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Schweizer Landtechnik

Dezember 2017

DIGITALE LANDWIRTSCHAFT Vom Spielzeug zum Arbeitsgerät Automatisierung und Assistenzsysteme Die Highlights der Agritechnica Beurteilung von Gebrauchtmaschinen


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Editorial • Inhalt Dezember 2017   ■

■ Aktuelles

Editorial

4 Kurzmeldungen

■ Markt 8 11 12

Die bessere Maschine im Fokus: Interview mit Cirster Stark von Väderstad Innenleben eines Hydraulik-Profis 125 Jahre Meier Maschinen

Schwerpunkt: Digitalisierung und Smart Farming

14 17 20 24 26

«Smart Akis» verschafft Übersicht Digital im Pflanzenbau Automatisierung und Assistenzsysteme Die Zukunft ist digital Drohnen: Vom Spielzeug zum Arbeitsgerät

Roman Engeler

26

■ Impression 28 McCormick «X6.430» mit stufenlosem Getriebe 30 Massey Ferguson «6718 S»: Ein Meister der Vielseitigkeit 32 Press-Wickel-Kombination von Göweil im Hangeinsatz 36 Lemmer-Fullwood: Es robotert im Stall 38 John Deere «6250R»: Neuer Power-Hirsch

36

■ Management 41 42

Der Haken mit der Öse Occasionstraktor? Ja – aber ...

■ Wissen 45

Stickstoffreiniger AdBlue

■ Plattform 46 Agritechnica 2017: Digitalisierung als 46 Innovationstreiber

46

■ Sicherheit 54

Es kann auch zu spät sein

■ SVLT 55 Wechsel im Zentralsekretariat 56 Versammlungen der Sektionen 58 Sektionsnachrichten 62 Nichtreiter mit 60 Pferdeboxen präsidiert die Sektion beider Basel 63 Kurse und Impressum

Titelbild: Die Digitalisierung in der Landwirtschaft ruft Emotionen hervor, die von Begeisterung bis grosser Angst reichen.

www.youtube.com/ agrartechnikCH

www.facebook.com/ CHLandtechnik

Kürzlich hat uns ein Mitglied betref­ fend eine bevorstehende Hofübergabe ein Mail geschrieben und darin unter anderem geschrieben: «Dass ­mir altershalber die anrollende Digitali­ sierungswelle in der Landtechnik erspart bleibt, finde ich beruhigend.» Die Digitalisierung ist derzeit in fast allen Lebensbereichen ein aktuelles Thema. An der Landtechnikmesse «Agritechnica» zogen sich die Begriffe «Digitalisierung» und das fast als Pseudonym verwendete «Smart Farming» wie ein roter Faden durch die gesamte Ausstellung. Wie wird sich aber die anrollende Daten­flut auf dem Feld und im Stall auf den Arbeitsalltag der Landwirte auswirken? Digital Farming werde die Komplexität nicht erhöhen, sondern vielmehr die Entscheidungsfindung ­im landwirtschaftlichen Bereich präziser, intelligenter und einfacher gestalten – etwa beim Thema Dokumentation – meinen viele der in diesem Gebiet tätigen Entwickler. Andere wiederum bezweifeln den tatsäch­lichen Nutzen, einige haben davor gar Angst. Auch wenn viele der in unserem Schwerpunkt beschriebenen Möglich­ keiten in der landwirtschaftlichen Praxis noch nicht jene Verbreitung gefunden haben, die sich manches Unternehmen vielleicht vorgestellt hat, die Digitalisierung schreitet weiter voran, die Technologien stellen längst keine Fiktion dar, sondern stehen für den Einsatz bereit. Ziel muss es jedoch sein, damit die landwirtschaftliche Produktion für den einzelnen Betrieb effizienter und für die Umwelt nach­ haltiger gestaltet werden kann. In diesem Punkt liegt dann die wohl grösste Herausforderung. Letztlich soll mit der Digitalisierung der Landwirt entlastet und nicht nur sein Geldbeutel zusätzlich belastet werden. Ausgabe Nr. 1 erscheint am 18. Januar 2018

Bild: landpixel.de

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n  Aktuelles

In Kürze ■  Burkhard Sagemüller ist bei Lemken neuer Leiter Entwicklung und damit Teil der Geschäftsleitung.

■  Die europäische Gesellschaft der Agrartechniker hat Norbert Rauch (Rauch Landmaschinenfabrik) den «Award of Merit» überreicht.

■  John Deere erwirtschaftet im vergangenen Geschäftsjahr einen Gewinn von 2,2 Mrd. US-Dollar (+30 % gegenüber 2016).

■  FarmFacts, Anbieter von digitalen Lösungen für die Landwirtschaft, hat mit dem «Next Leitspurmanager» an der Fachmesse für den Spargel- und Beerenanbau in Karlsruhe den Innovationspreis gewonnen.

■  Roland Schmidt, bisher Marketingleiter bei Fendt, wurde von Agco zum Vice President Fendt Marketing für die Region «Europa und Naher Osten» ernannt.

■  Michelin übernimmt mit den Firmen PTG und Téléflow zwei führende Unternehmen im Bereich Reifendruckregelsysteme und will so seine Kompetenz in dieser Thematik ausbauen.

■  Bobcat bringt mit dem «TL30.70 Agro» einen neuen Teleskoplader auf den Markt.

■  Die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) führt am Samstag, 13. Januar 2018, in Zollikofen einen Infotag durch, an dem man sich vertieft über das Studienangebot informieren kann.

■  Die 17. Fachtagung «Land.Technik für Profis» findet am 27. und 28. Februar 2018 bei Grimme in Damme statt und thematisiert die Technik für den Hackfruchtanbau.

■  Rolls-Royce konnte kürzlich den 11 111. Motor an den finnischen Forst­ maschinenhersteller Ponsse liefern. Es handelte sich um einen 6-ZylinderReihenmotor der Baureihe «1000» von MTU.

■  Agroscope hat eine breit angelegte Umfrage zum technischen Fortschritt in der Landwirtschaft gestartet und wird zu diesem Zweck rund 5000 Betriebe in der Schweiz anschreiben.

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Schweizer Landtechnik  12 2017

Schweizer Premiere bei Serco Als Auftakt zur «Serco open 2017», der Hausmesse von Serco Landtechnik am Standort in Oberbipp, findet tradi­ tionellerweise ein Abend für die Lohnunternehmer statt, an dem der Schweizer Importeur von Claas und weiteren Marken über neue Maschinen und Dienstleistungen informiert, diese in einer aufwändigen Show präsentiert und den Anwesenden die Möglichkeit bietet, sich im gegenseitigen Austausch über die Entwicklungen in der weiten Welt der

Landtechnik zu informieren. Heuer benutzten rund 500 Personen diese Möglichkeit. Im Zentrum stand dabei ein Feldhäcksler vom Typ «Jaguar 960», der mit dem Claas Raupenlaufwerk «Terra Trac» ausgerüstet ist. Neben weiterer Technik von Claas wurde auch die angehängte Feldspritze «Milan» von Agrifac sowie Transport- und Gülletechnik von Fliegl vorgeführt. Auf die Aspekte einer wiederkäuergerechten Fütterung gingen zudem Trioliet und Melior ein.

Neue Leistungsklasse Mit einem 180 PS starken Forsttraktor «WF trac 1840» eröffnet Forsttechnikspezialist Werner ein weiteres Markt­ segment. Die neue Leistungsklasse bedient sich an den Komponenten aus der bekannten und grösseren Baureihe «2460», beispielsweise mit dem leist­ ungsfähigen Kran und dem roten Greif­ arm, mit der motorisch angetriebenen und um 270  ° drehbaren Kabine in grüner Farbe oder mit der Seilwinde und deren Zugkraft von zweimal 12 t. Die «trac»-Forsttraktoren dienen der Stammholzbringung, also dem Rücken der gefällten Baumstämme aus dem Waldbestand zu den Polterplätzen, von

denen aus die Stämme weitertrans­ portiert werden können. Getriebeseitig wird das stufenlose «S-Matic»-Modul von ZF verbaut. Der verbaute 4-ZylinderMotor stammt von Daimler (MTU) und erfüllt die Abgasnorm der Stufe 4.

Effiziente Pellets-Versorgung In Münchenbuchsee BE hat Agrola ein hochmodernes Holzpellets-Umschlags­ lager in Betrieb genommen, das auf eine schnelle Befüll- und Abtankleistung aus­ gelegt ist. Das CHF 2,5 Mio. teure Werk, es verfügt über zwei Silos à je 490 t, kann Tausende Haushalte schnell und effizient mit Holzpellets versorgen. «Mit dem neuen Lager reagieren wir auf die steig­ ende Nachfrage nach Holzpellets und sind nun in der Lage, eine effiziente Logistik anzubieten», sagt Jürg Schneeberger, bei Agrola verantwortlich für die Holz­ pellets. Die Fenaco-Tochter Agrola ist mit einem Marktanteil von rund 35  % der

grösste Holzpellets-Händler in der Schweiz. Der Gesamtmarkt für Holzpellets beträgt rund 210 000 t.


Aktuelles   n

Smart Farming an «Suisse Tier»

In der Digitalisierung sehen junge Bauern tendenziell mehr Chancen als Gefahren. Das war das Fazit der «Suisse Tier»-Podiumsdiskussion «Smart Farming – vom kompetenten Landwirt zum ferngesteuerten Knecht?» mit den drei Jungbauern Silvan Bucher, Christian Galliker und Christian Schönbächler (v.l.). Ge­ sprächsleiter war Stefan Heller, Ge­ schäftsführer der Luzerner Bäuerinnen und Bauern. Die Sonderschau «Smart Farming in der Milchproduktion» zeigte praxisnah, wie und wo Smart Farming in der Schweizer Milchpro­ duktion eingesetzt werden kann. Die «Suisse Tier», die zum 10.  Mal stattfand, lockte zur Jubiläumsausgabe über 14 000 Besucher nach Luzern.

«Häckselstar» ­gekürt John Deere hat in einer Social-Media-Kampagne Europas beste Fahrer von selbstfahrenden Feldhäckslern gekürt. Maik Fischer aus Bannewitz D hat sich über Facebook für die Kampagne registriert und letztlich gewonnen. Der Lohn für den Erfolg sind professionelle Foto- und Video­ aufnahmen beim örtlichen JohnDeere-Vertriebspartner, die auf lokalen Plakatwänden zu sehen sind und auf einem mobilen Plakatträger durch die Heimatregion des «Häckselstars» gefahren wurden. Darüber hinaus konnte sich der glückliche Gewinner über ein Feld­ häcksler-Fahrerpaket freuen.

Schneider gewinnt Marketingpreis Jeder Lohnunternehmer ist bekanntlich selbst dafür verantwortlich, wie er von den Kunden und von der Bevölkerung in seinem Arbeitsgebiet wahrgenom­ men wird. Die gute Arbeit ist dabei nur ein Aspekt. Marketing in eigener Sache ist ebenso wichtig, weshalb der deut­ sche Verband der Lohnunternehmen regelmässig Marketingpreise vergibt. Heuer konnten fünf Lohnunternehmen die Jury mit einer hohen Bewerbungs­

qualität überzeugen, darunter das Schweizer Lohnunternehmen Schneider aus Thunstetten BE.

Maschinen des Jahres In insgesamt 14 Kategorien hat der deutsche Landwirtschaftsverlag (DLV) zusammen mit Partnern auch in diesem Jahr wieder die «Maschine des Jahres» ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Agritechnica in Hannover statt. Die Sieger Traktor XXL: Fendt «900 Vario MT» Grosstraktor: Claas «Axion 900» Oberklassetraktor: Valtra «T»-Serie Mittelklassetraktor: Case IH «Maxxum ActiveDrive 8» New Holland «Dynamic Command» Kompakttraktor: John Deere «5R» Mähdrescher: Fendt/Massey Ferguson «Ideal» Häcksler: Krone «Big X Lift Cab» Hackfruchternte: Grimme «Ventor 4150» Futterwerbung: Vicon «Extra 7100T GeoMow» Futterbergung: Kuhn «FBP 3135 IntelliWrap» Bodenbearbeitung: Väderstad «Carrier» Drilltechnik: Lemken «Azurit» Bestandesführung: Amazone «UX 01» Materialumschlag/Logistik: Claas «Scorpion» Sonderpreis: hydraulisch gedämpfter Oberlenker von GKN Walterscheid

Spannende Firmen- und Familiengeschichte Die Familie Griesser in Kleinandelfingen ZH hat ihre spannende Familien- und Firmengeschichte über fünf Gene­ rationen hinweg in einem Buch fest­ gehalten. Jede Generation hat sich intensiv mit der Landtechnik beschäftigt. Ursprung war eine Erbteilung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, bei der sich Firmengründer Albert Griesser mit einem kleinen Hof begnügen musste. Um zu überleben, stieg er im Nebenerwerb in den Handel mit Futterschneidemaschinen, Jauchepumpen, Maschinenteilen, Fahrrädern, Näh­ maschinen und Karrensalbe ein. Das Unternehmen firmierte in der Folge

unter verschiedenen Namen, zuletzt und heute als «Granit Parts Agritec Griesser GmbH», das nunmehr in fünfter Generation von Martin Griesser umsichtig und mit viel Erfolg geleitet wird.

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n  Aktuelles

Leistungsstark und bodenschonend Der Annaburger Tankzubringer «HT 24.27» für Gülle mit seinem 21 m3 fassenden Kunststofftank eröffnet für den Gülletransport vom Hof zum Feldrand neue Dimensionen. Die Landmaschinenstation Eglisau AG hat bereits den zweiten, individuell ausgestatteten Güllezubringer ausliefern können. So spannen die Landwirte Tobias Löhrli (Freienstein) und Thomas Bliggenstorfer (Embrach) beim Ausbringen der Gülle ihrer Milchwirtschaftsbetriebe zusammen. Mit dem «HT 24.27» fahren sie die Gülle vom Hof an den Feldrand und verteilen sie dort mit einem doppelbereiften Traktor mit Schleppschlauch. Das Fahrzeug ist ein Dreiachser mit Drehschemel und wird von einem 130-PS-Traktor mit 6 t Gewicht gezogen. Ein Vakuumkompressor und ein Turbobefüller saugen die Gülle aus der

Grube. Den Druck zum Ausbringen mit dem Schleppschlauchverteiler liefert das «Julia»-Kombiaggregat mit Kom­ pressor/Zentrifugalpumpe. Das Fass ist saug- und druckbeständig, es ist für einen Druck von 1,5 bar geprüft. Das Ausbringen der 21  m3 dauert zirka 15  Minuten. Dank der Funkfernbe­ dienung ist dies im Einmannbetrieb möglich. Für die Betriebssicherheit sorgen unter anderem die Druckluft­ bremse, die Überdrucksicherung am Kompressor und die Berstsicherung des Fasses.

Seitlich kippen Joskin bietet für seine Anhänger vom Typ «Trans-Cap» nun auch das seitliche Abkippen an und steigert so die Vielseitigkeit solcher Geräte. Gleichzeitig wird die Nutzlast dieser Anhänger erhöht, da man so auch einen zweiten Anhänger ziehen kann und diesen beim Abladen nicht zwingend abtrennen muss. Die Entriegelung der Seitenwände erfolgt hydraulisch, das Schliessen erfordert kein manuelles Eingreifen.

«Gator» gewonnen Neuer BUL-Geschäftsführer Thomas Frey heisst der neue Geschäftsführer der Beratungs­ stelle für Unfall­ verhütung in der Landwirtschaft (BUL). Der Stiftungsrat hat den erfahrenen, gut vernetzten und zuletzt bei Serco Land­

technik tätigen 49-jährigen Frey zum Nachfolger von Ruedi Burgherr gewählt, der die Entwicklung von BUL und agriss in den letzten 37 Jahren massgeblich beeinflusst und geprägt hatte. Frey wird Anfang Februar nächsten Jahres die Stelle antreten und die Geschäftsführung schrittweise übernehmen.

Mehr Leistung

Modul Lohnarbeiten Die Anforderungen an die Lohnunternehmen bezüglich Maschineneinsatz, Beratung und Kundenservice nehmen zu. Entsprechend benötigen professionelle Lohnunternehmen gut ausgebildete Fachkräfte. Das Modul «Lohnarbeiten» spricht Landwirte mit Fähigkeitsausweis und technischem Flair sowie Berufsleute mit Erfahrungen auf Lohnbetrieben oder ausgebildete Landmaschinenmechaniker an. Ziel ist es, qualifizierte Arbeitskräfte für Lohnunternehmen auszubilden, welche die auszuführenden Arbeiten richtig beurteilen und damit entsprechenden Nutzen für die tägliche Arbeit im Betrieb generieren können. Das von den Bildungszentren Strickhof und Plantahof gemeinsam angebotenen

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Schweizer Landtechnik  12 2017

Beim Jubiläumswettbewerb der Firma Otto Hauenstein Samen (OHS) – das Unter­ nehmen handelt seit 75 Jahren erfolgreich mit Saatgut – gewann die Bauernfamilie Geiser in Lüsslingen einen John Deere «Gator» und damit den ersten Preis. Auf dem Bild posieren Christina Geiser (Betriebsleiterin), Didier Pfister (Aussen­ dienst OHS), Peter Geiser (Gewinner und Vater der Betriebsleiterin), Bernhard Zuber (Leiter Landwirtschaft OHS).

Modul wird von der Betriebsleiterschule mit vier Punkten angerechnet und ist schweizerisch anerkannt. Die Ausbildung findet vom 22. bis 26. Januar 2018 als Wochenkurs am Plantahof in Landquart (GR) statt. Interessierte melden sich sofort bei Strickhof, Romea Schneider, Tel. 058 105 98 15, romea.schneider@strickhof.ch, oder Plantahof, Konrad Merk, Tel. 081 257 60 38, konrad.merk@plantahof.gr.ch.

New Holland rüstet seine Teleskop­ lader vom Typ «LM» mit neuen Motoren aus und versieht die ins­ gesamt fünf Modelle mit Hub­höhen von 6,1 bis 9 m und Hubkräften von 3,2 bis 4,2 t mit neuen Features. So werden nun NEF-Motoren verbaut, welche die Abgasnorm der Stufe 4 mit dem bekannten «Hi-eSCR»System des Herstellers FPT erfüllen und gleichzeitig mehr Leistung offe­ rieren. Getriebeseitig gibt es ein 4 × 3-Powershift-Modul, während die Hydraulikpumpe 140  l/min abgibt. Modifiziert wurde auch die Be­ leuchtung, stehen doch bis zu zehn LED-Scheinwerfer mit 2500 Lumen zur Disposition.


Aktuelles   n

Neues bei Same

Die «Argon»-Modelle sind bei Same die Einstiegsmodelle für den Einsatz bei leichten Feld- und Hofarbeiten. Die erneuerte Baureihe umfasst insgesamt sechs Modelle, zwei mit Hinterradan­trieb und vier mit Allradantrieb, mit einer Leistung von 65 bis 97 PS. Auffallend ist das markante Design mit neuer einteiliger Motorhaube. Unter der Haube arbeiten 3-Zylinder-Motoren (Farmotion) mit Commonrail-Hochdruckeinspritzung von 2000 bar, Turbolader, Ladeluftkühler und

Viskolüfter. Bei 30 km/h Höchstgeschwin­ digkeit gibt es wahlweise ein Getriebe mit 12 × 3 Gängen oder ein Eco-Voll­ wendegetriebe mit 8 + 8 Gängen und Endgeschwindigkeit bei nur 1800 U/min. Bei der 40-km/h-Variante gibt es ein 15 × 15-Getriebe in normaler oder in EcoAusführung, wobei bei letzterer die 40 km/h ebenfalls bei 1800 U/min erreicht werden. Erneuert hat Same weiter die «Explorer TB»-Baureihe mit zwei Modellen (102 und 113  PS). Sie werden von einem 4-Zylinder-Motor (Farmotion) angetrieben. Basisgetriebe ist ein 5-Gang-Getriebe mit zwei Fahrbereichen und synchronisierter Wende­ schaltung (10  ×  10 Gänge), das mit Superkriechgang (20  ×  20) oder mit Lastschaltung «Hi-Lo» (20  ×  20) er­ gänzt werden kann.

Intelligente Daten helfen Vor gut einem Jahr hat Lely im Ma­ nagementsystem «T4C» (time for cows) einen Gesundheitsbericht ein­ geführt, der mehrere Sensordaten des Melkroboters kombiniert und als Resultat das «Erkrankungsrisiko» be­ ziffern kann. Anhand der Ergebnisse kann der Milchviehhalter seine täg­ lichen Kontrollen optimieren, indem er die gefährdeten Kühe vielleicht etwas spezieller als die anderen beobachtet. Dieser Bericht wird nun mit dem Modul «Milchtrend» ergänzt. Dieser zeigt

die Leistungen von frischmelkenden Kühen über die ersten 21 Tage der Laktation an, ver­gleicht sie mit dem Durchschnitt der Gruppe und meldet grössere Abweichungen.

SMSWettbewerb Jeden Monat verlost die «Schweizer Landtechnik» in Partnerschaft mit einem Landmaschinenhändler ein attraktives Traktormodell.

In dieser Ausgabe ist es ein Modell Steyr «6230 CVT» von Siku im Massstab 1 : 32.

SMS – und gewinnen mit

High Speed in der Einzelkornsaat Die neue Säreihe «Optima SX High Speed» von Kverneland verbindet maximale Leistung und Effizienz, sollen doch damit Arbeitsgeschwindigkeiten in der Einzelkornsaat von bis zu

18 km/h möglich sein. Zentrales Element ist das unter Überdruck gesetzte Säherz, mit dem die Ingenieure von Kverneland eine neue Vereinzelungstechnologie in die «Optima» integrieren konnten. Die Saatkörner werden dabei durch Luft beschleunigt mit bis zu 70 km/h in die Saatfurche befördert. Eine weiche Andruckrolle fixiert die Körner anschliessend in der Saatfurche. Durch den Aufbau des Säherzes ensteht kaum Reibung, weshalb nur wenig Drehmoment zum Antrieb der Säscheibe benötigt wird. Dadurch kann die Maschine ohne einen zusätzlichen Stromgenerator betrieben werden.

Schreiben Sie ein SMS (1 Fr.) mit SVLT Name Adresse an die Nummer 880, und gewinnen Sie mit etwas Glück dieses Modell des Traktors Steyr «6230» CVT. Die glückliche Gewinnerin des ­Modells Valtra «T191», das in der November-Ausgabe der «Schweizer Landtechnik» zur Verlosung ausgeschrieben wurde, heisst Alexis Rey und kommt aus 1686 Grangettes FR.

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n  Markt | Interview

Ziel ist immer eine bessere Maschine Väderstad hat sich auf die Fahne geschrieben, die moderne Landwirtschaft mit hoch­ effizienten Maschinen und Methoden zu unterstützen. Die «Schweizer Landtechnik» sprach an der Agritechnica mit Crister Stark, Vorstandsvorsitzender und Teilhaber des schwedischen Unternehmens. Roman Engeler

Crister Stark: «Unser Ziel ist es immer, etwas Besseres auf den Markt zu bringen.»

«Schweizer Landtechnik»: Wie stark war Väderstad von der Baisse im Landtechnik-Markt der letzten Jahre betroffen? Crister Stark: Wir haben diesen Rück­ gang in der Nachfrage auch gespürt, allerdings nur wenig. Diese Rezession ­ dauerte für uns rund drei Jahre. Nun spüren wir aber bereits seit einiger Zeit wieder einen Aufschwung. Wir rechnen schon für dieses Jahr mit einem starken Wachstum. Aufgrund der Bestellungen sind wir bei einigen Maschinen fürs nächste Jahr bereits heute ausverkauft, 8

Schweizer Landtechnik  12 2017

Bilder: zvg

sodass wir neue Arbeitskräfte anstellen werden. Ich rechne, dass wir bis Ende Jahr um die fünfzig neue Mitarbeitende beschäftigen können. Zudem wird das Werk für rund 20 Mio. Euro ausgebaut, indem neue Verarbeitungslinien für die Blechverarbeitung implementiert werden. Dadurch werden wir unsere Fertigung weiter ratio­nalisieren können. Welche Märkte laufen gut, welche weniger? Für Väderstad läuft es momentan in Russ­ land und in der Ukraine sehr gut. Allge­

mein darf ich aber feststellen, dass auf­ grund der gestiegenen Produzentenpreise die Nachfrage nach Landtechnik in fast allen Regionen angezogen hat. Welche Maschinen werden derzeit stark nachgefragt? Wenn ich einzelne Produktgruppen be­ trachte, so sticht vielleicht die Einzel­ kornsämaschine «Tempo» hervor, die sich seit ihrer Einführung gut im Markt hat etablieren können. Diese Baureihe deh­ nen wir kontinuierlich aus. Wir bieten­ s­ ie in grösseren Arbeitsbreiten an und


Interview | Markt   n

machen sie auch für «schwierige» Saat­ güter wie Raps oder Zuckerrüben verfüg­ bar, sodass man auch diese Kulturen mit einer fast konkurrenzlosen Geschwindig­ keit aussäen kann. Wie sind Sie mit dem Schweizer Markt zufrieden? Wir sind überaus zufrieden, wie es für Väderstad in der Schweiz läuft. Mit Keller Technik in Hüttwilen TG haben wir einen zuverlässigen Vertriebspartner, der seinen Job gut macht. Vor vier Jahren haben Sie den kana­ dischen Hersteller Seedhawk über­ nommen. Was waren die Gründe dafür? Väderstad ist bei der kanadischen Firma Seedhawk bereits 2006 mit einer Minder­ heitsbeteiligung eingestiegen und hat dann, wie erwähnt, vor vier Jahren diese Firma gänzlich übernommen. Vor weni­ gen Wochen haben wir übrigens auch den Namen von «Seedhawk» auf «Väder­ stad Industries» geändert. Die Maschinen selbst behalten jedoch die Zusatzbezeich­ nung «Seedhawk». Grund für diese Akquisition war unsere Wachstumsstrategie. Wir wollen mit un­ serer Technik neue Märkte erobern. Mit der Zusammenarbeit und der Übernahme von Seedhawk haben wir auch den Zu­ gang auf das Vertriebsnetz in Kanada, Australien und in den USA bekommen. Sind weitere solche Akquisitionen geplant? Momentan ist nichts in diese Richtung geplant, wir halten aber unsere Augen immer offen! Sie kooperieren mit John Deere in Russland und in der Ukraine. Wird daraus dereinst mehr? Mit dieser Kooperation können wir von Väderstad unsere Maschinen über das starke Vertriebsnetz von John Deere in diesen Regionen verkaufen. Momentan sind wir daran, diese Kooperation auch auf Kasachstan auszudehnen. In West­ europa sieht die Situation hingegen an­ ders aus. Dort hat Väderstad bereits ein gutes Vertriebsnetz aufgebaut, sodass wir in dieser Region weiterhin eigenstän­ dig unterwegs sein werden. John Deere hätte sicher Interesse an Ihrer Technik? Ein Unternehmen wie John Deere hat wohl immer ein grundsätzliches Interesse

Crister Stark ist überzeugt, dass man auch als «nur» Gerätehersteller ohne Anbindung an einen Traktor gut überleben kann.

an guten Maschinen. Aber Väderstad möchte weiterhin ein selbstständiges Unternehmen bleiben und über die Zu­ kunft selbst bestimmen können. Wie kann man heute als «nur» Ge­ rätehersteller und ohne eine Anbin­ dung an einen Traktorhersteller über­­­leben? Ich bin überzeugt, dass man so nicht nur überleben kann, sondern dass man damit auch gut leben kann. Wir haben viele Beispiele im Vertrieb, die das belegen. Den reinen Fullliner-Vertrieb, den Sie damit ansprechen, gibt es gar nicht oder nur in seltenen Fällen. Der Landmaschi­ nenhandel, zumindest in Westeuropa, operiert in der Regel mit verschiedenen Marken und wird auch in absehbarer ­Zukunft weiterhin daran festhalten. Kürzlich haben Sie mit der EinzelkornSämaschine «Tempo», die wohl teu­ erste Entwicklung in der Geschichte von Väderstad, einen Weltrekord in der Aussaat von Mais erzielt. Ist das eher ein Marketing-Gag oder steckt mehr dahinter? Es war eine fantastische Leistung, innert 24 Stunden mit einer «Tempo»-Sämaschi­ ne 502 ha Mais zu säen. Es ist für uns aber alles andere als ein Gag. Wir wollten damit zeigen, was mit dieser Technik heute möglich ist. Es war ja nicht nur die Aussaat alleine, die uns interessierte. Im Fokus stand auf die Qualität der Arbeit.

Wir haben in der Folge den Bestand und dann auch die Ernte beobachtet. Der Landwirt konnte übrigens auf diesem Feld die höchste Maisernte einfahren. Perfektion und Geschwindigkeit haben sich hier also in optimaler Weise ge­troffen. Welche Schlüsse ziehen Sie aus die­ sem Rekord? Wir können nun zeigen, dass wir mit der «Tempo» viel schneller unterwegs sein können als Mitbewerber, ohne dass die Präzision darunter leiden muss. Väderstad ist in der konservierenden oder minimalen Bodenbearbeitung und in der Saattechnik aktiv. Reicht diese Palette heute aus? Es stimmt, wir sind nicht in der gesamten Palette der Bodenbearbeitung mit Ma­ schinen präsent. Aus meiner Sicht reicht diese Palette aber heute aus. Unser Ziel ist es stets, Maschinen zu bauen, die für die jeweiligen Arbeitsschritte flexibel einsetzbar sind und diese Arbeit vielleicht besser machen als Geräte anderer Her­ steller. Anfänglich hatten wir bei Väder­ stad beispielsweise keine Scheibeneggen oder Sämaschinen im Programm, heute sind diese Geräte wichtige Bestandteile in unserer Palette. Wenn wir in ein neues Maschinensegment investieren, so muss zuerst eine bessere Idee für ein Gerät vorhanden sein. Ansonsten lassen wir lieber die Finger davon. 12 2017  Schweizer Landtechnik

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n  Markt | Interview

Oder für eine Kreiselegge? Die Kreiselegge ist auf kleineren Betrie­ ben eher von Bedeutung, auf grösseren kostet der Einsatz aus meiner Sicht aber zuviel, für uns deshalb kein Thema.

Crister Stark ist in zweiter Generation Vorstandvorsitzender von Väderstad und Teilhaber des schwedischen Unternehmens.

Haben Sie beispielsweise diese «bes­ sere Idee» für einen Pflug? Schauen Sie, Grubber, Scheibeneggen oder Pflug: All diese Maschinen haben ihren Platz, und ein guter Landwirt kom­ biniert diese Geräte im Laufe der Frucht­ folge. Da mache ich gar keinen Hehl dar­ aus. Wir arbeiten langsam, aber stetig an der Entwicklung unseres Produktport­ folios. Ob wir künftig einmal einen Pflug bauen werden? Ich weiss es momentan nicht, schliesse es aber auch nicht von vornherein aus. Geplant in diese Richtung ist vorerst aber nichts.

Wo werden ihre künftigen Schwer­ punkte in der Entwicklung liegen? Wie vorhin angetönt, unser Ziel ist es immer, etwas Besseres auf den Markt zu bringen. Ein Trend liegt sicher darin, dass wir die Techniken für grössere Maschinen verfügbar machen. Weiter werden wir noch flexibler einsetzbare Maschinen bauen. Unser Fokus wird noch mehr auf den Weltmarkt ausgerichtet sein. Begriffe wie «Precision Farming», «Smart Farming» oder «Digitalisie­ rung» sind heute in aller Munde. Was hat Väderstad da zu bieten? Noch vor fünf Jahren war unsere Elektro­ nikabteilung im Hause beinahe inexistent, heute beschäftigt sich ein Team von zwölf Ingenieuren mit diesem Thema. In dieser Zeit konnten wir in verschiedenster Hin­ sicht bereits schöne Meilensteine setzen. Ich erwähne in diesem Zusammenhang das topmoderne iPad-basierte Steue­ rungssystem «E-Control». Damit kann

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eine Maschine von Väderstad drahtlos bedient werden, und man hat via Tablet den vollen Zugang zu allen Maschinen­ funktionen und -daten. Wie werden diese Entwicklungen von den Kunden heute angenommen? Sehr gut. Ich glaube, dass wir bei Väder­ stad in Sachen «Smart Farming» auf einem Topniveau sind und den Landwir­ ten heute alles bieten können, was der Markt nachfragt. Ich möchte es aber nicht unerwähnt lassen, dass der grössere Teil unserer Kundschaft all diese Technik (noch) nicht fordert. Wie wird sich «Smart Farming» aus Ihrer Sicht entwickeln? Wenn wir auf die letzten Jahre zurück­ blicken, so stellen wir eine kontinuierliche Entwicklung fest. Schritt für Schritt hält die Digitalisierung nicht nur Einzug in unseren Alltag, sondern auch in die ­L andwirtschaft. Die Landtechnikhersteller werden weiterhin gefordert sein, in diese Technik zu investieren. Neue und bessere Sensoren für die noch exaktere Steuerung von Maschinen werden dazukommen. Ich glaube, diese Entwicklung wird in kleinen Schritten so weitergehen.  n


Firmen | Markt   n

«QuickScan» Als eine der ersten Firmen der Branche hat Paul Forrer ein Barcode-Bestellsystem eingeführt, das sich «forrer QuickScan» nennt und den Kunden einen einfacheren, sichereren und schnelleren Bestellvorgang bietet. Heute würde, so Peter Futter, der Grossteil der Bestellungen für Hydraulikkomponenten und Ersatzteile auf elektronischem Weg eintreffen – auch zum Vorteil des Kunden, könne dieser zu Beginn doch gleich die Verfügbarkeit testen, und später garantiere es ihm darüber hinaus das Nachverfolgen eines ­erteilten Auftrags.

Fazit

Spezielle Kundenlösungen wie dieser Hubzylinder werden bei Paul Forrer AG in der eigenen Werkstätte gefertigt. Bilder: R. Engeler

Innenleben eines Hydraulik-Profis Paul Forrer AG, bekannt für den Schweizer Vertrieb von Walterscheid-Gelenkwellen und individuelle Hydrauliklösungen, feiert heuer sein 50-JahrJubiläum. Zum Abschluss des Jubeljahres wurden Fachjournalisten zu einem Workshop eingeladen. Roman Engeler Das Unternehmen Paul Forrer wurde in der Schweiz bekannt durch den Import und Vertrieb der Gelenkwellen von Walterscheid. Vor etwas mehr als 30 Jahren stieg man dann ins Hydraulikgeschäft ein, anfänglich mit dem Vertrieb von entsprechenden Komponenten wie Schläuchen, Ventilen, Armaturen oder Verschraubungen. Später kamen ganze Systemlösungen, wie beispielsweise die hydraulische Anhängertriebachse «Trailer Drive» oder generell kundenspezifische Anfertigungen, hinzu. Im Zuge der neuen Bremsrichtlinie für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge (generelle Umstellung auf 2-Leiter-System) hat Paul Forrer zudem pneumatische und hydraulische Nachrüstlösungen entwickelt, um das Problem einer drohenden Inkompatibilität entschärfen zu können, sollten dereinst neue Traktoren mit alten

Anhängern (oder entsprechend umgekehrt) gekuppelt werden müssen.

