Fortbildungstage anzugehen. Auf dem Programm steht neben Theoriekursen auch die praktische Anwendung des Gelernten auf der Strecke, wobei sich alle Themen an vier grossen Leitlinien orientieren: Tour-Planung, Tour-Vorbereitung, Tour-Durchführung und Risikomanagement. Ein intensiver Lehrgang, der bei den Teilnehmern, zu denen auch der ehemalige Radrennfahrer Tony Rominger zählt, gut ankommt. «Im Unterricht kommt es häufig zu lebhaften und regen Diskussionen, was zeigt, wie gross das Interesse der Teilnehmenden ist», freut sich Kurt Ladner. Prüfungen Nach der Mittagspause an diesem vierten Ausbildungstag nehmen die Kursbesucher wieder ihre Plätze im Theoriesaal ein. Ein Dozent informiert über Erste-Hilfe-Massnahmen bei Unfällen. Nach einer guten Stunde steigen die Teilnehmer in den Sattel.

Es gilt, die neu erworbene Theorie in die Praxis umzusetzen. Nach etwa 100 Metern täuscht eine Teilnehmerin an der Spitze des Feldes einen Sturz vor. Schnell stimmen sich ihre Kollegen ab und wenden unter den wachsamen Augen des Experten das erst kurz zuvor einstudierte Verfahren an. Eine kurze Nachbesprechung schliesst die Übung ab, und die Radfahrer machen sich wieder auf den Weg. Die an diesem Tag vermittelten Erste-HilfeGrundlagen sind Bestandteil der theoretischen Prüfung, die einen Tag später auf dem Programm steht. Am Ende der Woche erwartet die Teilnehmer zudem ein Praxistest unter realen Bedingungen, im Zuge dessen die angehenden Guides ab Startort Biel eine Tagestour mit vier Kunden organisieren müssen. Die Kursteilnehmer haben einen Tag Zeit, um sich mit der Strecke vertraut zu machen und die Tour vorzubereiten. Wer beide Prüfungen besteht, erhält das Zertifikat «Swiss Cycling Road Guide – Level 1».

Zukunftsaussichten Nun geht es darum, den Lehrgang zum Road Guide dauerhaft in das Ausbildungsprogramm aufzunehmen. Die ersten Feedbacks der Pilotkursteilnehmer fielen positiv aus, auch wenn bei einigen Punkten noch etwas Feinschliff nötig ist. Nach der erfolgreichen Durchführung des Pilotprojekts werden sich die Organisatoren zum Jahresbeginn zu einer Analyse zusammenfinden, über Folgemassnahmen entscheiden und einen Termin für das Jahr 2017 festlegen. Eine weitere Aufgabe besteht darin, die aktuelle Nachfrage zu studieren. Ziel ist es, den Kurs nicht nur professionellen Reiseveranstaltern, sondern allen Interessierten zugänglich zu machen. Nähere Informationen zu Swiss Cycling und allen vom Verband angebotenen Lehrgängen finden Sie auf unserer Website www.swiss-cycling-guide.ch 

Nächste Kursdaten Datum Kurse 2017 08.04.2017 Aufnahmeprüfung 1 (D+F) 22.04.2017 Aufnahmeprüfung 2 (D) 06.05.2017 Aufnahmeprüfung 3 (D) 24.06.2017 Aufnahmeprüfung 4 (D+F) 26.08.2017 Aufnahmeprüfung 5 (D+F) 27.08.2017 Aufnahmeprüfung Tour Guide 17.–21.05.2017 Grundkurs 1 (verkürzt) (D) 22.–28.05.2017 Grundkurs 2 (D) 07.–11.06.2017 Grundkurs 3 (verkürzt) (D) 25.09.–01.10.2017 Grundkurs 4 (D) 22.–28.05.2017 Cours de base 5 (F) 16.–22.10.2017 Grundkurs Tour Guide 30.06.–02.07.2017 Technik Methodik Didaktik 1 (D+E, Unterlagen Franz.) 06.–08.10.2017 Technik Methodik Didaktik 1 04.–08.09.2017 Technik Methodik Didaktik 2 «MTB Instructor» 29.04.–03.05.2017 Gruppendynamik und Führung (D) 11.–12.11.2017 Guiding als Geschäftsmodell (D) 13.11.2017 Theorieprüfung 18.–19.03.2017 Weiterbildung 1 (BLS/AED) (D)

Kursort Magglingen Schiers Brig Magglingen Magglingen Magglingen

Anmeldeschluss 18.03.2017 01.04.2017 15.04.2017 03.06.2017 05.08.2017 05.08.2017

Schiers Magglingen Brig Magglingen Magglingen Magglingen

24.04.2017 27.04.2017 15.05.2017 31.08.2017 27.04.2017 23.09.2017

Magglingen Magglingen Lenzerheide

07.06.2017 13.09.2017 10.08.2017

Magglingen

03.04.2017

Magglingen

18.10.2017

Magglingen

23.02.2017

20.–21.05.2017

Magglingen

28.04.2017

Weiterbildung 2 (E–MTB)

Zürich 20.10.2017

Die Details zu den jeweiligen Kursen auf: www.swiss–cycling–guide.ch

Swiss Cycling MTB Guide Trail-Master: Singletrail-Führer, MountainbikeEntertainer, Risikomanager

Swiss Cycling Tourguide Einfaches Gelände: Radtouren, E-Bikes, Trekkingrad

Swiss Cycling MTB Instructor Die Fahrtechnik-Experten: Technik-Trainer, Freeride-Guides, MTB-Styler

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Die Olympischen Spiele 2016 in Rio waren die grösste Sportveranstaltung des vergangenen Jahres.

