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Schweizer Landtechnik

April 2008

LT extra: Reifenwahl Traktoren


n Editorial Titel Titel Titel Blickwechsel Titel Titel Titel Titel

n Inhalt LT extra Traktorreifen – die Alleskönner..................................... 5

April

Feldtechnik Düngungstechnik bei Mais........................................... 9 Traktortechnik Lenktriebachsanhänger der Superklasse .................... 13

Der Bundesrat möchte ein Agrarfreihandelsabkommen mit der EU. Landwirte und Bäuerinnen sowie Konsumenten und Konsumentinnen würden davon profitieren, argumentiert Landwirtschaftsministerin Doris Leuthard. Die Landwirtschaft hätte besseren Zugang zum EU-Markt, die Produktionskosten würden sinken und Frau und Herr Schweizer müssten fürs Essen ein Viertel weniger bezahlen, rechnet sie vor. Wie teuer es ist, in der EU einen Platz im Regal oder der Kühlvitrine zu erkämpfen, verschweigt sie. Ebenso wenig sagt sie, dass Herr und Frau Schweizer pro Monat lediglich zwei Prozent mehr Geld im Portemonnaie hätten. Denn im Schnitt werden nur acht Prozent des Budgets für Essen ausgegeben. Unerwähnt bleibt auch, dass zum Beispiel Deutsche anteilmässig gleich viel ihres Einkommens fürs Essen ausgeben, trotz tieferen Preisen. Sie, liebe Leserinnen und Leser, möchte ich anstiften, diese anderen Zahlen in Diskussionen einzubringen. Zudem könnten sie Politikerinnen und Konsumenten fragen, ob es wirklich Sinn macht, noch mehr Waren quer durch Europa zu transportieren. Denn das bedeutet mehr Verkehr, mehr Abgase und läuft dem Anliegen zuwider, den Ausstoss an Kohlendioxid zu vermindern und Energie zu sparen. Unabhängig von der Diskussion um den EU-Freihandel muss der Alltag bewältigt werden. Der Acker will bestellt sein, die Pflanzen gedüngt, das Silo befüllt. Zu diesen und weiteren Themen finden sie Fachinformationen in dieser Ausgabe der «Schweizer Landtechnik». Auf einer Karte mit vielen Steinen – wie auf dem Kalenderbild – und einem Stück blauen Himmel habe ich folgenden Spruch gelesen: «Oft versperren die Hürden des Alltags die Aussicht auf Freiräume. Dabei würde es oft schon genügen, den Blickwinkel zu ändern.» In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, dass sich ihr Blick immer wieder neu öffnet für Zusammenhänge und Zahlen, die andere verschweigen, und für Freiräume im hektischen, anspruchsvollen Alltag. Edith Moos-Nüssli

LT aktuell Energissima, Bea/Pferd, Luga, Tier&Technik, Agrimesse, Power beim Bauer, Agropreis 2008, Jahrbuch Agrartechnik, Lenkhilfen............................. 14 AgroSpot Wie kompakt muss Silage sein?................................. 17 Sektionen Generalversammlungen BL/BS, GR, LU-CH, ZG Vortrag Klimawandel/Kurse LU................................... 18 SVLT G40-Kurse................................................................. 21 Kursprogramm, Richtansätze 2008............................ 22 Lohnunternehmer lernen löschen............................... 23 Sous la loupe Speziell gewöhnlich................................................... 24 Hoftechnik Hochsilos richtig befüllen........................................... 26

Energieforum Einspeisevergütung: Ab 1. Mai anmelden................... 31 Vielfältige Stückholzaufbereitung............................... 32

Maschinenmarkt Rigitrac, Amazone, Grimme, Krone, Case IH, Pöttinger...................................................... 37 Impressum............................................................... 38 Titelbild: Anton à Portas Traktorreifen und Zuversicht Boden: Wo im Hochtal Technik und Natur sich näher (Bild Ueli Zweifel). kommen (Bild: Ueli Zweifel).

ART-Bericht 685 Feuchtheu als mögliche Konservierungsart................. 39

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LT extra n

Perfekte Reifentechnik sichert hohe Stabilität in der Geradeausfahrt, gutes Fahrverhalten in der Kurve und Bodenhaftung beim ­Bremsmanöver. (Bild: René Beaud)

Traktorreifen – die Alleskönner Keine Reifenkategorie wird gegensätzlicher beansprucht als der Traktorreifen. Tragfähig soll er sein und so hart wie ein Bergschuh, griffig soll er sein und so schmiegsam wie ein Filzpantoffel. «Die Palette bei den Landwirtschaftsreifen ist mit rund 1500 Modelle ausserordentlich breit, sagt Daniel Pasche, der Agro-Reifenspezialist beim Westschweizer Reifenhaus Viquerat. Er hütet sich vor einem Rating der Traktorreifenmarken. Vielmehr komme es bei der Wahl einer Bereifung auf den Verwendungszweck und die persönlichen Präferenzen des Kunden an. Unser Bericht lässt den geneigten Leser an Pasches Erfahrungsschatz teilhaben. Ueli Zweifel

Wichtige Reifenhersteller für die Land- und Forstwirtschaft Michelin inkl. Marken ­Kleber, ­Kormoran und Taurus Bridgestone mit der Marke Firestone Goodyear inkl. Marke Fulda Continental Vredestein BKT Alliance Trelleborg inkl. Agrarreifen von Pirelli

In die Entwicklung der Reifentechnik für den Agro- und Forstbereich haben die einschlägigen Konzerne in den letzten Jahren massiv investiert und augenfällig ist, dass sogar asiatische Hersteller auf den Markt drängen, so namentlich die Marke BKT aus Indien. Deshalb ist es gemäss Daniel Pasche nicht verwunderlich, dass alle gängigen Marken gegenüber dem Forschungs- und Marktleader Michelin mächtig aufgeholt haben. Sie bestreben (und sind heute auch in der Lage), mit ihrer Reifenfabrikation hohe Geschwindigkeiten und Radlasten mit den Zielen der Bodenschonung und des Fahrkomforts samt hoher Zugkraft unter einen Hut zu bringen, wobei auch der Preis und die Lebensdauer (zwischen 3000 und 5000 Betriebsstunden für ein Antriebsrad) keineswegs vernachlässigbar sind.

Radialreifen Vor rund zwanzig Jahren hat Michelin (beziehungsweise Kleber) die ersten Radialreifen auf den Markt gebracht. Diese erzielen im Vergleich zu Diagonalreifen dank der radialen Lage (ca. 90° Winkel zur Laufrichtung) der Gewebeschichten und durch den Gürtel aus Stahl-Textilfasern eine grössere und stabilere Aufstandsfläche als Diagonalreifen und übertreffen diese bei Laufeigenschaft, Tragkraft und Traktionsvermögen. Während auf die Radnaben von Landwirtschaftstraktoren ausschliesslich Radialreifen montiert werden, sind diese für Forsttraktoren nach wie vor nur bedingt empfohlen. Diagonalreifen halten rauen Druck- und Scherkräften durch Äste und Baumstrünke besser stand als Radialreifen.

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n LT extra Die Radialreifen werden anhand der Flankenhöhe, angegeben in Prozent der Reifenbreite, in Serien eingeteilt. Bei den Standard- und Pflegereifen übertrifft z. B. bei der Serie 95 die Reifenbreite die Flankenhöhe nur um wenig. Bei den Breitreifen der Serien 70 und 65 ist die Reifenbreite dagegen wesentlich grösser als die Flankenhöhe. Die Angabe der Reifenbreite in Millimeter hat sich weitgehend durchgesetzt. Der Reifeninnendurchmesser aber wird durchs Band in Zoll (1 Zoll = 25,4 mm) angegeben, passend zu den Radnaben. Der Radumfang (Mittelwert zwischen belastet und unbelastet) ist massgebend für die Wahl des Radpaares an der Vorderachse, das im Allradbetrieb bekanntlich einen Vorlauf von 1–3% haben muss. Schlupf: Der Schlupf (in %) ist ein Mass für den Unterschied zwischen der praktisch zurückgelegten und der theoretisch möglichen Wegstrecke pro Umdrehung eines Antriebsrades. Schlupf gibt es immer, da auf der glatten, nicht kraftschlüssigen Oberfläche jede Veränderung der Fahrgeschwindigkeit (Beschleunigung und Verzögerung) durch Reibung zustande kommt. Er geht gegen Null, wenn die tatsächliche Wegstrecke eines Antriebsrades nach einer Radumdrehung gleich lang wird wie die theoretisch mögliche. Hundert Pro-

Reinigungseffekt Das Reifenstollenprofil wirkt im Ackerboden quasi wie ein kraftschlüssiges Zahnrad, vorausgesetzt der Selbstreinigungseffekt durch Walkbewegungen verhindert, dass sich die Zwischenräume zwischen den Stollen füllen. Damit würde sich der Schlupf massiv erhöhen mitsamt den negativen Auswirkungen auf das Bodengefüge und den Treibstoffverbrauch. Auf der anderen Seite will man aber auch verhindern, dass die Stollen zu tief eindringen und unerwünschte Fahrspuren hinterlassen. Dieser Effekt ist im Grasland mit Grasnarbenschäden besonders gravierend. Entsprechend wurden eigentliche Grünlandreifen mit spezieller Stollenform entwickelt, die am Übergang von der Lauffläche auf die Flanke sanfter auslaufen und abgerundet sind.

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Breitbereifung für eine hohe Tragkraft und eine tiefe (spezifische) Bodenbelastung. Später im Jahr wird die Pflegebereifung für die Fahrt in den Fahrspuren montiert. (Bilder: Ueli Zweifel)

zent Schlupf bedeutet, dass sich ein Rad auf der Wegstrecke seines Radumfangs zweimal dreht. Dann wächst und wächst er gegen unendlich, was man dann «Spulen» nennt. Beim Bremsen ist die praktische Wegstrecke pro Umdrehung grösser als der Radumfang. Eine grosse Abroll- oder Standfläche auf dem Radumfang und das Stollenprofil, das wie eine Verzahnung wirkt, vermindern den Schlupf. Der Abrollwiderstand sinkt, so dass mit einem reduzierten Treibstoffverbrauch gerechnet werden kann. Grosser Schlupf (über 15%) schädigt, abgesehen vom erhöhten Treibstoffverbrauch und der tieferen Arbeitsleistung, die Struktur des gewachsenen Bodens im Acker- und die Grasnarbe im Wiesland.

Auf der Strasse PS-starke Traktoren mit 40 km/h (und mehr) als Zugfahrzeuge einerseits und mit aufgesattelten Maschinen andererseits legen auf der Strasse zunehmend grössere Distanzen zurück. Auf dem ­A sphalt aber ist der Gummiabrieb auf den Stollen erheblich grösser als auf gewachsenen Böden. Dem wirken die Reifenhersteller mit härteren Gummi­ Der Aufbau der robusten Radial- ▶ karkasse macht es möglich. Starke ­Einfederung dank tiefem Luftdruck für eine grosse Aufstandsfläche.

mischungen entgegen, was umgekehrt der Ackerfahrt, wo man sich eine schmiegsame Reifenoberfläche wünscht, wieder nicht so gut bekommt. Eher hart oder eher weich? Daniel Pasche rät: «Wer die Bereifung sorgfältig auswählen will, wird das mutmassliche Verhältnis zwischen Betriebsstunden einer Bereifung im Acker und auf der Strasse bei den Überlegungen mit berücksichtigen.» Bin ich bereit, Abstriche bei der Lebensdauer zu Gunsten der Souplesse der Reifen im Kulturland zu machen, und wie viel will ich für die bestmögliche Kombination unterschiedlicher Reifeneigenschaften ausgeben, sind Fragen, die sich stellen.


LT extra n Federung und Fahrkomfort Relativ wenig gepumpte Reifen auf der Strasse verursachen geringe Vibrationen, was sich auf den Fahrkomfort positiv auswirkt, solange sie nicht zu unangenehmen und unwirtschaftlichen Wippbewegungen durch Aufschaukeln neigen, was Reifenspezialisten unter anderem auf eine härter gebaute Karkasse zurückführen. Der Fahrkomfort wird auch durch die Anzahl Stollen und das ihnen eigene Profil beeinflusst. Erst neueren Datums sind aktiv und passiv wirkende Federungssysteme auf Traktoren, wobei sich diese erstens auf die grösseren Modelle und zweitens im Allgemeinen auf die Vorderachse beschränken. Dies bedeutet, dass in allen übrigen Fällen nebst einer allfälligen Kabinenfederung die Reifen die Federfunktion übernehmen. Diese Funktion hängt übrigens eng mit dem Reifentragfähigkeit und der Geschwindigkeit zusammen, für die ein Reifen maximal zugelassen ist. Hinweis: Ein Reifen soll für die Strassenfahrt einen Luftdruck von 1,2 bis 2 bar aufweisen, wobei Michelin tiefer geht. Ist der Reifeninnendruck tief, verschlechtert sich mit zunehmender Geschwindigkeit die Tragkraft und das Fahrverhalten hinsichtlich Geradeausstabilität und Kurvenfahrt.

In Acker und Wiese Strassenfahrten mit Traktoren sind unumgänglich. Und doch sind die Traktorbereifungen ja in erster Linie für die Traktion und die Tragfähigkeit in plas­ tisch verformbaren Böden des Wiesund Ackerlandes entwickelt worden. Grundsätzlich ist hier ein tiefer Reifeninnendruck unter 1 bar wünschbar, damit sich die Ellipse der Aufstandsfläche noch vergrössert und der spezifische Bodendruck sinkt. Der Reifeninnendruck kann bei gleichbleibendem Zug- und Tragvermögen umso tiefer sein, je grösser das Luftvolumen im Reifen ist. «Grossvolumige Reifen sind», so Daniel Pasche, auf den Grossmaschinen wie Mähdrescher, Feldhäcksler und Rübenvollernter aufgebaut und wirken dann quasi wie ein Raupenfahrwerk.» Bei den Traktoren (und auch bei den Anhängern) will man die Druckunterschiede bekanntlich durch Reifendruckregulierungsanlagen regulieren. Die Be- und Entlüftung der Reifen aber muss schnell ablaufen, sonst wird die erwünschte Wirkung mindestens zum Teil verfehlt.

Das praktische Beispiel

Josef Meyer, Betriebsleiter auf dem Landgut «Domaine de Crest» in Jussy GE und Mitglied des SVLT-Geschäftsausschusses, im Fachgespräch mit dem Reifenlieferanten Daniel Pasche vom Westschweizer Reifenhaus Viquerat.

Zum Landgut gehören fünf Traktoren mit einer hervorragenden Auslastung durch den Einsatz auf dem eigenen Betrieb, die überbetriebliche Zusammenarbeit mit Nachbarbetrieben und durch Aufträge im Lohnunternehmen zu sehr guten Auslastungen. Das Thema Bodendruck ist für Josef Meyer von zentraler Bedeutung. Er rüstet die Traktoren je nach anfallenden Arbeits- und Transportleistungen im Laufe der Jahreszeiten mit den passenden Rädern um. Das eine Extrem betrifft die Breitbereifung 900/60 R 32 (nur bei Michelin) für die schwere Ackerarbeit mit aufgesattelter Säkombination oder Direktsaatmaschine. Das andere die Pflegebereifung 300/95 R 52 für die Pflegearbeiten in den Reihenkulturen. Dazwischen figuriert die Breitbereifung 710/60 R 30. Diese sichert einerseits die hohe Zugkraft für lange Strassenfahrten mit und bietet andererseits beste Voraussetzungen für hohe Tragkraft und grosse Aufstandfläche im Acker.

Immerhin ist es auch im Acker nicht möglich, den Druck nach Belieben abzusenken. Auch wenn sich die Reifenflanken gemäss Firmenangaben geschmeidig geben und gegen Walkeffekte ziemlich unempfindlich sind, so lassen sich doch Schäden durch Ermüden der Gummimasse und der Karkasse nicht ausschliessen. Zudem kann sich, je nachdem wie sich der Reifen bewegt, sein Wulst in der Felge nicht nur rutschen, sondern sogar von der Felge abheben, was dann aber fatal ist.

Fazit Bei der Reifenwahl gibt es Zielkonflikte, die nur bedingt überbrückt werden können. Das heisst, man kann sich für

einen relativ günstigen Standardreifen entscheiden und diesen mit einem konstant hohen Luftdruck fahren. Oder man kann die Situation für Verschleiss und Bodenschutz stark verbessern, indem der Reifeninnendruck an die Erfordernisse angepasst wird beziehungsweise sich via Reifendruckregulierung reguliert. Die dritte Möglichkeit ist der Entscheid für die Breitreifung. Dann ist es möglich, mit einem konstant niedrigen Reifeninnendruck zu fahren oder aber zusätzlich die Vorteile der Druckanpassung zu nutzen. Eine vierte Strategie kann darin bestehen, zum Traktor Reifenpaare mit unterschiedlichen Qualitäten zu kaufen, wie Sommer- und Winterreifen zum PW.  n

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Feldtechnik n

Mit Schlitz-Drill-Injektoren können Ammoniakverluste bei der Gülleausbringung weitgehend vermieden werden (Konstruktion für Verschlauchung, Foto: M. Häberli).

Düngungstechnik bei Mais Eine optimale Nährstoffversorgung trägt viel zum erfolgreichen Maisanbau bei. Dabei muss die Düngungstechnik an den zeitlichen Nährstoffbedarf und das Anbausystem angepasst werden.

Bernhard Streit, Urs Zihlmann und ­Walter Richner*

Aneignungsvermögen für Nährstoffe noch bis gegen das Vegetationsende hin erhalten.

Der Verlauf der Nährstoffaufnahme bei Mais unterscheidet sich von unseren heimischen Getreidearten. Die Phase intensiver Nährstoffaufnahme beginnt erst im Juni, der Stickstoffbedarf ist kurz vor und nach der Blüte am grössten. Zu diesem Zeitpunkt können die Maisfelder aber nicht mehr befahren werden. Deshalb muss die N-Düngung bereits in einem früheren Wachstumsstadium erfolgen, in dem die Maispflanzen aufgrund des noch unvollständig ausgebildeten Wurzelwerkes den Stickstoff noch nicht optimal verwerten können. Dafür bleibt das

Stickstoffdynamik im Mais

* Alle Autoren: Agroscope Reckenholz-Tänikon ART, Reckenholzstrasse 191, 8046 Zürich

Bei der Düngung besteht also die Gefahr von Stickstoffverlusten vor allem während der Jugendentwicklung des Mais – insbesondere durch Nitratauswaschung. Eine bedarfsgerechte Düngung trägt deshalb wesentlich zum umweltschonenden Maisanbau bei. Dazu gehören die Berücksichtigung der Standorteigenschaften und der pflanzenverfügbaren Nährstoffmengen im Boden, die idealerweise mit Hilfe von Bodenanalysen ermittelt werden. Der Boden in Maisfeldern ist wegen des grossen Reihenabstands und der relativ langsamen Jugendentwicklung während langer Zeit mehrheitlich unbedeckt und somit anfällig auf Verschlämmung und Erosion. Die Reduktion der Bodenbearbeitungsintensität bei gleichzeitiger Be-

deckung des Bodens mit Pflanzenresten hilft mit, diese negativen Auswirkungen zu vermindern. Untersuchungen der Stickstoffdynamik in direkt gesäten Maisfeldern haben gezeigt, dass im Vergleich zu gepflügten Parzellen die Stickstoffmineralisierung verzögert wird, insbesondere bei kühler Frühjahrswitterung (Abb. 1) (Zihlmann et al., 2006). Somit muss die Düngung des Maises nicht nur dem Pflanzenbedarf, sondern auch dem Anbausystem angepasst werden.

Unterfussdüngung zur Saat: Die Phosphorversorgung von Mais ist während der Jugendentwicklung besonders wichtig. Da aber während dieser Phase das Wurzelwerk noch nicht vollständig ausgebildet ist, können Nährstoffe nur reduziert aufgenommen werden. Dort, wo die Nährstoffbilanz es zulässt, kann dieses Defizit mit einer Unterfussdüngung mit Phosphor zur Maissaat ausgeglichen werden, insbeson-

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n Feldtechnik

150

N-Entzug Mais (kg/ha) Nmin-Gehalt Direktsaatsystem

125 Nmin [kg/ha]

Nmin-Gehalt Pflugsystem 100 75 50 25 0

Mai

Juni

Juli

August

Sept.

Abb. 1: Zeitlicher Verlauf des mineralischen Stickstoffgehaltes im Boden (0-100 cm) unter einem direkt gesäten und einem gepflügten Maisfeld (Zollikofen, Mittelwerte der Jahre 98, 99, 00, 03, 04 und 05) sowie durchschnittliche Stickstoffentzüge von Mais (Mittelwerte div. Versuche ART).

Der Sonderfall der Maisdüngung Mais ist ursprünglich eine tropische Pflanze. Dank der modernen Hybridzüchtung können heute ertragreiche Sorten in unserem feucht-gemässigten Klima angebaut werden. Mais hat aber nach wie vor einen höheren Wärmebedarf als andere Kulturen und ist frostempfindlich. Er entwickelt sich deshalb in der frühen Entwicklungsphase bis zum Reihenschluss im Vergleich zu anderen Kulturen langsam. Zudem wird Mais mit einer relativ geringen Bestandesdichte von rund 10 Pflanzen pro m2 angebaut. Folglich können Ausfälle besonders während der Keim- und Jugendphase durch Schädlingsbefall, ungenaue Saatgutablage oder Frost nur bedingt kompensiert werden und verursachen meistens Ertragsverluste. Im Vergleich zu anderen Ackerkulturen mit viel höheren Bestandesdichten und entsprechend grösserem Kompensationsvermögen trägt eine optimale Nährstoffversorgung der relativ wenigen Maispflanzen ausgeprägter zur Ertragssicherheit bei.