Sichere Schläuche Dem Schlauch wird innerhalb einer ­hydraulischen Anlage oft zu wenig Beachtung geschenkt. Neben der vorgeschriebenen Lebensdauer – sechs Jahre ab Herstellungsdatum einer Schlauchleitung – seien beim Einbau von Hydraulikschläuchen auch Faktoren wie Biegeradius oder zusätzliche Schutzschläuche zu beachten, wurde beim Workshop betont. Ein strahlartiger Ölaustritt aus einem ­Nadelstich grossen Leck könne beispielsweise Kleider und Haut problemlos durchdringen oder sich bei Zerstäubung im Motorraum eines Geräts entzünden. Falsch montierte (überdrehte) Hochdruckschläuche können die Lebensdauer bis zu 95 % verringern.

Die Familien-geführte Paul Forrer AG hat sich vom reinen Produktanbieter zum umfassenden Systemanbieter entwickelt, beliefert heute Werkstätten mit konventionellen Produkten, bietet aber auch individuelle Hydrauliksysteme an, die von Spezialisten berechnet, ausgelegt und mit modernsten Geräten konstruiert werden. Steckerfertige Lösungen können als Handelseinheit online im Webshop bestellt oder bei Bedarf den kundenspezifischen Anforderungen angepasst werden.  n

50 Jahre Paul Forrer AG Obwohl die Anfänge bis in die 1950er- Jahre zurückreichen – dannzumal wurden Baumspritzen vertrieben –, feiert das später durch den Vertrieb von Walter­scheid-Gelenkwellen und seine ­speziellen Hydrauliklösungen bekannte Unternehmen Paul Forrer AG heuer das 50-Jahr-Jubiläum. 1967 wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft umfirmiert, blieb aber in Familienbesitz und wird heute in dritter Generation von Peter Furrer geführt, einem Enkel des Firmengründers Paul Forrer. Als Partner des Schweizer Landmaschinenhandels passte man das Produktangebot in der Folge stetig den aktuellen Bedürfnissen des Fachhandels an – unter anderem auch durch den Import und Vertrieb von Motorgeräten. 1982 lancierten die Fachleute von Paul Forrer AG das erste Hydraulikprogramm mit Produkten von Imperial Eastman (heute Gates). Mit der steigenden Nachfrage nach Hydrauliklösungen wurde das Sortiment laufend erweitert. Heute ist die seit 2013 in Bergdietikon ansässige Firma nicht mehr nur in der Land- und Forsttechnik präsent, sondern überall dort, wo Mobilhydraulik gefragt ist. Wichtige Standbeine sind deshalb auch die Baumaschinen-, Kommunalmaschinen und Nutzfahrzeugindustrie. Paul Forrer beschäftigt derzeit 75 Mitarbeitende und erwirtschaftet einen Umsatz von jährlich gut CHF 27 Mio.

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n  Markt | Firmen

Die Firma heute Seit Sommer dieses Jahres sind Dominic und Corinne Müller die neuen Besitzer der Meier Maschinen AG. Die beiden führen im nahen Siblingen SH die Land­ maschinenfirma Müller Siblingen GmbH. Sie haben die Meier Maschinen AG von Philippe Graf übernommen, der mit Thomas Müller die Geschicke der Firma seit 2003 leitete. Beschäftigt werden in Marthalen 23 Mitarbeiter und 4 Lehr­ linge. Heute ist die Meier Maschinen AG in die drei Bereiche «Landwirtschaft», «Forst- und Kommunaltechnik» sowie «Baumaschinen» unterteilt. Importiert werden unter anderem die Maschinen von Kongskilde, Bobcat, Paus, Ritter, Multione und Grim. Die Firma ist zudem traditionsreicher Claas-Vertreter mit Spezialisierung auf Grosserntetechnik. Corinne und Dominic Müller sind die neuen Besitzer der Meier Maschinen AG. Die Firma wurde vor 125 Jahren gegründet. Bild: zvg

Erste Claas-Mähdrescher in die Schweiz geholt Die Meier Maschinen AG in Marthalen ZH kann ihr 125-Jahr-Jubiläum feiern. Richtig durchgestartet ist die Firma mit dem Import der ersten zehn ClaasMähdrescher im Jahr 1967. Heinz Röthlisberger

Es sind oft weitsichtige Entscheide, die ­eine Firma in eine erfolgreiche Zukunft führen. Einen solchen Entscheid hat auch Hans Georg Meier getroffen, als er 1967 die ersten zehn Claas-Mähdrescher in die Schweiz importierte. «Kein Bauer hat damals wirklich auf die Selbstfahrende ­ Ernte­ technik gewartet», sagt Dominic Müller, der seit diesem Sommer neuer Geschäftsführer der Meier Maschinen AG ist (siehe Kasten). Die von Hans Georg Meier importierten Claas-Mähdrescher des Typs «Senator» fanden dann doch nach und nach ihre Abnehmer. Die Leis­ tung des 4-Schüttler-Mähdreschers hat die Bauern offenbar überzeugt. Auch sonst lief das Geschäft hervorragend. In den Unter­lagen der Firma ist beim Jahr 1972 nach­zulesen: «Die Mechanisierung der Schweizer Landwirtschaft ist in vollen Zügen, die Landmaschinen kommen per 12

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Bahn und werden in grossen Stückzahlen am Bahnhof Marthalen angeliefert.»

Ursprung 1892 Das Risiko hat sich für Hans Georg Meier, der die Firma ab 1951 in der dritten Ge­ neration führte und der seine unterneh­ merische Weitsicht aus einer USA-Reise mit nach Hause genommen hat, gelohnt. Übernommen hat er die Firma von sei­ nem Vater Hans Meier. Ihren Ursprung hatte die Firma 1892 in der Schmiede von Johann Meier. «Weitere Eckpunkte sind die Gründung einer Aktiengesellschaft 1970 und der Ausbau der heutigen Werk­ statthalle», erzählt Dominic Müller. Auch hier habe Hans Georg Meier Weitsicht bewiesen, «hat er doch die Hallen und die Tore bereits damals so geplant, dass selbst die heutigen Grossmähdrescher ohne Probleme hineinkommen.»

Samro, McCormick, Rapid «Die Firma ist aber nicht nur wegen Claas ein Begriff in der Schweizer Landwirt­ schaft», sagt Müller. Ebenso viel Erfolg und eine hohe Bekanntheit erzielte Meier unter anderem mit der Futtererntetechnik von Rapid und Fahr, den Kartoffelrodern des Schweizer Herstellers Samro, den Traktoren von McCormick oder aber auch durch die Forsttraktoren von Valmet, für die mit der Valmet Schweiz AG sogar eine eigene Firma gegründet wurde.

Optimistisch in die Zukunft Und wie sieht es für die Zukunft aus? «Wir wollen unser Händlernetz noch weiter ausbauen», sagt Dominic Müller. Weil­ der Landmaschinenmarkt in der Schweiz nicht gerade am Wachsen sei, müsse sich­ die Firma auch in anderen Geschäftsfel­ dern orientieren. Zu den Schwerpunkten der Firma gehören eine optimale Kunden­ betreuung mit 24-h-Service, Nischen be­ setzen und Spezialmärkte bedienen. Das Maschinenprogramm hat Dominic Müller jedenfalls schon erweitert. Als jüngster Zu­ wachs konnte die Firma gerade erst im No­ vember die Importübernahme des Multi­ one-Laderprogramms bekannt geben.  n

HM-Open im Dezember Der Startschuss für die Feierlichkeiten zum 125-Jahr-Jubiläum der Meier ­Maschinen AG findet vom 27. bis 29. De­ zember an den HM-Open statt. Geplant sind für das nächstes Jahr zudem Sonder­ aktionen und ein Jubiläums-Event.


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n  Digitalisierung

«Smart Akis» schafft Übersicht Das europäische Netzwerk «Smart Akis» soll der Verbreitung von Smart-FarmingTechnologien zum Durchbruch verhelfen. Das Herzstück ist eine Datenbank, in der sich der Nutzer über alle im Markt angebotenen Anwendungen informieren kann. Ruedi Burkhalter Wie ist das Verhältnis von Aufwand zum Nutzen? Anhand dieser Frage entscheidet der einzelne Landwirt letztlich, ob sich Smart-Farming-Technologien (SFT) lohnen. Eine Befragung in sieben europäischen Ländern hat ergeben, dass die Nutzung solcher Systeme auf Betrieben in «Schweizer Grösse» wenig verbreitet ist. Nicht nur die Investitionen und der nötige Zeitaufwand halten den Durchschnitts­betrieb davon ab. Weitere Gründe sind, dass solche Technologien oft als «Insel­lösung» zwar gut funktionieren, dass j­edoch eine ganzheitliche

Vernetzung des Betriebs, meist wegen nicht kompatibler Datenformate, kaum funktioniert. Weiter ist es für viele Betriebsleiter aufgrund der Komplexität schier unmöglich geworden, einen Überblick zu gewinnen. Man weiss oft gar nichts von Anwendungen, die möglicherweise hilfreich sein könnten. Hier will nun das 2016 ins Leben gerufene Projekt «Smart Akis» ansetzen.

Einfaches Auffinden «Smart Akis» ist ein europäisches Netzwerk, das die Lücken zwischen For-

Wie ist das Verhältnis von Aufwand zum Nutzen? Anhand dieser Frage entscheidet der einzelne Landwirt letztlich, ob sich Smart-Farming-Technologien lohnen. Bild: Agco-Fuse

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schung, Technologieanbietern und Praxis schliessen soll, indem es vorhandene Smart-Farming-Lösungen, die den landwirtschaftlichen Bedürfnissen angepasst sind, identifiziert und kommuniziert. Herzstück ist eine Datenbank, in der ein potenzieller Nutzer die vorhandenen SFT-Angebote nach seinen Bedürfnissen durchsuchen kann. Zurzeit finden sich darin bereits über 200 An­ gebote, die man nach zahlreichen Kri­ terien durchforsten und über die man sich informieren kann. Als thematisches Netzwerk sammelt «Smart Akis» bereits


Digitalisierung    n

abnehmende Faktoren

zunehmende Faktoren

Ökonomie

Input-Kosten für Betriebsmittel wie Dünger oder Pflanzenschutzmittel (PSM), Arbeitszeit

Produktivität, Überblick Betriebsabläufe, komplexere Produktionssysteme, Entscheidungsprozesse, Logistik

Ökologie

Chemikalien, Einfluss auf Umwelt wie beispielsweise Bodenverdichtung, Eutrophierung, Biodiversität

Schutz Sonderbiotope, angepasste Produktionssysteme, Effizienz von PSM  und Dünger, Durchführungs- und Dokumentationsvorgaben

Soziales

Zeit, Gefährdung

Komfort und Sicherheit, Akzeptanz, Attraktivität des Berufs, Wissenstransfer

existierendes, aber nur ungenügend genutztes Wissen und macht dieses in Form von verständlichen Informationen, Quellen und Anwendungen für den Praktiker direkt nutzbar. Neben der erwähnten Datenbank findet sich auf der Plattform auch ein breites Angebot an Forschungsergebnissen. Ziel ist das Bilden einer innovationsbasierten Zusammenarbeit von mehreren Akteuren über verschiedene Vertreter der Wertschöpfungskette hinweg.

Warum ein solches Netzwerk? Grundlage für die Gründung von «Smart Akis» war die im Jahr 2015 formulierte Forderung der «European Innovation Partnership Agricultural Productivity and Sustainability» (EIP-AGRI) nach einer Verknüpfung des Smart-Farming-Bereichs in Europa. Die Anwendung von SFT ermöglicht demnach eine Erhöhung der Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und Ertragsfähigkeit der landwirtschaftlichen Produktion. Viele technologische, soziale, regulatorische und wirtschaftliche Faktoren verhinderten bisher die breite Anwendung dieser Technologien auf Betrieben aller Grössen. Dies hat zur

Folge, dass nur ein Bruchteil des Poten­ zials genutzt wird, das SFT zu einer produktiveren und nachhaltigeren Landwirtschaft beitragen kann. Die Finanzierung des Netzwerks erfolgt mit gegen 2  Mio. Euro über ­«Horizon 2020». Die Aktivitäten des Netzwerks finden auf regionaler Ebene, über Innovationszentren in Frankreich, Deutschland, Griechenland, in den Niederlanden, Serbien, Spanien und Grossbritannien sowie auf einer europaweiten Ebene statt. Dies ermöglicht die Verbreitung der Ergebnisse zwischen den verschiedenen Akteuren über die Smart Farming. «Smart Akis» besteht aus 13 Partnern in 8 Ländern und repräsentiert Wissenschaft und Forschung, landwirtschaft­liche Vereinigungen, Beratung und die Landtechnikindustrie.

Was ist Smart Farming? Unter «Smart Farming» (auch bekannt als «Landwirtschaft 4.0») wird der Einsatz moderner Informations-und Kommunikationstechniken zusammengefasst. Es geht unter anderem um die Automatisierung von Arbeitsabläufen, die Vernetzung der verschiedenen Betriebsbereiche und Digitalisierung in der Verwaltung (Aufzeichnungen) und ums Management des Landwirtschaftsbetriebs. Die Vernetzung soll auch mit Dritten ausserhalb des Landwirtschaftsbetriebs erfolgen, beispielsweise mit den Behörden oder An­bietern von Diensten wie Meteorologie oder Bodenkartierung. Als bereits etabliertes ­Beispiel einer solchen Anwendung kann die Verknüpfung von Tierverkehrsdatenbank mit Agrardatenerhebung genannt werden. Hier werden die vom Landwirt über das Jahr laufend aktualisierten Tierbestände automatisch in die Agrardatenerhebung übernommen, was für den Betriebsleiter eine bedeutende Vereinfachung darstellt. Smart Farming wird allgemein als Chance angesehen, um die Herausforderung der Ernährung einer stetig wachsenden Weltbevölkerung zu meistern. Auf der anderen Seite werden von Kritikern Gefahren genannt, so etwa dass die Aneignung des erforderlichen Wissens viele Landwirte überfordert sowie sich abzeichnende Probleme beim Datenschutz.

Umfrage schafft Klarheit Im vergangenen November wurden auf der Agritechnica die Resultate einer Nutzerbefragung ­ vorgestellt. Die Nutzen­potenziale von SFT werden beim Netzwerk in die Bereiche «Ökonomie», «Öko­logie» und «Sozial» eingeteilt. Es zeigte sich, dass der Anteil von Betrieben, die SFT nutzen, mit zunehmender

Betriebsgrösse steigt. Unter den Nutzern von SFT werden die verschiedenen Vorteile der Technologien unterschiedlich gewichtet und beurteilt. Die vollständigen Resultate der Befragung sowie alle anderen Inhalte können unter www.smart-akis.com durchforstet werden.  n

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n  Digitalisierung

Was meint der Experte? Die «Schweizer Landtechnik» befragte Martin Holpp, der sich unter anderem mit Smart-Farming befasst. Schweizer Landtechnik: Verknüpfende Smart-FarmingSysteme sind noch kaum marktreif, und deren Nutzung stellt hohe Anforderungen an den Nutzer. Besteht nicht die Gefahr, dass für Betriebe in «Schweizer Grösse» der Zeitaufwand für die Aus- und Weiterbildung im Umgang mit solchen Systemen zu gross wird? Martin Holpp: Ja, voll integrierte Systeme sind noch in einem Entwicklungsstadium, das eher für Pioniere als für die breite Masse geeignet ist. Mit zunehmendem Reifegrad der Produkte steigt in der Regel aber die Anwenderfreundlichkeit, die Nutzung wird einfacher und intuitiver. Klar ist, dass sich die Anforderungen an die Landwirte ändern. Papieraufzeichnungen für das Produktions- und Betriebsmanagement werden immer weniger werden, die Softwaredurchdringung der landwirtschaftlichen Betriebe hingegen zunehmen. Dieser Prozess ist schon lange im Gange. Computergesteuerte, komplexe Melk- und Fütterungstechnik gibt es beispielsweise schon seit Jahrzehnten und wird auch bei uns intensiv eingesetzt. Die Anwender haben gelernt, damit umzugehen und sehen auch den Nutzen. Funktionen, die für die Betriebe wenig sinnvoll sind, verwendet man eben nicht. Ich denke, dass sich das AufwandNutzen-Verhältnis auf diese Art betriebsindividuell einpendelt. Zurzeit gibt es viele «Inselsysteme» wie Agate, Feldkalender oder Buchhaltungssysteme, die für sich betrachtet gut funktionieren. Deren Vernetzung zu einem System funktioniert aber noch kaum. Was muss geschehen, damit das besser wird? Wenn man es einmal geschafft hat, ein kompatibles System zu etablieren, müsste man es auf diesem technischen Stand «einfrieren», im Sinne von «do not touch a running system». Aber die Welt steht nicht still: Wegen ändernden Anforderungen an die Dokumentation und der Integration neuer Möglichkeiten sind die einzelnen Systeme ständig im Wandel. Damit sie miteinander kompatibel bleiben, müssen sie kontinuierlich aufeinander abgestimmt werden, was nicht so einfach ist. Beispielsweise ist es ist für die Branchenvereinigungen wie AEF oder Isobus bereits eine grosse Herausforderung, den herstellerübergreifenden Datenaustauschstandard für die Kommunikation zwischen Traktor und An­

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baugerät über die Jahre hinweg à jour zu halten. Je mehr verschiedene Produkte und Anbieter vernetzt werden sollen, desto schwieriger wird es, auf Dauer eine Kompatibilität so sicherzustellen, dass aus Anwendersicht immer alles reibungslos funktioniert. Das Problem ist oft die fehlende Kompa­ tibilität von Datenformaten, was müsste hier ändern? Es wäre reizvoll, wenn man sagen könnte: Wenn wir weniger, dafür grössere Anbieter von Agrarsoftware hätten, und die sich auf wenige, gemeinsame Datenformate einigen würden, dann sollte es doch funktionieren! Sollen wir dem zustimmen? Schauen wir uns ein Beispiel aus der «normalen» Computerwelt an: Die vom «Word» verwendeten Dateiformate «doc» und «docx» haben sich als Standard etabliert und werden daher auch von anderen Anbietern genutzt. Damit lassen sich die Dateien zum Beispiel auch in Apple «Pages», Google «Docs» oder im «Open Office» bearbeiten. O.k., das geht – im Prinzip. Aber wenn die Formatierung etwas komplexer wird, sieht die Sache häufig anders aus. Wie sieht es generell mit der Hersteller-übergreifenden Kompatibilität aus? Ein Problem ist, dass man zu viel möchte. Verlangen wir doch einfach weniger, machen wir es einfach und reduzieren uns auf einen einzigen Hersteller. Bleiben wir beim «Word» und bearbeiten unsere Dokumente platt­ formübergreifend. Ein Dokument, erstellt im «Word» auf dem PC, weiter bearbeitet mit der internetbasierten Applikation auf Micro­ soft «Office Live» und dann noch einmal mit dem «Word für den «iPad». Wir stellen fest: So weit, so gut – es geht, prinzipiell. Aber, dass überall dieselben Gestaltungsmöglich­ keiten zur Verfügung stehen und dass ­das Dokument immer noch identisch aussieht, ­ so weit geht es dann doch nicht. Jetzt reden wir von Textdokumenten, die in einem für alle zugänglichen Dateistandard vorliegen und auf aktuellen Software- und Hardwareplattformen laufen. Wie sieht es in der Landwirtschaft aus? In der Landwirtschaft haben wir zehn Jahre alte Isobus-Monitore auf den Traktoren, die mit einem fünf Jahre alten Düngerstreuer gekoppelt werden, und Daten, die auf einem internetbasierten Feldkalender aus dem Jahr 2017 bearbeitet werden – eine ungleich komplexere Ausgangssituation. Wenn man sich diesen Vergleich einmal vor Augen führt, wird verständlicher, warum das Thema Kompatibilität in der Landwirtschaft eine stete Herausforderung bleibt. Das tönt jetzt nicht so recht optimistisch… …aus meiner Sicht aber realistisch. Mit Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte glaube

ich, dass wir auf absehbare Zeit weiter in ­ einer nicht perfekten Welt leben werden und wohl akzeptieren müssen, dass nicht alles auto­matisch mit allem zusammen funktioniert. ­Es wird auch weiterhin Doppeleingaben, Datenexporte und -importe geben. Mein Tipp: Situation akzeptieren, tief durchatmen und dann das Unangenehme schnell erledigen. Dann bleibt mehr Zeit, sich über den Nutzen der neuen Funktionalitäten zu freuen, welche die technische Entwicklung einem bringen. Auch helfen einschlägige Internetplattformen dabei, technisch am Ball zu bleiben. «Smart Akis» zielt zum Beispiel darauf ab, Informa­ tionen zu Smart Farming an einem Ort zu bündeln und damit den Wissensfluss für Landwirte, Innovationsvermittler, Forscher und Anbieter von solchen Lösungen zu verbessern. Ich finde dieses gemeinsame Ansprechen und die Vernetzung aller Akteure des landwirtschaftlichen Innovations- und Wissenssystems ein erfolgversprechendes Vor­ gehen, um aus den heute zur Verfügung stehenden Möglichkeiten so viel wie möglich herauszuholen. Nach 13 Jahren bei Agroscope b ­ earbeiten Sie das Thema «Smart Farming» seit diesem Jahr beim Beratungs- und Umsetzungsbüro Agro­futura. Wie unterscheiden sich die ­Aktivitäten der beiden Institutionen? Während meiner Zeit in der angewandten Forschung im Bereich der Digitalisierung in der Landwirtschaft (Precision Farming, S­ mart Farming, Farming 4.0) wurden viele gute Lösungen für aktuelle Herausforderungen der praktischen Landwirtschaft erar­b eitet. Immer wieder kam ich aber an den Punkt: Wie schaffen wir es mit unserem ­W issen, Wirkung zu erzielen und diese in Wert zu setzen? Wie bringt man diese Lösungen zum Laufen? Innovationen sind sie erst dann, wenn sie von der Praxis erfolgreich aufgenommen wurden und in der Breite eingesetzt werden. Nach einer Weiterbildung in Innovationsmanagement stand für mich fest: Ich will in der Wertschöpfungskette ­d es landwirtschaftlichen Innovations- und Wissenssystems einen Schritt weiter gehen, vom Forscher hin zum Innovationsvermittler. Diese Möglichkeit bot sich bei der Agrofutura, die in Umsetzungsprojekten an der Schnittstelle Agronomie, Ökonomie und Ökologie tätig ist. Mit dem aktuell stark wehenden Wind der Digitalisierung im Rücken treiben wir bei Agrofutura in Beratungsund Re­s sourcenprojekten gezielt auch die Imple­m entierung digitaler Technologien voran, können ­s o das Know-how aus d ­ er ange­wandten Forschung und die Pro­dukte der Technolo­gieanbieter valorisieren, und damit einen Beitrag zugunsten einer ökologisch und w ­ irtschaftlich starken Landwirtschaft leisten.


Digitalisierung    n

Digital im Pflanzenbau Die Digitalisierung beeinflusst unser Leben mehr und mehr – ob wir es wollen oder nicht. Beschleunigend wirken die Entwicklung verschiedenster Sensoren und die multifunktional einsetzbaren Smartphones. Ruedi Hunger und Roman Engeler

Pflanzensensoren haben ihr Einsatzfeld vergrössert, sie ermöglichen nun ebenso eine teilflächenspezifische Gülledüngung wie auch eine gezielte Grünlandpflege. Bild: Isaria

Auch die Landwirtschaft entwickelt sich unaufhaltsam zu einer digitalen Branche. Massgeblich mitbeteiligt ist dabei die Landtechnik. Noch sind es zahlreiche her­ stellerspezifische Einzellösungen, welche die aktuellen Entwicklungen prägen. Um den Standard «Landwirtschaft 4.0» zu ­erreichen, ist aber eine weitgehende Ver­ netzung der Systeme erforderlich. Nach­ folgende Beispiele zeigen, wo digitale Unterstützung bereits heute erhältlich ist.

System aus dem Pflanzensensor «Isaria», dem Grünlandstriegel mit Walze und einer Säeinheit für Gras. Während der Grünlandnachsaat regelt der Pflanzen­ sensor die Saatgutdosierung entspre­ chend der Grasnarbendichte. Die ge­ sammelten Daten werden im Farm-­ Management-System weiterverarbeitet. Durch die Automatisierung wird der Fah­ rer entlastet und das Saatgut effizient eingesetzt, da es nur dort ausgebracht wird, wo es auch gebraucht wird.

«Smart4Grass» Moderne Elektronik steht künftig auch im Dienste einer teilflächenspezifischen Grünlandpflege. In einem Gemeinschafts­ projekt stellten kürzlich Düvelsdorf, BayWa Agrar, FarmFacts und die Fritz­ meier Umwelttechnik das Projekt «Smart­ 4Grass» vor. Beim Feldeinsatz besteht das

Nährstoff- und Pflanzensensor Wer teilflächenspezifische Bewirtschaf­ tung sagt, meinte bisher üblicherweise den Einsatz von Sensoren bei der Mine­ raldüngung oder beim Pflanzenschutz. Nun ist die Absicht, schwächere Pflanzen­ bestände mehr zu düngen oder wegen

fehlenden Ertragspotenzials weniger zu düngen, auch auf das Grünland übertrag­ bar. Seit Nährstoffsensoren wie beispiels­ weise der «VAN-Controll 2.0» erhältlich sind, können Nährstoffgehalte in der Gülle exakt erfasst werden. Die Heraus­ forderung besteht nun darin, dieses ­System zur Nährstoffbestimmung mit der teilflächenspezifischen Düngung zu ver­ binden. Zunhammer hat kürzlich eine entsprechende Kombination von Nähr­ stoff- und Pflanzensensor vorgestellt. Während der Güllesensor den Nährstoff­ gehalt der verschiedenen Güllen erfasst und eine gleichmässige Nährstoffver­ teilung ermöglicht, wird in Verbindung mit einem Pflanzensensor die teilflächen­ spezifische Gülledüngung analog zu den bekannten Verfahren der Mineraldün­ gung ermöglicht. 12 2017  Schweizer Landtechnik

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n  Digitalisierung

Automatisierte Einstellung Rauch – Hersteller von Düngerstreuern – stattet seit vergangenem Sommer einige Streuermodelle serienmässig mit einem komplett neu überarbeiteten Digital-­ Farming-Elektronik-Konzept aus. Dazu hat man die Isobus-Software erstmals selbst programmiert. Die neue Software ermöglicht das präzise Streuen von unter­ schiedlichen Streumengen auf der rech­ ten und linken Seite getrennt. Über ein optionales WLAN-Modul wird die Streuereinstellung dieser Streuer komplett automatisiert. Der Fahrer wählt in der Streutabellen-App von Rauch auf dem Smartphone die ­gewünschte Dün­ gersorte und die Arbeitsbreite. Die Ein­ stellwerte werden per Touch über WLAN auf die Streuerelektronik übertragen. Um­gekehrt wird beim Wiegestreuer «Axis-H Dank zwei kombinierten Sensorsystemen kann Gülle heute auch teilflächenspezifisch ausgebracht werden. Bild: Zunhammer EMC+W» die aktuelle Düngermenge im Behälter auf das Smartphone übertragen. Diese zusätz­liche Information verhindert Restmengen, weil beim Losebelad die aktuelle Lademenge auf dem Handy sichtbar ist.

Optimierte NIR-Systeme NIR-Systeme für Feldhäcksler und Lade­ wagen sind keine neue Erfindung. Neu ist allenfalls, dass die Systeme optimiert werden. Schuitemaker hat beispielsweise kürzlich die Option «NIR-plus» für Lade­ wagen vorgestellt, die neben Trocken­ substanz, Rohprotein, ADF-Faser und NDF-Faser auch Asche und Rohfett mes­ sen kann. Optional erhältlich ist «NIRtrolley», mit dem es möglich wird, Futter­ proben auch ausserhalb und ohne Ladevorgang zu überprüfen.

Digitale Mähwerksintelligenz Die Grünfutterernte soll sauber und ­«hygienisch» erfolgen. Beide Forderun­ gen wurden von vielen Mähtechnikher­ stellern angenommen. Bei Mähkombina­ tionen bieten Lenkwinkel-, Neigungs- und Gyrosensoren Unterstützung im Bestre­ ben, auch bei Kurvenfahrten und am Hang die Grasbestände sauber zu mähen und das Mähgut nicht zusätzlich zu ver­ schmutzen. Bei der Schwadzusammen­ führung erlauben Sensoren, die Bandge­ schwindigkeit der jeweiligen Neigung anzupassen. Das obere Band läuft langsa­ mer, das untere Band entsprechend schneller. Das Ergebnis ist ein gleich­ mässig geformter Mähgutschwad. Aufla­ gedrucksensoren reduzieren zudem die Hangabtrift von Traktor und Mähwerk deutlich. 18

Schweizer Landtechnik  12 2017

Neu steht der Verstopfungssensor aus der Gülletechnik auch für pneumatische Sämaschinen zur Verfügung. Bild: R. Hunger

Mist-App Smartphones bestimmen das Bild unserer Zeit. Daher ist es naheliegend, dass nun auch Miststreuer mittels App einge­stellt werden. Die «Streutabellen-App» von Bergmann ermöglicht es, anhand der vorgegebenen Streumenge (t / ha) sowie der Maschinenparameter entweder ­ die passende Geschwindigkeit des Transport­ bodens (Kratzboden) oder die Fahr­ geschwindigkeit des Streuers zu ermit­teln. In der Datenbank können organische Streugüter (Mist, Kalk, Kompost) ausge­ wählt werden. Grundlegende Materialei­ genschaften wie mögliche Arbeitsbreite oder Lagerdichte werden zusammen mit der Stauschieberhöhe automatisch über­

tragen und angewendet. Nach Auswahl der Streumenge und des Produkts wird angezeigt, wie viel Stickstoff, Phosphor und Kali pro Hektar aktuell ausgebracht wird.

Verstopfungssensor hilft beim Säen Vogelsang setzte den «Flow performance Monitor» bisher zur zuverlässigen Durch­ flusskontrolle von Gülle ein. Neu wagt sich Vogelsang mit dem Sensor in ein komplett neues Geschäftsfeld, indem der Sensor für pneumatische Sämaschinen und Düngerstreuer angeboten wird. Der am Ablaufschlauch der Sämaschinen ein­ gebaute Sensor überwacht den freien Fluss des Saatguts im Schlauch. Ist der Ablauf verstopft, erkennt er diesen Zu­


Digitalisierung    n

Das Smartphone ist allgegenwärtig, deshalb kann neuerdings über eine App auch die Streumenge eingestellt werden. Bild: Bergmann

stand und zeigt den Fehler direkt auf dem Display in der Fahrerkabine an. Der Sensor kommt ohne optische Sensoren aus und ist aus verschleissfestem Stahl gefertigt.

Den Wind kontrollieren Oft wird der Windeinfluss auf das Streu­ bild eines Düngerstreuers unterschätzt:­ Je grösser die Arbeitsbreite, desto emp­ findlicher ist der Streufächer auf Wind­ einfluss. Amazone bietet nun zum bis­ herigen «ArgusTwin-System» zur Über­wachung des Streufächers mit «Wind­ Control» eine Ergänzung zur Wind­ einflussüberwachung. Ein hochfrequent messender Windsensor misst sowohl Windrichtung als auch Windgeschwindig­ keit und übermittelt diese Informationen an den Job-Rechner. Dieser berechnet­ für das «ArgusTwin» neue Einstellwerte für das Einleitsystem und die Streuschei­ bendrehzahl des Düngerstreuers. Beide Werte werden automatisch angepasst. Bei Seitenwind wird die Scheibendrehzahl auf der dem Wind zugewandten Seite erhöht und das Einleitsystem nach aussen verdreht. Zugleich reduziert sich auf der windabgewandten Seite die Drehzahl und das Einleitsystem wird nach innen verdreht. Auf diese Weise wird der Wind­ einfluss automatisch ausgeglichen.

Infrarot rettet Leben Jeden Frühling werden zahlreiche Reh­ kitze durch Mähwerke verstümmelt oder getötet. Gleichzeitig besteht durch ge­ tötete Tiere die Gefahr, dass durch kon­ taminierte Silage (oder Heu) Nutztiere

Dank Sensorbalken und blitzschnell reagierenden Hydraulik­systems haben Rehkitze auch eine Überlebenschance. Bild: Pöttinger

t­ödlich an Botulismus erkranken. Pöttin­ ger hat kürzlich einen Sensorschutz für Mäh­ werke vorgestellt. Im Detailaufbau besteht der Sensorschutz aus einem­ vor der Mäheinheit montierten Sensor­ balken mit Infrarotsensoren und integ­ rierter LED-Beleuchtung. Die empfange­ nen Signale werden über CAN-Bus verarbeitet, worauf das Mähwerk im Erkennungsfall in Sekundenbruchteilen ­ ausgehoben wird. Die hohe Abtastrate der Sensoren erlaubt Fahrgeschwindig­ keiten bis 12  km  /  h mit sehr sicherer Wilderkennung.

Smartphone hilft Bayer, in der Landwirtschaft bekannt­ als Hersteller von Pflanzenschutzmitteln,­ hat die Möglichkeiten des Smart-Farmings bereits früh entdeckt und auf diesen Herbst alle digitalen Aktivitäten in der Marke «Xarvio» zusammengefasst. Der «Field Manager» soll Landwirte zur effi­ zientesten Anwendung von Pflanzen­ schutzmitteln führen, indem man dank Sensortechnologie und Bildgebungsver­ fahren (auch von Satelliten) immer den aktuellen Status der Felder im Blick hat. Feldspezifisch wird dann der richtige Zeitpunkt für den Einsatz von Pflanzen­ schutzmitteln angezeigt. Mit «Scouting App» können Unkräuter, Pflanzenkrank­ heiten, Insekten sowie sonstige Blatt­ chäden und der Stickstoffstatus bestimmt werden. Man macht einfach ein Foto und erhält die entsprechende Analyse. Die Landwirte profitieren auch von den Daten anderer: Man kann verfolgen, welche

Mit dem Smartphone Krankheiten, Unkräuter, Insektenbefall oder den Ernährungs­ zustand von Pflanzen erkennen: Eine App von Bayer macht es möglich. Bild: Bayer CropScience

Krankheiten aufkommen und welche ­Insekten auf dem Vormarsch sind. Ge­ mäss Bayer benutzen bereits über 250 000 Landwirte in 60 Ländern diese Applikation – mit starker Expansion.