Geschäftsbericht 2016 Auch 2016 hatte Swiss Cycling wieder viel Grund zur Freude. In Erinnerung bleiben werden natürlich die tollen Spiele in Rio, aber auch andere Veranstaltungen haben dazu geführt, dass wir ein emotional bewegtes Jahr erleben durften. Lesen Sie unseren Rückblick. Von Markus Pfisterer, Geschäftsführer von Swiss Cycling. Bilder: Armin Küstenbrück, Tim de Waele Am 10. und 21. August haben wir mit Fabian Cancellara und Nino Schurter mitgefiebert, als sie in ihren jeweiligen Disziplinen olympisches Gold gewonnen haben. Diese beiden Triumphe in Rio waren mit Sicherheit die herausragenden Erfolge des Jahres 2016. Dennoch dürfen wir die vergangene Saison nicht auf diese beiden Erfolge reduzieren. Alle Athleten von Swiss Cycling haben in ihren Disziplinen und Kategorien, während des gesamten Jahres, unermüdlich gekämpft und sind mit nicht weniger als 36 Medaillen von internationalen Meisterschaften nach Hause gekommen. Besonders erfreulich, neben den ganz grossen Erfolgen unserer Aushängeschilder, sind jeweils die Resultate der Nachwuchsfahrer, denn diese lassen uns mit Zuversicht in die sportliche Zukunft schauen. Partner Im Jahr 2016 konnten wir uns wieder auf treue und engagierte Partner verlassen. swiss-cycling.ch 1 2017

Durch ihre Unterstützung konnten wir unsere Projekte verwirklichen und nachhaltig umsetzen. Die Zusammenarbeit mit unserem Main-Partner, den Vaudoise Versicherungen, mit unseren anderen Partnern Assos, Cornèrcard und Škoda, aber auch mit verschiedenen Sponsoren und Lieferanten verlief zu unserer vollen Zufriedenheit. Ich danke allen für ihr Vertrauen. Unser Budget wäre ohne die finanzielle Unterstützung von Sponsoren nicht zu stemmen. Aufgrund des angespannten wirtschaftlichen Umfeldes wird der Sponsoringmarkt immer schwieriger und stellt uns auch in Zukunft vor grosse Herausforderungen. In Zusammenarbeit mit unserem Partner InfrontRingier versuchen wir unser Angebot und unsere Plattformen auszubauen und damit für Sponsoren noch attraktiver zu werden. Als Schweizer Sportverband können wir uns auch auf die Unterstützung unserer Partner aus dem öffentlichen Bereich wie Swiss Olympic, das Bundesamt

für Sport und die Schweizer Armee verlassen. Wir alle verfolgen das gleiche Ziel, die Förderung des Radsports in der Bevölkerung, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, und die Weiterentwicklung unserer Sportart, damit die Schweiz weiterhin im Kreis der grossen Radsportnationen auf internationaler Bühne mitfährt. Finanzen Swiss Cycling konnte im vergangenen Jahr stark wachsen. Die grosse Herausforderung war und ist es, dabei die Finanzen unter Kontrolle zu behalten und trotz gesteigerter Ausgaben die richtigen Prioritäten zu setzen sowie die Kosten konsequent so tief wie möglich zu halten. Das aktuelle wirtschaftliche Umfeld und die damit oft einhergehenden Einsparungen bei den Sponsoringbudgets machen es uns nicht einfacher, den gesteigerten Mittelbedarf zu decken, und wir müssen uns täglich überlegen, wie wir den Wert unserer Sponsoringpakete


37 weiter steigern können. Ein Bereich, bei dem wir bis heute leider noch nicht die gewünschten Resultate vorzeigen können, ist der Mitgliederbereich. Dieser würde es uns erlauben, die Finanzierung breiter abzustützen und somit grössere Schwankungen bei den Sponsorenengagements etwas ausgleichen zu können. Nebst der sportlichen Entwicklung ist der Aufbau einer gesunden Eigenkapitaldecke ein weiterer Bereich, den wir für die kommenden Jahre nicht aus den Augen verlieren dürfen. Verbandsorgane Vorstand: Johannes Gisin und Hermann Martens haben den Vorstand bei der Delegiertenversammlung am 27. Februar 2016 verlassen. Seitdem besteht der Vorstand aus fünf Mitgliedern, was der statutarisch vorgeschriebenen Mindestzahl entspricht. Als Folge der Statutenrevision hat der Vorstand im abgelaufenen Jahr die verschiedenen Reglemente überarbeitet und kann nun den Delegierten noch die Anpassung der Rechtspflegeorgane zur Abstimmung vorlegen. Bei der Überarbeitung der Reglemente zeichneten sich zwei Personen, Johannes Gisin und Philippe Simonet, durch grosses Engagement aus. Ich danke ihnen für den Einsatz. Auf politischer Ebene war die Veloinitiative eines der bestimmenden Themen 2016. Nach der abgeschlossenen Unterschriftensammlung, natürlich zusammen mit unseren Partnern vom Initiativkomitee konnte diese

am 1. März 2016 mit 105'234 beglaubigten Unterschriften bei der Bundeskanzlei eingereicht werden. Präsidentenkonferenz: Die zweite Präsidentenkonferenz fand am 12. November 2016 im Velodrome Suisse in Grenchen statt. Thema der Konferenz waren «die Strukturen von Swiss Cycling». Der Veranstaltungstag gliederte sich in zwei Teile. Morgens sprachen Fredi von Gunten (SuisseMobile) und Marcel Benz (Gemeinde Weesen) in zwei aufeinanderfolgenden Referaten über Strukturen von nationalen Sportverbänden. Am Nachmittag standen Gruppenarbeiten auf dem Programm. Dabei wurden die circa 30 Teilnehmer in vier Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe musste zwei Fragen behandeln. Die Diskussionsergebnisse wurden anschliessend im Plenum vorgestellt und diskutiert. Wir hoffen, den einen oder anderen Vorschlag in den kommenden Monaten umsetzen zu können, und danken jedem Teilnehmer für die aktive Mitarbeit und das Engagement. Am 20. und 21. April haben wir zum ersten Mal zwei kleine Präsidentenkonferenzen zum Thema «Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Ebenen/Strukturen bei Swiss Cycling» durchgeführt. Eine Sitzung wurde in französischer Sprache in Fribourg, die andere in deutscher Sprache in Zürich durchgeführt. Ziel dieser Veranstaltungen ist die Förderung des Austausches zwischen Vereinen, Regionalverbänden und Dachverband.

