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Schweizer Landtechnik

M채rz September 2011 2012


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Editorial • Inhalt März 2012

Editorial Ueli Zweifel

n

Plattform

4

Schwierige Balance beim chemischen Pflanzenschutz Traktorimmatrikulationen 2011 Agrovina: Messe nach Mass Kartoffelpflanzverfahren «All in One»

9 10 12

n

9

Starke Partie Mit einer Ausnahme und abgesehen von Schwankungen bei den Kleinstserien können sich alle nach einem sehr guten Geschäftsjahr 2011 auf die Schultern klopfen: Bei den Immatrikulationen (Seite 9) haben die Importeure von Traktoren sowie von Zweiachsmähern und Transportern und die einheimischen Fahrzeughersteller mit Zuwachsraten über zehn Prozent eine wahrhaft starke Partie gespielt. Sie basiert auf dem vorteilhaften Wechselkurs zu Euro und Dollar, auf einem gewissen Nachholbedarf bei der Flottenerneuerung sowie auf den guten Erträgen und Preisen für landwirtschaftliche Produkte. Auch konnten noch Übergangsfristen genutzt werden, bevor die neuen Abgasnormen strikte greifen. Nach der Statutenerneuerung beim Schweizerischen Verband für Landtechnik hat auch die Verbandszeitschrift zusätzlichen Schub erhalten. Das Resultat in dieser Ausgabe ist eine starke Partie an Lesestoff und Anschauungsmaterial von der Spritztechnik über ein Verfahren des Kartoffellegens bis zu Anhängersystemen – nebst vielen anderen Beiträgen. Insbesondere wird es nun auch möglich, die Verbandsthemen zum Strassenverkehr (z.B. neuer CZV-Kurs Seite 36) noch intensiver zu begleiten und verstärkt auch über die Sektionsaktivitäten im Allgemeinen und über deren Generalversammlungen (ab Seite 27) im Speziellen zu berichten. .

Ausgabe Nr. 4 erscheint am 5. April 2012

n

Markt

16 17

Familientreffen der Schäffer-Teleradlader Sechs Gülleseparatoren auf Achse

17 n

Sicherheit

22 25

Elektrozäune für die Rindviehhaltung Schlagkräftige Weidezäune und doch gefahrlos

n

SVLT

27 34 35 36

Jahresversammlungen GR, ZG, FR, VS G40 Werkstattkurse Riniken CZV Kurse

36 n

Management

38 40

Gebot der «bedingungslosen Kostenwahrheit» Anbau- und Bearbeitungssysteme etablieren sich

n

Impression

44 48

Kombiladewagen ergänzt Feldhäcksler Blühende Landmaschinenbranche

n

Wissen

50 56

Transportsysteme der gehobenen Klasse Ammoniakemissionen – Strategien der Eindämmung

61

ART-Bericht 745 Ammoniakemissionen von Milchviehställen

60

Impressum

Als bewährte Methode verbindet die Streifenfrässaat Vorteile der minimalen Bodenbearbeitung und der optimalen Saatbettbereitung. (Bild: Ruedi Hunger)

3 2012

Schweizer Landtechnik

3


n Plattform

Kartoffeln benötigen für eine optimale Blattbenetzung bis 600 l/ha Spritzbrühe.

Schwierige Balance beim chemischen Pflanzenschutz Der chemische Pflanzenschutz ist zunehmend ein Balanceakt zwischen optimaler Wirkungssicherheit und abdriftarmer Ausbring- und Applikationstechnik. Erschwerend wirkt sich der Termindruck aus. Damit kommt es zu einem gefährlichen Ungleichgewicht mit weniger Wirkungssicherheit und erhöhter Umweltgefährdung. Ruedi Hunger

Der Erfolg einer Pflanzenschutzmassnahme hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine Schlüsselposition nehmen zwar die Spritzdüsen ein. Die Fehlersuche im technischen Bereich wird allerdings unsicher oder bleibt erfolglos, wenn einfache Grundlagen missachtet werden.

Wasser als Trägerstoff Wasser ist der limitierende Faktor, wenn es um die Schlagkraft der Spritze geht. Gleichzeitig ist Wasser mit Abstand der billigste Partner im Pflanzenschutz. Die heutigen Pflanzenschutzmittel werden dem Anwender in einer hochkonzentrierten Formulierung zur Verfügung gestellt. Entsprechend den Anwendungsempfehlungen sind diese deshalb vor dem Einsatz 4

3 2012

Schweizer Landtechnik

im Feld mit Wasser zu verdünnen. Damit übernimmt Wasser eine wichtige Funktion im Pflanzenschutz. Wasser hat üblicherweise einen pH-Wert zwischen 6 und 7. Destilliertes Wasser ist

neutral, hat also einen pH-Wert von 7. Pflanzenschutzmittel können pH-Werte zwischen 4 bis 9 aufweisen. Ihre Formulierung ist so, dass wichtige Kriterien wie Lagerfähigkeit, Wirkstoff- und Formulie-

Tabelle 1: Zielflächen verändern sich im Laufe der Vegetationsperiode (Quelle: Syngenta-agro) Anwendungsmassnahme

Zielfläche

Grösse m2

bei 200 l/ha 2

bei 300 l/ha

30 ml/m2

Herbizid Vorauflauf

Boden

10 000

20 ml/m

Herbizid Nachauflauf

Unkraut/Ungras

bis 25 000

bis 8 ml/m2

bis 12 ml/m2

Wachstumsregler Halmbruch

Halmbasis

50 000 bis 70 000

2,8 bis 4 ml/m2

4,2 bis 6 ml/m2

Blattkrankheit Fungizid

Gesamte Pflanze

70 000 bis 125 000

1,6 bis 2,8 ml/m2

2,4 bis 4,2 ml/m2

Ährenkrankheiten

Ähre und oberer Blattbereich

50 000 bis 100 000

2 bis 4 ml/m2

3 bis 6 ml/m2


Plattform

n

Flachstrahldüsen

Universalbzw.

Antidriftdüsen

Standarddüsen

LU (Lechler)

Durch elektrostatische Aufladung können sehr feine Tropfen für einen guten Bedeckungsgrad erzielt werden. Eine Anwendung ist nur bei windstillen Verhältnissen zu empfehlen. (Foto: Agroscope ACW)

XR (Teejet) ISO F... (Hardi)

Pralldüsen

DG (Teejet)

AD (Lechler) LD (Hardi) ULD (Hypro)

TT(Teejet) Doppelflachstrahl TTJ (Teejet)

Ein erfolgreicher Pflanzenschutz hängt von der richtigen Wassermenge, den Düsen und letztlich von der Anlagerung der Tropfen auf der Zielfläche ab. Wichtig zu wissen: Es existiert nicht eine einzig richtige Einstellung, sondern je nach Kultur, Art der Massnahme und den klimatischen Gegebenheiten gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Injektordüsen kompakt gebaute

«lang» gebaute

Pralldüsen

1. Generation

1.Generation

ID (Lechler) Injet (Hardi) AI (Teejet) AVI (Agrotop)

AIXR (Teejet) Guardian Air (Hypro)

TD (Agrotop)

2. Generation

Doppelflachstrahl

TTI (Teejet)

AirMix (Agrotop)

«lange» AVI Twin InjektorPralldüse

IDK (Lechler)

IDN (Lechler)

kompakte IDKT (Lech)

AITTJ (Teejet)

2. Generation

IDKN (Lechler) AirMix NoDrift (Agrotop)

Spezial HiSpeed

(Agrotop)

Quelle: DLG Anwendungstechnik Juni 2010

rungsstabilität, Haltbarkeit und gute Mischbarkeit gewährleistet sind. Erschwerend ist, dass Wasser eine vergleichsweise hohe Oberflächenspannung aufweist. Das heisst, die einzelnen Wassermoleküle ziehen sich relativ stark an. Diese Eigenschaft kann bei der Pflanzenschutzanwendung hinderlich sein. Durch spezielle Tenside, die die Oberflächenspannung senken, werden diese Probleme entschärft.

Bei frühem Herbizideinsatz im Frühjahr ist die Zielfläche bereits drei- bis viermal grösser als die Standfläche des Getreides.

Wasseraufwandmengen Die Wassermenge wirkt sich, wenn sie in Abhängigkeit vom gewählten Mittel falsch gewählt wurde, limitierend auf die Wirksamkeit einer Massnahme aus. Bei einer Ausbringmenge von 200 Liter je Hektar gelangen auf einen Quadratmeter 20 Milliliter (ml). Mit geeigneten Düsen wird diese geringe Menge ausreichend an den Zielflächen der Pflanzen verteilt. Bei einer Reduktion der Wassermenge muss sich das Tropfenspektrum deutlich in Richtung Feintropfen verschieben. Das hat zur Folge, dass die Windanfälligkeit und damit verbunden die Abdrift stark ansteigt. Auch bei Verwendung neuer abdriftmindernder Düsentechnik sind der Reduktion von Aufwandmengen seitens der biologischen Wirkung Grenzen gesetzt. Die Düsen werden dann mit einem geringen Druck gefahren, der ausserhalb des optimalen Druckbereichs liegt. Was für die Abdriftminderung noch gut ist,

Tabelle 2: Zielflächen und Tropfenspektrum bei verschiedener Anwendung Zielfläche

Bodenfläche/ Zielfläche

Tropfenspektrum

Tropfeneigenschaften

Vorauflaufherbizid

1:1

mittel bis grob 300 bis 400 µm

gleichmässig, abdriftarm

Fungizid im BBCH 33-37

1:7 bis 12.5

mittel bis grob 300 bis 400 µm

gleichmässig, den Bestand durchdringend

Insektizid

1:7 bis 14

mittel bis grob 300 bis 400 µm

abdriftarm, den Bestand durchdringend

Fungizid/ Insektizid Abschlussspritzung

1:3 bis 7

fein bis mittel 100 bis 300 µm

gleichmässig, hoher Bedeckungsgrad

sorgt für eine unvollständige Bedeckung der Zielfläche und reduziert daher die biologische Wirkung.

Schlussfolgerungen Wasser: • Wasser ist das Lösungsmittel für hochkonzentrierte Formulierungen der Pflanzenschutzmittel. • Die empfohlene Wassermenge beträgt je nach Kultur zwischen 200, 300 bis 600 l/ha. • Kontaktmittel benötigen grundsätzlich etwas höhere Wassermengen als systemische Produkte, da letztere besser verteilt werden müssen.

Von Ackerfuchsschwanz bis Windhalm ... Die Blattoberfläche und deren Beschaffenheit haben entscheidenden Einfluss auf die Bedeckung und Wirkstoffaufnahme von Spritzflüssigkeiten. Zwischen den einzelnen Pflanzenarten bestehen grosse Unterschiede bezüglich Wuchsform und Blatthaltung. Ebenso gross sind die Unterschiede bezüglich Blattoberfläche. Unterscheidungsmerkmale sind die Rauheit, die Behaarung, das Blattrelief und die kristalline Wachsausbildung. Am Beispiel einer Gräserherbizidanwendung in

Tabelle 3: Tropfengrösse Tropfengrösse

Fallgeschwindigkeit

300 µm1

über 100 cm/s

100 µm

+/–27 cm/s

160 µm

+/–10 cm/s

3 2012

Schweizer Landtechnik

5


n Plattform

.... oder Abdrift und Zielflächen

Gräser sind wegen ihrer schmalen, flach aufgestellten Blätter und einer kristallinen Wachsschicht besonders schwierig zu bekämpfen.

einem Weizenbestand kann deutlich aufgezeigt werden, auf wo die Schwierigkeiten liegen. Gräser haben zusätzlich zu einem Wachsfilm noch eine Auflagerung mit einer kristallinen Wachsschicht (z.B. Ackerfuchsschwanz, Flughafer, Windhalm). Zudem bilden die Blätter eine kleine, schmale, vertikal und aufrecht gerichtete Zielfläche. Dies alles erschwert eine ausreichende Benetzbarkeit mit blattaktiven Gräserherbiziden. Die Folgen davon zeigen sich in einer Versuchsauswertung (syngenta-agro): Lediglich 30 Prozent der Aktivsubstanz eines Gräserherbizides wurden auf der eigentlichen Zielfläche wiedergefunden. Siebzig Prozent verblieben auf der Kultur und dem Boden und hatten somit keinen Einfluss auf den Wirkungserfolg. Wenn nun Druck und Geschwindigkeit verändert werden und damit die Wasseraufwandmenge sinkt, reduziert sich der Bedeckungsgrad an Gräsern relativ schnell um einen Viertel bis einen Drittel.

Als direkte Abdrift wird jener Anteil der ausgebrachten Wirkstoffmenge bezeichnet, der infolge von Luftbewegungen während des Applikationsvorgangs über die zu behandelnde Fläche hinausgetragen wird. Ein Wirkstoffaustrag durch Verdunstung oder Auswaschung ist nicht der direkten Abdrift zuzurechnen (Definition Justus Kühne Institut). Die oft praktizierte «Eindüsenstrategie» kann problematisch sein, speziell wenn abdriftmindernde Düsen bei tiefem Druck zum Einsatz kommen. Düsen, welche die Abdrift zu 90 Prozent reduzieren, haben eine sehr geringe Abdriftgefahr. Das ist ein Vorteil. Nachteilig ist, dass bei tiefem Druck die Injektoraktivität nicht voll ausgenützt wird, weil ein geringer Druck einen geringen «Ansaugeffekt» des Injektors zur Folge hat. Die dadurch erzielten grossen Tropfen bleiben stabil, aber die Verteilung und Belagsbildung auf der Zielfläche ist ungleichmässig. Als Zielflächen kommen der Boden, die Pflanzen oder Pflanzenteile infrage. Bei einer Vorauflaufspritzung ist die Zielfläche identisch mit der überfahrenen Fläche. In einem Pflanzenbestand ist die Zielfläche x-mal grösser als die überfahrene Fläche. Pflanzen verändern sich im Verlaufe der Vegetationsperiode. Damit verändern sich die Zielflächen und die Anforderungen an die Applikationstechnik.

Schlussfolgerung Abdrift und Zielflächen: Die Witterungsbedingungen bestimmen die Existenz von Tropfen stark. • Je höher die Temperatur und je geringer die Luftfeuchtigkeit, desto schneller verdunsten Tropfen. • Bei abdriftarmen Düsen darf die Aufwandmenge nicht unbegrenzt gesenkt werden.

Bei Abschlussspritzungen ist die Zielfläche rund drei- bis siebenmal grösser als die Grundfläche.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit Hohe Temperaturen führen in Verbindung mit tiefer Luftfeuchtigkeit zu Wirkstoffverlust. Kleine Tropfen sind aufgrund ihrer geringeren Oberfläche mehr davon betroffen. Bei hohen Temperaturen herrscht vielfach eine tiefe Luftfeuchtigkeit. Die Pflanzen leiden unter Trockenstress. Daher bilden sie eine höhere Wachsschicht aus. Folglich ist es nachvollziehbar, dass bei diesen Bedingungen die Verteilung ungenügend und die Wirkstoffaufnahme nur vermindert möglich ist. Gerade bei der Applikation von Gräserherbiziden muss daher ein optimaler Behandlungszeitpunkt und eine angepasste Technik gewählt werden. Bei Temperaturen über 25° Celsius sollten keine Pflanzenschutzspritzungen durchgeführt werden. Der Einfluss der Luftfeuchtigkeit wird oft unterschätzt und daher zu wenig beachtet. Als Grenze, die für Pflanzenschutzmassnahmen nicht unterschritten werden sollte, gelten 60 Prozent Luftfeuchte.

Tabelle 4: Wie verhalten sich Tropfen bezüglich Abdrift, Anlagerung und Zielfläche?* Sehr feine Tropfen

+ sehr gute Verteilung auf der Zielfläche – schweben lange in der Luft und besitzen daher ein grosses Abdriftrisiko – sehr windanfällig – schlechte Bestandesdurchdringung

Mittelgrosse Tropfen (300 bis 400 µm)

+ günstige Abdriftwerte + gute Verteilung auf der Zielfläche

Extrem grosse Tropfen (+/– 600 µm)

+ erreicht beste Abdriftwerte + gute Bestandesdurchdringung bis in untere Etagen – schlechte Verteilung auf der Zielfläche

*Quelle Syngenta Applikationstechnik 2009

6

3 2012

Schweizer Landtechnik

Immer grösser, immer schlagkräftiger: Doch die Diskussion über die Verringerung der Aufwandmengen im Pflanzenschutz bleibt.


Plattform

n

Richtlinie 2012 zur Überprüfung von Pflanzenschutzgeräten Am 4. November 2011 verabschiedete die Arbeitsgruppe «Spritzenprüfung» die überarbeitete Richtlinie für die Überprüfung der im Gebrauch stehenden Pflanzenschutzgeräte im Feldbau 2012. In der Arbeitsgruppe sind der SVLT, die Forschungsanstalt Agroscope ReckenholzTänikon ART, das Bundesamt für Landwirtschaft und zwei bis drei Praktiker vertreten. Angesichts der Tatsache, dass ein Gramm Spritzmittel zehn Millionen Liter Trinkwasser verschmutzen kann, steht bei der Prüfung von Pflanzenschutzgeräten die Minimierung einer Umweltbeeinträchtigung im Vordergrund. Zudem gilt heute eine Nulltoleranz bezüglich Rückständen in der Kanalisation! Eine Kontrolle dient aber auch dazu, den Verschleiss von Bauteilen am Pflanzenschutzgerät früh zu erkennen und die Applikationstechnik zu verbessern. Speziell soll mit einer Überprüfung die Sicherheit der Personen beim Umgang mit Spritzgeräten sichergestellt werden. Eine grundsätzliche Änderung hat die Richtlinie 2012 aufgrund von Anpassungen durch die Übernahme von EU-Recht erfahren. Basis für die Übernahme von EURecht sind bilaterale Abkommen. Das hat zur Folge, dass ab 2012 die Maschinenrichtlinie der EU auch in der Schweiz gültig ist. In den vergangenen Jahren wurden die Pflanzenschutzspritzen in der Schweiz mit Spülwasserbehälter nachgerüstet. Damit werden die EU-Richtlinien erfüllt. Neu ist, dass auch importierte Spritzen mit einem gültigen Spritzentest aus dem Ursprungsland in der Schweiz für vier Jahre als geprüft gelten. Die Richtlinien mit Tipps zur Gerätevorbereitung für den Test sind unter www.agrartechnik.ch abrufbar.

Wurzelunkräuter wie Disteln nutzen Fehler im Pflanzenschutz erbarmungslos aus.

Speziell wenn Aufwandmengen unter 300 Liter je Hektar reduziert werden, ist der Luftfeuchtigkeit grosse Beachtung zu schenken.

Das lange Leben feiner Tropfen Eine wichtige Grösse des Tropfenspektrums ist der Mittlere Volumetrische Durchmesser (MVD). Dieser Begriff umschreibt das durchschnittliche Volumen eines Tropfens. Je kleiner die Durchflussgrösse einer Düse und je grösser der Druck, desto geringer wird der MVD. Tropfen kleiner als 100 µm verzeichnen fast keinen Fall, sind extrem abdriftgefährdet und werden von Horizontalwinden verfrachtet.

Laut den KIP-Richtlinien müssen selbstfahrende oder zapfwellengetriebene Pflanzenschutzgeräte alle vier Jahre nach den SVLT-Richtlinien geprüft werden.

Die Lebensdauer wird aber auch von den klimatischen Gegebenheiten bestimmt. Hier kommen die Bereiche Temperatur und Luftfeuchtigkeit ins Spiel. Im Labor konnte nachgewiesen werden, dass ein 200-µm-Tropfen bei 20 °C und 80% relativer Luftfeuchtigkeit nach 200 Sekunden vollständig verdunstet ist. Ein 100-µmTropfen verdunstet bei gleichen Bedingungen bereits nach 50 Sekunden. Diese Messungen haben ebenfalls gezeigt, dass die Existenz eines Tropfens stärker von der Luftfeuchte als von der Temperatur beeinflusst wird. Im gleichen Versuch, bei einer Temperaturerhöhung auf 30 °C und einer Absenkung der relativen Luftfeuchtigkeit auf 50 Prozent, verdunstete ein 200-µm-Tropfen bereits in 50 Sekunden und ein solcher von 100 µm nach 20 Sekunden. Daraus ergibt sich folgende Anwendungsregel: Bei Luftgeschwindigkeiten von über fünf Meter pro Sekunde, einer Temperatur um/über 25° Celsius und einer Luftfeuchtigkeit unter 60 Prozent darf keine Applikation mit Pflanzenschutzspritzen erfolgen.

Herbizidmassnahmen in diesem Maisbestand benötigen ein feines bis mittleres Tropfenspektrum, wenn die Massnahme erfolgreich sein soll.

Schlussfolgerung Tropfengrösse: • Feine Tropfen weisen ein hohes Bedeckungspotenzial auf, schweben aber lange in der Luft und haben ein entsprechend grosses Abdriftrisiko. • Grosse Tropfen durchdringen den Pflanzenbestand bis in die unteren Etagen bei geringerer Bedeckung der Zielfläche. • Eine ausreichende Wassermenge ist die Basis für einen wirksamen Pflanzenschutz. n 3 2012

Schweizer Landtechnik

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Betriebswirtschaft

n

scher Entwicklungen, insbesondere derjenigen eines Stufenlosgetriebes, was sich in naher Zukunft aber ändere. Bei den Zweiachsmähern weisen Aebi und der drittplatzierte A. Carraro 2011 solide Zuwachsraten aus. Reform hält sich ungefährdet an zweiter Position. Bei den Transportern legten Aebi, Schiltrac und Caron zu, während Reform und Lindner Rückgänge zu verzeichnen hatten. n

John Deere erntet die Früchte einer breit gefächerten Modellpalette und der konsequenten Ausrichtung seiner Maschinen im oberen Leistungssegment auf den vielfältigen Lohnunternehmereinsatz. Bild von den letztjährigen Matra Days. (Bild: Ueli Zweifel)

Immatrikulationen 2011 Im Jahr 2011 sind in der Schweiz 2512 Traktoren zugelassen worden, dies bedeutet einen Zuwachs um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, welches mit seinen Traktorimmatrikulationen auch schon glänzte.

Traktoren

2009

John Deere

309

New Holland

347

Fendt

242

Deutz-Fahr und Rigitrac mit Zuwachsraten von 21 bis über 25%. Im Konzernbereich liegen die Zunahmen zwischen 11 und 30%. Bei den Verkaufszahlen (Immatrikulationen) hat sich AGCO jetzt vor CNH gesetzt. Wie im Vergleich der Quartalszahlen ersichtlich ist, wurden im ersten Semester 2011 bereits drei Fünftel aller Traktoren immatrikuliert. Auffallend ist der Rückgang bei der ARGO-Gruppe (Landini, McCormick) um ein Drittel gegenüber dem Vorjahr. Alleinimporteur Jean-Pierre Stauffer erklärt es mit der laufenden Umstrukturierung der Gruppe. Diese hat im Jahre 2001 die Marke McCormick lanciert, musste dann aber das Werk in Doncaster GB Konzerne schliessen und CNH (Case IH, New Holland, Steyr) sämtliche ProAGCO (Fendt, MF, Valtra) duktionsanlagen John Deere nach Italien verSame, Deutz-Fahr legen. Diese RatiClaas onalisierung ging zulasten techni- ARGO (Landini, McCormick)

Veränderung 2010/2011

Veränderung in %

405

474

69

17,0

348

368

20

5,7

346

339

–7

–2,0 23,8

Deutz-Fahr

190

181

224

43

125

126

183

57

45,2

Claas

124

120

156

36

30,0

Hürlimann

131

140

142

2

1,4

Steyr

98

100

117

17

17,0

Case IH

102

83

104

21

25,3

Lindner

79

78

90

12

15,4

Valtra

59

53

89

36

67,9

Kubota

22

40

61

21

52,5

Same

66

48

60

12

25,0

Mc Cormick

42

51

36

–15

–29,4

RigiTrac

23

24

29

5

20,8

Landini

42

45

28

–17

–37,8

Zetor

25

11

9

–2

–18,2

DePietri

0

0

2

2

0,0

Lamborghini

1

0

1

1

0,0

Carraro

4

5

0

–5

–100,0

Tym

0

1

0

–1

–100,0

2031

2205

2512

307

13,9

Transporter

Der Landmaschinenbranche geht es gut. Die weltweiten Umsätze 2011 verfehlten gemäss Schweizerischem Landmaschinen-Verband das Rekordhoch von 2008 nur knapp (siehe Seite 49). In der Schweiz hat das Euro- und Dollartief bei den Immatrikulationen von Traktoren und Zweiachsmähern einen massiven Schub bewirkt. Das Transportgeschäft stagnierte auf dem Vorjahresniveau. Schätzte man vor drei Jahren den jährlichen Ersatzbedarf an Traktoren in der Schweiz auf rund 2000 Einheiten, so erreichten die Immatrikulationen bereits 2010 die Stückzahl von 2205, um 2011 nochmals kräftig auf 2512 anzuwachsen. Dies entspricht einem Plus von knapp 14% gegenüber 2010. Dabei baute John Deere seine Spitzenposition nochmals aus. Die Zweit- und Drittplatzierten, New Holland und Fendt, konnten sich solide halten. Gegenüber dem Vorjahr prozentual markant zulegen konnten Valtra 68%, Massey-Ferguson 45%, Kubota 52%, Claas 30% sowie Case IH, Same,

2011

MF

Total

Dominik Senn, Ueli Zweifel

2010

2009

2010

Reform

103

87

72

Aebi

69

50

60

Lindner

32

27

23

Schiltrac

16

9

18

Caron

3

4

5

Total

223

177

178

Zweiachsmäher

2011

2009

2010

2011

Aebi

127

127

150

Reform

118

126

133

A. Carraro

27

27

44

BCS

11

8

11

Pasquali

5

5

1

Ferrari

5

2

0

Total

293

295

339

2009

2010

2011

547

531

589

58

10,9

425

525

611

86

16,4

309

405

474

69

17,0

381

369

426

57

15,4

131

120

156

36

30,0

64

96

64

–32

–33,3

3 2012

Veränderung 2010/2011

Veränderung in %

Schweizer Landtechnik

9


n   Plattform

Mechanische Unkrautbekämpfung zwischen den Reihen im Weinbau mittels langsam drehender Metallbürste des französischen Herstellers  Naturagriff, in der Schweiz vertreten durch Loeffel & Cie in Boudry NE.  (Bilder: Monique Perrottet)

Agrovina: Messe nach Mass Geht es um die Technik im Weinbau, kommen die Fachleute nicht mehr um die  Agrovina herum. Durch die Positionierung als die Messe für den Alpenbogen  (Schweiz, Österreich, Italien und Deutschland) richtet sie sich primär an mittlere  und kleine Betriebe. Monique Perrottet Im Jahr 1998 ist die Agrovina zum ersten Mal durchgeführt worden. Sie ist aus der Walliser Landwirtschaftsmesse hervorgegangen und hat sich ab 1992 mit der Schaffung des «Salon de la vigne» dezidiert dem Weinbau zugewandt. Nunmehr hiess die Agrovina bereits rund 200 Aussteller auf einer Ausstellungsfläche von etwa 20 000 m2 und knapp 17 000 Besucher willkommen. Dies entspricht einem Plus von fast sechs Prozent gegenüber 2010. Die Agrovina hat sich als herausragende Veranstaltung innerhalb des Sektors Spezialkulturen etabliert.

Mechanische Unkrautbekämpfung Das Thema Begrenzung der Wirkstoffausbringungen wurde auf verschiedenen 10

3 2012

Schweizer Landtechnik

Foren diskutiert und von den Herstellern in Form von technischen Neuerungen aufgenommen. Dabei ging es vor allem darum, Herbizidanwendungen zu umgehen oder zu ergänzen. Begründet ist dies durch verschiedene Wirkstoffe, die zurückgezogen worden sind. Hinzu kommen Resistenzen, (zu) teure Produkte, ökologische Gesichtspunkte und politischer Druck. All das bewirkt ein wachsendes Interesse an der mechanischen Unkrautbekämpfung. Der französische Hersteller Naturagriff, in der Schweiz vertreten durch die Firma Loeffel & Cie in Boudry NE, montiert auf einen einzigen Rahmen verschiedene Arbeitsgeräte für die Pflege zwischen den Reihen. Für die Montage auf dem Traktor kommen die

Anbauräume vorne, in der Mitte und am Heck in Frage. Meist erhält der Anbaurahmen eine eigene Hydraulikversorgung. Zur Sauberhaltung zwischen den Reihen machte bei Naturagriff ein schonend wirkendes Aggregat mit rotierender Metallbürste Figur, die den Boden aufkratzt und Unkräuter ausreisst. Das System kann für die Arbeit in den Reihen einer Obstanlage erweitert werden. Durch Federspannung folgt der Bürstenkopf zwar der Kontur der Stockreihen, weicht aber den Einzelstöcken dank Tastsensor aus. Der Bürste folgt eine Bodenfräse, mit dem Zweck, das Erd- und Pflanzmaterial in der Reihe anzuhäufeln. Arbeitsgeschwindigkeiten von 4 bis 5 km/h sind auf diese Weise möglich. Allerdings sollte der


Plattform 

Boden Anfang Saison mit einem anderen Gerät gelockert werden. Die Umfangsgeschwindigkeit der Bürste ist im Übrigen so tief eingestellt, dass die Rebstöcke beim Touchieren nicht verletzt werden. Für eine Fläche von 14 Hektar mit vier bis fünf Durchgängen muss mit Abnützung von zwei Bürstensätzen pro Jahr gerechnet werden.

nisierung, wie sie hierzulande in der Produktion schon heute eingesetzt wird, stiess übrigens auch auf das Interesse von französischen Weinproduzenten. Bekannt ist auch, dass in gewissen Regionen, wenn der Mehltau akut ist, der Helikoptereinsatz nicht mehr in Frage kommt, so dass die Behandlung zum Schutze der Trauben vom Boden aus erfolgen muss.

Umstrittener Heli-Einsatz

Präzise Applikationstechnik

Der Helikopter als Arbeitsgerät für Sprüheinsätze ist mehr und mehr umstritten. Viele Weinbauern denken deshalb über Möglichkeiten nach der Helikopterära nach. Wie soll man Parzellen bewirtschaften, die zwar hervorragende Produktionsstandorte, aber hinsichtlich Pflegemassnahmen sehr teuer sind? Das Unternehmen Jaquerod in Ollon VD bietet eine Lösung zur Terrassierung von bereits bestehenden Weinbergen und zur Sanierung bestehender Terrassen an. Eine leichte Mechanisierung kann dann in Betracht gezogen werden. Dazu bieten die Fabrikanten wie Chappot in Charrat VS, Loeffel in Boudry (sicherlich unter den ersten mit Kettenfahrzeugen), aber auch Silent AG in Otelfingen ZH oder Jaquerod selbst eine breite Palette von Geräten für die Bodenbearbeitung, die Unkrautbekämpfung, Transportaufgaben und Auslichten an. Auf der Applikationsseite bietet die Fischer GmbH in Collembey-le-Grand VS und Felben TG verschiedene TurboSprayer an, die auf Kettenfahrzeuge montiert werden können. In der Tat ist es nicht einfach, Alternativen zum umstrittenen Helikoptereinsatz zu finden. Aber darüber nachdenken und nach Lösungen suchen ist sicherlich richtig, wenn man den gesetzlichen Vorgaben gerecht werden will. Die grundsätzlich leichte Mecha-

Die präzise Applikationstechnik beim Sprayen, sogar über mehrere Reihen gleichzeitig und in einem Durchgang, sind Forderungen der Weinproduzenten an die Konstrukteure. Ohne Zweifel sind dabei jene Installationen mit beidseitiger Behandlung einer Reihe am wirkungsvollsten, was die Dichte des Wirkstoffbelags betrifft. Verbunden ist das oftmals mit einer Applikationstechnik, die ziemlich stör- und recht beschädigungsanfällig ist. Die Installation «FlexiSpray» von Grégoire, vorgestellt beim Artikel zu Sitevi in der Februarausgabe, bietet diesbezüglich klare Vorteile mit den flexiblen nach unten reichenden Armen. Es gibt selbstverständlich auch andere pneumatisch arbeitende Systeme, namentlich solche mit Spritzbalken über den Reihen, die zwar weniger leicht Schaden nehmen, aber die Spritzbrühe auch weniger präzis auf das Blattwerk bringen. Im Bereich dieser Problematik suchen die Hersteller durch ihre Entwicklungen weiterzukommen. So bringt Berthoud, in der Schweiz von Fischer GmbH vertreten, neue Behandlungsaggregate, die auch im oberen Bereich eine hohe Applikationsgenauigkeit haben. Zudem ist beim TwistAir der Brühe-Vorratsbehälter mit dem Verteilsystem gelenkig verbunden, was die Manövrierbarkeit beim Wenden erleichtert. Eine weitere Besonderheit ist

Zahlreiche Hersteller, wie Chappot SA,  Charrat VS (Bild), bieten Raupenfahrzeuge  an. Deren Polyvalenz für den Einsatz sowohl  beim Auslichten, bei der Bodenbearbeitung  als auch als Transportfahrzeug trägt dank  unterschiedlichen Aufbauten auch auf  absoluten Steillagen zu einer kostengünstigen Mechanisierung bei.

