Schweizer Landtechnik 08/2018

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August 2018

TRANSPORT-TECHNIK Kuppeln mit Köpfchen Hakengerät oder Wechselfahrgestell? Rotorfräsen gegen Unkräuter Akku-Stromspeicher mit Zukunft


www.agrartechnik.ch Occasionen

L2015549 Landini DT 115 Techno, 2000, 1950h, A, EHR, gVA, K, KL, LS, Preis: SFR 38.000,(Normalsatz (7,7 %)) Studer AG Lyssach, 3421 Lyssach, Tel.: +41 34 4474444, www.studer-landtechnik.ch

L2015544 Stiga Park Pro 25 4WD, 2007, 25/19 PS/kW, 205h, 125cm, Preis: SFR 7.550,(Normalsatz (7,7 %)) Studer AG Lyssach, 3421 Lyssach, Tel.: +41 34 4474444, www.studer-landtechnik.ch

L2015339 Vicon TK 300 DN, 2003, Preis: SFR 3.750,(Normalsatz (7,7 %)) Studer AG Lyssach, 3421 Lyssach, Tel.: +41 34 4474444, www.studer-landtechnik.ch

L2027781 Krummenacher EPS-5 / Breviglieri, 300cm, Preis: auf Anfrage. Bieri Landmaschinen GmbH, 3422 Alchenflüh, Markus Bieri, Tel.: +41 34 445 39 30, www.bieri-landmaschinen.ch

L1475395 Mengele ES 6700, 2015, 9m³, Preis: SFR 25.700,- (Normalsatz (7,7 %)) Kronenberg Hans, 6130 Willisau, Tel.: +41 41 9702133, www.h-kronenberg.ch

L1949988 Pöttinger Euroboss 370 T, 2018, 37m³, Preis: auf Anfrage. Kuoni Landtechnik AG, 5062 Oberhof, Tel.: +41 62 8676060, www.kuoni-landtechnik.ch

L1494017 New Holland 6090 Combi, 2008, Preis: SFR 28.500,- (Normalsatz (7,7 %)) Guthauser GmbH, Land- und Erntetechnik, 5024 Küttigen, Niklaus Guthauser, Tel.: +41 62 827 14 14, www.guthauser-gmbh.ch

L1436872 New Holland 5060, 2013, 120/89 PS/kW, 350h, KL, K, Preis: SFR 79.000,(Normalsatz (7,7 %)) Guthauser GmbH, Land- und Erntetechnik, 5024 Küttigen, Niklaus Guthauser, Tel.: +41 62 827 14 14, www.guthauser-gmbh.ch

L1373250 Fordson Super Major, 1961, 49/37 PS/kW, Preis: SFR 10.000,- (Normalsatz (7,7 %)) Guthauser GmbH, Land- und Erntetechnik, 5024 Küttigen, Niklaus Guthauser, Tel.: +41 62 827 14 14, www.guthauser-gmbh.ch

L1720923 Elektrohubwagen, 2017, Preis: auf Anfrage. TECHNICA Agro+Kran, 9445 Rebstein, Tel.: +41 71 3441010, www.technica-kran.ch

L1977862 BRUNNHUBER LK3 Eurobot II_N, Preis: auf Anfrage. TECHNICA Agro+Kran, 9445 Rebstein, Tel.: +41 71 3441010, www.technica-kran.ch

L1743710 Lindner Lintrac 90 4Rad-Lenkung, Preis: SFR 105.000,- (Normalsatz (7,7 %)) Sepp Knüsel AG, 6403 Küssnach am Rigi, Tel.: +41 41 8501533, www.knuesel-sepp.ch

L2023396 Claas Arion 420, 2017, 110/81 PS/kW, 110h, A, EHR, KL, LS, NK, PSH, Preis: SFR 74.000,- (Normalsatz (7,7 %)) Sepp Knüsel AG, 6403 Küssnach am Rigi, Tel.: +41 41 8501533, www.knuesel-sepp.ch

L1734026 Reform Mounty 100, 2008, 95/70 PS/kW, 2690h, A, FH, FL, FZW, Preis: SFR 67.000,(Normalsatz (7,7 %)) Sepp Knüsel AG, 6403 Küssnach am Rigi, Tel.: +41 41 8501533, www.knuesel-sepp.ch

L2024986 John Deere 640L, 2016, 770h, RFE, A, Preis: SFR 370.000,- (exkl. Normalsatz (7,7 %)) KELLER Forstmaschinen AG, 4537 Wiedlisbach, Stefan Keller, Tel.: +41 32 636 04 44, www.keller-forstmaschinen.ch

L1922352 John Deere 540 D, 1991, 14000h, Preis: auf Anfrage. KELLER Forstmaschinen AG, 4537 Wiedlisbach, Stefan Keller, Tel.: +41 32 636 04 44, www.keller-forstmaschinen.ch

L1243425 Palax 55T TR, 2011, Preis: SFR 1.889,(exkl. Normalsatz (7,7 %)) KELLER Forstmaschinen AG, 4537 Wiedlisbach, Tel.: +41 32 6360444, www.keller-forstmaschinen.ch

L2025122 John Deere 4240, 1980, 128/95 PS/kW, 9800h, A, FH, K, KL, Preis: SFR 25.000,(Normalsatz (7,7 %)) Schär Landtechnik AG, 3368 Bleienbach, Hansruedi Schär, Tel.: +41 62 922 35 65, www.schaer-landtechnik.ch

L2010981 Accord MC Connel Seedaerator Strip-till, 2014, 30h, 300cm, BEL, ExS, FGS, SAR, ZRP, Preis: SFR 39.000,- (Normalsatz (7,7 %)) Schär Landtechnik AG, 3368 Bleienbach, Hansruedi Schär, Tel.: +41 62 922 35 65, www.schaer-landtechnik.ch

L2010117 Husqvarna Rider 316 TS 4WD, 2018, 17/13 PS/kW, 112cm, Preis: SFR 9.530,(Normalsatz (7,7 %)) Schär Landtechnik AG, 3368 Bleienbach, Hansruedi Schär, Tel.: +41 62 922 35 65, www.schaer-landtechnik.ch

Aebi TC 07, Preis: SFR 26.800,(Normalsatz (7,7 %)) Kronenberg Hans, 6130 Willisau, Tel.: +41 41 9702133, www.h-kronenberg.ch

L2001177 Pöttinger Top 3, 30m³, HK, KB, Preis: SFR 4.600,- (Normalsatz (7,7 %)) Bieri Landmaschinen GmbH, 3422 Alchenflüh, Hansueli Bieri, Tel.: +41 34 445 39 30, www.bieri-landmaschinen.ch

L1980828 Strautmann STK 1302, 2018, Preis: SFR 17.400,- (Normalsatz (7,7 %)) Kuoni Landtechnik AG, 5062 Oberhof, Alois Kuoni, Tel.: +41 62 8676060, www.kuoni-landtechnik.ch

L1475429

Taurus Gebläse K4, 15/12 PS/kW, Preis: auf Anfrage. TECHNICA Agro+Kran, 9445 Rebstein, Albert Tobler, Tel.: +41 71 344 10 10, www.technica-kran.ch

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August 2018 | Editorial • Inhalt

Aktuelles

Editorial

4 Kurzmeldungen Markt 10 14 16 18 20 23 24 26 28 30

Astra-Direktor Jürg Röthlisberger im Interview Case IH «Axial Flow» neu mit Einstellautomatik Claas «Tucano» wird berggängig John Deere Mähdrescher mit neuen Raupen

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Schwerpunkt: Transporttechnik Wechselfahrgestell oder Hakenliftanhänger? Sehen, denken und handeln Kuppeln mit Köpfchen Achsengewicht auf dem Smartphone Neue Hydraulikbremse besteht Test Anhängertriebachse: Nachhilfe erwünscht

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Impression 32 36 38 40 42 44

Statt Chemie: Fräsen, rotieren oder schälen Lemken «Azurit»: Saat im Dreiecksverband Powerplay mit «Power Push Plus» Beck sichert Ladung auf Knopfdruck MF «7720 S Dyna-VT»: Für die schweren Fälle Fella: Der Fall «Ramos»

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Wissen 46 49

Strom aus der Konserve Der DOC hilft weiter

Management 50

Erleichterte Vorschriften für Treibstofftransporte

Plattform 52 54 56 58 60

Direktsaatmaschinen-Versuch: Zwischenergebnisse Mit Hacke und Striegel gegen Unkräuter Neuheiten-Check im Emmental Schwader ist nicht gleich Schwader Roboter versus Gurkenflieger

Sicherheit 61

Erntezeit ist auch Transportzeit

Passion 62

Roman Engeler

Traktoren in der Schweizer Armee

SVLT 64 Faszinierende Leser- und Fachreise nach Israel 66 Abschied und Arbeitsstart in Riniken 67 Sektionsnachrichten 70 Vorstandsmitglied Olivier Kolly im Porträt 71 Kurse und Impressum

Titelbild: Transporte werden in der Schweizer Landwirtschaft immer wichtiger, denn die Betriebe und damit die Distanzen werden grösser.

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Landwirtschaftliche Betriebe werden grösser, arbeiten mehr überbetrieblich zusammen und engagieren des Öfteren auch Lohnunternehmer. Dies hat zur Folge, dass auch das Transport­ volumen, seien es Tiere, Hilfsstoffe oder Erntegüter, auf öffentlichen Strassen zunimmt – nicht immer zur Freude der anderen Verkehrs­ teilnehmer. Es liegt auf der Hand, dass all jene, die in teure Transporttechnik investiert haben, diese auch möglichst gut auslasten wollen und damit das Transportgewerbe da und dort vielleicht etwas konkurrenzieren. Der Nutzfahrzeugverband beobachtet diese Entwicklung mit Argusaugen und wurde deswegen schon verschie­ dentlich vorstellig – nicht immer in einem diplomatisch freundlichen Ton. Der Schweizerische Verband für Landtechnik (SVLT) hat reagiert und dabei stets darauf aufmerksam gemacht, was der Gesetzgeber in Sachen Transporte mit landwirtschaft­ lich eingelösten Traktoren und Anhängern zulässt und was eben nicht. Der Verband hat sich auch gegen pauschale Vorwürfe zur Wehr gesetzt, weil sie nämlich ungerechtfertigt sind. Es ist dem SVLT ein Anliegen, dass die geltenden Vorschriften eingehalten werden und der vom Gesetzgeber gebotene Spielraum für landwirt­ schaftliche Transporte nicht überdehnt wird. Will jemand mit landwirtschaftli­ chen Fahrzeugen häufig Arbeiten ausserhalb der Landwirtschaft ausführen, führt kein Weg an einer gewerblichen Immatrikulation mit weissem Kontrollschild vorbei. Denn auf den Schweizer Strassen soll Fairplay herrschen – zur Freude aller Verkehrsteilnehmer.

Ausgabe Nr. 9 erscheint am 13. Sept. 2018

Bild: R. Engeler

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Aktuelles

In Kürze Armin

Segmüller übernimmt per 1. Juli 2018 bei Robert Aebi die Lei­ tung der Business Unit «Landtechnik Schweiz».

Motorenbauer Kohler bringt einen

neuen 1-Zylinder-Motor mit elektroni­ scher Kraftstoffeinspritzung und 14 PS Leistung auf den Markt. Mit der Serie «5 DS TTV» stellte nun

auch Deutz-Fahr seinen Spezialtraktor mit stufenlosem Getriebe vor. John Deere ist bei der neuen Ausgabe

des Landwirtschafts-Simulators mit an Bord. Same Deutz-Fahr hat das Geschäfts­

jahr 2017 mit einem Umsatz von 1,325 Mrd. Euro (−3 %) und einem Gewinn von 105 Mio. Euro abgeschlossen.

Neue «MGX»-Serie Kubota hat seine Traktor-Baureihe «MGX» erneuert und bringt sie in einer vierten Generation auf den Markt. Die fünf Modelle mit 104 bis 134 PS unter­ scheiden sich im Outfit, in der Bremsleis­ tung sowie im Hydraulik-System von ih­ ren Vorgängern und sind mit einem 8-stufigen Lastschaltgetriebe mit drei Gruppen ausgestattet. Es stehen insge­ samt 24 Vor- und 24 Rückwärtsgänge zur Verfügung, die alle ohne Kupplungspe­ dal und automatisch geschaltet werden können. Sicherheitstechnisch interessant ist ein Alarm, wenn der Fahrer den Sitz verlässt, ohne die Feststellbremse zu be­ tätigen. Bezüglich Hubkraft berichtet Ku­ bota von Werten zwischen 5000 und

Maschinelle Ernte von Himbeeren

Grimme eröffnete rund 90 km west­

lich von Brüssel einen neuen, rund ein Hektar grossen Standort als Ersatz der bisherigen Zentrale in Houthem. Agco wird die Produktion von Rund­

ballenpressen und Ladewagen unter der Marke «Lely» 2020 einstellen. Zwischen John Deere und der Ag-

co-Tochter Precision Planting ist es zu einem Patentstreit gekommen. Reifenhersteller BKT steigt ins Fussball-

Geschäft ein und wird Sponsor der ita­ lienischen Fussball-Liga «Serie B». Pöttinger wurde für das beste Ideen­

management 2018 in Österreich ausge­ zeichnet. Weidemann hat für seine Markenfüh­

rung den «German Brand Award 2018» des Rats für Formgebung und des Ger­ man Brand Institute gewonnen. Das Fendt-Forum in Marktoberdorf,

2013 eingeweiht, soll erweitert wer­ den. Der Ausstellungsbereich wird ver­ vierfacht. Kubota will 55 Mio. Euro in ein neues

europäisches Zentrum für Forschung und Entwicklung seiner Traktorenspar­ te investieren. Kirchner schliesst die Produktion von

Gülle- und Streutechnik und speziali­ siert sich auf die Ersatzteilversorgung.

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6100 kg im Heck. Die Hydraulikpumpe soll je nach Option 76,3 oder 82,5 l/min leisten. Motorseitig kommen Aggregate der Typen «V6108» (4 Zylinder, 6,1 l) und «V3800» (4 Zylinder, 3,8 l) zum Einsatz. Neu ist weiter eine Funktion beim Wen­ demanöver, die mit Sensoren in der Vor­ derachse arbeitet und den Allradantrieb beim Wenden automatisch abschaltet, um einen optimalen Wenderadius bei maximaler Vorgewende- und Reifen­ schonung zu gewährleisten.

In Andelfingen ZH wurden auf dem Hof der Familie Beglinger-Zauner erstmals Himbee­ ren für die industrielle Verarbeitung mit ei­ nem Vollernter geerntet. Dabei werden je­ weils nur die reifsten Früchte abgelesen.

Zwei vertikale, mit Kunststoffstäben verse­ hene Walzen greifen in die Beerenreihen hi­ nein und sorgen mit Schüttelbewegungen dafür, dass die reifen Beeren an den einzel­ nen Dolden sich vom Blütenboden trennen und in die Auffangschalen der Maschine fallen. Danach werden sie über spezielle Förderbänder auf den Verlesetisch geför­ dert, wo ein exaktes Aussortieren erfolgt. Es wurde festgestellt, dass die Beeren kaum oder nur wenig Schäden aufwiesen. Die Ernteleistung des Vollernters liegt bei rund 2 ha pro Tag.

Feierlichkeiten in Mannheim 1918 schlug die Geburtsstunde des JohnDeere-Traktors mit dem Kauf der Water­ loo Gasoline Engine Company, wo man den Traktor «Waterloo Boy» herstellte. Feierlichkeiten zu diesem 100-Jahr-Jubi­ läum fanden auch in Mannheim statt. Dort hat das amerikanische Unterneh­ men im Jahre 1956 die Heinrich Lanz AG (Lanz «Bulldog») übernommen. Mit fast 3000 Mitarbeitenden ist dieses Werk heute Deutschlands führender Hersteller und Exporteur landwirtschaftlicher Trak­ toren. Tausende Gäste erlebten an einem Tag der offenen Türe Werksführungen bis hin zur Getriebefabrik und Trakto­ ren-Endmontage. Insgesamt dreissig Programmstationen boten den umfas­

senden Querschnitt durch das grösste ausländische Produktionswerk des Welt­ marktführers, darunter das 3D-Simulati­ onsstudio des Kompetenzzentrums «Virtual Engineering Rhein-Neckar», das im Maschinenbau die Zahl von Entwick­ lungsstunden erheblich verringert. Ge­ schätzte 25 000 Schaulustige sahen sich die Oldtimer-Traktorparade ab Was­ serturm durch die Altstadt an. Gezeigt wurden sämtliche wichtigen Entwick­ lungsschritte ab dem «Waterloo Boy» über den ersten Dieseltraktor bis zum «9620 RX»-Raupentraktor mit 620 PS.


Aktuelles

«Moritz» wird multifunktional Der bayrische Forsttechnik-Spezialist Pfanzelt hat das Konzept für die Fällraupe «Moritz» weiterentwickelt und präsentiert dieses Gerät nun als multifunktional einsetzbare Forstraupe mit einem standardisierten Anbauraum. Für den Anbau unterschiedlicher Arbeitsgeräte stehen ein Dreipunkt der Kategorie 1, eine mechanische Zapfwelle sowie bis zu drei hydraulische Steuergeräte zur Verfügung. Weiter gibt es vier neue Anbau­geräte, die speziell für die Forst­ raupe Moritz entwickelt wurden. Hierzu gehören ein Mulcher mit hydraulischer Klappe, eine Forstfräse mit festen Werkzeugen, eine Stockfräse und eine Sä-Streifenfräse.

Verabschiedung von Ruedi Burgherr Seit 1981, also während nicht weniger als 37 Jahren, war Ruedi Burgherr Geschäftsführer der BUL, der Beratungsstelle für Unfall­verhütung in der Landwirtschaft. Und während dieser langen Zeit hat er die BUL, später auch Agriss, und überhaupt das «Unfall-Geschehen» respektive die Prävention geprägt. Mitte Juni wurde Burgherr im Rahmen einer würdigen Feier

Innovation für Weinbauprofis

von seinen Mitarbeitenden und Wegbegleitern in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Seitens des SVLT dankte Direktor Aldo Rui dem abtretenden Ruedi Burgherr für die Zusammenarbeit und überreichte ihm neben einer metallenen SVLT-Plakette auch ein Jahres-Abo für die Zeitschrift «Schweizer Landtechnik», auf dass er auch in Zukunft landtechnisch up to date bleibe. Der SVLT wünscht Ruedi Burgherr im Ruhestand alles Gute und freut sich auf eine prosperierende Zusammenarbeit mit seinem Nachfolger Thomas Frey.

Zweireihiger Zinkengrubber Kuhn bringt nach der Baureihe «Cultimer L» mit drei Zinkenreihen für Traktorleistungen von 120 bis 420 PS nun den «Cultimer M 300» für Traktoren mit 75 bis 135 PS auf den Markt. Alle Modelle der neuen Baureihe «M» haben eine Arbeitsbreite von 3 m. Der «Cultimer M» bietet alle Vorteile der Serie «L», eignet sich aber dank seiner kompakteren und leichteren Bauweise auch bestens für den Anbau an kleinere Traktoren. Die Maschine ist vielseitig einsetzbar und vor allem für den flachen und mittleren Stoppelumbruch sowie für die nichtwendende Bodenlockerung geeignet. Diese Vielfalt ist dem Einsatz unterschiedlicher Werkzeuge zu verdanken (480 mm breite Scharflügel, 80 und 50 mm breite Scharspitzen). Durch die gekrümmte Zinkenform erzielt der «Cultimer» eine optimale Arbeits- und Mischqualität.

«AD-P 3001 Special» mit 3 m Arbeitsbreite Gemeinsam mit dem niederösterreichischen Start-up-Unternehmen Peschak Autonome Systeme (PAS) bietet Lindner jetzt eine besondere Innovation für Weinbauern an: das Reihenlenksystem «TracLink Pilot Laser powered by PAS». Dabei tastet ein Laser die Reihen ab und der Traktor hält die Spur automatisch. Der Fahrer kann sich voll auf die Anbaugeräte konzentrieren und muss nicht mehr lenken. Die Reihen müssen nicht mehr vorab vermessen werden, man benötigt auch keine GPS-Daten. Voraussetzung für den Einsatz des neuen Systems ist, dass der «Lintrac» mit dem «TracLink Pilot ready»-Paket ausgestattet ist.

Mit der pneumatischen Säkombination «AD-P 3001 Special» hat Amazone eine Lösung für die Kombination von Bodenbearbeitung und Saat im Angebot. Durch die Verbindung der neuen Generation der aktiven Bodenbearbeitung mit der Kreiselegge «KE» und den Kreiselgrubbern «KG» und «KX» sowie der pneumatischen Aufbausämaschine sollen gute Bedingungen für die Saat geschaffen werden. Erhältlich mit 850 und

1250 l Behältervolumen kann die Maschine mit einem 250-l-Behälteraufsatz auf bis zu 1500 l erweitert werden. Die Aufbausämaschine ist mit einem universellen Kuppeldreieck auf der Bodenbearbeitungsmaschine montiert. Ein elektrischer Dosierantrieb sorgt für eine präzise Dosierung und einfache Kalibrierung. Mit verschiedenen Dosierwalzen ist man für verschiedenste Saatgüter und Saatmengen gerüstet. Weiter gibt es eine elektrische Halbseitenabschaltung des Segmentverteilerkopfs und – optional – eine stufenlose Schardruckeinstellung aus der Traktorkabine mit gut einsehbarer Skala.

300 Traktoren zum Jubiläum Seit nunmehr 100 Jahren baut John Deere Traktoren. Dabei hat das Unternehmen massgeblich zur Mechanisierung der Landwirtschaft beigetragen. Dieses Jubiläum war auch Anlass für ein grosses Treffen von grün-gelber Trak-

tor-Technik das im Juni in Steinach SG über die Bühne ging. Mehr als 300 John-Deere-Traktoren fanden den Weg aufs Gelände und wurden von zahlreichen Fachleuten und interessierten Besuchern bestaunt.

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Aktuelles

Sip mit «Respiro»-Lizenz Kürzlich lud Sip zu einer Werksausstellung ein, wo auf dem Gelände des slowenischen Futtererntetechnik-Spezialisten verschiedene Modelle von Bandschwadern ausgestellt waren. Aktuell baut Sip vier Modelle, und zwar drei Front-Bandschwader und eine gezogene 5-m-Variante, die alle mit Lizenz-Komponenten der «Respiro Technologie» aus dem Hause Reiter Innovative Technology bestückt sind. Diese Maschinen werden über die Vertriebspartner von Sip verkauft, zu denen auch Sepp Knüsel gehört, der diesen Bandschwader zudem mit eigener Farbgebung im Angebot hat. Reiter Innovative Technology hat gemäss Firmeninhaber Thomas Reiter mittlerweile eigene Vertriebswege erschlossen und baut diese sukzessive aus. In der Schweiz gehört die Firma Alphatec mit seinen Standorten in Mathod (VD) und Oberweningen (ZH) dazu. Neben den bekannten Front- und den gezogenen 5-m-Modellen gibt es von Reiter mittlerweile auch eine im Heck angebaute 9-m-Variante des «Respiro»-Bandschwaders («R9»), von der momentan drei Stück im Einsatz sind – so bei den Lohnunternehmern Michael Tanner (Murten FR), Jeff Reiff (Luxemburg) und Manuel Bohne (Deutschland). Reiter selbst lässt «seine» Modelle weiterhin in Österreich bei Einböck fertigen, ist aber infolge ansteigender Nachfrage auf der Suche nach einer Erweiterung der Produktion. Reiter spricht von weiterhin guten Erfahrungen mit dem «Respiro»Bandschwader, vor allem hinsichtlich Erntequalität (weniger Schmutz im Futter) sowie Zuverlässigkeit (keine Zinkenverluste) und merkt an, dass seine revolutionäre Pick-up-Technik neben dem Einbau bei den Bandschwadern grosses Potenzial auch bei Ladewagen, Pressen und Häckslern besitze.

SVLT unterzeichnet Charta Bundesrat Schneider-Ammann rief – und fast alle kamen. Die Rede ist vom Tag der digitalen Vernetzung der Schweizer Landwirtschaft, der Mitte Juni an der Hochschule für Agrar-, Forstund Lebensmittelwissenschaften in Zollikofen über die Bühne ging und 180 Akteure der Land- und Ernährungswirtschaft zusammenbrachte, um über die Perspektiven einer digitalisierten Agrarbranche zu diskutieren. Im Rahmen dieser Veranstaltung setzten einige ausgewählte Organisationen, darunter auch Verbandspräsident Werner Salzmann für den SVLT, stellvertretend für die gesamte Branche ihre Unterschriften unter eine Charta, die in zwölf Punkten grundsätzliche Regeln zur Anwendung elektronischer Daten im landwirtschaftlichen Alltag definiert, zu denen sich die unterzeichnenden Organisationen bekennen.

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Photovoltaikanlagen richtig versichern Die Landwirtschaft leistet mit Photovoltaikanlagen einen Beitrag zur Produktion erneuerbarer Energie. Die Anlage sollte mindestens gegen Feuer- und Elementarschäden versichert werden. «In vielen Kantonen erfolgt dies obligatorisch über die kantonale Gebäudeversicherung. Brandrisiken lassen sich durch eine qualifizierte Installation und regelmässige technische Überprüfung massiv reduzieren», schreibt die Agrisano Stiftung in einer Pressemitteilung. Die meisten Privatversicherer haben ein spezielles Produkt für Solaranlagen im Angebot, wobei Elementar- und Feuerrisiken ausgeschlossen werden können, sofern diese bereits obligatorisch über die Gebäudeversicherung gedeckt sind. Zusätzlich können Betriebsrisiken wie Schäden durch Kurzschluss, Überhitzung, Verschmorung, Materialfehler, Temperatur- und Wettereinflüsse, Marderbiss, Vandalismus usw. gedeckt werden. Bei der Entschädigungsart gibt es aber wichtige Unterschiede: Viele Versicherer entschädigen die Anlage zum Zeitwert oder nur während der ersten paar Jahre zum Neuwert. Einzelne Versicherungen hingegen versichern die ganze Anlage während der gesamten Versicherungsdauer zum Neuwert. Mit einer Betriebsunterbruchversicherung können zudem der Verlust der Einspeisevergütung oder Mehrkosten wie der teure Zukauf von Ersatzstrom versichert werden. Die Berater der landwirtschaftlichen Versicherungsberatungsstellen oder der Beratungsdienst von Agrisano helfen beim Aufbau eines korrekten Versicherungsschutzes.

Neue Kurzscheibeneggen Mit ihrem grösseren Scheibendurchmesser von 620 mm bringen es die Kurzscheiben­ eggen «Optimer XL» von Kuhn auf eine Arbeitstiefe von 5 bis 15 cm bei hoher Eindringkraft. Die Landwirte sind so beim Stoppelumbruch flexi­bel: Sie können flach bis tief umbrechen, grosse Mengen an organischen Rückständen und Zwischenfrüchte einarbeiten. Als Steinsicherung kommen Elastomerblöcke und breite Befestigungsklammern zum Einsatz. Sie bewirken, dass die Scheibenkörper bei jeder Bodenbeschaffenheit zuverlässig im Boden bleiben. An jedem Tragarm ist jeweils nur eine Scheibe befestigt. Der grosse Durchgang unter dem Rahmen begrenze die Gefahr von Verstopfungen auch bei hohem Anteil an Ernterückständen, heisst es bei Kuhn. Dank hydraulischer Einstellung aus der Traktorkabine kann sofort und ohne grossen Aufwand auf wechselnde Arbeitsbedingungen reagiert werden. Die neue Baureihe gibt es mit einer gros­sen Auswahl von Nachlaufwalzen und ist als Anbaumaschine (3, 3,5 und 4 m) und in gezogener Version (4 und 5 m) lieferbar und benötigt Traktorleistungen von 100 bis 300 PS.


Aktuelles

Richtige Reifen fürs Grünland Wechselnde Ein­ satzbedingungen, grosse Nutzlasten, weite Transport­ wege und hohe Fahrgeschwindig­ keiten sind die täglichen Anforderungen an moderne Transporttechnik. Gleich­ zeitig sollte man im Feld die bestmögli­ che Schonung der Grasnarbe erreichen. Insbesondere in Regionen mit weniger tragfähigen Böden werden inzwischen verstärkt Bereifungen mit einer höheren Aufstandsfläche gefordert. Krone bietet deshalb für den Ladewagen «RX» und den Transportwagen «TX» zwei Reifen mit speziellem Stollenprofil an. Das Stol­ lenprofil steht für ein gutes Selbstreini­ gungsverhalten. Die grosse Aufstands­ fläche, dank des kastenförmigen Pro­ fils, trägt zur deutlichen Verringerung des Bodendrucks und gleichzeitig zur Leichtzügigkeit des Wagens bei. Wei­ terer Pluspunkt: In Kombination mit dem serienmässigen hydraulischen Aus­ gleichsaggregat bieten die Wagen ech­ ten Fahrkomfort, sowohl auf der Stras­ se als auch auf dem Feld.

Ein neuer Kleiner New Holland bringt mit dem «T4S» einen neu­ en Traktor nach dem Motto «nichts zu viel und nichts zu wenig» auf den Markt. Mit einem leistungsstarken 3-Zylindermotor, einer neu­ en Kabine mit 316°-Rundumsicht und einem breiten Angebot an Antriebsvarianten ist der Traktor ein Allrounder im unteren Leistungs­ segment. Der «S8000» Motor von FPT wurde in der Motorenentwicklung von den Ingeni­ euren in Arbon weiterentwickelt und ist nun, dank schweizerischem Knowhow, einer der agilsten und drehmomentfreudigsten Motor im Leistungsbereich von 55–75 PS. Standard­ mässig gibt es den «T4S» mit einem 12x12-Po­ wer-Shuttle-Getriebe inklusive hydraulischer Wendeschaltung – optional mit Kriechgang­ gruppe. Als weitere Getriebevarianten sind ein 12×12-Synchro-Shuttle- oder ein mecha­ nisches 8×8-Gang-Getriebe verfügbar. Zwei Zusatzhubzylinder verhelfen dem «T4S» zu ei­ ner starken Heckhubkraft von 3000 kg. Der Traktor kann mit bis zu drei Zusatzsteuergeräten ausge­ rüstet werden (Pumpenleis­ tung: 48 l/min).

Isobus-Terminal mit Ein-Hand-Bedienung Pöttinger bringt das neue Isobus-Terminal «Expert 75» mit einfacher und intuitiver Ein-Hand-Bedienung auf den Markt. Eine Griffleiste sorgt für guten Halt, die Bedien­ tasten sind doppelreihig an der rechten Seite angeordnet und können dadurch leicht mit einer Hand betätigt werden. Das Terminal verfügt über ein 5,6“-Farbdisplay mit Tas­ tenbeleuchtung (Nachtfahrmodus), so dass bei direkter Sonneneinstrahlung, im Einsatz bei Nacht und aus jedem Betrachtungswinkel eine gute Les­ barkeit sichergestellt ist. Integrierte Lautsprecher und ein USB-Anschluss mit Schutzkappe runden das multifunktio­ nale Bedienterminal ab. Das Gerät mit den Funktionen UT und AUX ist unabhängig vom Herstellerfabrikat einsetzbar.

«VMS V300» vorgestellt Der Melkroboter von DeLaval geht mit dem «VMS V300» in eine neue Version. Er soll eine bis zu 10 % höhere Kapazität im Vergleich zum Vorgängermodell ha­ ben. Zum Einsatz kommt ein noch präzi­ ser arbeitender Multifunktionsarm, der laut DeLaval eine Ansetzrate von 99,8 % erreicht und dank modernster Technik über eine bis zu 50 % schnellere An­ setzzeit verfügt. Neu ist der Arm sensor­ gesteuert anstatt mit Laser wie bis anhin. Eine selbst­lernende Software sorgt für ein reibungsloses, schnelles und zielgenaues Ansetzen. Neu ist auch ein transparenter Zitzenvorbereitungsbecher, der für noch ein besseres Reinigen und «Anrüs­ten» der Zitzen sorgen soll. Weiter bringt DeLaval mit dem Futter­ schiebe-Roboter «OptiDuo» einen neu­

«Disco Move» Claas erwei­ tert mit «Dis­ co 3600 Mo­ ve» und «Disco 3200 Move» in Varianten mit und ohne Aufbereiter die Baureihe sei­ ner Front-Scheibenmähwerke um sechs neue Modelle. Die Konstruktion er­ laubt dank dem neu entwickelten An­ baubock eine Bewegungsfreiheit von 1000 mm unabhängig von den Unter­ lenkern der Fronthydraulik für eine opti­ male Bodenanpassung des Mähbalkens. Die neuen Mähwerke sind in 3,0 m und 3,4 m Arbeitsbreite ohne Aufbereiter sowie optional mit Zinken- oder Wal­ zenaufbereiter erhältlich.

en Ansatz in die­ se Technik: Nicht nur schieben, sondern auch mi­ schen und auflo­ ckern lautet die Devise. Mit Hilfe einer Doppelspi­ rale auf dem Walzenkörper und der so­ genannten «Adaptive Drive»-Funktion können Futtermittel aller Art auf dem Futtertisch verschoben und Lücken im Futterschwad geschlossen werden, oh­ ne dass die Struktur der Mischung be­ einträchtigt wird. Durch das gleichzeiti­ ge Durchmischen sollen auch Kühe, die niedriger in der Herdenrangordnung ste­ hen, eine vollwertige Mischung, ganz oh­ ne Stress und Verdrängungen, erhalten.

Neu bei Joskin Joskin hat die Palette von Anbaugeräten für Güllefässer um zwei neue Modelle, den «Penditwist Basic» und den «Pendislide ba­ sic», erweitert. «Penditwist Basic» ist ein für die Düngung des Ackerlands angepass­ ter Schleppschlauchverteiler, wogegen der «Pendislide Basic» ein Schleppschuhvertei­ ler zum Düngen der Weideflächen ist. Die neuen Gestänge seien autonom, einfach zu montieren und für die Fässer mit kleinem Fassungsvermögen entworfen worden, um den Landwirten die gleiche Ausbringquali­ tät wie die einer Maschine für Lohnunter­ nehmer anzubieten.

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Aktuelles

Serco mit RTK-Signal Der RTK-Korrekturdienst «SercoNet» von Serco Landtechnik deckt mit 13 Korrekturstationen die Ackerbaugebiete der Schweiz ab. Anwendungsgebiete sind Traktoren mit einer automatischen Lenkung, Erntemaschinen mit Ertragserfassung oder Pflegefahrzeuge mit Teilbreitenschaltung bei Pflanzenschutz, Düngung und Saat. Die erfassten Positionen haben eine Genauigkeit von +/− 2 cm und dies über mehrere Jahre. Die Stationen sind eingemessen und haben so einen Bezug zum Schweizer Koordinatennetz. Im Unterschied zu andern Anbietern gelangen die Daten von der Korrekturstation über einen zentralen Server via mobiles Internet direkt zum Fahrzeug. Durch die höhere Dichte der Korrekturstationen bestehe immer eine Eins-zu-eins-Verbindung zwischen Korrekturstation und Fahrzeug, schreibt Serco Landtechnik in einer Pressemitteilung. «Es entfallen alle virtuellen Berechnungen, was Vorteile bei der Wiederholbarkeit der Daten bringt.»

35 Jahre Häckselkette Full House Anfang Juli bei Willi Wittwer im thurgauischen Helsighausen: Der umtriebige Lohnunternehmer feierte das 35-jährige Bestehen seiner Häckselkette, öffnete seine Türen und präsen­ tierte seinen Maschinenpark – neben der Häcksel- auch mehr und mehr Gülletechnik – den zahlreich erschienenen Landwirten, Kunden und Kollegen. Daniel Haffa (Haffa Maschinenbetrieb) und Rolf Haller (R+M Haller GmbH) überbrachten die besten Wünsche von Lohnunternehmer Schweiz und schenkten dem Jubilar eine Flagge mit dem Leitspruch des Verbands «Lohnunternehmer Schweiz – Für eine starke Landwirtschaft».

SMSWettbewerb Jeden Monat verlost die Schweizer Landtechnik in Partnerschaft mit einem Landmaschinen-Händler ein attraktives Traktoren-Modell.

Zusätzliche Kameras

In dieser Ausgabe ist es ein Modell Fendt «1050 Vario» von Siku Sinnvoll ist die Ausrüstung mit umschaltbaren Kameras beispielsweise beim Einsatz einer Presswickelkombination in Verbindung mit Mantelfolie. Dabei sorgt eine Kamera mit Blick in die Ballenkammer für die visuelle Überwachung der Bindeeinheit, während die zweite Kamera den Bereich Ballenübergabe und Wickeleinheit überwacht. Die Darstellung des Kamerabildes erfolgt auf das neue «CCI 1200»-Terminal. Die Bildgrösse und die Darstellung auf dem Terminal lassen sich individuell an die Bedürfnisse des Fahrers anpassen. Die Umschaltung zwischen den Kameras erfolgt vollautomatisch. Sobald sich die Heckklappe der «Comprima» öffnet, wechselt das Bild auf dem Terminal automatisch von Vorgang 1 auf Vorgang 2.

im Massstab 1:32.

SMS – und gewinnen mit Gujer Landmaschinen AG 8308 Mesikon

«CommandPro» für alle «6R»-Traktoren John Deere führte die Modelle «6230R» und «6250R» Ende 2016 im Markt ein. Erstmalig waren diese Traktoren mit dem «CommandPro»-Joystick ausgestattet. Bei der Entwicklung des neuen Fahrhebels standen die Ergonomie und Vielseitigkeit im Vordergrund. Beispielsweise lässt sich mit nur einem Klick die Höchstgeschwindigkeit ansteuern. Darüber hinaus können am Joystick elf frei belegbare Tasten für die Bedienung von Kraft­heber, Zapfwelle, Spurführung oder Zusatzsteuer­ geräten genutzt werden. Nun gibt es die-

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se Bedienung auf Wunsch auch bei den kleineren und mittelgrossen Traktoren der Serie «6R». Diese Modelle sind auch mit dem neuen «4200 Command­ Center»-Display ausgestattet, das alle sechs von der AEF zertifizierten IsobusFunk­tionen bereitstellt. Zudem erfüllen alle Modelle der Serie «6R» über 130 PS bereits die Abgasnorm der Stufe 5.

Schreiben Sie ein SMS (1 Fr.) mit SVLT Name Adresse an die Nummer 880 und gewinnen Sie mit etwas Glück dieses Modell des Traktors Fendt «1050 Vario». Der glückliche Gewinner des Modells Modells einer John Deere Feldspritze, das in der Juni-Ausgabe der «Schweizer Landtechnik» zur Verlosung ausgeschrieben wurde, ist die Betriebsgemeinschaft Meili-MüllerForrer aus Eschlikon TG.