Sportgenuss auf Sardinien

Geschäftsstelle: Seit dem Umzug des Hauptsitzes von Swiss Cycling ins Velodrome Suisse in Grenchen im Jahr 2013 hat sich der Verband weiter vergrössert. Am 31. Dezember 2016 arbeiteten 19 Personen in der Verwaltung. Hinzu kommen 18 Trainer. Diese Entwicklung ist erfreulich. Sie zeigt, dass der Verband wirtschaftlich und sportlich gesund ist und über Zukunftsperspektiven verfügt. 2016 haben mehrere langjährige Mitarbeiter, darunter Selina Küpfer, seit 2008 Leiterin der Kommunikation, und Lorenz Müller, Marketingleiter seit 2012, Swiss Cycling verlassen. Wir danken ihnen ganz herzlich für ihr Engagement in diesen Jahren und wünschen ihnen viel Erfolg für ihren weiteren Weg. Gleichzeitig freuen wir uns über neue Gesichter und darauf, die anstehende Herausforderung gemeinsam zu meistern. Breitensport Projekte im Breitensport stellen einen wichtigen Teil unserer Arbeit und unseres Engagements dar. 2016 engagierten wir uns hauptsächlich für den Rollensprint, die zweite Auflage des KidsCamps, an dem im September drei Schulklassen in Laax teilnahmen, sowie für das Projekt bikecontrol (früher Back on Bike). Im Rahmen dieses Projekts gehen wir in Schulen, um den Jugendlichen die Grundlagen des Velofahrens beizubringen. In diesem Zusammenhang sei auch die Schaffung der Plattform www. ecole-velo.ch zu erwähnen, eine weitere

Rennrad Mountainbike Running Wandern Inlineskating Tanz- und Fitnesswochen

BICI AktivFerien AG Haus des Sports, Talgutzentrum 27, 3063 Ittigen, Tel. +41 31 359 75 40, www.bici.ch, aktiv@bici.ch

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15.12.16 13:23


38 Aktion, um den Kindern den Spass am Velo zu vermitteln. Für den Betrieb dieser Plattform haben sich verschiedene Partner wie ProVelo, das Bundesamt für Sport und Swiss Cycling zusammengeschlossen. Mit diesen Projekten konnten wir 2016 fast 9'000 Personen, sowohl Kinder als auch Erwachsene, erreichen. Ein weiterer Höhepunkt des Jahres 2016 war die Ankunft der Tour de France am 18. Juli in Bern. In diesem Zusammenhang stellte die Stadt Bern am Sonntag, 17. Juli, ein grosses Radsportfest auf die Beine. Auf dem Bundesplatz sowie an verschiedenen Orten der Stadt wurden zahlreiche Aktivitäten angeboten. Swiss Cycling war mit mehreren Projekten an diesem Tag vor Ort. Nebst bikecontrol und Rollensprint haben wir für diesen Tag ein kleines Bergzeitfahren zwischen Marzili und Kleine Schanze geplant und durften dies dann mit dem Partner Credit Suisse im Rahmen eines «Credit Suisse Hillsprint» auch umsetzen. Eine weitere Attraktion war das Trial for everyone. Bei dieser Station wurde den Teilnehmern die Möglichkeit geboten, unter Anleitung eines Trainers, ein wenig Trialluft zu schnuppern. Am Montag, 18. Juli, dem Ankunftstag der Tour de France, konnten Personen, die sich vorher angemeldet haben, dank Swiss Cycling on Tour mit dem Velo von Burgdorf, Fribourg oder Kehrsatz nach Bern fahren, wobei die Gruppen von Guides begleitet wurden. Alle Aktivitäten stiessen auf reges Interesse, worüber wir uns sehr freuen. Ein immer wichtigeres Thema im Breitensport ist der Swiss Cycling Guide. Eine Neuerung bestand 2016 darin, dass wir zum ersten Mal einen Lehrgang Swiss Cycling Road Guide durchführen konnten. Wie es der Name schon sagt, richtet sich dieser an Gruppenleiter im Strassenbereich. Im MTBBereich konnten wir eine Partnerschaft mit der Firma Bosch, einem der wichtigsten und grössten Hersteller von elektrischen Velo- und MTB-Motoren, abschliessen. Um in diesem Bereich vor allem präventiv und aufklärerisch tätig zu sein, haben wir seit 2016 Kurse für E-MTB-Fahrer im Angebot. Bei diesen Lehrgängen legen wir viel Wert auf den sicheren Umgang mit dem E-MTB, das Verhalten im Gelände und die Fahrtechnik. Durchgeführt werden diese Kurse von ausgebildeten Swiss Cycling Guides, mit einer Weiterbildung auf E-MTB. Leistungssport Wie bereits in der Einleitung erwähnt, waren die Olympischen und die Paralympischen Spiele in Rio der Höhepunkt der Sportsaison 2016. Mit drei Medaillen und zwölf Diplomen bei diesen Spielen können wir mit den Ergebnissen unserer Delegation zufrieden sein. Selbstverständlich blieben die Resultate in einigen Bereichen hinter den Erwartungen zurück, hier müssen wir die Gründe suchen und daraus für Tokio 2020 die richtigen Lehren ziehen. Bei dieser Beurteilung dürfen wir auch nicht vergessen, welchen Weg diese jungen Athleten zurückgelegt swiss-cycling.ch 1 2017

Gleichzeitig haben wir, zusammen mit Swiss Olympic, bereits mit der Planung für Tokio 2020 begonnen.