Da Helikoptereinsätze umstritten sind,  müssen viele Produzenten im Pflanzenschutz neue Wege suchen. Im Bild ein  Fischer-Sprühgerät auf einem Raupenfahrzeug. 

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die Verwendung von luftunterstützten ATR-Düsen. Diese erlauben es besser, die Ausbringmenge zu regulieren und die Tropfengrösse zu definieren als herkömmliche Düsen.

Schmale Traktoren Für den Betrieb der hier vorgestellten Maschinen und Geräte braucht es selbstverständlich Schmalspurtraktoren und oftmals sogar Raupenfahrzeuge, die es ermöglichen, typische Steillagen des alpinen Weinbaus zu mechanisieren. Diese waren auf der Agrovina selbstverständlich stark vertreten. Bekannt sind diesbezüglich die Trägerfahrzeuge von Chappot und Loeffel. Sie werden heute aber durch eine Reihe anderer Hersteller konkurrenziert. Die Fahrzeuge differenzieren sich durch ihre Manövrierbarkeit auf engem Raum und namentlich beim Wenden sowie durch ihr Leistungspotenzial, durch ihre Steigfähigkeit und durch die hydraulische Förderleistung. Überlegungen und technische Lösungen zur Sicherheit waren, wie schon am Sitevi, auch an der Agrovina omnipräsent. Mehrere Hersteller sind namentlich auf der Suche nach innovativen Lösungen, um die Stabilität in Hanglagen zu garantieren und die Bodenschonung zu begünstigen. Unter ihnen sei namentlich die innovative Entwicklung «Ohard» der Firma Hinterland International AG in Hüswil LU erwähnt, bei der Stützen auf Rädern verbunden über einen Querträger mit der Antriebseinheit in der Mittelreihe die seitliche Stabilität gewährleisten und das Fahrzeuggewicht mittragen. Auf die nächste Agrovina darf man gespannt sein. Sie findet vom 21. bis 24. Januar 2014 statt. n

Exaktes Sprühen bedeutet mehr Sicherheit  beim Arbeitseinsatz. Die Verwendung der  Sprühdüsen ART auf dem Modell Twist’Air  von Berthoud stellt eine bemerkenswerte  Verbesserung dar. 3 2012

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Der Damm wird beim «All-in-One»-Verfahren direkt fertig aufgebaut. Das ergibt somit ein längeres Zeitfenster zur Unkrautbekämpfung. (Bilder: Samuel Guggisberg/Dominik Senn)

Kartoffeln und Tractorpulling sind seine Leidenschaft Samuel Guggisbergs Lohnunternehmen in Zimmerwald bietet seit einem Jahr das «All in One»-Kartoffelpflanzverfahren an. Seine Leidenschaft gilt nicht nur der schmackhaften Knolle, sondern – und vor allem auch – dem Tractorpulling. Dominik Senn

Zimmerwald, 900 Meter über Meer, südlich von Bern auf einem Hochplateau vor der prächtigen Kulisse des Gantrischmassivs gelegen, besitzt feinerdige fruchtbare Böden. Hier lebt seit mehreren Generationen die Familie Guggisberg. 1977 übernahm Ernst den elterlichen Betrieb und gab ihn auf den 1. Januar 2010 wunschgemäss an den einen seiner beiden Söhne, Samuel mit Jahrgang 1981, weiter, während dessen Bruder Daniel 12

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Reifenverkäufer bei der Firma Profi Pneu AG in Subigen ist. «Wir sind ein ausgesprochenes Familienunternehmen», sagt Samuel Guggisberg. «Seit der Hofübernahme hat Vater schrittweise das Lohnunternehmen mit Schwerpunkt Kartoffelbau aufgebaut, und die ganze Familie hat mitgeholfen.» Im Jahre 2000 begann Guggisberg selbstfahrende zweireihige Vollernter einzusetzen, die er schon 2005 gegen zwei einrei-

hige Vollernter eintauschte. 2007 erfolgte der Einstieg ins Kalkstreuen, 2009 in die Solarstromproduktion der Fotovoltaikanlage auf dem Hallendach, 2010 in die Kraftfuttersiloreinigung mittels SiloRobofox und 2011 in die «All-in-One»Kartoffel-Legekombination. «Wer nichts wagt, der nichts gewinnt, ist unser Motto», erklärt Samuel die guggisbergsche Innovationsfreude. Seit einem Traktorunfall von Vater Ernst führt er das Un-


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1 Dank der langsameren Fahrt und der ergonomisch geformten Legebecher resultiert eine höhere Pflanzgenauigkeit als bei konventionellen Legemaschinen.

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2 Der hydraulische Zylinder sorgt durch einen voreingestellten Zug zwischen Maschine und Traktorzugmaul für eine gleichmässige Belastung der Räder von Traktor und Maschine. 3 Gezielte Ablage in die krümelige, leicht feuchte Erdstruktur. 4 Das Doppelscheibenschar mit den zwei eingebauten Düsen sorgt für eine gleichmässige Beizung der Knollen und eine schmierschichtlose Ablage, auch unter feuchten Bedingungen.

ternehmen kompromisslos im Alleingang weiter. Er wird dabei von Bruder Daniel tatkräftig unterstützt.

Vier grossvolumige Räder

Seit Frühjahr 2011 bietet das Lohnunternehmen Guggisberg das Kartoffelpflanzverfahren «All in One» an. «Alles in einem» heisst hier nichts anderes, als dass alle Arbeiten rund ums Kartoffelpflanzen in einem Arbeitsgang erledigt werden: Eggen, Beizen, Ablage der Saatkartoffeln und Dammformen. Was vorher mit kleineren Traktoren und Setzgeräten

in verschiedenen Schritten gemacht wurde, erledigt Guggisberg mit einem wesentlich grösseren Traktor (180 bis 200 PS) in einem Schritt. Das Arbeitstempo beträgt zwischen 2,5 und 5 km/h. Wie Guggisberg erklärt, kommt der nach Möglichkeit im Herbst oder Winter grundbearbeitete Boden mit einer guten Tragfähigkeit in den Frühling. Beim «All in One»-Verfahren werden alle Arbeitsschritte in einer Überfahrt erledigt. Das Dammfräsen entfällt. Dünger kann vorgängig ausgebracht werden und liegt in jedem Fall richtig.

Das überdimensionierte Fahrwerk sorgt für eine optimale Tiefenführung der Maschine und für ein Vorbrechen der Ackerkrumme.

Der hydraulische Zugzylinder hebt die Negativstützlast weitestgehend auf. Vorne auf der Maschine sichtbar die Beizvorrichtung. Das Befüllen geschieht in der Regel mittels Heckstapler, Frontlader oder Teleskoplader. Der Pflanzbunker bietet bis zu drei Tonnen Saatkartoffeln Platz.

«All in One» – alles in einem

Guggisberg fährt mit breit bereiftem Traktor, der über eine Reifendruck-Regelanlage verfügt. Das Gewicht der Legemaschine wird von vier grossvolumigen Rädern getragen, die vor der Kreiselegge laufen. Die integrierte Kreiselegge bereitet das Saatbett vor. Die Pflanzkartoffeln werden während der Fahrt gebeizt und mittels Doppelscheibenschare gezielt abgelegt. Guggisberg: «Die Kartoffeln werden dank der kurzen Distanz zwischen der Ablage und dem Dammaufbau stets in der Furchenmitte abgelegt, selbst in

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Die Kartoffelablage ist auch am Hang stets in der Furchenmitte, die Ablagetiefe dank Tiefenführung über die gross dimensionierte Bereifung der Maschine exakt.

Hanglagen und in Kurven. Die Ablagetiefe ist auch am Hang durch die Tiefenführung über die grosszügige Bereifung der Maschine exakt. Der Anteil grüner Knollen verringert sich massiv.» Das Fahrwerk der Pflanzmaschine ist über die ganze Maschinenbreite ausgelegt. Das Maschinengewicht wird zu einem Teil auch auf die Dammformbleche abgestützt bzw. verteilt. Damit wird der Boden rückverfestigt und die Krumen werden zerkleinert. Die Kartoffel kann sich mit gutem Bodenschluss ungehindert im lockeren Boden entfalten. Zwischen den Dammformblechen sind Scheiben angebracht, die rund zehn Zentimeter in den Boden eindringen. Sie sichern einerseits die Hangstabilität. Andererseits trennen sie die durch die Dammformer entstehende Schmierschicht durch. Es entsteht kein Stauwasser. Der Wasserhaushalt ist besser geregelt. Ein Vorteil ergibt sich beim Vorgewende. Dieses kann ohne weitere Bearbeitung direkt nach dem Hauptfeld bepflanzt werden. Und noch ein Vorteil liegt auf der Hand: Es findet keine mehrmalige Austrocknung der Ackerkrume statt, in trockenen Jahren ein gewichtiges Argument. Die Vorteile des «All in One»-Kartoffelanbauverfahrens auf einen Blick: • Ein einziger Arbeitsgang reicht • Kartoffeln auch im Hang stets mittig der Furche • Weniger grüne Knollen • Maschinengewicht wird durch grossvolumige Räder und Dammbleche abgestützt • Keine Bodenverdichtung nach dem Setzen • Besserer Wasserhaushalt • Ablagetiefe gleichmässig • Vorgewende wird gleich anschliessend bepflanzt Es gibt auch Nachteile, wenn auch nur geringe: Die Methode ist praktisch nur 14

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Samuel Guggisberg trägt das väterliche Erbe weiter.

überbetrieblich anwendbar. Bereits vorhandene Maschinen können nicht mehr eingesetzt werden. Das komplette Gefährt misst über neun Meter, es braucht somit genügend Platz zum Wenden. Guggisberg bietet seine Dienste in einem Einzugsbereich von rund einer Traktorstunde um Zimmerwald herum bis nach Freiburg, Kerzers, Bätterkinden, Konolfingen und Burgdorf an.

an verschiedenen Standorten organisiert. Bruder Daniel ist im Vorstand. In der Werkstatt von Guggisberg wird eine Eigenentwicklung eines Bremswagens gefertigt, welcher bis heute an sämtlichen Schweizermeisterschaftsläufen zum Einsatz gelangt. Bereits laufen erste Vorbereitungsarbeiten für die 15. Austragung dieses Jahr in Zimmerwald.

Tractorpulling

Betriebsspiegel

Samuel und Daniel Guggisberg erben von Vater eine weitere Leidenschaft: Tractorpulling, das Ernst 1974 bei einem USAufenthalt in Marysville, Kansas, miterlebt. Im Jahre 1997 findet die erste Austragung in Zimmerwald auf dem Hofgelände von Guggisberg statt. Seither sind es 14 dieser «Swiss Mountain Pulling von Zimmerwald» am höchstgelegenen Austragungsort Europas. Und hier lernen wir eine andere Seite von Samuel Guggisberg kennen: Er ist jedes Mal der Speaker und hat es in dieser Disziplin zu grosser Fertigkeit gebracht, um das Publikum zu begeistern. Seit der Generalversammlung 2000 heisst die Vereinigung Schweizer Tractor Pulling Vereinigung (STPV), die regelmässig eine Schweizermeisterschaft

Betriebsleiter: Samuel Guggisberg, Meisterlandwirt Mitarbeitende: Susanna und Ernst Guggisberg (Eltern), drei Vollzeitmitarbeiter, eine Haushalthilfe und bis zehn Saisonmitarbeiter während der Kartoffelernte LN: 10 ha und 1,4 ha Wald ÖLN: Gemeinschaft mit den Nachbarn Hansruedi und Andreas Guggisberg Tiere: 120 Mastschweine (Terrasuisse, durch Prosus vermarktet) Kartoffeln: 5 ha Saatkartoffelanbau zusammen mit Nachbar Reto Streit, 14 ha Speisekartoffeln auf Partnerflächen Getreide: 3 ha Futterweizen, 1,5 ha Wintergerste, 1,5 ha Triticale als Futtergetreide für die Schweine Lohnarbeiten: Kartoffelanbau von A bis Z, mit fünf Vollerntern spezialisiert auf die Ernte, Lagerung von Saat- und Speisekartoffeln, Siloreinigung mit dem Silo-RoboFox, Kalk, Mist und Kompost ausbringen, Gülle verschlauchen, verschiedene Transporte, Vermietung diverser Maschinen, Bremswagen für Tractorpulling Maschinen: Traktoren 9, 1 Kartoffellegemaschine, 1 Kartoffelpflanzkombination, 1 Dammformer mit Hangscheibe, 1 Spritze, 1 Düngerstreuer, 1 Universalstreuer, 1 Krautschläger, 5 Vollernter, 1 Vielfachhäufelgerät, 1 Stapler, 9 Transportanhänger, 1 Walze 3 m mit Sägerät, 1 Kreiselegge 3 m, 1 Grubber 3 m Energie: Fotovoltaikanlage auf dem Hallendach mit 117 kwp Leistung

Exakte mittige Ablage auf der voreingestellten Tiefe mit gutem Bodenschluss: optimale Startbedingungen für die Kartoffel.


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Kompakt verpackt alles zur professionellen computergesteuerten Siloreinigung und zum Lukenbau ist in diesem Anhänger verbaut. An den Silos sichtbar die eingebaute Luke.

Kraftfuttersilo-Reinigung Im Jahr 2010 stieg Samuel Guggisberg aus Zimmerwald in die Kraftfuttersilo-Reinigung ein. Er entschied sich für das System Silo-RoBoFox, auf das er durch Berater aufmerksam wurde und das er – als erstes solches System in der Schweiz – an der Tier+Technik 2012 vorgeführt hat. Das System wird auf einem Autoanhänger zu den Silos gefahren. Dominik Senn Aus Erfahrung weiss Guggisberg, wie wichtig hygienisch einwandfreie Futtersilos sind, damit sich nicht gesundheitliche Probleme in den Stall schleichen. Kondenswasser, hervorgerufen durch die Tag- und Nachtkondensation, undichte Stellen im Silo, Futterstaub, elektrostatische Aufladungen und durch Einblasen erwärmtes Futter sind nur einige Gründe für Feuchtigkeit im Silo. Zusammen mit fett- und eiweisshaltigem Futter ergibt sich ein Nährboden für Bakterien und Pilzkulturen, Grundlage für Kleinlebewesen wie Milben, Maden, Käfer.

Gefürchtete Futterverklebungen Es entstehen die gefürchteten Futterverklebungen, welche konzentriert biologische Gefahrenstoffe wie Bakterien- und Pilzgifte (Endo- und Mykotoxine) und Milben enthalten. Fallen derartige Brocken in den Trichter, kommt es zu Verdauungsstörungen, Abwehrschwäche, Leistungsminderungen und ernsthaften Erkrankungen der Tiere.

Mannloch unabdingbar Für eine sinnvolle Siloreinigung ist eine Zugangsöffnung unabdingbar. Dieses Mannloch ist hundertprozentig dicht, statisch berechnet und erlaubt später Silokontrollen. Dazu wird im Trichterbereich eine kreisförmige Arbeitsöffnung geschaffen. Durch diese wird die Robotertechnik eingebaut und nach der Reinigung wieder komplett entnommen. An einer zentralen Führungsstange, welche oben und unten mittels (je nach Siloform) unterschiedlich langen Stativstangen fixiert wird, fährt ein umlaufender Roboterarm langsam und gleichmässig von oben nach unten. Er trägt eine stabile Spritzlanze, die mit Hochdruck-Reinigungsdüsen bewehrt ist und die Wände des Silos reinigt. Die Reinigung besteht im Einweichen mit einem Fett- und Eiweisslöser und in der anschliessenden lückenlosen Warmwasserreinigung sowie der Reinigung von Abluft- und Befüllrohr und der Fördereinheit. Anschliessend werden Silo und Abluftrohre desinfiziert, mit abgasfreier warmer Luft getrocknet und –

An der senkechten Führungsstange kann der Roboter dank dreidimensional steuerbaren Hochdruckdüsen jede Stelle im Silo kontrolliert reinigen, ohne dabei das Silo zu beschädigen.

zur Vorbeugung der Kondenswasserbildung – auf die Umgebungstemperatur abgekühlt.

Dauert einen halben Tag Eine Siloreinigung dauert rund einen halben Tag. Es kann also noch am selben Tag wieder Futter in ein sauberes und trockenes Silo eingefüllt werden. Guggisberg weist auch auf einen wirtschaftlichen Aspekt hin, der für eine Reinigung der Futtersilos spricht: In einem 15-m³-Silo mit rund 10 Tonnen Fassungsvermögen können bis zu 78 000 Franken pro Jahr an Futterwert eingebracht werden. Bei einer angenommenen Wertminderung von fünf Prozent durch Qualitätseinbussen und höheren Tiergesundheitskosten beträgt der Verlust bis zu 3900 Franken. Hier hat Guggisberg nicht einmal mögliche Leistungsminderungen in der Fleisch- oder Milchproduktion oder Zuchtausfälle bei der Schweine- oder Geflügelzucht berücksichtigt. Dagegen steht die Investition für die Reinigung im bloss dreistelligen Frankenbereich. n 3 2012

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Théo Hege, seit 19 Jahren Verantwortlicher der Laderabteilung.

Erstmals in der Schweiz: der neue 3500 T Teleradlader von Schäffer in der Ausstellung von Ernest Roth AG in Porrentruy. (Bilder: Dominik Senn)

Familientreffen der Schäffer-Teleradlader Zum erstmaligen Schweizer Treffen aller grossen und kleinen Mitglieder lud die SchäfferTeleradladerfamilie nach Porrentruy JU zur Ernest Roth AG ein. Sogar ihr Neugeborenes, der kompakte 3550 T mit 50 PS, durfte mit. Dominik Senn «Der Teleradlader made by Schäffer kombiniert die Vorteile des Radladers mit denen des Teleskopladers», erklärt Théo Hege, seit 19 Jahren Verantwortlicher der Roth-Laderabteilung für die Verkaufsgebiete Schweiz und Frankreich. Beim Radlader sind das die Sicht und Manövrierfähigkeit, beim Teleskoplader ist es die Sicht bei hochgehobenem Gewicht, was in Kombination wesentlich schnellere Arbeitsabläufe ermöglicht. Eher zufällig traf beim Alleinimporteur Roth auf einen Schlag je ein Vertreter der kompletten Serie der Schäffer-Teleradlader ein. In aller Regel ist Schäffer nicht einmal an den grossen Messen mit allen 16

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Typen vertreten. Es war also die Gelegenheit für eine einmalige Ausstellung. Unlängst fand die Schweizerpremiere statt. Viele Wiederverkäufer und weitere interessierte Besucher fanden den Weg in den Jura und liessen sich auf einer Besichtigungstour und anschliessend in der Festwirtschaft die technischen Spezifikationen und Neuheiten erklären.

Grösste Typenpalette Erstmals in der Schweiz einen Auftritt hatte der Anführer des Schäffer-Familienclans, der kraftstrotzende 9380 T mit 210 PS, der eigentliche Auslöser für die Gestaltung der Ausstellung. Es ist der

weltweit erste knickgelenkte Teleradlader mit einer Hubhöhe von 6,9 m. Er kombiniert die Übersicht und Kraft eines Radladers mit der Reichweite und Hubhöhe eines konventionellen Teleskopladers, wie Hege erklärte. Die Schweizer Premiere feierte auch der 9530 T mit 130 PS, mit pendelnd aufgehängter Hinterachse und mit einer Hubhöhe von 5,3 m – in der 7-t-Klasse einzigartig. Der nächste Familienspross war der kompakte 6370 T mit 70 PS und 5 t Einsatzgewicht, der das mittlere Ladersegment abdeckt, gefolgt vom 4580 T mit 75 PS und mit 4 t Einsatzgewicht. Mit dem neuen kompakten 3550-T-Teleradlader mit 50 PS wird die Leistungsklasse nach unten abgeschlossen. Hege: «Damit belegt Schäffer eindrücklich, dass er die grösste Palette von Typen zwischen 50 und 210 PS anbietet.»

Stalleinrichtungen «Die Ernest Roth AG vertreibt die Schäffer-Lader seit 2007 exklusiv in der Schweiz und seit 2008 in Frankreich über ein Netz von rund zweihundert Wiederverkäufern, welche vom Servicecenter von Porrentruy aus bedient werden», sagte Jean-François Roth, seit 20 Jahren Geschäftsleiter. Von den knapp fünfzig Mitarbeitern sind gerade einmal fünfzehn in der Laderabteilung beschäftigt. Die Mehrzahl arbeitet in der Abteilung Stalleinrichtungen und im Agroshop mit. Bei den Stalleinrichtungen ist die Roth AG ein Komplettausrüster für die Haltung von Rindern, Pferden, Schafen und Schweinen. Das beginnt beim Angebot technischer Beratung über Konzeption und Planung von Gebäuden und Stalleinrichtungen bis zu Herstellung nach Mass, Lieferung, Montage, Ersatzteillieferung, Pannendienst, Reparatur und Unterhalt. Der Hauptsitz der Ernest Roth AG befindet sich im Stadtzentrum von Porrentruy, das grosse Aussenlager im nahen Industriegebiet. n


Markt

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Sechs Separatoren auf Achse Immer mehr Landwirte separieren ihre Gülle. Ein Separator wird auf einem Betrieb jedoch nur wenige Stunden benötigt, sodass ein überbetrieblicher Einsatz Sinn ergibt. Die Schweizer Landtechnik hat sechs mobile Separatoren unter die Lupe genommen. Ruedi Burkhalter Die Vorteile des Gülleseparierens sind bekannt: Unter anderem benötigt man weniger Güllelagerraum und die von den Feststoffen befreite Dünngülle ist im Pflanzenbau, insbesondere auch im Futterbau besser einsetzbar, zum Beispiel weil sie schnell versickert und keine Strohrückstände auf den Pflanzen zurückbleiben. Zudem ist in Dünngülle das C:N-Verhältnis günstiger, weshalb weniger Geruchsemissionen entstehen und wegen des fehlenden Strohs den Pflanzen mehr Stickstoff zur Verfügung steht. Zudem können die Feststoffe als Einstreu verwendet werden und so die Kosten für das begrenzt verfügbare Stroh gesenkt werden.

Nur wenige Einsatzstunden pro Betrieb Da ein Separator auf einem durchschnittlichen Betrieb in der Regel nur wenige Stunden pro Jahr läuft, drängt sich ein überbetrieblicher Einsatz als mobiler Separator auf. Doch ganz so einfach ist das nicht. Je nachdem, welche Möglichkeiten

Zahlen zu den Beispielen auf den Folgeseiten nur bedingt vergleichbar

ein mobiler Separator bieten soll, wird das System mehr oder weniger komplex. Viele Überlegungen sind dabei entscheidend: Das Schluckvermögen eines Gülleseparators kann je nach Beschaffenheit der Gülle und dem Auspressgrad relativ stark schwanken. Deshalb muss sich das Zufuhrsystem ebenfalls laufend an die Leistung des Separators anpassen können. Bei den meisten Lösungen wird dies so gelöst, dass die Zufuhrpumpe eine grössere Menge schöpft als die maximale Aufnahme des Separators und dass die überflüssige Gülle durch einen Überlauf aktiv oder passiv in den Ansaugbehälter zurückbefördert wird. Aus dieser Überlegung heraus ist es von Vorteil, wenn der Separator höher angebracht ist als Ansaug- und Endlagerbehälter. Dann nämlich kann der Separator mit nur einer Pumpe für die Beschickung betrieben werden. Hat man auf der anderen Seite den Anspruch, dass der Separator an einer beliebigen Stelle über oder unter den Behältern eingesetzt werden kann, sind drei Pumpen erforder-

lich. Neben der Zufuhrpumpe benötigen auch die Rückführung des Überlaufs und die Beförderung der Dünngülle je eine zusätzliche Pumpe.

Möglichst wenige Schläuche Die Bauart und die verwendeten Pumpen haben entscheidende Auswirkungen auf das Verfahren. Werden beispielsweise saugende Pumpen wie Drehkolbenpumpen verwendet, die oberirdisch arbeiten, müssen formstabile Saugschläuche auf dem Betrieb vorhanden sein. Das Mitführen solcher Schläuche auf einem mobilen Separator ist mit grösserem Aufwand verbunden oder gar nicht möglich. Wird hingegen eine Tauchpumpe verwendet, kann man ausschliesslich mit platzsparenden, aufrollbaren Gewebeschläuchen arbeiten, die auch auf einem kleinen Autoanhänger problemlos Platz finden. Das Abführen der Feststoffe ist ein weiterer Punkt. In der einfachsten Variante lässt man diesen auf einen befestigten Boden fallen und transportiert ihn dann beispielsweise mit einem Hoflader ab. Die

Gülleseparierung, eine elegante, aber kostenintensive Lösung.

Die technischen Angaben zu den sechs Beispielanlagen können teilweise nicht zum Vergleich der Anlagen untereinander verwendet werden. So ist beispielsweise der Preis im Beispiel 1 nicht aussagekräftig, da er nur den Separator selber enthält, nicht aber weitere Maschinen wie Pumpen, Schläuche und einen Hoflader, die benötigt werden, damit man überhaupt mit der Maschine arbeiten kann. Weiter bieten die Anlagen unterschiedliche Funktionen an. Mit Vorsicht zu geniessen sind zudem die Leistungsangaben. Die Leistung eines Separators kann je nach Art der Gülle und nach Auspressgrad um mehr als den Faktor zwei variieren. Die Leistungsangaben stammen von den Anlagelieferanten und wurden nicht in einem neutralen Vergleich ermittelt.

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Markt

meisten Maschinen sind jedoch mit einem Förderband ausgestattet, mit dem die Feststoffe direkt in ein Transportfahrzeug überladen werden.

Stromanschluss beachten Der Antrieb ist ein weiterer Punkt, den man bei der Planung berücksichtigen

muss. Ein einfacher Separator allein lässt sich mit einem Leistungsbedarf von etwa 5 kW problemlos auf jedem Betrieb elektrisch antreiben. Je umfangreicher die Ausrüstung wird und je höher die Leistung, desto mehr steigt der Leistungsbedarf. Dann wird die Kapazität der elektrischen Anschlüsse zum begrenzenden

Faktor. Bei grossen Maschinen bleibt nur der Antrieb über einen Traktor oder Dieselmotor. Die meisten der hier gezeigten Lösungen sind Prototypen und existieren noch nicht lange. Die Vielfalt der technischen Lösungen zeigt, dass der Bereich «mobile Separatoren» noch in voller Entwicklung ist. n

Beispiel 1 Einfacher gehts nicht Hersteller/Lieferant Separator: www.cri-man.com/www.kohliag.ch Hersteller mobiles System: Eigenbau Technische Ausstattung: 1 Separator Leistung pro Stunde: 20 bis 40 m3 Leistungsbedarf: 5,5 kW elektrisch plus eigene Pumpe plus Hoflader Anschaffungspreis: 27 000 Franken (Grundsätzlich ist der Preis dieser Maschine nicht mit denjenigen der anderen vergleichbar, da Ausrüstungen wie Fahrwerk, Pumpen und Förderband nicht dazugehören.) Vermietung: Einführung durch Vermieter, dann abholen, installieren und betreiben durch Mieter Kosten Miete: 23 Franken pro Stunde (ohne Pumpe und Hoflader) Kontakt Vermieter: www.gautschi-herbetswil.ch, Tel. 062 394 19 88

Ein mobiler Separator muss nicht teuer sein. Lohnunternehmer Heinz Gautschi, Herbetswil SO, vermietet seinen Kunden die wohl einfachste Variante eines mobilen Separators. Alles, was dazu benötigt wird, sind ein Separator, etwas Konstruktionsstahl und einige Übergangsstücke zu den gängigsten Schlauchkupplungen. Der Separator ist auf einen gut zwei Meter hohen Eisenbock

montiert. Die Installation kann mit einer Frontladergabel angehoben oder über das Akkorddreieck direkt an das Hubwerk des Traktors angebaut werden. Die Kunden beschicken den Separator mit ihrer eigenen Pumpe. Der Überlauf fliesst direkt zurück in den Ansaugbehälter, die Dünngülle je nach Arbeitsweise in den Endlagerbehälter oder zurück in den Ansaugbehäl-

ter. Das heisst: Dieses einfache System funktioniert nur, wenn der Separator über dem Ansaugbehälter positioniert werden kann. Sonst wäre eine zusätzliche Pumpe nötig. Der Feststoffanteil fällt vom Separator auf den Boden und wird dort von Zeit zu Zeit mit einem Front- oder Hoflader entfernt.

Beispiel 2 Dreihundert Arbeitsstunden Hersteller/Lieferant Separator: www.cri-man.com/www.kohliag.ch Hersteller mobiles System: Kohli AG Gisikon Transport: Autoanhänger, Maschinengewicht ca. 2 t, Gesamtgewicht ca. 3 t Technische Ausstattung: 1 Separator, 1 Zubringerpumpe 80 m3/h max 5 bar, 1 Dünngülle-Förderpumpe 60 m3/h max. 10 bar, 1 Förderband Leistung pro Stunde: 20 bis 60 m3 Leistungsbedarf: 7,5 kW elektrisch, 9 kW Zubringerpumpe, 11 kW Förderpumpe Anschaffungspreis: ca. 75 000 Franken Vermietung: Beim ersten Einsatz wird die Maschine durch den Vermieter gebracht und eingeführt, Einsatzbetreuung durch Mieter Kosten Miete: 65 Franken pro Stunde plus Anfahrt nach km Kontakt Vermieter: Markus Dittli, 079 718 41 08

Der mobile Separator von Landwirt Markus Dittli aus Zug stand bisher rund 300 Stunden im Einsatz. Das Herzstück der Anlage, der Separator, ist eine Nummer grösser als derjenige von Lohnunternehmer Gautschi aus Beispiel 1. Dittlis System verfügt allerdings

über eine viel umfangreichere Ausrüstung. Auf dem Stahlrahmen, der auf einem Autoanhänger transportiert wird, sind zwei Vogelsang-Drehkolbenpumpen mit je einem eigenen Elektromotor und getrennter Stromversorgung installiert. Die eine Pumpe läuft

immer für die Güllezufuhr, die zweite läuft nur bei Bedarf, wenn für den Abtransport der Dünngülle nicht durch die Schwerkraft möglich ist. Die Feststoffe gelangen vom Separator in ein vier Meter langes Förderband, das nach drei Seiten schwenkbar ist.

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n Markt

Beispiel 3 Puffertank mit Vorabscheidung Hersteller/Lieferant Separator: www.nock.de/www.voellmin-landtechnik.ch Hersteller mobiles System: Völlmin Landtechnik, in Zusammenarbeit mit Vermieter Transport: Autoanhänger am Pickup, Anhängergewicht 2,5 t Technische Ausstattung: 1 Separator, 1 Tauchschneidpumpe, 1 Hydraulikaggregat, 1 Förderband, teleskopierbar von 2,5 auf 5 m Länge Leistung pro Stunde: 15 bis 30 m3 Leistungsbedarf: 5 kW elektrisch für Separator, 5 kw elektrisch für Hydraulikaggregat, 0,75 kW elektrisch für Förderband. 1 Kraftsteckdose erforderlich Anschaffungspreis: rund 65 000 Franken Vermietung: Die Anlage wird vom Vermieter auf den Hof gebracht, eingerichtet und in Betrieb gesetzt. Betreuung im Betrieb durch den Mieter. Demontage und Abholen durch den Vermieter. Ab dem dritten Mal kann die Anlage auch vom Vermieter selber abgeholt, eingerichtet, betrieben und zurückgebracht werden. Kosten Miete: 55 Franken pro Stunde, Transport, Einrichten und Wegräumen pauschal 80 Franken. Ab 30 km Distanz auf Anfrage Kontakt Vermieter: www.separieren.ch, Yves Leuenberger, Tel. 079 271 03 40 Die Beschickung dieser bei Yves Leuenberger in Bennwil BL stationierten Kombination erfolgt über eine Turbotauchpumpe (Zentrifugalpumpe) mit Schneidwerk und hydraulischem Antrieb. Ein aufgebautes Hydraulikaggregat mit Elektroantrieb erzeugt den Ölstrom. Durch einen Mengenteiler ist es möglich, die Fördermenge an die Leistung des Separators anzupassen. Auf der Maschine

ist ein 800-Liter-Puffertank mit einer Vorabscheidefunktion aufgebaut, was eine Anpassung an verschiedene Dickgüllearten erleichtert. Der Separator arbeitet zweistufig, d.h. mit zwei Sieben. Er wurde für den Einsatz in Schlachthöfen entwickelt. Aus dem Separator gelangen die Feststoffe über das auf einem Drehkranz montierte, teleskopierbare (Transportstellung) Förderband in einen Kipper. Für

die Weiterbeförderung der Gülle ist bei Bedarf eine Eisele-Flügelradpumpe vorhanden. Da zwei Zentrifugalpumpen eingesetzt werden, besteht keine Gefahr durch Trockenlauf. Aufgebaut ist das Ganze auf einem Stahlrahmensystem, das mit dem Stapler vom Autoanhänger entladen werden kann.