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Markt | Interview

«Die Landwirtschaft profitiert von gewissen Sonderregelungen im Strassenverkehr», sagt Jürg Röthlisberger und mahnt gleichzeitig, den gebotenen Spielraum nicht zu überdehnen. Bilder: B. Schmid, Astra

Die meisten halten sich an die Regeln Jürg Röthlisberger ist seit über drei Jahren Direktor des Bundesamts für Strassen. Im folgenden Interview äussert sich der studierte Bauingenieur über die besonderen Herausforderungen des landwirtschaftlichen Strassenverkehrs. Roman Engeler

Schweizer Landtechnik: Das Bundesamt für Strassen (Astra) ist die Fachbehörde für die Strasseninfrastruktur und den individuellen Strassenverkehr. Kann man den Anteil der Landwirtschaft an der Arbeit des Astra irgendwie beziffern? Jürg Röthlisberger: Die Landwirtschaft ist für uns sicher nicht der grösste Arbeitsbeschaffer, ist aber doch von fast jedem Thema, das wir behandeln, irgendwie betroffen. Es ist schwierig, einen Anteil zu beziffern. Am besten lässt sich Ihre Frage aus dem Prozentsatz der landwirtschaftlich zugelassenen Fahrzeuge an der gesamten Fahrzeugflotte beantworten. Dieser Anteil beträgt rund 3  %, respektive 6  %, wenn man die etwa 200 000 nicht immatrikulierten Fahrzeuge aus der Landwirtschaft hinzuzählt. 10

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Haben Sie Mitarbeitende, die sich «nur» mit dem landwirtschaftlichen Verkehr befassen? Nein, beim Astra haben wir niemanden, der sich «nur» mit Landwirtschaft befasst, denn eine thematische Abgrenzung ist wie erwähnt schwierig und wenig sinnvoll. Nehmen wir zum Beispiel die Verordnungen mit den Bau- und Ausrüstungsbestimmungen für Strassenfahrzeuge oder die Verkehrsregeln. In beiden Fällen bestehen zahlreiche Sonderregelungen für die Landwirtschaft, aber primär wird mit diesen Bestimmungen der ganze Strassenverkehr geregelt. Wo liegen derzeit die grössten Herausforderungen beim Astra im Zusammenhang mit dem landwirtschaftlichen Strassenverkehr?

Die technische Entwicklung bei den landwirtschaftlichen Fahrzeugen schreitet ja überaus rasant voran. Zudem sind die Landwirte gefordert, effizienter zu wirtschaften. Lohnunternehmer mit grösseren und spezielleren Maschinen werden zusehends wichtiger. Dies alles hat direkten Einfluss auf unsere Tätigkeit, die sich eigent­ lich immer im Fünfeck Fahrzeug-Mensch-Infrastruktur-Daten-Finanzierung bewegt. Eine Herausforderung für uns sind sicher die Privilegien, über welche die Landwirtschaft im Strassenverkehr verfügt. Diese lassen sich im Vollzug teilweise nur schwer abgrenzen. Sie werden auf die eine oder andere Art als Fragen oder auch als Kritik am geltenden Recht ans Astra herangetragen. Können Sie Beispiele dazu nennen? Da möchte ich die technischen Vorschriften erwähnen, die in der Landwirtschaft weniger streng sind als für die übrigen Fahrzeuge. Weiter gibt es immer wieder Fragen zur Abgrenzung von landwirtschaftlichen und gewerblichen Transporten mit Traktoren: «Warum darf dieser Bauer Schnee pflügen?» oder «Darf dieser Traktor mit weissen Schildern auch sonntags oder nachts fahren?» Ein weiterer Aspekt ist die Tatsache, dass die in der Landwirtschaft eingesetzten Fahrzeuge in den letzten Jahren zunehmend grösser, schwerer und komplexer wurden. Die geltenden Vorschriften stammen jedoch überwiegend aus der Zeit, als diese Fahrzeuge noch bescheidener waren und auch langsamer unterwegs waren. Die stetige Weiterentwicklung des fahrzeugtechnischen EU-Rechts und die notwendige und zeitgerechte Angleichung unserer Vorschriften ist eine fordernde Daueraufgabe, insbesondere weil die geltenden Ausnahmen und Erleichterungen für die Landwirtschaft mitberücksichtigt werden müssen. Die Vernehmlassung zur Änderung der technischen Anforderungen und der Zulassungsprüfung von Strassenfahrzeugen (VTS) wurde Ende April 2018 abgeschlossen und wird jetzt wohl ausgewertet. Können Sie bereits ein erstes Fazit ziehen? Ja, die Auswertung der Antworten läuft jedoch noch. Ich darf aber festhalten, dass die umfangreichen Bemühungen seitens des Astra, vor allem in der Mitarbeit in der Arbeitsgruppe für landwirtschaftlichen


Kr t Off anken ka erte verl sse: ang en!

Jetz

Jürg Röthlisberger appelliert an Selbst­disziplin und Rücksichtnahme im Strassenverkehr. So kann der Erlass neuer Vor­schriften proaktiv vermieden werden.

Gibt es Überlegungen oder Absichten, die Führerausweiskategorien zu ändern und europäisch zu harmonisieren respektive international anzupassen? Die EU selbst regelt in diesem Bereich erstaun­ lich wenig. Es mag politische Gründe haben, dass man die konkrete Ausgestaltung der landwirtschaftlichen Privilegien den einzel­ nen Ländern nicht überlassen möchte. In der EU gelten die «land- und forstwirtschaftli­ chen Zugmaschinen» nicht als «Kraftwagen» (CH = Motorwagen). Weitere Vorschriften gibt es nicht, so dass jeder Mitgliedstaat land­ wirtschaftliche Fahrzeuge und Fahrten auto­ nom regelt. Bestrebungen der EU zu einer Harmonisierung sind uns nicht bekannt. Das gibt uns auch in der Schweiz die Möglichkeit, das Richtige für uns zu tun.

In der Erntezeit sind vielfach grosse Landmaschinen im Einsatz. Lohnunternehmer und Landwirte beklagen sich immer wieder, dass sie mit den breiten Maschinen Probleme bei Baustellen haben. Sehen Sie da einen Handlungsbedarf? Das Strassenverkehrsrecht macht keine Vor­ gaben betreffend Fahrbahnbreiten bei Bau­

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Gerade in Gebieten mit grenzüberschreitender Bewirtschaftung könnten die unterschiedlichen Ausweiskategorien und deren Anerkennung aber doch zu Problemen führen? Ich kenne diese Problematik. Sie ist vor al­ lem im Norden, weniger im Westen und Sü­ den ein Thema. Das kann auch topografische Gründe haben. Das Astra bietet hier Hand für Lösungen im Einzelfall. Dafür haben wir ja einen ausgezeichneten und regelmässigen Kontakt zu Ihrem Verband.

um

Parallel zur VTS-Revision startete auch die Vernehmlassung zur Revision der Fahrausbildung («Opera 3»). Welche Änderungen kommen in diesem Bereich auf die Landwirtschaft zu? Die Landwirtschaft dürfte von den Anpassun­ gen im Rahmen «Opera 3» nur marginal be­

Gibt es zu dieser Vernehmlassung schon ein Zwischenfazit? In der Summe waren die Antworten zu den Vorschlägen positiv. Kontroverse Stellung­ nahmen gab es zu den geplanten Änderun­ gen der Kategorie «G». Da kann heute noch nicht gesagt werden, ob diese Änderung letztlich auch realisiert wird.

Ra

Wann denken Sie, wird die neue Verordnung in Kraft gesetzt? Gemäss aktuellem Stand der Revisionspla­ nung sollte der Bundesratsbeschluss vor Ende 2018 vorliegen. Die Inkraftsetzung sollte dann im Februar 2019 und für gewisse Be­ stimmungen, die auch die Landwirtschaft be­ treffen, im Mai 2019 folgen. Die zusätzliche Frist wurde vorgesehen, da das Gewerbe und die Kantone etwas mehr Zeit für Umstellun­ gen benötigen.

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Für die Landwirtschaft besonders interessant ist einerseits die Umsetzung der neuen EU-Bremsvorschriften, anderseits die allfällige Neuregelung beim vorderen Überhang bei Traktoren. Gibt es zu diesen Punkten schon etwas zu sagen? Zu diesen beiden Punkten gab es teilweise kontroverse Rückmeldungen oder Bedenken, vor allem in sicherheitstechnischer Hinsicht. Da ist das letzte Wort wohl noch nicht gespro­ chen. Ich gehe heute aber davon aus, dass diese beiden wichtigen Themen weitestge­ hend im Sinne des Vernehmlassungsvor­ schlags umgesetzt werden können.

troffen sein. Jedoch gibt es eine Ausnahme: Der Bundesrat hat zur Diskussion gestellt, die Kategorie «G» für landwirtschaftliche Motor­ fahrzeuge von heute 30 km/h auf alle land­ wirtschaftlichen Fahrzeuge (bis 40 km/h) aus­ zudehnen. Als Voraussetzung schlug er den obligatorischen Besuch des Traktorfahrkur­ ses vor. Oberstes Ziel dieser Revision ist es, den Verkehr – auch den landwirtschaftlichen – sicherer zu machen und gleichzeitig den Zu­ gang zur Mobilität nicht weiter zu erschweren.

Sozi ale s

Strassenverkehr, dazu führten, dass die Vor­ schläge in der Vernehmlassung gut verstan­ den und entsprechend akzeptiert wurden. Wir hoffen und gehen davon aus, dass die vom Bundesrat noch zu verabschiedenden Verordnungsänderungen bei der Überfüh­ rung in die Praxis ebenso auf Akzeptanz stos­ sen werden.

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Markt | Interview

Gegenwärtig wird die Vernehmlassung zur neuen VTS ausgewertet. Jürg Röthlisberger rechnet mit einer Inkraftsetzung auf Frühjahr 2019.

stellen. Es gibt aber Normen des Verbands schweizerischer Verkehrs- und Stras­ senfachleute (VSS), in denen die Signali­ sation und Verkehrsführung bei Baustellen geregelt wird. Die Schweizer Norm «SN 640 886» (Signalisation von Baustellen auf Haupt- und Nebenstrassen) wurde kürzlich überarbeitet. Die überarbeitete Version wird demnächst in Kraft treten. Darin wird festgehalten, dass die Durchfahrtsbreiten bei Baustellen mindestens 3,00 m betragen sollen, in gewissen Fällen sogar 3,50 m. Zudem verlangt diese Norm, dass bei der Verkehrsführung den Ausnahmetransporten besondere Beachtung geschenkt werden soll. Diese Vorgaben erscheinen uns ausreichend, um den Besonderheiten landwirtschaftlicher Fahrzeuge Rechnung zu tragen. Bleiben wir bei den grossen, komplexen und vielleicht nicht alltäglichen Fahrzeugen, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Vielfach wird festgestellt, dass bei den entsprechenden Fahrzeugkontrollen die Sache unter-

schiedlich ausgelegt wird. Bekommen Sie ähnliche Rückmeldungen? Ja, wir bekommen diese Rückmeldungen. Ich finde dies grundsätzlich nicht schlecht, weil es ein Beweis für unsere föderalistischen, demokratischen Strukturen ist. Aber es besteht auch ein legitimer Anspruch, dass eine gleiche Sache auch überall gleich beurteilt wird. Solche, wie von Ihnen geschilderte Fahrzeuge stellen hohe Ansprüche an die Experten der kantonalen Strassenverkehrsämter. Zudem sind diese Maschinen auch nicht so weit verbreitet. Deshalb ist die Sicherstellung einer einheitlichen Praxis eine grosse Herausforderung. Ich stelle aber fest, dass sich die Vereinigung der kantonalen Stras­ senverkehrsämter (Asa) sehr engagiert, um eine möglichst einheitliche Vollzugs­ tätigkeit zu erreichen, sei es mit Hilfsmitteln wie Merkblättern oder durch spezifische Schulungen der Spezialisten für landwirtschaftliche Fahrzeuge in den jeweiligen Strassenverkehrsämtern und mit Best-Practice-Ansätzen. Aber doch gibt es unterschiedliche Auslegungen? Ja, trotz dieser Massnahmen lässt es sich kaum vermeiden, dass in Einzelfällen unterschiedliche Auslegungen zu abweichenden Zulassungsentscheiden führen können. Die technische Kommission der Asa bietet aber den Chefexperten eine Plattform, um solche Fälle einzubringen und zu klären. Kann das Astra dagegen etwas unternehmen? Das Astra ist in der technischen Kommission der Asa vertreten und berät diese fachlich. Anderseits nutzen wir diese Plattform auch, um dort die speziellen Fälle vorzulegen. Zudem stehen wir in en-

gem Kontakt mit den einzelnen Strassenverkehrsämtern und beraten diese bei Fragen bezüglich der Auslegung der Vorschriften. Die Zulassungsentscheide liegen letztlich aber immer in der Kompetenz der einzelnen Strassenverkehrsämter. Die Landtechnik wird immer internationaler, Sonderwünsche sind meistens mit Mehrkosten verbunden und die Schweizer Landwirtschaft weist ja ohnehin bereits hohe Maschinenkosten auf. Ist in diesem Bereich mittelfristig mit gewissen Änderungen/ Harmonisierungen zu rechnen? Das nationale Recht bezüglich der Bauund Ausrüstungsbestimmungen für Stras­ senfahrzeuge ist bereits in weiten Teilen mit dem europäischen Recht harmonisiert. Ausserdem ist die Schweiz durch die bilateralen Verträge verpflichtet, die Fahrzeuge, die in der EU über die entsprechenden Typgenehmigungen verfügen, ohne technische Änderungen zuzulassen. Diese Grundlage bietet der Landwirtschaft in der Schweiz die Chance, dass sie tendenziell preisgünstigere Produkte erhält, als wenn die Fahrzeuge nach spezifisch schweizerischen Vorschriften in kleinen Stückzahlen gebaut werden müssten. Werden dereinst die Höchstgeschwindigkeiten harmonisiert? Die Erhöhung der maximalen Geschwindigkeit von 30 auf 40 km/h war seinerzeit dem Umstand zu verdanken, dass die EU diese Geschwindigkeit vorsah. Sollte in einem weiteren Schritt dieses Limit nochmals erhöht werden, so müsste geprüft werden, ob diese Fahrzeuge noch landwirtschaftlich zugelassen werden dürfen (Anmerkung: gewerblich eingelöste Traktoren dürfen in der Schweiz übrigens heute schon 60 km/h schnell fahren).

JUBILÄUMSPREIS Ihre Gebietsverkaufsleiter: Andreas Rutsch, Mob. 079 6 06 00 05, Email: a.rutsch@lemken.com Karl Bühler, Mob. 079 8 24 32 80, Email: k.buehler@lemken.com

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AB LAGER VERFÜGBAR


Interview | Markt

Im Gegenzug wäre auch zu klären, ob es unter diesen Umständen immer noch gerechtfertigt ist, dass die Landwirtschaft alle ihre Privilegien (z. B. Ausnahme vom Sonntags- und Nachtfahrverbot, Gesamtgewichte, zwei Anhänger, Achslasten, Führerausweisvorschriften, Schwerverkehrsabgabe, Treibstoffzollrückerstattung etc.) behalten darf. Viele Landwirte und Lohnunternehmer haben in letzter Zeit in Transporttechnik investiert. Zur besseren Auslastung werden oft auch gewerbliche Transporte ausgeführt, was zwar nicht verboten ist, aber doch zu einem gewissen Konfliktpotenzial mit dem Nutzfahrzeugverband führt. Wie nimmt man dies beim Astra wahr? Die Abgrenzung von den erlaubten zu den unerlaubten Transporten ist im Verordnungsrecht geregelt. Diese Regelungen sind aber feinmaschig und in der Anwendung für die Vollzugbehörden anspruchsvoll (Fahr-Bewilligungen und Kontrolle durch Strassenverkehrsämter und Polizei). Aus diesem Grund – und weil das Potenzial für Missbräuche besteht – beobachten die Transportbranche und auch wir die Entwicklung genau. Wir werden hin und wieder mit Anfragen seitens der Vollzugsbehörden konfrontiert. Der überwiegende Teil der Fragen kann jedoch im kantonalen Vollzug geregelt werden.

Sind Reaktionen oder Anpassungen aus Ihrer Sicht notwendig? In Bezug auf die heutige Praxis sehe ich keinen Handlungsbedarf. Entscheidend ist, dass sich alle an die Regeln halten – und die allermeisten halten sich daran – und dass auch bei den Transporten ein Wettbewerb spielen kann, bei dem alle gleich lange Spiesse haben. Primär ist hier der Vollzug mit der Umsetzung der Vorschriften tangiert. Hand aufs Herz, haben Sie sich auch schon über langsam fahrende Traktoren und Erntemaschinen geärgert? Nein, eigentlich nicht. Ich bin im Simmental aufgewachsen und landwirtschaftlicher Verkehr auf den Strassen ist dort an der Tagesordnung. Die Topografie der Schweiz bedingt einfach, dass Traktoren auch auf den von Autofahrern benutzten Strassen fahren müssen. Von den Traktorfahrern ist dann Disziplin gefordert, dass sie lange Kolonnen hinter ihren Fahrzeugen vorbeilassen. Welche Tipps geben Sie den Landwirten oder Lohnunternehmern mit auf den Weg, wenn sie auf den Hauptstrassen unterwegs sind? Halten Sie sich an die Verkehrsregeln, fahren Sie rücksichtsvoll und seien Sie sich bewusst, dass unsere Strassen immer stärker belastet sind. Dann möchte ich eine

stetige Weiterbildung empfehlen. Der SVLT ist in dieser Hinsicht ja exemplarisch aktiv. Ich denke auch, dass neue, komplexere Fahrzeuge eine intensive – vielleicht noch bessere – Instruktion benötigen, will man damit sicher auf der Strasse und effizient im Feld unterwegs sein. Haben Sie sonst noch Wünsche an den (landwirtschaftlichen) Strassenverkehr? Der Strassenverkehr ist ein Mischverkehr mit vielen verschiedenen Teilnehmern. In den nächsten Jahren wird das Verkehrs­ aufkommen nochmals um mindestens 20 % zunehmen. Was bereits eng ist, wird noch enger werden. Das bedingt noch mehr Rücksichtnahme auf die anderen Verkehrsteilnehmer … … ruft aber auch nach neuen Vorschriften? Nicht unbedingt. Für mich gilt auch bei den Strassenverkehrsvorschriften die Devise «so viel wie nötig, so wenig wie möglich». Das funktioniert, solange die Selbstdisziplin und die Rücksichtnahme auf die anderen vorhanden sind. In dieser Beziehung zähle ich auf die Verbände, beispielsweise auf den SVLT, dass sie ihre Mitglieder in diese Richtung sensibilisieren und Weiterbildungen anbieten. Geht dies verloren, wird der Staat mit neuen Vorschriften einschreiten müssen.

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Markt | Neuheiten

Neu mit Einstellungsautomatik Mit «AFS Harvest Command» können die neuen Mähdrescher der Baureihe Case IH «Axial Flow 250» wichtige Einstellungen kontinuierlich und automatisch anpassen, damit die vom Fahrer gewünschten Vorgaben eingehalten werden. Ruedi Burkhalter

Mit der neuen Mähdrescherbaureihe «Axial Flow 250» steigt Case IH in neue «Automatik»Sphären auf. Bilder: R. Burkhalter

Case IH lanciert mit der Baureihe «Axial Flow 250» drei neue Flaggschiff-Mähdrescher. Die Modelle «7250», «8250» und «9250» ersetzen die bestehenden Modelle der Baureihe «240». Die Schweizer Landtechnik war bei der Vorstellung dabei und konnte die Modelle im Ernteeinsatz Probe fahren.

Leistungssteigernde Elektronik Für die Steigerung der Produktivität setzt Case IH diesmal nicht auf mehr Motorleistung. Wie sein Vorgänger wird beispielsweise das Spitzenmodell «9250» von einem 634 PS starken 6-Zylinder-Motor ange­trieben. Auch die Abmessungen von Dreschsystem und Korntank sind erhalten geblieben. Der Fokus wurde bei diesem Entwicklungsschritt vor allem auf neue Elektroniksysteme gesetzt, die es geübten Profifahrern ermöglichen, eine Steigerung der Arbeitsleistung bei weniger Ermüdung zu realisieren. Weniger routinierte Fahrer werden dabei unterstützt, rasch die nötige Sicherheit zu erlangen und das Optimum aus ihrem Drescher herauszuholen. Kernstück der neuen Modelle ist die «AFS Harvest Command»-Option. Bei diesem völlig neuen Technologiepaket überwa14

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chen bis zu sechzehn Sensoren die Maschine und passen sieben verschiedene Einstellungen automatisch an, um die Drusch­ leistung bei bester Kornqualität und geringsten Verlusten zu maximieren.

Drei Ausstattungsversionen Die Basisversion von «AFS Harvest Command» enthält die bewährte Erntegut-Einstellautomatik. Diese passt Ernteparameter wie Gebläsedrehzahl und Korbabstand entsprechend der am Terminal gewählten Fruchtart an. Die nächste Version mit «Feedrate Con­ trol» (Einzugsgeschwindigkeitssteuerung) regelt die Fahrgeschwindigkeit entsprechend der Bestandsdichte. Der Fahrer stellt dazu die maximale Motorlast und Fahrgeschwindigkeit ein, «Feedrate Control» steuert die Maschine dann anhand dieser Sollvorgaben. Bei der Topausstattungsvariante mit vollem Automatikumfang werden Anpassungen am Dresch- und Reinigungssystem automatisch vorgenommen, zusätzlich auch Kornqualität und Verluste überwacht. Verlustsensoren sowie moderne KameraTechnik und die neue Siebdruck-Sensorik liefern die nötigen Daten für die automa-

tische Feineinstellung. Die patentierte, multispektrale Kornkamera ist in der Lage, Bruchkorn und Verunreinigungen genauer zu erkennen. Das Korn wird dazu mit UV-, blauem, grünem, rotem und infrarotem Licht angeleuchtet. Die Kombination der fünf Lichtspektren ermöglicht eine bessere Detektion der freiliegenden Stärke als Bruchkorn. Die wichtigsten Messwerte des Systems werden dem Fahrer am Touchscreen in Form von praktischen Balken übersichtlich dargestellt. Das «AFS Harvest Command»-Komplettsystem umfasst auch die automatische Anpassung aller Siebeinstellungen. Neue Siebdrucksensoren übermitteln Siebbeladungsdaten ans System, das anhand dieser Daten drohende Verluste erkennt und vorzeitig Korrekturen vornimmt. Mit Hilfe dieser Sensoren kann das System zwischen Siebüberladungs- und Ausblasverlusten unterscheiden sowie die Gebläse- und Sieb­einstellungen nach Bedarf anpassen.

Vier Betriebsarten mit Prioritäten Bei vollem Automatikumfang kann zudem zwischen vier verschiedenen Betriebsarten gewählt werden. • Im «Leistungsmodus» regelt der Mähdrescher die Geschwindigkeit so, dass die Körnerverluste aus dem Rotor und Reinigungssystem einen bestimmten Sollwert einhalten.

Die neuen Automatikfunktionen des «AFS Harvest Command»-Systems steigern die Leistung bei geringerer Ermüdung des Fahrers.


Neuheiten | Markt

• Im «Konstant-Durchsatzmodus» hält der Mähdrescher durch Variation der Geschwindigkeit einen Solldurchsatz konstant und passt zur Verlustminimierung die Einstellungen an. • Der «Maximal-Durchsatzmodus» kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn die Maschine bei drohendem Wetterumschwung an der Leistungsgrenze arbeiten soll. Der Mähdrescher arbeitet dann bis zu der vom Fahrer vorgegebenen Geschwindigkeits- oder Leistungsgrenze und passt dabei die Einstellungen so an, dass Körnerverluste aus dem Rotor und Reinigungssystem minimiert werden. • Im «Kornqualitätsmodus» schliesslich setzt das System die Priorität so, dass die gewünschte Kornqualität und -reinheit immer eingehalten wird, und passt die Einstellungen und das Tempo so an, dass die Verluste entsprechend minimiert werden.

Leitbleche elektrisch verstellbar Neben elektronischen Neuheiten gibt es auch konstruktive Anpassungen zu vermelden. Neu ist Baureihe «250» mit elektrisch verstellbaren Rotorleitblechen ausgestattet, die entweder manuell per Schalter auf der rechten Konsole oder

Der Schrägförderer wurde verstärkt und mit einer optionalen Neigungsvorrichtung ausgerüstet.

auto­ matisch betätigt werden. Je nach Anstell­winkel der Leitbleche bewegt sich das Erntegut schneller oder langsamer durch das Rotorgehäuse. Weiter werden die Maschinen mit einem neu entwickelten hydrostatischen Fahrantrieb ausgestattet, der mit Feld- und Stras­ senmodus und zwei während der Fahrt schaltbaren Fahrbereichen für erhöhte Antriebsleistung und unterbrechungsfreies Arbeiten in Hanglagen sorgt. Die Differen-

«Mixed Reality»-Wartung Zusammen mit Microsoft arbeitet Case IH an neuen Servicedienstleistungen. Im Fokus steht dabei die innovative Brille «Microsoft Hololens», deren Träger die optische Wahrnehmung mit digitalen Ansichten kombinieren kann. Microsoft nennt dies «Mixed Reality». Gut ausgebildete Spezialisten können dank dieser «Remote-Assist»-Technologie deutlich effizienter eingesetzt werden, da die Anreise aufs Feld entfällt. Im Feld würde dann ein «Standard»-Techniker durch einen solchen Spezialisten aus der Ferne unterstützt, wobei beide mit einer solchen Brille ausgestattet sind. Der Spezialist sieht dabei die gleiche «Realität» wie der Servicetechniker und kann beispielsweise durch Zeigen mit dem Finger dabei helfen, die Ursache einer Störung zu lokalisieren. In der Realitätsansicht des Servicetechnikers kann der Spezialist neben einem Videoanruf beliebige Inhalte darstellen, beispielsweise Schaltpläne oder Einbauanleitungen.

tialsperre wird nun über eine elektrische Taste am Boden statt per Pedal betätigt. Und die neue ölgekühlte Scheibenbremse zeichnet sich durch einen geringeren Kraftaufwand und eine verbesserte Kühlung aus. Zudem ist der Schrägförderer nun grösser dimensioniert. Für grössere Fördermengen hat man die Ketten und Leisten des Schrägförderers verstärkt und auch die Steinabscheide-Walze wurde optimiert. Bei den grössten Modellen steht eine Hubkraft von 6,1 t zur Verfügung, die Schneidwerksbreiten bis 14 m und schwerste Maisvorsätze stemmt. Eine optionale Stirnplatten-Verstelleinrichtung ermöglicht es, den Anstellwinkel des Schneidwerks von der Kabine aus um insgesamt 11,9° zu verstellen. Damit lässt sich die Ernteeffizienz sowohl in niedrig wachsenden Kulturen als auch in hohen Beständen optimieren. Durch Überarbeitung der Schnitthöhenverstellung wurden auch das Ansprechverhalten und die Bodenführung weiter verbessert. Die geschwindigkeitsabhängige adaptive Empfindlichkeitsregelung passt die Höhenempfindlichkeit des Schneidwerks bei wechselnder Geschwindigkeit automatisch an, um das Schneidwerk immer stabil zu halten.

Video zum «Axial Flow 250» von Case IH Weitere Filme zu landtechnisch interessanten Themen auf unserem YouTube-­ Kanal «Schweizer Landtechnik».

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Markt | Neuheiten

Das Modell «Tucano 580» mit dem «APS Hybrid»-Dreschsystem rundet künftig diese Baureihe nach oben ab. Bilder: R. Engeler

«Tucano» pickt nun auch im Hang Mit einem neuen Topmodell, optionalem Hangausgleich und modernisiertem «Cebis»Bedienterminal macht Claas seine «Tucano»-Mähdrescher fit für die nächste Erntesaison. Roman Engeler

Gute Nachrichten für die Ackerbaugebiete in Hanglagen: Claas macht bei der Hälfte von total zehn Modellen der «Tucano»-Baureihe den Hangausgleich «Montana» verfügbar. Dieses System gleicht Seitenhangneigungen je nach Modell zwischen 16 und 18 % aus. Mit einem Knopfdruck wechselt der Fahrer vom Transport- in den Arbeitsmodus, dann laufen alle Funktionen automatisch ab. Die Hangausgleichsfunktion verfügt über zwei Betriebsarten: maximaler Hangausgleich oder konstanter Schnittwinkel (wobei dann der maximale Hangausgleich

Video zum Claas «Tucano Montana» Weitere Filme zu landtechnisch interessanten Themen auf unserem YouTube-­ Kanal «Schweizer Landtechnik».

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eingeschränkt ist). Der jeweils aktuelle Neigungs- und Schnittwinkel wird im Bedienterminal angezeigt. In den «Montana»-Modellen arbeitet ein 2-Gang-Schaltgetriebe mit automatischer Lastanpassung. In beiden Gängen gibt es zwei Fahrstufen, die abhängig von der Belastung des Fahrantriebs gewechselt werden. Ein manueller Schaltvorgang ist nicht nötig, die Maschine wechselt automatisch in die kleinere Fahrstufe, wenn hohe Zugkraft benötigt wird. Die spezielle Allradachse bei den Modellen mit Hangausgleich liefert bis zu 70 % mehr Zugkraft im Vergleich zur Standardallradachse. Optional ist eine Differentialsperre für die Vorderachse verfügbar. Die Funktionen des Hangausgleichs werden über eine separate Hydraulikpumpe versorgt.

reihe nach oben ab. Der Korntank umfasst 11 000 l, die Motorleistung wird mit 381 PS angegeben. Alle Motoren der Baureihe stammen von Mercedes-­ Benz, erfüllen die Abgasnorm der Stufe 5 und arbeiten jetzt mit der aus den Feldhäckslern bekannten Funktion «Dynamic Power». Sie ermöglicht die Anpassung der Leistungskurve des Motors an die aktuellen Einsatzbedingungen. Ist der Leistungsbedarf niedriger, zum Beispiel bei Schwadablage, sind Kraftstoffein­ sparungen möglich. Steigt der Leistungsbedarf, zum Beispiel beim Überladen, steht die volle Motorleistung unmittelbar wieder zur Verfügung. Ein weiteres Einspar­ potenzial ergibt sich durch die Herabsetzung der Volllast-Drehzahl auf 1900 U/min und die Absenkung der Leerlauf-Drehzahl auf 850 U/min.

Neues Topmodell

Einsteigen und arbeiten

Mit dem «Tucano 580» – ausgestattet mit dem «APS Hybrid»-Dreschsystem – schliesst ein neues Topmodell diese Bau-

Bei den «Tucano»-Modellen wird ein neues, vielseitig verstellbares Bedien­terminal verbaut, das in Kombination mit der neu


Neuheiten | Markt

«Torion Sinus»-Radlader

Neue «Rollant»

Claas nimmt in der Kooperation mit Liebherr weitere Radlader in das Programm auf. Die drei neuen «Torion»-Modelle tragen die Zusatzbezeichnung «Sinus», weil sie dank einer Kombination von Knicklenkung (allerdings dann 30° statt 40°) und Achsschenkellenkung hinten (25°) einen harmonisch engen Wenderadius ermöglichen, der um 10 % geringer als bei den rein knickgelenkten Maschinen ist. Die Hinterachslenkung wird durch eine mechanische Verbindung zwischen Vorderwagen und der Achsschenkellenkung an der Hinterachse realisiert. Der Hydraulikzylinder im Knickgelenk bewegt beim Lenken automatisch auch die Hinterachse. Bei allen drei Modellen ist ein Knickpendel verbaut, damit ein fester Stand selbst in unebenem Gelände gewährleistet ist. Es gleicht seitliche Bewegungen des Vorderwagens aus. Die hydrostatisch angetriebenen Modelle «Torion Sinus 956», «644» und «537» sind im mittleren Leistungssegment angesiedelt (Hubhöhe von 3,22 bis 3,72 m, Kipplast von 3750 bis 5575 kg und Motorleistung von 68 bis 106 PS) und erreichen eine Endgeschwindigkeit von 40 km/h.

gestalteten Armlehne dem Fahrer eine intuitive Bedienung aller wesentlichen Funktionen des Mähdreschers ermöglicht. Das «Cebis» kann wie gewohnt über ein Be­ dienfeld, aber auch direkt auf dem Touch-Bildschirm gesteuert werden. Alle Einstellungen nimmt der Fahrer intuitiv vor – wie beim Smart­ phone. Alle wesent­ lichen Maschinenfunktionen sind aber auch per Schalter auf der Armlehne direkt verstellbar. Dieser Schnellzugriff wurde um ein Favoriten­ management ergänzt. Der Fahrer kann individuelle Funktionen für die Maschinenbedienung ablegen und kann sie über ein Bedienfeld am Multifunktionshebel schnell wieder aufrufen.

Fahrerassistenz Das aus der Baureihe «Lexion» bekannte Fahrerassistenzsystem zur automatischen Gutflusskontrolle gibt es nun auch beim «Tucano». Eine fortlaufende Drehzahlüberwachung von Dreschwerk, Restkornabscheidung, Strohhäcksler und Mo-

tor vermeidet Verstopfungen der Maschine und Überlastung. Damit kann der Mähdrescher auch unter heterogenen Bedingungen und von weniger erfahrenen Fahrern näher an der Leistungsgrenze gefahren werden. Ebenfalls vom «Lexion» kommt die Funktion «Auto Slope», welche die Gebläsedrehzahl kontinuierlich an die Längsneigung der Maschine anpasst. Die Reinigung arbeitet auch unter wechselnden Bedingungen bergauf und bergab immer optimal. Weiter gibt es beim «Tucano» praktische Details wie • Staubabsaugung am Einzugskanal für eine bessere Sicht bei staubigen Bedingungen und Dunkelheit, • Anzeige der Überkehr am Terminal mit Bewertung der Verluste, • mehr Stauraum für Werkzeug und Wartungsteile, • zusätzliche und grössere Wartungsklappen für Motor und Restkornabscheidung sowie

Die Mähdrescher vom Typ «Tucano» werden nun auch hangtauglich und können – wie hier beim Modell «Tucano 560» – Neigungen bis 18 % ausgleichen.

Die neue Festkammerpresse «Rollant 540» presst Ballen mit 1,25 m Durchmesser und 1,22 m Breite. Die verbauten Walzen sind wie das Chassis aus stärkerem Material konstruiert. Die Binde­ einrichtung arbeitet wahlweise mit Netz oder Folie, wobei der Wechsel werkzeuglos erfolgt. Optional gibt es die Zentralschmier-Einrichtung, das «MPS II»-System für die zusätzliche Verdichtung der Ballen, einen doppelten Rollenniederhalter und ein Schneidwerk mit 15 Messern, die sich von der Kabine aus einschwenken lassen. Ebenso kann der Messerboden bei Verstopfungen direkt aus der Kabine abgesenkt werden.

• einen Wassertank zur Handreinigung an Bord.

Fazit Claas macht mit diesen Updates einige technische Entwicklungen, die bisher nur im «Lexion» verbaut wurden, nun auch beim «Tucano» verfügbar. Der erhältliche Hangausgleich beim «Tucano» wird dieser Serie in der Schweiz sicher etwas Schwung verleihen. Wo die Verkaufspreise dieser neuen «Tucano»-Modelle dann liegen werden, ist derzeit noch nicht bekannt

Das Bedienterminal «Cebis» wurde für die Baureihe «Tucano» überarbeitet. Man kann nun per Touchscreen oder Schalter auf der Armlehne die Funktionen verstellen. Bild: J. Paar

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Markt | Neuheiten

Mit neuen Raupen Für die kommende Saison 2019 lanciert John Deere bei seinen Mähdreschern zahlreiche Innovationen. Insbesondere die modifizierten Raupen sollen neue Massstäbe setzen. Roman Engeler

Die neuen Raupenlaufwerke für die Baureihen «S» und «T» sollen gemäss John Deere 20 % mehr Komfort, 30 % mehr Aufstandsfläche und 50 % mehr Dauerhaltbarkeit bieten. Durch das längere Band haben die 24-Zoll-Laufwerke die gleiche Aussenbreite wie vergleichbare Lösungen mit 30 Zoll – und das bei vergleichbarer Aufstandsfläche. Die «S»-Serie und die 6-Schüttler aus der Baureihe «T» bleiben mit den 24 Zoll breiten Raupen unter einer Aussenbreite von 3,50 m.

Mähdrescher-Markt Schweiz Gemäss Statistik der eidgenössischen Zollverwaltung wurden von Juni 2017 bis Mai dieses Jahres 37 neue Mähdrescher in die Schweiz eingeführt – ebenso viele waren es in der Zeitperiode von Juni 2016 bis Mai 2017. Ein Blick auf die Marken zeigt, das New Holland mit 13 Einheiten vor John Deere mit 11 Stück und Claas mit 7 Dreschern die Rangliste anführt. Modellseitig ist mit 8 Einheiten der John Deere «T560» der meistverkaufte Mähdreschertyp in der Schweiz, vor dem New Holland «CX 5.90», von dem 4 Stück eingeführt wurden. Die eingeführten Drescher stammen aus Deutschland, Italien, Belgien, Polen und Kroatien.

Auf der Strasse ist eine Geschwindigkeit von 40 km/h möglich. Die neuen Raupen sind fünffach gelagert, weisen also fünf Drehpunkte auf und sind progressiv gefedert. Die Maschinen stecken Bodenunebenheiten elegant weg und dank geringerer Vibrationen verbessert sich auch der Fahrkomfort. Neu sind die Raupen mit vier statt drei Gewebelagen versehen, was den Verschleiss reduzieren respektive die Lebensdauer um die erwähnten 50  % erhöhen soll. Weiter wurde das Design der Lauffläche angepasst, die Stollen sind jetzt höher und stehen in einem Winkel von 55°. Die Laufwerke sind im Dreiecksformat gebaut. John Deere spricht von einem positiven Antrieb. Die Raupen ziehen sich vorne immer hoch und sinken im weichen Boden nicht tiefer ein.

einen neuen Separatorkorb («T»-Serie), bei dessen Ende die Gussfinger durch neue, patentierte Abscheidesegmente ersetzt wurden, was den Gutfluss beschleunigen soll. Dann ist der Abstand zwischen Wendetrommel und Korb reduziert, so dass aggressiver abgeschieden werden kann. Die Zahl der paarweise gegenläufigen Zuführschnecken zum Vorreiniger wurde von sieben auf sechs verringert, so dass die Verteilung des Ernteguts nun gleichmässiger erfolgt. Innovationen gibt es auch bei den kleineren Modellen «W330» und «W440» in Form von grösseren Kabinen (15 % mehr Platz) und neuem Touchscreen-Display mit intuitiver Bedienung, inklusive automatischer Mähdreschereinstellung bei Trommelgeschwindigkeit, Gebläsedrehzahl oder Dreschkorbabstand.