Nino Schurter, Olympiasieger Mountainbike

haben und wie entschlossen sie in den letzten Jahren waren, um nach Rio fahren zu können. Die dort gemachten Erfahrungen sind für alle Beteiligten sehr wichtig und lassen uns mit Zuversicht in die Zukunft blicken. Neben den Olympischen und den Paralympischen Spielen hatten wir auch noch bei verschiedenen Welt- und Europameisterschaften Grund zur Freude. Unsere Sportler haben zahlreiche Medaillen und Ehrenplätze erkämpft. Damit wurden ihre Mühe und der Einsatz der gesamten Abteilung Rennsport belohnt. Damit unsere Sportler bessere Trainings- und Wettbewerbsbedingungen bekommen und die Schweiz ihre Position im Kreis der internationalen Radsportelite behaupten kann, ist es wichtig, dass wir uns auch weiterhin engagieren, und ein Teil davon ist die Organisation von internationalen Meisterschaften in der Schweiz. Hier schauen wir natürlich schon voller Vorfreude auf den Sommer 2018 und damit auf die Weltmeisterschaften MTB in der Lenzerheide. Im Hinblick darauf wird 2017 ein wichtiges Vorbereitungsjahr.

Nachwuchs Wie bereits oben erwähnt, haben wir mehrere Projekte ins Leben gerufen, die Kindern und Jugendlichen den Spass am Velofahren vermitteln sollen. Ein nächster grosser Schritt wird sein, interessierte Kinder und lokale Veloklubs zusammenzubringen. Jugendliche, die an Rennen teilnehmen und in diesen Bereichen vorankommen wollen, können sich bei Talent-Sichtungstagen, die Swiss Cycling ein Mal pro Jahr organisiert, vorstellen. Auf der Grundlage der erzielten Ergebnisse bilden wir Regional- und Nationalkader. 2016 haben circa 500 Mädchen und Jungen an diesen Tagen teilgenommen. Wir haben darüber hinaus zwei neue Partnerschulen (Swiss Cycling Partner Schools), die Nationale Elitesportschule Kreuzlingen (NET) und die UNITED School of Sports Zürich. Diese Schulen kümmern sich um die Bedürfnisse junger Radsporttalente und begleiten diese, damit sie Schule und Sport optimal miteinander vereinbaren können. Diese Schulen im Sekundarbereich richten sich an Jugendliche, die Inhaber einer Talent Card sind. Aufgrund dieser Massnahmen und der ausgezeichneten Arbeit der Nachwuchstrainer freut sich Swiss Cycling über vielversprechenden Nachwuchs. 2017 werden wir diesen Bereich weiterhin fördern, und wir freuen uns über zukünftige Erfolge unserer jungen Sportler. Danksagungen Neben den Personen und den Partnern, denen ich bereits gedankt habe, möchte ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf dem Sekretariat, die sich jeden Tag unermüdlich für den Radsport und Swiss Cycling einsetzen und dabei niemals die Ziele aus den Augen verlieren, meinen herzlichen Dank aussprechen. Abschliessend danke ich auch allen Mitgliedern des Vorstands, die sich das ganze Jahr mit Herz und Leidenschaft für Swiss Cycling engagiert haben. 

Fabian Cancellara hat seine Karriere mit einem Olympiasieg im Zeitfahren beendet.


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5 WINS FOR THE

STAGE-WINNING OUT-OF-THE-BOX-SPEED

Mountainbike-WM 2017 in Australien 4. bis 14. September 2017

Reisen Sie mit Globetrotter nach Cairns an die Mountainbike-WM und treffen Sie auf Nino Schurter, Mountainbike-Olympiasieger Rio 2016. Vor Ort besichtigen Sie die Strecke mit Ninos Team Manager Thomas Frischknecht. Cairns ist der ideale Ausgangspunkt, um danach entlang dem Great Barrier Reef nach Brisbane zu reisen. www.globetrotter.ch/cairns2017

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40

Swiss Cycling Top Tour: Strecken für jeden Geschmack Der Kalender von Swiss Cycling hat allen Radsportbegeisterten etwas zu bieten. Die Top-Tour-Events gehören dabei zu den besten Veranstaltungen aus dem Bereich Breitensportrennen. Strecken inmitten der Natur, atemberaubende Landschaften, Aufstieg von majestätischen Pässen – kurz, diese Rennen führen die Fahrerinnen und Fahrer über die schönsten Radstrecken der Schweiz. Die Veranstalter bieten jeweils verschiedene Streckenverläufe an, sodass alle auf ihre Rechnung kommen. Nachfolgend ein kurzer Überblick über die acht Top-Tour-Events, die Sie 2017 erwarten. Von Nelly Jaggi und Raphaël Crettol Bilder: Henning Angerer et LDD

Seeland Classic 20. Mai 2017 Das Volksrennen Seeland Classic findet im Rahmen der Berner Rundfahrt statt. Die Runde startet in Lyss, geht über den Frienisberg, ist 34 km lang und hat 420 Höhenmeter. Sie kann ein, zwei oder dreimal gefahren werden, für die weniger gut Trainierten gibt es eine verkürzte Variante ohne Frienisberg.

Säntis Classic 28 Mai. 2017 Die Säntis Classic hat für alle etwas zu bieten. Die Classic-Tour mit 130 km und 1800 Höhenmetern und den Radathlon mit 200 km und 2200 Höhenmetern, beide können in Gruppen gefahren werden. Die Öpfel-Tour hingegen ist ein 40-km-Rundkurs mit 350 Höhenmetern auf autofreien Strassen, der sich auch für Familien mit Kindern eignet.

Axpo Aare Rhein Classics 10. Juni 2017 Wie die Seeland Classic hat auch die Axpo Aare Rhein Classics mit dem GP Gippingen eine berühmte grosse Schwester. Auf drei unterschiedlich langen Strecken können Hobbyfahrerinnen und Hobbyfahrer zeigen, was ihn ihnen steckt. An der 53. Auflage der Radsporttage Gippingen wartet am Sonntag, 11. Juni, zusätzlich ein Familientag.

