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Schweizer Landtechnik

September 2015

ERNEUERBARE ENERGIEN Übersicht Stückholzaufbereitung Maschinenkosten – praktisches Hilfsmittel Impression – Case IH «Optum CVX» SVLT – Geschäftsbericht 2014


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Editorial • Inhalt September 2015   ■

■ Aktuelles

Editorial

4 Kurzmeldungen

■ Markt 8 10 12 16 18 20 24

Ueli Zweifel

Caron-Transporter bei Sepp Knüsel Kverneland: wegweisende Techniken Kuhn: Innovationen ohne Ende Väderstad – Innovationsschub aus Schweden Fendt: Vorstoss in neue Dimensionen Maschinen für Stückholzproduktion Zunhammer: Präzision bei der Gülletechnik

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■ Impression 26 28 32

Energie ist, wenigstens in unseren Breitengraden, so billig wie noch nie. Wer hätte das gedacht vor zehn, zwanzig Jahren, als die Politik die Biogas-, Wind- und Solarstromproduktion ankurbelte und die letzten Grossprojekte in Angriff genommen wurden, um aus der Wasserkraft nochmals richtig Kasse zu machen. Die Weltwirtschaft ist ins Stocken geraten und der Poker um die Erdölförderung zu einem Machtspiel zwischen West und Ost geworden. Positiv gesehen sind die tiefen Energiekosten auch auf den technischen Fortschritt mit effizienteren d.h. sparsameren Produktions- und Steuerungsprozessen sowie auf bessere Wärmedämmmethoden zurückzuführen.

Ballenpresse Kuhn «i-Bio+» im Praxiseinsatz Krone: Aus «AM» wird «Active Mow» Case: «Optumierte Baureihe»

■ Wissen 34 36 38

Vorbereitet auf den Stromunterbruch Notstromaggregate: nützliche Helfer ZF «Terramatic TMG28» – vertiefte Getriebe-Betrachtung

Heftmitte: SVLT – Geschäftsbericht 2014 41 42 45

Aktive Regelung des Topzylinders Gutes Licht und geringer Strom «Shredlage» – Verfahren bei Maissilage

■ Management 46 Maisstroh und -stoppeln wirkungsvoll zerkleinern 49 Biogas: externes «GasMix»-System 29 Transportlogistik und Datentransfer 50 Maschinenkosten: Hilfe für die Praxis 52 Schlüsselfaktor für effiziente Fortbewegung

50

■ Plattform 55 58 59 60 62 67 68

Strickhof: Rückblick auf die Pfluglos-Nacht Waldberuf hat Zukunft Neuheiten belebten die Forstmesse Freiburger Lohnunternehmer Pionier Holzenergie mit wachsendem Potenzial Plantahof: Faszination am Berg Arbeitsplatz mit viel Dynamik

55

■ Sicherheit 70

Jede nicht verwendete Energieeinheit ist und bleibt ein Beitrag zur Ressourcenschonung und gegen den Klimawandel. Trotz allgemein tiefer Preise hat deshalb der sparsame Umgang mit der Energie auch in der Landwirtschaft nichts an Aktualität eingebüsst. Energiefragen bilden einen Schwerpunkt in unserem Heft mit Beiträgen zu neuen Techniken bei der effizienten Brennholzaufbereitung über das Sicherheitsdispositiv, um Stromunterbrüche für die wichtigsten Verbraucher zu überbrücken, bis zu einer ganzen Reihe von Beiträgen mit innovativen Bodenbearbeitungs- und Bestellverfahren. Deren Mehrwert muss sich immer auch durch eine Senkung beim spezifischen Energieverbrauch beweisen. PS: Der Schweizerische Verband für Landtechnik führt am kommenden Freitag seine Delegiertenversammlung in Bern durch. Wie sich der Verband in seinem 91. Jahrgang im Dienste seiner Mitglieder in Szene gesetzt hat, legt unser Geschäftsbericht in der Heftmitte Rechenschaft ab.

Kleintransporter – Risiken mitgeliefert

■ Passion 72 73

Landtechnik – the Energy Saver

Aebi im Verkehrshaus Meisterliche Holzhauer und Pflüger

■ SVLT 74 Porträt: Berner Verband für Landtechnik 76 Sektionsnachrichten 78 Geschicklichkeitsfahren SH, SO, ZG 79 Impressum

Energieholz: Mit verschie­denen Techniken aufberei­tet kann es einen Beitrag zur Energieversorgung vor allem in ländlichen Gebie­ten beitragen. (Bild: agrofoto.com)

Ausgabe Nr. 10 erscheint am 8. Oktober 2015

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n  Markt | Aktuelles

In Kürze ■  Der tschechische Reifenhersteller Mitas bringt mit dem «VF HC 3000» einen neuen Reifen für Erntemaschinen auf den Markt, der sich durch höhere Tragfähigkeiten und geringeren Fülldruck speziell für zyklische Feldarbeiten eignen soll.

Massey Ferguson mit neuer Erntetechnik

■  Pöttinger hat die neusten technischen Entwicklungen der aktuellen Zettermodelle nun auch beim gezogenen 6-Kreisel-Modell «Hit 6.80 T» mit 7,45 m Arbeitsbreite integriert. ■  Michelin ist von CNH-Industrial als bester Zulieferer für Landwirtschaftsreifen mit dem «Best Supplier Award» ausgezeichnet worden. ■  Fahrersitzhersteller Grammer vermeldet für das erste Halbjahr 2015 ein weiterhin dynamisch wachsendes Automobilgeschäft und einen durch negative Entwicklungen in wichtigen Märkten belasteten Nutzfahrzeug- und Landwirtschaftsbereich. Trotz gestiegenem Umsatz auf 710 Mio. Euro hat sich der Gewinn um 6 auf 24,9 Mio. Euro reduziert.

Massey Ferguson: neue Mähdrescher und Verbesserungen bei den Quaderballenpressen mit dem «ProCut»-System. (Bild: zvg)

■  Der indische Reifenhersteller BKT wird an der Agritechnica mit einem Monstertruck auf die Neuheiten im Segment der Landwirtschaftsreifen aufmerksam machen. ■  In Deutschland wurden im ersten Halbjahr 2015 Landmaschinen und Traktoren im Wert von 4,13 Mrd. Euro produziert, was einem Rückgang von 9 % gegenüber der gleichen Vorjahrsperiode entspricht. ■  Die Pavillons 33 und 35 der diesjährigen Agritechnica sind dem Themenschwerpunkt «Campus&Career», der neuen Plattform für Beruf, Karriere, Wissenschaft und Forschung, gewidmet. Täglich werden ein breites Spektrum an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie neuartige Lehrgänge in der Landtechnikbranche thematisiert. ■  Mit zahlreichen Innovationen wollen die Hersteller von Landtechnik die Märkte beflügeln, was sich aus den Neuheitenanmeldungen für die diesjährige Agritechnica ablesen lässt, wurden doch über 300 Neuheiten beim Veranstalter eingereicht. ■  Im Mai dieses Jahres lief im Pressenwerk Metz bei Claas France die 300 000. Maschine vom Band – eine Rundballenpresse vom Typ «Rollant 454 Uniwrap». ■  Iseki feiert das 90-jährige Bestehen. Seit über 30 Jahren importiert Rapid das breite Sortiment dieser Rasen- und Kompakttraktoren in die Schweiz. Zum Anlass dieses Jubiläums ist jetzt ein grosser Wettbewerb ausgeschrieben: Wer den ältesten in der Schweiz noch im Einsatz stehenden Iseki-Traktor meldet, gewinnt ein neues Modell.

Massey Ferguson kommt auf die neue Saison mit einem Update bei Mähdreschern und Pressen auf den Markt. Massey Ferguson führt zur Ernte 2016 einen komplett neuen, von einem 4-Zylinder-Agco-Motor mit 176 PS und 4,9 l Hubraum angetriebenen «Economy-Mähdrescher», den «MF 7340 Activa», ein. Das 5Schüttler-Modell ersetzt den «MF Activa 7240» und soll als Einstiegsmodell für jene dienen, die auf Eigenmechanisierung setzen und dabei doch nicht auf Ausstattungsmerkmale aus grösseren Baureihen ver­ zichten wollen. Ergänzend kommt der 5-Schüttler «MF 7344 Activa» neu auf den Markt und ersetzt das Modell «MF Activa 7244». Angetrieben wird der neue Mähdrescher von einem 6-Zylinder-Agco-Motor

mit 7,4 l Hubraum und 218 PS. Optional­ gibt es zu diesem Drescher ein 5,5 m breites «PowerFlow»-Schneidwerk, während d ­ as bekannte S­ ortiment an «FreeFlow»-Schneid­werken weiterhin in Breiten zwischen 4,2 und 6,6 m erhältlich ist. Dann führt Massey Ferguson das «ProCut»System für die grossen Quaderballenpressen der Serie «MF 2200» ein. Dieses mit aufsteckbaren Schneidrotorfingern versehene System ermöglicht nicht nur einen höheren Durchsatz und gleichmässigeren Schnitt, sondern dank einfachem Zugang auch eine problemlose Wartung. Die Messer sind in einem schnell absenkbaren Schneidwerksboden montiert, konkret in einem Messermagazin, das sich dank Wälzlagerung auf der linken Seite vollständig ausfahren lässt.

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Schweizer Landtechnik  9 2015


Aktuelles | Markt   n

Waadtländer gewinnt Fendt Beim Gewinnspiel «Landwirt, der wichtigste Beruf auf der Erde» von BASF Schweiz war dem Waadtländer Landwirt Daniel Besson aus Chapelle-sur-Moudon das Glück hold. ­ ­Unter sage und schreibe 9000 Einsendungen fiel ihm der ­lukrative Losgewinn zu: Der allererste Serientraktor der neu­ en Profiversion Fendt «313 Vario Swiss Edition». Zum Trost für alle, die leer ausgegangen sind: Die Kampagne wird gemäss BASF nächstes Jahr fortgeführt. BASF-Landesleiter Pflanzenschutz Uwe Kasten gratuliert Landwirt Daniel Besson, daneben Gattin Françoise und Tochter Céline sowie Geschäftsführer Klaus Ruf von BASF Schweiz (v. l. n. r.). (Bild: Dominik Senn)

Lohnunternehmer setzen auf Rüben «Dieses Bild wird es kaum wieder geben», schwärmt der Unterstammheimer Land­ maschinenhändler und Importeur Albert Brack. Er meint damit die zehn Gross­ ernte- und Verlademaschinen für den Zu­ ckerrübenbau. Insgesamt sind es sieben Vollernter der Marken «Ropa» und «Hol­ mer» sowie drei Verlademäuse der Marke «Ropa». «Lohnunternehmer nutz­­ten den günstigen Euro, um jetzt zu guten Kondi­ tionen ihre Erntemaschinen zu erneuern»,

begründet Albert Brack diesen durchaus eher aussergewöhnlichen Boom. Für die dabei eingetauschten Occassionsmaschi­ nen gibt es insbesondere im Ausland eine grosse Nachfrage. Entsprechend konnte Brack diese eingetauschten Maschinen auch exportieren. Nicht zuletzt sind es aber auch die Lohnunternehmer und ihre Kunden, die an die Zukunft der inländi­ schen Zuckerproduktion trotz markant sinkender Rübenpreise glauben.

Die «Serco Arena» bietet Serco Landtechnik jene Grundlage, die es für eine prosperierende Bearbeitung des Schweizer Markts braucht. (Bild: Roman Engeler)

Serco weiht Arena ein

Albert Brack vor den zehn ausliefer­ bereiten Maschinen. (Bild: RoMü)

nik, für Bewässerungs- und Krananlagen oder Materialseilbahnen. Knackpunkt bei solchen Steuerungen ist in der Regel die Reichweite, die nicht selten wegen topografischen Hindernissen oder Gebäuden beeinträchtigt ist. Zwar kann beispielsweise eine Richtantenne auf dem Scheunendach helfen, diese deckt dann aber oft doch nicht alle Flächen ab. Um diese

Problematik zu lösen, hat Schmidiger einen mobilen und batteriebe­triebenen Repeater zum System «Cobra 100» ent­ wickelt. Es entfallen somit hohe Kosten für eine Antennenmontage mit langen Kabeln. Der Repeater kann völlig kabellos direkt beim störenden Hindernis platziert werden. Der Standort kann auch schnell und einfach gewechselt werden.

Am Hauptsitz Oberbipp konnte Serco Landtechnik Mitte August im Beisein der betei­ligten Unternehmen und Pla­ ner, von zahl­reichen Lieferanten und Kunden sowie Vertretern aus Wirt­ schaft und Politik die neue Ausstel­ lungs- und Lagerhalle mit zweistöcki­ gem Bürotrakt und Trainingscenter einweihen. Das als «Serco Arena» be­ zeichnete Gebäude, für deren Erstel­ lung man insgesamt 6,6 Mio. Fr. inves­ tierte, ist auf einer 11 000 m2 grossen Parzelle platziert, die vis-à-vis des be­ stehenden Firmen­gebäudes durch die Bahnlinie getrennt ist und für deren Erschliessung der Bau einer Brücke notwendig wurde. Geschäftsführer Werner Berger und die Mitarbeitenden von Serco Landtechnik freuen sich über die neue Halle, herrschte doch bisher oft viel Platzmangel für all die Maschi­ nen. Auch besteht nun ausreichend Platz für die immer anspruchsvoller werdenden technischen Schulungen. 9 2015  Schweizer Landtechnik

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n  Markt | Aktuelles

Drohnen können in der Landwirtschaft an Bedeutung gewinnen. (Bild: zvg)

Neue Technologien in der Landwirtschaft In der Landwirtschaft war der Begriff «Drohne» bisher bekannt für die männliche Biene, welche für die Befruchtung der Königinnen verantwortlich sind. Nun wird dieser Begriff aber auch anderweitig zusehends wichtiger.

Agco nun mit Futtererntetechnik

Zu den neuesten Technologien in der Landwirtschaft zählt der professionelle Drohneneinsatz, der mit einer integrierten Digitalkamera bei diesen Fluggeräten einen gänzlich neuen Blick auf Felder oder Wälder – nämlich von oben – ermöglicht. Dank Luftbildaufnahmen kann der Zustand der Pflanzen deutlich besser als bisher analysiert und kontrolliert werden. Spezialaufnahmen bieten weitere eindrucksvolle Möglichkeiten: Infrarotaufnahmen ermöglichen die Unterscheidung unterschiedlicher Pflanzenarten und decken eine ungleichmässige Entwicklung der Pflanzen auf. Das ist beispielsweise bei Nährstoffmängeln oder einer hohen Bedrohung durch Unkraut klar von Vorteil. Wärmebildaufnahmen stellen hingegen auf

Fotos eine unterschiedliche Temperaturverteilung färbig dar. Dadurch können zum Beispiel Schwarzwild oder Kitze in dichten Feldern erkannt und gerettet werden. Mit der zierlichen Drohne kann man aber auch den eigenen Hof, Silos oder Lagerhallen schnell und flexibel aus der Luft überprüfen. Im Testbetrieb ist darüber hinaus die Ausbringung von Nützlingen. So vielfältig die Einsatzgebiete sind, so einfach ist die Anwendung. «Unser Lagerhaus» in Österreich (vergleichbar mit Landi in der Schweiz) bietet nun einen Drohnenservice mit professionellen Geräten und geschulten Piloten an. Diese lassen die Drohne unter Nutzung einer Livebildbrille gekonnt zum richtigen Ort schweben.

Giant – kleiner geht nicht Massey Ferguson und auch Fendt steigen in die Futtererntetechnik ein. (Bild: zvg)

«Aus den Fella Werken wird die Agco Feucht GmbH», liess Agco kürzlich verlauten und betonte, dass die Marke «Fella» aber weiterhin bestehen bleibe und sogar an Bedeutung gewinnen sollte. Nichtsdestotrotz lanciert der amerikanische Landtechnikhersteller nun eine breite Futtererntepalette für die Marken «Massey Ferguson» und «Fendt», die im deutschen Feucht produziert werden. So wird es in den entsprechenden Markenfarben verschiedene Scheibenmähwerke und Mähwerkskombi­ nationen (auch mit Aufbereitern) mit Arbeitsbreiten von 2,06 bis 9,30 m, Kreiselheuer mit Arbeitsbreiten zwischen 5,20 u ­nd 12,70 m sowie Schwader vom Einkreisler- mit 3,60 m bis zum Vierkreislermodell mit 12,50 m Arbeitsbreite geben. Auf der Agritechnica sollen dann noch weitere, in der Futterernte verbreitete Maschinen gezeigt werden.

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Klein, kompakt, stark, wendig und schön: So wird der Lader «D254SW Tele» von Giant beschrieben, mit dem der Her­ steller sein Teleskoplader-Angebot nach unten abrundet. Der neue, im Vorder­ wagen untergebrachte und ausfahrbare Hubarm sorgt dabei für viele Klein und stark: der Lader Giant «D254SW Tele» hat es in sich. (Bild: zvg)

Einsatzmöglichkeiten. Erstaunen weckt der kleine Lader «D254SW Tele» durch seine Hubkräfte und Kipplasten von bis zu zwei Dritteln des Eigengewichts, und dies bei guter Standsicherheit. Bemerkenswert ist der neue Teleskophubarm: Durch ihn verfügt die Maschine über eine enorme Überladehöhe, auch die Stapelhöhe von 2,60 m kann sich sehen lassen. Der Kubota-Niederemissionsmo­ tor, die ­­ Bosch-Rexroth-Hydraulik sowie die robusten Poclain-Radmotoren mit elektrischer Sperre sind Beweise für die hohe Qualität des gesamten Maschinenkonzeptes. Ein hydrostatischer 4-RadFahrantrieb bringt dynamische Bewegung an den Achsen. Das Leichtgewicht von 1200 kg hebt Lasten bis zu 800 kg. Ein wartungsfreies Knick-Pendel-­Gelenk, ide­­ ale Sicht auf das Anbaugerät und dank dem grossen Anbautechnikprogramm flexible Einsetzbarkeit runden diese Merkmale dieser Maschine ab.


Aktuelles | Markt   n

30 Jahre Holzschnitzel Die Geschäftsführer René Tschanz (l.) und Fredy Hirter (r.) präsentieren am Tag der offenen Tür in Safenwil die neuste Verstärkung der Häckslerflotte, einen «Big X 580» von Krone. (Bild: Ruedi Burkhalter)

Fredy Hirter und René Tschanz geführt und beschäftigt neun Vollzeitangestellte, zwei Teilzeitangestellte und Aushilfen. Das wichtigste Standbein sind aktuell d ­ ie Herstellung und der Transport von HolzDas Lohnunternehmen Hirter & schnitzeln. Mit mittlerweile vier auf LastTschanz gewährte anlässlich eines wagen aufgebauten «Heinola»-Hoch­ Tags der offen Türe einen Einblick leis­ tungshackern werden jährlich über 200 000 m3 Holzschnitzel hergestellt. Ein in seine vielseitigen Tätigkeiten. Schubboden-LKW, mehrere Hakengeräte Mitte August standen beim Lohnunter- und ein Pumpcontainer stehen für die nehmen Hirter & Tschanz AG die Türen­ Logistik zur Verfügung. Weitere Stand­ für Kunden und Interessierte offen. Die beine sind die zwei Hochleistungs-­ Geschichte dieses Unternehmens geht Häckselketten für Mais und Gras, das zurück bis ins Jahr 1961, als Fritz Hirter Säen von Mais und der Winterdienst. Den einen ersten Mähdrescher kaufte und grossen Erfolg verdankt das Unternehmen eine E­ inzelfirma gründete. 1993 erfolgte nicht zuletzt mehrerer Kooperationen mit die Gründung der heutigen AG durch Partnerunternehmen, die beispielsweise Fritz Hirter und Hans Tschanz. Das Unter- beim Dreschen seit 2003 eine höhere nehmen wird heute durch deren Söhne Maschinenauslastung ermöglichen.

Pöttinger bündelt Kompetenz Pöttinger ist in der Schweiz seit 2003 mit einer eigenen Tochterfirma in Birmenstorf AG für den Vertrieb der Grünlandpalette vertreten, während das Bodenbearbeitungsprogramm bisher von Althaus Ersigen vertrieben wurde. Nachdem Althaus seine

An der traditionellen Herbstmesse in Birmenstorf vom 16. bis 18. Oktober 2015 zeigt Pöttinger mit der Präsentation der gesamten Grünland- und Ackerbautechnik entsprechend Flagge. «Wir sehen mit dieser Umstrukturierung und den 40 Jahren Erfahrung in der Bodenbearbeitung weiteres Potenzial in der Schweiz», kommentiert Geschäftsführer Hanspeter Hitz die neue Situation.

200. «Lintrac» ausgeliefert Der stufenlose Standardtraktor mit 4Rad-Lenkung wurde kürzlich an Armin Rohr aus dem Kärntner Stockenboi übergeben. Dort wird der «Lintrac» seine Stärken im steilen Grünland ebenso ausspielen wie bei überbetrieblichen ­Arbeiten und im Winterdienst.

Lindner hat mittlerweile bereits 200 Modelle vom «Lintrac» bauen können. (Bild: zvg)

Seit Ende 2014 produziert der Tiroler Landmaschinenspezialist Lindner den neuen «Lintrac», den ersten stufenlosen Standardtraktor mit 4-Rad-Lenkung. Kürzlich verliess das Modell mit der Fahrgestellnummer 200 das Werk in Kundl. Zum Einsatz kommt der besonders wendige und hangtaugliche Traktor im Berglandwirtschaftsbetrieb von Armin Rohr. Der Hof befindet sich auf 1300 m, von den 74 ha Gesamtfläche sind 25 ha Grünland. Der Betriebsleiter ist überzeugt, dass der «Lintrac» die optimale Maschine für den Betrieb ist. Der Landwirt wird den «Lintrac» auch für überbetriebliche Arbeiten (Maschinenring) und für den Winterdienst verwenden.

Siloking reduziert Kraftbedarf

Hanspeter Hitz: «In Zukunft gibt es Grünlandund Ackerbautechnik von Pöttinger aus einer Hand.» (Bild: Roman Engeler)

Aktivitäten mit dem Verkauf der Firma eingestellt hat, musste sich der österreichische Landtechnikhersteller neu ausrichten und wird inskünftig auch die Bodenbearbeitung über die eigene Tochterfirma vertreiben. Mit der Firma Sahli AG, einem führenden Grosshändler für Landmaschinen-Ersatzteile, hat sich Pöttinger noch zusätzlich einen neuen Partner an Bord geholt.

Für seine grossen gezogenen Futtermisch­ wagen bietet Siloking eine Soft-Start-Kupp­ lung an, die den Antriebskraftbedarf um bis zur Hälfte reduzieren soll. Die hydrau­ lische Kupplung ist zwischen den Planetengetrieben der Mischschnecken platziert. Am Anfang, wenn noch wenig Futter im Mischwagen ist, läuft nur eine Schnecke. Die weiteren werden erst eingeschaltet, wenn zusätzliches Futter eingefüllt wird. Diese Soft-Start-Kupplung ist zudem preisgünstiger als ein Lastschaltgetriebe. Ende 2015 will Siloking zudem eine neue Generation selbstfahrender Vertikal-Futtermischwagen auf den Markt bringen.

Die Fahrerkabinen sollen dank optimiertem Frontscheibenwinkel sauberer bleiben. Künftig lässt sich das mobile Wiege- und Bediensystem von Siloking auch mit festgelegten Rezepten und Smartphone nutzen.

Die Soft-Start-Kupplung von Siloking.

(Bild: zvg)

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n  Aktuelles

Steckbrief C-Serie • Motoren: Kohler / Lombardini oder VM; 55,4 kW bis 80 kW (75 – 109 PS) • Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe synchronisiert • Zapfwelle: Standard, hinten 540 U /min; Optional: zentral oder hinten; 540 / 1000 U / min • Bremse: Doppelkreislauf-Fussbremse, schwimmend gelagert, selbstnachstellend; Federspeicher-Handbremse; optional: Wirbelstrombremse (Retarder) • Gewichte: zul. Gesamtgewicht bis 10 000 kg; Nutzlast bis 7000 kg Caron-Transporter werden in der Schweiz üblicherweise mit einem Ladegerät von Lüönd ausgestattet. (Fotos: Sepp Knüsel)

Caron-Transporter bei Sepp Knüsel Mit der Übernahme des Generalimports der CaronTransporter durch die Firma Sepp Knüsel bündelt das Familienunternehmen Caron aus Italien seine Interessen in der Schweiz neu. Die Firma Knüsel ist überzeugt, dass sie mit dem Caron-Transporter ein hervorragendes Produkt für die Kundschaft im Verkaufsprogramm hat. Ruedi Hunger Die Firma Caron aus Pianezze San Lorenzo (Italien) ist ein Familienunternehmen das seit Ende der Sechzigerjahre Transporter für Landwirtschafts- und Kommunalbetriebe produziert. Das Unternehmen stellt jährlich zwischen 400 und 450 Transporter her. Das Transporterprogramm umfasst 27 Modelle die insgesamt in sechs Serien hergestellt werden und Motorleistungen von 18,4 kW bis 80 kW (25 – 109 PS) aufweisen. Dazu zählt auch die einfache, aber robuste Baureihe 800 für Gesamtgewichte bis 5000 kg. Weniger bekannt, aber in den Weinbaugebieten Italiens verbreitet anzutreffen ist der MittelsitzTransporter der Baureihe AR / ST EVO3. Letzteren gibt es mit Knick- oder Radlenkung.

rüstet. Caron-Transporter können aber auch in der Standardausrüstung ohne Federung gekauft werden. Das Chassis ist starr, mit eingebautem Drehgelenk. Letzteres garantiert stetigen Bodenkontakt aller Räder. Die Betriebsbremse ist als Doppelkreislaufbremse ausgelegt, und die Handbremse verfügt über einen Federspeicher. Zur Entlastung der Betriebsbremse gibt es für einen Aufpreis von Fr. 6200.– eine Wirbelstrombremse (Retarder). Die Caron-C-Serie ist mit einer nach vorne kippbaren Fahrerkabine ausgestattet. Diese ermöglicht eine hervorragende Zugänglichkeit zum Motor. Die Kabine liegt auf vier Öl-Silentblocks und garantiert einen hohen Fahrkomfort. Vibrationen und Schwingungen werden durch die Kombination von Einzelradund Kabinenfederung wirkungsvoll gedämpft. Je nach Modell sind Nutzlasten von 1500 bis 7000 kg möglich. Für alle Transporter bestehen verschiedene Ausrüstungs-, Radstand- und Optionsmöglichkeiten.  n

Schaltgetriebe mit synchronisierter Untersetzung und Hi / Low. Insgesamt stehen 36 Fahrstufen zur Verfügung (24 V / 12 R). Daraus ergeben sich Fahrgeschwindigkeiten von 0,4 km / h bis 40 km / h. Die Transporter verfügen selbstverständlich über einen Allradantrieb, der für die Vorderachse ausgeschaltet werden kann. Differenzialsperren erlauben auch in schwierigen Situationen ein sicheres Vorwärtskommen. Die Transporter werden auf Wunsch mit einer hydropneumatischen Einzelradfederung mit Neu entwickelte C-Serie Doppelquerlenker und Caron hat die C-Serie (CT / CTK, CTS /  einer automatischen Nivellierung bei LastCTA) vor zwei Jahren neu entwickelt. Die Für Gartenbau- und Kommunalbetriebe gibt es bei Caron spezifische Fahrzeugausrüstung und Zusatzgeräte. Fahrzeuge verfügen über ein 6-Gangänderungen ausge-

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Flexibilität zahlt sich aus: Vicon – das heisst eine Presse für Stroh, Heu & Silage. Ob feste oder variable Presskammer: Hier rentiert Ihre Entscheidung!

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n  Markt | Aktuelles

Wegweisende Techniken Kverneland lanciert auf die kommende Saison hin eine breite Palette von Neuheiten in verschiedenen Maschinensegmenten. Die Schweizer Landtechnik konnte einen Querschnitt davon im Vorfeld der Agritechnica auf einem Betrieb in Tschechien im praktischen Einsatz kennenlernen. Roman Engeler Seit Kverneland vor drei Jahren von der ­japanischen Kubota-Gruppe übernommen wurde, fokussiert dieser Landtechnikhersteller wieder vermehrt auf seine technischen Kernkompetenzen, der – kurzfristig angestrebte – finanzielle Erfolg scheint eher etwas in den Hintergrund zu rücken. An den Marken «Vicon» und «Kverneland» hält man fest, in bisher nicht bearbeiteten Märkten rückt aber der Markenname «Kubota» in oranger Farbe für das gesamte Maschinenprogramm ins Zentrum.

Einstieg in die Selbstfahrer Mit der selbst fahrenden Feldspritze «iXdrive» wagt Kverneland den Sprung in die motorisierte Fahrzeugtechnik. Zwei Modelle mit einem 4000 oder 5000 l fassenden Tank sowie mit Gestängebreiten von 24 bis 40 m werden verfügbar sein. Die Fahrzeuge weisen Bodenfreiheiten von 1,30 m, 1,50 m oder 1,70 m auf. Die Spurbreite kann hydraulisch entweder zwischen 1,80 und 2,25 m oder aber zwischen 2,25 m und 2,95 m verstellt werden. Bei den Lenkvarianten kann zwischen Zwei- und Allradlenkung gewechselt werden, zusätzlich ist auch ein Fahren im Hundegang ist möglich. Die an beiden Achsen hydropneumatisch gefederten Maschinen sind mit einem 238  PS starken 6,6-l-Motor von Perkins ausgestattet und werden als Trägerfahrzeuge vom italienischen Hersteller Mazzotti geliefert. Die gesamte Ausbringtechnik inklusive der Precision-Farming-Möglichkeiten via GPS stammen aber aus dem eigenen Hause. Das Programm der Anbauspritzen erweitert Kverneland auf die kommende Saison hin mit der kompakten und nahe am Traktor angebauten Serie «iXter A», die es mit Tankgrössen von 800, 1000 und 1200 l geben wird. Damit kommt das Unternehmen Kundenwünschen von kleineren und mittleren Betrieben entgegen.

Hightech in der Mittelklasse Neu macht Kverneland die dank GPS-Positionierungssystem mögliche automatische 10

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Mit der neu entwickelten Pflugbaureihe «2500» zielt Kverneland auf das wachsende Marktsegment der 5- und 6-scharigen Pflüge. Die Raupe dient bei diesem Modell als bodenschonende Alternative zum konventionellen Stützrad. (Bilder: Roman Engeler)

Steuerung von Ausbringmenge und Arbeitsbreite auch für Düngerstreuer mit Tankvolumen von 1100 bis 2450 l verfügbar. Das unter dem Namen «Geospread» bekannte System ermöglicht eine schnelle, manuelle Einstellung allein über das IsobusTerminal, spart Dünger ein und garantiert optimale Überlappungen und eine Minimierung von Über- oder Unterdosierungen.

«FastBale» in Aktion Im Februar dieses Jahres überraschte Kverneland auf der Sima in Paris unter der Marke «Vicon» mit einer auf dem Festkammerprinzip basierenden Nonstop-Rundballenpresse. Diese äusserst kompakt konstruierte Presse kommt nun nach ausgedehnten Feldtests auf den Markt. Das Konzept mit zwei in Reihe geschalteten Presskammern ermöglicht die gleichzeitige Nutzung bestimmter Presswalzen. Die erste Presskammer dieser «FastBale» arbeitet als Vorkammer. Diese formt und verdichtet zwei Drittel des Ballens. Wenn der eingestellte Pressdruck in der Vorkammer erreicht ist, wird der Erntegutfluss in die Hauptpresskammer umgeleitet, ohne dass der Pressvorgang unterbrochen werden muss.

Anschliessend wird die Vorkammer geöffnet und der vorgeformte und vorverdichtete Ballen wird an die Hauptkammer übergeben, um dort den Pressvorgang bis zu einem maximalen Durchmesser von 1,25 m zu ­vollenden. Sobald der Pressvorgang in der Hauptkammer abgeschlossen ist, wird der Erntegutstrom ohne Unterbrechung wieder in die Vorkammer geleitet. Während in der Vorkammer der nächste Ballen gepresst wird, startet die Netzbindung in der Hauptkammer. Nachdem der Ballen mit Netz umwickelt ist, öffnet die Heckklappe und der Ballen wird an den Wickeltisch übergeben. Der komplette Vorgang verläuft kontinuierlich, ohne Stillstandzeiten ab. Weiter bringt Kverneland die neue Serie von Festkammerpressen Vicon «RF 4000» auf den Markt und lanciert neue Ballenwickler mit einem ausgeklügelten System mit optimierter, an die jeweilige Ballenstabilität angepasster Wickelgeschwindigkeit.

Neue Mähwerksentlastung Für die Heckmähwerke hat Kverneland ein neues Konzept zur Entlastung entwickelt. Die eigentliche Feder für die Bodendruckentlastung wird dabei neu über einen Hyd-


Aktuelles | Markt   n

Die selbst fahrende Feldspritze «iXdrive» wird es mit einem 4000 oder 5000 l fassenden Tank sowie mit Gestängebreiten von 24 bis 40 m geben.

Per Sprache steuern Eine interessante Softwareapplikation hat Kverneland mit «Voice-Control» entwickelt. Dieses System macht sich die Spracherkennung der heutigen Smartphones zunutze und soll dereinst eine «handfreie» Steuerung sämtlicher Isobus-tauglichen Maschinen der Marken «Kverneland» und «Vicon» ermöglichen. Ein Fahrer kann mit seiner Stimme Befehle erteilen, die dann via Handy- und Bluetooth-Schnittstelle zum Isobus-Terminal gelangen, von wo die entsprechenden Anweisungen umgesetzt werden. Die Entwickler versprechen sich davon künftig eine bessere und vor allem eine sicherere Kontrolle der Anbaugeräte. Bis zur Marktreife dieses Systems hat man aber noch einen – vor allem sicherheitstechnisch – schwierigen Weg vor sich. Im Elektroniksegment bietet Kverneland zudem mit «TopRemote» einen direkten Zugriff auf Maschinen per Fernsteuerung, um allfällige Probleme aus der Ferne zu lösen. Weiter gibt es nun auch für Kverneland-Maschinen ein Flottenmanagement.

Per Sprache gesteuerte Landmaschinen: Über kurz oder lang könnte dies zur Realität werden.

raulikzylinder verstellt. Dieser Hydraulikzylinder spannt oder entspannt die Entlastungsfeder, sodass entweder mehr oder weniger Auflagedruck eingestellt wird. Der aktuell gültige Auflagedruck kann auf einer gut sichtbaren Skala abgelesen werden. Dieses hydraulische System ist für Mähwerke ab Baujahr September 2015 nachrüstbar. Im Bereich der Futterernte gibt es weiter einen neuen Kreiselzettwender mit der ­Bezeichnung «Fanex 764» und reduzierter Transporthöhe bei einer Arbeitsbreite von

7,60 m sowie einen neuen, technisch überaus einfach konzipierten Vierkreiselschwader «Andex 1254» mit einer Arbeitsbreite von über 12 m.

Isobus-Pflug Bereits vor zwei Jahren stellte Kverneland ein neues Pflugkonzept vor. Nun wird dieses vormals theoretische Konzept mit der Serie «2500» in die Praxis umgesetzt; Kverneland zielt damit auf das wachsende Segment von 5- und 6-scharigen Pflügen für Traktoren bis 280  PS. Verschiedene Komponenten, vom Design bis zu den Einstellmöglichkeiten, wurden dabei erneuert. Einzigartig ist ein bodenschonendes Raupenlaufwerk aus Gummi, das anstelle eines konventionellen Stützrads geordert werden kann. Gleichzeitig bietet Kverneland zu diesen neuen Pflügen die Isobus-Steuerung namens «i-Plough» an, was die Bedienerfreundlichkeit verbessert, indem nahezu alle Einstellungen über das Traktorterminal getätigt werden können, und dank GPS-Unterstützung das schnurgerade Pflügen sowie die aufgrund der Parzellengrösse optimierte Arbeitsbreite zur Selbstverständlichkeit werden lässt. Per Knopfdruck lässt sich der Pflug mit dieser Steuerung zudem in einem Schritt von der Arbeits- in die Transportposition verstellen.

«Strip-Till» wird zum «Kulti» «Kultistrip» heisst die Antwort von Kverneland auf die verschiedensten Bestrebungen in der «Strip-Till»-Technologie. Nach der erfolgreichen Einführung des «Kultistrip» mit starren Rahmen vor zwei Jahren wird diese streifenweise Bodenbearbeitung nun um klappbare Modelle mit Arbeitsbreiten von 4,5 und 6 m sowie flexibel einstellbaren Reihenabständen und optionaler Düngeapplikation erweitert. Im Segment der flachen Bodenbearbei­ tung – mit Arbeitstiefen bis 15 cm – kehrt der Grubber «Turbo» in gezogenen Varianten von 6,5 und 8 m Arbeitsbreite zurück. Weniger Gewicht, geringerer Wartungsaufwand und einfachere Einstellung sind die

Nach umfangreichen Feldtests ist die Nonstop-Festkammerpresse «FastBale» nun praxisreif.

Für die Heckmähwerke hat Kverneland ein neues Konzept zur Entlastung, basierend auf einer Kombination von Federn und Hydraulikzylindern, entwickelt.

Merkmale der neuen «H»-Kreiseleggen, die Kverneland in Arbeitsbreiten von 3, 3,5 und 4 m für Traktoren von 70 bis 190 PS ent­ wickelt hat. Weiter wird die Familie der «u-drill»-Sämaschinen um starre Ausführungen mit Arbeitsbreiten von 3 und 4 m sowie mit den Modellen «plus» für eine gleichzeitig mit der Saat applizierbare Düngergabe erweitert. Die Einzelkornsämaschine «Optima» wird unter anderem mit einer umfassenden Säscheibe mit 40 Löchern hinsichtlich einer höheren Sägeschwindigkeit optimiert und soll bis zu Geschwindigkeiten von 12 km / h präzise arbeiten. Mit einem zusätzlichen Sensor wird man zudem bei diesen Maschinen demnächst die Düngerzugabe exakt erfassen können.  n

Video zu den KvernelandNeuheiten Weitere Filme zu landtechnisch inte­res­santen Themen auf unserem YoutubeKanal «Schweizer Landtechnik»

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n  Markt | Neuheiten

Innovationen ohne Ende Der innovative Landmaschinenhersteller Kuhn mit Sitz in Saverne (F) bringt jährlich 10 bis 15 neue Produkte heraus, was ihm erlaubt, an jeder Agritechnica 20 bis 30 Neuheiten oder Weiterentwicklungen vorzustellen; so auch diesmal am Agritechnica-Presseempfang Anfang September. Dominik Senn

Hohe Arbeitsgeschwindigkeit auch mit leistungsschwächeren Traktoren: Der Espro 3000 wird von Kuhn-Produktspezialist Klaus Bastian vorgestellt. (Bilder: Kuhn / Dominik Senn)

Interessant aus Schweizer Sicht waren die Präsentationen und Vorführungen der neuen Kuhn «Espro 3000», des getragenen Universalgrubbers «Cultimer L 100», der neuen Frontscheibenmäher und der neuen Feldspritze «Metris 2».