Neuerungen auch im Innern Neuerungen gibt es bei den Serien «W» und «T» auch an den Dreschkomponenten, die an mehreren Positionen verändert wurden. So kann eine mitgeführte, exklusive Reibleiste zur Erhöhung der Druschintensität schnell eingeschwenkt werden. Zudem kann der Dreschkorb einfach ausgetauscht werden. Dieser Vorgang soll bei einem geübten Fahrer nur noch 15 Minuten dauern. Weiter gibt es

Video zum John Deere «T670i» mit neuem Raupenlaufwerk Weitere Filme zu landtechnisch interessanten Themen auf unserem YouTube-­ Kanal «Schweizer Landtechnik».

Bei den neuen Raupen soll die fünffache Lagerung zu wesentlich mehr Fahrkomfort im Mähdrescher führen. Bild: R. Engeler

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Transporttechnik

Wechselfahrgestell oder Hakenliftanhänger? In der Landwirtschaft werden unterschiedliche Güter mit verschiedenen Eigenschaften transportiert. Daher kommen sehr viele unterschiedliche Fahrzeuge zum Einsatz. Ein Vergleich zwischen Wechselfahrgestell und Hakenliftanhänger. Romain Fonk*

Aufgrund des hohen Kostendrucks interessieren sich viele Betriebe für Wechselfahrgestelle oder Hakenliftanhänger, die mit unterschiedlichen Aufbauten für viele Transporte flexibel genutzt werden können. Durch den Einsatz verschiedener Aufbauten lassen sich mit beiden Systemen extrem hohe Auslastungen erreichen. Im Falle einer Neuanschaffung sollte man daher bei der Fahrwerkstechnik – insbesondere bei Achsen, Bremsen und Bereifung – nur beste Komponenten auswählen. Bei Anwendungen mit häufigem Wechsel zwischen Feld und Strasse sollte unbedingt auch die Ausstattung mit einer Reifendruckregelanlage ins Auge gefasst werden. Der angepasste Luftdruck schont den Boden im Feld und verringert den Kraftstoffverbrauch auf der Strasse. Ein weiteres Argument, das für die Anschaffung eines Wechselsystems oder eines Hakenliftanhängers spricht, ist die Tatsache, dass nur ein Fahrwerk eingelöst und bei der technischen Kontrolle vorgeführt werden muss.

lock»-Verschlüssen. Zu beachten ist der höhere Platzbedarf, der zum Abstellen der einzelnen Aufbauten nötig ist. Schade ist, dass Wechselaufbauten und Fahrwerke unterschiedlicher Hersteller meist nicht untereinander kombinierbar sind. Die Verriegelungssysteme und die Verriegelungspunkte sind in der Regel nicht genormt, so dass jeder Hersteller sein eigenes System hat.

Hakenliftanhänger Hakenliftanhänger haben meist ein hohes Eigengewicht und eine geringere Nutzlast. Trotzdem erfreut sich das System grosser Beliebtheit. Mit nur einem Hakenlift-Fahrgestell können eine Vielzahl von Containern genutzt werden. Das schnelle Aufziehen und Absetzen ermöglicht es in kurzer Zeit, die unterschiedlichsten Aufbauten zu nutzen. Vor allem eignet sich das Fahrzeug für Arbeiten, bei denen

die Container stationär befüllt werden müssen. Grössere Fahrzeuge verfügen, wegen der benötigten Ölmengen, häufig über eine eigene Bordhydraulik. Die Ausstattung mit einer Funkfernbedienung erlaubt das Bedienen des Hakenlifts auch ausserhalb der Schlepperkabine. Dies kann insbesondere in engen und niedrigen Gebäuden ein Vorteil sein, um die Vorgänge (Ab­setzen, Aufziehen, Kippen) besser beobachten zu können. Beim Aufziehen eines voll beladenen Containers kann es zu negativen Stütz­ lasten kommen. Um zu verhindern, dass die Schlepperhinterachse zu stark ent­ lastet wird, bieten die Hersteller ver­ schiedene technische Möglichkeiten an. Meist wird ein zusätzlicher Zugzylinder zwischen Schlepper und Anhänger verbaut, um die Standsicherheit des Schleppers zu verbessern. Die Verriege-

Wechselfahrgestelle Diese Variante hat in der Regel ein gutes Verhältnis zwischen Eigengewicht und Nutzlast. Durch den vielseitigen Einsatz der Aufbauten wie Aufbaustreuer, Häckselaufbau, Wannenkipper oder Tankaufbau können solche Systeme während des ganzen Jahres voll genutzt werden. Das Wechseln ist in den meisten Fällen innerhalb von einer halben Stunde erledigt. Dabei ist es jedoch hilfreich, wenn mindestens eine weitere Person den Fahrer einweist und ihm zur Hand geht. Die Verriegelung der Aufbauten erfolgt meist manuell mit sogenannten «Twist-

* Romain Fonk ist Geschäftsführer von Lohnunternehmen Schweiz.

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Durch den Einsatz mehrerer Aufbauten lässt sich das Fahrwerk, sowohl beim Wechselfahr­ gestell als auch beim Hakenliftanhänger, ganzjährig auslasten. Bilder: Joskin


Transporttechnik

Vor- und Nachteile Wechselfahrgestell

Hakenliftanhänger

Die Aufbauten sind meist nicht markenübergreifend auf mehreren Fahrgestellen nutzbar. Jeder Hersteller kocht sein eigenes Süppchen was die Position und die Art der Verbindungseinheiten angeht.

Grosse Flexibilität und gute Kompatibilität zwischen verschiedenen Fahrzeugen und den meist genormten Containern. Dies ermöglicht auch die flexible Nutzung der Aufbauten mit dem Lkw der dem Traktor-Gespann.

Der Wechsel der verschiedenen Aufbauten bedarf manchmal mehrerer Personen und dauert, je nach Komplexität des Aufbaus, zwischen 10 Minuten und 2 Stunden.

Einmannsystem: meist kann eine Person alleine, in sehr kurzer Zeit den Containeraufbau wechseln.

Gebrauchte Aufbauten kann man meist nur im Verbund mit dem Fahrgestell verkaufen. Aufgrund der sehr schlechten Kompatibilität mit anderen Fahrgestellen lassen sich Aufbauten alleine meist nur sehr schlecht vermarkten.

Der Markt für Containermulden ist sehr gross daher sind die Preise relativ niedrig und es gibt zudem ein grosses Angebot von gebrauchten Mulden. Gebrauchte Anhänger und gebrauchte Container lassen sich relativ leicht vermarkten.

Aufbauten, die einen Zapfwellendurchtrieb bis an die Hinterseite benötigen (z. B. Miststreuer), lassen sich auf einem Wechselfahrgestell leichter und kostengünstiger realisieren.

Zapfwellendurchtriebe bis an die Hinterseite des Containers sind nur mit grösserem Aufwand realisierbar.

Zur besseren Bodenschonung sind hohe Bereifungen (bis 1,50 m) beim Wechselfahrgestell problemlos möglich.

Höhere Bereifungen vergrössern den Aufzugswinkel der Container. Daher werden meist nur Bereifungen bis 1,25 m Höhe verbaut.

Für das Abstellen und den sicheren Stand der Wechselaufbauten braucht es eine ebene und gut befestigte Fläche. Ein Abstellen auf unebenem Untergrund kann gefährlich sein und das Wiederaufbauen deutlich erschweren.

Die Abrollcontainer mit ihren langen Längsträgern stehen selbst auf unbefestigtem Boden stabil und können ohne weiteres wieder aufgenommen werden.

Durch die seitlich überstehenden Abstellstützen benötigen die abgestellten Wechselaufbauten deutlich mehr Abstellfläche als herkömmliche Fahrzeuge oder Containeraufbauten.

Containeraufbauten können platzsparend abgestellt werden.

Die Aufbauten können nur leer abgestellt werden.

Unempfindliche Ladung kann in den Containern zwischengelagert werden. Das höhere Eigengewicht der Hakenliftanhänger stellt höhere Anforderungen an das Zugfahrzeug. Ausserdem wird die Stützlast beim Aufziehen der Container negativ beeinflusst wodurch es einen schwereren Traktor braucht.

Das geringere Eigengewicht bei Wechselfahrgestellen erlaubt das Arbeiten mit etwas leichteren Traktoren.

In keinem Fall sollte bei der Fahrwerkstechnik gespart werden, jedoch werden beim Wechselfahrgestell die Achsen und Reifen weitaus weniger belastet als beim Hakenliftanhänger.

Auch die Fahrwerkstechnik wird beim Hakenliftanhänger mehr belastet. Beim Aufziehen von geladenen Containern entstehen extreme Belastungen für die Achsen und Reifen der hinteren Achsen. Dem gilt es bei der Bestellung bzw. bei der Konzeption eines Fahrzeugs Rechnung zu tragen und nur hochqualitative Komponenten zu verwenden.

Geringes Eigengewicht, daher mehr Nutzlast.

Hohes Eigengewicht, daher weniger Nutzlast.

Günstigere Preise für die Fahrgestelle. Teurere Preise für die Aufbauten (meist Sonderanfertigungen).

Hohe Anschaffungskosten für den Anhänger.

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Transporttechnik

Dem Aufzugswinkel ist bei einem Hakenliftanhänger unbedingt Rechnung zu tragen. Schüttgüter wie Raps beginnen schnell zu fliessen und können so über die Wände der Mulde überschwappen.

Hakenliftanhänger eignen sich vor allem bei Arbeiten, bei denen die Aufbauten stationär befüllt werden müssen. Bilder: R. Fonk

lung des Containers erfolgt meist hydrau­ lisch. Durch dieses Transportsystem können Transportengpässe entzerrt, Wartezeiten vermieden und Fahrer eingespart werden. Die Container werden in der Regel an der Beladestelle abgesetzt und nach und nach beladen. In dieser Zeit können be­ reits gefüllte Container abtransportiert werden. Somit ist das Transportfahrzeug ständig im Einsatz. Um die Flexibilität die­ ses Systems voll ausschöpfen zu können, ist es wichtig, dass ausreichend viele Wechselcontainer zur Verfügung stehen. Interessant ist auch die Möglichkeit, die Container sowohl mit dem Schlepper als auch mit dem Lkw transportieren zu kön­ nen. Der Lkw, der noch einen zweiten Container auf einem Anhänger mitneh­ men kann, ist bei weiten Strecken deut­ lich kostengünstiger und auch schneller als der Traktor. Das Thema «Aufzugswinkel» ist bei der Auswahl eines Hakenliftanhängers unbe­ dingt zu berücksichtigen. Denn, je gerin­ ger der Winkel und je flacher der Con­ tainer aufgezogen werden kann, desto mehr Gewicht kann man hochziehen. Zu­ dem wird das Überschwappen der La­ dung verringert. Besonders Raps fängt schnell an zu fliessen, und bei einem Kippwinkel von mehr als 30º kann es kri­ tisch werden. Ein ausreichender Sicher­ heitsabstand zur Oberkante der Bord­ wand im hinteren Bereich des Containers ist daher empfehlenswert. Hakenliftanhänger sind technisch auf­ wändig und in der Anschaffung teuer. Daher ist es unabdingbar, dass der Ha­ kenliftanhänger eine hohe Auslastung hat und möglichst viele Transportaufga­ ben übernehmen kann.

Fazit

Die Verriegelung der Wechselaufbauten erfolgt meist mit sogenannten «Twistlock»-Verschlüssen.

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Beide Systeme bieten interessante Anreize, haben selbstverständlich aber auch sys­ tembedingte Nachteile. Es gibt daher kein gutes oder schlechtes System. Es muss zum jeweiligen Betrieb passen. Allgemein kann man sagen, dass Wechselfahrgestel­ le durch das geringere Eigengewicht und die Möglichkeit, grössere Bereifungen auf­ zuziehen, sich eher für den Feldeinsatz (mit Miststreuern oder Häckselaufbauten) auszeichnen. Hakenliftanhänger sind da­ gegen oft Schlüsselfahrzeuge in der Trans­ portlogistik vieler Betriebe. Die Einsparung von Transportfahrzeugen einschliesslich Traktor und Fahrer, die Flexibilität, die mit den Containern möglich ist, sind deren einschlägige Argumente.


Transporttechnik

Der von ZF entwickelte Gabelstapler: 1 = elektromechanische Lenkung «eSteer»; 2 = elektrischer Einzelradantrieb «eTrac». Bilder: ZF

Der «DeepLearning»-­ fähige Prozessor ZF «ProAl» ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen ZF und Nvidia.

Sehen, «Denken», Handeln Auf Vorrat produzieren war gestern – Just-in-time-Fertigung und Internetbestellungen, das ist Gegenwart. Das heisst Güter schnell, effizient und schadlos transportieren. Gleichzeitig muss das Gefahrenpotential für Mitarbeiter minimiert werden. Die Logistikbranche ist gefordert. Ruedi Hunger Die ZF Friedrichshafen AG hat an der diesjährigen Hannover Messer 2018 (nicht zu verwechseln mit der Agritechnica) eine Lösung gezeigt, um mit den Herausforderungen «schnell, effizient und schadlos transportieren» zeitgemäss umzugehen. ZF präsentierte mit dem «Innovation Forklift» einen Stapler, der mit zusätzlicher Umfeldsensorik ausgerüstet ist. Das heisst mit Radar- und Kamerasystemen zur 360°-Umfeldüberwachung. Damit wird der Fahrer unterstützt und entlastet, indem der Fahrzeug-Rückraum überwacht ist und der Fahrer vor Hindernissen oder Personen im Gefahrenbereich gewarnt wird.

Begriffe • «Deep Learning» ist Teil der künstlichen Intelligenz und bedeutet übersetzt: tiefgehendes Lernen. Was wiederum die Bezeichnung von Optimierungsmethoden «künstlicher neuronaler Netze» bedeutet. (Wikipedia) • «Driveline»-Elemente: Antriebs­ komponenten

Stapler mit «Driveline»-Elementen

Zukunftsweisende Technologie Digitalisierung, Automatisierung, Elektrifizierung, Vernetzung. Vereint weisen diese Bereiche den Weg zum autonomen Flurförderfahrzeug auf der Basis von «Technik 4.0». Dank einem leistungsfähigen Elektroantrieb und einer Hublast bis 3,5 t stösst dieser Stapler in den Bereich der heute noch im Outdoor-Einsatz weitverbreiteten dieselgetriebenen Stapler vor. ZF hat den emissionsfreien, rein elektrischen Antrieb zusammen mit dem Energiemanagement so optimiert, dass eine Batterieladung mindestens eine Arbeitsschicht hält.

Künstliche Intelligenz

Zur Anwendung kommt einerseits die elektromechanische Lenkung «ZF-eSteerEps 3», welche die bisherige hydrostatische Lenkung ersetzt. Laut ZF reduziert sich der Energiebedarf damit um mehr als zehn Prozent. Anderseits kommt der Zwei-Motoren-Antrieb «ZF-eTrac GP» zur Anwendung.

Erfasst die Umfeldsensorik Personen oder Hindernisse, führt dies zum sofortigen Stopp oder falls möglich zum Umfahren des Hindernisses. Bereits heute kann das Fahrzeug selbständig Aufträge priorisieren und damit über eine optimale Reihenfolge bzw. mögliche Fahrroute entscheiden. Gerade diese Funktionen haben auf dem Weg zum autonomen Stapler noch Die Umgebung verstehen grosses Ausbau-Potential. Ein wesentliDie Entwicklung des «ProAl»-Prozessors cher Faktor auf diesem Entwicklungsweg ist ein Gemeinschaftsprojekt von ZF und ist die Vernetzung mit der Infrastruktur Nvidia*. Mit Hilfe von Deep-Learning-­ oder anderen Fahrzeugen. Sensorinformationen kann das Fahrzeug sowohl teilautomatische als auch voll­ Fazit automatische Funktionen übernehmen. Die Zukunft ist nicht irgendwann – die Das heisst, die verschiedenen Sensor­ Zukunft hat jetzt begonnen. Das cloudbadaten werden vom Zentralcomputer sierte Flottenmanagement erlaubt es, die ZF-ProAl auf der Basis einer KünstliDaten der einzelnen Gabelstapler zu verwalten und auszuwerten. Beispielsweise chen-Intelligenz-Software ausgewertet. wird bei allen Fahrten der aktuelle LadeSolche Software hat sich bereits bei Traktoren und Pkws bewährt. Intelligente zustand der Batterie festgehalten und das Aktoren wie die elektrische HinterachsSystem plant den Aufladezeitpunkt. lenkung für Gabelstapler und der elektrische Einzelradantrieb setzen die Hand* Nvidia ist einer der grössten Entwickler von lungsanweisungen der elektronischen Grafikprozessoren und ist in Santa Clara, Kalifornien, beheimatet. Steuerung um. 8 2018 Schweizer Landtechnik

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Transporttechnik

Kuppeln mit Köpfchen Bei der Verbindung zwischen Traktor und Anhänger versteht die Polizei keinen Spass. Damit es bei der Kontrolle keine Probleme gibt, muss immer geprüft werden, für welche Lasten die Kupplungen zugelassen sind. Urs Rentsch, Heinz Röthlisberger

diese einzuhalten, das heisst, es sollen nur die zusammenpassenden Kupplungsein­ richtungen an Anhänger und Traktor kom­ biniert werden. Zusammen mit den vom Hersteller garantierten Gewichtslimiten besteht auch wirklich die Gewähr, dass die gelenkige Verbindung Bodenunebenhei­ ten und Kurven schadlos ausgleichen kann. Wichtig: Die zulässigen Stütz- und Anhängelasten werden auch vom Traktor­ reifen, Reifendruck und von Spurweiten beeinflusst. Die entsprechenden Angaben sind für den jeweiligen Traktor der Be­ triebsanleitung zu entnehmen und im Fahrzeugausweis eingetragen.

Obenanhängung

Egal ob Kugel- oder Zugmaulkupplung: Wichtig ist, dass die Kupplungseinrichtungen an Anhänger und Traktor zusammenpassen und dass die Gewichtslimiten überprüft werden. Bilder: H. Röthlisberger, Archiv, John Deere

Die höhenverstellbare Bolzenkupplung, oder auch Zugmaul genannt, ist bei den Schweizer Bauern nach wie vor die am meisten eingesetzte Verbindung zwischen Traktor und Anhänger. Vor allem bei gros­

sen Traktoren setzt sich die Kugelkopf­ kupplung immer mehr durch. Ob für die Bolzen-, Kugelkopfkupplung oder für die Unten- oder Obenanhängung: für alle gibt es Normen. Um Schäden zu verhüten, sind

Die Zugmaulkupplung ist einfach zum Nutzen und leicht zum Ankuppeln. Bolzen und Öse haben aber immer Spiel. Das führt zu erhöhtem Verschleiss.

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Standard und deshalb weit verbreitet ist die Obenanhängung. Anhängevorrich­ tungen dieser Gruppe sind am Traktor starr oder höhenverstellbar montiert und müssen um die Längsachse drehbar sein. Nebst handbetätigten kommen ver­ mehrt halbautomatische Kupplungen zum Einsatz. Man kann zwischen kraft­ schlüssigem und formschlüssigem Kupp­ lungsprinzip unterscheiden: • Kraftschlüssig: Ein Zugmaul mit glattem Bolzen (Ø 32 mm), gekuppelt mit einer DIN-Zugöse (Ø 40 mm), hat in der Boh­ rung schon ein (notwendiges) Spiel von 8 mm. • Formschlüssig: Wird eine Anhängevor­ richtung mit konvexem, sog. «balligem», Längsprofil des Bolzens (Ø 38 mm) ausge­ stattet und dann mit einer DIN-Zugöse (Ø 40 mm) gekuppelt, liegt die Zugöse re­ lativ gleichmässig um den Bolzen an. Der Vorteil der Obenanhängung ist ihre Viel­ seitigkeit, weil fast alle bisherigen Trans­ port- oder Arbeitsanhänger kuppelbar sind. Nachteilig ist die Vorderachsentlas­

Die Kugelkopfkupplung ist in den letzten Jahren stark aufgekommen. Vorteile sind die tiefe Anhängemöglichkeit sowie die grossflächige und spielfreie Verbindung von Anhänger und Traktor.


Transporttechnik

tung bei Zugarbeiten, sodass die Lenk­ fähigkeit des Traktors eingeschränkt ist und sich die Frontballastierung aufdrängt. Die zulässige Stützlast am Zugmaul (Herstellerschild) kann den Einsatz begrenzen.

Untenanhängung Gegenüber dem Zugmaul ergeben sich mit der Untenanhängung Vorteile durch höhere Stützlasten und damit eine bessere Traktion des Zugfahrzeuges. Liegt der Kupplungspunkt unterhalb der Hinterachsmitte des Traktors, ergibt sich eine insgesamt bessere Fahrdynamik des Anhängerzuges. «Piton-Fix»: Der «Piton-Fix» ist im Wesentlichen eine Platte mit feststehendem Bolzen (Ø 47 mm) am Traktor unterhalb der Zapfwelle. Damit die Zugöse über den Bolzen gehoben werden kann, muss der Anhänger mit einer höhenverstellbaren Stütze versehen sein. Nach dem Ankuppeln wird mittels Querbolzen oder Niederhalter gesichert. «Hitch»-Haken: Der «Hitch» ist ein beweglicher Haken. Er ist mit dem Hubwerk

Der Hitchhaken hat sich bei uns nicht durchgesetzt. Von Nachteil ist die geringe Kontaktfläche zur Zugöse, was zu erheblichem Verschleiss führen kann.

Piton-Fix-Kupplung: Von Vorteil ist die tiefe Anhängemöglichkeit, von Nachteil, dass der Anhänger auf die Kupplung mithilfe eines Stützrades herabgelassen werden muss.

verbunden und rastet in der obersten Stellung automatisch ein. Damit genügt am Anhänger eine feste Stütze, denn die Zugöse «kann gefangen» werden. Obwohl in den angelsächsischen Ländern weit verbreitet, hat sich der Hitch bei uns

Zugmaul oder Kugelkopfkupplung? Zugmaul Vorteile: Die Zugmaulkupplung ist robust gebaut und kann auch negative Stützlasten vertragen. Einfach zum Nutzen und leicht zum Ankuppeln. Ist technisch ausgereift und einfach bei der Verstellung der Kupplungshöhe. Zulassung für alle Anhänger und Geräte. Der Fahrer hat meist ein gutes Blickfeld auf die Kupplung. Ist die am weitesten verbreitete Anhängerkupplung. Für ein noch einfacheres Anhängen gibt es Automatikkupplungen. Bei dieser Anhängerkupplung ist der Sicherungsbolzen fest verbaut und springt automatisch in seine Position. Für das Lösen muss man lediglich einen kleinen Handhebel betätigen. Nachteile: Weil Bolzen und Öse immer Spiel haben, gibt es einen erhöhten Verschleiss. Es kann vorkommen, dass die Gelenkwelle bei einer Bolzenkupplung nur umständlich angekuppelt werden kann. Bei der Untenanhängung kann der Verriegelungsmechanismus stören, bei der Obenanhängung ist es oft eng unter der Deichsel.

Kugelkopfkupplung Vorteile: Verbindung mit sehr geringem Spiel. Sie eignet sich für hohe Stützlasten. Mit dem Übertragen von Gewicht auf die Hinterachse kann das die Traktion des Traktors erhöhen. Schwere Anhänger lassen sich sicher und komfortabel ziehen. Die Kugelkopfkupplung ist ein geschlossenes System. Daher weniger Missbrauchsgefahr. Bei Unten­anhängung ist die Gelenkwelle oberhalb der Deichsel, dadurch lässt sich die Gelenkwelle leicht ankuppeln. Nachteile: Ist die Kugel tief montiert, hat der Fahrer teils schlechte Sicht auf die Kupplung. Hat der Fahrer keine Sicht und kuppelt nur auf Gefühl, kann das je nach Situation zu Schäden führen. Schäden kann es auch geben, wenn beim Kuppeln Traktor und Anhänger zu schräg gegeneinander­ stehen. Der Austausch verschlissener Teile ist aufwendig und teuer. Die Kombination von neuen und eingelaufenen Teilen kann den Verschleiss er­ höhen.

nicht durchsetzen können. Piton-Fix und Hitch sind für hohe Stützlasten bis 3 t zulässig. Zudem müssen weder Anhängevorrichtung noch Zugöse in Längs­ richtung drehbar sein. Dies setzt aber voraus, dass die Zugöse als «Hitch-Ring» (Ø 50 mm) ausgestaltet ist. Vorteil des Hitchhakens sind die tiefe Anhängemöglichkeit, der einfache Kupplungsvorgang und die gute Winkelbeweglichkeit. Von Nachteil ist die geringe Kontaktfläche zur Zugöse, wodurch es zu erheblichem Verschleiss kommen kann. «Kugelkopfkupplung 80»: Die «Kugelkopfkupplung 80» eliminiert verschiedene Nachteile der bisherigen Systeme, die wegen des mehr oder weniger grossen Spiels zwischen Kupplungsbolzen und Öse auftreten, was sich bei schneller Fahrt logischerweise in unerwünschten Stössen (Impulsen) für den Traktorlenker auswirken kann. Bei der Kugelkopfkupplung nimmt die Kugel am Traktor die Kugelschale am Anhänger mit einer grossen Auflagefläche und sehr geringem Spiel auf. Trotzdem ist Gelenkigkeit in allen Richtungen gewährleistet. Ein merkbares Spiel, das zum Schlagen führen könnte, ist unmöglich. Um die enge Passung über eine lange Zeit zu gewährleisten, muss die Kugelfläche regelmässig geschmiert werden. Zugpendel: Das Zugpendel ist für die Traktion von Arbeitsanhängern vorge­ sehen und für den Transport von An­ hängern nicht geeignet. Insbesondere ist die garantierte Stützlast im Allgemeinen sehr gering. Das Thema «Anhängekupplungen» ist auch im SVLT-Flyer «Clic – Sichere Verbindung mit richtigem Spiel» zusammengefasst. Download unter www.agrartechnik.ch

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Transporttechnik

Gewicht auf dem Smartphone Agrarspezialisten der BPW-Gruppe haben den bisherigen Fahrwerkcomputer für das «Agro Hub»-Fahrwerk weiterentwickelt und mit zusätzlichen Achslastsensoren ausgerüstet. Ruedi Hunger

Gerade während der Erntezeit von Frühjahr bis Herbst ist es wichtig, wenn der Fahrer über sein Anhänger- bzw. Ladegewicht im Bild ist. Zwar sind diese Anhänger-­ Wiegesysteme nicht eichfähig, da sie einen Toleranzbereich von +/– zwei Prozent aufweisen, doch für eine Ertragserfassung, zur internen Gewichtserfassung und vor allem zur Bestätigung der Ladegewichte für den Fahrer ist diese Ungenauigkeit tolerierbar. Nicht aber dort, wo handelbare Gewichte erfasst werden. Es sei denn, Käufer und Verkäufer – beispielsweise Lohnunternehmer und Kunde – sind sich des Problems bewusst und handeln in gegenseitigem Einverständnis, dies am besten schriftlich festgehalten.

Sensoren im Fahrwerk geben Auskunft über dessen Nutzung. Bilder: BPW

Mit Achslastsensoren Nun haben Agrarspezialisten der BPWGruppe ihren bisherigen Fahrwerkcomputer für das «Agro Hub»-Fahrwerk weiter­ entwickelt. In seiner Grundkonfiguration war der Computer darauf ausgerichtet, die Laufleistung der Fahrwerke für landwirtschaftliche Transportanhänger zu erfassen. Die Weiterentwicklung, welche erstmals zur Agritechnica 2017 vorgestellt wurde, besteht aus der Integration von zusätzlichen Achslastsensoren, über die der Fahrer das Gewicht eines Anhängers laufend erfassen und speichern kann.

Wiegen ist keine Neuheit Die Möglichkeit der Gewichtserfassung bei Anhängern ist nicht neu. Das Neue beim «BPW Agro Hub» ist, dass neben der Laufleistung des Fahrwerks, in Form von Stunden und Kilometern, nun auch das Gewicht erfasst wird. Ebenfalls neu ist, dass für die Datenübermittlung kein 26

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festes Kabel und keine feste Montage eines Anzeigegerätes notwendig sind.

Infos per App Die Informationen werden über die «BPW Agro App» kabellos an Android-Smartphones und -Tablets und neu auch über Isobus-Kommunikationskanäle an das Anzeigegerät der Arbeitsmaschine übertragen. BPW gewährleistet mit der kabellosen Datenübermittlung eine sichere Verbindung zwischen Anhänger und Traktor. Dies wiederum gewährleistet, dass der Fahrer die Fahrwerkinformationen, dazu gehört auch das Gewicht, stets im Blick hat. Zusätzlich wird der Fahrer (Betreiber) mittels eines Warnsignals automatisch an zuvor definierte Wartungsintervalle erinnert.

Genauigkeit zwei Prozent Das neue Wiegesystem, beziehungsweise die Sensoren, messen das Gewicht ei-

nes Anhängers auf rund zwei Prozent genau. Auf den ersten Blick sind das kleine Abweichungen (bei einer 10-TonnenLadung maximal 200 Kilogramm). Wer aber einen Anhänger mit einem Wiege­ system einsetzt, der rechnet seine Leistungen (Lohnunternehmer) über das Gewicht ab. Landwirtschaftliche Produkte,

Toleranz Auf Anfrage teilte das «Kantonale Eichamt Graubünden GR+1» mit, dass es eichfähige Waagen für Fahrzeuge (Lkw) gibt. Diese werden mit Wägezellen realisiert. In der Regel werden vier Zellen verbaut. Laut Verordnung 941.213 des EJPD über «nichtselbsttätige Waagen» beträgt die Toleranz für eichfähige Fahrzeug-Waagen maximal 20 kg bzw. 30 kg (Teilung 1.5).


Transporttechnik

Zur Firma BPW Die Firma BPW Bergische Achsen, mit Stammsitz in Wiehl (Deutschland), ist eine Unternehmergruppe, die weltweit im Bereich Transport und Logistik tätig ist. Neben der Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie zählt auch die Agrarindus­ trie zu den BPW-Kunden. Ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der BPW-Gruppe produziert 100 km östlich von Graz Fahrwerke für landwirtschaftliche Fahrzeuge und Maschinen.

die in offizielle Verkaufskanäle geliefert werden, können wegen der fehlenden Eichfähigkeit nicht damit abgerechnet werden. Die Stärke des Systems liegt sicher in der Erfassung innerbetrieblicher Produktelieferungen oder Ertragserhebungen. Weiter wird mit der Auswertung der Wiege­ daten die Fahrzeugnutzung schnell und einfach dokumentiert. Es ist also zur detaillierten Erfassung der Fahrwerkdaten in Tages- und Gesamtlaufleistung bzw. Stunden und Kilometern neu auch möglich, die Gewichte einfliessen zu lassen.

Fazit Luxus oder Standard – weder noch. Es wird nicht so sein, dass zukünftig jedes «Nullachtfünfzehn»-Fahrwerk mit einem

Vom Radkasten aufs Tablet oder Smartphone – per kabellose Kommunikation leitet «Agro Hub» die gemessenen Daten weiter.

entsprechenden System ausgerüstet sein wird. Nebenbei sei noch angemerkt, dass BPW-Achsen noch nicht zur Standard-­ Ausrüstung landwirtschaftlicher Anhänger in der Schweiz zählen. Diese – landläufig als «Lastwagen-Technik» – bezeichnete Ausrüstung wird aber mit steigenden Transportgewichten, weiteren Fahrstrecken und grösseren Geschwin-

digkeiten zunehmend aktuell und Lohnunternehmer werden sie in Anspruch nehmen. Auf Anfrage teilt die Firma BPW mit, dass es nicht einfach ist, den Preis für ein entsprechend ausgerüstetes Fahrwerk zu nennen. Die Frage des Preises wird daher wohl am besten mit dem jeweiligen Fahrzeug-/Anhängerlieferanten abgeklärt.

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Transporttechnik

Der Test-Anhängerzug: Traktor New Holland «T7.270» mit hydraulischer Zweileiter-Bremse ab Werk und zwei Drehschemel-Anhänger Fliegl «DK180» (je 18 t zulässiges Gesamtgewicht) mit aufgebautem «H2L»-Bremssystem von Paul Forrer. Bild: Paul Forrer AG

Tests erfolgreich bestanden Im Frühjahr 2018 fanden Fahr- und Bremsversuche mit einem hydraulischen ZweileiterBremssystem der Firma Paul Forrer statt. Unter praxisnahen Einsatzbedingungen wurden dabei die sicherheitstechnischen Anforderungen untersucht. Roman Engeler Voraussichtlich ab 2019 dürfen Traktoren und Anhänger auch in der Schweiz nur noch mit einem Zweileiter-Bremssystem – egal, ob hydraulisch oder pneumatisch – in Verkehr gebracht werden. Neu ist auch, dass Transportanhänger künftig über einen automatischen lastabhängigen Bremskraftregler (ALB) verfügen müssen, der den Bremsdruck und damit die Bremskraft selbstständig in Abhängigkeit des Beladungszustands des Anhängers anpasst.

Im Gegensatz zu Druckluftsystemen war es bei Fachleuten lange umstritten, ob die notwendigen Werte mit einem hydraulischen System für ein Gespann mit zwei Anhängern und insgesamt vier Achsen unter allen (Temperatur-)Bedingungen überhaupt erreicht werden können.

Breit abgestützter Test Eine Gruppe verschiedener, internationaler Hersteller von Anhängefahrzeugen und Achsen hat zusammen mit dem deutschen

Bremssystem «H2L» • Aufbau und Funktion der Bremsanlage entsprechen den Vorschriften der Verordnung «EU 2015/68». •A utomatische Notbremsung erfolgt bei Trennung der Bremsleitung (bei Ein- und Zweileiter-Betrieb), bei Trennung der Zusatzleitung oder bei Druckabfall in der Zusatzleitung (z. B. Pumpenausfall, Motor abwürgen etc.). • Automatische lastabhängige Bremskraftregelung (ALB) für die entsprechenden Fahrzeugklassen (z. B. Transportanhänger).

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•M ehrstufige Lastanpassung für die entsprechenden Fahrzeugklassen (z. B. gezogene Arbeitsmaschinen). •A uslegung des Bremssystems für alle Gesamtgewichtsklassen möglich. •D as Erreichen der geforderten Schwellzeiten (Auslösegeschwindigkeit der Bremse) von 0,6 Sekunden ist in jeder Gewichtsklasse und Anhängerkombination (z. B. mit Druckweiterführung) durch den Einbau des Relaisventils sichergestellt. •A nkuppeln an ein Einleiter-Bremssystem möglich.

«TÜV Nord» (technischer Dienst für Bremsanlagen) und mit Unterstützung der Berner Fachhochschule BFH-HAFL auf dem Testgelände «DTC» in Vauffelin (BE) gemein­ same Fahr- und Bremsversuche durch­ geführt. Diese Versuche erfolgten mit dem hydraulischen Zweileiter-Bremssystem «H2L» von Paul Forrer AG, das der Hydraulik­spezialist aus Bergdietikon (AG) für landwirtschaftliche Anhänger und angehängte landwirtschaftliche Geräte selbst entwickelt hat. Bereits im Dezember 2017 bestätigte ein Gutachten des «TÜV Nord», dass diese Bremslösung die Anforderungen der neuen EU-Verordnung vollends erfül­len würde. Die in Vauffelin durchgeführten Tests dienten nun dazu, die Tauglichkeit dieses Systems im praktischen Einsatz auf fester Fahrbahn zu überprüfen.

Test-Anhängerzug Für diese Prüfungen stellte Fliegl zwei 18-Tonnen-Drehschemel-Anhänger zur Verfügung, die für die Prüfungsfahrten mit ihrem zulässigen Gesamtgewicht beladen waren. Die Achsen wurden vorab vom Hersteller BPW überprüft und eingefahren, wie dies bei Typprüfungen üblicherweise gemacht wird.


Transporttechnik

Resultate Zusammengefasst lässt sich aus den Tests folgern, dass die vom «TÜV Nord» begleiteten Prüfungen gemäss den Richtlinien «2015/68 EU» positiv abgeschlossen werden konnten und die Vorgaben er-

füllt wurden. Die Fahr- und Bremsversuche mit dem hydraulischen ZweileiterBremssystem «H2L» zeigten mit einem und mit zwei Anhängern ein ausgeglichenes Bremsverhalten – sowohl im be­ ladenen als auch im nicht beladenen

Zustand der Anhänger. In Bezug auf das Löseverhalten der Anhängerbremsen konnte keine erkennbare Abweichung zu einem mit Druckluftbremsen ausgerüsteten Anhängerzug (gleicher Bauart) festgestellt werden.