Engadin Radmarathon 9. Juli 2017 Am Engadin Radmarathon darf zwischen einer kurzen Strecke über die Forcola di Livigno und den Berninapass und einer langen Strecke, die zusätzlich über den Flüela- und den Albulapass führt, gewählt werden. Und das Beste daran: Man muss sich erst entscheiden, ob man weiterfahren will oder nicht, wenn man nach der Abfahrt vom Bernina den Startort Zernez passiert. swiss-cycling.ch 1 2017

Volk: 21,2 km / 150 Höhenmeter  Race 1: 33,9 km / 420 Höhenmeter Race 2: 67,9 km / 840 Höhenmeter Race 3: 101,8 km / 1’260 Höhenmeter Anmeldeschluss: 13. Mai www.berner-rundfahrt.ch

Classic-Tour: 130 km / 1’800 Höhenmeter Radlathon: 200 km / 2’200 Höhenmeter Öpfel-Tour: 40 km / 350 Höhenmeter Anmeldeschluss: 14. Mai www.saentis-classic.ch

Light-Etappe: 54,9 km Medium-Etappe: 73,2 km Heavy-Etappe: 91,5 km Anmeldeschluss: 21. Mai www.gippingen.ch

Kurze Strecke: 97 km / 1‘325 Höhenmeter Lange Strecke: 211 km / 3‘827 Höhenmeter Anmeldeschluss: 8. Juli (Teilnehmerlimit von 1'500) www.rad-marathon.ch


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Granfondo San Gottardo 23. Juli 2017 Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, doch der Gotthardpass mit seiner gepflasterten Strasse gehört zweifelsohne zu den schönsten Alpenpässen. Die Fahrerinnen und Fahrer können aus drei Strecken wählen, die alle auf den Gotthard führen: pur, mit Zusatzschlaufe oder plus Furka und Nufenen. Zeitmessung gibt es nur in den Aufstiegen.

Alpen Challenge 6. August 2017 Die beiden Strecken führen zuerst durch das Albulatal mit der UNESCO-Weltkultur-Strecke der Rhätischen Bahn und auf den Albulapass. Wer sich für die kurze Strecke entscheidet, biegt in Silvaplana ab und fährt über den Julier zurück nach Lenzerheide. Auf der langen Strecke warten noch der Maloja- und der Splügenpass.

Swiss Cycling Alpenbrevet 26. August 2017 1915 ist nicht etwa das Gründungsjahr des Alpenbrevets, sondern die Höhe des Lukmaniers und damit des niedrigsten Passes, den es – je nach Tour – zu überwinden gilt. Zusammen mit Grimsel, Furka, Susten, Nufenen, Gotthard und Oberalp haben die Fahrerinnen und Fahrer beim Alpenbrevet die Qual der Wahl zwischen einigen der schönsten Alpenpässe der Schweiz.

Bodensee-Radmarathon 9. September 2017 Der Bodensee-Radmarathon führt durch drei Länder rund um den namensgebenden See. Die Gold-Tour führt 220 km um den Ober- und den Untersee, die SilberTour 150 km um den Obersee und die Bronze-Tour 80 km um den Untersee, mit sechs verschiedene Start- und Zielorten und ohne Zeitmessung.

Kurze Strecke: 42 km / 932 Höhenmeter Mittlere Strecke: 57 km/ 1’250 Höhenmeter Lange Strecke: 110 km / 3’000 Höhenmeter Anmeldeschluss: 21. Juli www.granfondosangottardo.com

Kurzstrecke: 119,1 km / 2‘718 Höhenmeter Langstrecke: 193,6 km / 4‘235 Höhenmeter Anmeldeschluss: 30. Juli www.alpenchallengelenzerheide.ch

Platin-Tour: 276 km /7’031 Höhenmeter Gold-Tour: 172 km /5’294 Höhenmeter Silber-Tour: 132 km /3’875 Höhenmeter Bronze-Tour: 68 km /2'381 Höhenmeter Anmeldeschluss: 31. Juli (Teilnehmerlimit von 2'500) www.alpenbrevet.ch

Gold-Tour: 220 km /931 Höhenmeter Silber-Tour: 150 km /653 Höhenmeter Bronze-Tour: 80 km /150 Höhenmeter Anmeldeschluss: 20. August www.bodensee-radmarathon.ch

Swiss Cycling Classics Cyclotour du Léman Lausanne, Evian, Genève Rund um de Zürisee Stäfa, Pfäffikon, Oberrieden, Küsnacht Schwarzbuebe-Rundfahrt Dornach Journée Lausannoise du Vélo Chalet-à-Gobet Jura-Derby Boningen Rando des Blés Echallens Brevet VTT Franc-Montagnard Le Noirmont Schwarzwald-Rundfahrt Kaisten Emmental-Rundfahrt Kirchberg Appenzeller Voralpenbrevet TCS Herisau Tour du Canton de Genève Genève alpsteinbike.ch Wildhaus, Rüthi, Brülisau, Schwägalp

21.5.2017 25.5.2017 27./28.5.2017 3.6.2017 2.+5.6.2017 18.6.2017 18.6.2017 1./2.7.2017 22./23.7.2017 19.8.2017 27.8.2017 23./24.9.2017 swiss-cycling.ch 1 2017


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J+S im Radsport, Bedienungsanleitung Das Programm Jugend+Sport unterstützt und fördert die Entwicklung des Radsports in der Schweiz. Angesichts der vielen Ausbildungsmöglichkeiten zum J+S-Leiter kann man leicht die Übersicht verlieren. Deshalb haben wir eine Bedienungsanleitung zu J+S im Radsport erarbeitet, mit der Sie sich unter allen Angeboten zurechtfinden können. Von Raphaël Crettol Grafik: Tatort Was ist das Programm J+S? Seit das Programm Jugend+Sport (besser bekannt unter der Abkürzung J+S) im Jahr 1971 geschaffen wurde, stellt es einen der Pfeiler des Sports in der Schweiz dar. Es deckt rund 70 Sportarten ab und ist somit das wichtigste Sportförderungsprogramm des Bundes. J+S ist vor allem in der Förderung des Sports für Kinder und Jugendliche tätig und organisiert während des ganzen Jahres zahlreiche Kurse und Lager.