Beispiel 4 Der mit den meisten Möglichkeiten Hersteller/Lieferant Separator: www.e-y-s.com/www.hadorns.ch Hersteller mobiles System: Hadorn‘s Gülletechnik AG in Zusammenarbeit mit Vermieter Transport: Tandemanhänger mit Schnellläuferachsen, an Traktor oder Lastwagen, Anhängergewicht je nach Ausrüstung 5 bis 7 t Technische Ausstattung: 1 Separator, Drehkolbenpumpe mit drei Kammern, Fremdkörperabscheider mit Cutter, Bordhydraulik, Förderband, Frischwassertank 1000 Liter für Reinigung, Schläuche, Übergänge, Saugtrichter Leistung pro Stunde: 20 bis 60 m3 pro Stunde Leistungsbedarf: Zapfwelle 540 U/min ab 70 PS Anschaffungspreis: 150 000 Franken Vermietung: Mindestens erster Einsatz durch Vermieter. Bei regelmässiger Miete Abholung und Betreuung durch Mieter möglich Kosten Miete: 85 Franken pro Stunde (ohne Mann und Traktor) Kontakt Vermieter: Lohnunternehmen Flury und Emch, Halten, Tel. 032 675 40 11 Der mobile Separator des Lohnunternehmens Flury und Emch aus Halten SO ist mit einer sehr umfangreichen Ausrüstung ausgestattet. Für die Förderung der Gülle ist eine Drehkolbenpumpe mit drei Kammern aufgebaut: Die erste fördert die Dickgülle, die zweite die Gülle aus dem Überlauf zurück in den Ansaugbehälter und die dritte die separierte Dünngülle. Dadurch kann diese Maschine

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3 2012

Schweizer Landtechnik

unabhängig vom Ort des Dick- und Dünngüllebehälters eingesetzt werden. Da Kammer zwei und drei weniger Menge fördern, sind diese mit einer Luftansaugklappe ausgerüstet. Die Anlage wird von einem Traktor angetrieben. Die Pumpen werden direkt von der Zapfwelle angetrieben. Der Separator und das Förderband sind hydraulisch angetrieben. Dadurch kann man Pumpen und Separator je

nach Gülleart in einem beliebigen Drehzahlverhältnis laufen lassen. Auf der Saugseite ist ein Vogelsang-RotoCutSchneidwerk mit Fremdkörperabscheider installiert. Die Anlage ist mit einem grossen Förderband ausgestattet, das für den Transport eingefahren, jedoch nicht gedreht werden kann. Die Leitungen werden aus einem Frischwassertank gespült.


Markt

n

Beispiel 5 Einzigartige Beschickung Hersteller/Lieferant Separator: www.bauer-at.com/www.keller-technik.ch Hersteller mobiles System: Keller Technik AG, Nussbaumen Transport: Die Anlage ist auf einem Pritschensystem mit rostfreiem Stahlrahmen montiert und kann auf beliebige Anhänger (Auto oder Traktor) geladen oder mit einer festen Achse ausgestattet werden. Technische Ausstattung: 1 Separator, 1 Tauchschneidpumpe für Beschickung, elektronische Steuerung von Zufuhrpumpe und Separatordrehzahl, Förderband. Bei Bedarf kann die Dünngülle mit einer Baustellenpumpe in den Dünngüllebehälter gepumpt werden. Leistung pro Stunde: 10 bis 25 m3 Leistungsbedarf: 5 kW elektrisch plus 5 bis 7 kW für Tauchschneidpumpe Anschaffungspreis: ca. 65 000 Franken Vermietung: Erste Benutzung nur mit Einführung durch Fachmann, danach selbstständig durch den Mieter Kosten Miete: 45 Franken pro Stunde plus Transport/Einrichten/Einführung nach Aufwand Kontakt Vermieter: www.keller-technik.ch, Tel 052 744 00 11 Dieser mobile Separator wurde von der Keller Technik AG, Nussbaumen, gebaut, wird zurzeit vermietet und steht zum Verkauf. Eine erste Besonderheit dieser Anlage ist die Beschickung. Die Anlage wurde gezielt so gebaut, dass zwischen Rohgüllelager und Separator nur ein flexibler Schlauch erforderlich ist. Dazu wird eine Tauchschneidpumpe im Rohgüllelager eingesetzt. Das hat den Vorteil, dass keine formstabilen Saugschläuche mitgeführt werden müssen. Bei dieser

Anlage ist keine Überlaufleitung nötig. Die Beschickung erfolgt nämlich über einen Trichter mit 1,5 m3 Fassungsvermögen. In diesem Trichter ist eine optische Füllstandsanzeige montiert, über die der Pumpenantrieb automatisch ein- und ausgeschaltet wird. Die Pumpe wird also sensorgesteuert über einen elektronischen Schaltschrank bedarfsgerecht ein- und ausgeschaltet. Dank Trichterbefüllung können dem Separator auch feste Stoffe wie Gemüseabfälle mit einem Förderband

oder Hoflader zugeführt werden. Der Antrieb des Bauer-Separators ist mit einem Frequenzumrichter ausgestattet. So kann man nicht nur durch den Gegendruck, sondern auch durch Variieren der Drehzahl den TS-Gehalt (Auspressintensität) einstellen. Die Feststoffe gelangen in ein 4 m langes Förderband aus Chromstahl, das auf einem Drehkranz montiert ist und in drei Richtungen gedreht werden kann.

Beispiel 6 Hightechmaschine mit vier Separatoren Hersteller/Lieferant Separator: www.fan-separator.de und www.wamgroup.com Hersteller mobiles System: Eigenbau (in Zusammenarbeit mit den Gebrüdern Xaver und Armin Frischkopf, Neudorf) Transport: Anhänger für Traktor, ca. 13 t Gesamtgewicht Technische Ausstattung: 4 Separatoren, 1 Dickgüllepumpe mit Steinfang und Rotocut, 1 Dünngüllepumpe, 1 Notstromaggregat Diesel, 2 Trogschnecken, thermoisolierte Hülle Leistung pro Stunde: 60 bis 80 m3 Treibstoffverbrauch: 9 bis 10 l Diesel pro Stunde Anschaffungspreis: nicht bekannt Vermietung: Beim ersten Einsatz wird durch den Vermieter eine Einführung gemacht, danach kann der Mieter den Separator selber betreiben. Kosten Miete: 100 Franken pro Stunde Kontakt Vermieter: VHG Rain

Der mobile Separator der Verwertungs- und Handelsgenossenschaft VHG Rain LU ist bereits seit 19 Jahren im Einsatz und wurde mit den Jahren immer wieder weiterentwickelt. Das Herz der Anlage sind vier Separatoren, die zusammen 60 bis 80 m3 Gülle pro Stunde verarbeiten und so 10 bis 14 m3 Feststoffe liefern. Die Anlage ist mit einer Dickgüllepumpe für die Zufuhr und einer Dünngüllepumpe ausgerüstet. Ein Überlauf ist nicht erforderlich, da die Zufuhr mit einer

Drehkolbenpumpe bedarfsgerecht über einen Frequenzumformer elektronisch gesteuert wird. Aus den Separatoren gelangen die Feststoffe über eine Förderschnecke in einen Mistwagen. Für die Versorgung der Elektromotoren mit Strom ist der Anhänger mit einem Dieselgenerator ausgestattet. Alle Elektromotoren werden über eine benutzerfreundliche Computersteuerung bedient, sodass die Maschine trotz ihrer Komplexität von jedem Kunden nach einer Einführung

durch den Fachmann selber bedient werden kann. Damit die Anlage auch im Winter störungsfrei betrieben werden kann, ist sie in einen thermoisolierten Anhänger eingebaut, der mit einem 1-kW-Elektroofen beheizt werden kann. Die Anlage dient vor allem zur Reduktion der Nährstoffe in einer tierintensiven Region. Für den Transport des Separatormistes dienen drei Mistwagen mit je 15 m3 Inhalt.

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Schweizer Landtechnik

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n Sicherheit

Zufriedene Tiere, Nachbarn und Tierbesitzer zeugen von einem guten Zaun. Bilder Ruedi Hunger

Sektorschalter zum einfachen Zu- und Abschalten einer Weidekoppel.

Elektrozäune für die Rindviehhaltung Genügend Weide und ausreichend frisches Wasser reduzieren zum Vorneherein das Ausbruchrisiko der Tiere auf der Weide. Die Ausbruchgefahr steigt, wenn unmittelbar neben oder in der Weide aussergewöhnliche Ereignisse die Neugier der Tiere wecken. Ruedi Hunger Strassen, Bahnlinien, Wohnquartiere, aber auch absturzgefährdete Teile von Alpweiden sind grosse Risikobereiche für angrenzende Weiden. Der grosse Risikobereich erstreckt sich von 0 bis 500 Meter an diese «Gefahrenquellen» heran. Beweidete Flächen, die ein, zwei Kilometer von grossen Gefahrenquellen entfernt sind, zählen zur mittleren Risikogruppe. Dauer-, Sömmerungs- und Alpweiden können zumeist in die kleinste Risiko-

gruppe eingeteilt werden, ausgenommen, wenn topografische Gegebenheiten ein höheres Risiko darstellen.

Ausbrechen darf sich nicht lohnen Während feste Holz- und Knotengitterzäune eine «physische Barriere» darstellt,

sollen Elektrozäune ein «psychisches Hindernis» sein. Das heisst, ein Tier lernt durch einmaliges oder mehrmaliges Berühren des Zauns, diesen entsprechend zu respektieren. Die impulsmässige Durchströmung eines lebenden Körpers mit extrem kurzzeitigen, elektrischen Stromimpulsen führt zu schmerzhaften, aber in der Regel gesundheitlich ungefährlichen Muskelkontraktionen. Daher wird eine Zaunberührung vom Tier und vom Menschen als unangenehm empfunden. Es ist nachvollziehbar, dass die Hütesicherheit eines Elektrozaunes allein von der elektrischen Abschreckung abhängt, weil auch mehrere Litzen oder Bänder ohne Strom keine physische Barriere für das Tier darstellen.

Systematik der Weidezäune Weidezäune Zaunbauarten

Tabelle 1:

Standort

Standdauer

Technische Daten von Elektrozaungeräten (nach Art der Stromversorgung)

9-V-Batteriegeräte

12-V-Akkugeräte

220-VNetzgeräte

Ladeenergie*

0,1 bis 0,6 Joule

1 bis 8 Joule

1 bis 40 Joule

Inpulsenergie

0,08 bis 0,5 Joule

0,8 bis 6 Joule

0,5 bis 35 Joule

maximale Zaunspannung*

7000–10 000 Volt

7000–12 000 Volt

7000–14 000 Volt

Stromaufnahme

10 bis 80 mA

30 bis 1000 mA

0,5 bis 35 mA

*Einzelne Elektrogeräte überschreiten die angegebene Werte.

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Schweizer Landtechnik

Stabilzaun

(Holzlatten, Knotengitter usw.)

Festzaun

(mechanisch elektrischer Zaun)

Elektrozaun

(rein elektrischer Zaun)

Aussenzaun

(Abgrenzung nach aussen)

Innenzaun (Teilflächen)

stationär

(mehrere Jahre)

halbstationär

(jährlicher Auf-/Abbau)

mobiler Zaun (mehrmals jährlich)


Sicherheit

Tabelle 2:

n

Tabelle 3:

Richtgrössen für handelsübliches Zaunmaterial (Band, Litzen, Seil)

Unterschiedliche Zaunmaterialien

Länge/Breite Durchmesser

Richtpreis pro Rolle

Weidezaunlitze, Niro

250m (ø 3 mm)

ab 10.– Fr.

Weidezaunseil, Niro/Kupfer

200m (ø 6 mm)

ab 60.– Fr.

Weidezaunband, Niro

200m (10 mm breit)

ab 20.– Fr.

Weidezaunband, Niro/Kupfer

200m (36 mm breit) ab 85.– Fr.

Zaunlänge als Funktion des Zaunwiderstandes, mit einer Mindestspannung von 2000 Volt am Zaunende:

Widerstand des elektrischen Leiters (Zaunmaterial, Ohm)

Netzgeräte Akkugeräte >3 Joule

Batteriegeräte

0,05 Ohm/m

20–40 km

5–10 km

0,4 Ohm/m

8–17 km

3,5–5 km

4 Ohm/m

3,5–7 km

1,5–3 km

15 Ohm/m

1,5–2,5 km

0,5–1 km

(Quelle: Weinreich; horizont groupe GmbH, Korbach)

Zum Unterqueren von Fuss- und Fahrwegen gibt es spezielle Untergrundkabel.

Funktionsprinzip Jeder elektrische Weidezaun funktioniert nach dem gleichen Prinzip: Das Gerät, der Zaundraht, der Boden und die Erdungsstäbe bilden einen Stromkreis. Im Idealzustand fliesst bei einem guten, nicht bewachsenen Zaun eigentlich gar kein – oder allenfalls nur ein ganz geringer – Strom. Berührt nun aber ein Tier den Zaundraht, wird der Stromkreis geschlossen. Dieser Strom fliesst über das Tier in den Boden. Das Tier empfindet diesen Stromfluss in Form von Impulsenergie als Schlag. Über die Erdungsstäbe gelangt der Strom zurück in das Weidezaungerät, sei dies nun ein Netz-, Akkugerät oder ein batteriebetriebenes Gerät. Fälschlicherweise wird oft angenommen, der Zaun an sich bilde diesen Stromkreis. Grasbewuchs verursacht übrigens den gleichen Effekt: Es entsteht ein «Kurzschluss», die Spannung fällt ab. Über Pflanze und Boden gelangt der Strom anschliessend zurück zum Gerät.

Elektrozaungeräte Das wichtigste Element, und damit das Herz eines Zaunes, ist das Elektrozaungerät. Die grosse Anzahl von Geräten wird nach Leistungsklassen und Stromquellen eingeteilt. Netzgeräte sind in allen Leistungsklassen erhältlich. Sie weisen eine uneingeschränkte Hütedauer auf, sind aber auf einen

Netzanschluss angewiesen. Zäune mit einem Netzgerät sollten mit einem Blitzschutz ausgerüstet werden. 12-V-Akkugeräte sind für Weiden ohne Netzanschluss eine gute Alternative. Damit kein Unterbruch in der Betriebsbereitschaft entsteht, ist ein Wechselakku wünschenswert. Akkugeräte können gut mit einem Solarmodul ausgerüstet werden. Geräte mit einer 9-V Trockenbatterie sind leistungsschwächer als die beiden vorgenannten Gerätegruppen. Vorausgesetzt, ein Zaun wird korrekt erstellt, ohne störenden Grasbewuchs, reicht die Batteriekapazität einen Sommer lang. Mitentscheidend ist die Zaunlänge. Dabei wird die Anzahl gespannter Zaundrähte mal die Zaunlänge berechnet (Bsp.: 2 Drähte mal 1150 m Zaunlänge ergeben 2300 m).

Elektrozaunmaterialien Für Elektrozäune eigenen sich Drähte, Litzen, Zaunschnüre oder Kunststoffbänder. Diese Materialien werden anhand der Kriterien Leitungswiderstand, Reissfestigkeit und Biegewechselfestigkeit beurteilt. • Leitungswiderstand Als wichtigste Eigenschaft entscheidet der Leitungswiderstand über die mögliche maximale Zaunlänge. Der Leitungswiderstand wird in Ohm(Ω)/Meter angegeben. Beim Kauf ist auf entsprechende Etiketten oder Aufschriften zu achten. Qualitativ gute Produkte sind etwas teurer, sollten aber im Interesse einer guten Hütesicherheit bevorzugt werden (siehe Tabelle 2). Eine Litze mit 50 Ω pro Kilometer lässt 80 Mal mehr Strom durch, als eine billige Litze mit 4’000 Ω. Kupferdrähte weisen eine gut Leitfähigkeit auf, halten aber nicht lange. Dagegen weisen Niro-Drähte eine lange Haltbarkeit, aber eine schlechtere Leitfähigkeit auf. Eine Kombination von Kupfer- und Nirodrähten (nicht rostend) ist eine gute Alternative.

Unsorgfältige Zaunerstellung reduziert die Weidesicherheit sehr stark.

• Reissfestigkeit Sowohl beim Erstellen eines Zaunes, als auch bei Tierberührungen wirken auf das Zaunmaterial Zugkräfte. Die Reissfestigkeit sollte über 100 kg liegen – gute Produkte erreichen 150 kg und mehr. Zaunmaterial, das durch mehrmaligen Gebrauch der Witterung ausgesetzt war, darf nur eine geringfügig (max. zehn Prozent) tiefere Reissfestigkeit aufweisen. • Biegewechselfestigkeit Bei jedem Auf- und Abbau von Elektrozäunen und durch Windeinflüsse treten an den Zaunmaterialien Belastungen durch zahlreiche Biegewechsel auf. Im Rahmen von Materialprüfungen wird die Strapazierfähigkeit geprüft. Werden dabei 1800 Biegewechsel nicht erreicht, ist das Zaunmaterial nur bedingt für einen wiederholten Auf- und Abbau geeignet. Für den Landwirt ist dieses Prüfkriterium kaum überprüfbar. • Jeder Knoten ein Widerstand Zusammengeknöpfte Litzen können pro einzelnen Flick problemlos einen Kilometer Zaun kosten. Grund: Eine unsorgfältige Wickelverbindung oder ein einzelner Knopf weisen einen Widerstand von 5000 bis 10 000 Ω auf. Zaunstellen, an denen hörbar oder nachts sichtbar Funken überspringen, reduzieren die Hütesicherheit zusätzlich. n 3 2012

Schweizer Landtechnik

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Impulsenergie 2 J. Zaunlänge bis 20 km, flexibel einsetzbar, 230 + 12 V

Impulsenergie 0,33 J. Zaunlänge bis 4 km, 9V / 12 V, flexibel einsetzbar

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Impulsenergie 0,17 J., Zaunlänge bis 2 km, 9V / 12 V, flexibel einsetzbar

Impulsenergie 6,2 J., Zaunlänge bis 60 km, flexibel einsetzbar, 230 + 12 V

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Die wichtigsten Punkte der EN-60335-A11/12-Norm (M. Öxle, Ako-Agrartechnik):

Neue Produkte bekannter Hersteller:

1. Die Ausgangsenergie wird nicht nur wie bisher bei 500 Ohm (Ω), sondern im gesamten Bereich zwischen 50 und 500 Ω beurteilt und limitiert. 2. Es wurde eine maximale Ausgangsenergie von 15 Joule eingeführt. 3. Die Weidezaungeräte müssen mit dem «Delay»-Symbol gekennzeichnet sein. 4. Die Geräte passen sich der zaunseitigen Belastung automatisch an. Die Erhöhungsschritte erfolgen aber erst nach einer Verzögerungszeit, sodass eine Berührung durch den Menschen nicht sofort zu einer Erhöhung führt. 5. Geräte, die eine maximale Ausgangsenergie von über fünf Joule aufweisen, müssen eine akustische und optische Alarmfunktion und darüber hinaus einen wesentlich verlängerten Impulsabstand aufweisen. Dadurch soll es einem Menschen ermöglicht werden, sich bei einem intensiven Zaunkontakt wieder vom Zaun zu entfernen. 6. Durch spezielle Sicherheitsschaltungen wird eine Eigenüberwachung der Geräte gewährleistet.

• Ako: Ako-Agrartechnik ist Teil der Kerbl Gruppe und baut alle Geräte in Deutschland. Ako erfüllt dank neuen Regelungsfunktionen die Sicherheitsnorm. Das Angebot an Geräten reicht von deren Anwendung im Hobbybereich bis zur professionellen Tierhaltung auf grossen Flächen. • Patura: Im Produktsortiment finden sich kleine Geräte für den Hobbybereich mit 0,12 Joule bis hin zum leistungsfähigsten Gerät auf dem europäischen Markt mit 37 Joule Impulsenergie! Erfolgreich wurde ein Kombigerät eingeführt, das sowohl mit 220 V Wechselstrom als auch mit einem 12-V-Akku betrieben werden kann. • Gallagher: Die Neuseeländer, die sich selber als Weltmarktführer bezeichnen, haben für den europäischen Markt die neuen Sicherheitsnormen übernommen. Ein neues Kontroll- und Überwachungssystem ermöglicht eine sektorweise Zaunkontrolle. Pro Zaunlänge können bis zu sechs «Zaunmonitore» installiert werden. Die einzelnen Zaunabschnitte können an der Fernbedienung oder per Telefon abgefragt werden. • Horizont: Mit horiSMART, Ranger, Farmer und hotSHOOK bietet Horizont vier Produktlinien an. Bei den horiSMART-Sicherheitsgeräten werden höhere Energien automatisch erst nach etwa einer Minute, und wenn die Geräte Störungen an der Zaunanlage erkennen, zugeschaltet. Horizont wird von Sahli in Knonau importiert. • Lister: Lister-Geräte werden von Lacme (Frankreich) hergestellt. Lacme bietet als einziger Hersteller Geräte mit Niedrig- und UltraNiedrigimpedanz an (Wechselstromwiderstand). Alle Lacme-Geräte erfüllen die neuen Sicherheitsnormen. • Texas Trading: Neben Gallagher verkauft Texas Trading auch die Eigenmarke Supradur. Die (original) Zaunsektorüberwachung von Gallagher verkauft auch Texas Trading. Supradur-Geräte sind zum Teil mit einer Batteriesparschaltung ausgerüstet. Auch komfortable Akkugeräte mit solargestützter Ladung gehören zum Angebot. • Heiniger AG: Die Firma Heiniger AG bietet in der Schweiz neu das Speedrite-Viehhütersortiment an. Speedrite ist Teil der neuseeländischen Tru-Test-Gruppe. Diese ist führend in den Bereichen Waagen, Milchmessgeräte und Weidezaun. Zum Speedrite-Sortiment gehören die innovativen UnigizerTM-Geräte. Diese sind sowohl im Netz- als auch im Batteriebetrieb einsetzbar.

Schlagkräftige Weidezäune und doch gefahrlos Eine neue Norm hat in den letzten zwei Jahren bei den Herstellern von Weidezaungeräten zu Diskussionen geführt. Neben der zentralen Forderung, dass Weidezaungeräte eine hohe Hütesicherheit garantieren sollen, muss die Gefährdung für Mensch und Tier reduziert werden. Ruedi Hunger

«Das Weidezaungerät ist eben nur ein Teil des Elektrozaunes», diese Aussage machte kürzlich Peter Riedel. Und er weiss, wovon er spricht, Riedel ist Geschäftsführer der Texas Trading GmbH in Windach (D). Bei schlecht erstellten und mangelhaft gepflegten Weidezäunen ist, laut Riedel, selbst bei hoher Ausgangsleistung die Hütesicherheit des Weidezaungerätes schon nach kurzen Zaunlängen nur noch gering! Um Fehler bei der Zaunerstellung zu überdecken und Störungen durch Zaunbewuchs zu minimieren, wurde in den vergangen Jahren die Impulsleistung erhöht. Mit der neuen Norm EN 60335-A11/A12 sollen mögliche Gesundheitsgefahren für Mensch und Tier reduziert werden. Dabei wurde eine Stromobergrenze eingeführt und die Impulsfolge zum Teil verlängert. Dies nicht ohne Grund, da eine mögliche Herzmuskelschädigung durch den Impuls

des Stromes im Quadrat und der Einwirkungsdauer des Impulses bestimmt wird. Hier muss nochmals daran erinnert werden, welche Bedeutung die richtige Zaun­ erstellung hat, da moderne Weidezaungeräte die Impulsenergie bei schlechten Zäunen steigern. Die namhaften Hersteller von qualitativ guten Weidezaungeräten sind sich einig: Die neue Sicherheitsnorm war für die Hersteller eine echte Herausforderung, es ist aber gelungen, die Gerätesicherheit zu verbessern. Weitere Innovationen an intelligenter Zaunüberwachung sind zu erwarten. Zunehmend sind Billiganbieter auf dem Markt. Diese sind wegen der Bestellungen im Internet kaum kontrollierbar.

Fazit: Weidezaungeräte sind nicht immer harmlos. Je nach Erdungssituation der berührenden Person (oder des Tieres) können

bei einzelnen Geräten kritische Situationen entstehen. Neue Vorschriften bzw. neue Technologien schaffen mehr Sicherheit.  n 3 2012  Schweizer Landtechnik

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SVLT

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Stetiger Mitgliederzuwachs An ihrer Generalversammlung in Sumaprada haben die Mitglieder der Sektion Graubünden Bestätigungswahlen durchgeführt und einen positiven Rechnungsabschluss zur Kenntnis genommen. Hauptreferent Paul Müri zeigte einige Meilensteine der Landtechnik auf.

Laut Luzia Föhn braucht es immer mehr Werbeaufwand, um die Jugendlichen für die Theoriekurse F/G zu gewinnen. (Bilder: Ruedi Hunger)

Ruedi Hunger

Rückblickend auf das vergangene Jahr stellte Präsident Ueli Günthardt fest, dass 2011 für die Sektion Graubünden ein ganz normales Jahr gewesen ist. Erfreulich sei, dass sich der Mitgliederbestand zwar langsam, aber stetig erhöht hat. Wenn die Mitgliederzahl aus dem Jahr 2000 mit der Mitgliederzahl von Ende 2011 verglichen werde, dann könne ein Zuwachs von fast 25 Prozent festgestellt werden.

Geringe Durchfallquote Vorstandsmitglied Luzia Föhn erläuterte mit berechtigtem Stolz das gute Resultat der Theoriekurse für F/G-Prüfungen. Erstmals konnte eine Durchfallquote von unter 20 Prozent erreicht werden. Die Beteiligung lag bei 270 Teilnehmern.

Geschäftsführer Jörg Baumgärtner präsentierte der Versammlung eine positiv schliessende Jahresrechnung. Der Jahresbeitrag von 80 Franken wurde auch für das neue Geschäftsjahr übernommen. Baumgärtner dankte allen Mitgliedern für die gute Zahlungsmoral.

Fahrkurs für Frauen beliebt Die Versammlung bestätigte den Präsidenten Ueli Günthardt, Vorstandsmitglied Konrad Merk sowie die Revisoren Jürg Beiner und Daniel Gredig in ihren Ämtern. Mit einem Rückblick auf den letztjährigen Tätigkeitsbericht strich Merk die wichtigsten Punkte nochmals heraus. Der Besuch beim einzigen Schweizer Traktorhersteller Sepp Knüsel sei äusserst interessant ge-

wesen. Ein echtes Highlight sei jedes Jahr der Fahrkurs für Frauen.

Keine Unterdeckung Versicherungsberater Gerald Stecher vom Sponsor Vaudoise Versicherungen warnte vor den Folgen einer Unterversicherung. Für die Versicherung sei ein realistischer Neuwert massgebend. Wenn bei einem Schadenfall eine massive Unterdeckung festgestellt werde, müssten die Leistungen entsprechend gekürzt werden. Weiter könnten die Vaudoise ab fünf Fahrzeugen mit eigenen Nummern einen interessanten Flottenrabatt gewähren. Dennoch bekomme jedes Fahrzeug eine eigene Versicherungspolice. n

Ein Rückblick zur Standortbestimmung «Sind die Menschen heute glücklicher?» Diese Frage stellte Paul Müri im Verlaufe seines Vortrages zu Meilensteinen der Landtechnik. Müri, ehemaliger Maschinenberater im Kanton Aargau, konnte aus dem Vollen schöpfen. Anhand von eindrücklichen Bildern aus dem letzten Jahrhundert gelang es ihm, die Entwicklung der Landtechnik vom Ochsengespann bis zum Rigitrac aufzuzeigen. Die Jahrzehnte lange Beratertätigkeit hinterliess entsprechende interessante Spuren, und Paul Müri ist heute ein gefragter Historiker im Bereich Landtechnik. 1958 sei der erste Mähdrescher im Aargau eingesetzt worden. So richtig mechanisiert wurde in den Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts. Mit Kreiselheuer, Kreiselmäher, Kreiselschwader und schliesslich Ladewagen wurden damals echte Meilensteine gesetzt.

Die Referenten Paul Müri (Mitte) und Gerald Stecher (rechts) fühlen sich in der Obhut des Vorstandes sichtlich wohl.

3 2012

Schweizer Landtechnik

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n SVLT

Zuger Sektion mit jungem Gespann: Präsident Philipp Freimann (links) und Geschäftsführer Beat Betschart. (Bilder: Dominik Senn)

Zug: Rückblick auf eine gelungene Maschinenvorführung Ein grosser Erfolg war die Maschinenvorführung 2011 des Zuger Verbandes für Landtechnik, wurde an der Generalversammlung in Wort und Bild festgehalten. Dominik Senn

«Letztes Jahr sprach ich an dieser Stelle von einem turbulenten Landwirtschafts­ jahr 2010. Das vergangene Jahr kam einem eher ruhig vor, zumindest was Le­ bensmittelskandale, Landwirtschaftspoli­ tik oder Marktpreise angeht.» Mit diesen Worten eröffnete Präsident Philipp Frei­ mann, Zug, die 56. Generalversammlung des Verbandes für Landtechnik Zug im «Brandenberg» in Zug. Unter den Gästen begrüsste er den Leiter des Landwirt­ schaftsamtes des Kantons Zug Roger Bisig, Zug, vom LBBZ Schluechthof den Leiter Werkstatt Albert Villiger und Lehrer und Berater Willi Gut, Cham, vom Schweizerischen Verband Präsident Max Binder, Nationalrat, Illnau ZH, und Vor­ standsmitglied Fritz Hirter, Safenwil AG, dazu Vertreter der Nachbarsektionen. Knapp 50 der etwa 430 Verbandsmitglie­ der waren anwesend.

Erfolg für Maschinenvorführung In seinem Jahresbericht erwähnte der Präsident die Frühjahresausbildung Füh­ rerprüfung Kat. G, zu der sich 38 Teilneh­ mer angemeldet haben, in den Herbst­ ferien bloss 20. Hingegen hätten

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Schweizer Landtechnik

18 Teilnehmer die neuen zweitägigen Staplerkurse Ende Januar 2012 besucht, für welche die Genossenschaft für land­ wirtschaftliches Bauen und Felix Hegner, Cham, Staplerfahrzeuge stellten. Der Kurs war SUVA­anerkannt, und ein Tag konnte der CZV angerechnet werden. Der Maschinenvorführung des Zuger Verban­ des am 22. Juni 2011 sei ein grosser Erfolg beschieden gewesen. Dank günstigem Wetter und guter Organisation hätten sich an die 300 Besucher eingefunden, um Vertreter der Marken Aebi, Brielmaier, Köppel, Rapid, Reform und Sevitech zu bestaunen. «Die Vorführer haben mir bestätigt, sie seien mit den interessierten Leuten gut ins Gespräch gekommen», sagte Freimann. Seine Einschätzung wurde durch Fotoimpressionen von Willi Gut untermauert. Schliesslich kam Freimann auf die Aufre­ gung rund um einen vermeintlichen Alleingang des Kantons Zug bezüglich Partikelfilterpflicht für neue landwirt­ schaftliche Fahrzeuge und Maschinen über 37 kW ab Baujahr 2012 zu sprechen. «Dank sofortiger Gesprächsbereitschaft mit den Behörden sind Missverständnisse

unbürokratisch ausgeräumt worden», so Freimann. Jeweils einstimmig genehmig­ ten die Anwesenden Jahresbericht, Rechnung 2011 und Tätigkeitsprogramm 2012. Gemäss Rechnungsführer Beat Betschart, Menzingen, wurde im Rech­ nungsjahr mit je rund 45 000 Franken Aufwand und Ertrag ein Gewinn von 942 Franken erwirtschaftet, welche das Vermögen auf knapp 20 000 Franken ansteigen liessen. Der Jahresbeitrag wird bei 85 Franken belassen. Wie der Revisor die Rechnung kommentierte, sei der Ge­ winn ausschliesslich an Maschinenvorfüh­ rungen realisiert worden, weshalb er dafür plädiere, den beteiligten Helferin­ nen, zumeist Vorstandsfrauen, in irgend­ einer Form eine Anerkennung zukommen zu lassen. Im Jahr 2012 finden nebst Motorradprü­ fungen ein Feldspritzentest (11./12. April im Schluechthof), Kat.­G­Ausbildungen (16./19. April und 8./11. Oktober), ein Holzerkurs im Dezember und ein SUVA­ anerkannter zweitägiger Gegenge­ wichtstapler­Grundkurs sowie ein eintä­ giger Teleskopladerkurs statt. In seinem Grusswort des Schweizerischen Verbandes stellte Binder fest, der Zuger Verband gehöre nach wie vor zu den ak­ tivsten der Schweiz und verstehe es, bei Bedarf konstruktive Kritik zu üben. Bisig schliesslich informierte aus erster Hand über das «Reizwort» Gewässerraum (Änderungen der Gewässerschutzverord­ nung) und über die Abschaffung der Hofdüngerverträge. Im zweiten Teil hielt Fritz Schaad von der Gebrüder Schaad AG einen Vortrag über Bodendruck, Breitreifen, Doppelrad, Rei­ fenaufbau, Tragkraft und Rollwiderstand. Die Brüder besitzen das 1966 erteilte erste Patent für Doppelradkupplungen. Sie gründeten die Firma 1972 und zügel­ ten sie 1985 nach Subingen SO. n

Fritz Schaad, der Doppelradpionier, beim Vortrag in Zug.