Stellungnahme zu den Testserien Roger Stirnimann, Dozent für Agrartechnik an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL in Zollikofen, hat diese Tests begleitet. Die «Schweizer Landtechnik» hat ihn um eine Stellungnahme gebeten. Im März 2018 liess eine Gruppe um vier international tätige Anhängerhersteller das neue hydraulische Zweileiter-Bremssystem der Firma Paul Forrer («H2L») erstmals im realen Fahrbetrieb testen. Bei der Auswahl der Testanhänger wurde bewusst auf eine anspruchsvolle Konfiguration geachtet: Zweiachsanhänger ohne Stützlast, relativ kurze Radstände und hohe Schwerpunkte, einfache Trommelbremsen mit Flachnocken. Als Zugfahrzeuge standen zwei Traktoren von New Holland der jüngsten Generation («T7.270» und «T5.115») mit intelligenten Zweileiter-Bremsventilen ab Werk zur Verfügung. Die Ansprech- und Schwellzeiten wurden einerseits unter Verwendung eines in der Bremsenverordnung «EU 2015/68» vorgeschriebenen Simulators gemessen, anderseits aber auch bei direkter Ansteuerung der Anhängerbremsen über die Traktorbremsleitung. Dank Relaisventilen mit Druckspeichern, mit denen die Leerhübe der Anhängerbremszylinder überbrückt werden, konnten die Vorgaben nach «EU 2015/68» selbst

im Zwei-Anhängerbetrieb und bei MinusTemperaturen eingehalten werden. Untersucht wurde zudem das Löseverhalten; dieses wurde als vergleichbar mit jenen von pneumatischen Anhängerbremsen beurteilt. Auch bei den dynamischen Bremsentests auf fester Fahrbahn konnten die geforderten Mindestverzögerungen eingehalten werden. Dies gilt sowohl für die offiziellen Messungen nach «EU 2015/68» mit beladenen/leeren Einzelanhängern als auch für die darüber hinausgehenden Messungen mit zwei Anhängern. Das gleichmässige Bremsverhalten dürfte allerdings nicht nur auf das neue Zweileiter-System per se zurückzuführen sein, sondern auch auf die für Transportanhänger neu vorgeschriebenen automatischen lastabhängigen Bremskraftregler (ALB). Überzeugt hat bei den Messungen mit Zugfahrzeug und Anhänger(n) zudem der Traktor New Holland «T7.270» mit seiner Bremscharakteristik. Ein wichtiger Aspekt bei hydraulischen Zweileiter-Systemen ist gerade in der Schweiz die sogenannte Abwärtskompatibilität, das heisst die Kombinierbarkeit von neuen mit bestehenden Fahrzeugen. Fakt ist, dass neue Zug- und Anhängefahrzeuge, die der «EU 2015/68» entsprechen, stärker bremsen als bestehende. Durch die Möglichkeit, die Zusatzleitung auf das Notbremsventil zurückzustecken, lässt sich ein mit dem Bremssystem von Paul Forrer ausgerüsteter Anhänger ohne Weiteres an einen Traktor anhängen, der nur mit dem bisheri-

gen hydraulischen Einleiter-System ausgestattet ist. Diese Kombination wurde ebenfalls untersucht und führte wie erwartet zu einer Überbremsung des Anhängers. Das ist zwar ein kleiner Schönheitsfehler, von der Sicherheit her aber eher unkritisch. Anders sieht es hingegen aus, wenn bestehende Anhänger an neue Traktoren angehängt werden, weil dies eine Unterbremsung zur Folge hat und zu gefährlichem Aufschieben führen kann. An dieser Stelle muss allerdings erwähnt werden, dass diese Problematik aufgrund des Schweiz-spezifischen Wechsels von 38 auf 50 % Mindestabbremsung auch bei pneumatischen ZweileiterBremssystemen auftritt. Hier gibt es also noch Klärungs- und Handlungsbedarf. Fazit: Bei der «H2L»-Anhängerbremse von Paul Forrer handelt es sich um ein neues hydraulisches Bremssystem, das vom Funktionsumfang her weit über das bisherige Einleiter-System hinausgeht. Die Ansprechund Schwellzeiten konnten dank Relaisventilen selbst unter erschwerten Bedingungen eingehalten werden. Auch die Vorgaben bezüglich Mindestabbremsung nach «EU 2015/68» liessen sich mit den getesteten Fahrzeugen auf fester Fahrbahn erfüllen. Diese Ergebnisse gelten allerdings nur für das System der Paul Forrer und können nicht 1:1 auf Anhängerbremssysteme anderer Anbieter übertragen werden. Klärungs­ bedarf gibt es zudem bezüglich Abwärtskompatibilität, auch bei pneumatischen Bremssystemen.

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Transporttechnik

Nachhilfe erwünscht Seit jeher ist bekannt, dass eine angetriebene Anhängerachse Wunder wirken kann. Doch der Bauaufwand ist relativ gross. Entsprechend ist diese Antriebsart wenig verbreitet. Alternativ werden aber immer wieder neue elektrische oder hydraulische Antriebssysteme präsentiert. Ruedi Hunger

Die Situation ist jedem Traktorfahrer bekannt: weicher Boden, grosse An­ hängelast, kurze Steigung und schon ist der Schlupf der Traktorräder so gross, dass der Anhängerzug stehen bleibt. Dabei hätte es nur noch einen «kleinen Zwick» gebraucht. Seit jeher ist bekannt, dass in diesen Situationen eine angetriebene Achse unter dem Anhänger Wunder wirken kann. Nachfolgend drei unterschiedliche Lösungsvorschläge für den Antrieb einer Anhängerachse. Erstens die hydraulische «Agro Drive»-Antriebsachse mit Radmotoren von BPW. Zweitens der nicht mehr neue, aber überarbeitete Vorschlag eines elektrischen Achs­ antriebs von Fliegl. Drittens das Antriebskonzept mit Stromproduktion im Getriebe für eine Triebachse von ZF.

BPW – hydraulische Nachhilfe Um das Anfahren zu erleichtern und ein Steckenbleiben zu verhindern, hat der deutsche Fahrwerkspezialist BPW unter der Bezeichnung «Agro Drive» eine hydraulische Antriebsachse für landwirtschaftliche Anhänger entwickelt und an der letzten Agritechnica in Hannover vorgestellt. Die neue hydraulische Antriebs­ achse «Agro Drive» verbessert nicht nur die Traktion des Fahrzeugs in schwierigen Situationen, sondern vereinfacht auch den Service: Durch das spezielle Design der Achse können die Wartungsarbeiten und ein Bremsbelagwechsel ohne die Demontage des hydraulischen Motors vorgenommen werden. Ermöglicht wird dies durch das BPW-Bremssystem, bei dem die Bremstrommel einfach nach aussen abgezogen wird. Die Antriebs­ achse kann sowohl in blattgefederte,

luftgefederte oder hydraulisch gefederte Fahrwerk-Aggregate eingebaut werden. Der zuschaltbare Fahrantrieb stammt vom finnischen Hersteller Black Bruin. Durch die zweistufigen Motoren kann ein grosser Geschwindigkeitsbereich abgedeckt werden. Das Antriebssystem schaltet je nach Auswahl des Gangs und des Bereifungsdurchmessers, spätestens aber bei 15 km/h, in den Freilauf. Ist das System deaktiviert, muss der Fahrer seinem hydraulischen Nebenantrieb keine Beachtung mehr schenken. Die maximale Achslast beträgt 13 500 kg, dies bei einer Höchstgeschwindigkeit bis 40 km/h. Zudem beinhaltet das System eine serienmässige Schnittstelle für ein Reifendruckregelsystem. Diese Schnittstelle wurde in Zusammenarbeit mit der PTG Reifendruckregelsystem GmbH, speziell für BPW, entwickelt. Zusätzlich können Drehzahl-, Drehrichtungssensoren und ABS-Sensoren in die Achse integriert werden.

Fliegl – elektrische Nachhilfe Das «FSA»-Triebachsen-System nutzt die Energieeffizienz von integrierten Stromgeneratoren «künftiger» Traktoren. Diese vielsagende Aussage zeigt auch das Dilemma, moderne Antriebstechnik ist vorhanden, aber die traktorseitige Energiebereitstellung fehlt noch weitgehend. Steht die elektrische Energie zur Verfügung, kann mit einer elektrisch angetriebenen Triebachse die Transporteffizienz merklich gesteigert werden. Dies nicht

BPW

Bild links: Zeigt die neue «Agro Drive»-BPW-Antriebsachse mit zweistufigem Black-Bruin-Antrieb und integriertem Freilauf. Bedient wird das System über ein separates, kleines Terminal in der Fahrerkabine der Zugmaschine. Zudem wird das System überwacht und warnt vor unzulässig hohem Druck. Per Tastendruck steuert der Fahrer das Druckniveau, die Fahrrichtung, den passenden Gang, die unterstützende Traktionskontrolle «ATC» oder den Freilauf. Die Achse ist rund 350 kg schwerer als eine vergleichbare BPW-Standardachse. Bild Mitte: Der Zusatzantrieb (aktuell vordere Achse) erhöht die Leistung in schwierigem Gelände und weichem Boden. Bei Strassenfahrten ist es wichtig, dass die Motoren zuverlässig freigeschaltet werden. Die minimale Felgengrösse beträgt 22,5 Zoll, die zulässige Radlast wird über die Einpresstiefe von 100 +/– 50 mm Offset definiert. Bild rechts: Dank spezieller Radialkolbenkonstruktion besitzen die Black-Bruin-Motoren ein hohes und vibrationsfreies Anlaufdrehmoment. Daher ist der Fahrantrieb auch für den Einsatz in sehr langsam fahrenden Maschinen geeignet.

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Transporttechnik

Fliegl

Bild links: Fliegl-Abschiebewagen mit Treibachssystem «FSA» (Fliegl Self-propelled-axle). Stromabnahme für den Antrieb erfolgt über eine Steckdose am Traktor. Bild Mitte: Die Architektur elektrischer Antriebe in der Landtechnik ist einfacher geworden. Neu gibt es noch zwei Komponenten: 1 = hocheffizienter Elektromotor mit einstellbarem Drehmoment. 2 = geschütztes Stromkabel und Stecker. Bild rechts: Der unter dem Fahrzeug platzierte E-Motor treibt über ein Getriebe und eine Gelenkwelle die Triebachse des Anhängers an.

ZF

Bild links: ZF offeriert mit dem entsprechenden Getriebe ein elektrisches Komplettsystem für den Antrieb einer Anhängerachse. Bild Mitte: Die Bereitstellung der elektrischen Leistung übernimmt bei ZF das im Traktorgetriebe integrierte elektrische Generatormodul «Terra+». Der Hochvolt-Generator und Wechselrichter aus dem Lkw-Hybridgetriebe wird zur Leistungsgenerierung im Traktor eingesetzt und kann bis zu 80 kW kontinuierlicher elektrischer Leistung erzeugen. Bild rechts: In Kombination mit dem elektrischen Einzelradantrieb «eTrac GPE 50» sorgt das System am Anhänger oder Anbaugerät für ein optimales Vorwärtskommen im Gelände oder unter schwierigen Fahrbedingungen.

zuletzt auch deshalb, weil mit einer angetriebenen Anhänger-Achse auch leichtere Traktoren verwendet werden können. Damit verbessert sich das Verhältnis von Nutzlast zu zulässigem Gesamtgewicht des Transportzuges.

Angaben von ZF die Verfügbarkeit von Strom und entsprechenden elektrischen Komponenten sowie die Erreichung von notwendigen Stückzahlen für eine wirtschaftliche Produktion.

sich dann das bessere Vorwärtskommen über das Gewicht wieder zu höheren Druckschäden. Daher, Triebachse ja, aber nicht um den Preis höherer Fahrzeug- und Anhängergewichte!

Fazit ZF – Strom vom Terra-Generator In der Landtechnik ist der Traktor für eine sichere Fortbewegung verantwortlich. Aufgrund höherer Lasten ist dies aber nicht immer der Fall und die Fortbewegung ist oft bodenschädigend. Vermehrt müssen deshalb auch die Anhänger ihren Beitrag leisten, wenn es darum geht, schwierige Passagen zu durchfahren. Eine Möglichkeit ist der elektrische Einzelradantrieb an einer gut belasteten Anhänger­ achse. Die Elektrifizierung für landwirtschaftliche Fahrzeuge im Hof- und Feldeinsatz verbreitet sich relativ langsam. Die Haupthinderungsgründe sind nach

Oft ist bei landwirtschaftlichen Transporten das Zugvermögen für die Vorwärtsbewegung ein limitierender Faktor. Parallel dazu wird vor allem im Grenzbereich der Vorwärtsbewegung der Boden in Mitleidenschaft gezogen. Ob mechanisch (Zapfwelle), hydraulisch (Radnabenmotor) oder elektrisch (E-Motor), eine Triebachse verbessert die Vorwärtsbewegung eines Anhängers in jedem Fall. Kritisch zu beurteilen ist, und der Verdacht liegt nahe, dass sich durch eine verbesserte Traktion von Traktor und Anhänger die Lasten bzw. Gewichte weiter erhöhen. In der Spirale der Bodenbelastung verschiebt

Weitere Anbieter Triebachssysteme auf der Basis von mechanischen oder hydraulischen Antriebskonzepten werden zudem angeboten von: • Hydraulische Anhänger-Triebachse «Trailer-Drive-System» Paul Forrer AG, 8962 Bergdietikon • Lenktriebachse von Urs Schmid AG, 6014 Luzern • «Steer-Drive-Trailer», Roggenmoser Landtechnik, 6314 Unterägeri • und andere (www.swisscows.ch «Trieb­achshersteller»).

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Impression | Einsatzbericht

Fräsen, rotieren oder schälen Mechanische Alternativen zur grossflächigen Unkrautbekämpfung sind gefragt. In diesem Beitrag werden drei Varianten vorgestellt. Ruedi Burkhalter und Roman Engeler

Der Wirkstoff «Glyphosat» ist zwar weiterhin fester Bestandteil beim pflug­ losen Anbauverfahren. Trotzdem wird aufgrund aufkommender Diskussionen nach anderen Varianten gesucht. Erste Erfahrungen haben gezeigt, dass beim korrekten Einsatz von Fräs- oder SchälMaschinen vergleichbare Resultate zu einem Totalherbizid möglich sind, jedoch ist das mechanische Verfahren anspruchsvoller in der Handhabung als das chemische. In der Ausgabe 9/2016 wurden in der «Schweizer Landtechnik» bereits die Bodenfräse von Kuhn und die Schälfräse von Celli vorgestellt. In diesem Beitrag folgen nun zwei weitere Maschi­ nen. Eine für diese Zwecke eigens um­ gebaute Kreiselegge wird ebenfalls be­ schrieben.

Schälfräse von Falc Die Schälfräse von Falc, sie gibt es in Arbeitsbreiten von 3 bis 6 m, wurde

Die Schälfräse von Falc gibt es in Arbeitsbreiten von 3 bis 6 m und wurde speziell für die oberflächliche Bearbeitung des Wurzelhorizonts optimiert. Bilder: R. Burkhalter und R. Engeler

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speziell für die oberflächliche Bearbei­ tung des Wurzelhorizonts optimiert. Das Lohn­unternehmen Schenk in Schwarzen­ burg BE hat eine der ersten Maschinen in der Schweiz eingesetzt. Die Messer sind so gestaltet, dass der Wurzelhorizont in nur einem Durchgang und mit möglichst geringem Energie­ bedarf abgefräst wird. Die Winkelmesser sind nach dem Hobelmesser-Prinzip angeordnet: Die vordere Kante der Schneidklinge liegt deutlich tiefer als die hintere. Da nur eine Kante des Mes­ sers mit dem Boden in Kontakt kommt, wird im Gegensatz zur herkömmlichen Bodenfräse verhindert, dass eine Schmierschicht entsteht. Dank der scharfen Abwinkelung der Messer und einer Überlappung zwischen den Mes­ serreihen wird der Boden ganzflächig bearbeitet. Die Maschine kann vielseitig verwendet werden. Beispielsweise, wenn eine üppige Biomasse einer Buntbrache

zum Austrocknen und Verrotten ge­ bracht werden soll, für den Grünland­ umbruch, zur Bekämpfung von Ausfall­ getreide, zur Grünlanderneuerung oder für die Einarbeitung von Gründüngun­ gen. Wichtig ist, dass nach der Bearbeitung mehrere Tage kein Regen fällt und möglichst gutes Wetter herrscht, damit die abgelösten Pflanzenteile nicht wieder anwachsen. Dazu wird mit der Maschine möglichst oberflächlich ge­ arbeitet: Je geringer der Erdanteil, desto schneller trocknen die Pflanzenteile ab. Das gefräste Material sollte völlig locker liegen bleiben und nicht wieder ange­ drückt werden. Deshalb sind die Räder für die Tiefenführung vor der Fräse an­ geordnet. Ein Schlüsselfaktor ist die Tiefenführung der Maschine. Gibt es viele Uneben­ heiten, muss eher tiefer gearbeitet werden, da sonst die Biomasse ungenü­ gend geschädigt wird und wieder aus­ treiben kann. Um die Tiefenführung zu verbessern, wird mit zusätzlichen Tast­ rädern hinter der Fräse gearbeitet. Bei einfacheren Bedingungen wird nur mit den vorderen Tasträdern gearbeitet, wes­ halb eine besonders grosse Bereifung und ein verlängerter Anbaubock gewählt werden. Die Tasträder sind zusätzlich mit einer hydraulischen Verstellung ausge­ rüstet. Das Ergebnis der Arbeit wird durch das Verhältnis der Rotordrehzahl zur Fahr­ geschwindigkeit beeinflusst. Ideal ist, wenn der Boden in Form von regelmässi­ gen «Hobelspänen» abgetragen und locker wieder abgelegt wird. Wird zu schnell gefahren, werden zu grosse Stücke und ganze Wurzelstöcke heraus­ gerissen statt abgehobelt, die wieder anwachsen können. Fährt man zu lang­ sam, wird die Krümelstruktur des Bodens zu stark beschädigt und der Boden droht zu verschlämmen. Die Intensität der Zerkleinerung und die Materialablage können mit einer hydraulischen Stau­ klappe beeinflusst werden.


Einsatzbericht | Impression

Je nach Anwendung, Art der Biomasse und den äusseren Bedingungen wird nach dem Austrocknen der Frässchicht zur Beschleunigung des Verrottungs­ prozesses oder zur zusätzlichen Planierung vor der Ansaat ein weiterer Bearbeitungsschritt durchgeführt, beispielsweise mit einem Flachgrubber oder einer Scheibenegge.

Vielseitiger «BioRotor» Der aus Dänemark stammende «Bio­ Rotor» kann für vielseitige Aufgaben eingesetzt werden und bietet insbesondere eine Alternative für die Herbizid-freie Unkrautbekämpfung. Das Lohnunter­ nehmen Kappeler aus Niedermuhlern BE importiert diese Maschine in die Schweiz und hat sie in diesem Frühling beim Wiesenumbruch vor einer Mais-Streifenfrässaat eingesetzt. Der «BioRotor» verfolgt das Ziel, die Wurzeln und Pflanzen von der Erde zu trennen. Durch die Arbeitsweise des Rotors werden die Pflanzen samt Wurzeln aus dem Boden gerissen und weitgehend von der Erde befreit. Das Wurzel- und Grünmaterial wird dabei nicht geschnitten, was bei der Bekämpfung von Problemunkräutern wie Quecken oder Blacken ein Vorteil ist. Weiter wird das Pflanzenmaterial bis zu 4 m durch die Luft geworfen und dann als lockere Schicht über dem gelösten Erdmaterial abgelegt. Es soll so schneller und vollständiger austrocknen als mit anderen Maschinen. Für eine optimale Wirkung darf das Pflanzenmaterial nach der Bearbeitung nicht mehr befahren oder rückverfestigt werden. Deshalb erfolgt die Tiefen­führung über vier nahe vor dem Rotor angeordnete Tasträder. Die Bearbeitungstiefe wird so gewählt, dass bei Bodenunebenheiten auch in Mulden die Pflanzen so stark abgetragen werden, dass kein Wiederaustrieb erfolgt. Je besser der Boden planiert ist, desto weniger tief kann gearbeitet werden und desto geringer ist auch der Treibstoff­verbrauch. Für eine optimale Wirkung sollte nach der Bearbeitung mindestens einen Tag lang kein Regen fallen und eine möglichst intensive Sonneneinstrahlung den Austrocknungsprozess beschleunigen. Der grosse Rotor mit 90 cm Durchmesser ist mit 90 Flachstahlzinken aus verschleissresistentem Hardox-Material bestückt. So wird der Wurzelhorizont in einem Durchgang ganzflächig abge­ tragen, ohne dass eine Schmierschicht

Durch die Arbeitsweise des «BioRotor» werden die Pflanzen samt Wurzeln aus dem Boden gerissen und weitgehend von der Erde befreit.

entsteht. Je nach Bodenbeschaffenheit und Arbeitstiefe sollen die Zinken eine Standzeit von 70 bis 150 ha erreichen. Jeder Zinken ist einzeln über ein VierkantGummi­feder­element mit der Rotorwelle verbunden, was ihm die nötige Flexibilität verleiht. Das Einsatzspektrum der Maschine ist breit. Neben der Bekämpfung von Problemunkräutern und der Funktion als «Totalherbizid-Ersatz» im pfluglosen Anbauverfahren lassen sich auch Gründüngungen und Wiesen vor der Neuansaat umbrechen. Auch für die Stoppelbearbeitung und zur Bekämpfung von Ausfallgetreide ist die Maschine geeignet. Eine zusätzliche Einsatzflexibilität bietet der hydraulisch betätigte Rotordeckel. Für gewisse Anwendungen, wie die Saatbettbereitung, lässt sich mit geschlossenem Rotordeckel arbeiten, dann werden Erdmaterial und Pflanzenmaterial vermischt abgelegt. Bei geöffnetem Deckel hingegen wird die Trenn- und Austrocknungsfunktion aktiviert. Die 3-m-Maschine bringt 2,2 t auf die Waage. 120 PS Motorleistung reichen unter den meisten Bedingungen aus. Für grössere Flächenleistungen ist ein 4-m-Modell oder ein klappbares Modell mit 6 m Arbeitsbreite und Transport­ fahrwerk erhältlich.

Die ersten Einsätze in verschiedenen Regionen der Schweiz haben gezeigt, dass das Resultat bei korrekter Ausführung der Arbeiten nur wenig oder kaum von Parzellen zu unterscheiden ist, auf denen ein Totalherbizid angewendet wurde.

Kreiselegge mit Doppelnutzen Wie der Kundenwunsch nach einer Maissaat ohne Glyphosat den Erfindergeist beflügeln kann, zeigt sich am Beispiel des Lohnunternehmens Villiger aus dem aargauischen Alikon bei Sins AG. Mit dem Ziel einer einfachen mechanischen, aber trotzdem effektiven Unkrautbekämpfung sind Vater Felix und Sohn Marcel Villiger auf die Idee gekommen, eine bestehende Kreiselegge temporär derart abzuändern, dass sie auch zur Beseitigung des Unkrauts eingesetzt werden kann. Für die 3 m breite Kreiselegge vom Typ «Zirkon 10» von Lemken mit 12 Rotoren und insgesamt 24 Zinken wurden spezielle Arbeitswerkzeuge konstruiert, mit denen der Boden in einer bestimmten Tiefe abgehobelt werden kann. Die Messer sind leicht angewinkelt. Dadurch soll keine Schmierschicht entstehen und das Erdmaterial wird hinter der Maschine schräg nach oben geschleudert. Dank des Schnellwechsel-­ Systems erfolgt der Wechsel von den Kreiseleggen-Zinken zu 8 2018 Schweizer Landtechnik

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Impression | Einsatzbericht

Videos zu den drei beschriebenen Geräten Weitere Filme zu landtechnisch interessanten Themen auf unserem YouTube-­ Kanal «Schweizer Landtechnik».

Für die Kreiselegge «Zirkon 10» von Lemken wurden spezielle Arbeitswerkzeuge konstruiert, mit denen der Boden in einer bestimmten Tiefe abgehobelt werden kann.

den Hobel-­M essern schnell und einfach. Weiter wird für den Unkrauteinsatz die der Kreiselegge nachlaufende Packer­ walze durch eine Achse mit zwei Rädern ersetzt. Für den notwendigen Druck sorgt ein zusätzlich montiertes Gewicht von knapp 500 kg.

Die Tiefenführung erfolgt einerseits über einen teleskopierbaren Oberlenker und über die Räder, deren Position entlang einer Lochschiene verstellt werden kann. Der Boden wird dann bis zur gewünschten Tiefe von 3 bis 4 cm abgehobelt, das Material hinten locker wieder abgelegt,

so dass das unerwünschte Unkraut austrocknen kann. Nach erfolgtem Einsatz gegen das Unkraut kann die «Zirkon» mit wenigen Handgriffen umgebaut werden, auf dass sie wieder für den eigentlichen Zweck einer intensiven Bodenbearbeitung bereit ist.

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Impression | Einsatzbericht

Saat im Dreiecksverband Vor zwei Jahren präsentierte Lemken die neue Einzelkorn-Sämaschine «Azurit 9». Die ersten Maschinen sind nun auch in der Schweiz unterwegs und haben Mais nach dem «Delta Row»-Prinzip gesät. Roman Engeler

Vor Beginn der Aussaat werden am Isobus-­Bedienterminal die Grundeinstellungen für die Saat und für die Vereinzelung festgelegt.

6-reihige, 4,5 m breite und klappbare Variante der «Azurit 9» mit einem Modul für die Unterfussdüngung. Die beiden Saatreihen haben einen Abstand von 12,5 cm. In Längs­ richtung wird alle 14,8 cm ein Korn abgelegt, einmal links, einmal rechts. Bilder: R. Engeler

Speziell an der Einzelkornsämaschine «Azurit 9» von Lemken ist, dass die Kör­ ner nicht in einer Einzelreihe, sondern in zwei, zueinander versetzten Teilreihen mit einem Abstand von 12,5 cm abgelegt werden. Es entsteht so ein durchgehen­ der Dreiecksverband, bei dem pro Pflanze 70 % mehr nutzbarer Standraum im Ver­ gleich zu einer herkömmlichen Ablage zur Verfügung steht. Dank mehr Wasser, höherer Nährstoffaufnahme und der Nut­ zung von mehr Licht soll dies letztlich in einem Mehrertrag bei Körnern und Tro­ ckenmasse münden.

scheiben sind zudem mit elektrisch ge­ steuerten Abstreifern versehen, die Unre­ gelmässigkeiten bei der Kornablage sofort auskorrigieren können. Solche Fehlstellen werden von Sensoren, welche die Körner erfassen, festgestellt. Wird eine Fahrgasse gewünscht, wird von der Ablage in eine Doppelreihe auf eine Einzelreihe umgestellt. Ein Elektromotor verstellt die Abstreifer an der Lochscheibe auf die maximale Position, so dass der Korndurchfluss verunmöglicht wird. Da­ für dreht die zweite Lochscheibe der Ver­ einzelungseinheit doppelt so schnell wie vorher, so dass in diese Einzelreihe die

doppelte Körneranzahl ausgebracht wird und die Zahl der Pflanzen insgesamt kon­ stant bleibt. Allerdings entfällt dann der Standraum-Vorteil. Auf diese Weise er­ gibt sich eine Fahrgasse mit einer Breite von 87,5 cm, die für Pflegemassnahmen mit einer bodenschonenden Bereifung befahren werden kann. Weiter gibt es auch die Möglichkeit einer Fahrspur­ markierung, indem jeweils am Vorgewen­ de für die ersten Meter mit Einzelreihen gefahren wird. Die spätere Einfahrstelle ist dann gut erkennbar, es müssen keine Reihen mehr gezählt werden. Dies geschieht automatisch, sofern man zu Beginn der Aussaat auch alles richtig am Terminal eingegeben hat. Dort sieht der Fahrer auch stets die Statusanzeige der Ablagequalität und kann bei Bedarf nachjustieren. Dank der automatischen Kalibrierung bleibt die Saatgutablage auch bei wechselnden Fahrgeschwindig­ keiten und bei unterschiedlichen Dreh­ zahlen der Vereinzelungsscheiben immer genau.

Funktionsweise Zentrales Element der Sämaschine ist die Vereinzelungseinheit mit integrierter Fahrgassenschaltung. Jede Vereinzelungs­ einheit hat zwei Lochscheiben, über die das Saatgut in die beiden Teilreihen abge­ legt wird. Die beiden Scheiben drehen synchronisiert und sind jeweils um den halben Kornabstand versetzt. So entsteht letztlich der regelmässige Dreiecksver­ band der abgelegten Körner. Die Loch­ 36

Schweizer Landtechnik 8 2018

Modellübersicht Lemken «Azurit 9» Modell

Arbeitsbreite

Reihenzahl

Behälter

Gewicht

(cm)

(Abstand 75 cm)

(l)

(kg)

Azurit 9/4.75

300

4

600

1000

Azurit 9/6.75 K

450

6

600

1900

Azurit 9/8.75 K

600

8

600

2300

Azurit 9/4.75 D

300

4

600

1175

Azurit 9/6.75 K D 450

6

600

2150

Azurit 9/8.75 K D 600

8

600

2600


Einsatzbericht | Impression

Video zur «Azurit 9» von Lemken

Zentrales Element der «Azurit»-Technik: Die Vereinzelungseinheit mit den zwei synchronisierten Lochscheiben links- und rechtsseitig.

Doppelscheibenscharen schaffen Platz für die Unterfussdüngung, Trapezpackersegmente sorgen für die Vorverfestigung die beiden Saatreihen.

Verfahrensablauf

Düngerband und sorgen für die Vorverfestigung der beiden Saatreihen. Die beiden parallelogrammgeführten Doppelscheibenscharen mit hydraulischer Schardruckeinstellung öffnen den Boden für das Saatgut. Das Saatgut wird mit einem Luftstrom über eine kurze Leitung zur Schar geführt, wo es dann von einer Fang­ rolle leicht angedrückt wird. Am Schluss folgen Andruckrollen, die hinsichtlich Druck und Aggressivität ebenfalls in verschiedenen Stufen manuell verstellt werden können.

Grundsätzlich kann die Sämaschine mit verschiedenen Vorwerkzeugen und Behältern konfiguriert werden. Es gibt sie als 3-m-, 4,5-m- und 6-m-Maschine (Letztere beide klappbar), mit 75 (70) oder (teilweise) auch mit 50 cm Reihen­ abstand sowie mit oder ohne Möglichkeit einer Unterfussdüngung. Bei der abgebildeten Maschine schafft erst eine bezüglich Schardruck manuell einstellbare Doppelscheibenschar Platz für die Unterfussdüngung (Dünger aus dem Fronttank). Optional können Räumsterne für das Entfernen von Steinen, Kluten oder Ernteresten zugeschaltet werden. Trapezpackersegmente verschliessen das

Fazit Als Spezialist für Sätechnik ist Lemken nun auch in die Einzelkornsaat eingestiegen,

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und zwar mit einem neuen Ansatz: Die Pflanzen sollen mehr Standraum bekommen und so zu mehr Licht, Luft und Nährstoffen gelangen. Gemäss Informationen von Lemken sollen diese «DeltaRow»Maisbestände mit herkömmlicher Technik – mit Feldhäcksler beim Silomais und mit Mähdrescher bei Körnermais – ge­ erntet werden können. Dies gelte sowohl für reihenabhängige wie reihenunabhängige Erntevorsätze. Aus eigenen Versuchen mit dieser Doppelreihen-Saattechnik hat Lemken Mehrerträge bei Silomais von 5–7 %, bei Körnermais sogar von 10 % gemessen. Ob man solche Mehrerträge im Herbst dann auch in der Schweiz feststellen kann, wird sich weisen.

Praxisstimmen Paul Kunz ist Landwirt und Lohnunternehmer, betreibt aber auch einen Landmaschinenhandel mit Werkstatt (firmiert als Chablais Machines Sàrl in Collombey-Muraz VS). Er und seine Crew sind daher stets interessiert an neuer Technik, um diese nicht nur auf dem eigenen Landwirtschaftsbetrieb einzusetzen, sondern sie auch den Kunden zeigen zu können. Mit der 8-reihig arbeitenden «Azurit 9/8.75 KD» war Kunz, respektive Fahrer François Buche (Bild), heuer erstmals in der Maissaat unterwegs. Insgesamt wurden rund 150 ha damit gesät – übrigens mit GPS-Unterstützung. Die beiden schätzen an der neuen Maschine neben der grösseren Standfläche und dem grösseren Wurzelraum, der für eine einzelne Pflanze zur Verfügung steht, die Tatsache, dass die Saat mit dieser Sätechnik schneller gekeimt hat. «Ein weiterer Pluspunkt ist die Möglichkeit der Fahrgassenschaltung, indem zwei Teilreihen abgeschaltet werden. Wir können nun mit Breitreifen Pflegemassnahmen ausführen, da der Platz zwischen den Reihen nun 87,5 statt wie üblich 75 cm beträgt.» Die Bestände würden sich jetzt (Stand Mitte Juli) sehr gut präsentieren – obwohl es bei einigen Parzellen im Frühjahr recht trocken war – und man sei überzeugt, dass auch die Ernte den erhofften Mehrertrag bringen werde. Kunz geht davon aus, dass im nächsten Jahr die Kundennachfrage nach dem Saatkonzept «DeltaRow» noch zunimmt, wenn die Ernteresultate wie erhofft ausfallen sollten. Seit über 40 Jahren ist das Lohnunternehmen Häni-Roder aus Seewil BE in der Maissaat und auch im Handel mit Maisprodukten tätig. «In den letzten Jahren habe ich festgestellt, dass die verschiedenen neuen Saatverfahren, auch im Zusammenhang mit pflugloser Bearbeitung, zu Ertragseinbussen geführt haben», betont Martin Häni. Da er seine Saattechnik eh erneuern musste, suchte er also nach einer Maschine, die letztlich auch wieder zu mehr Ertrag auf den Maisflächen beiträgt. «Per Zufall habe ich bereits im Jahre 2012 erfahren, dass Lemken an der Entwicklung eines neuen Verfahrens für die Einzelkornsaat arbeitet», blickt Häni zurück. Er habe sich immer wieder informiert, und als die Sache dann spruchreif wurde, auch gleich eine 6-reihige Maschine («Azurit 9/6.75 KD») beschafft. In diesem Frühjahr wurden über 100 ha damit gesät – mit durchwegs positiven Erfahrungen. «Es gibt Kunden, die überzeugt sind und die positiven Effekte auch sehen», betont Häni. Er verschweigt aber nicht, dass es durchaus kritische gebe, bei denen noch Überzeugungsarbeit notwendig sei. Alle doppelreihigen Maiskulturen hätten sich sehr gut entwickelt. Die Stängel seien in der Doppelreihe kräftiger. Häni erwähnt ein Beispiel: «Bei einem Gewittersturm in unserer Region sind viele einreihig gesäte Bestände geknickt, die doppelreihig gesäten haben dem Wind aber trotzen können.» Häni rechnet, im nächsten Jahr die «DeltaRow»-Saatflächen verdoppeln zu können. Er ist auch zuversichtlich, was die kommende Ernte betrifft. «Ich werde die Erträge der doppelreihig und konventionell gesäten Parzellen exakt messen, vergleichen und dann ein Fazit aus der ersten Saison ziehen können.»

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Impression | Testbericht

Powerplay mit «Power Push Plus» Gegenüber Kippern gewinnen Abschiebewagen an Bedeu­ tung, da sie vielseitig einsetzbar sind, eine gute Stand­ sicherheit aufweisen, geringen «Höhenbedarf» haben und daher effizient für den Güterumschlag eingesetzt werden können. Die «Schweizer Landtechnik» nahm ein Modell aus der neuen Baureihe von Brantner unter die Lupe. Martin Abderhalden*

Ein sauber verarbeiteter und massiver Abschiebewagen «Made in Austria»: Abschiebewagen Brantner «TA 20055 Power Push Plus». Bilder: M. Abderhalden

Die neue Generation «Power Push Plus» der Abschiebewagen des österreichischen Herstellers Brantner umfasst eine Typen­ vielfalt von 14 bis 34 t Gesamtgewicht und 20 bis 49 m³ Ladevolumen, total sie­ ben Modelle. Die «Schweizer Landtech­ nik» hat das Modell «TA20055» im Praxis­ einsatz erprobt.

Robust und langlebig Schon die äussere Erscheinung lässt ver­ muten, dass beim neuen Brantner-Ab­ schiebewagen solide gearbeitet wurde. Die wirklich saubere Verarbeitung zeugt von langer Fahrzeugbauerfahrung des ös­ terreichischen Herstellers. *Martin Abderhalden ist Landwirt und testet regelmässig für die Schweizer Landtechnik Maschinen und Geräte.

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Um die auf den Behälter einwirkenden Kräfte abzufangen, sind die Seitenwände durch die spezielle «Stabilator»-Konstruk­ tion so gefertigt, dass auch beim Getrei­ detransport keine Spannstangen nötig sind. Die Bordwände sind speziell glatt versiegelt, damit beim Abschieben weni­ ger Widerstand entsteht und die Abdich­ tungen an der Schiebewand geschont werden. Eine «ACC»-Beschichtung für hochwertigen Korrosionsschutz in Kombi­ nation mit einer 2K-Acryllack-Spritzlackie­ rung sollen für eine lange Lebensdauer der Farbe sorgen. Der starke Fahrgestellrahmen aus massi­ ven Doppel-C-Pressprofilen ermöglicht hohe Nutzlasten bei einem geringen Ei­ gengewicht. Im landwirtschaftlichen Ein­ satz bekommt man sogar zehn Jahre Ga­ rantie auf das Fahrgestell.

Kurzbewertung + Ruhiges Fahrverhalten auf der Strasse + Saubere Verarbeitung + Dank kompakter Bauweise wendig − A bsperrhahnen ecken an Schlauch­ halterung an − Keine Verschlusskontrollanzeige der Heckklappe (optional erhältlich) − Rückwand dürfte noch weiter nach hinten fahren

Fahrkomfort Eine weitere Spezialität von Brantner ist die serienmässig wendbare Deichsel. Mit wenig Aufwand lässt sich die Deichsel von der Unten- auf Obenanhängung umbauen und in sechs Positionen dem Zugfahrzeug und den Fahrbedingungen anpassen. Ob «K-80»-Kugelkopfkupplung oder Zugöse: Die Verstellmöglichkeiten sind gross. Um den Fahrkomfort zu erhöhen, ist zusätzlich eine Deichselfederung montiert. Das Gesamtgewicht beim «TA20055» liegt bei 21 t, bei einem Leergewicht von 6450 kg bleibt so eine Nutzlast von 14 500 kg. Diese passt ideal zum Behälter­ volumen von 26 m³. Das Fahrwerk mit ei­ ner Tandemachse von BPW ist für 40 km/h ausgelegt. Die hintere, nachlaufgelenkte Achse kann über einen Hydraulikzylinder gesperrt werden. Auf den Rädern waren Reifen der Dimensi­ on «560/60 R 22.5» von BKT montiert. Ei­ ne Zwei-Leiter-Druckluftbremsanlage sorg­ te beim Test für eine perfekte Bremsleis­ tung. Die Fahrzeugbreite von 280 cm passt zur Höhe, was zudem auch in Schräglagen einen sicheren Stand gibt. Die nachlauf­ gelenkte Achse zieht sauber nach, was ge­ rade bei der Grassilage-Ernte die Grasnarbe erheblich schont. Für die Strassen- oder Rückwärtsfahrt lässt sich die Hinterachse hydraulisch sperren. Das ganze Ladevolu­ men ist kompakt auf das Chassis aufge­ baut, zusammen mit der kurzen Bauweise des ganzen Anhängers ergibt dies eine ausgezeich­nete Wendigkeit.

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Testbericht | Impression

Für den Betrieb sind zwei DW- und ein EWSteuerventil nötig, zusätzlich ein Ventil für den optionalen hydraulischen Stützfuss.