J+S in Zahlen (2016) • Rund 70 Sportarten und Disziplinen • Fast 3'500 aktive Expertinnen und Experten • Über 9’000 aktive Coachs • Rund 1’000 Nachwuchstrainerinnen und -trainer • Mehr als 75’000 tätige Leiterinnen und Leiter • Jährlich über 70’000 Kurse und Lager • Teilnehmende: 204'000 Kinder und 392'000 Jugendliche

Ausbildungen zum J+S-Leiter im Radsport Der Radsport gehört selbstverständlich zu den im Rahmen dieses Programms angebotenen Sportarten. Seit vielen Jahren arbeitet Swiss Cycling eng mit J+S zusammen – eine erfolgreiche Zusammenarbeit, dank der verschiedene Kurse und Trainingslager organisiert werden. Für die optimale Betreuung der jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer gilt es, kompetente Leiterinnen und Leiter auszubilden (siehe unten).

Grundausbildung J+S-Leiterkurs (5–6 Tage) J+S und Swiss Cycling Guides Einführungskurs Leiter (2–4 Tage)

Weiterbildung 1 Der Teilnehmer kann wählen a) die Ausbildung mit dem «Karriereweg» weiterzugehen oder b) sich mit der Ausbildung anhalten und Leiter bleiben mit einer regelmässigen Erneuerung seines J+S a) Karriere • Ethik (1 Tag) • Methodik (3 Tage) • Technik (2–3 Tage) Prüfung C (1 Tag)

b) Leiter Modul Fortbildung Leiter (1 Tag, alle zwei Jahre) ODER Sportartenübergreifende Modul Ausbildungsende

Weiterbildung 2 Physiologie im Radsport(6–8 Tage) Prüfung B (1 Tag)

Spezialisierung Nachwuchstrainer

Experte

Disziplinen Die Besonderheit des Programms J+S im Radsport liegt in der Vielfalt seiner Disziplinen. Strasse, Bahn, Mountainbike und so weiter – das Programm J+S stellt sicher, dass sämtliche Radsportdisziplinen abgedeckt werden. Beim Grundkurs ist eine Spezialisierung auf Strasse, Mountainbike, Trial, BMX und die Hallenradsportdisziplinen (Einrad, Kunstradfahren und Radball) möglich. Die Spezialisierung für Bahn und Radquer erfolgt ab der Weiterbildung 1. So kann sich jede Leiterin/ jeder Leiter in der gewünschten Disziplin weiterbilden.

Gültigkeit der J+S-Anerkennung Die J+S-Leiteranerkennungen sind nicht unbeschränkt gültig. Sie müssen regelmässig erneuert werden. Bei J+S-Leiteranerkennungen gibt es drei Gültigkeitsarten: 1) «gültig» – der Leiter erneuert seine Anerkennung regelmässig alle zwei Jahre, indem er Weiterbildungskurse besucht. 2) «weggefallen» – der Leiter hat die J+S-Anerkennung nach zwei Jahren nicht erneuert und fällt dann in den Status weggefallen. Er kann die Anerkennung wieder erneuern, indem er ein Radsport-Modul besucht. 3) «weggefallen archiviert» – ab dem 7. Jahr ohne Reaktivierung der Anerkennung. Der Leiter kann ein Modul «Wiedereinstieg in J+S» und ein radsportspezifisches Modul besuchen, um den J+S-Leiter zu reaktivieren.


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Agenda Jugend+Sport Kursnummer