Fazit Die frei ausgewählten Beispiele zeigen, dass digitale Unterstützung im Bereich der Pflanzenbau-Mechanisierung allge­ genwärtig ist. Noch sind es meistens firmenspezifische Einzellösungen. Es ist ­ anzunehmen, dass sich bewährende Sys­ teme bis in wenigen Jahren hersteller­ übergreifend eingesetzt werden und das Ziel «Landwirtschaft 4.0» einen Schritt näher kommt. n 12 2017  Schweizer Landtechnik

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n  Digitalisierung

Automatisierungstechnik und Assistenzsysteme Der Trend zur Automatisierung setzt sich in der Landwirtschaft ungebrochen fort. Damit verbunden sind intelligente Datenmanagement-Systeme zur Optimierung der Regelung und Steuerung von Maschinen. Ruedi Hunger

Die automatische Lenkung von Hackgeräten bekommt allein aufgrund der höheren Effizienz eine immer grössere Bedeutung.

Die Produktentwicklung in der Landtechnik wird zunehmend geprägt durch Sensorik, Elektronik und Software. Dies eröffnet die Chance, Assistenzsysteme und Automatisierungslösungen zu entwickeln. Dem Besucher der letzten Agritechnica wurde dies in einem bisher noch nie da gewesenen Ausmass bewusst gemacht. Zudem werden die Bereiche Logistik, Dokumentation, Qualitätssicherung und Rückverfolgbarkeit vermehrt automatisiert. Analog zur Industrie 4.0 gewinnen damit auch die Digitalisierung und die Vernetzung der Wertschöpfungsketten in der Landwirtschaft rasch an Bedeutung. Cloud Computing und BigData sind daher feste Begriffe geworden, mit denen sich die Landwirtschaft auseinandersetzen muss. 20

Schweizer Landtechnik  12 2017

Vom Arbeiter zum Manager? Der Einsatz von Automatisierungstechnik ermöglicht bei steigender Komplexität der Maschinen eine – idealerweise – sinkende Belastung des Maschinenführers. Ziel ist immer ein (noch) effizienterer Arbeitsablauf. Die zunehmende Komplexität der einzelnen Arbeitsabläufe und der eingesetzten Maschinen bringen den Fahrer an seine Leistungsgrenzen. Das führt dazu, dass die Leistungsbereitschaft einer Maschine nicht ausgeschöpft ist und die Effizienz der Arbeitserledigung damit sinkt. Gleichzeitig ist zu beobachten, dass der Maschinenführer vom klassischen Arbeiter zu einem Manager mutiert, der tendenziell immer weniger in einzelne Prozesse eingreifen muss. Nachfolgende

Bilder: zvg

Beispiele zeigen neue Trends im Bereich Automatisierung.

Selbst einstellender Mähdrescher Ziel der Automatisierung im Bereich der sich selbst einstellenden Mähdrescher ist es, den Fahrer von diesen Aufgaben zu befreien. Bis heute muss er bei der Maschineneinstellung den besten Kompromiss zwischen Dreschtrommeldrehzahl, Dreschspaltweite und Ausdrusch bzw. Kornqualität wählen. Diese komplexen Zusammenhänge werden nicht von jedem Fahrer verstanden, und die manuelle Einstellung wird oft mit viel Unsicherheit vorgenommen. Die Folge ist, dass entsprechende Einstellungen zu wenig optimiert und zu selten an die tatsächlichen Erntebedingungen angepasst werden.


Digitalisierung    n

Die automatische Maschineneinstellung hat deshalb ihre Berechtigung, weil viele Fahrer das Leistungspotenzial eines Mähdreschers gar nicht ausnutzen (können).

Zur gleichzeitigen Optimierung von Arbeitsqualität und Arbeitsleistung h ­ aben Mähdrescherhersteller (teil-)automati­­sier­ te Einstellsysteme für Schüttler- und Hybrid-­Mähdrescher entwickelt.

Maximale Durchsatzleistung Claas hat mit «Cemos Auto Threshing» ein spezielles Kommunikationsmodul entwickelt und in der Erntesaison 2017 bereits in einigen wenigen Vorserienmaschinen getestet. Das Regelsystem arbeitet mit einem Durchsatzregler, abhängig vom Dreschwerkautomaten und den Automaten für Restkornabscheidung und Reinigung. Folglich muss der Fahrer nicht mehr wissen, welche Einstellschritte er für einen optimalen Drusch vornehmen muss, sondern gibt lediglich agronomische Strategien vor, nach welchen das selbstlernende System alle Maschinenparameter optimiert. Dank neuartiger Automatisierungstechnik erntet der Mähdrescher kontinuierlich mit hoher Effizienz. New Holland rüstet die «CR RevelationMähdrescher» mit einem automatischen Mähdreschereinstellsystem aus. Ziel ist die Aufrechterhaltung der maximalen Durchsatzleistung bei gleichzeitig akzeptablem Körnerverlust und möglichst geringem Bruchkornanteil. Als wichtiger Bestandteil wird ein Drucksensor zur direkten Messung der Siebbelastung in die Reinigung eingebaut. In Kombination mit dem Durchsatzregler und der Motorauslastung sowie den Werten der Reinigungs- und Verlustsensoren wird die Geschwindigkeit des Gutflusses und damit die Dresch- und Abscheideintensität automatisiert. Die Verweildauer des Ernteguts im Dreschund Trennbereich des Rotorgehäuses wird über den Anstellwinkel der Leitschienen geregelt. Laut New Holland beeinflusst

Landtechnik der Zukunft? Lange wurde davon gesprochen nun beginnt die Umsetzung. Das Bild zeigt einen Feldroboter aus dem «Mars»-Forschungsprojekt von Fendt.

diese Technik neben der Rotordrehzahl die Effizienz eines Axialrotor-Mähdreschers in höherem Masse als die Veränderung der Dresch­spaltweite. Absolut neu ist die proaktive Maschineneinstellung. Wichtige Daten wie Ertrag, Veränderungen der Erntebedingungen oder der Feldneigung sowie Daten aus früheren Ernten werden georeferenziert abgespeichert. Bei der nächsten Überfahrt oder im Folgejahr werden die Daten vom Informationssystem vorausschauend genutzt. Das heisst, aufgrund aller vorliegenden Daten optimiert der Mähdrescher die Einstellung selbst, noch bevor das Schneidwerk das Erntegut schneidet und aufnimmt.

anwendungen, optimiert werden. Der Kunde kann also entscheiden, ob er die Automatiklösung auf der Maschine (ohne Datenübertragung) bevorzugt oder die Teleserviceanwendung und Ablage aller Daten auf einem zentralen Server.

Schwärmende Roboter Die Diskussionen über Sinn oder Unsinn von immer grösseren Maschinen sind unüberhörbar. Daher überrascht es wenig, dass der renommierte Traktorhersteller Agco  /  Fendt kürzlich das Forschungsprojekt «Mars» (Mobile Agricultural Robot Swarms) vorstellte, das dann kurzerhand den Namen «Xaver» in An-

Mit Sensoren Agco geht bei der automatischen Maschineneinstellung beim Rotor-Mähdrescher «Ideal» nochmals einen anderen Weg. Dazu werden im Dresch- und Trennteil der Rotorgehäuse und in der Reinigung Sensoren verbaut. Diese messen den Längsfluss der abgeschiedenen Körner (Abscheidefunktion). Der Fahrer kann sich zur Maschinenauslastung am Abscheidemaximum orientieren, bzw. der Mähdrescher kann sich anhand der gemessenen Auslastung und der gewählten Strategie selbst einstellen. Schliesslich wartet auch John Deere bei den Axialrotor-Mähdreschern der neuen Baureihe «S700» mit intelligenter Einstellung auf. Einerseits werden zu Beginn des Einsatzes Fahrgeschwindigkeit, Verlustniveau, Bruchkorn und weitere Parameter eingestellt, und das «ICA2»-System passt anschliessend automatisch die Einstellungen an sich ändernde Erntebedingungen an. Anderseits kann das Arbeitsergebnis von aussen, das heisst mittels Teleservice­

Die kameragestützte Bodenbearbeitung ist eine Gemeinschaftsentwicklung von Pöttinger und New Holland.

Eine Gemeinschaftsentwicklung von Monosem und John Deere ermöglicht die präzise Führung von Reihenhackgeräten durch Unterlenkersteuerung.

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n  Digitalisierung

Unterpflügen von organischen Reststoffen und Ausfallgetreide. Kuhn entwickelte unter dem Begriff «Section control» eine elektro-hydraulische Aushubsteuerung für jeden Pflugkörper. In Verbindung mit der hydraulischen Nonstop-Steinsicherung, werden die Pflugkörper GPSgesteuert durch ein an jedem Körper integriertes System automatisch und einzeln ausgehoben und wieder eingesetzt. Das Resultat ist eine völlig gerade gepflügte Kante am Einzugspunkt. Dieser einheitliche Abschluss in Verbindung mit sauberem Unterpflügen der Reststoffe leistet einen willkommenen Beitrag zur Feldhygiene. Zudem wird der Fahrer merklich entlastet.

Automatische Stützlastanpassung

Mit «SmartTurn» von Holmer und Reichhardt entwickelt, wendet der Vollernter automatisch am Feldende.

lehnung an Xaver Fendt bekommen hat. Erstmals wird damit für die kommerzialisierte Anwendung ein völlig neues Schwarmkonzept für die Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen vorgestellt. Anstelle von Einzelmaschinen übernimmt ein «Schwarm» kleiner, autonom fahrender und elektrisch betriebener Einheiten eine Arbeitsaufgabe. Die bewusst kostengünstig konstruierten Schwarmfahrzeuge erledigen und koordinieren auf dem Feld die Arbeit. Bei minimaler Geräuschemission ist die Bewirtschaftung siedlungsnaher Flächen auch in der Nacht ohne Scheinwerfer möglich. Die mit einem Gewicht von rund 40 kg verhältnismässig leichten Fahrzeuge minimieren die Bodenbelastung. Zudem dokumentieren die Roboter den Arbeitsprozess in einer Cloud und kommunizieren untereinander bzw. mit dem «Maschinenführer».

Kameragestützt Boden bearbeiten Zur Herstellung eines optimalen Saatbeets mit einer Kreiselegge-Säkombina­ tion müssen Fahrgeschwindigkeit und Kreiseldrehzahl durch den Fahrer aufeinander abgestimmt werden. Gerade in heterogenen Böden muss zur Erreichung einer gleichmässig krümeligen, aber nicht zu feinen Oberfläche dieser Abstimmungsvorgang immer wieder von Neuem angepasst werden. In der Praxis wird dies oft unterlassen. Pöttinger hat nun zusammen mit New Holland eine Technik entwickelt, die kameragestützt und in Echtzeit die Oberflächenrauigkeit aufnimmt und über eine Rechnereinheit mit dem gewünschten Sollwert abgleicht. Um die gewünschte Oberflächenstruktur zu erzielen, regelt das «Implement-ECU»-System automatisch die Fahrgeschwindigkeit des Traktors und die Zapfwellendrehzahl für die Kreiselegge («closed-loop control»). Der Fahrer wird durch die automatische Steuerung von Traktor und Säkombination in Abhängigkeit vom erzielten Arbeitsergebnis stark entlastet.

Automatisches Pflug-Ausheben

Mit «SmartService 4.0» nutzt Amazone digitale Technologien, um die Lern-, Trainings- und Reparaturprozesse mit Realtime-Kommunikation auszubauen.

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Die Arbeitsbreite der Pflüge hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Das führt dazu, dass am Vorgewende beim Ausheben und Einziehen des Pfluges ein Z-förmiges Pflugbild entsteht. Diese Unebenheiten führen einerseits zu einem sehr unruhigen Vorgewendepflügen, anderseits kommt es zu unsauberem

Aufgrund gesetzlicher Vorschriften werden Güllefässer mit zusätzlichen Anbaugeräten zur Gülleeinarbeitung ausgestattet. Wenn solche Anbaugeräte ausge­ wechselt oder weggelassen werden, verändert sich die Schwerpunktlage des Güllefasses. Damit kommt es auch zu wechselnden Stützlasten und bei Leerfahrten im Extremfall zu negativer Stützlast. Mit «LevelTuner» hat die Firma Wienhoff für mehrachsige Güllefässer ein Anpassungssystem entwickelt, das in Abhängigkeit von der Deichselfederung die Stützlast misst und bei Bedarf den Luftdruck in den Federbälgen der vor­ deren Achse automatisch anpasst. Laut Wienhoff wird damit sichergestellt, dass dank ausreichender Stützlast die Fahr­ sicherheit auf der Strasse erhalten bleibt. Die wechselnde Stützlast beim Ausbringen der Gülle auf dem Feld wird zur Sicherung von ausreichender Traktion ­ ebenfalls ausgeglichen. Im Unterschied zu den bisherigen Systemen der Schwerpunktverlagerung, beispielsweise der verschiebbaren Achse, ist kein Eingreifen des Fahrers notwendig.

Wenn Unterlenker lenken Mechanische Pflanzenschutzmassnahmen in Reihenkulturen bekommen eine immer grössere Bedeutung. Dazu müssen aber bisherige Maschinenkonzepte überdacht und angepasst werden. John Deere hat aus diesem Grund in einem Gemeinschaftsprojekt mit Monosem eine traktor­ integrierte aktive Anbaugerätelenkung für Reihenhackgeräte entwickelt. Dieses «AutoTrac Implement Guidance» ermöglicht die präzise Führung von Hackwerkzeugen zwischen den Pflanzenreihen ohne den üblichen Verschieberahmen.


Digitalisierung    n

Die seitliche Anpassung des Hackgerätes gegenüber dem Traktor übernimmt die hydraulische Seitenstabilisierung der Unterlenker. Diese wird ihrerseits von einem in den Traktor integrierten Regelkreis mit Positionsrückmeldung angesteuert. Eine geräteseitig montierte Kamera berechnet die relativen Abweichungen des Hack­ gerätes zur erkannten Pflanzreihe und übermittelt ein entsprechendes Korrektursignal. Die auftretenden Seitenkräfte am Traktorheck werden von hydraulisch absenkbaren Sechen aufgenommen. Dadurch verbessert sich, insbesondere an Hanglagen und bei höheren Fahrgeschwindigkeiten, die Funktionssicherheit des Systems. Die Regelqualität der Seitenverschiebung wird durch die kürzere Distanz zwischen Hackwerkzeug und ­ Traktor verbessert. Zudem wird die Fahrgeschwindigkeit durch die Signalqualität automatisch geregelt. Das System beinhaltet auch eine Schnittstelle zur Über­ wachung und Aufzeichnung der georeferenzierten Systemparameter.

Vollautomatischer Wendevorgang «SmartTurn» nennt sich die Gemeinschaftsentwicklung von Holmer und Reichhardt, die eine integrierte Softwarelösung für den vollautomatischen Wendevorgang eines Rübernroders ermöglicht. Dieses Vorgewendemanagement führt sowohl das Ausheben und Einsetzen des Rode-Aggregates als auch die nötigen Lenkmanöver aus. Der Wendevorgang eines Holmer «Terra Dos T4» und die Beeteinteilung im Erntefeld werden dadurch optimiert. Dies mit der positiven Auswirkung, dass die Fahrstrecken auf der Erntefläche minimiert und dadurch Bodendruck, Ernteverluste, Nebenzeiten und Kosten reduziert werden. Zudem wird der Fahrer wesentlich entlastet.

Automatische Blütenausdünnung Behang-Regulierung über die Blüten- oder Fruchtausdünnung ist im intensiven Erwerbsobstanbau eine der wichtigsten Massnahmen, damit die vom Markt geforderte Fruchtgrösse und Fruchtqualität erreicht wird. Das «Darwin SmaArt»­ Kamera­ system von Fruit-Tec Adolf Betz ersetzt die subjektive Einschätzung der Blühstärke mit dem Auge durch eine objektive Erfassung mit der Kamera. Dazu erfasst eine Kamera vor der Ausdünnspindel die Blütendichte jedes Baumes und leitet die Daten in Echtzeit an den BordRechner weiter. Aufgrund von hinter­ legten (Ausdünn-)Algorithmen wird die

optimale Spindeldrehzahl errechnet und damit die Ausdünneinheit gesteuert. Die Intensität der Ausdünnung wird massgeblich über die Drehzahl der Spindel gesteuert. Das System kann durch einen GPS-Empfänger erweitert werden, mit dessen Einsatz wird jeder einzelne Baum erfasst. Daten wie Blütenanzahl oder Spindeldrehzahl können später mit den Ertragsdaten dem Baum zugeordnet werden. Mit dem «Darwin SmaArt»-Kamerasystem von Fruit-Tec Adolf Das System zeichnet sich Betz kann die Blüten- bzw. Fruchtausdünnung automatisiert laut Hersteller durch hohe werden. Effizienz aus und ersetzt eine chemische zeitsupport von Spezialisten. Beim Echtoder manuelle Blütenausdünnung. zeitsupport sieht der Spezialist die Tätigkeit des Technikers oder des Endkunden und kann entsprechende ArbeitsanweiBeacon+GPS+Sigfox Beacons sind in ihrer Ursprungsform sungen oder Warnhinweise geben. kleine kostengünstige Bluetooth-Sender zur Maschinenerkennung. Die GemeinFazit schaftsentwicklung Fliegl «Counter SX» Die Entwicklungen in der Landtechnik und Pöttinger «PötPro Guide» nutzt die werden zunehmend geprägt durch AutoBeacon-Technologie in Kombination mit matisierungsprozesse. Begründet werden innovativer Funktechnologie «Sigfox», diese Entwicklungsschritte mit mehr Effi3-D-Sensoren und GPS für Smart-Farzienz des Maschineneinsatzes und mit Fahrerentlastung. Ob diese Versprechen ming-Technologien. Durch intelligente letztlich eingelöst werden, wird die Auswertung der im Beacon integrierten ­Zukunft zeigen. Aufzuhalten sind diese 3-D-Beschleunigungs- und NeigungssenAutomatisierungsprozesse aber nicht, soren nimmt er Bewegungsabläufe der dennoch bleibt die Hoffnung, dass sich Maschine auf, analysiert durch entspreauch auf diesem Gebiet «der Spreu vom chende Algorithmen verschiedene Prozesse. Die gewonnenen Informationen Weizen trennt».  n werden zugeordnet, gespeichert oder versendet. Anwendungsbeispiele von Beacons: Beim Grubbern werden die Begriffe Zustände «Arbeit», «Transport» oder ­ «Pause» erkannt und die detaillierte Ein• «Cloud Computing» heisst (deutsch) «Rechnerwolke» und bedeutet die Bereitstellung satzzeit ermittelt, oder beim Pressen von von IT-Infrastruktur wie beispielsweise SpeiRundballen werden der Ballenauswurf cherplatz, Rechnerleistung oder Anwenderund der Ablageort erfasst. Weiter dienen software als Dienstleistung über das Internet. Beacons dem Diebstahlschutz oder der • «BigData» ist die Bezeichnung für DatenTemperaturüberwachung.

Lern- und Schulungsprozesse 4.0 Immer komplexere Maschinen erfordern eine immer spezialisiertere Ausbildung der Servicetechniker. Die AmazonenWerke nutzen mit «SmartService 4.0» eine neue Technologie für die Servicetechniker-Ausbildung. Um die Endkunden und den Kundendienst in Lern- und Schulungsprozessen oder bei Wartungsarbeiten durch den Servicetechniker zu unterstützen, nutzt Amazone die Technologien «Virtuelle Realität» und «Erweiterte Realität». SmartService 4.0 ermöglicht einen multimedialen technischen Echt-

mengen, welche zu gross, zu komplex, zu schnelllebig oder zu schwach strukturiert sind, um sie mit manuellen und herkömmlichen Methoden der Datenverarbeitung auszuwerten. • «iBeacon» ist ein 2013 von Apple eingeführter Markenname. Das Wort ist abgeleitet vom englischen Begriff für «Leuchtfeuer». iBeacon basiert auf einem Sender-Empfänger-Prinzip. Dazu werden im Raum kleine Sender (Beacons) als Signalgeber platziert, die in festen Zeitintervallen Signale senden. • «Sigfox» ist ein Datenfunknetzwerk für die mobilfunkunabhängige automatische Kommunikation zwischen den Maschinen und dem landwirtschaftlichen Betrieb.

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n  Digitalisierung

Grösstenteils verfügt die im Betrieb befindliche Landtechnik altersbedingt nicht über digitale Einbindung und Vernetzung.

Bild: R. Hunger

Die Zukunft ist digital Der Druck, die Flächenproduktivität zu steigern, hält an. Hinzu kommen strengere Vorschriften und die Auswirkungen des Klimawandels. Vor diesem Hintergrund können digitale Technologien die Landwirte unterstützen und entlasten. Ruedi Hunger Ein Landwirtschaftsbetrieb ist neben der Infrastruktur und den Arbeitskräften in hohem Mass von der eingesetzten Land­ technik abhängig. Die rasante Ent­ wicklung im Bereich Landtechnik wird bestimmt durch unaufhaltsame Digitali­ sierung. Einer Umfrage der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft DLG zufol­ ge nutzt heute schon jeder Zweite in der Landwirtschaft den Einsatz von digitalen Lösungen. Bei vier von zehn Landwirten oder Lohnunternehmern erfolgen die Bodenbearbeitung, Aussaat, Kulturpflege und die Ernte mit digitalisierten Maschi­ nen. Dennoch verfügt ein überwiegender Anteil der im Betrieb befindlichen Land­ technik altersbedingt nicht über eine entsprechende digitale Technik und Ver­ netzung. 24

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Wozu Vernetzung? Parallel zur Produktion landwirtschaftli­ cher Güter werden zunehmend auch «Datenfluten» generiert. Zu den Vorteilen der Digitalisierung für die Landwirtschaft zählt die Entlastung des Betriebsleiters von der täglichen, händischen Datenerfassung. Eine lückenlose Buchführung ist neben fundiertem Wissen ein Schlüssel zur Effi­ zienzsteigerung im Betrieb. Zudem setzt jede Label-Produktion voraus, dass lü­ ckenlose Aufzeichnungen vorhanden sind, die darüber Auskunft geben, was, wo, mit welchen Hilfsmitteln und in wel­ chem Zeitraum angebaut wurde. Be­ stimmte Daten müssen folglich lückenlos dokumentiert werden. Schätzungen zu­ folge werden rund 50 % der Daten digi­ talisiert oder teildigitalisiert, aber nicht

«Die Teildigitalisierung ist der normale Schritt eines Landwirts hin zu einem digitalisierten Betrieb.» (Bernd Scherer, VDMA) automatisiert erfasst. Bei vielen Soft­ warelösungen ist es nach wie vor not­ wendig, dass Daten manuell eingetragen werden, da entsprechende Schnittstellen und Standards für vollautomatische Lö­ sungsansätze fehlen.

Mehr Transparenz Es ist absehbar, dass die Anforderungen an eine rechtlich verbindliche Dokumen­


Digitalisierung    n

Digitale Lösungen an analoger Landtechnik Wichtige Kriterien, die bei der Auswahl von digitalen Lösungen zum Einsatz an analoger Landtech­ nik beachtet werden sollten: • Zunächst soll der Anwender definieren, welchen Anforderungen er mit digitalen Lösungen begegnen möchte und inwiefern eine Teildigitalisierung interessant und erforderlich ist. • Nutzbringend sind systemintegrierte Lösungen mit intelligent verknüpften Auswertungen, die in eine ganzheitliche moderne Betriebsführung (Farmmanagement-Software) eingebettet sind. • Insellösungen sind zu vermeiden.

Der Beacon «Counter SX» erschliesst ein breites Feld von Applikationen in Landwirtschaft, Nutztierhaltung, aber auch in anderen Bereichen. Bild: Fliegl

tationspflicht steigen werden. Gesell­ schaftliche und politische Akteure fordern zunehmend höchste Transparenz in der Wertschöpfungskette. An erster Stelle steht ein verantwortungsvoller Einsatz von Pflanzenschutz und Düngemitteln. Ein weiteres sensibles Gebiet ist die artge­ rechte Tierhaltung. Folglich wird Transpa­ renz branchenübergreifend von allen Be­ troffenen und von den Verbrauchern in der Agrar-Wertschöpfungskette gefor­ dert bzw. vorangetrieben.

Analoge Maschinen identifizieren Für Landtechnik mit einem relativ hohen Alter – sogenannte analoge Maschinen – gibt es Lösungen, um sie in die digitale Welt einzubinden. Damit eine Einbindung Sinn macht, muss diese standardisiert, robust, universell und herstellerübergrei­ fend einsatzfähig sein. Gleichzeitig soll auch dem Umstand Rechnung getragen werden, dass die Telekommunikation im ländlichen Raum nicht immer optimal ist.

Bluetooth «Beacons» Zur Datenübertragung haben sich soge­ nannte Beacons etabliert, die ihre Signale mithilfe eines energiesparenden Blue­ tooth-Protokolls senden. Beacons-Signale

Beacons auf Maschinen korrespondieren mit einer kompatiblen App auf dem Smartphone und übertragen die Daten zur Weiterverarbeitung. Bild: Farmdock

Systemanforderungen für die Einbindung in ein ganzheitliches Betriebsmanagement:

Hardwareanforderungen:

✓ Unabhängigkeit von Herstellern und Alter der Maschinen ✓ Sinnvolle Verknüpfung mit Betriebsdaten und Arbeitsanforderungen ✓ Intelligente Analyse und Interpretation innerhalb eines Betriebsmanagementsystems ✓ Vernetzbar mit anderen Betriebsdaten ✓ Anwendungsübergreifend einsetzbar ✓ Gezielte Erfassung der relevanten Daten in einer Plattform/einem Programm kompatibel mit anderen Betriebsanwendungen ✓ Datenschutz und Datensicherheit sicherge­ stellt ✓ Support/Serviceangebote für Nutzer

✓ Anbindung an Software ✓ Kosten/Wirtschaftlichkeit ✓ Einfache Handhabung ✓ Internetverbindung: Online-offline-Nutzung soll möglich sein ✓ Robustheit und Witterungsbeständigkeit ✓ Sichere Energieversorgung

haben eine Reichweite von knapp 30 m. Von einer kompatiblen App auf einem Smartphone, Tablet oder Computer wer­ den diese erkannt und dekodiert. Nähern

Daten einsehen und verarbeiten. Die Ar­ beit des Landwirtes und der Technik werden automatisch erfasst.

Fazit

«Was hilft die schönste Digitalisierung, wenn weit und breit kein Funknetz vorhanden ist.» (Thomas Böck, Claas) sich Sender (Beacons) und ein für den Empfang Bluetooth-fähiges Endgerät, werden die Daten eingesammelt und verarbeitet. Jedes Fahrzeug, unabhängig von Alter, Hersteller oder Einsatzzweck, kann mit solchen Sendern ausgerüstet werden. Gemischte Maschinenbestände lassen sich unproblematisch nachrüsten. Beispiel für die praktische Anwendung ist die «365ActiveBox» von «365FarmNet». Die Box kann auf jede Maschine, an Ge­ bäude, im Stall oder in der Scheune montiert werden. Von dort sendet das Gerät kontinuierlich seine Kennung. Nä­ hert sich das Bluetooth-fähige Endgerät eines Mitarbeiters, koppeln sich Sender und Empfänger mithilfe der «365Active­ App». Inklusive Nutzer-Position werden die Daten in einem abgesicherten Daten­ server (Cloud), verschlüsselt gespeichert. Registrierte Nutzer können die erhobenen

Neue Technologien und Softwarelösun­ gen alleine können nicht alle Herausfor­ derungen der Digitalisierung lösen. Infrastruktur, Aus- und Weiterbildung, ­ strukturelle und gesetzliche Rahmenbe­ dingungen sowie die Bereitschaft zur In­ tegration neuer Technologien gehören genauso dazu. Die Teildigitalisierung über Beacons kann die Türöffnerfunktion zu Landwirtschaft 4.0 übernehmen.  n

Veränderung der Betriebsstruktur Weniger, aber grössere Betriebe sind auf digitale und vernetzte Datenerhebung ange­ wiesen (Landwirtschaft 4.0): • Waren in der Schweiz 1997 noch 77 730 landwirtschaftliche Betriebe, reduzierte sich die Anzahl der Betriebe bis 2007 auf 61 764 (–20,5 %). • 2016 wurden noch 52 263 Betriebe gezählt (–15,4 % zu 2007). • Seit der Jahrhundertwende reduzierte sich die Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe jährlich um 1,9 %. • Gleichzeitig veränderten sich die Betriebs­ strukturen. Allein von 2015 auf 2016 nahm die Anzahl Betriebe mit 30 bis 50 ha um knapp 1 % und Betriebe mit mehr als 50 ha gar um 5 % zu. (Quelle: Agrarbericht 2017)

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n  Digitalisierung

Ausgestattet mit Kameras und Sensoren können Drohnen jetzt schon, künftig noch mehr, detaillierte Informationen über den Zustand von Pflanzen liefern. Bild: R. Engeler

Vom Spielzeug zum Arbeitsgerät Drohnen können künftig wesentliche Elemente in Smart-Farming-Konzepten sein. Ausgestattet mit speziellen Kameras und Sensoren sind diese unbemannten Fluggeräte bereits heute in der Lage, detaillierte Informationen über den Zustand von Pflanzen und Böden zu liefern. Roman Engeler

Wer heute ein Geschäft für Elektronik be­ tritt oder einen Prospekt für Multimedia­ geräte betrachtet, dem fällt das breite An­ gebot an Drohnen auf. Nach dem Boom bei PC und Smartphones kommt mit den Drohnen nun eine neue Stufe, quasi die dritte Dimension dazu. Von dieser Unter­ stützung aus der Luft kann auch die Land­ wirtschaft profitieren, sei es um einfach Luftbilder von (schwer begehbaren) Parzel­ len zu machen oder – ausgerüstet mit Hightechsensoren – allerlei Hinweise auf Schädlinge, Pflanzenkrankheiten, Verun­ krautung oder Ernährungszustand zu be­ kommen. 26

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Erfahrung mit landwirtschaftlichen Droh­ neneinsätzen hat man an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissen­ schaften (HAFL) in Zollikofen. Die Forscher haben ein Konzept entwickelt, um die zur Bekämpfung des Maiszünslers verwende­ ten Trichogramma-Kapseln aus der Luft und nach dem Zufallsprinzip gleichmässig über eine Parzelle verteilt ausbringen zu können. Ein GPS-gesteuerter Multikopter wirft aus wenigen Metern Höhe alle 7 m eine Kapsel mit 1000 Eiern der Schlupf­ wespe über dem Maisfeld ab. Dieses biologische Pflanzenschutzverfah­ ren dauert mit der Drohne rund 4 min pro

Hektar, während die gleiche Massnahme von Hand ein Vielfaches davon bean­ sprucht und erst noch weniger homogen sein dürfte. Das Fluggerät wird nämlich auf eine vordefinierte Flugroute programmiert, sodass der Abwurf präzise erfolgt. Die fe­ naco hat diese Entwicklung mittlerweile kommerzialisiert und damit schon über 11 000 ha im In- und Ausland bearbeiten können.

Rettung von oben Etabliert, will heissen erforscht, ist auch das Aufspüren von Rehkitzen mit Droh­ nen, um diese Tiere vor dem qualvollen


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Mähtod retten. Im Rahmen eines Rehkitz­ projekts zu haben die HAFL und die ETH Zürich mit Thermalkameras ausgestattete Multikopter getestet und damit gute Er­ gebnisse erzielen können. Das Fluggerät fliegt – gesteuert über einen Autopiloten – die zu mähenden Wiesen ab und produ­ ziert dabei einen sogenannten Thermal­ film. Die Bilder werden live an einen bo­ denstationierten Bildschirm übertragen, auf dem die Kitze dann als helle Flecken erscheinen und anschliessend aus der Wiese herausgeholt werden können. Rund 7 Minuten braucht es, um eine Hek­ tare auf diese Art abzusuchen. Diese Leis­ tung liesse sich noch verbessern, wenn man die Suche auf jene Felder beschrän­ ken würde, in denen tatsächlich Kitze sit­ zen. Eine Verbesserung ist auch aus wirt­ schaftlicher Sicht angebracht, kostet doch ein Flug rund CHF 140.– pro Feld.

anhand unterschiedlicher Färbungen von Feldern aus der Vogelperspektive erken­ nen, wann welches Feld bewässert oder gedüngt werden muss. Forscher, bei­ spielsweise von der Universität Rostock oder von Pflanzenschutzfirmen wie Bayer Crop Science, schicken ihre mit Wärme­ bildkameras ausgerüsteten Flugroboter auf ­Erkundungstour über die Äcker. Die Aufnahmen der Drohnen zeigen krank­ heitsbedingte Veränderungen der Bestän­ de schon im frühen Stadium oder erkennen aufgrund unterschiedlicher ­ Farb­reflektion den Bewuchs von Unkräu­ tern. Die Auswertung der Fotos ermög­ licht dann einen gezielten und Ressourcen schonenden Einsatz von Pflanzenschutz­ mitteln, indem diese Daten in Applika­ tionskarten einflies­sen, wie sie in Precisi­ on-Farming-Systemen bereits heute von Düngerstreuern oder Feldspritzen inter­ pretiert werden können.

Düngung und Pflanzenschutz An der letzten Agritechnica stellte Rauch eine flugfähige Düngerstreuerdrohne vor. Der mit acht Rotoren bestückte «Agrona­ tor» hat einen Durchmesser von 4 m und wiegt 80 kg, wenn er mit einer maximalen Nutzlast von 30  kg beladen wird. Das Gerät ist für das Ausbringen von Schne­ ckenkörnern oder Feinsämereien gedacht und dürfte für die Applikation von Mine­ raldüngern wohl eher weniger geeignet sein. Es zeigt aber auf, wohin die Reise gehen könnte, denn der mit einem elek­ trisch angetriebenen Einscheibenstreu­ werk versehene Multikopter kennt weder Bodendruckprobleme noch sonstige Flur­ schäden. Die gewünschte Streumenge und die Arbeitsbreite werden teilflächen­ spezifisch ausgebracht. Mit zwei LithiumPolymer-Akkus steht Energie für bis zu 40 Flugminuten bereit. Ähnliche Geräte gibt es auch für Pflanzen­ schutzapplikationen. In Japan sind derar­ tige Flieger bereits seit einiger Zeit in Reisfeldern unterwegs und lösen dort die bemannten Kleinhelikopter ab. Yamaha hat eigenen Angaben zufolge schon mehr als 2300 Exemplare des Minihubschrau­ bers «RMAX» auf den Markt bringen können, die auf rund 1000 ha Reisfläche im Einsatz sind. In Westeuropa wurden erste Versuche mit solchen Drohnensprit­ zen in schlecht zugänglichen Rebbergen gemacht.