SVLT

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Freiburger vor Grossveranstaltung am 14./15. April Mit Freude stellte der Präsident des Freiburgischen Verbandes für Landtechnik (FVLT) Robert Zurkinden an der 69. Generalversammlung in Granges-Paccot fest, dass mit etwa 80 Personen doppelt so viele Teilnehmer anwesend waren, wie im Vorjahr. Dominik Senn

Der Freiburger Sektionspräsident Robert Zurkinden und der neue Geschäftsführer Laurent Guisolan. (Bilder: Dominik Senn)

Unter den Gästen weilten Frédéric Ménétrey, Direktor des Freiburgischen Bauernverbandes, FVLT-Ehrenpräsident Franz Stritt, FVLT-Ehrenmitglied Peter Küenzi sowie die Vertreter der Nachbarsektionen Neuenburg und Jura/Berner Jura, André Steiner respektive Freddy Bigler. Im Jahresbericht macht sich Zurkinden Gedanken bezüglich der Probleme, welche der Strassenverkehr der Landwirtschaft zunehmend bereitet. Ein Auge wird man auf die geplante Umgestaltung der Route Bulle-La Tour und auf den Ausweichweg Romont-Mézières haben. Anschliessend folgte der Tätigkeitsbericht 2011. Der FVLT zählt derzeit über 1500 Mitglieder. Die Einschreibungen für die Kurse und Prüfungen der Kat. G sind stabil geblieben. 219 Jugendliche nahmen an den Vorbereitungstagen in Grangeneuve teil; bestanden haben 72 Prozent der

Kandidaten, gegenüber 85 Prozent im Vorjahr. 247 Spritzentests wurden in Ried, Chénens, Vauderens, Cugy und Düdingen kontrolliert. 191 Mitglieder des FVLT profitierten von einem Verbandsbeitrag von je 20 Franken. 28 Maschinen (11 %) erhielten direkt nach der Kontrolle keine Vignette. Probleme waren vor allem im Bereich der Düsen und der Manometer festzustellen. Seit 2007 gibt es im Kontrollgebiet 57 Feldspritzen weniger, das entspricht 18 Prozent. Von der Bremsentestkampagne haben acht Mitglieder profitiert; die Tests nimmt die Werkstatt Michel Baudet AG in Grolley vor. Der neue FVLT-Geschäftsführer Laurent Guisolan konnte in der Rechnung 2011 bei je rund 22 000 Franken Aufwand und Ertrag einen Reingewinn von 606 Franken ausweisen, womit sich das Verbandsvermögen auf knapp 57 600 Franken be-

läuft. Jeweils einstimmig genehmigte die Versammlung die Rechnung, die Beibehaltung des Jahresbeitrags bei 75 Franken und das Tätigkeitsprogramm 2012. Die Kurse zur Theorieprüfung Kat. G finden während der Osterferien 2012 in Grangeneuve statt, die Spritzentests in Sugiez (Bezirk See), Tafers (Sense), Domdidier (Broye), Bulle (Gruyerz) und Grangeneuve (Saane). Ein Höhepunkt im Verbandsjahr 2012 dürfte die Grossveranstaltung der Vorführung von Traktoren, Teleskop- und Hofladern am 14./15. April auf dem Waffenplatz von Drognens werden, verbunden mit der Freiburger Ausscheidung des Traktorgeschicklichkeitsfahrens für den Schweizer Final im Jura. Schliesslich erteilte Florent Bossel von der BUL in einem Kurzreferat nützliche Ratschläge für den Kauf neuer Maschinen. n

Poyabrücke: Schrägseilbrücke mit der grössten Spannweite der Schweiz Das Nachmittagsprogramm der GV des FVLT war der Besichtigung der Baustelle für die Poyabrücke in Freiburg gewidmet. Von der Kreuzung Bellevue auf der Schönbergseite führt die Brücke auf 851,6 Metern Länge über die Saane, verlängert sich durch einen Tunnel unter dem Palatinat-Park, der GrandfeyStrasse und dem SBB-Geleise Freiburg–Bern durch auf einer Länge von 272,15 Metern und findet schliesslich bei der neuen St.-Leonhard-Unterführung ihren Endpunkt. Die gesamte Länge des Bauwerks mit Brücke, Tunnel und Strassenausbau beträgt 2770 Meter. Mit der Unterführung wird es möglich sein, den Durchgangsverkehr in Richtung Murten und Stadt Freiburg unterir-

disch verkehren zu lassen. Die Poyabrücke besitzt eine Spannweite von 196 Metern im mittleren Brückenabschnitt – was Schweizer Rekord bedeutet – und besteht aus drei Fahrspuren für den motorisierten Verkehr. Die voraussichtlichen Kosten für das gesamte Poyaprojekt belaufen sich auf 184,75 Millionen Franken (Stand Juni 2011). Freiburger Bauern lassen sich die Poyabrücke am Modell erklären.

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Schweizer Landtechnik

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n SVLT

Neuer Präsident Matthieu Vergère mit dem Geschäftsführer David Jacquemoud links. Rechts Remo Tscherry. Es fehlt Joël Bessard.

Junge Equipe im Sektionsvorstand Zur diesjährigen Jahresversammlung kamen die Walliser Sektionsmitglieder in Illarsaz im Unterwallis zusammen. Gastrecht bot die Domaine de Savolor der Familie Angst. Die Versammlung hatte einen neuen Präsidenten zu wählen. Ueli Zweifel

Betriebsrundgang Eine Betriebsbesichtigung unter der Leitung von Hansjörg und Stefan Angst rundete die Versammlung ab, bevor man sich beim tradi­ tionellen Raclette stärkte. Nach einer Feuers­ brunst 2006 konnte das zentrale Ökonomie­ gebäude mit Hangar, Lagerkapazitäten für Kartoffeln und Karotten inklusive einer pro­ fessionellen Landmaschinenwerkstatt neu gebaut werden. Für die Rindfleischproduktion (Terrasuisse Valais) werden 250 Tiere auf der Basis von Silomais (20 ha) gemästet. Nebst Weizen (20 ha) und Zuckerrüben (9 ha) haben die Produktionszweige Speisekartoffeln (20 ha) und Karotten (18 ha) vorrangige Bedeutung. Letztere werden bei hoher Luftfeuchtigkeit im Kühlhaus zwischengelagert, bis sie via Stef­ fen­Ris AG und Fenaco nach und nach in die Verkaufsregale bei Migros und Coop kom­ men. Noch werde das Äquivalent für deren Energieverbrauch durch die eigene Fotovol­ taikanlage nicht gedeckt. Doch für Letztere gibt es ja nach Marktlage und Förderungspoli­ tik noch Ausbaupläne. Ein umfangreicher Maschinenpark, tadellos gewartet durch die eigene Fachwerkstatt, geleitet vom Landmaschinenmechaniker Ulrich Angst, rundet das beeindruckende Bild eines erstklassigen Managements­ und Pro­ duktionsstandortes ab.

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Schweizer Landtechnik

Bis dato stand Dominik Salvati als Gutsver­ walter des Pfyngutes, Susten VS, der Sek­ tion vor. Nun hat er sich beruflich verän­ dert; er war deshalb an der Teilnahme an der GV verhindert. Er liess aber im schrift­ lichen Jahresbericht die Aktivitäten Revue passieren. Acht junge Traktorfahrer aus dem Wallis hätten den Fahrkurs G40 be­ sucht. Eine Delegation aus dem Wallis nahm an der Kaderkonferenz in Riniken teil. Nicht unerwähnt blieb im Bericht die Sorge um die sinkende Mitgliederzahl, die eng mit dem Strukturwandel in der Walli­ ser Landwirtschaft zusammenhängt, das heisst mit Betriebsvergrösserungen und ­aufgaben sowie mit der Spezialisierung im Obst­, Wein­ und Gemüsebau. Die Walliser Sektion zählt noch knapp 200 Mitglieder. Das Thema Mitgliederschwund griff auch der Geschäftsführer Matthieu Vergère auf, der die Versammlung interimistisch leitete. Er informierte darüber, dass vorerst infor­ melle Gespräche mit dem Freiburger Ver­ band für Landtechnik stattfinden, um Möglichkeiten des Zusammengehens bei­ der Sektionen zu prüfen. Gemeinsam ist ihnen, dass sowohl Französisch als auch Deutsch gesprochen wird. Die Regional­ konferenzen, wie sie die neuen Statuten

des SVLT vorsehen, seien übrigens ein gutes Gefäss um derlei Fragen zu diskutie­ ren, fügte er an. In der Jahresrechnung musste bei Einnah­ men von 6275 Franken ein Rückschlag von 1152 Franken hingenommen werden. Verluste würden auch deshalb entstehen, weil Mitglieder nicht oder nicht fristge­ recht bezahlen. Verbesserungen erhofft man sich diesbezüglich durch die Beauf­ tragung der Inkassostelle des SVLT, die Mitgliedsbeiträge zu erheben. Das Traktandum Wahlen konnte speditiv abgewickelt werden: Aus der Diskussion im Vorstand sei hervorgegangen, dass der bisherige Geschäftsführer Matthieu Ver­ gère, Vétroz, dank seiner Verbandskennt­ nisse und Fähigkeiten am besten geeignet sei, das Präsidium zu übernehmen. Die Versammlung bestätigte dies durch Akkla­ mation. Frisch gewählt, dankte er Dominik Salvati, der weiterhin dem Vorstand ange­ hört, in Abwesenheit für die geleisteten Dienste. Als Geschäftsführer rückte David Jacquemoud, Evionnaz, nach. Die weiteren Vorstandsmitglieder sind: Remo Tscherry, Agarn und Joël Bessord, Charrat. Philippe Cossy, von der BUL in Grange­ Verney, Moudon VD, verwies auf die le­ bensrettende Bedeutung einer Fahrer­ schutzkabine und vor allem auch der Nutzung eines Sicherheitsgurts. Clément Formaz von der Walliser Kantonspolizei konnte von einer vorsichtig positiven Bi­ lanz bei den Verkehrsunfällen berichten. Am meisten seien diese nach wie vor auf Alkoholkonsum und übersetzte Geschwin­ digkeit zurückzuführen. Zur neuen Chefin für die Unfallverhütung und Verkehrserziehung bei der Walliser Kantonspolizei wurde übrigens die Polizei­ korporalin Nathalie Vuissoz ernannt. n

Dominik Salvati war von 1992–1999 Geschäftsführer und von 1999–2012 Präsident der Walliser Sektion. Er wirkt im Vorstand weiterhin mit.


Sektionsnachrichten 

Generalversammlungen Donnerstag, 22. März, 20 Uhr Restaurant Rose, Ibach mit Kurzreferat «Solartechnik» von Stefan Berger

   

AG

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Der Kurs dauert einen Tag und findet entweder am 16., 17. oder 18. April 2012 statt. Teilnahmeberechtigt sind alle Jugendlichen, die vor dem 1. März 1999 geboren sind. Anmeldekarten sind in allen Sekretariaten der Orientierungsschulen des Kantons oder beim FVLT, laurent.guisolan@fr.ch, 026 305 55 00, erhältlich. Anmeldungen sind bis am 16. März 2012 möglich.

SO

14. Ruedertaler Traktorengeschicklichkeitsfahren Samstag, 19. Mai 2012, ab 12 Uhr Sonntag, 20. Mai 2012, ab 9 Uhr Schulareal Walde in Schmiedrued-Walde Das 14. Ruedertaler Traktorengeschicklichkeitsfahren gilt als Ausscheidung zur Schweizer Meisterschaft 2012 (am 26. August im Kanton Jura) für Teilnehmende aus dem Kanton Aargau. Teilnehmen dürfen alle Traktorfahrerinnen und -fahrer ab dem 14. Altersjahr mit gültigem Fahrausweis (Kat. G oder höher, bitte Ausweis mitbringen). Gestartet wird in den Kategorien D (Damen ab 14), J (Herren Junioren von 14 bis 17) und S (Herren Senioren ab 18). Der Organisator, der Aargauische Verband für Landtechnik, stellt die Fahrzeuge an den jeweiligen Posten zur Verfügung. Es dürfen keine Traktoren mitgebracht werden.

Mit sieben Staplern hoch hinaus Es  war  der  erste  Staplerkurs,  den  die  Sektion  Solothurn  ausgeschrieben hatte – er wurde für die 16 Teilnehmer ein  runder Erfolg.

Vorbereitungskurse Kat. G, 2012 Frick Muri Liebegg Riniken Frick Muri Liebegg Riniken

Fr, 9. März, 18 Uhr Sa, 10. März, 8 Uhr Sa, 10. März, 13.30 Uhr Di, 14. August, 18 Uhr Fr, 23. November, 18 Uhr Sa, 24. November, 8 Uhr Sa, 24. November, 13.30 Uhr Mi, 28. November, 18 Uhr

Fr, 16. März, 18 Uhr Sa, 17. März, 8 Uhr Sa, 17. März, 13.30 Uhr Di, 21. August, 18 Uhr Fr, 30. November, 18 Uhr Sa, 1. Dezember, 8.00 Uhr Sa, 1. Dezember, 13.30 Uhr Mi, 5. Dezember, 18 Uhr

Inhalt: In insgesamt sechs Lektionen werden mit den Teilnehmenden die prüfungsrelevanten Grundlagen erarbeitet, geübt und überprüft. Organisation: Aargauer Verband für Landtechnik (AVLT) Kurskosten: CHF 100.–, Mitgliedern des AVLT und deren Angehörigen wird ein Rabatt gewährt Anmeldung: Dominique Berner, 056 462 32 30, www.avlt.ch

FR Führerausweis Kategorie G Kurse  über  den  Verkehr  und  die  Ausrüstung  landwirtschaftlicher Motorfahrzeuge Der Freiburgische Verband für Landtechnik (FVLT) organisiert in Zusammenarbeit mit Instruktoren der Kantonspolizei und des Landwirtschaftlichen Instituts Grangeneuve Kurse zum Erwerb des Führerausweises Kategorie G (landwirtschaftliche Motorfahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 30 km/h), der ebenfalls zum Führen eines Motorfahrrades berechtigt.

Die Staplerfahrer kämpfen mit Bodenunebenheiten, und  das erst noch auf engstem Raum. (Bild: Paul Müller) «Wir sind positiv überrascht vom Erfolg unseres ersten zweitägigen Staplerkurses», sagte der Präsident der Sektion Solothurn Paul Müller. Je acht Teilnehmer waren an zwei Kurstagen gegen Ende 2011 beteiligt, mehrheitlich Landwirte und sogar ein Bäcker. Unter Kursleiter Thomas Sutter von den Sutter SKT-Kursen standen am Kursort Industrie Schärmatt in Läufelfingen sieben Front- und Schubmaststapler sowie Deichselgeräte zur Verfügung, damit jeder Teilnehmer Gelegenheit zum ausgiebigen Fahren und Üben hatte. Sicherheit und Unfallverhütung wurden grossgeschrieben. Die Absolventen lernten, wie und von welcher Seite Ladungen angepackt werden. Es wurden Gewichtsberechnungen angestellt, denn je höher die Ladung angehoben wird, desto weniger darf sie wiegen, damit allen Sicherheitsaspekten Rechnung getragen ist. Sutter zeigte sich zufrieden mit den Kursabsolventen: «Die teilnehmenden Bauern haben ein Flair für Maschinen. Sie machten sehr interessiert mit.» Alle haben die theoretische und praktische Prüfung bestanden; sie durften den Führerausweis für Staplerfahrer entgegennehmen. Der Kurs ist Suva-anerkannt und kann an die Chauffeurweiterbildung (CZV) angerechnet werden. Der Kurs wird auf Ende 2012 erneut ausgeschrieben. Dominik Senn 3 2012

Schweizer Landtechnik

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n   Sektionsnachrichten

SZ, UR

Führerschein Kategorie G erwerben In Zusammenarbeit mit dem Kantonalen Verkehrsamt Schwyz organisiert der VLT Schwyz & Uri anderthalbtägige Theoriekurse, um den Fahrausweis Kategorie G zu erwerben. Einsiedeln, Gasthaus Seehof (Tel. 055 412 21 89) Mittwoch, 25. April, und Freitag, 11. Mai 2012 Ibach, Restaurant Rose (Tel. 041 811 48 42) Mittwoch, 11. April, und Montag, 30. April 2012

Das OK unter der Leitung von Matthias Siegrist, Rafz, ist mit viel Elan und voller Optimismus an der Arbeit. Es fanden sich elf weitere tatkräftige OK-Mitglieder, welche mit grossem Engagement auf offenem Feld, zwischen den beiden Kieswerken Hastag AG, Wil, und Toggenburger AG, die ganze Infrastruktur planen, organisieren und bereitstellen. Höhepunkt des Festwochenendes wird mit Sicherheit die Schweizer Meisterschaft im Wettpflügen sein. Eine Landmaschinenausstellung, ein Vereinspflugziehen, ein Kinderparadies, eine Produktausstellung der Landi, am Sonntag die Freunde alter Landmaschinen, ein Auftritt der Zürcher Unterländer Trychlergruppe und anderes mehr werden den landwirtschaftlichen Anlass ergänzen. Natürlich fehlt eine gut gerüstete Festwirtschaft mit Bar und Livemusik am Samstagabend nicht (weitere Informationen unter: www.traktorenfest.ch).

Wangen, Restaurant Hirschen (Tel. 055 440 11 49) Mittwoch, 18. April, und Donnerstag, 3. Mai 2012 Erster Kurstag jeweils von 14 bis 17 Uhr, zweiter Kurstag jeweils von 9 bis 16 Uhr (inkl. Prüfung am Nachmittag) Kurskosten: 30 Franken für Mitglieder, 60 Franken für Nichtmitglieder plus 40 Franken für die Lern-CD Auskünfte und Anmeldung bei: Regina Reichmuth-Betschart, Geschäftsstelle VLT SZ & UR, Telefon 041 855 06 90

ZH OK Traktorenfest im Einsatz Seit Herbst 2011 laufen im Rafzerfeld Vorbereitungen für das 4. Traktorenfest. Auf rekultiviertem Land verschiedener Eigentümer werden am 18. und 19. August 2012 die Zürcher Meisterschaften, mit den Kategorien Ausscheidung und Plausch sowie die Schweizer Meisterschaften im Wettpflügen, durchgeführt. Parallel dazu wird das Zürcher Traktorengeschicklichkeitsfahren ausgetragen.

Theorieprüfung Kat. G, Traktorenprüfung 23. Juni 2012  18. August 2012  1. Dezember 2012 jeweils von 9.30 bis 15.30 Uhr Veranstalter: SVLT Zürich, Eschikon, Postfach, 8315 Lindau Voraussetzungen: Teilnahme frühestens drei Monate vor dem 14. Geburtstag möglich (Nothelfer- und Verkehrskundeausweis sind in dieser Kategorie noch nicht vorgeschrieben). Beitrag: Fr. 100.–, für Mitglieder des SVLT Zürich Fr. 80.–. Inbegriffen sind eine Lern-CD sowie eine kleine Mittagsverpflegung mit Getränk. Ort: Strickhof, Eschikon 21, 8315 Lindau Infos, Anmeldung: SVLT Zürich, Eschikon, Postfach, 8315 Lindau, Telefon 052 354 98 01, www.svlt-zh.ch Zum einen wird am Vorbereitungskurs die Theorie der Kategorie G vermittelt. Zum anderen lernen Sie nebst der Unfallverhütung die wichtigsten Grundkenntnisse des Traktors kennen.

LU Aktuelles Kursangebot: Mofa- und Traktorenprüfung Die Vorbereitungskurse für die Mofa- und Traktorenprüfung finden jeweils am Mittwochnachmittag statt. Kurskosten inkl. Lernplattform im Internet für Mitglieder Fr. 50.–. Termine: 21. März 2012 in Hochdorf, 4. April 2012 in Sursee.

Vordere Reihe von links: Christoph Jenni (Marketing),  Céline Scheuthle (Aktuariat), Matthias Siegrist (Präsidium), Ueli Hug (Platzchef), Nadine Angst (Finanzen),  Stefan Lee (Informatik), Hansruedi Neukom (Bau- und  Infrastruktur), Ueli Angst (Festwirt); hintere Reihe: Hans  Burri (Geschicklichkeitsfahren), Käthy Angst (Sponsoring),  René Matzinger (Experten Kant. Wettpflügen), Peter  Ulrich (Koordination SPV). 32

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Schweizer Landtechnik

Roller- und Autoprüfung Theorieprüfung online lernen für Fr. 29.– Grundkurse für Roller und Motorräder finden jeweils am Samstag und monatlich an einem Wochentag in Sursee statt. Nächste Termine: 10. und 17. März 2012, 14. und 21. März 2012, 24. und 31. März 2012. Verkehrskundeunterricht in Sursee, Willisau, Schüpfheim und Hochdorf: nächste Termine am 12./14./19. und 21. März 2012 in Sursee, 26./29. März und 2./5. April 2012 in Schüpfheim.


Sektionsnachrichten 

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GR «Heisser Draht» am Bündner Geschicklichkeitsfahren Idealer Zeitpunkt, idealer Ort: Das Geschicklichkeitsfahren  der  SVLT-Sektion  Graubünden  wurde  auf  dem  Areal  des  Hauptsponsors durchgeführt. Die Andreas Mehli Landmaschinen AG in Chur führte an diesem Tag ihre dritte grosse  Landmaschinengant durch. Der Besucheraufmarsch zur Gant war gross, die Teilnehmerzahl zum Geschicklichkeitsfahren eher klein. Die in zwei Kategorien startenden Teilnehmer hatten die Aufgabe, an vier Posten ihr Können unter Beweis zu stellen. Zeitlimits und eine Punktebewertung waren die Selektionskriterien. Strafpunkte sammeln konnten die Wettkämpfer entlang des «heissen Drahtes» und beim Rückwärtsfahren mit gleichzeitigem Aufrollen eines Seils, genauso aber auch auf der Wippe, auf der es galt, das Fahrzeug eine bestimmte Zeit lang in Balance zu halten. Das Rückwärtsfahren mit einem 4-Rad-Anhänger bei engen Verhältnissen stellte hohe Anforderungen an das Fahrkönnen der Teilnehmer. Rangliste Kategorie unter 18 Jahren: 1. Flurin Jehli, Arezen, 270 Punkte; 2. Adrian Jehli, Arezen, 358; 3. Marcel Item, Zizers, 514; 4. Andreas Fischbacher, Sumaprada, 522; 5. Simon Bühler, Küblis, 554; 6. Ursin Marugg, Flerden, 556; 7. Roman Obrecht, Landquart, 559; 8. Clemens Brunnschweiler, Fläsch, 602; 8. Mirco Ritter, Bonaduz, 602. Über 18 Jahre: 1. Ueli Gisler, Haldi, 414; 2. Walter Hauser, Triesenberg, 431; 3. Urs Marugg, Jenins, 444; 4. Ursin Zinsli, Valendas, 456; 5. Orlando Lerch, Präz, 460; 6. Jürg Obrecht, Landquart, 486; 7. Mirco Lötscher, Haldenstein, 540; 8. Nik Bösch, Ulisbach, 568; 9. Martin Maissen, Disentis, 576; 10. Marino Camenisch, Bonaduz, 598; 11. Otto Keller, Küblis, 630; 12. Fritz Thuner, Vilters, 654. Ruedi Hunger

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G40

SVLT ASETA

Fahrkurs G40 Der Fahrkurs G40 kann nach bestan­ dener Führerprüfung Kat. F/G besucht werden. Er wird im Führerausweis ein­getragen und berechtigt ab dem 14. Altersjahr zum Lenken von land­ wirtschaftlich immatrikulierten Trak­ toren und Ausnahmefahrzeugen bis 40 km/h. Die maximal fünf Teilneh­ men­den pro Kurs (zwei Tage mit 20 Lektionen) erleben eine intensive Schulung und eignen sich eine solide Fahrpraxis an. Die Kursinstruktoren sind Lastwagenfahrlehrer mit einer speziellen Aus- und Weiterbildung für landwirtschaftliche Motorfahrzeuge. Zum Kurs erforderlich: Führerausweise Kat. F/G Erster Kurstag: Traktor (30 oder 40 km/h) mit Fahrerschutz (Fahrzeug­ ausweis, Abgaswartungsdokumente nicht vergessen) Zweiter Kurstag: Traktor und land­ wirtschaftlicher Anhänger Kursgebühr: CHF 550.–, abzüglich Rückerstattung von CHF 100.– durch den Fonds für Verkehrssicherheit

Eine frühzeitige Anmeldung für den passenden Kursort und das pas­sen­ de Kursdatum lohnt sich. Die Kurs­ bestätigung zum G40-Fahrkurs gilt als Ausweis, mit dem ein 40-km/hTraktor (ohne Anhänger) zu Übungs­zwecken für die Dauer von einem Monat gefahren werden darf. Wer den G40-Fahrkurs erfolgreich besucht hat, erhält von der Vau­ doise-Versicherung einen Bon im Wert von CHF 100.– (Gültigkeitsdauer zwei Jahre). Dieser kann beim Abschluss einer Motorfahrzeughaftpflichtversicherung für sich selbst oder für ein anderes Fami­ lienmitglied im gleichen Haushalt eingelöst werden. Bedingungen: Die Bestätigung über die Durchführung eines ausgewählten Kurses und die Rechnungen werden rund zwei Wochen vor dem ersten Kurstag verschickt. Bei Abmeldung weniger als 14 Tage vor Kursbeginn wird ein Unkostenbeitrag von CHF 60.– erhoben. Nichterscheinen am Kurs berechtigt den SVLT, das volle Kursgeld zu verlangen.  n

Weitere Informationen und Teilnahmebedingungen:

www.fahrkurse.ch

Anmeldung Fahrkurs G40 Kursort

Kursdatum

Name/Vorname Geburtsdatum Adresse PLZ, Wohnort Telefon

Mobile

Nummer des Führerausweises (Feld 5 auf dem FAK)

Ich habe von den Teilnahmebedingungen Kenntnis genommen. Datum und Unterschrift Unterschrift der Eltern oder des Lehrmeisters Einsenden an: SVLT, Postfach, 5223 Riniken, Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01, E-Mail: info@agrartechnik.ch

Kursorte und Kursdaten 2012 Änderungen vorbehalten Aarberg BE 29.03 + 03.04 19.07 + 24.07 19.04+24.04 26.07 + 31.07 26.04 + 01.05 30.08 + 04.09 Balgach SG 12.07 + 17.07 25.10 + 30.10 Bazenheid SG 22.03 + 27.03 09.08 + 14.08 03.05 + 08.05 25.10 + 30.10 28.06 + 03.07 08.11 + 13.11 Biberbrugg SZ 08.03 + 13.03 05.06 + 13.06 23.04 + 04.05 18.07 + 24.07 11.05 + 15.05 Brunegg AG 27.04+30.04 13.09 + 18.09 24.05 + 29.05 04.10 + 09.10 08.06+12.06 Bülach ZH 12.07 + 17.07 18.10 + 23.10 Bulle FR 28.03 + 04.04 15.08 + 22.08 26.04 + 01.05 13.09 + 18.09 09.05 + 16.05 26.09 + 03.10 23.05 + 30.05 18.10 + 23.10 06.06 + 13.06 24.10 + 31.10 09.07 + 18.07 Claro TI: auf Anfrage Corcelles-près-Payerne VD 14.03 + 21.03 12.09 + 19.09 20.06 + 27.06 07.11 + 14.11 29.08 + 05.09 Courtételle JU 12.04 + 17.04 04.07 + 10.07 19.04+24.04 23.08 + 28.08 31.05 + 05.06 20.09 + 25.09 Düdingen FR 15.03 + 20.03 06.09 + 11.09 10.05 + 15.05 25.10 + 30.10 05.07 + 10.07 Frauenfeld TG 08.03 + 13.03 26.07 + 31.07 05.04 + 10.04 06.09 + 11.09 18.05 + 22.05 18.10 + 23.10 21.06 + 26.06 01.11 + 06.11 Gossau ZH 24.04 + 02.05 23.08 + 28.08 06.06 + 12.06 11.10 + 16.10 17.07 + 25.07 Hohenrain LU 23.03 + 29.03 23.08 + 28.08 10.05 + 15.05 25.10 + 30.10 28.06 + 03.07 Ilanz GR 26.04 + 01.05 16.08 + 21.08 Interlaken BE 19.04 + 24.04 23.08 + 28.08 16.05+22.05 Kägiswil OW 12.04 + 17.04 27.09 + 03.10 19.07 + 24.07 La Sarraz VD 19.04 + 24.04 23.08 + 28.08 10.05 + 15.05 06.09 + 11.09 07.06 + 11.06 Landquart GR 15.03 + 20.03 16.08 + 21.08 24.05 + 29.05 06.09 + 11.09 05.07 + 10.07 04.10 + 09.10 Langnau i. E. BE 08.03 + 13.03 14.06 + 19.06 15.03 + 20.03 12.07 + 17.07 22.03.+28.03 09.08 + 14.08 05.04 + 10.04 20.09 + 25.09 19.04 + 24.04 04.10 + 09.10 31.05 + 05.06 08.11 + 13.11 Les Hauts-Geneveys NE 29.03 + 03.04 29.08 + 04.09 16.05 + 22.05 11.10 + 16.10 08.08 + 13.08

Lindau ZH 15.03 + 20.03 13.09 + 18.09 12.04 + 17.04 15.11 + 20.11 Lyss BE 13.09 + 18.09 15.11 + 20.11 01.11 + 06.11 Lyssach BE 29.03 + 03.04 06.09 + 11.09 31.05 + 05.06 18.10 + 23.10 14.06 + 19.06 15.11 + 20.11 Marthalen ZH 26.04 + 02.05 21.06 + 26.06 25.05 + 31.05 05.07 + 10.07 Mettmenstetten ZH 04.04 + 13.04 05.07 + 10.07 24.05 + 29.05 23.08 + 31.08 Moudon VD 25.04 + 02.05 09.08 + 14.08 24.05 + 29.05 18.10 + 23.10 12.07 + 17.07 Niederurnen GL 29.03 + 03.04 20.09 + 25.09 27.04 + 03.05 02.11 + 06.11 21.06 + 26.06 Nyon VD 22.03 + 27.03 22.11 + 27.11 15.11 + 20.11 Oensingen 12.04+17.04 19.07 + 24.07 10.05 + 15.05 02.11 + 06.11 Saanen BE 22.05 + 30.05 20.09 + 25.09 23.08 + 28.08 Salez SG 26.04 + 01.05 09.08 + 14.08 08.06 + 12.06 18.10 + 23.10 Schöftland AG 26.04 + 01.05 13.09 + 18.09 Schwarzenburg BE 12.04 + 17.04 16.08 + 21.08 10.05 + 15.05 18.10 + 23.10 07.06 + 12.06 Schwyz 29.03 + 03.04 05.07 + 10.07 Sion VS 14.06 + 19.06 25.10 + 30.10 06.09 + 11.09 Sissach BL 30.03+03.04 16.08 + 21.08 21.06 + 26.06 Sitterdorf TG 15.03 + 20.03 19.07 + 24.07 19.04 + 24.04 30.08 + 04.09 24.05 + 29.05 11.10 + 16.10 28.06 + 03.07 Sursee LU 15.03 + 20.03 23.08 + 28.08 10.05 + 15.05 06.09 + 11.09 05.07 + 10.07 02.11 + 06.11 09.08 + 14.08 Tramelan BE 21.06 + 26.06 27.09 + 02.10 16.08 + 21.08 01.11 + 06.11 Tuggen SZ 05.04 + 11.04 06.07 + 11.07 10.05 + 15.05 22.11 + 27.11 Visp VS 14.06 + 19.06 12.09 + 18.09 Willisau LU 22.03 + 27.03 18.05 + 22.05 03.05 + 08.05 30.08 + 04.09 Zweisimmen BE 02.05 + 08.05 23.08 + 28.08 19.07 + 24.07 20.09 + 25.09 Zwingen BL 16.08 + 21.08


SVLT ASETA

Werkstattkurse

Kurszentrum Riniken Verlangen Sie die ausführlichen Kursinformationen bei: Schweizerischer Verband für Landtechnik (SVLT) Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken, www.agrartechnik.ch zs@agrartechnik.ch, Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01

Unterhalt von Motorgeräten mit 4-Takt-Motoren MRG  1 Tag, CHF 240.– (340.–) Wartungsarbeiten an Benzin- und Dieselmotoren, Rasenmäher, Rasentraktor, Bodenfräse. Messer schärfen. Kommunalmähbalken einstellen. Störungen beheben. Stilllegung für die Winterpause. 14.6.2012

Traktoren und Hoflader

Elektrodenschweissen SES 2 Tage, CHF 590.– (790.–) Stahl in verschiedenen Stärken und Positionen schweissen. Kenntnisse über Metalle, Elektroden und Hartauftragschweissen. 29.–30.3.2012; 19.–20.6.2012

Dieselmotoren warten und reparieren TDM  2 Tage, CHF 440.– (640.–) Wartungs- und Reparaturarbeiten an Kühl- und Kraftstoffanlage. Einstellen der Ventile. Abdichten bei Ölverlust. Störungssuche an Starthilfe und Anlasser, Servicearbeiten zum Überwintern. 15.–16.3.2012 Traktoren zur MFK-Nachprüfung instand stellen TNP  5 Tage, CHF 950.– (1150.–) Lenkung, Vorderachse, Bremsen, Kupplung und Beleuchtung instand stellen. Abdichten bei Ölverlust an Motor, Getriebe, Allradachse oder Hydraulik. 19.–23.3.2012

Maschinen und Anhänger

Elektrik und Beleuchtung

Gelenkwellen und Kupplungen LGW  1 Tag, CHF 240.– (340.–) Schutzteile, Schieberohre, Kreuz- und Weitwinkelgelenke reparieren, Überlast- und Freilaufkupplungen prüfen und instand stellen. 9.3.2012

Fahrzeugelektrik EFZ  1 Tag, CHF 240.– (340.–) Anhängerbeleuchtung nachrüsten und instand setzen, Richtungsanzeiger und Lichtanlage am Traktor reparieren. Störungen an Anlasser und Vorglühanlage beheben. 20.3.2012

Schweissen Schutzgasschweissen SMS 2 Tage, CHF 590.– (790.–) MAG-Schweissen an Profilen von 3 bis 8 mm und Blechen von 1 bis 2 mm, in verschiedenen Positionen. Kenntnisse über Metalle, Drahtelektroden und Schutzgase. 3.–4.4.2012; 7.–8.6.2012

Mähwerke und Aufbereiter reparieren LMA  2 Tage, CHF 440.– (640.–) Scheiben- und Trommelmäher, Doppelmesserbalken reparieren. Lager ersetzen. Aufbereiter, Anbaurahmen und Schutzvorrichtungen instand stellen. 12.–13.3.2012

Kommunal- und Gartenbaumaschinen Unterhalt und Reparatur von Maschinen mit Hydraulikanlagen MHR  2 Tage, CHF 440.– (640.–) Wartung der Hydraulikanlage an Minibagger, Radlader, Raupendumper. Gelenklager in Ausleger und Ladeschwinge ersetzen. Zylinder und Leitungen reparieren. Öllecks abdichten. Wartungsarbeiten am Motor. 12.–13.6.2012 Unterhalt von Motorsensen, Kettensägen und Heckenscheren MGK  1 Tag, CHF 240.– (340.–) Wartungsarbeiten am Motor. Pflege von Antriebswelle und Schwert. Schärfen der Kette, Mähscheibe, Heckenschere. Störungen beheben. Stilllegung für die Winterpause. 27.3.2012; 5.6.2012

 Eigene Maschinen, Geräte und Werkzeuge können in den Kursen gewartet und repariert werden.