Beide Schubzylinder sind nach vorne verbaut, um das maximale Volumen des Behälters nutzen zu können. Auf dem Manometer ist jeweils der aktuelle Vorpressdruck der Rückwand ablesbar.

Vorverdichtung

Rückwand rund 12 l Hydrauliköl beim Zugfahrzeug benötigt. Somit ist es auch mit kleineren Traktoren und geringerem Ölhaushalt möglich, den Brantner-«Power Push Plus» zu fahren respektive zu ent­ leeren. Es macht aber Sinn, mindestens 120 PS vorzuspannen, um eine effiziente Transportleistung zu erhalten. Die Abdichtungen der Schiebewand sind aus Polyurethan gefertigt. Während des Beladens kann man das Ladegut mit bis zu 70 bar verdichten, um letztlich ein höheres Ladevolumen zu erreichen. Das gut einsehbare Manometer über dem pendelnd montierten Schlauchgalgen zeigt den aktuellen Druck der Schubzylinder an. Für den Anschluss am Traktor sind drei doppelt und ein einfach wirkendes Steuerventil nötig. An jeder Hydraulikkupplung ist ein separater Absperrhahn montiert. Praktisch, um Druckaufbau zu verhindern, aber beim Hantieren kommen oft diese Hebel in den Weg, ebenso beim Einhängen der Kupplungen am sonst gediegenen Schlauchhalter.

Solide ausgeführt ist auch die Schiebewand mit dem verstellbaren Obergitter. Dieses kann in der Neigung dem Ladegut entsprechend angepasst werden und durch die Sichtfelder ist der Einblick in die Mulde recht gut. Die beiden doppeltwirkenden, hartverchromten Schubzylinder sind für die optimale Ausnützung des Laderaums vor der Mulde montiert. Ein ausgeklügelter Schwingarm führt die Hydraulikleitungen während des Abschiebens nach hinten. Für die vollständige Entleerung werden inklusive der hydraulischen

Steckbrief Abschiebewagen Brantner «TA 20055 Power Push Plus» Gesamthöhe: 384 cm Bordwandhöhe: 200 cm Breite: 280 cm Behälterlänge: 550 cm Gesamtlänge: 750 cm Gesamtgewicht: 21 000 kg, Leergewicht: 6450 kg, Nutzlast: 14 550 kg Preis: Fr. 50 000.– (inkl. MwSt.) (Herstellerangaben)

Das Tandemfahrwerk mit Nachlauflenkachse passt super und ist auch auf der Strasse gut zu fahren.

Optional mit Streuwerk oder Überlademodul Um die Vielseitigkeit zu erhöhen, hat Brantner den «Power Push Plus» so konstruiert, dass an die serienmässige, hydraulische Rückwand auch andere Anbaugeräte montiert werden können. Deshalb sind die Aufnahmepunkte stabil ausgeführt. Optional ist gibt es ein Streuwerk und ein Überlademodul, womit der Brantner-Abschiebewagen zum multifunktionalen Einsatzgerät mutiert und eine zusätzliche Auslastung ermöglicht. Kleine Details, wie beispielsweise die verstellbare und griffige Aufstiegsleiter oder der schwenkbare

Schlauchgalgen über der Deichsel, machen die Arbeiten leichter und sicherer.

Im Praxisalltag bewährt Während des Tests wurde der Abschiebewagen auch vom Lohnunternehmen Stäheli in Roggwil TG eingesetzt. Die Eindrücke der beteiligten Fahrer fallen ähnlich aus. Auf der Strasse läuft der BrantnerWagen ruhig und ohne zu schwanken, was nicht zuletzt auf die Bereifung zurückzuführen ist. Die saubere Verarbeitung bis in den letzten Winkel wirkt sich im harten Praxisalltag auf die Lebensdauer aus. Zudem lassen sich Verschmutzungen gut entfernen. Die Behältergrösse passt gut im Verhältnis zur Nutzlast. Bei voller Zuladung mit frisch gedroschener Gerste zeigte die Waage 13,5 t Zuladung an. Beim Vorpressen während des Beladens muss man einfach je nach Ladegut Gefühl walten lassen, da sonst der Haufen nach hinten überquillt. Gerade bei der Silage- und Getreidebeladung ist manchmal ein kleiner Rest auf der Heckkante der Lade­ fläche liegen geblieben. Ein paar Zenti­meter mehr Hub würden da Abhilfe schaffen (Brantner will dieses Problem nun beheben). Gut gelöst ist die massive und hydraulisch zu betätigende Rückwand. Gerade beim Getreideentladen kann man diese nur leicht öffnen und so den Gutfluss steuern. Eine Verriegelungsanzeige war beim Testmodell nicht verbaut, ist optional aber erhältlich. Alles in allem war man mit dem Brantner«TA 20055 Power Push Plus» zufrieden. Ein sauber verarbeiteter und massiver Abschiebe­ wagen, der halt etwas Geld kostet, dafür aber währschafte Qualität «Made in Austria» liefert. 8 2018 Schweizer Landtechnik

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Impression | Einsatzbericht

Mit dem «BSS 18 S+» können alle Arten von Ballen und Kisten in wenigen Sekunden gesichert werden. Bilder: R. Burkhalter

Auf Knopfdruck Ladung sichern Das Ladungssicherungssystem «BSS 18 S+» von Beck bietet dank einer ausgeklügelten Dachkonstruktion eine grosse Einsatzflexibilität und geprüfte Sicherheit. Ruedi Burkhalter Es ist die «Fünf-Sterne»-Ladungssicherung. Das Beck-Sicherungssystem «BSS 18 S+» ist nicht einfach nur ein weiteres Ladungssicherungssystem unter vielen. Als bisher einziges System auf dem Markt ist es in der Lage, Ladungen verschiedener Art und mit unterschiedlichen Abmessungen nicht nur wie üblich mit seitlichen Haltegittern zu sichern, sondern zusätzlich von oben aktiv und formschlüssig gegen die Ladefläche zu drücken. Ganz neben-

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bei wird die Ladung während des Sicherungsvorgangs auf Knopfdruck auch noch abgedeckt und so wirksam gegen Witterungseinflüsse geschützt.

Herkömmliches Sichern reduziert Leistung Im Bereich Ladungssicherung gab es in den letzten Jahren viele Neuheiten. Da moderne Transportanhänger massiv teurer geworden sind, besteht ein erhöhter Druck, diese durch überbetrieblichen Einsatz stärker auszulasten. Gerade in der stressigen Erntezeit zählt dann oft jede Minute. Das traditionelle Sichern einer Ladung mit Spanngurten erfordert bei einer Brückenlänge von 10 oder 12 m in der Regel 8 bis 12 Spanngurten und einen beträchtlichen Zeitaufwand. Besonders bei kurzen Transportdistanzen kann dies die Transportleistung eines Anhängers um mehr als 30  % reduzieren. Inzwischen haben deshalb vie-

le Hersteller von Plattform- und Ballentransportanhängern als Option mechanische oder hydraulische Ladungssicherungssysteme auf den Markt gebracht. Die meisten dieser Systeme arbeiten nur mit seitlichen Haltegittern und haben einen gemeinsamen Nachteil: Damit die seitlichen Haltegitter bei längeren Ladebrücken eine genügende Haltekraft erreichen, müssen diese aus Profilrohren mit 7 cm Breite oder mehr gefertigt werden. In der Folge wird insbesondere mit zwei nebeneinander angeordneten Rundballen und Paloxen die Gesamtbreite von 2,55 m häufig überschritten.

Dach und Haltegitter für Stabilität Beim System «BSS 18 S+» wurde diese Problematik mit einem neuen Ansatz umgangen. Das Herzstück ist eine ausgeklügelte, aus Vierkantrohren gefertigte Dachkon­ struktion, an der die seitlichen, nach oben schwenkbaren Haltegitter über Drehpunkte befestigt sind. In geschlossenem Zu-

Jeder Hydraulikzylinder ist an einer Ringleitung angeschlossen und mit einem elektronisch betätigten Ventil ausgerüstet.


Einsatzbericht | Impression

stand bilden Dach sowie Haltegitter zwei rechte Winkel und so ein sehr stabiles Profil. Die Drehachsen werden auf der ganzen Länge durch mehrere in einem Abstand von 50 cm angebrachte wartungsfreie Gleitlager gebildet. Das hat den Vorteil, dass die seitlichen Haltegitter die entstehenden Kräfte auf der ganzen Länge auf die verwindungssteife Dachkonstruktion abstützen können und sich deshalb auch bei starkem Druck nicht nach aussen wölben. So konnten die Haltegitter deutlich schmaler dimensioniert werden, weshalb die Aussenbreite von 2,55 m strikte eingehalten werden kann. Die Dachkonstruktion ist über zwei hydraulisch teleskopierbare Masten mit der Ladefläche verbunden. Die Teleskopprofile sind mit langlebigen Kunststoff-Gleitführungen ausgestattet. Praktisch: Rote Markierungen an den Gleitprofilen zeigen dem Anwender, wenn eine Fahrzeughöhe von 4 m überschritten wird. Mit dem Teleskopdach lässt sich beispielsweise eine Ladung Stroh bereits mit einem Mehrfachen des Ladungsgewichts gegen die Ladefläche drücken und einklemmen, so dass die Ladungssicherung eigentlich auch schon ohne die seitlichen Haltegitter gewährleistet wäre. Das System wurde in einem aufwändigen Verfahren am «Dynamic Test Center» in Vauffelin geprüft und entspricht der Norm «EN12642:2006 Code XL». Je nach Version und Anhängergrösse beträgt die garantierte Sicherungslast 18 bis 26 t.

Variable Sicherungsbreite Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des Systems besteht darin, dass durch die schwenkbaren, zweiteiligen Haltegitter auch Ladung innerhalb der Ladefläche formschlüssig gesichert werden kann. Die Sicherungsbreite des Systems reicht von 1,2 bis 2,5 m, so dass beispielsweise auch nur eine Reihe von Paloxen oder Rundballen zuverlässig fixiert werden kann. Die

zweiteiligen Haltegitter decken eine Höhe von 1,5 m ab, wobei die untere Gitterhälfte jeweils durch zwei Drehpunkte frei pendeln kann. Muss innerhalb der Ladefläche geklemmt werden, passen sich die unteren Gitterteile automatisch der Ladung an. Sind die Teleskopmasten ganz angehoben, ergibt sich eine Lichtweite von gut 2,9 m. So können in der Höhe drei 90-cm-Quaderballen oder vier 70-cm-Quaderballen problemlos geladen werden. Der Beladevorgang wird weder durch die Dachkonstruktion noch durch die ganz hochgeschwenkten Haltegitter behindert. Auch kann auf dem Feld bei geöffnetem Sicherungssystem mit gewisser Vorsicht gefahren werden.

Ein Steuergerät genügt Die Betätigung des ganzen Systems erfolgt über die Traktorhy8draulik, wobei ein einfaches Steuergerät mit freiem Rücklauf bereits ausreicht. Bei der Konstruktion wurde darauf geachtet, dass möglichst wenig Schläuche verlegt werden müssen. Das System arbeitet mit sechs Hydraulikzylindern. Der Ölstrom des Traktors wird in der Mitte des Anhängers auf einen hinteren und einen vorderen Kreislauf aufgeteilt. Jeder Zylinder ist an einer Ringleitung angeschlossen und mit einem eigenen, elektromagnetisch betätigten Ventil ausgestattet. Die Bedienung erfolgt serienmässig über eine handliche Funkfernsteuerung, die problemlos in jede Hosen- oder Hemdtasche passt. So kann der Anwender für die Betätigung auf beiden Fahrzeugseiten einen Standort mit idealer Sicht auf den Sicherungsvorgang einnehmen oder die Ladungssicherung auch aus der Kabine des Traktors heraus ausführen. Sollte die Fernbedienung einmal vergessen gegangen sein, lassen sich alle Funktionen auch über die Folientastatur der Onboard-Betätigung am Funkempfänger steuern. Dieser befindet sich an der Vorderseite der Ladefläche. Der Sicherungs- und Abdeckvor-

Mit dem System können auch Ladungen formschlüssig gesichert werden, wenn diese nicht bis an den Rand der Ladefläche reichen.

Die Bedienung erfolgt über eine Funkfernsteuerung, wenn diese fehlt über eine Onboard-Bedienung.

gang dauert – wie auch das Öffnen des Systems – je nach Ölmenge und Ladung nur gerade 30 bis 50 Sekunden.

Auch Nachrüstung möglich Das «BSS 18 S+»-System lässt sich grundsätzlich auf fast alle ein- bis vierachsigen Anhänger bis rund 12 m Brückenlänge aufbauen. Beim getesteten Fahrzeug war es fest mit der Ladefläche des Anhängers verschweisst. Es gibt auch eine Version, die sich über Schraubverbindungen in den Standardhülsen bestehender Anhänger nachrüsten lässt. Jeder Aufbau wird individuell hergestellt und lässt sich so auf die Bedürfnisse des Kunden anpassen. Bei einem Anhänger mit 8 m Brückenlänge bringt das «BSS 18 S+»-System rund 1800 kg auf die Waage, was bei der Nutzlast entsprechend berücksichtigt werden muss. Bei der Budgetplanung muss man mindestens CHF 20 000.– eingeplanen, weshalb das System vor allem für Viel-Transportierer und Lohnunternehmer eine interessante Option sein dürfte.

Die Stabilität der Dachkonstruktion wird über wartungsfreie Gleitlager an die seitlichen Haltegitter übertragen.

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Impression | Einsatzbericht

Der MF «7720 S Dyna-VT» beim Pflügen mit einem 5-Schar-Pflug. Mit Boost hat der 6-Zylinder-Traktor 220 PS Maximalleistung. Bilder: H. Röthlisberger

Für die schweren Fälle Seit diesem Frühling ist bei der Rathgeb BioProdukte in Unterstammheim ZH ein Massey Ferguson «7720 S Dyna-VT» im Einsatz. Der 200-PS-Traktor erledigt dort die ganz schweren Arbeiten. Heinz Röthlisberger Der Bio-Gemüsebaubetrieb Rathgeb BioProdukte AG ist mit rund 350 Mitarbeitenden eindrücklich. Zum Betrieb, der in die drei Sparten «Frisch- und Lagergemüse», «Gewächshausgemüse» sowie «Verpackung/Logistik» an verschiedenen Standorten aufgeteilt ist, gehören rund 350 ha Land. Am Standort im zürcherischen Unterstammheim werden Frisch- und Lagergemüse sowie auf rund 100 ha Kartoffeln produziert und abgepackt. Kein Wunder, dass ein solcher Betrieb über einen gros­ sen Maschinenpark verfügt. Nicht weniger als 62 Traktoren stehen im Einsatz, hauptsächlich der Marke «Fendt». Die Auslastung ist hoch. «Rund 75 % unserer Traktoren absolvieren pro Jahr gegen 1000 Stunden oder gar mehr», sagt Anbauleiter Stefan Herren. Ihm alleine sind rund 100 Mitarbeitende unterstellt und er ist auch jener, der dafür schaut, wenn ein neuer Traktor angeschafft werden muss. 42

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«Pro Jahr ersetzen wir zwischen drei und fünf Traktoren», sagt der 35-Jährige. Neuerdings geht der Entscheid bei einer Neuanschaffung vermehrt hin zur Marke «MF». «Dies unter anderem aus Kostengründen, aber auch, weil diese Marke zwischen 70 und 120 PS ein optimales Angebot mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten kann.» Seit Anfang April ist mit einem «7720 S Dyna-VT» nun auf dem Betrieb Rathgeb auch ein 200-PSGrosstraktor von MF mit Stufenlosgetriebe im Einsatz. Beim Besuch Ende Juli für diesen Einsatzbericht hatte der Traktor nach vier Monaten bereits 550 Stunden auf dem Tacho.

dem Betrieb die Philosophie «keine Grosstraktoren». Das heisst: Traktoren nicht grösser als 160 PS und mit einem Leergewicht von rund 6 t. Das ist beim neu angeschafften MF «7720 S» natürlich nicht mehr so. Leer wiegt der Traktor 8600 kg, das zulässige Gesamtgewicht beträgt 14 000 kg bei einer garantierten Achslast vorne von 6400 kg und 10 000 kg hinten. «Der Grund für den Kauf eines schwereren Traktors ist, dass wir immer mehr Lasten zu ziehen haben und die bisherigen Traktoren dafür eher zu leicht sind», sagt Herren. Der neue MF wird denn auch hauptsächlich für die schweren Arbeiten auf dem Acker und auf der Strasse eingesetzt. Montiert sind hinten 710/60R42-Reifen, das ist für diesen Trak-

Schritt in die 200-PS-Klasse «Mit diesem Traktor machen wir erstmals den Schritt in den Leistungsbereich um 200 PS und natürlich auch hin zu mehr Gewicht», sagt Herren. Bis anhin galt auf

Der Arbeitsplatz im MF des Betriebs Rathgeb mit Fahrhebel, Joystick, DatatronicTerminal und dem GPS-System von Hersteller SBG (oben links).


Einsatzbericht | Impression

Steckbrief Massey Ferguson «7720 S Dyna-VT» Motor: AgcoPower, 6 Zylinder, 6,6 l Hubraum, Abgasstufe 4 mit SCR und DOC, Common-Rail Tank: 430 l Diesel; 40 l AdBlue Maximale Leistung: 147 kW/200 PS (bei 1950 U/min), 165 kW/225 PS mit Boost, 132 kW/180 PS an der Zapfwelle (+/– 5 %) Getriebe: Dyna-VT (stufenlos) Hydraulik: 110 l/min, CCLS-Hydraulik 190 l/min optional, 5 Steuergeräte am Heck, 2 vorne Hubkraft: Heck: 9600 kg; Front: 4000 kg Leergewicht: 8600 kg (Traktor Rathgeb) Gesamtgewicht: 14 000 kg Achslastgarantie: 6400 kg vorne, 10 000 kg hinten Reifen: am Rathgeb-Traktor 710/60R42 vorne, 600/60R30 hinten (Standard: 620/70R42, 480/70R30) Masse: Höhe: 3129 mm; Länge: 5868 mm, Radstand: 3000 mm Preis: CHF 185 000.– (mit MwSt.) (Herstellerangaben)

(einheitliche EU-Traktoren-Typgenehmigung), was heisst, dass die acht Traktormodelle der Baureihe «7700 S» zusätzliche Anforderungen für die Sicherheit von Fahrer und Beifahrer erfüllen. Keine Änderung gab es beim Motor. Die fünf «kleineren» Modelle der Serie haben einen 6,6-Liter-, die drei grossen Modelle einen 7,4-Liter-Motor von AgcoPower. Der MF «7720 S» von Rathgeb ist das grösste Modell der Baureihe, das den kleinen Motor mit 6,6 l Hubraum hat. Die maximale Leistung an der Zapfwelle beträgt 180 PS (OECD-Norm, Genauigkeit +/− 5 %).

«Dyna-VT»-Modelle mit «EPM»

Der MF «7720 S Dyna-VT» auf dem Betrieb Rathgeb ist einer der ersten in der Schweiz verkauften Traktoren der 7700-Baureihe von Massey Ferguson mit dem «S» in der Typenbezeichnung. Erstmals gezeigt wurde die Baureihe auf der Agritechnica im letzten November. Im Vergleich zur vorherigen Serie «7700» gab es einige Detail­ anpassungen. Zudem erfüllen diese Traktoren die seit dem 1. Januar 2018 EU-weit geltende «Tractor Mother Regulation»

Neu ist hingegen das etwas aggressivere Design vorne an der Fronthaube mit schlankeren Scheinwerfern und dass das Motor-Power-Management «EPM» jetzt auch für alle «7700 S» mit dem Stufenlosgetriebe «Dyna-VT» erhältlich ist. Vorher gab es den Boost mit zusätzlichen 25 PS nur für die Traktoren mit «Dyna-4»- und «Dyna-6»-Getriebe. «Wir haben uns für das Stufenlosgetriebe entschieden, weil auf unserem Betrieb viele Traktoren über ein solches verfügen», sagt Stefan Herren. Er selber ist übrigens nicht der Fahrer. Das ist Philipp Huber. Er ist verantwortlich für den neuen MF und er ist sich das Fahren mit Stufenlosgetrieben von den vorherigen Traktoren gewohnt. Seine Erfahrungen nach den ersten Monaten mit dem neuen Stufenlos-MF sind durchwegs positiv. «Das ‹Dyna-VT›-Getriebe ist einfach zu verstehen», sagt Huber. Schon nach kurzer Zeit sei er mit den Abläufen des Traktors vertraut gewesen. Als prima umschreibt er die Anpassung von der kleinsten bis zur höchsten Geschwindigkeit ohne Lastunterbrechung. Das Getriebe hat zwei Geschwindigkeitsbereiche, einen fürs Feld (0,03 bis 28 km/h) und einen für die Strasse (0,03 bis 40 km/h). Im «Eco»-

Philipp Huber ist der Fahrer des MF «7720 S Dyna-VT» und damit verantwortlich, dass beim Traktor immer alles in Ordnung ist.

Stefan Herren ist bei der Rathgeb BioProdukte AG Anbauleiter «Frischgemüse und «Gewächshaus».

tor die grösstmögliche Dimension. «Wenn schon mehr Gewicht, dann soll auch der Druck auf den Boden so tief wie möglich sein.» Darauf achtet Stefan Herren bei allen Traktoren besonders.

Neu mit «S» auf der Haube

Am Heck hebt der Traktor 9600 kg. Dazu gibt es fünf Steuergeräte, ABS-Steckdose sowie ein pneumatisches Zweileiter- wie auch ein hydraulisches Einleiter-Bremssystem.

Modus beträgt die Drehzahl des Traktors bei 40 km/h gerade mal 1450 U/min. Zum «Dyna-VT»-Getriebe gehört auch ein dynamisches Traktorenmanagement (DTM), das die Geschwindigkeit durch ein automatisches Anpassen der Motordrehzahl konstant hält, sowie ein Grenzlastregler, der die Arbeitsleistung unter wechselnder Last maximiert.

Von Basis bis Komfort Die Heckhydraulik (Kat. III) des MF «7720 S» stemmt über 9,6 t. An der Front sind es 4 t. Zapfwellenseitig bietet der Traktor 540/540 Eco und 1000/1000 Eco. Die gibt es nur für die «Dyna-VT»-Modelle. An der Front kann mit einer 1000er-Zapfwelle gearbeitet werden. Fünf Steuergeräte gibt es am Heck. Drei verschiedene Ausstattungspakete stehen zur Verfügung: Basis («Essential»), Mittel («Efficient») und Komfort («Exclusive»). Alle Funktionen werden am Traktor je nach Ausstattungsvariante über den Fahrhebel sowie über den überarbeiteten Joystick bedient. Wer einen Frontlader hat, kann diesen ebenfalls über den Joystick steuern. Mit dem Terminal können viele verschiedene Anwendungen abgespeichert werden. Zudem verfügt der Traktor über eine Isobus-Schnittstelle. Beim GPS-Lenksystem hat sich der Betrieb Rathgeb für das System vom holländischen Hersteller SBG entschieden. «Der Grund dafür ist, dass all unsere Traktoren mit diesem GPS-System ausgestattet sind», sagt Stefan Herren. Natürlich hat MF auch ein eigenes System im Angebot. 8 2018 Schweizer Landtechnik

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Impression | Einsatzbericht

Kompakt Einfach und kompakt sind zwei Eigen­ schaften, die auf diese Maschine beson­ ders zutreffen. Die Technik präsentiert sich solide und ist auf das Wesentliche konzentriert, will heissen, die Abmessun­ gen sind möglichst kurz, zu sehen beispielsweise beim Anbaubock. Dies hat zur Folge, dass der Schwerpunkt nahe an den Traktor zu liegen kommt, was die Belastung auf die Vorderachse reduziert. Dank der speziellen An­ bindung des Pendelbocks an die Mäh­ einheit wird diese in sich gezogen. Die Pendelachse des Mähwerkes befindet sich im Schwerpunkt der Mäheinheit. Der Pendelweg beträgt +/–6,5°, was eine gute Anpassung an die Bodenkontur ermöglicht. Eine Feder stabilisiert das Mähwerk im ausgehobenen Zustand, sei es beim Wenden oder auf der Stras­ senfahrt.

Federentlastung Das Front-Scheibenmähwerk mit Zinken-Aufbereiter «Ramos 3060» von Fella präsentierte sich als leichtes und leichtzügiges Gerät. Bilder: R. Engeler

Der Fall «Ramos» Fella hat seinem Front-Scheibenmähwerk «Ramos» ein neues Design verpasst. Die Schweizer Landtechnik begleitete einen Praxiseinsatz des Modells «Ramos 3060» mit Pendelbock und integriertem Zinken-Aufbereiter. Roman Engeler

Steckbrief Fella «Ramos 3060 FP-KC» Arbeitsbreite: 3 m Transportbreite: 3 m Mähscheiben: 6 Stück mit je 2 Klingen, paarweise gegenläufig laufend Schnittkreisdurchmesser: 614 mm Leistungsbedarf: ab 66 kW/90 PS Zapfwellendrehzahl: 1000 U/min Aufbereiter: Zinkenrotor mit verstell­ barem Gegenkamm Frontanbau: Schnellkupplungsdreieck Entlastungssystem: beidseitig je 2 Zug­ federn Eigengewicht: 990 kg Seitenschutztücher: klappbar (optional hydraulisch) Preis: CHF 17 920.– (ohne MwSt.) (Herstellerangaben)

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Der Fall «Ramos» um den berüchtigten kolumbianischen Drogenhändler beschäf­ tigte während Jahren die Schweizer Poli­ tik, Justiz, Öffentlichkeit und die Medien. Weniger spektakulär, aber für die Branche nicht minder interessant ist Fellas «Ra­ mos», die Baureihe von Scheibenmähwer­ ken des zu Agco gehörenden Herstellers von Futterernte-Technik aus Feucht (D). Vor rund einem Jahr hat Fella dem 3-mFront-Scheibenmähwerk «Ramos 3060» ein neues Design verpasst. Die Schweizer Landtechnik hat ein Modell im Praxis­ einsatz begleitet, das in Kombination mit der Heckeinheit «Ramos 270» und zu­ sammen mit einem «MB-Trac 1000» im zweiten Schnitt eingesetzt wurde. Das knapp 1000 kg schwere Frontmähwerk verfügte über einen Pendelbock und ei­ nen Zinken-Aufbereiter.

Angebaut an den Traktor wird das Mähwerk über ein Schnellkupplungs­ dreieck. Ausgehoben wird nur über das Fronthubwerk, allerdings ist die Aushub­ höhe, vor allem mit dem beim Praxis­ einsatz verwendeten «MB-Trac», etwas gering. Die Entlastung über die gesamte Arbeits­ breite des Mähwerks erfolgt mechanisch, über je zwei Federn links und rechts. Diese lassen sich je nach Traktor entlang einer Lochplatte am Mähwerk verstellen, sollten aber in einem Winkel von etwa 45° angebracht sein. Vorteilhafter ist es jedoch, wenn es traktorseitig eine elek­ tronische Geräteentlastung gibt, um so den Auflagedruck noch spezifischer den jeweiligen Umständen anpassen zu können. Insgesamt sind die Anforderungen an den Traktor gering. 80 bis 90 PS reichen aus, für die optional verfügbare hydrauli­ sche Seitenschutzklappung ist ein dop­ pelt wirkendes Steuerventil notwendig. Ansonsten braucht es keine weiteren Hydraulikanschlüsse.

Dreifache Überlastsicherung Das Mähwerk hat sechs Scheiben, die paarweise gegeneinander laufen. Der Gutfluss über den Zinken-Aufbereiter funktioniert problemlos – auch bei viel und nassem Futter. Der Antrieb der Mäh­ scheiben wird in der Mitte über ein Win­ kelgetriebe und eine weitere Gelenkwelle zum Stirnradgetriebe an der linken Seite geführt.


Einsatzbericht | Impression

Sechs paarweise gegeneinander laufende Scheiben führen das Futter in drei Mini-Schwaden dem Aufbereiter zu.

Der Mähbalkenantrieb und die Scheiben sind dreifach gegen Überlast gesichert. So gibt es eine Rutschkupplung in der Gelenkwelle, eine Sollbruchstelle in der Sechskantwelle, welche die Mähscheiben bewegt, und das «Driveguard»-System – eine Überlastscheibe mit vier Sollbruchstellen (ab Baujahr 2018 gibt es gar sechs Sollbruchstellen). Verklemmt sich ein Fremdkörper, so dreht die Scheibe frei durch, ohne dass sie mit einer anderen kollidieren kann. Serienmässig gibt es ein Klingenschnellwechsel-System. Der dazu notwendige

Die Entlastungsfedern (in Arbeitsstellung) sollten in einem Winkel von 45° zum Boden stehen.

Schlüssel ist am Anbauturm befestigt. Dank integrierter Klingenbox sind auch die Ersatzklingen stets griffbereit.

Aufbereiter Auch der Aufbereiter mit seinen Feder­ zinken wird linksseitig über ein Stirnradgetriebe und Kreuzgelenke angetrieben. Eine Scherschraube schützt vor Überlast. Die Zinken sollen gegenüber Fremd­ körpern unempfindlicher sein als starre Zinken mit Gummipuffern, heisst es bei Fella. Die Intensität des Aufbereiters lässt sich durch den Abstand zum Gegen-

Praxisstimme

Philipp Fasel bewirtschaftet in Alterswil FR einen 61 ha grossen Milchwirtschaftsbetrieb mit vorwiegend Futter- und wenig Ackerbau (rund 10 ha). Rund 40 ha machen Mähwiesen aus. Auf diese Saison hin hat Fasel nicht nur sein altes Fella-Frontmähwerk (ohne Aufbereiter) durch das neue «Ramos 3060 FP-KC» ersetzt, er hat gleichzeitig auch ein Seitenheckmähwerk vom Typ «Ramos 270» (2,50 m Arbeits­ breite) gekauft und so enorm an Schlagkraft gewonnen. Ein Konkurrenzangebot

ist vorhanden gewesen, Fasel gab aber der Fella-Technik den Vorzug. Eingesetzt wird die Kombination mit einem in die Jahre gekommenen, aber durchaus noch funktionstüchtigen «MB-Trac 1000», mit dem Fasel beim Mähen zwischen 11 und 13 km/h schnell fährt. Schneller gehe kaum auf den kupierten Parzellen, betont der Landwirt. «Ich hatte anfänglich etwas Respekt, ob das neue Frontmähwerk mit seinem Zinken-­Aufbereiter bei dichten Knaulgras-­ Beständen auch wirklich alles schlucken kann», blickt Philipp Fasel zurück. Aber dieser Respekt sei unnötig gewesen. «Der Gutfluss stimmt, ebenso die Schnittqualität.» Allerdings müsse man darauf achten, dass die Drehzahl von 1000 U/min stets eingehalten werde, ansonsten diese Schnittqualität sofort nachlasse. Die Boden­ anpassung beurteilt Fasel als gut, Passagen durch Mulden würden mit der Federentlastung gut bewältigt, hingegen sei dies bei Kuppen noch verbesserungsfähig. Den Aufbereiter könne man zwar demontieren, was einige Zeit beanspruche, es sei aber für ihn unnötig, da er auf seinem Betrieb nicht eingrase, meint Fasel weiter.

kamm in vier Stufen über einen Hebel verstellen. Die Drehzahl des Aufbereiters lässt sich nicht verstellen, dafür hat man beim Gewicht eingespart. Ein Ausbau des Aufbereiters ist möglich, nimmt aber doch einige Zeit in Anspruch. Neben dem Zinken-Aufbereiter bietet Fella auch einen Rollen-Aufbereiter für besonders blattreiche Bestände an.

Fazit Das leichtzügige Mähwerk hat im Praxiseinsatz eine saubere Arbeit geleistet. Die geforderten 1000 U/min bei der Frontzapfwelle mussten aber eingehalten werden, ansonsten die Schnittqualität schnell nachliess. Die Bodenanpassung passte insgesamt, könnte aber bei zu überfahrenden Kuppen noch etwas besser sein. Abhilfe würde ein teleskopierbarer Oberlenker schaffen. Das Mähwerk gibt es im Handel ab CHF 14 120.– (ohne MwSt.).

Kurzbewertung + Schlagkraft + Gutfluss + Klingenwechsel – Eingrasen nur schwer möglich – Bodenanpassung auf Kuppen – Knappe Aushubhöhe

Video zum Fella «Ramos 3060 FP-KC» Weitere Filme zu landtechnisch interessanten Themen auf unserem YouTube-­ Kanal «Schweizer Landtechnik».

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Wissen | Praktisch

Strom aus der Konserve Wenn Akku-Geräte eingesetzt werden, dann ist dies in begrenztem Umfang sicher eine gute Sache. Die Einsatzdauer für einen Akku-Freischneider ist etwa so lang wie eine Lektion in der Schule oder anders gesagt zwischen vierzig und fünfzig Minuten. Ruedi Hunger Was ist ein Akku, welche Eigenschaften hat er? Gibt es neben den Lade-Intervallen noch andere Nachteile, die beachtet werden müssen? Eine Literaturstudie sollte etwas weiterhelfen.

Primär- und Sekundärzellen Akkumulatoren und Batterien sind elektrochemische Energiespeicher und werden in Primär- und Sekundärzellen unterteilt. • Bei Primärzellen (Batterien) wird chemische in elektrische Energie umgewandelt und die ablaufende Redox-Reaktion ist irreversibel, das heisst, nach der Entnahme der Energie ist die Zelle nicht mehr nutzbar und eine Entsorgung ist erforderlich. • Sekundärzellen (Akkumulatoren) sind wiederaufladbare elektrochemische Energiespeicher. Die ablaufende chemische Reaktion ist umkehrbar, damit ist eine Mehrfachnutzung möglich. Ein zusammenhängender, vollständiger Ladeund Entladevorgang wird als Zyklus bezeichnet. Mit der Anzahl Zyklen wird die Lebensdauer einer Zelle angegeben (das können 100 bis mehrere 1000 Zyklen sein).

gem oder gelöstem Zustand in Ionen dissoziiert ist und sich unter dem Einfluss eines elektrischen Feldes gerichtet bewegt.» (Wikipedia) Der Elektrolyt übernimmt bei den elek­ trochemischen Vorgängen die Funktion als «Vermittler» zwischen den Reaktionen an den Elektroden und garantiert damit den Li-Ionen-Transport. Sie bilden eine isolierende Deckschicht auf der Anode (SEI), die unabdingbar ist für den Einsatz von Lithium in Primär- und Sekundärzellen. Mögliche Formen von Elektrolyten: • Flüssig: Elektrolyt organischen Ursprungs aus einem Li-Ionen enthaltenden Leitsalz, das in ein nichtwässriges Lösungsmittel gegeben wird. • Polymer: Polymere können nicht austreten und weisen daher eine erhöhte Sicherheit gegenüber flüssigem Elektrolyt auf, die Leitfähigkeit ist aber geringer. • Fest: Feste Elektrolyttypen finden kaum Anwendung, da sie ein ungünstiges Verhältnis von Vor- und Nachteilen sowie Kosten/Nutzen haben.

Elektroden Die Elektroden werden durch den Separator voneinander getrennt. Als Material kommen Polymere, Vliesstoffe, Glasfaser oder Keramik zum Einsatz. Letztere haben aufgrund ihrer Hitzebeständigkeit als Separator vorteilhafte Eigenschaften. Pro Zelle werden heute Spannungen von 2,2 V bis maximal 4,2 V erreicht. Weil diese Spannung bei den meisten Akkutypen nicht für den praktischen Einsatz reicht, werden mehrere Zellen zu einem Modul in Reihe geschaltet (z. B. 6 Li-Ionen-Zellen mit nominell 3,6 V entsprechen einer Nennspannung von 21,6 V). Bei Parallelschaltung erhöht sich der maximale Ent­ ladungsstrom bei gleich bleibender Spannung.

Managementsystem Die wichtigste elektronische Komponente in einem Elektrofahrzeug ist das Batteriemanagementsystem (BMS). Es überwacht neben der Steuerung und Überwachung das Laden und Entladen. Unter Anwendung von Sensorik werden Strom, Spannung und Temperatur sowohl der Einzel-

Li-Ionen-Akku Viele Energiespeicher, die heute für Akkugeräte verwendet werden, sind Lithium-­ Ionen Akkus. Li-Ionen(Kurzform)-Energiespeicher sind Sekundärzellen. Die Vorteile dieser Akkutechnologie kurz zu­ sammengefasst: • Höhere Energiedichte gegenüber anderen Akkutypen • Kein Memory-Effekt, wie er bei anderen Akkutypen auftreten kann • Geringe Selbstentladung (< 5 % / Monat) bei der Lagerung, d. h. lange Lagerfähigkeit • Je nach Qualität und Bauart des Akkus sind vier- bis fünfstellige Lade-/Entladezyklen möglich.

Elektrolyt «Als Elektrolyt bezeichnet man eine chemische Verbindung, die in festem, flüssi46

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Noch ist er die Ausnahme, nicht die Regel, der «e100 Vario» von Fendt, mit einer 650-VLithium-Ionen-Hochleistungsbatterie. Bild: Fendt


Praktisch | Wissen

gering, sie sind aber schwer und beanspruchen verhältnismässig viel Platz. Bis sie vollständig aufgeladen sind, brauchen sie etliche Stunden. Auf der anderen Seite sind sie einfach zu laden und verhalten sich vergleichsweise «gutmütig» bei Überladung.

Ein «Energiespeicher», wie er auf breiter Basis bei Akkugeräten Anwendung findet. Bild: Husqvarna

zelle als auch des Gesamtsystems gemessen und geregelt. Zudem optimiert das BMS verschiedene weitere Funktionen des Systems. Eine wichtige Funktion ist zudem die Steuerung und Überwachung der Temperatur, da die Leistungsfähigkeit und die Alterung der Zellen stark von der Temperatur abhängig sind. Schliesslich schützt das Gehäuse mit dazugehörendem Kühlsystem die aktiven und passiven Komponenten des Akkumulatorensystems vor schädlichen Umwelteinflüssen.