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Abb. 2: Direkt gesäter Mais ohne Startdüngung (vorne) und mit einer Stickstoff-Phosphor–Unterfussdüngung zur Saat (hinten).

dere bei mit Phosphor unterversorgten Böden, unter nass-kalten Bedingungen oder bei reduzierter Bodenbearbeitung (Abb. 2). Durch die Kombination mit einer Stickstoffgabe in Form von Ammonium kann die Ausnützung des mit der Unterfussdüngung verabreichten Phosphors gesteigert werden. Damit die gedüngten Nährstoffe zur Saat von den jungen Maispflanzen optimal aufgenommen werden können, sollte der Dünger in deutlicher Distanz zu den Mais-Saatkörnern, aber nahe der Maisreihen in einem Band im Boden abgelegt werden. (Abb. 3). Düngermengen von max. 20 bis 30 kg N/ha und gleich viel rasch löslichem P haben sich in der Praxis bewährt. In einem Streifenversuch der Höheren Fachschule Agrotechniker, Strickhof, in Zusammenarbeit mit Agroscope Reckenholz-Tänikon wurden in direkt gesäten Maisfeldern verschiedene Verfahren mit Düngung zur Saat verglichen (NPDüngung Unterfuss, N-Düngung Unterfuss, N-Düngung breitflächig, keine

Düngung zur Saat). Dabei entwickelten sich die Maispflanzen im Verfahren mit NP-Unterfussdüngung am schnellsten. Allerdings wurden in den Verfahren mit reiner N-Unterfussdüngung die höchsten Kornerträge gemessen. Das Verfahren mit breitflächiger N-Ausbringung zur Saat unterschied sich am Standort Biberist nicht vom zur Saat ungedüngten Kontrollverfahren. Auch in weiteren in- und ausländischen Untersuchungen konnte der positive Effekt einer Unterfussdüngung zur Saat auf den Ertrag nicht immer nachgewiesen werden. Die schnellere Entwicklung der Maispflanzen während der Jugendphase ist aber unbestritten: Der raschere Bestandesschluss verbessert die Unkrautunterdrückung, vermindert das Verschlämmungs- und Erosionsrisiko und trägt damit zur Ertragssicherheit bei.

Düngung nach der Saat: Auch mit der Unterfussdüngung zur Saat wird der grösste Teil der Stickstoffdüngung zu Mais als Kopfdüngung im 4- bis

Standort Biberist

Standort Seedorf

Verfahren

kg/ha (14% Feuchte)

NP-Unterfussdüngung (30 kg N/ 30 kg P pro ha)

9076

9460

N-Unterfussdüngung (30 kg N pro ha)

9769

9701

N breitflächig (30 kg N pro ha)

8960

9557

Keine Düngung zur Saat (Kontrolle)

8974

9070

Tabelle 1: Einfluss von verschiedenen Düngungsverfahren zur Saat von Körnermais (Sorte: LG 22.22) auf den Kornertrag (Direktsaatparzellen in Biberist/SO und Seedorf/BE, 2005)


Feldtechnik n 8-Stadium verabreicht. Die Vermeidung von Stickstoffverlusten hat dabei oberste Priorität. Idealerweise wird der Dünger zur Reihe gestreut, damit er von den darunter liegenden jungen Maiswurzeln aufgenommen werden kann. Besonders bei Trockenheit ist das Einarbeiten in den Boden mit einem Hackgerät vorteilhaft – aber arbeitsaufwändig (Abb. 4). Organische Dünger, bei denen die Nährstoffe langsam freigesetzt werden, sind gut an den zeitlichen Nährstoffbedarf des Maises angepasst. Das gut ausgebildete Wurzelwerk der Maispflanzen und lang anhaltende Wachstum bis in den Herbst hinein erlauben eine effiziente Nährstoffaufnahme auch mit fortgeschrittener Vegetation. Hofdünger und insbesondere Gülle sind daher für den Einsatz im Maisanbau gut geeignet. Es ist aber darauf zu achten, dass Ammoniakverluste möglichst vermieden werden. Deshalb sollte Gülle nicht bei trockenem, warmem oder windigem Wetter und nicht zu konzentriert ausgebracht werden. Schleppschlauchverteiler sind Ausbringsystemen mit Breitverteilung vorzuziehen, da dadurch die Gülle exakter und mit weniger Verlusten ausgebracht werden kann (Frick und Menzi, 1997) (Abb. 5).

Ausblick: Mit zunehmender Verknappung der Rohstoffe werden mineralische Dünger in Zukunft teurer. Die Steigerung der Nährstoffeffizienz zusammen mit der Verringerung von Nährstoffverlusten – vor allem bei der Gülleausbringung – wird das Ergebnis des Maisanbaus positiv beeinflussen. Zurzeit wird untersucht,

Abb. 3: Düngerschar (Semeato) für die Unterfussdüngung (Eigenbau-Direktsaatmaschine von ART).

ob neue Techniken wie die Düngung mit Ammoniumdepots (CULTAN-Technik, Spiess und Meier, 2008) oder die Verbesserung der Unterfussdüngung zur Saat einen Beitrag dazu leisten können (Siehe auch März-Ausgabe der Schweizer Landtechnik). Ebenso wird der vermehrte Einsatz von Gülle und Recyclingprodukten aus der Biogasherstellung oder Kompostierung an Bedeutung gewinnen, da diese Düngerarten an den Nährstoffbedarf und die -aufnahmeperiode von Mais besser angepasst sind als beispielsweise von Getreide. Verbesserte Systeme zur Ausbringung von Flüssigdüngern können daher zur Steigerung der Nährstoffeffizienz beitragen (siehe Einstiegsbild). Ebenso werden weitere Stickstoffquellen wie die Vorbegrünung von Maisäckern mit Leguminosen an Bedeutung gewinnen.

Abb. 4: Dank Reihendüngung und gleichzeitigem Hacken kommt es zu einer raschen N-Wirkung.

Literatur Frick R. und Menzi H., 1997. Hofdünger­ anwendung: Wie Ammoniakverluste vermindern?. FAT-Bericht Nr. 496. Joss R. und Spitznagel S., 2005. Unterfussdüngung bei Direktsaat von Körnermais. Praxisversuch Höhere Fachschule Agrotechniker, Strickhof. Unveröffentlicht. Spiess E. und Meier U., 2008. CULTANDüngetechnik ist praxisreif. Schweizer Landtechnik 3, 14-17. Zihlmann U., Weisskopf P., Müller M., Schafflützel R., Chervet A. und Sturny W.G., 2006. Stickstoffdynamik bei Direktsaat und Pflug. Agrarforschung 13 (5), 198-203.  n

Abb. 5: Mit Schleppschlauchverteilern wird die Gülle exakt und verlustarm im Mais ausgebracht (Foto: M. Häberli).

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Traktortechnik n nächst fertig montiert. Kostenpunkt pro Fahrzeug zwischen 50 000 und 60 000 Franken, je nach Ausrüstung.

Universelle Trieb- und Verzögerungsachse

«Steer-Drive-Trailer» im Test auf dem Bergbetrieb von Josef Fischlin, Steinerberg SZ.

Lenktriebachse der Superklasse Die von Walter Rogenmoser, Unterägeri ZG, entwickelte Kugelkopf­ kupplung für die spurtreue Achslenkung machte an der Agritechnica Furore. Die Schweizer Landtechnik besuchte den Spezialisten für Innovationen der Bergmechanisierung. Ueli Zweifel

Schon seit bald drei Jahren zirkuliert der Name «Steer-Drive-Trailer». Er steht für die Bemühungen von Walter Rogenmoser und seinem Spezialistenteam, die Triebachsanhängerlenkung durch die Kombination von Steuerungselektronik und Hydraulikkomponenten zu optimieren. Im Zentrum des Interesses steht die patentierte Entwicklung einer Kugelkopfkupplung, in deren Kapsel ein Messsensor integriert ist, der eine gewölbte Messfläche am Kugelkopf abtastet. Daraus wird in einer Parallelebene zum Boden der Winkel bestimmt, den die Längsachsen von Traktor und Anhänger auf einer Kurvenfahrt bilden. Es gibt dabei im Gegensatz zur herkömmlichen Lenkbeeinflussung durch separate Lenkstangen keine Verfälschungen des

gemessenen Winkels durch Gelände­­ uneben­heiten. In mathematische Formeln gefasst, lässt sich nun beim Tandem- und Tridem­ anhänger für jeden Abstand zwischen Achse und Kugelkopf die passende Kurvenbahn der Räder berechnen und über Hydraulikzylinder realisieren. Dazu braucht es allerdings eine ausgeklügelte «Mechatronik». Zu ergänzen ist, dass die Achslenkung auch so eingestellt werden kann, dass nicht die Anhängerachse spurtreu läuft, sondern das Arbeitsgerät, beispielsweise das Ladegerät am Fahrzeugheck. Leider, so bedauert Walter Rogenmoser, seien im Zusammenspiel verschiedener Softwarepakete und Steuerungsmechanismen noch nicht alle Probleme gelöst. An diesen aber wird intensiv gearbeitet. Bislang läuft ein Prototyp im praktischen Einsatz, und zwei weitere sind dem-

Das Drive-Trailer-System von Walter Rogenmoser nimmt das altbewährte Triebachskonzept auf mit zwei verblüffenden Neuerungen: Zum einen erfolgt die Kraftübertragung auf die Triebachse nur indirekt über die Zapfwelle. Diese treibt den Hydromotor auf dem Anhänger an, der seinerseits die Drehkraft auf die beiden Radialkolbenpumpen in den Radnaben überträgt. Zum andern mussten bislang die Radumdrehungen am Triebachsanhänger und Traktor im richtigen Verhältnis sein, um Reibungsverluste zu vermeiden. Die Austauschbarkeit von Traktor und Triebachsanhänger war also nicht gegeben. Mit dem neuen Fahrzeug ist dies hingegen kein Problem: Walter Rogenmoser konstruierte in die Zugdeichsel nämlich ein gelagertes Spezialkupplungselement, so dass die Zugdeichsel, statt starr zu sein, in der Längsachse ein Spiel hat. Die Dehnung beim Beschleunigen als Mass für den Zugkraftbedarf wirkt nun via Elek­ tronik auf die Drehkolbenpumpe des Hydromotors, so dass das Drehmoment auf der Triebachse steigt. Umgekehrt wird die Antriebsachse beim Bremsen sozusagen zu einer «Verzögerungsachse», d. h., sowohl die Zug- als auch die Stosskräfte, die auf den Traktor wirken, nähern sich der Nullmarke.

Vorteile des Systems Jeder Traktor mit einem elektrischen Anschluss kann mit dem Triebachsanhänger kombiniert werden. Dieser wird übrigens mit einem Isobus-tauglichen Terminal bedient. Die Manövrierbarkeit (Rückwärtsfahrt) im land- und forstwirtschaftlichen Einsatz ist extrem gut. Die vergleichsweise grossvolumige (Doppel-)Bereifung garantiert eine sichere Fahrt am Hang, und zwar auch in der Schichtenlinie, denn die Achse kann auch im Sinne des Hundegangs gelenkt werden. Alle vom Transporter her bekannten Aufbauten können verwendet werden. Die grossvolumigere Bereifung, die Triebachse und die Fahrzeugkonstruktion erlauben im Vergleich zum Transporter mehr Nutzlast und grössere Transportkapazitäten.  n

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n Energissima 2008

Â?Ă•ĂŒ ĂƒÂŤi˜`i˜ …ˆÂ?vĂŒ iLi˜ Ă€iĂŒĂŒi˜

   glied zwischen Bea und Pferd. Letztere wird   sich nach eigenen Angaben auf $ + $ 

2. Ausgabe in Freiburg dem vergrĂśsserten Messegelände noch mo. Die 2. Aufgabe der Energissima, der  *$ stärker  $ als Fachmesse positionieren.  $   '$)  Schweizer Messe der erneuerbaren Energien und neuen Technologien, findet vom Donnerstag, 17. April bis Sonntag, 20. April im Forum Fribourg in Freiburg statt. Biogas, Bio-Treibstoffe und Holz sind ebenso Thema wie Sonnenenergie, Die Bea und die Pferd sind vom 25. April bis 4. Mai Goethermie und Energieeffizienz Die 2008 täglich geĂśffnet von 9 bis 18 Uhr. Erwachsene bezahlen 15 Franken, 10 Franken Messe wende sich sowohl an Fachbe  "      Auszubildende   Kinder (ab 6 Jahren) $ 5 Franken, Die  Bahn  bietet  #    und    !$  sucher als auch an das breite Publikum, ein Bea-Kombi an.  $  '      heisst es auf der Website   www.energisWeitere Informationen im Internet: www.beapferd.ch %"   ,& !! % ! sima.ch. Sie wolle Akteure der($$*  entspre* ***  ' $$*   chenden Bereiche an einem Ort zusammenfĂźhren und die Aufmerksamkeit von n Luga 2008 Ă–ffentlichkeit, Fachleuten und Medien auf das Thema erneuerbare Energien Zentralschweiz zum Erleben lenken. Das Organisationskomitee wird mo. ÂŤRichtig feuern mit HolzÂť und präsidiert vom Freiburger Landwirt- ÂŤKnochenstark in die ZukunftÂť sind zwei Highlights der diesjährigen Luga, schaftsdirektor Pascal CorminbĹ“uf. Parallel zur Ausstellung finden Konferen- der Zentralschweizer Erlebnismesse auf zen statt: Am Donnerstag zum Thema der Luzerner Allmend. Vom Donnerstag, Kleinwasserkraftwerke und Windener- 25. April bis zum Sonntag 4. Mai gibt gie, am Freitag zum Thema Biogas. es täglich eine Pferdeshow in der Arena Energieeffizienz und Finanzen stehen mit Fahren, zirzensischen Einladen und am Samstag auf dem Programm, Bio- einer Quadrille mit zehn Freiburger PferTreibstoffe geben Diskussionsstoff am den. In der Tierhalle sind Muttertiere von Sonntag. Die erste )Ausgabe der Energis- 23 Rassen mit ihren Jungen zu sehen, % dazu Pferde, Rinder, Schweine, Schafe

 in Bulle statt, mit 120 sima fand 2007 % )   und Ziegen. FĂźr Kinder gibt es einen  Ausstellern sowie 10 000 Besucherinnen 

$ Streichelzoo mit Säuli, Gitzi und Hßndli. und Besucher. Spezialitäten aus der Zentralschweiz finDie Energissima ist von Donnerstag, 17. April bis den Besucherinnen und Besucher in der Sonntag, 20. April jeweils von 10 bis 19 Uhr geÜffnet. Am Sonntag schliesst die Messe um 18 Uhr. Der Määrthalle. Eintritt kosten 13 Franken fßr Erwachsene, 6 Franken fßr Kinder ab 12 Jahren. Ein Franken pro zahlender Erwachsener geht an die Stiftung Myclimate. Weiter Informationen im Internet: www.energissima.ch

n Bea/Pferd 2008

Die Luga ist geÜffnet von Donnerstag, 25. April bis Sonntag, 4. Mai, täglich von 10 bis 19 Uhr. Am Schlusstag schliesst die Messe schon um 18 Uhr. Erwachsene bezahlen 14 Franken Eintritt, Jugendliche, Auszubildende, Rentner 10 Franken. Kinder bis 6 Jahre sind gratis. Die Bahn bietet ein LugaKombi an.

  & (

Berner Vieh und peruanische Pferde In Bern steht vom 25. April bis 4. Mai     $ '   Informationen im Internet: www.luga.ch Weitere 2008 die 57. Bea auf dem Programm, % $  die Ausstellung fĂźr Gewerbe,   Land

# %$  sowie paraln Tier&Technik 2008 wirtschaft und Industrie,  # 

  lel dazu die 19. nationale Pferdemesse  #  Besucherrekord Pferd. Rosen und Kartoffeln $sind die    mo. Rund 28 500 Besucherinnen und Starsin%$$ der «Blühenden   Halle» und dem #  Besucher verzeichnete die 8. Ausgabe «Grünen Zentrum».    Schafe, Kaninchen,  #% Hunde und weitereTierarten !# sind an der der Tier&Technik in St. Gallen. Das sind  #  Bea wie gewohnt zum Streicheln nahe. 2000 mehr als im Vorjahr. Zugenommen  $  Selbstredend haben Kühe den grössten hat auch die Zahl der Aussteller und die      Auftritt, schreibt die Messeleitung. Die Ausstellungsfläche, das Angebot an         der AmmenLandmaschinen war breiter. Schweizerische Vereinigung    und Mutterkuhhalter ist mit zahlreichen Zum Agro-Star 2008 wurde bei der Er        öffnungsfeier Hermann Bader gekürt, Rassen zu Gast.        Gastland ist Peru. Die peruanische Pfer- Geschäftsführer des Fleischverarbeiters      derasse Paso Peruano fungiert als Binde- Traitafina. Die Firma vermarktet Schwei-



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April 2008

Schweizer Landtechnik


LT aktuell n zer Fleisch unter der Marke SwissPrimGourmet. Bader meinte in St. Gallen, er sei für die Landwirtschaft nicht immer ein angenehmer Partner, fühle sich aber dieser stark verbunden. Der Agro-Star ist ein ideeller Preis für eine Persönlichkeit, die sich in besonderer Weise um die Landwirtschaft verdient gemacht hat.

Ein Zelt schuf Raum für ein grösseres Landmaschinenangebot (Foto: Ueli Zweifel)

n Power beim Bauer Online anmelden mo. Der Landdienst als gröss­ter Ferienjob-Vermittler der Schweiz fördert die Mitarbeit junger Menschen auf Bauernhöfen. 2500 Jugendliche im Alter von 14 bis 25 Jahren erleben jedes Jahr Power beim Bauer. Über die LanddienstHomepage können sich interessierte Gastfamilien selbst anmelden und ihre Wünsche bezüglich Zeitpunkt und Arbeiten eingeben. Jugendliche haben dann ebenfalls neu die Möglichkeit, online eine Wunschfamilie auszusuchen.

n Agrimesse 2008 Grösser und gleich viele Besucher mo. 7 Hallen und ein Freigelände, 170 Aussteller und 17 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche: Das sind die Daten zur Agrimesse 2008. «Noch grösser, noch interessanter» nannte Messeleiter Bernhard Frunz die 8. Ausgabe der Schweizer Messe für Landwirtschaft, Wald und Forst. Die Besucherzahl bewegte sich im Rahmen des Vorjahres bei über 18 000 Personen. Ausstellungsleitung und Aussteller sind laut Medienmitteilung zufrieden. Samuel Gerber, Gemeindepräsident, Berner Grossrat und Präsident des Schweizerischen Kälbermästerverbandes, lobte bei seiner Eröffnungsrede die Agrimesse als eine der besten Ausstellungen auf dem Platz Thun. «Die Berglandwirtschaft darf stolz sein, dass es die Schweizerische Agrotechnische Vereinigung (SAV) gibt», betonte er. Die SAV organisiert die Ausstellung mit Schwerpunkt Berglandwirtschaft. Ausserdem wünschte er sich von den Schweizer Politikern eine Haltung, wie sie der französische Präsident Nicolas Sarkozy an der Pariser Landwirtschaftsausstellung zeigte. Er lasse es nicht zu, dass die französischen Landwirte dem Freihandel ausgesetzt würden, zitierte Gerber Sarkozy. Dieser begründete seine Haltung mit Strukturnachteilen. Die 9. Agrimesse findet vom 5. bis 8. März 2009 statt. Anmeldung für Aussteller: www.agrimesse.ch.

Details: www.landdienst.ch

n Agropreis 2008 Anmelden bis 30. Juni mo. Auch dieses Jahr prämiert die Emmental Versicherung innovative Leistungen von Bäuerinnen und Bauern. Wer eine neue Dienstleistung, ein neues Produkt entwickelt hat, wer sein Einkommen durch bessere Vermarktung erhöht oder eine rationellere Form der Betriebsführung oder der Zusammenarbeit realisiert hat, kann am Wettbewerb teilnehmen. Der Preisträger erhält 20 000 Franken. Ausserdem werden ein Publikums- und ein Saalpreis (3000 resp. 2000 Franken) vergeben. Die Preisverleihung findet am 13. November im Kursaal Bern statt. Information und Teilnahmedokumentation bei Emmental Versicherung, Emmentalstr. 23, 3510 Konolfingen, Tel: 031 790 31 11, Internet: www.emmentalversicherung.ch

Die Agrimesse präsentiert Maschinen für Land- und Forstwirtschaft. (Foto: mo)

n Jahrbuch Agrartechnik 20. Ausgabe erschienen mo. Das Jahrbuch Agrartechnik fasst seit 20 Jahren jeweils die Forschungsergebnisse im Bereich der Agrartechnik des vergangenen Jahres zusammen und ermöglicht einen Überblick über die Arbeit der Institute. «In unserer schnelllebigen Zeit zeigt das Jahrbuch ein Stück Kontinuität der agrartechnischen Entwicklung

auf», schreibt die Max-Eyth-Gesellschaft in einer Medienmitteilung. Es habe sich als anerkanntes, seit 1991 auch durchgängig zweisprachiges Periodikum zu einer Institution entwickelt. Die Bände verschafften einen Überblick über den aktuellen Stand der Agrartechnik.