«Espro» – Maschine des Jahres Im Mittelpunkt stand die neue Kuhn «Espro 3000», eine auf Schweizer Landwirtschaft gemünzte Mulchsaatmaschine von drei Metern Breite (es gibt sie auch mit 6 m Breite), die an der Ausstellung SIMA in Paris zur Maschine des Jahres gekürt worden war. Wie Produktspezialist Klaus Bastian der internationalen Agrarpresse erläuterte, erbringt die Maschine hohe Flächenleistungen. «Für hohe Arbeitsgeschwindigkeiten ist jedoch nicht unbedingt ein leistungsstarker Traktor erforderlich. Bei sechs Metern Arbeitsbreite können Geschwindigkeiten von 13 km / h 12

Schweizer Landtechnik  9 2015

mit 200 PS erreicht werden, das sind weniger als 35 PS pro Meter», sagte Klaus Bastian. Vorne sorgen zwei Scheibenreihen für Bodenlockerung und -durchmischung. Für eine gleichmässige Ablagetiefe der Saatkörner kommt nach den Scheiben ein Reifenpacker zum Einsatz. Die Räder sind versetzt angeordnet. Das verhindert ein Aufschieben von Erde und verringert den Zugkraftbedarf. Einzigartig ist die Säschiene «Crossflex»: Die Säelemente sind mittels flexiblen Gummiblöcken an der Schiene befestigt, welche über ein spezielles kreuzförmiges Innenprofil verfügt; die Gummiblöcke wirken wie vier kleine Federn, welche sich den Auf- und Abbewegungen der Säelemente bei Bodenunebenheiten anpassen. Das Profil verhindert, dass sich ihre Position im Rohr ändert, die Säelemente kehren jedes Mal schnell und präzise in ihre Ausgangsposition zurück. Das ermöglicht

die Einhaltung der Ablagetiefe bei sehr hohen Geschwindigkeiten. Die «Espro» ist nicht nur wartungs-, sondern auch bedienerfreundlich: Es handelt sich um eine Isobus-Maschine mit automatischer Vorgewendesteuerung, welche eine exakte Aussaat bis zum Feldrand erlaubt. Die vorderen Scheibenreihen, die Sätiefe und der Schardruck werden über aufsteckbare Einstellscheiben an den Hydraulikzylindern verändert.

«Cultimer»-Universalgrubber Nach der Einführung der gezogenen Grubber «Cultimer L 1000» im Jahre 2013 hat Kuhn jetzt sein Programm um das angebaute Modell «Cultimer L 100» erneuert. Dieser neue Grubber verfügt nicht nur über die neusten Entwicklungen des 2013er-Modells, sondern besitzt einige weitere Neuheiten. Die neue Ausführung «L» mit dreibalkiger Anordnung


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Der Universalgrubber «Cultimer L 300» mit Steinsicherung.

Mit dem «GMD 3125 F» erweitert Kuhn sein Angebot an Frontmähern, auf dem Bild erläutert von Produktspezialist Jean-Marie Christ.

der Zinkenreihen gibt es in den Arbeitsbreiten 3 bis 3,5 m starr und 4 bis 5 m klappbar. Es handelt sich um einen Universalgrubber für die flache bis mitteltiefe Bodenbearbeitung sowie tiefe Bodenlockerung. Dies ermöglichen die verschiedenen Arbeitswerkzeuge: Gänsefussschar 350 mm für den flachen Stoppelumbruch

von 3 bis 5 cm, Scharspitze und 350 mm breite Scharflügel (Standard oder Karbid) für die intensive, bis zu 12 cm tiefe Lockerung und Durchmischung des Bodens, Scharspitze 80 mm allein für die nichtwendende Bodenlockerung bis 35  cm und neue schmale Scharspitze 50 mm für das tiefe Aufbrechen des Bodens. Der Anbaugrubber ist mit dem 3-D-Zinken und einer Steinsicherung mit 600 daN Auslösekraft an der Scharspitze ausgerüstet. Die wartungsfreien Zinken können seitlich ausweichen, was das Befördern von Steinen an die Oberfläche verhindert. Eine neue Zinkenausführung mit Abreissbolzen als Steinsicherung wird für Böden ohne Steinbesatz angeboten; die Auslösekraft an der Scharspitze beträgt hier 3000 daN. Die Einebnungsscheiben werden zentral über eine Handkurbel eingestellt, die Tiefenregelung erfolgt mittels Einstellscheiben oder hydraulisch an der Walze. Zur Anpassung an leichte Böden und bei wenigen Ernterückständen kann der «Cultimer L 100» mit Einebnungszinken anstelle der Einebnungsscheiben ausgerüstet werden.

Neue Frontscheibenmäher Nachdem die gesamte Baureihe der angebauten «GMD»-Heckscheibenmäher erneuert worden ist, führt Kuhn jetzt neue Ausführungen von «GMD»-Frontmähwerken an der Agritechnica 2015 und auf dem Markt ein: «GMD 280 F»- und «GMD 310 F»-Modelle, die in Arbeitsbreiten 2,80 m respektive 3,10 m erhältlich sind. Die Mähwerke sind an steigende Traktor-

leistungen und höhere Arbeitsgeschwindigkeiten angepasst (neuer Hauptrahmen, verstärkte Verbindung zwischen dem Mähbalken und den Befestigungsstreben, neu ausgelegter Antriebsstrang am Mähbalken und den Schwadtrommeln). Damit das Schwad sauber zwischen den Traktorrädern abgelegt wird, sind die Mähwerke «GMD 280 F» und «GMD 310 F» mit vier angetriebenen Schwadtrommeln ausgerüstet, welche das Futter zur Traktormitte bewegen; dies verhindert, dass bei feuchten Bedingungen Schmutz ins Futter eingetragen wird. «FC 3125 DF» und «FC 3525 DF» heissen die komplett neuen Frontscheibenmäher mit Aufbereiter in den Arbeitsbreiten 3,1 und 3,5 m von Kuhn. Sie bestechen durch exzellente Bodenanpassung mittels der Mehrfach-Gelenkaufhängung und der hydropneumatischen Entlastung «Lift Control» und durch den «Optidisc»-Mähbalken mit Einzelscheiben-Überlastsicherung. In Kombination mit den ebenfalls neuen Schmetterlings-Mähaufbereitern «FC 8830/9530» und «10030» können vorzugsweise Lohnunternehmer Mähbreiten bis 9,93 Metern kalkulieren. Baugleich, und mit derselben Technik wie die FCs ausgerüstet, jedoch ohne Aufbereiter, sind die Mähwerke «GMD 3125» und «GMD 3525» für den Einsatz mit den Heckmähern der Serie «GMD Liftcontrol» oder den neuen Schmetterlingsmähwerken «GMD 9530» und «GMD 10030» mit Gesamtarbeitsbreiten von 9,13 bis 9,93 Metern einsetzbar.

Neue Feldspritze «Metris 2» Die Feldspritze «Metris 2» fasst 3200 l und besitzt 24 bis 32 m breite Aluminiumgestänge.

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Die neue Kuhn «Metris 2» rundet das Programm der gezogenen Feldspritzen ab. Mit ihren 3200 oder 4100 Liter Behältervolumen, der Achsschenkellenkung sowie Achs- und Deichselfederung ist sie wie geschaffen für Schweizer Verhältnisse. Die hydropneumatisch gefederten AluSpritzgestänge von 24 bis 36 Meter liegen auch bei hohen Spritzgeschwindigkeiten ruhig über den Kulturen und können auf Wunsch mit einer automatischen Höhenführung ausgerüstet werden. Die neue Pflanzenschutz-Bedienkonsole «Visioreb» mit 7-Zoll-Touchscreen ist für alle Kuhn-Feldspritzen mit geschwindigkeitsabhängiger Can-Bus-Regelung einsetzbar. Die Bedienkonsole erlaubt eine intuitive Bedienung aller Funktionen bis hin zur vollautomatisch gesteuerten Reinigung. Oberhalb des Monitors befindet sich eine LED-Spuranzeige. Integriert ist auch eine GPS-Teilbreitenschaltung.  n


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n  Aktuelles | Neuheiten

Innovationsschub aus Schweden

Die schlanke Zentralrohr-Rahmenbauweise der Spirit R ist auf eine optimale Zugänglichkeit für Einstellungen und Wartungs­ arbeiten ausgerichtet. (Bilder: Ruedi Burkhalter / Väderstad)

Das Gebläse der Spirit R ist vorne am Tank gut gestützt untergebracht.

deauslauf hinter dem Zugfahrzeug. Die Arbeitstiefe lässt sich aus der Traktorkabine einfach hydraulisch einstellen. Der ebenfalls neue OffSetPacker mit den grossen Radialreifen (400/55-15.5) rollt leicht und sorgt für eine gute Rückverfestigung und Bearbeitung.

Saattank mit integriertem Gebläse

Der schwedische Ackerbauspezialist Väderstad wird auch an der diesjährigen Agritechnica geballte Innovationen vorstellen. Die Schweizer Landtechnik konnte diese bereits auf dem Feld in Aktion erleben. Ruedi Burkhalter Kürzlich präsentierte Väderstad in der Magdeburger Börde erstmals die zahlreichen Neuheiten, die an der Agritechnica im November ausgestellt sein werden. Für Schweizer Landwirte besonders interessant dürften die neuen Sämaschinen «Spirit R 300-400S» sein, die mit Arbeitsbreiten von drei und vier Meter verfügbar sind. Die Maschinen sind mit einem Reihenabstand von 12,5 cm oder 16,7 cm erhältlich. Bei der Entwicklung stand laut Väderstad das Ziel im Fokus, dem Anwender die Arbeit zu erleichtern und dabei die Bauweise einfach zu halten.

Zentraler Rahmenbalken erleichtert Zugänglichkeit Ins Auge sticht bei der Spirit R die neue Rahmenkonstruktion mit einem schlanken, weit über den Werkzeugen geführten zentralen Rahmenbalken. Dieser ist für eine Maschine mit 3 m bis 16

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4 m Arbeitsbreite optimiert und ermöglicht eine leichte Zugänglichkeit für Einstellungen und Wartungsarbeiten. Die Spirit R ist mit dem System «Disc Aggressive» ausgerüstet. Das Vorwerkzeug mit konischen 450-mm-Scheiben erlaubt eine intensive Bearbeitung des Bodens und ebnet ihn ein. Die x-förmige Anordnung der Scheiben sichert den GeraIm SeedEye-Sensor unterbrechen die Körner sechs Infra­ rotstrahlen und werden so gezählt.

Gleich mehrere Innovationen enthält der neue Saattguttank aus RotationsgussKunststoff, der 2800 Liter fasst und völlig korrosionsbeständig ist. Durch sein Design mit sehr grosser Einfüllöffnung lässt er sich leicht befüllen und entleeren. Die Arbeitsplattform ist an der Seite des Saattanks angeordnet, damit alle Teile beim Nachfüllen gut zu erreichen sind. Das Gebläse ist in der Vorderseite des Saattanks oben integriert, um die Aufnahme von Staub gering zu halten. Dabei sind alle empfindlichen Teile geschützt. Durch diese Lösung verlängert sich die Haltbarkeit des Ausgabesystems. Das Luftsystem benötigt nur wenig Öl und ist für kleinere Traktoren ausgelegt.

Neues Ausgabesystem mit Teilabschaltung Das neue elektrische Ausgabesystem «Fenix III» ist auf geringere Arbeitsbreiten ausgelegt und soll eine exakte Verteilung von Saatgutmengen von 1 kg bis 500 kg pro Hektar bei Geschwindigkeiten von bis zu 15 km / h gewährleisten. Der Tank hat


Neuheiten | Aktuelles   n

zwei Ausgabetrichter, und die Ausgabeist auf zwei Verteilerköpfe aufgeteilt, sodass sich die Maschine zur Hälfte abschalten lässt. Für die Saatgutablage werden 380-mm-OffSet-V-Discs und Rückverfestigungsrollen verwendet. Beim Nachstriegel werden eine Light-Version mit Egge an jeder Säeinheit und eine Version mit mittig aufgehängtem Nachstriegel angeboten. Die Spirit ist mit E-Control und Gateway ausgestattet. E-Control besteht aus einem iPad-air, das kabellos via Wi-Fi mit dem Gateway kommuniziert. Das iPad ist leicht aus der Halterung zu nehmen und kann so zum Abdrehen und zur Fehlersuche mit nach draussen an die Maschine genommen werden. Für die komplette Dokumentation kann E-Control alle Informationen via 3G-Netz oder Wi-Fi ins Büro transferieren. Die neue Spirit R geht im Herbst 2016 in die Fertigung.

Bis 10 000 Körner pro Sekunde zählen Mit dem Saatgutsensor «SeedEye» führt Väderstad zudem eine ganz neue und einzigartige Technik für die Sämaschinen Spirit R 300-400S, Rapid A 400-800S und Rapid A 600-800C ein. Diese bietet folgende Vorteile: 1.  Der Fahrer stellt die Zahl der Saatkörner pro Quadratmeter vom Fahrersitz aus ein. Somit gehört die übliche Abdrehprobe der Vergangenheit an. 2.  Der Fahrer erhält über das iPad-Display in der Kabine die vollständige Kontrolle über den Säverlauf. Wenn eine Säschar von der voreingestellten Varianz abweicht, ertönt ein akustisches Signal. Gleichzeitig wird die entsprechende Säschar auf dem Display rot markiert. 3. Bei unterschiedlichen Saatgutsorten muss die Sämaschine nicht neu eingestellt werden. Denn SeedEye nimmt die Änderung selbstständig automatisch vor, wenn der Fahrer den Wert am Display ändert. So wird die Effizienz erhöht. 4.  Mehr Sicherheit beim Säen und erhöhter Komfort entlastet den Fahrer stark, da er mehr Überblick und Kontrolle über den Sävorgang hat als je zuvor. In jedem Saatgutschlauch wird ein SeedEye Sensor montiert. Das Saatgut strömt an den SenBei den RapidModellen wurde das Gebläse im Saatgut­ tank integriert, der Zugang zum Tank verbessert.

soren vorbei, die mit sechs Foto-Transistoren bestückt sind. Diese werden mit Infrarot-Licht bestrahlt. Wenn das Saatgutkorn den Lichtstrahl passiert, wird das Licht für sehr kurze Zeit unterbrochen- und der Fototransistor registriert die Unterbrechung. Die gesamte Zahl der Unterbrechungen wird registriert und verarbeitet. Die Sensoren bieten laut Hersteller bei 250 Körnern pro Sekunde bei Weizen oder anderem Getreide rund 98 % bis 99 % Genauigkeit. Das ist sogar genauer als das herkömmliche Abdrehen mit einer Genauigkeit von rund 95 %. «Das System ist eine direkte Antwort auf den Bedarf bei den Landwirten, die Zahl der Pflanzen pro Quadratmeter genau zu bestimmen», erklärt Väderstad-Chef Crister Stark. Die Ausgabemenge kann während der Arbeit jederzeit verstellt werden. Der Radar der Sämaschine misst ihre Geschwindigkeit, und E-Control rechnet fortlaufend aus, ob die gewünschte Körnerzahl pro Quadratmeter (Sollwert) mit der von SeedEye gelieferten tatsächlich ausgegebenen Menge (Istwert) übereinstimmt. SeedEye ist für die genannten Sämaschinen ab Herbst 2016 verfügbar.

Neue «Tempo V» für Dreipunktanbau Weitere Neuheiten gibt es bei der Baureihe Tempo, die mit der HochgeschwindigkeitsEinzelkornsaat mit «PowerShoot-Technik» vor zwei Jahren die Einzelkornsaat revolutioniert hat. Ab diesem Jahr können diverse weitere Kulturen wie Kürbisse mit dieser Technik gesät werden. Mit der «Tempo V» ist neu eine klappbare, im Dreipunkt anbaubare Maschine mit bis zu 12 Reihen im Programm. Das Umstellen von zwölf Reihen mit 45 cm Reihenabstand auf acht Reihen mit 75 cm Reihenabstand soll mit etwas Übung in 40 Minuten machbar sein. Durch den Schardruck von bis zu 325 kg ist es möglich, in jeder Situation zu säen – ob bei Direktsaat oder auf dem vorgearbeiteten Feld. Ab dem 2016er-Modell wird die «Tempo» mit einem neuen Dosiergehäuse aus Aluminium ausgestattet sein. Das neue Dosiergehäuse hat eine neue Entleerungsklappe, mit der sich die Säkästen bei dem Saatgutwechsel einfach und in Rekordzeit entleeren lassen. In dem neuen Dosiergehäuse kann neu als Option auch ein 22-mm-Aussaatsrohr montiert werden, das z. B. für Saatgut von Kürbissen und grossen Sonnenblumen geeignet ist. Die «Tempo V» wird zusammen mit einem ebenfalls neu entwickelten Fronttank für Dünger eingesetzt. Dieser ist auf die hohen Fahrgeschwindigkeiten ausgerichtet. So weist die

Düngertransportleitung einen extra grossen Durchmesser von 160 mm auf, um auch bei hoher Geschwindigkeit genug Dünger transportieren zu können. Väderstad bringt weiter eine kleinere Düngerschar auf den Markt, die auch bei einem Reihenabstand von 45 cm genug Platz findet.

Rapid frisst weniger Staub Väderstad entwickelte auch die «Rapid A400-800S»-Serie weiter. Das Gebläse ist neu hoch oben in die Vorderseite des Saattanks integriert. Dadurch verringert sich die Staubaufnahme. Die neuen hydraulischen Flügelsperrungen sparen Zeit und machen das Arbeiten sicherer. Die Zwischenreifenpacker erhalten ein neues, verbessertes Design, und die Flügelpacker werden mit einer individuellen Federung für bis zu 100 kg pro Packerrad ausgestattet. Die individuelle Federung sorgt für eine bessere Rückverfestigung an den Flügeln, und die Sämaschine läuft ruhiger. Zu guter Letzt stellte Väderstad die beiden neuen Grubber-Modelle «Opus 400» und «Opus 500» vor. Mit einem 27 cm breiten Strichabstand und 80 cm Durchgang kann der Opus grosse Mengen an Stroh und Ernterückstände bearbeiten. Hinzu kommt eine sehr grosse Auswahl an Scharspitzen und Leitblechen.  n

Die Säkästen der «Tempo V» können sehr einfach und schnell über die gelbe Klappe entleert werden.

Bei der Dreipunktmaschine «Tempo V» wird weit oben möglichst staubfreie Luft angesaugt.

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n  Markt | Neuheiten

Einstieg in neue Dimensionen Mit der Serie «1000 Vario» steigt Fendt in ein neues Segment ein, das im Leistungsbereich von über 400 PS bisher von Knicklenkern, Raupen- oder Systemtraktoren besetzt war. Es handelt sich aber nicht nur um einen einfach grösseren Standardtraktor, im Fendt «1000 Vario» sind einige technisch interessante Finessen verbaut. Roman Engeler

Mit der Serie «1000 Vario» stösst Fendt mit dem Konzept eines Standardtraktors in neue Dimensionen vor. (Bilder: Roman Engeler)

Das Getriebe versorgte bisher die Hinterachse und – bei zugeschaltetem Allrad­ antrieb – auch die Vorderachse in einem festen Verhältnis mit Drehmoment. Mit dem «VarioDrive» kann nun die Vorderachse über einen zweiten, separaten Getriebeausgang unabhängig der Hinter­ achse angetrieben werden.

Nur ein Fahrbereich

Der Fendt «1000 Vario» war schon in aller Munde, bevor es ihn überhaupt gab, blieb im Gespräch, als man ihn erstmals – mehr oder weniger kommentarlos – als «German-Meisterwerk» präsentierte und wird möglicherweise ein Thema bleiben, wenn er im ersten Quartal 2016 an die ersten Kunden ausgeliefert wird. Im Vorfeld der Agritechnica standen nun einige Modelle aus der Vorserie für Testfahrten zur Ver­ fügung.

Niedrige Drehzahlen Angetrieben werden die vier Modelle der Baureihe von einem MAN-6-Zylinder-Motor mit 12,4 l Hubraum. Ein Turbolader mit variabler Turbinengeometrie sorgt für ein hohes Drehmoment schon im unteren

Video zum Fendt «1000 Vario» Weitere Filme zu landtechnisch inte­res­santen Themen auf unserem YoutubeKanal «Schweizer Landtechnik»

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Drehzahlbereich. Überhaupt sind die vergleichsweise tiefen Drehzahlen ein konzeptionelles Merkmal der Baureihe – Fendt nennt es «ProDrive»-Konzept. Das maximale Drehmoment von 2400 Nm beim Fendt «1050 Vario» liegt beispielsweise bei nur 1100 U / min. Dieses Niedrigdrehzahlkonzept ist ausgelegt auf 1700 U / min, der Hauptarbeitsbereich liegt zwischen 1150 und 1550 U / min. Die Geschwindigkeit von 40 km / h erreichen die Traktoren bei tiefen 950  U  /  min. Das «ProDrive»Konzept macht die Traktoren zudem sehr leise, und die Motoren sollen im spezi­ fischen Treibstoffverbrauch günstig abschneiden.

Vom «Vario» zum «VarioDrive» Kombiniert mit dem MAN-Motor ist das neue Antriebskonzept «VarioDrive». Grundlage bleibt zwar ein hydrostatisch-mechanisch leistungsverzweigtes Getriebe. Es wurde aber nicht nur hinsichtlich höherer Leistungen weiterentwickelt, die Ingenieure konstruierten einen komplett neuen Antriebsstrang.

Das Getriebe verfügt über eine Hydropumpe und zwei unabhängige Ölmotoren, die jeweils Vorder- und Hinterachse getrennt voneinander mit Antriebsmoment versorgen. Der Hydromotor an der Hinterachse wirkt mit einer hydrostatisch-mechanischen Leistungsverzweigung über Planetensatz und Summierung im gesamten Geschwindigkeitsbereich auf die Hinterachse. Der Hydromotor an der Vorderachse ist hingegen direkt mit der Vor­ derachse verbunden und sorgt somit hauptsächlich auf dem Feld für eine hohe Zugkraft. Durch die intelligente Überla­ gerung der Wirkbereiche vom Antrieb auf Vorder- und Hinterachse steht die maxi­ male Getriebeausgangsleistung über den gesamten Fahrbereich von 0 bis 60 km / h ohne Zugkraftunterbrechung zur Verfügung. Ab rund 25 km / h wird kein Drehmoment mehr an die Vorderachse übertragen, sodass diese dann automatisch abgeschaltet wird. Damit entfallen Zugkraftverluste, was zu einer Effizienzsteigerung bei Stras­ senfahrten beiträgt. Durch den unabhängigen Antrieb der Vorderachse ergibt sich beim Fendt «1000 Vario» die Gelegenheit, einen Allradantrieb ohne festes Vorlaufverhältnis der Vorderachse zu realisieren. Der aktive Vorderradantrieb ist bei Kurvenfahrt in ­der Lage, den Traktor aktiv in die Kurve zu ziehen – ein sogenannter «pull-in-turn»Effekt. Der Wendekreis im Feld wird durch diesen Effekt allein um 10 % reduziert. Tritt an der Vorder- oder Hinterachse Schlupf auf, kann «VarioDrive» dank einer geregelten Allradkupplung das Drehmoment


Neuheiten | Markt   n

von einer Achse zur anderen verschieben. Diese intelligente Regelung der Drehmo­ mentverteilung sorgt für eine höhere Schlagkraft durch eine stets optimale Zug­ kraftübertragung auf die jeweilige Achse.

«Concentric Air System» Neu ist auch die Kühlung mit dem kon­ zentrischen Hochleistungslüfter, der leicht nach oben geneigt und hydraulisch ange­ trieben kalte Luft (sie hat im Vergleich zu warmer Luft eine höhere Dichte und kann mehr Wärme aufnehmen) durch die Wär­ metauscher drückt und so für einen besse­ ren Wirkungsgrad sorgt. Der hydraulische Antrieb des Lüfters sorgt seinerseits für einen zusätzlich niedrigen Geräuschpegel.

Hochleistungshydraulik

Weitere Neuheiten von Fendt •  Mit Mähwerken, Kreiselheuern und Schwadern aus dem Haus Fella (Agco Feucht) steigt Fendt in die Futtererntetechnik ein. Später soll auch ein Ladewagen dazukommen. •  Mit dem über eine 700-V-Gleichspann­ nung angetriebenen 4-Kreisel-Schwader «Former 12555X» präsentiert nun auch Fendt ein elektrisch angetriebenes Anbaugerät. •  Der Häcksler «Katana 65» hat neben weiteren Verbesserungen ein neues Chassis erhalten und kann nun grösser bereift werden. •  Die «C»-Serie der Mähdrescher kommt mit einem neuen Kabinendesign und Stufe-4-Motoren von Agco Power auf den Markt. Für eine bessere Rundumsicht bei den Mähdreschern hat Fendt eine 360°-Kamera im Angebot. •  Die Baureihe der Quaderballenpressen wird ausgedehnt und mit dem neuen «ProCut»-Schneidwerksystem ausgestattet. •  Mit «VarioGrip pro» kann ein TraktorHinterreifen in nur 30 s von 0,8 auf 1,6 bar aufgepumpt werden. Möglich macht dies ein zusammen mit Reifenhersteller Mitas entwickelter Innenreifen, der als Druckspeicher dient.

Beim Hydrauliksystem der Fendt-«1000Vario» Modelle stehen drei Varianten mit Pumpenleistungen von 169, 228 oder 430 l / min zur Wahl. Bei der letzten Vari­ ante sind zwei Pumpen mit getrennten Kreisläufen verbaut, sodass zwei Verbrau­ cher eines Geräts unterschiedliche An­ sprüche an Durchfluss und Druckniveau aufweisen können. Maximal stehen sechs doppelt wirkende Ventile hinten und eines vorne zur Verfügung. Im Heck stehen die beiden Zapfwellen­ geschwindigkeiten 1000 und 1000E zur Verfügung. Zusätzlich gibt es auf Wunsch die neue Normzapfwelle 1300. Optional können die Traktoren auch ohne Hubwerk und Zapfwelle – vorne wie hinten – ausge­ rüstet werden.

schwer), die Reifendimension und die an­ zustrebende Arbeitsgeschwindigkeit ein, so liefert dieses Assistenzsystem die ent­ sprechenden Werte für Zusatzgewichte und die Reifendrücke.

Fendt-«Grip Assistant»

Was weiter auffällt

Integriert ins «Vario»-Terminal ist ein Assistenzsystem für die optimierte Ballas­ tierung und für die Reifendruck-Einstel­ lung. Gibt man den Typ des Anbauge­räts sowie dessen Anbauvariante am Traktor, die Einsatzbedingungen (leicht, mittel,

•  Vorlage für die Kabine des Fendt «1000 Vario» war jene der Serie «900». Die Kabine wurde aber hinsichtlich einer grös­seren Glasfläche und eines breiteren­ Einstiegsbereichs verbessert. Neu gibt es­ eine pneu­matische 4-Punkt-Federung ­und

Die leicht nach oben geneigte Lüfteranordnung und eine abgerundete Lüfterhutze sichern eine breite Luftanströmung und reduzieren das Ansaugen von Ernterückständen.

rechts einen um 220° drehenden Schei­ benwischer. • Eine automatische Handbremse sorgt für mehr Sicherheit, und ein Beleuchtungskonzept mit Features aus dem PKW-Be­ reich bringt zusätzliches Licht ins Dunkel. •  Serienmässig gibt es eine zentrale Kom­ munikationsbox für den kompletten Da­ tenaustausch über Satelliten, Internet, Mobilfunknetz, Bluetooth, inklusive Inte­ gration von verschiedenen Spurführungs­ signalen. •  Mit Reifendurchmessern bis 2,35 m hin­ ten in Dimensionen bis 900 / 65 R46 wer­ den angemessene Aufstandsflächen er­ reicht. • Erstmalig wird mit dem «1000 Vario» die neue Farbe «Fendt Nature Green» eingeführt, das traditionelle Kennwerte von Fendt mit den Anforderungen eines weiterentwickelten Produktdesigns verbin­ den soll.  ■

Daten Fendt «1000 Vario»

Panoramabild aus der Fendt-«Live Cab». Rechts aussen im Bedienpanel gibt es die Knöpfe für die Allradzuschaltung und die Fahrbereichswahl nicht mehr.

Motor

MAN 12,4 l, 6 Zylinder

PS-Bereich

380 – 500 PS (ECE R24)

Nenndrehzahl

1700 U / min

Leergewicht

14 t

Maximalgewicht

18 t (60 km / h) 21 t (40 / 50 km / h)

Max. Hubkraft hinten

12 920 kg

Max. Hubkraft vorne

5584 kg

Radstand

3300 mm

Gesamthöhe

3606 mm

Fahrzeugbreite

2950 mm bei 900 / 65R46

Max. Reifendurchmesser

2350 mm

9 2015  Schweizer Landtechnik

19


n  Markt | Übersicht

Maschinen für Stückholz Holz trocknet vorwiegend entlang der Saftbahnen. Ein emissionsarmer Abbrand wird erreicht, wenn Scheitholz maximal noch 20% Wasser enthält. Damit dieser Trocknungsprozess frühzeitig und andauernd vonstattengeht, soll Brennholz möglichst früh auf die gewünschte Länge geschnitten und gespalten werden. Ruedi Hunger Die starke Nachfrage nach Holzaufbereitungsgeräten hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass eine grosse Anzahl Kreissägen, Holzspalter und ­ für den professionellen Einsatz Schneid-Spalt-

Geräte auf den Markt kamen. Während vor Jahrzehnten noch auf jedem Landwirtschaftsbetrieb eine «Holzfräse» mit Rolltisch zu finden war, werden heute Wippkreissägen mit oder ohne Tisch und

weniger Rolltischsägen angeboten. Zwischen der spartanischen Ausrüstung d ­ er früheren Brennholzfräsen und den heu­ tigen Wippkreis-, Wipptischkreis- und Roll­tischsägen gibt es, bezogen auf Sicherheit, wesentliche Unterschiede.

Spaltgeräte Bei den Holzspaltgeräten kommen vorwiegend die sogenannten «Spaltkeil­ge­ räte» mit waagrechter (horizontaler) oder senkrechter (vertikaler) Arbeitsweise z­ um Einsatz. Dabei wird ein Spaltkeil mit einem Hydraulikzylinder ins Holz oder d ­ as Holzstück gegen einen fest stehenden Keil gedrückt. Der (Hydraulik-)Antrieb erfolgt mittels Elektromotor über die Zapf­welle oder mit einem Aufbaumotor. Der Elektromotor ist die günstigste Antriebsquelle, sofern Strom vom öffentlichen Netz bezogen wird. Mittels Generatoren können ESpalter unabhängig vom Netz betrieben werden. Der Zapfwellenantrieb drängt sich dort auf, wo das Gerät immer am Traktor angebaut wird. Schliesslich ermöglicht ein Aufbaumotor den völlig unabhängigen Einsatz von Elektrizität oder einer anderen Kraftquelle. Spaltkraft und Zylinderlaufzeiten bestimmen die Leistung des Holzspalters.

Vertikale oder horizontale Arbeitsweise

Profimaschinen spalten in einem Arbeitsgang Meterstücke in mehrere Spälten auf. (Bilder: Ruedi Hunger)

20

Schweizer Landtechnik  9 2015

Mit wenigen Ausnahmen (z. B. Krpan) wird klar zwischen Senkrecht- und Horizontalspaltmaschinen unterschieden. Ausnahms­ weise kann mit einzelnen Geräten in einem Neigungswinkel von 22,5°, 45° oder 67,5° gearbeitet werden. Mit Ketten, Stangen mit Klemmschrauben, Klemm­ stücken oder Splinten lässt sich der Zylinderhub begrenzen, damit unnötige Leerfahrten mit dem Spaltkeil vermieden werden. Die Standardlängen 33 cm und 50 / 55 cm können mit allen Kurzholzgeräten gespalten werden. Ein störungsfreies Spalten ist nur möglich, wenn zwischen Holzlänge und Keilspitze mindestens drei Zentimeter Freiraum bleiben.


Übersicht | Markt   n

Tabelle 1: Hersteller und Fabrikate Schneid-Spalt-Kombigeräte

AMR-Vogesenblitz (www.a-m-r.fr )

x

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Balfor (www.balfor-holzspalter.de)

x

x

Bayerwald (www.gert-unterreiner.de)

x

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Beha (www.beha-technik.com)

x x

BGU (www.bgu-maschinen.de)

x

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x

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x x

x x

Diezinger (www.diezinger.com)

x

x

Einsiedler / Hakki Pilke (www.eifo.de)

x

x

Elektra Beckum (www.elektra-beckum.de)

x

GEBA / Bauer (www.bauer-at.com)

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Grube (www.grube.de)

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Güde (www.guede.com)

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HMG (www.hmg-maschinen.de)

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Kienesberger (www.kienesberger.info)

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Kretzer / TBS (www.kretzer-forsttechnik.de)

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MRH / Thor (www.rau-forsttechnik.de)

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Oehler (www.oehlermaschinen.de)

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Krpan (www.vitli-krpan.com)

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Pezzolato (www.pezzolato.it)

x

Posch (www.posch.com)

x x

Rabaud (www.rabaud.com)

x

Scheifele / Tajfun (www.scheifele.de)

x

Scheppach (www.scheppach.com)

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x (x)

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(www.stockmann-landtechnik.de)

Tajfun / Lancmann (www.feige-forsttechnik.de)

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Vielitz (www.vielitz.de)

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Widl (www.widl.com)

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Uniforest (www.uniforest.de)

Woodline (www.woodline-srl.eu)

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Wasser-hydraulisch

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Starfort (www.holzspalter.it) Stockmann / Kaheli

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Pinosa (www.pinosa.it)

Prader (www.prader-maschinen.it)

x

x

Growi (www.growi-maschinenbau.de)

x

Spalten

Mech. Messer

x

Kreissägen

+ 100 cm x

x

(x)

x

Binderberger (www.binderberger.com)

x x

Schneiden

x

Bell S.r.l. (www.bell.it)

Bugnot (www.bugnot.com)

50 – 100 cm (Kurz- / Meterspälte)

x

Ammboss (www.ammboss.de)

33 – 50 cm (Kurzholz)

x

vertikal

horizontal (liegend)

Aficor (www.aficor.ch)

hydraulisch

Trommelsägen (oder Bandsägen)

Rolltischkreissäge

Wipptischkreissägen (mit Förderband)

Wippkreissägen (mit Förderband)

für Holzlänge …

Öl-hydraulisch

Holzspalter

Hydr. Messer

Sägen

Kettensägen

Hersteller / Fabrikat

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x *

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x

* bezieht sich auf den Horizontalspalter «Holzteufel». Dieser benötigt den Wasserdruck eines Hochdruckreinigers.

Nur ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz ermöglicht ein ermüdungsfreies Arbeiten. Das bedeutet, dass die Holzaufstandsfläche und die Bedienhebel in der richtigen Höhe angeordnet sind. Geräte mit verschiedenen Einstellmöglichkeiten

lassen sich an unterschiedliche Körpergrös­ sen anpassen. Ein Maschinenvergleich am BLT Wieselburg (Österreich) hat ergeben, dass nicht alle Bedienhebel leichtgängig und richtig positioniert sind. Es lohnt sich daher, die Geräte vor dem Kauf zu testen.

Unfallverhütung Allgemein zählten Waldarbeit und das Aufbereiten von Brennholz zu den gefährlichsten Arbeiten. Laut Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) umfasst die private Wald­9 2015  Schweizer Landtechnik

21


n  Markt | Übersicht

Tabelle 2: Firmennennungen* Bandsägen (und Blockbandsägen) Goetschmann

Maschinenbau

4802 Strengelbach

www.goetschmann-maschinen.ch

Holzhandel

Winterthur

8400 Winterthur

www.holzhandel-winterthur.ch

Rappo Gebr. AG

Forstmaschinen

1716 Plaffeien

www.rappoag.ch

Brennholzverarbeitung, Sägespalter

Messen eignen sich hervorragend, um das Angebot der zahlreichen Anbieter zu prüfen.

fläche in der Schweiz rund einen Viertel der gesamten Waldfläche. Auf dieser Fläche sind in den vergangenen Jahren ebenso viele tödliche Unfälle registriert worden wie auf der dreimal grösseren öffentlichen Waldfläche. Zentrale Elemente der Unfallverhütung sind eine gute Arbeitsorganisation und eine einwandfreie Ausrüstung. Der rich­ tigen Arbeitsplatzorganisation kommt speziell bei der Brennholzaufbereitung grosse Bedeutung zu. Auch eine zweck­ mässige persönliche Schutzausrüstung muss getragen werden. Der Arbeitgeber muss dem Arbeitnehmer eine entspre­ chende PSA zur Verfügung stellen. Weiter soll nur mit einwandfreien Geräten und Werkzeugen gearbeitet werden. Die frü­ her weitverbreiteten und unfallträchtigen «Drallkegelspalter» sollen weder gekauft noch verwendet werden! Für das Aufstellen schwerer «Rugel» haben sich bei Senkrechtspaltern hydrau­ lische Seilwinden oder hydraulische Aufstell­hilfen bewährt. Waagrecht arbei­tende Spaltmaschinen benötigen eine hydrauli­ sche Hebevorrichtung, damit sie ergono­ misch sinnvoll eingesetzt werden können (BUL).

Extras und Zusatzausrüstung Für die einfachen, leichten Kleinholzspalter gibt es wenig Zusatzausrüstung. Dafür gibt es für die höheren Leistungs- und Preisklas­ 22

Schweizer Landtechnik  9 2015

Althaus / Robert Aebi

Posch

3423 Ersigen

www.althaus.ch

Baldinger Ueli

Tajfun / Lancman

5426 Lengnau

www.forst-landtechnik.ch

Fankhauser AG

Landmaschinen

4955 Gondiswil

www.fankhauser-gondiswil.ch

Fim-AG

Forst-Maschinen

3661 Uetendorf

www.fim-ag.ch

GEBA Produkte

Calitec GmbH

6275 Ballwil

www.geba.ch

Goetschmann

AMR-Vogesenblitz

4802 Strengelbach

www.goetschmann-maschinen.ch

Keller AG

Forstmaschinen

4537 Wiedlisbach

www.keller-forstmaschinen.ch

Ott AG

Landmaschinen

3052 Zollikofen

www.ott.ch

Rappo Gebr. AG

Forstmaschinen

1716 Plaffeien

www.rappoag.ch

Martin Ruckli AG

Landmaschinen

6018 Buttisholz

www.ruckliag.ch

Völlmin AG

Landtechnik

4466 Ormalingen

www.voellmin-landtechnik.ch

Forstmaschinen (Stützholzaufbereitung) Aebi Suisse

BEHA, Junkkari

3236 Gampelen

www.aebisuisse.ch

Agri Dubey SA

Burgnot

1530 Payerne

www.agridubey.ch

EMS Service AG

TBS/Kretzer

6022 Grosswangen

www.ems-grosswangen.ch

Fankhauser AG

Growi

4955 Gondiswil

www.fankhauser-gondiswil.ch

Fässler Landtechnik

Uniforest

9464 Lienz

www.faessler-landtechnik.ch

FIM AG

BGU

3661 Uetendorf

www.fim-ag.ch

OTT Landmaschinen

Binderberger

3052 Zollikofen

www.ott-landmaschinen.ch

Rhein Technik AG

Kienesberger

9475 Sevelen

www.rhein-technik.ch

Wolfensberger

Balfor

8344 Bäretswil

www.wolfensberger-landtechnik.ch

*mit Bezug auf die Marktübersicht – erfolgt aufgrund der Ausstellerliste von Agrama und Forstmesse Luzern. Brennholz-Aufbereitungsgeräte sind ausserdem im Verkaufsprogramm von praktisch jedem Landmaschinen-Fachbetrieb.

Mit wenig zusätzlichem Aufwand werden Scheite beim Spalten «abgepackt» und damit handelbar.

sen zahlreiche Erweiterungsmöglichkeiten. Neben einem mechanischen Stammheber(arm) gibt es die hydraulische Ausfüh­ rung oder die Seilwinde. Letztere sogar mit Funkbedienung. Mit einem zusätzlichen Spalttisch kann der Anwender flexibel auf Holzlängen und Arbeitshöhe reagieren. Vielfach dienen zusätzliche Halterungen (Kralle) der sicheren Holz­fixierung. Für den professionellen Dauereinsatz können ein­ zelne Geräte der ge­hobenen Bauart mit einem zusätzlichen Ölkühler ausgerüstet werden. Vom einfachen Zweiradfahrwerk bis zum gut ausgestatteten Autoanhänger gibt es verschiedene Möglichkeiten, die


Tabelle 3: Maschinenkostenbeispiele 2014 Kleinholzspalter hydr.