Weitere Informationen und Teilnahmebedingungen:

www.fahrkurse.ch

Kursanmeldung Kurstyp (Buchstabenfolge) Kursdatum

Mitglied-Nr.

Name Adresse PLZ, Ort Telefon

Fax

E-Mail Datum und Unterschrift q Ich will von den Tarifen für Mitglieder profitieren und werde Mitglied q Ich bringe folgende Maschinen, Geräte mit zum Kurs:

Brief oder Fax an SVLT, Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken, Telefon 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01


n SVLT

Feuerlöscher im Griff Wie mit Feuerlöschern gekonnt umgegangen wird, ist im Kurs «Unfall/Brand» des Schweizerischen Verband für Landtechnik (SVLT) zu erfahren; der Kurs steht im Rahmen der obligatorischen Chauffeuren-Weiterbildung. Dominik Senn

23. Dezember 2011, 14.50 Uhr, Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung in Hohenrain LU: eine Stichflamme – ein grollendes «Wumm» – zischend steigt eine Dampfwolke auf. Im Bruchteil einer Sekunde ist der Spuk vorbei. Die Szenerie wird überwacht von einem Feuerwehroffizier in voller Montur, Dominique Berner, Fachinstruktor Brandbekämpfung, der hier seine Vielseitigkeit einmal mehr unter Beweis stellt: Er ist beim SVLT-Zentralsekretariat in Riniken zuständig für Beratung, F/G-Kurse und den technischen Dienst. Wir sind, just vor Weihnachten, mitten im SVLT-Weiterbildungskurs «Unfall/Brand». Es handelt sich um einen ganztägigen Kurs im Rahmen der obligatorischen Chauffeuren-Weiterbildung. Wer über einen Führerausweis Kategorie C oder C1 (Motorwagen über 3,5 t) verfügt, ist gemäss Chauffeuren-Zulassungs-Verordnung (CZV) verpflichtet, innerhalb von fünf Jahren 35 Stunden obligatorische Weiterbildung nachzuweisen. War der Vormittag eher der Erarbeitung theoretischer Themen wie Verkehrsregeln und dem Verhalten im Kreisverkehr gewidmet, ging es nachmittags richtig zur Sache. In Gruppenarbeiten und praktischen Übungen repetierten die Teilnehmer das Ampelschema (Schauen, Denken, Handeln) bei einer Notfallsituation, lernten die Brandklassen und Löschmittel sowie den Einsatz von Feuerlöschern kennen und erfuhren, wie sie sich bei Stau oder Brand in einem Tunnel zu verhalten haben. Die Lernziele des Kurses «Unfall/Brand»: • Beschreiben der verschiedene Verkehrsunfallursachen 36

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• Richtiges Verhalten im Strassentunnel beim Befahren, bei Stau oder im Brandfall • Beschreiben der Grundsätze der Brandbekämpfung • Korrekter Einsatz des Feuerlöschers • Bewusstwerden des Stellenwerts einer vorausschauenden Fahrweise und Beschreiben der wichtigsten Regeln dazu

Feuerwehroffizier Dominique Berner, Fachinstruktor Brandbekämpfung, erläutert den Kursteilnehmern am Berufsbildungszentrum Hohenrain LU die verschiedenen Brandklassen.

• Beschreiben der wichtigsten Änderungen im Strassenverkehrsrecht Was die Kursteilnehmer am meisten beeindruckte, war die Brandbekämpfung bzw. das richtige Vorgehen in einem Brandfall. Was passieren kann, wenn man mit Wasser einen Friteusenbrand bekämpfen will, wurde bei der eingangs erwähnten Demonstration fast mit Er-

Zum korrekten Einsatz eines Feuerlöschers gehört auch die richtige Wahl des Löschmittels, Schaum, CO2 oder Pulver. (Bilder: Franz Nietlispach und Dominik Senn)


SVLT

n

Das Wasser im Behälter über dem brennenden Friteusenöl wird per Kettenzug ins Öl gekippt, die Reaktion startet mit einem Wummen, die Flamme steigt meterhoch und verpufft.

schrecken festgestellt. Eine solche Vorführung beeindruckt ungleich mehr, als alle Theorie. Bei der Kursbeurteilung an zweiter Stelle ihres Interesses nannten die Chauffeure das Auffrischen der Kenntnisse bei einem Unfall im Strassenverkehr.

Frist läuft 2013 ab Kursleiter Franz Nietlispach, der die Themen Verhalten im Strassenverkehr sowie Verhalten im Tunnel bei Brand und Unfall

erarbeitete, war sehr angetan vom grossen Interesse, das die 15 Kursteilnehmer an den Tag legten. «Es war eine Freude, zuzusehen, wie sie im praktischen Teil mit den Feuerlöschern hantierten. Dazu kam die Genugtuung, mit dieser Weiterbildung einen weiteren Kurstag erfüllt zu haben.» «Mit solchen Kursen sichern sich die Chauffeure die Berechtigung, nach 2014 gewerbliche Transporte mit Fahrzeugen

dieser Kategorien durchzuführen», erklärte Nietlispach, Bereichsleiter Aus- und Weiterbildung des SVLT. «Für die Kategorien D und D1, das heisst schwere Motorwagen zum Personentransport, endet diese Frist bereits 2013.» Die meisten der 15 Kursteilnehmer waren Lastwagenchauffeure bzw. Landwirte, die diese Berechtigung zum aushilfsweisen oder nebenberuflichen Fahren nicht verlieren wollen. n

Die Brandschutzdecke schützt auch die Hände.

Bei diesem Kurs muss jeder Hand anlegen.

Dominique Berner beim Feuersimulationsgerät.

Das Verhalten bei Unfall und das Bergen wollen gut überlegt sein.

CZV-Kursangebote des SVLT Aktuell bietet der SVLT folgende CZVKursthemen für die obligatorische Weiterbildung der Lastwagenchauffeure an: • ARV 1/DFS (Arbeits- und Ruhezeitverordnung/Digitaler Fahrtenschreiber) • Ladungssicherung • Erste Hilfe • Moderne Fahrzeugtechnik • Unfall/Brand Die Kurse finden schwergewichtig in den Wintermonaten (oder nach Absprache) an dreizehn verschiedenen Standorten in der deutsch- und französischsprachigen Schweiz statt. Sie sind von der Vereinigung der Strassenverkehrsämter der Schweiz (asa) anerkannt. Informationen zum Fähigkeitsausweis der Kategorien C/C1 und D/D1 sind unter www.asa.ch oder www.cambus.ch erhältlich. Die Kursanmeldung kann über www.fahrkurse.ch oder über den SVLT, Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken, vorgenommen werden. Die Kursausschreibung mit Anmeldetalon ist regelmässig in der «Schweizer Landtechnik» zu finden. Die nächsten Ausschreibungen finden ab September 2012 statt.

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n SVLT

Leiter Ruedi Gnädinger schätzt den lebhaften Kursbetrieb.

Wertvoller Meinungs- und Erfahrungsaustausch bei Lohnunternehmer Schweiz im SVLTVerbandszentrum in Riniken AG. (Bilder: Dominik Senn)

«Bedingungslose Kostenwahrheit» ist das Gebot «Eine korrekte betriebswirtschaftliche Kalkulation benötigt bedingungslose Kostenwahrheit», hiess das Fazit einer Weiterbildung in Betriebsführungsfragen von Lohnunternehmer Schweiz. Dominik Senn Unter dem Titel «Mach das Richtige richtig» hat Lohnunternehmer Schweiz Anfang Jahr wieder eine Weiterbildung angeboten, die Lohnunternehmer in Betriebsführungsfragen unterstützt. 19 Lohnunternehmer und Personen, die in Lohnunternehmen mit Betriebsführungsfragen beschäftigt sind, ergriffen diese Gelegenheit einer eintägigen Weiterbildung im SVLT-Verbandszentrum in Riniken AG. Kursleiter war Rudolf Gnädinger, langjähriges Mitglied mit beratender Stimme im Vorstand von Lohnunternehmer Schweiz und ehemaliger Fachverantwortlicher für die Bereiche Mechanisierung und Bauen bei der Agridea in Lindau. Heute ist er als selbständiger Berater tätig. Während seiner beruflichen Tätigkeit hat er sich auf Wirtschaftlichkeitsfragen und die Beurteilung von technischen Lösungen spezialisiert.

Exakt kalkulieren Der erste Kursteil war Fragen der Ausrichtung des Betriebes, der möglichen Betriebsentwicklung, der dazu nötigen Investitionen und der damit verbundenen Arbeitsbelastungen gewidmet. Einen 38

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Schwerpunkt setzte Gnädinger nicht nur auf die exakte Kostenkalkulation beim Kauf einer neuen Maschine, sondern auch auf die mögliche Auslastung aufgrund der möglichen Einsatztage und auf die optimale Nutzungsdauer: «Meines Erachtens muss gerade der Lohnunternehmer bei Kalkulationen sattelfest sein und sich die Kostenwahrheit ständig vor Augen führen, damit er beurteilen kann, ob er bei den gegebenen Marktpreisen eine solide Existenz hat», sagte Gnädinger. Im aktiven Dialog mit den Kursteilnehmern analysierte Gnädinger Kostenelemente am Beispiel eines Traktors. Bei der Kalkulation des Preises einer Dienstleistung müssen primär und realistisch die betrieblichen Aufwendungen aufgrund der Maschinenkostenrechnung erhoben werden. Erst dann dürfen andere Elemente wie Gewinnmarge, Gemeinkosten, Risikoanteil und auch allfällige Rabatte zugerechnet werden. Diskutiert wurden Massnahmen für eine mögliche Verbesserung der Auslastung. Eine bessere Verfügbarkeit der Maschine wird erreicht durch gute Instandhaltung, Einsatzplanung und routiniertes Bedienpersonal.

Die bessere Auslastung wird auch durch mehr Feldarbeitstage durch Zusammenarbeit mit Partnerbetrieben erzielt. Investitionen in einem Betrieb versprechen in der Regel eine wirtschaftliche Verbesserung durch: • termingerechte Arbeitserledigung • Arbeitszeiteinsparung • Arbeitserleichterung und Arbeitssicherheit, Verbesserung der Produktqualität • neue Produkte oder neue Dienstleistungen • geringere Instandhaltungs- und Energiekosten • Imageverbesserung Gnädinger warnte aber gleichzeitig vor der Euphorie, die sich gerne im Gefolge von Neuinvestitionen einstellt. Die positive Aufbruchsstimmung trübt häufig den Blick auf die nüchterne Kostenwahrheit. Informationen werden eher selektiv wahrgenommen: Was den Kaufentscheid rechtfertigt, wird höher gewichtet. Eine Nachkalkulation mit maschinenspezifischen Aufzeichnungen (Maschinenbordbuch) erleichtert einen Wirtschaftlichkeitsvergleich zwischen einem weiteren Einsatz der alten Maschine oder einem Eintausch. Investitionsentscheide werden objektiver (Entscheid nach Zahlen und nicht nach Worten). «Die Kursteilnehmer waren sehr interessiert und haben gut mitgemacht», gab Gnädinger eine abschliessende Einschätzung des Kurses, «es wurde lebhaft und ehrlich diskutiert. Wertvoll war auch der Meinungs- und Erfahrungsaustausch, beispielsweise über die Rekrutierung von Mitarbeitern als Aushilfskräfte oder als Festangestellte. Die Lohnunternehmer sind interessiert daran, was für Ansichten und Vorschläge ihre Kollegen äussern. Fazit des Kurses: betriebswirtschaftliche Kalkulation ist bedingungslose Kostenwahrheit.» n


Management

n

Anbau- und Bearbeitungssysteme etablieren sich Pfluglose Anbausysteme schonen die Ressource Boden und optimieren den Wasserhaushalt im Boden, wenn auch mit unterschiedlichem Erfolg. Seit in der Landwirtschaft vermehrt automatische Spurleitsysteme eingesetzt werden, eröffnen sich neue Möglichkeiten. Ruedi Hunger

Der Boden ist die Grundlage für jegliche landwirtschaftliche Produktion. Dessen ungeachtet steht unser Boden in vielen Bereichen der ackerbaulichen Nutzung unter Dauerstress. Fachleute, Forscher und Praktiker suchen nach Alternativen, um den Boden zu entlasten. Die Wege, die dabei begangen werden, sind vielfältig und durch unterschiedlichen Aufwand gezeichnet. Verfahrenstechnische Mängel oder Schwierigkeiten, die aus den lokalen Gegebenheiten wie Bodenart, Fruchtfolge, Intensität und Witterung resultieren, begleiten pfluglose Verfahren auf dem Weg ihrer Einführung. Da jedes neue Anbausystem auf eine bereits vorhandene Mechanisierung stösst, kann es sich nur durch überzeugende Vorteile und/oder wesentlich tiefere Kosten etablieren. In Zukunft muss

aber auch mit einem gewissen Druck der Öffentlichkeit für mehr Schutz der Ressource «Boden» als Gegenleistung für den Erhalt von landwirtschaftlich genutzten Flächen, gerechnet werden.

Direktsaat – die Etablierte Definition: «No-tillage» (deutsch: keine Bearbeitung) bedeutet eine Saatgutablage in einen – seit der Ernte der vorhergehenden Hauptkultur – absolut unbearbeiteten Boden. Direktsaat ist nicht lediglich eine andere Sätechnik, sondern ein eigenständiges Anbausystem. Gleichbedeutend mit der Saatgutablage in einen unbearbeiteten Boden ist die permanente Bodenbedeckung. Das Säen in die dauernde Bodenbedeckung sowie die Erhaltung dieser sind die höchsten Herausfor-

derungen der Direktsaat. Die Saat erfolgt mithilfe von Meissel- oder Scheibensäscharen in maximal 15 Zentimeter breite Streifen, wobei höchstens 25 Prozent der Bodenoberfläche bewegt werden (gemäss FAO-Definition). In der Praxis wird oft beim Einsatz einer Bestellkombination von Direktsaat gesprochen. Der Einsatz einer Kombination von Kreiselegge und Sämaschine (oder ähnlicher Gerätekombinationen) und die damit verbundene ganzflächige Bearbeitung darf nicht als Direktsaat bezeichnet werden.

N-Mineralisierung als Erfolgsfaktor Durch die fehlende Bearbeitung erhöht sich die Lagerungsdichte des Bodens. Für die Wurzelentwicklung ist diese Entwicklung nicht nachteilig, da das Bodenleben

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n Management

Systematik der Anbausysteme; gestützt auf die Intensität von Bodenbearbeitung und Bodenbelastung

PFLUGSAAT hohe Bearbeitungsintensität

MULCHSAAT mittlere Bearbeitungsintensität

100% bearbeitet ganzflächig, krumentief wendend

100% bearbeitet ganzflächig, nicht wendend

Grundbodenbearbeitung

STREIFENSAAT tiefe Bearbeitungsintensität

DIREKTSAAT keine Bodenbearbeitung

Controlled Traffic Farming (CTF) möglich bei allen Anbausystemen

< 75% unbearbeitet

> 90% unbearbeitet

70–90% werden nicht befahren

Säkombination Streifen-Fräs-Saat

Strip-till-Saat

Ridge-till (Dammverfahren) Saatbettbereitung

Zapfwellengetriebene Streifenbearbeitung und Saat in einem Durchgang

europäisches Modell: möglich 6 m Arbeitsbreite Fahrspur +/– normal

australisches Modell: einheitliche Arbeitsbreite 3 m Fahrspur

Bodengetriebene Streifenbearbeitung und Saat in einem Durchgang

Saatbettbereitung Saat

der Schlüssel zum Erfolg. Intensivfruchtfolgen schaffen Probleme und müssen in Zeiten niedriger Verkauferlöse und teurer Produktionsmittel gründlich hinterfragt werden. Der Erfolg mit Direktsaat stellt sich erst ein, wenn ein Umdenken erfolgt ist und sich der Betriebsleiter auch «mit dem Herzen» für dieses Anbausystem entschieden hat. Bereits vor Jahrzehnten haben südamerikanische Direktsaatspezialisten die These formuliert, dass die Verdichtung zuerst im Kopf gelöst werden muss (siehe auch: www.no-till.ch; www.direktsaaten.ch).

Saat

Controlled Traffic Farming (CTF)

gefördert wird und nach einer natürlichen Übergangsfrist ausreichend Wurmgänge und alte Wurzelläufe sowie Risse zur Verfügung stehen. Jede Bodenbearbeitung fördert die Mineralisierung von Stickstoff. Zudem verzögert sich bei höherer Lagerungsdichte im Frühjahr die Erwärmung der Ackerböden. Dieser Umstand wird der Direktsaat oft als Nachteil angelastet. Der französische Berater und Direktsaatspezialist Frédéric Thomas ist überzeugt, dass nicht in erster Linie die Temperatur massgebend ist, sondern er sieht in der mangelnden Stickstoffmineralisierung bei tiefen Temperaturen die Hauptursache.

Pflanzenvielfalt für die Begrünung Eine starke Begrünung verhindert eine entsprechende Verunkrautung. Je besser

die Ernährung der Begrünungspflanzen, desto positiver sind die Auswirkungen auf die Bodenstruktur. Hohe Biomassenerträge und damit verbunden eine schnelle N-Wirkung wird – für eine ökologisch intensive Direktsaat-Bewirtschaftung – mit Saatgutmischungen erreicht, die einen hohen Anteil Leguminosen enthalten, empfiehlt Frédéric Thomas.

Der Erfolg beginnt im Kopf Das effiziente Ausnutzen von Vor- und Nachfruchteffekten in der Fruchtfolge ist in den vergangenen Jahren, bedingt durch die rasante Entwicklung im produktionstechnischen Bereich, immer mehr in Vergessenheit geraten. Nicht nur für die Direktsaat, sondern auch für alle pfluglosen Anbauverfahren ist die Fruchtfolge

Bodenverdichtungen durch schwere Fahrzeuge und zahlreiche Überfahrten sind Gift für die Bodenfruchtbarkeit. CTF (engl.) ist gleichbedeutend mit «Konzentration allen Fahrverkehrs auf definierte und dauerhafte Fahrspuren». Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches CTF ist daher eine automatische Spurführung mit hoher Genauigkeit. Ohne GPS und RTKKorrektursignal geht gar nichts. Damit wird gewährleistet, dass die Fahrspuren immer an derselben Stelle sind, und dass der Boden zwischen den Fahrspuren mehr Luft bekommt. Oberbodenverdichtungen sind gegenüber der Pflugvariante ein Grund für den grossen Schwankungsbereich einiger konservierender Verfahren, wenn es um den pflanzenbaulichen Ertrag und betriebswirtschaftlichen Erfolg geht. Messungen zeigen, dass der Sauerstoffgehalt in der Bodenluft bei feuchten Bedingungen und schlecht strukturierten Böden niedrige Werte erreichen kann. Eine bessere Bodenstruktur weist nebst einem höheren Sauerstoffgehalt in der Bodenluft mehr offene Bodenporen auf. Dies wiederum reduziert die Erosionsanfälligkeit und ermöglicht den Pflanzen eine intensivere Bewurzelung. Eine bessere, feinere Durchwurzelung heisst auch, dass während Trockenperioden das noch vorhandene Bodenwasser besser erschlossen wird. In der Folge darf mit stabileren Erträgen gerechnet werden.

Energieverschleiss reduzieren

Die Direktsaat hat sich in der Schweiz auf über 16 000 Hektaren etabliert.

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Generell senken lockere Bodenstrukturen den Zugkraftbedarf für die Bearbeitung. Gleichzeitig reduzieren kompakte Fahrspuren den Rollwiderstand. Gemäss Aussagen von Fachleuten kann daher der Zugkraftbedarf je nach Bearbeitungstiefe um bis zu 20 Prozent sinken. Damit könnte die verhängnisvolle Entwicklung hin zu


Management

Fokus: Strip-till. Dieses Bodenbearbeitungsverfahren verbindet Vorteile der Direktsaat mit Vorteilen der konservierenden Bearbeitung, indem der Boden nur streifenweise gelockert und die Zwischenstreifen-Bereiche unbearbeitet bleiben. Das Saatgut wird anschliessend in den vorgelockerten Streifen abgelegt. Daraus lässt sich ableiten, dass rund Beim absätzigen Strip-till-Verfahren werden die bearbeitedrei Viertel der Ackeroberten Streifen in abgefrorene Pflanzen oder Ernterückstände fläche unbearbeitet bleiben gelegt. und von Ernterückständen oder abgestorbenen Gründüngungsimmer grösseren Traktoren gestoppt pflanzen bedeckt sind. werden. In Australien werden heute beStrip-till ist üblicherweise ein «absätzireits mehrere Millionen Hektaren unter ges» Verfahren. Das heisst, beim Strip-tillCTF-Bedingungen bewirtschaftet. Das Verfahren erfolgt die Bodenbearbeitung und -lockerung zeitlich versetzt von der australische CTF-Anbausystem basiert auf Aussaat. Oft wird der erste Durchgang einer Spurbreite von 3 bis 2 Meter. Die verwendete Reifenbreite reduziert sich mit 37,5 cm, 45 cm oder 50 cm Strichabauf 40 bis 50 Zentimeter. Dadurch wird stand durchgeführt. Mit einem Rollkuli als der Spuranteil auf eine feste Fläche von Nachläufer werden die gelockerten Streirund 15 Prozent reduziert. fen eingeebnet, damit bei der späteren Saat gleichmässige Keimbedingungen CTF für Europa vorherrschen. Laut Martin Hopp, ART, hat das australische CTF-Verfahren einige Nachteile: Inline-Düngung Durch die Spurverbreiterung auf drei Beim ersten Bearbeitungsschritt wird zeitgleich in einer Tiefe von zehn bis Meter reduzieren sich die Nutzlast und die maximale Fahrgeschwindigkeit. Zudem zwanzig Zentimetern eine Liniendüngung entstehen gravierende Probleme im abgelegt. Stickstoffdünger, der als «LiniStrassenverkehr. endepot» in den Boden eingebracht wird, Schmale Reifen müssen mit einem höhesollte so platziert sein, dass er von den ren Reifeninnendruck gefahren werden. Pflanzenwurzeln schnell erreicht wird. Da Dadurch werden die Fahrspuren stark bebei reduzierter Bodenbearbeitung der wenig bewegliche Phosphor zu Mangelansprucht, und es können eigentliche Fahrrinnen entstehen. erscheinungen führen kann, ist bei KultuEin angepasstes europäisches Modell sieht ren wie Mais, Rüben und Raps eine NP-Düngung empeine einheitliche Maschinenbreite von fehlenswert. Wird sechs Metern vor. Das bedeutet im Ackeranstelle des Hanbau, den Wechsel von der 3-Meter-Eigendelsdüngers die mechanisierung zur 6-Meter-StandardStreifenbearbeitung breite und damit zu Lohnunternehmen, mit einer Gülle-InMaschinenringen oder gemeinschaftlijektion kombiniert, chem Maschineneinsatz. Die Maschinen können gleichzeitig sind, im Gegensatz zum australischen auch NährstoffverModell, mit relativ breiten Reifen ausgeluste in Form von rüstet. Sie werden, entsprechend der Ammoniakemissioneuen Reifentechnologie, mit tiefem Reinen wirkungsvoll feninnendruck gefahren (siehe auch: www.ctf-swiss-ch; www.ctfeurope.eu). verhindert werden.

Strip-till-Felder im Streifenlook Ein Verfahren, das in Amerika* seit rund 25 Jahren bei der Aussaat von Mais und Soja praktiziert wird, rückt auch in Europa für Reihenkulturen immer stärker in den

Bodenfeuchtigkeit bestimmt Termin

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seits nach der Vorfrucht, andererseits nach Menge und Beschaffenheit der Ernterückstände und nach dem verfügbaren Zeitraum bis zur nächsten Kultur. Eine Stärke des Verfahrens liegt nach Ansicht von Fachleuten darin, dass sich durch die Entkoppelung von Bodenbearbeitung und Saat die Flächenleistung steigern lässt. Für die Bearbeitung muss der Boden in Bearbeitungstiefe so trocken sein, dass allfällige Schadverdichtungen durch die Bearbeitungswerkzeuge bröckelnd gelockert werden und keine Schmierschichten entstehen. Bei Schadverdichtungen, die der Vorfrucht(ernte) angelastet werden, ist der Bearbeitungszeitpunkt bei trockenen Verhältnissen im Herbst sinnvoll. Der Bearbeitungstermin im Frühjahr wird ebenfalls durch die Bodenfeuchte bestimmt. Die rasche Bodenerwärmung im Frühjahr ist ein wesentliches Ziel der Streifenbearbeitung. Die Saat erfolgt anschliessend mit gleicher Arbeitsbreite und exakt gleichem Reihenabstand. Damit die vorgelockerten Streifen wieder genau gefunden werden, muss zwingend ein Spurleitsystem zur Anwendung kommen (Real Time Kinematic RTK-GPS; siehe auch: www.strip-till.de; www.striptill.com). * Die in der Schweiz seit 20 Jahren mit Erfolg praktizierte Frässaat entspricht bereits dem Prinzip der Streifenbearbeitung (Strip-till). Allerdings unterscheidet sich die eingesetzte Technik (Grubberzinken/Fräse; «OekoSem») von derjenigen anderer Hersteller, die ohne Fräselemente arbeiten (Horsch, Yetter, Orthman, Köckerling, Kuhn). Die StreifenFrässaat ist kein absätziges Verfahren, Bearbeitung und Saat erfolgen in einem Durchgang.

Auch wenn die Streifenfrässaat kein absätziges Verfahren

Der Termin der Streifenlo- und die Bearbeitung intensiver ist, kann das Verfahren im ckerung richtet sich einer- Prinzip als Strip-till bezeichnet werden. 3 2012

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Fruchtfolge und Begrünung im Vordergrund An ihrer 12. Generalversammlung ehrte die Swiss No-Till Dr. Wolfgang G. Sturny mit einem Bodenpreis. Ziel der AP 2014–2017 ist es unter anderem, mit weniger Ressourceneinsatz mehr Menschen zu ernähren. Schliesslich existiert bis 2050 ein hohes Treibhausgas-Reduktionsziel, wozu die Direktsaat ihren Beitrag leisten kann.

Wolfgang G. Sturny beeindruckt seine Zuhörer immer wieder durch seine Nähe zum Boden (Plantahof-Feldtag).

Ruedi Hunger

Wie heisst es doch so schön: «Das schönste Wappen in der Welt, das ist der Pflug im Ackerfeld». Das Pflügen aufgeben heisst schönste bäuerliche Tätigkeit aufgeben. Eine weitere Hemmschwelle auf dem Weg zum pfluglosen Anbau ist das Auge; es entscheidet, ob ein Acker und eine Kultur «schön» sind. Eine Bewertung rein aufgrund des Erscheinungsbildes ist weit verbreitet und oft abschliessend. An der 12. ordentlichen Generalversammlung in Witzwil/Gampelen sagte Hanspeter Lauper, Präsident der Swiss No-Till, einleitend: «Die Bevölkerung muss vor allem über das ungewohnte Erscheinungsbild der Direktsaatfelder besser aufgeklärt werden.» Wieder haben im vergangen Jahr einige Neumitglieder die Hemmschwelle überwunden und sind der Organisation beigetreten.