Precision Farming Multikopter können aber jetzt schon er­ heblich mehr als nur Dünge- oder Pflan­ zenschutzmittel ausbringen. So lässt sich

Neue Herausforderungen Vorstellbar sind noch zahlreiche weitere Einsatzmöglichkeiten von Drohnen in der Landwirtschaft. Mit der ansteigenden Anzahl solcher Flugobjekte entstehen aber auch neue Problemfelder. So wird wohl schon bald der Gesetzgeber gefordert sein, mehr Regeln für das Handling von Drohnen aufzustellen. Welche Anforde­

rungen müssen die Piloten erfüllen? Wo und wann darf geflogen werden? Welche Versicherungen müssen abgeschlossen werden? Was und wer darf fotografiert oder auf einem Video festhalten werden? Wie fast überall in der elektronischen oder digitalen Welt, so tummeln sich auch bei der Drohnenfliegerei «Hacker», die teils aus Spass, teils mit gezielt böser Absicht diesen Flugobjekten an den Kragen wol­ len. So werden Funkverbindungen geka­ pert, Drohnen fehlgeleitet oder so fremdprogrammiert, dass sie an Ort verharren und, nachdem der Akku aufgebraucht ist, zu einem unkontrollierten Abgang ge­ zwungen werden.

Fazit Drohnen werden in der Landwirtschaft zwar erst vereinzelt eingesetzt, das Poten­ zial ist aber gross und bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Vorbehalte vieler Menschen gegenüber dieser neuen Tech­ nik nehmen aber zu, was – neben finanzi­ ellen Aspekten – nicht unterschätzt wer­ den darf und allenfalls zu einem Bremsklotz für die Ausbreitung dieser Technik werden könnte. Zu beachten sind weiter die aktuell geltenden gesetzlichen Vorgaben, die in Zukunft – bei steigender Anzahl von Drohnen – wohl noch umfang­ reicher werden.  n

Einige gesetzliche Regelungen l

Eine Haftpflichtversicherung für eine Drohne ist Pflicht. Bis zu einem Gesamtgewicht von 0,5 kg sind Drohnen in der Regel problemlos in der privaten Haftpflichtversicherung mitversi­ chert. Es lohnt sich aber, den «Drohnenzusatz» explizit zu erwähnen. Einzelne Versicherun­ gen stellen spezielle Drohnenflugausweise aus. Für schwerere Drohnen gibt es Zusatzversi­ cherungen (analog Modellflieger). Übersteigt das Gewicht 0,5 kg, muss die Bestätigung einer Versicherung beim Fliegen mitgeführt werden. l Ohne Bewilligung ist es nicht gestattet, Drohnen, die schwerer als 0,5 kg sind, im Freien über Ansammlungen von Menschen fliegen zu lassen. l Anders als in anderen Ländern Europas dürfen Drohnen in der Schweiz weiterhin ohne Ge­ nehmigung über freiem Gelände fliegen, vorausgesetzt sie übersteigen das maximal zulässi­ ge Gewicht von 30 kg nicht. l Ein Drohnenpilot muss stets gewährleisten können, dass zum Flugkörper Sichtkontakt be­ steht. Wenn dies nicht der Fall ist, weil man zum Beispiel eine Videobrille nutzt und im «FPV»-Modus (first person view = als sässe man selbst am Steuer) fliegt, muss ein zweiter Pilot zur Sicherung anwesend sein, der im Notfall jederzeit in das Flugmanöver eingreifen kann. Sofern ein Eingriff jederzeit möglich ist, sind in der Schweiz auch autonome Flüge von Drohnen grundsätzlich gestattet. l Während andere Länder einen Unterscheid zwischen kommerziellem und privatem Einsatz machen, sind die Regelungen und Bestimmungen zu diesem Thema in der Schweiz einfach und überschaubar. Auch für kommerzielle Flüge benötigt man in der Schweiz keine weitere Bewilligung. l Besondere Regelungen und Flugverbote gibt es aber für spezielle Orte, beispielsweise rund um militärische oder zivile Flugplätze. Man spricht da von einem freizuhaltenden Umkreis von 5 km und einer maximalen Höhe von 150 m über Grund. (Quelle: drohnenversichern.ch)

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n  Impression | Fahrbericht

Die neue Baureihe «X6» bestückt McCormick mit einem selbst entwickelten stufenlosen Getriebe. Bilder: S. Schmidlin

Neues stufenloses Getriebe «Selbst ist der Mann», dachte man sich bei McCormick und baute für die neue «X6»-Serie kurzerhand ein eigenes Stufenlosgetriebe. Die «Schweizer Landtechnik» konnte den «X6.430» für einen ersten Eindruck Probe fahren. Stephan Schmidlin Ein stufenloses Getriebe ist für McCormick nichts Neues. So hat der italienische Traktorenbauer schon seit ein paar Jahren eine Traktorenserie mit einem stufenlosen Antrieb im Programm. Bislang stammte dieses Getriebe von ZF. Nun wollen die Italiener aber mehr Unabhängigkeit und haben darum ein eigenes stufenloses Getriebe entwickelt. Das Getriebe kommt vorab in der neuen Baureihe «X6» zum Einsatz, die insgesamt drei Typen umfasst, nämlich den «X6.420» mit einer Nennleistung von 110 PS, den «X6.430» mit 119 PS und den «X6.440» mit 128 PS unter der Haube. Der «X6.430» stand der «Schweizer Landtechnik» für einen Einsatzbericht zur Verfügung.

raum von 4,5 l. Der Motor der Generation «NEF» von FPT ist im Vergleich zu Motoren anderer Hersteller ein eher junges Aggregat. Er kam Anfang dieses Jahrtausends auf den Markt, und in Anbetracht der damals bevorstehenden Veränderungen bezüglich Abgasnormen wurden ihm schon zu Beginn entsprechende Gene

eingepflanzt. Im «X6» von McCormick erfüllt dieser Motor die Abgasnorm der Stufe 3b. Dafür besitzt er eine SCR-Abgasnachbehandlungsanlage. Wenn die Stufe 4 ab 2018 in Kraft treten wird, bekommt der Motor noch zusätzlich einen Dieseloxytationskatalysator. In der Praxis geniesst der Motor einen hervorragenden

Bei den Zusatzsteuergeräten hat man die Wahl zwischen drei mechanischen, drei mechanischen und zwei elektrischen oder gleich fünf elektrischen Ventilen.

Für den Antrieb sorgt beim «X6»-McCormick ein «NEF»-Motor von Fiat Power Train mit vier Zylindern und 4,5 l Hubraum. Der Motor hat einen ausgezeichneten Ruf in der Branche.

Motor von FPT Für den Antrieb sorgt ein Motor von Fiat Power Train (FPT). Er hat bei allen drei Modellen vier Zylinder und einen Hub* Stephan Schmidlin ist freier Mitarbeiter bei der «Schweizer Landtechnik» und Mitglied der Jury «Tractor of the Year».

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Fahrbericht | Impression   n

Ruf und gilt als einer der sparsamsten Kraftspender auf dem Markt. Im «X6» hat er zudem die Fähigkeit, bei Transportoder Zapfwellenarbeiten einen Boost zu aktivieren. In diesem Fall stehen dem Traktor zusätzliche 14 PS zur Verfügung.

Getriebe aus eigenem Haus Grundsätzlich wird der neue «X6» mit zwei Getriebevarianten angeboten. Neben dem stufenlosen Antrieb gibt es auch ein Lastschaltgetriebe mit drei Gruppen, vier Gängen und drei Lastschaltstufen. In der Rückwärtsfahrt sind die Lastschalstufen nicht verfügbar, dementsprechend besitzt das Getriebe 36 Vorwärts- und 12 Rückwärtsgänge. Das Getriebe kann auch mit einem Kriechgang ausgerüstet werden. Dann stehen dem Fahrer 48 Vorwärts- und 16 Rückwärtsgänge zur Verfügung. Spannender wird es beim neuen stufenlosen Getriebe. Bei McCormick heisst stufenloses Fahren «VT-Drive». Wie schon erwähnt, haben die italienischen Ingenieure dieses Getriebe selbst entwickelt. Mit zwei mechanischen Fahrstufen vorwärts und einer mechanischen Fahrstufe rückwärts sowie einer Summierungseinheit mit doppeltem Planetengetriebe für den hydrostatischen und den mechanischen Antrieb ist das Getriebe an sich einfach aufgebaut. Dabei werden die Planetenräder mechanisch und die Sonnenräder des doppelten Planetengetriebes hydraulisch angetrieben. Je nach dem, welches der beiden Planetensätze kraftschlüssig ist, erreicht McCormick bereits zwei verschiedene Geschwindigkeitsbereiche. Diese Untersetzung muss jedoch vom Fahrer in der Kabine mittels Knopfdruck am Joystick geschalten werden, wobei der Traktor stillstehen muss. Um den hydrostatischen Anteil noch weiter zu reduzieren, besitzt das Getriebe eine weitere mechanische Untersetzung. Sie verfügt aber um eine Lamellenkupplung und wird ebenfalls per Knopfdruck geschalten. Das Gleiche gilt für den Rückwärtsgang. Auch er wird über eine Lamellenkupplung mechanisch geschalten. Das Getriebe kann in drei verschiedene Modi gefahren werden. Beim manuellen Modus wird die Motordrehzahl über das Fahrpedal reguliert und das Getriebe über den Joystick reguliert. Beim Automatikmodus wird der Motor mit dem Getriebe gekoppelt, und der Fahrer entscheidet nur über Fahrgeschwindigkeit. Der Traktor regelt die Motordrehzahl in Abhängigkeit zur Last und Geschwindigkeit selber. Beim

Zapfwellenmodus wird die Motordrehzahl beziehungsweise die Zapfwellendrehzahl «eingefroren», und das Getriebe regelt die Getriebeübersetzung selbst. In der Praxis lässt sich das Getriebe über den Multifunktionshebel bequem fahren und einfach bedienen. Gewöhnungsbedürftig ist der Wechsel vom Feld- zu Strassenübersetzung, da der Traktor stillstehen muss. Das Programm nimmt den «Befehl» des Fahrers verzögert an, beziehungsweise der Druckknopf muss doppelt gedrückt werden. Das Motor-Getriebe-Management funktioniert gut, und der Traktor passt die Drehzahl den gegebenen Umständen zügig an. Für Front­ laderarbeiten wäre es toll, wenn man das Getriebe, wie bei einem Lastschaltgetriebe einiger Hersteller, auch über die Fussbremse auskuppeln könnte. Ansonsten machte das Getriebe einen vielversprechenden Eindruck.

Hydraulik mit LS-Pumpe Bei der Zapfwelle setzt McCormick auf vier Geschwindigkeiten. Sie werden zwar mechanisch vorgewählt, dann aber über eine Schaltwippe in der Armlehne aktiviert. Weiter verbaut McCormick eine Axialkolbenpumpe, die 110 l/min fördern kann. Bei den Zusatzsteuergeräten hat man die Wahl zwischen drei mechanischen, drei mechanischen und zwei elektrischen oder gleich fünf elektrischen Ventilen. Die Hubkraft des Heckkrafthebers beziffert McCormick auf maximal 5,4 t. Bei der optional erhältlichen Fronthydraulik gibt McCormick 2,5 t Hubkraft an. Natürlich ist diese auch mit Zapfwelle erhältlich. Sie besitzt die Normdrehzahl 1000 U/min.

Ansprechende Kabine Über Schönheit lässt sich bekanntlich streiten. Nicht so bei den Italienern. Sie haben den Sinn für Design bereits im Blut. Dementsprechend ansprechend ist auch das Design des neuen McCormick «X6». Natürlich wirkt sich das auch auf die Kabine aus. Sie ist hell und bietet eine gute Rundumsicht. Die wichtigsten Bedienelemente hat McCormick in eine Armlehne auf der rechten Sitzseite zusammengefasst. Der Multifunktionshebel liegt gut in der Hand, und die hellen Farben des Interieurs geben zusammen mit den grossen Fenstern ein gutes Raumgefühl. Weniger toll ist der Monitor. Der ist zwar über 12 Zoll gross, doch spiegelt er einerseits stark, und anderseits ist seine Position auf der rechten Seite etwas unglücklich. Eine Platzierung direkt an der

Steckbrief Baureihe McCormick «X6.430» Motor: 4 Zyl., 4,5 l Hubraum, FPT, Stufe 3b Nennleistung: 87,5 kW/119 PS Max. Leistung (Boost): 98 kW/133 PS Nenndrehzahl: 2200 U/min Max Drehmoment: 545 Nm Getriebe: 36/12 Powershift oder stufenloses VT-Drive Getriebe Zapfwelle: 540, 540E, 1000 und 1000E Hydraulik: 110 l/min, Load-Sensing Hubkraft: 5400 kg Radstand: 2,54 m Leergewicht: 5200 kg Zul. Gesamtgewicht: 8500 kg Preis: CHF 107 700.– (inkl. MwSt.) (Herstellerangaben)

Armlehne, oder jedenfalls mehr im Blickfeld des Fahrers, wäre wünschenswert. Dafür gibt es Lob für den Beifahrersitz. Er ist gross und besitzt ein vernünftiges Polster. Bei Nichtgebrauch klappt man es weg. Es ist dann kein Hindernis beim Einund Aussteigen. Weiter kann die Kabine mit einer mechanischen Kabinenfederung ausgerüstet werden.

Über 3 t Zuladung Apropos Federung, natürlich kann der neue «X6» auch mit einer Vorderachs­ federung ausgerüstet werden. McCormick bezieht diese Achse von Carraro, wobei es sich konkret um die bekannte Achse mit Einzelradaufhängung handelt. Den Radstand beziffert McCormick beim «X6» mit 2,54 m. Laut den technischen Daten bringt es der «X6» auf 5,2 t, wenn man ihn auf die Waage stellt. Das zu­ lässige Gesamtgewicht beträgt 8,5  t, somit gewährt der «X6» eine Zuladung von rund 3,3 t. Das ist ein guter Wert. Bei der Bereifung bestückt McCormick den «X6» serienmässig mit Reifen der Dimension «440/65R28» vorne und mit «540/65R38» hinten.  n

Der Bildschirm ist mit 12 Zoll ansprechend gross, die Position auf der rechten Seite jedoch etwas unglücklich.

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n  Impression | Einsatzbericht

Von aussen denkt man kaum, dass man hier vor einem 200-PS-Traktor steht.

Bilder: R. Burkhalter

Meister der Vielseitigkeit Das Modell «6718 S» von Massey Ferguson soll vor allem Kunden ansprechen, die einen überdurchschnittlich leistungsfähigen und trotzdem kompakten 4-ZylinderTraktor wünschen. Ruedi Burkhalter

«Früher hatte ich drei unterschiedliche Traktoren, jetzt kann ich dank seiner Vielseitigkeit alles mit einem machen», sagt Sébastien Vannod. Der Nebenerwerbslandwirt aus La Sarraz VD bewirtschaftet einen 18 ha grossen Betrieb und führt zusätzlich Lohnarbeiten in der Region aus. Seit dem Sommer 2017 ist ein «6718 S» von Massey Ferguson der einzige Traktor in seinem Hangar. Mit einer Maximalleistung von 200 PS ist er der zurzeit leistungsfähigste 4-Zylinder-Traktor auf dem Markt. Gleichzeitig ist diese Maschine mit einem inneren Wenderadius von nur 4,75 m der kompakteste und wendigste Traktor in der 200-PS-Klasse. «Die enorme Motorleistung kann ich mit der Säkombination oder bei Strassentransporten voll ausnützen, trotzdem habe ich für Frontlader- oder Pflegearbeiten ein agiles und nicht zu schweres Fahrzeug», schwärmt Vannod. 30

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Stufe 4 ohne Partikelfilter Angetrieben wird der «6718 S» von einem Agco-Power-4-Zylinder-Motor. Dieser hat einen Hubraum von 4,9 l und erzielt eine Nennleistung von 175 PS, mit Boost ganze 200 PS (Maximalleistung). Die Boost-Leistung wird je nach Arbeit und abhängig von der Fahrgeschwindigkeit ganz oder teilweise freigegeben. Mit dem «Dyna-6»-Getriebe beginnt der Boost bei Zug- oder Transportarbeiten bereits ab 6 km/h zu wirken, wobei die Maximalleistung nur beim Abruf von Hydraulikleistung oder beim Zapfwellenbetrieb genutzt werden kann. Die Abgasgrenzwerte der Stufe 4 werden mit 4-Ventil-Technik, Commonrail-Einspritzung, Wastegate-Turbolader sowie einer Abgasnachbehandlung mit Dieseloxydationskatalysator (DOC) und SCR-Katalysator erfüllt. Der Motor benötigt also weder eine umstrittene Abgasrückführung noch

einen Dieselpartikelfilter. Das Abgasnachbehandlungssystem soll laut Massey Ferguson nicht nur den Vorteil eines tiefen Treibstoffverbrauchs haben, sondern auch völlig wartungsfrei sein. Besonders zu erwähnen ist der «Vistronic»-Ventilator, dessen Leistung durch die Motorsteuerung elektronisch geregelt wird. Als Grundlage für die Regelung werden mehrere Sensorwerte verwendet, so die Kühlwassertemperatur, die Getriebe- und Hydrauliköltemperatur sowie der Betriebszustand der Klimaanlage. Durch dieses Kühlermanagement wird die Lüfterleistung immer dem effektiven Bedarf angepasst, was in der Praxis eine Treibstoffeinsparung ermöglicht. Diese Lüftersteuerung ermöglichte es ebenfalls, die Motorbremse um 15 % effizienter zu machen: Bei deren Aktivierung wird nämlich auch die Lüfterleistung auf den maximalen Wert hochgefahren.


Einsatzbericht | Impression   n

Getriebe-abhängige Hydraulik

Die Kabine des «6718 S» mit dem «Dyna-6»Getriebe ist zweckmässig und übersichtlich eingerichtet.

Der multifunktionale Fahrhebel und der zusätzliche Joystick sind die zentralen Bedienungselemente auf der Armlehne.

Automotives Fahren

bei intensivem Arbeiten mit den Steuergeräten, die übrigens beliebig auf allen Bedienungselementen zugeordnet werden können, praktisch. Dies insbesondere natürlich bei Frontladerarbeiten, wo ein Handwechsel zwischen Joystick und Fahrhebel nicht mehr nötig ist. Einzigartig am Markt ist bei Massey Ferguson die Möglichkeit, die Lastschaltstufen zusätzlich auch über leichtes Antippen des Wendeschalthebels unter dem Lenkrad manuell zu schalten. Die vier Zapfwellengeschwindigkeiten 540 / 1000 mit jeweils einer EcoDrehzahl werden über Drucktasten in der B-Säule geschaltet.

Die Baureihe «6700 S» ist in den drei Ausstattungsvarianten «Essential», «Efficient» und «Exclusive» erhältlich. Vannod hat sich für die höchste Ausstattungsvariante «Exclusive» entschieden, die sich durch die zwei Hauptbedienungselemente «Multifunktionaler Fahrhebel» kombiniert mit einem zusätzlichen Joystick und elektronisch bedienten Zusatzsteuergeräten auszeichnet. Der Fahrhebel, der Joystick und weitere Bedienungselemente für die EHR sowie das Handgas sind in der Armlehne untergebracht. Das Modell «6718 S» ist mit den Getriebevarianten «Dyna-6» und dem stufenlosen Getriebe «Dyna-VT» erhältlich. Die einfachere Getriebevariante «Dyna-4» ist nur für die fünf unteren Modelle der Baureihe erhältlich. Vannod hat sich aufgrund des interessanten Preis-Leistungs-Verhältnisses für die Variante «Dyna-6» entschieden. Im neuen Getriebemodus «Pedalautomatik» lassen sich alle 24 Gänge (vier Gruppen mit je sechs Lastschaltstufen) vollautomatisch und automotiv nur über den Druck aufs Gaspedal (in diesem Modus als Fahrpedal arbeitend) durchschalten. Eine grosse Vielfalt an Bedienungsmöglichkeiten bietet die «Exclusive»-Ausstattung für die Bedienung der Getriebesteuerung. Die Lastschaltstufen können sowohl durch Antippen des Fahrhebels als auch über Drucktasten am Hydraulikjoystick bedient werden. Das ist

Die Kühler sind für die Reinigung mit grossem Abstand versehen und müssen deshalb nicht aufgeklappt werden.

Vielseitig und trotzdem einfach Das neue Armaturenbrett ist bereits aus der Baureihe «7700» bekannt. Neben den üblichen Anzeigen werden auch weitere praktische Werte wie die eingestellte Maximaldrehzahl und der zurzeit programmierte Gang angezeigt, mit dem jeweils nach dem Anhalten wieder angefahren wird. Praktisch: Diese Werte können jederzeit über zwei praktische Drehregler in der Seitenkonsole angepasst werden. Viele weitere Funktionen des Displays können einerseits über ein kleines Tastenfeld unter dem Lenkrad angezeigt und gesteuert werden. Dieses Tastenfeld dient in der «Essential»-Ausstattung als Hauptbedienungsfeld für grundlegende elektronische Funktionen wie Flächenzähler und wird mit der «Exclusive»-Ausstattung aufgrund des zusätzlich verbauten «Datatronic 4»Terminals eigentlich kaum gebraucht. Für Anfänger könnte diese Doppelspurigkeit zunächst etwas verwirrend sein. Das rechts angebrachte Isobus-Terminal bietet die Möglichkeit, sämtliche Traktorfunktionen, ein Spurführungssystem sowie zusätzlich auch die Funktionen von IsobusAnbaugeräten anzuzeigen und zu bedienen. Die Menüstruktur ist aus dem «Home»-Bereich heraus nicht unbedingt selbsterklärend, jedoch nach einer kurzen Einführung leicht zu beherrschen.

Die Hydraulikanlage ist in der «Exclusive»Ausstattung mit einer Load-Sensing-Axialkolbenpumpe ausgestattet, wobei mit dem «Dyna-6»-Getriebe maximal 110 l / min möglich sind, mit dem «Dyna-VT» sogar 190 l/min. Auch die Hubkraft des Heckhubwerks (Kategorie 3) sowie die Anzahl möglicher Steuergeräte sind von der Getriebeversion abhängig. Während mit «Dyna-6» eine Hubkraft von 8110 kg und maximal 4 Steuergeräte hinten bietet, sind es mit «Dyna-VT» sogar 9600 kg und 5 Steuergeräte. Am Kotflügel hinten lassen sich Hubwerk, Zapfwelle und ein beliebig belegbares Steuergerät betätigen.

Fazit Der Massey Ferguson «6718 S» besticht durch seine einzigartige Kombination von Leistung, Kompaktheit und Wendigkeit. Mit der verfügbaren Motorleistung und einem Leergewicht von nicht viel mehr als 6000 kg ist das Fahrzeug eine echte Rakete im Strassentransport. Die Transportqualitäten werden durch die Vorderachsfederung mit Längslenker unterstrichen. Neu verfügbar ist zusätzlich eine Kabinenfederung mit mechanischen Spiralfedern und hydraulischem Niveauausgleich. Positiv aufgefallen ist auch das gut durchdachte Bedienungskonzept. Dieses bietet zwar viele Einstellungs- und Automatisierungsmöglichkeiten, jedoch für wenig geübte Fahrer auch eine grundsätzlich einfach gehaltene und selbsterklärende Bedienungsoberfläche für die wichtigsten Funktionen.  n

Steckbrief

MF «6718 S» mit «Dyna-6»-Getriebe Motor: Agco Power 49AWF, 4 Zylinder, 4,9 l Hubraum Leistung: Nennleistung 175 PS, Maximalleistung 200 PS (mit Boost) Drehmoment: 744 Nm, mit Boost maximal 840 Nm Getriebe: Dyna-6 mit vier Gruppen zu je 6 Lastschaltstufen Zapfwelle: 540/540E/1000/100E Hydraulik: Load Sensing mit Axialkolbenpumpe 110 l/min Masse: Länge: 470 cm, Höhe: 290 cm, Breite: 235 cm Gewicht: Leergewicht: 6000 kg (ohne Zubehör), Gesamtgewicht: 12 500 kg Preis: CHF 140 000.– (exkl. MwSt.) (Herstellerangaben)

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n  Impression | Einsatzbericht

Die Göweil «Kombi» klettert auch bei 40 Prozent Neigung noch ohne Schäden den Hang hoch. Bilder: R. Burkhalter

Schwergewicht überzeugt im Hangeinsatz Die Press-Wickel-Kombination von Göweil bietet viele technische Eigenheiten, die andere Hersteller nicht anbieten können. Dank ausgeklügelter Technik ist die Maschine trotz ihrem hohen Gewicht wesentlich hangtauglicher als andere Fabrikate. Ruedi Burkhalter «Viele unserer Kunden im Hügelgebiet waren und sind bis heute skeptisch»,­ sagt Stefan Iseli. Der Landwirt und Geschäftsführer von «Iselis Lohnarbeiten» aus Oberburg im hügligen Emmental setzt seit dem Frühjahr 2017 eine «G1 F125 + G5040 Kombi» von Göweil ein. Die Maschine ist mit einem Gewicht von gegen 8300 kg rund 1 t schwerer als Kombinationen anderer Hersteller, was gerade auch von Kunden mit Hanglagen oft als ungünstig angesehen wird. Trotzdem konnte die Maschine dank technischer Besonderheiten gerade im geneigten Gelände überzeugen. Iseli kann nun einen grösseren Anteil seiner Aufträge mit einer Press-Wickel-Kombination erledigen, was seine Schlagkraft verbessert und den Kunden eine Kostenreduktion ermöglicht. Die Schweizer Landtechnik konnte die Einsätze mit bisher rund 3500 gemachten Silageballen begleiten.

sind. Der ungesteuerte Pick-up mit sechs Zinkenreihen ist mit breiten Abstreifern aus Kunststoff ausgestattet. Die Abstände zwischen Zinken und Abstreifern sind ungewöhnlich klein, weshalb auch bei schwierigen Verhältnissen kaum Futter ins Innere des Pick-ups gelangen soll. Tatsächlich ist dieses Problem bisher bei unterschiedlichsten Bedingungen nie aufgetreten. Aufgrund des Materials arbeitet der Pick-up trotz den geringen Abständen nahezu geräuschlos. Er hat eine Arbeitsbreite von 2,20 m und nimmt dank der pendelnden Aufhängung mit + / –150 mm Bewegungsfreiheit das Futter auch bei Unebenheiten sauber auf. Auch bei g ­ roben Unebenheiten lässt sich das Futter dank der manuell steuerbaren Knickdeichsel sauber aufnehmen. Serienmässig sorgen zwei Rollenniederhalter für eine flüssige Gutaufnahme.

Besonderes Gutflusskonzept Flüster-Pick-up Die Maschine bietet mehrere technische Besonderheiten, die am Markt einzigartig 32

Schweizer Landtechnik  12 2017

Die wohl bedeutendste Besonderheit ist das Fördersystem mit einem massiven Schneidrotor aus achtzackigen Sternen.

Der Rotor dreht in die andere Richtung als bei konventionellen Systemen und fördert das Futter über statt unter dem Rotor in die Presskammer. Dies ist einerseits ein Vorteil für den Futterfluss, da die Schwerkraft das Futter im Bereich der Messer gegen den Rotor drückt statt wie üblich davon weg. Anderseits konnte so das Schneidwerk auf der Vorderseite der Maschine platziert werden statt darunter. So ist das Schneidwerk optimal zugänglich und lassen sich die Messer in einer wesentlich bequemeren Position wechseln. Die Rotorzinken sind mit breiten Hardox-Auflagen bestückt. Dies ergibt einerseits eine geringe Verschleissan­ fälligkeit, anderseits ermöglichen die geringen Abstände zwischen Messer und Förderzinken einen präzisen, schonenden Schnitt mit geringem Leistungsbedarf. Das Schneidwerk mit 30 beidseitig verwendbaren Messern liefert eine theo­ re­ tische Schnittlänge von 35  mm und­ eine vorbildliche Schnittqualität. Für die Messer gibt es keine Gruppenschaltung, das ist aber angesichts des bequemen


Einsatzbericht | Impression   n

Steckbrief Göweil «G1 F125 + G5040 Kombi»

Der Messerwechsel kann über dem Rotor in einer sehr bequemen Position vorge­nommen werden. Bild: Johannes Paar

und schnellen Messerwechsels auch­ nicht zwingend nötig. Über dem Messerbalken gibt es Platz für 30 weitere M ­ esser.­ Es können also insgesamt vier ge­­schärfte Schneidsätze mitgeführt werden, was ­­ beachtlichen 120 Schneidkanten ent ­spricht.

Langer Weg zum Rotor Die Bauweise mit dem über den Rotor führenden Futterfluss hat aber nicht n ­ ur Vorteile, sondern bringt auch neue­ Herausforderungen mit sich. Das Futter muss nämlich bis zum Rotor einen weiteren Weg zurücklegen, bevor es vom Rotor dann entgegen der Schwerkraft aufgenommen werden kann. So hat sich die Futterübergabe an den Rotor als Knackpunkt erwiesen, der durch den Einbau einer zusätzlichen, hydraulisch angetriebenen Förderwalze zwischen Pick-up und Rotor gemeistert wurde. Anfänglich war hier eine glatte Walze eingebaut, die Maschinen werden jedoch inzwischen mit einer neueren Version mit Fingern ausgestattet. Im Praxiseinsatz hat sich diese Lösung grundsätzlich gut bewährt, da die Walze nicht nur eine fördernde Funktion hat, sondern das Futter auch zu einer regelmässigen «Matratze» vorverdichtet. Wird die Maschine allerdings an der Leistungsgrenze gefahren, ist das Drehmoment des hydrau­ lischen Antriebs etwas zu schwach aus­ gelegt, sodass die Walze bei hohem und unregelmässigem Futteraufkommen zu schnell blockiert und es zu eigentlich unnötigen Stopps kommen kann. Dies wurde inzwischen ebenfalls korrigiert.

Die profilierte Vorpresswalze beschleunigt das Futter zwischen Pick-up und Rotor.

Kein Unterbruch bei Verstopfungen Wird es im Förderkanal trotzdem einmal zu eng, kommt das System «Auto Flow Control» (AFC) zum Zug. Sobald die Überlastsicherung des Rotors anspricht, wird automatisch der hydraulische Schwenkboden geöffnet und die ein­ gesetzten Messer schwenken zurück. So kann der zu grosse Futterklumpen ungehindert in die Presskammer entweichen. Anschliessend werden die Messer wieder eingeschwenkt und der Schwenkboden geschlossen, sodass Verstopfungen vollautomatisch und ohne Arbeitsunterbruch beseitigt werden. In diesem Zusammenhang ist auch das Antriebssystem zu erwähnen. Die Zapfwellenleistung wird über ein Verteilergetriebe auf beide Seiten der Maschine aufgeteilt. Über massiv dimensionierte Ketten werden auf der linken Maschinenseite nur der Rotor und der Pick-up, auf der rechten Seite nur die Presskammer angetrieben. Beide Antriebsseiten sind mit einer Nockenschaltkupplung separat gegen Überbelastung

Presskammer: 18 Profilwalzen mit 4 mm Materialstärke, 120 cm breit, 125 cm Durchmesser Pick-up: ungesteuert mit 6 Zinkenreihen und Kunststoffabstreifern, 220 cm breit Schneidrotor: 8-Stern-Rotor mit HardoxZinken, Durchmesser 570 mm Schneidwerk: 30 beidseitig verwendbare Messer, Schnittlänge 35 mm, Platz für 30 Reservemesser Antrieb: Zapfwelle 1000 U / min, Verteiler­ getriebe, Presskammer und Rotor mit separater Nockenschaltkupplung Bindung: 2 Bindungseinheiten, beide mit Netz oder Folie nutzbar, separates oder ­gleichzeitiges Binden Bereifung: Standard 520 / 50 R 17 bei 299 cm Breite Bedienung: 2 getrennte Bedienungselemente für Kombi und Triebachse, automatische Steuerung von Bindevorgang, Verstopfungsbeseitigung und Triebachse Gewicht: Grundmaschine ab 7860 kg, ­Testmaschine rund 8300 kg Abmessungen: Länge 693 cm; Höhe 298 cm; Breite 299 cm Wickler: Zweiarmwickler mit automatisch gesteuertem, hydraulisch fahrbarem Wickeltisch Preis: Grundmaschine: CHF 134 900.–, Testmaschine CHF 168 000.– (Herstellerangaben)

abgesichert. Probleme mit dem Gutfluss hat es bisher wenige gegeben. Lediglich mit nassem Herbstfutter kam es in seltenen Fällen bei breit abgelegten Schwaden im Bereich der beiden seitlichen Zufuhrschnecken zum Vermusen von Futter und in der Folge zu Verstopfungen.

Auf Dauereinsatz getrimmt Wie es das hohe Gewicht bereits erahnen lässt, ist die Presse von hinten bis vorne robust gebaut. Von der Presskammer über den Schneidrotor bis hin zu den Antrieben warten alle Komponenten mit überdurchschnittlicher Dimensionierung und bedeutenden Materialstärken auf. Ent­sprechend ist auch die Steuerung auf höchste Materialverdichtung ausgelegt. «Wir stellen fest, dass die Maschine dank der robusten Bauweise schön geformte und um etwa 15 % stärker verdichtete Ballen produziert als andere Maschinen», berichtet Iseli. Er arbeitet deshalb meistens nicht mit der maximal möglichen Verdichtung, da die Ballen für leichte Hebefahrzeuge sonst zu schwer werden. Umso mehr profitieren Kunden mit 12 2017  Schweizer Landtechnik

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n  Impression | Einsatzbericht

Sämtliche Funktionen können für Arbeiten an der Maschine oder bei einem Ausfall der Elektronik auch manuell an den Steuerblöcken hinten bedient werden.

­ e­nügend Hubkraft bei maximaler Verg dichtung von tieferen Gesamtkosten und einer optimalen Futterqualität. «Die Ballenzahl und somit der Zeitaufwand für die Ballenbergung lassen sich beim Pressen mit maximaler Verdichtung spürbar reduzieren», berichtet Iseli. Die Presskammer wird a ­us 18 Profilwalzen geformt, welche mit einer Materialstärke von 4 mm überdurchschnittlich robust und zudem über zweireihige Pendelrollenlager auch stark gelagert sind.