Holzspaltmaschine für Spälte

ART-Code 12004 / 12005

mit hydraulischem Spaltkeil

hydraulisch, Zapfwellenantrieb

Kostenelement

ART-Grundlagen

Kosten Fr.

ART-Grundlagen

Kosten Fr.

Abschreibung

Fr. 2900 / 12 J

181.–

Fr. 7600 / 12 J

475.–

Zins

Fr. 2900 × 0,06 × 3,5 %

61.–

Fr. 7600 × 0,06 × 3,5 %

160.–

Gebäudemiete

8  m3 × Fr. 7 / m3

56.–

17 m3 × Fr. 7 / m3

119.–

Versicherung

2 ‰ von 6900

6.–

2 ‰ von 7600

15.–

Fixe Kosten pro Jahr Fixe Kosten pro AE

304.– Fr. 304.– / 50 AE

6.08

Sie viele Mit uns haben ich Vorteile: natürl versichert!

769.– Fr. 769.– / 80 AE

9.61

Reparaturkosten pro AE

2.32

5.32

Total Selbstkosten pro AE

8.40

14.93

Entschädigungsansatz inkl. Zuschlägen

9.24

16.42

Differenz Kleinholzspalter / Holzspaltmaschine (inkl.)

– 7.18

Kosten Schneidspalter ohne und mit Transportband ART-Code 12010 / 12011

Schneidspalter

Kostenelement

ART-Grundlagen

Kosten Fr.

ART-Grundlagen

Kosten Fr.

Abschreibung

Fr. 19 382.– / 12 J

1211.–

Fr. 5100.–  / 12 J

319.–

Zins

Fr. 19 382.–  × 0,06 × 3,5%

407.–

Fr. 5100.–  × 0,06 × 3,5 %

107.–

Gebäudemiete

18 m3 × Fr. 7.– / m3

126.–

11 m3 × Fr. 7.– / m3

77.–

Versicherung

2 ‰ von 19 382.– 

39.–

2 ‰ von 5100.– 

10.20

Fixe Kosten pro AE

1783.– Fr. 1783.– / 120 AE

14.86

513.20 Fr. 510.– / 120 AE

4.28

Reparaturkosten pro AE

6.78

2.21

Total Selbstkosten pro AE

21.64

6.49

Entschädigungsansatz inkl. Zuschläge

23.81

7.13

Schneidspalter inkl. Transportband

30.94

Beweglichkeit zu erhöhen. Nachgelagert kommen Bündelgeräte oder Transportförderbänder infrage.

Gerät mit allen Sicherheitselementen ausgerüstet ist.

Zusammenfassung Überlegungen vor dem Kauf Der Käufer soll sich vorab Gedanken machen, wie die Maschine eingesetzt werden soll (stationär oder mobil). Gleich­­ zeitig muss klar sein, welche Antriebsart richtig ist. Soll im Einmannbetrieb gearbeitet werden oder steht eine weitere Person zur Verfügung? Weiter soll vor dem Kauf klar sein, welche Scheitlängen produziert werden. Schlies­slich muss vor dem Kauf abgeklärt werden, o ­b das

Holzspaltmaschinen gibt es für alle Mechanisierungsstufen in grosser Anzahl. Der ergonomisch richtigen Gestaltung der Bedienelemente ist Aufmerksamkeit zu schenken. Die Frage, ob Senkrecht- oder Waagrechtspalter, kann über die Zielvorgaben Holzdurchmesser und Holzlängen beantwortet werden. Mitbestimmend ist auch die zu verarbeitende Menge. Der Mechanisierungsgrad bestimmt Arbeitszeit, Leistung und Kosten.  n

Gerstenähre | © Agrisano

Fixe Kosten pro Jahr

Transportband zu Schneidspalte

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Neue Präzision bei Gülle

Das Zehnjahrejubiläum des Gülletechnik-«Verleihunter­ nehmens» Lothes bei Bayreuth (D) bildete den Rahmen, um zwei Innovationen der Zunhammer Gülletechnik GmbH vorzustellen: «Van-Control 2.0» und den neuen Schlepp­ schuhverteiler «Glide Fix». Ueli Zweifel Sebastian Zunhammer senior präsentiert den neuen Gleitschuhverteiler Glide-Fix; er ist wesentlich leichter als bisherige Modelle und erreicht einen Bodenandruck von bis zu 6 kg.

Sebastian Zunhammer junior präsentiert die neue Kompakt-Generation «Van-Control 2.0». In Kombination mit Isobus und PrecisionFarming wird die Gülleausbringung nährstoffbasiert möglich, nach Gesamt-N, AmmoniumN, Phosphat und Kali. (Bilder: Ueli Zweifel)

Die Aufzeichnungspflicht und die Rückverfolgbarkeit sind bei der gezielten Hofdüngerapplikation ein grosses Thema. Verschärfte Umweltauflagen sind im Allgemeinen und also auch im Fall der Gülletechnik die erzwungene Motivation für den technischen Fortschritt. Aus pflanzenbaulicher Sicht aber geht es darum, eine Topqualität der Gülleausbringung zu gewährleisten. Unter diesem Aspekt sind die beiden Innovationen zu beurteilen.

«Van-Control 2.0» «Van-Control 2.0» revolutioniert die flüssige organische Düngung», sagt Junior-Chef Sebastian Zunhammer, zuständig für Messtechnik, Elektronik und Isobus-Systeme im bayerischen Familienunternehmen. Zur Be-

Auslieferung des 10 000. Zunhammer-Güllefasses mit neuster Technik: Das Verteilersystem ist auf dem Chassis angeflanscht, die Bauweise dreiteilig und kompakt am Fass in abgesenkter Position anliegend, ausgerüstet mit den neuen Gleitschuhelementen GlideFix.

24

Schweizer Landtechnik  9 2015

stimmung des Nährstoffgehaltes einer Gülle sei die Laboranalyse ungeeignet, denn immer kämpfe man mit Homogenitätsproblemen zwischen Sink- und Schwimmschichten, so dass Abweichungen von bis zu 50 % bei den Analysen keine Seltenheit seien. Deshalb hat Zunhammer bereits 2005 mit der Entwicklung eines kompletten elektronischen Mess- und Regelsystem zur präzisen Gülledüngung begonnen. Inzwischen habe sich das System in Tankwagen, Gülle-Selbstfahrern und im stationären Einsatz zur direkten Nährstoffmessung bewährt. Mit «VanControl 2.0» wird nun aber ein serienmässig gefertigtes Onlinemesssystem für Gülle-­ und Gärsubstrate in einer neuen Kompaktversion geboten. Der Messkopf, im Prinzip ein Spektrometer mit sehr breitem Messspektrum, und die ganze Steuerungselektronik werden in der neuen Version kompakt in einer Blackbox versorgt. Das Kompartiment ist wasser- und staubdicht und erträgt Vibrationen und ­gros­se Temperaturunterschiede. Lediglich ein Kabel führt zum Isobus-Terminal für die Stromversorgung und zum Anzeigen der Messwerte im Sekundentakt. Daraus errechnet das System einen Mittelwert für die Nährstoffgehalte in der Gülle-Charge. Der Messkopf erkennt dabei automatisch unterschiedliche Güllearten und Substrate. Es ist aber keine Kalibration erforderlich oder diese wird durch den Hersteller selber vorgenommen. «Van-Control 2.0» wird als Technologie

Frank und Willi Lothes betreiben im Rahmen des regionalen Maschinenrings ein Gülletechnik-«Verleihunternehmen» (www.lothes.info). Vor zehn Jahren sind sie bei der Gülletechnik eingestiegen.

auch für Fremdfabrikate freigegeben und ist je nach betrieblicher Entwicklung ausserordentlich flexibel und zukunftsgerichtet einsetzbar. Bei Biogasanlagen und im Rahmen von Gülleverträgen ermöglicht der Nährstoffsensor nun erstmals bei Anlieferung und Abholung eine Erfassung der Inhaltsstoffe und nicht nur der Menge. Den Preishorizont für «Van-Control 2.0» sieht Sebastian Zunhammer unter 30 000 Euro. Der stolze Betrag ist mit dem kom­ plexen Breitbandspektrometer zu erklären, liegt aber dank der erhofften grossen Nachfrage und der seriellen Fertigung noch unter dem Preis der bisherigen «Van-Control-Generation».

GlideFix Der neue Gleitschuhverteiler «GlideFix» hat die Vorteile der leichten Konstruktion wie bei einem Schleppschlauchverteiler und garantiert doch eine Gülleablage direkt auf die Bodenoberfläche oder je nach Beschaffenheit derselben sogar in die oberste Bodenschicht. Details siehe Bilder.  n


PUBLIREPORTAGE

Rot wie die Feuerwehr, vielseitig wie ein Alleskönner Im Ausbildungszentrum Riedikon, einem Schulungszentrum für die Brandbekämpfung, den Brandschutz und die Rettung, erwartet man rote Fahrzeuge – aber einen roten Teleskoplader, dazu ohne Blaulicht? Genau so ein Roter dient seit einem Jahr der Bewirtschaftung des Übungsgeländes für Feuerwehren, Zivilschutz und vielen mehr. Manitou + Seilwinde Übt der Zivilschutz die Rettung von eingeschlossenen Personen in einem eingestürzten Gebäude, bereitet Martin Hürlimann das Gebäude entsprechend vor. Dazu bestückt er den Manitou mit einem Kranauslegearm mit Seilwinde und hebt schwere Schieberplatten aus Beton an die vorgesehenen Orte. Manitou + Arbeitsbühne Weist die Beleuchtung des Geländes einen Defekt auf oder funktioniert die hochliegende Webcam nicht wunschgemäss, bringt die Arbeitsbühne Martin Hürlimann auf die nötige Höhe.

Palettstapel fernbedient auf Entladehöhe hieven Am Tag der Übergabe des Manitou MT 1135 HA wollte Martin Hürlimann, Leiter des Ausbildungszentrums, gar nicht mehr aus ihm steigen. Geradezu riesig war seine Begeisterung für den neuen Teleskoplader. Dieser würde nun die Arbeitsabläufe verbessern und der 24-jährige Gabelstapler damit einen mehr als würdigen Nachfolger erhalten. Bisherige Arbeitsweise Im Rückblick mutet die Arbeitsweise mit dem Gabelstapler beinahe

abenteuerlich an und teilweise war fast die Arbeitssicherheit bedroht. Zudem mussten für gewisse Arbeitsschritte immer wieder spezielle Fahrzeuge von auswärts organisiert werden. Staplerersatz Gilt es heute, beispielsweise das Brandhaus für eine Löschübung mit Holzpaletts zu bestücken, fährt Martin Hürlimann den Manitou vor, behändigt sich der Funkfernbedienung und begibt sich auf das Stockwerk, das brennen soll. Von dort startet er

Schieber mit Seilwinde wunschgemäss platzieren

Brandreste entsorgen den Manitou, platziert die Gabeln unter dem Palettstapel und hievt ihn auf die gewünschte Entladehöhe. Über das Balkongeländer hinweg bringt er dann die Paletts ins Haus. Dies passiert ohne Absturzgefahr und ohne, dass er einmal zur Maschine hinunter gehen müsste, um beispielsweise den Stapel höher zu heben. Resultat: Die Arbeitssicherheit steigt, der Zeitaufwand halbiert. Manitou + Schaufel Steht nach einer Übung im Brandhaus die Entsorgung der Brandreste an, bestückt Martin Hürlimann den Manitou mit einer Schaufel, positioniert sie und schaufelt die Reste hinein.

1 Maschine bietet Funktionen von 4 Maschinen Der MT 1135 HA des Ausbildungszentrums bietet mit Gabel, Schaufel, Kran und Arbeitsbühne die Funktionen von vier gängigen Maschinen. Diese Vielseitigkeit bei bester Arbeitssicherheit bestätigen die fünf Arbeitskolleginnen und -kollegen von Martin Hürlimann. Sie waren auch schnell mit dem Manitou vertraut, obwohl vier davon frühestens nach Feierabend im Manitou Platz nehmen und den selbsterklärenden, patentierten JSM-Joystick bedienen. Darüber hinaus bekommen in Riedikon Eigenschaften wie die kompakten Stützen, der Niveauausgleich von +/-10° oder der ab Werk vorhandene Partikelfilter viel Lob. Die umfangreiche Originalausrüstung des MT 1135 HA wurde einzig um LED-Arbeitsscheinwerfer ergänzt, damit bei Nachteinsätzen der Durchblick bestehen bleibt. Manitou-Vertretungen in der Deutschschweiz und im Tessin: Zürich/Ostschweiz/Tessin: Aggeler AG, 9314 Steinebrunn TG 071 477 28 28, www.aggeler.ch Zentral-/Nordwestschweiz/Bern: A. Leiser AG, 6260 Reiden LU 062 749 50 40, www.leiserag.ch Filiale: 3053 Münchenbuchsee 031 869 46 40, www.leiserag.ch


n  Impression | Fahrbericht

Alleinstellungsmerkmal sind die vor dem Bindeprozess senkrecht stehenden Folienrollen ...

«Kuhn i-Bio+» im Praxiseinsatz Die «Bale-in-One»- Rundballenpresse mit integriertem Wickelsystem, kurz «i-Bio» genannt, ist eine Press-Wickelkombination mit fester Ballenkammer für die Ballendimension 122 × 125 cm (B × D). Neu an der Presse ist das zusätzliche «+»-Zeichen, welches für die optionale Folienbindung steht. Die Schweizer Landtechnik begleitete je eine «i-Bio+»-Presse beim Praxiseinsatz in Samedan und Rieden SG. Ruedi Hunger Der Reihe nach: Eine 230 cm breite Pickup, pendelnd aufgehängt und wahlweise mit festen oder nachlaufenden Tasträdern ausgerüstet, nimmt das Futter rechensauber auf. In Verbindung mit den speziell geformten Pick-up-Bändern sorgen fünf kurvenbahngesteuerte Zinkenreihen für einen gleichmässigen Futterfluss. Diese Beobachtung konnten wir sowohl bei kurzem Futter in Samedan (GR) als auch beim Lohnunternehmer Karl Steiner in Rieden (SG) machen.

Integral-Rotor mit Schneidwerk Wenn das Futter auf einer Breite von bis zu 230 cm aufgenommen werden kann, muss es schliesslich auf Presskammerbreite zusammengeführt werden. Diese Aufgabe übernimmt der von Kuhn paten­ tierte Integral-Rotor mit drei grossen Schneckenwindunge die jeweils links und rechts auf dem Rotor verschweisst sind. Die Distanz zwischen Aufnahmevorrich26

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... sie schwenken zur Bindung in die Horizontale und formen mit Überlappung eine breite Folienlage über den Ballen. (Bilder: Ruedi Hunger)

tung und Rotor wird dadurch kurz gehalten. Der Integral-Rotor ist mit HardoxDoppelzinken bestückt. Es gibt ihn wahlweise für 14 oder 23 Schneidmesser, mit theoretischen 70 bzw. 45 mm Abstand. Kommt es aufgrund zu hoher Fahrgeschwindigkeit oder ungleichmäs-

siger Schwadformung zu einer Rotorblockade, kann der Schneidboden samt Messer von der Kabine aus hydraulisch abgesenkt und später wieder in Arbeitsposition gebracht werden. Optional kann auch der Rotor hydraulisch entkoppelt werden. Kuhn hat den gesamten An-


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triebsstrang (Ketten, Kettenräder und Spanner sowie Lager) massiv verstärkt.

«Wenn ich das Feld verlasse, ist alles erledigt»

Folienbindung contra Netzbindung Das wirklich Neue an der «i-Bio+» ist die optionale Folienbindung. Bisher wurden die Ballen nach Abschluss des Pressvorganges mit einem Netz umwickelt, was nach wie vor noch möglich ist. Gegenüber der traditionellen Netzbindung verspricht die Folienbindung aber straffer gebundene Ballen, verbunden mit einer verbesserten Ballenform, was sich positiv auf die Silagequalität auswirkt. Das Auspacken der Ballen wird einfacher, insbesondere bei konstant tiefen Temperaturen löst sich die Folie besser vom Futter als das Netz. Dieses Argument wurde auch beim Einsatz im Engadin immer wieder angesprochen, wo im Winter unter hochalpinen Bedingungen die Rundballen geöffnet werden. Schliesslich vereinfacht sich die Abfallentsorgung, weil auch für das Binden normale Standardfolie verwendet wird.

Das «IntelliWrapTM»-Wickelsystem verfügt über zwei Vorstrecker, die mit 50 U / min um den Ballen rotieren.

Aus zwei mach eins Wenn zwischen Netz- und Folienbindung gewechselt werden kann, steht automatisch die Frage im Raum, wie lange die Umstellung dauert. Der Bediener muss einzig, entweder das Netz oder die Folie einführen. Fertig in zwei, drei Minuten! Ein Rollenwechsel bei unterschiedlichen Erntegütern entfällt. Im Fall der Folienwicklung schwenken die in senkrechter «Ruheposition» stehenden Folienrollen in horizontale Lage und formen mit Überlappung die ganzflächige Folienbindung. Die Folienvorstreckung ist gegenüber der Netzbindung höher, was zu kompakteren Ballen führt. Schliesslich müssen leere Folienrollen wieder durch neue ersetzt

Nach der Folienbindung wird bei geöffneter Presskammer der Rundballen gewickelt.

werden. Dazu werden die Rollenhalter in horizontale Lage ausgeschwenkt, sodass sie sich etwa auf Arbeitshöhe befinden. Gegenüber einer langen Mantelfolien­ rolle ist der Wechsel von zwei kurzen und damit leichteren Rollen einfacher. Das anschliessende Wickeln erfolgt mit der bereits bewährten «IntelliWrapTM»Technologie, rasch und sauber.  n

Auf Wunsch wird die Pickup mit nachlaufenden Tasträdern ausgerüstet.

Dies sagt Karl Steiner, Rieden SG, der KuhnBIO-Pressen einsetzt, seit diese auf dem Markt sind. Die «iBio+» ist bereits die vierte Presse in seinem Lohnunternehmen. «Wir haben Anfang Juni eine von sieben in die Schweiz gelieferten Lohnunternehmer Pressen gekauft und Karl Steiner seither über 750 Ballen gepresst.» Die Folienbindung wurde nach Angaben von Steiner zum Teil von Kunden gewünscht, anderen Kunden hat er sie angeboten. «Zwischenzeitlich wickeln wir weit über neunzig Prozent der Silageballen mit Folie, nur selten wird das Netz gewünscht.» Eigentlich überraschend, muss der Lohnunternehmer doch ein, zwei Franken mehr verrechnen pro Ballen. Seine Kunden schätzen aber die festen und kompakten Ballen, die er prinzipiell achtfach wickelt. Und er schätzt, dass überall die gleiche Wickelfolie eingesetzt werden kann, zudem wird die Folienentsorgung durch das einheitliche Material vereinfacht. «Mit der Presse bin ich sehr zufrieden. Natürlich ist die eine oder andere Störung aufgetreten, es sind aber Kinderkrankheiten, wie sie bei neuen Maschinenkonzepten eben auftreten können. Wir haben dazugelernt und kennen mittlerweile die Presse recht gut, somit wissen wir auch, wie eine Panne behoben werden kann.» Die Presse wurde mit einem 14-Messer-Schneidwerk geliefert. Die beiden Aussenmesser hat er entfernt, das erhöht die Festigkeit im BallenRandbereich. Steiner ist zum Teil an extremen Hanglagen unterwegs, zur Erhöhung der Sicherheit ist die Presse mit Druckluftbremsen und der Traktor an beiden Achsen mit Doppelbereifung usgerüstet.

Blick auf den Integral-Rotor, der links und rechts mittels drei Schneckenwindungen die Schwad zusammenführt.

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Aus «AM» wird «ActiveMow»

Krone bringt als Nachfolger der «AM»-Baureihe die Serie «ActiveMow» auf den Markt. Diese leichten, im Heck angebauten und seitlich aufgehängten Scheibenmähwerke mit grossem Pendelbereich wird es künftig nur noch ohne Aufbereiter geben. Eingang gefunden haben dafür verschiedene Elemente aus der «EasyCut»-Baureihe. Roman Engeler

Für die kommende Saison bringt Krone eine neue Baureihe von heckangebauten und seitlich aufgehängten Scheibenmäh­ werken auf den Markt. Diese neue Bau­ reihe löst die Serie «AM» ab, stellt mit der neuen Bezeichnung «ActiveMow» jedoch einen Bezug zu den Vorgängern her.

In den Kitzbüheler Alpen konnte die Schweizer Landtechnik eine Vorserie im praktischen Einsatz testen.

Über 30 Jahre Erfahrung Weltweit umfasst der Markt für Mähwer­ ke jährlich rund 50 000 Einheiten, wovon

Aus der Serie «AM» wird die Baureihe «ActiveMow»: leichte Scheibenmähwerke mit Arbeitsbreiten von 2,05 bis 3,61 m. (Bilder: Roman Engeler)

rund die Hälfte davon ins Segment von unter 3,20 m Arbeitsbreite fällt. Grund genug für einen Hersteller wie Krone, in diesen Markt zu investieren und eine neue Baureihe zu lancieren. Als Krone vor etwas mehr als 30 Jahren mit dem Bau von Scheibenmähwerken begann, war damals vor allem das Kon­ zept des Satellitenantriebs die heraus­ ragende Innovation. Dieses Konzept ba­ siert darauf, dass langsam rotierende, grosse Stirnräder die Kraft verschleissarm im Mähholm übertragen, während die kleinen, vorgelagerten Antriebsritzel die Mähscheiben antreiben, für eine weite Überlappung sorgen und dank der exzen­ trischen Lagerung eine Drehrichtung der Mähscheiben ermöglichen, sodass mit dem gleichen Mähwerk sowohl eine Breitals auch eine Schwadablage möglich wird. Die neue Baureihe umfasst fünf Modelle mit Arbeitsbreiten von 2,05 bis 3,61 m (siehe Tabelle Seite 30).

Neuer Anbaubock Der Anbaubock der Mähwerke wurde komplett überarbeitet, ist den gestie­ genen Traktorleistungen angepasst und passt zu einem Dreipunkt der Kategorien 1 und 2. Die Unterlenkerzapfen können in mehreren Varianten eingestellt werden, sodass das Mähwerk mit dem gewünsch­ ten Überschnitt bei Verwendung eines Frontmähwerks oder passend zur Breite des Traktors, allenfalls mit Zwillingsberei­ fung, montiert werden kann. Praktisch sind der neue Schlauchgriff für das eine notwendige, einfach wirkende Steuerge­ rät und die herausnehmbare Klingenbox zur sicheren Verwahrung der nach Dreh­ richtung sortierten Klingen.

Angepasster Mähholm Der weiterhin rundum verschweisste und dauergeschmierte Mähholm wird über die Zapfwelle kardanisch angetrieben. FORTSETZUNG AUF SEITE 30

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Häckslerbaureihe ausgebaut

Krone kommt mit drei neuen Feldhäckslern des Typs «Big X» auf den Markt und komplettiert so die Produktpalette in den beiden Einzugskanalbreiten 800 und 630 mm mit einem 753 PS respektive mit einem 530 und 626 PS starken Modell. Mit dem Neubau einer speziell für die Häckslerproduktion konzipierten Ferti­ gungshalle hat Krone ehrgeizige Marktziele verbunden. In fünf Jahren soll die Produk­ tion von heute rund 300 Maschinen auf jährlich gegen 600 Maschinen verdoppelt werden. Vermehrte Absatzchancen sieht das Emsländer Unternehmen vor allem in der mittleren Leistungsklasse von 500 bis 700 PS, die knapp die Hälfte des Gesamt­ markts ausmacht und in der Krone nun seine Modellzahl verdoppelt. Mit den neuen Modellen gehen auch eini­ ge interessante technische Neuentwicklun­ gen einher. So lanciert Krone die Häcksel­ trommel «MaxFlow» mit 20, 28 oder 36 Messern, bei der die Messer nicht mehr auf-, sondern vielmehr untergeschraubt sind. Diese Geometrie vergrössert den Förderraum und gleichzeitig auch den Durchsatz an Erntegut. Die zusätzlich montierte Anschraubleiste dient als Ver­

Bei der «MaxFlow»-Trommel sind die Messer nicht mehr auf-, sondern vielmehr untergeschraubt. Mit einem Exzenterbolzen wird die Justierung der Messer vereinfacht.

Mit dem «Big X 630» (rechts) und dem «Big X 770» (links) sowie dem «Big X 530» (nicht auf dem Bild) komplettiert Krone seine Feldhäckslerpalette.

indem die Motorenkennlinie entweder einer sparsamen «Eco»- oder aber einer leistungsstarken «X-Power»-Linie folgt. Neu gibt es drei verschiedene Verlängerun­ gen des Auswurfbogens, damit man auch bei Vorsätzen für 10, 12 oder 14 Maisreihen den Erntewagen sicher beladen kann. In der Klasse mit 800 mm breitem Einzugs­ kanal kommt neu das Modell «Big X 770» hinzu. Das Produktprogramm dieser Klasse wurde im Design den kleineren Modellen angeglichen, mit etwas runderen Kotflü­ geln, einem flacheren Aufstieg und mit einer neuen Heckklappe für eine verbesser­ te Luftführung versehen. Weiter wurden der Fetttank für die Zentralschmierung sowie die Staufächer vergrössert. Auch in der grösseren Klasse bietet Krone die «MaxFlow»-Häckseltrommel an. Serien­-

schleissschutz für den Trommelkörper. Raffiniert gelöst wurde bei dieser Trommel die Messereinstellung: Über zwei Bohrun­ gen beim Messerhalter kann ein Exzenterbolzen als Einstellhilfe eingesetzt werden, womit eine schnelle und exakte Positionie­ rung der Messer zur Gegenschneide mög­ lich wird. Neu gelöst hat Krone auch die Modell-Übersicht Feldhäcksler «Big X» von Krone Ein- und Ausschaltung des CornModell Motor HubLeisEinzugsCrackers. Mit einer Handpumpe raum tung kanal können zwei Hydraulikzylinder Big X 480 MTU 6R 1300 12,8 l 490 PS 630 mm betätigt werden, die den CornBig X 530 MTU 6R 1300 12,8 l 520 PS 630 mm Cracker in den oder aus dem Big X 580 MTU 6R 1500 15,6 l 585 PS 630 mm Gutflusskanal ­ bewegen. Auch Big X 630 MTU 6R 1500 15,6 l 626 PS 630 mm der gänzliche Ausbau des CornBig X 600 MAN V8 16,16 l 624 PS 800 mm Crackers geschieht nun einfa­ cher, indem dieser über die Big X 700 MAN V8 16,16 l 707 PS 800 mm gleiche Handpumpe quasi aus­ Big X 770 MAN V8 16,16 l 753 PS 800 mm geklappt und unter dem Fahr­ Big X 850 MAN V12 24,24 l 850 PS 800 mm zeug mit werkzeuglos ange­ Big X 1100 MAN V12 24,24 l 1110 PS 800 mm brachten Rädern abtransportiert werden kann. Das Angebot an verschiedenen Corn-Crackern oder Cornmässig erfolgt in dieser Klasse der Einbau Conditionern, wie sie bei Krone h ­ eissen, einer Häckseltrommelbremse, über die das wurde auf fünf erhöht. Für Häcksellängen Aggregat in weniger als zehn Sekunden aus über 20 mm gibt es neu eine Walze mit 105 voller Drehzahl abgebremst werden kann. Zähnen. Neue Kamerasysteme mit Bildübertra­ Mittels einer schwenkbaren Klappe am gungen auf bis zu drei Kanälen, verschie­ Wurfbeschleuniger kann die Wurfweite des dene LED-Beleuchtungsoptionen und Häckselguts jetzt in drei Stufen von der Bereifungsvarianten sowie eine geregelte Kabine aus verstellt werden und so zwi­ Siliermittelanlage runden die verschie­ ­ denen Optimierungsmöglichkeiten der schen Anhäckseln mit hoher Wurfleistung nach hinten und dem einfachen Beladen neuen Krone-Feldhäcksler ab. neben der Maschine gewechselt werden. Das bei den grösseren Modellen bereits Video zum Feldhäcksler verfügbare Motormanagement macht Weitere Filme zu Krone nun auch für die kleinen Häcksler landtechnisch inte­res­mit Motoren von MTU verfügbar. Dieses als santen Themen auf unserem Youtube«Power-Split» bezeichnete System passt Kanal «Schweizer die Motorleistung entweder manuell oder Landtechnik» automatisch den Einsatzbedingungen an,

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n  Impression | Fahrbericht Für den Transport werden das Mähwerk über die Horizontale hinweg auf rund 100° nach oben eingeschwenkt. Beim grössten Modell «R360» wird zudem die äussere Abdeckung automatisch eingeklappt, sodass man unter 4 m Transporthöhe bleibt.

werden auch mögliche Folgebeschädigungen an benachbarten Mähscheiben ausgeschlossen.

Transport und Lagerung

Serienmässig gibt es nun auch in dieser Klasse den Schnellverschluss für die Mähklingen, der dank mitgeliefertem Hebelwerkzeug in Sekundenschnelle erfolgt. Die Scheiben sind nach dem «SmartCut»System von Krone so angeordnet, dass­ die nach vorne auseinanderlaufenden Scheiben näher zueinander stehen, als sie dies in der umgekehrten Phase tun. Der Überschnitt wird so vergrössert und die Schnittqualität verbessert. Neben der Pfahlsicherung kommt als weiteres Sicherheitselement auch das patentierte «SafeCut» zum Einsatz. Krone hat diese Mähscheibensicherung vor sieben Jahren beim Selbstfahrer «Big-M» eingeSicherungen führt und später auf die «EasyCut»-MähDie einzelnen Scheiben sind nun nach dem werke übertragen: Bei FremdkörperkonVorbild der «EasyCut»-Baureihe modular takt schert ein Hohlspannstift als Ver­ aufgebaut, sodass einzelne Verschleiss­teile bindung von Mähscheibe und Antriebsgünstig ausgetauscht werden können. welle ab. Die Antriebselemente des Mähbalkens bleiben geschützt. Modellübersicht Krone «ActiveMow» Mähwerke Durch das Weiterdrehen des R200 R240 R280 R320 R360 Antriebritzels wird die blockierte Mähscheibe über ein Arbeitsbreite (m) 2,05 2,44 2,83 3,22 3,61 Hub­gewinde nach oben geZahl der Mähscheiben 3 4 5 6 7/5 dreht und liegt dort ausserLeistungsbedarf (PS) 37 41 55 68 75 halb des Drehbereichs der Eigengewicht (kg) 490 550 605 650 750 Nachbarklingen. Dadurch Die Entlastung wird je nach Modell über eine Feder bis drei Federn gewährleistet, wobei die Entlastungskraft über ein Lochraster eingestellt werden kann. Wird das Mähwerk abgestellt, können die Fixierungsklinken hochgeschwenkt werden, und die Federn entspannen auf einfache Art und Weise. Eine Pfahlsicherung mit einstellbarer Auslösekraft über die vorgespannte Feder vermeidet unnötige Anfahrschäden. In drei Positionen lässt sich zudem die sogenannte «Voreilung» des Mähwerks variieren, was den Seitenzug vermeidet und die Grasnarbe zusätzlich schont.

«SmartCut»: Die Scheiben sind so angeordnet, dass die nach vorne auseinanderlaufenden Scheiben näher zueinander stehen, als sie dies in der umgekehrten Phase tun. Der Überschnitt wird so vergrössert und die Schnitt­ qualität verbessert.

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Für den Transport wird das Mähwerk über die Horizontale hinweg auf rund 100° nach oben eingeschwenkt. Dadurch resultiert nicht nur eine bessere Gewichts­ verteilung auf die Unterlenker, auch die Sicht via Rückspiegel nach hinten wird nicht unnötig beeinträchtigt. Beim grös­s­ ten Modell «R360» wird zudem die äus­ sere Mähwerksabdeckung automatisch eingeklappt, sodass man jederzeit unter der Transporthöhe von 4,00 m bleibt. Optional gibt es nun auch für die «Active Mow»-Geräte ei­nen Stützfuss, mit dem das platzsparende Abstellen des Mähwerks in Transportstellung möglich w ­ ird. Zu den weiteren Optionen gehören rechtsund linksseitige Schwadbleche zur Unterstützung der Schwadbildung oder Frei­ räumung der Bestandeskante sowie Hoch­­schnittkufen für steinige Bedingungen oder zur Unterstützung des Wiederaustriebs der Grasnarbe.

Fazit Bei der neuen «ActiveMow»-Mähwerken verbaut Krone nun jene Technik in der Baureihe der leichten, im Heck angebauten und seitlich aufgehängten Scheibenmähern, die in den letzten Jahren bei den grösseren Serien von Krone Eingang gefunden haben. Dazu zählen der Mäh­holm mit dem Überlappungseffekt «SmartCut», die Mähscheibensicherung «SafeCut» sowie der massiver ausgestaltete Anbaubock und die Möglichkeit eines Parkens in Transportstellung. Die neuen Mähwerke gehen demnächst in die Serienfertigung und sind dann für die Futterernte 2016 verfügbar.  n

Video zum Mähwerke Weitere Filme zu landtechnisch inte­res­santen Themen auf unserem YoutubeKanal «Schweizer Landtechnik»


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«Optumierte» Baureihe «Optum CVX» benennt Case IH seine neue, vorerst aus zwei Modellen bestehende Baureihe von Traktoren, welche die Lücke zwischen den beiden Serien «Puma» und «Magnum» schliesst. Nebst neuem Design sind das Federungskonzept der Vorderachse und die Konstruktion der Ölwanne als tragender Strukturbestandteil die besonderen Merkmale. Roman Engeler

Video zum neuen Case IH «Optum CVX» Weitere Filme zu landtechnisch inte­res­santen Themen auf unserem YoutubeKanal «Schweizer Landtechnik»

le Leistung liegt bei 288 und 313 PS (bei 1800 U / min). Erwähnenswert ist die auf 650 U / min abgesenkte Drehzahl im Leerlauf.

Neuer Motorblock

Meilenstein für Case IH: die neue «Optum CVX»-Baureihe im frischen Design. (Bilder: Roman Engeler)

Mit der Serie «Optum CVX» lanciert Case IH eine neue Baureihe von Traktoren, die sich «emotional und dynamisch» präsentieren soll. So sehen es jedenfalls die Designer, welche diese neue Traktorenserie äusserlich geprägt haben. Ins Auge sticht dabei die neu gestaltete Motorhaube: Sie soll künftig mit neuem Beleuchtungspaket das Erscheinungsbild aller Case-IH-Traktoren prägen.

Zwischen «Puma» und «Magnum» Die neue «Optum CVX»-Baureihe mit 6-Zylinder-Motor kann als eine leistungsmässige Erweiterung der «Puma»-Serie nach oben oder als ein leichtgewichtiger «Magnum» angesehen werden. Die neue Serie, sie besteht aus zwei Modellen mit 270 und 300 PS, schliesst die Lücke zwischen diesen beiden Baureihen und erfüllt zudem verschiedenste Wünsche, die aus der Praxis an Case IH herangetragen wurden. Praktiker wollten einen «Puma» mit mehr Leistung, der bei in etwa gleichem Leergewicht ein höheres Maximalgewicht 32

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und mehr Power bei der Hydraulik sowie zusätzliche Varianten in den Bereifungen bietet.

Motor Als Antriebsaggregat wird in den «Optum CVX»-Modellen der bekannte 6,7 l NEFMotor mit 6 Zylindern verbaut. Die Ingenieure haben diesen Motor aber an einigen Punkten verbessert. So bestehen die Zylinderköpfe aus neuen Werkstoffen und sind geometrisch neu gestaltet, sodass ein höherer Verbrennungsdruck erreicht wird. Anstelle eines Turboladers mit Ladedruckregelung («Wastegate») kommt nun ein einstufiger Turbo mit elektronisch veränderbarer Geometrie («eVGT») zum Einsatz. Eine verbesserte Leistung bei gleicher Drehzahl und eine bessere Kennlinie beim Drehmoment sind die entsprechenden Auswirkungen. Bei Nenndrehzahl von 2100 U / min beträgt die Leistung 271 U / min, respektive 300 PS, die maxima-

Neu konstruiert wurden zudem der Motorblock und die Ölwanne. Die Ölwanne dient als Strukturbauteil des Traktors und nimmt einen Teil der Belastung des Motorblocks auf. Während das Leergewicht des «Optum CVX» bei 11 000 kg liegt, ermöglicht diese strukturelle Ölwanne ein zulässiges Gesamtgewicht des Fahrzeugs von 16 000 kg und bietet damit umfassende Ballastierungs- und Nutzlastoptionen. Die Abgasnorm der Stufe 4 wird mit dem bereits bekannten «Hi-eSCR»-System erreicht, das ohne externe Abgasrückführung und Dieselpartikelfilter auskommt. Der Die­seltank umfasst 630 l, jener für den Zusatzstoff «AdBlue» 96 l.

Nur stufenlos Die «Optum»-Modelle wird es (vorerst) nur mit stufenlosem Getriebe geben. Es entspricht im Aufbau jenem mit vier Fahrbereichen, das auch in den «Puma»-Traktoren verbaut wird. Das Getriebe wurde aber für die höheren Leistungen angepasst und ist in zwei Versionen für Maximalgeschwindigkeiten bis 40 oder 50 km / h erhältlich (rückwärts bis maximal 27 km / h). Die minimale Geschwindigkeit liegt bei­ Druck-Transponder an den Reifen können den Reifendruck via Antenne am Traktor zum Terminal in der Kabine übermitteln.


Fahrbericht | Impression   n

Tabelle: Technische Daten zum Case IH «Optum CVX» Modell

Optum 270

Motor

Optum 300

6,7 l NEF, 6 Zylinder

Nennleistung *

271 PS

300 PS

Maximale Leistung *

288 PS

313 PS

Getriebe

stufenloses Getriebe, 30 m / h bis 40 km / h

Radstand

2995 mm

2995 mm

Hubkraft Heck

11 058 kg

11 058 kg

Hubkraft Front

5821 kg

5821 kg

Hydraulikpumpe

165 l / min (220 l / min optional)

* nach ECE R120

Der geringere Abstand zwischen Vorderachse und Fronthubwerk sorgt für eine gute Gewichtsverteilung und kompakte Masse.

30 m/h. Neu gibt es eine durch Federkraft zu betätigende und hydraulisch zu lösende Parkbremse. An der Zapfwelle stehen die vier Geschwindigkeiten 540, 540 E, 1000 und 1000 E zur Verfügung. Die Umschaltung erfolgt elektronisch, direkt am Getriebe. An der Frontzapfwelle (optional) gibt es die zwei Geschwindigkeiten 1000 und 1000 E.

zept: Anstelle der Kurzschwingen wird beim «Optum CVX» eine LängsschwingenFederung verbaut, die durch zwei Ölzylinder mit 8 ° Pendelbewegung und 110 mm Federungsweg für mehr Fahrkomfort sorgen soll. Eine Steuerung misst die vertikale Belastung und stellt die notwendige Dämpfung ein.