Erstmals Bodenpreis verliehen Erstmals verlieh die Organisation einen Bodenpreis. Erster Empfänger ist Dr. Wolfgang G. Sturny, Zollikofen. Er ist Leiter der Bodenschutzfachstelle des Amtes für Landwirtschaft und Natur, Kanton Bern. Er ist seit der Gründungszeit, Mitte der Neunzigerjahre, eng mit der Swiss No-Till verbunden. Sturny wird nicht nur im europäischen Raum als wichtiger Bodenspezialist angesprochen. Seine intensiven Kontakte sind weltumspannend. Als massgebender Experte wird seine Meinung auch in Südamerika und Australien/Neuseeland geschätzt.

wendung von frostempfindlichen Begrünungspflanzen könne oft ganz auf den Einsatz von Glyphosat verzichtet werden. Der Einsatz von Totalherbiziden kann laut Thomas auch durch eine durchdachte Fruchtfolge mit abwechselnden Blattund Halmfrüchten vermieden werden. Besonders die ökologisch intensive Landwirtschaft sei auf eine vielfältige Begrünung mit bis zu 70 Prozent Leguminosenanteil angewiesen. Der Referent empfahl den Zuhörern, daran zu denken, dass Fruchtfolge und Begrünungsvielfalt die beste «Technologie» für Direktsaat sei. Victor Kessler, Leiter Fachbereich Ökound Ethnoprogramme beim Bundesamt für Landwirtschaft, bezeichnete die breitflächige Einführung von zielführenden ressourcenschonenden Techniken als eine Zielsetzung für Ressourceneffizienzbeiträge (ReB) in der AP 2014–2017. Das Modul Boden umfasst laut Kessler die Bereiche Erosion, Verdichtung und chemische Bodenbelastung und sei zurzeit in interner Konsultation. Der Zeitplan sieht vor, dass die AP 2014–2017 in der kommenden Sommersession in den Räten debattiert

wird. Das Inkrafttreten ist auf den 1. Januar 2014 vorgesehen.

Vom Landwirt zum Klimawirt Die Erwartungen an die Landwirtschaft für Leistungen zu Energieeffizienz und Klimaschutz steigen. Laut Stefan Mutzner, AgroCleanTech, Frauenfeld, existiert ein Treibhausgas-Reduktionsziel bis 2050 (Basis 1990) von rund zwei Millionen CO2-Equivalent*. Nach Studien von Tebrügge (2000) erhöht sich bei Pflugverzicht der Kohlenstoffgehalt im Boden, und die CO2e-Emission reduziert sich um gesamthaft drei Tonnen je Hektar und Jahr. Die Lachgasemissionen und damit verbundene Reduktionsleistungen sind noch wenig erforscht. Mutzner geht davon aus, dass bei der Umstellung von 100 000 Hektaren auf Direktsaat eine Reduktionsleistung von 300 000 Tonnen entsteht. Allerdings seien diese Werte errechnet und wissenschaftlich noch nicht gesichert. n *CO2e ist ein Vergleichswert, beinhaltet auch Methan (21) und Lachgas (310), hochgerechnet mit dem Faktor (Klammer).

Ökologisch und energieeffizient Der Hauptreferent, Frédéric Thomas aus der Bretagne (Frankreich), selbst Direktsäer, Berater und Präsident einer Direktsaatvereinigung, sieht die Begrünung als zentralen Aspekt der Direktsaat. Bei Ver-

Fruchtfolge und Begrünung werden von Fachleuten als beste «Technologie» im Direktsaatsystem bezeichnet.

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n Impression

Multitalent ergänzt Feldhäcksler Lohnunternehmer setzen immer häufiger als Ergänzung zu ihrer Häckslerkette sogenannte Zweinutzungs-Kurzschnittladewagen ein. Technische Weiterentwicklungen ermöglichen es heute, eine perfekte Schnittqualität zu erzielen. Ruedi Burkhalter

«Ein Mann alleine erzielt mit dem Wagen eine beeindruckende Bergeleistung», sagt Reto Gautschi. Seit der letzten Saison setzt der Lohnunternehmer aus Herbetswil SO für die Ernte von Grassilage nicht wie bisher ausschliesslich die Feldhäckslerkette ein, sondern als Ergänzung zusätzlich einen Hochleistungs-Kurzschnittladewagen vom Typ «Giga Vitesse CFS 4001 DO» von Strautmann. CFS steht für Continuous Flow System. Das Modell wurde 2009 an der Agritechnica erstmals vorgestellt und gehört dank einigen technischen Besonderheiten auch heute noch zu den leistungsfähigsten seiner Klasse. 44

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Beim Lohnunternehmen Gautschi ergänzen sich Feldhäcksler und Silierladewagen bei der Futterernte. (Bilder zVg)


Impression

Reto Gautschi kann die 45 doppelseitigen Messer des Kurzschnittladewagens in 10 bis 15 Minuten wenden. (Bild Ruedi Burkhalter)

Die technische Weiterentwicklung im Ladewagenbereich hat ihn dazu veranlasst, seine Dienstleistungen bei der Futterernte neu zu beurteilen. Vor allem die verbesserte Schnittqualität, die gestiegene Bergeleistung und Kosteneinsparungen pro Tonne Futter sind wichtige Gründe dafür, die Häckslerkette mit sogenannten Zweinutzungs-Ladewagen zu ergänzen. Diese können als Ladewagen und als Häckselwagen eingesetzt werden.

n

teur Roger Zulliger (Agro Technik Zulliger) insbesondere sechs Vorteile: • Weil der Rotor auf der ganzen Breite gleichmässig beschickt wird, kann der Laderaum besser ausgefüllt werden. • Der zusätzliche Abstand zwischen Pickup und Rotor ermöglicht es, den Laderotor höher als üblich anzuordnen. Dadurch wurde die Förderdistanz des Rotors reduziert, das Futter wird vom Rotor direkt in den Laderaum gedrückt. Um eine hohe Verdichtung des Futters zu erzielen, braucht es dennoch einen Förderkanal.

Häckselwagen eingesetzt werden, aber beispielsweise gleich im Anschluss daran auch noch für den letzten Schnitt Grassilage. Dabei müssen weder Wagen noch Häcksler umgerüstet werden.

Immer weniger Zeit «Für uns hat der Ladewagen als Ergänzung zahlreiche Vorteile», begründet Gautschi. «Da ein Fahrer alleine ausrücken kann, ist die Organisation der Ernte einfacher geworden. Bei der Ernte von Grassilage müssen wir in immer kürzerer Zeit grössere Mengen bewältigen, und dies mit möglichst wenig Personal.» Der Claas-Jaguar-840-Selbstfahrhäcksler bleibt natürlich weiter im Maschinenpark, denn in der Grassilage wird die Häckslerkette vorwiegend zum Befüllen von Hochsilos, der Ladewagen aber zum Befüllen von Fahrsilos eingesetzt. Gerade wenn der Kunde selber walzen will, übersteigt die Zufuhrmenge eines modernen Kurzschnittladewagens meistens bereits das Maximum, das in der zur Verfügung stehenden Zeit genügend gewalzt werden kann. Bei HochleistungsFeldhäckslern ist die Leistung für «Schweizer Verhältnisse» meistens zu hoch und führt entweder zu Wartezeiten oder zu mangelhafter Verdichtung des Ernteguts. Je kürzer die Distanzen zwischen Feld und Hof und je kleiner die Parzellen, desto besser schneidet der Ladewagen wirtschaftlich im Vergleich zur Häckslerkette ab. Während der Ernte von Maissilage kann die Häcksler-Ladewagen-Kombination ihre Vorteile ausspielen. Zwar kann der Kombiwagen während der Maisernte als

Sowohl die Pickup als auch die CFS-Beschleunigerwalze haben einen Breitzieheffekt.

Viele Innovationen am Ladeaggregat Am Giga Vitesse CFS 4001 DO wurde das Ladeaggregat so gebaut, dass gegenüber den Vorgängermodellen das Erntegut gleichmässiger auf der ganzen Breite in den Rotor gelangt. Zum Erreichen dieses Ziels setzte Strautmann an mehreren Punkten an: Bereits die Pickup mit sechs ungesteuerten Zinkenreihen ist besonders aufgebaut. Die Zinken sind spiralförmig auf der Reihe angeordnet, sodass der Schwad bereits bei der Aufnahme in die Breite verteilt wird. Das Ladeaggregat besteht nicht wie üblich nur aus Pickup und Laderotor. Dazwischen baut Strautmann zusätzlich eine CFS-Walze ein, die das Erntegut von der Pickup zum Laderotor fördert und das Erntegut nochmals auseinander zieht, um es als breites, gleichmässiges Band mit einer beschleunigenden Wirkung an den Rotor weiterzugeben. Neben dieser Wirkung hat die zwischengeschaltete Beschleunigerwalze weitere konstruktive Vorteile: Die Distanz zwischen Pickup und Rotor ist grösser als bei normaler Bauart. Durch diese Bauweise ergeben sich laut dem Strautmann Impor-

• Durch die kontinuierliche Beschickung des Rotors wird eine bessere, regelmässigere Schnittqualität erzielt • Weil bei allen Messern gleich viel Futterfluss vorhanden ist, lässt sich die Standzeit der Messer verlängern. Der Verschleiss am Förderaggregat konzentriert sich nicht auf den Mittenbereich und ist deshalb insgesamt geringer. • Da der Rotor immer auf der ganzen Breite voll gefüttert werden kann, lässt sich die Ladezeit verkürzen.

Der Messerbalken wird hydraulisch ein- und ausgeschwenkt.

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Die Auslösekraft der Messersicherung ist entlang der ganzen Schneidkante fast gleich gross. Dadurch wird das Messer weniger beschädigt.

• Durch die gleichmässige Beschickung des Rotors treten weniger grosse Kraftspitzen auf, was den gesamten Antriebsstrang schont. Was das Schneidwerk des Giga Vitesse betrifft, so fördert der 1,64 m breite Rotor mit 840 mm Durchmesser das Ladegut durch 45 Messer. Das ergibt eine theoretische Schnittlänge von 35 mm. Reto Gautschi zeigt sich von der Schnittqualität nach der ersten Saison begeistert: «Ich habe sogar schon die Rückmeldung von einem Kunden erhalten, dass aufgrund des kurzen Schnitts die Siloblöcke auseinanderfallen.» Die gute Schnittqualität ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Förderzinken mit breiten Hardox-Platten bestückt sind. Diese Zinken bleiben kantig und führen so das Futter sehr präzise als Gegenschneide über die Messer. Die Geometrie von Förderkanal und Messer ermöglicht zudem einen leichtzügigen, ziehenden Schnitt. Als erster und bisher einziger Hersteller bietet Strautmann Messer mit zwei Schneidseiten an. «Ist die eine Seite nicht mehr scharf, kann man in etwa 10 bis 15 Minuten alle 45 Messer wenden, und schon kann man mit voller Schärfe weiterarbeiten», berichtet Gautschi. Ausserdem sei die Standzeit der Messer bei sauberem Futter überdurchschnittlich hoch. Pro Schneidseite lassen sich mindestens 20 bis 40 Ladungen ohne Nachschärfen laden. Praktiker aus Deutschland berichten sogar von über 100 Ladungen, ohne nachzuschärfen. Bedenkt man, dass mit den 36 m3 nach DIN je nach Futtermenge 30 bis 80 Aren Platz finden, sind dies beeindruckende Werte.

zelne Messer wird im Falle eines Fremdkörpers mit einer Auslösekraft aus dem Kanal gedrückt, die über die ganze Schneidkante fast gleich hoch sein soll. Dieses bleibt dann ausgeklinkt. Dadurch wird nur eine kleine Stelle der scharfen Kante beschädigt. Eine Lichtschranke registriert das ausgeklinkte Messer. Durch Aus- und wieder Einschwenken des Messerbalkens wird es wieder in die Ausgangsstellung gebracht.

Fahrwerk Lohnunternehmer Reto Gautschi hat sich für ein hochwertiges Fahrwerk mit BPWAchsen und der Option hydropneumatische Federung entschieden. «Mit diesem ist nicht nur der Fahrkomfort bei hohen Geschwindigkeiten sehr gut», berichtet Gautschi. «Viele Flächen unserer Kunden

befinden sich auf hügeligem Gelände. Beim Fahren in Schräglage bringt die hydropneumatische Federung eine spürbar bessere Stabilität des 4 m hohen Anhängers und somit eine bessere Arbeitssicherheit am Hang. Durch den grossen Achsabstand von 1,82 m ist eine Achslast von je 10 Tonnen möglich, was ein Anhängergesamtgewicht von 22 Tonnen (je nach Stützlast bis 24 Tonnen) möglich macht. Auch wenn der Hersteller seinen Leistungsbedarf ab 150 PS angibt, ist der Claas-Axion von Reto Gautschi mit 240 PS Nennleistung nicht überdimensioniert. «Sobald es bergauf geht, wird schon für das Fahren viel Leistung benötigt, da dürften es durchaus noch einige PS mehr sein», kommentiert Reto Gautschi. n

Neue Sicherung schont die Messer Beim Giga Vitesse ist auch die Messerabsicherung sehr bemerkenswert. Das ein-

Das Fahrwerk ist mit einer hydropneumatischen Federung ausgerüstet und bietet guten Fahrkomfort und Stabilität am Hang.

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Anlässlich des Kverneland-Management-Informationsmeetings Ende Januar 2012 in Lissabon wurden die begehrten Awards der Kverneland Group vergeben. In der Kategorie Importeur des Jahres 2011 ging der neue Schweizer Importeur Agriott Zollikofen als eindeutiger Sieger vom Platz. Unter den Kverneland-Importeuren aus der ganzen Welt überzeugten die Leistungen der Agriott-Crew unter Leitung von Peter Aregger die Jury. Gewertet wurden die Aktivitäten bezüglich Marketing, Verkauf, Service, Kundendienst und Ersatzteildienst. Generaldirektor Ingvald Löyning unterstrich bei der Preisübergabe den neuen Umsatzrekord von Kverneland- und Viconmaschinen in der Schweiz im Jahr 2011. Bemerkenswert sei dieses Resultat besonders, weil Agriott im Gegen-

satz zu den früheren Importeuren den Verkauf von Wicklern und Pressen erst gegen Ende Jahr aufgenommen habe. Kverneland habe 2010 ganz offensichtlich mit Agriott Zollikofen aufs richtige Pferd gesetzt und freue sich über die gute Zusammenarbeit.

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SLV: Blühende Landmaschinenbranche Die Schweizer Landtechnikbranche blüht auch im Jahr 2012, war der allgemeine Tenor an der Mitgliederversammlung des Schweizerischen LandmaschinenVerbandes (SLV) in Schönbühl. Dominik Senn SLV-Präsident Jürg Minger leitete die 72. ordentliche Mitgliederversammlung in Schönbühl BE mit einem Referat zum Thema Landtechnik ein. «Die Branche boomt», brachte er die Situation auf den Punkt, «die weltweiten Umsätze 2011 verfehlen mit rund 97 Milliarden US-Dollar das Rekordhoch von 2008 mit 101 Milliarden nur knapp. Die Umsatzprognosen für neue Landtechnik sind seit 2011 wieder deutlich steigend.» Gut gemeistert hat gemäss Minger die Schweizer Landtechnikbranche das EuroKurstief bzw. die daraus resultierenden Preisanpassungen bei den Importen. Weiter wies er auf die stetige Abnahme landwirtschaftlicher Betriebe in der Schweiz auf erstmals unter 60 000 hin. Aufgegeben werden zumeist mittlere Betriebe mit Nutzflächen zwischen 3 und 20 Hektaren. Als Folge davon wachsen die bestehenden Bauernbetriebe: 1996 gab es erst etwas mehr als 17 000 Bauernhöfe mit mehr als 20 Hektaren, 2010 waren es über 20 400 Betriebe. Wichtig für die Schweiz sei, so Minger abschliessend, an der landesweiten Ernährungssicherheit festzuhalten und den Selbstversorgungsgrad zu erhöhen. Oppositionslos stimmten die anwesenden Mitglieder sämtlichen statutarischen Geschäften zu. Die Jahresrechnung 2010/2011 schliesst mit einem

Im Sinne einer Dienstleistung lässt SVLTDirektor Willi von Atzigen den aktualisierten SVLT-Flyer zu den geltenden Strassenverkehrsvorschriften in Deutsch und in Französisch verteilen.

asa ein, um die starken technischen Veränderungen bei landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen aufzuzeigen. SVLT-Direktor Willi von Atzigen, der das Vo r führungspro gramm ausgearbeitet hatte, sagte an der GV, eine daraus resultierende Eingabe sei dem Bundesrat Anfang 2012 zur Behandlung vorgelegt worden; dieser hätte das Geschäft jedoch auf unbestimmte Zeit vertagt. Der Präsident des Schweizerischen Landmaschinen-Verbandes Jürg Minger berichtet an der Mitgliederversammlung von steigenden Umsätzen. (Bilder: Dominik Senn)

Einnahmenüberschuss von 34 380 Franken ab, resultierend aus dem positiven Ergebnis der Agrama 2010; das Vermögen beträgt somit stattliche 1,05 Millionen Franken. Bei unverändertem Mitgliederbeitrag schliesst das Budget 2012 mit einem Minus von fast 63 000 Franken ab, allerdings ohne allfällige Einnahmen bei der Agrama zu berücksichtigen. Der Mitgliederbestand beträgt nach Verrechnung der Ein- und Austritte 2011 jetzt 166. Die Mitgliederversammlung 2013 findet am 18. Januar statt. Neu in den Vorstand gewählt wurde, anstelle des überraschend verschiedenen Hans Grüter, Pius Bucher, Teilhaber der Firma Krieger AG Stalleinrichtungen in Ruswil LZ; er ist bereits Präsident der Fachgruppe B. Eine Jubiläumsplakette entgegennehmen durften die jeweiligen Vertreter für 100 Jahre Schweizer AG, Schwarzenbach SG, 75 Jahre GVS Agrar AG, Schaffhausen SH, und 50 Jahre Vögeli + Berger AG, Hettlingen ZH. Im März lud eine Arbeitsgruppe Bremsen Vertreter des ASTRA und der Vereinigung der kantonalen Strassenverkehrsämter

Agrama im Visier

2011 ist der Innovationspreis bzw. agro-Preis nicht vergeben worden, weil keines der Projekte die erforderlichen Kriterien erfüllt hat. Jetzt sollen diesen Frühling alle Landmaschinenfirmen in der ganzen Schweiz angeschrieben werden, damit mögliche Kandidaten für 2012 motiviert werden. Das Siegerprojekt soll an der Agrama 2012 ausgestellt werden. Die grösste Schweizer Fachmesse für Landtechnik findet vom 22. bis 26. November in einer der neuen Hallen auf dem Gelände der Bernexpo AG (vormals BEA bern expo AG) statt. n

Neu in den SLV-Vorstand gewählt: Pius Bucher von der Krieger AG in Ruswil.

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n Wissen

Legende

Ein Abrollcontainer mit hydraulisch klappbarer Rückwand macht das Liftsystem zum vollwertigen Kipper. Foto: Werkfoto Krampe.

Transportsysteme der gehobenen Klasse Der Trend zu immer mehr Ladevolumen und Transportgewicht setzt sich auch bei landwirtschaftlichen Transporten ungebremst fort. Mit einzelnen Transportsystemen sind heute, mindestens technisch, sinnvolle Kombinationen von Lastwagen- und Traktortransporten möglich. Ruedi Hunger Im Jahre 1982 verfassten die Autoren Stadelmann, Schiess, Kramer im FAT-Bericht 201 die Typentabelle für landwirtschaftli-

Begriffe zu Container • Als «Bauchbinden» werden die seitlich, waagrecht aufgeschweissten U-Profile benannt. Zwei solche Binden stabilisieren den Behälter besser, als eine einzelne Binde in der Mitte. • Die Bezeichnung «Spanten» bezieht sich auf die senkrecht verschweissten U-Profile. • Als «Kragen- oder Führungsrollen» werden die beiden Rollen bezeichnet, mit denen die Profilträger des Abrollcontainers beim Aufziehen bzw. Abrollen geführt werden.

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che Anhänger in der Schweiz. Unter 94 verschiedenen Kippern war ein einziger, der eine Nutzlast von 10 000 kg erreichte. Schon damals wurde die Schweiz als «Kipperland» bezeichnet. Muldenkipper, Hakengeräte und Wechselaufbauten hatten noch keine nennenswerte Bedeutung. 1956 vom Transportunternehmer Malcolm Pucell McLean aus North Carolina (USA) erfunden, schaffte das Containertransport-System mit dem Vietnamkrieg den Durchbruch. Seit Ende der sechziger Jahre hat der Containertransport auf See und Strasse ein riesiges Ausmass erreicht. 2010 betrug der Containerumschlag in Rotterdam über 11 Millionen, und in Shanghai fast 30 Millionen Stück.

Um dem landwirtschaftlichen Transportwesen neue Impulse zu geben, wurde 1969 von Fahr mit dem «FAHRcontainer-

Noch ist die Schweiz ein Kipperland, doch Alternativen zum Kipper sind vorhanden. (Foto Ruedi Hunger)


Wissen

die Rechnung auf. Übrigens können Container ausserhalb der Transportzeiten als wertvolle Zwischenlager auf dem Hof benutzt werden. Geräte aus dem Profibereich mit Tridem-Fahrwerk sind in der Bandbreite von 80 000 bis 150 000 Franken auf dem Schweizer Markt erhältlich. Billige Ost-Ware ist entsprechend günstiger.

Gut zu wissen

System» eine neuartige Transporttechnik entwickelt. In Form eines traktorgezogenen Trägerfahrzeugs, welches als ein nach hinten offenes U gestaltet ist, können Container aufgenommen werden. Noch heute wird dieses Transportsystem für den Kommunal-/Gartenbau-Bereich von der Firma Gebr. Jäckle in Hilzingen/ Schlatt (D) hergestellt.

Drei Transport- und Wechselsysteme im Überblick: 1. Hakenlift und Wechselcontainer Obwohl es einige überzeugende Vorteile gibt, fasst das Transportsystem mit Hakenlift und offenen Containern in der Landwirtschaft nur zögernd Fuss. Kipperspezialisten wie Krampe haben das System seit beinahe zwanzig Jahren im Programm. Beliebter als in Deutschland ist das Hakenliftsystem noch in den Niederlanden. Als reiner Ersatz für den Muldenkipper taugt ein Hakenliftsystem kaum. Es ist teuer und beispielsweise in der 20-Tonnen-Klasse mindestens zwei Tonnen schwerer als vergleichbare Muldenkipper. Zudem dauert das Kippen wegen der grösseren Zylinder deutlich länger. Sobald aber das absetzige System mit dem Container Transport-Engpässe lösen und Wartezeiten verhindern kann und weil ein Traktor samt Fahrer eingespart wird, geht

Im Lkw-Bereich arbeitet die Hydraulik mit einem Standarddruck von bis zu 330 bar. Zudem ist die Literleistung der Pumpen höher als bei Traktoren. Entsprechend bleibt die Hubleistung mit dem Traktor tiefer. Dieses Problem kann man umgehen, wenn entsprechend kleinere Zylinderdurchmesser gewählt werden, allerdings bleibt dann etwelche Hubkraft auf der Strecke. Vor allem, wenn im «Selbstbau» entsprechende Bauteile aus dem Lkw-Sektor verwendet werden, ist diesen Umständen Rechnung zu tragen. Immerhin geht es um eine etwa 30 Prozent geringere Hubleistung bei der Verwendung grosser Zylinderdurchmesser. Eine zapfwellenbetriebene Bordhydraulik sorgt für mehr Tempo. Pumpen mit einem hohen Förderungsvermögen liefern auch für grosse Zylinderdurchmesser die erforderliche Ölmenge mit entsprechendem Druck.

Der am Haken hängt

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werden. Verschiedene Hersteller bieten einen Knick-Schubarm zum Kauf an. Mit dem zusätzlichen Gelenk wird ein geringerer Aufzugwinkel realisiert. Zudem eignet er sich für unterschiedliche Containerlängen. Die meisten Hersteller bauen die Hakenanlage auf das Fahrchassis. Eine niedrige Bauweise wird durch die Integration der Hakenanlage in das Fahrchassis erreicht (Bsp. Fliegl HKL 29).

Container In der «landwirtschaftlichen Klasse» weisen die Container Inhalte bis 20 Kubikmeter auf. Am Heck sind Doppelflügeltüren die Regel. Wird der Hakenlift auch als Muldenkipper eingesetzt, empfiehlt sich eine hydraulische Hecktür. Damit sollte sich diese Klappe weit hochklappen lassen, so dass auch einmal Paletten geladen werden können. Wenn zusätzliche – naheliegend gebrauchte – Container gekauft werden, gilt es ein Augenmerk auf die Ösenhöhe zu werfen. In Deutschland befindet sie sich meistens auf 157 Zentimeter, während in den Beneluxländern 145 Zentimeter weit verbreitet sind. Das gebogene Rundeisen mit einer Materialstärke von 50 oder 60 Millimeter darf aus Sicherheitsgründen nicht mehr als fünf Millimeter Verschleiss aufweisen. Beim Kauf ist auf die Verarbeitungsqualität zu achten. Dies betrifft Schweissnähte, Lackqualität und vor allem ein sauberes Schliessen der Türen. Container wiegen zwischen zwei- und dreitausend Kilogramm. Billige Container sind oft schwerer als solche, die aus sehr guter Stahlqualität hergestellt wurden. Gebrauchte Container können mit etwas Glück ab 3000 Franken gekauft werden. Für völlig heruntergekommene Container sollte nicht mehr als ein Alteisenpreis bezahlt

Die kostengünstigste Lösung ist der Starrarm. Er bietet aber gerade für den landwirtschaftlichen Bereich, ausser für den Containeraufzug, keine weiteren Möglichkeiten. Im Schubarm ist ein Teleskop integriert. Damit kann der Container auf dem Anhängerchassis verschoben werden. Das ergibt durchaus Sinn, denn damit kann der Fahrer die Stützlast verschieben. Wird der Container ganz nach vorn gefahren, erhöht sich die Stützlast. Damit wird die Traktorhinterachse belastet und ein allfälliger Schlupf reduziert. Auf der Strasse wird der Behälter nach hinten geschoben und der Traktor von zu hoher Stützlast «befreit». Auch kann mit einem Teleskoparm die Aus- Das hohe Gesamtgewicht erfordert entsprechende Bereifung. kipphöhe verringert (Foto: Walter Marolf) 3 2012

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Wissen

Doppelte Exzenterverschlüsse verspannen die Wechselaufbauten mit dem Transportchassis. Foto Ruedi Hunger.

werden, da deren Überholung mit viel Arbeit- und Zeitaufwand verbunden ist. Je nach Qualität, Grösse und Bauart sind neue Behälter ab 6000 Franken erhältlich. Insider sagen, dass der Containerpreis nicht nur vom aktuellen Stahlpreis, sondern auch ebenso von der aktuellen Wirtschaftlage abhängig ist.

Aufzugwinkel Da der Container zuerst vorne angehoben wird, entsteht ein Kippwinkel. Dieser sollte so gering wie möglich sein, da besonders kritische Ladegüter wie Getreide (im speziellen aber Raps) ab einem Winkel von 30 bis 35° zu fliessen beginnen. Eine offene Mulde kann dann überschwappen. Der Aufzugwinkel wird bestimmt durch die Geometrie des Hakenarms, der Containerlänge und der Chassishöhe. Nach dem Aufziehen muss der Container auf dem Fahrgestell sicher verriegelt werden. Dazu haben sich stabile Bolzen, die waagrecht in die Profile geschoben werden, bewährt. Jeder Hakenlift muss heute auch ein Kipper sein. Deshalb sollte ein Auskippwinkel von 50 bis 55° erreichbar sein. Aufgrund der grossen Ölmenge, die gepumpt werden muss, dauert die Kippzeit länger als bei einem herkömmlichen Muldenkipper.

Ein Dolly überträgt eine beachtliche Stützlast auf den Traktor, dennoch wird aus dem Traktor kein Lastwagen. Werkfoto Krampe.

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elektrische Anlage werden über einen Spannungsverdoppler aufdatiert. Dollys ermöglichen die Übertragung einer Stützlast von zwei bis drei Tonnen auf den Traktor. Auf den ersten Blick ein faszinierender Gedanke: Mit dem Sattelanhänger können beliebig Sattelauflieger zwischen Lkw und Traktor Mit einem Wechselsystem können die verschiedensten Aufbauten genutzt werden. Foto Ruedi Hunger . getauscht und Transporte kombiniert werden. Beim genaueren Hinsehen wird klar, 2. Die tolle Sache mit dem Dolly Definition: «Ein Dolly (engl. Rollwagen/ dass der Traktor kein Lkw ist. Die Last Sattelanhänger) ist ein kurzer Anhänger, wird nicht direkt auf das Zugfahrzeug bestehend aus ein bis drei Achsen und aufgesattelt, zudem entsteht ein weiteres einer Sattelkupplung zur Aufnahme eines Gelenk. Im Vergleich zum Hakenlift ist die Sattelaufliegers.» Die wohl jüngste ErrunManövrierbarkeit des langen Fahrzeuges genschaft unter den Wechselsystemen ist schwierig. Bei der an sich einleuchtenden der Sattelanhänger für Traktorzug. Die Idee einer «Dreieckverbindung» von Idee dahinter: Mit diesem Bindeglied Auflieger-Lkw-Traktor muss der Sicherzwischen Traktor und Sattelauflieger heit höchste Priorität eingeräumt können handelsübliche Auflieger von werden. Lastwagen eingesetzt werden. Gebrauchte Sattelauflieger aus dem Lkw-Bereich 3. Wechselssysteme und sind vorhanden. Daraus lässt sich ein beBodenschonung darfsspezifisches Wechselsystem zusamDie bisher erwähnten Lösungen sind menstellen. Ladebrücke, Schubboden, Transportsysteme für «festen Untergrund», mit andern Worten, für die Kippmulde und Tankwagen für den Gülletransport sind einige Beispiele. Im GeStrasse. gensatz zum Hakenlift hat jeder Auflieger Die traditionellen Wechselsysteme mit Häckselaufbauten, Mistzetter, Umladeein Fahrwerk, das unterhalten und gewartet werden muss. Sattelauflieger wagen oder Holztransportaufbauten und haben Euro-Norm-Druckluftbremsen. vielem mehr benötigen ein hochwertiges Ohne Druckluftbremsen auf dem Traktor Chassis zur Aufnahme der Wechselaufläuft bei diesem Transportsystem gar bauten. Das Fahrwerk muss in erster Linie nichts. Das vorhandene ABS und die für die Anforderungen des Bodens ausge-

Walter Marolf AG, Finsterhennen BE Laut Erich Jenni, ist in der Schweiz erst in den vergangen Jahren Bewegung in die «Lift-Szene» gekommen. Walter Marolf stellt Tridemgeräte bis dreissig Tonnen her, also eigentliche Profigeräte, die üblicherweise vom Lohnunternehmer gekauft werden. Dolly und Sattelauflieger sind ebenfalls eine interessante Transportlösung. Laut Jenni ist der Trend zu Dollys in der Schweizer Landwirtschaft zunehmend. Im Gegensatz zum Hakenliftsystem kaufen nicht nur Lohnunternehmer, sondern ebenso auch Landwirtschaftbetriebe Dollys. www.marolf.ch

Beck AG, Fahrzeug- und Anhängerbau Für die Firma Beck in Burgdorf sind Hakengeräte Handelsware, da sich eine eigene Herstellung kaum lohne. Neben Lohnunternehmern sei die Sparte Gartenbau an solchen Transportlösungen interessiert. Der Kipperhersteller aus Burgdorf stellt die Frage von Kosten und Nutzen und beantwortet sie gleich selber: Hakengeräte seien ab 70 000 bis 80 000 Franken erhältlich, ein Kipper zum halben Preis. Auch Dollys würden nachgefragt, aber auch in diesem Bereich dürfe man die schweizerischen Verhältnisse nicht mit Deutschland oder Frankreich vergleichen. www.beck-burgdorf.ch

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Vicon – die neuen Rundballenpressen – jetzt bei OTT Landmaschinen AG Ab sofort sind die neuen Vicon-Rundballenpressen auch in der Schweiz erhältlich. Die Vicon-Ingenieure haben ihre langjährige Erfahrung und die Wünsche der Kunden in die Entwicklung einfliessen lassen. Herausgekommen ist das breiteste Rundballen-Presseprogramm auf dem Markt. Festkammer-Pressen – 3 Serien: • Vicon RF 3120 ist mit dem Stabkettenelevator ausgerüstet und eignet sich vor allem für trockene Futterarten. • Vicon RF 3325 «PowerMax» besitzt 17 Heavy-Duty-Walzen und ist die ideale Silagepresse. • Vicon RF 3225 «RotaMax» ist speziell für Silage und trockenes Futter entwickelt worden. Dank den 6 Heavy-Duty-Walzen und dem zusätzlichen Stabkettenelevator bringt sie auch trockenstes Futter zum Drehen. Ideal für Kunden und Lohnunternehmen, welche eine flexible Presse mit höchsten Pressdichten fordern. Variable Pressen – 2 Serien: • Vicon RV 4100 gibt es mit Ballendurchmesser bis zu 180 cm und ist für trockenes Futter geeignet. • Vicon RV 4200 ist das Flaggschiff bei den Pressen. Dank der neuen Führung der Endlosriemen, den angetriebenen Abstreiferwalzen und dem doppelten Riemenantrieb ist sie auch hervorragend für Silageballen geeignet

– bei 12% höherer Verdichtung. Die Vorteile von variablen Pressen, wie geringer Bröckelverlust, tiefere Antriebsleistung, variable Ballengrössen, sind weitere Pluspunkte. Pressen-Wickelkombinationen – 2 Serien: Nebst der Festkammerpresse BalePack RF 3325 wird auch die variable Rundballenpresse BalePack RV 4200 für maximale Flexibilität angeboten. Die kompakten Maschinen sind mit einer vollautomatischen Steuerung ausgerüstet. «Intelligent Density», die Ausrüstung für Profis: Die neuen Vicon-Pressen haben ein bis zu 220 cm breites Pickup und können mit verschiedenen Einzugsorganen bis zum Super-Cut-25 mit 25 doppelt gesicherten Messern und Gruppenschaltung ausgerüstet werden. Der hydraulisch absenkbare Boden «Drop-Floor» gehört zur Serienausrüstung und ist wie alle anderen Funktionen, inkl. der Ballendichte, vom Traktor aus bedienbar. Bei der Variablen können sogar 3 Zonen mit verschiedenen Durchmessern und Dichten programmiert werden. Bedienung – alles vom Traktor aus: Die Pressen werden mit dem modernen Focus II, dem IsoMatch-Tellus-IsoBus-Terminal, oder dem traktoreigenen IsoBus-Terminal bedient. Die fortschrittlichste Bedienung ist kinderleicht, ebenso das Wechseln der extrem tief angebrachten Netzrolle. Selbstverständlich führt die Firma OTT Landmaschinen AG in Zollikofen für die alten ViconPressen wie auch für die neuste Generation ein eigenes umfangreiches Ersatzteillager. Profitieren Sie von der Vicon-Qualität des europäischen Marktleaders Kverneland-Group. Verlangen Sie eine Offerte bei:

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Wissen

Kostenelemente für Transportsysteme Quelle: ART-Bericht 747/2011

Transportsystem

Auslastung pro Jahr

Fixe Kosten/Jahr (Fr.)