Doppelfolienbindung Die «G1 F125» Solopresse wurde 2014 als weltweit erste Rundballenpresse mit einer (optionalen) Doppelbindung vorgestellt, die sowohl mit Netz als auch mit Mantelfolie binden kann. Das doppelte Bindungssystem eröffnet dem Lohnunternehmer Iseli neue Möglichkeiten bei der Erfüllung von Kundenwünschen. So ist es möglich, jeweils mit nur einem Binde­ system zu arbeiten. Iseli kann dann ein System mit Netz, das andere mit Folie bestücken und so bei unterschiedlichen Kundenwünschen zwischen Netz- und Folienbindung wechseln, ohne dafür vom

Video zur GöweilPress-Wickel-Kombination Weitere Filme zu landtechnisch interes­­­santen Themen auf unserem Youtube-Kanal «Schweizer Landtechnik»

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Das Bedienungsterminal ist klein, aber zweckmässig. Die Triebachse ist mit einer separaten Steuerungseinheit ausgerüstet; ein Farbbildschirm bietet einen guten Überblick über den Betriebszustand.

Traktor absteigen oder eine Rolle wechseln zu müssen. Zudem ist es möglich, beide Bindesysteme gleichzeitig zu nutzen und so den Zeitaufwand für den Bindevorgang in etwa zu halbieren. Diese Möglichkeit nutzt Iseli allerdings bisher kaum: «Die Bindezeit lässt sich zwar mit der Nutzung beider Einheiten verkürzen, jedoch wird dann für eine bestimmte Anzahl Lagen insgesamt mehr Folie verbraucht», begründet er. Dies weil jede Bindeeinheit beim Starten des Bindevorgangs unter den Folienschichten einen über 1 m langen «Zopf» von Folie hinterlässt, der im Prinzip ungenutzt im Innern des Ballens verbleibt.

Automatische Traktionsregelung Eine weitere, für den Einsatz in Hang­ lagen entscheidende Besonderheit ist das optional verfügbare, in der abgebildeten Maschine eingebaute Triebachskonzept. Das System basiert auf dem von Paul Forrer entwickelten «Trailer Drive System» (TDS). Die Ölversorgung erfolgt über einen «Power Beyond»-Anschluss des Traktors und bedingt, dass dieser mit einem Load-Sensing-System ausgerüstet ist. Die beiden hinteren Räder sind mit­ je einem Radialkolben-Radnabenmotor ausgerüstet. Nachdem der Fahrer das System auf dem separaten Bedienungsterminal aktiviert hat, regelt die elektronische Steuerung aufgrund der Werte eines Neigungssensors und eines Sensors in der Deichsel die Antriebs- und Bremskraft automatisch. Zudem wird über zwei ­Hydraulikzylinder der Druck auf die Hin-

terachse erhöht. Durch diesen Effekt wird auch zusätzliches Gewicht auf die Hinterachse des Traktors verlagert, sodass nur noch ein verhältnismässig geringer Gewichtsanteil auf der einzigen nicht angetriebenen Achse ruht. So wird eine bisher für Kombis unerreichte Steigfähigkeit in Hanglagen erzielt. Weiter wird in der Ebene die Traktion verstärkt, sodass auch bei relativ nassem Boden nur geringe Fahrspuren und Schäden an der Gras­ narbe zurückbleiben.

Fazit Trotz des hohen Gewichts ist die PressWickel-Kombination von Göweil hangtauglicher als vergleichbare Modelle. «Wir verursachen auch bei feuchtem Boden deutlich weniger sichtbare Fahrspuren als mit anderen Maschinen, die wir auch noch einsetzen», berichtet ­Lohnunternehmer Iseli. Was die Ballenqualität und die Leistung anbelangt, lässt die Maschine bisher keine Wünsche offen. Jede Toptechnik hat allerdings auch ihren Preis. «Auch in der Ebene ­benötigt die Maschine mindestens 150 PS Leistung; will man auch in Hanglagen noch zügig fahren, müssen locker noch 50 PS mehr eingesetzt werden.» Die hier ge­ zeigte «G1 F125  +  G5040 Kombi» ist technisch komplex aufgebaut und stellt entsprechend hohe Anforderungen an Fahrer und Support vom Landmaschinenhändler. Mit einem Preis von CHF 168 000.– handelt es sich eindeutig um eine Maschine für Lohnunternehmer und Grossbetriebe.  n


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n  Impression | Einsatzbericht

Lemmer-Fullwood hat auf dem Betrieb Moos den ersten «FMR»-Fütterungsroboter in Betrieb nehmen können.

Bilder: H. Röthlisberger

Es robotert im Stall Roboter sind in den Schweizer Ställen längst keine Seltenheit mehr. Anita und Alois Moos aus Hünenberg ZG haben sich für ihren neuen Stall gleich für drei dieser vollautomatischen Helfer entschieden. Heinz Röthlisberger

«Merlin», «Astor» und «FMR». So heissen die Roboter, die seit diesem Sommer im Stall von Anita und Alois Moos fleissig ihre Arbeit verrichten. Das wäre heute wohl nicht so, wenn nicht vor drei Jahren das Schicksal zugeschlagen hätte. Denn im September 2014 brannte nach einem technischen Defekt nahezu die Hälfte ihres Betriebes in der Stadelmatt bei Hünenberg ZG ab. Viele Entscheidungen musste die Familie damals treffen. Sofort war klar, dass sie auch weiterhin melken wollen. Nach reiflicher Überlegung und zahlreichen Abklärungen entschieden sich Anito und Alois Moos für die Investition in einen vollautomatisierten Kaltstall 36

Schweizer Landtechnik  12 2017

mit Melk-, Fütterungs- und Einstreu­ roboter.

Betrieb Moos auch das Herdenmanagementsystem «Crystal» zum Einsatz.

Aus einer Hand

Mit Elektromotoren

Als Lieferanten für die drei Roboter hat sich die Familie Moos für Lemmer-Fullwood entschieden. Zum Einsatz kommen im neuen Stall der Melkroboter «Merlin», der Fütterungsroboter «FMR» sowie als zusätzliche Automatisierungseinheit der Einstreuroboter «Astor». «Diese Kombination mitsamt Einstreuroboter ist die erste überhaupt in der Schweiz», sagt Pius Muff, Geschäftsführer von LemmerFullwood Schweiz aus Gunzwil LU. Zusätzlich zu den Robotern kommt auf dem

Der «Merlin»-Melkroboter ist vor fünf Jahren auf den Markt gekommen und vor drei Jahren vollständig überarbeitet worden. Im Gegensatz zu anderen Herstellern, die auf Pneumatik oder Hydraulik setzen, arbeitet der «Merlin», der vollständig aus Chromstahl besteht, mit drei Elektromotoren. «Damit hat der Melkroboter einen tiefen Energieverbrauch.» Zudem sei der elektrisch angetriebene Melkarm mit 3-D-Kamera schnell und äusserst präzise, unter anderem beim


Einsatzbericht | Impression   n

In der Futterküche sorgen vier Vorrats­ behälter dafür, dass der Fütterungsroboter jederzeit mit den nötigen Futterkompo­ nenten befüllt wird.

Kuhkomfort pur: Der Einstreuroboter «Astor» lässt frisches Stroh auf die Liege­ boxen «rieseln». Für den «Astor» wurden rund 400 m Schienen montiert.

Herzstück der Automatisierung im Stall von Alois und Anita Moos ist «Merlin». Der Melkroboter arbeitet dank Elektromotoren äusserst leise.

Ansetzvorgang dank der sogenannten «EPS»-Technologie (Extended Process Space). Was bei der Besichtigung sofort aufgefallen ist: Der Melkroboter arbeitet dank der Elektromotoren äusserst geräuscharm. Man hört einzig das Zischen des Pulsators. Lemmer-Fullwood setzt bei seinem Melkroboter auf Elektromotoren, weil sich diese sicherheitstechnisch in den letzten Jahren weiterentwickelt hätten und auch intelligenter geworden seien. Sie würden nur dann Strom beziehen, wenn sie ihn auch wirklich benötigten. Der «Merlin» arbeitet nach dem Prinzip der Einzelbox. Grund dafür sei, dass es zu keinen Verzögerungen kommt, wenn eine Kuh beispielsweis einen Melkbecher runterschlägt. «Mit der Einzelbox ist der Melkarm immer bei der Kuh vor Ort und kann jederzeit eingreifen», sagt Muff. Bei der Reinigung setzt Lemmer-Fullwood auf Kochendwasser. Bei dieser Art Reinigung werden alle milchführenden Bauteile der Melkanlage nach dem Prinzip der Hitzedesinfektion für mindestens 2 Min. auf 77 °C erhitzt. So kann man auf herkömmliche Reinigungs- und Desinfek­ tionsmittel verzichten.

stoff. Über die Schienen fährt der Mischer selbstständig zum Futtertisch und füttert so rund um die Uhr die Kühe. So kann ständig frisches Futter nachgegeben werden. Auch ist die gruppenspezifische Zuteilung möglich. Der Ablauf ist gänzlich vollautomatisch, einzig die Vorratsbehälter in der Futterküche müssen von Alois Moos befüllt werden. Er erledigt das mit dem Teleskoplader. Das kann auch mehrere Tage im Voraus auf Reserve geschehen. Der «FRM» verarbeitet mit seinem Schneidsystem Silage in Blöcken oder lose. Durch das horizontale Mischsystem sind laut dem Hersteller ausserdem auch Kleinmengen ab 50 kg möglich.

Trend hält an

«FMR»-Fütterungsroboter Der «FMR»-Fütterungsroboter auf dem Betrieb Moos ist der erste, der in Schweiz installiert worden ist. Lemmer-Fullwood produziert keinen eigenen Fütterungsroboter, bezieht diesen aber in den eigenen Farben bei Hersteller Hetwin aus Langkampfen (A). Der «FMR» erledigt vom Einwiegen über das Schneiden, Mischen und Dosieren bis zum Futteranschieben fünf Arbeitsschritte. In der Futterküche wird der 3,5-m3-Mischer, der über zwei liegende Walzen und Faserlängenbestimmung verfügt, über vier Vorratsbehälter automatisch und nach Programm mit Heu, Stroh, Silage und Ökoheu befüllt. Hinzu kommen Kraftfutter und Mineral-

«Astor»-Einstreuroboter Der Einstreuroboter «Astor», den Lemmer-Fullwood anbietet und der auf dem Hof eingebaut worden ist, stammt ebenfalls von Hetwin. Er besteht aus einem Vorratsbehälter, in dem bis zu zwei Quaderballen oder drei Rundballen Stroh vorgelagert werden können, und dem eigentlichen Einstreuroboter, der hoch über den Kühen geräuschlos über die Einstreuboxen fährt und stetig Stroh auf die Liegefläche der Kühe herunterrieseln lässt. Ist er leer, geht er selbstständig zum Vorratsbehälter zurück und lässt sich wieder auffüllen. Eingebaut wurden bei Alois Moos für den «Astor» rund 400 m Schienen. Programmiert ist er für täglich drei Durchfahrten. Routen und Zeiten sind unterschiedlich wählbar. Möglich ist auch das Ausbringen von Kalk. «Durch das geringe Gewicht von etwa 250 kg erfordert der Einbau des «Astor» kaum Stallkosten», sagt Pius Muff. Erhältlich seien drei verschiedene Grössen. Übrigens: Einen selbstständig fahrenden Spaltenreinigungsroboter hat Alois von Moos nicht angeschafft. Hier hat er sich für einen «herkömmlichen» Schiebeentmister entschieden.

Natürlich kostet eine solche Stallautomatisierung auch etwas. Zu den Kosten für die Investition in seine Roboter wollte sich Alois Moos nicht äussern. Die Bauabrechnung sei noch nicht abgeschlossen. Bis jetzt sei er zufrieden mit der Investition. Für Pius Muff von Lemmer-Fullwood ist klar: «Die Automatisierung der Schweizer Milchviehställe ist nicht aufzuhalten. Neben der hohen Nachfrage nach Melk­ robotern werden immer mehr auch Fütterungsroboter und andere Helfer wie ­Einstreuer, Spalteinreiniger und Futterzuschieber ein Thema sein.» Mit einem automatischen Spaltenreiniger und einem Futterzuschieber hat Lemmer-Fullwood neben den hier vorgestellten Stallrobotern noch weitere Automatisierungsmöglichkeiten im Programm.  n

70 Kühe und Aufzucht

Anita und Alois Moos bewirtschaften in der Reuss-Ebene bei Hünenberg ZG auf 391 m über Meer in der dritten Generation einen 35-ha-Milchwirtschaftsbetrieb mit Futter- und Ackerbau, davon rund 9 ha Silomais und rund 26 ha Kunst- und Naturwiesen. Im neu gebauten Kaltstall stehen 70 Kühe und Jungvieh (rund 100 GVE). Ziel der beiden ist es, möglichst viel betriebseigenes Futter zu verfüttern. Zur Anwendung kommt eine Rotationszucht mit Holstein, Braunvieh über Montbéliard und Dänisches Rotfleckvieh. Damit soll der Heterosiseffekt voll ausgeschöpft werden. Der Stalldurchschnitt beträgt durchschnittlich 7000 bis 8000 kg Milch.

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n  Impression | Testbericht

Mit einem Radstand von 290 cm und einem Leer­ gewicht von 9,3 t ist der 300 PS starke John Deere «6250R» recht kompakt gebaut. Bilder: M. Abderhalden

Neuer Power-Hirsch Für schwere Arbeiten braucht es kräftige Traktoren. Dass diese aber nicht zwangsläufig auch schwer sein müssen, will John Deere mit seinen zwei neuen Spitzenmodellen der Serie «6R» beweisen. Die «Schweizer Landtechnik» hat das Modell «6250R» unter die Lupe genommen. Martin Abderhalden*

«Leicht, stark und intelligent», so lautet die Devise bei John Deere für die neuen Modelle der Serie «6R», die viel Leistung bei Zapfwellen- und Zugarbeiten bieten. Bei einer Maximalleistung des «6250R» von bis zu 300 PS bei einem Eigengewicht von 9,3 t wird die Messlatte hoch angesetzt. Zudem bringt John Deere den lang ersehnten «CommandPro»-Joystick, der für mehr Bedienkomfort sorgen soll. Die «Intelligenz» wurde noch weiter ausgebaut und hat zum Ziel, dem Fahrer mit entsprechender Technik den täglichen Einsatz zu erleichtern.

IPM und Reihenturbolader Die mächtige und hoch gebaute, aber relativ schlank gebaute, abgerundete Haube ist vorne über 2 m hoch. Die ein* Martin Abderhalden ist Landwirt und testet für die «Schweizer Landtechnik» regelmässig Maschinen.

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teilige Motorhaube öffnet hoch und präsentiert den John-Deere-«Power Tech PSS»-Motor mit 6,8-l-Hubraum, Ladeluftkühlung und Reihenturbolader (einen mit fixer, einen mit variabler Turbinengeometrie). Gegenüber dem Vorgängeraggregat «PVS» versprechen der gekühlte Zylinderkopf und verstärkte Stahlkolben ein günstigeres Leistungsgewicht sowie eine höhere Lebensdauer. Eine elektronisch gesteuerte Hochdruck-CommonRail-Einspritzung arbeitet mit bis zu 2500 bar. Wird bei Transport- oder Zapfwellenarbeiten mehr als die «normale» Motorleistung von 250 PS benötigt, erhöht das Intelligente Power-Management «IPM» die Leistung auf bis zu 300  PS (bei rund 1900 U / min). Das maximale Drehmoment erreicht der Motor bei 1600 U / min. Das Kühlsystem arbeitet mit einem temperaturgesteuerten, elektrischen Lüfter und einer unabhängigen Ladeluftkühlung. Der Dieseltank fasst 470 l mit 25 l AdBlue.

Um die Abgasstufe 4 zu erreichen, wird neu mit einem System aus Dieselpartikelfilter, Oxidations- und SCR-Katalysator gearbeitet.

Stufenlos Der «6250R» ist mit dem stufenlosen, hydro-mechanischen «AutoPower»-Getriebe von ZF ausgestattet. Bei den drei Geschwindigkeiten, 3,5 km/h, 11 km/h und 22,5 km/h, überträgt das Getriebe die volle mechanische Leistung, sonst gleicht es über die hydrostatische Leistung aus, um die optimale Wirkung zu erzielen. Es gibt nur einen Fahrbereich von 0 bis 42 km/h, dafür aber drei Stufen für das Einstellen des Beschleunigungsund Verzögerungsverhaltens. Speziell ist, dass man gleichzeitig mit Gaspedal und Joystick beschleunigen oder verzögern kann. Das ist gerade für jene Fahrer, die mit stufenlosen Getrieben wenig vertraut sind, eine willkommene Möglichkeit.


Testbericht | Impression   n

­obald bei Strassenfahrt die maximale S Fahrgeschwindigkeit erreicht ist, wird die Motordrehzahl auf das niedrigste Niveau gesenkt. So ist es möglich, 40 km / h bei 1300 U / min zu fahren. Neu ist die aktive Stillstandsregelung. Sie wird aktiviert, sobald der Traktor 0 km / h «fährt», kann aber auch manuell aktiviert werden. Eine klassische Handbremse entfällt somit, denn diese bleibt so lange eingeschaltet, bis der Fahrer wieder beschleunigt.

Vorderachse mit variabler Lenkübersetzung Obwohl vieles neu ist, wurden auch bewährte Komponenten wie beispiels­weise der Brückenstahlrahmen beibehalten. 2,90 m Radstand ist für diese Grösse gut. Neu ist die adaptiv reagierende (selbst anpassende) Vorderachse («TLS Plus») mit 100  mm Federweg und vielen technischen Raffinessen gespickt ist. Erstmals stellt sie das Ansprechverhalten der Federung je nach Belastung automatisch selbst ein. Um den Achslastausgleich bei schweren Zugbedingungen zu optimieren, wird zusätzlich die Hubwerksregelung einbezogen. Weiter gibt die Achse die Daten an die semi-aktive Kabinen­ federung weiter. Diese regelt dann die Stossdämpfer entsprechend mit Öl und passt so die Federung an, um den Fahrkomfort nochmals zu verbessern. Weiter kann man beispielsweise für Arbeiten auf dem Acker die variable Lenkübersetzung zuschalten. Jetzt lässt sich das Lenkrad mit weniger Kraftaufwand drehen. Mit zweieinhalb Umdrehungen lenkt man nun von Anschlag zu Anschlag, erst etwas gewöhnungsbedürftig, aber eine wirklich praktische Sache.

Hydraulikleistung und Heckhubkraft Die von John Deere entwickelte, kompakte und hochklappbare Fronthydraulik ist serienmässig im Lieferumfang enthalten. Sie stemmt 5000 kg. Der Heckkraftheber geht mit satten 10,4 t Hubkraft ordentlich zur Sache. Mit einer Hydraulikleistung von 160 l / min, die bei 1500 U / min erreicht wird, und einer maximalen Ölmenge von 80 l passt das für diese PS-Klasse recht gut. Auch mit elektronischen Steuerventilen ist man gut versorgt, maximal sind sechs hinten und drei vorne möglich und natürlich alle «Isobus ready».

Brandneuer Joystick Neu hat John Deere den «CommandPro»Joystick entwickelt. Speziell daran ist,

Maximal gibt es sechs Steuerventile im Heck mit praktischem Lösehebel, maximal drei an der Front.

Der neue «CommandPro»-Joystick verfügt über elf frei programmierbare Tasten und liegt gut in der Hand.

dass der Fahrer ihm elf frei programmierbare Tasten zuweisen kann. Je nach Belieben stellt man sich über den TouchscreenBildschirm die gewünschte Belegung inklusive sämtlicher Einstellungen des elektronischen Joysticks, Motors, der Steuergeräte oder des Heckkrafthebers ein und speichert diese im persönlichen Profil ab. Beim Fahrerwechsel kann dann jeder sein Profil einfach aktivieren und hat alles ist wieder so eingestellt wie er es gewohnt ist. Ebenso ist auch eine Zuweisung für Isobus-Funktionen integriert. Die Bedienung ist recht einfach. Bewegt man den Joystick nach vorne, beschleunigt das Getriebe. Drückt man ganz nach vorne, kann man mit einem Klick die ­abgespeicherte Maximalgeschwindigkeit abrufen, und der Traktor beschleunigt bis diese erreicht ist, ohne dass man den Hebel weiter bedienen muss. Bewegt man diesen retour, so verzögert das Getriebe. Klickt man nach ganz hinten, wird nach der automatischen Verzögerung die aktive Stillstandsregelung aktiviert. John Deere gibt bewusst an, dass mit dem Joystick eine Verzögerung bewirkt wird. Aber es handelt sich um keine eigentliche Bremsfunktion, denn diese übernimmt nach wie vor das Fussbremspedal. Bei schweren Zugarbeiten muss man sich daran gewöhnen, wenn der Motor­ beim Abwärtsfahren die Drehzahl von 2500 U / min erreicht hat, das Getriebe auszukuppeln. So wird ein Überdrehen verhindert. Mit der knackig greifenden, aber gut dosierbaren Fussbremse, ist nachzuhelfen. Drückt man den Joystick nach vorne oder hinten und drückt zu-

sätzlich die Aktivierungstaste, so gelangt man zum Richtungswechsel. Bewegt man den Joystick nach rechts, wird einer der beiden Geschwindigkeitsspeicher abgerufen. Eine Bewegung­ nach links löst den Fahrtrichtungswechsel aus – je nachdem, ob man nach vorne oder hinten wippt. Hält man ihn links und drückt zusätzlich ganz nach vorne oder hinten, kann man so mit dem Rangiermodus feinfühlig Geräte von 2 bis 5 km / h ankuppeln. Den Fahrtrichtungswechsel kann man aber auch über den Hebel links unter dem Steuerrad durchführen.

Grosse, geräuscharme Kabine Vier Stufen braucht es, um den Hirsch zu erklimmen, aber der Aufstieg passt. Der äussere Türgriff ist jedoch für kleinere Personen definitiv zu hoch oben angebracht. Innen ist die Kabine wirklich geräumig und aufgeräumt. Auf dem doppelt klappbaren und bequemen Beifahrersitz,

Der Power-Tech-Motor (PPS) mit 6,8-l-Hub­ raum, Reihenturbolader leistet mit IMP satte 300 PS.

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n  Impression | Testbericht

Steckbrief

John Deere «6250R» Motor: 6-Zylinder, Power Tech PPS, 6,8 l Hubraum mit Reihenturbolader, Abgasstufe 4 Maximalleistung: 300 PS (nach 97 / 68 EC mit IPM) Dieseltank: 410 l, AdBlue: 25 l Zapfwelle: 540 / 540E / 1000 oder 540E / 1000 / 1000E Hydraulik: Ölpumpe 160 l / min, Heckkraft­ heber: 10,4 t, Kat. III Leergewicht: 9300 kg Gesamtgewicht: 15 000 kg Anhängelast: 30 500 kg Bereifung: 600 / 70R30 (v) 710 / 70R42 (h) Masse: Länge: 5190 mm, Breite: 2550 mm, Höhe: 3250 mm, Wenderadius: 6320 mm Preis: CHF 243 900.– (Testmaschine, inkl. MwSt.) (Herstellerangaben)

der auch als Ablage dienen kann, lässt es sich gut mitfahren. Schon beim ersten Start ist aufgefallen, dass der Traktor geräuscharm ist. Auch unter Volllast hört man in der Kabine praktisch nichts von Motor und Getriebe. Als Steuerzentrale des «6250R» funktioniert die «CommandArm»-Bedienkon­ sole. Sie ersetzt die rechte Armlehne komplett. Der Traktor wird bequem und übersichtlich gesteuert. Auch bei langen Arbeitstagen sitzt man wirklich bequem und ermüdungsfrei. Neu ist auch das neue «CommandCenter» mit einem 10-Zoll-Touchscreen-Bildschirm. Der mitt­ ler­weile fast TV-grosse Bildschirm ist gut ablesbar und reagiert auch auf schnelle Eingabebewegungen. Die Menüführung ist recht einfach und sehr vielfältig. Wenn trotzdem mal etwas unklar sein sollte, ist eine Hilfeoption anwählbar, die dem Fahrer Funktion oder Einstellung erläu-

Praktisch: Die Luftfilterpatrone ist links vom Aufstieg montiert.

Die serienmässige, hauseigene Fronthydraulik mit 5000 kg Hubkraft ist kompakt angebaut.

tert. Durch die helle Farbe der Kabinenauskleidung ist es drinnen schön hell. Vor allem das Dach ist jedoch anfällig für Schmutz und schwierig zu reinigen. Im kleinen Kühlschrank finden ein Znüni und eine 1,5-l-Flasche liegend Platz, stehend wäre zwar besser. Etwas spärlich präsentieren sich die Ablagefächer, z.  B. für einen Rapportblock im A4-Format. Überhaupt fehlt es an Ablagemöglichkeiten, obwohl es in der Kabine Platz hätte.

grössere «Geschütze». Der neue Joystick liegt schön in der Hand und bietet viele Möglichkeiten, beispielsweise beim automatisierten Vorgewende-Management. Dank Touchscreen lassen sich alle Daten einfach abrufen, anzeigen und Einstellungen vornehmen. Etwas mühsam sind der hoch angebrachte, äussere Türgriff und die fehlenden Ablagemöglichkeiten. In der grossen und hellen, aber optisch etwas schmutzempfindlichen Kabine hat man richtig viel Platz, und das Sichtfeld nach hinten auf die Dreipunkthydraulik und das Zugmaul ist gut. Nach vorne liegt die hochgezogene, dafür aber schmal ausgeführte Motorhaube im Nahbereich etwas im Sichtfeld, bietet dafür seitlich gute Einblicke.  n

Im Acker und auf der Strasse Für einen mittelgrossen Betrieb ist es nicht so einfach, einen solchen Traktor mit Anbaugeräten an seine Grenze bringen zu können. Im Test wurde der «6250R» mit Unterstützung der Lohnunternehmen Röthlisberger (Niederbüren, SG) und Wälti (Affeltrangen, TG) mit einer Säkombination mit Frontscheibenegge und schwerer Kreiselegge mit Meisse­ l­ zinken sowie mit einer pneumatischen Sämaschine im Acker, und mit einem 24-t-Tiefganganhänger auf der Strasse ausgiebig getestet. Zugleich konnte man Urteile von drei erfahrenen Chauffeuren einbeziehen, die täglich mit Traktoren in diesem Leistungsbereich unterwegs sind.

Kurzbewertung + + + –

Viel gute und praktische Technik Leiser Motor – auch unter Volllast Gutes Durchzugsverhalten Kabinengriff aussen zu hoch angebracht – Staufächer im Innenraum dürften umfangreicher sein – Kabinenauskleidung heikel auf Schmutz

Fazit

Über den 10 Zoll grossen Display lassen sich sämtliche Einstellungen ausführen und Daten ablesen.

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Kurzum: Der John Deere «6250R» hat sich in diesem Praxistest gut geschlagen. Sämtliche Fahrer sind von der ergonomischen Bedienung, der Leistung und dem tiefen Geräuschpegel angetan. Das Getriebe arbeitet effizient und angenehm. Richtig «zu Boden» brachte man diesen 300-PS-Hirsch nicht, dafür bräuchte es

Video zum John Deere «6250R» Weitere Filme zu landtechnisch interessanten Themen auf unserem YoutubeKanal «Schweizer Land­­technik»


Fragen aus der Praxis | Management   n

➋ ➊ Verbindungseinrichtungen nach UNECE-R 55 müssen mit einer Öse für die Befestigung der Anhängerabreissleine ausgerüstet sein. Bilder: Hirschi AG, Biel, Magnus Gwerder, Muotathal, Nadja Vogelsang

➋ Das Lasso-mässige Überstülpen der Abreissleine ist nicht zulässig. ➌ Nachrüstlösung mit Seilschlinge zum individuellen Anbringen an der Traverse, als einfache kostengünstige Nachrüstung im Fachhandel erhältlich.

Der Haken mit der Öse Viele Landwirte schätzen den Transport mit dem Anhänger am Auto oder Jeep, sei es für das Vieh, die Milch oder für andere Sachen. Einen Haken hat die ganze Sache: Das einfache Überstülpen der Abreissleine über den Kugelhals ist nicht gestattet. Urs Rentsch und Dominik Senn Was sagt das Gesetz: Vor dem Wegfahren hat die Fahrerin oder der Fahrer zu prüfen, ob der Anhänger zuverlässig angekuppelt ist, und dass die Bremsen einwandfrei wirken. Wenn sich ein Anhänger unbeabsichtigt vom Zugfahrzeug löst, muss dessen Bremse grundsätzlich selbsttätig wirken. Bei Anhängern bis 1,5 t Gesamtgewicht genügt eine zusätzliche Verbindungseinrichtung, bestehend aus Seil oder Kette, die nicht abreisst, sondern den Anhänger beim «Bruch/Lösen» der Verbindungseinrichtung weiter führt und mit dem Zugfahrzeug verbunden ist. Bei Anhängern mit Auflaufbremse bis 3,5 t Gesamtgewicht ist in der Regel ein Drahtseil angebracht, welches im Falle des Abreissens oder unbeabsichtigten Lösens des Anhängers, wie gefordert, dessen Bremse aktiviert.

Der Fahrzeugführer ist für eine korrekte Verbindung verantwortlich. Die Vorschriften verlangen aus Verkehrssicherheitsgründen beim Mitführen von Anhängern eine zuverlässige Befestigungsmöglichkeit der Abreissleine. Das Überwerfen der Abreissleine wie ein Lasso wird aus technischer Sicht als ungenügend beurteilt.

Fahrzeugführer in der Pflicht Sind Sie Halter eines Fahrzeuges mit Anhängerkupplung, welches vor November 2014 in Verkehr gebracht wurde, müssen Sie aktiv werden und überprüfen, ob eine Befestigungsvorrichtung vorhanden ist. Zwar wird bei der periodischen Fahrzeugprüfung auch die Anhängerkupplung durch den Prüfungsexperten begutachtet. Da eine Anhängerkupplung, welche vor November 2014 gebaut wurde, je-

➍ Es dürfen keine Schweiss- oder Bohrarbeiten an der Traverse sowie der Anhängerkupplung vorgenommen werden. Ansonsten ist es zulässig, selber eine Einrichtung zu montieren. Wichtig ist, dass diese Einrichtung den im Betrieb aufkommenden Belastungen auch standhält und nicht gefährlich über die Karosserie vorsteht.

doch der damaligen Richtlinie 94/20EG entspricht (worin keine speziellen Befestigungsvorrichtungen für die Abreissleine gefordert waren), kann der Prüfungsexperte dies nicht bemängeln, sondern den Fahrzeugführer nur auf das Fehlen der Befestigungsvorrichtung hinweisen. Seit November 2014 ist nun die Richtlinie UNECE-R 55 in Kraft. Anhängerkupplungen welche der neuen Richtlinie entsprechen, sind mit einer Öse versehen, an welcher die Abreissleine befestigt werden kann.

Was ist zu tun? Um die Abreissleine, wie vom Gesetz gefordert, richtig befestigen zu können, ist eine Befestigungsvorrichtung Vorschrift. Als Halter eines Fahrzeuges, welches vor November 2017 in Verkehr gesetzt wurde, ist es also durchaus möglich, dass Sie gar nie gesetzeskonform im Strassenverkehr teilnehmen konnten, da eine Befestigungsmöglichkeit für die Abreissleine fehlte und das lassomässige Überwerfen der Abreissleine die einzige Befestigungsmöglichkeit war! Von den Herstellern von Anhängerkupplungen werden im Fachhandel sehr einfache Nachrüstsätze angeboten, mit welchen man die Anhängerkupplungen nachrüsten kann, um gesetzeskonform am Strassenverkehr teilnehmen zu können.  n 12 2017  Schweizer Landtechnik

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n  Management | Betriebswirtschaft

Der Kauf eines Gebrauchttraktors ist besonders wirtschaftlich, wenn die grosse Wertberichtigung in den ersten Jahren bereits vollzogen worden ist, das Gerät sich in einem guten Zustand befindet und die zu erwartende Auslastung gering sein wird. Bilder: R. Gnädinger

Occasionstraktor? Ja – aber … Wer seine wirtschaftliche Situation als sicher und nachhaltig beurteilt, tauscht oft einen Traktor frühzeitig gegen einen neuen ein. Dabei steht oft nicht die technisch-wirtschaftliche Notwendigkeit im Vordergrund, sondern die Freude an neuer Technik und der Wunsch, etwas von ihrem Nutzen zu haben. Ruedi Gnädinger*

Traktoren verlieren auf dem Markt in den ersten Jahren besonders viel an Wert. Hauptgründe dafür sind die Markteinschätzung und die Risikobeurteilung der Fachbetriebe. Beim Verkauf eines neuen Traktors können Händler und Kunde den Traktor nach Wunsch konfigurieren und den Kaufpreis vereinbaren. Das Risiko für den Verkäufer ist überschaubar, denn allfällige Garantie- und Kulanzleistungen kann er weitgehend dem Importeur oder Hersteller weiterverrechnen. Nimmt er hingegen einen Gebrauchten zurück, ist es schwierig abzuschätzen, wie schnell * Der Autor ist Mitinhaber von Gnädinger Engineering GmbH in Benken SG (Fachbereich Landtechnik).

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und zu welchem Preis er einen Käufer findet. Zudem muss er den Zustand und die Instandsetzungskosten richtig einschätzen, damit beim Wiederverkauf mit den erwarteten Zusicherungen (Garantie) zu einem marktgängigen Preis seine Kosten gedeckt sind und ein angemessener Gewinn verbleibt. Da bei älteren Traktoren der jährliche Wertverlust abnimmt (degressiver Verlauf) und die Wertkorrekturen durch ­ höhere Betriebsstunden eher bescheiden sind, sind «jüngere» Traktoren mit wenigen Betriebsstunden wirtschaftlich besonders interessant. Daher gilt die Regel: «Kaufe einen Gebrauchten, aber keinen Verbrauchten.» Fachbetriebe gehen das grosse Risiko durch einen Handel mit Traktoren in fort-

geschrittenem Alter und ungewissem ­Zustand immer weniger e­ in und verzichten auf das fragwürdige Geschäft.