Hydraulik Neues Federungskonzept Die Vorderachse stammt in der Grundkonstruktion vom «Magnum». Neue Wege gingen die Ingenieure beim Federungskon-

Weitere Updates Case IH rüstet die Quaderballenpressen vom Typ «LB 424» und «LB 434» mit neuer Isobus-Version aus, dank der die Pressen die Fahrgeschwindigkeit des Traktors beeinflussen können, um so eine konstant hohe Produktivität zu halten. Zusätzlich wurde die Pickup verstärkt und ein mitlenkendes Stützrad entwickelt, das ein enges Wenden ohne Beschädigung des Bodens ermöglicht. Die Knotergebläse wurden verbessert, um besonders schwere Arbeitsbedingungen zu meistern, und jeder Knoter kann mit einem separaten, elektronischen Sensor für Knotenfehler ausgestattet werden. Die neuen Axial-Flow-Mähdrescher der Baureihe «140» wurden ebenfalls zahlreichen Änderungen unterzogen, die Leistung, Komfort und Zuverlässigkeit steigern sollen. Die Angebotspalette für das nächste Jahr umfasst die Cross-Flow-Modelle «5140» mit einem 6,7-l-Motor und 312 PS Höchstleistung, «6140» mit einem 8,7-lMotor und 400 PS sowie das Modell «7140» ebenfalls mit einem 8,7-l-Motor, aber einer Höchstleistung von 449 PS. Die beiden grösseren Modelle können zudem auf Wunsch mit einem bodenschonenden Raupenlaufwerk geordert werden.

Der «Optum CVX» besitzt ein verlustarmes auf Effizienz ausgelegtes Hydrauliksystem. Die Closed-Center-Load-SensingHydraulikpumpe (CCLS) mit 165 l / min bei 2100 U / min ist Standard, als Option gibt es auch eine High-Flow-Pumpe mit 220 l / min. Das Heckhubwerk weist mit Schnellkuppler-Unterlenkern der Kat. III eine maximale Hubkraft von 11 058 kg auf (am Fronthubwerk sind es 5821 kg).

Was weiter noch auffällt • Ein interessantes Feature ist die Reifendruck-Anzeige auf dem «AFS 700»Bordterminal des Traktors. Bis zu 16 verschiedene Reifendrücke (inklusive von Anhängern) können überwacht, leider aber nicht aktiv beeinflusst werden. Die entsprechenden Daten werden von speziellen Druck-Transpondern an den Reifen via An-

tenne am Traktor zum Terminal übermittelt. • Verfügbar ist ebenfalls das bekannte ABS-System, das nun mit einer Weiterentwicklung ergänzt werden kann: Wird diese aktiviert, lenkt der Fahrer wie üblich, zusätzlich wird bei engen Radien aber das kurveninnere Rad gebremst. •  Die neugestalteten Kotflügel lassen verschiedene Bereifungsvarianten mit bis zu 2,15 m grossen und 900 mm breiten Reifen zu. •  Bis zu 20 LED-Leuchten sorgen für eine 360 °-Rundumsicht auch in der Nacht. • Der «Optum CVX» ist mit einem RTKSystem für eine genaue Spurführung und einer Telematikvorrüstung erhältlich. • Ebenfalls verbaut wird das «HMC II»Vorgewendemanagement, das den Vorteil hat, komplexe Bedienabläufe beim Wenden am Vorgewende zu vereinfachen und damit die Ermüdung zu verringern. •  Neues Motorbremssystem, bei dessen Betätigung nicht nur die Staubremsklappe geschlossen, sondern zusätzlich die Treibstoffeinspritzung ganz gestoppt, der Winkel des Turboladers erhöht und der Kühlventilator auf volle Leistung geregelt wird. Das ergibt eine zusätzliche Bremsleistung von rund 30 kW, was Ölerwärmung und Verschleiss reduziert.  n

Auffällig ist das Design mit neuer Motorhaube, schwungvollen Linien und mit der LEDBeleuchtung: Vorbote des Erscheinungsbildes aller künftiger Traktoren von Case IH.

9 2015  Schweizer Landtechnik

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n  Wissen | Technisch

Vorbereitet auf einen Stromunterbruch Die Stromversorgung in unserem Land ist durch eine hohe Versorgungssicherheit gekennzeichnet. Dieser Umstand fördert den sorglosen Umgang mit elektrischen Geräten, Maschinen und Anlagen. Durch einem Stromunterbruch oder eine Strommangellage entstehen daher Ausnahmesituationen, die ordentliche Betriebsabläufe behindern oder gar verhindern. Durch richtige Vorbereitungen kann das Schadensausmass minimiert werden. Ruedi Hunger

Je höher der Automatisierungsgrad, desto grösser sind die Auswirkungen, wenn ganze Betriebsabläufe von einem Stromausfall betroffen sind.

Ein Stromunterbruch oder eine akute Mangelsituation punkto elektrischer Energie ist aus heutiger Sicht für einen Landwirtschafts­betrieb immer eine Ausnahmesituation. Vieles, beispielsweise das Melken,­­ die Endtrocknung des Futters auf dem Heustock, die automatische Fütterung im Schwei­ nestall und vieles mehr, funktio­ niert nicht mehr. Schadensbegrenzung ist oberstes Ziel. Daher ist es wichtig, die Prioritäten richtig zu setzen.

Betriebsabläufe vorgängig definieren Ein mindestens 48-stündiger Stromausfall im Winter bzw. die regelmässige Netzabschaltung alle vier Stunden wirft folgende Fragen auf: 34

Schweizer Landtechnik  9 2015

(Bild: Lely)

1.  Welche Betriebsabläufe müssen zwingend ausgeführt werden, damit keine Gefahr (oder grosser Schaden) für Tiere entsteht? –  Melken, Fütterung, Stallreinigung 2.  Welche zwingenden Betriebsabläufe sind auf Strom angewiesen? –  Das Melken von Kühen bedingt eine stromabhängige Melkanlage und Licht. Zudem wird Strom für die Reinigung der Anlage und für das Kühlen der Milch benötigt. 3.  Bei welchen zwingenden Betriebsabläufen kann kurzfristig auf Strom verzichtet werden? –  Bei der Reinigung oder der Fütterung (je nach Tierart und -kategorie) 4.  Wie lange dürfen zwingende, stromabhängige Betriebsabläufe maximal ausfallen, bevor grosse Schäden entstehen? –  Gar nicht, eine Stunde, einen Tag usw. (Stalllüftung) 5.  Gibt es zwingende, strom­ab­hängige Betriebsabläufe, die nur zu bestim­m­ten Zeiten betrieben werden? –  Heubelüftung, Lagerräume zur Produktelagerung


Technisch | Wissen   n

Aus der Definition ergeben sich möglicherweise Massnahmen für den Einsatz bzw. Aufbau einer Notstromversorgung. Insbesondere vor dem Einsatz einer Notstromversorgung ist die Beratung einer Fachperson notwendig. Entsprechend sind Überlegungen zu folgenden Punkten anzustellen: • Welche Art der Notstromversorgung soll zum Einsatz kommen? D.h., ist ein mobiles Notstromaggregat (NSA) sinnvoll oder wird eine unterbruchsfreie Stromversorgung (USV) benötigt? •  Welche Leistung muss die Notstromversorgung aufweisen? Alle zwingenden Betriebsabläufe sollen genügend lang mit Strom versorgt werden. Es ist ein entscheidender Unterschied, ob ein System 30 Minuten lang läuft oder zwei Stunden. • Sind vorbeugende bauliche Massnahmen zu treffen? In vielen Fällen muss eine Umschaltvorrichtung installiert werden, um von der üblichen Netzversorgung im Gebäude auf die Notstromversorgung zu wechseln. Einzelne Versorgungskomponenten sollen sich je nach Priorität zuschalten lassen. • Bei wiederkehrenden Stromunterbrüchen in einer Strommangelsituation ist es von Vorteil, wenn USV während den stromversorgten Stunden ganz aufgeladen werden können. Es soll genügend Treibstoff für die Notstromversorgung vorhanden sein. • Checkliste erstellen für alle Anlagen, die nach dem Wechsel auf eine NSA neu gestartet werden müssen (beispielsweise eine Belüftungsanlage).

sein. Für den Fall eines andauernden Stromunterbruchs sollte auf herkömmliche Melkutensilien zurückgegriffen werden können. Abklären, wie lange ein Kühllager (z.B. für Milch) die nötige Temperatur ohne Strom halten kann. Zu den baulichen Massnahmen zählt der Einbau von zahlreichen Quellen für Tageslicht. Ställe sind so zu bauen, dass rasch von Hand gelüftet werden kann. Lagerprozesse bei den Futtermitteln sind möglichst stromunabhängig zu gestalten. Weiter soll geprüft werden, ob und wie die Photovoltaikanlage bei einem Stromunterbruch zur Eigenversorgung genutzt werden kann und ob ein Problem entsteht, wenn der produzierte Strom nicht ins Netz eingespeist werden kann.

Zusammenfassung Ein längerer Stromunterbruch oder eine dauernde Strommangellage sind Ausnahmesituationen, in denen die meisten Be­ triebs­abläufe nicht mehr ausgeführt werden können. Aufgrund der hohen Versorgungssicherheit, die wir derzeit «geniessen», werden beide Szenarien oft als unwahrscheinlich bezeichnet. Je mehr die Arbeitsabläufe und Produktionsprozesse auto­ matisiert sind, desto wichtiger sind aber Überlegungen und Vorbereitungen für den Fall, dass das Unwahrscheinliche doch ein-

Für die manuelle Stallreinigung sind für den Fall eines längeren Stromausfalls zusätzliche Arbeitskräfte einzuplanen. (BIld: GEA Farm-Technologie)

treffen sollte. Das Bundesamt für wirtschaftliche Lan­ desversorgung, BWL, hat ­eigens für land­wirtschaftliche Betriebe ein Merkblatt zur Thematik Stromunterbruch geschaffen, welches als Leitlinie wertvolle Antworten auf ungewohnte Fragen gibt. Auf der Website www.strom-ratgeber.ch gibt es eine Checkliste zur betrieblichen Analyse. Weiterführende Informationen in Form eines Merkblatts oder einer Checkliste für andwirtschaftliche Betriebe finden Sie auch unter: http://www.bwl.admin.ch/ dienstleistungen/01241/01261/01283/ 01285/index.html?lang=de  n

Die Handhabung einer Notstromversorgung auf dem Betrieb soll geübt und die volle Funktionstüchtigkeit regelmässig getestet werden.

Ergänzende Massnahmen Die von Hand zu erledigenden Tätigkeiten sind vor einem Stromunterbruch zu definieren. Zudem sollen automatisierte Abläufe wie Fütterung, Tränkung, Reinigung usw. notfalls auch von Hand durchgeführt werden können. Ein kurzfristiger Mehrbedarf an Arbeitskräften ist organisatorisch einzuplanen. Mitarbeitende / Vertretung sollen bezüglich der getroffenen Massnahmen informiert und instruiert werden. Auf dem Betriebsareal soll ein genügend grosses Treibstofflager vorhanden sein, damit die Betankung auch ohne Strom möglich ist. Alternative Licht- und Wärmequellen müssen im Bedarfsfall vorhanden

Bei Photovoltaikanlagen ist abzuklären, ob und wie sie bei einem Stromunterbruch genutzt werden können und ob Probleme entstehen, wenn der produzierte Strom nicht ins Netz eingespeist werden kann. (Bild: Ruedi Hunger)

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n  Wissen | Praktisch

Generatoren für den 3-Punkt-Anbau sind leistungsfähig und benötigen traktorseitig genügend Antriebsreserven.

(Bilder: Ruedi Hunger)

Helfer in der Not

Die zunehmende Automatisierung in Landwirtschafsbetrieben erhöht die Abhängigkeit von der öffentlichen Stromversorgung. Deshalb macht es Sinn, trotz hoher Versorgungssicherheit über Massnahmen nachzudenken, sollte doch einmal kein Strom aus der Steckdose kommen. Notstromaggregate sind dann gefragt, wenn nichts mehr läuft. Ruedi Hunger

Gerade weil wir in der Schweiz eine hohe Versorgungssicherheit bezüglich Strom haben, sind viele Betriebe ungenügend vorbereitet für den Fall eines Totalausfalls oder einer akuten Strommangelsituation. Notstromaggregate können in Ausnahme­ situationen die wichtigsten Betriebsabläufe sicherstellen.

Abklärungen vor dem Kauf Wer ein Notstromaggregat, auch Generator genannt, anschaffen will, muss vorerst den Leistungsbedarf abklären. Auch bei bereits vor Jahren gekauften Generatoren ist ab­ zuklären, ob sie den heutigen Leistungsan­ forderungen noch genügen. Eine einfache Rechnung addiert die erforderliche Leistung aller zur selben Zeit eingeschalteten Geräte, 36

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die Summe wird mit dem Faktor 1,6 hoch­ gerechnet. Das Resultat zeigt die notwen­ dige «Scheinleistung» eines Generators in kVA. Zusätzlich ist eine Leistungsreserve einzukalkulieren. Damit ergibt sich bereits ein grober Hinweis darauf wie leistungsfä­ hig der Generator sein muss. Übrigens, der mögliche Leistungswert ist auf dem Gene­ rator-Typenschild ablesbar. Der von einem Notstromaggregat erzeugte Strom ist ge­ nauso gefährlich wie der Strom vom öffent­ lichen Versorgungsnetz.

Konstruktionsart Ein weiteres Auswahlkriterium ist die Bau­ art. Sollen – unabhängig von einem Strom­ ausfall – im «Feldeinsatz» einzelne Geräte betrieben oder muss eine komplexe Be­

triebsanlage mit einem stationären Ge­ne­ rator versorgt werden – das ist ein wesent­ licher Unterschied. Zudem gibt es Uni­ver­salgeneratoren für beide Einsatzvarianten. Letztere sind auf Landwirtschaftsbetrieben oft anzutreffen. Sie werden am 3-Punkt des Traktors angebaut und über eine Zapfwelle angetrieben Generatoren gibt es in ein- oder zweipoliger Ausführung. Der einpolige Generator ver­ fügt über ein Paar Statorwicklungen und dreht mit 3000 U / min, dies bei einem Ge­ triebe-Übersetzungsverhältnis von 7 : 1. Die zweipolige Ausführung besitzt zwei Paar Statorwicklungen, dafür benötigt er eine Drehzahl von nur 1500 U / min. Das GetriebeÜber­setzungsverhältnis beträgt noch 3,5 : 1. Er ist aber schwerer und vor allem teurer.


Praktisch | Wissen   n

Antriebsleistung Begrenzende Leistungsfaktoren sind die Nennleistung des Generators und die Leis­ tung des Antriebsmotors bzw. des Traktors. Um einen sicheren und stabilen Betrieb zu gewährleisten, soll das Leistungsverhältnis zwischen Traktor und Generator 2,5 : 1 bis 3 : 1 betragen. Genügend Leistungsreser­ ven beim Traktor sichern eine stabile Dreh­ zahl und damit eine konstante Generator­ spannung. Wichtig ist, dass die Frequenz von 50 Hz (48 bis 52) eingehalten wird, insbesondere auch im Hinblick auf mögli­ che elektronische Komponenten, die in der zu betreibenden Betriebsanlage eingebaut sein können. Während beim Feldbetrieb oft nur im Teil­ lastbetrieb «gefahren» wird, kann beim Anlagenbetrieb durchaus der Volllastbe­ trieb gefordert werden. Die Zapfwellen-Antriebsdrehzahl liegt im­ mer unter 540 U / min, normal werden Ge­ neratoren mit 430 U / min angetrieben. Die Drehzahlen 750 und 1000 U / min sind für den Generatorbetrieb meistens ungünstig. Generatoren, die mit 1500 U / min arbeiten, haben einen besseren Wirkungsgrad als solche mit 3000 U / min. Der Grund liegt in der günstigeren Getriebeübersetzung. Die Zapfwellendrehzahl soll mit zu- und ab­ nehmender Last möglichst stabil bleiben, damit die Frequenzänderungen nur minim sind. Diese Anforderungen ­ erfüllen nur Traktoren mit genügend Leistungsreser­ ven. Im Übrigen führt ein unkontrolliertes Einschalten von Elektromoto­ren zu hohen Drehmomentspitzen.

Noteinspeisestelle Wer bei einem Stromausfall den mit einem Notstromaggregat produzierten Strom be­­helfsmässig in die Betriebsanlage ein­

speisen will, handelt höchst fahrlässig. Das Einspeisen ist vorab mit einem Elekt­ rofachmann zu besprechen. Notwendig sind eine eigentliche Noteinspeisestelle und eine komplette Trennung vom öffent­ lichen Netz. Der Fachmann wird auch die vorhandene Drehfeldrichtung feststellen und die notwendigen Vorkehrungen tref­ fen. Alle für den Notstrom wichtigen Strom­ kreise sind an der Schaltstelle zu kenn­ zeichnen. Stromkreise, die nicht unbedingt Notstrom benötigen, bleiben ausgeschal­ tet. Notstromberechtigte Verbraucher sind nacheinander zuzuschalten, wobei die stärksten Stromverbraucher zuerst eingeschaltet werden. Eine Netzwieder­ kehranzeige ist von Vorteil. Bevor wie­der auf den ordentlichen Netzbe­ trieb ­um­geschaltet wird, ist abzuwarten, bis­­ das ö ­ffentliche Netz wieder stabil ist (15 – 20 min).

Merkpunkte •  Ein Notstromgerät mit Leistungsreserve kaufen (zukünftig steigen die Anforde­ rungen vielleicht noch). •  Einen genügend starken Traktor vorsehen, der ebenfalls über Leistungsreserven verfügt. •  In Betriebsanlagen darf «Notstrom» nur über eine korrekte Notstromeinspeisestelle eingespeist werden. •  Saubere Trennung vom öffentlichen Netz vorsehen. •  Netzwiederkehranzeige installieren und im Betriebsfall aktivieren. •  Richtiger Generatoranbau am Traktor mit korrekter Erdung (wenn notwendig). •  Kräftige Gelenkwelle für den Betrieb des Generators reservieren. •  Gradlinigen Verlauf der Gelenkwelle sicherstellen (reduziert Verschleiss). •  Inbetriebnahme des Notstromgenerators nach spezieller (schriftlicher) Anleitung.

Einsatzanweisung Nach dem Kauf und den notwendigen An­ passungen, wie der Noteinspeisestelle, einer Netztrennung, einem korrekten Übertra­ gungskabel und dem richtigen Anbau am Traktor, ist unter Anwesenheit eines Fach­ mannes ein erster Probelauf mit Einspeisung in die Betriebsanlage vorzunehmen. Damit nach längeren Einsatzpausen in einer Ausnahmesituation die richtigen Massnahmen getroffen werden, ist zusam­ men mit dem Fachmann eine schriftliche «Kurzinformation» als Anleitung zu erstel­ len. Hierbei geht es nicht um eine Betriebs­ anleitung für den Generator (wird mitgelie­ fert!), sondern um eine Anleitung, die weiter gehende Informationen zu B ­ etrieb, Einspeisung, Netztrennung und S­ icherheit enthält.

Im Lastbetrieb muss die stark belastete Gelenkwelle einen gradlinigen Verlauf aufweisen.

Fazit Neben kleinen, tragbaren Notstromaggre­ gaten mit eigenem Motor, die für den «Feldeinsatz» geeignet sind, und den orts­ festen, zum Teil automatisch startenden Notstromgeneratoren sind vor allem die Anbaugeneratoren für Traktoren in der Landwirtschaft beliebt. Vor einem Kauf muss abgeklärt werden, wozu dieser Ge­ nerator dienen soll. Später sind die bausei­­ti­ gen Einspeisemöglichkeiten mit einem Fachmann zu klären. Schliesslich müssen für einen stabilen Betrieb Generator und Trak­ tor genügend Leistungsreserven aufweisen. Gekauft werden sollen nur Aggregate mit entsprechender Sicherheitsprüfung (siehe auch BUL-Merkblatt 6, «Sichere Elektrizität in der Landwirtschaft»).  n

Kabel und Stecker/Steckdose müssen den geltenden Vorschriften entsprechen. Alte Stecker sind auszuwechseln.

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n  Wissen | Technisch

ZF «Terramatic TMG28» – vertiefte Betrachtung der Leistungsverzweigung Mit der Terramatic-Baureihe deckt ZF den Leistungsbereich von 95 bis 500 PS (70 bis 370 kW) ab. Eingebaut werden diese stufenlosen Getriebe mittlerweile in Traktoren von Claas, Deutz-Fahr, Kubota, Lindner und McCormick. Am Beispiel des TMG28, das im Topmodell der Claas-Baureihe Axion 800 eingebaut wird, sollen in diesem Beitrag Aufbau und Funktion aufgezeigt werden. Tobias Daepp und Marco Gertsch 

TMG28-TerramaticGetriebe in CounterShaft-Bauweise.

Bei der jüngsten Generation von Stufen­ losgetrieben aus dem Hause ZF handelt es sich grundsätzlich um eine Weiter­ entwicklung der bekannten Eccom-Bau­ reihe. Eingeflossen sind aber auch viele Eigenschaften der S-Matic-Getriebe, ­­wie beispielsweise die gute Zugänglichkeit­ zur Hydrostateinheit. Gegenüber ihren ­ Vorgängern weisen die Terramatic-Ge­ triebe u.a. bessere Wirkungsgrade und ­höhere Leistungsdichten auf. Das Kürzel 38

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TMG steht im Terramatic-Baukasten für Terramatic-Getriebe, was bedeutet, dass hier nur das Getriebe, nicht aber die Hin­ terachse von ZF kommt. Die Bezeichnung TMT (Terramatic-Transaxle) hingegen würde verraten, dass es sich um eine kom­ plette Getriebe-Hinterachse-Kombination handelt.

Aufbau des TMG28 In Abbildung 1 ist der Grundaufbau des Terramatic-Getriebes TMG28 in Form eines Getriebeplanes mit standardisierten


Technisch | Wissen   n

Symbolen dargestellt. Wie alle leistungsverzweigten Stufenlosgetriebe von ZF weist auch dieses eine eingangsgekoppelte Grundstruktur auf. Das bedeutet, dass die Motorleistung über eine Zahnradstufe auf einen hydrostatischen und einen mechanischen Leistungspfad aufgeteilt und anschliessend – nach Wandlung von Drehmoment und Drehzahl – in einem Planetensatz wieder zusammengeführt wird (siehe auch System-/Marktübersicht in der Schweizer Landtechnik 11 / 2014). Hauptbauteile sind das Planetengetriebe mit den vier hintereinander geschalteten Planetensätzen P1 bis P4, den vier Lamellenkupplungen K1 bis K4 und der Lamellenbremse B (Mitte, links), die Hydrostateinheit (oben) sowie das mechanische Wendegetriebe mit den Kupplungen KV und KR (Mitte, rechts). Rechts unten sind zudem die Kegelritzelwelle, die zum Differenzialgetriebe der Hinterachse führt, und die Lamellenkupplung für den Allradantrieb dargestellt. Als Hydrostateinheit kommt die A41CT von Bosch-Rexroth zur Anwendung. Diese speziell für hydrostatisch-mechanische Stufenlosgetriebe entwickelte Einheit verfügt über eine verstellbare Schrägscheibenpumpe mit einem Schwenkbereich von + / – 20° und einen wirkungsgradgünstigen 40°-Konstantmotor in Schrägachsenbauweise.

So funktioniert das Getriebe Innerhalb der Fahrbereiche (FB) ist die stufenlose Übersetzung lediglich vom Drehzahlverhältnis zwischen dem Sonnen- und dem Hohlrad sowie von der Drehrichtung des Sonnenrades im Planetensatz P1 abhängig. In Abbildung 1 sind die Leistungsflüsse in FB 1 (vorwärts) dargestellt. Die Motorleistung (blau) wird unmittelbar am Getriebeeingang aufgeteilt. Der hydrostatische Zweig (orange) läuft zunächst über den Zapfwellenstrang nach hinten und wird dort über eine Zahnradpaarung zur Antriebswelle der verstellbaren Hydropumpe geleitet. Von der Abtriebswelle des Hydromotors führt dieser anschliessend über zwei Zahnradpaarungen zum Sonnenrad von P1. Der mechanische Zweig (grün) verläuft hingegen direkt vom Verzweigungspunkt über zwei Zahnradpaarungen zu P1 und treibt dort einerseits das Hohlrad und andererseits den Planetenträger von P2 an. Die beiden Leistungsflüsse werden also in P1 wieder zusammengeführt und über die Planetensätze P2, P3, P4 (Fahrbereiche) und die Kupplungen KV/KR mit den dazu-

Abbildung 1: Leistungsflüsse in Fahrbereich 1, vorwärts. (Originalgetriebeplan: K. Th. Renius; Ergänzungen: R. Stirnimann)

gehörigen Zahnrädern (Wendegetriebe) geeint zur Hinterachse geführt (wiederum blau).

Aktiver Stillstand Beim Anfahren in FB 1 ist die Hydropumpe zunächst maximal negativ ausgeschwenkt, sodass sich das Sonnenrad von P1 mit gleicher Drehzahl wie das Hohlrad, aber in entgegengesetzter Richtung dreht. Daraus resultiert eine bestimmte Drehzahl am Planetenträger von P1, die über das Gehäuse des Planeten­getriebes an das Hohlrad von P2 und an den Träger von P3 weitergeleitet wird. Gleichzeitig stellt sich aufgrund der vor­ ge­ ge­ benen Drehzahlen am Hohlrad und am Planetenträger von P2 eine bestim­ mte Abtriebsdrehzahl am dazugehörigen Sonnenrad ein, die über eine Hohlwelle an das Sonnenrad von P3 weitergegeben wird. Die entgegengesetzten Drehrichtungen von Sonnenrad und Planeten­ träger in P3 und das vorliegende Drehzahlverhältnis zwischen diesen beiden Elementen führen jetzt zu einem «aktiven Stillstand»: Das über die geschlossene Fahrbereichskupplung K1, den Planetensatz P4 und die Vorwärtskupplung KV mit den Hinterrädern in Verbindung stehende Hohlrad von P3 steht still, und der Traktor bewegt sich trotz laufendem Motor und aktiviertem Getriebe nicht.

Fahrbereichswechsel im Synchronpunkt Wenn die Hydropumpe zum Beschleunigen des Traktors nun zurück- und über den Nullpunkt in positive Richtung ausgeschwenkt wird, erhöht sich die Drehzahl des Planetenträgers von P1 kontinuierlich. Ist die positive Endlage und damit die Endübersetzung von FB 1 erreicht, drehen sich Sonnen- und Hohlrad von P1 wiederum mit gleicher Drehzahl, diesmal aber in gleicher Richtung. In diesem Punkt liegen an den Kupplungen K1 und K2 gleiche Drehzahlen vor, und es erfolgt eine automatische Umschaltung ohne Zugkraftunterbrechung auf FB 2. Beim Claas Axion 850 geschieht dies – bei Nenndrehzahl des Dieselmotor und einer üblichen

Zu den Autoren Dieser Fachbeitrag wurde von Tobias Daepp und Marco Gertsch im Rahmen des schriftlichen Kompetenznachweises im Agrartechnikmodul Motor- und Getriebetechnik 2014 an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL in Zollikofen verfasst. Beide studierten Agrarwirtschaft und schlossen das Studium im Herbst 2014 ab. Unterstützt wurden sie beim Verfassen dieses Beitrages von Roger Stirnimann, Dozent für Agrartechnik an der HAFL.

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n  Wissen | Technisch

Tabelle 1: Leistungsführende Planetensätze in den vier Fahrbereichen (gilt für Vor- und Rückwärtsfahrt) P1

P2

P3

P4

0 – 7,6 km / h

x

x

x

x

7,6 – 16 km / h

x

x

16,0 – 33 km / h

x

33,0 – 73 km / h

x

x

x

damit die zulässigen Endgeschwindig­ keiten von 40 oder 50 km / h (länderspezi­ fisch) im Teillastbereich mit reduzierten und somit verbrauchsgünstigen Motor­ drehzahlen erreicht werden können.

Hohe Effizienz in Fahrbereich 3

Abbildung 2: Leistungsflüsse in Fahrbereich 3, vorwärts. (Originalgetriebeplan: K. Th. Renius; Ergänzungen: R. Stirnimann)

In Abbildung 2 sind die Leistungsflüsse in FB 3 dargestellt. Eine Besonderheit liegt hier vor, weil lediglich P1 an der Leistungs­ übertragung beteiligt ist und die mecha­ nischen Verluste durch die Verzahnungen deshalb gering sind (siehe Tabelle 1). Dies widerspiegelt sich in den hohen Voll­last-Wirkungsgraden, siehe Grafik 1. In dieser Grafik ist auch der typische Wir­ kungsgradverlauf von eingangsgekoppel­ ten Stufen­losgetrieben zu erkennen. Die Best­punkte liegen jeweils in der Mitte der Fahrbereiche, was darauf zurückzuführen ist, dass an diesen Punkten keine hydro­ statische Leistung übertragen wird.

Counter-Shaft-Bauweise beim TMG28 ZF bietet einige Terramatic-Getriebe­ modelle, darunter das TMG28, in der so­genannten «Counter-Shaft-Bauweise» an. Hier wird die Planetengetriebewelle nicht direkt vom Dieselmotor, sondern Grafik 1: Typischer Volllast-Wirkungsgradverlauf eines eingangsgekoppelten Leistungs­ verzweigungsgetriebes mit vier Fahrbereichen. über eine Zwischenwelle – den Counter Shaft – angetrieben (siehe Getriebeplan). Die Inline-Bauweise als Pendant dazu ist Bereifung – bei einer Fahrgeschwindigkeit schleunigung in FB 4 erfolgt analog der­ mit gestricheltem Dieselmotorsymbol anvon 7,6 km / h. Beim Weiterbeschleunigen jenigen in FB 2. gedeutet. Die Zwischenwelle würde hier in FB 2 auf 16 km / h schwenkt die Hydro­ wegfallen und für den Antrieb der HyWie alle grösseren Terramatic-Getriebe weist das TMG28 also insgesamt vier pumpe jetzt von positiver Endlage über drostateinheit sowie der Zapfwelle die mechanische Fahrbereiche auf. Damit zentrale Planetengetriebewelle genutzt. den Nullpunkt bis zur negativen Endlage. kann sichergestellt werden, dass trotz Die Counter-Shaft-Bauweise ist im Ge­ Hier liegen wiederum synchrone Dreh­ zahlen – diesmal am Planetenträger von relativ kleiner Hydrostateinheit – das För­ gensatz zur Inline-Version etwas weniger P4 und der Kupplung K3 – vor, und es dervolumen der Pumpe liegt bei 65 cm3 / kompakt, dafür kann die Leistung mit Umdrehung, das Schluckvolumen des ­erfolgt der Wechsel in FB 3. Der Beschleu­ höheren Drehzahlen übertragen werden. Motors bei 56 cm3 / Umdrehung – einer­ nigungsvorgang in diesem Fahrbereich Die ZF-Getriebe mit dieser Bauweise läuft nach dem gleichen Prinzip ab wie in seits hohe Zugkräfte für Feldarbeiten und lassen sich deshalb auch in leistungsFB 1. Der nächste Fahrbereichswechsel andererseits hohe Geschwindigkeiten­ stärkeren Modellen innerhalb einer Trak­ findet statt, wenn sich die Hydropumpe für schnelle Strassenfahrten möglich sind. torbaureihe einsetzen, ohne dass gleich wiederum in positiver Endlage befindet auf die nächstgrössere Einheit zurückge­ Beim Claas Axion 850 ist der vierte Fahr­ und an den Kupplungen K3 und K4 glei­ bereich sogar auf eine technische End­ griffen werden muss (geringere Gewichte che Drehzahlen vorliegen. Die Weiterbe­ geschwindigkeit von 73 km / h ausgelegt, und Kosten).  n 40

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Technisch | Wissen   n

das Gewicht auf das kurvenäussere Rad verlagert, kann der Traktor überstossen werden (Sturz). Weitere Gefährdungsmomente sind das mögliche Überschreiten der Stützlast (Traktorhinterachse) und die zu starke Entlastung der Vorderachse und damit die Unterschreitung der gesetzlichen Frontachsbelastung. Letzteres führt zum Verlust der Lenkfähigkeit.

… durch aktive Regelung reduzieren

Topzylinder verbessern durch Verspannung von Traktor und Starrdeichselanhänger die Traktion.

Die Wirkung des aktiv geregelten Top­ zylinders beruht auf einer aktiven, aber geregelten gegenseitigen Verspannung von Traktor und Anhänger. Durch Zugund Druckkräfte werden Nickschwingungen je nach Interpretation gedämpft, ­reduziert oder verhindert. Aufgrund der aktiven Regelung kann auf Frontgewichte verzichtet werden, da der Zylinder die gesetzlich geforderte Mindestlast auf der Vorderachse sicherstellt. Bei Fahrten auf dem Feld kann der Topzylinder durch ­geregelte Druckkräfte die Radlasten des Traktors beeinflussen und schlupfabhängig so verändern, dass der allradgetriebene Traktor eine optimale Traktion erreicht. Die aktive Regelung neutralisiert bzw. eliminiert kritische Fahrzustände im Kurvenbereich. Durch die elektro-hydrau­ lische Regelung werden die zusätzlich auftretenden Querkräfte abhängig vom Kurvenradius reduziert, oder mit anderen Worten, der Druck im Topzylinder wird winkelabhängig gemindert.

Ruedi Hunger

Fazit

Die aktive Regelung entschärft die Gefahrenmomente bei Kurvenfahrten und belastet den Traktor gleichmässig. (Bild: Zunhammer)

Topzylinder durch aktive Regelung optimieren

Bei Strassenfahrten kann es aber zu kritischen Situationen kommen. Durch aktive Regelung werden Gefährdungsmomente eliminiert und die Ballastierung sowohl der Vorder- wie auch der Hinterachse optimiert. Durch ein geregeltes Verspannen können die durch Überfahrten von Einzelhindernissen oder allgemeine Stras­ senanregung entstehenden massiven Nick­schwingungen des Fahrzeuggespannes reduziert werden.

Zielkonflikte Die Fahrwerke sind, unter optimaler Ausnutzung der möglichen Nutzlast, zunehmend für schnellere Fahrten ausgelegt. Die Entwickler von Fahrwerken für landwirtschaftliche Fahrzeuge werden, hinsichtlich Strassen- und Feldfahrten bei steigenden Fahrgeschwindigkeiten, zunehmend mit Zielkonflikten konfrontiert. Fahrsicherheit und Komfort auf der einen Seite und Bo-

denschonung und Traktion auf der anderen Seite haben zum Teil w ­ idersprechende Anforderungen. Unter Anwendung von Elektronik besteht die Möglichkeit, dass «intelligente Fahrwerksysteme» eine Lösung bieten. Beispielsweise werden durch die Verwendung eines passiven oder aktiv geregelten Topzylinders die Nickschwingungen bei Stras­senfahrten eliminiert, und bei Feldfahrten bietet der Zylinder eine Traktionsverstärkung. Der Topzylinder ist­ in Verbindung mit der Starrdeichsel, eine zusätzliche Verbindung oberhalb der «normalen» Kupplungsebene. Seine Wirkung beruht auf einer aktiven, gegenseitigen Verspannung von Traktor und Anhänger.

Die aktive Regelung des Topzylinders hat gewisse Gefahrenmomente des passiven Topzylinders entschärft. Noch Gegenstand von technischen Weiterentwick­ lungen hinsichtlich der Traktion sind die aktive Beeinflussung der Achslasten in Abhängigkeit von Zugkraft, Stützlast und Fahrbahnneigung.  n

Mögliche Gefährdungsmomente … Der Einsatz eines passiven Topzylinders mit Starrdeichselanhänger bei Strassenfahrten führt zu kritischen bzw. gefährlichen Fahrsituationen. Wird durch Druck

Durch passives Verspannen von Starr­ deichselanhänger und Traktor wird die Hinterachse belastet und damit die Traktion erhöht. (Bild: Ruedi Hunger)

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n  Wissen | Praktisch

Gutes Licht – wenig Strom Zwar werden LED-Leuchtmittel als die Beleuchtungsinnovation mit geringem Stromverbrauch gelobt. Dies ist richtig, wenn man sie mit der herkömmlichen Glühbirne vergleicht. Doch Gasentladungslampen wie Metalldampflampen und FL-Leuchten haben durchaus noch ihre Berechtigung, da sie bezüglich Lichtausbeute und Wirtschaftlichkeit konkurrenzfähig sind. Zudem wird gutes Licht bei geringem Stromverbrauch noch von ganz anderen Faktoren beeinflusst. Ruedi Gnädinger

Viel Tageslicht ist das Beste für Mensch und Tier. Offene Ställe mit hohen Traufen und grossen Vordächern spenden Schatten im Sommer, und bezüglich Helligkeit sind sie auch bei trübem Wetter und Dämmerung vorteilhaft. (Bilder: Ruedi Gnädinger)

Hofplatz, Stall, Melkraum, Werkstatt oder Büro stellen ganz unterschiedliche Anforderungen an eine Beleuchtung, weil man Gegenstände unterschiedlich gut sehen muss. Während auf dem Hofplatz das Licht in erster Linie vor dem Stolpern schützen soll, muss die Helligkeit in der Werkstatt vielleicht ausreichen, um mit dem Schraubenzieher den Schlitz einer kleinen Schraube unter einer Maschine zu treffen. Aus wirtschaftlichen Gründen lässt sich ein Raum oft nur mit einer Grundbeleuchtung ausrüsten, welche mit einer speziellen Beleuchtung des engeren Arbeitsplatzes zu ergänzen ist. 42

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Viel Tageslicht Wer hat es nicht schon erlebt, dass eine Spriesse in der Haut trotz Nähe zu einer Lampe nicht entfernt werden konnte, die «Operation» hingegen bei Tageslicht gelang? Tageslicht kann bezüglich Lichtstärke und Lichtverteilung mit einer künstlichen Beleuchtung und vertretbarem Aufwand kaum erreicht werden. Daher haben grosse Fensterflächen, begrenzte Raumtiefe, helle Innenfarben und die fensternahe Anordnung des Arbeitstisches nach wie vor eine grosse Priorität beim Planen von Gebäuden und Inneneinrichtungen. Dies ist auch bei Stallbauten

zu beherzigen, denn viel Tageslicht hat erwiesenermassen positive Auswirkungen auf die Aktivität und Vitalität der Tiere.

Helle Farben Es ist immer wieder eindrücklich, wie unterschiedlich die Strassen bei dunkler Fahrbahn oder bei einer Schneedecke ausgeleuchtet werden. Helle Farben in einem Raum sind daher eine der wirksamsten Massnahmen für gutes Licht. Helle Farben reflektieren das Licht und sorgen für eine gleichmässigere Verteilung. Dunkle Farben absorbieren es und sind daher «Lichtfresser». Ohne helle


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Wände, Decken und Böden im Melkstand oder in der Werkstatt ist daher kaum eine gute Beleuchtung möglich, weil Hindernisse zwischen Leuchte und Arbeitsplatz sonst zu starke Schatten werfen.

Leuchtenpositionierung und -bedienung Zuerst ist zu entscheiden, ob eine Einheitsbeleuchtung für den ganzen Raum zweckmässig ist oder das engere Umfeld des Arbeitsplatzes besser auszuleuchten ist. In einer Werkstatt empfehlen sich Deckenbeleuchtungen für eine eher bescheidene Grundhelligkeit und zusätzliche Leuchten über Werkbank und Maschinen. Durch Zu- oder Abschalten der benötigten Leuchten kann einerseits die gewünschte Helligkeit am Arbeitsplatz gewählt und andererseits auch Strom gespart werden.

Passende Leuchten Leuchtmittel wie Halogen-, Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren strahlen das Licht in verschiedene und zu einem grossen Teil auch nutzlose Richtungen. Mit der passenden Leuchte und den darin enthaltenen Reflektoren gelangt es hingegen gebündelt zum gewünschten Ort. Eine Leuchte für Leuchtstoffröhren ohne guten Reflektor ist zwar billig, die Energieeffizienz und damit der langfristige Nutzen aber gering. Im Weiteren ist auch zu beachten, dass die Leuchten in Ökonomiegebäuden ge­gen Staub und Wasser geschützt sein müssen. Eine FL-Röhre ohne die passende Verkleidung darf also weder in der Scheune noch im Stall montiert werden.