Als Herausgeber fungieren HansHeinrich Harms, Leiter des Instituts für Landmaschinen und Fluidtechnik an der Universität Braunschweig, und Friedrich Meier, ehemaliger Geschäftsführer der Landmaschinen- und AckerschlepperVereinigung (LAV). Das Jahrbuch Agrartechnik 2008 kann für 79.80 Franken im Buchhandel gekauft oder für 49.90 Euro bestellt werden bei: DLG-Verlag, Eschborner Landstraße 122, 60489 Frankfurt/Main, Tel.: +49 (0) 069 24 788-451, Fax: +49 (0) 069 24 788-484, E-Mail: dlg-verlag@dlg.org, Internet: www.dlg-verlag.de

n Lenkhilfen Systeme im Überblick mo. Verschiedene Parallelfahrsysteme vergleicht das deutsche Kuratorium für Technik und Bauwesen (KTBL) in der Landwirtschaft im Heft Nummer 67. Vorgestellt werden die zurzeit eingesetzten Systeme und die Möglichkeiten des globalen Positionierungssystems GPS. Parallelfahrsysteme unterstützen den Fahrer bei der Lenkarbeit. Grosse Dienste leisten sie bei grossen Arbeitsbreiten, in Beständen ohne Fahrgassen, in Reihenkulturen und bei Nachtarbeit. Wirtschaftlichkeitsberechnungen erlauben Schlussfolgerungen, ab welcher Mindestfläche der Einsatz rentabel ist, heisst es im Vorwort. Entstanden ist das 48-seitige Heft im Rahmen des Projektes «Transfer von Precision Farming» im Forschungsverbund pre agro. Bestellt werden kann das KTBL-Heft 67 zum Preis von 8 Euro bei Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL), Bartningstr. 49, 64289 Darmstadt, Tel: ++49-6151/7001-189, Fax: ++49-6151/7001-123, E-Mail: vertrieb@ktbl.de.

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AgroSpot n

Extensive Tierhaltung im Folienstall: geschützt und trocken im Winter.

Wie kompakt muss ­Silage sein? «Wie kompakt muss Silage sein?», stellte sich Roy Latsch die Frage in seinem Referat an der Fachtagung über aktuelle Entwicklungen in der Landtechnik. Die Frage scheint auf den ersten Blick banal. Das grosse Interesse an diesem Beitrag und die zahlreichen Diskussionsbeiträge der anwesenden Vertreter von Landtechnikfirmen und Lohnunternehmern belehrten uns eines Besseren. Robert Kaufmann, Roy Latsch*

Gerade beim Flachsilo scheinen einige Fragen offen zu sein. So bestätigten die anwesenden Praktiker, dass es zu unerklärlichen Fehlern in der Futterqualität kommt. In einem Fall sei zum Beispiel eine schadhafte Schicht 50 cm unterhalb einer ansonsten einwandfreien Silageoberfläche aufgetreten. Daraus resultieren Futterverluste durch Fehlgärungen während der Futterlagerung und auch durch Nachgärungen während der Auslagerung. Weil die Häcksler immer schlagkräftiger werden, hat möglicherweise die Verdichtung im Fahrsilo nicht mit der zunehmenden Ernteleistung Schritt gehalten. Weiter stellt sich auch in der Schweiz in Zukunft die Frage, welchen Einfluss Silagehöhe und -breite auf die Silagequalität haben. Im Gegensatz zum Ausland, werden hierzulande Flachsilos selten höher als 1,8 Meter und breiter als 8 Meter gebaut (Traunstein-System). Mit schweizerischer Perfektion wurde bislang die Randzone im Wandbereich mit speziellen Plastikfolien zusätzlich abgedichtet * Unter der Rubrik AgroSpot berichtet die Schweizer Landtechnik über aktuelle Forschungsprojekte der Forschungsanstalt Agro­scope ART, Tänikon. Im Vordergrund stehen Themen zur Technik in der Innenund Aussenwirtschaft.

oder die Gärung prophylaktisch gleich mit Siliermitteln unterstützt. Ist das alles nötig und unter welchen Bedingungen? Kurz: Es ändert sich nicht nur das landwirtschaftliche Umfeld mit wachsenden Betriebsstrukturen und schlagkräftigerer Technik. Auch die baulichen Dimensionen und die Anforderungen an die Silage sind im Wandel. Sicher ist, dass die Verdichtung der bestimmende Faktor für eine qualitativ einwandfreie Silage ist. Aus diesen Gründen starten wir an der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART ein Projekt unter dem Arbeitstitel «Silagequalität in Flachsilos». Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Futterverdichtung und -qualität im Flachsilo besser zu verstehen. ART will Methoden zur Bestimmung der Lagerungsdichte des Futters und für die Kontrolle der Verdichtungsarbeit im Flachsilo erarbeiten. Daraus sollen praxistaugliche Kriterien zur Abschätzung der Verdichtung des Futters im Flachsilo abgeleitet werden. Natürlich muss man das Rad nicht neu erfinden. In der Literatur sind schon einige Hinweise zu finden. Relativ gut bekannt ist der geforderte Soll-Wert bei der Verdichtung. So sollte man beispielsweise beim Mais bei einem TS-Gehalt von 28% auf 230 kg TS/m3 verdichten beziehungsweise bei einem TS-Gehalt von 38% auf 320 kg TS/m3. Es gibt auch

einige ganz praktische und bewährte Regeln für die Unterstützung einer genügenden Verdichtung: Der oberste Bereich soll eine theoretische Häcksellänge bei Mais von 8 mm haben und die neue Schicht soll, unverdichtet, jeweils nicht höher sein als 30 cm. Weiter ist auf Doppelbereifung zu verzichten, der Reifendruck ist jedoch auf über 2,5 bar zu erhöhen und es ist mit einer Geschwindigkeit von weniger als 4 km/h zu walzen. Walzen muss man sogleich vom ersten Erntefahrzeug an und bis eine Stunde nach der Lieferung des letzten Erntefahrzeugs. Eine ausländische Untersuchung zeigte in der Praxis meist ungenügende Verdichtungswerte. So erzielen im oberen Bereich der Silos mehr als 80% der Betriebe keine ausreichende Verdichtung. Bei seitlichen Randzonen sind damit Qualitätsprobleme vorprogrammiert. Von 97 untersuchten Betrieben hatten nicht einmal 40% eine Verdichtung von mehr als 180 kg TS/m3. Die Verdichtungsverhältnisse in Schweizer Flachsilos wurden bisher noch nicht untersucht. Auch lässt sich nicht richtig abschätzen, wie verbreitet Qualitätsprobleme sind. Teilen Sie uns deshalb ihre Beobachtungen und Bemerkungen mit (siehe Kasten). Sie können damit einen wertvollen Beitrag zum Thema leisten.  n

Ihre Erfahrung mit Flachsilos interessiert uns! Senden Sie bitte ein E-Mail an roy. latsch@art.admin.ch (052 368 33 63) mit Antworten und Hinweisen zu folgenden Fragen: 1. Falls Sie Qualitätsprobleme mit der Silage haben: Was sehen Sie für Ursachen? Was waren Ihre Massnahmen? Waren Sie erfolgreich? 2. Sollte Ihrer Meinung nach mehr geforscht werden zur Frage der Silagequalität im Flachsilo? 3. Würden Sie wieder einen Flachsilo bauen? Oder was wäre die Alternative? 4. Sind Sie aus Qualitätsgründen schon einmal auf Rundballensilage ausgewichen? Herzlichen Dank für das Mitmachen. Ihre Erfahrung fliessen in unsere Arbeit ein. Ausserdem tragen Sie dazu bei, eine breitere Umfrage zielgerichteter anlegen zu können.

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n Sektionsnachrichten

Beide Basel

Graubünden

Grüne Energie heiss diskutiert

Im Wald wächst Wärme

«Vielleicht sind wir Bauern bald angesehener als Banker», meinte Paul Buri, Präsident des Verbandes Landtechnik beider Basel und Umgebung (VLTbB), nachdem er seinen erfreulichen Jahresbericht vorgetragen hatte. «Aber», meinte er augenzwinkernd, «das ist ja nicht mehr schwierig.»

Präsident Ueli Günthardt begrüsste 54 Mitglieder und Gäste zur Generalversammlung der Sektion Graubünden. Er erzählte vom Geschicklichkeitsfahren an der Bündner Viehschau in Cazis und von einigen durchgeführten Kursen. Zudem dankte den zahlreichen Sponsoren für die Unterstützung, vor allem dem Hauptsponsor Andreas Mehli, Chur. OK-Präsident Ruedi Hunger berichtete von einer gelungenen SVLT-Delegiertenversammlung mit rund 200 Teilnehmern am 14./15. September 2007 in Landquart. SVLT-Direktor Willi von Atzigen erzählte vom intakten Netzwerk des SVLT mit über 25 000 Mitglieder. Der SVLT sei fähig, Themen aufzugreifen und erfolgreich abzuschliessen. Anschliessend an die Generalversammlung referierte Andreas Keel von Holzenergie Schweiz über «Holzenergie in der Landwirtschaft». Fünf Millionen Kubikmeter Energieholz könnten eine Million Tonnen Öl ersetzen, erwähnte er. Zudem biete Holzenergie ein volkswirtschaftliches Plus, denn der Ertrag bleibe in die Region. Keel erklärte verschiedene Möglichkeiten von Holzheizungen und wies darauf hin, dass das Qualitätssiegel «Holzenergie Schweiz» Heizungen mit hohe Wirkungsgrad und niedrigen Emissionen auszeichnet.  Luzia Föhn

Zu «Nutzung erneuerbarer Energien – ein bequemer Ausweg oder denkbare Rettung des Klimas?» referierte Felix Jehle vom Amt für Umweltschutz und Energie Baselland. Er erläuterte die Endlichkeit fossiler Energien, das CO2-Gesetz und das Ziel einer 2000-Watt-Gesellschaft. Er stellte Grundsätze der Energiepolitik der Schweiz und von Baselland vor. Der Kanton hatte 1979 das erste Energiegesetz des Landes in Kraft gesetzt. Schliesslich sprach er über die Stiftung Klimarappen, Solarwärme und das Stromversorgungsgesetz.

Luzern Klimawandel ist kein Hirngespinst

«Vielleicht sind wir Bauern bald angesehener als Banker», meinte Präsident Paul Buri. (Foto: Bentolila)

Der Vortrag rief eine engagierte Diskussion hervor, und zwar mit dem Referenten und unter den Teilnehmern. Ein Anwesender bemerkte, um den Klimarappen werde ein zu grosses Aufheben gemacht. Viele äusserten, es wäre einfacher, wenn die Einspeisevergütung vom Kanton statt vom Bund durchgeführt würde. Dass die bisherigen Energie-Ressourcen zu Ende gehen, liege auf der Hand, meinte ein anderer. Im Landwirtschafts-Sektor seien aber grosse Möglichkeiten vorhanden. Die stattlichen Scheunendächer würden Gelegenheit bieten, Strom zu produzieren und zu verkaufen. Viel zu reden gab die Baubewilligung. Ausserhalb der Kernzone, innerhalb eines Quartierplans oder einer Überbauung nach einheitlichem Plan braucht es keine. Eines war spürbar: Das Thema wird die Bauernfamilien weiterhin beschäftigen. Auf einmal werden sie vielleicht nicht mehr nur Milchbauern sein, sondern Stromproduzenten. Benildis Bentolila

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Die Fakten des Klimawandels sind klar. Das kam am Vortragsabend des Luzerner Verbands für Landtechnik zu diesem Thema zum Ausdruck. Gegen 80 Bauern interessierten sich für die Ausführungen der Referenten. Jürg Fuhrer von der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) listete diese Fakten auf und vor allem die möglichen Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Laut einem UNO-Bericht, an dem 2000 Wissenschaftler gearbeitet haben, steigt die Temperatur stetig, regional aber unterschiedlich. Beim Niederschlag gibt es Verschiebungen in der saisonalen und geografischen Verteilung. Ziel müsse sein, durch entsprechende Verhaltensänderungen den Temperaturanstieg zu stabilisieren. Bis 2050 prognostizierte Fuhrer für die Schweiz klimatische Bedingungen, wie sie derzeit im deutschen Südbaden herrschen. Das sei kein Horrorszenario. Durch die Zunahme von extremen Wetter­ situationen sei die Sicherheit der Lebensmittelproduktion gefährdet. Vorsorge in Form von mehr Wasserreservoirs oder Lager­haltung von Agrarprodukten wie auch Versicherungsschutz würde bedeutsamer. Der Alpenraum könne von der längeren Vegetationsdauer zwar eher profitieren. Die Schwankungen nehmen aber zu, das heisst mehr Unwetter, mehr Trockenperioden im Sommer und Winter, aber auch mehr Regen und höhere Temperaturen. Das nützt dem Mais oder den tief wurzelnden Zuckerrüben, bringt aber mehr Schwierigkeiten beim Anbau von Kartoffeln. Zu-


Sektionsnachrichten n nehmend wachse durch das veränderte Klima der Schädlings-, Krankheits- und Unkrautdruck, der Pflanzenschutz werde anspruchsvoller. Den Bauern riet der ART-Forscher, beim Bau eines Stalles schon heute die künftigen Klimaentwicklungen zu berücksichtigen. Auch beim Futterbau und Ackerbau seien Anpassungen bei der Sortenwahl nötig. Im Grünland riet er zu Diversifikation bei den Arten, denn eine vielfältigere Zusammensetzung des Grasbestandes ermögliche mehr Anpassungen und Stresstoleranz.  Aenny Leisibach/bza

Die Berichtsperiode schloss bei einem Aufwand von 93 450 Franken mit einem Ertragsüberschuss von 22 020 Franken ab. Der Voranschlag für das laufende Jahr sieht hingegen eine ausgeglichene Rechnung vor. Besorgt äusserte sich der SVLT-Direktor Willi von Atzigen über die abnehmende Zahl an Landtechnikern an den landwirtschaftlichen Schulen. Diese sei von 1995 mit 85 auf aktuell deren 38 geschrumpft. Da der Landtechnik bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln und Energieträgern eine sehr hohe Bedeutung zukomme, sei der Mangel an Lehrkräften im Bereich Landtechnik gravierend.

Aktuelles Kursangebot Mofa- und Traktorenprüfung Die Vorbereitungskurse für Mofa- und Traktor-Prüfung finden jeweils am Mittwochnachmittag statt. Kurskosten: 40 Franken für Mitglieder. Die nächsten Termine: 23. April in Sursee, 7. Mai in Willisau, 14. Mai in Schüpfheim Roller- und Autoprüfung Der Basistheoriekurs als Vorbereitung für Roller- und Autoprüfung mit gratis Theoriefragen im Internet. Die nächsten Kurse: 12. April in Sursee, 19. April in Hochdorf, 17. Mai Schüpfheim Praktische Grundschulung für Roller wird jeden Samstag in Sursee angeboten. Autoanhänger Prüfungsvorbereitungskurs 12. April und 17. Mai in Sursee Lastwagenprüfung Der Lastwagentheoriekurs dauert 32 Lektionen, während vier Wochen jeweils einen Tag pro Woche. Der Kurs ist modular aufgebaut und der Einstieg daher jede Woche möglich. Der nächste Kurs beginnt am 29. April in Luzern Infos und Anmeldung: Arthur Koch, Geschäftsstelle LVLT, Tel: 041 467 39 02, Internet: www.lvlt.ch

Lohnunternehmer Schweiz

LU – Facharbeiter auf Kurs Ro.Mü/Zw. Die Vereinigung der Schweizer Lohnunternehmer tagte am Strickhof in Wülflingen. Rückblickend auf das verflossene Geschäftsjahr zog Fritz Hirter eine positive Bilanz. Das Modul für die Ausbildung zum «Facharbeiter Lohnunternehmen» werde nun an den landwirtschaftlichen Schulen (Strickhof, Rütti, Grange-Verney) konkret umgesetzt und im Herbst wird am SVLT-Weiterbildungszentrum Riniken der «praktische Maschinenkurs» als Teil der Ausbildung starten. Passend zum Thema Aus- und Weiterbildung konnte Hans Stadelmann von der BUL agriTop zwei Sicherheitsplaketten überreichen. Die eine ging an das Lohnunternehmen von Bruno Näf, Buckten BL, und die andere an das Lohnunternehmen Markus Schneider, Thunstetten BE. Als schwierig bezeichnete Fritz Hirter die Hindernisse, die sich aus dem Raumplanungsrecht ergeben. Für Verbesserungen müsse die Gesamtrevision abgewartet werden. Die Gründung des Vereins vor vier Jahren war der richtige Weg, bilanzierte Fritz Hirter. Leider aber sei es kaum gelungen, in der Westschweiz Fuss zu fassen.

Mutationen: Lohnunternehmerpräsident Fritz Hirter, Safenwil (ganz rechts), verabschiedete die Revisorin Johanna Höhener, Obfelden, und das Vorstandsmitglied Fredi Hüsler, Rickenbach LU. Neu im Vorstand: Andreas Egger, Udligenswil. Im Weitern geht Helmut Ammann von der ART Tänikon in Pension. Er hatte seit 1980 bei den Lohnunternehmern beratend mitgewirkt. Neue Revisorin wird übrigens Monika Haller, Birrhard AG. 

Aus dem Kreise der Versammlung wurde gefordert, dass die stark gestiegenen Dieselpreise bei der Preisgestaltung für Lohnarbeiten stärker zu berücksichtigen seien. Warnungen gab es im Weiteren bezüglich höherer Kosten, die sich aus dem vom Bundesrat postulierten Einheitssatz bei der Mehrwertsteuer ergeben würden. Die Erhöhung von 2,4% auf 6,1% könnte einen Teuerungsschub verursachen. Über das Risikomanagement beim Schadenfall im Lohnunternehmen referierten im Anschluss an die Jahresversammlung die beiden Experten Hans Nydegger und Jürg Jornot von der Mobiliarversicherung. Den Nachmittag widmeten die Lohnunternehmer der Brandbekämpfung. (Siehe dazu unseren Beitrag auf Seite 23.)

Zug Freimann neuer Präsident mo. Philipp Freimann wurde an der Generalversammlung zum neuen Präsidenten des Zuger Verbandes für Landtechnik gewählt. Freimann ist 32-jährig und Meisterlandwirt, er bewirtschaftet einen Mutterkuhhaltungsbetrieb mit 45 Kühen und 27 ha Land. Er folgt auf Peter Schmid, der 22 Jahre im Vorstand in verschiedenen Funktionen mitarbeitete, zuletzt 6 Jahre als Präsident.

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n SVLT Kursorte und Kursdaten 2008 Aarberg BE Bazenheid SG

08.05+13.05  12.06+17.06  10.07+15.07  24.04+29.04  22.05+27.05  10.07+15.07  13.11+18.11 Biberbrugg SZ 05.06+10.06 Brunegg AG 16.04+22.04  12.06+17.06  07.08+12.08  Bülach ZH 15.05+20.05  21.08+26.08  23.10+28.10 Bulle FR 17.04+22.04  12.06+17.06  26.06+01.07  02.10+07.10 Claro TI 18.07+21.07 Corcelles-près-Payerne VD 29.05+03.06  04.09+09.09 Courtételle JU 18.06+24.06  20.08+26.08 Düdingen FR 21.05+27.05  09.07+15.07  03.09+09.09  Erstfeld UR 03.07+08.07  06.11+11.11 Frauenfeld TG 17.04+22.04  15.05+20.05  19.06+24.06  31.07+05.08  21.08+26.08  11.09+16.09  Gossau ZH 29.05+03.06  24.07+30.07  16.10+21.10 Hohenrain LU 25.04+30.04  23.05+27.05  28.08+02.09  Ilanz GR 17.07+22.07 Interlaken BE 29.05+03.06  04.09+08.09 Kägiswil OW 02.05+06.05  05.09+09.09 La Sarraz VD 24.04+29.04  12.06+17.06  28.08+02.09  30.10+04.11 Landquart GR 24.04+29.04  26.06+01.07  17.07+22.07  Langnau i.E. BE 08.05+13.05  05.06+10.06  10.07+15.07  18.09+23.09  09.10+14.10 Les Hauts-Geneveys NE 02.04+08.04  28.05+03.06  17.09+23.09 Lindau ZH 24.04+29.04  26.06+01.07  24.07+29.07  Lyss BE 11.09+16.09  09.10+14.10  06.11+11.11 Lyssach BE 15.05+20.05  19.06+24.06  04.09+09.09  06.11+11.11 Marthalen ZH 08.05+13.05  17.07+22.07  11.08+19.08 Mettmenstetten ZH   01.07+07.07  12.08+26.08 Moudon VD 08.05+13.05  07.08+12.08  01.10+07.10 Niederurnen GL 24.04+29.04  10.06+19.06  10.07+15.07  Nyon VD 04.06+10.06  09.10+14.10 Oensingen 17.04+22.04  24.04+29.04  26.06+01.07  16.10+21.10 Pfäffikon SZ 22.04+28.04  13.05+21.05  09.07+14.07  16.10+21.10 Saanen BE 30.04+06.05  25.06+01.07  23.07+29.07  24.09+30.09 Salez SG 08.05+13.05  17.07+22.07  04.09+09.09  S-Chanf GR auf Anfrage Schöftland AG 22.05+26.05  28.08+02.09  13.11+18.11 Schwarzenburg BE 17.04+22.04  22.05+27.05  18.06+24.06  14.08+19.08  22.10+28.10 Schwyz 03.07+08.07  06.11+11.11 Sion VS 13.08+19.08 Sissach BL 15.05+20.05  10.07+15.07  21.08+26.08  Sitterdorf TG 02.05+06.05  22.05+27.05  03.07+08.07  28.08+02.09  25.09+30.09  06.11+11.11 Tramelan JU 07.05+13.05  02.07+08.07  10.09+16.09 Visp VS 13.08+19.08 Willisau LU 29.05+03.06  03.07+08.07  18.09+23.09  Zwingen BL 19.06+24.06  11.09+16.09  23.10+28.10

28.08+02.09 14.08+19.08

Fahrkurs G40: Saison 2008

30.10+04.11 14.08+19.08

15.10+21.10 10.07+15.07 23.10+28.10 13.11+18.11

18.09+23.09

Der Fahrkurs G40 ist vom Bundesamt für Strassen anerkannt und wird im Führerausweis eingetragen. Er kostet CHF 540.–, abzüglich eine Rückerstattung von CHF 100.– aus dem Fonds für Verkehrssicherheit. Der zweitägige Fahrkurs G40 mit 20 Lektionen ist von Fachleuten sorgfältig konzipiert worden. Pro Kurs können fünf Teilnehmende berücksichtigt werden, die zusammen mit dem speziell ausgebildeten Fahrlehrer eine intensive und abwechslungsreiche Schulung erleben. Eine frühzeitige Anmeldung für den passenden Kursort und das passende Kursdatum lohnt sich.