Bei geringer Auslastung kostengünstiger Die wesentlichen, auf die Wirtschaftlichkeit bezogenen Unterschiede zwischen einem Neukauf oder der Beschaffung eines Gebrauchten sind die Kosten­ elemente Abschreibung, Verzinsung und Aufwand für die Instandhaltung. Abschreibung und Verzinsung gehören zu den Fixkosten (mehr oder weniger unabhängig von der jährlichen Auslastung), während der Aufwand für die I­nstand­ haltung etwa im Verhältnis zum Gebrauch verläuft. Da gebraucht ge­kaufte Trakto-


Betriebswirtschaft | Management   n

ren geringere Fixkosten haben, dafür die Instandhaltung etwas mehr kostet, sind sie bei geringer Auslastung wirtschaftlicher. Mit einer vergleichenden Kalkulation kann der wirtschaftliche Unterschied dargestellt werden. Dazu sind einige Annahmen zu verein­ fachen, die sowieso nicht genau oder abschliessend sein können. Wichtig sind die Einschätzungen bezüglich Wertverlust und Instandhaltungsaufwand während des zugrunde gelegten Zeithorizonts. Sind diese realistisch, hat die ganze Kalkulation einen guten Aussagewert. Das Beispiel eines Vergleichs zweier gut ausgerüsteten Traktoren der Leistungsklasse 70 kW mit einem Kaufpreis von CHF  90 000.– (neu) beziehungsweise CHF  30 000.– (12 Jahre) und einer jähr­ lichen Auslastung von nur 300 Stunden zeigt unten stehende Tabelle. Der Preis des Neu- und Gebrauchttraktors wurde in Anlehnung an den Bericht Maschinenkosten der ART und der Bewertungs­ tabelle des Verbandes freiberuflicher Fahrzeugfachverständigen (VFFS) angenommen. Im Einzelfall sind natürlich die Preise der konkreten Angebote einzusetzen. Die Instandhaltungskosten wurden durch eine Reduktion beziehungsweise einen Zuschlag angepasst.

beim Kauf eines Gebrauchten, der damalige Aufpreis für technisch aufwendigere Ausführungen nur eine geringe Ge­ wichtung bei den Kaufverhandlungen ­haben darf. Hingegen ist es interessant, ­wenn der Gebrauchttraktor mit Zusätzen wie Fronthydraulik, Frontzapfwelle oder Front­ lader ausgerüstet ist, denn diese verursachen mit zunehmendem Alter kaum nennenswert höhere Repa­ ratur­ kosten.

Vorleben des Gebrauchten Obwohl man an einem Gebrauchten einiges kontrollieren kann, ist die Zustandsbeurteilung schwierig und teilweise auch ungenau. Zur Gesamtbeurteilung können daher auch Hinweise über den bisherigen Einsatz und den Fahrzeughalter wertvoll sein. Der letzte Halter ist im Fahrzeugausweis aufgeführt, und eine Befragung ist daher auch bei einem Kauf im Land­ maschinenfachbetrieb möglich. Vorsicht ist besonders angezeigt, wenn ein älterer Traktor nur eine kurze Zeit beim letzten Halter immatrikuliert gewesen ist, denn vielleicht will er ihn verkaufen, weil sich die Notwendigkeit von grösseren Reparaturen abzeichnet.

Wie weit die Angaben über die Betriebsstunden stimmig sein können, kann anhand von Belegen über Kauf und Reparaturen mit Datum und Stundenangaben überprüft werden. Dazu muss aber der Vorbesitzer oder Verkäufer kooperativ sein. Ist er es nicht, will er vielleicht etwas verschweigen.

Fachbetrieb oder Berufskollege? Der Landmaschinenfachbetrieb kann den Zustand und den Marktpreis unbestritten besser beurteilen als ein Landwirt, der ­seinen «Alten» loshaben möchte. Zudem ist bei ihm ein breiteres Angebot zu ­erwarten, denn dank dem guten Netzwerk unter den Fachbetrieben können sie sich untereinander mit vorhandenen Gebrauchttraktoren ergänzen. Zudem muss er zu ­ seiner Klientel Sorge tragen und wird daher bei der Gewährleistung und bei­­ nach­träglich festgestellten Mängeln gross­ zügiger sein als ein privater An­bieter. Bei einer rechtlichen Auseinandersetzung nach dem Kauf wird das Gericht den Fachbetrieb als fachlich kompetent einstufen, um den technischen Zustand des Streitobjektes zu beurteilen. Dadurch wird es ihn eher zu einer Nachbesserung ver­

Tabelle: Neutraktor und Occasion im Vergleich

Besinnung aufs Wesentliche Traktoren werden teilweise mit technischen Raffinessen angeboten, die auf vielen Betrieben keine wesentlichen wirtschaftlichen Vorteile bringen. Dies ist besonders bei geringen jährlichen Betriebsstunden der Fall oder wenn beim vorliegenden Einsatzzweck ein einfacher Traktor genügt. Diese technischen Raffinessen sind grundsätzlich nicht reparaturanfälliger als die Bauteile einer einfacheren Ausführung. Das Risiko, dass sie höhere Reparaturkosten verursachen, ist aber trotzdem vorhanden, denn oft können und dürfen gerade teure High-techKomponenten nicht mehr vom örtlichen Fachbetrieb repariert werden. Oft bleibt nur noch der Austausch mit einem werksrevidierten Aggregat. Zwar hat man dann wieder ein neuwertiges Teil, aber die Kosten sind für einen Traktor, der seine technisch-wirtschaftliche Nutzungsdauer bald einmal erreicht haben wird, nicht mehr angemessen. Er muss ausser Betrieb gesetzt werden, obwohl der Rest durchaus noch einsatzfähig wäre, und der erhoffte Kostenvorteil des Gebrauchttraktors wird dadurch erheblich vermindert. Dies führt zur Schlussfolgerung, dass

Kostenelemente und Annahmen

Variante Neutraktor CHF 90 000.–

Variante Occasion CHF 30 000.–

Jährliche Fixkosten Abschreibung Wertverlust von 60 % in den ersten 10 Jahren (CHF 54 000.–  / 10) CHF 30 000.– / 10 (Restnutzungsdauer) Zins 2,5% und 60% durchschnittlich gebundenes Kapital CHF 54 000.– zu 2,5 % CHF 18 000.– zu 2,5 %

CHF 5400.–

CHF 1350.–

CHF 3000.–

CHF 450.–

Gebäudekosten 70 m3 zu CHF 13.– / Jahr 70 m3 zu CHF 13.– / Jahr

CHF 910.–

Gebühren und Versicherungen nach ART CHF 480.– Gebühren + 0,2 % vom Neuwert

CHF 660.–

Total Fixkosten / Jahr

CHF 8320.­–

CHF 5020.­–

Jährliche Auslastung

300 Stunden

300 Stunden

Total Fixkostenanteil je Betriebsstunde

CHF 27.70

CHF 16.70

CHF 910.–

CHF 660.–

Variable Kosten Reparaturen und Wartung 75 % des ART-Normwertes 125 % des ART-Normwertes

CHF 3.70

CHF 6.20

Treibstoff 40 % Motorbelastung

CHF 12.90

CHF 12.90

Total variable Kosten

CHF 16.60

CHF 19.30

Selbstkosten (Fixkostenanteil + variable Kosten)

CHF 44.30

CHF 36.–

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n  Management | Betriebswirtschaft

urteilen als einen Landwirt als Privat­an­ bieter mit geringer fachlicher Kompetenz. Wenn vom Fachbetrieb kein zufriedenstellendes Angebot vorliegt, ist der Landwirt geneigt, durch einen Direktverkauf einen besseren Erlös zu erzielen. Dies birgt aber für beide Parteien ein höheres Risiko. Doch auch der private ­ Anbieter muss zu seinen Zusicherungen stehen und darf ihm bekannte Mängel nicht absichtlich verschweigen. Eine besonders sorgfältige Prüfung des Kauf­ objektes ist bei einem Kauf von privat ­jedenfalls angezeigt.

Vertrauen ist gut, Kontrolle aber auch Um es vorwegzunehmen: Eine Prüfung eines Gebrauchten kann nicht den Umfang einer technischen Inspektion haben, denn dazu fehlen die nötigen Gerät­ schaften, die Fachkenntnisse und die Zeit. Trotzdem ist es ratsam, das Mach- und Zumutbare zu kontrollieren, denn unser Rechtsystem schützt den Schwachen (fehlendes Fachwissen), jedoch nicht den Faulen und Unbesonnenen. Es ist daher ratsam, vor der Besichtigung aufzuschreiben, was zu prüfen ist. Folgende Sichtkontrollen sind für den Durchschnittslandwirt etwa ange­messen: • Fahrzeugausweis (Vorbesitzer, Fahrzeugidentifikation, erste Zulassung, letzte amtliche Kontrolle) • brauchbare Betriebsanleitung • Öl- oder Wasserspuren, die auf Leckagen hindeuten • sichtbarer Rost, der bei der perio­di­­schen Fahrzeugkontrolle zu Bean­standungen führen kann • Fahrzeugbeleuchtung und Markierung wie blinde Scheinwerfer und brüchige Kunststoffteile bei Blinkern und anderen Leuchten

Ein Gebrauchttraktor mit Frontlader oder Fronthydraulik kann attraktiv sein, wenn diese Zusätze auf dem Betrieb auch nötig sind. Diese Zusätze verursachen auch nach fortgeschrittenem Gebrauch nur unwesentlich höhere Instandhaltungskosten.

• unbeschädigte Reifen und Felgen • bruch- und kratzfreie Frontscheibe • beschädigte Leitungen und Schläuche • ausgeschlagene Verschleissteile bei der Zugvorrichtung oder beim Dreipunktgestänge Auf eine Probefahrt ist in jedem Fall zu be­harren und folgende Punkte zu beu­r­teilen: • Anspringverhalten und Motoren­geräusch • Abgastrübung und Abgasfarbe kurz nach dem Anlassen und bei warmem Motor unter Belastung • Überdruck und Ölnebelbildung bei der Kurbelgehäuseentlüftung • Kupplung rutscht nicht durch (im Stand mit grossem Gang, angezogener Handbremse und ausgiebig Gas herzhaft einkuppeln) • Hand- und Fussbremsen funktionieren mit normalem Kraftaufwand bei Steigung und Gefälle und wirken ausgeglichen auf die Räder • Spiel bei Lenkmanövern im Stand

Reparaturen an der Lenkung oder Vorderachsaufhängung sind teuer, und ein Augenmerk bei der Beurteilung ist daher angezeigt. Die amtliche Kontrolle gibt eine gute Gewähr, dass diese Bauteile in Ordnung sind.

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• Licht und Leuchten Nach der Probefahrt ist der Käufer noch über Eigenschaften zu befragen, die durch den Käufer bei einer üblichen Prüfung des Kaufobjektes nicht feststellbar sind. Hier muss der Verkäufer wahrheitsgetreu antworten und darf Mängel, sofern sie ihm bekannt sind, nicht verschweigen. Der Verkäufer sollte auf Folgendes angesprochen werden: • Kühlwasserverlust und erhöhter Ölverbrauch • Unfälle •  ihm bekannte Mängel

Gewährleistung und Garantie Eine Garantie kann bei einem Gebrauchttraktor nie umfassend sein, sondern beschränkt sich grundsätzlich auf Repara­ turen, die nach einer gehörigen Kontrolle des gebrauchten Traktors durch eine Fachperson vor dem Verkauf nicht zu erwarten sind. Ob eine später benötige ­Reparatur in diese Kategorie gehört, ist auch Ermessenssache und müsste im Streitfall von einem Gericht entschieden werden. Um eine bessere Rechtssicherheit zu schaffen, beschränken kommer­ zielle Anbieter die Garantie sowohl im Umfang als auch in der Geltungsdauer (Zeit oder Betriebsstunden). Zusätzlich ist ­eine angemessene Kostenbeteiligung des Käufers möglich, wenn durch die Reparatur für ihn ein nachweisbarer Mehrwert entsteht. Garantieklauseln sind daher genau auf ihre Auswirkungen zu prüfen, auch solche die jegliche Garantie ausschliessen. Wenn jegliche Garantie ausgeschlossen wird, sollte das Gerät ehrlicherweise auch als unkontrolliert und defekt verkauft werden. n


Landtechnikbegriffe erklärt | Wissen   n

Fakten zu AdBlue

AdBlue wird in einem Extratank im Fahrzeug mitgeführt. Immer häufiger gibt es die Harnstofflösung auch an Tankstellen (kleines Bild). Bilder: Fendt/röt

AdBlue – der Stickoxid-«Reiniger» Zusammen mit dem Aufkommen der SCR-Abgastechnik erblickte auch AdBlue das Licht der Welt. Die Harnstofflösung sorgt im Dieselmotor für die «Reinigung» der Stickoxidemissionen. Heinz Röthlisberger

• AdBlue ist eine wässrige Harnstoff­lösung, die zu 32,5 % aus Harnstoff und zu 67,5 % aus destilliertem Wasser besteht. Die Lösung ist ungiftig, farblos und riecht leicht nach Ammoniak. • AdBlue ist eine eingetragene Marke des VDA (Verband der deutschen Automobilindustrie) und wird in Lizenz verschiedenen Herstellern zur Ver­fügung gestellt. • Der zusätzliche AdBlue-Tank hat (in der Regel) einen blauen Verschluss­deckel. Keinesfalls dürfen andere Flüssigkeiten in diesen Tank gelangen. • Wenn ein Fahrzeug mit einem SCR-System, aber ohne AdBlue betrieben wird, besteht das Risiko, dass die aufwendige SCR-Ausrüstung zu ­Schaden kommt und die Emissionen nicht den gesetzlichen Vorschriften entsprechen.

Rund 7% Verbrauch Der Verbrauch von AdBlue wird von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich angegeben. Bosch gibt 5 % der Menge des eingesetzten Dieselkraftstoffs an, 7% wird in der Landwirtschaft bei Traktoren angenommen. Wer also 1000 l Diesel verbraucht, benötigt demnach theoretisch rund 70 l AdBlue. Je nach Fahrweise ist das aber verschieden. Die Nachfrage nach AdBlue ist jedenfalls weltweit stark gestiegen. In der Mineralölbranche ist die Rede von zweistelligen Zuwachsraten pro Jahr.

Grosslieferungen im Gebinde «Abgasnormen», «Stickoxide» (NOx), «Selektive katalytische Reduktion» (SCR) und «Dieselmotor». All das hat dazu beigetragen, dass der Betriebsstoff AdBlue aus der heutigen Motorentechnik kaum mehr wegzudenken ist. Angefangen hat alles vor rund 15 Jahren mit den immer strenger werdenden Abgasvorschriften. Der Anteil schädlicher Abgasbestand­ teile – darunter auch Stickoxide (NOx) – musste Schritt für Schritt gesenkt werden. Eine Möglichkeit, die Stickoxide «in den Griff zu bekommen», war die SCR-Abgasreinigung mittels Einspritzen der Harn­ stoff­lösung AdBlue. Im SCR-Katalysator muss AdBlue vor allem eines: die Stickoxide im Abgas beseitigen. Und das geht so: AdBlue wird­ in den Abgasstrang des Motors, also direkt ins Abgassystem des Motors, eingespritzt. Das führt zu einer selektiven katalytischen Reduktion (SCR), die ver­schie­dene Stickoxide des Abgases in Wasser und harmlosen Stickstoff umwandelt.

Zuerst im Lkw-Bereich Seit 2004 wird die SCR-Abgasreinigung und damit AdBlue serienmässig in LkwMotoren ab Abgasnorm «Euro 4» verwendet. Auch die Landmaschinenhersteller wurden bekanntlich von den strengen Abgasnormen nicht verschont. Ein einschneidender Schritt war das Inkraft­ treten der Abgasnorm der Stufe 3B auf das Jahr 2011. Den weltweit ersten Traktor mit einem SCR-Katalysator und mit einem AdBlueZusatztank mit dem optisch gut sichtbaren blauen Verschlussdeckel präsentierte Massey Ferguson im Spätsommer 2008, also bereits gut zwei Jahre vor Einführung der Stufe 3B beim 370-PS-Grosstraktor «MF 8690» mit 272 kW / 370 PS. Die SCRAbgastechnik setzte sich in der Folge auch bei den Landmaschinen durch. Und es wird wohl in Zukunft so bleiben. Viele Traktorenhersteller haben ihre Lösungen für die kommende Abgasstufe 5 bereits vorgestellt und setzen auch weiterhin auf SCR mit dem «Einspritzen» von AdBlue.

Wer nicht jedem einzelnen Liter AdBlue nachrennen will, für den kann sich die «Nach-Hause-Lieferung» von grösseren Mengen entweder im 1000-l-Container oder in 210-l-Fässern mit eigenem Pumpsystem lohnen. Die Preise bewegen sich zwischen rund CHF 45.–  / 100 l (im Container) ­und CHF 75.– / 100 l im 210-l-Fass. Gefragt sind diese Behältergrössen vor allem bei Bauern und Lohnunternehmern. Vermehrt ist das AdBlue-Tanken an der Tankstelle ab Zapfsäule möglich. An der AdBlue-Zapfsäule kostet der Liter um die 53 Rp.  n

«Landtechnikbegriffe erklärt» Was ist ein «ABS», wie funktioniert eine «CommonRail»-Einspritzanlage, und warum erkennt ein «NIR-Sensor» pflanzengrün? Solche und ähnliche Fragen beantwortet die «Schweizer Landtechnik» in der Serie «Landtechnikbegriffe erklärt».

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n  Plattform | Ausstellung

Riesige Hallen mit einer Fülle von landtechnischen Informationen und Ausstellungsobjekten. Die Agritechnica hatte auch 2017 wieder viel, fast zu viel zu bieten. Bild: DLG

Digitalisierung als Innovationstreiber 2800 Aussteller auf 40 Hektar Fläche und 450 000 Besucher: So lauten die Eckdaten der Agritechnica 2017, die ihre führende Rolle als weltweiter Branchentreffpunkt der Landtechnik weiter ausgebaut hat. Roman Engeler, Ruedi Hunger und Ruedi Burkhalter

Die an der Agritechnica in Hannover ge­ zeigten Innovationen sollen der Landwirt­ schaft beste Voraussetzungen für eine nachhaltige Intensivierung der Produktion bieten. Die fortschreitende Digitalisierung wird dabei von vielen als der Innovations­ treiber angesehen. Gerade im Pflanzenbau ortet man grosse Potenziale, durch Elek­ tronik und Automatisierung die Effizienz weiter zu verbessern, ohne jedoch die Schonung von Ressourcen zu vernachlässi­ gen. Die Industrie ist nach drei lähmenden Jahren mit einem kräftigen Rückenwind nach Hannover gekommen. Besonders starke Impulse liefern momentan vor allem die Agrarschwergewichte Russland und 46

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Ukraine, die seit Herbst 2016 für anhaltend hohe Bestellungen sorgen.

Besucherniveau gehalten Mit 450 000 Besuchern hat die Agritech­ nica den bisherigen Höchststand von 2015 wieder erreicht. Dies unterstreicht das grosse Interesse der Landwirte an modernster Technik und richtungswei­ senden Zukunftskonzepten. Mehr als 100 000 Besucher reisten aus dem Aus­ land an. Gemäss Besucherregistrierung kamen sie aus 138 Ländern, die meisten von ihnen aus den Niederlanden, gefolgt von Dänemark, der Schweiz, Österreich und Italien.

Smart-Farming fast omnipräsent Elektronik und Sensorik bestimmen heute überwiegend die Innovationen von ­Maschinen und Systemen – vor allem im Pflanzenschutz. Die präsentierten Tech­ nologien und Trends zu Prognosemo­ dellen, zur mechanischen und chemi­ schen Pflanzenschutztechnik, zur GPS-­ Steuerung wie auch die Drohnen- und Robotertechnologie zeigten dies ein­drück­­lich. Auf den folgenden Seiten sind einige Highlights im Telegrammstil erwähnt, denen das Team der Schweizer Landtech­ nik auf dem Streifzug durch die Messe bege­gnete.


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n  Neues Design Massey Ferguson präsentierte die neue «S-Serie» aus dem Traktorenwerk in Beau­vais in Frankreich. Auffällig ist das neue Design auf der Kühlerhaube und das optionale «FieldStar5»-TouchscreenTerminal. Darüber hinaus gibt es eine Reihe neuer Standardfunktionen, die den Komfort und die Sicherheit – kurzweg die Effizienz – steigern.

n  Claas mit Radlader Claas erweitert das Produktprogramm mit Radladern. Gemeinsam mit dem neuen Kooperationspartner Liebherr wurden die neuen Maschinen auf dem Messestand enthüllt. Die «Torion»-Bau­ reihe umfasst drei Grössenklassen mit Einsatzgewichten von 5,2 bis 19,5 t so­wie mit maximalen Motorleistungen von 63 bis 228 PS.

n  «CrossCutter Disc»

reicht. Zusätzlich verbessert die «Cross­ Cutter Disc» die Einarbeitung von Zwischenfrüchten.

n  Elektrische Antriebssysteme

ZF hat eine breite Palette von elektrischen Antriebssystemen entwickelt. Im Traktor verbaute Hoch- oder Niedervolt-Genera­ torsystemen wandeln die vom Verbren­ nungsmotor bereitgestellte mechanische Leistung in elektrische Energie um, die beispielsweise für den elektrischen Einzel­ antrieb eines Pflugrads verwendet wer­ den kann, um damit ein bessere Traktion zu erreichen.

n  Smartes Sitzen Nun wird auch das Sitzen auf dem Traktor smart. Grammer präsentierte eine App, mit der die individuelle Schwingungs­ belastung des Fahrers ermittelt werden kann. Ein ins Sitzpolster integriertes Sensor­system misst die Schwingungsbe­ lastung während der Fahrt und übermit­ telt diese via Bluetooth kontinuierlich an eine auf dem Smartphone installierte App. Die individuellen Schwingungsbe­ lastungen können damit verfolgt und dokumentiert werden. Sobald die durch die Richtlinie 2002/44/EG definierten Grenzwerte erreicht oder überschritten werden, wird dies dem Fahrer angezeigt.

Die neue «CrossCutter Disc» von Väderstad für die Scheibeneggen vom Typ «Carrier» mit einem Durchmesser von 450 mm soll besonders nach der Raps­ ernte gute Ergebnisse bringen. Durch die wellige Scheibenform werden eine ganz­ flächige Schneidwirkung und ein inten­ sives Mischen in geringer Arbeitstiefe er­

tung des «MLA-T» entspricht dem Kon­ zept von Manitou mit dem «JSM»-Joystick an der Armstütze. Der enge Wendekreis, der «intelligente Hydraulik»-Satz und die Schwingungsdämpfung «Active CRC» sollen weitere Vorteile sein, die dieses Fahrzeug auszeichnen.

n  Konzeptstudie von Weidemann Weidemann zeigte als Konzeptstudie den «IMP», den intelligenten, multifunktiona­ len Partner, wie es beim Unternehmen heisst. Dieses Elektrofahrzeug ist in der Lage, ferngesteuert, autonom oder im Folgemodus einer Person folgend gewis­ se Arbeiten, zum Beispiel Futter nach­ schieben oder Waren transportieren, auszuführen.

n  «VAN-Control 2.0» anerkannt Zunhammer hat für seinen NIR-Sensor zur kontinuierlichen Nährstoffanalyse von Rinder- und Schweinegülle die DLG-Aner­ kennung erlangt. Die Gülle kann damit beim Befüllen, beim Ausbringen oder beim Rühren untersucht werden. Aufge­ zeichnet werden dabei nicht nur Stick­ stoff, sondern auch Kali, Phosphat und die Trockensubstanz. Die obligatorische Isobus-Steuerung kann auch bei älteren Zugfahrzeugen nachgerüstet werden.

n  Einführung des «MLA-T» Manitou zeigte mit dem «MLA-T» ein neues Ladersegment, das besonders für die Anforderungen bei der Tierfütterung, der Reinigung von Ställen oder beim Handling von Ballen gedacht ist. Der Zu­ gang zur Kabine wird durch zwei Türen links und rechts ermöglicht. Die Ausstat­ 12 2017  Schweizer Landtechnik

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n  Plattform | Ausstellung

Durch gezielte nährstoffgesteuerte Aus­ bringung von Wirtschaftsdünger können Düngekosten gesenkt und die Effizienz gesteigert werden, heisst es bei Zunham­ mer.

n  «Big-5» komplettiert Grimme hat es für die Agritechnica ange­ kündigt, im Vorfeld aber bereits punktuell den Schleier gelüftet. Zu diesen «Big-5», die in der Hackfruchternte neue Mass­ stäbe setzen sollen, zählen der vier­ reihige, selbstfahrende Kartoffelvollernter «Ventor», der zweireihige, gezogene Kartoffelroder «EVO 290» mit boden­ schonendem Dreiradfahrwerk und – opti­ onal- erstmaliger Integration des Trenn­ geräts «AirSep», das neue Endkunden­ portal «myGrimme» mit digitalisierter Maschinenakte und die Einlagerungs- und Sortierungstechnik «PowerCombi» mit einer Verarbeitungsleistung von 100 t je Stunde.

n  Warten auf grosse Aufgaben Annaburger präsentierte den TridemMuldenkipper «EcoLiner» mit komplett hydraulischem gefedertem Fahrwerk. Die Mulde hat ein Fassungsvermögen von 34 m3 und kann auf 53 m3 vergrössert werden. Ein weiterer Gigant ist der «Eco­ Tanker LS 38.28», ein neu entwickeltes Fahrzeugkonzept für den Transport von 30 m3 Gülle. Zur Reststoffaufbereitung in Biogasanlagen gibt es einen mobilen Universalhäcksler. Bestehend aus einem modifizierten Universalstreuer und einem von Rasspe konstruierten Häckselaggre­ gat, kann mit dem «RS CutMaster» langfasriger Pferde- und Rindermist auf­ bereitet werden.

lastschaltgetriebe ausgestattet. Sie er­ gänzen jene Modelle, die mit höheren Spezifikationen unter dem Namen «Puma Multicontroller» (Volllastschaltgetriebe) oder «Puma CVX» (stufenloses Getriebe) angeboten werden. Viele der Neuerun­ gen sind in der Kabine zu finden: ein­ faches Digitaldisplay mit unkomplizierter Benutzeroberfläche, Sitze in Basisaus­ führung, kein Heckscheibenwischer. Die Hecksteuergeräte sind in der Standard­ ausstattung nicht konfigurierbar, und die Heckkotflügel über den Hinterrädern sind schmal gehalten.

n  Zuverlässigkeit und n  Moderne Power

n  Neue Grösse bei Kramer Als besonderes Highlight präsentierte Kramer den allradgelenkten Radladers «KL60.8», mit dem das Produktportfolio im Radladerbereich eine neue Stufe er­ reicht: Schaufelkipplast von 5600 kg und Stapelnutzlast von 3900 kg. Angetrieben wird das neue Flaggschiff von einem 100 kW starken Deutz-«TCD 3.6»-Motor, optional gibt es den leistungsfähigeren Deutz «TCD 4.1» mit 115  kW. Weiter kommt der neue hydrostatische Weit­ winkel-Fahrantrieb «EcospeedPro» zum Einsatz. Das stufenlose hydrostatische Schnellganggetriebe mit 45° Schwenk­ winkel des Hydromotors wurde von Kra­ mer mit- und weiterentwickelt.

Der italienische Motorenhersteller Kohler zeigte Dieselmotoren der neusten Gene­ ration. Die «KDI»-Modellreihe hat erwei­ terte Funktionen mit Commonrail-Ein­ spritzsystem, 4-Ventil-Kopf, Turbolader, elektronisches EGR, Ölkontrollsystem und Diesel-Sauerstoff-Katalysator. Der KohlerDiesel benötigt keinen Dieselpartikelfilter. Die Motoren zeichnen sich aus durch grosse Laufruhe und tiefen Lärmpegel. Sie sind zuverlässig und langlebig und geeignet für anspruchsvolle Anwendung. Dank intensiver Forschungsarbeit wird Kohler Engines auch gerüstet sein für die Emissionsstufe 5.

n  Wirtschaftliche Futterernte

n  Case IH mit «Puma X» Die Traktormodelle Case IH «Puma X» in der Nennleistungsklasse von 140 bis 165 PS werden wie die anderen «Puma»Modelle in St. Valentin, Österreich, ge­ baut und sind mit einem 6-stufigen Teil­ 48

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Kraftstoff­effizienz Landwirte wollen im Voraus wissen, wel­ che Kosten mit dem Kauf und dem Be­ trieb eines Traktors verbunden sind. Mit der innovativen «JDLink»-Fernwartungs­ technologie können sich John-DeereKunden ihre Betriebsdaten, beispielsweise den Kraftstoffverbrauch, darstellen las­ sen. Mit dem revolutionären Diesel- und Einsatzgarantieprogramm ist John Deere Vorreiter in diesem Bereich. Beide Pro­ gramme sind wichtige Bestandteile der neuen Unternehmenskampagne «Mehr leisten. Garantiert.»

Neben den Agritechnica-Medaillen stan­ den bei Pöttinger der neue Seitenschwa­ der «Top 652» mit 6,40 m Arbeitsbreite und die neueste Generation der Mäh­ kombinationen «Novacat A10 Collector» für die Schwadzusammenführung im Zentrum. Die beiden Maschinen sind für Pöttinger Beispiele für eine Futterernte, die auf Wirtschaftlichkeit, Einsatzsicher­


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n  «Stage V ready»

heit und hoher Lebensdauer der Maschi­ nen basiert.

n  «Smart4Grass» Fritzmeier und Isaria stellten das Gemein­ schaftsprojekt «Smart4Grass» für eine teilflächenspezifische Grünlandpflege vor. Das System besteht beim Feldeinsatz aus einem Pflanzensensor, einem Grünland­ striegel mit Walze und einer Säeinheit für die Saat. Während der Grünlandnachsaat regelt der Pflanzensensor die Saatgutdo­ sierung entsprechend der Pflanzendichte und sät nur dort nach, wo es Lücken hat und entsprechend Saatgut benötigt wird.

Aktuell verbauen 80 Hersteller von land­ wirtschaftlichen Fahrzeugen Motoren von MTU. Die Motoren der Baureihen 1000 bis 1500 werden gemeinsam von MTU und Daimler weiterentwickelt und sind ab Juni 2018 auf dem Markt verfüg­ bar. Sie werden vom Hersteller mit einer «One-Box-SCR»-Lösung angeboten. Die­ ses System ist kompakt und robust. Be­ dienung, Verbauung und Reinigung sind laut MTU einfach und entsprechen damit den Bedürfnissen der Fahrzeughersteller. MTU bietet für die Agrarindustrie Mo­ toren in einem Leistungsbereich von 75 bis 480 kW an.

n  Wieder mit Landwirtschaftsreifen

n  Trelleborg mit «PneuTrac» Trelleborg will die mit der Übernahme von Mitas dazugewonnene Technologie des «PneuTrac» auf den Markt bringen. Diese Lösung verbindet die Vorzüge von Radial­ reifen mit jenen einer Raupe und soll ge­ mäss Trelleborg an steilen Hängen und auf schlammigem Boden unschlagbar sein. Einfliessen in den «PneuTrac» soll jenes Design, das Trelleborg unter dem Namen «Progressive-Traction» bereits im Markt platziert hat. Wann und in welcher Grösse der «PneuTrac» demnächst auf den Markt kommen soll, wollte oder konnte man bei Trelleborg aber nicht sagen.

Continental zeigte wieder eine Palette von Landwirtschaftsreifen und will dieses Segment Schritt für Schritt ausbauen. Seit 2004 produzierte Mitas die Landwirt­ schaftsreifen von Continental in Lizenz, 2015 sind sie dann ganz ins Sortiment von Mitas eingeflossen. Innovations- und Wachstumstreiber sind für Continental aber auch die fortschreitende Digitali­ sierung und die Automatisierung. Ent­ sprechend aktiv ist das Unternehmen in Sachen Fahrerunterstützung und Assis­ tenzsysteme (autonomes Fahren).

kleineren Traktorbaureihen «Utilix» und «Hortus», die der südkoreanische Herstel­ ler Tym künftig baut und zuliefert.

n  «Stage V certified» Deutz präsentierte die Agri-Variante der Motorenbaureihe «TCD 6.1» mit Abgas­ stufe-5-Zertifikat. Deutz löst mit dieser Zertifizierung sein Versprechen zur kom­ menden Emissionsstufe ein. Der wasser­ gekühlte 6-Zylinder-Reihenmotor mit Turboaufladung, Ladeluftkühlung und gekühlter externer Abgasrückführung leistet bei einer Drehzahl von 2100 U/min 106 bis 174 kW. Er erfüllt mit selektiver katalytischer Reduktion und Partikelfilter die Anforderungen der EU-Stufe 5.

n  Komplettkabinen und Verkleidungsteile Als Premiere präsentierten die im Cluster «SmatCab» beteiligten Firmen eine Multi­ funktionskabine für Selbstfahrer, Ernte­ maschinen und Feldspritzen. Die Firmen verfolgen das Ziel, mit zukunftsträchtigen Innovationen die künftigen Anforderun­ gen und Erwartungen des Marktes abzu­ decken. «SmartCab» ist ein Baukastensystem, dessen (Kabinen-)Module sich völlig flexibel kombinieren lassen. Grundlegende Themen wie Sicherheit

n  Drei Neue aus Tschechien Zetor präsentierte den von Pininfarina (italienisches Designstudio) völlig neu ge­ stalteten «Major HS 80». Sein 2,9-l-Vier­ zylinder leistet 75 PS. Das vollsynchroni­ sierte Schaltgetriebe bietet vier Gänge in drei Gruppen und mit je zwei Lastschalt­ stufen sowie hydraulischer Wendeschal­ tung. Zudem neu bei Zetor: die beiden 12 2017  Schweizer Landtechnik

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n  Plattform | Ausstellung

oder Fahrkomfort sind fest verankerte Aspekte der Produktentwicklung.

n  Expansion nach Europa Die Mahindra-Gruppe ist eine 19 Mrd. US-$ starke Föderation von verschiede­ nen Unternehmen. Sie hat in Indien eine führende Position unter anderem bei Traktoren, Nutzfahrzeugen und Informa­ tionstechnologie. Mahindra präsentierte Komplettlösungen für die Mechanisie­ rung landwirtschaftlicher Betriebe. Ins­ besondere rückte Mahindra das Trakto­ renprogramm mit Fahrzeugen von 11 bis 88 kW (15/120 PS) in den Mittelpunkt. Zudem waren die Partner Mitsubishi Ag­ ricultural Machinery mit Reiserntemaschi­ nen, Sampo Rosenlew mit dem Mäh­ drescherprogramm und der türkische Hersteller Hisarlar mit Bodenbearbei­ tungsgeräten mit vertreten.

n  Flotationsreifen mit VF-Technologie Sowohl Flotationsreifen wie auch die «VF»-Technologie sind gleichermassen revolutionäre Innovationen bei Reifen. ATG präsentierte den ersten Flotationsrei­ fen mit «Very High Flexion»-Technologie. Dieser Reifen kann mit einem 30 % nied­ rigeren Reifendruck wie ein herkömm­ licher Flotationsreifen eingesetzt werden. Pünktlich zur Markteinführung der Alli­ ance-«389 VF»-Baureihe werden in den nächsten Monaten unterschiedliche Rei­ fengrössen verfügbar sein.

n  New Holland lanciert Anbaugeräte Im Zuge des Zukaufs der Bodenbearbei­ tungs- und Grünlandtechniksparte von Kongskilde lanciert New Holland nun Anbaugeräte in den eigenen Markenfar­ ben. Wie an der Agritechnica betont wurde, sollen diese Geräte dem Handel 50

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ab Frühjahr 2018 zur Verfügung stehen, wie das abgebildete Exponat eines Front­ mähwerks illustrieren soll.

dem «Büffel», einem Rotorladesystem mit Zwischenbunker, beheben und kombi­ niert bekannte Komponenten von Lade­ wagen (Pick-up, Schneidrotor), Ballen­ presse (Zwischenbunker) und Häcksler (Überladevorrichtung) auf innovative Weise neu. Das Halmgut wird aufgenom­ men, geschnitten, im Zwischenbunker gespeichert und dann auf ein eigenstän­ diges Transportgespann überladen.

n  «e.o» bei Siloking n  «Smart Ploughing» Die «Section Control»-Pflugsteuerung ermöglicht das präzise, automatische Ausheben und Einsetzen jedes einzelnen Pflugkörpers an exakt der gleichen Stelle am Vorgewende. Durch die so erzielte absolut gerade Linie zwischen dem Vor­ gewende und der gepflügten Fläche wird die Qualität und Gleichmässigkeit der Pflugarbeit in diesem Bereich entschei­ dend verbessert. Ebenfalls gelöst ist mit «Smart Ploughing» auch das jedem Landwirt bekannte Problem, dass beim abschliessenden Querpflügen des Vorge­ wendes ein Teil der bereits gepflügten Fläche erneut gewendet wird und damit eingearbeitete Ernterückstände wieder an die Oberfläche kommen.