Passende Beleuchtungsstärke Die Masseinheit der Beleuchtungsstärke ist Lux (lx) und gibt an, welcher Lichtstrom (lm) auf eine Fläche (m2) fällt. Die Literaturangaben über klassische BeleuchTabelle 1: Empfohlene Beleuchtungsstärken Beleuchtungszweck

Aussenbeleuchtung / Hofplatz Wohnzimmer Grundbeleuchtung

Lux

tungsstärken sind in der Tabelle 1 dargestellt. Dabzu ist zu bemerken, dass nebst den Normen auch die persönlichen Bedürfnisse zu beachten sind, denn bei nachlassendem Sehvermögen ist eine höhere Beleuchtungsstärke vorteilhaft, und helle Aufenthaltsorte sind dem Wohlbefinden zuträglich. Von Vorteil ist, wenn durch Zu- oder Abschalten der benötigten Leuchten die gewünschte Helligkeit am Arbeitsplatz wählbar ist und nicht unnötig Strom verbraucht wird. Diese Art der Sparschaltung ist einer Regulierung durch Dimmen vorzuziehen, denn die Installation kostet weniger, ist dauerhaft, und der Stromverbrauch ist bezogen auf das erzeugte Licht (Effizienz) geringer. Die Beleuchtungsstärke kann mit Beleuchtungsrechnern kalkuliert werden, die im Internet zu finden sind. Sie sind geeignet für Leuchten mit Reflektoren und gleichmässiger Bündelung des Lichtes. Bei der Planung einer Stallbeleuchtung mit viel Streulicht sind diese Rechner aber eher ungeeignet. Hier empfiehlt sich die Besichtigung neuerer Objekte, um abzuklären, wie gross der Lichtstrom aller installierten Leuchten und die Bodenfläche ist. Der spezifische installierte Lichtstrom (Lumen / m2) kann dann Anhaltspunkt für die eigene Anlage sein. In Ställen ist zudem auf den Einfluss der Beleuchtung auf das Tier zu achten. Die Nachtbeleuchtung sollte zum Beispiel weniger als 10 Lux betragen, damit die Nachtphase nicht gestört wird.

Leuchtmittelwahl Stromverbrauch und Energieeffizienz sind sicher die Hauptkriterien für die Auswahl. Lebensdauer, Minderung des Lichtstromes während der Lebensdauer und der Preis sind aber auch mitentscheidend über die Zweckmässigkeit eines Leuchtmittels. Der Arbeitsaufwand für das Aus­wechseln von Leuchtmitteln und für die Reinigung der Leuchten ist besonders bei hohen Räumen beachtlich und die Arbeit ohne die geeigneten Hilfsmittel zu gefährlich.

Kombination von FL- und Metalldampfleuchten. Dadurch kann die schwächere Grundbeleuchtung bei Bedarf durch Zuschalten verbessert werden. Metalldampflampen sind heute auch mit integriertem Nachtlicht erhältlich.

Lichtverteilung einer FL-Leuchte mit Reflektor (ausgezogene Linie = quer zur Längsachse, gestrichelte Linie = längs zur Längsachse). Ohne Reflektor würde fast die Hälfte des Lichtstromes mit reduziertem Nutzen auf der Decke auftreffen. Dank dem guten Reflektor werden fast 90 % des Lichtstromes in die nutzbringende Richtung umgelenkt. (Werkbild Tulux)

5 – 10 80 – 100

Durchgänge, Korridore

100

Treppen

130

Lagerräume

150 – 300

Reparaturwerkstätten im Bereich Werkbank

400 – 500

Zeichnungsbüros

750

Feinarbeit

1000

Die LED-Technik hat bezüglich Stromverbrauch und Lichtausbeute eine Vorzugsstellung. In der Literatur wird der spezifische Stromverbrauch mit 60 bis 140 Lumen pro Watt angegeben. Dieser Wert schwankt auch bei den Firmendaten, und daher ist es generell ratsam, die Firmenangaben auf der Packung zu beachten. Vorteilhaft sind auch die gute

LED-Leuchtmittel gibt es in den unterschiedlichsten Fassungsvarianten. Von rechts: Halogen: Spotlämpchen 12 Volt und 20 Watt, Led-Ausführung mit 3,5 Watt, Led-Birne 10 Watt und Lichtbündelung nach unten, Led-Birne 12 Watt und seitliche Lichtbündelung.

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n  Wissen | Praktisch

und gezielte Lichtbündelung der LEDLeuchtmittel und Strahler und die hohe Lebensdauer. Generell ist zu bemerken, dass Leuchtmittel im grösseren Wattbereich die bessere Lichtausbeute haben. LED-Leuchtmittel stehen heute in den verschiedensten Lampenfassungen zur Verfügung. Somit lassen sich die meisten heute nicht mehr käuflichen Glühlampen und die zwar noch käuflichen, aber ­weniger effizienten Halogenleuchtmittel durch die LED-Technik ersetzen. Zu prüfen ist jedoch, ob der LED-Ersatz nicht nur durch den geringen Leistungsbedarf (Watt) besticht, sondern ob auch der Lichtstrom (Lumen) den Wert des zu ersetzenden Leuchtmittels erreicht.

Indirektes Licht verursacht wenig Schatten­ wurf und ist zum Arbeiten am Bildschirm sehr angenehm. Eine LED-Leuchte mit 30 Watt ist in der Regel ausreichend.

Tabelle 2: Begriffe und ihre Definitionen Leuchte: bestehend aus Fassung, Reflektor, Abdeckung (Staub und Spritzschutz) und Leuchtmittel Leuchtmittel: im wesentlichen Glüh­lampen, Gasentladungslampen und Leuchtdioden Lichtstrom Lumen (lm): gesamter Lichtstrom einer Lichtquelle. Bei Leucht­ mitteln wird in der Regel dieser Wert angegeben. Spezifischer Lichtstrom (Lumen je Watt): abgegebener Lichtstrom im Verhältnis zur elektrischen Leistungsauf­ nahme des Leuchtmittels. Je grösser der Lichtstrom pro Watt Leistungsaufnahme eines Leuchtmittels ist, umso höher ist seine Lichtausbeute oder die Energieeffizienz. Lichtstärke Candela (cd): von einer Lichtquelle in eine Richtung emittierte Lichtstärke (Strahlungsleistung pro Raumwinkel). Eine in alle Richtung gleichmässig leuchtende Lichtquelle mit 12,6 Lumen hat eine Lichtstärke von 1 Candela. Eine Haushaltkerze hat ungefähr eine Lichtstärke von 1 Candela. Beleuchtungsstärke Lux (lx): Lichtstrom Lumen (lm) bezogen auf die Fläche (m2). Wenn der Lichtstrom von 200 Lumen auf eine Fläche von 2 m2 auftritt, entspricht dies einer Beleuchtungsstärke von 100 Lux Reflexionsgrad oder Reflexionsver­ mögen: Verhältnis zwischen reflektierter und einfallender Intensität als Energiegrösse. Vereinfacht ausgedrückt: der Anteil des Lichtes, welches von rauen («nicht spiegelnden») Flächen wieder zurückgeworfen wird. Räume mit hellen Farben haben einen hohen Reflexionsgrad und verteilen das Licht, gleichmässiger. Dunkle Farben hingegen absorbieren das Licht und sind daher «Lichtfresser».

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Leuchtstoffröhren (FL-Leuchte) und die Energiesparlampen (Kompaktausführung einer Leuchtstoffröhre) sind Gasentladungslampen und haben keine Glühwendel. Das leuchtende Gas wird durch die Innenbeschichtung des Gaskolbens in sichtbares Licht gewandelt (daher der Name Leuchtstofflampe). Beide brauchen ein Vorschaltgerät (bei der Energiesparlampe integriert), welches den Strom beschränkt und dafür sorgt, dass Röhre und Lampe gleichmässig leuchten. Das konventionelle Vorschaltgerät (Abkürzung KVG) besteht aus Drosselspule und Starter und hat einen etwas grösseren Stromverbrauch als das elektronische Vorschaltgerät (EVG). Bei der FL-Röhre und der Energiesparlampe sind Reflektoren wichtig, denn sonst geht viel Licht in unnütze Richtungen verloren. Der Begriff Energiesparlampe ist irreführend, denn die Lichtausbeute ist geringer als bei der Leuchtstoffröhre. Auch im Hinblick auf die LED-Technik ist der Begriff Energiesparlampe nicht mehr zeit­ gemäss. Metalldampflampen (Halogenmetalldampflampen) sind ebenfalls Gas­ ent­ ladungslampen, brauchen aber keine fluoreszierende Beschichtung des Glaskolbens, jedoch auch ein Vorschaltgerät. Sie sind für die Stallbeleuchtung wegen des farbtreuen Lichtes, der hohen Licht­ ausbeute (um 100 Lumen je Watt) und der langen Lebensdauer geeignet. Halogenmetalldampflampen werden in Ställen in der Regel ab einer Leistung von 250 Watt und breit streuenden Reflektoren angeboten. Eine Leuchte reicht für eine grössere Fläche und dadurch braucht es verhältnismässig wenig Leuchten und einen geringeren Installationsaufwand.

Tabelle 3: Energieeffizienz bzw. Lichtausbeute bei den gebräuchlichsten Leuchtmittel Leuchtmitteltyp

Lichtausbeute [Lumen/Watt]

Glühlampe

5 – 16

Halogenglühlampe

15 – 25

Energiesparlampe (Kompaktleuchtstoffröhre)

40 – 80

FL-Leuchten (Leuchtstoffröhren)

50 – 95

LED-Technik

25 – 110

Halogenmetalldampf­ lampen

60 – 110

Halogenglühlampen haben zwar eine etwas bessere Lichtausbeute als die vom Handel nicht mehr angebotenen Glühlampen ohne Halogenfüllung. So konnte zum Beispiel bei gleicher Leuchtkraft eine normale Glühbirne mit 60 Watt durch eine Halogenglühlampe mit 40 Watt ­ersetzt werden. Mit 15 bis 25 Lumen je Watt ist die Halogentechnik aber nicht mehr zeitgemäss. Sie werden im grösseren Leistungsbereich zudem sehr heiss und gefährlich, und es ist daher vernünftig, sie gelegentlich durch LED-Leuchtmittel zu ersetzen.  n

Baustrahler mit Halogenleuchtmittel sind zwar billig, aber wegen der geringen Effizienz nicht mehr zeitgemäss. Zudem sind sie wegen der Hitzeentwicklung auch gefährlich. Besser entsorgen, bevor man sich die Finger verbrennt oder eine Feuersbrunst verursacht.


Praktisch | Wissen   n

wäre dann zusätzlich eine Reduktion der Messerzahl an der Häckseltrommel erforderlich. Später im praktischen Betrieb soll dann der Zeitaufwand für den Wechsel von Shredlage zu normalem Häckselbetrieb und umgekehrt nur noch rund eine Stunde in Anspruch nehmen.

Noch einige offene Fragen

LU Peter Wyss holt ein Stück Amerika in die Schweiz «Shredlage» ist ein neues Aufbereitungsverfahren für Silomais aus den USA, das eine höhere Milchleistung aus dem Grundfutter ermöglichen soll. In der kommenden Saison soll der erste in der Schweiz dafür ausgerüstete Feldhäcksler Erfahrungen liefern. Ruedi Burkhalter «Mit Shredlage nutzen wir das Potenzial des eigenen Futters besser aus», sagt Peter Wyss. Der Lohnunternehmer aus Ittigen BE hat in den letzten Tagen den ersten Feldhäcksler in der Schweiz mit der Technik zur Herstellung von Shredlage ausgerüstet. Wyss ist überzeugt, dass sich dank dieser Technik die Milchleistung in Rationen mit hohem Maisanteil um mindestens einen Liter pro Kuh und Tag erhöhen lässt.

Mehr Struktur – mehr Oberfläche Beim Shredlage-Verfahren, das in den USA entwickelt worden ist, werden die Maispflanzen bei der Ernte mit dem Feldhäcksler zwar mit 12 bis 30 mm Schnittlänge deutlich länger gehäckselt. Dank eines speziellen, patentierten Prismenwalzen-Crackers (Bild oben) werden jedoch die Fasern intensiv aufgesplissen und die Körner feiner zermahlen als mit herkömmlicher Technik.

Eindrückliches Resultat beim ersten Testeinsatz: Die Körner sind zu so kleinen Stücken zermahlen, dass man diese erst bei genauem Hinsehen erkennt.

Durch diese Kombination soll einerseits in der Maissilage mehr Struktur erhalten bleiben, was das Futter Wiederkäuer-gerechter macht. Andererseits wird durch das intensive Vermahlen eine grössere Oberfläche geschaffen, was einerseits den Gärprozess im Silo begünstigt, andererseits die Verdau­ lichkeit und somit die Nährstoffverwer­tung verbessert. Insbesondere steigt bei opti­ maler Bearbeitung des Futters der Anteil­ an pansenverfügbarer Stärke an. In Unter­ suchungen der Universität Wisconsin wur­de laut Hersteller neben einer höheren Milchleistung mit Shredlage auch ein höherer Milchfettgehalt, eine höhere TS-Aufnahme und eine positive Wirkung auf die Tiergesundheit festgestellt.

Mehr Leistung am Aufbereiter Lohnunternehmer Wyss hat die ShredlageTechnik in einen Claas-Feldhäcksler vom Typ «Jaguar 900 Field Shuttle» mit Bunker eingebaut. Dabei geht es um mehr als einfach nur um einen Austausch der Crackerwalzen. Bei der Shredlage-Herstellung benötigt die Messertrommel weniger, dafür der Aufbereiter deutlich mehr Leistung als mit Standardausrüstung. Deshalb musste der Antrieb des Aufbereiters mit relativ grossem Aufwand durch einen stärkeren ersetzt werden. Auch an die Lagerung der Crackerwalzen stellt das Shredlage-Verfahren höhere Ansprüche. Weitere Anpassungen waren für die elektronische Steuerung und Überwachung des neuen Aggregats nötig. Für Häcksellängen von mehr als 25 mm

Peter Wyss hat die Shredlage-Technik auf vielseitigen Wunsch von Kunden angeschafft. Auf diesen Betrieben will Wyss in der kommenden Erntesaison erste Erfahrungen sammeln. Diese werden unter anderem dazu dienen, die Mehrkosten des Verfahrens zu bestimmen. «Wir werden in den ersten Versuchen ermitteln, wie sich die Stundenleistung und der Treibstoffverbrauch des Häckslers unter den lokalen Bedingungen verändern», sagt Wyss. «Ich rechne damit, dass die Häckselkosten für Shredlage in der Grössenordnung von 10 bis 15 Prozent höher ausfallen werden als für das herkömmliche Häckseln.» Der Aufwand wird unter anderem vom TS-Gehalt des Ernteguts abhängig sein. «Bei trockenen Maispflanzen wird die Häcksellänge auf 10 bis 12 mm reduziert, bei feuchten Pflanzen auf etwa 25 bis 30 mm erhöht», erklärt Wyss. Offen ist auch noch, wie sich die Anforderungen an das Verdichten des Ernteguts verändern werden. Der Hersteller der Shredlage-Technik gibt an, dass sich Shredlage um gut fünf Prozent höher verdichten lässt als herkömmliche Maissilage. Dies vor allem deshalb, weil die Fasern durch die Bearbeitung geschmeidiger gemacht und das Hohlraumvolumen in verholzten Pflanzenteilen reduziert wird. Eine Liste der kompatiblen Häckslertypen und weitere Informationen finden sich unter www.shredlage.com  n Peter Wyss (links) und Sohn Stefan bieten als erstes Lohnunternehmen in der Schweiz Shredlage an. (Bilder: Ruedi Burkhalter)

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Maisstroh und -stoppeln wirkungsvoll zerkleinern Das Zerkleinern von Maisstoppeln und Maisstroh nach der Ernte ist Teil der Feldhygiene und damit im Hinblick auf Fusarienbekämpfung eine unerlässliche Massnahme. Mit dem gezielten Einsatz von Mulchgeräten werden auch die Winterlager des Maiszünslers in einem hohen Ausmass zerstört. Als Massstab dient der Zerstörungsgrad der Stoppeln zwischen Wurzel und erstem Knoten. Ruedi Hunger

Für die Bearbeitung von Körnermais­flächen nach dem Mähdrusch muss ein Mulchgerät bis zu neun Tonnen Ernte­ rückstände pro Hektar verarbeiten.

Eine intensive Zerkleinerung der Ernterückstände von Silo-, CCM- und Körnermais wird erreicht, wenn das Mulchgerät gleichmässig tief geführt wird, ohne aber den Boden durchgehend «zu bearbeiten». Die Arbeit eines Mulchers wird wie folgt bonitiert: • schlechte Zerkleinerung (Pflanzenresten wie vorher) • sichtbare Beschädigung (leichte Beschädigung über dem ersten Knoten) • gute Zerkleinerung (erster Knoten beschädigt) • sehr gute Zerkleinerung (der erste Knoten ist zerstört) Während bei Silomais «nur» die Stoppeln (in unterschiedlicher Länge) zurückbleiben, kommen bei der CCM-Ernte zusätzlich das 46

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Stroh und beim Körnermais auch noch d ­ ie Kolbenspindeln dazu. Grosse Hammeroder Plattenschlegel mit einer Schlegel­ masse von rund drei Kilogramm können diese Masse am besten bewältigen. Kehrseite der Medaille ist der damit verbundene hohe Zapfwellen-Leistungsbedarf. Die Partikelgrösse soll so klein sein, dass eine Maiszünslerlarve nicht überleben kann. Bei diesem Zerkleinerungsgrad wird die Rotte durch den faserigen Aufschluss gefördert und das Fusarienrisiko gemindert.

Funktionsweise eines Schlegelmulchers Ein an der Rotorwelle des Schlegelmulchers befestigtes Werkzeug durchläuft während einer Umdrehung bezüglich seiner Funktionsweise drei Zonen:

•  Zone 1. Das Stoppelmaterial wird boden­ ­nah abgeschnitten und in das geschlossene Abdeckgehäuse gefördert. Aufgrund eines gewollten «Materialstaus» an den Bauteilen der Gegenschneide wird das Material mehrfach zerkleinert. •  Zone 2. Nach der Gegenschneide erfolgt eine weitere Nachzerkleinerung nur noch aufgrund der Massenträgheit und der Reibung am Gehäuse. Nach dem Gehäuse verlässt das zerkleinerte Material, tangential den Flugkreis der Werkzeuge und fliegt zwischen Gehäuse und Stützwalze auf die Bodenoberfläche. •  Zone 3. Im letzten Drittel der Rotorumdrehung wird von den Werkzeugen vor allem Luft verdrängt. In diesem Sektor entspricht der Leistungsbedarf daher etwa der Leerlaufleistung.


Management   n

Bei Schlegelmulchgeräten liegt die Werkzeuggeschwindigkeit zwischen 40 und 55 m / s. Geräte mit leichten Werkzeugen drehen wesentlich schneller als solche mit schweren. Daher liegt die Schnittfrequenz in einem breiten Band von 18 bis 65 m / s. Bei pendelnd aufgehängten Arbeitswerkzeugen gibt es, je nach Masseanfall, eine Auslenkung der Werkzeuge, die beim Überschreiten der Leistungsgrenze zum Wegklappen und damit zu fehlender ­Arbeitsfunktion führt. Schlegelmulchgeräte ohne Gegenschneide kompensieren durch eine höhere Wellendrehzahl. Der kleinere Wellendurchmesser verbunden mit einer höheren Drehzahl verursacht aber einen relativ hohen Leistungsbedarf. Die Y-Messer in Form von «Gebläseschaufeln» zerkleinern gut und erzeugen gleichzeitig einen intensiven Luftstrom.

Das Mulchen von Maisstroh und Maisstoppeln ist Teil der Feldhygiene und reduziert das Fusarienrisiko. Gleichzeitig werden dem Maiszünsler die Unterschlupfmöglichkeiten weitgehend zerstört. (Bild: Werkphoto Müting)

Leistungsbedarf eines Schlegelmulchers Die Gegenüberstellung unterschiedlicher Werkzeuge zeigt, dass bereits im Leerlauf in Bezug auf den Leistungsbedarf merkliche Unterschiede zwischen Y-Schlegel und Hammerwerkzeugen auftreten. Letztere benötigen mehr als doppel so hohe Antriebsleistung wie Y-Schlegel. Erklärt wird dieser Umstand mit der grösseren Masse, der damit verbundenen Massenträgheit, aber auch mitb dem beachtlichen Luftwiderstand. In Verbindung mit den «plat­ ten­­förmigen» Werkzeugen entwickelt der Mulcher eine Saugleistung, die sich im Fall von niedergefahrenen Maisstoppeln, vorteilhaft auf die Gutaufnahme auswirkt, aber dennoch ungenügend ist. Messungen der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz / Tänikon ART zeigen, dass e ­ in 2,8 m breiter Mulcher mit Ham­mer­schlegel rund 55 Prozent mehr Treibstoff pro Hektar verbraucht als mit YSchlegel. Leistungsbedarf und Treib­stoff­verbrauch werden durch die Art der Rückstände und die Menge bestimmt.

Funktionsweise eines Sichelmulchers Sichelmulcher arbeiten horizontal. Das Ar­beitswerkzeug wird durch die Fliehkraft nach aussen getragen und kann im Extremfall ausweichen. Geräte mit Gegenschneide zerkleinern tendenziell intensiver als solche ohne Gegenschneide, dafür ist der Leistungsbedarf höher. Sichelmulcher erreichten bei 85 Prozent der erfassten Maisstoppeln eine befriedigende Zer­ kleinerung. Bei CCM-Stroh sinkt aber die Zerkleinerungsintensität merklich ab.

Der Frontanbau ist eine gute Lösung, da nicht noch zusätzlich Stoppeln und Stroh niedergefahren und in den Boden gedrückt werden. (Bilder: Ruedi Hunger)

Die Werkzeuggeschwindigkeit von Si­ chelmulchgeräten liegt zwischen 80 und­ 95 Meter pro Sekunde (m/s). Geräte ohne Gegenschneide erzielen eine Schnitt­ frequenz von über 50 m / s. Mit Gegenschneide verdoppelt sich die Schnittfrequenz ungefähr.

ART-Untersuchungen Zusätzlich zum Leistungsbedarf mit zwei unterschiedlichen Werkzeugen untersuchte die ART auch die Auswirkungen von Front- und Heckanbau. Ein im Front­ anbau geführtes Mulchgerät hat den Vorteil, mit dem Traktor nicht noch zusätzliches Mulchgut (Maisstoppeln, Maisstroh) niederzufahren bzw. in den Boden

zu drücken. Diese positive Seite hat da­für einen höheren Zapfwellen-Leistungs­ bedarf zur Folge, mit Hammerschlegel wurde ein Mehrbedarf von 3 kW und­ für Y-Schlegel ein solcher von rund 9 kW gemessen. Immerhin ein lohnender Mehrbedarf an Kraft, wenn dafür keine Stoppeln niedergefahren werden. Laut ART erzeugen Hammerschlegel mehr Feinmaterial als Y-Schlegel. Zudem sind die längeren Pflanzenteile mehr und stärker verletzt, was wiederum die Rotte fördert. Betreffend das nachfolgende Fusarienrisiko für die Nachkultur weisen Hammerschlegel deshalb leichte Vorteile auf. Eine schnell drehende Welle erzeugt, je nach Art der montierten Werkzeuge, 9 2015  Schweizer Landtechnik

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n  Management

Fazit Die ART kommt nach ihren Versuchen zum Schluss, dass das Fusarienrisiko­ bei nachfolgendem Weizen durch feines Mulchen vermindert wird. Bezüglich Schle­gelform stellte die ART keine Unterschiede punkto Fusarienbefall und DON-­ Belastung fest. Aufgrund ähnlich guter Arbeitsqualität, aber tieferen Leistungsbedarfs stellt der Y-Schlegel mit Räumklinge eine interessante Alternative zum Hammerschlegel dar. Je nach Erntever-

Aufgenommene Antriebsleistung bei Leerlauf und im Arbeitseinsatz (LT 67. / 4.2012) 30 spezif. Leistungsbedarf kW

mehr oder weniger starke «Turbulenzen». Diese Tendenz ist bei einer Bestückung mit Hammerschlegel zwischen 2,5- und 5-mal grös­ser als bei einem Y-Schlegel, variiert aber in einer grossen Bandbreite. Messungen ergaben aber keine ausgeprägte Sogwirkung nach oben. Dennoch unterstützen die grossen Turbulenzen, die im Bereich der Schlegel auftreten, das Lösen von trockenem Maisstroh, sodass es leichter in den Flugbereich der Arbeitswerkzeuge gelangt.

25 20 15 10 5 0

Rotor leer

Y-Messer Leerlauf

fahren werden 30 bis 50 Prozent d ­er Maisstoppeln niedergefahren. Diese, ­an der Stängelbasis geknickten Maisstoppeln werden von keinem Mulchgerät befriedigend erfasst und können folglich nicht zerkleinert werden.  n

Hammer Leerlauf

Y-Messer Arbeitsbetrieb

Hammer Arbeitsbetrieb

(Quellen: ART-Bericht 738/2010; Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen; Bayrische Landesanstalt für Landwirtschaft)

Y-Schlegel mit Räumklinge (r.) sind eine interessante Alternative zum Hammerschlegel.

Sichelmulchgeräte weisen grosse Arbeitsbreiten auf, sie bekunden aber einige Mühe bei grossen Maisstrohmengen.

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Management   n

Der Gasmix wird extern installiert, was mehr Sicherheit und eine bessere Wartbarkeit bedeutet. Auch die Anlagekosten reduzieren sich, da keine Bedienungsstege, Plattformen oder Kransysteme mehr notwendig sind und die Anschaffungskosten dafür entfallen. Quelle: Landia GmbH.

Biogas: externes GasMix-System An der Biogas-Fachmesse in Bremen wurde das zum Patent angemeldete GasMix-System der Landia GmbH vorgestellt. Es verspricht eine intensive Durchmischung im Fermenter und ist leicht zu warten, weil es extern installiert wird. Die Zusammensetzung des Substrats im Fermenter beziehungsweise Nachgärer­ von landwirtschaftlichen, industriellen oder kommunalen Biogasanlagen kann sehr unterschiedlich sein: Gülle, Schlamm aus Kläranlagen, Nebenprodukte aus der Lebensmittelindustrie und organischer Hausmüll können ebenso zur Energiegewinnung genutzt werden wie jeder andere Schlamm oder Abfall aus organisch abbaubarem Material. Das GasMix-System wurde speziell für diese unterschiedlichen Substrateigenschaften entwickelt und ist seit 2007 erfolgreich in Anlagen in Europa und Nordamerika im Einsatz. Die effiziente Schlamm- und GasMischkombination von Landia arbeitet durch eine verbesserte Desintegration von Zellstoffen und Gas-Rezir-

kulation im Substrat besonders energiesparend und erreicht dabei einen um drei bis fünf Prozent höheren Methangehalt. Durch den Schlamm-Gas-Diffusor einer Mischdüse im oberen und einer Mischdüse im unteren Bereich entsteht beim GasMix-System eine dreidimensionale Rührwirkung, die die Bildung von Schwimmdecken verhindert.

Beschleunigter Verrottungsprozess und bessere Ausbeute Sobald die Chopperpumpe läuft, wird d ­ as Substrat im Bodenbereich des Tanks in das Messersystem gezogen, so dass alle Klumpen zerkleinert werden. Das gewährleistet einen verstopfungs- und verzopfungsfreien Betrieb. Das zerkleinerte Substrat hat eine grössere Oberfläche, was zu einer schnelleren Zersetzung führt. Das im oberen Bereich des Behälters befindliche Gas wird abgezogen, über das Venturisystem der Pumpe erneut mit Schlamm vermischt und unter hohem Druck durch den Diffusor zurück in die untere Hälfte des Be­ hälters gepresst. Dies führt zu einer starken Durchmischung des Tankinhalts. Dadurch wird das Gas teilweise wieder flüssig und ist bereit, neue Bindungen einzugehen, wodurch das gewonnene Methan reiner wird. Ausserdem beBeim Gasmix erfolgt die Gasabsaugung nicht aus der Folie, sondern seitlich vom oberen Bereich des Behälters. Quelle: Landia GmbH

schleunigt sich der Verrottungsprozess, sodass eine grössere Menge schneller als bisher verarbeitet werden kann und somit insgesamt eine bessere Ausbeute erzielt wird. Wie lange die Phasen im Einzelfall dauern, ist je nach Anlage unterschiedlich. In der Regel sollte jedoch eine Betriebszeit von 1 ­ 0 bis 20 Minuten pro Stunde angestrebt werden.

Weniger Wartungsaufwand Das System kommt dabei ohne die wartungsintensiven, grossblättrigen Propeller aus, mit denen herkömmliche Rührwerke typischerweise arbeiten. Wenn diese mechanischen Teile im Tankinneren gewartet oder repariert werden müssen, ist es notwendig, die Gasfolie oben am Behälter zu öffnen, wodurch das darin befindliche Gas ausströmt. Ausserdem besteht bei Arbeiten im oberen Bereich des Behälters die Gefahr hineinzufallen. Der Gasmix wird hingegen extern installiert, was mehr Sicherheit bedeutet und die Instandhaltung erleichtert. Auch die Anlagekosten reduzieren sich, ­da keine Bedienungsstege, Plattformen oder Kransysteme mehr notwendig sind und­ die Anschaffungskosten dafür entfallen. Zudem wirken – anders als bei herkömmlichen, oben oder seitlich montierten Rührwerken – keine Schubkräfte auf die Behälterwände und -böden. Dementsprechend müssen diese auch nicht verstärkt werden, da keine statischen Probleme mehr auf­ treten.  n (Quelle Landia GmbH, www.landia.de) 9 2015  Schweizer Landtechnik

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Maschinenkosten – Hilfsmittel für die Praxis Agroscope veröffentlicht jährlich im September den Maschinenkostenbericht. Die Datensammlung enthält Grundlagen und Richtwerte für die überbetriebliche Entschädigung von über 600 Landmaschinen. Für die Praxis sind die Entschädigungsansätze Orientierungshilfen bei der Preisfestsetzung für den Maschinenaustausch. Immer beliebter wird das Onlinetool «Tractoscope». Christian Gazzarin* Von den Umwälzungen auf dem Devisenund Kapitalmarkt zu Beginn des Jahres 2015 bleiben auch die Maschinenkosten nicht verschont. Infolge der starken Aufwertung des Schweizer Frankens wurden die letztjährig erhobenen Neupreise für dieses Jahr um 10 % nach unten korrigiert. Diese prozentuale Reduktion basiert auf einer Anfang Juni durchgeführten telefonischen Umfrage bei mehreren Schweizer Generalimporteuren. Aufgrund der Mittelwertbildung über zehn Jahre ist die Reduktion der massgebenden (mittleren) Anschaffungspreise jedoch gedämpft. Einen gewichtigeren Einfluss hat die Senkung des Zinssatzes von 3 % auf 2,5 %, was die Kapitalkosten entsprechend reduziert. Bisher hat man sich für die Zinsberechnung am variablen Hypothekarzinssatz orientiert. Mittlerweile eignet sich dieser jedoch nicht mehr als Abbild der Zinsentwicklung, weshalb rückwirkend ab 2008 der hypothekarische Referenzzinssatz bei Mietverhältnissen (BMO, Bundesamt für Wohnungswesen) als Basis verwendet wird. Dieser hat sich seit 2008 halbiert und liegt für Juni 2015 bei 1,75 %. Wie bei den Anschaffungspreisen der Maschinen wird auch hier der zehnjährige Mittelwert angewendet, wobei vor 2008 noch der variable Hypothekarzinssatz massgebend ist.

Referenzzinssatz als Basis für Kapitalkosten bei Maschinen Was hat ein hypothekarischer Referenzzinssatz mit Maschinenkosten zu tun, zumal man Maschinen nicht mit Hypotheken finanzieren soll? Maschinen werden bekanntlich mit verschiedenartigen Darlehen (Fremdkapital), aber auch mit Eigenkapital finanziert. Zu den Darlehen gehö* Christian Gazzarin, Agroscope, Tänikon, Forschungsgruppe Betriebswirtschaft, 8356 Ettenhausen.

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Maschinen sind in einem hohen Masse für die hohen Produktionskosten der Landwirtschaft verantwortlich. Lohnt es sich, eine Maschine zu kaufen oder ist eine Miete oder eine Auslagerung an ein Lohnunternehmen vielleicht sinnvoller? Der Maschinenkostenbericht schafft die Berechnungsgrundlagen. (Bild: Christian Gazzarin)

ren Kreditformen mit höheren Zinssätzen (Leasing, Kontokorrent), aber auch solche mit günstigeren Zinssätzen, wie zinslose Investitionskredite oder private Darlehen. Bei der Eigenfinanzierung (Eigenkapital) stellen die Zinssätze der zehnjährigen Bundesanleihen eine sinnvolle Bezugsbasis dar. Diese pendeln momentan um 0 % herum. Unter Berücksichtigung dieser verschiedenen Finanzierungen mit entsprechenden Kapitalentschädigungen liegt die Höhe des Referenzzinssatzes etwa in der Mitte und gilt daher bei der Zinsberechnung der Maschinen als geeignete Grösse. Im Weiteren sind die Richtwerte für Motorfahrzeugen stark vom Rückgang des

Ölpreises und damit von tieferen Benzinund Dieselpreisen betroffen. Als Folge davon sind auch die Folienpreise für Rundund Quaderballen gefallen. Gemäss Rückmeldungen aus der Praxis wurde hingegen der Folienbedarf pro Balle erhöht, wodurch die Folienkosten pro Balle gestiegen sind. In der Summe führen diese Veränderungen zu mehr oder weniger grossen Reduktionen der Richtwerte.

www.maschinenkosten.ch Für häufige Anwender empfiehlt sich das Onlinetool «Tractoscope». Damit können die Berechnungen an die individuelle Si-


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tuation angepasst werden. Zudem lassen sich auch ganze Arbeitsverfahren berechnen, indem eine Maschinenkombination mit Bedienung einbezogen werden kann. Für die Berechnung ganzer A ­ rbeitsverfahren ist die Arbeitsleistung eine wesentliche Grösse. Hierfür bedarf es einer Abschätzung dazu wie viele Hektaren, Rundballen oder Fässer pro Stunde «geleistet» werden können. Dies ist natürlich eine sehr individuelle und standortspezifische Information. Deshalb enthalten die Arbeitsleistungen im Maschinenkostenbericht oder auch in der Standardeinstellung von Tractoscope nur die reinen Feldarbeitszeiten (ohne Weg-, Rüst- und Störzeit)! Daraus resultiert ein Ansatz pro Stunde für die ganze Arbeit inklusive Maschinenkosten. Es ist naheliegend, dass dieses Programm auch von Lohnunternehmern angewandt wird oder allgemein von Landwirten, die Arbeiten für ihre Nachbarn ausführen.

«Trac-Sharing» und Kaufschwellenrechner Im Laufe der letzten Jahre sind diverse weitere Funktionen in diesem Programm eingebaut worden. «Trac-Sharing» ist eine Hilfe für den gemeinschaftlichen Maschinenkauf. Bis zu sechs Teilhaber können zusammen eine Maschine kaufen und mithilfe des Programms am Ende des Jahres die Ausgleichszahlungen in Abhängigkeit von Auslastung und Investitionsbeitrag berechnen. Der Kaufschwellenrechner kann bestimmen, ab wann sich der Kauf einer Maschine lohnt oder ob die Miete sinnvoller wäre. Gewiefte Anwender können mit dem Kaufschwellenrechner auch ganze Verfahren durchrechnen und Fragen beantworten wie: Soll ich eine Rundballenpresse kaufen oder doch besser den Lohnunternehmer beauftragen?

Kalkulieren und Maschinenkosten senken Maschinenkosten sind eine beträchtliche Kostenpositionen in der Schweizer Landwirtschaft. Mit dem überbetrieblichen Einsatz durch Miete, gemeinsamem Maschinenkauf oder gegenseitige Anbieten von Lohnarbeiten wird die Auslastung der Maschinen erhöht, und die Fixkosten sinken. Für die Umsetzung dieser Massnahmen unterstützt Agroscope die Betriebsleitenden mit den erwähnten Hilfsmitteln – jetzt müssen sie nur noch genutzt werden.  n

Volle Datensammlung in Katalogform Die Datensammlung von über 600 Maschinen wird zwar in diversen Publikationsorganen in stark gekürzter Form publiziert. Nur der «Agroscope-Transfer»-Maschinen­ kostenbericht führt sämtliche Annahmen und Detailre­ sultate auf, wobei die Richtwerte auch für abweichende Auslastungen (+ / –25 %) angegeben werden. Darüber hinaus sichert die 52-seitige Publikation auch eine gute Übersichtlichkeit. Der neue Maschinenkostenbericht kann gratis als PDF-Dokument von der Internetsite www.maschinenkosten.ch heruntergeladen werden. Wer schnell bestellt, erhält eine der 300 Hardcopys, die die Redaktion Schweizer Landtechnik kostenlos verschickt.

Veranstalter

www.DLG.org

(E-Mail: ulrich.zweifel@agrartechnik.ch, ✆ 056 462 32 50).

310318_DLG_AZ_AT_2015_SUI_SuiLandtechnik-TechnAgricole_89x261_D_RZ.indd 1 09.06.15 17:14 9 2015  Schweizer Landtechnik 51


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Das Versuchsgespann: ein Fendt 828 und ein 12 000-l-Tandem-Güllefass von Bauer, hier bei einer Testfahrt zur Messung des Bodendrucks. (Bilder: Matthias Stettler)

Reifendruck – Schlüsselfaktor für effiziente Fortbewegung * Was bringt es nun wirklich in der Praxis, wenn man den Reifendruck anpasst? Sind die positiven Effekte messbar? Wo ist der Effekt grösser, auf der Strasse oder im Feld? Lohnt sich eventuell sogar die Investition in eine Reifendruckregelanlage? Junge Landtechniker haben nachgemessen und kommen zum Schluss: Nicht nur der Boden wird entlastet, es rechnet sich auch. Matthias Stettler, Christian Bossard Die Reifenvielfalt ist riesig und widerspiegelt die Tatsache, dass Reifen je nach Fahrzeug und Fahrbahnbeschaffenheit ganz unterschiedlichen Ansprüchen gerecht werden müssen. Zum Beispiel käme niemand auf

die Idee, mit einem Rennveloreifen ein Mountainbike-Rennen zu bestreiten. Zu eindeutig sind die Nachteile von harten, schmalen Reifen auf weichem Untergrund.

Ein altes Problem ... * Eine Diplomarbeit der Agrotechnikerschule Schluechthof, Cham ZG, beleuchtet in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL den Einfluss des Reifeninnendruckes auf den Rollwiderstand und den Treibstoffbedarf im Feld und auf der Strasse. Dabei wurde auch die Wirtschaftlichkeit einer Reifendruckregelanlage überprüft. Aussagekräftige Resultate sind hier dargestellt. Autoren: Matthias Stettler, HAFL, und Christian Bossard, Thomas Estermann AG.