25.09+30.09 14.08+19.08

SVLT / ASETA 056 441 20 22

16.07+22.07 13.11+18.11 23.10+28.10

30.10+04.11 21.08+26.08 28.08+02.09

www. Erforderlich: • Führerausweis Kat G • Immatrikulierter Traktor (30 oder 40 km/h) mit Fahrerschutz zum ersten Kurstag • Traktor und landwirtschaftlicher Anhänger zum zweiten Kurstag Bedingungen: Bestätigung über die Durchführung eines ausgewählten Kurses und die Rechnung erfolgen zwei Wochen vor dem ersten Kurstag. Bei Abmeldung von weniger als 14 Tagen vor Kursbeginn wird ein Unkostenbeitrag von CHF 60.– erhoben. Nichterscheinen am Kurs berechtigt den SVLT, das volle Kursgeld zu verlangen.

Anmeldung Fahrkurs G40

27.08+02.09

Kursort

02.10+07.10

Name/Vorname

Kursdatum

Geburtsdatum

24.07+29.07

Adresse PLZ, Wohnort

16.10+21.10 07.08+12.08

Telefon Ich habe von den Teilnahmebedingungen Kenntnis genommen. Datum und Unterschrift

06.11+11.11

Unterschrift der Eltern oder des Lehrmeisters Einsenden an: SVLT, Postfach, 5223 Riniken, Tel 056 441 20 22, Fax 056 441 67 31, E-Mail: info@agrartechnik.ch

April 2008  Schweizer Landtechnik

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n SVLT

Kursprogramm 2008 Weiterbildungszentrum Riniken Te l . 0 5 6 4 41 2 0 2 2 F a x 0 5 6 4 41 6 7 31 info@agrar technik.ch Kommunalbetrieb und Gartenbau Unterhalt von Geräten mit  1 Tag, 4-Takt-Motoren MRG CHF 110.– (150.–) Wartungsarbeiten an Motor, Rasenmäher, Bo­ denfräse. Messer schärfen. Kommunalmähbalken einstellen. Störungen beheben. Stilllegung für die Winterpause. 10.6.2008

Unterhalt von Maschinen mit  1 Tag, Dieselmotoren MDM CHF 110.– (150.–) Wartungsarbeiten am Motor und an den übrigen Maschinen wie Rasen­traktor, Häcksler, Platten­ vibrator, Grabenstampfer, Raupendumper. War­ ten der Hydraulikanlage. Messer schärfen. Stillle­ gungsarbeiten. 12.6.2008 Unterhalt von Motorsensen,  1 Tag, Kettensägen und CHF 110.– (150.–) Heckenscheren MGK Wartungsarbeiten am Motor. Pflege von Antriebs­ welle und Schwert. ­Schärfen der Kette, Mäh­ scheibe, Heckenschere. Störungen beheben. 20.6.2008

  Mitglied-Nr.:  Ich will von den Tarifen für Mit­glieder profitieren und werde Mitglied.

Kursanmeldung Kurstyp (Buchstabenfolge) Kursdatum Name Adresse PLZ, Ort Telefon Datum und Unterschrift

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April 2008  Schweizer Landtechnik

Richtansätze 2008

Die Richtansätze stützen sich auf den ART-Bericht «Maschinenkosten» der Agroscope Reckenholz-Tänikon ART. Sämtliche Richtansätze sind ohne Mehr­ wertsteuer angegeben. Sie beziehen sich ausschliesslich auf die reine Arbeits­ erledigung unter normalen Umständen (inklusive Zugkraft- und Bruttolohnkosten). Die vorliegenden Ansätze basieren auf einem Dieselpreis von Fr. 1.71/l. Vorbehalten sind aus diesem Grund Zuschläge für Treibstoffkosten, Pressgarn, Wickelfolien und andere ausserordentliche Aufwendun­ gen (z. B. Hanglage). Der Auftraggeber haftet für ausserordentliche Schäden, die durch Steine oder andere Fremd­körper an den Maschinen verursacht werden. 1. Getreideernte CHF/a Weizen, Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Korn, Ackerbohnen 4.15 Raps mit Häcksler 4.65 Getreidestrohzerkleinerung mit angebautem Häcksler –.55 Soja, Erbsen, Sonnenblumen mit Häcksler 5.15 2. Maisernte CHF/a Körnermais (CCM) inkl. Strohzerkleinerung 4.85 CCM-Mühle inkl. 1 Bedienungsmann 2.70 Kolbenschrot inkl. Strohzerkleinerung 5.95 Silomaishäcksler selbst fahrend, mehrreihig 6.– 3 Häckselwagen und Gebläse mit Antrieb (ohne Bedienung) 2.90 Häckselarbeit, Vollservice franko Silo 10.30

Quaderballen pressen, 1,4 m3 / 180 kg 11.35   Vorbauhäcksler oder Schneidrotor (Zuschlag) 3.10 16.50 Quaderballen pressen, 2,0 m3 / 300 kg   Vorbauhäcksler (Zuschlag) 5.15 13.40 Quaderballen pressen, 1,2 m3 (Silage) 15.50 Quaderballen wickeln, 1,2 m3 6. Bodenbearbeitung Pflügen Grubbern Bearbeitung mit Zinkenrotor Bearbeitung mit Kreiselegge

CHF/a 2.90 1.55 2.05 2.05

3. Grasernte CHF/h Häcksler selbst fahrend (250 kW) 400.– Häcksler selbst fahrend (350 kW) 464.– 2 Häckselwagen und Gebläse mit Antrieb (ohne Bedienung) 180.–

7. Saat CHF/a Einzelkornsaat für Zuckerrüben 1.65 Einzelkornsaat für Mais 1.15 Düngerstreuer bei Maissaat –.55 Mikrogranulatstreuer als Zusatz –.35 Drillsämaschine 1.15 Bestellkombination 2.80 Streifenfrässaat inkl. Spritze und Düngerstreuer 4.75 Direktsaat 2.05

4. Rübenernte Futterrüben, ohne Blattbergung Zuckerrüben, ohne Blattbergung

8. Düngung Düngung mit Schleuderdüngerstreuer Reihendüngerstreuer zu Hackgerät

CHF/a 10.30 7.20

5. Ballenpressen CHF/Stück Hochdruckballen inkl. Garn, ab Feld –.80 Hochdruckballen inkl. Garn, ab Stock 1.05 Rundballen (ca. 200 kg Stroh), Netzbindung 10.30 Rundballen (ca. 400 kg Stroh) 18.55 Rundballen pressen (Silage) 13.40 Rundballen wickeln (Silage) 15.50

CHF/a –.55 –.35

9. Pflanzenschutz/Pflanzenpflege  CHF/a Spritzarbeiten 1.05 Bandspritzgerät als Zusatz –.60 Rübenhackgerät, ohne Hilfsperson 1.45 Scharhackgerät für Mais, ohne Hilfsperson –.95 Sternhackgerät für Mais, ohne Hilfsperson –.95


SVLT n Es brennt, was tun? Feuerwehr alarmieren Tel.: 118: Die ersten Minuten.entscheiden. Wird erst nach den eigenen misslungenen Löschversuchen Hilfe angefordert, verstreicht wertvolle Zeit zur Schadensbegrenzung.

Löschen mit Schaumlöscher (links) und Staublöscher (rechts).

Lohnunternehmer lernen löschen Der Feuerteufel macht vor Landmaschinen nicht halt. Rasches Eingreifen kann vor grossem Schaden bewahren. Wie? Darüber informierten sich die Mitglieder von Lohnunternehmer Schweiz im Anschluss an ihre Generalversammlung im Zivilschutzzentrum Andelfingen ZH. Dominique Berner

Die Veranstaltung unter dem Titel «Bekämpfung von Entstehungsbränden – handeln unter Druck» war vom Lohnunternehmer und Vorstandsmitglied Albert Brack, Unterstammheim, zusammen mit den Zürcher Feuerwehrausbildnern vorbereitet und mit praktischen Übungen angereichert worden.

Flüssigkeitsbrand Benzin und Diesel haben als Motorentreibstoff die Eigenschaft, dass sie mehr oder weniger gut brennbar sind. Einmal in Brand geratene Öle und Treibstoffe verbrennen unter starker Entwicklung von Hitze und Rauch. Dabei kann man mit Wasser bei einem Flüssigkeitsbrand wenig ausrichten, wie eine Demonstration anschaulich zeigte. Pulver- oder noch besser Schaumlöscher sind notwendig. Wichtig ist, dass keinesfalls direkt in die brennende Flüssigkeit gesprüht wird, sondern ein Schaumteppich über die Flammen gelegt wird. Kleine Brände, wie z. B. eine in Brand geratene Mülltonne, können mit einer Löschdecke wirkungsvoll gelöscht werden.

Feuerlöscher am Limit Einer der Rohrführergrundsätze im Feuerwehrdienst ist der Einsatz des richtigen

Löschmittels. Was bei Nichteinhaltung dieses Grundsatzes passiert, zeigte der Versuch im Brandhaus. In einem kleinen Raum wurde in einer Ecke ein Feuer entfacht. Rauch und Hitze liessen sich nach kurzer Zeit nur noch in kauernder Stellung am Boden ertragen. Als der Brand aber mit einem Pulverlöscher gelöscht werden sollte, füllte sich der Raum sofort mit dem Löschstaub. Die Sicht war weg, die Augen tränten, und im Hals kratzte es. Alle Anwesenden verliessen fluchtartig den Raum. Zum Löschen im Innenbereich kommt Wasser (nicht in Kombination mit einem Flüssigkeitsbrand) oder ein Schaumlöschgerät in Frage.

Im Innenbereich: niemals ­zurück zum Brandherd Bei einem Brand im Gebäude: • Mitarbeitende informieren, • Türen schliessen, • Gebäude verlassen, • Feuerwehr alarmieren. «Wer zurück zum Brandherd will, kommt mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht mehr lebend heraus. Materielles kann man ersetzen, ein Menschenleben nicht», warnte der Instruktor.

Gefährliche Bremsflüssigkeit Dass sich Diesel oder Benzin nicht ohne Flammen- und Funkenwirkung entzünden können, leuchtet ein. Gelangt aber synthetische Bremsflüssigkeit auf eine heisse Oberfläche (eine überhitzte Bremstrommel zum Beispiel), so verbrennt diese sofort mit einer hellgrünen Flamme. Lehre daraus: Vorsicht im Umgang mit Bremsflüssigkeit. Gebrauchte Bremsflüssigkeit darf niemals mit dem Altöl vermischt werden, da sonst bei der Verwertung mit unangenehmen Folgen zu rechnen ist.

Von Gasflaschen und Bremsöl «Wer von Euch hat ein Schweissgerät mit einer Azetylenflasche in der Werkstatt?», war die Eingangsfrage am nächsten Posten. Ein Kopfnicken ging durch die Runde. Was aber niemand der Anwesenden wusste, ist, dass eine solche Flasche nach einem kurzen Kontakt mit einer Wärmequelle, dem Schweissbrenner etwa, zu einer Zeitbombe werden kann. Die einmal in der Flasche ausgelöste Reaktion kann nur durch Kühlung über längere Zeit gestoppt werden, ansonsten nimmt das Unheil seinen Lauf. Wesentlich ist dabei die Information an den Verantwortlichen der Werkstatt, damit geeignete Massnahmen eingeleitet werden können.

Das Feuerdreieck Damit Feuer entsteht, braucht es die drei Komponenten Brennstoff, Sauerstoff und die entsprechende Temperatur. Beim Löschen muss dem Feuer eine oder zwei dieser Komponenten genommen werden. Praktisch geschieht dies durch Kühlen mit Wasser, dem Ersticken mit der Löschdecke (brennende Friteuse) oder dem Zudrehen des Hahns bei einem Gasbrand.  n

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n Sous la loupe

Ohne Familie könnte sich Alois Zimmermann nicht vorstellen, den Hof Buseri ob Merlischachen zu bewirtschaften.

Speziell gewöhnlich «Bei uns ist es wie auf vielen anderen Betrieben», meint Alois Zimmermann. Der bisherige Präsident der Sektion Schwyz/Uri bewirtschaftet mit seiner Familie einen 15-Hektaren-Milchwirtschaftsbetrieb ob Merlischachen. Das Gewöhnliche ist auf Buseri mit Neugier und Experimentierfreude gepaart.

Edith Moos-Nüssli

Seit 25 Jahren ist der Hof Buseri ob Merlischachen SZ das Zuhause von Alois und Bertha Zimmermann. Hügelig sind die 15 Hektaren rund um den höchsten Punkt des Hügelzugs zwischen Luzern und Küssnacht am Rigi, auf drei Seiten von Wald umgeben. Alois’ Grossvater kam 1928 auf der Suche nach einem eigenen Hof von Nidwalden hierher. Abgelegen war der Hof damals. Heute liegt er mitten im Naherholungsgebiet. Dass Alois als ältester Sohn den Hof übernimmt, war von der Tradition vorgezeichnet. Nach der obligatorischen Schulzeit begann er auf dem Hof zu arbeiten. 1973 bis 1976 besuchte er die Fachschule am Schluechthof in Cham. Weil er keine landwirtschaftliche Lehre absolviert hatte, musste er einen Sommer lang ein Betriebsheft führen und im

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Herbst die Berufsprüfung nachholen, bevor er das Fähigkeitszeugnis erwerben konnte. Später hat er den Betriebsleiterkurs besucht, die Meisterprüfung jedoch nicht absolviert. Fürs Lernen konnte er sich nicht so begeistern. Und Alois Zimmermann konnte sich nicht vorstellen, den Hof ohne die Familie zu bewirtschaften. Bertha ist im benachbarten Küssnacht am Rigi auf einem Bauernhof aufgewachsen, wollte als Jugendliche lieber nicht Bäuerin werden. In ihrer Ausbildung zur Topfpflanzen- und Schnittblumengärtnerin entdeckte sie, dass das Leben auf dem Bauernhof auch Vorteile hat: «Frau und Mann können zusammen arbeiten, den Alltag teilen.»

Experimentierfreudig Der Betriebsleiter stellt sich nicht ins Rampenlicht, bezeichnet seinen Hof als gewöhnlich. Der Rundgang durch die

verschachtelten Hofgebäude zeigt jedoch, dass auf Buseri ein neugieriger, experimentierfreudiger Mann wirtschaftet. In der Remise über dem Laufstall sticht ein neuer Kammschwader ins Auge. Diesen hat er kürzlich auf Feldprobe gekauft, nachdem ein Kollege davon geschwärmt hat. Auch der Kreiselheuer ist neu. Der Wechsel vom Zweiachsmäher Luna zu einem Reform-Geräteträger bedingte neue Futterbau-Maschinen. Den Reform hat er gebraucht gekauft, ebenso einen 70-PS-Traktor von Same. «Es muss nicht alles neu sein», findet der bisherige Präsident der SVLT-Sektion Schwzy/Uri. Unter dem Stall fällt ein MBtrac auf. Dieser wird ausschliesslich für das Walzen von Fahrsilos gebraucht und vermietet. Das Fahrzeug hat er vom Forstdienst Luzern günstig gekauft. Der Landwirt hat 1989 ein Fahrsilo gebaut, weil ihn seine Hochsilos nicht überzeugten.


Sous la loupe n Nicht stehen bleiben «Man muss immer etwas machen», findet der Betriebsleiter, entweder vorwärts gehen oder aufhören. Er hat sich in der Regel fürs Vorwärtsgehen entschieden. 1993 tat er sich mit einem Küssnachter Kollegen in einer Betriebsgemeinschaft zusammen, der bestehende Anbindestall wurde zum Fressplatz, nebenan eine Liegehalle mit 38 Plätzen erstellt. Den Anbindestall hatte sein Vater 1969 bei der Hofsanierung im Rahmen der Güterzusammenlegung gebaut, anschliessend an den bestehenden Stall. Letzterer wurde Schritt für Schritt zum Schweinezuchtstall. Was mit zwei Mutterschweinen begann, wurde mit der Zeit zu einem wichtigen Betriebszweig. 1996 ist der Sektionspräsident auf arbeitsteilige Ferkelproduktion umgestiegen. Drei Jahre später baute er einen neuen Abferkelstall mit 20 Plätzen. Die letzte Erweiterung ist ein Ferkelcontainer für maximal 40 Absetzer. Nach zehn Jahren wurde die Betriebsgemeinschaft wieder aufgelöst, die Familien hatten sich weiterentwickelt. Ein Jahr zuvor hatte Alois Zimmermann einen neuen Traktor gekauft, um Siloballen zu wickeln. Diese Arbeit wollte er weiterführen. Um dafür Zeit zu schaffen, gaben Zimmermanns ihre Kühe im Sommer ins Tal. Über ein Inserat sind sie auf einen Landwirt gestossen, der Kühe suchte, um erste Schritte in der Käse­ fabrika­tion zu machen.

Tun, was getan werden muss Letztes Jahr haben die Kühe den Sommer erstmals wieder auf Buseri verbracht, da der älteste Sohn Roman nach landwirtschaftlicher Ausbildung und Rekrutenschule zu Hause mitarbeitete. Die Melkarbeit hat zum grossen Teil Bertha übernommen. «Regelmässig zu melken ist weniger stressig als ab

Pirmin, Jonas (fehlt auf dem Bild), Andrea, Roman, Bertha und Alois Zimmermann (v.l.n.r.) leben und arbeiten auf Buseri.

Hof Buseri mo. Rund um den höchsten Punkt des Hügelzuges zwischen Luzern und Küssnacht am Rigi liegen die 15 Hektaren Landwirtschaftsland und fünf Hektaren Wald des Hofes Buseri von Alois und Bertha Zimmermann. Im Laufstall stehen 24 Brown-Swiss-Kühe sowie 10 bis 12 Rinder. Drei bis vier Rinder lassen Zimmermanns im Berggebiet aufgezogen. Rund 140 000 Liter Milch melken sie im laufenden Milchjahr. Ein Lamborghini- (105 PS) und ein Same-Traktor (70 PS) liefern die Zugkraft. Den stärkeren Traktor hat er gekauft, als er 2002 begann, Siloballen zu wickeln. Er ist ausgestattet mit einem Frontlader. Für den Futterbau hat Alois Zimmermann 2007 einen gebrauchten Reform H6 gekauft. Vorher lief ein Zweiachsmäher Luna von Lüond auf Buseri. Für den Futterbau werden ein Mähbalken, ein 6-teiliger Kreiselheuer und versuchsweise ein Kammschwader eingesetzt. Eingeführt werden Silo und Heu mit einem SteyrLadewagen. Die Gülle wird mit einer Verschlauchungsanlage ausgebracht, für ebene Wiesen setzt er den Schleppschlauchverteiler der Milchproduzentengenossenschaft Meggen ein. Den Mistzetter mietet er zu. und zu», erklärt sie im Gespräch. Dann kenne sie die Kühe und in ihrem gut eingerichteten Side-by-side-Melkstand sei es der «Schoggi-Job». Das Füttern übernimmt meist Alois. Seit er für das Wickeln der Siloballen einen Traktor mit Frontlader gekauft und später einen Futtermischwagen angeschafft hat, ist auch diese Arbeit weniger streng. Bertha erledigt auch die Buchhaltung, obwohl sie kein Bürotyp ist. Sie ist lieber draussen, übernimmt Handarbeiten während der Futterernte, pflanzt Gemüse, Beeren sowie Blumen und sorgt dafür, dass immer etwas auf dem Tisch steht. «Sie kocht gut», rühmt Alois Zimmermann. Dafür ist er doppelt froh, weil er selber kein Hausmann ist. Ansonsten packt Alois Zimmermann überall an, wo Manneskraft gefragt ist. Er hat zwar immer auf Buseri gelebt, gearbeitet hat er aber oft auch auswärts, unter anderem bei einer Baugenossenschaft und einer Mosterei. Aktuell übernimmt er Baggerarbeiten. Das Amt des SVLTSektionspräsidenten hat er vor 15 Jahren

übernommen, weil er angefragt wurde und sich niemand in das Amt drängte.

Bertha Zimmermann melkt regelmässig und schafft Freiraum für ihren Mann.

Alois Zimmermann ist neugierig, wie sich der neue Kammschwader bewährt. (Fotos: Zimmermann, mo)

Platz machen, Freiheit gewinnen Anders als Alois Zimmermann hat der 22-jährige Roman Gelegenheit, fremde Länder kennenzulernen: er war ein halbes Jahr in Kanada und plant diesen Sommer als Erntefahrer die USA von Texas bis an die kanadische Grenze zu durchqueren. Wie Bertha und Alois die Arbeit alleine bewältigen, wissen sie noch nicht. «Es wird schon gehen», meint die Bäuerin. Hindern wollen sie ihren Sohn nicht. Sie und Alois haben Buseri ein Vierteljahrhundert lang entwickelt. Die Zukunft dürfen ihre Kinder bestimmen. Sichtbares Zeichen des kommenden Generationenwechsels sind die Hochstammbäume auf der Wiese oberhalb des Wohnhauses, die Roman gepflanzt hat. Er liebt Kirschen Pflücken, Alois Zimmermann dagegen ist kein Baumtyp. Er und Bertha hoffen dafür, dass sie endlich Gelegenheit finden, die weite Welt zu entdecken.  n

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n Hoftechnik

Genaue Zentrierung des Einfüllbogens ist für die gleichmässige Dichtlagerung entscheidend. Man beachte die vorbildliche und unabdingbare Absturzsicherung (Foto: BUL)

Hochsilos richtig befüllen Ein grosser Teil des Frühlingsgrases wird als Grassilage konserviert. Dabei hat der Hochsilo immer noch seine Bedeutung. Drei verschiedene Konservierungsferfahren führen zum Ziel. Mit allen kann man eine gute Silage produzieren, wenn man die Regeln der Silierkunst beachtet.