In Anlehnung an «Farming 4.0» heisst es bei Siloking «e.o» für die elektrisch ange­ triebene Selbstfahrerlinie der Futter­ mischwagen vom Typ «eTruck». Mittler­ weile hat das Unternehmen bereits 25 Stück davon verkauft und erweitert jetzt die bestehende Baureihe (8 und 10 m3) um ein drittes Modell mit 14 m3 Inhalt. Um das Mischgut in grösseren Behältern besser zu schützen, hat Siloking für gewisse Futtermischwagen eine flexi­ bel nutzbare Abdeckung konstruiert.

n  Rauch geht in die Luft

n  Überladevorrichtung für Halmgut Obwohl sie in Sachen Leistungs- und Dieselbedarf einem Häcksler im Grün­ landeinsatz eigentlich überlegen sind, haben Ladewagen einen entscheidenden Nachteil: Während der Transportzeiten sind sie in Bezug auf die Schneidarbeit unproduktiv. Fliegl will dieses Manko mit

Rauch stellte die weltweit erste flugfähige Düngerstreuer-Drohne vor. Als Basis ver­ wenden die Rauch-Entwickler den Multi­ kopter «Agronator» mit acht Rotoren, 4 m Durchmesser und 80 kg Gesamtge­ wicht. Die Streugut-Nutzlast beträgt laut Rauch immerhin 30 kg. Rauch hat die Drohne nach eigenen Angaben erfolg­ reich beim Streuen von Schneckenkorn, Feinsämereien und von mineralischen Düngern in der Qualitätsdüngung getes­ tet. Als Streutechnik wird ein speziell entwickeltes, elektrisch angetriebenes Einscheibenstreuwerk mit einem 50 l fas­ senden Streugutbehälter verwendet.


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n  Neue Modelle Deutz-Fahr erweitert die Serie «6» mit drei neuen Modellen im Leistungsbereich von 126 bis 143 PS, die wahlweise mit stufenlosem oder schaltbarem 5-GangGetriebe ausgestattet werden können. Angetrieben werden die Traktoren von Deutz-Motoren mit vier Zylindern. Die Aggregate erfüllen die Abgasnorm der Stufe 4 mit DOC und SCR, bei den beiden leistungsstärkeren Modellen zusätzlich mit DPF. Neu wird die von der DLG mit der Silbermedaille ausgezeichnete hydrauli­ sche Motorbremse verbaut, die per Fuss­ schalter aktiviert wird und bei Transport­ fahrten zusätzliche Bremskraft verleiht.

oder Landtechnikgeräten – ein digitales Werkzeug für das Management des ge­ samten Betriebs zu entwickeln. Zu den über 30 europäischen Partnern gehören neu auch Topcon und Yara, zudem be­ steht eine strategische Zusammenarbeit mit der Proagrica-Gruppe. Mit dem Bau­ stein «Crop View» von Claas können die Landwirte ab Frühjahr 2018 Satelliten­ bilder einfach nutzen. an einen legalen Einsatz solcher Fahrzeu­ ge denken kann. Ein Highlight war auch das selbst entwickelte Tractor-ImplementManagement-System (TIM). Damit erle­ digt die Ballenpresse nicht nur vollauto­ matisch ihre Arbeitsschritte, sondern steuert zudem den Traktor. Ein Kame­ rasystem an der Vorderseite des Daches lenkt den Traktor entlang des Schwads.

n  «Tiefgang» bei Imants

n  Acht Lastschaltstufen beim «Profi» Die Traktorenbaureihe «Profi» wertet Steyr mit dem neuen «S-Control 8»-Ge­ triebe auf. Dieses bietet acht Lastschalt­ stufen in drei Gruppen, also insgesamt 24 Gänge in beide Fahrtrichtungen. Mit zahlreichen neuen Getriebe- und Len­ kungsfunktionen eignet sich der geschal­ tete «Profi» nun noch besser für Frontla­ derarbeiten. Mit dem «6145 Profi CVT» gesellt sich zudem ein neues Top-Modell in die stufenlose «Profi»-Familie. Sein 6-Zylinder-Motor von FPT leistet 145 PS. Als Anlass «70 Jahre Steyr-Traktoren» war zudem ein Sondermodell des «Terrus» in einer Speziallackierung ausgestellt.

n  Gerüstet für «Landwirtschaft 4.0» 365FarmNet steht für eine mehrfach ausgezeichnete und Cloud-basierte Soft­ ware. Das Unternehmen ist mit dem An­ spruch gestartet, für alle Landwirte – un­ abhängig von Betriebsgrösse, Betriebsart

Der holländische Hersteller Imants prä­ sentiert mit «Cultermatic XL» eine Ma­ schine zur Rekultivierung schwer verdich­ teter Böden. Die Arbeitstiefe dieses 3,20  m breit arbeitenden Geräts liegt zwischen 50 und 80 cm. Die Werkzeuge, angebracht in zwei Reihen, vibrieren in hoher Frequenz in der Art einer Schlag­ bohrmaschine und sollen so den verdich­ teten Boden ohne grosse Durchmischung wieder aufkrümeln können. Die 3300 kg schwere Maschine benötigt eine Traktor­ leistung von rund 240 PS.

n  Neu mit Sensoren Sulky hat für die Düngerstreuer vom­ Typ «X40+» und «X50+» in der Isobus-­ Ausführung einen neuen hydraulischen Streuscheibenantrieb im Angebot, der unabhängig von der Motordrehzahl funk­ tioniert. Neu gibt es auch zwei Füll­ standsensoren, die genauen Aufschluss darüber geben, wann eine der Behälter­ seiten fast leer ist.

n  Nominiert – aber nicht gewonnen

n  Autonomer Kubota Mit dem «Agri Robo» zeigte Kubota einen autonom fahrenden Traktor als Konzeptstudie. Dem Vernehmen nach soll er mit einem stufenlosen Getriebe ausge­ stattet sein und mit seinen 60 PS für leichtere Arbeiten geeignet sein. Wie bei allen Vorserienmodellen, Prototypen oder Konzeptstudien rund um das fahrerlose Traktorfahren, so gilt auch für dieses Modell: Die Technik wäre grundsätzlich vorhanden, muss aber hinsichtlich gewis­ ser Sicherheitskriterien noch optimiert werden. Zudem ist die Gesetzgebung momentan noch nicht so weit, dass man

Aebi hat es mit dem «TT 281» beim Wett­ bewerb «Tractor of the Year» in der Kate­ gorie «Best specialized» zwar unter die letzten fünf und somit zu den Nominier­ ten geschafft, zum Titel hat es leider nicht ganz gereicht. Die involvierten Personen mit Serge Hüglig, Leiter Entwicklung und Produktion, Lukas Halter, Projektleiter Entwicklung, Marco Studer, Divisionsleiter

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Aebi bei ASH Group, und Produktmana­ ger Mathias Leubler freuten sich aber über die Nominierung und präsentierten am Stand die entsprechende Auszeich­ nung.

n  Apache und Berthoud Seit vergangenem Jahr besteht zwischen Berthoud und dem US-Hersteller Apache eine strategische Zusammenarbeit. Apa­ che ist ein führender Hersteller von Selbstfahrspritzen in Nordamerika und ist ebenfalls Mitglied der französischen ExelGruppe. Die Produkte unterscheiden­ sich insbesondere durch den Antrieb: bei Apache mechanisch, bei Berthoud hyd­ raulisch. Ziel der Partnerschaft ist der ge­ genseitige Vertrieb von Produkten über das jeweilige Vertriebsnetz.

und effizienter gestalten werden. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, ist Lemken eine strategische Partnerschaft mit «AppsforAgri» eingegangen. Ziel ist es, gemeinsam mit diesem Unternehmen zusätzliche digitale Hilfsmittel und An­ wendungen zu entwickeln, um den Landwirt bei seiner Arbeit unterstützen. In einem ersten Schritt sind jetzt die Pro­ dukte von «AppsforAgri» über Lemken verfügbar.

n  Neuer Flotation FL 637

n  «Lite Cut» made by Samasz

n  Lights in Motion Ob im wenig befahrenen Alpental oder im dichten städtischen Strassenverkehr: eine korrekte Fahrzeugbeleuchtung ist heute unerlässlich. Die Firma Sanube aus dem österreichischen Diersbach zeigte neuste Produkte aus der eigenen Ent­ wicklung. So beispielsweise verschiedene 12 Volt Voll-LED Rückleuchten mit integ­ rierter Blinkerüberwachung oder die Voll-LED Leuchte «Dublin» mit speziell flachem und schlankem Profil. Besondere Aufmerksamkeit wurde animierten LEDBlinkleuchten geschenkt.

Um den immer höher gesteckten Anfor­ derungen der Praxis zu genügen, hat der polnische Hersteller Samsz die Schneid­ scheiben der Mähwerke nicht nur über­ holt, sondern mit «Lite Cut» eine neue Generation von Scheiben geschaffen. Diese sind auch gegen ältere Scheiben­ mähwerke der Baureihe «Samba» aus­ tauschbar. Im Fokus der Entwickler stan­ den die Schneideigenschaft und das Hochwerfen des Schnittgutes. Im Endef­ fekt soll hochwertiges und sauberes Fut­ ter geerntet werden können.

Moderne, intelligente und vernetzte Landmaschinen eröffnen in Zukunft zahlreiche Möglichkeiten, welche die landwirtschaftliche Praxis vereinfachen 52

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Zur Agritechnica lancierte BKT den brand­ neuen «FL 637» in der Grösse 520/50R17. Dieser Flotation-Reifen eignet sich für Mistzetter, Güllefässer und andere An­ hänger. Der Reifen erbringt eine hervorra­ gende Laufleistung bei geringem Roll­ widerstand und guter Selbstreinigung. Die Industriegruppe Balkrishna Industries ­Limited (BKT) fertigt an fünf verschiede­ nen Standorten in Indien unter anderem Reifen für die Landwirtschaft. Mehr als 7000 Mitarbeiter produzieren mehr als 2400 Produkte, die in 160 Länder welt­ weit exportiert werden.

n  Lohnunternehmer-App

n  «Chippertruck 2.0»

n  Lemken: «AppsforAgri»

die Hydraulik überarbeitet. Neu ist eben­ falls die Maschinensteuerung «easy2».

Jenz präsentierte grundlegend neue Fea­ tures am bekannten Maschinenkonzept. Als Trägerfahrzeug setzt Jenz weiterhin auf MAN. Das Drehmoment der Motoren beträgt maximal 2500 Nm bei 500 PS. Der «Chippertruck 2.0» weist zudem einen erhöhten Bedienkomfort auf. Dieser ist zurückzuführen auf das neue Automatik­ getriebe. Den Hacker-Antriebsstrang hat Jenz überarbeitet. Ein NMV-Nebenantrieb lässt sich nun sowohl im Stand als auch während der Fahrt unter Last zu- und ab­ schalten. Am Hackaggregat selber wurde

Rund 2000 Lohnunternehmen mit ihren 30 000 Mitarbeitern aus zwölf Landesver­ bänden und -gruppen sind im deutschen Lohnunternehmer-Verband (BLU) organi­ siert. Schwerpunkte der Verbandsarbeit sind neben der politischen Interes­ senvertretung und der Etablierung des Berufsstandes, vor allem die Dienst­ leistungen für Mit­ glieder wie Be­ ratung (juristisch, betriebswirtschaft­ lich und technisch), fachliche Informa­ tion und Weiter­ bildung. Seit fast einem Jahr rundet


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eine App das Informationsportfolio des BLU ab. Mit der App sind Themen­ wie Aktuelles, Wissenswertes, Aus- und Fortbildung, «Profis mit Rücksicht» ein­ fach und überall abrufbar. Die direkte Verlinkung zur BLU-Website ermöglicht es Mitgliedern ausserdem, sich direkt über ihr Smartphone im internen Bereich anzumelden und dort exklusiv auf Infor­ mationen zuzugreifen.

n  Leichte AluminiumDrehkolbenpumpe Ab sofort bietet Vogelsang für die Dreh­ kolbenpumpen der «VX»-Serie das Pum­ pengehäuse und den Pumpenkern aus Aluminium an. Durch Umkehr der Förder­ richtung eignen sich diese Pumpen für das Befüllen und Entleeren von Gülletanks. Je nach Modell und Kombination sparen Anwender durch den Aufbau der Alumini­ um-Drehkolbenpumpe mehr als 122 kg an Gewicht.

n  2-Kreisel-Mittelschwader

n  Schwaden zusammenführen

Auch McHale erweitert das Produktpro­ gramm. Nach der erfolgreichen Einfüh­ rung von Mähwerken im Vorjahr sind nun die Schwader an der Reihe. Die Iren star­ ten dieses Programm mit zwei Mittel­ schwadern: «R 62-72» mit 11 Kreisel­ armen (6,2–7,2  m Arbeitsbreite) und «R 68-78» mit 13 Armen (6,8–7,8 m Ar­ beitsbreite). Die Arbeitsbreite lässt sich hydraulisch von der Kabine aus verstellen. Die Kreisel dieser Mittelschwader sind zentral gefedert. Beim Zusammenklappen für den Transport bewegen sie sich nach unten, um die Transporthöhe von unter­ 4 m zu ermöglichen. Das gelenkte Fahr­ werk mit der serienmässigen Bereifung 380/55-17 ist für 40 km/h ausgelegt.

Mit dem neuen «EasyCut B 950 Collect» zeigte Krone erstmals eine ButterflyMähkombination mit Schwadzusammen­ führung mittels Querförderschnecken, aber ohne Aufbereiter. Durch den Ver­ zicht auf den Aufbereiter wird die Ma­

schine deutlich leichter und benötigt ­weniger Leistung. Damit eignet sie sich mit einer Arbeitsbreite von 9,45 m insbe­ sondere für Grasbestände in Hanglagen oder auf wenig tragfähigen Böden, aber auch für Einsätze in GPS-Beständen (Bio­ gasbetriebe). Die beiden Mäheinheiten werden im Schwerpunkt getragen, sind hydraulisch entlastet und lassen sich ein­ zeln ausheben.  n

«Tractor of the Year 2018» Die Agritechnica bot auch heuer wieder das geeignete Ambiente für die Verleihung der Auszeichnungen im Rahmen des Wettbe­ werbs «Tractor of the Year». Die Finalisten, pro Kategorie deren fünf, waren seit einiger Zeit bekannt, und die entsprechenden Her­ steller konnten ihre Maschinen der Jury – darunter auch die «Schweizer Landtechnik» – während des vergangenen Sommers im Praxiseinsatz präsentieren. Wer aber am Ende zum Sieger gekürt wurde, erfuhr man erst während der Preisverleihung. Als Abräumer entpuppte sich Valtra mit sei­ nem Modell «T254 Versu», konnte dieser Traktor doch nicht nur in der Hauptkategorie

den ersten Platz ergattern, sondern bekam auch gleich die Auszeichnung für das beste oder schönste Design überreicht. Neben der Leistung, der Effizienz und der Vielseitigkeit konnte dieser Traktor insbesondere durch ­ das neue Bedienkonzept «Smart Touch» überzeugen. In der Kategorie «Best Utility» kämpfen je­ weils 4-Zylinder-Traktoren mit einem maxi­ malen Gesamtgewicht von 9 t um die Krone. Heuer konnte sich McCormick mit dem Mo­ dell «X6 VT Drive» durchsetzen. Das von ­ der Argo-Gruppe selbst entwickelte stufen­ lose Getriebe gab da wohl bei manch einem Jurymitglied den finalen Ausschlag.

Aus Schweizer Sicht besonders gespannt war man, wer wohl in der Kategorie «Best of Specialized» die Nase vorn haben würde, war doch mit dem «TT 281» auch ein Zweiachs­ mäher des einheimischen Herstellers Aebi unter den fünf Finalisten dabei. Der Sieger ist geografisch zwar nicht so weit von Burgdorf BE entfernt, mit dem «211 Vario V» war es aber die Fendt-Delegation aus Marktober­ dorf, welche die Trophäe entgegennehmen durfte. Der überarbeitete, mit Spurführungs­ systemen, innovativer Fussbodenheizung und weiteren Innovationen aufgepeppte Spezialtraktor konnte am meisten Jurypunkte holen.

«Tractor of the Year»: Valtra «T254 Versu».

«Best Utility»: McCormick «X6 VT Drive».

«Best Specialized»: Fendt «211 Vario V».

12 2017  Schweizer Landtechnik

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n  Sicherheit | Unfallverhütung

Man kann Unfälle auch herausfordern – leider eine weit verbreitete Unsitte.

Bilder: R. Hunger

Es kann auch zu spät sein In der Statistik «Anzahl Unfälle auf 1000 Vollzeit­ beschäftigte» steht die Landwirtschaft mit rund 140 Unfällen an dritter Stelle. Über 80 % der Unfälle sind auf Fehlverhalten und nicht auf technische Mängel zurückzuführen.

nen. Gleiches gilt, wenn Maschinen ge­ wartet werden. •  Ladungen – gleich welcher Art – sind korrekt zu sichern. Es dürfen nur geprüfte Spanngurten verwendet werden. • Besonders schwere Unfälle ereignen sich, wenn versucht wird, an laufenden Maschinen Störungen zu beheben. Auch Schmieren darf nicht bei laufender Ma­ schine gemacht werden. • Unter hydraulisch angehobenen Ma­ schinen (3-Punkt-Hydraulik), Kippern oder Bunkern darf nur gearbeitet werden, wenn diese zusätzlich durch zweckmässi­ ge Stützen oder Sicherungsvorrichtungen gesichert werden. • Laufende Futtermischwagen dürfen nicht direkt von einer Bühne oder durch eine Bodenlucke befüllt werden. • Knickgelenkte, schmale Hoflader kön­ nen leicht kippen. Doppelbereifung ver­ bessert die Standsicherheit. • Trenn-, Schleif- und Schweissgeräte dürfen nur an einem geeigneten Ort ein­ gesetzt werden. Auch Güllegruben und Grubenöffnungen gehören zu den unge­ eigneten Orten. •  In einem geschlossenen Silo kann jeder­ zeit eine tödliche Konzentration von Gär­ gas vorhanden sein. Deshalb müssen Silos vor dem Einsteigen belüftet werden. Da auf einem Bauernhof eine Vielzahl von Gefahren lauern, könnte die Liste noch beliebig verlängert werden. Wichtig ist, dass mögliche Gefahren nicht verdrängt oder absichtlich übersehen, sondern als Solche frühzeitig erkannt werden.  n

Ruedi Hunger Wer Unfälle verhütet, spart Geld und vermeidet das oft quälende und lange begleitende Gefühl, jemanden geschä­ digt zu haben. Unfallverhütung kann nicht delegiert werden und Unfallver­ hütung betrifft jeden – vom Betriebsleiter bis zum Lehrling. Weil sich Unfälle nicht einfach «ereignen», sondern verursacht werden, hat Prävention in der Landwirt­ schaft einen hohen Stellenwert.

Beispiele Nur wer die Maschinen kennt, kann sie sicher bedienen. •  Jährlich verunfallen oder sterben Men­ schen, weil sie unter den stürzenden Traktor geraten. Ein Traktor mit Fahrer­ schutz ist zehnmal sicherer als ohne. Es empfiehlt sich, nie einen Traktor ohne 54

Schweizer Landtechnik  12 2017

Fahrerschutz zu benützen, denn oft hat er noch andere Mängel. •  Auf einem Transporter mit Fahrerschutz ist es besonders wichtig, dass man bei einem allfälligen Sturz nicht abspringt. Nur wer sich bewusst ist, dass er im Fahr­ zeug bleiben will, wird es auch tun. •  Je nach Arbeit kann es nicht verhindert werden, dass Lichter und Signalisations­ tafeln verschmutzen. Es braucht aber nur wenig Zeit, diese, bevor man auf eine Strasse fährt, kurz zu reinigen •  Gleiches gilt für die Rückspiegel. Häufig geschehen Unfälle beim Linksabbiegen. Deshalb müssen Rückspiegel stets sauber und richtig eingestellt sein. •  Beim Verlassen des korrekt gesicherten Fahrzeuges (auf dem Hof oder abseits der Strasse) ist der Zündschlüssel zu entfer­

An laufenden Maschinen dürfen niemals Störungen behoben werden. Bild: Landpixel.de


Intern | SVLT   n

Nadja Vogelsang (links) führt Caroline Grau (rechts) in die auszuführenden Arbeiten beim SVLT ein. Bild: R. Engeler

Adieu und willkommen Ende November hatte Caroline Grau ihren letzten Arbeitstag auf dem SVLT-Sekretariat in Riniken. «Unglaublich, wie schnell doch die Zeit vergeht», meinte sie zu ihrem dreijährigen Engagement beim SVLT, wo sie für die Protokollführung der Vorstandssitzungen und Delegiertenversammlung, das Qualitätsmanagement, die Website, den Einkauf von Büromate­rial und für die Redaktionsassistenz zuständig war. «Ich blicke auf drei interessante und abwechslungsreiche Jahre zurück und möchte mich auf diesem Weg bei allen ganz herzlich für die gute und angenehme Zusammenarbeit bedanken», hielt Caroline bei ihrem Abschied fest. Der Dank gilt natürlich auch unsererseits verbunden mit den besten Wünschen an Caroline für ihre private und berufliche Zukunft. Während rund eines Monats konnte Caroline Grau ihre Nachfolgerin Nadja Vogelsang in das umfangreiche Tätigkeitsgebiet einarbeiten. Nadja hat sich im Bewerbungsverfahren gegen rund ein Dutzend Mitbewerbende durchsetzen können. Das Team des SVLT heisst die Pferde-begeisterte, kaufmännische Fachfrau herzlich willkommen und freut sich auf eine gute Zusammenarbeit. Im Namen des Vorstands und der Direk­tion: Roman Engeler

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n  SVLT | Sektionen

TG

AG

Uhlmann übergibt an Kuhn

Komplimente erhalten

An der Jahresversammlung der Kommission «Landtechnik» des Verbands Thurgauer Landwirtschaft übergab Hansjörg Uhlmann das Präsidium an Rolf Kuhn. Neu nimmt Stefan Frei Einsitz im Vorstand.

Die Aargauer Sektion des SVLT führt die jährliche Versammlung jeweils an einem «Ort des Geschehens» durch. Heuer wählte man mit Ruswil LU sogar einen Ort ausserhalb des Kantons.

Roman Engeler

Roman Engeler

Vor elf Jahren gewählt, führte Hansjörg Uhlmann das Präsidium der Sektion, im Thurgau als eigenständige Kommission «Landtechnik» des Bauernverbands (VTL) organisiert, mit Engagement aus und agierte dabei als guter Netzwerker – beispielsweise als es darum ging, 2014 die Delegiertenversammlung des SVLT durchzuführen oder zuvor bei der Integration der Sektion in den VTL. Er trete mit einem guten Gefühl ab, betonte Hansjörg Uhlmann. Sein Nachfolger wird Rolf Kuhn (Metten-

In seinem Jahresbericht hob Präsident Pascal Furer das gute Einvernehmen mit dem kantonalen Strassenverkehrsamt und der Polizei hervor, ermahnte die Mitglieder jedoch, weiterhin ihren Beitrag zu diesem guten Verhältnis zu leisten. «Wenn wir keine Schikanen wollen, müssen wir uns an die Regeln halten», so sein Appell. Sauer aufgestossen sind dem Präsidenten jedoch die koordinierten Aktionen des Nutzfahrzeugverbands Astag, mit denen diese Organisation in verschiedenen kantonalen Parlamenten in forscher Art mobil macht gegen gewerbliche Fahrten von landwirtschaftlichen Fahrzeugen mit grüner Nummer. Obwohl das Anliegen aus rechtlicher Sicht legitim ist, hätte man sich doch ein diplomatischeres Vorgehen gewünscht. Die Rechnung der 1680 Mitglieder umfassenden Sektion schliesst mit einem Minus ab, das man dem vorhandenen Eigenkapital belasten konnte. Die Rechnung wie der gleichbleibende Jahresbeitrag für 2018 wurden von der Versammlung ohne Gegenstimme genehmigt. Zum Nachdenken regten die von Hansjörg Furter präsentierten, nicht selten kuriosen, häufig aber schlimmen Unfälle an, die in der Landwirtschaft in den letzten zwölf Monaten passierten. Zu hoffen bleibt, dass alle daraus lernen und diese in ihrer Anzahl geringer werden.

dorf), neu in die Kommission berufen wurde Stefan Frei (Hörhausen). Geschäftsführer Markus Koller orientierte über das vergangene Jahr, in dem man neben den Tests von 54 Obst- und 99 Feldspritzen auch verschiedene Verkehrsschulungen, Maschinenschätzungen und Elektroinstallationskontrollen vornehmen konnte. Mit den Badeferien in Birnbach, der Reise nach Schweden sowie den Betriebsbesichtigungen von Steffen-Ris und der Maschinenfabrik Aebi kamen auch die gesellschaftlichen Elemente nicht zu kurz. Zusammen mit den benachbarten Sektionen und Landwirtschaftsschulen organisierte man zudem einen Pflügerkurs mit hoher Beteiligung, was Motivation gibt, selbiges im kommenden Jahr zu wiederholen.

Smart Farming

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Im zweiten Teil orientierte Thomas Anken von Agroscope Tänikon über

Krieger-Gruppe

den Trendbegriff «Smart Farming» und zeigte dabei auf, was heute an Digital- und Sensortechnik sowie Automatisierung und Robotik schon alles in der Praxis verfügbar ist. Daten, so Anken, würden heute viele gesammelt, Nachholbedarf bestehe jedoch darin, diese Daten aus agronomischer Sicht noch besser auszuwerten. Bei diesem Punkt möchte die «Swiss Future Farm», ein gemeinsames Projekt des Kantons Thurgau (Arenenberg), Landmaschinenspezialist GVS-Agrar und Landtechnikher-

Im Rahmen der Versammlung konnten sich die Mitglieder ein fundiertes Bild über die Krieger-Gruppe verschaffen. Als Planer und Stalleinrichter ist Krieger in der Landwirtschaft bestens bekannt. Die Produktionssparte ihrerseits verfüge über enge Beziehungen zur verarbeitenden Industrie, würden doch in den Hallen auch hochwertige Metallkonstruktionen und massgeschneiderte Bleche für Dritte hergestellt, wie Geschäftsführer Daniel Grüter bei der Firmenpräsentation betonte. Agro-Räder wie-

steller Agco ansetzen, wie Christian Eggenberger vom Arenenberg betonte.

derum ist spezialisiert auf Räder und Reifen für Landwirtschaftsbetriebe und Kommunen.

Rolf Kuhn (links) übernimmt von Hansjörg Uhlmann das Präsidium der Kommission «Landtechnik» des Verbands Thurgauer Landwirtschaft.

Sektionspräsident Pascal Furer und Gastgeber Daniel Grüter, Geschäftsführer der Krieger-Gruppe, konnten rund 100 Personen zur Versammlung der Aargauer Sektion in Ruswil LU begrüssen.

Schweizer Landtechnik  12 2017


Sektionen | SVLT   n

BE

LU

Vorderer Überhang und Bremsen

Weg bereitet für MR Luzern

SVLT-Direktor Aldo Rui informierte an der 90. Generalversammlung des Berner Verbandes für Landtechnik BVLT über aktuelle Themen im Strassenverkehr. Im Vorstand gab es einen Wechsel.

Die Mitglieder des Luzerner Verbandes für Landtechnik (LVLT) haben an ihrer GV den Weg bereitet für den Zusammenschluss mit den Luzerner Maschinenringen. Diese stimmen im Frühling über die Fusion ab.

Heinz Röthlisberger

Heinz Röthlisberger

«Die Neuregelung für den vorderen Überhang bei Traktoren wird sich voraussichtlich um ein Jahr verzögern», sagte SVLT-Direktor Aldo Rui an der 90. GV des Berner Verbands für Landtechnik (BVLT). Grund dafür sei, dass viele Punkte noch unklar seien und die Vorlage erst Anfang 2018 in die Vernehmlassung gehe. «Bis zum Inkrafttreten einer Neuregelung gelten die aktuell gültigen Masse», sagte Rui. Aktuell sind auch die neuen Bremsvorschriften für landwirtschaftliche Fahrzeuge. «Der SVLT empfiehlt die pneumatische Bremse, sowohl bei den Anhängern als auch bei den Traktoren.» Das sei die absolut sicherste Lösung. Die Revision der Führerausweisvorschriften »Opera-3» sieht vor, die Kate-

Der Luzerner Verband für Landtechnik (LVLT) hat sich an seiner Generalversammlung in Sursee einstimmig für den Zusammenschluss mit den Luzerner Maschinenringen ausgesprochen. «Das Ziel ist eine Neuorganisation der regionalen Maschinenringe zum Maschinenring Luzern unter dem Dach des Luzerner Landtechnikverbandes», erklärte LVLTPräsident Toni Moser. In den fünf regionalen Luzerner Maschinenringen sind rund 500 Mitglieder organisiert. Bevor es aber so weit ist, müssen die fünf regionalen Maschinenringe noch selber über den Zusammenschluss befinden. Diese Abstimmungen finden im Frühling statt. Stimmen diese Ja, werden die Maschinenringe per 1. Juli 2018 zum MR Luzern und damit zum festen Bestandteil im LVLT. Damit diese Integration rechtlich möglich ist, haben die Mitglieder des Luzerner Landtechnikverbandes an der GV einer Statutenänderung einstimmig zugestimmt. LVLT-Geschäftsführer Josef Erni zeigte sich an der GV zuversichtlich. «Der Zusammenschluss hat viele Vorteile.» Zudem kenne man sich bestens, weil die Regionalen Luzerner Maschinenringe schon jetzt ein Profit-Center (MR Zentrale) innerhalb des LVLT waren. Geplant ist für nächstes Jahr auch schon ein erster Anlass mit dem 1. Luzerner Maschinenring-Tag am 23. August 2018 voraussichtlich in der Region Malters.

gorien «G» und «G40» in die einheitliche Kategorie «G» zu überführen. Dadurch würden die Führerausweiskosten steigen. «Weil rund 80 Prozent der Antragssteller nur den Führerausweis G benötigen, ist diese Neuregelung unverhältnismässig», sagt Rui. «Deshalb lehnt es der SVLT ab, dass diese zwei Kategorien zusammengeführt werden.»

Markus Schneider neu im Vorstand Geschäftsführer Peter Gerber und Präsident Klaus Brenzikofer vermeldeten einen markanten Teilnehmerrückgang bei den Theoriekursen Kategorie G (Traktor) und M (Mofa) von 1000 auf noch 670 Teilnehmer im 2017. Wieso das so ist, sei schwierig abzuschätzen, sagte Peter Gerber an der GV in Schönbühl. Nun sollen die Kosten für diese Kurse gesenkt werden, so etwa mit der Reduzierung der Kursorte von bisher rund 16 auf noch 10 Standorte. Denn der Teilnehmerrückgang hat auch Auswirkungen auf die Rechnung, die im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem Minus abgeschlossen hat. Rechnung und Budget wurden ohne Gegenstimme angenommen. Der Jahresbeitrag für die 2408 Mitglieder bleibt unverändert. Neu in den Vorstand wurde Markus Schneider, Lohnunternehmer aus Thunstetten, gewählt. Er ersetzt Andreas Wiedmer, der für die Spritzentests verantwortlich war.

(V. l.) Klaus Brenzikofer und Peter Gerber mit dem neuen Vorstandsmitglied Markus Schneider sowie Aldo Rui und Werner Salzmann an der 90. GV des Berner Verbandes für Landtechnik.

Julius Brun geehrt Geschäftsführer Josef Erni konnte den Mitgliedern einen Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr präsentieren. Einen Rückgang musste der Verband etwa bei den Teilnehmern der Roller- und Traktorenprüfungen hinnehmen. Der Verband hat aktuell 1447 Mitglieder. Aus dem Vorstand zurückgetreten ist Julius Brun, der 41 Jahre im Vorstand des LVLT tätig war. Er wurde an der GV zum Ehrenmitglied ernannt. Die Lücke im Vorstand soll dann, wenn der Zusammenschluss erfolgreich verläuft, mit einem Maschinenring-Mitglied geschlossen werden.

LVLT-Geschäftsführer Josef Erni mit dem langjährigen Vorstandsmitglied und neuen Ehrenmitglied Julius Brun (Mitte) sowie LVLT-Präsident Toni Moser (rechts).