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In der Landwirtschaft bewegen wir uns ständig auf ganz unterschiedlichen Terrains, auf hartem Asphalt genauso wie auf nachgiebigem Boden. Ein Radwechsel kommt dabei nicht infrage. Kein Wunder, sind die modernen Traktor- und Anhängerreifen so teuer, sie müssen ganz unterschiedliche Eigenschaften haben: z. B. hohe Tragfähigkeit, sichere Kurvenstabilität, wenig Rollwiderstand, wirksame Bodenschonung, gute

Zugkraftübertragung und gute Selbstreinigung. Aber auch die hoch entwickelten Landwirtschaftsreifen können ein grundsätzliches Problem nicht aus dem Weg räumen: Um wenig Rollwiderstand, eine hohe Fahrstabilität und geringen Verschleiss zu erzielen, ist auf der Strasse ein hoher Reifendruck gefragt. Im Feld ist es gerade umgekehrt: Dort ist ein tiefer Reifendruck nötig, um Rollwiderstand und Schlupf zu reduzieren, die Zugkraft zu erhöhen und den Boden zu schonen. ... neu aufgerollt: Versuchsdisposition Die Messungen wurden um vergangenen Frühling mit zwei Traktoren und mit einem


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Bauer-Tandemfass (alle mit PTG-Druckregelanlage ausgerüstet) des Lohnunternehmens Thomas Estermann AG in Eschenbach LU durchgeführt: • Fendt 820 (Feldfahrten; Bereifung: vorne Trelleborg TM800 540 / 65R28, hinten Trelleborg TM800 710 / 70R38) resp. • Fendt 828 (Strassenfahrten; Bereifung: vorne Trelleborg TM900 600 / 70R30, hinten Trelleborg TM900 710 / 70R42) und • Bauer Tandem-Güllefass 12 000 l (Bereifung: 4 × Michelin CargoXbib 710 /50R26.5) Die Zugkräfte wurden über einen Sensor am Zugmaul gemessen. Der Treibstoffverbrauch wurde auf dem Bordcomputer abgelesen. Erster Versuch im Feld auf einer abgefrorenen Gründüngung: Fendt 820, Fass halb gefüllt, je drei Fahrten à 400 m Länge mit 0,8 bar und 3,0 bar Reifendruck. Messung: Zugkraft zwischen Traktor und Güllefass (entspricht ungefähr dem Rollwiderstand des Güllefasses) sowie Treibstoffverbrauch. Es wurden nur unberührte Bereiche befahren, um die Resultate nicht durch frühere Fahrspuren zu verfälschen. Zweiter Versuch auf einer 30 km langen Strassenstrecke (Raum Eschenbach, Sempach, Hochdorf) mit Fendt 828: Aufzeichnung des Treibstoffverbrauchs (keine Zugmessungen mangels Zulassung des Messzugmauls auf der Strasse) Drei Wiederholungen mit je zwei Fahrten mit leerem und vollem Fass mit 1,5 bar und 3,0 bar Reifendruck pro Wiederholung, insgesamt also 12 Fahrten à 30 km.

Tabelle 1: Gemessene Radlasten und Totalgewichte (kg) mit angehängtem Güllefass Anhängerzug

Radlasten

Fass leer

halbvoll

voll

Fendt 828

vorne / hinten

2700 / 3400

2500 / 4100

2400 / 4400

Güllefass

vorne / hinten

Totalgewicht

1800 / 1900

3000 / 3400

4200 / 4100

19 600

26 000

30 200

rung von 29% entspricht (siehe Abbildung). Auf der Strasse: umgekehrte Effekte Hier führte der tiefe Reifendruck zu einem deutlich höheren Energiebedarf. Die Messungen ergaben: Bei Fahrten mit leerem Güllefass sank der Treibstoffverbrauch von 20  l / h auf 18,1 l / h, wenn der Luftdruck von 1,5 bar auf 3,0 bar erhöht wurde. Dies entspricht einer Reduktion um 10 %. Bei Fahrten mit vollem Güllefass sank der Treibstoffverbrauch im Mittel von 27  l / h (1,5 bar) auf 23,1  l / h (3,0 bar), was einer Treibstoffersparnis von 14% entspricht (siehe ebenfalls Abbildung). Dieselsparpotenzial Wenn man davon ausgeht, dass sich in einem Lohnbetrieb die Einsatzzeiten auf der Strasse und im Feld ungefähr die Waage halten, so ergibt sich über alles gesehen ein Treibstoffeinsparungseffekt von etwa 20%, der nur durch einen angepassten Reifendruck erzielt wird. Die Fachhochschule Soest (D), bekannt für ihre Unter­ suchungen zum Einfluss des Reifendruckes, rechnet normalerweise für das Dieselsparpotenzial in der Praxis mit einem Durchschnittswert von 10 % (siehe www.reifenregler.de/). Wir gehen deshalb für die fol-

genden Betrachtungen zur Wirtschaft­ lichkeit einer Reifendruckregelanlage vor­ sich­tshalber von einem Einsparpotenzial von 15% aus.

Reifendruckregelanlage Vorteile: Neben dem tieferen Dieselverbrauch hat ein angepasster Reifendruck noch weitere kostenwirksame Vorteile: Die Reifenlebensdauer wird verlängert und die Pflanzenerträge sind höher. Letztere lassen sich allerdings nur schwer in Zahlen ausdrücken, da entsprechende Untersuchungen schwierig und rar sind und neben dem Reifendruck auch die Radlast und viele weitere Faktoren eine Rolle spielen. Die Rei­ fenlebensdauer verlängert sich hingegen um rund 20 Prozent, sodass sich bei einem modernen Radialbreitreifen dank angepasstem Reifendruck die Nutzungsdauer z. B. von 4000 h auf 5000 h erhöht. Nachteile: Es fallen die Kosten für die Anschaffung, Montage und den Unterhalt einer Reifendruckregelanlage an. Hinzu kommen der kurzfristig erhöhte Leistungsbedarf (Kompressorantrieb) und eventuell unproduktive Wartezeiten beim Aufpumpen der Reifen. An einem Berechnungsbeispiel soll aufgezeigt werden, ob sich unter dem Strich die Investition in eine Reifendruckregelanlage lohnt (Tabellen 2 und 3). Für die Kalkulation

Was kam heraus? Im Feld: deutliche Unterschiede Reifendruckabsenkung von 3,0 bar auf 0,8 bar bewirkte: Absenkung des Rollwiderstandes bei halbvollem Fass von 21,6 kN (entspricht 2200 kg und einem Rollwiderstandskoeffizienten µ von 0,17) auf 20,6 kN (2100 kg, µ = 0,16). Das entspricht einer Reduktion der nötigen Zugkraft um ca. 5% Ein stärkerer Effekt war beim Treibstoffbedarf des Gesamtgespanns zu verzeichnen. Mit hohem Reifendruck (3,0 bar) lag der mittlere Verbrauch im Feld bei 12,3 l / h. Mit tiefem Reifendruck (0,8 bar) lag der mittlere Verbrauch bei 8,7  l / h. Dank der Reifendruckabsenkung konnten also 3,5 l Diesel pro Stunde eingespart werden, was einer beachtlichen Einspa-

Abbildung: Prozentuale Unterschiede des gemessenen Treibstoffverbrauchs im Feld und auf der Strasse. Hoher Reifendruck = 3,0 bar, tiefer Reifendruck = 0,8 bar (Feld), resp. 1,5 bar (Strasse).

9 2015  Schweizer Landtechnik

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n  Management

Terranimo®

Bei grossen Reifen mit hohen Lasten wird ein minimaler Reifendruck im Feld umso wichtiger.

Tandembereifung am Bauer-Güllefass mit durch die Achsen geführter 2-Leiter-Reifendruckregelanlage.

wurden die Ergebnisse aus der Diplomarbeit eingesetzt und ein Grosstraktor mit einer jährlichen Auslastung von 800 h angenommen, wie er für Lohnbetriebe typisch ist. Der Einfluss der Pflanzenerträge und mögliche Einflüsse auf die Arbeitsproduktivität wurden nicht berücksichtigt.

Investition, die sich auszahlt Das Resultat der Berechnung zeigt auf, dass sich die Investition in eine Reifendruckre­

Tabelle 2: Annahmen zur Wirtschaftlichkeitsrechnung

Ein wichtiger Aspekt beim Thema Reifendruck ist das Bodenverdichtungsrisiko, welches im Artikel nicht näher erläutert wurde. Dazu gibt es aber ein Gratis-Computermodell im Internet: Terranimo®.

Reifendruckregelanlage (RR), inkl. Zusatzkompressor und Montage

Fr. 15 000.–

Abschreibung

12 Jahre

Zinsfuss

3%

Mit Terranimo® kann man auf spielerische Art das Bodenverdichtungsrisiko beim Einsatz von landwirtschaftlichen Fahrzeugen simulieren. Der grosse Einfluss des Reifendruckes auf den Bodendruck und damit die Bodenverdichtung lässt sich eindrücklich darstellen.

Traktorauslastung

800 h

Treibstoffverbrauch ohne RR

15  l / h

Treibstoffeinsparung mit RR

15 %

Dieselpreis

Fr. 1,82 / l

4 neue Reifen

Fr. 16 000.–

Reifennutzungsdauer ohne RR

4000 h

Probieren Sie es aus: www.bodenverdichtung.ch oder www.terranimo.ch

Reifennutzungsdauer mit RR

5000 h

gelanlage bei Traktoren mit hoher Auslastung lohnt. In unserem Beispiel führt der Einsatz mit konsequent angepasstem Reifendruck zu Einsparungen bei den Maschinenkosten von rund Fr. 2000.– / Jahr oder Fr. 2.50 / h. Auch für Betriebe mit tiefer Maschinenauslastung gibt es wirtschaftliche Lösungen, z. B. die Traktionsbox von Steuerungstechnik StG oder den Airbooster von PTG Reifendruckregelsysteme GmbH, welche zu Preisen um Fr. 300.– auf zeitsparende Art das stationäre Anpassen des Reifendrucks auf dem Hof erlauben. Aus technischer und ökologischer Sicht macht ein angepasster Reifendruck immer Sinn: Er sorgt für effiziente Traktion im Feld, mehr Sicherheit auf der Strasse und schont wichtige Ressourcen (Boden, Erdöl).

Tabelle 3: Kosteneinsparungspotenzial pro Jahr durch den Einsatz eines Grosstraktors mit angepasstem Reifendruck Einsparungen Treibstoffkosten

Fr. – 3276.–

Reifenverschleiss

Fr. – 640.–

Einsparungen total

Fr. – 3916.–

Reifendruckregelanlage Abschreibung RR

Fr. 1250.–

Zinskosten RR

Fr. 270.–

Unterhalt und Reparaturen RR

Fr. 400.–

Zusatzkosten total

Fr. 1920.–

Kosteneinsparungspotenzial Fr. – 1996.–

Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis Reifendruckregelsysteme zur selbstverständlichen Grundausrüstung von landwirtschaftlichen Fahrzeugen gehören.  n

Leserreise Agritechnica – während der Exklusivtage Die Schweizer Landtechnik / Technique Agricole führt in Zusammen­arbeit mit Agrar Reisen vom Samstag, 7. November, bis Montag, 9. November eine Leserreise zur Agritechnica durch. Die Landtechnikwelt fiebert auf die nächste Agritechnica hin. Die Leitmesse von Welt­ rang findet vom 8. bis 14. November 2015 in Hannover statt. Die Superlative dazu sind zahlenmässig rund 2800 erwartete Aussteller und 450 000 Besucherinnen und Besucher aus 47 Ländern. Bei der Leserreise handelt es sich um eine Bahnreise in komfortablen ICE-Zügen und zwei Übernachtungen in Viersternehotel. Kosten pro Person im Doppelzimmer (Mindestteilnehmerzahl 35 Personen): CHF 660.– (Einzelzimmerzuschlag CHF 130.–) 54

Schweizer Landtechnik  9 2015

Aus dem Programm: Samstag, 7.  November, um 16.26 Uhr ab Basel Badischer Bahnhof Ankunft um 22.15 Uhr in Wolfsburg (Übernachtung in Viersternehotel Tryp) Sonntag, 8.  November, (Exklusivtag) Busstransfer (50 Min.) zur Agritechnica. Ganztägiger Messebesuch und Bustransfer zurück nach Wolfsburg Montag 9.  November, (Exklusivtag) nochmaliger Messebesuch Am späteren Nachmittag: Apéro und geführter Rundgang auf dem Claas-Messestand sowie Rückreise in die Schweiz mit

ICE ab Hildesheim um 17.25 Uhr (umsteigen in Mannheim) Basel Badischer Bahnhof an um 22.51 Uhr Das ausführliche Reiseprogramm mit Preisen und Leistungen usw. findet sich unter www.agrartechnik.ch. Dort kann man auch für mehrere Personen ein Anmeldeformular herunterladen. Anmeldung so früh wie möglich, spätestens bis am 5.  Oktober bei Agrar Reisen, Schwimmbadstrasse 1, 5210 Windisch, groups@agrar-reisen.ch, 062 834 71 51, www.agrar-reisen.ch  n


Report | Plattform   n

Das hat die Schweiz noch nie gesehen – über 70 Traktoren und Fahrzeuge mit Maschinen und Geräten zeigen ihr Können.

Pfluglos-Nacht 2015 – eine neue Dimension Lange Zeit wurde belächelt, wer seine Äcker regelmässig oder spontan nur flach bearbeitete. Zurzeit ist die flache Bodenbearbeitung aber in aller Leute Munde. Es ist daher wichtig und richtig, wenn an der «2. Strickhof Pfluglos-Nacht» mit einer breiten Maschinenpalette Möglichkeiten und Grenzen zahlreicher Geräte vorgestellt worden sind. Ruedi Hunger Es ist keine gewöhnliche Nacht, die sich am 12. August 2015 über das Flaachtal legt – es ist die Nacht der Superlative. Unter der Leitung von Markus Bopp, Stephan Berger und Christoph Jenni (Strickhof) werden auf dem Betrieb von Toni Meier mit mehr als 70 Traktoren ebenso viele Maschinen und Geräte für die flache Bodenbearbeitung im praktischen Einsatz gezeigt. Ziel dieser riesigen Maschinenshow ist, dem Besucher auf übersehbarem Raum die unterschiedlichsten Maschinen zur konservierenden Bodenbearbeitung im direkten Einsatz zu zeigen.

Ein Spiegel der Technik Die vorgeführten Maschinen und Geräte zeigen Trends der Landtechnik. Daraus sind Tendenzen zu erkennen, die den Anforderungen des Bodens mehr Rechnung tragen. Doch nicht bei jeder Neuentwicklung oder Maschine ist diese Entwicklung

gleich ausgeprägt. Zu den Maschinen, d ­ ie den kompromisslosen Bodenschutz in den Vordergrund stellen, zählen sicher die Direktsämaschinen. Direktsaat setzt eine entsprechende «Betriebsphilosophie» voraus und kann langfristig nur erfolgreich sein, wenn dieses Anbausystem auch ganzheitlich gelebt wird. Das ist der Stolperstein.

Schmal und noch schmäler Eine praxistaugliche Alternative im pfluglosen Anbau ist die Streifenbearbeitung in Form von «stripen und fräsen». Der Grundgedanke von Strip-Till trennt die Arbeitsschritte «Bearbeitung» und «Aussaat» und schenkt dem Boden in der Zwischenzeit etwas Ruhe. Tendenziell werden die beiden Schritte mit Maschinenkombinationen immer mehr zusammengeführt, um Zeit zu gewinnen. Im Bereich der Streifenfrässaat kam ein

sechsreihiger Prototyp zum Einsatz, der dank schmalem Frässtreifen mit gleicher Antriebs- und Zugleistung mehr Flächenleistung erzielen soll als die bisherigen vierreihigen Maschinen.

Beiträge mit Auswirkungen Zu den Ressourceneffizienz-Beiträgen zählen unter anderem Beiträge für eine schonende Bodenbearbeitung. Dabei ist das Einhalten einer durchgehend nur zehn Zentimeter tiefen Bearbeitung eine besondere Herausforderung. Im praktischen Einsatz konnten sich die Besucher davon überzeugen, wie gut Grubber und Scheibeneggen diese Anforderung erfüllen können.  n Auf der nächsten Doppelseite vermitteln die Bilder einen Querschnitt durch das Maschinenprogramm und einen Eindruck von der Ambiance. 9 2015  Schweizer Landtechnik

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n  Plattform | Report

Für die erste Unkrautwelle – der Exaktstriegel von Treffler.

Für die flache Bearbeitung der Flachgrubber von Carré.

Gülle Strip-Till-Anbaugerät am Gülle-Selbstfahrer.

Schlagkräftige Streifenbearbeitung mit dem Kuhn-Striger.

Richtig verwendet, arbeitet der Schälpflug sehr flach.

Den geringsten Eingriff im Boden ermöglicht Direktsaat.

Ein nur 18 cm breiter Frässtreifen bei gleicher Traktorleistung verspricht mehr Flächenleistung und damit höhere Energieeffizienz.

Im Bereich der flachen Bodenbearbeitung arbeitet diese Scheibenegge mit einer vorlaufenden Messerwalze.

56

Schweizer Landtechnik  9 2015


Report | Plattform   n

Es fehlt an nichts, selbst für Güllenachschub ist gesorgt.

«Gülle-Profis» überzeugen durch Leistung und Grösse.

Die SVLT-Sektion ZH bringts – auch wenn sie es holt …

… und sorgt damit für Nachschub der anderen Art!

Jeder ist ein «Experte» – Fachgespräche noch und noch.

Fundiertes Wissen vermitteln Fachvorträge für Besucher.

Bewegte Landtechnik fasziniert und begeistert.

Rund 1500 Besucher geniessen den Sommerabend, der sich zu einem Familienanlass steigert.

9 2015  Schweizer Landtechnik

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Neuanschaffung oder Occasion? Der anhaltende wirtschaftliche «Lothar» zwingt zur gründlichen Prüfung des Angebots der Forstmesse Luzern. (Bilder: zVg / Dominik Senn)

Über 26 000 Besucher

Waldberuf hat Zukunft Die 23. Forstmesse 2015 in Luzern – Trendmesse der Holzerntetechnik, Forstlogistik und Holzverarbeitung – hat mit 280 Ausstellern 26 000 Besucherinnen und Besuchern unterhalten und überzeugt. Dominik Senn «Die negativen Auswirkungen der Aufgabe des Euromindestkurses belasten­ die Schweizer Wald- und Holzwirtschaft spürbar», sagte NR Max Binder, Patronatspräsident Forstmesse Luzern und Präsident von Waldwirtschaft Schweiz, in seiner Eröffnungsrede vor Gästen aus Politik und Wirtschaft. Die Holzpreise und die Exporte seien regelrecht eingebrochen, dafür werde Holz zum Spottpreis importiert. Enttäuscht sei die Forstbranche über den Bund, der bis heute auf die wichtigen Vorstösse der Wald- und Holzwirtschaft zur Linderung der Frankennachteile nicht mit dem erhofften Engagement reagiert habe. Es gebe wenig Hoffnung auf baldige Unterstützung aus Bundesbern, denn die Behandlung des Themas sei zwar für die Herbstsession im Rahmen der Waldgesetzrevision traktandiert, werde aber vermutlich verschoben. So bleibe der Branche nichts anderes übrig, als sich selber zu helfen, meinte Binder, unter anderem habe sie zum Start der Forstmesse eine neue Website für das Herkunftszeichen «Schweizer Holz» lanciert, um potenzielle Käufer für Holz aus dem Schweizer Wald zu gewinnen. Ab dieser Internetplattform werden inskünftig Handyklingeltöne vom Kauz über den röhrenden Hirsch bis zum Forwarder zu hören sein. Binder unterliess es nicht, seine Ansprache mit solchen Hinter58

Schweizer Landtechnik  9 2015

grundgeräuschen zu hinterlegen. Helfen werde sich die Branche auch mit dem heutigen Besuch der Forstmesse, an der sie sich über neue Geräte, Maschinen und Verfahren für eine effiziente Waldbewirtschaftung informieren könne.

Zu wenig Nachwuchs Die Fachansprache hielt Rolf Dürig, Projektleiter der Sonderschau «Waldberu­fe – Berufe mit Zukunft». Jahrzehntelang hätte die Holzbranche genügend Nachwuchs gehabt. Nun scheint es auf einmal nicht mehr sicher, dass dies auch in Zukunft so bleibt. Eine Rolle spiele vielleicht die wirtschaftliche Schieflage der Forstwirtschaft. Ein weit wichtigerer Faktor sei die demografische Entwicklung. Derzeit habe es zu viele Lehrstellen oder anders gesagt zu wenig Schulabgänger. Rund 10 000 Lehrstellen könnten in diesem Jahr nicht besetzt werden. Ein weiteres Thema sei der Kampf um die guten Lehrabgänger. «Auch wir möchten Forstwarte mit Berufsmatura und Forstwarte, welche Vorarbeiter oder Förster werden wollen», sagte Dürig, «wir müssen aufzeigen, dass es in der Waldwirtschaft Aufstiegsmöglichkeiten und Perspektiven gibt.» Die Messeeröffnung erfolgte durch eine Vorführung einer Entastung durch den amtierenden und neuen Schweizermeister Holzhauerei Balz Recher (siehe «Passion»).

Über 26 000 Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Schweiz und dem angrenzenden Ausland liessen sich von der Güte der 23. Ausgabe mit 280 Ausstellern überzeugen. Attraktive Stände und das breite Rahmenprogramm mit Sonderschau, Holzhauereiwettkampf, Fachver­ anstaltungen und Livedemonstrationen sorgten für einen abwechslungsreichen Besuch. Die Zukunft der Waldberufe aufzeigen und den Nachwuchs fördern, waren Anliegen der Sonderschau der Koordinationsstelle Codoc, die mit 13 Or­ganisationen zum zehnten Mal auftrat. Flankierend fanden zwei weitere öffentliche und gut besuchte Veranstaltungen statt; zum einen die mit zwei Inputrefe­ raten eingeleitete Podiumsdiskussion zum Thema Kooperationen in der Waldwirtschaft, welche die HAFL (Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften) organisierte, und zum anderen die «Tagung Holzindustrie» über Trends und Perspektiven für die Holzwirtschaft; initiiert vom Departement Architektur, Holz und Bau der Berner Fachhochschule BFH. Die 24. Internationale Forstmesse findet vom 17. bis 20. August 2017 in Luzern statt.  n

Hohe Politpräsenz am Eröffnungstag der Forstmesse, von links: Ruedi Lustenberger, Nationalrat; Rolf Dürig, Geschäftsleiter CODOC; Marco Biland, Messeleiter und Geschäftsführer ZT Fachmessen AG; Robert Küng, Regierungsrat; Balz Recher, amtierender Schweizermeister Holzhauerei; Max Binder, Nationalrat und Präsident WVS; Hans Killer, Nationalrat, Präsident bauenschweiz; André Biland, Geschäftsführer ZT Fachmessen AG; Hanspeter Egloff, Waldwirtschaft Schweiz.


Report | Plattform   n

Neuheiten belebten die Forstmesse Luzern 2015 Messen leben von Präsentationen, insbesondere aber von Neuheiten. Das war bei der Forstmesse 2015 in Luzern der Fall. Aus den zahlreichen Neuheiten und Präsentationen stellt die Schweizer Landtechnik ausgelesene Produkte vor. Ruedi Hunger

im Wald einen Beitrag. Erstmals dem Schweizer Publikum vorgestellt wurden der Kubota-Radlader – ein Knicklenker mit ROPS / FOPS-Kabine – und ein Allzweck-Geländefahrzeug mit hydrostatischem Antrieb, ebenfalls aus dem Land der «aufgehenden Sonne».

Binderberger – OTT Landmaschinen Das österreichische Unternehmen Binderberger hat ein sehr umfassendes Pro­duktprogramm zur Aufbereitung von Brennholz. Neben Wipp-, Tischwipp-, Trommelsägen und Kleinholz­ spaltern usw. steht neu ein Brennholzautomat mit 30 Tonnen Spaltdruck im Angebot. Dieses Gerät für den Brennholzprofi ist mit einem 4-Zylinder-Dieselmotor von Hatz ausgerüstet. Dank Load Sensing Hydraulik mit leistungsgeregelter Axialkolbenpumpe können die Verbraucher über den Poportionalventilblock feinfühlig angesteuert werden.

Robert Aebi Landtechnik Für den Messebesucher in Luzern wurde erstmals die neue Firmierung von Althaus und Robert Aebi ersichtlich. Posch ist ein Importprodukt, das auch unter der neuen Firmenstruktur im Verkaufsprogramm steht. Das Angebot umfasst vom Kleinspalter bis zu den Profi-Spaltgeräten die ganze Palette der Brennholzaufbereitungsgeräte.  n In Luzern präsentiert Roland Bachmann von der Ad. Bachmann AG in Tägerschen einen Kubota-Forsttraktor mit aufgebautem Farmi-Kran. (Bilder: zVg/Ruedi Hunger)

Die Firma Pfanzelt – im nahen süddeutschen Raum beheimatet – baut seit 1991 Getriebeseilwinden für den Forst. Eine neue Baureihe von Dreipunktseilwin­ den zeichnet sich durch zusätzliche seitliche Abstützungen aus. Mit diesen ­Ab­stützungen wird die Standfestigkeit­ des Forsttraktors in schwierigem Gelände und auf Forststrassen mit Dachprofil verbessert. In Kombination mit einem hydraulisch klappbaren Polterschild entsteht mehr Bodenfreiheit bzw. eine zusätzliche Stammablagemöglichkeit beim Rücken. Die neue logLINE-Baureihe umfasst vier Eintrommel- und zwei Doppeltrommelseilwinden.

Ad. Bachmann mit Forsttraktor Der 75-kW-Kubota M9960 eignet sich mit entsprechender Ausrüstung auch als Forsttraktor. Sein moderates Gewicht von rund dreieinhalb Tonnen (ohne Aufbauten) leistet auch zum Bodenschutz­

Oben links: Orange / Grün – im Zusammenhang mit dem Posch-Import wird in Zukunft auch vermehrt das John-Deere-Grün in den Vordergrund rücken. Oben rechts: Tischwippsägen eignen sich sowohl zum Schneiden von Brennholz als auch zum Längsschneiden von Brettern. Unten links: Im Bereich der Dreipunktseilwinden präsentiert Pfanzelt eine Marktneuheit.

9 2015  Schweizer Landtechnik

59


n  Plattform | Report

John-David Flühmann vor der ersten in der Westschweiz eingesetzten Göweil-Grossballenpresse «G-1 F125» mit dem «G5040 Kombi»-Doppelwickelarm. (Bilder: Dominik Senn)

Ein Lohnunternehmer-Pionier Die «ETA Fluhmann» im freiburgischen Saint-Martin gehört zu den Pionieren unter den Lohnunternehmern: Manche Maschine hatte die Westschweizer Premiere auf diesen Betrieb. Dominik Senn «Unser Lohnunternehmen bietet ausser Mähdreschen die ganze Palette Dienstleistungen an», sagte John-David Flühmann aus Saint-Martin im Distrikt Veveyse. Jahrgang 1980, beendete er 1999 die ­L andwirtschaftsschule Grangeneuve als Landwirt und verdiente sich anschliessend auf einem 41-ha-Pachtbetrieb mit gegen ­55 Milchkühen und einem 350 000-l-Milchkontingent seine beruflichen Sporen ab. Im Jahr 2010, ein Jahr nach Aufhebung der staatlichen Milchmengenregelung, hörte er mit der Milchproduktion auf. Und nochmals ein Jahr später, 2011, übernahm er den elterlichen Milchwirtschaftsbetrieb von Pierre.

tion romande des syndicats d’élevage de la race brune société coopérative». Aber er war und ist vor allem landtechnisch inte­ ressiert. Dies bewog ihn zum Beitritt zur Areta («Association romande des entreprises de travaux agricoles»). Im Jahre 1978 war er in der Region einer der ersten, der mit Pflügen begann. Bald folgten die ­Anschaffungen einer Maissämaschine und eines -häckslers sowie einer Kornsä­ ma­ schine. In den Achtzigerjahren folgte der zweite Maishäcksler, zweireihig. Nach wei­teren fünf Jahren erlaubte die Auftragslage die Anschaffung eines dritten, dreireihigen Maishäckslers. Im Jahre 2000 erfolgte mit der Anschaffung eines Selbstfahrers der vorläufig grösste Expansionsschritt.

Pflugeinsatz ab 1978 Pierre Flühmann war zwar von 1977 bis 2012 Mitglied der einheimischen Milchgenossenschaft und 1998 bis 2011 Mitglied bei der Züchtervereinigung «Fédéra60

Schweizer Landtechnik  9 2015

Eine der ersten Press-Wickel-Kombinationen Gleichzeitig wurde es Flühmann ermöglicht, einen 20-ha-Betrieb dazuzumieten;

dieser befindet sich nur ein Kilometer entfernt zum Teil auf Waadtländer Boden. Die Betriebsvergrösserung bewog ihn dazu, landtechnisch aufzurüsten. Im Jahre 2001 war er mit einer der ersten Rundballenpressen für den Eigenbedarf unterwegs, eine Press-Wickel-Kombination von John Deere mit variabler Presskammer und einem Göweil-Chassis. Das blieb den Landwirten der Umgebung nicht lange verborgen, und es schneite Aufträge zuhauf ins Haus.

In der Region fest verankert Als 2011 die Übergabe der «entreprise de travaux agricoles Fluhmann» («ETA Fluhmann») von Pierre an John-David erfolgte, war das Lohnunternehmen in der Region fest verankert. Was an Heu und Stroh nicht in den Eigenbedarf fliesst, wird verkauft. Flühmanns bauen je rund 7 ha Mais und Weizen an, dazu etwa 3 ha Raps.


Report | Plattform   n

Den Winter durch halten sie fünf Dutzend Rinder in Pension.

Feuchtkalk John-David, inzwischen Vorstandsmitglied der Sektion Freiburg des Schwei­ zerischen Verbandes für Landtechnik,­ ist heute für das Pflügen, Eggen, Säen /  die Direktsaat, das Mähen, den Pflan­ zenschutz, die Wiesenauffrischung und Düngen besorgt und wechselt sich mit Pierre beim Mähen und der Aufbereitung ab. Pierre Flühmann presst Rund- und Quaderballen und hilft dem Sohn beim herbstlichen Maissilieren, damit dieser hinterher gleich wieder pflügen und Korn säen kann. Allein mit dem Schmetterlingsmäher kommt die ETA Fluhmann auf gegen 900 ha, bei der Maissilage auf rund 90 ha pro Jahr. Seit zwei Jahren bringt das Lohnunternehmen im Auftrag von Landor mit einem Spezialstreuer jährlich gegen 300 t Feuchtkalk aus, m ­ eist Lohnunternehmer John-David Flühmann ist ein junges Vorstandsmitglied der Sektion Freiburg des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik; das Logo mit Schriftzug «ETA im Frühling. Fluhmann» stammt von seiner Gattin.

Gut mechanisiert Die Mechanisierung ist entsprechend gut: vier Traktoren derselben Marke mit 60 bis 240 PS Leistung, Vierscharenpflug, Saatkombination, 1000-l-Spritzfass mit 18 m Arbeitsbreite, Quaderpresse, Kleinballenpresse, 8-m-Walze, Transportfahrzeuge für Heu und Gülle sowie seit einer Sai­son eine Göweil-Grossballenpresse «G-1 F125». Es war die erste, die in der Westschweiz lief. Sie ist mit einer bislang unüblichen Futteraufnahmeeinrichtung über den Rotor hinweg ausgestattet. Gö­weil

bezeichnet den grossen, mit Hardox-­ Zinken versehenen 8-Stern-Rotor als Welt­neuheit. Die Besonderheit besteht darin, dass seine Drehrichtung entgegengesetzt zu derjenigen aller bisher erhältlichen Rund­ballenpressen ist. Daraus ergibt sich die Überkopf-Führung des Gutflusses. Diese Drehrichtungsänderung erlaubt es, das Schneidwerk über dem Rotor zu platzieren und damit einen einfachen Zugang zu den 30 zweischneidigen Wendemessern zu haben. Diese Erleichterung

kommt insbesondere bei der Press-Wickler-Kombimaschine zum Einsatz. – Eine zusätzliche Einzugswalze übernimmt die­ Funktion einer Niederhalterolle vor dem Schneidwerk, was einen kontinuierlichen Gutfluss in den Sternrotor bewirkt (siehe Ausgabe 11 / 2014, S. 26). Verstopfungen werden automatisch behoben, die Knickdeichsel schont die Pick-up, und die weltweit erste Doppelbindung halbiert die Wartezeit.

Beeindruckende Leistungen Der Leistungsausweis an der neuen Göweil ist beindruckend: An einem einzigen Nachmittag presste John-David damit 370 Siloballen. Auf einem lang gezogenen Feld schaffte er 64 Siloballen innert einer Stunde. Im Heu gelang ihm der Rekord mit 84 Ballen innert Stun­ denfrist «Ich bin hoch zufrieden mit der Maschine», sagte John-David Flühmann, «sie ist einfach zu handhaben, und sämtliche notwendigen Einstellungen sind vom Traktorsitz aus vorzunehmen.» John-David Flühmann hat kürzlich geheiratet. Er ist am 15. Januar dieses Jahres Vater eines Buben namens Liam geworden, womit gute Aussichten auf den Fortbestand der ETA Fluhmann bestehen.  n John-Davids Vater Pierre Flühmann ist Pressen-Spezialist und eine unverzichtbare Hilfe im Betrieb.

9 2015  Schweizer Landtechnik

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n  Plattform | Hintergrund

Holzenergie mit wachsendem Potenzial In der Schweiz wurden laut Statistik im Jahre 2013 rund viereinhalb Millionen Kubikmeter Energieholz verbraucht, davon der grösste Teil in automatischen Feuerungsanlagen. Einzelraumheizungen haben weiter an Bedeutung verloren. Ruedi Hunger Der gesamte Bestand von Holzfeuerungen in der Schweiz betrug laut «Jahrbuch Wald und Holz 2014» knapp 614 000 Anlagen, dies bei leicht abnehmender Tendenz. Die installierte Feuerleistung nahm seit 2012 ebenfalls leicht ab und liegt aktuell bei gut 10 400 Megawatt (MW).

Heizwert Holz besteht zur Hauptsache aus den Zellwandmaterialien Cellulose, Lignin und Hemicellulose. Weitere Bestandteile sind ­ Harze, Fett, Stärke und Mineralstoffe. Die Dichte der Hölzer und damit der Heizwert variieren von Baumart zu Baumart. Mehrheitlich sind Nadelhölzer leichter als Laubhölzer. Bezogen auf ein bestimmtes Volumen ist der Heizwert von Buche über dem von Fichten- oder Föhrenholz einzustufen. Ein Raummeter Buchenholz ersetzt zirka 215 Liter Heizöl, das gleiche Mass Fichtenholz aber nur 145 Liter. Bei gleichem Gewicht und gleicher Feuchte ist der Heizwert der Nadelhölzer aber höher. Dies ist erklärbar mit dem höheren Anteil an Lignin und Harzen, die beide wesentlich energiereicher sind als Cellulose. Der durchschnittliche Heizwert von aufbereitetem und luftgetrocknetem Holz liegt bei 4,3 kWh je Kilogramm. Feuer als Inbegriff von Wärme ist die äus­ sere, sichtbare Begleiterscheinung einer Verbrennung. Bereits vor rund 400 000 Jahren war der Pekingmensch in der Lage, das Feuer ständig zu unterhalten. Darauf sind wir heute nicht mehr angewiesen, sondern wir können ein Feuer entfachen und es während einer kürzeren oder längeren Zeit erhalten, um durch optimale Verbrennung den Heizwert von Holz nutzen. Wenn Scheitholz emissionsarm verbrennen soll, darf es nur noch einen maximalen Wassergehalt von 15 bis 20% aufweisen. (Bilder: Ruedi Hunger)

62

Schweizer Landtechnik  9 2015

Holz soll möglichst emissionsarm verbrennen. Damit Holz als qualitativ hochwertiger Brennstoff verbrennt, darf er nur noch einen Wassergehalt von 15 % bis 20 % auf­weisen. Nasses Holz verbrennt mit deutlich geringe-


Hintergrund | Plattform   n

Tabelle 1: Anlagenbestand und installierte Feuerleistung (laut Jahrbuch Wald und Holz 2014) Anlagen

Anzahl

Entwicklung

Einzelraumheizungen – Cheminéeöfen – Pelletöfen – Kachelöfen – Zimmeröfen – offene / geschl. Cheminées – Holzkochherde

545 000

gesamt – 0,3 % + 1,4 % + 6,8 % + 1,0 % – 12,1 % – 9,2 bzw. – 0,9 % – 7,0 %

Leistung

Gebäudeheizungen

61 0 00

– 6,3 %

2000 MW

Autom. Feuerungen > 50 kW

7 800

+ 3,3 %

2100 MW

Wärmekraftkopplungsanlagen

10

konstant

200 MW

Altholzfeuerungen

92

+ 0.9 %

Tabelle 2: Heizwert verschiedener Baumarten nach Gewicht und Volumen

Der durchschnittliche Heizwert von aufbereitetem und luftgetrocknetem Holz liegt bei 4,3 kWh je Kilogramm.

Holzfeuchte in % =

Wassergehalt in % =

Im Holz enthaltene Wassermasse Trockenmasse des Holzes

Im Holz enthaltene Wassermasse Gesamtmasse des feuchten Holzes

rer Energieausbeute und führt zu höheren Emissionen, zudem e­ ntstehen in Ofen und Kamin aggressive Ablagerungen (Glanzrus), damit steigt d ­ ie Gefahr eines Kaminbrandes. Um als «trocken» bezeichnet wer­den zu können, darf Brennholz einen maximalen Wassergehalt von 20 bis 15 % aufweisen. Ungespaltenes Holz benötigt zwei Jahre, um ­so weit abzutrocknen. Bei langsamer Abtrocknung wird das Holz von holzabbauenden Pilzen besiedelt und verliert damit stark an Energieinhalt. Im Winter frisch geschnittene Meterstücke beginnen auch bei noch relativ ungünstigen Bedingungen zu trocknen. Ein beschleunigtes Abtrocknen erfolgt im Frühjahr (April bis Juni). Ab September steigt der Wassergehalt im Holz bis Januar wieder leicht an.

x 100

x 100

Baumart

Ø Dichte (kg / m3)

Heizwert pro kg in kWh

Heizwert pro Rm in kWh

1 Rm ersetzt … lt Heizöl

Ahorn

522

4,1

1900

190

Birke

450

4,3

1900

190

Eiche

561

4,2

2100

210

Pappeln

377

4,1

1200

120

Rotbuche

554

4,0

2150

215

Ulme

556

4,1

1900

190

Ø Laubholz

503

4,1

1850

185

Fichte

377

4,5

1600

160

Föhre

431

4,4

1700

170

Lärche

487

4,3

1700

170

Tanne

332

4,5

1500

150

Ø Nadelholz

407

4,4

1625

162

Bei der Aufbereitung soll Brennholz entsprechend der Feuerungsanlage abgelängt und ofenfertig aufgerüstet werden. Damit wird das Abtrocknen beschleunigt. Frisch geschlagenes Holz wird unter einem Regenschutz, aber nicht in einem geschlossenen Raum (Keller) gelagert. Ebenso darf frisches Holz nicht komplett mit Plastikplanen eingepackt werden.

Holzfeuchte und des Wassergehalt Die Begriffe «Holzfeuchte» und «Wassergehalt» sollten nicht verwechselt oder gleichgesetzt werden. Holzfeuchte bezieht sich auf das Gewicht von absolut trockenem Holz. Dagegen beruht der Wassergehalt auf dem Verhältnis von Wasseranteil und Nassgewicht des Holzes.