Gottlieb Trachsler*

Gepflegte Wiesen bringen eine gute Silagequalität: Mit Walzen oder Striegeln lassen sich Unebenheiten ausgleichen. Mäusehaufen werden abgetragen, Pflanzenmaterial wird gleichmässig verteilt. Dies fördert einen ausgeglichenen Grasbestand mit einer dichten Grasnarbe. Alles in allem verschafft man sich damit gute Voraussetzungen für sauberes Raufutter mit tiefem Rohaschegehalt, denn es ist bekannt, dass verschmutztes Futter schlecht vergärt und zudem bei der Verfütterung den Verdauungsapparat belastet.

Gottlieb Trachsler ist Geschäftsführer der Schweizerische Vereinigung für Silowirtschaft, SVS.

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Im Interesse der Qualität • Hoher Schnitt: Bei einer Schnitthöhe von rund 7 cm trocknet das Futter rasch ab. Was darunter ist, neigt sowieso zu einer stärkeren Verschmutzung und kann mit Pilzsporen behaftet sein. Mit dem hohen Schnitt laufen die dem Mähwerk nachfolgenden Geräte (Kreiselheuer und Schwader) zudem nicht zu tief, gewährleisten aber doch eine saubere Arbeit. Untersuchungen weisen nach, dass auch mit einem höheren Schnitt übers Jahr gesehen die Erträge und Nährstoffgehalte in etwa gleich hoch sind. •Lagerbehälter abdichten: Um den Siliervorgang zu schützen, braucht es luftdichte Silos, denn Sauerstoff ist der Feind der für die Konservierung zuständigen Milchsäurebakterien. Wände und Luken sowie der Siloboden müssen also dicht sein, das heisst es soll nach dem Einfüllen kein Silosaft austreten.

Hochsilos: Sicherheitscheck • alle Ankerschrauben und Fusswinkel vorhanden und festgeschraubt • Fussring und Bodenrand nicht abgelöst • Zylinder hat keine Beschädigung von Mischwagen, Fräse oder Traktor • Aufstieg- und Abwurfschacht, Muttern festgeschraubt, Verankerungen intakt • Lukentüren nicht beschädigt und keine Ermüdungsrisse im Rahmen • Lukenverschlüsse komplett vorhanden und festgezogen • Deckel- und Lukendichtungen korrekt montiert • Das Sicherheitsventil ist funktionstüchtig mit Glyzerin gefüllt oder Klappen nicht verklebt • Absturzsicherung nach innen vorhanden • Hermetisch abschliessende Deckel, Dachkragen und Deckelverschlüsse nicht beschädigt • Geländer, Sockel, Stützen und Ringe vollständig montiert und verankert


Hoftechnik n

Die Lösung des Lohnunternehmers: Feldhäcksler, Silierwagen (Foto: Zw), Dosieraggregat und Wurfgebläse (Foto: Hirter/Tschanz, Safenwil AG).

• Futter gleichmässig schichten: Um Lufteinschlüsse und Entnahmeprobleme mit der Siloentnahmefräse zu minimieren, soll das Siliergut gleichmässig im Silo verteilt sein. Mit dem Feldhäcksler exakt gehäckseltes Futter soll via Hochleistungsgebläse in der Mitte zentriert ins Silo eingebracht werden. Je länger oder ungleichmässiger das Schnittgut vom Silierwagen oder Standhäcksler in den Silo kommt, desto wichtiger wird die Verteilung im Silo, um Fehlgärungen zu vermeiden. Ein Elektroverteiler auf dem Silo kann hier wertvolle Dienste leisten. Natürlich muss dieser mit zunehmender Futterstockhöhe von Zeit zu Zeit neu eingestellt werden.

• Silos sofort verschliessen: Damit die Gärung im Silo optimale Bedingungen hat, darf keine Luft dazu kommen.

Zwei Siliertipps Der TS-Gehalt von Grasssilage sollte zwischen 30 und max. 45% betragen. • Für die Anwelksilage den Futterbestand «trocken» mähen, d. h. ohne die Feuchtigkeit vom Tau. • Futter einer grossen Fläche anfänglich aufbereiten und gegen das Mähende je nach Luftfeuchtigkeit darauf verzichten. Damit verschafft man sich ein grösseres Zeitfenster des optimalen TS-Gehaltes.

Deshalb soll ein Hochsilo nach dem Befüllen sofort verschlossen oder das Futter mit einer Wasserpresse vor Luftzutritt abgedichtet werden. Ist noch viel leerer Luftraum über dem Futter vorhanden, verdirbt die oberste Silageschicht.

Welches Verfahren passt? Ladewagen, Dosiergerät und Standhäcksler als typische Eigenmechanisierung; Feldhäcksler mit Dosierwagen und Hochleistungs-Abladegebläse vom Lohnunternehmer; Kurzschnitt Silierladewagen und Abladegebläse. Je nach betrieblicher Situation, Mechanisierung und Arbeitskapazität gliedert sich das eine oder andere Verfahren am besten in den Betrieb ein.

Typisch Eigenmechanisierung

Auch die einfache Eigenmechanisierung mit Ladwagen, Förderband und Gebläse funktioniert und ist gang und gäbe. Der Kostenvorteil wird durch Manneskraft und relativ geringe Leistung erkauft. (Foto: Paul Müri)

Ladewagen, Dosiergerät und Standhäcksler: Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass viel Eigenleistung möglich ist. Dabei kommen Ladewagen, Traktor und Dosiergerät eingesetzt für die Silage- und Dürrfutterernte auf eine gute Auslastung. Die Leistung beim Einsilieren ist meist durch die Kapazität des Standhäckslers begrenzt. Dessen regelmässige Wartung sorgt für eine gute Funktionstüchtigkeit. Dabei sind geschliffene Messer und eine exakt eingestellte Gegenschneide unabdingbar. Einsilieren und Schwaden sind parallel verlaufende Tätigkeiten d. h. man benötigt zwei Traktoren samt Chauffeur. Dieses Ernteverfahren ist auch in schwierigem Gelände möglich. Weil das Verfahren «Eigenmechanisierung» im Allgemeinen nicht so schlag-

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Hoftechnik n kräftig ist, ergibt sich eine verhältnismässige lange Silobefüllzeit. Das heisst, das Futter bleibt lange der Luft ausgesetzt. Dieser Nachteil kann durch exakteres Verteilen im Silo zum Beispiel mit einem Siloverteiler an der Einfüllöffnung und durch zusätzliche Handarbeit wettgemacht werden.

Typisch Lohnunternehmen Feldhäcksler mit Dosierwagen und Hochleistungs-Abladegebläse: Dieses leistungsfähige Verfahren ist das Wirkungsfeld des Lohnunternehmens. Leistungsstarke Häcksler und grosse Dosierwagen mit dem entsprechenden Abladegebläse, mit Lastwagenmotor betrieben, ermöglichen hohe Einfüllleistungen. Für den Milchproduzenten und Auftraggeber bleibt da nur noch das Schwadlegen und zu zeigen, welcher Silo zu befüllen ist und dann ab in den Stall... ! Wegen der hohen Einfüllleistung ist es wichtig, das Futter exakt zu häckseln und es genau in die Mitte des Silos einzublasen. Der Einfüllbogen muss in der Einfüllöffnung zentriert und fixiert sein. Um den optimalen TS-Gehalt des Futters zu erreichen, ist es wichtig, den Zeitpunkt zum Einsilieren mit dem Lohnunternehmer frühzeitig, noch vor dem Mähen abzusprechen. Ist das Siliergut zu feucht (unter 30 % TS) entsteht viel Sickersaft und wertvoller Zucker geht verloren. Ist der TS-Gehalt über 45 % nimmt die Gefahr von Nachgärungen zu. Kombiniert mit minimalem täglichem Vorschub bei der Entnahme können grosse Verluste resultieren. Den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, ist in der Praxis nicht einfach. Je nach Luftfeuchtigkeit und Futterzusammensetzung ist die Abtrocknung sehr unterschiedlich. Wetterbericht, Feuchtigkeitsmesser und Erfahrung sind hier gefragt. Das Verfahren «Lohnunternehmen» eignet sich auf grossen gut befahrbaren Flächen. Es spart einerseits neue Investitionen in die Eigenmechanisierung. Andererseits kann es eine grosse beziehungsweise zu grosse Arbeitsbelastung entschärfen oder gar die Lösung sein, wenn ein Wachstumsschritt eine Umstellung der betrieblichen Organisation und hohe Investitionen verursachen würde.

Kurzschnitt-Silierladewagen und Abladegebläse Neue Förder- und Schneidwerkssysteme machen den Kurzschnittladewagen zu einer interessanten Alternative zum Feld-

Moderne Kurzschnittladewagen sind in der Lage das Siliergut ähnlich fein aufzubereiten wie Feldhäcksler. Sie trumpfen namentlich bei kurzen Transportdistanzen auf, wenn sich eine personal- und kapitalintensive Häckslerkette umgehen lässt. (Bild Ueli Zweifel)

häcksler. Beide Funktionen, schneiden und dosieren, sind in diesen Kombigeräten integriert. Bei geringer Transportdistanz sind drei bis vier Ladungen pro Stunde möglich. Bei Distanzen über 1 km sind zwei Silierladewagen für eine gute Einführleistung sinnvoll. Ladewagen mit einem mittelgrossen Transportvolumen eigen sich bei entsprechender Bereifung auch für mehr oder weniger steile Ernteflächen. Die relativ hohen Anschaffungskosten um rund 100 000 Franken bedingen eine hohe Auslastung von 300 bis 500 Fuder im Jahr. Dies spricht wiederum für die Nutzung durch ein Lohnunternehmen. Um die Ladungen schnell zu entladen, ist ein Hochleistungsgebläse nötig. Auch hier ist eine Absprache über den Erntezeitpunkt mit dem Lohnunternehmer wichtig.

Siliermitteleinsatz Bei jedem Verfahren können Siliermittel eingesetzt werden. Für den Standhäcksler und das Abladegebläse eignen sich Granulatstreuer für eine gute Verteilung des Siliermittels. Für Silierladewagen und Feldhäcksler hat sich eine Flüssigapplikation im Ladegerät und Einzugsbereich durchgesetzt. Siliermittel helfen, aus gutem Futter schmackhafte Silage herzustellen. Zum Teil kann der Futterverzehr positiv beeinflusst werden. Stabilisierende Produkte helfen Nachgärungen vorzubeugen.

Siliermittel kosten und machen nur Sinn, wenn alle anderen Silierregeln, wie sauberes, zuckerreiches Futter, exakt häckseln, gut verdichten, luftdichte Behälter und genügend täglicher Vorschub von 10 bis 15 cm ebenfalls eingehalten werden.  n

Auskünfte Schweizerische Vereinigung für Silowirtschaft Postfach 58, 5728 Gontenschwil, 062 773 27 66. Auskünfte zu Fragen des Silierens geben auch die Sektionen der Vereinigung. Infos und Adressen unter www.silovereinigung.ch. In der Westschweiz werden die Anliegen der Silolandwirte von der AGFF (ADCF) vertreten. Wichtiger Ansprechpartner bezüglich Silagequalität ist die Forschungsanstalt Agroscope ALP in Posieux mit Ueli Wyss als Verantwortlichen im Bereich Futterkonservierung.

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Energieforum n

Auch mit kostendeckender Einspeisevergütung gibt es in der Schweiz nur wenig Standorte für Windräder. (Foto: Ueli Zweifel)

Vergütung bestimmt Der Bundesrat hat festgelegt, wie hoch die kostendeckenden Einspeisevergütungen für grünen Strom sind. Anlagen, die nach dem 1. Januar 2006 in Betrieb genommen wurden, können ab 1. Mai 2008 angemeldet werden. Als Alternative bleibt, den grünen Strom auf dem freien Markt zu verkaufen. Edith Moos-Nüssli

Mitte März hat der Bundesrat die neue Stromversorgungsverordnung und die revidierte Energieverordnung verabschiedet. Damit ist nun klar, wie viel ab 1. Januar 2009 für Strom aus neuen Sonnen-, Wind- und Kleinwasserkraftwerken bezahlt wird. Die kostendeckende Einspeisevergütung ist für jede Art grüner Energie separat festgelegt, abhängig von Anlagekategorien und Leistungsklassen. Der Ansatz richtet sich nach den Kosten der Stromproduktion von Referenzanlagen, die der jeweils effizientesten Technik entsprechen. Massgebend sind die Kosten im Baujahr. Für jede Technik steht ein bestimmter Teil des Geldes zur Verfügung. Pro Jahr kann die kostendeckende Einspeisevergütung nur einer bestimmten Anzahl Anlagen zugesprochen werden. Die Vergütungsdauer beträgt je nach Technik 20 bis 25 Jahre.

Grosse Unterschiede Für Kleinwasserkraftwerke beträgt die Grundvergütung zwischen 7,5 und 26 Rappen pro Kilowattstunde, plus Druckstufen- und Wasserbau-Bonus. Für Windenergie gibt es 20 Rappen pro Kilowattstunde. Die kostendeckende Einspeisevergütung für Solarstrom liegt zwischen 49 und 90 Rappen pro Kilowattstunde.

Der Bund geht davon aus, dass die Kosten dank technischem Fortschritt sinken und deshalb die Tarife für die meisten Techniken schrittweise gesenkt werden. Diese Absenkung betrifft jedoch ausschliesslich neu angemeldete Anlagen.

Wer zuerst kommt, profitiert Wer Geld aus dem neuen Fördertopf erhalten will, kann sich ab dem 1. Mai anmelden. Profitieren können alle Anlagen, die nach dem 1. Januar 2006 in Betrieb genommen, erheblich erweitert

oder erneuert wurden. Das Geld wird nach dem Eingang der Anmeldung verteilt. Der Schweizerische Bauernverband befürchtet deshalb, dass die Gelder schon in den ersten Tag vergeben werden. Jedoch bleibt jedem Anlagebetreiber offen, seinen grünen Strom auf dem freien Markt zu verkaufen, im besten Fall zu einem höheren Preis. Diese Möglichkeit bestand schon, neu ist die kostendeckende Einspeisevergütung.  n Anmeldung ab 1. Mai 2008 per Post an Swissgrid AG, Werkstrasse 12, 5080 Laufenburg. Vollzugshilfen auf www.bfe.admin.ch

Faire Verträge für Standorte mo. Standorte für Wind- und Sonnenenergieanlagen sollten nicht verschenkt werden. Das rät der Schweizerische Bauernverband. Zusammen mit Suisse Eole, der Vereinigung zur Förderung der Windenergie, stellt er fest, dass Landwirte teils mit falschen Versprechungen zu einem Vertragsabschluss für ein Windenergieprojekt gedrängt werden. Die Abteilung Treuhand und Schätzung hat deshalb Empfehlungen ausgearbeitet für Verträge betreffend Reservation von Standorten sowie Errichtung und Betrieb von Anlagen. Sie weist insbesondere darauf hin, dass eine Unterschrift unter einem Vertrag bindend ist. In der Schweiz gibt es nur eine beschränkte Zahl von guten Standorten für Windenergieanlagen. Möchte ein Unternehmen einen Standort für eine bestimmte Zeit reservieren, sollte eine Reservationsgebühr ausgemacht werden. Zudem sollte der Vertrag auf zwei bis drei Jahre befristet sein oder kündbar, wenn die Anlage nicht innerhalb einer gewissen Zeit realisiert wird. Wird eine Anlage gebaut, sei ein Baurechtsvertrag sinnvoll, meint der Schweizerische Bauernverband. Die Abgeltung sollte sich nicht nur am verursachten Schaden orientieren, sondern auch an der Wirtschaftlichkeit der Anlage. In Deutschland werden bei einer Megawattanlage drei bis sechs Prozent der Einspeisevergütung als Pacht empfohlen, mindestens 5000 bis 8000 Euro (8000 bis 11 000 Franken) pro Jahr. Kontakt: Abteilung Treuhand und Schätzung, Telefon: 056 462 52 71

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n Energieforum

Frisch geschlagenes Holz spaltet besser. Wer diesen Vorteil ausnutzt, spart Kosten und Zeit.

Vielfältige Stückholzauf­ bereitung Holz als Brennstoff hat Hochkonjunktur. Dementsprechend ist die Mechanisierung in den letzten Jahren vielfältiger geworden. Die Stückholzaufbereitung kann heute voll mechanisiert werden.

Ruedi Hunger

Cellulose, Lignin und Hemicellulose sind die Zellwandmaterialien, aus denen Holz zur Hauptsache besteht. Als weitere Baustoffe gelten Harze, Fett, Stärke und Mineralstoffe. Die Dichte der Hölzer und damit der Heizwert ist von Baumart zu Baumart unterschiedlich. Bezogen auf ein bestimmtes Volumen ist der Heizwert von Buche über dem von Fichten- oder Föhrenholz einzustufen. So ergaben Berechnungen an der Fachhochschule Weihenstephan (D), dass ein Raummeter (Ster) Buchenholz zirka 215 Liter Heizöl ersetzt, das gleiche Mass Fichteholz aber nur 145 Liter. Bezogen auf das Gewicht sieht die Sache bezüglich Heizwert anders aus: Bei gleichem Gewicht und gleicher Feuchte liegt

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der Heizwert der Nadelhölzer höher! Erklärbar ist dies mit dem höheren Anteil an Lignin und Harzen. Stehendes Holz ist feucht, das heisst, die Zellen sind mit flüssigen Lösungen gefüllt. Damit die angestrebte saubere Verbrennung ohne Russbildung erreicht wird, muss das Holz trocken sein. Dank luftiger und regengeschützter Lagerung erreicht fertiges Brennholz nach ein bis zwei Jahren einen Feuchtigkeitsgehalt von 16 bis 18 Prozent.

bei der Brennholzaufbereitung und schliesslich, wenn es im Ofen verbrennt. Am besten spaltet sich frisches Holz. Die

Verschiedene Wege führen zum Ofen Jeder Praktiker weiss: nicht das Holz an sich ist der grösste Kostenfaktor, sondern das kräftezehrende Aufarbeiten. Nicht umsonst gilt daher die altbekannte Aussage, Holz gebe mindestens drei Mal warm: beim Fällen und Transportieren,

Die Verarbeitung von Holz zu Stückholz bedingt verschiedene Arbeitsschritte, die mit mehr oder weniger Handarbeit verbunden sind.


Energieforum n Tabelle 1. Verfahrensstufen zunehmender Mechanisierungsgrad Mechanisierungs- Stufe 1: Freizeit- / Selbstversorger

Arbeit Holzernte

Transport Verarbeitung

Lagerung

Verbrauch / Transport

Stufe 2: Geringer ­Mechanisierungsstand Motorsäge Motorsäge Rücken von Hand Rücken von Hand Laden von Hand Laden von Hand Transport mit Transport mit PW/Anhänger Traktor/Anhänger - Kreissäge oder Motor- Spalten mit grossem Senksäge. rechtspalter. - Spalten mit kleinem Senk- - anschliessend Kreissäge. rechtspalter. Geschichtete Lagerung der - Schichtlager von EinmeterScheiter scheitern - Kurzscheiterlager in Drahtboxen Selbstversorgung Transport zum Kunden (–5 km) Traktoranhänger

Zeitbedarf je Festmeter Energiebedarf je Festmeter Anteil am Energiegehalt im Holz Kosten je Fest’m Kosten je Raum’m

Stufe 3: Erhöhter ­Mechanisierungsstand Motorsäge Rücken mit Seil Laden mit Kran Transport mit Traktor/Anhänger Verarbeitung mit kleiner kombinierter Säge-Spaltmaschine.

Stufe 4: Professionelle ­Stückholzbereitung Hochmech. Holzernte (Forwarder)

Lagerung der Kurzscheiter in Boxen

Lagerung der Kurzscheiter in Boxen oder grossem Haufenlager

Transport zum Kunden (–10 km) Traktoranhänger

LKW-Transport zum Kunden (15 km)

Transport mit Rundholz-LKW Verarbeitung mit grosser kombinierter Säge-Spaltmaschine.

5.7 Std.

4.2 Std.

1.3 Std.

0.5 Std.

9 kWh 0.5 %

13 kWh 0.5 %

23 kWh 0.9 %

47 kWh 1.9 %

CHF 117.15 CHF 74.25

CHF 90.75 CHF 57.75

CHF 56.10 CHF 36.30

CHF 62.70 CHF 39.60

Datenquelle: Technologie- und Förderzentrum (TFZ), Straubing (D) 1,0 Festmeter = 1,4 Raummeter bzw. 1,4 Ster 0,7 Festmeter = 1 Raummeter bzw 1 Ster

Art der Verarbeitung ist abhängig von der Holzstärke. Im Weiteren gibt die Tabelle 1 eine Übersicht über den Mechanisierungsgrad und damit verbunden über die Leistungsfähigkeit bei der Verarbeitung.