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n  SVLT | Sektionen

Generalversammlungen

SG

AR

AI

Kurs Motorsägenunterhalt

GL

Samstag, 6. Januar 2017, 9.45 Uhr, Restaurant Rössli, Dietfurt

ZH Mittwoch, 10. Januar 2017, 9.30 Uhr, Strickhof, Wülflingen

SH Donnerstag, 11. Januar 2017, 20 Uhr Restaurant Altes Schützenhaus, Schaffhausen

VD Donnerstag, 18. Januar 2017, 10.15 Uhr Casque d‘Or, Centre de la Protection Civile in Gollion

Lohnunternehmer Schweiz Freitag, 9. März, 9.30 Uhr, GVS Agrar, Schaffhausen

SO Dienstag, 23. Januar 2017, 19.45 Uhr Restaurant Eintracht, Kestenholz

ZG Dienstag, 30. Januar 2017, 19.45 Uhr Restaurant Brandenberg, Zug

AG Jahrestagung 2018 der Aargauer Maschinenringe und Maschinengemeinschaften Donnerstag, 18. Januar 2018, 19.30 bis 22 Uhr Simon Plattner, Kornberg 318, Herznach Vor 50 Jahren wurde die Maschinengemeinschaft Kornberg ins Leben gerufen. Sie gilt als eine der grössten im Kanton Aargau. Simon Plattner gibt Einblicke in die Geschichte und die Entwicklung der Maschinengemeinschaft. Anmeldung bis 11. Januar 2018 an Hansjörg Furter, LZ Liebegg, 5722 Gränichen, 062 855 86 27, hansjoerg.furter@ag.ch

Samstag, 20. Januar 2018, 8.30 bis 12 Uhr Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg, Gränichen, Werkstatt Die leistungsstarke und sichere Arbeit im Wald hängt nicht zuletzt von einer gut gewarteten Motorsäge ab. Am Kursmorgen führen Sie einfache Wartungsarbeiten an Ihrer eigenen, mitgebrachten Motorsäge durch und erhalten Informationen dazu, wie Sie Ihre Motorsäge pflegen können. – Kettenunterhalt – Störungssuche – Wartungsarbeiten Teilnehmende / Voraussetzungen: Landwirte, die mit der Motorsäge unterwegs sind Kursleitung: Urs Wunderlin, Förster, Oberkulm Kosten: Mitglieder AVLT CHF 50.–, Nichtmitglieder CHF 70.– Anmeldung: bis 9. Januar 2018 an LZ Liebegg, 5722 Gränichen, Kurssekretariat, Marianna Kühn, 062 855 86 15, kurse@liebegg.ch

Feldspritzentest 2018 Die Tests finden vom 9. bis 13. April 2018 statt. Für die ÖLN-Kontrolle wird ein gültiger Feldspritzentest verlangt (nicht älter als 4 Jahre). Der Feldspritzentest wird seit 2012 durch den AVLT organisiert und durchgeführt. Geschäftsführer Thomas Voegeli ist somit Ansprechperson für sämtliche Fragen rund um den Spritzentest. Die gewohnten Teststandorte werden nach wie vor bedient. Im Jahr 2018 sind dies: Lengnau, Liebegg und Villigen. Die im Jahre 2014 geprüften Feldspritzen respektive deren Halter erhalten ein Anmeldeblatt. Neuanmeldungen bitte bis 16. Januar 2018 an die AVLT-Geschäftsstelle. Th. Voegeli, Strohegg 9, 5103 Wildegg, Tel. 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch

Aargauer Landtechnikabend: Ladungssicherung Dienstag, 20. März 2018, 19.30 bis 22 Uhr Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg, Gränichen Gemäss Strassenverkehrsgesetz ist die Ladung so anzubringen, dass sie niemanden gefährdet oder belästigt und nicht herunterfallen kann. Die Landwirtschaft ist mit grösseren Fahrdistanzen und höheren Ladegewichten genauso gefordert wie die übrige Transportbranche, um diese Regelung einzuhalten. Am Aargauer Landtechnikabend geben wir Ihnen wertvolle Tipps mit auf den Weg, wie Sie Ihre Transportgüter einfach und richtig sichern können. Kursleitung: Hansjörg Furter, Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Kurs ist kostenfrei. Die Veranstaltung steht allen interessierten Personen offen.

FR Traktorfahrkurs für Frauen und Junglenker Samstag, 3. März 2018, von 9 bis 16.30 Uhr Landwirtschaftliches Institut Grangeneuve, Posieux Einmal einen Traktor erklärt bekommen, mit dem Traktor mit oder ohne Anhänger manövrieren; dies ohne Stress und Zeitdruck … damit Sie das nächste Mal, wenn «Not an der Frau» ist, Bescheid wissen! Dazu organisiert der Freiburgische Verband für Landtechnik (FVLT) einen Kurs für Frauen und Junglenker, die ihre praktischen Traktorkenntnisse

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Schweizer Landtechnik  12 2017


Sektionen | SVLT   n

verbessern wollen. PW- oder Traktorfahrausweis wird verlangt (Kategorie: B, C, D, F, G). Keine weiteren Vorkenntnisse nötig. Kosten: 110 Franken für Ehefrauen und Kinder von Mitgliedern des FVLT, für Nichtmitglieder 130 Franken. In den Kurskosten inbegriffen: Unterlagen, Kaffee, Gipfeli, Mittagessen, Warnweste Die Einschreibung hat unter folgender Adresse bis spätestens am 23. Februar 2018 zu erfolgen: FVLT, Robert Zurkinden, robert.zurkinden@rega-sense.ch, 079 680 16 68

Dieser Fachkurs weist einen hohen Praxisbezug auf, d. h., in den einzelnen Blöcken werden zuerst jeweils die Grundlagen vermittelt, danach erfolgen Besprechungen an konkreten Beispielen oder praktische Vorführungen. Anmeldung bis 15. Januar 2018, mit folgenden Angaben: Name und Vorname der / des Teilnehmer / s, Lohnunternehmen mit Telefon und E-Mail; per Post: Lohnunternehmer Schweiz, Ausserdorfstr. 31, 5223 Riniken; per E-Mail office@agro-lohnunternehmer.ch, Fax 056 450 99 91, Telefon 056 450 99 90

LU Aktuelles Kursangebot

Lohnunternehmer Schweiz Landwirtschaftliche Transportanhänger: Worauf kommt es an? Freitag, 26. Januar 2018, 8.15 bis 17 Uhr Serco Arena, Niedermattstrasse 25, Oberbipp Stehen bei Ihnen Investitionen in Transportanhänger an? Möchten Sie sicherstellen, dass der neue Anhänger sowohl die betrieblichen Bedürfnisse als auch die gesetzlichen Anforderungen längerfristig erfüllt? Möchten Sie sich ein Bild darüber machen, welche Aus­ rüstungsmöglichkeiten es bei modernen Anhängern gibt und welches die systembedingten Vor- und Nachteile sind? Dann sollten Sie an diesem Kurs unbedingt teilnehmen. Kursinhalt: gesetzliche Grundlagen, Anhängerkategorien, Kontroll­ schilder, Gewichte / Abmessungen, Fahrwerkstechnik: Achsen, Feder­ ungssysteme, Lenkachsen, Bereifungen, Verbindungseinrichtungen zwischen Zugfahrzeug / Anhänger und Anhänger / Anhänger, Brems­ systeme: Ansteuerung von Betriebsbremsen, Bauarten von Trommel­ bremsen, Feststellbremsen, Typenschilder / Fahrzeugausweise: Welche Informationen sind relevant? Zielgruppe: Lohnunternehmer und technikinteressierte Mitarbeiter, Werkstattleiter, Landtechnikfachlehrer und -berater Kursziele: Die Teilnehmer können Vor- und Nachteile der Anhängerteilsysteme nennen, kennen die aktuellsten gesetzlichen Grundlagen, können beurteilen, ob Anhänger ihre betrieblichen Bedürfnisse abdecken und die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Preis: Mitglieder CHF 295.–, Nichtmitglieder CHF 350.–, inkl. Kursunterlagen und Mittagessen

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Mofa- und Traktorenprüfung: Die Vorbereitungskurse für die Mofaund Traktorenprüfung finden jeweils an Mittwochnachmittagen statt. Kurskosten, inkl. Lernplattform im Internet (Theorie-24-Kärtli): für Mitglieder des Verbands CHF 70.–, für Nichtmitglieder CHF 90.–. Nächste Termine: Mittwoch, 17. Januar 2018, in Sursee, 13.15 bis 17.30 Uhr Mittwoch, 28. Februar 2018, in Sursee, 13.15 bis 17.30 Uhr Roller- und Autoprüfung: Theorieprüfung online lernen für CHF 29.– Grundkurse für Roller und Motorräder finden jeweils in Büron und Sursee statt. Die Kosten betragen für Mitglieder CHF 300.–, für Nichtmitglieder CHF 320.–. Nächste Termine: Kurs Nr. 601: jeweils Samstag, 03. / 10. März 2018; 12 bis 16 Uhr; Kurs Nr. 602: jeweils Samstag, 24. / 31. März 2018; 13 bis 17 Uhr Verkehrskundeunterricht in Sursee, Schüpfheim und Hochdorf: für Mitglieder CHF 220.–, für Nichtmitglieder CHF 240.– Nächste Termine: Kurs Nr. 401: 4 Abende jeweils Mittwoch / Donnerstag: 24. / 25. / 31. Januar und 1. Februar 2018, 19 bis 21 Uhr, in Sursee Kurs Nr. 402: 4 Abende jeweils Montag/Dienstag: 19. / 20. / 26. / 27. März 2018; 19 bis 21 Uhr, in Hochdorf Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Die Kurse können nur bei genügender Teilnehmerzahl durchgeführt werden. Kombipaket für Rollerfahrer nochmals günstiger als zum Einzelpreis. Theorie online lernen / Grundkurs 1 + 2 (8 Lektionen) / VKU (4 × 2 Lektionen): für Mitglieder CHF 539.–, für Nichtmitglieder CHF 579.– Der Lastwagentheoriekurs umfasst 32 Lektionen in vier Wochen, jeweils an einem Tag pro Woche. Der Kurs ist modular aufgebaut und der Einstieg ist jederzeit möglich. Nächster Kursbeginn: 16. Januar 2018; Durchführung jeweils in Luzern. Infos und Anmeldung (Änderungen, z. B. Kursort, -inhalt, -preis, -zeit, bleiben vorbehalten): LVLT-Fahrschule, Sennweidstrasse 35, 6276 Hohenrain, Tel. 041 467 39 02, Fax 041 460 49 01, info@lvlt.ch

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n  SVLT | Sektionen

SG

AR

AI

GL

Tiertransporte-Ausbildung ohne CZV-Anerkennung 10. Januar 2018, Mattenhof, Flawil, 8 bis 16.30 Uhr 17. Januar 2018, Berufsfachschule, Ziegelbrücke, 8 bis 16.30 Uhr Da die Tiertransporte-Ausbildung im April 2016 auf grosses Interesse stiess, bietet der VLT-SG in diesem Winter diese Ausbildung wieder an. Diese Grundausbildung muss aufgrund der Tierschutzgesetzgebung sowie der BLV-Tierschutz-Ausbildungsverordnung absolviert werden, sobald ein fremdes Tier transportiert wird. Ebenfalls schreibt das Gesetz vor, diese Ausbildung alle drei Jahre zu wiederholen. Der Ausweis dieser Ausbildung gilt für Tiertransporte mit Jeep und Anhänger, Lieferwagen. Führerausweis B / BE. Kosten: CHF 240.– für Mitglieder des VLT-SG (inkl. Mittagessen und Ausweis) Anmeldung bis spätestens 14. Dezember 2017 an: VLT-SG, Eliane Müller, Riethof 1, 9478 Azmoos, info@vlt-sg.ch, 081 783 11 84

Kurs mit CZV-Anerkennung 6. Februar 2018 Mattenhof, Flawil, 8 bis 16.30 Uhr 20. Februar 2018 Berufsfachschule, Ziegelbrücke, 8 bis 16.30 Uhr. Dieser Kurs gilt für Tiertransporte mit Lastwagen. Führerausweis C / CE. Kosten: CHF 340.– für Mitglieder des VLT-SG, (inkl. Mittagessen und Ausweis) Anmeldung bis spätestens 14. Dezember 2017 an: VLT-SG, Eliane Müller, Riethof 1, 9478 Azmoos, info@vlt-sg.ch, 081 783 11 84

Kreisversammlungen Es können auch Kreisversammlungen anderer Kreise besucht werden. 9.  Januar 2018, 20 Uhr, Eigenmann’s Hof, Berg SG, Thema: Ertragswertschätzung und die Auswirkung auf die Pachtzinsen (Kreis Rorschach, Häggenschwil) 11. Januar 2018, 20 Uhr, Restaurant Sonne, Rufi: Herdemanagement, Brunst- und Gesundheitsüberwachung bei Kühen (Schänis, Benken, Kaltbrunn) 15. Januar 2018, 20 Uhr, Hofstadl Gossau: Speichermöglichkeiten der Solarenergie (Oberbüren, Gossau, Flawil) 17. Januar 2018, 20 Uhr, Restaurant Adler, Herisau: Speichermöglichkeiten der Solarenergie (AR Vorderland, AR Hinterland, IR Appenzell) 18.  Januar 2018, 20 Uhr, Restaurant Rössli, Henau: Smart-Farming (Schwarzenbach, Zuzwil, Zuckenriet) 22.  Januar 2018, 20.15 Uhr, Restaurant Sternen, Nesslau: Ertragswertschätzung und die Auswirkung auf die Pachtzinsen (Wattwil, Neu St.Johann, Unterwasser) 22. Januar 2018, 20 Uhr, Restaurant Ochsen, Neuhaus: Herdemanagement, Brunst- und Gesundheitsüberwachung bei Kühen (Wagen, Schmerikon, Goldingen, Eschenbach) 25. Januar 2018, 20 Uhr, Hotel Post, Sargans: Smart-Farming (Buchs, Sarganserland) 13.  Februar 2018, 20 Uhr, Landgasthof Rössli, Tufertschwil: Herdemanagement, Brunst- und Gesundheitsüberwachung bei Kühen (Kirchberg, St.Peterzell, Lütisburg, Dietfurt)

Referate Kreisversammlungen 2017 / 2018 Smart-Farming Zur Optimierung von Produktionssystemen und zur Qualitätssicherung stehen vermehrt sensorgesteuerte, automatisierte Verfahren zur Verfügung. Neben Entscheidungsgrundlagen für den Einsatz von Mensch und

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Maschine bieten Smart-Farming-Technologien und deren Vernetzung neue Potenziale bezüglich: – Wirtschaftlichkeit (Kostenreduktion und Effizienzerhöhung) – Qualitätserhöhung (z.B. weniger Antibiotikaeinsätze) – Emissionsminimierung (z.B. Gewässerschutz) – Ressourcenschutz (z.B. Wassereinsparung) – Verbesserung von Tierwohl und -gesundheit Dabei besteht ein grundlegender Forschungsbedarf, unter welchen Voraussetzungen diese neuen Technologien in der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft einen Mehrwert bringen. Referent: Thomas Anken, Agroscope Tänikon Herdemanagement – Brunst- und Gesundheitsüberwachung bei Kühen Herdnmanagement beinhaltet das Sammeln, Aufzeichnen und Auswerten von Daten einer Tiergruppe. Das Herdenmanagement soll helfen, realistische Betriebsziele zu erreichen. Entsprechend werden die Zuchtstrategie, die Zuchtziele und die Auswahl der Genetik gewählt. Allfällige Fehler werden durch die Auswertung der Daten früh bemerkt. Regelmässige Standortbestimmungen helfen, Verluste durch Herde­ probleme zu vermindern. Die Fütterung und die Tiergesundheit spielen im Herdemanagement die zentralen Rollen. Gesundheitliche Probleme auf Herdenbasis äussern sich oft in Fruchtbarkeitsstörungen, Euter- oder Klauenerkrankungen. Die Basis zur Problemlösung sind auch hier sorgfältig aufgezeichnete Daten. Referent: Michael Böhi, Swissgenetics Speichermöglichkeiten der Solarenergie Referent: Christian Wolf, MBRsolar AG Ertragswertschätzung und die Auswirkung auf die Pachtzinsen Neue Situation mit den Ertragswertschätzungen im Zusammenhang mit den Pachtzinsen Referenten: Walter Appert / Adolf Widmer, LZSG

Traktorentheoriekurs mit Prüfung 2018 Kursleiter ist Hans Popp, Karrersholz 963, 9323 Steinach Kursort 1. Kurstag 2. Kurstag + Prüfung Nachmittag Mittwoch nachmittag Mosnang, Oberstufenzentrum Sa, 16. Dez 17 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln / StVA 10. Jan 18 St. Peterzell, Schulhaus Mi, 17. Jan 18 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln / StVA

14. Feb 18

Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 24. Jan 18 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde / StVA

28. Feb 18

Neu St .Johann, Klostergebäude Mi, 7. Feb 18 Kaltbrunn Rest. Löwen / StVA Kaltbrunn

14. Mrz 18

Niederbüren, Schulh. Probelokal Mi, 21. Feb 18 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln / StVA

21. Mrz 18

Salez, Rheinhof Sa, 3. Mrz 18 Wangs, Parkhotel / StVA Mels

28. Mrz 18

Trogen, Rest. Krone Mi, 7. Mrz 18 Trogen, Rest. Krone / StVA Trogen

4. Apr 18

Widnau, Rest. Rosengarten Sa, 17. Mrz 18 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde / StVA

18. Apr 18

Wangs, Parkhotel Sa, 7. Apr 18 Wangs, Parkhotel / StVA Mels

9. Mai 18

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 11. Apr 18 Kaltbrunn, Rest. Löwen / StVA Kaltbrunn

16. Mai 18

Mosnang, Oberstufenzentrum Mi, 25. Apr 18 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln / StVA

23. Mai 18

St. Peterzell, Schulhaus

Mi, 2. Mai 18


Sektionen | SVLT   n

SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln / StVA

6. Jun 18

Salez, Rheinhof Sa, 26. Mai 18 Wangs, Parkhotel / StVA Mels

13. Jun 18

Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 30. Mai 18 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde / StVA

20. Jun 18

Theoriekurse Kategorie F / G Im Theoriekurs Kat. F / G werden die Grundlagen aufgezeigt und erklärt. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Lenken von landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen bis 30 km / h. Siehe auch www.fahrkurse.ch

Widnau, Rest. Rosengarten Sa, 16. Jun 18 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde / StVA 20. Jun 18 Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 23. Jun 18 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln / StVA

18. Jul 18

Wangs, Parkhotel Sa, 7. Jul 18 Wangs, Parkhotel / StVA Mels 22. Aug 18 Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 11. Jul 18 Kaltbrunn, Rest. Löwen / StVA Kaltbrunn 29. Aug 18 Trogen, Rest.Krone Mi, 15. Aug 18 Trogen, Rest. Krone / SVA Trogen 12. Sep 18 Mosnang, Oberstufenzentrum

Sa, 1. Sep 18

SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln / StVA

19. Sep 18

Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 5. Sep 18 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde / StVA 26. Sep 18 Salez, Rheinhof Sa, 15. Sep 18 Wangs, Parkhotel / StVA Mels 10. Okt 18 St. Peterzell, Schulhaus Sa, 22. Sep 18 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

AG Kursort und -daten: Liebegg, 24. Febr. 2018 und 3. März 2018, 8.30 Uhr; Frick / FiBL, 26. April 2018 und 3. Mai 2018, 18.30 Uhr. Kontakt: Yvonne Vögeli, Strohegg 9, 5103 Wildegg, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch (auch kurzfristige Anmeldungen möglich) BE Kontakt: Peter Gerber, 031 879 17 45, Hardhof 633, 3054 Schüpfen, bvlt@bluewin.ch BL, BS Kursorte und -daten: Vorkurs (Ebenrain, Sissach): 17. Jan. 2018, 13.30 Uhr/ Prüfung (MFP Münchenstein): 3. Febr., 9 Uhr; 11. April 2018 / 21. April 2018; 31. Okt. 2018 / 17. Nov. 2018 Kontakt: Marcel Itin, 076 416 27 13, marcelitin@gmx.ch FR Kontakt: FVLT, Laurent Guisolan, route de Grangeneuve 31, 1725 Posieux, laurent.guisolan@fr.ch, 026 305 55 58 GR

17. Okt 18

Neu St. Johann, Klostergebäude Sa, 29. Sep 18 Kaltbrunn Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn 24. Okt 18 Widnau, Rest. Rosengarten Mi, 31. Okt 18 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA 28. Nov 18

Kursorte: Landquart, Ilanz, Thusis, Scuol, Samedan Kontakt: Luzia Föhn, 081 322 26 43, 7302 Landquart, foehn@ilnet.ch, www.svlt-gr.ch NE Kontakt: M. Bernard Tschanz, chemin du Biolet, 2042 Valangin, bernardtschanz@net2000.ch SG, AI, AR, GL

Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 10. Nov 18 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

Kurs 1, Näfels (Rest. National): 13. Jan. 2018, 8.15 – 12 Uhr; 10. Febr. 2018, 8.15 – 12 Uhr; Schwanden (STVA), 10. März. 2018, 13.30 – 17.15 Uhr. 5. Dez 18 Kurs 2, Schwanden (STVA), 13. Jan. 2018, 13.30 – 17.15 Uhr; 10. Febr. 2018, 13.30 – 17.15 Uhr; 10. März. 2018, 8.15 – 12 Uhr. Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 21. Nov 18 Kontakt: Hans Popp, 071 845 12 40, Karrersholz 963, 9323 Steinach, Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn hanspopp@bluewin.ch 12. Dez 18

Wangs , Parkhotel Sa, 24. Nov 18 Wangs , Parkhotel/StVA Mels

SH

19. Dez 18

Kontakt: VLT-SH, Geschäftsstelle, Martin Müller, Haldenhof 286, 8213 Neunkirch, 079 656 74 58, www.vlt-sh.ch SO

ZG

Kursort: Wallierhof, Riedholz Kontakt: Beat Ochsenbein, 032 614 44 57, ochsebeis@bluewin.ch SZ, UR

Gegengewichtsstapler, Teleskoplader Grundkurs 8. bis 11. Januar 2018, jeweils zwei Tage Zu lernen ist an diesem zweitägigen Kurs der sichere Umgang mit dem Gegengewichtsstapler und dem Teleskoplader nach Suva-Richtlinien in Theorie und Praxis. Ziel ist der schriftliche Suva-Ausweis für diese beiden ­Arbeitsmaschinen; ein Tag kann an die Ausbildung gemäss CZV (obligatorische Chauffeurzulassungsverordnung) angerechnet werden. Das Mindestalter beträgt 18 Jahre, weitere Voraussetzung ist die praktische Erfahrung auf Maschinen. Die Kosten für zwei Tage betragen rund CHF 660.– für Mitglieder bzw. rund CHF 700.– für Nichtmitglieder des VLT Zug, inklusive Unterlagen und Essen. Anmeldung bei Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch

Kontakt: Florian Kälin, Geschäftsstelle VLT Schwyz und Uri, 055 412 68 63, 079 689 81 87, info@glarnernbeef.ch TG Kontakt: VTL / Landtechnik, Markus Koller, 071 966 22 43, Weierhofstrasse 9, 9542 Münchwilen VD Kursort: Oulens-sous-Echallens. Kursdaten: März 2018 und Juni 2018 Kontakt: ASETA-Section vaudoise, Virginie Bugnon, chemin de Bon-Boccard, 1162 Saint-Prex, v.bugnon@bluewin.ch ZG Kontakt: Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch ZH Kursorte: Strickhof, Lindau. Kursdaten: 24. Febr. 2018, 9. Juni 2018, 22. Sept. 2018 und 17. Nov. 2018, je 9.30 – 15.30 Uhr Kontakt: SVLT ZH, Eschikon 21, 058 105 98 22, Postfach, 8315 Lindau, www.svlt-zh.ch

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n  SVLT | Porträt

Nichtreiter mit 60 Pferdeboxen Zwischen der Stadt Basel und der französischen Grenze, im basellandschaftlichen Oberwil, ist seit über 100 Jahren das «Team Zimmermann» auf dem Neuhof ansässig, die Familie Sämi Zimmermann, ein Lohn- und Landwirtschaftsbetrieb auf knapp hundert Hektaren Land. Das Hauptstandbein: Stallungen und die Infrastruktur für 60 Sport- und Freizeitpferde. Sämi und achtzig weitere Landwirte der Region sind Mitglieder der Interessengemeinschaft der Schweizer Grenzbauern zum Elsass. Sämis Sohn Urs mit Jahrgang 1983 ist auf dem Neuhof Betriebsleiter, sie bewirtschaften den Betrieb gemeinsam. Urs ist seit März Präsident der Sektion beider Basel des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik (SVLT). Obwohl Nichtreiter, ist er auch für die Pferdehaltung zuständig, namentlich bei der Futterbeschaffung und dem Weidemanagement, zusammen mit sieben Angestellten. Diese werden in der hofeigenen Chemineeholzaufbereitung ausgelastet. Qualitativ hochstehendes und trotzdem nicht zu junges Heu produzieren, hält die Crew auf Trab. Pferde geben keine Milch, aber brauchen trotzdem gutes Futter. Auf gegen 75 Hektar werden Zuckerrüben, Erbsen, Raps, Mais, Weizen und Triticale angebaut. Das anfallende Stroh wird in Quaderballen gelagert und steht zur Boxeneinstreu den Pferden zur Verfügung. Des anfallenden Hofmistes, der hauptsächlich aus Stroh besteht, entledigt er sich vorwiegend mittels Kom­ postierung. Eine Raigras-Samenvermehrung sowie Emu-­ und Alpakahaltungen vervollständigen den vielseitigen Landwirtschaftsbetrieb. Das Lohnunternehmen, Dreschen mit den zwei grossen Fünfschüttler-Dreschmaschinen von New Holland und das gleichzeitige Muldenstellen für den Getreideabtransport vom Feld zur Annahmestelle, beschäftigt weitere zwei Festangestellte, einen davon seit nunmehr 25 Jahren. Im Sommer oder bei saisonalen Engpässen greift Urs auf langjährige Hilfsangestellte zurück. Es herrscht ein emsiges Kommen und Gehen auf dem Neuhof, die Arbeit ruft an allen Ecken und Enden. Trotzdem hat der landtechnikinteressierte Urs Zimmermann zugesagt, als ihn der ehemalige Präsident der Sektion beider Basel Paul Buri vor vier Jahren um Einsitz im Vorstand angefragt hatte. Nun ist er Präsident, denn die Sektion hat den jährlichen Präsidentenwechsel eingeführt. «Wir haben wenige Sek­ tionsaktivitäten, jedoch sind alle immer sehr gut besucht, beispielsweise die Gülletechnik- oder Maschinenvorführungen oder auch die Generalversammlung. Als Präsident unterstütze ich alle Aktivitäten, die die Landwirtschaft weiter­bringen.» Dem SVLT attestiert er eine gute Informationspflege mittels dieser Zeitschrift und hofft, dass er seine Mitglieder weiterhin über aktuelle technische Neuerungen und Lösungen wie beispielsweise den vorderen Überhang, Anhängerbremsen, Beleuchtungen und Sicherheit im landwirtschaftlichen Strassen­verkehr informiert.  n

Aufgezeichnet von Dominik Senn.

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Kurse | SVLT   n

Aus- und Weiterbildungskurse des SVLT Kursorte G40 1260 *Nyon VD 1315 *La Sarraz VD 1510 *Moudon VD 1562 *Corcelles-près-Payerne VD 1630 **Bulle FR 1920 *Martigny VS 1964 *Conthey VS 2208 *Les Hauts-Geneveys NE 2720 *Tramelan BE 2852 *Courtételle JU 3186 Düdingen FR 3250 Lyss BE 3267 Seedorf BE 3421 Lyssach BE 3510 Konolfingen BE 3550 Langnau i.E. BE 3770 Zweisimmen BE 3792 Saanen BE 3800 Interlaken BE 3818 Grindelwald BE 3930 Visp VS 4222 Zwingen BL 4415 Lausen BL 4538 Oberbipp BE 4702 Oensingen SO 5040 Schöftland AG 5505 Brunegg AG 6056 Kägiswil OW

Die G40-Fahrkurse 2017 6130 Willisau LU 6210 Sursee LU 6276 Hohenrain LU 6430 Schwyz SZ 6472 Erstfeld UR 6702 ***Claro TI 7130 Ilanz GR 7302 Landquart GR 7430 Thusis GR 7524 Zuoz GR 7550 Scuol GR 8180 Bülach ZH 8200 Schaffhausen SH 8460 Marthalen ZH 8500 Frauenfeld TG 8836 Biberbrugg SZ 8856 Tuggen SZ 8867 Niederurnen GL 8932 Mettmenstetten ZH 9133 Sitterdorf TG 8625 Gossau ZH 9436 Balgach SG 9465 Salez SG 9602 Bazenheid SG * Sprache Französisch ** Sprachen Deutsch u. Französisch ** *Sprache Italienisch

Video zu den «G40»-Fahrkursen Weitere Filme zu landtechnisch interessanten Themen auf unserem YouTube-Kanal «Schweizer Landtechnik»

Mit dem Führerausweis Kat. G und erfolgreich absolviertem Fahrkurs G40 können landwirtschaftliche Ausnahmefahrzeuge und Landwirtschaftstraktoren sowie gewerblich immatrikulierte Traktoren mit Höchstgeschwindigkeit von 40 km / h auf landwirtschaftlichen Fahrten gelenkt werden. Der Traktorkurs G40 des SVLT ist vom Bundesamt für Strassen, ASTRA, anerkannt und wird im Führerausweis eingetragen. Siehe www.fahrkurse.ch Die ersten G40-Kurse der Kurssaison 2018 sind veröffentlicht: Anmeldungen können ab sofort vorgenommen werden!

CZV – Weiterbildungskurse Kursart

Kursdatum

Erste Hilfe im Strassenverkehr, Deutsch

24.01.2018

ARV1 / Digitaler Fahrtenschreiber, Deutsch

auf Anfrage

Ladungssicherung, Deutsch

auf Anfrage

Moderne Fahrzeugtechnik, Deutsch

auf Anfrage

Hebegerätekurse Suva-anerkannt: Gegengewichts- und Teleskopstapler Kursort und Sprache

Kurstag 1

Kurstag 2

Chavornay VD; Französisch

12.02.2018

13.02.2018

Chavornay VD, Französisch

16.02.2018

17.02.2018

Oberbipp BE, Deutsch

08.03.2018

09.03.2018

Oberbipp BE, Deutsch

12.03.2018

13.03.2018

Goldach SG, Deutsch

17.05.2018

18.05.2018

Oberbipp BE, Deutsch

25.10.2018

26.10.2018

Oberbipp BE, Deutsch

29.10.2018

30.10.2018

Rümlang ZH, Deutsch

auf Anfrage

auf Anfrage

Schweisskurse Informationen und Auskünfte zu den rechtsstehenden Kursen: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch 056 462 32 00 oder zs@agrartechnik.ch

n   Impressum   79. Jahrgang

Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik SVLT NR Werner Salzmann, Präsident Aldo Rui, Direktor Redaktion Tel. 056 462 32 00 Roman Engeler: roman.engeler@agrartechnik.ch Heinz Röthlisberger: heinz.roethlisberger@agrartechnik.ch Dominik Senn: dominik.senn@agrartechnik.ch Ruedi Hunger: hungerr@bluewin.ch Ruedi Burkhalter: r.burkhalter@agrartechnik.ch Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01 www.agrartechnik.ch

Kursort: Riniken AG

Kursart

Kursdatum

Lichtbogen-Handschweissen (E-Hand), Deutsch

auf Anfrage

Metall-Schutzgasschweissen (MAG/MIG), Deutsch

auf Anfrage

Wolfram-Schutzgasschweissen (TIG), Deutsch

auf Anfrage

Verlagsleitung Dr. Roman Engeler, Postfach, 5223 Riniken Tel. 079 207 84 29 roman.engeler@agrartechnik.ch Inserate / Anzeigen Stämpfli AG Dominik Kittelmann, Anzeigenleiter Wölflistrasse 1, Postfach, 3001 Bern Tel. 031 300 63 82 E-Mail: inserate@staempfli.com Anzeigentarif Es gilt der Tarif 2017. Kombinationsrabatt: 25 % bei gleichzeitigem Erscheinen in «Technique Agricole» Herstellung und Spedition Stämpfli AG, Wölflistrasse 1, 3001 Bern Erscheinungsweise 11-mal jährlich

Kursort: Riniken AG

Abonnementspreise Inland: jährlich CHF 110.– (inkl. MwSt.) SVLT-Mitglieder gratis Ausland: CHF 135.– (exkl. MwSt.)

Nächste Ausgabe: Schwerpunkt: Pflanzenschutz Impression: Vergleichstest von sechs Heisswasser-Hochdruckreinigern Management: Unfall, Strafverfahren: Was nun? Markt: Techniken zur Brennholznutzung

Nr. 1 / 2018 erscheint am 18. Jan. 2018. Anzeigenschluss: 5. Jan. 2018

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n  SVLT | Kurse

Auch andere Väter haben hübsche Töchter... Lassen Sie sich auf ein Date ein: 079 440 02 17

GVS Agrar AG Im Majorenacker 11 CH-8207 Schaffhausen info@gvs-agrar.ch www.gvs-agrar.ch

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Schweizer Landtechnik  12 2017

1716 PLAFFEIEN, Rappo Gebrüder AG 1797 MÜNCHENWILER, M. R. Tech GMBH 3232 INS, GVS Agrar Ins AG 3400 BURGDORF, Hess Durs GmbH 3538 RÖTHENBACH I.E., Schüpbach Reparaturwerkstätte 3555 TRUBSCHACHEN, Zaugg Forst- u. Landtechnik AG 4415 LAUSEN, Hugo Furrer AG 5324 FULL-REUENTHAL, Heinz Kämpf Landmaschinen AG 5502 HUNZENSCHWIL, Odermatt Landmaschinen AG 5618 BETTWIL, Mosimann Paul 5734 REINACH, Hauri Allround Service GmbH

7006 CHUR, Mehli Andreas 8207 SCHAFFHAUSEN, GVS Agrar AG 8340 HINWIL, Grimm Forst- und Maschinenbetrieb GmbH 8468 GUNTALINGEN, Heller Baumaschinen & Landtechnik GmbH 8564 WÄLDI, Reusser AG 8730 UZNACH, Technikcenter Uznach AG 8834 SCHINDELLEGI, Schuler Maschinen und Fahrzeuge AG 8934 KNONAU, Hausheer & Sidler 9056 GAIS, Koch Maschinen AG 9486 SCHAANWALD, Sentitechnik Anstalt

Profile for Schweizerischer Verband für Landtechnik

Schweizer Landtechnik 12/2017  

Digitale Landwirtschaft: Vom Spielzeug zum Arbeitsgerät, Automatisierung und Assistenzsysteme

Schweizer Landtechnik 12/2017  

Digitale Landwirtschaft: Vom Spielzeug zum Arbeitsgerät, Automatisierung und Assistenzsysteme