Davon wird heute gesprochen In neuster Vergangenheit gaben vom Handy bis zum Tesla verschiedene Brände Anlass zu Diskussionen. Die Akku-­Hersteller sind also gefordert. Aufgrund der kleinen Ausmasse der Akkus bzw. der engen Einbaumasse müssen verschiedene Sicherheitsanforderungen erfüllt werden. Dazu kommen immer neue Technologien zur Anwendung. Beispiel: Freudenberg Sealing Technologies (Weinheim D) hat dafür einen Hitzeschild entwickelt (siehe Bild), der in prismatischen und Pouchzellen nahe­ zu bauraumneutral eingesetzt werden kann. Er kombiniert die hohe Hitze­ beständigkeit eines silikonbasierten Elastomers mit der hohen Wärmeisolation von Luft. Dies als Vorsorge, wenn eine schadhafte Zelle überhitzt, wobei Temperaturen von bis zu 600 °C auftreten können.

Unterschiedliche Bauarten • Bleiakku Bleiakkus – auch Autobatterien oder Starterbatterien – sind vergleichsweise billig, wenn die Kosten pro Wattstunden berechnet werden. Die Selbstentladung ist

• NiCd-Akkus Nickel-Cadmium-Akkus haben einen sehr kleinen Innenwiderstand und sind deshalb in der Lage, extrem hohe Stromstärken zu liefern. Sie sind deutlich leichter als Bleiakkus, auch können sie in sehr kurzer Zeit vollständig aufgeladen werden. Negativ ist der deutlich höhere Preis und eine, gegenüber Bleiakkus, höhere Selbstentladung. NiCd-Akkus sind trotz Recyclings bis auf wenige Anwendungen verboten worden (EU). • NiMH-Akkus Nickel-Metallhydrid-Akkus sind als Ersatzprodukt für NiCd-Akkus zu sehen. Sie besitzen eine höhere Kapazität als Letztere. Die neue Generation wird als «selbstentladungsarme» NiMH-Akkus bezeichnet. Da NiMH-Akkus keine Cadmium-Elektrode besitzen, kann im Gegensatz zu den NiCd-Akkus kein Me­ mory-­Effekt auftreten. • Li-Ion-Akkus Den Lithium-Ionen-Akkus gehört die Gegenwart. Im Vergleich zu den bisher ge-

Ganz neu: Hitzeschilde erhöhen Batterie­ sicherheit von Elektrofahrzeugen. Bild: Freudenberg Sealing Technologies

nannten Akkus besitzen sie bei gleichem Volumen eine wesentlich höhere Kapazität und sind deutlich leichter. Der grosse Negativpunkt ist, dass sie sich selbst bei geringer Überladung entzünden können (was fälschlicherweise oft als Explodieren bezeichnet wird). Li-Ion-Akkus benötigen deshalb eine aufwendige Schutzelektronik. • LiPo-Akkus (Weiterentwicklung Li-Ion) Lithium-Polymer-Akkus enthalten keinen flüssigen Elektrolyten, sondern einen Fest­ stoff­elektrolyten auf Polymerbasis. Weil bei LiPo-Akkus kein Elektrolyt auslaufen kann, brauchen sie kein äusseres Gehäuse. Sie sind etwas leichter als Li-Ion-Akkus. Nachteilig ist die geringere Ionen­ leitfähigkeit des Polymers bei niedrigen

Fachbegriffe zu Akkus • Akkukapazität («Fassungsvermögen»). Physikalisches Mass für die Strommenge, die einem voll geladenen Akku entnommen werden kann, in Ah (Amperestunden) oder mAh (Milliamperestunden). • Ladung. Definition dafür, wie viele Amperestunden eingespeist oder entnommen wurden (Beispiel Wasserglas: entnommene, eingefüllte oder im Glas vorhandene Wassermenge). • Speicherbare Energie. Lässt sich berechnen, indem die Kapazität mit der Nennspannung multipliziert wird. • Selbstentladung. Unerwünschte Eigenschaft, dass ein Akku im Laufe der Zeit an Ladung verliert. Anlass sind chemische Prozesse – Elektronen werden quasi «aus dem Verkehr gezogen». • Nennspannung. Die Spannung eines Akkus ist nicht ganz konstant. In voll geladenem Zustand ist sie am höchsten und geht bei Entladung mehr oder weniger stark zurück, um kurz vor einer Tiefentladung fast schlagartig auf null Volt zusammenzubrechen (daher Managementsysteme). • Tiefentladung. «Ausquetschen» eines Akkus, bis er keinen Strom mehr abgibt. Dabei können zum Teil irreversible chemische Reaktionen an den Elektroden ablaufen. Daher sollen Akkus nicht unter eine typabhängige Entladeschlussspannung entladen werden (elektr. Akkumanagement). • Memory-Effekt. Entsteht unter anderem durch Bildung einer Nickel-Cadmium-Komplexverbindung an der Cadmium-Elektrode in denjenigen Bereichen, die in den vorhergegangenen Teil-Entladezyklen nicht entladen wurden. (www.elektronikinfo.de)

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Wissen | Praktisch

gen Minuten nahezu voll geladen werden. Sie haben eine höhere Energiedichte. Für den gleichen Energieinhalt ist weniger Lithium notwendig. Wegen der geringeren Nennspannung von 3,3  V können konventionelle Li-Ion-­Akkus nicht ohne Weiteres ersetzt werden. Zudem haben sie einen erheblich höheren Preis. Zum Akku gehört ein Ladegerät. Beide müssen aufeinander abgestimmt sein. Bild: Husqvarna

Temperaturen. Geräte (Mobiltelefone) mit LiPo-Akku sollen im Winter unter der Jacke getragen werden. Beim Laden braucht es noch mehr Sorgfalt als bei LiIonen-­Akkus.

Recycling Batterien und Akkus sind ausschliesslich über den Handel oder die dafür speziell eingerichteten Sammelstellen zu entsorgen. Händler und Hersteller sind verpflichtet, diese ausgedienten Energie­ speicher zurückzunehmen und richtig zu verwerten bzw. sie als Sondermüll zu entsorgen. In Akkumulatoren sind verschiedene Metalle und Übergangsmetalle enthalten.

Spezifische Gefahren beim Recycling von Li-Ionen-Akkus/ Batterien sind elektrischer und chemischer Art sowie Brandge­fahren. Dabei kann es auch zu Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Gefahren kommen.

Bleibatterien, wie sie seit einem Jahrhundert zu Tausenden in der Landwirtschaft dienen, sind in die Jahre gekommen. Bild: Varta

• Demontage der Systeme • Mechanische Aufarbeitung wie Shreddern, Sortieren und Sieben • Hydrometallurgische (Laugen, Säuren) und pyrometallurgische (Abrösten) Prozesse zur Materialtrennung

Fazit • LiFePO4-Akku (Weiterentwicklung Li-Ion) Lithium-Eisenphosphat-Akkus haben einen flüssigen Elektrolyten. Sie sind prädestiniert für Hochstromanwendungen. Wenn es sein muss, können sie in weni-

Am Beispiel der Li-Ionen-Akkus werden folgende Recycling-Schritte gemacht: • Deaktivierung und Entladung des Akkumulators, speziell bei grösseren Systemen aus der Elektromobilität

Ohne Energiespeicher keine Akku-Geräte. Doch genau ihnen gehört im Bereich der Kleingeräte die Zukunft. Die Technik der Akkus ist noch bei Weitem nicht ausgereizt. Die Zukunft wird uns deshalb laufend Neuheiten präsentieren.

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Landtechnik-Begriffe | Wissen

Der DOC hilft weiter Der Dieseloxidationskatalysator, oder DOC, ist ein Katalysator, der vorrangig den Ausstoss von schädlichem Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffen verringert. Heinz Röthlisberger

Abgasnachbehandlung – dieses Stichwort fällt in der Regel dann, wenn es um das Thema Emissionsvorschriften und der von der EU geforderten Reduktion von schädlichen Abgasen geht. Eine wichtige Rolle in der Abgasnachbehandlung bei Dieselmotoren nimmt der Dieseloxidations­ katalysator (DOC) ein. Der DOC ist für viele Hersteller die ideale Lösung zur Abgasnachbehandlung in Dieselautos, Kraftfahrzeugen und Landmaschinen. Er reduziert Kohlenmonoxid (CO) und Kohlenwasserstoffe (HC) aus dem Abgas von Dieselmotoren durch Oxidation mit dem vorhandenen Restsauerstoff. Das DOC-System hat sich im jahrelangen Einsatz bewährt. Ein weiterer Vorteil ist, dass der DOC wartungsfrei ist.

Abgaskonditionierung NO >> NO2 CO >> CO2 HC >> CO2 + H2O DOC

DPF Russabbrand durch NO2 C + O2 = CO2

Nahe am Motor Der Dieselkatalysator besteht in der Regel aus einem Keramikmonolithen. Dieser besitzt zahlreiche feine Kanäle, die mit einer hochaktiven Platin- oder Palladiumbeschichtung (oder einer Kombination der beiden) versehen sind. Platziert wird der Katalysator möglichst nahe am Dieselmotor, damit dieser möglichst schnell die zur Funktion notwendige Betriebs­ temperatur erreicht. Der Dieselkatalysator kann nicht die festen Bestandteile aus dem Abgas entfernen. Diese Aufgabe übernimmt der Dieselpartikelfilter.

Verbindung mit DPF und SCR Um die EU-Abgasnormen einhalten zu können, hat der DOC in den letzten Jahrzehnten eine grosse Bedeutung bei der

DOC-Merkmale • Keine Änderungen an der grund­ legenden Motortechnologie • Robuste, kompakte und kosten­ günstige Technologie • Keine speziellen Wartungsarbeiten erforderlich • Keine Additive erforderlich • Hohe Variantenvielfalt für perfekte Integration in die Motorenumgebung

Der Dieseloxidationskatalysator (DOC) reduziert Kohlenmonoxid (CO) und Kohlenwasserstoffe (HC) aus dem Abgas und unterstützt in der Kombination auch die Wirkung des Dieselpartikelfilters (DPF). Bild: MTU

Dieselmotoren-Technologie erreicht und ist seit einigen Jahren oft auch fester Bestandteil in den Motoren von Traktoren und Erntemaschinen. Um die strengen Abgasnormen erfüllen zu können, ab 1. Januar 2019 tritt für Landwirtschaftsfahrzeuge die EU-Abgasstufe 5 in Kraft, setzen viele Landtechnik-Hersteller auf eine Kombination des Dieseloxidations­ katalysators mit einem Dieselpartikelfilter (DPF) und der Selektiven Katalytischen Reduktion (SCR-Katalysator).

Vorteile für nachfolgenden Ablauf In Verbindung mit einem nachfolgenden Dieselpartikelfilter (DPF) oder einem SCRKatalysator wird der DOC benötigt, um Kohlenwasserstoffe und Kohlenmonoxide zu ungefährlichem Kohlendioxid (CO2) und Wasserdampf (H2O) umzu­wandeln. Ein Teil der Stickoxide (NO) kann in Stickstoff­ dioxid (NO2) umgewandelt werden. Das hat für einen nachgeschalteten SCR-Katalysator den Vorteil, dass das Verhältnis NO zu NO2 verbessert wird und die Reak­ tionen im SCR-Katalysator dadurch rascher ablaufen. Andererseits unterstützt

der DOC den Dieselpartikelfilter, indem er die Abgastemperatur anhebt. Somit kann die notwendige Regenerationstemperatur zum Abbau des Russes rascher erreicht werden. Der DOC vermag also nicht nur die gesundheitsschädlichen Kohlenwasserstoffe und Kohlenmonoxide drastisch zu senken, er liefert dabei auch gleich­ zeitig genügend Wärme, um den nachgeschalteten Dieselpartikelfilter bestmöglich zu unterstützen.

«Landtechnik-Begriffe» Was ist ein «ABS», wie funktioniert eine «CommonRail»-Einspritzanlage und warum erkennt ein «NIR-Sensor» pflanzengrün? Solche und ähnliche Fragen beantwortet die «Schweizer Landtechnik in der Serie «Landtechnik-Begriffe». In der Serie bereits erschienen: «AdBlue» (Ausgabe Nr. 12/2017); «Common Rail» (1/2018); «Drehmomentwandler» (2/2018); «Ejektor» (3/2018); «Feuerverzinkt» (4/2018); «Metall­dampflampe» (5/2018); «LoadSensing» (6/2018).

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Management | Praxisfragen

Erleichterte Treibstoff-Transportvorschriften Für Handwerker, Landwirte und andere Berufsgruppen gilt beim Transport von «Gefährlichen Gütern» die sogenannte Handwerkerregelung. Trotz der erleichterten Transportvorschriften müssen auch diese Berufsleute einiges beachten. Urs Rentsch, Dominik Senn

Das Recht sieht vor, dass unter bestimmten Voraussetzungen erleichterte Vorschriften für den Transport von Gefahrengut gelten. Bild: R. Engeler

Unter den Begriff «Gefährliche Güter» fallen Stoffe und Gegenstände, von denen auf Grund ihrer Natur, ihrer Eigenschaften oder ihres Zustandes im Zusammenhang mit der Beförderung Gefahren für die öf-

Gefahrengüter Gefährliche Stoffe sind beispielsweise: Benzin, Diesel, Klebstoffe, Terpentin, Nitroverdünner, Farbe, Farbzubehörstoffe, Schutzanstriche, Propan, Butan, Acetylen, Sauerstoff, Druckgaspackungen, Desinfektionsmittel, Ätznatron, Säuren, Laugen, Batterieflüssigkeit, Bauchemikalien, Sprengstoffe, Patronen usw.

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fentliche Sicherheit, für Leben und Gesundheit von Menschen und Tieren sowie für die Umwelt ausgehen können. Sobald Stoffe oder Gegenstände mit gefährlichen Eigenschaften auf öffentlichen Verkehrswegen und öffentlichem Grund transportiert werden, sind Bestimmungen des jeweiligen Gefahrgutrechts einzuhalten. Die gefährlichen Stoffe oder Gegenstände sind an den entsprechenden Kennzeichnungen erkennbar.

sen Erleichterungen profitieren können, sind beispielsweise: Bauberufe im Hochund Tiefbau, Reinigungspersonal, Abwarte, Forstwarte, Gärtner, Landwirte, Maler, Garagebetriebe, TCS-Patrouilleure, Tankreiniger/ Tankrevisoren, Heizungsmonteure, Dachdecker, Spengler, Sanitärinstallateure, Servicemonteure, Gastwirte, Störmetzger und Schädlingsbekämpfer.

Für wen gelten erleichterte Vorschriften?

Folgende Bedingungen sind trotz Erleichterungen stets einzuhalten: a) Der Fahrer oder die mitfahrenden Handwerker verwenden die gefährlichen Güter ausschliesslich im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit.

Das Gefahrgutrecht sieht vor, dass unter bestimmten Voraussetzungen für Handwerker erleichterte Transportvorschriften gelten. Berufsgattungen, welche von die-

Welche Bedingungen gelten trotz Erleichterungen?


Praxisfragen | Management

Internationale Vorschriften Rechtlich bindend für den Transport von Gefahrengütern sind die Bestimmungen des Europäischen Übereinkommens über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Strasse ADR, Unterabschnitt 1.1.3.1c: Freistellungen in Zusammenhang mit der Art der Beförderungsdurchführung.

f) Interne und externe Versorgungsfahrten sind im Rahmen dieser Erleichterung nicht gestattet. Drei Beispiele für Versorgungsfahrten: 1. Einem Spengler geht am Einsatzort das Gas aus; er lässt sich von seinem Betrieb Gasflaschen nach­ liefern. 2. Ein Werkstattleiter einer Tiefbaufirma versorgt verschiedene Bau­ stellen mit Diesel. 3. Transport ab einer Tankstelle ins Lager des Betriebs.

Höchstmengen: 1000 Punkte b) Pro Verpackung/Gebinde dürfen nicht mehr als 450 Liter Gefahrgut enthalten sein. c) Mitgeführt werden darf der üblicherweise verwendete Tagesbedarf am Einsatz-/ Arbeitsort und von dort aus wieder zurück. Die Höchstmenge von 1000 Punkten darf dabei nicht überschritten werden (siehe nachfolgenden Abschnitt). d) Die Verpackungen (Originalverpackungen oder andere geeignete Verpackungen) müssen geeignet, stabil und dicht verschlossen sein. e) Die Ladung muss ausreichend gegen Verrutschen und Umkippen gesichert sein.

Die Summe der zu transportierenden Gefahrgüter je Fahrzeug inklusive Anhänger darf maximal 1000 Punkte betragen. Wie berechnet sich nun die Summe? Im Falle von Benzin und brennbaren Gasen (Propan/Butan) muss die Nettomenge in Litern oder Kilogramm mit 3 multipliziert werden. So können z. B. 16 Kanister à 20 Liter Benzin (16 mal 20 l = 320 l, mal 3 = 960 Punkte) oder 10 33-kg-Flaschen Propan/Butan (10 mal 33 kg = 330 kg, mal 3 = 990 Punkte) befördert werden. Es handelt sich dabei um Gefahrgut der Verpackungsgruppe II und der Verpackungsgruppe III der Gefahrklasse 6.1.

Im Falle von Dieseltreibstoff und flüssigem Sauerstoff muss die Nettomenge mit 1 multipliziert werden, es kann also dreimal mehr befördert werden als beim Benzin oder Propan/Butan. Das hat damit zu tun, dass Diesel zum Gefahrgut der Verpackungsgruppe III (ausgenommen Gefahrklasse 6.1) und Sauerstoff zu den erstickenden/oxidierenden Gasen gehört. So ist z. B. der Transport von 5 Fässern à 200 Liter Diesel oder von 50 20-Liter-Flaschen Sauerstoff gestattet.

Achtung Die 1000-Punkte-Regelung darf immer angewandt werden, wenn in der ADR-Gefahrentabelle A-1 bis A-n (Verzeichnis der gefährlichen Güter, ADR 3.2) in der Spalte 15 die Beförderungskategorie 1 (Nettomenge mal 50), 2 (mal 3), 3 (mal 1) oder 4 (unbegrenzt) steht. Wer von der Handwerkerregelung Gebrauch machen darf und sich an die genannten Bedingungen hält, ist von einer erhöhten Versicherungsprämie für das Transportfahrzeug und von einer entsprechenden Ausbildungspflicht des Lenkers befreit.

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Plattform | Forschung

Unterschiede bei Saattiefe und aufliegenden Körnern Die Zwischenresultate im Direktsaatmaschinen-Feldversuch zeigen Unterschiede etwa bei der Saattiefe und bei aufliegenden Saatkörnern. Das richtige Einstellen der Sämaschine ist enorm wichtig, so ein erstes Fazit des Maschinenvergleichs. Heinz Röthlisberger

Der Weizen des Direktsaatvergleichs zeigte sich bei der Flurbegehung im Juni sowohl im Bestand wie auch in der Ähre sehr gut. Bild: H. Röthlisberger

«Die Bedingungen waren perfekt, leider für einen Versuch fast zu gut», sagt Bernhard Streit von der Hochschule für Agrar-,

Die Sämaschinen Folgende elf Direktsaat-Maschinen sind am Versuch beteiligt: • Alphatec «CP-300 Air» • Gaspardo «DP 300» • Great Plains Alphatec «NTA 1300» • Haldrup «Cross Slot» • Horsch «Avatar 6.16 SD» • John Deere «NT750A • mNT «Seeder» • Semeato «SHM» • Sky «Easy Drill» • Väderstad «Rapid A 400 S» • Weaving «GD 3000 M In der «Schweizer Landtechnik» 11/2017 sind die in diesem Versuch eingesetzten Sämaschinen ausführlich beschrieben.

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Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL, Zollikofen BE. Sowohl bei der Saat im letzten Oktober, die bei trockenem und schönem Wetter durchgeführt werden konnte, als auch für das Auflaufen des Weizens in diesem Frühling haben optimale Wetterverhältnisse geherrscht. Das sei ein Grund, weshalb sich der Weizen auf den elf verschiedenen Parzellen des Direkt­saatMaschinenvergleichs sowohl in der Ähre wie auch im Bestand gut präsentiere. Davon konnte man sich bei der Flurbegehung im vergangenen Juni bei der Versuchs­ parzelle in Bellechasse FR überzeugen. Orga­ nisiert wurde der Feldversuch von Serge Braun, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der HAFL. «Eine leichte Differenz gab es aufgrund der unterschiedlichen Boden­beschaffenheit auf der Versuchsparzelle festzustellen», sagt Braun. Im mineralischen Boden (Ton) sei die Bestandesdichte insgesamt leicht besser ausgefallen als im organischen Boden (Moosboden).

Etwas tiefer eingestellt Die Zwischenresultate zeigen: Unterschiede hat die HAFL zudem bei der Saattiefe festgestellt. Das sei darauf zurückzuführen, dass einzelne Sämaschinen bei der Saat im letzten Oktober etwas tiefer eingestellt worden seien als andere (siehe Grafik 1). Auch gab es Unterschiede bei der Anzahl auf der Bodenoberfläche liegender Saatkörner, also Körnern, die nicht in den Säschlitz gelangten (siehe Grafik 2). Diese Faktoren seien aber dank der guten Wetterverhältnisse für das Auflaufen des Weizens nicht entscheidend gewe­sen. Dafür sorgte die dichte Grünschicht der Gründüngung, die nach der Saat am Boden lag. Unter dieser Schicht sei jedes Saatkorn «gewachsen», auch jene, die nicht im Säschlitz lagen.

Pflanzenrückstände im Säschlitz Hinsichtlich des Unkrauts hat die HAFL festgestellt, dass es im Frühling bei den


Forschung | Plattform

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Bei der Saattiefe waren nicht alle Maschinen gleich eingestellt.

gemulchten Parzellenstreifen mehr Unkraut hatte. Grund dafür sei, dass das Mulchmaterial durch den Winter hindurch abgebaut wurde und der Boden dadurch im Frühling nicht mehr schön bedeckt war. So hatte das Unkraut mehr Chancen zum Wachsen. Bei den Parzellenstreifen, bei denen in die stehende Gründüngung gesät wurde, ist der Boden durch das Pflanzenmaterial länger abgedeckt worden. Ein Umstand, der das Unkraut länger unterdrückt hat. Ein Problem, das bei der Direktsaat oft vorkommt, stellte man auch beim Feldversuch in Bellechasse fest, nämlich das Eindrücken von Pflanzenrückständen in den Säschlitz. Dies, obwohl verschiedene Scheibenscharsysteme im Versuch zum Einsatz kommen. Ausnahme bildet die Zinkenmaschine «mNT Seeder», die das

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Grafik 1: Saattiefe in unterschiedlichen Bodentypen

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Unterschiede gab es bei den auf dem Boden aufliegenden Körnern.

Pflanzenmaterial vor der Saatgut-Ablage auf die Seite gedrückt hat.

Ernteerhebung beim Dreschen Grundsätzlich könne gesagt werden, dass alle Sämaschinen funktioniert hätten und man keine signifikanten Unterschiede zwischen den Systemen fest­ stellen könne. Letztlich werde aber die Ernteerhebung zeigen, ob es Unterschiede beim Ertrag in Abhängigkeit der im Versuch eingesetzten Sämaschinen gebe. Die Sätechnik sei für den Erfolg wichtig, die richtige Bedienung der Maschine aber ebenso. Der Fahrer müsse die Sämaschinen «im Griff haben». «Man kann mit Maschinen, die technisch für die Direktsaat nicht so gut geeignet sind, eine gute Arbeit erzielen. Man kann aber auch mit technisch ausgefeilten Maschinen schlechte Arbeit ma-

chen», betont Versuchsleiter Bernhard Streit. Eine weitere Erkenntnis sei, dass Sämaschinen für die Direktsaat in eine dichte Gründüngung mit neuen Werkzeugen aus­gestattet sein müssen. Denn mit abgefeilten Scheiben könne keine gute Arbeit erzielt werden. Ein grosser Helfer sei zudem die Fahrer-Unterstützung mittels GPS. Bei der Direktsaat müsse der Fahrer stetig nach hinten schauen können, um zu sehen, ob Pflanzenmaterial die Säaggregate verstopfe oder sonst etwas sei. Oft seien es zudem kleine Details an den Maschinen, die zu einer unbefriedigenden Arbeit führen. Schon nur hervorstehende Schrauben und Federn können Grünmaterial mitschleifen und so die Sämaschine verstopfen. Es sei ärgerlich, wenn man grossflächig säen wolle, aber einfach nicht vorwärtskomme.

Ziele des Direktsaatversuchs • Beteiligt an diesem Versuch sind: Berner Fachhochschule HAFL, Swiss No-Till und die Landwirtschaftsschule Grangeneuve. • Ziel: Der Vergleich von verschiedenen Direktsaatmaschinen soll hinsichtlich einer Saat in eine Gründüngung Möglichkeiten aufzeigen und dient als Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis zur Optimierung von Anbausystemen. Unter anderem soll geprüft werden, ob ein ressourcenschonender Anbau mit reduziertem Herbizideinsatz möglich ist. Dadurch sollen die Lebensbedingungen von Wildtieren wie der Feldlerche im Ackerbau verbessert werden. Dies wird im Rahmen eines vom Bundesamt für Landwirtschaft finanzierten Projekts

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untersucht. Um die Praxistauglichkeit von Massnahmen im Weizen und Mais zu testen, sucht die HAFL Betriebe im Raum Seeland. Für weitere Informationen melden Sie sich bitte bei Serge Braun (serge.braun@bfh.ch) oder Bernhard Streit (bernhard.streit@bfh.ch). Versuchsfläche: 6 ha in Bellechasse FR (Ton und Moosboden) Für den Versuch werden gemessen: Saattiefe, Anzahl aufliegender Körner, Auflauf, Ährendichte und die Erträge. Vorkultur: Eiweisserbsen Gründüngung: Futtererbse, Sandhafer, Sommerwicke und Moha-Hirse (HAFL-­ Mischung)

• Direktsaat: 16. Oktober 2017, Winterweizen «Spontan», rund 500 Körner/m², konventionelle Saatgutproduktion • Schneckenkörner: 20. Oktober 2017 • Herbizidapplikation: 26. März 2018 • Dünger: total 130 kg N • Gesät wurde der Winterweizen in stehende, gewalzte und gemulchte Gründüngung. Die Gründüngung war sehr dicht und hatte viel Blattmasse. Wie geht es weiter? Nach dem Dreschen werden die Erträge mittels Ertragskartierung ausgewertet. Die definitiven Resultate des Direktsaatversuchs werden voraussichtlich im September veröffentlicht.

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Plattform | Ausstellung

Mit Hacke und Striegel gegen das Unkraut An den Feldtagen der DLG wurden in der Sonderschau «Öko-Landbau» auch fünf Reihen-Hackgeräte im praktischen Einsatz gezeigt. Die «Schweizer Landtechnik» hat genau hingeschaut. Ruedi Burkhalter

pflanzen durch gezackte Scheiben verhin­ dert. Diese können über das Umstecken von Kettengliedern verstellt oder ganz ausgehoben werden. Neu bei Schmotzer ist die «Okio»-Kame­ rasteuerung. Im Unterschied zu her­ kömmlichen Kamerasystemen erkennt dieses System die Reihen nicht nur am Farbunterschied grün–braun, sondern kann auch verschiedene Blattformen und Blattfarben differenzieren, so dass das System auch bei flächendeckender Begrü­ nung die Reihen zuverlässig erkennen soll. Ein intelligenter Neigungssensor soll zudem die automatische Reihenführung auch in Hanglagen bis 40 % ermöglichen.

Teilbreitenschaltung bei Garford Aktivitäten verschiedener Gesetzgeber und vermehrt kritische Diskussionen in der Gesellschaft, aber auch zunehmende Re­ sistenzen sorgen dafür, dass die mechani­ sche Unkrautbekämpfung und damit un­ terschiedliche physikalische Verfahren zur Unkrautregulierung wieder an Bedeutung gewinnen. Im Ackerbau – biologisch oder konventionell wirtschaftend – stehen da­ bei das Hacken und das Striegeln ver­ schiedener Kulturen im Mittelpunkt des Interesses. Heutige Hackgeräte werden zunehmend mit modernster digitaler Technik ausgerüstet. So entlastet die automa­tische, kameragesteuerte Reihen­ führung nicht nur den Fahrer, sondern ermö­glicht teilweise auch höhere Arbeits­ geschwindigkeiten bei gleichzeitig äus­ serst hoher Präzision. Im Rahmen einer Sonderschau wurden an den DLG-Feldtagen fünf Geräte vorge­ stellt. Die Maschinen waren jeweils auf der Arbeitsbreite mit unterschiedlichen Werk­ zeugkombinationen und Einstellungen ausgerüstet, so dass man die Unterschie­ de im Resultat direkt vergleichen konnte.

Schmotzer mit Frontgerät Schmotzer präsentierte ein 6 m breit ar­ beitendes Frontanbau-Gerät, das sich be­ sonders gut für den Einsatz als Blindhack­ gerät, also für das Bekämpfen gekeimter, aber noch nicht aufgelaufener Unkräuter eignet. Die Version Frontanbau gilt als mit Abstand günstigste Variante, da auf eine automatische Seitenführung mit Ver­ schieberahmen verzichtet wird. Einerseits bietet der Frontanbau ergono­ mische Vorteile – der Fahrer kann die Ar­ beit des Geräts in Fahrtrichtung überbli­ cken – anderseits stellt die manuelle Sei­ tenführung hohe Anforderungen an die Konzentration des Fahrers und kann bei längeren Einsätzen dazu führen, dass die Augen ermüden und in der Folge die Prä­ zision der Arbeit nachlässt. Schmotzer arbeitet mit einem KombiParallelogramm, Vibro- und Flachmessern sowie mit Fingerrädern. Die Fingerräder werden in jungen Kulturen auf 40°, in grösseren auf 20° eingestellt, um die Ar­ beitsweise anzupassen. Im Bereich der Messer wird das Verschütten der Kultur­

Ergonomischer und günstiger Frontanbau bei Schmotzer – optional mit Kamerasteuerung erhältlich. Bilder: R. Burkhalter

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Die wohl auffälligste Besonderheit am Gerät von Garford ist die automatische Teilbreitenschaltung. Dabei ist jedes Hack­ element mit einem separat angesteuerten Aushubzylinder ausgestattet. Über die auto­ matische GPS-Steuerung werden so Überschneidungen ganz verhindert. An der Parallelogramm-Führung ist zudem je­ des Hackgerät mit einem zweiten Hydrau­ likzylinder ausgerüstet. Über diesen Zylin­ der kann die Anpresskraft von der Kabine aus jederzeit verstellt werden. Als weitere Funktion dient dieser Zylinder beim Auf­ treffen auf Hindernisse als Überlastschutz und soll ein besonders ruhiges und präzi­ ses Arbeiten ermöglichen. Die Befestigung der Arbeitswerkzeuge an den Hackelementen erfolgt bei Gar­ ford über Vierkantrohr-Steckverbindun­ gen. An jedem Träger stehen elf Steck­ plätze zur Verfügung, woraus sich eine grosse Flexibilität ergibt. Das aufgebaute Kamerasystem mit Verschieberahmen wurde von Garford selber entwickelt und wird auch von weiteren Herstellern ein­ gebaut.

Die wohl auffälligste Besonderheit am Gerät von Garford ist die automatische Teilbreitenschaltung.


Ausstellung | Plattform

Das Hacksystem «Habicht» von Kress präsentierte sich mit Kameratechnik und Verschieberahmen von Garford.

«Habicht» ist Kult Das Hacksystem «Habicht» von der Firma Kress umweltschonende Landtechnik, kurz «Kult», präsentierte sich mit Kameratechnik und Verschieberahmen von Garford. Die Räder für die Tiefenführung des Parallelogramms sind mit Spindelverstellung ausgestattet. Der Schutz der Kulturpflanze vor Verschüttung wurde bei der vorgestellten Maschine nicht über Scheiben, sondern mit direkt am Messer befestigen Schutzschilden gelöst, was eine einfache und platzsparende Lösung ist. Eine Besonderheit ist die Tiefenführung der Fingerräder. Diese sind über ein langes Vierkantrohr direkt am Trägerrahmen befestigt und werden über Federn entlastet. Diese schwimmende Aufhängung hat unter anderem den Vorteil, dass sich bei Bodenunebenheiten die Hackwerkzeuge und die Fingerräder völlig unabhängig voneinander bewegen können. Davon verspricht man sich besonders beim oberflächlichen Arbeiten eine präzisere Tiefenführung. Bei hohen Arbeitsgeschwindigkeiten wird die Tiefenführung der Elemente nicht durch die Massenträgheit des jeweils anderen Elements verfälscht.

Jedes Hackelement beim Gerät von Carre ist am Tiefenführungsrad mit einer Spindelverstellung und gut sichtbarer Skala ausgestattet.

weist auf seine kompakte und robuste Bauweise mit einem überdimensionierten Parallelogramm aus 80 x 40 x 4 mm Stahl­ elementen, was für eine hohe Langlebigkeit im Dauereinsatz steht. Es gibt eine breite Auswahl von Hackwerkzeugen, der Austausch und die Verstellung sind sogar werkzeuglos durchführbar. Jedes Hackelement ist am Tiefenführungsrad mit einer Spindelverstellung mit gut sichtbarer Skala ausgestattet. Der Schutz der Kulturpflanzen wird mit gezackten Scheiben gelöst. Optional sind die Hackgeräte von Carre in einer «Semloc»-Ausstattung für das Einsäen von Kulturen oder in der «Iziflo»Version für die gleichzeitige Zerstäubung von Pflanzenschutzmitteln oder das Ausbringen von Flüssigdüngern erhältlich.

Das Parallelogramm ist mit Andruckfedern ausgerüstet, deren Anpresskraft in vier Stufen verstellbar ist. Als Option ist auch eine hydraulische Einzelaushebung für jedes Hackelement erhältlich. Die Verstellung der Tiefenführung erfolgt über gut zugängliche Rasterhebel in 7,5-mm-Schritten. Die Werkzeugträger sind mit einer zentralen Schraube zur schnellen und einfachen Seiteneinstellung der Werkzeuge ausgerüstet. Zum Schutz der Pflanzen kann wahlweise mit gezackten Scheiben oder mit einfacheren Pflanzenschutzblechen gearbeitet werden. Die an zwei Hackelementen montierten Striegel dienen dazu, das gelöste Unkraut an die Oberfläche zu bringen und so dessen Austrocknung zu beschleunigen.

Monosem: Lieber spät als nie

Fazit

Das «Multicrop»-Hackgerät von Monosem ist dank des grossen Abstands zwischen Boden und Tragrahmen von 70 cm auch für späte Einsätze besonders gut geeignet. Die Befestigung der Hackelemente durch schwenkbare Bügel und nur eine Mutter erlaubt ein zeitsparendes Verschieben der Elemente.

Die Landtechnik-Hersteller haben Lösungen bereit, um in Reihenkulturen vorhandenes Unkraut mechanisch effektiv und effizient bekämpfen zu können. Die dafür notwendige Kamera- und Sensortechnik wird sich noch weiter verbessern und dürfte künftig auch in der Anschaffung günstiger werden.

Multifunktionalität bei Carre Das Hackgerät «Econet» von Carre wurde mit einem kameragesteuerten Verschieberahmen vorgeführt. Der Hersteller ver-

Video zu den fünf dargestellten Hackgeräten Weitere Filme zu landtechnisch interessanten Themen auf unserem YouTube-­ Kanal «Schweizer Landtechnik».

Das «Multicrop» von Monosem ist dank des grossen Abstands zwischen Boden und Tragrahmen von 70 cm auch für späte Einsätze geeignet.

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Plattform | Ausstellung

Publikumsmagnet waren die verschiedenen Vorführungen wie hier jene von den hochtechnisierten Hackgeräten und Robotern. Bilder: R. Engeler

Neuheiten-Check im Emmental An der Öga, der nationalen Ausstellung für den Garten- und Gemüsebau sowie für die Bewirtschaftung von Park- und Grünanlagen, haben die über 430 Aussteller viele Neuheiten präsentiert, darunter auch einige interessante technische Innovationen. Roman Engeler

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Die Öga, die im Zweijahres-Rhythmus stattfindende Messe und Treffpunkt der grünen Branche, fand heuer zum 30. Mal statt. Das besondere «Freilicht»-Ambiente an der Gartenbauschule Öschberg bei Koppigen BE lockte auch bei der Jubiläumsaustragung über 21 000 Personen ins nördliche Emmental.

Akku-Technik im Trend Der Rundgang durch die Stände der über 430 Aussteller offenbarte, dass gerade im Gartenbau der Trend zu akkubetriebenen Geräten weiter anhält. Diese Technik hat die reine Hobby-Anwendung längst überwunden, etabliert sich mehr und mehr im Profi-Segment und nimmt auch zuneh-

mend leistungsfähigere Geräte in den Fokus. Weiter werden die Ladezeiten der Akkus kürzer und deren Einsatzdauer steigt an. Leider ist aber auch festzustellen, dass ein markenübergreifender Standard-Akku nach wie vor fehlt. Wer also mit der Akku-Technik bei Motorsägen, Freischneidern, Laubbläsern oder Hecken­

Der hydropneumatische Düngerstreuer von Swiss Green für die exakte Applikation von Nährstoffen und Übersaaten von Rasen.

Hauerts Baumschulroboter versetzt keine Berge, dafür automatisch Töpfe und kann mit einem Dünger-Dispenser kommunizieren.

Ein tragbares akkubetriebenes Gebläse für die Rückenspritzen von Birchmeier kann den Sprühnebel von 0,5 bis 15 m optimal verteilen.

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Ausstellung | Plattform

scheren liebäugelt, muss diese Geräte von einem Hersteller beziehen, will er mit wenigen Akkus und Ladegeräten auskom­men.

Hacken, die einst wohl dominierende Tätigkeit im Garten- und Gemüsebau, hat nichts von seiner «Attraktivität» verloren. Anstatt handgeführter Hacken kommen heute aber Maschinen, ausgerüstet mit Sensoren, Kameras und GPS-basierter Lenkung, sowie auch Roboter zum Einsatz. Auch dazu wurde in einem Demo-­

32 Neuheiten wurden im Vorfeld der Öga zur Prämierung angemeldet. Mit dem Ziel, etwa 20 % dieser Neuheiten mit dem Award «Technische Neuheiten» auszuzeichnen, begutachtete die Jury mit vier Zweierteams diese Innovationen und wählte sechs davon aus. Als Kriterien massgebend waren der generelle Nutzen für den Anwender, eine spürbare Verbesserung von Ökologie und Ökonomie sowie eine markante Arbeitserleichterung. Einen Award haben erhalten: • Birchmeier Sprühtechnik AG erhielt den Award für das mit Luft unterstützte und tragbare Akku-Sprühgerät «AS 1200». Der Luftstrom kann in fünf Stufen verstellt werden, so dass sich der Sprühnebel von 0,5 bis 15 m optimal verteilen lässt. Durch die Luftmasse wird eine gute Durchdringung am Ziel­ ort erreicht. Letztlich soll man damit die Pflanzenschutzmittel gezielter und in geringeren Mengen ausbringen können. • Köppl GmbH gewann die Auszeichnung für den mit einem Elektromotor und 48-V-Akku ausgestatteten Einachser «Compakt-Easy E-Drive». Die Betriebsdauer beträgt dank integrierter Leistungssteuerung je nach Anbaugerät 2–3 Stunden. Mit dem Gerät können alle bisherigen Anbaugeräte verwendet werden.