Vorsicht mit Motorsägen Die Motorsäge ist flexibel und preiswert zur Brennholzaufbereitung einzusetzen, zumal sie ja bereits auf dem Betrieb ist. Wird das Holz gleich am Ort, wo gefällt wurde, zersägt, dann ist sie bezüglich Leistung fast unschlagbar. Eine weitere Stärke der Kettensäge ist das Aufarbeiten von Spälten oder Abschnitten die mehr als 30 cm Durchmesser aufweisen. Das gleiche gilt für krummes und vergabeltes Holz. Das Zersägen an Ort und Stelle, vor allem wenn es am Boden und ohne geeigneten Brennholzbock passiert, ist mit einem erheblichen Unfallrisiko verbunden. Bodenkontakt ist für die Sägekette reines Gift und verschmutztes Holz sorgt innert kurzer Zeit für eine schlechte Schnittleistung.

Bandsäge oder Kreissäge? Es wird unterschieden zwischen: Wippkreissägen mit zum Teil hochklappbarem Tisch, den seit langer Zeit bekannten Rolltischsägen und den Kappsägen. Letztere wird durch das Holz geführt, so dass der Stamm nur wenig bewegt werden muss. Immer dann, wenn das zu verarbeitende Holz auf die Säge gelegt werden muss, ist die Stamm- oder Spältenlänge begrenzt. Ein bis zwei Meter lange Abschnitte sind das Maximum an sinnvoller Grösse. Begrenzt durch den Blattdurchmesser können 25 bis 30 cm dicke Abschnitte verarbeitet werden. Auch ein Sägeblatt mit 70 cm Ø schafft höchstens knapp 30 cm in einem Schnitt. Natürlich kann das Holzstück gedreht und ein zweiter Schnitt angesetzt werden, doch soll dies nicht die Regel sein, da die Arbeitsleistung dadurch wesentlich sinkt. Neben Kreissägen werden auch Bandsägen zur Brennholzverarbeitung angeboten. Die Scheiterlänge wird durch den Rollendurchmesser und die Stärke des

Maschinenrahmens der Bandsäge begrenzt. Für 50 Zentimeter lange Scheiter wird beispielsweise ein Rollendurchmesser von 600 Millimeter benötigt. Bandsägen haben vergleichsweise einen hohen Schwerpunkt. Beim Einsatz ist immer auf einen guten Standplatz zu achten.

Selbst ist der «Spalter» Bei tiefer Mechanisierungsstufe folgt dem Zersägen das Spalten in einem zweiten Arbeitsschritt. Der Einsatz von Beil oder Axt zur Stückholzaufbereitung beschränkt sich oft auf den Hobbybereich. Oder es ist vielerorts noch eine sinnvolle Beschäftigung für die ältere Generation. Bei gut spaltbarem und regelmässig zersägtem Holz übertrifft ein geübter Holzspalter mit der Axt die Leistung eines kleinen Hydraulikspalters. Die Rüstzeiten sind sehr bescheiden und Fremdenergie wird keine benötigt. Untersuchungen belegen, dass beim Spalten mit der Axt zirka 40 Prozent der Arbeitszeit zum Holzholen aufgewendet werden müssen. Das eigentliche Holzspalten wird auf

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Energieforum n etwa 35 Prozent beziffert und für das Ablegen des gespaltenen Holzes werden rund 25 Prozent benötigt. Eine optimale Arbeitsplatzgestaltung wirkt sich folglich förderlich auf die Arbeitsleistung aus.

Kleine Senkrechtspalter Hydraulische Senkrechtspalter können in zwei Gruppen eingeteilt werden. In leistungsschwächere, bis 15 Tonnen und die etwas stärkeren Spalter mit über 15 Tonnen Spaltkraft. Der hydraulische Systemdruck liegt bei etwa 230 bar. Die Scheiterlänge misst in den beiden Gruppen im Mittel 111 cm bzw. 115 cm. Die kleineren Modelle bringen etwa 330 kg auf die Waage. Die grösseren sind rund 140 kg schwerer. Das Eigengewicht gemessen an der Spaltkraft gibt ein «Leistungsgewicht» von rund 30 kg pro Tonne Spaltkraft.

Elektrisch ist billiger Holzspalter der 30-Tonnen-Kategorie haben meistens ein eigenes Fahrwerk oder sind für den Dreipunktanbau konzipiert. Mit ihnen wird schon sehr leistungsfähig gearbeitet. Dabei sind nicht in erster Linie die 30 Tonnen Spaltkraft ausschlaggebend. Die Leistung des Spalters wird viel mehr durch die Zylinderlaufzeiten beeinflusst. Der durchschnittliche Zylindervorlauf beträgt rund 21 cm pro Sekunde, beim Rücklauf senkt sich die Geschwindigkeit der Kolbenstange auf 16 cm/s. Holzspalter dieser Grössenklasse sind für Spältenlänge von etwa 125 cm gebaut. Je nach Bauart weisen sie bereits ein nicht zu unterschätzendes Eigengewicht von 1200 bis 1850 kg auf.

Pro Tonne Spaltkraft muss mit rund Fr. 600.– Anschaffungskosten gerechnet werden. Je nach Hersteller sind die Maschinen mit Elektromotor oder Zapfwellenantrieb lieferbar. Kann ein Elektroantrieb eingesetzt werden, reduzieren sich die Kosten für den Antrieb pro Stunde um ca. sieben bis acht Franken.

Wenn die Profis auffahren Die sprunghaft angestiegene Nachfrage nach Brennholz hat auch die Entwicklung bei Säge-Spalt-Maschinen beschleunigt. Für den Stückholzprofi werden Einsteigermodelle mit manueller Bedienung ab Fr. 20 000.- auf dem Markt angeboten. Sie verarbeiten Holz bis max. 40 cm Durchmesser. Spalter der Top-Klasse können Holz mit über 50 cm Durchmesser verarbeiten und spalten einzelne Abschnitte in bis zu 24 Scheiter auf. Solche Profi-Geräte werden von Lohnunternehmern und Forstbetrieben eingesetzt, die auch aufbereitetes Stückholz zum Kauf anbieten. Je dicker das Holz, desto aufwändiger müssen die Spaltmesser konstruiert sein, dadurch steigt auch der Anteil von Feinteilen. Sauberes Holz ist eine Voraussetzung für zufriedene Kunden. Mit Hilfe einer Siebtrommel kann das Stückholz von Feinteilen getrennt werden. Es entstehen Maschinenkosten bis über 100 000 Franken.

Wie darf geliefert werden? Lose, gebündelt, gesackt oder umwickelt. Heute ist fast alles möglich. Auch hier gilt: Der Kunde ist König. Er kann auswählen, wie Stückholz verpackt, gelagert und schliesslich geliefert wird.

Energieinhalt von Brennholz mit max 20% 2500

2000

in kWh

1500

Aufwendige Vollmechanisierung der Stückholzaufbereitung

In den meisten Fällen können nicht alle Möglichkeiten angeboten werden. Ab Fr. 2000.– sind einfache Geräte zur Bündelung von 1-m-Spälten erhältlich. Das einzelne Bündel wird mit Stahlbändern oder Polyesterbändern gebunden. Wer Stückholz sacken will, hat zwei Möglichkeiten, entweder befüllt man leichte Brennholzsäcke damit, die auf einer Euro-Palette Platz finden, oder man nutzt stabile und luftdurchlässige Big-Bags. Eine einfache Lösung ist das Auffüllen eines Stahlrohrs (1.7 m3). Das gefüllte Rohr wird hochgezogen und gleichzeitig umwickelt ein Wickelarm das Stückholz mit einem Rundballennetz (ab Fr. 3500.–).

Fazit 1000

500

0

Pappel

Fichte

Tanne

Erle

Weide

Föhre

Lärche

Ahorn

Birke

Buche

Esche

Eiche

Je nach Holzart unterscheidet sich der Heizwert. Wichtig ist in jedem Fall, dass Holz luftig und trocken gelagert wird.

Für den Eigenbedarf bleibt der Griff zur Axt die billigste Lösung. Entsprechend der Auslastung und den Bedürfnissen des Marktes oder der Kunden ist die Stückholzaufbereitung heute sehr gut mechanisierbar. In jedem Fall muss aber ein wirtschaftlicher Maschineneinsatz im Vordergrund stehen.  n

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Maschinenmarkt n n Rigitrac

n Grimme

Schweizer Traktor in der Armee Die Technik des Rigitrac SKH 120 hat die Armee überzeugt. Am 28. Februar 2008 konnte Sepp Knüsel fünf Traktoren abliefern. Diese werden in den grossen Logistikzentren für Anhänger- und Fahrzeugverschiebungen eingesetzt. Früher wurden für diese Arbeit schwere Stapler oder Lastwagen verwendet. Die neuen Traktoren erlauben ein schnelleres Arbeiten mit mehr Sicherheit. Damit hat die Schweizer Armee nach 50 Jahren erstmals wieder Traktoren beschafft. 1957 konnte Vevey eine Tranche von 100 Schleppern an die Schweizer Armee liefern. Dies war nach vorherigen Beschaffungen von insgesamt 250 Traktoren von Hürlimann, Bührer und Vevey anfangs der 50er-Jahre die letzte Beschaffung von Traktoren für die Armee. Die Herstellung des Rigitrac erfolgt in Küssnacht am Rigi. 2004 stellte Sepp Knüsel den Traktor an der Agrama vor. Dort wurde er zum Traktor des Jahres gewählt und ging im gleichen Jahr in Serie. Die Armee plant weitere zehn Rigitrac einzukaufen.  Markus Hofmann

Rabe als Zulieferer mo. Der Bodenbearbeitungsspezialist Rabe wird Zulieferer von Grimme Landmaschinen. Der Auftragseingang bei Grimme übersteige die Kapazitäten des Stammwerkes in Damme, schreibt die Zeitschrift «Eilbote». Auf der Suche nach einem Partner hat sich Grimme für Rabe in Bad Essen entschieden. Im Rahmen einer Zulieferpartnerschaft würden Komponenten und Baugruppen gefertigt und Maschinen für Grimme montiert. Nach einer Insolvenz war Rabe 2006 mit 175 Mitarbeitern übernommen worden. Heute zählt der Betrieb in Bad Essen bereits wieder knapp 300 Beschäftigte im Bereich Landtechnik.

n Krone Technik am Bildschirm mo. Die neuesten Krone-Maschinen im Arbeitseinsatz betrachten: Das geht neu auch über die Krone-Website. Speziell für den Internetauftritt wurden die Produktfilme so heruntergerechnet, dass die rund 10-minütigen Videos schnell und unkompliziert geladen und abge-

spielt werden können, schreibt das Unternehmen. «Mit diesem neuen VideoService haben wir einen Quantensprung bei unserem Internetauftritt geschafft», freut sich Krone-Marketingleiter Heinrich Wingels. Insgesamt zeigt Krone derzeit rund 20 Produktfilme auf seiner Website www.krone.de, Rubrik Produkte. n Case IH Biodiesel für fast alle Modelle mo. 98 Prozent der derzeit in Europa verkauften Modelle können mit Biodiesel 100 (B100) betrieben werden, schreibt Case IH auf seiner Website. So erfüllten beispielsweise die Baureihen Maxxum, Puma, Magnum und Axial-Flow die entsprechenden Standards und sind für B100 zugelassen. Aber auch viele Vorgängerprodukte erhalten die Zulassung. Detail über bestimmte Modelle und technische Anforderungen können beim lokalen Händler erfragt werden. Der für Case IH-Motoren verwendete Biodiesel muss die Spezifikationen der europäischen Norm EN14214 erfüllen. Die Firma empfiehlt ihren Kunden, sich beraten zu lassen, welches Biodieselgemisch am besten geeignet ist. Informationen im Internet unter www.caseih.com

n Pöttinger

Die Schweizer Armee beschaffte fünf Rigitrac für ihre Logistikzentren (Foto: zvg

n Amazone 50 Jahren Zentrifugalsteuer mo. Vor 50 Jahren brachte die Firma Amazone den ersten Anbau-Zentrifugalstreuer mit zwei Streuscheiben auf den Markt. Die Maschine sei auf Anhieb erfolgreich gewesen und die Grundprinzipien von allen Wettbewerbern im Lauf der Jahre übernommen worden, schreibt die Zeitschrift «Eilbote». Weltweit habe Amazone über 700 000 ZweischeibenAnbaudüngerstreuer verkauft. Der Landmaschinenhersteller, gegründet von der Familie Dreyer, begann vor 125 Jahren mit der industriellen Produktion. Die Firma befinden sich bis heute in Familienbesitz. Amazone beschäftigt aktuell rund 1500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Vertrieb und Marketing neu organisiert mo. Der österreichische Landmaschinenhersteller Pöttinger hat Vertrieb und Marketing neu organisiert. Auslöser ist, dass sich der Umsatz in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt hat. So wurde der Exportbereich in drei Divisionen gegliedert: Gerd Kislinger übernimmt die Division Westeuropa und Afrika. Horst Hartl zeichnet verantwortlich für die Division Osteuropa und GUS und Franz Teuschl für die Division Südeuropa und Übersee. Schon im Oktober 2007 wurden die Vertriebsbereiche Österreich und Deutschland unter der Leitung von Michael Bruckmüller zusammengeführt. Der Bereich Marketing und Werbung wird geleitet von Petra Kuchinka. Die studierte Wirtschafterin arbeitet bereits seit 2006 im Hause Pöttinger. Thomas Reiter widmet sich seinem Kompetenzschwerpunkt Technik und baut die neue Abteilung «Produktmanagement und inter-/nationale Verkaufsförderung» im Hause Pöttinger auf. Ziel sei, die Bedürfnisse Crew für Vertrieb und Marketing (v.l.n.r.): Gerd Kislinger, der Kunden verstärkt in Heinz Pöttinger, Thomas Reiter, Petra Kuchinka, Walter die Entwicklung einzube- Märzendorfer, Daniel Ratzberger, Horst Hartl, (hinten) Franz Teuschl, Michael Bruckmüller. (Foto: zvg) ziehen.

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n SVLT

Die Ausgabe 5/2008 ­ erscheint am 15. 5. 2008

Ladungs­sicherung:

Themen:

SVLT-Mitgliederaktion zusammen mit der Firma SpanSet

LT extra

Ballen aus Heu, Stroh oder Silage können in Fahrtrichtung an der Frontwand oder an Rungen formschlüssig geladen und gesichert ­werden. Quer zur Fahrtrichtung sind in der Regel Zurrgurten erforderlich.

Feldtechnik

«Europäischer Traktorenmarkt – Zahlen, Fakten Perspektiven» Hackgeräte im Mais

Hoftechnik

Silofolien-Recycling

Sous la loupe

3-teilige Zurrgurten Auf beiden Seiten der Ladung steht am Kurzteil eine Ratsche zur Verfügung, so dass eine gleichmässige Vorspannung ­erreicht wird.

Waadtland

ART-Bericht 692

Lohnt sich das Wachstum in der ­Milchproduktion?

Inserate:

ABS-Zurrgurten Das «Anti-Belt-Slip-System» baut die Gurtspannung sukzessive ab. Stückzahl

Büchler Grafino AG, Fachmedien Agrar, 3001 Bern, Telefon 031 330 30 17 Fax 031 330 30 57 E-Mail: inserate@agripub.ch

Impressum

Bestellung Economy – Zurrgurte – Set 3-teilig (CHF 55.– inkl. MWST): 2 Kurzteil LT 40 cm zu AK40, orange, 50 mm breit, mit Ratsche und Hacken, Gurtband orange, 49 mm breit, LT 8 m LC 2000 / 4000 daN Spanset ABS – Zurrgurte – Set 3-teilig (CHF 90.– inkl. MWST): 2 Kurzteil LT 40 cm zu ABS 50, gelb, 50 mm breit, mit Ratsche und Hacken, Gurtband gelb, 49 mm breit , LT 8 m, LC 2500 / 5000 daN

Name

Vorname

Adresse PLZ

Ort

Datum

Unterschrift

Adresse: SVLT, Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken

Bestellformular / Berufsbekleidung Kinder-Kombi, 100% Baumwolle blau-rot kombiniert

Alter Grösse CHF Anzahl Kinder-Latzhose, 100% Baumwolle Alter blau-rot kombiniert Grösse CHF Anzahl Kombi, rot, CHF 78.– Grösse 75% Baumwolle, 25% Polyester Anzahl Latzhose, rot, CHF 58.– Grösse 75% Baumwolle, 25% Polyester Anzahl T-Shirt, grau meliert, CHF 18.– Grösse 100% Baumwolle Anzahl SVLT-Armbanduhr, CHF 55.– Anzahl

2 3 92 98 38.–

4 6 8 10 12 14 104 116 128 140 152 164 43.– 48.–

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Unsere Preise verstehen sich ohne Versandkosten. Zahlung 30 Tage netto. Name Adresse Einsenden an SVLT, Postfach, 5223 Riniken, Fax 056 44167 31

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70. Jahrgang Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik (SVLT), Willi von Atzigen, Direktor Redaktion Ueli Zweifel: red@agrartechnik.ch Edith Moos: edith.moos@agrartechnik.ch Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Postfach, 5223 Riniken Tel. 056 441 20 22, Fax 056 441 67 31 Internet: www.agrartechnik.ch Inserate Büchler Grafino AG, Fachmedien Agrar Dammweg 9, Postfach, CH-3001 Bern Barbara Gusset, Tel. 031 330 30 17 Fax 031 330 30 57 E-Mail: inserate@agripub.ch, www.agripub.ch Anzeigenverkauf Erich Brügger, Tel. 034 495 58 68 E-Mail: info@mbveb.ch Simone Gasser, Tel. 031 330 3018 E-Mail: simone.gasser@agripub.ch Daniel Sempach, Tel. 034 41510 41 E-Mail: daniel.sempach@agripub.ch Anzeigentarif Es gilt Tarif 2007 Kombinationsrabatt: 25% bei ­gleichzeitigem Erscheinen in «Technique Agricole» Druck und Spedition Benteli Hallwag Druck AG Seftigenstrasse 310, CH-3084 Wabern-Bern Produktionskoordination Kurt Hadorn Erscheinungsweise 11-mal jährlich Abonnementspreise Inland: jährlich CHF 80.– (inkl. 2,3% MwSt.) SVLT-Mitglieder gratis. Ausland: CHF 105.–,  75.– Nr. 5/2008 erscheint am 15. Mai 2008 Anzeigenschluss: 21. April 2008


ART-Berichte

Nr. 685 2007

F r ü h e r : F AT - B e r i c h t e

Feuchtheu als mögliche Konservierungsart für Raufutter Feuchtheu im Vergleich mit anderen Konservierungsverfahren Helmut Ammann, Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART, Tänikon, CH-8356 Ettenhausen Ueli Wyss, Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux ALP, Posieux, CH-1725 Posieux

Bodenheu weist bei der Ernte nicht immer Trockensubstanzgehalte von über 82 % auf, wie es für eine problemlose Lagerung notwendig wäre. Wird das geerntete Futter in Grossballen gepresst, kann die Restfeuchte wegen der hohen Dichte des Futters nur langsam entweichen. Erwärmung und Futterverderb sind Folgen. Wie diese Probleme mit Konservierungsmitteln auf der Basis von Propionsäure besser unter Kontrolle gebracht werden können, wurde von der Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux ALP in Labor- und Feldversuchen untersucht. Durch den Zusatz von geeigneten Konservierungsmitteln kann das Feuchtheu haltbarer gemacht werden. Dabei sind die richtige Dosierung der Konservierungsmittel sowie ihre homogene

App­likation für den Erfolg entscheidend. Der Vergleich an der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART von Feuchtheu mit Bodenheu, belüfteten Rundballen und losem Belüftungsfutter zeigt Unterschiede in der Arbeitserledigung, den baulichen Voraussetzungen, dem Energiebedarf für die Futtertrocknung wie auch beim Nährwert der verschieden konservierten Raufutter. Zudem entstehen bei der Ernte verschiedene Ernteverluste. Arbeitswirtschaftlich beanspruchen die zu belüftenden Rundballen am meisten Aufwand, während die drei anderen Verfahren in etwa den gleichen Zeitbedarf beanspruchen. Die zuteilbaren Investitionen sind bei Feuchtheu und Bodenheu am geringsten. Um zirka 50 % höher sind sie bei

den Verfahren mit Ballenbelüftung und um zirka 160 % höher beim losem Futter. Ausgehend von einer Futtermenge für 40 Grossvieheinheiten beansprucht Feuchtheu zirka Fr. 26 000.– zuteilbare Kosten, belüftetes, loses Futter zirka Fr. 24 000.–, Bodenheu zirka Fr. 23 000.– und belüftete Rundballen je nach Trocknungssystem zwischen Fr. 33 000.– und Fr. 38 000.–. Technisch und organisatorisch ist es möglich, Feuchtheu zu produzieren. Die Produktion ist jedoch vor allem bei Lagerengpässen und Restparzellen aktuell. Zudem ist die Herstellung regional in Gebieten mit wenig Niederschlägen bevorzugt, da eine minimale natürliche Trocknung Bedingung ist (Abb. 1).

Inhalt

Seite

Problemstellung

40

Einsatz von  Konservierungsmitteln

40

Betriebswirtschaftlicher  Vergleich

40

Schlussfolgerungen

44

Anhang

45

Abb. 1: Bodenheu ist beim Pressen selten genügend trocken.

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n ART-Bericht 685 Problemstellung Bodenheu mit einem Trockensubstanzgehalt von weniger als 82 % führt zu einer Futtererwärmung und Schimmelbildung. Zudem hält die Tätigkeit von Mikroorganismen an. Deren Stoffwechselprodukte, darunter auch Toxine, können die Leistung und die Gesundheit der Tiere beeinträchtigen. Zudem hat fehlerhaft konserviertes Futter einen verminderten Nährwert. Mit dem geeigneten Einsatz von Konservierungsmitteln kann der Verderb des Futters, sofern der Trockensub­ stanzgehalt nicht unter 75 % liegt, verhindert werden. Für eine erfolgreiche Konservierung sind allerdings verschiedene Punkte zu beachten: Menge und Konzentration des Konservierungsmittels, Genauigkeit der Mittelverteilung, Korrosion an Maschinen sowie Flüchtigkeit der Mittel. Als Alternativen zur Produktion von Feuchtheu bieten sich bodengetrocknete Ballen, belüftete Ballen und belüftetes, loses Futter an. Die Vorzüglichkeit der betreffenden Konservierungsfutter ist in Bezug auf den zu erwartenden Nährwert und den Arbeitszeitbedarf für Ernte, Einlagerung, Entnahme und Vorlage abzuwägen. Die mit der Arbeitserledigung und der Futterlagerung anfallenden zuteilbaren Kosten unterscheiden sich je nach gewähltem Konservierungsverfahren.