Variable Kosten (Fr.)

Richtwerte Fr/Std. Fr./AE

Tandemkipper, 15 t

1200 t

2993.–

1.19/t

61.–

4.00/t

Muldenkipper, 12 t

1000 t

2822.–

0.85/t

48.–

4.00/t

Hakengerät mit 1 Container, 12 t

2500 t

4341.–

1.10/t

31.–

3.10/t

Für neue Transportsysteme taugt nur noch die Kugelkopfkupplung mit 80 mm Durchmesser. Foto Ruedi Hunger.

rüstet sein. Mithilfe der pneumatischen oder hydraulischen Federung werden die Wechseleinheiten abgestellt, das Fahrwerk abgesenkt und weggefahren. Der Aufbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Ein Vorteil dieses Systems ist die mögliche Verwendung von zapfwellengetriebenen Aufbauten wie Fässer oder Zetter. Ideal ist diese Transportlösung, wenn die einzelnen Aufbauten saisonal genutzt werden können. Beispielsweise, wenn der Häckselaufbau zur Gras- und Maisente, der Umladewagen über die Getreideernte, der Mistzetter im Frühjahr und Spätherbst sowie der Aufbau für Holztransporte im Winter genutzt werden kann. Diese Idealvorstellung entspricht wohl nicht in allen Fällen der Realität. Je mehr gewechselt werden muss, desto nachteiliger wird der Zeitbedarf. Für einen Aufbautenwechsel wird rund eine halbe Stunde benötigt. Leider gibt es unter den verschiedenen Herstellern keine Normung, sodass einem Austausch von Wechselaufbauten enge Grenzen gesetzt sind. Im Vergleich zum Hakenliftgerät weisen die Wechselaufbauten ein besseres Verhältnis zwischen Leergewicht und Nutzlast auf.

Krampe Landtechnik und Metallbau 1992 stellt das Unternehmen aus Coesfeld, westlich von Münster (D), den ersten Hakenliftanhänger für den Transport von Abrollcontainern her. Krampe hat heute auch einen Tebbe Universalmistzetter als Hakengerät im Verkaufprogramm. 2009 wird der erste Zentralachs-Vorderwagen Dolly hergestellt. www.krampe.de

Was Transportsysteme kosten* Das Ziel jedes Anhängereinsatzes ist ein arbeitseffizienter Transport, der letztlich in irgendeiner Form der landwirtschaftlichen Produktion dienen soll. Aus einem Anhängereinsatz resultiert eine Effizienzsteigerung, indem Lohnkosten eingespart werden oder die (Transport-)Produktionsmenge pro Arbeitskraft gesteigert wird. In den meisten Fällen ist diese Steigerung der Arbeitsproduktivität mit höheren Maschinenkosten verbunden. Anhänger verursachen wie alle Maschinen fixe und variable Kosten. Die fixen Kosten fallen an, ganz gleich, ob der Anhänger benutzt wird oder nicht. Sie werden vom Anschaffungspreis bestimmt. In der Praxis werden die fixen Kosten oft nach der Anschaffung (und Barzahlung) vergessen. Der Kauf ist getätigt, das Geld ist verschwunden. Vordergründig fallen dann nur noch variable Kosten an. Da diese nur anfallen, wenn der Anhänger im Einsatz steht, werden die variablen Kosten oft überschätzt und gleichzeitig der eigentliche Hauptteil, die Fixkosten

(Amortisation, Zins, Gebäudekosten) vernachlässigt. Sollen die Kosten für den Anhänger reduziert werden, ist dessen Auslastung eine wichtige Kerngrösse. Bei der Auslastung unterscheiden wir zwischen der Nutzung (Fuder/Fahrten pro Jahr) und der Ausschöpfung des Leistungspotenzials (Ausnutzung der Ladekapazität). Ein Anhänger, der mehrheitlich in der Remise steht, verursacht pro Arbeitseinheit (AE) hohe Fixkosten, die aber vom Besitzer nicht wahrgenommen werden. Auch ein 15-Tonnen-Kipper, der zwar viel eingesetzt wird, aber überdimensioniert ist, weil beispielsweise wöchentlich nur eine Palette Futtermittel in der Landi abgeholt wird, weist hohe fixe und variable Kosten aus. Der Kauf eines 12- oder 15-Tonnen-Kippers ist erst lohnend, wenn das hohe Ladevolumen oder die grosse Nutzlast bei den meisten Fahrten annähernd oder ganz ausgeschöpft wird. Andernfalls ruft mangelnde Auslastung nach sinnvolleren Alternativen. n *Quelle: ART-Bericht 728

Tanner AG, Langnau Das Familienunternehmen aus dem Emmental stellt selber keine Hakenliftgeräte her. Auf Wunsch verkauft es aber ein schwedisches Produkt. Laut Hansrudolf Tanner ist das hohe Eigengewicht verkaufshemmend. Grosse Hakengeräte könnten bis 7,5 t auf die Waage bringen, wenn dann noch ein Container mitgerechnet werde, sei man bei 10 t und habe noch nichts geladen, gibt Tanner zu bedenken. Die Dolly-/Auflieger-Lösung betrachtet Tanner als gute Lösung, auch wenn sie oft an schwieriger Manövrierbarkeit scheitere. Günstige Auflieger seien aber genügend vorhanden. www.swisstrailer.ch

Christian Giger, Sevelen Der Lohnunternehmer aus dem St. Galler Rheintal benutzt ein Annaburger MultiLandPlus-Wechselsystem und sieht für seinen Bedarf viele Vorteile gegenüber Hakengerät oder Dolly mit Auflieger. Besonders schätzt der Lohnunternehmer, dass nur ein Fahrwerk unterhalten werden muss. «Eine gute Mitarbeiterinstruktion reduziert den Zeitbedarf für den Wechsel», so Giger. Ein Wechselsystem brauche aber etwas mehr Platz: Erstens seitlich für die Stützen und zweitens müsse genügend Platz für das gerade Zu- und Wegfahren vorhanden sein. www.lu-giger.ch

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Verschliessbare Gummilippen in Spaltenböden sollen den Luftaustausch zwischen Güllelager und Stallbereich und somit auch die Ammoniakemissionen aus Kanälen reduzieren. (Bilder: Michael Götz)

Abflussversuch auf dem Modell einer geneigten Lauffläche (3% Gefälle). Wenn die Fläche sauber ist, kann Harn ungehindert abfliessen.

Gerät zur Messung der Ammoniakkonzentration in der Luft kombiniert mit einem Windsensor.

Ammoniak-, Geruchsemissionen – Strategien der Eindämmung An der Agrocope Reckenholz-Tänikon fand eine Fachtagung zum Thema Ammoniak- und Geruchsimmissionen aus der Landwirtschaft statt. Für die Schweizer Landtechnik verfasste Michael Götz eine Zusammenfassung. Zum Thema ist auch der ART-Bericht 745 erschienen (siehe am Schluss dieses Heftes). Michael Götz Ausser im Berggebiet werden fast überall in der Schweiz die im Göteborg-Protokoll festgelegten Belastungsgrenzwerte für Stickstoffverbindungen überschritten. Schuld daran sind nicht nur Stickoxide aus der Industrie, sondern auch Ammoniakemissionen, die zur Hauptsache aus der Landwirtschaft stammen. Ziel der AP 2014-17 ist es, die landwirtschaftlichen Ammoniakemissionen von 49 000 Ton-

nen Stickstoff pro Jahr auf 43 000 Tonnen im Jahre 2017 zu senken, hält Christian Hofer, Vizedirektor des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW), fest. Die Ressourcenprojekte der Kantone sind der Beginn; in Zukunft möchte der Bund diese regionalen Projekte ergänzen oder ablösen, indem er nationale Ressourcenbeiträge ausrichtet.

Massnahmen umsetzen * Michael Götz (Dr. Ing. Agr.) Freier Agrarjournalist, LBB-GmbH, Säntisstr. 2a 9034 Eggersriet Tel. 071 877 22 29 E-Mail: migoetz@paus.ch www.goetz-beratungen.ch

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Stickoxide aus Verbrennungsprozessen und Ammoniak aus der Landwirtschaft führen zu einer Überdüngung und Versauerung sensibler Ökosysteme und damit auch zu einem Arten- oder Biodiversitätsverlust. Während die Emissionen

von Stickoxiden in den letzten zehn Jahren stark abgenommen haben, seien die Ammoniakemissionen aus der Landwirtschaft mehr oder weniger gleich gross geblieben, zeigt Simon Liechti, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundesamt für Umwelt BAFU, anhand zweier Grafiken (Abb. 1 u. 2). Die Ammoniakemissionen der Landwirtschaft stammen zu 90% aus der Tierhaltung, wo sie vor allem im Stall und auf dem Laufhof, bei der Hofdüngerlagerung sowie beim Ausbringen der Gülle entstehen. In der neuen Vollzugshilfe «Baulicher Umweltschutz in der Landwirtschaft» bieten die Bundesämter den Kantonen eine Vollzugshilfe zur Luftreinhalteverord-


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Stickstoffhaltige Luftschadstoffe Entwicklung der Emissionen von N-haltigen Luftschadstoffen aus den verschiedenen Sektoren

Entwicklung der Emissionen von N-haltigen Luftschadstoffen aus den verschiedenen Sektoren Industrie Gewerbe Haushalte

Landwirtschaft 60'000

50'000

50'000 Tonnen Stickstoff / Jahr

Tonnen Stickstoff / Jahr

60'000

40'000

40'000

30'000

30'000

20'000

20'000

10'000

10'000

0

1990

1995

2000

2005

0

2010

1990

1995

2000

2005

2010

Legende: Emissionen stickstoffhaltiger Luftschadstoffe nach Sektoren, in Tonnen Stickstoff pro Jahr.

Legende: Emissionen stickstoffhaltiger Luftschadstoffe nach Sektoren, in Tonnen Stickstoff pro Jahr.

Publikation z.H. UNECE auf http://www.ceip.at/submissions-under-clrtap/2011-submissions/ Die Werte für 2010 sind noch nicht reviewed.

Publikation z.H. UNECE auf http://www.ceip.at/submissions-under-clrtap/2011-submissions/ Die Werte für 2010 sind noch nicht reviewed.

Abb. 1 und 2: Entwicklung der Emissionen von N-haltigen Luftschadstoffen in den Jahren 1990 bis 2020 (Quelle: EMIS BAFU, 2010) Erklärung: Zu den stickstoffhaltigen Luftschadstoffen zählen Stickoxide und Ammoniak. Die Stickoxide machten im Jahr 2010 etwa ein Drittel (ca. 26 000 Tonnen N), Ammoniak zwei Drittel (ca. 47 000 Tonnen N) an den gesamten stickstoffhaltigen Luftschadstoffen aus. Die dargestellten Emissionen sind keine Messwerte, sondern sie wurden aus dem Energieverbrauch und aus Produktionszahlen berechnet.

Fläche gegenüber einem langen, zweireihigen Laufstall um bis zu 26% reduzieren. Ein erhöhter Fressplatz mit Abtrennungen zwischen den Fressplätzen führt zu einer Reduktion der verschmutzten Fläche im Fressgang von bis zu 25%. Und nicht zuletzt gibt es auch dann weniger Ammoniakemissionen, wenn der Harn schnell abfliesst und die Laufflächen möglichst oft und sauber gereinigt werden. Im Stall

Beispiel: gesamte Verfahrenskette Schweinemast 1000 Mastplätze) 16,2 €

54%

16

50

14

36%

40

35%

12 10

30

10

0,5 € Einarbeitung der Gülle

Quelle: Grimm, KTBL (2010)

8

5,6 €

19%

20

0

18

Zusatzkosten(pro (pro MP und a) Zusatzkosten MP und Jahr)

60

Möglichst wenig verschmutzte Flächen Ammoniakemissionen aus Milchviehställen lassen sich durch bauliche, technische und organisatorische Massnahmen reduzieren. Erfolgversprechende Minderungsansätze im Milchviehstall stellten Beat Steiner und Sabine Schrade von der ART in Tänikon vor. Die Tiere sollten einerseits, um sich artgerecht verhalten zu können, über genügend Platz verfügen, aber andererseits möglichst wenig Fläche verschmutzen. In einem kompakten, dreireihigen Laufstall lässt sich die verschmutzte

sollte es im Sommer möglichst kühl sein, da dann weniger Ammoniak gebildet und freigesetzt wird. Hier helfen Beschattung und Windschutz. In Zukunft soll im geplanten Modellversuchsstall in Tänikon gemessen werden, welche Wirkung neue technische Minderungsmassnahmen, zum Beispiel planbefestigte Laufflächen mit Gefälle und Harnsammelrinne oder Gummilippen bei Spaltenböden, haben.

Volkswirtschaftliche Betrachtung – wo erreicht man pro € die grösste Minderung?

Ammoniak-Minderung %

nung an. «Die Massnahmen liegen auf dem Tisch, wir müssen sie noch umsetzen», folgert der Referent vom BAFU. In Deutschland lege man in den Regionen mit intensiver Tierhaltung grossen Wert auf die Abluftreinigung bei zwangsbelüfteten Schweine- und Geflügelställen, berichtet Wolfgang Büscher, Professor am Institut für Landtechnik der Universität Bonn. Doch gemäss Berechnungen des Kuratoriums für Technik und Bauen in der Landwirtschaft (KTBL) ist dies nicht die effizienteste Strategie zur Ammoniakminderung, wohl aber die teuerste (Abb. 3). Die richtige Strategie besteht für Wolfgang Büscher in einem Kompromiss von Kosten und Wirkung. Beginnen solle man bei der günstigsten Minderungsmethode, dem Einarbeiten der Gülle. Danach gelte es, Güllebehälter abzudecken und die Gülle mit dem Schleppschlauch auszubringen.

6 4

1,9 €

2

Schwimmdecke auf Zeltdach auf Abluftreinigung ohne Güllebehälter, Güllebehälter, weitere Maßnahmen Einarbeitung und Einarbeitung mit Schleppschlauch Schleppschlauch und RAM-Fütterung

Abb. 3: Emissionsminderung und Aufwand bei verschiedenen Verfahren

0

(Quelle: Grimm 2010,

KTBL)

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Podiumsdiskussion Im Rahmen einer Podiumsdiskussion unter Leitung von Christine Zundel vom BLW zeigten Vertreter des Bundes, des Vollzugs, der Forschung und der Landwirtschaft jeweils ihre Lösungsvorschläge der Ammoniakproblematik auf.

Leiterin der Podiumsdiskussion: Christine Zundel, BLW.

Gülle nicht zur Unzeit ausbringen, richtig füttern: Christoph Spirig vom Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie – Meteo Schweiz meinte, durch geschickte Wahl des Zeitpunktes für das Ausbringen von Gülle

lasse sich witterungsabhängig eine ähnliche Reduktion von Ammoniakemissionen erreichen, wie wenn man einen Prallteller mit einem Schleppschlauch ersetzt. Annelies Bracher von der ALP Liebefeld sieht ein Potenzial bei der Fütterung. Es gelte, dank Vermeidung von Proteinüberschüssen die Harnstoffausscheidungen als Vorläufer von Ammoniak zu reduzieren. Beim Milchvieh dürfe der Rohproteingehalt des Futters nicht über 18% liegen. Klare Messergebnisse abwarten oder schon jetzt verbindliche Normen? «Wir haben keinen Zielkonflikt zwischen Forschung, Vollzug und Landwirtschaft», sagt Markus Ritter, Nationalrat und Präsident des St. Galler Bauernverbandes. Auch die Landwirte wollen den Stickstoff nicht in der Luft, sondern an den Wurzeln ihrer Pflanzen. ‹Mein Güllegrube ist meine Sparbüchse.» Er fügte jedoch an, es brauche noch mehr Forschung, solange Messergebnisse um 100% voneinander abweichen. Massnahmen müssten auch finanziell tragbar sein. Ruedi Bösch vom Amt für Umwelt im Kanton Thurgau möchte dagegen nicht zuwarten. Auch wenn die Messergebnisse streuen, so gäbe es doch klare Erkenntnisse. «Vieles könnte man relativ einfach verwirklichen», sagt er, zum Beispiel Laufflächen mit einem Gefälle versehen oder

Laufhöfe beschatten. Er fordert deswegen für Neubauten verbindliche Baunormen. Wie stark gewichten? «Zurzeit arbeiten wir mit dem Anreizsystem, doch nach sechs Jahren Eigenverantwortlichkeit der Landwirte dürften Vorschriften zur Ammoniakreduktion nicht mehr tabu sein», stellt Christian Hofer vom Bundesamt für Landwirtschaft fest. Das BLW wolle mit der AP 2014–2017 sowohl dem Anliegen des Tierwohls als auch dem Problem der Ammoniakemissionen gerecht werden. Simon Liechti vom BAFU sieht offensichtlich kaum Spielraum für Kompromisse. Zu gross ist seiner Meinung nach die Lücke zwischen Ist-Zustand und den umweltpolitischen Zielen der Schweiz. Je mehr Stickstoff in Biotope eingetragen werde, desto mehr verliere das Land an Biodiversität. Die aktuellen Massnahmen genügten noch nicht, die Ziele zu erreichen. Neue Verfahren müssten entwickelt werden. «Alle wollen etwas tun. Doch es stellt sich die Frage, wie viel Wissen braucht man?», folgert die Moderatorin aus den Statements. Die Forschung ist gefordert. «Nicht zu lange warten, nicht den Prallteller noch genauer ansehen, sondern neue Techniken untersuchen», empfiehlt Christoph Spirig. Es lässt sich in der Praxis schon etwas tun, auch wenn noch nicht alles restlos geklärt ist.

Teilnehmende am Podium.

Weniger Emissionen als angenommen Albrecht Neftel und sein «Ammoniakteam» von der ART in Tänikon gingen der Frage nach, wie viel Ammoniak nach dem Ausbringen von Gülle in die Luft verdunstet. Die bisherigen Berechnungen gingen von Untersuchungen in den 1990er-Jahren aus. Das Forscherteam 58

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stellte mit neuen Messtechniken fest, dass die Emissionen nur etwa halb so gross sind, wie damals gemessen wurde. Die Emissionen beim Prallteller wurden danach bisher immer um fast die Hälfte überschätzt. Die Ergebnisse ändern jedoch nichts an der Tatsache, dass bei Schleppschlauchverteilern deutlich geringere Verluste auftreten.

Unsichtbar, aber erheblich belästigend Um Geruchsimmissionen zu vermeiden, braucht es Weitsicht bei der Standortwahl. Dort, wo es Klagen durch Anwohner gibt, ist es besser, sich dem Problem zu stellen, als vor ihm davonzulaufen. «Geruch ist nicht sichtbar», sagt Margret Keck von der ART in Tänikon. Immerhin


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Gülle-Ausbringtechniken im Grünland: Schlitzdrill, Schleppschuh und Schleppschläuche. Je schneller die Gülle in den Boden eindringt, desto geringer sind die Emissionen. In den Niederlanden ist die Verwendung von Schlitzdrillen vorgeschrieben. Die Emissionsreduktion beträgt bei Schlitzdrill 60–80%, beim Schleppschuh 40–70% und beim Schleppschlauch 30–60%. Schleppschlauchverteiler: Boden nahe Gülleausbringung vermindert die Ammoniakemissionen.

lässt sich mithilfe von Rauch zeigen, wie sich der Geruch ausbreitet. Mit dem FATBericht Nr. 476 aus dem Jahre 1995 besteht eine Planungsrichtlinie zur Berechnung von Mindestabständen von Tierhaltungsanlagen. Sie ist noch heute rechtlich bindend, obwohl ein Revisionsentwurf aus dem Jahre 2005 vorliegt, der neue Erkenntnisse vor allem bei offenen Ställen oder solchen mit Ausläufen berücksichtigt. Margret Keck empfiehlt mit Blick auf Planungssicherheit, schon jetzt bei Neubauten den Revisionsentwurf anzuwenden. Bilden sich Kaltluftströme vom Stall zum Wohngebiet, dann lässt sich dies im Nachhinein wenn überhaupt oft nur

mit grossen Investitionen korrigieren. Sauberkeit im Auslauf wirkt sich zwar deutlich auf die Reduktion von Emissionen aus, aber genügt oft nicht. Aus diesen Gründen empfiehlt die Geruchsexpertin Weitsicht bei der Standortwahl. Wie lassen sich Gerüche aus Ställen objektiv feststellen? «Jeder hat eine Nase im Gesicht. Jeder kann mitsprechen», sagt Kirsten Sucker von der Ruhr-Universität in Bochum (RUB). Sowohl in Deutschland und Österreich als auch in der Schweiz gibt es nach dem Gesetz klare Immissions-Grenzwerte. Doch Immissionen können auch dann übermässig sein, wenn sie einen wesentlichen Teil

Am Olfaktometer riechen Testpersonen die Luftprobe und bewerten den Geruch.

der Bevölkerung in ihrem Wohlbefinden erheblich stören. Festzustellen, wann Gerüche erheblich stören, sei in der Praxis oft schwierig, sagt Kirsten Sucker von der Universität Bochum. Gemäss ihren Erfahrungen sei es für den Verursacher der Geruchsimmission besser, sich dem Problem zu stellen, als sich von den Anwohnern treiben zu lassen. «Wir suchen die Probleme, bevor diese uns finden», bringt sie es auf den Punkt. Am besten geschehe dies, indem man mit den Betroffenen die Kommunikation suche und gemeinsam Lösungen erarbeite. n

Luftprobe in einem Plastiksack.

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SVLT

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«Landtechnik im Alpenraum» am 9./10. Mai Elektrische Antriebe und Grünlandbewirtschaftung sind die Hauptthemen der kommenden elften Veranstaltung «Landtechnik im Alpenraum» am 9./10. Mai in Feldkirch. Im Mai 1992, vor 20 Jahren, fand zum ersten Mal die alle zwei Jahre stattfindende Tagungsveranstaltung «Landtechnik im Alpenraum» statt. Sie bezweckt, die besonderen Erschwernisse der Berglandwirtschaft in technischen und arbeitswirtschaftlichen Aspekten zu beleuchten. Die Veranstaltungen im Kongresszentrum Montforthaus in Feldkirch werden heute von den beiden Forschungsanstalten Agroscope ReckenholzTänikon ART in Ettenhausen und BLT Wieselburg A organisiert und stehen unter dem Patronat verschiedener der Landwirtschaft nahestehender Institutionen aus Wirtschaft, Bildung und Forschung in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Die Tagung richtet sich an Entscheidungsträger, Ingenieure und Techniker aus der Landtechnikbranche sowie Lehrer, Berater und Landwirte. Die Tagungsgebühr beträgt 125 Franken, wer sich vor dem 31. März anmeldet, anschliessend 175 Franken (siehe unter www.art.admin.ch). Dominik Senn

Schweizer Landtechnik

74. Jahrgang

Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik (SVLT), Willi von Atzigen, Direktor Redaktion Ueli Zweifel: red@agrartechnik.ch Dominik Senn: dominik.senn@agrartechnik.ch Ruedi Hunger: hungerr@bluewin.ch Ruedi Burkhalter: r.burkhalter@agrartechnik.ch Tel. 056 462 32 50 Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Postfach, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01 Internet: www.agrartechnik.ch Inserate Espace Media AG, Fachmedien Agrar Dammweg 9, Postfach, CH-3001 Bern Ingrid Wilms, Tel. 031 330 30 17 Fax 031 330 30 57 E-Mail: landtechnik@agripub.ch, www.agripub.ch Anzeigenverkauf Daniel Sempach, Tel. 034 415 10 41 E-Mail: daniel.sempach@agripub.ch Andreas Schwab, Tel. 031 330 37 54 E-Mail: andreas.schwab@agripub.ch Stephan Widmer, Tel. 079 628 31 83 E-Mail: stephan.widmer@agripub.ch Anzeigentarif Es gilt Tarif 2012 Kombinationsrabatt: 25% bei gleichzeitigem Erscheinen in «Technique Agricole» Druck und Spedition Stämpfli Publikationen AG Wölflistrasse 1, 3001 Bern Produktionskoordination Roberto Bruno Erscheinungsweise 11-mal jährlich

Bestellformular/Berufsbekleidung Kinder-Kombi, 100% Baumwolle blau-rot kombiniert

Alter Grösse CHF Anzahl Kombi, rot-schwarz, CHF 82.– Grösse 60% Baumwolle, 40% Polyester Anzahl Kombi, rot, CHF 60.– solange Vorrat Grösse 75% Baumwolle, 25% Polyester Anzahl Latzhose, rot, CHF 58.– Grösse 75% Baumwolle, 25% Polyester Anzahl T-Shirt, grau meliert, CHF 18.– Grösse 100% Baumwolle Anzahl

2 3 92 98 38.–

4 6 8 10 12 14 104 116 128 140 152 164 43.– 48.–

S = 44/46 M = 48/50 L = 52/54 XL = 56/58 44

46

44

46 S

56 48

50 M

52

54 L

56

58 XL

Unsere Preise verstehen sich ohne MwSt. und Versandkosten. Zahlung 30 Tage netto. Name

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Ausgabe 4/2012 Markt Gemüsebau • Einzelkornsämaschinen • Pflanzenschutztechnik Plattform Bodenbearbeitung/Sätechnik: Wirtschaftlichkeit von Teilbreitenschaltungen Management Gerätetechnik für die Böschungs- und Heckenpflege

Nr. 4/2012 erscheint am 5. April 2012

PLZ/Ort Einsenden an SVLT, Postfach, 5223 Riniken, Fax 056 441 67 31 3 2012

Abonnementspreise Inland: jährlich CHF 107.– (inkl. MwSt.) SVLT-Mitglieder gratis. Ausland: auf Anfrage

Schweizer Landtechnik

Anzeigenschluss 16. März 2012


ART-Bericht 745

Ammoniak-Emissionen von Milchviehlaufställen mit Laufhof: Im Winter weniger Verluste

August 2011

Autorinnen und Autoren Sabine Schrade, Margret Keck, ART Kerstin Zeyer, Lukas Emmenegger, Empa. sabine.schrade@art.admin.ch Impressum Herausgeber: Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART Tänikon, CH-8356 Ettenhausen, Redaktion: Etel Keller, ART Die ART-Berichte/Rapports ART erscheinen in rund 20 Nummern pro Jahr. Jahresabonnement Fr. 60.–. Bestellung von Abonnements und Einzelnummern: ART, Bibliothek, 8356 Ettenhausen T +41 (0)52 368 31 31 F +41 (0)52 365 11 90 doku@art.admin.ch Downloads: www.agroscope.ch ISSN 1661-7568

Für die in der Schweiz verbreiteten frei gelüfteten Milchviehlaufställe mit planbefestigten Laufflächen und Laufhof wurden die Emissionen von Ammoniak (NH3) bestimmt. (Foto: ART) Laufställe sind bedeutende Quellen von Ammoniak-Emissionen. Bisher fehlten Emissionsdaten für Liegeboxenlaufställe mit Laufhof, wie sie in der Schweiz weit verbreitet sind. Die Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART und die Empa bestimmten die Ammoniak-Emissionen des Haltungssystems Liegeboxenlaufstall mit planbefestigten Laufflächen und angrenzendem Laufhof für Milchvieh. Die Messungen auf sechs Praxisbetrieben waren übers Jahr verteilt und deckten somit jahreszeitliche und betriebliche Unterschiede ab. Zur Beschreibung der jeweiligen Messsituation wurden Betriebsund Klimadaten, Laufflächenverschmutzung, Tieraufenthalt sowie StickstoffInput, -Output und -Verwertung erhoben. Die Tagesmittelwerte der Ammoniak-Emissionen variierten im Sommer von 31 bis 67 g pro Grossvieheinheit (1 GV = 500 kg

Lebendmasse) und Tag (d), in der Übergangszeit von 16 bis 44 g/GV·d und im Winter von 6 bis 23 g/GV·d. Die AmmoniakEmission lässt sich mit der Aussentemperatur, der Windgeschwindigkeit und dem Harnstoffgehalt der Tankmilch erklären: Bei höheren Temperaturen und Windgeschwindigkeiten entstehen deutlich mehr Ammoniak-Emissionen. Entscheidend ist auch die Menge des ausgeschiedenen Stickstoffs. Dazu gibt der Milchharnstoffgehalt Hinweise. Von diesen Einflussgrössen ergeben sich die Minderungsansätze für bedarfsgerechte und ausgeglichene Fütterung sowie Stallklima-Aspekte. Mit Vordach, Sonnenschutz und Windschutz können Temperatur und Windgeschwindigkeit und somit die Ammoniak-Emissionen reduziert werden. Weitere Massnahmen setzen bei der Grösse der verschmutzten Laufflächen sowie der Reinigungshäufigkeit und -qualität an.

3 2012

Schweizer Landtechnik

61


n ART-Bericht 745 Problemstellung

NH3-Emissionen der Schweiz

Die Haltungssysteme für Milchvieh veränderten sich in den letzten 20 Jahren deutlich: 1990 wurden in der Schweiz noch 97 % der Milchkühe in Anbindeställen und nur 3 % in Laufställen gehalten. Für das Jahr 2010 wurde ein Verhältnis von Anbinde- zu Laufstall von 60 zu 40 % angenommen (BLW 2003). Die Tierhaltungsprogramme BTS und RAUS (Ethoprogrammverordnung 2008) verstärken den Trend hin zu Laufställen und Laufhöfen. Mit Laufställen und Laufhöfen sind grössere verschmutzte Flächen verbunden, was zu vergleichsweise höheren Emissionen von Ammoniak (NH3) führt. Aus landwirtschaftlicher und aus umweltpolitischer Sicht sind aktuelle Daten zur NH3-Emission aus der Milchviehhaltung notwendig. Die vorhandenen internationalen Literaturdaten für NH3-Emissionen bei Milchvieh sind für die in der Schweiz verbreiteten frei gelüfteten Laufstallsysteme mit Laufhof nicht aussagekräftig, denn früher wurden Messungen überwiegend in zwangsgelüfteten oder weitgehend geschlossenen Ställen ohne Laufhof durchgeführt. Zudem decken diese Emissionsdaten die Jahreszeiten nicht systematisch ab.