Kursname

Ort

Startdatum

Enddatum

Sprache

Anmeldeschluss

TI 7217

Leiterkurs MTB

Bellinzona

24.04.2017

29.04.2017

i

ZH 905.17

Leiterkurs MTB, Kunstrad, Einrad, Radball, Trial

Filzbach

24.04.2017 29.04.2017 d 01.03.2017

LU PH SP07.02/17 Leiterkurs nur für Hochschulstudenten

Davod Dorf

09.07.2017

14.07.2017

d

30.04.2017

GR 418/17

Leiterkurs MTB

Lenzerheide

14.08.2017

18.08.2017

d

14.06.2017

SG 535/17

Leiterkurs BMX

Goldach

11.09.2017

16.09.2017

d/f

11.07.2017

AG 111.17

Leiterkurs MTB

Oberentfelden

02.10.2017

07.10.2017

d

02.08.2017

Magglingen

18.04.2017

19.04.2017

d/f

18.02.2017

Grundausbildung J+S-Leiterkurs 24.02.2017

J+S-Einführungskurs Leiter JS-CH 164170

EFK Leiter für MTB-Guide und ausländische Trainer

JS-CH 165136

EFK für anerkannte J+S-Leiter einer anderen Sportart Magglingen

17.07.2017 19.07.2017 d/f 17.05.2017

Weiterbildung 1 Modul Fortbildung Leiter SC 165196

Modul Fortbildung Leiter Pumptrack

Pfäffikon

29.04.2017

29.04.2017

d/f

22.02.2017

SC 165193

Modul Fortbildung Leiter Gravity für Einsteiger

Bern

01.05.2017

01.05.2017

d/f

31.03.2017

SC 165327

Modul Fortbildung Leiter Gravity für Fortgeschrittene Bern

05.05.2017

05.05.2017

d/f

31.03.2017

SC 165198

Modul Fortbildung Leiter BMX für Biker und BMXer

Alchenflüh

20.05.2017

20.05.2017

d/f

20.03.2017

SC 165326

Modul Fortbildung Leiter Pumptrack

Grenchen

16.09.2017

16.09.2017

d/f

16.07.2017

SC 165189

Modul Fortbildung Leiter Gravity

Crans-Montana

18.09.2017

19.09.2017

d/f

18.07.2017

AG 219.17

Model Fortbildung Leiter MTB

Gränichen

23.09.2017

23.09.2017

d

23.06.2017

SC 165197

Modul Fortbildung Leiter Pumptrack

Pfäffikon

30.09.2017

30.09.2017

d/f

15.09.2017

GE 261/17

Modul Fortbildung Leiter Bahn für Einsteiger und Planung Genf

07.10.2017

07.10.2017

f

07.08.2017

SC 165187

Modul Fortbildung Leiter Radball

Ort noch unbekannt 28.10.2017

28.10.2017

d

31.08.2017

SC 165190

Modul Fortbildung Leiter Bahn für Einsteiger

Grenchen

18.11.2017

18.11.2017

d

30.09.2017

SC 165090

Modul Fortbildung Leiter Kunstrad

Hombrechtikon

02.12.2017

02.12.2017

d

31.10.2017

SC 165188

Modul Fortbildung Leiter

Grenchen

03.12.2017

03.12.2017

d

15.10.2017

BE 455-16-17

Methodik MTB

Magglingen

12.05.2017

14.05.2017

d/f

12.03.2017

SC 165195

Methodik BMX

Grenchen

19.05.2017

21.05.2017

d/f

19.03.2017

SO 564/17

Methodik Bahn

Grenchen

20.10.2017

22.10.2017

d/f

20.08.2017

Ethik

Grenchen

30.09.2017

30.09.2017

d/f

31.07.2017

Technik MTB

Magglingen

06.10.2017

08.10.2017

d/f

06.08.2017

Prüfung C

Grenchen

12.11.2017

12.11.2017

d/f

20.09.2017

Magglingen

08.12.2017

Methodik

Ethik SC 165135 Technik SC 166070 Prüfung C SC 165134

Modul Fortbildung Experte Module de perfectionnement expert JS-CH 155106

Modul Fortbildung Experte

09.12.2017

d/f

swiss-cycling.ch 1 2017

15.11.2017


Image : Stefan Schwenke

Erleben Sie die besten Radsportanlässe in den schönsten Regionen der Schweiz! Kalender Swiss Cycling Top Tour 2017 20.05.2017

Lyss

Berner Rundfahrt – Seeland Classic

www.berner-rundfahrt.ch

28.05.2017

Weinfelden

Säntis Classic

www.saentis-classic.ch

10.06.2017

Gippingen

Axpo Aare Rhein Classics

www.gippingen.ch

09.07.2017

Zernez

Engadin Radmarathon

www.rad-marathon.ch

23.07.2017

Ambri

Granfondo San Gottardo

www.granfondosangottardo.com

06.08.2017

Lenzerheide

Alpen Challenge

www.alpenchallengelenzerheide.ch

26.08.2017

Meiringen

Swiss Cycling Alpenbrevet

www.alpenbrevet.ch

09.09.2017 Altenrhein Bodensee-Radmarathon

www.bodensee-radmarathon.ch

Fahren Sie mindestens vier Top-Touren und wir schenken Ihnen Ende Saison ein exklusives Top Tour Trikot von ASSOS. Anmeldungen direkt über die Veranstalter. Weitere Informationen zur Swiss Cycling Top Tour Serie finden Sie auf der Website www.swiss-cycling.ch/toptour

Media Partner Top Tour


Agenda

45 Die Details zu den jeweiligen Rennen finden Sie auf: www.swiss-cycling.ch Unter den verschiedenen Disziplinen finden Sie die ausführlichen Infos zu den einzelnen Rennen.

Strasse März 19.03. 26.03. 26.03.

3. AargauerChallenge Circuito di Casvegno Grand-Prix Crevoisier Tour de la Courtine

Rüfenacht Mendrisio Les Genevez

April 02.04. 51ème Prix des vins Henri Valloton Fully 09.04. L’Enfer Du Chablais Rennaz 15.04. 38. GP Osterhas Affoltern am Albis 15.04.–17.04. Tour du Léman Juniors – Trophée Franco-Suisse 17.04. 9. Grand Prix Mobiliar/ GP RSC Aaretal Kiesen 26.04.–30.04. Tour de Romandie  29.04. 4e Prix du Sprinter Club Lignon/ Championnats Romands sur route 2017 Dardagny 30.04. Nationales Strassenrennen Rund um Uzwil Oberuzwil Mai 01.05. 07.05. 07.05. 13.05. 14.05. 20.05. 21.05. 25.05.–28.05. 25.05. 25.05. 27.05.

KRITERIUM «RUND UM DEN WEIHERRING» G.P. Città di Lugano 18. Nationales Strassenrennen Oberwangen GP Raiffeisen GP Luzern 9. Nationales Einzelzeitfahren im Thuner Westamt Berner Rundfahrt SwissEver GP Cham -Hagendorn Tour du Pays de Vaud 37. Auffahrtskriterium Diessenhofen 63. Bergrennen Silenen–Amsteg – Bristen Schülerradrennen beim Radevent Säntis Classic

Mauren FL Lugano Oberwangen Pfaffnau Amsoldingen Lyss Cham Lausanne Diessenhofen Silenen Weinfelden

Bahn Februar 16.02. Donnerstagabendrennen 17.02.–19.02. UCI-Weltcup 23.02. Réunion sur piste 25.02.–26.02. UCI-Weltcup

Grenchen Cali (Kol) Aigle Los Angeles (USA)

März 16.03. Donnerstagabendrennen 23.03. Réunion sur piste

Grenchen Aigle

April 12.04.–16.04. 20.04.

Hong-Kong (China) Aigle

UCI-Weltmeisterschaft Réunion sur piste

Mai 02.05. Donnerstagabendrennen 11.05. Réunion sur piste 23.05. SM (1000 m, Eliminator, Keirin)

Oerlikon Aigle Oerlikon

MTB April 08.04.–09.04. Proffix SWISS Bike Cup #1 15.04. STEVENS Bikecup #1 23.04. VTT Planeyse 29.04. STEVENS Bikecup #2 30.04. Racebikecho

Mt. Ceneri Arbon/Frasnacht Colombier Staad SG Develier

Mai 06.05.–07.05. 14.05. 20.05.–21.05. 20.05. 21.05. 27.05.–28.05.