Tabelle 3: Begriffsdefinitionen und Umrechnungsfaktoren für Holz (ART 703) Festholz

Entscheidend für den Heizwert je Gewichtseinheit ist nicht die Dichte der Holzart, ­vielmehr ist der Anteil des Wassers an der Gesamtmasse bestimmend. Nadelholz h ­ at einen höheren Anteil an Ligninen und Harzen, damit ist erklärbar, warum der Heizwert je Kilogramm höher ist als bei Laubholz. Frisch geschlagenes Holz hat einen Heizwert von 2 kWh / kg, lufttrockenes (max. 15 – 20 %) einen solchen von 4 kWh.  n

Raummeter, Ster

Schüttraummeter

1 Rm ersetzt … lt Heizöl

Abkürzungen

Fm

Rm

SRm

190

Definition

1 m3 Holz ohne Zwischenräume

1 m3 geschichtetes Holz mit Zwischenräumen

1 m3 Holzhackschnitzel geschüttet

190

Umrechnung

1 Fm

0,7 Fm

0,4 Fm

210

Spezifisches Gewicht / m3

Nadelholz: 550 kg Buchenholz: 750 kg

Nadelholz: 390 kg Buchenholz: 530 kg

Nadelholz: 220 kg Buchenholz: 300 kg

120

Energiegehalt

Nadelholz: 2000 kWh Buchenholz: 2800 kWh

Nadelholz: 1400 kWh Buchenholz: 1960 kWh

Nadelholz: 800 kWh Buchenholz: 1100 kWh

215

Drei Phasen der Holzverbrennung Phase 1: Bei Temperaturen bis etwa 150 °C trocknet das Holz. Wasser, das noch im Holz enthalten ist, verdampft. Phase 2: Bei Temperaturen zwischen 250° und 600 °C erfolgt die thermische Zersetzung (Pyrolyse). Dabei werden die gasförmigen Verbindungen im Holz freigesetzt, zurück bleibt die Holzkohle. Phase 3: Ab zirka 400 bis 1300 °C findet unter Sauerstoffzufuhr Oxidation statt, das heisst, dies ist der eigentliche Verbrennungsprozess. In dieser Phase verbrennen die durch die Pyrolyse freigesetzten Gase, ebenso die Holzkohle. Erst jetzt wird Energie freigesetzt.

9 2015  Schweizer Landtechnik

63


n  Plattform | Forschung

Arbeitsplatzorganisation entscheidet über Leistung Brennholz kann bereits mit geringen Investitionskosten aufbereitet werden. Damit verbunden ist ein hoher und körperlich stark belastender Aufwand. Mal abgesehen von Axt und Spalthammer gibt es heute verschiedene technische Möglichkeiten, das Brennholz rationell aufzuarbeiten, dabei hat die Organisation des Arbeitsplatzes eine entscheidende Bedeutung. Ruedi Hunger Brennholzaufbereitung und Arbeitsaufwand sind unzertrennlich miteinander verbunden. Daher haben sich auch Instit­ute und Forschungsanstalten mit dem Arbeitsaufwand für die unterschiedlichen Aufbereitungsarten beschäftigt. Die Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART (Schweiz) hat den Arbeitszeitbedarf im bäuerlichen Forst ermittelt. Mit der rationellen Scheitholzbereitung befasste sich

das Technologie- und Förderzentrum TFZ in Straubingen (Deutschland).

Mit der Stoppuhr vor Ort Die nachfolgenden vier Tabellen zeigen den prozentualen Anteil der einzelnen Arbeitsschritte am Gesamtaufwand für die verschiedenen Verfahren auf. Dazu wurden erfahrene Probanden eingesetzt und der Zeitaufwand für die einzelnen Arbeitsab-

Insbesondere wenn Energieholz in Form von Kurzscheiten vermarktet wird, sind nach dem Spalten weitere mechanische Schritte notwendig. (Bilder: Ruedi Hunger)

64

Schweizer Landtechnik  9 2015

schnitte genau festge­halten. Nicht berücksichtigt ist in dieser Darstellung die körperliche Belastung. An der Verteilung der einzelnen Arbeits­ ablaufschritte (Tabelle 1) lässt sich erkennen, wie gut der Arbeitsplatz organisiert ist. Das bedeutet, je mehr Zeit für das eigentliche Spalten verwendet wird, desto näher liegt das Holzlager. Damit ist auch erklärbar, warum für der Arbeitsablauf­ abschnitt «Holz spalten» mit der Axt der Zeitaufwand wesentlich tiefer ist als mit dem Spalthammer. Wenn der Arbeitsplatz für den kleinen Senkrechtspalter (Tabelle 2) optimal organisiert ist, erreicht das eigentliche Spalten einen Anteil bis zu 70 % des gesamten ­Arbeitsablaufes (inkl. des Aufwandes für das Ausrichten / Zurechtrücken). Die eigentlichen Abweichungen im Bereich «Holz holen» und «Holz ablegen» sind im Wesentlichen durch unterschiedliche Weglängen verursacht. Die Unterschiede zwischen Kleinspalter A und B für das «Ausrichten» sind auf astigere und unförmigere Rundlinge zurückzuführen. Beim Kleinspalter C ist das «Ausrichten» in «Holz spalten» inbegriffen. Auch die grossen Senkrechtspalter (Tabelle 3) erreichen bei optimaler Arbeitsplatzgestaltung einen «Holz spalten»-Anteil von 70 %. Der restliche Arbeitszeitaufwand ver­teilt sich gleichmässige auf «Holz holen» und «Holz ablegen». Die Arbeit mit dem grossen Senkrechtspalter ist körperlich anstrengend. Der bereits am kleinen Senkrechtspalter eingesetzte Proband musste beim GS 1 und GS 2 kleine Erholungspausen einlegen. Zudem war die Gestaltung des Arbeitsplatzes für GS 1 und GS 2 nicht optimal. Der Arbeitsschritt «Holz ablegen» kommt in der Teststudie (Tabelle 4) nicht vor, weil das Holz bei WS 2 einfach zu Boden fiel,


Forschung | Plattform   n

Arbeitswirtschaftliche Kennzahlen sind bei der Bereitstellung von Scheitholz für Arbeitsplanung und Kostenkalkulation von zentraler Bedeutung, insbesondere wenn das Brennholz anschliessend kommerziell vermarktet wird.

während es bei WS 3 von einer weiteren Arbeitskraft aufgenommen und sofort ge­ stapelt wurde. Damit gleichmässige Scheit­ stärken entstehen, kann bei Waagrechtspal­ tern das Kreuz auf den Mittelpunkt des Rundlingquerschnittes justiert werden. Die Zyklusdauer ist mit dem WS vom Durch­messer der Rundlinge abhängig. Von 8 bis 25 cm Ø ist die Zyklusdauer konstant, steigt bei 25 bis 35 cm Ø leicht und von 35 bis 65 cm Ø stark an. 

Energie- und Stromverbrauch Als Vorleistung für das spätere Spalten wird

Weniger gross ist die Bedeutung der arbeitswirtschaftlichen Zahlen im Hobby- oder Selbstversorgerbereich, zudem werden in diesem Bereich unterschiedliche Techniken eingesetzt.

das Holz mittels Motorsäge oder Kreis­säge abgelängt. Bei der Ablängung auf 33  cm beträgt der spezifische Stromver­ brauch einer Kreissäge für Fichtenholz rund 0,64 kWh / Fm und für Buche 0,84 kWh / Fm. Entsprechende Zahlen für Motorsägen lie­ gen nicht vor. Um dennoch einen Anhalts­ punkt zu erhalten, kann vergleichsweise der Energie­ verbrauch bei der Durchforstung herange­zogen werden. Dieser beträgt um­ gerechnet 2,6 kWh je Fest­meter (Fm). Hinzu kommt der Verbrauch für die Verlust­ schmierung der Sägekette in der Höhe von 0,05 l / Fm.

Tabelle 1: Zeitliche Verteilung der Arbeitsablaufabschnitte mit Axt bzw. Spalthammer Verfahren

Arbeitsablaufabschnitt Holz holen

Ausrichten

Holz spalten

Holz ablegen

Fichte

40 %

36 %

24 %

Spalthammer

Fichte

11 %

72 %

17 %

Spalthammer

Buche

6 %

80 %

14 %

Axt

Der spezifische Stromverbrauch beim Klein­ spalter ist für Fichtenholz mit 1,8 kWh / Fm höher als für Buchenholz mit 1,37 kWh / Fm. Die mittlere Leistungsaufnahme liegt bei 0,63 kW bzw. 0,64 kW. Die grossen Senk­ recht- und Waagrechtspalter sind oft An­ baumaschinen für Traktoren. Entsprechend hängt der Treibstoffverbrauch von der Leistung des Traktors ab. Tendenziell ist der Verbrauch für den Waagrechtspalter etwas tiefer, dies wird mit der effizienteren Ar­ beitsgestaltung in Verbindung gebracht. Umgerechnet in kWh (1 l Dieselkraftstoff = 10  kWh) wurden bei Energieverbrauchs­ messungen deutlich höhere Werte für die traktorbetriebenen Maschinen gemessen. Selbst beim energiegünstigeren Waagrecht­ s­ palter betragen die Energiekosten mit 0,50 € / Fm noch mehr als das 5-fache derje­ nigen für die stromangetriebenen Maschi­ nen (0,10 € / Fm), sie steigen auf mehr als das 15-Fache für Senkrechtspalter in der Studie * GS 2 (1,50 € / Fm).

Tabelle 2: Zeitliche Verteilung der Arbeitsablaufabschnitte mit Kleinspalter (senkrecht) Verfahren

Arbeitsablaufabschnitt Holz holen

Ausrichten

Holz spalten

Holz ablegen

19 %

9 %

46 %

26 %

Kleinspalter B

17 %

18 %

Kleinspalter C

13 %

Kleinspalter A

51 %

14 %

66 %

21 %

Tabelle 3: Zeitliche Verteilung der Arbeitsablaufabschnitte mit grossem Senkrechtspalter (GS) Verfahren

Arbeitsablaufabschnitt Holz holen

Ausrichten

Holz spalten

Holz ablegen

GS 1

39 %

39 %

9 %

38 %

GS 2

30 %

30 %

23 %

30 %

GS 3

15 %

70 %

15 %

Tabelle 4: Zeitliche Verteilung der Arbeitsablaufabschnitte mit Waagrechtspalter (WS) und 2 Arbeitskräften Verfahren

Arbeitsablaufabschnitt Holz holen

WS 2 WS 3

12 %

Kreuz verstellen

Ausrichten

Vorschub

Stempel zurück

7 %

12 %

44 %

37 %

7 %

20 %

34 %

31 %

Arbeitszeitbedarf im bäuerlichen Forst (ART) Die Forschungsanstalt Agroscope Recken­ holz-Tänikon (C. Moriz und D. Goldberg) hat den gesamten Arbeitszeitbedarf in drei Arbeitsschritte unterteilt. Dabei gilt es zu beachten, dass das Holz am Waldrand oder an der Waldstrasse vorerst in Meterstücke aufbereitet und erst nach dem Transport, auf dem Hof, zu Scheitholzlänge verarbei­ tet wurde. Der Arbeitszeitbedarf für den Transport beinhaltet auch den Transport zum Kunden (Verkauf). Der Transport der 33-cm-Scheiten erfolgte lose, jener der 50-cm-Scheiten gebündelt. Grafik 1 zeigt den unterschiedlichen Aufwand für 33 cm bzw. 50 cm lange Scheite.

* TFZ Straubingen

9 2015  Schweizer Landtechnik

65


n  Plattform | Forschung

Tabelle 5: Zusammenfassung der Arbeitsschritte vom Hobbybereich bis zur professionellen Scheitholzproduktion (Richtwerte). Mechanisierung Arbeit

Stufe 1: Freizeit- / Selbstversorger

Stufe 2: geringer Mechanisierungsstand

Stufe 3: erhöhter Mechanisierungsstand

Stufe 4: professionelle Stückholzbereitung

Motorsäge Rücken von Hand, Laden von Hand

Motorsäge Rücken von Hand, Laden von Hand

Motorsäge Rücken mit Seil, Laden mit Kran

hochmechanisierte Holzernte (Forwarder)

Transport

Transport mit PW/Anhänger

Transport mit Traktor/Anhänger

Transport mit Traktor / Anhänger

Transport mit Rundholz-LKW

Verarbeitung

– Kreissäge oder Motorsäge – Spalten mit kleinem Senkrechtspalter

– Spalten mit grossem Senkrechtspalter – anschliessend Kreissäge

Verarbeitung mit kleiner kombinierter Säge-Spalt-Maschine

Verarbeitung mit grosser kombinierter Säge-Spalt-Maschine

geschichtete Lagerung der Scheite

– Schichtlager von Einmeterscheiten – Kurzscheitlager in Drahtboxen

Lagerung der Kurzscheite in Boxen

Lagerung der Kurzscheite in Boxen oder grossem Haufenlager

Selbstversorgung

Transport zum Kunden (bis 5 km) Traktoranhänger

Transport zum Kunden (bis 10 km) Traktoranhänger

LKW-Transport zum Kunden (15 km)

Zeitbedarf je Festmeter

5,7 Std.

4,2 Std.

1,3 Std.

0,5 Std.

Energiebedarf je Festmeter

9 kWh

13 kWh

23 kWh

47 kWh

Anteil am Energiegehalt im Holz

0,5 %

0,5 %

0,9 %

1,9 %

117.15 sFr.

90.75 sFr.

56.10 sFr.

62.70 sFr.

36.30 sFr.

39.60 sFr.

Holzernte

Lagerung Verbrauch / Transport

Kosten je Festmeter

Grafik 1: Arbeitszeitbedarf in Akmin/Fm bei ausgewähltem sFr. 57.75 sFr. Verfahren der74.25 Bereitstellung von Scheitholz (ART 2008)

Kosten je Raummeter

160

Agroscope kommt zum Schluss, dass bei der Herstellung von Scheitholz, je Festmeter Grafik 1: Arbeitszeitbedarf in Akmin/Fm bei ausgewähltem zwischen 5,0 und 2,3 Arbeitskraft­stunden 120 Verfahren der Bereitstellung von Scheitholz (ART 2008) anfallen. Als Vergleich sei hier erwähnt, dass 89.7 100 die Verarbeitung zu Hackschnitzeln nur 160 68.1 140.7 80 zwischen 2,4 und 1,1 Arbeitskraftstunden 140 60 erfordert (Grafik 2). Arbeitswirtschaftliche 120 40 Kennzahlen sind bei der Bereitstellung von 89.7 100 Scheitholz für Ar-beitsplanung und Kosten20 68.1 80 kalkulation von zentraler Bedeutung. Insbe0 60 Holzernte, Rücken, Transport Wald-Hof (Kunde) Holzverarbeitung zu sondere wenn diese Arbeiten für Dritte Aufarbeitung im Wald Scheitholz ausgeführt werden oder die Scheite an40 schliessend zum Kunden / in den Verkauf 20 Scheitholz 33 cm Scheitholz 50 cm kommen. Weniger gross ist die Bedeutung 0 der arbeitswirtschaftlichen Zahlen im HobbyHolzernte, Rücken, Transport Wald-Hof (Kunde) Holzverarbeitung zu Aufarbeitung im Wald Scheitholz oder Selbst­­versorgerbereich. In diesen BereiDie Agroscope kommt zum Schluss, dass bei der Herstellung von Scheitholz, je chen ist der eingesetzte MechanisierungsFestmeter zwischen 5.0 und 2.3 Arbeitskraftstunden anfallen. Als Vergleich seiunterschiedlich hier Scheitholz 33 cm Scheitholz 50 cm grad sehr und die Arbeitserwähnt, dass die Verarbeitung zu Hackschnitzel nur zwischen 2.4 undplatzgestaltung 1.1 Arbeitsnicht immer optimal. 140.7

140

kraftstunden erfordert (Grafik 2). Die Agroscope kommt zum Schluss, dass bei der Herstellung von Scheitholz, je Fazit Festmeter zwischen 5.0 und 2.3 Arbeitskraftstunden anfallen. Als Vergleich sei hier Herstellung von ScheiBereits die händische Grafik 2: Arbeitszeitbedarf je Festmeter (Fm), Raummeter (Rm) (Axt) ist bei guter Organisation des Arerwähnt, dass die Verarbeitung zu Hackschnitzel nur zwischen 2.4 undten1.1 Arbeitsoder Schüttraummeter (Srm) ausgewählte Verfahren (ART 2008) beitsplatzes kurzfristig sehr leistungsfähig kraftstunden erfordert (Grafik 2). 6 5 4 6 3 5 2

5

Grafik 2: Arbeitszeitbedarf je Festmeter (Fm), Raummeter (Rm) oder Schüttraummeter 3.7 (Srm) ausgewählte Verfahren (ART 2008) 2.4

5

3 0 2 1 0

1.1

3.7

4 1

2.4 Scheitholz 33 cm

Scheitholz 50 cm

Summe Akh/Fm Scheitholz 33 cm

Hackschnitzel Anbauhacker

Summe Akh/Rm

Scheitholz 50 cm

Hackschnitzel Grosshacker 1.1

Summe Akh/Srm

Hackschnitzel Anbauhacker

Hackschnitzel Grosshacker

und mit dem Kleinspalter vergleichbar. Allerdings lassen beim händischen Holzspalten Ermüdungs­erschei­nun­gen die Arbeitsleistung bald einmal absinken. Die Leistung von Kleinspalter, grossem Senkrechtspalter und Waagrechtspalter wird in erster Linie durch die Arbeitsplatzorganisation bestimmt. Unterschiedlich gross ist dabei die körperliche Belastung. Elektrisch betriebene Spaltmaschinen verbrauchen 5- bis 15-mal weniger Energie als solche, die vom Traktor angetrieben werden.  n Quellen: Detailliertere Angaben sind zu finden im «ART-Bericht 703/2008» oder in der Schrift TFZ 11: «Rationelle Scheitholzbereit­ stellungsverfahren».

Arbeitswirtschaftliche Kennzahlen sind bei der Bereitstellung von Scheitholz für ArSumme Akh/Fm Summe Akh/Rm Summe Akh/Srm beitsplanung und Kostenkalkulation von zentraler Bedeutung. Insbesondere wenn Schweizer Landtechnik  9 2015 66 diese Arbeiten für Dritte ausgeführt werden oder die Scheite anschliessend zum


Report | Plattform   n

Über 400 Besucher haben sich am PlantahofFeldtag vom Motormäher und von seinem Können überzeugen lassen. (Bilder: Ruedi Hunger)

Faszination am Berg Neben einem Mähdrescher, Feldhäcksler oder Traktor erscheint ein Motormäher klein und unscheinbar. Für die Alleskönner haben die einen nur ein müdes Lächeln übrig, andere lassen sich von ihnen begeistern. Letzteres war offensichtlich der Fall bei den weit über 400 Besucherinnen und Besuchern, die am 20. August anlässlich des Plantahof-Feldtages nach Obermutten (GR) gekommen waren.

drängt. Heute ist ein umgekehrter Trend zu beobachten. In vielen Lagen werden Zwei­ achsmäher vom mittleren und grossen Mo­ tormähern verdrängt. Die kleinen, leichten Mäher erreichen Einsatzgrenzen, die auch für den arbeitenden Menschen kritisch werden. Vor Jahrzehnten musste der Ma­ schinenführer den Motormäher halten – heute ist manch einer froh, wenn er sich an der Maschine halten kann! Statt zu rechen oder zu blasen, wird heute geschoben. «Heuschieber» sind relativ neu. Mit diesem Anbaugerät wird üblicherweise das dürre und trockene Heu abwärts abge­ schoben. Auch hier waren die anwesenden Fabrikate bis zum Äussersten gefordert. Die Auflage war, dass das frisch gemähte Futter – entgegen den üblichen Gepflogen­ heiten – aufwärts gefördert, geschoben oder gestossen wird. Aus dem ganz einfa­ chen Grund, weil der Hang unter dem Weg war und folglich keine andere Möglichkeit bestand, das Mähgut abzuführen. Diese Vorgabe konnte nicht jedes Gerät gleich überzeugend erfüllen.

Ruedi Hunger Stattgefunden hat dieser Feldtag weitab vom Bündner Bildungszentrum Plantahof, auf einer Höhe von rund 1800 m, in den «Muttner Bergen» – grob gesagt zwischen der «Schinschlucht» im Nordosten und der «Via Mala» im Südwesten. Die Veranstalter unter der Leitung von Reto Elmer, Futterbaulehrer, und Konrad Merk, Maschinenberatung und Unfallverhütung, machten es den Herstellern und Importeu­ ren von Motormähern nicht leicht. Hang­ neigungen bis über 50 ° (100 – 120 %), ex­ tensive «Pro Natura»-Wiesen, ein erster und dazu noch dünner Grasaufwuchs sowie eine vom Regen des Vortages angefeuchtete Grasnarbe. Eigentlich ideal, um Motormäher und Geräte auf eine harte Probe zu stellen.

liegt heute im Preissegment eines Mittel­ klasseautos.

Auch für Motormäher gilt: Maschinengrös­ se und Arbeitsbreite sollen den Betriebsver­ hältnissen angepasst sein. Noch vor weni­ gen Jahrzehnten wurden Motormäher in gewissen Lagen vom Zweiachsmäher be­

Fazit Es müssen nicht immer Traktoren sein – auch Motormäher und Anbaugeräte kön­ nen faszinieren. Technisch sind sie sowieso auf einem hohen Niveau. Überzeugt haben auch der Vizeeuropameis­ ter im Handmähen, Stefan Lüönd, und Jürg von Känel, Sensenhersteller aus dem thur­ gauischen Mammern (www.sensen-mam­ mern.ch)  n

Im allgemeinen Trend

Mit Steigeisen hat auch der Maschinenführer gleiche Bedingungen wie sein Motormäher.

Zwei ferngesteuerte Maschinen zeigten am Steilhang ihre überzeugende Hangtauglichkeit.

Es ist eine alte Weisheit, dass abwärts alles einfacher geht – am Feldtag muss aber aufwärts gefördert werden.

Eigentlich überraschend, dass auf einem abgedeckten Markt noch Platz für einen neuen Hersteller vorhanden ist.

«Stärker, breiter und sicherer», so bezeich­ nete Konrad Merk mit wenigen Worten die Entwicklung der Motormäher in den letzten Jahren. Das sind Tendenzen, wie wir sie überall in der Landtechnik beobachten können. Stufenlose Getriebetechnik, Ak­ tivlenkung, Schnittbreiten von 140 cm bis 350  cm, hydraulische Achsverschiebung und zahlreiche Radvarianten zeichnen die Motormäher von heute aus. Damit hat sich natürlich auch der Preis verändert. Ein Mo­ tormäher der gehobenen Leistungsklasse

Konkurrenz am Berg

9 2015  Schweizer Landtechnik

67


n  Sicherheit | Hof und Feld

Arbeitsplatz mit viel Dynamik Rund ein Viertel der Ausfalltage landwirtschaftlicher Arbeitnehmer sind auf Krankheiten an Rücken und Wirbelsäule zurückzuführen. Vor diesem Hintergrund erhalten die kontinuierlichen Bestrebungen von Forschung und Industrie, die gesundheitsschädlichen Schwingungen durch verbesserte Federung von Sitz, Kabine sowie des gesamten Fahrzeuges zu senken, einen besonderen Stellenwert. Ruedi Hunger Die heute eingebauten Fahrersitze beeinflussen mehrheitlich nur die vertikalen Bewegungen aktiv. Durch den Einsatz elektrischer Linearmotoren werden auch laterale Schwingungen reduziert. Damit kann die Einsatzdauer für eine Person ohne Gesundheitsgefährdung um den Faktor 1,9 erhöht werden. Der Vergleich von Ganzkörpervibrationen auf Transportern (Meyer; VDI) zeigt zwischen ungefederten und passiv gefederten Sitzen ein Reduktions­ potenzial im Bereich zwischen 5 und 25 %. Neben der Einführung von geregelten Sitzfederungen und passiven Kabinenfederungen werden ­zunehmend geregelte Kabinenfederungen gebaut. Die Hersteller setzen auf unterschiedliche technische Lösungen.

Claas realisiert mit dem «Z-Activ» mittels magnetorheologischer Flüssigkeit die Dämpfungsveränderung; die Dämpfung bzw. die Viskosität der Flüssigkeit wird durch ein Magnetfeld beeinflusst. John. ODeere mit «HCS+» und Massey Ferguson mit «Optiride» setzen unter Verwendung von Hydac-Komponenten auf ein hydropneumatisches System. Schliesslich verbaut Valtra bei der ge­ regelten Kabine mit der Bezeichnung ­«AutoComfort» Teile von ZF-Sachs. Dabei wird eine Luftfederung mit hydraulischem Dämpfer mit Drosselventil eingesetzt. Zum Teil nützen die Systeme bereits vorhandene Signale im CAN-Bus, um dem Bremsnicken bei einer Bremsung entgegenzuwirken. Oder der Fahrer kann durch manuelle Einstellung die Dämpfungs- und Federkraft erhöhen, um dem Nicken im Frontladerbetrieb vorzugreifen.

Automatisation erwünscht

Fahrersitz, der sich der Drehbewegung automatisch anpasst. (Bild: Werkfoto Grammer)

68

Schweizer Landtechnik  9 2015

Die im Nutzfahrzeugbereich weit verbreiteten pneumatischen gefederten Fahrerhäuser, welche die «normalen Schwingungen» gut reduzieren, haben den Nachteil, dass unter Extrembedingungen die Endanschläge berührt werden (starke Bremsung, ­Anfahren am Berg). Dabei gibt es unangenehme Schläge für den Fahrer. Diesem Nachteil kann mit sogenannten «pneumatischen Muskeln» entgegengewirkt werden. Unerwünschte Nickbeschleunigungen beim Abbremsen werden reduziert und das Berühren der Endanschläge ausgeschlossen. Reifen haben unabhängig davon, ob­ eine zusätzliche Federung vorhanden i­st­ oder nicht, grossen Einfluss auf Fahr­-kom­ fort und Fahrsicherheit. Sie werden deshalb auch in die Forschung und Ent­wicklung des Fahrerplatzes mit einbe­ zogen. Neben Fahrgeschwindigkeit und Reifendruck beeinflusst auch die Bodenfeuchtigkeit die Sitzbeschleunigung. Ein neu entwickelter, vollautomatischer Reifendruckregler berücksichtigt zur Bestimmung des Reifendrucks auch die Fahrgeschwin-


Hof und Feld | Sicherheit   n

digkeit und stellt automatisch von Ackerauf Strassenmodus um.

Fahrersitz mit adaptiver Rückenunterstützung Wer kennt sie nicht, die verdrehte, unbequeme Sitzposition, die notwendig ist, um mit einem Blick nach hinten das Anbaugerät zu überwachen. Hinzu kommen Vibrationen, die sich in einer solchen Zwangshaltung besonders nachteilig auf die Wirbelsäule auswirken. Die gesundheitlichen Folgen kündigen sich Jahre später an und äussern sich in Form von Abnutzungserscheinungen und Schmerzen im Bereich der Hals- und Rücken­wirbel. Eine Entlastung im effektiven Sinn kommt vom Sitzhersteller Grammer. Unter der Bezeichnung «dualmotion» hat Grammer einen neuen Fahrersitz im Verkaufsprogramm der sich beim Drehen automatisch der Haltung des Fahrers a­npasst. Diese Rückenunterstützung reduziert die Ermüdung, weil die Muskel­ aktivität laut Hersteller gegenüber einem Fahrersitz ohne Rückenunterstützung ­um bis zu 30 % reduziert wird.

Der Arbeitsplatz in der Fahrerkabine ist vielen dynamischen Kräften ausgesetzt.

Fazit Rückenbeschwerden zählen zu den wiederkehrenden Berufskrankheiten in der Landwirtschaft. Moderne Fahrersitze, die in ein

(Foto Ruedi Hunger)

gesamtheitliches Federkonzept eingebunden sind, reduzieren schädliche Schläge und Vibrationen.  n

Federsysteme für Standardtraktoren

Vorderachsfederung

Kabinenfederung

Sitzfederung

Querschwinge (hydropneumatisch)

Mechanische Federung (Schraubenfedern)

Mechanische Federung (Schraubenfedern)

Geschobene Längsschwinge (hydropneumatisch)

Pneumatische Federung (mit Luftfedern)

Pneumatische Federung (mit Luftfedern)

Geschobene Längsschwinge (pneumatisch)

Hydropneumatische Federung (Hydraulikzylinder)

Horizontalfederung (in Fahrrichtung)

Zentrale Längs­schwinge (hydropneumatisch)

Einzelradaufhängung (hydropneumatisch)

Vierpunktfederung (Schraubenfedern)

Aktiv gefederte Kabine

Hinterachsfederung Einzelradaufhängung (hydropneumatisch)

Horizontalfederung (quer zur Fahrrichtung)

Aktiv gefederter Sitz

Parallelogrammführung (hydropneumatisch)

9 2015  Schweizer Landtechnik

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n  Sicherheit | Hof und Feld

Kleintransporter – Risiken mitgeliefert In der Landwirtschaft, vor allem in den Branchen mit Spezialkulturen sowie im vor- und nachgelagerten Gewerbe, werden immer mehr Lieferwagen eingesetzt. An einem Crashtest in Wildhaus zeigte die AXA-Winterthur unter der Leitung von Bettina Zahnd typische Risiken mit Lieferwagen. Vorsichtiges Fahren lohnt sich. Entsprechende Informationen an die Mitarbeitenden sind unerlässlich. Ruedi Burgherr *

Lieferwagen haben eine hohe und steife Front. Ein Kind hat kaum Überlebenschancen. Bei einem Personenwagen wird ein Kollisionspartner aufgeladen, und damit wird der Aufprall gedämpft. (Bilder: BUL)

In den letzten Jahren hat die Zahl der zugelassenen Kleintransporter in der Schweiz stark zugenommen; seit 2005 um ganze 30 Prozent. Ihre Popularität verdanken Lieferwagen nicht zuletzt dem Umstand, dass für sie kein Nacht-, Sonntags- oder Feiertagsfahrverbot gilt, die Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen bei 120 km / h liegt und Kleintransporter mit einem Führerausweis für Personenwagen gefahren werden dürfen. Doch Vorschriften für regelmässige Fahrer gibt es nicht. Hier liegt ein grosses Problem. Die rund 330 000 schnellen und schweren Kleintransporter in der Schweiz verursach­en im Vergleich zu Personenwagen rund­ 50 Prozent mehr Unfälle. Hauptprobleme sind die ungewohnten Dimensionen und die Unübersichtlichkeit von Lieferwagen sowie die hohe Motorhaube bei Kollisionen mit Kindern. Die AXA-Winterthur fordert mit einer Instruktions- und Weiterbildungspflicht konkrete Präventionsmassnahmen. * Geschäftsführer der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft

70

Schweizer Landtechnik  9 2015

Gefährliche Lieferwagen Lieferwagen bis 3,5 Tonnen sind auf den Strassen allgegenwärtig. Beunruhigend ist, dass in den letzten Jahren Unfälle mit Personenwagen und Lastwagen insgesamt abgenommen, jene mit Lieferwagen bis­ 3,5 Tonnen seit 2011 aber zugenommen haben, verursacht sowohl von routinierten als auch von ungeübten Lenkerinnen und Lenkern. Gelegenheitsfahrer nutzen Kleintransporter für Umzüge oder zum Beispiel beim Möbelkauf, sind meist männlich, aus städtischem Milieu und zwischen 25 und 54 Jahre alt. Dies zeigt eine Studie, die im Auftrag der Stiftung für Prävention der AXA durchgeführt worden ist. Gelegenheitsfahrer haben Mühe oder sind sogar überfordert mit der Masse des Fahrzeugs, dem grossen toten Winkel von Lieferwagen und mit den ungewohnten Dimensionen von Höhe, Breite und Länge. Hinzu kommt, dass aus Sicht der Unfallforschung die Gefahr des grossen Transportvolumens von Lieferwagen unterschätzt wird: Ein Kleintransporter ist schnell überoder falsch beladen. Dadurch verändert sich

die Fahrdynamik, der Bremsweg verlängert sich, und die Ladung kann Unfälle verursachen oder Unfallfolgen verschlimmern. Eine besondere Verantwortung sehen die AXA-Unfallforscher bei den Vermietern von Kleintransportern: Spezielle Instruktionen bei der Fahrzeugübergabe sind die Ausnahme. Routinierte Fahrer von Lieferwagen verursachen ebenfalls überdurchschnittlich viele Unfälle, auch die Fahrer der grünen Branche. Wem ist nicht schon aufgefallen, wie schnell die Lieferwagen auf der Autobahn unterwegs sind. Die Risiken und Gefahren werden dabei eindeutig unterschätzt. Die meisten Unfälle passieren beim Manövrieren und Parkieren. Zudem können sich Zeitdruck, mangelnde Aufmerksamkeit, Ablenkung, Müdigkeit und eine schlechte Ladungssicherung verheerend auswirken. Eine Weiterbildungspflicht für Nutzer von Kleintransportern ist deshalb unerlässlich, um Berufsfahrer für folgende Themen zu sensibilisieren: Grösse und Unübersichtlichkeit sind für alle eine Gefahr. Die Bauweise von Lieferwagen, namentlich die hohe Motorhaube und die steile Front, ist eine grosse Gefahrenquelle


Hof und Feld | Sicherheit   n

bei Kollisionen mit Personen und insbesondere Kindern. Sie können sich im Bereich des steilen Teils der Fahrzeugfront am Kopf schwere, ja tödliche Verletzungen zuziehen. In der Nähe von Kindern – etwa bei Schulen oder Kindergärten – gilt sowohl für routinierte als auch ungeübte Lieferwagenfahrer deshalb erhöhte Aufmerksamkeit. Bei Auffahrkollisionen sind die Fahrer von Lieferwagen selbst relativ gut geschützt, denn die passive Sicherheit von Kleintransportern ist vergleichbar mit jener von Personenwagen. Dafür ist – aufgrund des hohen Gewichts von Lieferwagen – der Aufprall für die andere Seite umso heftiger. Unfälle mit Lieferwagen können verheerende Folgen haben. Es ist deshalb essentiell, dass die geforderten Präventionsmassnahmen rasch umgesetzt werden.

Sicherheitstipps Begrenzte Rundumsicht, Unübersichtlichkeit, tote Winkel, Seitenwind, enge Ein­ fahrten, tiefhängende Brücken oder die ­Ladungssicherung stellen Fahrer von Klein­ transportern vor grosse Herausforderungen. Tipps für Mieter von Kleintransportern, Fahren und Manövrieren: •  Fahren Sie einige Runden auf einem leeren Parkplatz. •  Behalten Sie immer die Grösse Ihres Transporters – insbesondere Höhe und Breite – im Kopf. Dies gilt vor allem bei der Durchfahrt von Unterführungen, bei engeren Strassen, aber auch beim Parkieren und Manövrieren. •  Denken Sie beim Wechseln der Fahrspur immer an den ungewohnt grossen toten Winkel. •  Halten Sie immer genügend Abstand zum vorderen Fahrzeug, da insbesondere ältere Kleintransporter einen längeren Bremsweg benötigen. •  Lassen Sie sich beim Manövrieren von einer zweiten Person mittels Handzeichen unterstützen. •  Benutzen Sie Ihre Aussenspiegel, insbesondere beim Abbiegen, Einparkieren und Wenden.

•  Polster, Kastenelemente, Matratzen und Tische Seite an Seite gegen die Seitenwände des Kleintransporters stellen. •  Schwere Kisten gehören auf den Boden, leichteres Material darauf. •  Lange Gegenstände auf den Seiten des Fahrzeugs platzieren. •  Möglichst formschlüssig Zuladung in Fahrtrichtung ohne Zwischenräume, •  Ladung mit Zurrgurten sichern. Am besten lernt man die Prinzipien der ­Ladungssicherung in einem Kurs.

Tipps für Berufsfahrer von Kleintransportern •  Ladungssicherungskurse besuchen. •  Richtige Bremswirkung üben mit verschiedenen Geschwindigkeiten auf griffigem und rutschigem Untergrund. Wichtig: Ein leeres Fahrzeug reagiert anders als ein beladenes. •  Korrekte Sitzposition wählen und Lenk- und Blicktechnik üben. •  Beim Manövrieren sich von einer zweiten Person mittels Handzeichen unterstützen lassen. •  Falls Sie mit Parksensoren fahren, vertrauen Sie diesen, wenn sie piepen. Wenn nicht, bleiben Sie trotzdem vorsichtig.

•  Weitere Tipps finden Sie unter www.drivingatwork.ch.

Wünsche an die Vermieter und Besitzer von Kleintransportern •  Kleintransporter immer mit Parksensoren im Heckbereich ausrüsten. •  Gewissenhafte Instruktion bei Übergabe des Mietfahrzeugs. •  Checkliste zum sicheren Umgang mit dem Fahrzeug zur Verfügung stellen. •  Regelmässige technische Kontrollen der Fahrzeuge. Die BUL bietet verschiedene, praktische Kurse zu den Themen «Landwirtschaftlicher Strassenverkehr» oder «Ladungssicherung» an.

Mehr Informationen zum Thema: Sie finden sich unter www.bul.ch und in den BULBroschüren «Landwirtschaftlicher Strassenverkehr» oder «Sicherheit ist kein Zufall». Die BUL bietet auch Kurse zum Strassenverkehr und zur Ladungssicherung an. Die Broschüren sind erhältlich bei: BUL, Postfach, 5040 Schöftland, Tel. 062 739 50 40 oder E-Mail: bul@bul.ch. Sie finden die BUL auch an der olma in St. Gallen in der Halle 7.1 über dem Stall.  n

Die Ladung muss auf Lieferwagen stets gesichert sein. Bei diesem System wird das Netz automatisch aufgerollt, muss aber zusätzlich fixiert sein.

Ein Lieferwagen entwickelt bei einer Auffahrkollision mächtigen Schub. Wer dazwischen ist, wird zerdrückt.

Lieferwagen habe drei tote Winkel: nämlich hinten und auf beiden Seiten. Die Puppen deuten zwei davon an.

Die Höhe des Fahrzeugs wird oft unterschätzt. Hier sieht man offensichtlich, was die Folgen sind.

Ladungssicherung Ein wichtiger Punkt ist die Ladungssicherung. Deren Vernachlässigung kann sehr teuer wer­den: Folgende Punkte sind zu beachten: •  Schwere Gegenstände gehören direkt hinter die Fahrerkabine. •  Gewichtsverteilung gleichmässig auf die linke und rechte Fahrzeughälfte. •  Auf korrekte Achslastverteilung und die maximal zulässige Achslast achten.

9 2015  Schweizer Landtechnik

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n  Passion

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War eine Weltneuheit: 1976 revolutionierte der Hanggeräte­ träger «TT 77» die Heuwerbung am Steilhang. (Bilder: Paul Müri)

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Aebi im Verkehrshaus Paul Müri, Gränichen «Aebi: 130 Jahre Erfolg in Serie»: Unter diesem Titel fand die 6. Sonderausstellung von Landmaschinen im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern statt. Aebi in Burgdorf ist heute der grösste Landmaschinenhersteller in der Schweiz. Einst errichtete Johann Ulrich Aebi in Burgdorf eine mechanische Werkstatt und baute die erste Aebi-Gespannmähmaschine nach amerikanischem Vorbild. Es kamen Sämaschinen, Feuerwehrspritzen und Gabelheuer, Kartoffelgraber usw. dazu.

3

4

1: Der 62-jährige Hansruedi Hadorn besitzt den ersten Aebi-Transporter mit Bezeichnung «TP 20» von 1965. 2: 1929 stellte Aebi einige wenige Exemplare eines Dreiradmähers mit etwa 12 PS Motorleistung her.

5

3: Der «AM 52» war (und ist) mit 28 790 Exemplaren das meistgebaute Aebi-Motormähermodell. 4: Neuere Terratracs: vorne ein «TT 211» mit 72-PS-Motor und Stufenlos­getriebe, dahinter ein «TT 280» mit Raupenantrieb. 5: Bis Ende der 1960er-Jahre spielten die Einachstraktoren auch bei Aebi eine wichtige Rolle.

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6: Reges Besucherinteresse im Ver­kehrshaus für die Aebi-Motormäher.