• Das zur Hauert-Gruppe gehörende, aber selbstständige Unternehmen Swiss Green Sportstättenunterhalt AG ist im Unterhalt von Sportanlagen und grösseren Grünflächen aktiv. Die Firma handelt auch mit Geräten und entwickelt solche, wie den mit dem Award prämierten hydropneumatischen Balkenstreuer, der die Pflanzennährstoffe dank einer raffinierten, elektronischen Mengensteuerung ressourcenschonend bis zum Pflanzenhorizont bringt. Das Gerät basiert auf einem Sägerät von Krummenacher, ermöglicht ein exaktes Grenzstreuen und kann auch für die Applikation von Übersaaten angewandt werden. • Otto Hauenstein Samen AG erhielt den Award für die Begrünungsmatte «OH-ch Kokos». Diese Kräuterrollmatte für rasche Begrünungen von Dächern, Böschungen oder Strasseninseln liegt auf einem innovativen Trägersystem aus Kokosfasern, die stets wasserdurchlässig sind und nach ein bis zwei Jahren von selbst verrotten. • Hauert HBG Dünger AG erhielt die Auszeichnung für den batteriebetriebenen Baumschulroboter «HV-100», der die repetitive und aufwändige Handarbeit beim Töpferücken erledigen kann. Das Gerät ist in der Lage, verschiedene Topfgrössen vom Winterquartier zu entnehmen und auf Endabstand zu setzen. Künftig soll der Roboter mit einem mobilen Dünger-Dispenser zusammen­ arbeiten und so die Versorgung der Topfpflanzen automatisch sicherstellen. • Swissplant GmbH und Jampen Landmaschinen AG erhielten den Award für das Konzept und die Pflanzmaschine «Plant Tape». «Plant Tape» bietet ein voll integriertes System von der Aussaat eines Saatbandes über die Keimung und Pflege der Jungpflanzen bis hin zum Setzen im Freiland.

Köppls kompakter Einachser mit Elektro­ motor, 48-V-Akku-Antrieb und optimierter Leistungssteuerung kann bis zu 3 Stunden arbeiten.

«Plant Tape» von Jampen Landmaschinen und Swiss Plant ist ein integriertes System von der Aussaat eines Saatbandes bis hin zum Setzen im Freiland.

Die Kräuterrollmatte von Otto Hauenstein Samen ist ein Produkt für schnelle Begrünungen auf einem Trägersystem aus Kokosfasern.

Ohne Chemie Ein weiterer Trend war in der chemie-­ freien Unkrautbekämpfung zu erkennen. Im sogenannten «öffentlichen Grün» ist der Herbizid-Einsatz ja schon seit geraumer Zeit verpönt und wird auch im gross­ flächigen landwirtschaftlichen Ackerbau zunehmend hinterfragt. Verschiedene Aussteller zeigten an der Messe ihre neusten Entwicklungen mit Heisswasser-­ Hochdruck-Injektoren, Abflammgeräten oder rotierenden Bürsten. Im Demo-Gelände war auch ein Prototyp des deutschen Unternehmens Zasso im Einsatz. Zasso hat sich auf systemisch wirkende, strombasierte Technologien zur Unkrautbekämpfung spezialisiert und soll mit elektrophysikalischen Methoden nicht nur oberirdische Pflanzenteile, sondern die noch viel wichtigeren Wurzeln durch fortschrittliche und leichtgewichtige Hochspannungstechnologie zerstören können. Das Gerät, das Unkraut auch in Reihen vernichten kann, leitet hoch­ energetische Stromstösse durch die ganze Pflanze, soll dabei den Anwendungs­ bereich zielgenau innerhalb von Sekunden befreien und diesen zum Teil für Monate unkrautfrei halten. Die Bodenlebewesen würden dabei nur marginal beeinträchtigt.

Hacken ist Trumpf

Feld ein Ausschnitt der heute verfüg­ baren Technik gezeigt. Eine Technik, die sich parallel zur fortschreitenden Digitalisierung rasant entwickelt und neben dem reinen Hacken vermehrt das Säen, Düngen und die Applikation von Pflanzenschutzmitteln umfasst. Letzteres geschieht auch aus der Luft mit Drohnen, zumindest dort, wo der Zugang zu den Parzellen nicht immer einfach ist.

Neuheiten-Awards

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Plattform | Veranstaltung

Pick-up-Bandschwader Reiter «Respiro R9»: 9 m Arbeitsbreite, 6400 kg Gewicht, 120 PS Leistungsbedarf. Bilder: H. Röthlisberger

Schwader ist nicht gleich Schwader An einer Präsentation in Sorens FR konnten sich die Besucher über neue und aktuelle Schwadertechnik informieren. Gezeigt wurden 13 verschiedene Gespanne. Heinz Röthlisberger

Dass man das Futter auf unterschiedliche Art und Weise schwaden kann, wurde Anfang Juli in Sorens FR an einer grossen Maschi­nen-Vorführung deutlich. Der Freiburger Verband für Landtechnik (FVLT) und das Landwirtschaftliche Beratungszentrum Grangeneuve zeigten beim Schulbauernhof von Sorens 13 verschiedene Schwader im Praxiseinsatz. Vom einfachen 1-Kreisel-Schwader mit 4 m Arbeitsbreite für einige Tausend Franken bis hin zum 9,50-m-Pick-up-Bandschwader für über CHF 100 000.– gab es eine attraktive Bandbreite zu sehen. Konkret zeigten die Organisatoren den sehr vielen Besuchern 1- und 2-Kreisel-Schwader von Kuhn, Krone, Pöttinger und Fendt. Sternradrechen von Enorossi und Tonutti. Kammschwader von Elho und Repossi, einen Bandrechen von Molon und Pick-up-Bandschwader von Knüsel, Reiter, ROC und Kuhn. Erstmals zu 58

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sehen waren in der Schweiz an einer Praxis­ demo die zwei Pick-up-Bandschwader «Respiro R9» von Reiter und «Merge Maxx 950» von Kuhn. Die vielen Helfer vor Ort sorgten mit einer nachrückenden Seil-Absperrung dafür, dass die Besucher immer nahe an die im Einsatz stehenden Schwader herankommen konnten und so genau sahen, wie sauber die Geräte arbeiteten.

Die Frage der Kosten Beim Kauf eines Schwaders sei es wichtig, sich Gedanken über die Art des zu produzierenden Futters und über die Struktur und Lage des Betriebes zu machen, hiess es an der Veranstaltung. Wer auf sauberes Futter und möglichst wenig Blattverluste setze, für den komme eher ein Bandschwader infrage als ein Kreiselschwader. Hingegen müssten auch die wirtschaftlichen Aspekte mitberücksichtigt werden.

Denn die Schwader werden je nach Bauart immer komplexer und dadurch auch teurer. Um die Kosten möglichst tief zu halten, sollten deshalb Maschinengemeinschaften oder auch die Nachbarschaftshilfe in Betracht gezogen werden.

Leistung und Gewichte Eindrücklich sind auch die technischen Merkmale. Während beispielsweise der 1-Kreisel-Schwader mit 4,4 m Arbeitsbreite 724 kg wiegt und mit einem 30-PS-Traktor eingesetzt werden kann, benötigt der 6400 kg schwere 9-m-Pick-up-Bandschwader «Respiro R9» einen Traktor mit 120 PS Leistung. Das zeigt, dass auch die Gewichte für den Kaufentscheid beachtet werden müssen. Das Gewicht betrug beim 1-Kreisel-Schwader-Traktor-Gespann 4022 kg, der Pick-up-Bandschwader mit Traktor brachte 14 566 kg auf die Waage.


Veranstaltung | Plattform

Pick-up-Bandschwader «Merge Maxx 950» von Kuhn: 9,50 m Arbeitsbreite, 4840 kg Gewicht, 85 PS Leistungsbedarf.

Pick-up-Bandschwader ROC «RT 730»: 7,30 m Arbeitsbreite, 3196 kg Gewicht und 100 PS Leistungsbedarf.

Pick-up-Frontbandschwader Knüsel «Air Swath 300-70»: 3 m Arbeitsbreite, 810 kg Gewicht, 80 PS Leistungsbedarf.

Frontbandrechen Molon «Super 230»: 2,3 m Arbeitsbreite, 255 kg Gewicht, 25 PS Leistungsbedarf.

Sternradrechen Enorossi «Easy Rake 12»: 7,40 m Arbeitsbreite, 1430 kg Gewicht und 45 PS Leistungsbedarf.

Sternradrechen Tonutti «Raptor V14 Pro AW: 7,60 m Arbeitsbreite, 1300 kg Gewicht, 30 PS Leistungsbedarf.

Kammschwader Repossi «74/5IXL»: 4 m Arbeitsbreite, 580 kg Gewicht, 40 PS Leistungsbedarf.

Kammschwader Elho «Twin 750»: 3 bis 7,50 m Arbeitsbreite, 2100 kg Gewicht und 70 PS Leistungsbedarf.

2-Kreisel-Schwader Krone «Swadro TS 680 Twin»: 6,8 bis 7,60 m Arbeitsbreite, 4270 kg Gewicht, 50 PS Leistungsbedarf.

2-Kreisel-Schwader Pöttinger «Top 662»: 6,55 bis 7,30 m Arbeitsbreite, 1990 kg Gewicht, 60 PS Leistungsbedarf.

2-Kreisel-Schwader Fendt «Former 1452»: 5,8 bis 6,7 m Arbeitsbreite, 4270 kg Gewicht und 50 PS Leistungsbedarf.

1-Kreisel-Schwader Kuhn «GA 4431»: 4,4 m Arbeitsbreite, 724 kg Gewicht, 30 PS Leistungsbedarf.

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Plattform | Forschung

Roboter versus Gurkenflieger Die Welt der Roboter wird immer vielseitiger und sinnvoller, beispielsweise sollen sie künftig auch Gurken ernten – mindestens, wenn es nach den Vorstellungen einiger Forscher des Fraunhofer-Instituts in Berlin geht.

verdeckt. Zudem beeinflussen veränderliche Lichtverhältnisse das Erfassen und Beurteilen der Gurken. Ein spezielles Kamerasystem gewährleistet, dass die Gurken mit einer Trefferquote von rund 95 % registriert und lokalisiert werden. Geplant ist, dass alle reifen Gurken gepflückt werden, um das Wachstum der neuen, nachwachsenden Gurken nicht zu behindern.

Ruedi Hunger

Am Mensch orientiert

Auf der Zielgeraden – Leichtmodul-Roboter sind scharf auf Gurken. Bild: Fraunhofer-Institut

Die Gurkenernte ist Handarbeit. Meist werden als Erntefahrzeuge Selbstbaulösungen oder sogenannte «Gurkenflieger» eingesetzt. Kurz: Fahrzeuge mit Dach und angebauten Tragflächen. Die eigentliche Erntearbeit übernehmen Erntehelfer, die bäuchlings auf dem Erntefahrzeug die Gurken pflücken. Bequem ist wohl anders, insbesondere wenn stundenlang in dieser Position gearbeitet werden soll. Daher wird in Deutschland nach verbesserter Erntetechnik gesucht, um damit der Verlagerung des Anbaues nach den osteuropäischen Ländern oder Indien Einhalt zu bieten.

«Green Field»-Experimente Gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Spanien und Deutschland untersuchen Experten des Fraunhofer-Instituts für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik in Berlin das Automatisierungspotenzial der Gurkenernte. Ziel der Forscher ist es, ein aus Leichtmodulen aufgebautes kostengünstiges Dual-Arm-Robotersystem zu entwickeln und zu testen. Dieser Ernteroboter muss zuverlässig sein, selbst 60

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bei widrigen Witterungsbedingungen die erntereifen Gurken erkennen und diese mit seinen beiden Greifarmen schonend pflücken und ablegen. Die Leistungsvorgabe ist hoch, denn ein geübter Pflücker schafft bis zu 13 Gurken pro Minute und der automatisierte Erntehelfer muss eben­so effektiv sein wie der Pflücker. Zudem darf er die Pflanzen nicht beschädigen oder mit dem Wurzelwerk gar aus dem Boden ziehen.

Die Experten haben drei unterschiedliche Greifer-Prototypen entwickelt. Einen Greifer auf Vakuum-Technik-Basis, einen mit bionischen Greifbacken («Fin Ray») und eine Gurkenhand auf der Basis der «Open Bionics Robot Hand». Dabei setzten sie auf eine bereits in einem anderen, bestehenden Forschungsprojekt zur Anwendung kommende Dual-Arm-Robotersteuerung mit effizienter aufgabenorientierter Programmierung. Die vorprogrammierten Verhaltensmuster ermöglichen dem Roboter das bimanuelle Suchen der Gurken nach menschlichem Vorbild. So kann er beispielsweise Blätter durch symmetrische und asymmetrische oder kongruente (übereinstimmend) und inkongruente (nichtübereinstimmend) Bewegungen zur Seite schieben. Die Forschenden sind bemüht, eine intelligente Steuerung mit «Urteilsvermögen» zu entwickeln, welche die Aufgaben zwischen den Greifarmen verteilt, den eigentlichen Pflückprozess überwacht und Ausnahmen behandeln kann.

Fazit Die Arbeitsposition auf einem Gurkenflieger entspricht nicht der modernen Auffassung eines ergonomischen Arbeitsplatzes. Dennoch braucht es noch etwas Geduld, bis der «Gurkenroboter» den menschlichen Erntehelfer ablöst, aber das Projekt ist vielversprechend.

Hohe Trefferquote notwendig Erfassen, Beurteilen und Bewerten – die Anforderungen für autonome Systeme sind hoch. Noch grösser werden sie, wenn grüne Gurken in einem grünen Umfeld geortet werden müssen. Die Früchte sind zudem relativ ungeordnet auf dem Feld und werden mitunter von Blättern

Bequem ist wohl anders – aber bald kommt der Roboter. Bild: zVg

Wirtschaftlich bedeutend Gurken gehören zu den wirtschaftlich bedeutendsten Gemüsearten und sind der kältetoleranteste Vertreter der Kürbisgewächse. Die vermutliche Wildform ist in Indien beheimatet. Die Gurke ist eine einjährige Pflanze, die niederliegend und kletternd wächst und dabei ein bis vier Meter lang werden kann.


Unfallverhütung | Sicherheit

Erntezeit ist auch Transportzeit Während der Erntezeit vom Frühjahr bis Herbst werden verschiedenste Erntegüter vom Feld auf den Hof oder zur Sammelstelle transportiert. Jedes Erntegut stellt andere Anforderungen ans Transportfahrzeug und an die Ladungssicherung. Ruedi Hunger Fahrbahn) und nicht mehr als 150 cm (Oberkante ab Fahrbahn) betragen. In Ausnahmefällen muss die Tafel möglichst nahe an diesen Massen montiert werden.

«Gut gesichert ist halb gefahren»

Die Heckmarkierungstafel deutet auf «Langsamverkehr» hin. Bild: R. Hunger

Während Getreide nur formschlüssig durch (hoffentlich dichte) Bordwände gesichert werden kann, müssen Rund- und Quaderballen in der Regel mit Zurrgurten oder anderen Systemen festgehalten werden. Gemüse und Kartoffeln werden in Grosskisten oder Paloxen transportiert, deren Sicherung zwar einfach aussieht, aber dennoch anspruchsvoll ist. Schliesslich werden Zuckerrüben auch formschlüssig durch Bordwände gesichert. Da besteht die Gefahr, dass durch «Ladungsüberhöhung» einzelne Rüben vom Transportfahrzeug fallen und damit andere Verkehrsteilnehmer gefährden.

«Achtung, Langsamverkehr» Seit zwanzig Jahren ist laut Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge VTS (Art. 68 Abs. 4) eine Heckmarkierungstafel für Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 45 km/h (ohne Traktoren) vorgeschrieben. Anhänger ohne Heckmarkierungstafel trifft man kaum an. Unter herbstlichen Bedingungen ist darauf zu achten, dass die Tafeln sauber sind und sichtbar bleiben. Über das Anbringen sagt das Gesetz Folgendes: «Ist nur eine Heckmarkierungstafel angebaut, so muss sich diese in der linken Fahrzeughälfte befinden (oder allenfalls in der Fahrzeuglängsachse).» Die Montage-Höhe darf nicht tiefer als 25 cm (Unterkante zur

Laut Strassenverkehrsgesetz SVG Art. 30 und Verkehrsregelverordnung VRV Art. 73 ist die Ladung auf einem Anhänger so anzubringen, dass sie niemanden gefährdet oder nicht herunterfallen kann. Die Ladung muss gleichmässig auf der Lade­ brücke verteilt werden. Die Deichsellast darf 40 % (max. 3 t) des Betriebsgewichtes des Anhängers nicht übersteigen. Die Ladungssicherung richtet sich nach dem «normalen Fahrbetrieb». Das bedeutet, dass auch mit einer Vollbremsung, einem abrupten Ausweichmanöver oder schlechten Fahrwegen/Strassen gerechnet werden muss. Nicht selten tritt auch eine Kombination dieser Zustände ein. Die Ladebrücke muss so stark sein, dass das ganze Ladegewicht ohne Schaden getragen wird. Zu beachten ist, dass nach vorne 80 % des Ladegewichtes entweder durch Zurrgurte oder formschlüssig durch eine Bordwand gesichert ist. Jeweils zur Seite und nach hinten muss die Ladung zu 50 % des Ladegewichts gesichert sein. Das Sichern der Ladung zur Seite ist insbesondere bei Paloxen und Grosskisten eine Herausforderung. Deshalb werden immer mehr Anhänger mit massiven Sicherungssystemen angeboten.

Seit dem 1. Januar 2014 besteht die Vorschrift, dass auch am Tag mit einem Licht gefahren werden muss. In Abweichung von Art. 76 Abs. 5 VTS dürfen Taglichter von Traktoren mit Höchstgeschwindigkeiten bis 40 km/h einen engeren Zwischenraum aufweisen. Es ist aber wichtig, dass der Gegenverkehr die Breite des Fahrzeuges wahrnehmen kann. Generell sind heute LED-Leuchtmittel zu bevorzugen.

Fazit Die hohe Verkehrsdichte, Geschwindigkeiten bis 40 km/h und Gesamtgewichte bis 40 t erlauben bei landwirtschaftlichen Transporten keine Kompromisse mehr. Auch mit 40 km/h sind solche Fahrzeuge für andere Verkehrsteilnehmer ein «Langsamverkehr». Zeiten, in denen man noch mit schlecht oder ungesicherter Ladung unterwegs sein durfte, sind endgültig vorbei. Und weil landwirtschaftliche Fahrzeuge in vielen Fällen «Ausnahmen» genies­ sen, muss sie der übrige Verkehr auch wahrnehmen können.

Heute muss auch am Tag mit einem Licht gefahren werden. Bild: Agribumper

«Sehen und gesehen werden» In Art. 109–111, 165 und Anhang 10 VTS sind die vorgeschriebenen Lichter umschrieben. Bei Frontanbau sind zusätzlich zwei Abblendlichter gestattet, in maximal 3 m Höhe und es darf nur ein Paar leuchten. Wenn Anbaugeräte oder Doppelräder das Fahrzeug seitlich um mehr als 15 cm überragen, sind die äussersten Stellen mit schwarz-gelb oder rot-weiss gestreiften «Flächen» zu markieren. Rückstrahler dürfen max. auf einer Höhe von 90 cm, bauartbedingt bis 150 cm angebracht sein. Gelbe Drehlichter müssen im Fahrzeugausweis eingetragen sein.

Das Sichern der Ladung zur Seite ist insbesondere bei Paloxen und Grosskisten eine Herausforderung. Bild: Oehler

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Passion | Militärtechnik

zeugen einige Versuchsschlepper, wie der Pavesi «P4-100», Serie «PC 26», der «OM 32» sowie Vickers-, Lorraine-, Mommendey- und Praga-Raupenschlepper. In der Zwischenkriegszeit wurden keine neuen Traktoren für die Truppe beschafft, ausser 1930/1932 einer Tranche Berna-Traktoren «T5g». Für die Verwaltung konnten die einheimischen Hersteller in dieser Zeit nur Einzelexemplare liefern.

Bis 1958 nur Schweizer Produkte

Von 1958 bis 1976 wurden in vier Serien 160 Kampfbomber Hawker Hunter beschafft; hier gezogen von einem Vevey «651»; von 1975 bis 1991 waren insgesamt 9 Frontstaffeln und die Patrouille Suisse damit ausgerüstet. Bildquelle: Buch «Fahrzeuge der Schweizer Armee»

Traktoren in der Schweizer Armee Seit dem Ersten Weltkrieg gibt es Traktoren in der Schweizer Armee, anfänglich schwergewichtig aus Schweizer Produktion. Sie lösten ursprünglich die Pferdezüge für Stellungsbezüge der Artillerie ab. Dominik Senn Die Motorisierung der Schweizer Armee begann Anfang des 20. Jahrhunderts, wie Markus Hofmann erklärt. Hofmann hat zu diesem Thema ein Buch verfasst. Speziell für die Armee konstruierte Fahrzeuge gab es damals noch nicht. Eingesetzt wurden serienmässige Lastwagen wie Saurer, Berna und Franz (später FBW), alle ohne Allradantrieb. Traktoren in der Schweizer Armee gab es erst seit dem Ersten Weltkrieg 1914–1918. Nach Versuchen mit umgebauten Lastwagen von Saurer und Berna wurden 1918 insgesamt 19 Traktoren Berna «T3» beschafft. Der Berna-Traktor «T3» hatte viele Teile gemeinsam mit dem Armeelastwagen Berna «C2/GC», was ihn als Armeefahrzeug besonders geeignet machte. In der Zwischenkriegszeit 1918–1939 wurde sogar abgerüstet: Von den wenigen Armeelastwagen wurden 100 an die Postverwaltung abgegeben. Die erste Truppengattung, die nach geländegängi62

Schweizer Landtechnik 8 2018

gen Zugfahrzeugen verlangte, war die Artillerie. Zur Ablösung der pferdegezogenen Artillerie wurden für den Stellungsbezug Traktoren eingesetzt. Davon

Die Armee verfügte überhaupt nur über wenige eigene Fahrzeuge. Bis zum Zweiten Weltkrieg waren die meisten Fahrzeuge zivil requiriert (Beschlagnahmung ziviler Sachgüter für Armeezwecke), jedoch standen im Zweiten Weltkrieg 1939– 1945 Requisitionstraktoren nicht zur Verfügung. Für die Truppe wurden deshalb ab 1938 neue Traktoren als Korpsmaterial beschafft. Diese wurden insbesondere der Artillerie und der Fliegerabwehr als Zugfahrzeuge (Korpsmaterial) zugeteilt, darunter der Hürlimann «4 T 42 4x2» mit 4-Zylinder-Petrolmotor, der «4 DT 45» und der «4 DKT 70». Bis 1958 war die Einfuhr von Fahrzeugen kontingentiert, sodass nur Schweizer Produkte berücksichtigt wurden.

Geeignete Flugzeugschlepper Im Kalten Krieg (1946–1991) wurden für Infanterie, Genietruppen, schwere Flie­ gerabwehr, Luftschutztruppen und Sanität insgesamt 255 neue Traktoren beschafft, Hürlimann «D200», Bührer «BD 4» und «DD4» sowie Vevey «560». Der Nachholbedarf an Fahrzeugen war gross, der Armee­ bestand mit über 860 000 Soldaten am höchsten in dieser Zeit. Die von 1948 bis 1953 beschafften

Je ein Berna-«T3»-Artillerie-Traktor von 1918 wurde den 19 bestehenden 12-cm-KanonenBatterien zugeteilt; sie brachten die von Lkw auf der befestigten Strasse herangebrachten Geschütze im Gelände in Stellung.


Militärtechnik | Passion

Das Zugfahrzeug Hürlimann «4 T 42» von 1932 ist mit einem 40 PS starken Petrolmotor Hürlimann «4 B 100» ausgestattet und hat ein 5-Gang-Getriebe, Differenzialsperre und Innenbackenbremsen auf den Hinterrädern.

Traktoren waren bis 1992 alle ausgemustert. Zu erwähnen sind schliesslich auf Meili und später auf Mowag aufgebaute Panzerattrappen. Äusserst geeignet waren Traktoren als Flugzeugschlepper. Von 1957 bis heute wurden insgesamt über 300 Stück beschafft, Vevey «651», Mowag «AEG», Bucher «FS 10» und, noch im Einsatz, Douglas «Tugmaster DC 5» sowie die elektrisch betriebenen Still «R06-06», Lektro «AP8850SDA-M» und Still «R 0725». Alles Pneu-Fahrzeuge, denn mit Beginn des Jet-Zeitalters in der Schweizer Armee ab 1958 waren die Flugpisten mit Hartbelag versehen. Vorher wurden zum Bergen von Flugzeugen und Schleppen auf unbefestigten Pisten Raupenschlepper eingesetzt, 12 Cletrac Modell «A.G.» und 10 Vevey «MC2» waren im Einsatz, die letzten wurden 1972 ausgemustert. Für die Bedürfnisse der militärischen In­ frastrukturanlagen werden seit neuerer Zeit zivile Traktoren beschafft und dabei nach der wirtschaftlich günstigsten Lösung gesucht. Die heutige Markenvielfalt ist gross und reicht von A wie Aebi über «Polytrac 50» (mit Fiat-Grundtraktor), von Bucher, Claas, Fendt, John Deere, Kubo­ ta, Lamborghini, Lindner, Massey Ferguson, New Holland, Rapid, Reform, Rigitrac und Steyr und dem Rangiertraktor UCA Trac bis zu V wie Valtra.

Stiftung und Verein Die Sammlung historischer militärischer Fahrzeuge im AMP in Burgdorf ist ein Mosaik­ stein der systematischen Sammlung von historischem Armeematerial der Schweiz. Diese wird betreut durch die Stiftung «Historisches Material der Schweizer Armee» (HAM). Ihr gelang es, eine national und international einzigartige, gepflegte Sammlung von Fourgons, Motorfahr-

Unter den gängigen Traktorenmarken setzt das Logistikzentrum der Armee unter anderen auf die Rigitrac, hier der «SKH 120», von dem im Jahre 2008 zehn Stück geliefert worden sind.

Von 1948 bis 1953 erhielten die Truppen 57 Vevey «560» (links), 45 Bührer «BD 4» und 30 «DD 4» (Mitte) sowie 121 Hürlimann «D200» (rechts), weiter rechts ein Ford «F-60S», ein Unimog «S 404» und ein Saurer «4C».

1935: Ein Michigan-Kran «50» mit einem Bührer «BD 4» vor einem Pontonanhänger mit zwei Pontons Modell «1930/31»; das Ponton-Eigengewicht beträgt 550 kg, die Tragkraft 4500 kg bei 30 cm Freibord.

zeugen, Zweiradfahrzeugen, Aggregaten und Anhängern aufzubauen. Für die Förderung von Publikationen über historisches Armeematerial und für die Durchführung von Besuchen der Sammlung an den Standorten Thun und Burgdorf stellt sich der Verein Schweizer Armeemuseum mit Sitz in Thun (www.armeemuseum.ch)

zur Verfügung; auf Anfrage ist das Armeematerial – weit über hunderttausend einzelne Objekte vom Taschenmesser über Uniformen bis zum Kampfpanzer – zu besichtigen. Die Vision ist nach wie vor die Schaffung eines Museums, das die Bedeutung der Schweizer Armee für die Geschichte unseres Staates erhellt.

Organisiert Fachreisen zu Armee-Zulieferern Zusammen mit den Co-Autoren Max Martin und Christoph Zimmerli hat der Buchautor Markus Hofmann im Jahre 2015 eine vollständige Neuausgabe des im Millenniumsjahr herausgegebenen Buches «Fahrzeuge der Schweizer Armee» geschaffen. Das Standardwerk unterstützt die damals erlassene Weisung des Generalstabschefs über die «Sicherstellung von historischem Material für die Nachwelt», die mit der Zuordnung der Verantwortung an das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS im Jahre 2009 als gesetzlicher Auftrag geregelt worden ist. Autor Markus Hofmann aus Vordemwald AG, Motorfahrer-Unteroffizier, befasst sich seit jungen Jahren mit der Automobilgeschichte und ist Autor mehrerer Bücher und sonstiger Publikationen. Als Ehrenmitglied des Aargauischen Militär-Motorfahrer-Verbandes organisiert er regelmässig Fachreisen zu den Fahrzeuglieferanten der Schweizer Armee. Bild: Markus Hubacher, Spiez

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64 SVLT-Fachreise

Fachreise nach Israel Die nächste, exklusive Fachreise für die Mitglieder und Freunde des SVLT führt nach Israel. Die SVLT-Reisegruppe hat diese interessante Destination vor einem Jahr ausreichend rekognosziert. Roman Engeler

18. Januar bis 27. Januar 2019 15. Februar bis 24. Februar 2019 Nach knapp vier Flugstunden landet man in Tel Aviv – und weniger als eine Autostunden davon entfernt liegt das sagenumwobene Jerusalem mit seiner 3000 Jahre alten Geschichte. In dieser Region ist alles etwas komplizierter. Dafür wird man mit einer spannenden Reise durch ein Land belohnt, das nicht nur mit Heiligtümern dreier grosser Weltreligionen, sondern auch mit Naturschönheiten, drei Meeren, Wüste und einer äusserst innovativen, modernen Landwirtschaft aufwarten kann. Während in der Schweiz noch Orangen und Mandarinen geschält werden, ist in Israel bereits Erdbeerzeit. Sogar in der Wüste, wo es bekanntlich kaum regnet. Die Nachteile dieser heissen und trocke-

nen Umgebung verwandelten israelische Forscher jedoch in einen Standortvorteil. Die Sonne scheint auch im Winter, so dass mehr als eine Ernte pro Jahr möglich ist. Innovation und Improvisation heissen die Schlüsselwörter, so wurde in einem israelischen Kibbuz auch die Tröpfchenbewässerung erfunden. In israelischen Ställen stehen leistungsstarke Kühe mit bis zu 12 000 Litern Milch pro Jahr. Auch der Anbau und der Export von Kräutern sind ein lukratives Geschäft. Israel beliefert mittlerweile rund fünfzig Prozent des europäischen KüchenkräuterMarktes. Der gesamte Erzeugungswert der israelischen Landwirtschaft lag 2013 bei 8,3 Mrd. US$.

Reisedaten Reise 1: 18. Januar bis 27. Januar 2019 Reise 2: 15. Februar bis 24. Februar 2019

Nach dem Morgenessen Besuch im Kibbuz «Malkia». Ein Schweizer Kibbuz-Mitglied und Landwirt weiss Interessantes über die Lage an der Grenze zu berichten. Weiterfahrt auf die Golan-Höhen mit Rundumblick zum Hermon-Gebirge und ins fruchtbare Hula-Tal. Mittagessen. Weiterfahrt nach Katzrin und Besichtigung der Spitzen-Weinkellerei «Golan Heights Winery» mit Degustation. Anschliessend Rundgang durch das Moshav «Ramat Magshimim» mit Führung des Schweizer Landwirts Emma­nuel, der über seine Arbeit mit den Rindern der Kooperative berichtet. Abendessen und Übernachtung.

Versicherung Eine Annullations- und Extrarückreise-­ Versicherung (von Elvia für CHF 98.– pro Person) wird empfohlen.

Durchführung Twerenbold Reisen AG, Abteilung Spezialgruppen, Kathy Malka, Im Steiacher 1, 5406 Baden-Rütihof Tel. +41 56 484 84 70, Fa. +41 56 484 84 75 k.malka@twerenbold.ch www.twerenbold.ch

Nach dem Frühstück und Check-out. Fahrt entlang der Mittelmeerküste nach Caesarea. Spaziergang durch den antiken Ort mit Aquädukt, Amphitheater und Hippodrom. Mittagessen. Weiterfahrt zum Kibbuz «Mishmar Ha Emek» (Milchviehbetrieb mit den ersten Melkrobotern des Landes). Zum Kibbuz gehört auch die Firma «Tama plas­ tic», die Netze für nahezu alle Hersteller von Rundballenpressen herstellt. Weiterfahrt zum See Genezareth. Zimmerbezug, Abendessen und Übernachtung.

3. Tag (Sonntag): Galiläa

Preis pro Person Im Doppelzimmer: CHF 2990.– Im Einzelzimmer: CHF 3580.– Verlängerung: CHF 100.– pro Tag (DZ, CHF 175.– EZ)

Inbegriffene Leistungen Linienflüge mit Flughafen-Taxen, alle aufgeführten Besichtigungen gemäss Programm. Übernachtungen in guten Hotels mit Frühstück. 8 Mittag- und Abendessen. Reise­ leitung durch Twerenbold und/oder SVLT. Nicht inbegriffen Persönliche Auslagen, Getränke, Trinkgelder.

2. Tag (Samstag): Caesarea–See Genezareth

Reiseprogramm 1. Tag (Freitag): Zürich–Tel Aviv

4. Tag (Montag): Galiläa–Jerusalem

Individuelle Anreise an den Flughafen Zürich, Check-in, Sicherheitskontrolle. Abflug nach Tel Aviv um 10.05 Uhr. Ankunft um 15.10 Uhr (Zeitverschiebung: 1 Stunde). Transfer zum Hotel im Zentrum und nur wenige Gehminuten vom Strand entfernt. Zimmerbezug, Abendessen und Übernachtung.

Frühstück und Check-out. Fahrt ins JezreelTal. Besuch der Carmel Crops Farm mit einem Rundgang durch die hydroponischen Gewächshäuser (Gemüse wächst ohne Boden­kontakt) und Felder, inklusive Besichtigung des Maschinenparks. Die Firma «Etgar» beliefert die Farm mit speziellen Erntegeräten. Mittagessen. Nachmittags


SVLT-Fachreise 65

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Anmeldetalon Ich melde folgende Personen verbindlich zur SVLT-Reise nach Israel an: Gewünschtes Reisedatum: 1. Person, Name, Vorname: Adresse:

Fahrt ins «Tal der Quellen» zum Kibbuz «Sde Eliyahu», wo «Bio-Bienen» gezüchtet werden, die schädliche Insekten von den angebauten Produkten fernhalten. Weiterfahrt nach Jerusalem. Zimmerbezug, Abendessen und Übernachtung.

PLZ: Telefon:

Nach dem Morgenessen geführter Rundgang durch den Kibbuz «Ramat Rachel» mit seinen 50 ha Obst- und Frucht-Anbaufläche. Anschliessend Fahrt auf den Ölberg. Spaziergang zum Garten Gethsemane. Durch das Löwentor in die Jerusalemer Altstadt. Mittagessen. Erkundung der Altstadt mit Klagemauer. Abschluss mit Führung durch das israelische Parlament «Knesset» (vorbehältlich Verfügbarkeit).

6. Tag (Mittwoch): Wüste Negev– Mitzpe Ramon Frühstück und Check-out. Fahrt in den trockenen Süden zur Wüste Negev. Rundgang durch das landwirtschaftliche Forschungszentrum «Volcani» (Pflanzen- und Tierzucht, Landtechnik). Weiterfahrt ins Ella-Tal zum Schweizer Weingut «Mettler». Mittagessen bei Mettler und Rundgang durch die Weinberge und die Kellerei. Fahrt zum Kibbuz «Hatzerim», dem Weltmarktführer für Tropf- und Mikrobewässerungsprodukte «Netafim». Informativer Rundgang. Weiterfahrt nach Mitzpe Ramon. Zimmerbezug, Abendessen und Übernachtung.

7. Tag (Donnerstag): Jeep-Tour– Totes Meer Nach dem Frühstück Fahrt in Jeeps zum weltweit grössten Erosionskrater «Mach­ tesh Ramon» (200 Mio. Jahre alt) mit seinen rund 40 Arten von kleinen Wüstentieren. Während der Fahrt umfangreiche Informationen über Geologie, Flora und Fauna. Mittagessen auf der Kornmehl-Ziegen-Farm mit Besichtigung. Am Nachmittag Fahrt ans

E-Mail:

2. Person, Name, Vorname: Adresse: PLZ:

5. Tag (Dienstag): Jerusalem

Ort:

Ort:

Telefon:

E-Mail:

Ich wünsche r Doppelzimmer  r Einzelzimmer  r die Annullations- und ExtrarückreiseVersicherung r Verlängerung für Nächte   Unterschrift: Ort/Datum: Anmeldung senden an: Twerenbold Reisen AG, Abteilung Spezialgruppen, Kathy Malka, Im Steiacher 1, 5406 Baden-Rütihof, Tel. +41 56 484 84 70, Fa. +41 56 484 84 75, k.malka@twerenbold.ch – Bitte legen Sie der Anmeldung eine Passkopie bei.

Tote Meer, den tiefsten Punkt der Erde, mit Bademöglichkeit im salzhaltigsten Gewässer. Zimmerbezug, Abendessen und Übernachtung

vatorium). Diskussion mit Alfonso Nussbaumer über das Thema «Was ich schon immer über Israel wissen wollte». Abendessen und Übernachtung.

8. Tag (Freitag): Arava–Eilat

10. Tag (Sonntag): Rückflug in die Schweiz

Frühstück und Check-out. Interaktive Information über die Methoden der Landwirtschaft in der Wüste. Anschliessend Besuch der Landwirtschaftsschule. Nach dem Mittagessen Besichtigung umliegender Felder und Gewächshäuser mit allerlei technischen Innovationen. Fahrt nach Eilat am südlichsten Zipfel des Landes am Roten Meer. Zimmerbezug, Abendessen und Übernachtung.

9. Tag (Samstag): Eilat und Umgebung Nach dem Frühstück Tagesausflug mit Alfon­so Nussbaumer, ehemaliger Honorarkonsul der Schweiz in Israel. Fahrt zum Kibbuz «Yotvata» mit Dattelpalmenplantage und vollklimatisierter Milch-Farm. Fahrt ins Timna-Tal mit den berühmten SalomonSäulen. Kurze Wüstenwanderung und Mittagessen. Am Nachmittag Fahrt an den Korallen­strand in Eilat (Unterwasser-Obser-

Frühstück und Check-out. Rückflug via Tel Aviv nach Zürich. Ankunft: 19.15 Uhr. Möglichkeit zur Verlängerung in Eilat (Badeferien).