Die NH3-Emissionen der Schweiz im Jahr 2007 stammten nach Modellrechnungen zu etwa 94 % aus der Landwirtschaft und davon rund 34 % aus der Stallhaltung von Nutztieren. Rindvieh machte mit zirka 79 % den grössten Teil der NH3-Emissionen aus (Achermann et al. 2009). Bei Hochleistungskühen gelangen knapp 20 % des zugeführten Stickstoffs in die Milch, rund 30 % werden im Kot und etwa 50 % im Harn ausgeschieden (Tamminga 1992). NH3 entsteht mit Hilfe des Enzyms Urease überwiegend aus Harnstoff im Harn. Die NH3-Bildung erfolgt, wenn Harnstoff mit Flächen in Kontakt kommt, die mit Kot oder Kot-Harn-Gemisch verschmutzt sind oder waren und somit ureaseaktive Mikroorganismen aufweisen. Neben der Temperatur wird die Bildung von NH3 durch die Substratund Urease-Verfügbarkeit sowie durch den pH-Wert beeinflusst. Die NH3-Freisetzung an die Luft hängt hauptsächlich von der Temperatur und der Luftgeschwindigkeit ab (Arogo et al. 1999, Cortus et al. 2008, Hartung 1995, Monteny 2000). Die mit Kot und Harn verschmutzten Laufflächen sind die wesentlichen Quellen der NH3-Emissionen (Abb. 1). In Form von NH3 geht der Landwirtschaft wertvoller Stickstoffdünger verloren. NH3 in der Atmosphäre wird schliesslich als saurer Regen ausgewaschen und belastet als Stickstoffdünger empfindliche Ökosysteme.

Abb. 1: Auf den mit Kot und Harn verschmutzten Laufflächen wird Ammoniak (NH3) gebildet und an die Luft freigesetzt. NH3 belastet als Stickstoffdünger empfindliche Ökosysteme.

Abb. 2: Es ist wichtig, relevante Begleitparameter entlang des NH3-Emissionsprozesses zu erheben, um die Vielfalt der Einflussgrössen auf die Bildung und Freisetzung von NH3 aus der Laufstallhaltung von Milchvieh abzudecken. 62

3 2012

Schweizer Landtechnik


ART-Bericht 745 n

Abb. 3: Die Messanordnung im Stall bestand aus der Zudosierung von Tracergasen über ein Rohrsystem mit Kapillaren an den emittierenden Laufflächen und einem Luftsammelsystem mit Kapillaren in drei Meter Höhe jeweils an vielen Orten.

Messungen auf sechs Praxisbetrieben Ziel Ziel dieser Untersuchung war es, die NH3-Emissionen der Haltung von Milchvieh im Laufstall mit zugehörigem Laufhof zu bestimmen und damit einen Beitrag für Emissionsinventare zu leisten. Weiter sollten Minderungsansätze abgeleitet werden. Messkonzept und Methoden Dazu erfolgten Emissionsmessungen für ein Milchvieh-Haltungssystem auf sechs Praxisbetrieben in zwölf Messperioden. Die Messperioden verteilten sich systematisch übers Jahr und deckten so die Jahreszeiten Sommer, Übergangszeit und Winter ab. Eine Messperiode dauerte jeweils mindestens drei Tage. Zur Charakterisierung der jeweiligen Messsituation, als Bezugsgrössen und zur Ableitung von wichtigen Einflussgrössen auf die Emissionen wurden neben beschreibenden Betriebsdaten folgende Parameter erfasst: Aussenklima, Klima im Stall und im Laufhof, Tieraufenthalt, Laufflächen-Verschmutzung sowie StickstoffInput, -Output und -Verwertung (Abb. 2). Um die Emissionen von freibelüfteten Laufställen mit Laufhöfen zu bestimmen, setzten ART und Empa eine eigens entwickelte Tracer-Ratio-Methode ein (Schrade 2009). Dabei wurden direkt an den verschmutzten Laufflächen über ein Rohrsystem mit Kapillaren zwei Tracergase kontinuierlich in geringen Konzentrationen zudosiert. Die Tracergase (auch Indikatorgase genannt) reagieren in der Luft nicht mit anderen Stoffen, breiten sich nahezu gleich aus wie die umgebende Luft und bilden so die Quelle der NH3-Emission im Stall bzw. Laufhof repräsentativ ab. In weiträumigen Ställen und Laufhöfen ermöglichte ein Luftsammelsystem mit Kapillaren an vielen Orten eine repräsentative Probenahme (Abb. 3). Aus dem zudosierten Tracergas-Massenstrom und dem Konzentrationsverhältnis von Tracergas und NH3 lässt sich die NH3-Emission berechnen. In einem klimatisierten Messanhänger waren die Tracergase zur Zudosierung sowie Geräte zur Analyse der Gase untergebracht.

Betriebe Für die Messungen wurde das in der Schweiz weit verbreitete Milchvieh-Haltungssystem im Laufstall mit Laufhof ausgewählt. Dabei handelte es sich um frei gelüftete Eingebäude-Laufställe mit Liegeboxen, planbefestigten Laufflächen und längs zum Stallgebäude angeordnetem Laufhof. Berücksichtigt wurden zwei Laufhofkonzepte: Auf drei Betrieben war der Laufhof räumlich vom Stallgebäude getrennt, auf drei Betrieben als kombinierter Liegegang/ Laufhof ausgeführt (Tab. 1). Fressgang, Liegegang bzw. Liegegang/Laufhof wurden mit stationären Entmistungsschiebern drei bis vier Mal pro Tag, der Laufhof alle drei Tage mobil oder manuell abgeschoben. Die sechs Praxisbetriebe unterschieden sich bezüglich Fütterung, Management, Bewirtschaftungsweise, Herdenleistung, Grösse sowie bei baulichen und verfahrenstechnischen Aspekten. Damit konnte für dieses Haltungssystem die Praxisvielfalt abgedeckt werden. Die Bestandesgrösse variierte zwischen 20 und 74 Tieren. Während der Messungen und der jeweils dreitägigen Eingewöhnungszeit hatten die Tiere keinen Weidegang. Auf drei Betrieben setzte sich die Futterration im Wesentlichen aus Silage(n), Heu und Kraftfutter zusammen. Zwei Betriebe verfütterten eine TotalMisch-Ration. Betrieb 4 produzierte silofreie Milch. Gemolken wurde zwei Mal täglich.

Ergebnisse und Diskussion Ammoniak-Emissionen Bei den NH3-Emissionen zeigten sich sowohl jahreszeitliche als auch betriebliche Effekte (Abb. 4). Jahreszeitliche Unterschiede waren besonders deutlich bei den Betrieben 2 und 5 mit Messungen im Sommer und im Winter. Die jeweils drei aufeinanderfolgenden Messtage innerhalb einer Messperiode unterschieden sich im NH3-Niveau meist nicht wesentlich. Tagesgänge waren nur in der warmen Jahreszeit erkennbar. Zum Teil spiegelten sich Ereignisse wie Fresszeiten und Entmistungsvorgänge in den NH3Emissionen wider. Die Tagesmittelwerte der NH3-Emissionen variierten im Sommer über alle Betriebe hinweg von 31 bis 67 g pro Grossvieheinheit (1 GV = 500 kg Lebendmasse) und Tag (d) und lagen damit etwas höher als Literaturwerte gemessen im Liegeboxenlaufstall mit planbefestigten Laufflächen mit 15 bis 57 g/GV·d (Rom et al. 2004, Zhang et al. 2005). In der Übergangszeit erstreckten sich die eigenen Werte im Tagesmittel zwischen 16 und 44 g/GV·d. Messungen von Rom et al. (2004) und Zhang et al. (2005) in der Übergangszeit waren mit 9 bis 20 g NH3 pro GV und Tag deutlich tiefer. Im Winter lagen die Tagesmittelwerte der eigenen Messungen mit 6 und 23 g/GV·d deutlich tiefer als die von Seipelt (1999) im Winter gemessene NH3-Emission mit 40,3 g/GV·d in einem Liegeboxenlaufstall mit planbefestigten Laufflächen (Abb. 5). Daten aus unterschiedlichen Untersuchungen sind aufgrund von verschiedenen Rahmenbedingungen und Messansätzen nur bedingt vergleichbar. Es handelt es sich um Kurzzeitmessungen von 32 Sekunden bis zu Messkampagnen über mehrere Monate. Während einige Untersuchungen nur in einem sehr begrenzten Temperaturbereich durchgeführt wur3 2012

Schweizer Landtechnik

63


64

3 2012

Schweizer Landtechnik

82

davon Laufhof, Liegegang/Laufhof

Stroh, Sägemehl

manuell (alle 3 Tage)

Laufhof räumlich getrennt

Einstreu (Tiefboxen)

stationär (4 x täglich)

Fressgang, Liegegang, Liegegang/ Laufhof

Entmistungsverfahren (Häufigkeit)

215

davon Lauffläche

Beton

Laufhof, Liegegang/Laufhof

289

Beton

Liegegang

Fläche [m²] gesamt

Gummi

Fressgang

Laufflächenausführung

Mauer und offene Fenster

26

Fassadenausführung zum Laufhof

26

Grassilage, Heu, Kraftfutter

Mittlere Milchleistung [kg/Kuh·d]

690

20 (28)

Fütterung

693

20 (28)

Holstein

Milchkühe

Übergang

Betrieb 1

Sommer

Mittlere Lebendmasse Kühe [kg]

Anzahl Tiere (Anzahl GV) [n]

Rasse

Tierbestand

Messperiode

Betrieb

Stallkonzept Winter

19

871

40 (70)

Langstroh

mobil (Messbeginn)

stationär (4 x täglich)

197

440

575

Beton

Gussasphalt

Gussasphalt

Holzwand, oben offen

Mais-, Grassilage, Heu, Kraftfutter, Grünfutter (Sommer)

22

724

40 (58)

Braunvieh

Milchkühe, 2 Stiere

Sommer

Betrieb 2

Laufhof räumlich getrennt

26

730

28 (41)

Häckselstroh

manuell (alle 3 Tage)

stationär (4 x täglich)

99

295

412

Beton

Beton

Gummi

Mauer, oben offen

Heu, Kraftfutter

29

713

27/28 (39/40)

Braunvieh, Fleckvieh

Milchkühe, 1 Stier

Winter

Betrieb 4 Übergang

19

709

71 (97)

Langstroh

stationär (3 x täglich)

360

624

858

Beton

Gummi

offen

Mais-, Grassilage, Heu, Kraftfutter

20

669

74 (94)

Braunvieh

Milchkühe, Jungvieh

Winter

Betrieb 3 Übergang

Winter

28

849

46 (78)

Langstroh

stationär (4 x täglich)

168

377

529

Beton

Beton

offen

Total-Misch-Ration

31

824

47 (77)

Holstein, Fleckvieh

Milchkühe

Sommer

Betrieb 5

28

849

50 (83)

Langstroh

stationär (4 x täglich)

180

388

568

Beton, Merostep

Beton, Merostep

offen

Total-Misch-Ration, Kraftfutter

30

825

50/53 (85/90)

Holstein, Fleckvieh

Milchkühe

Übergang

Betrieb 6 Sommer

Kombinierter Liegegang/Laufhof

Tab 1: Übersicht über die Praxisbetriebe mit Angaben zum Tierbestand, zur Fütterung, zum Haltungssystem und zur Verfahrenstechnik.

n ART-Bericht 745


ART-Bericht 745 n Winter 120

NH3-Emission [g/GV∙d]

80 40 0

Übergangszeit 120 80 40 0

Sommer 120 80 40 0

1

2

3

4

Betrieb [Nr.]

5

6

Abb. 4: Die NH3-Emissionen lagen im Sommer um mehr als das Dreifache höher als im Winter.

Abb. 5: NH3-Emissionswerte aus den eigenen Untersuchungen im Liegeboxenlaufstall mit planbefestigten Laufflächen und Laufhof verglichen mit Emissionsdaten für Anbindestall, Tiefstreuoder Tretmiststall und Liegeboxenlaufstall aus der Literatur (a Gustafsson et al. 2001; b Groot Koerkamp und Uenk 1997; c Groenestein 1993; d Amon et al. 1998; e Seipelt 1999; f Groot Koerkamp et al. 1998; g Schmidt et al. 2002; h Van’t Ooster et al. 1994; i Swierstra et al. 2001; j Rom et al. 2004, Zhang et al. 2005; k Pollet et al. 1998; l Oosthoeck et al. 1990; m Kroodsma et al. 1998; n Huis in’t Veld et al. 2003; o Brose 2000; p Brehme 2001; q Smits et al. 1997; r Phillips et al. 1998; s Dore et al. 2004; t Demmers et al. 2001; u Schrade 2009).

den, deckten andere unterschiedliche Jahreszeiten ab. Eine unzureichende Beschreibung der Messsituation schmälert zum Teil die Datenqualität. Bei den Messungen aus der Literatur handelt es sich ausschliesslich um Laufställe ohne Laufhof. Die Lauffläche bei allen sechs Betrieben der vorliegenden Untersuchung ging deutlich über die geforderten Flächen des RAUS-Pro-

gramms hinaus und war somit um mehr als das Doppelte höher als die Lauffläche der Messungen aus der Literatur. Aus der Vielfalt der beschreibenden Parameter konnte bei den eigenen Untersuchungen die NH3-Emission mit der Aussentemperatur, der Windgeschwindigkeit im Stall und dem Harnstoffgehalt der Tankmilch erklärt werden (Abb. 6).

3 2012

Schweizer Landtechnik

65


Abb. 6: Die NH3-Emission steigt mit zunehmender Aussentemperatur und Windgeschwindigkeit im Stall sowie erhöhtem Harnstoffgehalt der Tankmilch.

08.07.2008

Ammoniak-Emission Aussentemperatur

80 60 40 20

:0 10 0 :0 15 0 :0 20 0 :0 0

05

:0 10 0 :0 15 0 :0 20 0 :0 0

05

05 :0 10 0 :0 15 0 :0 20 0 :0 0

0

Abb. 7: In der Sommermessung folgte das Niveau der NH3Emissionen der Temperatur im Tagesverlauf.

09.02.2008

10.02.2008

11.02.2008

:0 10 0 :0 15 0 :0 20 0 :0 0

05

:0 10 0 :0 15 0 :0 20 0 :0 0

05

05

:0 10 0 :0 15 0 :0 20 0 :0 0

Ammoniak-Emission Aussentemperatur

05 :0 10 0 :0 15 0 :0 20 0 :0 0

NH3-Emission [g/GV∙d] / Temperatur [°C]

08.02.2008

Uhrzeit

Abb. 8: In der Wintermessung blieb die NH3-Emission trotz Temperaturunterschieden auf demselben Niveau.

Betrieb 1 Betrieb 2 Betrieb 3 Betrieb 4 Betrieb 5 Betrieb 6

120

NH3-Emission [g/GV∙d]

07.07.2008

Uhrzeit

Temperatur Der Temperaturbereich über alle Messperioden erstreckte sich zwischen –5 und 37 °C. Zwischen dem Aussenbereich und dem Stall gab es nur geringe Temperaturunterschiede. Lediglich im Winter war die mittlere Lufttemperatur im Stall um etwa 2 °C höher als im Aussenbereich. Dies stimmt mit den Aussagen von Müller und Sanftleben (2008) überein, wonach sich in Aussenklimaställen mit grossen Luftaustauschflächen aufgrund des hohen Luftwechsels die Temperaturen im Stall an verschiedenen Orten sowie im Aussenbereich nahezu entsprechen. Die Temperatur beeinflusst die Bildung und Freisetzung von NH3. In der Sommermessung von Betrieb 5 nahmen im Tagesverlauf analog zum Temperaturanstieg auch die NH3Emissionen zu (Abb. 7). Im Gegensatz dazu blieb die NH3Emission in der Wintermessung trotz einer Erhöhung der Temperatur im Laufe des Tages nahezu auf demselben

80

40

0 -10

0

10

20

Aussentemperatur [°C] 66

06.07.2008

05.07.2008

05 :0 10 0 :0 15 0 :0 20 0 :0 0

NH3-Emission [g/GV∙d] / Temperatur [°C]

n ART-Bericht 745

3 2012

Schweizer Landtechnik

30

Abb. 9: Auf allen Betrieben stiegen die NH3-Emissionen bei einem höheren Temperaturniveau (> 7 °C) mit zunehmender Temperatur deutlich an.


ART-Bericht 745 n Niveau (Abb. 8). Daraus lässt sich schliessen, dass bei tiefen Temperaturen ein Temperaturanstieg über den Tagesverlauf keine wesentliche Erhöhung der NH3-Emission bewirkt (Abb. 8 und 9). Über alle Betriebe veränderte sich das NH3Niveau bei einem Temperaturanstieg bis etwa 7 °C nicht oder kaum (Abb. 9). Dagegen stiegen die NH3-Emissionen bei einem höheren Temperaturniveau mit zunehmender Temperatur deutlich an. Demzufolge sollten Minderungsmassnahmen, die bei der Temperatur ansetzen, vor allem auf Situationen mit einem Temperaturniveau über 7 °C fokussieren. In Aussenklimaställen sind die NH3-Verluste in der kalten Jahreszeit aufgrund der niedrigen Temperaturen tief. In der warmen Jahreszeit ist auf Sonnenschutz, möglichst überdachte Flächen sowie ausreichend grosse Vordächer zu achten. Je nach Stallkonzept (z. B. geringe

log(NH3-Emission) [g/GV∙d]

0.0

0.5

1.0

Traufhöhe, mangelnde Querlüftung) kann auch ein wärmegedämmtes Dach eine hohe Wärmestrahlung und damit hohe Temperaturen vermeiden. Tiefe Temperaturen im Sommer kommen auch den Bedürfnissen der Tiere entgegen. Windgeschwindigkeit In den untersuchten Ställen war die mittlere Windgeschwindigkeit in 50 cm Höhe über der Lauffläche im Laufhof bzw. Liegegang/Laufhof im Aussenbereich mit 0,6 m/s doppelt so hoch wie jene mit 0,3 m/s im überdachten Stallbereich. Dies entspricht Untersuchungen von Macuhová et al. (2008), welche in Aussenklimaställen deutliche Unterschiede zwischen der Windgeschwindigkeit aussen und im Stall festgestellt haben. Die Windgeschwindigkeit nahm

1.5

Betrieb 1

Betrieb 2

Betrieb 3

Betrieb 4

Betrieb 5

Betrieb 6

4 Sommer Übergangszeit Winter

2

0.0

0.5

1.0

1.5 0.0 0.5 Windgeschwindigkeit Stall (oben) [m/s]

1.0

1.5

Abb. 10: Bei den Betrieben 3, 4 und 6 ist der Einfluss der Windgeschwindigkeit auf die NH3-Emission ersichtlich, dargestellt als logarithmierte NH3-Emission.

Abb. 11: Der Tieraufenthalt war im räumlich getrennten Laufhof deutlich niedriger (links) als im kombinierten Liegegang/ Laufhof (rechts). Dabei zählte der Aufenthalt in den Liegeboxen zusätzlich dazu (GV = Grossvieheinheit). 3 2012

Schweizer Landtechnik

67


n ART-Bericht 745

3 2 1 0

L LG G /L H LH

FG

L LG G /L H LH

Liegegang/Laufhof kombiniert

Betrieb 1 (Sommer)

Betrieb 1 (Übergang) Betrieb 3 (Winter)

Betrieb 3 (Übergang)

Betrieb 2 (Winter)

Betrieb 2 (Sommer)

Betrieb 5 (Sommer)

Betrieb 4 (Winter)

Betrieb 4 (Übergang)

Betrieb 5 (Winter)

Betrieb 6 (Sommer)

H LH

/L

LG

LG

FG

H LH

/L

LG

LG

3 2 1 0 FG

Verschmutzungsart [m2/GV]

FG

Laufhof getrennt am Rand

Bereich

Betrieb 6 (Übergang)

3 2 1 0

Harn, feucht Kot-Harn, feucht Kot, feucht Kot, Kot-Harn, trocken Boden sauber

Abb. 12: Die Kategorie feuchtes Kot-Harn-Gemisch nimmt den grössten Anteil der Verschmutzung über alle Laufbereiche ein (FG = Fressgang, LG = Liegegang, LG/LH = kombinierter Liegegang/Laufhof, LH = Laufhof). Die Anteile der Verschmutzungskategorien sind auf die Lauffläche [m2] pro Grossvieheinheit bezogen.

Abb. 13: Laufgänge im Fressbereich sind meist gleichmässig mit feuchtem Kot-Harn-Gemisch verschmutzt (links). Bei Laufhöfen, die am Rand des Stalles angeordnet sind, ist die Verschmutzung heterogener. Im Sommer trocknet die Verschmutzung häufig ab (rechts).

vor allem tagsüber zu Zeiten mit erhöhter Temperatur zu. Vereinzelt kamen auch in den kälteren Nachtstunden Zeiträume mit höherer Windgeschwindigkeit vor. Die Freisetzung von NH3 hängt neben der Temperatur von der Luftgeschwindigkeit über der emissionsaktiven Oberfläche ab, wie mehrere Autoren in Laborversuchen nachgewiesen haben (Arogo et al. 1999, Cortus et al. 2008, Hartung 1995). Bei den Praxismessungen ist der Effekt der Windgeschwindigkeit auf die NH3-Emission bei den Betrieben 3, 4 und 6 gut sichtbar (Abb. 10). In der Wintermessung von Betrieb 5 sowie in den beiden Messperioden von Betrieb 2 ist hingegen kein Zusammenhang der Emission mit der Windgeschwindigkeit erkennbar. Bei diesen Betrieben zeigte sich zwischen den Jahreszeiten eine deutliche Abstufung im NH3-Niveau. Sowohl die Emission von NH3 als auch die Windgeschwindigkeit lagen bei Betrieb 1 in einem sehr engen Bereich, sodass keine Effekte sichtbar sind. An und über emissionsaktiven Flächen soll die Luftgeschwindigkeit möglichst gering sein, was durch einen geeigneten Windschutz erreicht werden kann.

68

3 2012

Schweizer Landtechnik

Milchharnstoffgehalt Der Harnstoffgehalt der Milch ist zuverlässiger Indikator für Stickstoff-Verwertung und -Ausscheidung und über die Milchkontrolle breit verfügbar. Über alle Betriebe und Messperioden lag der Harnstoffgehalt der Tankmilch zwischen 13 bis 31 mg/dl. Daraus lässt sich folgern, dass bezogen auf die gesamte Herde kein Rohproteinüberschuss vorlag. In der Hälfte der Messperioden war tendenziell eher ein Rohproteinmangel feststellbar. Obwohl die Milchharnstoffgehalte der untersuchten Betriebe in einem engen Bereich lagen, resultierte ein signifikanter Einfluss auf die NH3-Emission. Van Duinkerken et al. (2005) leiten von einer Reduktion des Harnstoffgehalts um 1 mg/dl Milch eine Minderung der NH3-Emission im Stall um 2,5 % ab. Demnach ist mit Blick auf NH3-Emissionen auf eine bedarfsgerechte und ausgeglichene Fütterung mit Rationsplan, gezielter Komponentenwahl und gegebenenfalls Ergänzungsfütterung zu achten. Insbesondere bei Weidefütterung kann es zu erhöhten Milchharnstoffgehalten kommen. Auswertungen des Milchprüfrings und Landeskontrollverbands Bayern zeigen,


ART-Bericht 745 n dass im Harnstoffgehalt der Milch grosse Unterschiede zwischen einzelnen Betrieben bestehen (Spiekers und Obermaier 2007). Demnach besteht auf einzelbetrieblicher Ebene Handlungsspielraum. Tieraufenthalt im Laufhof oder im Liegegang/Laufhof Der Kot- und Harnanfall in den einzelnen Stallbereichen hängt im Wesentlichen von der Aufenthaltsdauer der Tiere im jeweiligen Stallbereich ab. Der getrennt angeordnete Laufhof ist eine zusätzliche Fläche, auf der sich die Tiere mit durchschnittlich 4 bis 10 % ihres Zeitbudgets nur wenig aufhielten. Der mittlere Tieraufenthalt im kombinierten Liegegang/Laufhof lag mit rund 32 bis 35 % deutlich darüber. Der Aufenthalt der Tiere in den angrenzenden Liegeboxen zählte dabei ebenfalls zum Tieraufenthalt im Liegegang/Laufhof. Weiter dient der kombinierte Liegegang/Laufhof auch als notwendiger Zugang zu den angrenzenden Liegeboxen. Bei den Betrieben 1, 3, 5 und 6 waren deutliche Tagesgänge im Tieraufenthalt erkennbar (Abb. 11). Während Fütterungszeiten oder unmittelbar nach dem Melken hielten sich kaum Tiere auf dem Laufhof bzw. im Liegegang/Laufhof auf. Der Liegegang/Laufhof von Betrieb 3 diente als Warteraum und wies somit vor und zu Beginn der Melkzeiten einen sehr hohen Tieraufenthalt aus. Nachts wurden die getrennt angeordneten Laufhöfe nur vereinzelt genutzt. Die punktuell hohe Laufhofnutzung bei Betrieb 1 ist dadurch zu erklären, dass die Tiere dem Entmistungsschieber ausweichen. Verschmutzung von Laufflächen Die Verschmutzung der Laufflächen mit Kot und Harn liefert Anhaltspunkte für das NH3-Emissionspotenzial. Dabei spielen Art, Anteil und Höhe der Laufflächenverschmutzung eine Rolle. Unmittelbar vor der Schieberentmistung variierte die mittlere Verschmutzungshöhe zwischen 0,1 und 0,7 cm. Bei Betrieben mit getrenntem Laufhof wurde der Laufhof höchstens alle drei Tage entmistet. Somit zeigte die Verschmutzungshöhe des Laufhofs jeweils über drei Messtage eine grössere Variabilität. Trotz des deutlich kürzeren Tieraufenthalts war die Verschmutzungshöhe im Laufhof oft grösser als bei den häufiger entmisteten Laufgängen im Stall. Über alle Betriebe hinweg nahm das feuchte Kot-Harn-Gemisch den grössten Anteil ein (Abb. 12). Die Verschmutzung in Bereichen des Laufhofs, der räumlich vom Stallgebäude getrennt war und weniger Tieraufenthalt aufwies, war heterogener als die Verschmutzung in den Laufgängen mit höherem Aufenthalt (Abb. 13). Der grössere Anteil an sauberer Fläche im Laufhof bzw. im kombinierten Liegegang/Laufhof der Betriebe 1, 5 sowie von Betrieb 3 im Winter resultiert aus der geringeren Nutzung. Der höhere Anteil trockener Flächen lässt sich in der wärmeren Jahreszeit bei den Betrieben 2, 3, 5 und 6 auf Austrocknung durch höhere Temperaturen sowie Strahlung zurückführen. Die abgetrocknete Fläche ist ein Indiz für eine bereits erfolgte Emission. Monteny (2000) und Keck (1997) konnten in Modellrechnungen bzw. Untersuchungen im halbtechnischen Massstab einen Zusammenhang von Harn auf der Lauffläche und den NH3-Emissionen aufzeigen. Emissionsrelevant sind demnach feuchte Verschmutzungen wie beispielsweise Harn und feuchtes Kot-Harn-Gemisch. Zur Minderung der NH3-Bildung und Freisetzung ist daher ein rascher

Minderungsansätze und Empfehlungen Die gesamtschweizerischen NH3-Emissionen von Ammoniak müssen gemäss den Umweltzielen Landwirtschaft um rund 40 % von schätzungsweise 44 000 Tonnen im Jahr 2000 auf etwa 25 000 Tonnen NH3-Stickstoff pro Jahr gesenkt werden (BAFU und BLW 2008). Aus den vorgestellten Ergebnissen sowie aus Eindrücken während der Messungen leiten sich folgende Empfehlungen zur Minderung von NH3 ab: – Eine starke Erwärmung kann durch helle Dach- und Fassadenfarben, je nach Stallkonzept durch ein wärmegedämmtes Dach sowie durch Sonnenschutz wie beispielsweise überdachte Flächen oder ausreichend dimensionierte Vordächer vermieden werden. Mit Blick auf die Temperatureffekte bestehen klare Synergien zum Tierwohl: Auch für die Tiere ist Hitzebelastung und Hitzestress zu vermeiden. – Die Luftgeschwindigkeit an und über emissionsaktiven Laufflächen sollte möglichst niedrig sein. Dies kann mit einer geeigneten Ausführung der Stallgebäude insbesondere der Fassaden erreicht werden. Längswände sind flexibel zum Beispiel mit sensorgesteuerten Curtains auszuführen, damit einerseits im Sommer ein ausreichender Luftwechsel und andererseits bei höheren Windgeschwindigkeiten Windschutz möglich ist. – Für eine bedarfsgerechte und ausgeglichene Fütterung sind regelmässig Rationsplan, Komponentenwahl und Ergänzungsfütterung zu kontrollieren und entsprechend anzupassen. Wertvolle Hinweise zur Beurteilung der Stickstoffversorgung gibt der Harnstoffgehalt der Tankmilch. – Bei der Stallplanung, beim Bau und der Nutzung ist darauf zu achten, dass nicht unnötig viel Fläche verschmutzt wird. Mit der Wahl von Haltungssystem und Stallkonzept kann die Grösse der emittierenden Fläche begrenzt werden. Eine geeignete Anordnung und Strukturierung der Funktionsbereiche unterstützen dies. Entscheidend für die Verschmutzung und NH3Emission ist nicht allein die Grösse der zur Verfügung gestellten Lauffläche, sondern auch deren Anordnung, Ausführung, Attraktivität (Tränken, Kuhbürsten, Lecksteine etc.) und Nutzung durch die Tiere. – Auf Laufflächen ohne Gefälle verbleibt bis zum nächsten Entmistungszeitpunkt stehende Nässe. Zur Minderung von NH3-Verlusten sollte Harn möglichst schnell mit Gefälle von den Laufflächen abgeleitet und in Sammelrinnen abgeführt werden. – Zum Entfernen von Kot und Harn insbesondere in Stallbereichen mit hohem Tieraufenthalt und entsprechend grossem Anfall, ist häufiges Entmisten notwendig. Dies erfordert verschleissarme und funktionssichere Entmistungsschieber. Diese müssen zudem tiergerecht sein (geringe Höhe, tiefe Geschwindigkeit). Weiter sind Ausweichmöglichkeiten für die Tiere wichtig. Für eine bessere Reinigungsqualität müssen Schieber und Laufflächenausführung aufeinander abgestimmt sein. Saubere und trockene Laufflächen verringern das Bildungs- und Freisetzungspotenzial von NH3 und fördern somit auch die Stallhygiene und die Klauengesundheit.

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n ART-Bericht 745 Harnabfluss von planbefestigten Laufflächen durch Gefälle und Harnsammelrinnen anzustreben. Demzufolge können NH3-Verluste durch Entmisten in kurzen Zeitintervallen reduziert werden, was insbesondere in Stallbereichen mit hohem Tieraufenthalt und entsprechend grossem Kot- und Harnanfall von Bedeutung ist.

Das Wichtigste in Kürze In der vorliegenden Untersuchung wurden die NH3-Emissionen für Milchviehhaltung im Liegeboxenlaufstall mit planbefestigten Laufflächen und Laufhof mittels Messungen auf sechs Praxisbetrieben bestimmt. Damit liegen verlässliche NH3-Emissionsdaten für das in der Schweiz am häufigsten vorkommende Haltungssystem für Milchvieh vor. Die neu entwickelte Tracer-Ratio-Methode hat sich im Praxiseinsatz bewährt. Mit systematischen übers Jahr verteilten Messungen konnten jahreszeitliche Effekte der NH3-Emission abgebildet werden. Im Sommer lagen die NH3-Emissionen mit 31 bis 67 g/GV·d um mehr als das Dreifache höher als im Winter mit 6 bis 23 g/GV·d. Lediglich in der warmen Jahreszeit waren Tagesgänge der NH3-Emissionen erkennbar. Bis zu einer Aussentemperatur von etwa 7 °C bewirkte ein Temperaturanstieg keine Erhöhung der NH3-Emissionen, erst darüber stiegen die Werte an. Die Vielfalt der erhobenen Begleitparameter ermöglichte die Rahmenbedingungen der einzelnen Messsituationen detailliert zu beschreiben und einzuordnen sowie relevante Einflussgrössen auf die NH3-Emission zu bestimmen. Die Messungen zeigten, dass die NH3-Emission wesentlich von der Aussentemperatur, der Windgeschwindigkeit im Stall und dem Harnstoffgehalt der Tankmilch abhängt.

Im Anhang zum ART-Bericht 745 gibt es ein umfangreiches Literaturverzeichnis. Dieses ist zusammen mit ART-Bericht auf www.agroscope.admin.ch/Publikationen verfügbar.

Die Autoren/innen bedanken sich – beim Bundesamt für Umwelt BAFU für den Auftrag und die Teilfinanzierung. – bei den sechs Praxisbetrieben für die kooperative Zusammenarbeit.

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Ausgabe März 2012