Solothurn Tesserete Nove Mesto (Tsch) Savognin Hochdorf Albstadt (De)

Proffix SWISS Bike Cup #2 Gran Premio Velo Club Capriasca UCI-Weltcup STEVENS Bikecup #3 Argovia Vittoria-Fischer Cup UCI-Weltcup

swiss-cycling.ch 1 2017


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Downhill April 16.04.–30.04. 29.04.–30.04.

Homberg Race UCI-Weltcup

Homberg Lourdes (Fr)

Mai 27.05.–28.05.

UEC-Europameisterschaft

Sestola (It)

Swiss-Cup UCI-Weltcup

Moudon Aalter (Be)

März 04.03. 05.03. 10.03. + 18.03. 26.03.

Interregionale Meisterschaften Regionale Meisterschaften Sirnacher Frühlingscup Teamwettkampf

evtl. Rheineck Wetzikon Münchwilen Löhningen

April 02.04. 08.04.–09.04. 29.04.

Swiss Cup 1. Runde Swiss Cup 2. Runde Schüler und Junioren Junioren Länderkampf SUI_GER

Uzwil Baar Veranstalter gesucht

Mai 06.05. 06.05. 07.05. 13.05.–14.05. 26.05.–27.05.

Junioren Länderkampf FRA-SUI-AUT Weltcup (Radball) Bambi Cup SM Schüler und Junioren (Kunstrad und Radball) Junioren Europameisterschaft (Kunstrad und Radball)

Schiltigheim (Fr) Beringen (Be) Stäfa Mosnang Prag (Tsch)

Trial Mai 14.05. 20.05.–21.05.

Hallenradsport

Medizin und Sport • • • • • • • • •

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Behandlung von Verletzungen oder Überlastungen Sportmedizinische Check-ups Sportmedizin für Kinder und Jugendliche Sportphysiotherapie Leistungsdiagnostik und Trainingsberatung Chiropraktik Traditionelle Chinesische Medizin Osteopathie Zugang zu weiteren Fachärzten und Klinik-Angeboten in Zusammenarbeit mit unseren medizinischen Partnern

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BMX März 04.03.–05.03. 18.03 .–19.03.

BMX Trainingday Schweiz BMX Swiss-Cup 1 & 2

Aigle Genève

April 01.04.–02.04. 22.04.–23.04. 29.04.–30.04.

BMX UEC Round 1 & 2 BMX Swiss Cup 3 & 4 BMX UEC Round 3 & 4

Zolder (Be) Goldach Erp (Ho)

Mai 06.05.–07.05. 13.05.–14.05. 20.05.–21.05.

UCI-Weltcup UCI-Weltcup BMX UEC Round 5 & 6

Papendal (Ho) Heusden-Zolder (Be) Prag (Tsch)

Para-cycling März 02.03.–05.03. UCI-Weltmeisterschaft Bahn

Los Angeles

Mai 11.05.–14.05. UCI-Weltcup Strasse 18.05.–21.05. UCI-Weltcup Strasse

Maniago (It) Ostend (Be)

Breitensport April 30.04. Eierlesen-Bike-Rennen

Schneisingen

Mai 06.05. 13. Zurzacher Barz-Derby 07.05. Zugerberg Classic 20.05. Berner Rundfahrt – Seeland Classic 20.05. Highway to Sky 20.05. Kreuzegg Classic, 25. Kreuzegg-Mountain-Bike-Rennen 21.05. Cyclotour du Léman 25.05. Rund um de Zürisee 27.05.–28.05. Radsporttage Dornach – Schwarzbuebe-Rundfahrt 28.05. SÄNTIS CLASSIC

Rietheim Zug Lyss Innertkirchen Bütschwil Lausanne Stäfa Dornach Weinfelden

Impressum Ready to Ride: Magazin des Schweizer Radfahrer-Bundes, Swiss Cycling, Erscheinungsweise: 4 Mal pro Jahr (Februar, Mai, Juli, November) Herausgeber: Swiss Cycling, Tissot Velodrome, Sportstrasse 44, 2540 Grenchen, Tel.: 031 359 72 33, Fax: 031 359 72 39, info@swiss-cycling.ch Redaktionsleitung: Nelly Jaggi (nja), nelly.jaggi@swiss-cycling.ch, Tel.: 031 359 72 35 Redaktion: Timo Albiez (tal), Martin Born, Raphaël Crettol (rcr), Daria Kaiser, Virginie Marquis, Letizia Paladino (lpa), Markus Pfisterer Übersetzung: Syntax Übersetzungen AG, Beate Rademacher  Design: Tatort Kommunikation & Design GmbH, www.tatort.be Inserate: Stämpfli AG, Wölflistrasse 1, 3001 Bern, Tel.: 031 300 63 89, inserate@staempfli.com Bilder: Henning Angerer, David Biedert, Andreas Dobslaff, Craig Dutton, Gaudenz Danuser, IAM Cycling, Armin Küstenbrück, Steffen Müssiggang, Schweizerisches Nationalmuseum/ASL, Richi Reich, Swiss Cycling, Tour de Romandie Druck: Stämpfli AG, Wölflistrasse 1, 3001 Bern Auflage: 15’530 Exemplare Abonnemente: CHF 30.– pro Jahr für Nichtmitglieder www.swiss-cycling.ch

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« Wir sind Vaudoise.»

Die Vaudoise Versicherungen, langjähriger Main Partner von Swiss Cycling, unterstützen das Schweizer Nationalteam und wünschen ihm viel Erfolg für die Saison 2017. vaudoise-on-tour.ch

Swiss Cycling Ready to Ride #Ausgabe 1 2017  

Das offizielle Magazin des Schweizer Radsportverbands. Letzte Hommage an Ferdy Kübler - Auflösung von Schweizer Teams: Athletinnen und Athle...

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