SVLT | Sekretariat

Abschied und Arbeitsstart beim SVLT

Käthi Spillmann (l.) instruiert ihre Nachfolgerin und neue SVLT-Mitarbeiterin Loana Bianchi. Bild: R. Engeler

Anfang Januar 1997 trat Käthi Spillmann beim Zentralsekretariat in Riniken in die Dienste des SVLT ein. Nach über 21 Jahren ist nun aber Schluss. Käthi durfte am

10. August ihren 64. Geburtstag feiern und wird Ende dieses Monats in den verdienten Ruhestand treten. Zuvor hat sie aber ihre Nachfolgerin Loana Bianchi – wir

heissen Loana an dieser Stelle herzlich im Team des SVLT willkommen – eingearbeitet und dafür gesorgt, dass der Übergang reibungslos verlief und gleichzeitig möglichst alles angesammelte Know-how weiter­gegeben werden konnte. Käthi Spillmann war zunächst in einem 35%-Mandat für die Buchhaltung und die Mitgliederverwaltung des SVLT tätig. Später kam dann noch die eigentliche Sekre­tariatsarbeit hinzu, so dass Käthi ihr Pensum sukzessive bis auf 80 % erhöhte. Während ihrer Tätigkeit beim SVLT arbeitete Käthi mit den vier Direktoren Werner Bühler, Jürg Fischer, Willi von Atzigen und Aldo Rui sowie mit den beiden Verbands­ präsidenten Max Binder und Werner Salzmann zusammen. Der SVLT-Vorstand, die Direktion und die Mitarbeitenden danken Käthi Spillmann herzlichst für ihren selbstlosen Einsatz zugunsten des Schweizerischen Verbands für Landtechnik und wünschen ihr auf dem weiteren Lebensweg alles Gute.

www.g40.ch

sicher unterwegs Der praktische «G40»-Fahrkurs zum Lenken von landwirtschaftlichen Fahrzeugen des Schweizerischen Verbands für Landtechnik kann ab dem 14. Altersjahr besucht werden.

www.facebook.com/g40svlt

Das Original! Bewährt und erfolgreich! SVLT | ASETA Schweizerischer Verband für Landtechnik Telefon 056 462 32 00

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Schweizer Landtechnik 8 2018


Sektionen | SVLT

FR Bremsenkontrolle 2018 Der Freiburgische Verband für Landtechnik (FVLT) erhält die Bremstestkampagne aufrecht. Dieser Test ist gedacht für Karren und Anhänger aller Art, 30 oder 40 km/h, die während des ganzen Jahres im Einsatz stehen und deren Wartung leider oft vernachlässigt wird. Am Ende der Kontrolle werden die Eigentümer im Besitz einer genauen Diagnose ihrer Fahrzeuge sein, die von akkreditierten Fachbetrieben für Anhängerbremsen erstellt wird. Sie findet statt in der Nähe Ihres Wohnortes in dafür ausgerüsteten Ateliers. Die Liste der Werkstätten ist auf der Website unter www.­ agrotecsuisse.ch zu finden. Wichtig: Für die Prüfung müssen die Anhängerzüge mit pneumatischen oder hydraulischen Betriebsbremsen ausgerüstet sein. Für seine Mitglieder bietet der FVLT einen Rabatt von 50 Franken pro Achse. Dazu genügt es, eine Kopie der Rechnung an folgende Adresse zu senden: AFETA/FVLT, Robert Zurkinden, Heitiwil 23, 3186 Düdingen Dieses Angebot gilt nicht für den Kauf von neuen Geräten oder bei einem später folgenden Aufgebot zur Expertise.

Infotag Waschplätze/Sprühspülsysteme 19. September 2018, Le Lat 59, 1483 Vesin FR Das Landwirtschaftliche Institut von Grangeneuve und der FVLT organisieren am Mittwoch, 19. September 2018, einen Informationstag über Waschplätze und Sprühspülsysteme. Im Rahmen des Aktionsplans zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln werden Subventionen für diese verschiedenen Systeme gewährt. Darüber hinaus sind die Spülsysteme ab 2022 Pflicht. Jedermann ist zu dieser Veranstaltung eingeladen. Verschiedene Firmen werden anwesend sein, und der Waschplatz von Herrn Bersier ermöglicht, sich ein klares Bild von diesen beiden heiss diskutierten Themen zu machen.

LU Aktuelles Kursangebot Mofa- und Traktorenprüfung: Die Vorbereitungskurse für die Mofaund Traktorenprüfung finden jeweils an Mittwochnachmittagen statt. Kurskosten inkl. Lernplattform im Internet (Theorie-24-Kärtli): für Mitglieder des Verbands CHF 70.–, für Nichtmitglieder CHF 90.–. Nächste Termine: Mittwoch, 29. August 2018, in Sursee, 13.15–17.30 Uhr Mittwoch, 26. September 2018, in Hochdorf, 13.15–17.30 Uhr Roller- und Autoprüfung: Theorieprüfung online lernen für CHF 29.– Grundkurse für Roller und Motorräder finden jeweils in Büron und Sursee statt. Die Kosten betragen für Mitglieder CHF 300.–, für Nichtmitglieder CHF 320.–. Nächste Termine: Kurs 608: jeweils Samstag, 18./25. August 2018, 7.30–11.30 Uhr Kurs 609: jeweils Samstag, 15./22. September 2018, 7.30–11.30 Uhr Verkehrskundeunterricht in Sursee, Schüpfheim und Hochdorf: für Mitglieder CHF 220.–, für Nichtmitglieder CHF 240.– Nächste Termine: Kurs Nr. 405: 4 Abende jeweils Montag/Dienstag: 27./28. August und 3./4. September 2018, 19.00–21.00 Uhr, in Sursee Die Kurse können nur bei genügender Teilnehmerzahl durchgeführt werden.

Kombipaket für Rollerfahrer nochmals günstiger als zum Einzelpreis. Theorie online lernen / Grundkurs 1 + 2 (8 Lektionen) / VKU (4 × 2 Lektionen): für Mitglieder CHF 539.–, für Nichtmitglieder CHF 579.– Der Lastwagentheoriekurs umfasst 32 Lektionen in vier Wochen, jeweils an einem Tag pro Woche. Der Kurs ist modular aufgebaut und der Einstieg ist jederzeit möglich. Nächster Kursbeginn: 21. August 2018; Durch­führung jeweils in Luzern. Infos und Anmeldung (Änderungen, z. B. Kursort, -inhalt, -preis, -zeit, bleiben vorbehalten): LVLT-Fahrschule, Sennweidstrasse 35, 6276 Hohenrain, Tel. 041 467 39 02, Fax 041 460 49 01, info@lvlt.ch Voranzeige: 1. Luzerner Maschinenring-Tag zusammen mit dem BBZN Natur und Ernährung: Donnerstag, 30. August, 9.00–16.00 Uhr, Steinhuserberg Thema: Futterbau in Hang- und Steillagen

SG

AR

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GL

Traktoren-Geschicklichkeitsfahren 2018 Sonntag, 26. August, 9.00 Uhr, Areal Emil Egger AG, St. Gallen Der Landtechnikverband von St. Gallen, Appenzell und Glarus (VLT-SG) lädt jedermann zum Traktoren-Geschicklichkeitsfahren 2018 ein. Es findet statt am Sonntag, 26. August 2018, auf dem Areal von Emil Egger AG, St. Gallen. Es beginnt mit einem Frühschoppen mit «Diä Gächä». Auf dem Mannschaftsparcours messen sich die Teilnehmenden in den Kategorien Elite, Junioren und Damen. Es gibt Kinderattraktionen und eine Festwirtschaft. Die Rangverkündigung ist etwa um 17.00 Uhr.

Traktorentheoriekurs mit Prüfung 2018 Kursleiter ist Hans Popp, Karrersholz 963, 9323 Steinach Kursort 1. Kurstag 2. Kurstag + Prüfung Nachmittag Mittwoch nachmittag Mosnang, Oberstufenzentrum Sa, 1. Sept 18 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

19. Sept 18

Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 5. Sept 18 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

26. Sept 18

Salez, Rheinhof Wangs, Parkhotel/StVA Mels

Sa, 15. Sept 18 10. Okt 18

St. Peterzell, Schulhaus Sa, 22. Sept 18 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

17. Okt 18

Neu St. Johann, Klostergebäude Sa, 29. Sept 18 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

24. Okt 18

Widnau, Rest. Rosengarten Mi, 31. Okt 18 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

28. Nov 18

Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 10. Nov 18 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

5. Dez 18

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 21. Nov 18 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

12. Dez 18

Wangs, Parkhotel Wangs, Parkhotel/StVA Mels

19. Dez 18

Sa, 24. Nov 18

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SVLT | Sektionen

SZ

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13. Traktoren-Geschicklichkeitsfahren Ende Juni trafen sich bei der Markthalle in Rothenthurm SZ viele Interessierte – jung und alt – zum 13. Schwyzer Geschicklichkeitsfahren, organisiert von der Sektion Schwyz/Uri des SVLT, zusammen mit dem Oldtimer-Team Gross am Sihlsee. An acht praktischen Posten und einem Theorie-Posten galt es, die geforderten Aufgaben möglichst fehlerfrei und innerhalb des Zeitlimits zu bewältigen: Rückwärtsfahren im Kreis, Einparken mit Ladewagen, Transport von Siloballen im Heck, Stapeln von Harassen, Gleichgewicht auf Wippe oder die legendäre Herausforderung mit dem «heissen Draht». Passend zur Fussball-WM war auch ein Posten mit vier Bällen, die mit einem Bagger von einem Paletten-Stapel auf einen anderen zu verschieben waren. Insgesamt konnten die Veranstalter knapp 100 Teilnehmende verzeichnen – die meisten das erste Mal. In der Hauptkategorie (Herren ab 18 Jahren) siegte Daniel Fässler (Unteriberg) vor Andreas Mäder (Feusisberg) und Thomas Kuriger (Gross). Bei den Junioren (14–17 Jahre) schwang Adri­an Kälin (Willerzell) vor Pirmin Kälin (Trachslau) und Tobias Bircher (Hagendorn) obenaus. In der Kategorie «Damen und Juniorinnen» heisst die Siegerin Andrea Höhn (Wädenswil) vor Angela Lienhard (Bilten) und Karin Trachsel (Ersigen). Alle Teilnehmenden erhielten ein Präsent, was dank des grosszügigen Engagements von vielen Sponsoren möglich war. Passend zur vergangenen Fussball-WM: Posten mit vier Bällen. Bild: R. Engeler

TG

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Perfektes Pflügen will gelernt sein Anfang Juli fand in Frauenfeld ein von den SVLT-Sektionen Thurgau, Schaffhausen und Zürich, den Bildungszentren Arenenberg und Strickhof sowie der Schweizerischen Pflügervereinigung organisierter Kurs für das richtige Pflügen statt. Der Kurs stiess auf gute Resonanz. «Wir durften wiederum zwei Dutzend Teilnehmer aus allen drei Kantonen verzeichnen», zeigte sich Markus Koller, Geschäftsführer des VLT-Landtechnikverbandes Thurgau, erfreut. In der Ausbildung zum Landwirt wird im Unterricht und in überbetrieblichen Kursen das korrekte Pflügen zwar thematisiert. Es zeigt sich aber, dass dies oftmals nicht ausreicht, um alles zu lernen. Im zweiteiligen, attraktiv und abwechslungsreich gestalteten Pflügerkurs standen zuerst der Aufbau und die Einstellungen am Traktor und Pflug sowie die Strassentauglichkeit auf dem Programm. «Wir zeigten den Einsatz der Hubwerksregelung sowie den Einsatz von Langloch und Stützrad», erklärte Kursleiter Rolf Kuhn, der zugleich die Thurgauer Kommission Landtechnik präsidiert. Doch auch der Traktor musste zuerst für das Pflügen vorbereitet werden, denn Spur und Reifenfülldruck müssen auch für das Pflügen im Feld stimmen. Zugleich galt es, die Unterlenker richtig einzustellen und mit einer korrekten, von den Vorschriften klar geforderten genügenden Vorder­ achsballastierung bei angehobenem Pflug auf der Strasse unterwegs

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Schweizer Landtechnik 8 2018

zu sein. Anschlies­send folgte der praktische Einsatz im Stoppelfeld. RoMü Rolf Kuhn erklärt verschiedene Einstellungen, die beim Einstellen des Pflugs wichtig sind. Bild: RoMü

SVLT «Progrès Herbe» in Grange-Verney VD Mit der «Progrès Herbe» findet am Freitag, 7. September 2018, beim kantonalen Bildungszentrum Agrilogie in Grange-Verney in Moudon VD eine grosse Grünland-Show statt, bei der unter anderem auch die Ergebnisse des Projekts «Progrès Herbe» präsentiert werden. Das Projekt «Progrès Herbe» wurde 2013 gestartet und soll den Milchproduzenten Möglichkeiten aufzeigen, wie sie ihre Milch mit lokalen Futtergrundlagen statt mit importierten Futtermitteln produzieren können. Die Grünland-Show findet auf einer Fläche von 6 Hektaren bei der Landwirtschaftsschule Grange-Verney statt und stellt Innovationen und neue Erkenntnisse für die Milchproduktion, Mutterkühe, Rinder auf der Weide und kleine Wiederkäuer vor. Das Gelände ist in elf thematische Schwerpunkte unterteilt, diskutiert werden 24 Futterversuche. Zudem gibt es Erfahrungsberichte von Bauern und Grasland-Spezialisten und eine Maschinenvorführung. Organisiert wird die Grasland-Messe von Promé­terre, Kanton Waadt, FiBL, AGFF, Montanum, Berner Fachhochschule und Agroscope. Die Grünland-Show beginnt um 9.00 Uhr und dauert bis 17.00 Uhr. Auf dem Programm stehen danach ein Apéro und ein Fondue-Essen (CHF 20.– pro Person). Mehr Infos zum Projekt «Progrès Herbe» und zur Grünland-Show findet man unter www.progres-herbe.org.

BE Landwirtschaftlicher Strassenverkehr Neue Vorschriften in der Praxis vorgeführt Donnerstag, 30. August 2018, von 19.00 bis 21.00 Uhr am Inforama Rütti, Zollikofen Folgende Themen werden an diesem Abend zur Sprache kommen: Neue Bremsvorschriften • Druckluftbremse: Eigenschaften, Technik, Kosten, Problematik alt neu oder neu alt, Wartung. • Hydraulikbremse: Eigenschaften, Technik, Kosten, Auswirkungen der neuen Vorschriften, Kombination Technik nach bisherigen und nach neuen Vorschriften. • Sehen und gesehen werden: Fahrzeug mit Frontlader und oder aufgesattelten Maschinen richtig markieren, schützen und beleuchten Anschliessend an die Vorführung gemütlicher Teil mit Verpflegung durch den BVLT


Theoriekurse Kategorie F/G Im Theoriekurs Kat. F/G werden die Grundlagen aufgezeigt und erklärt. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Lenken von landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen bis 30 km/h. Siehe auch www.fahrkurse.ch

Rodino

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ready

AG Kursorte und -daten: Do, 30.8./6.9.2018, Muri Im Roos, 18.30 Uhr; Do, 15./22.11.2018, Riniken SVLT, 18.30 Uhr; Do, 21./28.2.2019 Gränichen Liebegg, 18.30 Uhr; Do, 2./9.5.2019, Frick FIBL, 18.30 Uhr Kontakt: Yvonne Vögeli, Strohegg 9, 5103 Wildegg, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch (auch kurzfristige Anmeldungen möglich) BL, BS

Unkrautfreier Raps von Anfang an!

Vorkurs Ebenrain, Sissach; Prüfung MFP Münchenstein: 17. Nov. 2018, 9.00 Uhr Kontakt: Marcel Itin, 076 416 27 13, marcelitin@gmx.ch BE Kontakt: Peter Gerber, 031 879 17 45, Hardhof 633, 3054 Schüpfen, www.bvlt.ch FR

Klare Vorteile für Sie

Kontakt: FVLT, Samuel Reinhard, route de Grangeneuve 31, 1725 Posieux, samuel.reinhard@fr.ch, 026 305 58 49 GR Kursorte: Landquart, Ilanz, Thusis, Scuol, Samedan Kontakt: Luzia Föhn, 081 322 26 43, 7302 Landquart, foehn@ilnet.ch, www.svlt-gr.ch NE Kontakt: M. Bernard Tschanz, chemin du Biolet, 2042 Valangin,

• Praktische Flüssigformulierung • Breites Wirkungsspektrum gegen alle wichtigen Unkräuter und Ungräser • Sichere Wirkung auch gegen Kreuzblütler wie Hirtentäschel, Ackerhellerkraut

bernardtschanz@net2000.ch SG, AI, AR, GL Kontakt: Hans Popp, 071 845 12 40, Karrersholz 963, 9323 Steinach, hanspopp@bluewin.ch SH Kontakt: VLT-SH, Geschäftsstelle, Martin Müller, Haldenhof 286, 8213 Neunkirch, 079 656 74 58, www.vlt-sh.ch SO Kontakt: Beat Ochsenbein, 032 614 44 57, ochsebeis@bluewin.ch SZ, UR Kontakt: Florian Kälin, Geschäftsstelle VLT Schwyz und Uri, 055 412 68 63, 079 689 81 87, info@glarnernbeef.ch TG Kursort: Bürglen: 25. August / 8. September Kontakt: VTL/Landtechnik, Markus Koller, 071 966 22 43, Weierhofstrasse 9, 9542 Münchwilen VD Kursort: Oulens-sous-Echallens; Kursdaten: Oktober 2018

Bayer (Schweiz) AG Crop Science Postfach 216 3052 Zollikofen Telefon: 031 869 16 66 www.agrar.bayer.ch

Kontakt: ASETA-Section vaudoise, Virginie Bugnon, chemin de Bon-Boccard, 1162 Saint-Prex, v.bugnon@bluewin.ch ZG Vorbereitungskurs Kat. G: 8.+11. Oktober 2018 in Zug Kontakt: Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch

Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikette und Produktinformationen lesen.

ZH Kursorte: Strickhof, Lindau. Kursdaten: 22. Sept. 2018 und 17. Nov. 2018, je 9.30–

Bayer (Schweiz) AG 3052 Zollikofen

15.30 Uhr Kontakt: SVLT ZH, Eschikon 21, 058 105 98 22, Postfach, 8315 Lindau, www.svlt-zh.ch

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SVLT | Porträt

Kohäsion «Für den SVLT ist absolut entscheidend, als ein geschlossener Verband aufzutreten», sagt Vor­ standsmitglied Olivier Kolly mit Jahrgang 1981. Jedoch sei der innere Zusammenhalt zwischen den Romands und den Deutschschweizern ver­ besserungswürdig, ist er der Meinung. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kohäsion auf ver­ schiedenen Ebenen voranzutreiben. Konkret hat er mit dem Eintritt 2016 in den schweizerischen Vorstand – als Nachfolger von Auguste Dupas­ quier – das Präsidium der Fachkommission «Infor­ mation» von Roger Stirnimann übernommen und Workshops ins Leben gerufen, um vermehrt wel­ sche Themen ins Verbandsmagazin «Schweizer Landtechnik» einzubringen. Mit einigem Erfolg: «Mit Stolz stelle ich fest, welche breite Akzeptanz und welch hohes Niveau die Fachzeitschrift hat. Wir können uns als Verband mit der Zeitschrift gut verkaufen, und wir sprechen mit ihr auch die Jungen an, deren Rekrutierung ich als eine der wichtigsten Aufgaben für den Weiterbestand des SVLT ansehe.» Glücklich ist er mit der Zusammen­ setzung des aktuellen Verbandsvorstandes, na­ mentlich mit Präsident NR Werner Salzmann, der gleichzeitig mit ihm in den Vorstand eingetreten war: «Es geht dynamisch vorwärts.» Der gelernte Landmaschinenmechaniker hat als Zweitberuf Landwirt gelernt und die Meister­ prüfung abgelegt. Fünf Jahre lang war er Vor­ standsmitglied des Schweizer Bauernverbandes und dort Vizepräsident der Junglandwirte-Kom­ mission. Mit seinem Bruder und zwei Kollegen stellte er 2004 auf eine Betriebsgemeinschaft um, die «Ferme des Grands Bois» in Epagny. Sie inves­ tierten in einen Milchkuhstall mit Melkstand für fast hundert Kühe und übernahmen ein Jahr spä­ ter die Produktion in der Demonstrations­käserei im Chalet Moléson-Village – mit täglichen Vor­ führungen von Mai bis und mit September. Von der Milch-Jahresproduktion von 750 000 kg ge­ hen 150 000 kg in den selber vertriebenen Molé­ son, der grosse Rest in den Gruyère. Das zweite Standbein der Betriebsgemeinschaft ist die Alp-Sömmerei mit insgesamt 480 Tieren, betreut vom Bruder, während Olivier Kolly zuhause für den Ackerbau, die Futterernte, die Administration und zum wesentlichen Teil für den Maschinen­ unterhalt verantwortlich ist. In einem halben Pensum ist er noch Geschäfts­ führer der Maschinengemeinschaft und des Lohnunternehmens «Cauma La Tour», die derzeit 34 Maschinen in Gemeinschaft mit elf weiteren Landwirten hält, an die 200 Kunden bedient und für die Mitglieder Betriebsmittel günstig einkauft. Aufgezeichnet von Dominik Senn

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Schweizer Landtechnik 8 2018


Kurse | SVLT

Aus- und Weiterbildungskurse des SVLT Kursorte G40

Die G40-Fahrkurse 2018

1260 *Nyon VD 1315 *La Sarraz VD 1510 *Moudon VD 1562 *Corcelles-près-Payerne VD 1630 **Bulle FR 1786 **Sugiez FR 1920 *Martigny VS 1964 *Conthey VS 2208 *Les Hauts-Geneveys NE 2720 *Tramelan BE 2852 *Courtételle JU 3186 Düdingen FR 3250 Lyss BE 3270 Aarberg BE 3421 Lyssach BE 3510 Konolfingen BE 3550 Langnau i. E. BE 3792 Saanen BE 3800 Interlaken BE 3818 Grindelwald BE 3930 Visp VS 4222 Zwingen BL 4415 Lausen BL 4538 Oberbipp BE 4702 Oensingen SO 5040 Schöftland AG 5505 Brunegg AG 6056 Kägiswil OW

6130 Willisau LU 6210 Sursee LU 6276 Hohenrain LU 6430 Schwyz SZ 6472 Erstfeld UR 6702 ***Claro TI 7130 Ilanz GR 7302 Landquart GR 7430 Thusis GR 7524 Zuoz GR 7550 Scuol GR 8180 Bülach ZH 8200 Schaffhausen SH 8315 Lindau ZH 8460 Marthalen ZH 8500 Frauenfeld TG 8836 Biberbrugg SZ 8856 Tuggen SZ 8867 Niederurnen GL 8932 Mettmenstetten ZH 9133 Sitterdorf TG 8625 Gossau ZH 9436 Balgach SG 9465 Salez SG 9602 Bazenheid SG * Sprache Französisch ** Sprache Deutsch u. Französisch ** *Sprache Italienisch

Direkt zu den «G40»-Fahrkursen Über diesen QR-Code gelangen Sie direkt zu den Terminen und Anmeldungen der diesjährigen «G40»-Fahrkurse des SVLT.

Mit dem Führerausweis Kat. G und erfolgreich absolviertem Fahrkurs G40 können landwirtschaftliche Ausnahmefahrzeuge und Landwirtschaftstraktoren sowie gewerblich immatrikulierte Traktoren mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 40 km/h auf landwirtschaftlichen Fahrten gelenkt werden. Der Traktorkurs G40 des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik ist vom Bundesamt für Strassen, ASTRA, anerkannt und wird im Führerausweis eingetragen. Mehr Informationen: www.fahrkurse.ch.

CZV – Weiterbildungskurse

Kursort: Riniken AG

Kursart Kursdatum Erste Hilfe im Strassenverkehr, Deutsch

auf Anfrage

ARV1 / Digitaler Fahrtenschreiber, Deutsch

auf Anfrage

Ladungssicherung, Deutsch

16.11.2018

Moderne Fahrzeugtechnik, Deutsch

15.12.2018

Hebegerätekurse SUVA-anerkannt: Gegengewichts- und Teleskopstaplerkurs; Instruktion Hoflader

Kursort und Sprache

Kurstag 1

Kurstag 2

Rümlang ZH, Deutsch

26.10.2018

27.10.2018

Goldach SG, Deutsch

auf Anfrage

auf Anfrage

Chavornay VD, Französisch

01.10.2018

02.10.2018

Chavornay VD, Französisch

04.10.2018

05.10.2018

Oberbipp BE, Deutsch

18.10.2018

19.10.2018

Schweisskurse

Kursort: Riniken AG

Kursart Kursdaten Informationen und Auskünfte: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch 056 462 32 00 oder zs@agrartechnik.ch

Lichtbogen-Handschweissen (E-Hand), Deutsch

15./16.10.2018

Metall-Schutzgasschweissen (MAG/MIG), Deutsch

18./19.10.2018

Wolfram-Schutzgasschweissen (TIG), Deutsch

01./02.11.2018

Impressum 80. Jahrgang www.agrartechnik.ch Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik SVLT NR Werner Salzmann, Präsident Aldo Rui, Direktor Redaktion Tel. 056 462 32 00 Roman Engeler: roman.engeler@agrartechnik.ch Heinz Röthlisberger: heinz.roethlisberger@agrartechnik.ch Dominik Senn: dominik.senn@agrartechnik.ch Ruedi Hunger: hungerr@bluewin.ch Ruedi Burkhalter: r.burkhalter@agrartechnik.ch Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01 www.agrartechnik.ch

Verlagsleitung Dr. Roman Engeler, Postfach, 5223 Riniken Tel. 079 207 84 29 roman.engeler@agrartechnik.ch Inserate/Anzeigen Alex Reimann Anzeigen-Verkauf Tel. 062 877 18 50 / 079 607 46 59 inserate@agrartechnik.ch Anzeigentarif Es gilt der Tarif 2018. Kombinationsrabatt bei gleichzeitigem Erscheinen in «Technique Agricole» Herstellung und Spedition AVD Goldach AG, Sulzstrasse 10–12, 9403 Goldach Erscheinungsweise 11-mal jährlich

Abonnementspreise Inland: jährlich CHF 110.– (inkl. MwSt.) SVLT-Mitglieder gratis Ausland: CHF 135.– (exkl. MwSt.)

Nächste Ausgabe Schwerpunkt: Bodenbearbeitung Impression: Bündelgeräte für Kleinballen Wissen: Positionssensoren in der Landtechnik Plattform: Forsttechnische Innovationen

Nr. 9/2018 erscheint am 13. Sept. 2018 Anzeigenschluss: 31. August 2018

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GROSSE ERÖFFNUNG

21. - 23. September 2018

„Valtra : Überall zuhause“ Christian Walder, 079 440 02 17

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1716 PLAFFEIEN, Rappo Gebrüder AG 1797 MÜNCHENWILER, M. R. Tech GMBH 3232 INS, GVS Agrar Ins AG 3400 BURGDORF, Hess Durs GmbH 3538 RÖTHENBACH I.E., Schüpbach Reparaturwerkstätte 3555 TRUBSCHACHEN, Zaugg Forst- u. Landtechnik AG 4415 LAUSEN, Hugo Furrer AG 5322 KOBLENZ, GVS Fried AG 5324 FULL-REUENTHAL, Heinz Kämpf Landmaschinen AG 5502 HUNZENSCHWIL, Odermatt Landmaschinen AG 5618 MURI, Mosimann Paul 5734 REINACH, Stalder Technik GmbH 6221 RICKENBACH, Müller Sebastian AG 7006 CHUR, Mehli Andreas

8207 SCHAFFHAUSEN, GVS Agrar AG 8340 HINWIL, Grimm Forst- und Maschinenbetrieb GmbH 8468 GUNTALINGEN, Heller Baumaschinen & Landtechnik GmbH 8564 WÄLDI, Reusser AG 8722 KALTBRUNN, Steiner Berchtold AG 8730 UZNACH, Technikcenter Uznach AG 8834 SCHINDELLEGI, Schuler Maschinen und Fahrzeuge AG 8934 KNONAU, Hausheer & Sidler 9056 GAIS, Koch Maschinen AG 9486 SCHAANWALD, Sentitechnik Anstalt







Wissen | Technisch

Die genaue Position Die grossen technischen Fortschritte offenbaren sich, wenn Parallelen zwischen den heutigen Maschinen und jenen aus früheren Jahren gezogen werden. Viel zur technischen Revolution haben kleine Bauteile beigetragen. Ruedi Hunger

im Hydraulikzylinder integriert. Selbst in Teleskopzylindern kommen sie zur An­ wendung. Dazu ist ein fadenförmiges «Seil» einerseits am Kolbenkopf befestigt und anderseits auf einer Seiltrommel auf­ gewickelt. Fährt der Zylinder aus, wird das aufgewickelte Seil ausgezogen. Dabei wird die Rotation der Seiltrommel von der ebenfalls eingebauten Sensorelektronik berührungslos erfasst und in einen linea­ ren Weg umgerechnet. Eine genaue und absolute Positions- und Geschwindig­ keitserfassung des Zylinders ist zu jeder Zeit möglich.

Beispiel SGH-Sensoren

Wiederkehrende Bewegungsabläufe an Ackerbau-Maschinen werden durch Positions­ sensoren kontrolliert. Bild: Fendt

Sie tragen die Bezeichnung «Positions­ sensoren» und sind aus einer zunehmend automatisierten und vernetzten Land­ technik nicht mehr wegzudenken. Eine Landwirtschaft 4.0 ohne Sensoren – Posi­ tionssensoren im Besonderen – ist nicht denkbar. Solche Messtechnik stellt auch die erforderlichen Daten für komplexe Funktionssysteme zur Verfügung. Diese Funktionssysteme bestehen ihrerseits aus Positions-, Weg-, Winkel-/Drehwinkelund Neigungsüberwachung. Der Laie wird die unscheinbaren «Dinger» leicht übersehen oder kann sich gar nicht vor­ stellen, dass selbst ein Hydraulikzylinder ein Innenleben aufweist. Es lohnt sich daher, kurz hinzuschauen. Nachfolgend zwei unterschiedliche Bauarten von Posi­ tionssensoren.

Über den Auszug des Seils dreht sich die Seiltrommel und ermöglicht so die Wegmessung. Grafik: Siko

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Seilzug-Sensoren Immer öfter besteht das Innenleben eines Hydraulikzylinders nicht nur aus Öl. Wenn wiederkehrende Bewegungen automati­ siert werden, muss «jemand» bestimmen, was bei welcher Zylinderposition passiert. Vielfach wurde dies bisher über ein stan­ genbasiertes Messsystem ermöglicht. Für den Laien nicht vorstellbar und von aus­ sen nur ansatzweise erkennbar, sind im­ mer mehr auch Seilzug-Positionssensoren

SGH*-Sensoren verfügen über eine druck­ feste Grundplatte. Die Elektronik ist voll­ vergossen auf der drucklosen Seite des Systems verbaut. Anders als beim extern am Zylinder montierten Messsystem kann das Seilzugsystem nicht beschädigt oder durch Umwelteinflüsse negativ beeinflusst werden. Die spezialisierte Firma Siko baut die Sensoren nach Vorgaben renom­ mierter Hydraulikzylinder-Hersteller. Mit dem Seilzugprinzip lassen sich die Senso­ ren in nahezu jedes Zylinderdesign integ­ rieren. Da die Sensoren keine Tot- oder Dämpfungszonen besitzen, wird bereits ab dem «ersten Millimeter» gemessen. In Abstimmung mit dem Zylinder-Hersteller verfügt das Sensorsystem über absolute Verträglichkeit gegenüber unterschied­ lichen Hydraulikmedien. Ebenso ist die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) garantiert. Alle notwendigen Spezifikatio­ nen wurden in Lebensdauertests bei den Zylinderherstellern geprüft. Die Messlänge der im Zylinder integrier­ ten Sensoren reichen von null bis fünf Meter. Abhängig von der Messlänge be­ nötigen die Sensoren unterschiedlich grosse Seil-Trommeln, auf denen das Seil

Anwendungsbeispiele von Seilzugsensoren • S eilzuggeber sind unter anderem wesent­ liche Bestandteile der Positionserfassung bei Flurförderfahrzeugen wie Hubstap­ lern oder Teleskopladern. Die smarten Sensoren sind im Zylinder gegen jegliche Umgebungsbedingungen geschützt. • E in weiteres Beispiel sind SGH-Seil­ zug-Sensoren, mit denen es erstmals möglich ist, die Position von TeleskopZylindern (Kipper) zu erfassen. •A uch für die Automatisierung von wie­ derkehrenden Arbeitsabläufen an Land­ maschinen (Pflüge, Erntemaschinen) ist

eine absolute Positionserfassung notwen­ dig. Ein integriertes Seilzug-Messsystem steigert die Effizienz der Arbeitsbewe­ gungen und damit den ganzen Maschi­ neneinsatz. • Beim Gabelstapler dürfen im Arbeitshub die vorgegebenen Fahrzeughöhen nicht überschritten werden, dennoch sollte er über einen möglichst grossen Hub verfü­ gen. Ein im Hubzylinder integrierter Sensor kontrolliert und begrenzt die maximal zulässige Hubhöhe sicher.


Technisch | Wissen

Magnetostriktive Positionssensoren • Bei Anhängern führen Positionssensoren die automatische Lenkung und die aktive Schwingungsdämpfung der Achsfederung. • Bei Traktoren kommen sie bei der aktiven Schwingungsdämpfung in Hub- und Kippzylindern am Frontlader zum Einsatz und ermöglichen beschleunigte Arbeitsprozesse mit dem Frontlader. Zudem ermöglichen sie kontrollierte Bewegungen der Vorderachsfederung und der Kabinenfederung. • Bei Rundballenpressen ermöglichen Positionssensoren die exakte Messung des Ballendurchmessers (automatisch). Zusätzlich erfassen sie die Pick-up-Position und die Position der (Ballen-)Auswurf­ klappe.

aufgespult wird. Bei der Integration in Hydraulikzylindern, bei denen keinerlei Hubverlust akzeptiert werden kann, bei ex­ trem kleinen Kolbendurchmessern oder bei Zylindern mit mechanischer Endlagendämpfung eröffnet sich die Möglichkeit, den Sensor seitlich zu montieren und das Seil um 90° umzulenken. Nach Angaben von Siko ist es weltweit einzigartig, dass diese Sensortechnologie auch in Tele­ skopzylindern zur Anwendung kommt.

Magnetostriktive Positionssensoren «Magnetostriktive»** Positionssensoren erfassen lineare Bewegungen und geben diese als elektrisches Signal aus. Das Mess­ prinzip dieser Positionssensoren basiert auf einer Laufzeitmessung. Konstruktiv sieht dies folgendermassen aus: in einem Schutzrohr ist ein magnetostriktiver Draht (Wellenleiter) gespannt, durch den Strom­ impulse fliessen und um den ein ringförmiges Magnetfeld aufgebaut wird. Als Positionssensor dient ein berührungslos geführter Permanentmagnet, dessen Magnetfeld

• Beim Mähdrescher sind Positionssensoren verantwortlich für die automatische Lenkung bei GPS- oder Laser-geführter Navigation. Des Weiteren für die Haspelhöhenverstellung und die Position des Schneidwerktischs. • An Pflanzenschutzspritzen (Selbstfahrer) werden mittels Positionssensor der Füllstand im Spritzmittelbehälter, die Hubwerk-Position und die Lenkung gesteuert. Schliesslich ermöglichen sie eine Teilbreitennutzung. •B ei Hebefahrzeugen ermöglichen Positionssensoren das parallele Heben und Absenken mittels Hub- und Kippzylinder. Zudem kommen sie bei der Kippmomentbegrenzung am Teleskoparm und zur Steuerung der Messlänge zum Einsatz.

den Wellenleiter tangiert. Treffen die beiden verschieden ausgerichteten Magnetfelder aufeinander, wird ein Torsions­ impuls ausgelöst, welcher sich mit Schallgeschwindigkeit in beide Richtungen entlang des Drahtes bewegt. Vereinfacht gesagt, wird die Zeitdifferenz zwischen dem Aussenden des Stromimpulses und der Ankunft des Torsionsimpulses in ein wegproportionales Signal umgewandelt, das digital oder analog zur Verfügung steht. Dieses Positionsmesssystem ist zuverlässig, wiederholbar und weist eine hohe Genauigkeit auf.

Vielseitiger Nutzen Magnetische Messsysteme sind berührungslos und daher verschleissfrei. Sie eignen sich auch für die hohen Anforderungen unter den harten Einsatzbedingungen in der Landtechnik. Beispielsweise helfen intelligente Systeme, beim Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutztechnik den Mitteleinsatz gezielter und effizienter zu gestalten. Dabei ist beispielsweise ein

Beim Teleskoplader sind Positionssensoren wichtige Teile des Sicherheitssystems. Bild: CaseIH

In diesem Hydraulikzylinder ist, von aussen nur durch die elektrische Leitung erkennbar, ein «magnetostriktiver» Positionssensor eingebaut. Bild: MTS

korrektes Zusammenspiel der Sensorik zur Abstands- und Positionsüberwachung am Hubgerüst der Spritze und der Neigungsüberwachung am Spritzgestänge während der Fahrt notwendig. Magnetisch-translatorische Messsysteme (MTM) bestehen aus einer magnetisch kodierten Kolbenstange mit Sensor. Was kompliziert tönt, eignet sich gut, weil die Hydraulikzylinder konstruktiv nicht verändert werden müssen und sich auch bei einer Verbesserung oder Überarbeitung der Maschine eignen (Retrofit).

Fazit Es sind nicht die mit Grösse beeindruckenden Bauteile, welche Maschinen von heute «modern» machen. Vielmehr sind es kleine, smarte und oft gar nicht sichtbare Bauteile, die zu eigentlichen Messsystemen zusammengeführt werden und die durch ihr Zusammenspiel den Weg zu «Landtechnik 4.0» öffnen. *SGH-Sensoren sind ein Produkt der Firma Siko GmbH, Buchenbach D; **«Magnetostriktion» ist die Deformation magnetischer Stoffe infolge eines angelegten magnetischen Feldes. (Wikipedia)

Mehr Infos http://bit.ly/SikoSGHInfo www.ifm.com/de www.tr-elektronic.de www.mtssensor.de www.siko.de

Mähdrescher sind ein klassisches Beispiel für die SystemÜberwachung durch Positionssensoren. Bild: New Holland

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