Schweizer Landtechnik  9 2015

Mit der «Helvetia» erschien 1897 die erste Eigenbau-Grasmähmaschine. 1916 entstand eine «Automobilmähmaschine», ebenfalls «Helvetia» genannt. 1932 wurde sie als Weltneuheit erstmals mit Kugellagern ausgerüstet. Mit dem 1949 vorgestellten Automäher «AM 50» schuf Aebi eine Weltneuheit. Der frei schwingend aufgehängte Mähapparat mit Keilriemenantrieb übertrug nun keine Vibrationen mehr auf die Bedienungsperson. Der Nachfolger «AM 52» wurde 1951 bis 1971 produziert. Mit dem «TP 2000» brachte Aebi 1964 den ersten Transporter, Beginn einer Reihe, welche mit dem Viatrac «VT 450 Vario» gekrönt wurde. Dieser besitzt einen von Aebi entwickelten stufenlosen Fahrantrieb mit Leistungsverzweigung. Auch bei den AebiMotormähern ist heute «stufenlos» Trumpf. 1976 revolutionierte der Hanggeräteträger «TT 77» die Heuwerbung am Steilhang. Mit vier gleich grossen Rädern, 43-PSMotor und 3-Punkt-Anbau vorne und hinten wurde die Arbeit am Berg enorm erleichtert. Weil die Familiennachfolge nicht gesichert war, wurde die Firma 2006 an Peter Spuhler (Inhaber der Stadler Rail) verkauft. 2007 fusionierte Aebi mit der deutschen Schmidt-Gruppe zur Aebi-Schmidt-Holding. Im Jahre 2009 wurde das neue Werk im Industriegebiet Burgdorf bezogen. Es werden heute rund 200 Mitarbeitende beschäftigt.  n


Passion   n

Meisterliche Holzhauer und Pflüger 2015 Nichts Neues an der Schweizer Meister-Front 2015 im Holzhauen und Pflügen: Balz Recher respektive Beat Sprenger bleiben schon jahrelang ungeschlagen. Dominik Senn

positive Fazit. Der OK-Chef ist im Vorstand des spv und aktiver Pflüger. Die Bodenverhältnisse seien für Fahrer und Experten in der Tat schwierig gewesen. Der Boden sei nicht nur schwer, sondern dazu noch ausgetrocknet gewesen. Die Schweizer Meisterschaft auf den Betrieben von Hansruedi Rubin und Simon Plattner auf dem Kornberg wurde mit einem ansehnlichen Zuschaueraufmarsch belohnt. Nach den Meisterschaften gab es noch Maschinenvorführungen. Die Rangliste: 1. Beat Sprenger, Wintersingen, Traktor / Pflug: Same / Kverneland, (171,5 Punkte); 2. Marco Angst, Wil SG, Hürlimann / Kverneland, (161,5); 3. Toni Stadelmann, Roggenburg, Fendt / Kver­ neland, (156,5); 4. Ueli Hagen, Hüttwi­len, New Holland / Kverneland, (152,5); 5. Peter Ulrich, Neerach, MF / Kverneland, (151,5); 6. Walter Angst, Wil SG, Hürlimann / Kverneland, (138,5); 7. Christian Rubin, Rafz, MF / Kverneland, (127); 8. Jan Rubin, Rafz, MF  /  Kverneland, (122,5);­ 9. Stefan Spring, Wigoltingen, Fendt  /  Kver­ neland, (122,5), 10. Hansruedi Rubin, Herznach, MF / Kverneland, (116,5);­ 11. Fritz Boss, Densbüren, John Deere /  Kverneland, (111); 12. Lars Rubin, Rafz, MF /Kverneland, (105,5).  n

Balz Recher, Holzhauerei-Schweizer Meister 2015, an der Forstmesse Luzern in Aktion. (Bilder: zVg / Dominik Senn)

Zum fünften Mal hintereinander hat der Baselbieter Balz Recher seinen Schweizer Meister Titel im Holzhauen – nach spannendem Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Zürcher Florian Isler – verteidigt. Er erreichte in den fünf Disziplinen ein Total von 1666 Punkten. Florian Isler lag nach der Disziplin Fällen, die im Voraus in Niederbipp stattgefunden hatte, noch auf Rang 1. Beim Finale in Luzern fehlten ihm 17 Punkte auf Balz Recher. Dritter wurde der Berner Philipp Amstutz mit 1637 Punkten. Insgesamt waren 43 Wettkämpfer am Start. Die Jugendklasse U24 dominierte Michael Steiner, Thurgau, vor Linus Staubli, Aargau, und Matthias Biolley, Neuenburg. Alle Ranglisten (inkl. Kantonsstafette und Kettenwechsel-Cup) unter www.holzhaue­rei-wettkampf.ch

«Immer ein schönes Feld pflügen» «Mein oberstes Ziel ist, immer ein schönes Feld zu pflügen. Für die Schweizer Meisterschaft 2015 in Herznach AG er-

hoffte ich mir einen Platz unter den ersten Vier», sagte der Sieger aus dem Baselbiet Beat Sprenger, der zum 7. Mal in Folge Schweizer Meister wurde. «Der Boden war heikel. Ich hätte diesmal ­nicht Experte sein wollen», meinte er zu den Wettkampfbedingungen. Aufgenommen hatte er das Training Anfang August, um nicht nur für Herznach, sondern auch für die Weltmeisterschaften im dänischen Thisted am 3. / 4. Oktober 2015 gewappnet zu sein, die er zusammen mit Toni Stadelmann aus Roggenburg bestreiten wird. Die ersten zwei Teilnehmer in Herznach können gemäss Reglement an­ der Weltmeisterschaft im Jahre 2016 in­ England teilnehmen, die Dritt- und Viertplatzierten an der Europameisterschaft in Schottland. Zufrieden über den Wettkampfverlauf zeigte sich OK-Präsident Stefan Spring aus Wigoltingen: «Das Wettpflügen der Schweizerischen Pflüger-Vereinigung (spv) war in der Tat tipptopp organisiert und verlief ohne Zwischenfälle», zog er das

Lokalmatador Hansruedi Rubin nimmt auf heimischem Boden die schwierige Schlussfurche in Angriff.

Das Siegertrio (v. l.): Marco Angst (2.), Beat Sprenger (1.) und Toni Stadelmann (3.).

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n  SVLT | Bericht Vielfältige Berner Landwirtschaft: Pachtbetrieb des Wohn- und Pflegeheims Frienisberg, Seedorf. (Bilder: Ueli Zweifel)

Berner Verband für Landtechnik – unabhängig und stark Am nächsten Freitag findet in Bern auf Einladung des Berner Verbandes für Landtechnik die diesjährige Delegiertenversammlung des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik statt. Die Berner Sektion bietet ein breites Spektrum an Dienstleistungen und Angeboten, wie unser traditionelles Sektionsporträt im Vorfeld der DV zeigt. Mit 2700 Mitgliedern ist der Berner Verband für Landtechnik die grösste Sektion des Zentralverbandes. Ueli Zweifel Man schrieb das Jahr 1997, als die Delegierten des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik zum letzten Mal in Bern tagten, just im selben Jahr, in dem sich die landwirtschaftlichen Organisationen im Kanton Bern und Umgebung zur LOBAG zusammenschlossen. Doch der Berner Verband für Landtechnik bewahrte damals seine Unabhängigkeit. Seit diesem Frühjahr firmiert der damalige Zusammenschluss als «Berner Bauern Verband», womit wieder jedem Kind klar wird, um was es geht. Der Berner Verband für Landtechnik behält sich aber auch diesmal für die Zukunft seine Unabhängigkeit. «Es braucht die eigenständigen Sektionen unseres Verbandes, die vor Ort aktiv und an der Basis verankert sind», ist der Geschäftsführer Peter Gerber überzeugt. Es sind denn auch viele Bernerinnen und Berner, denen der BVLT praktisch von Kindsbeinen an ein Begriff ist, nachdem sie bei ihm in hellen Scharen den beliebten F / G-Vorbe­reitungskurs absolviert und die Prüfung, neuerdings zentralisiert, auf den Strassenverkehrsämtern bestanden haben.

Beliebte M / F / G-Vorbereitungskurse In der Tat hängt der Bekanntheitsgrad des BVLT stark mit den Vorbereitungskursen 74

Schweizer Landtechnik  9 2015

Kat. M / F / G zusammen. Wohl bei keiner Sektion gab und gibt es eine so enge Verknüpfung zwischen Kanton (Strassenverkehrsämter), Oberstufenschulhäusern und BVLT. Im administrativen Bereich habe sich von der Verwaltung her zwar viel verändert, räumt Peter Gerber ein: «Die Schulleitungen aber sind für uns sehr wichtige Partner geblieben.» In den Schulhäusern würden auf den Anschlagbrettern die Kurse ausgeschrieben und für deren Durchführung Räumlichkeiten in unkomplizierter Weise zur Verfügung gestellt. Peter Gerber und sein Kollege Simon Lehmann führen die F / G-Kurs viermal im Jahr an 20 Standorten in allen Regionen (ohne

BVLT: Aktuelle Zusammensetzung des Vorstandes Klaus Brenzikofer, Einigen, Präsident; Peter Gerber, Schüpfen, Geschäftsführer; Andres Wiedmer, Säriswil (Spritzentests); Jürg Lauper, Seedorf (Spritzentest und Webmaster); Ueli Liechti, Ersigen (Geschicklich­­keitsfahren); Peter Aebi, Heimiswil (Bremstests); Urs Bütikofer, Limpach (Lohn­­un­ternehmer)

Berner Jura) durch. Damit werde sichergestellt, dass alle Schülerinnen und Schüler Gelegenheit erhalten, ihren Vorbereitungskurs gezielt zu absolvieren, um sich pünktlich auf ihren vierzehnten Geburtstag hin beim Strassenverkehrsamt für die Prüfung anzumelden. In der Tat sei mit den F / G-Kursen eine grosse Verantwortung verbunden: «In keinem andern Land können Jugendliche ab 14 Jahren schwere Traktoren mit Anhängern fahren.» Von den rund 1300 Jugendlichen, die die Vorbereitungskurse jährlich absolvieren, haben übrigens nur rund 300 einen landwirtschaftlichen Hintergrund. Deshalb spricht Peter Gerber gerne von den M / F / G-Kursen und schliesst damit das Mofa als Verkehrsmittel mit ein.

Pflege und Argumente der Mitgliedschaft Bei den M / F / G-Kursen, aber auch bei anderen Angeboten des BVLT, werden die Preise zwischen Mitgliedern und Nichtmitgliedern differenziert. Das gehe problemlos: Viele Jugendliche kommen mit dem Mitgliederausweis des Vaters zum Kurs. Für die Vergünstigung als Mitglied akzeptiere er aber in jedem Fall auch, wenn jemand sagt, der Grossvater oder der Götti sei


Bericht | SVLT   n

Mitglied, erklärt Peter Gerber. Für die Mit­ gliederwerbung sei die Preisdifferenzierung ein wichtiges Argument. Peter Gerber be­ grüsst deshalb, dass eine solche auch bei den G40-Fahrkursen des SVLT eingeführt worden ist. Diese hätten auf den Lehrbe­ trieben und bei den jugendlichen Absol­ venten übrigens einen ausgesprochen guten Ruf. Die Frage, was bringt mir die Mitglied­ schaft, stehe immer wieder zur Debatte, ist Gerbers Erfahrung. Dem pflichtet auch der Berner Sektionspräsident Klaus Brenzikofer, Einigen (bei Spiez), bei und fügt das Beispiel der sehr dürftigen Ausbeute betreffend Neumitglieder an der Agrimesse in Thun an, wo der BVLT präsent gewesen ist. Be­ kanntlich sind insbesondere im Berggebiet und also auch im Berner Oberland die Ver­ bandsmitglieder eher dünn gesät. «Dabei ist doch gerade die letzte Schweizer Land­ technik mit einer Fülle von Artikeln für das Berggebiet herausgekommen», lobt er das Leseangebot der Schweizer Landtechnik.

Sicherheit

BVLT: Die führenden Köpfe von damals und heute

Geschäftsführer Peter Gerber und Kat. F / GKursleiter mit guter Vernetzung in allen Kantonsteilen (ohne Berner Jura, der bei der Sektion JU angegliedert ist).

Präsidenten 1926 – 1929 Alfred Sidler, Rubigen 1929 – 1954 Max Kästle, Münchenbuchsee 1954 – 1964 Albert Grunder, Niederwangen 1964 – 1990 Peter Horst, Busswil 1990 – 2006 Urs Begert, Oberbottigen seit 2006 Klaus Brenzikofer, Einigen Geschäftsführer 1933 – 1969 Ernst Christen, Werkführer landwirtschaftliche Schule Schwand, Münsingen 1970 – 1993 Ruedi Mumenthalter, Wimmis seit 1993 Peter Gerber, Schüpfen

Last but not least …

Klaus Brenzikofer unterhält gute Beziehungen zu Polizei und Strassenverkehrsbe­ hörden. Er plädiert für Augenmass bei der Anwendung der Gesetzesparagrafen ­ im Strassenverkehr.

Die Spritzen- und Bremstests sind zwei tra­ ditionelle Dienstleistungen des BVLT, beide selbstverständlich auch mit differenzierter Preisausstattung. Weil praktisch jeder Halter die Verantwortung im landwirtschaftlichen eines Pflanzenschutzgerätes sowieso Mit­ Strassenverkehr geht.» glied ist, bringe diese allerdings wenig bis nichts. Auf ihrem digitalisierten Prüfstand Erfolgreiches Lobbying erfasst die Berner Equipe jährlich zwischen Der Berner Sektionspräsident Klaus Brenzi­ 300 und 400 Pflanzenschutz­ geräte. Die kofer sieht seine Aufgabe vor allem in der grafische Aufzeichnung am Monitor und als Beziehungspflege. So würden gemeinsame Papierausdruck ist sehr praktisch und ein Aktionen mit dem Berner Bauern Verband handliches und genaues Instrument bei der regelmässig abgesprochen und geplant. Klaus Brenzikofer verweist auch auf die Fehlersuche. Pflanzenschutzgerätetests sind sehr guten Kontakte zu den Organen der an Direktzahlungen geknüpft und deshalb Verkehrspolizei und den Behörden. Im unumgänglich. Anders als bei den Brems­ Mittelpunkt des Interesses stünden die tests, die auf Freiwilligkeit beruhen und zu­ Problembereiche, zum Beispiel bei der sammen mit dem Anhängerhersteller Ma­ L adungssicherung, der Abdeckung von ­ rolf, Finsterhennen, der Landmaschinenfirma Kanten und Ecken und beim vorderen Baumgartner, Lätti BE, und der Firma Fank­ Überhang. Klar müssten die Vorschriften hauser AG in Rohrbach auf modernen Rol­ im Interesse der Unfallprävention durch­lenprüfständen durchgeführt werden. Peter Gerber kann sich eine gewisse Ent­ ge­setzt werden. Doch müsse man sich auf täuschung über die eher dürftige Beteili­ allen Ebenen auch um praktikable Lö­ gung an den Bremstests in den letzten sungen im Zusammenhang mit d ­ em technischen Fortschritt, zum Bei­ zwei, drei Jahren nicht verkneifen. «Damals vor zehn Jahren war das ein richtiger Boom. spiel beim vorderen Überhang, be­ mühen. Eine Daueraufgabe Wesentliche Impulse sind damals auch vom Rübentransportring Seeland ausgegan­ bestehe weiter darin, bei anste­ gen», betont er. Das gültige Bremspro­tokoll henden Verkehrsberuhigungsattestiert eine verlässliche Brems­­massnahmen zu intervenieren, damit die Verkehrsflächen auf kraft auf allen gebremsten Achsen. «Kein eine Weise bemessen werden, Zweifel – wir werden den Bremstest auch weiterhin anbieten, vielleicht gewinnt­ dass Passagen mit Grossernte­ maschinen nicht behindert ­der Mehrwert der garantierten Bremsleis­tung wieder an Bedeutung, wenn es um werden.

Als weitere Dienstleistung bietet der Berner Verband für Landtechnik seinen Mitglie­ dern zur Wahrung der persönlichen Inte­ ressen bei Verzeigungen über den Anwalt Samuel Lemann, Bern, einerseits eine Rechtskonsultation an. Andererseits kön­ nen sich die Mitglieder bei technischen und wirtschaftlichen Fragestellungen beraten lassen. In dieser Funktion ist Fritz Marti, ehemaliger Maschinenkundelehrer am In­ forama Rüti und Dozent am HAFL, tätig. Die Durchführung von Traktorgeschick­ lichkeitsfahren und die Mitwirkung bei Maschinenvorführungen sind schliesslich regelmässig wiederkehrende Aktivitäten, die das breite Angebot an Dienstleistun­ gen des Berner Verbandes für Landtech­ nik vervollständigen. Die nächste Delegiertenversammlung in Bern erhält aus Berner Sicht einen beson­ deren Akzent: Aller Voraussicht nach wird ein Berner den Schweizerischen V ­ er­band ­in die Zukunft führen: Vorgeschlagen für das SVLT-Präsidium ist der Berner SVP-­Präsident und Nationalratskandidat Werner Salzmann, Mülchi BE.  n

Nachdem Max Binder auf die Delegiertenversammlung hin seine Demission eingereicht hat, muss das Präsidium neu besetzt werden. Aufgrund des Wahlvorschlags durch den Berner Verband für Landtechnik hat der SVLT-Vorstand den Berner SVP-Präsidenten und Nationalrats-Kandidaten Werner Salzmann, Mülchi BE, für dieses Amt nominiert.

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n  SVLT | Sektionen

AG

Traktorfahrkurs für Frauen Donnerstag, 1. Oktober, oder Freitag, 2. Oktober 2015, 9 – 16 Uhr, Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg, Gränichen Der Kurs richtet sich an Frauen, die ihre praktischen Traktorkenntnisse verbessern wollen. Einmal einen Traktor erklärt bekommen, mit dem Traktor mit oder ohne Anhänger manövrieren, Anbaugeräte wie Kreiselheuer, Kreiselschwader kennenlernen und an den Traktor anbauen; dies ohne Stress und Zeitdruck. Kurselemente: Bedienung des Traktors, wichtige Kontrollen, sicheres Manövrieren mit Traktor, Anhänger und Anbaugerät, Gefahrensituationen auf Hof, Gelände und Strasse erkennen. Leitung: Hansjörg Furter, Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg Kosten: Fr. 110.– (wenn Ehemann, Partner, Freund Mitglied AVLT, Aarg. Verband für Landtechnik), Fr. 130.– (für Nichtmitglieder), inkl. Mittagessen und Unterlagen Anmeldung: LZ Liebegg, Kurssekretariat Marianna Kühn, 062 855 86 15, kurse@liebegg.ch Anmeldeschluss: 17. September 2015

Selbst ist die Frau Mittwoch, 25. November 2015, 13.15 – 16.30 Uhr Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg, Gränichen Wer kennt das nicht: Der Wasserhahn tropft, das Bild sollte auch schon lange aufgehängt werden, aber der Mann hat keine Zeit! Kein Problem! Frauen, die gerne selber Hand anlegen und wissen wollen, wie sie kleinere Reparaturen im Haus selber vornehmen können, kommen in diesem halbtägigen Kurs voll auf ihre Kosten: Ein praxisorientierter Kurs inklusive umfassender Dokumentation zum Nachschlagen für zu Hause. Kurselemente: Informationen über Strom, Stromsparen im Haushalt, und Herrichten eines Steckers, richtiges Bedienen der Bohrmaschine, Bohren, Dübeln, Bolzen setzen, Abdichten von tropfenden Wasserhähnen und WC-Spülungen, Informationen zum Wassersparen Leitung: Ruedi Gubler, Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg Hansjörg Furter, Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg Kosten: Fr. 50.– Anmeldung: LZ Liebegg, Kurssekretariat Marianna Kühn, 062 855 86 15, kurse@liebegg.ch Anmeldeschluss: 11. November 2015

BS,

BL

Besuch der Agrar Landtechnik Balterswil und der ART in Tänikon Freitag, 20. November 2015 Am Morgen besucht die Reisegruppe die Agrar Landtechnik in Balterswil. Nach dem Mittagessen geht es nach Tänikon in die Forschungsanstalt für Agrarwirtschaft und Landtechnik; es gibt eine Führung. Die Heimfahrt wird mit einer Weindegustation und einem Zvieriplättli in Teufen ZH aufgelockert. Ankunft ca. 19.15 Uhr in Pratteln und 19.45 Uhr in Aesch. Die Kosten pro Person betragen 120 Franken. Dieser Betrag setzt sich aus der Fahrt mit dem Reisecar (Klima- und Heizungsanlage,

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Schweizer Landtechnik  9 2015

Kaffeemaschine und Bordtoilette), dem Mittagessen (die Getränke gehen zulasten jedes Teilnehmers) und einem Zvierplättli inklusive Wein­ zusammen. Bei weniger als 25 Anmeldungen kann die Reise nicht durchgeführt werden. Die Mitglieder werden zusätzlich mit einer detaillierten Einladung angeschrieben. Familienmitglieder und andere interessierte Personen sind willkommen. Bei der Anmeldung bitte Abfahrtsort angeben. Anmeldetermin: Donnerstag, 15. Oktober, bei: Susi Banga, Gruthweg 103, 4142 Münchenstein, 061 411 22 88, s.banga@bluewin.ch

FR

Bremsenkontrolle 2015 Nur die Bremsprüfung gibt Auskunft über genügende Bremsleistung. Um die Sicherheit beim Transport zu verbessern und über Fahrzeuge zu verfügen, die den Anforderungen an den landwirtschaftlichen Strassenverkehr gerecht werden, erhält die Sektion Freiburg des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik (FVLT) die Bremstestkampagne durchs ganze Jahr 2015 hindurch aufrecht. Dieser Test ist gedacht für Karren und Anhänger aller Art, 30 oder 40 km / h, die während des ganzen Jahres im Einsatz stehen und deren Wartung leider oft vernachlässigt wird. Am Ende der Kontrolle werden die Eigentümer in Besitz einer genauen ­Diagnose ihrer Fahrzeuge sein, die von akkreditierten Spezialisten der Schweizerischen Metall-Union erstellt wird (die Liste der Werkstätten ist auf der Website unter www.smu.ch zu finden). Für die Prüfung müssen die Anhängerzüge mit pneumatischen oder hydraulischen Betriebsbremsen ausgerüstet werden. Für ihre Mitglieder bietet AFETA einen Rabatt von 30 Franken pro Achse bei Vorlage der Rechnung. Dazu genügt es, eine Kopie der Rechnung an folgende Adresse zu senden: AFETA / FVLT, Laurent Guisolan, Rte Grangeneuve 31, 1725 Posieux Dieses Angebot gilt nicht für den Kauf von neuen Geräten oder bei einem später folgenden Aufgebot zur Expertise.

SZ,

UR

16. Traktoren- und LandmaschinenOldtimer-Treffen in Gross am Sihlsee Sonntag, 4. Oktober 2015, ab 9 Uhr In Gross am Sihlsee SZ hat das gleichnamige Traktoren-Oldtimer-Team Grosses vor: Auf Sonntag, 4. Oktober 2015, lädt es ab 9 Uhr zum 16. Traktoren- und Landmaschinen-Oldtimer-Treffen ein. Mit von der Partie sind einige Mitglieder der SVLT-Sektion Schwyz/Uri, bei denen sich das Traktoren-Oldtimer-Team mit der Führung der Festwirtschaft am Traktoren-Geschicklichkeitsfahren grosszügig revanchiert. Zum Programm gehören die Festwirtschaft mit Grillstand, Traktoren-Roulette, diverse Attraktionen, musikalische Unterhaltung und Helikopterrundflüge.


Sektionen | SVLT   n

LU

Aktuelles Kursangebot Mofa- und Traktorenprüfung: Die Vorbereitungskurse für die Mofaund Traktorenprüfung finden jeweils mittwochnachmittags statt. Kurskosten inkl. Lernplattform im Internet für Mitglieder Fr. 70.–, für Nichtmitglieder Fr. 90.–. Nächste vorgesehene Termine: 23. September 2015 in Willisau, 13.15 – 17.30 Uhr Roller- und Autoprüfung: Theorieprüfung online lernen für Fr. 29.– Grundkurse für Roller und Motorräder finden jeweils samstags in Büron und Sursee statt. Für Mitglieder Fr. 280.–, für Nichtmitglieder Fr. 300.–. Nächste vorgesehene Termine: Mo / Di, 21. + 22. September 2015, 13.00 – 17.00 Uhr Sa., 17. + 24. Oktober 2015, 13.00 – 17.00 Uhr Verkehrskundeunterricht in Sursee, Willisau, Schüpfheim und Hochdorf. Für Mitglieder Fr. 220.–, für Nichtmitglieder Fr. 240.–. Nächste Termine: 19./20./21.+22. Oktober 15, Sursee, 19.00 – 21.00 Uhr Kombipaket für Rollerfahrer nochmals günstiger als im Einzelpreis. Theorie online lernen / Grundkurs 1 + 2 (8 Lektionen) / VKU (4 × 2 Lektionen) Lastwagenprüfung: Der Lastwagentheoriekurs dauert 32 Lektionen, während vier Wochen, jeweils einen Tag pro Woche. Der Kurs ist modular aufgebaut und der Einstieg jede Woche möglich. Der nächste Kurs beginnt ab 21. September 2015, jeweils in Luzern. Infos und Anmeldung: Änderungen (z. B. Kursort, -inhalt, -preis, -zeit) bleiben vorbehalten: LVLT Fahrschule, Sennweidstrasse, 6276 Hohenrain, 041 467 39 02, Fax 041 460 49 01, info@lvlt.ch, www.lvlt.ch.

Theoriekurse Kategorie G Im Theoriekurs Kat. F / G werden die Grundlagen aufgezeigt und erklärt. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Lenken von landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen bis 30 km / h. Teilnahmebedingungen: • Mindestalter 14 Jahre (der Kurs kann je nach Kanton 1 bis 2 Monate vor Vollendung des 14. Altersjahres besucht werden, in der Sektion GR bereits ab dem 13. Geburtstag) • Verstehen der Thematik Siehe auch www.fahrkurse.ch

Sektion

Datum

Kontakt

Riniken

16.Sept. + 23. Sept.

Liebegg

7. Nov. + 14. Nov.

Yvonne Vögeli, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch

Muri

7. Nov. + 14. Nov.

Frick

19. Nov. + 26. Nov.

AG

BE Peter Gerber, 031 879 17 45, Hardhof 633, 3054 Schüpfen, bvlt@bluewin.ch BL, BS Sissach

ZH

Zur Agritechnica 2015 während der Exklusivtage Die Sektion ZH lädt in Zusammenarbeit mit Rattin AG, Neuhausen am Rheinfall, zu einer Comfort-Class-Carreise zum Besuch der Agritechnica 2015 ein. Die Ausstellung bietet das umfassendste und vielseitigste Programm für den Acker- und Pflanzenbau. Die Carreise findet an den beliebten Händlertagen statt. Erfahrungsgemäss hat es an diesen Tagen weniger Besucher in den Hallen. Neuheiten können also namentlich auf den Ständen der Traktorenbauer aus nächster Nähe bestaunt werden. Das Reiseprogramm: Samstag / Sonntag, 7. / 8. November: Nachtfahrt mit Comfort-ClassReisecar. Sonntag, 8. November: Nach dem stärkenden Frühstück vor Hannover (Autobahnraststätte) Ausstellungsbesuch am ersten Exklusivtag. Verschiebung zum Hotel Van der Valk in Melle (Nähe Osnabrück). Montag, 9. November: Messebesuch und Rückfahrt in die Schweiz in der Nacht vom 9. / 10. November 2015. Pauschalangebot pro Person im Doppelzimmer: CHF 455.–, abzüglich Frühbuchungsrabatt (erste 15 Anmeldungen) und SVLT-Rabatt.

21. Okt. + 7. Nov.

Susi Banga, 061 411 22 88, Gruthweg 103, 4142 Münchenstein, s.banga@bluewin.ch

Ilanz

3. Okt. + 14. Okt.

Landquart

7. Okt. + 21. Okt.

Luzia Föhn, 081 322 26 43, 7302 Landquart, foehn@ilnet.ch, www.svlt-gr.ch

Thusis

13. Okt. + 28. Okt.

GR

SG, AI, AR, GL Hans Popp, 071 845 12 40, Karrersholz 963, 9323 Steinach, hanspopp@bluewin.ch SH VLT-SH Geschäftsstelle, Martin Müller, Haldenhof 286, 8213 Neunkirch, 079 656 74 58, www.vlt-sh.ch SO Beat Ochsenbein, 032 614 44 57, ochsebeis@bluewin.ch SZ, UR Einsiedeln

Florian Kälin, Geschäftsstelle VLT Schwyz & Uri, 055 412 68 63, 079 689 81 87, info@glarnerbeef.ch

24. Okt. + 4. Nov.

VTL / Landtechnik, Markus Koller, 071 966 22 43, Weierhofstr. 9, 9542 Münchwilen

12. Sept. 28. Nov.

SVLT ZH, Eschikon, 058 105 98 22, Postfach, 8315 Lindau, www.svlt-zh.ch

TG Müllheim

ZH Strickhof, Lindau

Detailinformation, Beratung und Buchung: Rattin AG, Zollstrasse 95, CH-8212 Neuhausen am Rheinfall info@rattin.ch I www.agrikultura.ch auch www.rattin.ch

24. Okt.

ZG Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch

9 2015  Schweizer Landtechnik

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n  SVLT | Bericht

Feingefühl war gefragt

Bälle mit einem Kleinbagger in die Schubkarre manövrieren mussten die Zuger an ihrem Traktorengeschicklichkeitsfahren. (Bilder: Angelika Merz / zVg / Bruno Gnädinger)

Erfreulich hohe Beteiligungen an den kantonalen Traktorengeschick­lichkeitsfahren (TGF) von jeweils über hundert Fahrern verzeichneten die Schaffhauser und Zuger, über siebzig die Solothurner. Für die Schweizer Meisterschaft 2016 sind die Erst- und Zweitklassierten der Kategorien Aktive und Junioren qualifiziert. Auf dem Areal von GVS Agrar und der Landwirtschaftlichen Genossenschaft in Gächlingen fand das vom Verband für Landtechnik Schaffhausen organisierte TGF statt. An acht Posten wurden fahre-

Mitmachen und Spass standen bei den Schaffhausern im Vordergrund.

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Schweizer Landtechnik  9 2015

risches Können oder theoretisches Wissen zum Strassenverkehr geprüft. Mit einem Traktor möglichst genau im Kreis fahren, die Baggerschaufel mit gleichbleibendem Abstand über den Boden ziehen, einen Wagen genau rückwärts parkieren oder mit Traktor und Pflug einen Parcours abfahren: Für alle Fahrer standen das Mitmachen und der Spass im Vordergrund. Zum zweiten Mal gab es einen Gruppenwettkampf. Auch der Dampfzug von Othmar Greutmann aus Beggingen war ein Zuschauermagnet. Rafael Brütsch aus Schaffhausen gewann die Kategorie der Aktiven vor Ronny Vögeli aus Gächlingen und Felix Tenger aus Schleitheim. Bei den Junioren (14 – 18 Jahre) gewann Michael Werner aus Merishausen vor Matthias Küttel aus Marthalen und Andreas Utzinger aus Schleinikon. Den Mannschaftswettkampf entschied «Schuelgass Aas B» aus Gächlingen für sich, gefolgt von «Suter Agri Service» und «Nordschweiz». Über siebzig Solothurner Teilnehmer und Teilnehmerinnen starteten in Subingen. Der Parcours mit zehn abwechs­lungsreichen Posten verlangte einiges an Können und Feingefühl der Fahrer; zum ­Beispiel am Posten 3, wo mit dem Traktor und Haken Wassereimer auf die Waage

platziert werden mussten. Beliebt war der Juniorparcours, auf dem sich die 9- bis 13-Jährigen mit Rasentraktoren an den Posten Zirkel, Kleinwippe und Klötzetauschen messen konnten. Auch beim Kindertraktorrennen der bis 9-Jährigen war den ganzen Tag über Betrieb. Am Nachmittag starteten sechs Teams zum Gruppenwettkampf. Je drei Startende mussten im Team Wasser in Eimern über ein Förderband auf eine Waage transportieren. Mit 196 kg Wasser gewann das Team «Mazo 3» mit Stefan Joray, Christian Grolimund und Ueli Meister. Aus d ­ en Ranglisten: Aktive: 1. Manuel Vogt, Deitingen; 2. Janick Käser, Wolfisberg; 3. Oliver Roschi, Etziken. Junioren: 1. Lukas Nussbaumer, Lohn-Ammansegg; 2. Thomas Moser, Messen; 3. Stefan Flury, Halten. Juniorparcours: 1. Nils Flury, Aeschi; 2. Noha Machouk, Subingen; 3. Nicola Späti, Heinrichswil. Die Zuger Landjugend führte ihr TGF bereits zum 17. Mal durch. Rund 50 Helfer waren im Einsatz. Von den Teilnehmenden war Präzisionsarbeit gefragt: beispielsweise auf der Wippe mit dem grossen Traktor das Gleichgewicht finden oder mit einem Mähdrescher einen Golfball durch ein Labyrinth lenken. Zwei neu ausgedachte Posten sorgten für Spannung: Mit einem Kreiselheuer musste eine Zielscheibe getroffen oder mit einem Kleinbagger mussten Bälle in eine Schubkarre manövriert werden. Den Sieg bei den Herren erzielte Pirmin Hurter aus Rifferswil, bei den Damen Fabienne Elmiger aus Hohenrain, bei den Junioren Marco Blattmann aus Sihlbrugg. Bester Zuger war bei den Herren Armin Troxler aus Risch. Im Kinderparcours durfte mit kleinen «Trättitraktoren» auf Wippen geübt werden, und es gab einen Sändeliplatz und einen Kleinbagger. Rund 400 Besucher genossen die angenehme und spannende Atmosphäre.  n

Die Solothurner hatten mit Traktor und Haken Wassereimer auf eine Waage zu befördern.


SVLT, Impressum 77. Jahrgang SVLT

Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik Max Binder, Präsident Aldo Rui, Direktor

Unterstützt durch den Fonds für Verkehrssicherheit (FVS)

ASETA

Aus- und Weiterbildungskurse des SVLT

Redaktion Tel. 056 462 32 50 Roman Engeler: roman.engeler@agrartechnik.ch Ueli Zweifel: ulrich.zweifel@agrartechnik.ch Dominik Senn: dominik.senn@agrartechnik.ch Ruedi Hunger: hungerr@bluewin.ch Ruedi Burkhalter: r.burkhalter@agrartechnik.ch

Fahrkurs G40 Mit dem Führerausweis Kategorie G und erfolgreich absolviertem Fahrkurs G40 können landwirtschaftliche Ausnahmefahrzeuge und Landwirtschaftstraktoren sowie gewerblich immatrikulierte Traktoren mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 40 km/h auf landwirtschaftlichen Fahrten gelenkt werden. Der Traktorenfahrkurs G40 ist vom Bundesamt für Strassen, ASTRA, anerkannt und wird im Führerausweis eingetragen.

Kurskosten: Mitglieder CHF 580.– (Nichtmitglieder CHF 630.–), abzüglich CHF 100.– vom Fonds für Verkehrssicherheit. Bei Abmeldung 14 Tage vor Kursbeginn wird ein Unkostenbeitrag von CHF 60.– erhoben. Nichterscheinen am Kurs berechtigt den SVLT, die vollen Kurskosten zu verlangen.

Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Postfach, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01 www.agrartechnik.ch Verlagsleitung Roman Engeler, Postfach, 5223 Riniken Tel. 079 207 84 29 roman.engeler@agrartechnik.ch

Teilnahmebedingungen

•  Führerausweis Kategorie G •  Traktor mit Fahrerschutz (Höchstgeschwindigkeit 30 oder 40 km / h) für den ersten Kurstag

Inserate / Anzeigen Stämpfli AG Vanessa Ciglar, Anzeigenleiterin Wölflistrasse 1, Postfach, 3001 Bern Tel. 031 300 63 87 Mail: inserate@staempfli.com

Schweisskurse ab Oktober 2015

•  Für den zweiten Kurstag Traktor und landwirtschaftlicher Anhänger (Garantie­gewicht Anhänger mindestens 3500 kg).

Anzeigentarif Es gilt der Tarif 2015. Kombinationsrabatt: 25 % bei gleichzeitigem Erscheinen in «Technique Agricole»

•  Die Versicherung der Fahrzeuge ist Sache der Teilnehmenden. Kursbestätigung: Angemeldete Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer erhalten eine Kursbestätigung. Diese Bestätigung ist eine auf einen Monat befristete Ausnahmebewilligung und berechtigt z­ um Lenken des Traktors mit einer Höchst­ geschwindigkeit von 40 km / h zu Ausbildungszwecken. Anhänger dürfen ausschliesslich auf dem direkten Weg zum Kursort und während des Kurses selbst mitgeführt werden.

Herstellung und Spedition Stämpfli AG, Wölflistrasse 1, 3001 Bern

CZV – Weiterbildungskurse

Erscheinungsweise 11-mal jährlich

ab November 2015

Abonnementspreise Inland: jährlich CHF 110.– (inkl. MwSt.) SVLT-Mitglieder gratis. Ausland: auf Anfrage

Staplerfahrer – Grundkurse ab Oktober 2015

Auskünfte zu allen Kurstypen: 056 462 32 00, zs@agrartechnik.ch www.fahrkurse.ch und www.g40.ch

Nächste Ausgabe:

Schwerpunkt: Energietechnik im Landwirtschaftsbetrieb

Inserentenverzeichnis O‘Flynn-Trading Zürich, 8049 Zürich

AGRISANO Krankenkasse Brugg AG, 5200 Brugg AG

23

Ott Landmaschinen AG Zollikofen, 3052 Zollikofen

9

Blaser Swisslube AG Hasle-Rüegsau, 3415 Hasle-Rüegsau

9

Same Deutz-Fahr Schweiz AG, 9536 Schwarzenbach SG

Wissen Stallböden-Sanierungen

2

Bohnenkamp AG Osnabrück, 49076 Osnabrück

31

Schmidiger GmbH Menzberg, 6125 Menzberg

Management Innenmechanisierung

31

Bucher AG Langenthal Langenthal, 4901 Langenthal

15

Semence-Z-Suisse swisssem Delley, 1567 Delley

13

Case Steyr Center Niederweningen 8166, Niederweningen

13

Serco Landtechnik AG Oberbipp, 4538 Oberbipp

80

Dirim AG Hauptwil, 9213 Hauptwil

15

Snopex SA Balerna, 6828 Balerna

9

51

Speriwa AG Niederbipp,  4704 Niederbipp

9

DLG-Verlags-GmbH Mannheim, 68305 Mannheim Hans Meier AG Altishofen, 6246 Altishofen

9

STIHL Vertriebs AG Mönchaltorf, 8617 Mönchaltorf

31

Markt Vorschau auf die Agritechnica

A. Leiser AG Reiden, 6260 Reiden 25, 31

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Sicherheit Melkarbeit und Rückenschmerzen

Nr. 10 / 2015 erscheint am 8. Oktober 2015. Anzeigenschluss 18. September 2015

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Schauen Sie sich das Video zur guten Arbeit an.

traktor.claas.com

Richtig gute Arbeit. Traktoren von CLAAS.

Name

Kim Toft Kragh

Geodaten 55°10.700 09°29.250 Land

Haderslebener Förde, Dänemark

Betrieb

600 ha Ackerbau

Hej aus Dänemark. Ich habe bewusst meine Anbaufläche halbiert. Neugierig? Besuchen Sie uns: traktor.claas.com

Profile for Schweizerischer Verband für Landtechnik

Schweizer Landtechnik 09/2015  

Erneuerbare Energien: Übersicht Stückholzaufbereitung, Maschinenkosten - praktisches Hilfsmittel

Schweizer Landtechnik 09/2015  

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