Neuerdings gibt es allerdings abgepuffertre Produkte, die Ammoniumpropionat oder -dipropionat enthalten und dadurch weniger korrosiv wirken. Aus den durchgeführten Versuchen können folgende Empfehlungen abgeleitet werden: • Pressdichte – Ballen sollten nicht zu dicht gepresst werden, Rundballen mit Dichten von 110 bis 150 kg Trockensubstanz (TS) pro m3 eignen sich besser als Quaderballen mit 160 bis 210 kg TS pro m3. – Bei Rundballen, hergestellt durch Pressen mit konstanter Presskammer, wird der Ballenkern weniger stark verdichtet. Für die Konservierung von Feuchtheu eignet sich dieses Verfahren besser. • Applikationstechnik – Die Konservierungsmittel sind nur wirksam, wenn sie in der empfohlenen Dosierung eingesetzt und vor allem gleichmässig über das ganze Futter verteilt werden. Der Schwad sollte so breit und niedrig wie möglich gehalten werden. Das Spritzgestänge ist so über dem Pickup anzubringen, dass das Futter auf der ganzen Breite behandelt wird. • TS-Gehalt – Die optimale Dosierung der Konservierungsmittel hängt im Wesentlichen vom TS-Gehalt des Futters ab. Mit geeigneten Messinstrumenten kann er direkt auf dem Feld bestimmt werden (Abb. 2). Bei unterschiedlichen Messresultaten empfiehlt es sich, die tiefsten Werte als Basis zur Dosierung zu nehmen.

Einsatz von Konser­ vierungsmitteln Die praktischen Erfahrungen mit dem Einsatz von Konservierungsmitteln stützen sich auf Labor- und Feldversuche, die an der Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux ALP gemacht worden sind. Eine detaillierte Beschreibung der Versuchsergebnisse ist im Anhang enthalten. Die verwendeten Konservierungsmittel auf der Basis von Propionsäure werden seit einigen Jahren eingesetzt. Propionsäure ist ein wirksames Mittel zur Verhinderung des Wachstums von Hefen, Schimmelpilzen und Bakterien. Nachteilig ist, dass sich Propionsäure schnell verflüchtigt. Zudem hat sie auf Metall eine stark korrosive Wirkung. Eingesetzte Maschinen unterliegen demnach einer beachtlichen materiellen Belastung.

40

April 2008  Schweizer Landtechnik

Abb. 2: Geeignete Messinstrumente erlauben es, den Feuchtegehalt in den Ballen direkt auf dem Feld zu bestimmen.

• Zwischenlager – Es ist zu vermeiden, dass die Ballen nach dem Pressen unmittelbar auf die Stirnseite oder gegen eine Wand gestellt werden. Bestehen zwischen den Ballen Freiräume, kann Luft zirkulieren und die Restfeuchte entweichen. Werden die Ballen sofort aufeinandergestapelt, sammelt sich bei den obersten Ballen Kondenswasser an, was ideale Bedingungen für die Bildung von Schimmelpilzen bietet.

Betriebswirtschaftlicher Vergleich Rahmenbedingungen Der Vergleich von vier verschiedenen Konservierungsverfahren zeigt Vor- und Nachteile in technischer, arbeitswirtschaftlicher und finanzieller Hinsicht. Es werden verglichen: Verfahren 1 2 3a 3b 4

Feuchtheu in Rundballen Bodenheu in Rundballen Belüftungsheu in Rundballen, System GEBA Belüftungsheu in Rundballen, System Tecnolam Belüftungsheu, lose

Je nach Verfahren unterscheiden sich die zur Arbeitserledigung notwendigen Mechanisierungen wie auch die zur Lagerung notwendigen baulichen Voraussetzungen. Bei Rundballen genügen einfache Lagerhallen, bei losem Futter sind aufwändigere Lager notwendig. Zur Herstellung von Feuchtheu wird zusätzlich Konservierungsmittel benötigt, das beim Pressen eingespritzt wird. Die unterschiedlichen Konservierungsverfahren haben zur Folge, dass das Futter nach der Lagerung nicht mehr gleiche Nährstoffgehalte aufweist. Um in den Rationen gleiche Nährwerte zu erhalten, ist es notwendig, die Differenzen mit entsprechenden Kraftfuttergaben auszugleichen. In den Verfahren drei und vier wird das Futter nachgetrocknet, was Investitionen mit Folgekosten für die Trocknungsanlagen und den Energiebedarf auslöst. Unterschiede bestehen zudem beim Arbeitszeitbedarf für die Ernte, Einlagerung, Entnahme und Vorlage der Futtermengen. Die zu erwartende physische Belastung dagegen ist beim Massenumschlag bei dem hier angenommenen Einsatz der Maschinen nicht sehr verschieden. Organisatorisch wird davon ausgegangen, dass die benötigten Maschinen kostenmässig optimal eingesetzt werden. Dies heisst, dass sie je nach Maschinenart im Eigentum, in Gemeinschaft, in Miete oder auch im Lohn verwendet werden.

Vergleich Die arbeits- und betriebswirtschaftliche Vorzüglichkeit der vier Verfahren zeigt ein


ART-Bericht 685 n Vergleich, der den Bereich von der Ernte bis zur Vorlage des Raufutters abdeckt. Verglichen wird die Futtermenge von etwas mehr als 36 Schnitthektaren Raufutter. Auf dieser Fläche werden zirka 1100 dt Trockensubstanz produziert, was als Winterfutter für 40 Grossvieheinheiten ausreicht (Tab. 1). Unterschiede bestehen in der zugrunde gelegten Mechanisierung, der Art und Grösse des benötigten Lagerraums, den allenfalls benötigten Konservierungsmitteln, den zum Teil notwendigen Aufwendungen für das Trocknen und dem Unterschied bei der Kraftfuttermenge, der notwendig ist, um ausgeglichene Rationen zu erhalten (Tab. 2).

Unterschiedliche TS-Gehalte bei der Ernte In den Verfahren eins bis drei werden Rundballen hergestellt. Im Verfahren 1 (Feuchtheu) wird das Futter mit zirka 76 % Trockensubstanz (TS) gepresst, wobei die zur einwandfreien Konservierung notwendige Propionsäure beim Pressen über das Pick-up eingespritzt wird. In Verfahren 2 wird bodengetrocknetes Futter mit einem TS-Gehalt von 82 % geerntet. Im Vergleich zu den anderen Ernteverfahren ist dabei eine intensivere Bearbeitung mit Wenden und Schwaden vorausgesetzt. In den Verfahren 3a und 3b ist das Futter belüftungstrocken mit einem TS-Gehalt von 75 %. Die Nachtrocknung erfolgt über spezielle Trocknungsanlagen für Rundballen. Für das Manövrieren der Rundballen wird ein Frontlader mit Klemmzange eingesetzt. Die Ballen werden in einer wettergeschützten, befahrbaren Lagerhalle gestapelt. Das lose, mit einem Ladewagen geerntete Belüftungsfutter in Verfahren 4 wird mit einer Greiferanlage ein- und ausgelagert. Das Belüftungsfutter hat bei der Ernte einen TS-Gehalt von 60 %.

Arbeitswirtschaft Die Erntearbeiten werden in allen Verfahren mechanisch erledigt. Unter der Voraussetzung, dass auf dem Betrieb zwei Arbeitskräfte vorhanden sind, bewegt sich der Arbeitszeitbedarf für die 36 Schnitthektaren im Bereich von 125 AKh beim Verfahren Feuchtheu, bis 180 AKh bei den belüfteten Rundballen, siehe dazu Tabelle 2. Bei den Verfahren 3a und 3b, wo Rundballen belüftet werden, fällt vor allem der Arbeitszeitbedarf für den Ballenumschlag an und auf der Trocknungsanlage zeitlich ins Ge-

wicht. Im Vergleich zu den Verfahren 1 und 2 sind zudem um die 200 Ballen mehr zu befördern. Beim Bodenheu summieren sich die zusätzlichen Durchgänge mit dem Kreiselheuer und dem Kreiselschwader. Beim losen Umschlag wird davon ausgegangen, dass eine zweite Person die Greiferanlage bedient. Der für die Futtervorlage benötigte Arbeitszeitbedarf beläuft sich in einem Bereich von 156 AKh bei Verfahren 4, lose Lagerung bis 195 AKh bei Verfahren 3a und 3b, belüftete Ballen. In allen Fällen wird das Futter von Hand vorgelegt. Beim Feuchtheu werden 186 AKh und beim Bodenheu 172 AKh benötigt. Die Unterschiede bei den Ballenverfahren liegen in der unterschiedlichen Anzahl Ballen, die vorzulegen sind. Bei den zu belüftenden Ballen ist zudem zu beachten,

dass ein aufwändiger Umschlag notwendig wird, da die Ballen in einzelnen Arbeitsgängen auf die Trocknungsanlage gebracht und wegtransportiert werden müssen.

Zuteilbare Investitionen Die fünf verglichenen Verfahren beanspruchen zwischen 125 600 und 322 200 Franken zuteilbare Investitionen. Diese Beträge werden vor allem durch die benötigten Raufutterlager und die allfällig notwendigen Trocknungsanlagen bestimmt. In den Ballenverfahren eins und zwei können die Ballen mit normalen Pressdrücken gepresst werden. Für die 551 bzw. 531 Rundballen ist ein Lagervolumen von 935 bzw. 903 m3 notwendig. In den Verfahren 3a und 3b mit belüfteten Ballen ist ein Lagervolumen von

Tab. 1: Ausgewählte Konservierungsverfahren. Rahmenbedingungen: Tierbestand 40 GVE Tagesverzehr 16,5 kg TS/GVE Dauer Dürrfütterung 165 Tage Futterertrag brutto 1281 dt TS Benötigte Futtermenge 1089 dt TS 35,3 dt TS/ha Konservierungsfläche 36,3 Schnitthektaren

Verfahren Art Dürrfutter

Arbeitsgänge auf Feld Mähen Wenden Schwaden Ernteverfahren

Behandlung Futter

Anzahl Rundballen bzw. m3 an Lager TS-Gehalt bei Ernte gelagert Gewicht Dürrfutter bei Ernte gelagert Art der Futterlagerung

Umschlag Dürrfutter Vorlage Dürrfutter Zukauf Raufutter für Ausgleich Ernteverluste Nettoertrag aus eigener Produktion Benötigter Zukauf an Raufutter Kosten zugekauftes Dürr­ futter, gepresst Differenz Futterqualität zu Belüftungsfutter Bedarf zusätzliches Milchviehfutter je KuhGVE

1 Feuchtheu Rundballen ø 1,2 m

2 Bodenheu Rundballen ø 1,2 m

3a und 3b Belüftungsheu Rundballen ø 1,2 m

4 Belüftungsheu lose

1 Dg. 2 Dg. 1 Dg. Rundballen feucht mit Injektion Beimengung von Propionsäure

1 Dg. 3 Dg. 2 Dg. Rundballen bodentrocken

1 Dg. 2 Dg. 1 Dg. Rundballen belüftungs­ trocken Trocknung in Anlage für Ballen

1 Dg. 2 Dg. 1 Dg. Ladewagen belüftungs­ trocken Trocknung mit Heubelüftung

551 Rb

531 Rb

764 Rb

1281 m3

76% 82% 260 kg/Rb 241 kg/Rb Endlager in Halle, befahrbar Frontlader von Hand

82% 82% 250 kg/Rb 250 kg/Rb Endlager in Halle, befahrbar Frontlader von Hand

75% 85% 190 kg/Rb 168 kg/Rb Endlager in Halle, befahrbar Frontlader von Hand

60% 85% 142 kg/m3 100 kg/m3 Heubelüftung mit Greiferanlage Greiferanlage von Hand

19% 1038 dt TS

20% 1025 dt TS

18% 1050 dt TS

15% 1089 dt TS

51 dt TS 64 dt TS 39 dt TS 62 dt Dürrfutter 78 dt Dürrfutter 46 dt Dürrfutter Fr. 37.–/dt Fr. 32.–/dt Fr. 37.–/dt Futter Futter Futter Fr. 2294 Fr. 2496 Fr. 1702 – 0.2 MJ NEL/ – 0.3 MJ NEL/ –0.1 MJNEL/ kg TS kg TS kg TS 0.47 kg 0.71 kg 0.24 kg Futter/Tag Futter/Tag Futter/Tag

Dg.: Durchgänge; Rb: Rundballen

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n ART-Bericht 685 Tab. 2: Ausgewählte Mechanisierungen, Einrichtungen und Futterlager, Arbeitszeitbedarf, zuteilbare Investitionen und Kosten.

Erntefläche: 36,3 Schnitthektaren Dürrfutter Tierbestand: 40 GVE bei 16,5 kg TS Dürrfutter/Tag Verfahren Trocknungssystem Art der Lagerung Bauliche Gestaltung der Dürrfutterlager Anzahl Ballen an Lager Volumen Dürrfutterlager Neuwert Fr.

Einsatz-/ Besitzart

Bodenheu in Rundballen

Rundballen ø 1,2 m

Rundballen ø 1,2 m

Halle einfach

Halle einfach

551 Rb 935 m3

531 Rb 903 m3

Ballenheu Ballenheu Dürrfutter getrocknet getrocknet lose GEBA Tecnolam Heubelüftung Rundballen Rundballen Dürrfutter ø 1,2 m ø 1,2 m lose Halle mit Halle mit Halle mit Zwischenlager Zwischenlager Zwischenlager 764 Rb 764 Rb 1281 m3 1281 m3 1281 m3

Ausgewählte Mechanisierung Zugkräfte und Maschinen Traktor, 4-Radantrieb, 50 kW (68 PS) Traktor, 4-Radantrieb, 60 kW (82 PS) Mähaufbereiter, 2,1–2,8 m Kreiselheuer, 6,1–7,5 m Doppelkreiselschwader, bis 6,5 m Ladewagen, 13–20 m3

66 000 75 000 17 000 15 500 23 000 31 000

Eigentum Eigentum Eigentum Eigentum Eigentum Eigentum

variabel variabel variabel variabel variabel

variabel variabel variabel variabel variabel

variabel variabel variabel variabel variabel

variabel variabel variabel variabel variabel

Rundballenpresse mit Netzbindung, ø 1,2 m, 1,4 m3 Spritzbalken mit Konservierungsmittel zu Rund­ ballenpresse Frontlader, schwer, Grundgerät Klemmzange zu Frontlader Pneuwagen, 2-achsig, 10 t

46 000 3 200 13 000 4 200 21 000

Lohnarbeit

Lohnansatz

Lohnansatz

Lohnansatz

Lohnansatz

Lohnarbeit Eigentum Eigentum Eigentum

Lohnansatz fix + variabel fix + variabel variabel

fix + variabel fix + variabel variabel

fix + variabel fix + variabel variabel

fix + variabel fix + variabel variabel

Mechanische Einrichtungen Trocknungsanlage für Rundballen, GEBA 8 Einh. 23 000 Trocknungsanlage für Rundballen, Tecnolam 9 Einh. 31 000 Hallengreifer, 15 m 44 200 53 800 Heubelüftung 1281 m3 Futterlager Lager für Rundballen Feuchtheu 935 m3 Bodenheu 903 m3 getrocknet 1 281 m3 Lager für Dürrfutter lose 1 281 m3 Zuteilbare Investitionen Maschinen und Geräte (Frontlader mit Klemmzange) Mech. Einrichtungen (Trocknungs- und Greiferanlage) Dürrfutterlager Total Differenz zu Verfahren 1 Zuteilbare Kosten je Jahr Maschinen und Geräte Ernte Entnahme und Vorlage Konservierungsmittel Strom und Heizöl für Trocknung und Betrieb Greifer Zukauf Dürrfutter für Ausgleich Ernteverluste Kraftfutterzugabe für gleiches Nährstoffangebot Mech. Einrichtungen (Trocknungsanlagen und Greifer) Dürrfutterlager Total Differenz zu Verfahren 1 Arbeitszeitbedarf Ernte und Einlagerung Futtervorlage Total Differenz zu Verfahren 1 berücksichtigte Kosten

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Feuchtheu in Rundballen

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112 200 108 400 153 700 224 200

Eigentum Eigentum Eigentum Eigentum

Eigentum Eigentum Eigentum Eigentum Fr. Fr. Fr. Fr. Fr.

fix + variabel fix + variabel fix + variabel fix + variabel

fix fix fix

17 200

112 200 129 400

Fr. Fr.

11 435 779

Fr. Fr. Fr. Fr.

4 353

AKh AKh AKh AKh

fix fix

17 200

Fr. Fr. Fr. Fr.

variabel variabel variabel variabel variabel variabel

108 400 125 600 –3 800

17 200 23 000 153 700 193 900 64 500

17 200 31 000 153 700 201 900 72 500

98 000 224 200 322 200 192 800

11 444 692

13 426 994

13 426 994

3 212 36

2 496 3 680

10 808 1 702 1 227

4 612 1 702 1 227

2 357

2 294 2 453

5 264 26 578

5 085 23 397 –3 181

2 677 7 210 38 044 11 466

3 608 7 210 32 779 6 201

8 319 10 515 24 439 –2 139

125 186 311

160 172 332 21

180 195 375 64

180 195 375 64

170 156 326 15


ART-Bericht 685 n 1281 m3 erforderlich. Die anfallenden 764 Rundballen können aus belüftungstechnischen Gründen nicht so intensiv verdichtet werden, wie bei den anderen beiden Ballenverfahren. Gleich viel Volumen wie die getrockneten Ballen beansprucht die lose Lagerung mit Greiferbeschickung. Die Ballen können in einfache, mit dem Traktor befahrbare Schuppen eingelagert werden. Die Konstruktion muss derart gestaltet sein, dass ein Traktor mit Frontlader manövrierfähig ist. Beim Lager für loses Futter ist eine konstruktiv aufwändigere Lösung notwendig. Die vorgesehene Greiferanlage bedingt eine statisch starke Bauhülle, und das Gebäude verlangt zudem eine Einwandung für die Heubelüftung. Bei den Maschinen und Geräten wird vorausgesetzt, dass weitgehend ein Frontlader mit Klemmzange für den Ballenumschlag eingesetzt wird. Der Ankauf der Geräte mit einem Neuwert von Fr. 17 200.– ist folglich der Raufutterernte und -vorlage anzu­ lasten. Als spezielle mechanische Einrichtungen werden in den Verfahren 3 und 4 die Belüftungsanlagen sowie in Verfahren 4 die Greiferanlage benötigt. Im Verfahren 3a wird von einem Investitionsbedarf von 23 000 Franken ausgegangen, in Verfahren 3b, Rundballentrocknung mit dem System Tecnolam, sind es Fr. 31 000.– . Im Verfahren vier setzt sich der Neuwert der mechanischen Einrichtungen aus der Greiferanlage mit Fr. 44 000.– und der Heubelüftung mit Fr. 54 000.– zusammen.

Zuteilbare Kosten Massgebend für die wirtschaftliche Vorzüglichkeit der Verfahren sind die zuteilbaren Kosten. Es handelt sich dabei um diejenigen Kostenpositionen, die das landwirtschaftliche Einkommen direkt beeinflussen. Die durch betriebseigene Arbeitskräfte verrichteten Arbeiten sind nicht bewertet, da es sich um kalkulatorische Grössen handelt,

die im einzelnen Betrieb sehr unterschiedlich sein können. Für den Betriebsleiter einfacher nachvollziehbar ist, wie viele Arbeitsstunden in einem Verfahren anfallen. Den Verfahren zugeteilt sind: • Kosten für Zugkräfte, Maschinen und Geräte Bei allen eingesetzten Zugkräften, Maschinen und Geräten sind die variablen Kosten eingerechnet. Bei den Verfahren mit Rundballen sind zudem die fixen Kosten für den Frontlader und die Klemmzange berücksichtigt. In der Annahme, dass für die Wartung und den Gebäudebedarf keine speziellen Fremdkosten entstehen, sind diese Faktoren nicht bewertet. Bei den Verfahren mit Rundballen ist wesentlich, zu welchen Bedingungen das Pressen erledigt wird. Es wird vorausgesetzt, dass dies in Lohnarbeit erfolgt. Zudem gewichten hier die zugeteilten fixen Kosten für den Frontlader mit Klemmzange. Die gesamten zuteilbaren Kosten für die Maschinen bewegen sich in den Ballenverfahren im Bereich von Fr. 12 100.– bis Fr. 14 400.–. Für das Pressen von Feuchtheu ist ein Lohnansatz von Fr. 11.30 je Rundballe festgelegt. In diesem Ansatz sind nebst den Kosten für das Pressen die zusätzlich zu berücksichtigenden Kosten für die über dem Pickup angeordnete Spritzeinrichtung eingerechnet. Beim Boden- und belüfteten Ballenheu wird für das Pressen mit einem Kostenbetrag von Fr. 10.– je Balle gerechnet. Die höchsten Kosten für das Pressen fallen bei den zu belüftenden Ballen an. Wegen der geringeren Pressdichte fällt eine grössere Anzahl Ballen an, nämlich zirka 760 Stück im Vergleich zu etwas über 500 Stück beim Feucht- und Bodenheu. Wird für das Pressen eine Preisänderung von Fr. 1.– je Balle vorgenommen, verändern sich die Kosten für die angenom-

Abb. 3: Die Belüftungsanlage GEBA für Rundballen hat einen geringen Investitionsbedarf, beansprucht jedoch viel Energie.

mene Futtermenge je nach Verfahren zwischen Fr. 530.– und Fr. 760.–. Im Verfahren mit losem Belüftungsfutter belaufen sich die zuteilbaren Kosten für die Zugkräfte, Maschinen und Geräte nur auf Fr. 3200.–. In diesem Verfahren werden nur Maschinen gebraucht, die ohnehin auf dem Betrieb eingesetzt werden. Dadurch sind nur deren variable Kosten berücksichtigt. • Konservierungsmittel Pro 100 kg Feuchtheu wird vorausgesetzt, dass ein Liter Propionsäure einzuspritzen ist. Diese Konzentration schliesst das Risiko von Fehlgärungen weitgehend aus. Bei einem mittleren Gewicht von 260 kg je Rundballe werden somit 2,6 Liter Konservierungsmittel benötigt. Bei einem Preis von Fr. 3.04 je Liter ergibt dies Kosten von Fr. 7.90 je Rundballe oder Fr. 4353.– für die im Vergleich anfallende Futtermenge. • Anlagekosten der mechanischen Einrichtungen Im Verfahren 3a (GEBA) sind auf der Trocknungsanlage acht Ballenplätze vorgegeben. Bei einem Neuwert von Fr. 23 000.– fallen je Jahr Fr. 2677.– Kosten an. Vorgegeben ist eine 15-jährige Abschreibungszeit. Im Vergleich mit anderen Trocknungssystemen beansprucht dieses Verfahren den geringsten Investitionsbedarf, benötigt jedoch einen hohen Energieaufwand (Abb. 3). Nach Versuchsergebnissen werden zur Trocknung von 100 kg Dürrfutter 7,2 kWh Strom und 9,4 Liter Heizöl gebraucht. Einen höheren Investitionsbedarf, aber weniger Energie beansprucht das Verfahren 3b, (Tecnolam), (Abb. 4). Bei neun Trocknungsplätzen wird eine Investition von Fr. 31 000.– notwendig, die ihrerseits je Jahr Fr. 3608.– Anlagekosten auslösen. Je 100 kg getrocknetes Futter werden in diesem Verfahren 12 kWh Strom und nur

Abb. 4: Belüftungsanlage Tecnolam für Rundballen hat einen höheren Investitionsbedarf und beansprucht einen geringeren Energieaufwand.

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n ART-Bericht 685 2,3 Liter Heizöl benötigt. Im Vergleich zum Verfahren 3a werden somit je 100 kg Dürrfutter 4,8 kWh Strom mehr und 7,1 Liter Heizöl weniger gebraucht. Bei einem hohen Heizölpreis ist dieser Unterschied für die Vorzüglichkeit des Verfahrens mitentscheidend. Im Verfahren 4 fallen hohe Anlagekosten an. Die Greiferanlage mit einem Neuwert von Fr. 44 000.– ergibt Fr. 3777.– Kosten je Jahr. Die Heubelüftung mit einem Neuwert von Fr. 54 000.– löst Fr. 4542.– Kosten je Jahr aus. • Energiekosten der Trocknungsanlagen und des Greifer Bei einem Heizölpreis von Fr. 78.25 pro Hektoliter ergeben sich im Verfahren 3a Fr. 9424.– Kosten. Die zusätzlich notwendigen 9224 kWh elektrische Energie kosten Fr. 1384.–. Für dieselbe Futtermenge belaufen sich die Kosten für das Heizöl im Verfahren 3b auf Fr. 2306.–. Ebenfalls Fr. 2306.– betragen die Kosten für die elektrische Energie. Die Heizöl- und Stromkosten machen somit im Verfahren 3b Fr. 4612.– aus, im Verfahren 3a sind es Fr. 10 808.–. Beim losen Belüftungsfutter fallen wesentlich tiefere Energiekosten an. Ausgehend von einem Bedarf von 12 kWh pro dt getrocknetes Futter werden für die gesamte Futtermenge 15 374 kWh benötigt. Bei einem mittleren Strompreis von Fr. –.15 je kWh fallen Fr. 2306.– Stromkosten an. Bescheiden ist der Strombedarf für die Greiferanlage. Nach den Vorgaben belaufen sie sich auf Fr. 51.–. • Dürrfutterlager Für das Einlagern der Ballen genügen einfache, aber befahrbare Schuppen. Bei

einem Neuwert von Fr. 120.–/m3 bewegen sich die Inves­titionen im Bereich von 108 000 bis 154 000 Franken. Daraus ergeben sich Kosten zwischen 5100 und 7200 Franken. Beim losen Lager mit rund 1300 m3 Volumen ist eine Investition von zirka Fr. 224 000.– notwendig, die Kosten von Fr. 10 500.– auslöst (Abb. 5). • Zukauf Dürrfutter für den Ausgleich der verschiedenen Ernteverluste Die unterschiedlichen Bearbeitungsgänge und die verschiedenen TS-Gehalte bei der Ernte bewirken Differenzen bei den Ernteverlusten. Das lose einzuführende Belüftungsfutter hat einen Trockensubstanzgehalt von 60 % und weist einen Verlust von 15 % aus. Bodenheu hat im Einführstadium einen TS-Gehalt von 82 % und erfordert zudem eine intensivere Bearbeitung. Dabei resultiert ein Ernteverlust von 20 %. Bei Feuchtheu betragen die Verluste 19 % und bei den zu belüftenden Rundballen 18 %. Um diese Futterverluste auszugleichen, sind zusätzliche Dürrfutterflächen oder Dürrfutterzukäufe notwendig. Im Vergleich zum losen Belüftungsfutter sind beim Feuchtheu 62 dt, bei Bodenheu 78 dt und bei den zu belüftenden Rundballen 46 dt Dürrfutter auszugleichen. Diese Mengen verursachen Kosten zwischen Fr. 1700.– und Fr. 2500.–. • Ausgleichsfutter wegen unterschiedlicher Futterqualität Im Vergleich zu losem Belüftungsfutter weisen belüftete Rundballen, Feuchtund Bodenheu einen schlechteren Nährwert aus. Nach den vorliegenden Untersuchungsergebnissen sind es im Vergleich zu belüfteten Rundballen 0,1 MJ NEL, zu Feuchtheu 0,2 MJ NEL und

zu Bodenheu 0,3 MJ NEL je kg TS. Um eine vergleichbare Futterqualität der Gesamtration zu erreichen, sind je nach Verfahren zusätzliche Kraftfuttergaben vorzulegen. Um die Qualität der zirka 1100 dt TS Raufutter ausgleichen zu können, sind bei belüfteten Rundballen zusätzlich 16 dt Milchviehfutter, bei Feuchtheu 31 dt und bei Bodenheu 47 dt zu verabreichen. Bei einem Preis von Fr. 78.85 je dt Milchviehfutter entspricht dies Mehrkosten von zirka Fr. 1230.– bis Fr. 3700.–. • Kostenvergleich Die zuteilbaren Kosten der verglichenen fünf Verfahren bewegen sich in einem Bereich von Fr. 23 400.– bis Fr. 38 000.–. Im Vergleich zu Feuchtheu schliesst Bodenheu um zirka Fr. 3200.– günstiger ab. Erheblich teurer sind die beiden Verfahren mit getrockneten Rundballen. Beim System 3a fallen zirka Fr. 11 500.– und beim System 3b zirka Fr. 6200.– Mehrkosten an. Massgebend für diesen Unterschied sind vor allem die Energiekosten sowie die Kosten der Trocknungsanlagen. Das Verfahren mit losem Belüftungsfutter ist kostenmässig um Fr. 2100.– günstiger als Feuchtheu. Beim losen Belüftungsfutter fallen vor allem die Kosten für den Bergeraum sowie für die Belüftungs- und Greiferanlage ins Gewicht.

Schlussfolgerungen Die Versuche zeigten, dass die Erwärmung, der Keimgehalt (Schimmelpilze) und die Auswirkungen auf den Nährwert sehr stark vom Feuchtegehalt des Ausgangsmaterials beeinflusst werden. Bei den Versuchen mit einer Quaderballenpresse waren die Er-

Temperaturdifferenz, °C

16

12

8

4

0

-4 0

5

10

15

20

25

30

Lagerdauer, Tage

Abb. 5. Bergeräume für loses Futter brauchen mehr Lagervolumen als jene für Ballen; sie benötigen zudem Einrichtungen für den Futterumschlag.

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Ohne Zusatz – 72 % TS

Ohne Zusatz – 79 % TS

Mit Zusatz – 72 % TS

Mit Zusatz – 79 % TS

Abb. 6: Temperaturverlauf in unbehandeltem und behandeltem Feuchtheu im Labor­versuch.


ART-Bericht 685 n ausschlaggebend, dass beim Trocknen der Ballen mehrere Arbeitsschritte notwendig sind. Nach den ausgewählten Systemen können jeweils nur acht oder neun Ballen gleichzeitig getrocknet werden. Das etappenweise Vorgehen ist bei der Trocknung unausweichlich. Von einem Zwischenlager sind die Ballen auf die Trocknungsanlage zu bringen, der Verlauf der Trocknung ist zu überwachen, und im Anschluss sind die Ballen ins Endlager zu stapeln.

Anhang Bei den Feldversuchen der Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux ALP standen sowohl Quaderballen- wie auch Rundballenpressen im Einsatz. Im Laborversuch zeigte das eingesetzte Konservierungsmittel eine gute Wirksamkeit zur Verhinderung der Erwärmung (Abb. 6) sowie zur Reduzierung der Entwicklung von Schimmelpilzen (Meisser 2001). Bei den Versuchen mit einer Quaderballenpresse waren die Ergebnisse teilweise unbefriedigend (Meisser und Wyss, 1999). Nebst technischen Problemen mit zu grossen Schwaden sowie einer ungleichmässigen und zu geringen Applikation des Konservierungsmittels war das Futter mit TS-Gehalten von 68 % relativ feucht. Eine gute Wirkung wurde bei Futter mit TS-Gehalten von rund 80 % sowie einer Überdosierung der empfohlenen Einsatzmenge des Konservierungsmittels erreicht. Ein weiterer Faktor für die Erwärmung lag möglicherweise beim Verdichtungsgrad des Futters, denn bei stark gepressten Quaderballen (Dichte 210 kgTS/ m3) kann die Restfeuchte nicht mehr gut entweichen. Die Erhitzung von Dürrfutter führt zu unverdaulichen Komplexen aus Zucker und Proteinfraktionen. Es ist darauf hinzuweisen, dass mit den klassischen Methoden zur Bestimmung des Rohproteins die durch Hitzeeinwirkung entstandenen Veränderungen im Futter nicht erfasst werden. So werden die Unterschiede im Gehalt

des Futters nicht konsequent festgestellt. Der Zuckergehalt steht in direktem Zusammenhang mit der Futtererwärmung. Im Vergleich zu Belüftungsheu lag der Zuckergehalt in den behandelten Quaderballen wesentlich tiefer. In den Feld- wie auch in den Laborversuchen wurde festgestellt, dass der Anteil an unlöslichem Stickstoff (NADF/N) ein guter Indikator für den Grad von Hitzeschäden ist. Zwischen der durchschnittlichen Lagerungstemperatur und dem Anteil an unlöslichem Stickstoff konnte eine enge Beziehung festgestellt werden. Diese Feststellung deckt sich mit den Untersuchungen von Maeda et. al. (1988). Unterschiede konnten auch im Energiegehalt festgestellt werden. Zwischen unbehandelten Quaderballen und belüftetem Futter lag der Unterschied im günstigsten Fall bei 0,3 und im ungünstigsten Fall bei 0,6 MJ NEL pro kg TS. In den Ballen der Feuchtheuvarianten wurden nach einer Lagerung von zwei bis drei Monaten keine Gärsäuren gefunden. Von der applizierten Propionsäure gab es im Weiteren keine Rückstände. Die pH-Werte waren allerdings zum Teil recht tief, nämlich zwischen 4,1 und 5,2. Dies ist auf das mikrobielle Wachstum thermophiler Bakterien und Aktinomyzeten zurückzuführen (Gregory et al. 1963). Das Futter aus den Quaderballen wurde auch hinsichtlich Mykotoxine untersucht. Obwohl einige Proben verschimmelte Zonen auswiesen, konnten keine Mykotoxine nachgewiesen werden. Die Abwesenheit von Toxinen ist jedoch kein Garant für das Fehlen von Schimmelpilzen. In einer zweiten Versuchsreihe wurden zwei verschiedene Rundballenpressentypen ver­glichen (Meisser 2003). Dabei wurden zwischen 0,5 und 0,7 Liter Propionsäure je Dezitonne Futter beziehungsweise 1,6 und 2,0 Liter pro Balle versprüht (durchschnittliches Gewicht der Ballen 300 kg). Die Injektion des Konservierungsmittels erfolgte über einen kleinen Spritzbalken, der über dem Pick-up angebracht war. Eine breitflä-

50

30 25

Restfeuchtegehalt, %

40

Temperatur, °C

gebnisse teilweise unbefriedigend. Nebst technischen Problemen mit zu grossen Schwaden sowie einer zu geringen Dosierungsmenge war das Futter mit TS-Gehalten von 68 % zu feucht. Bei den Versuchen mit zwei verschiedenen Rundballenpressentypen und zwei Dosierungsstufen hatte die unterschiedliche Dosierung des Konservierungsmittels keinen markanten Einfluss auf die Erwärmung des Futters, doch der Nährwert wurde durch die Dosierung signifikant beeinflusst. Entscheidend für ein gutes Ergebnis sind die richtige Dosierung des Konservierungsmittels in Abhängigkeit des TS-Gehaltes sowie eine homogene Applikation der Produkte. Die wirtschaftliche Vorzüglichkeit von Feuchtheu wird im Vergleich mit vier anderen Konservierungsverfahren ermittelt. Je nach den gewählten Ernte- und Lagerverfahren wird eine unterschiedliche Raufutterqualität erreicht. Um nährwertmässig vergleichbare Futterrationen zu erzielen, sind den Tieren unterschiedliche Kraftfuttergaben vorzulegen. Je nach Ernteverfahren entstehen unterschiedliche Ernteverluste, die durch eine Anpassung der Dürrfutterflächen oder durch den Zukauf von Dürrfutter auszugleichen sind. Der Vergleich bezieht sich auf eine Dürrfuttermenge, die für 40 Grossvieheinheiten ausgelegt ist. Dies entspricht einer Futterfläche von zirka 36 Schnitthektaren. Das Verfahren mit losem Belüftungsfutter beansprucht mit Fr. 322 000.– am meisten zuteilbare Investitionen. Um rund Fr. 100 000.– weniger benötigen die Verfahren mit zu trocknenden Rundballen, Fr. 194 000.– mit dem System GEBA, Fr. 202 000.– mit dem System Tecnolam. Bei Feuchtheu und Bodenheu werden Fr. 129 000.– bzw. Fr. 126 000.– benötigt. Bei Feuchtheu fallen je Jahr zirka Fr. 26 600.– zuteilbare Kosten an. Um Fr. 3200.– günstiger ist die Lösung mit Bodenheu. Günstiger als Feuchtheu ist ebenfalls das Verfahren mit losem Belüftungsfutter, es fallen zirka Fr. 24 400.– zuteilbare Kosten an. Die Verfahren mit getrockneten Rundballen sind im Vergleich zu Feuchtheu um Fr. 11 400.–, System GEBA, und um Fr. 6200.–, System Tecnolam, teurer. Diese Mehrkosten werden vor allem durch die zur Trocknung notwendige Heizenergie verursacht. Der von der Ernte bis zur Vorlage des Raufutters benötigte Arbeitszeitbedarf liegt je Jahr bei Feuchtheu, Bodenheu und belüftetem, losem Futter, zwischen 311 und 332 AKh. Mit 375 AKh um einiges höher liegt der Arbeitszeitbedarf bei den zu belüftenden Ballen. In diesem Verfahren ist vor allem

30

20

0 l/Tonne 5.4 l/Tonne 6.7 l/Tonne

10

20 15 10 0 l/Tonne 5.4 l/Tonne 6.7 l/Tonne

5 0

0 0

30

60

90

120

Tage nach dem Pressen

Abb. 7: Einfluss der Dosierung eines Konservierungsmittels auf den Temperaturverlauf in den Rundballen.

0

30

60

90

120

Tage nach dem Pressen

Abb. 8: Einfluss der Dosierung eines Konservierungsmittels auf den Feuchtegehalt in den Rundballen.

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n ART-Bericht 685 Tab. 3: Einfluss des Konservierungsmitteleinsatzes und des Pressetyps auf chemische Parameter. Dosierung (Liter/Tonne)

Rundballenpresse (Presskammer)

0

5.4

6.7

konstant

variabel

Org. Substanz

g/kg TS

910 a

919 b

917 ab

915

916

Rohprotein

g/kg TS

130

123

126

127

125

ADF

g/kg TS

293 b

279 a

276 a

281

284

NDF

g/kg TS

509 c

482 b

467 a

486

486

Zucker

g/kg TS

094 a

141 c

133 b

121

124

NADF/Ges.-N1

%

4,2 b

2,2 a

1,9 a

2,9

2,6

vOS2

%

64,8 a

66,2 ab

67,5 b

66,0

66,4

Werte einer Linie mit unterschiedlichen Exponenten sind signifikant verschieden (P < 0,05) : Anteil unlöslicher Stickstoff am Gesamtstickstoff; 2: Verdaulichkeit der organischen Substanz

1

chige Besprühung des Erntegutes wurde somit gewährleistet. Das Konservierungsmittel hat die Erwärmung in den Ballen deutlich eingeschränkt, wobei es zwischen den beiden Dosierungsstufen kaum Unterschiede gab. Dies deckt sich mit den Erfahrungen von Sonnenberg und Küntzel (1982). Die Versuche zeigten des Weiteren, dass sich Futter, das in Ballen mit konstanter Pressdichte hergestellt wurde, weniger stark erwärmte als solches, das in variablen Presskammern verdichtet wurde. Rundballenpressen mit konstanter Pressdichte stellen Ballen mit vergleichsweise weichem Kern her. Dadurch wird das Abführen der Restfeuchte erleichtert. Variable Presskammern erzeugen hingegen Ballen mit einer über den ganzen Durchmesser gleichmässigen Pressdichte. Die durchschnittlich erreichten Dichten betrugen bei den Ballen von der Rundballenpresse mit konstanter Kammer 142 kg TS/ m3 und mit der variablen Kammer 151 kg TS/m3. Die Entwicklung des Feuchtegehaltes im Dürrfutter hängt stark von den

in den Ballen herrschenden Temperaturen ab (Abb. 7 und 8). Bei starkem mikrobiellen Wachstum «schwitzen» die Ballen, und das überschüssige Wasser (Restfeuchte) entweicht im Verlaufe der ersten Lagerungswochen. In behandelten Ballen, in denen kaum eine Erwärmung stattfand, veränderte sich der TS-Gehalt nur sehr langsam. In den Versuchen konnten nach 136 Tagen Lagerdauer dosierungsabhängig signifikante Unterschiede in den Nährstoffen festgestellt werden (Tab. 3). Die Unterschiede im Gehalt an organischer Substanz, den neutral löslichen Fasern an den Zellwänden (NDF) und den schwer verdaulichen, säurelöslichen Fasern, der Lignozellulose (ADF) sind eine Folgeerscheinung des Zuckerabbaus. Dieser Nährstoff stellt für Mikroorganismen die am leichtesten verfügbare Energiequelle dar und widerspiegelt das Ausmass mikrobiologischer Tätigkeit recht gut. Die Behandlung mit Propionsäure hat die Verdaulichkeit der organischen Substanz verbessert. Hinsichtlich des Energiewertes erreichten die Unterschiede im

8

8 Aerobe mesophile Bakterien

7

7

6

6

Schimmelpilze, log KBE/g

Mikroorganismen, log KBE/g

Schimmelpilze

5 4 3 2 1 konstant 6.7 l/t

variabel 6.7 l/t

konstant 5.4 l/t

variabel 5.4 l/t

konstant 0 l

Abb. 9: Einfluss des Pressetyps und des Konservierungsmitteleinsatzes auf den Befall an Schimmelpilzen und aeroben mesophilen Bakterien (KBE: koloniebildende Einheiten).

46

5 4

y = 0.66x + 2.59 R 2 = 0.94

3 2 1

variabel 0 l

0

Vergleich zur unbehandelten Variante 0,2 bis 0,3 MJ NEL/kg TS. In den unbehandelten Varianten war der Schimmelpilzbefall sehr hoch. In den behandelten Ballen wurde die mikrobiologische Qualität nicht einheitlich verbessert. In zwei von vier Verfahren hat das Konservierungsmittel das mikrobiologische Wachstum offensichtlich nur abgebremst (Abb. 9). Das Fehlen einer Erwärmung ist nicht zwingend ein Beweis für eine gute mikrobiologische Qualität. Eine lineare Beziehung zwischen den TSVerlusten während der Lagerung und dem Grad des Schimmelbefalles (Keimzahlen) konnte deutlich nachgewiesen werden (Abb. 10). Die für aerobe, mesophile Bakterien bestimmten Keimzahlen erreichten sehr tiefe Werte. Im Allgemeinen reagieren Bakterien im Vergleich zu Schimmelpilzen und Hefen empfindlicher auf trockene Bedingungen und wachsen erst bei einem Wassergehalt von über 20 %.

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0 1

2

3

4

5

6

7

8

TS-Verluste während der Lagerung, %

Abb. 10: Beziehung zwischen TS-Verlusten und Schimmelpilzbefall (KBE: koloniebildende Einheiten).

Schweizer Landtechnik 4  

Ausgabe April 2008

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