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Schweizer Landtechnik

August 2015

HANG- UND BERGMECHANISIERUNG Ãœbersicht Tiefgang-Ladewagen Fahrbericht Muli T 10 X HybridShift Forstmesse Luzern SVLT-Fach- und Ferienreise


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Editorial • Inhalt August 2015   ■

■ Aktualitäten

Editorial

4 Kurzmeldungen ■ Markt 9 Forstmesse Luzern: Kompetenz in Wald und Holz 12 Claas mit neuer Erntetechnik 14 Ladewagen mit Tiefgang 17 Flinke Mäher für die Hang- und Bergmechanisierung

Roman Engeler

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Innovative Landtechnik

■ Wissen 32

Bogiebänder oder abgesenkter Reifendruck?

■ Impression 22 24 26 29

Reform: Muli T10 X: Idee wird Realität Steyr: neue «CVT-Evolution»-Serie Rapid: «Twister» begeistert die Praxis X-Trailer: kompaktes Kletterpaket

■ Management 34

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Überlegungen zur Getriebetechnik

■ Plattform 38 41 42 44 45 46 49

SVLT Fach- und Ferienreise Grosser Bodentag in Ponthaux FR Porträt Raus: vielseitiges Familienunternehmen Agrartechniktage: digitale Perspektiven Vorzügliche Balkenmäher Neuer DLG-Rollenprüfstand Unerlässliches Schweizer Traktorenlabor

■ Sicherheit 54

Sichere Technik für die Holzerei im Privatwald

■ SVLT 56 58 59 62

CZV: «Sicher fahren – alles im Griff» Urs Rentsch verstärkt SVLT-Team Einladung SVLT-Delegiertenversammlung, Sektionsnachrichten Fahrkurse G40 und weitere Kursangebote, Impressum

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Die Landtechnik ist eine äusserst innovative Branche. Das wird man im kommenden November einmal mehr an der Agritechnica in Hannover erleben können, wenn die Hersteller ihre neusten Entwicklungen und Konzepte einer breiten Öffentlichkeit präsentieren werden. Die ersten Vorboten dieser Ausstellung sind bereits spürbar, beinahe im Wochen­ rhythmus werden den Fachmedien Informationen über verbesserte Mo­tor­entechnik, verlustärmere Getriebevarianten, raffinierte Sensor­ techniken oder generell noch komfor­ tabler nutzbare Maschinen zugespielt. Seit Anfang Juni bin ich für die «Schweizer Landtechnik» als Chef­ redaktor und Verlagsleiter tätig. Ich freue mich auf diese neue Heraus­ forderung und werde alles daran setzen, die beschriebene Innovations­ kraft dieser Branche auch in dieses Fachmagazin einfliessen zu lassen und parallel dazu auch die Zeitschrift als solche ständig den neusten Trends anzupassen. So ist die «Schweizer Landtechnik» nun auch im sozialen Netzwerk «Facebook» präsent, und gewisse Printartikel werden mit Onlinevideos auf unserem «Youtube»-Kanal ergänzt, die Sie, liebe Leserinnen und Leser, per QR-Code direkt auf Ihrem Smartphone anschauen können. Verlag und Redaktion von «Schweizer Landtechnik» freuen sich jetzt schon auf einen intensiven, interakti­ ven Informationsaustausch über viele Klicks, Likes und geteilte Inhalte!

Titelbild: Muli T10 X-«Hybridshift» mit mechanischem und hydraulischem Fahrantrieb. (Bild: Roman Engeler)

Ausgabe Nr. 9 erscheint am 10. September 2015

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n  Aktuelles

In Kürze ■  Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) verleiht auch heuer wieder den Max-EythNachwuchsförderungspreis in der Agrartechnik für herausragende Diplom-, Bachelor- und Masterarbeiten. Bewerbungen sind bis zum 15. Januar 2016 möglich (j.frisch@ktbl.de). ■  Lindner zeigte an der Wieselburger Messe den neuen «Lintrac» erstmals in der Weinbauausführung mit der minimal möglichen Aussenbreite von 160 cm und zwölf seitlichen Hydraulikanschlüssen. ■  Delaval hat sein regionales Planungsbüro in der Westschweiz personell aufgestockt und gleichzeitig in Villaz-St-Pierre FR neue Räumlichkeiten bezogen. ■  Lemken bietet als weltweit einziger Hersteller eine Isobus-Pflugsteuerung an, die nach den Richtlinien der «AEF» («Agricultural Industry Electronics Foundation») getestet wurde. Zudem hat Lemken das interne E-Learning-Modul «Optiquick» zur Pflugeinstellung für das iPad verfügbar gemacht. ■  GEA lanciert einen neuen Melkroboter, basierend auf einer Monobox und verabschiedet sich vom Mehrboxensystem. ■  Claas hat vor drei Jahren an der Sima in Paris für die Anbaugerätesteuerung via handelsüblichen Tablet-PC eine Goldmedaille erhalten. Inzwischen wurde aus diesem Projekt ein marktreifes Produkt. ■  Deutz-Fahr lanciert mit der Serie «C6000» eine neue Mähdrescher-Baureihe in der 5-Schüttler-Klasse, bestehend aus den Modellen «C6205» und «C6205 TS» (230 PS). ■  Mit dem Mittenschwader «Top 842 C» ergänzt Pöttinger diese Baureihe nach oben und kann damit eine Maschine mit einer Arbeitsbreite von 7,7 bis 8,4 m anbieten. ■  Der indische Reifenhersteller BKT bringt die neue Schlauchserie «S-Profiline», die speziell für hohe Belastbarkeit bei AS-, Implement-, EMund Lkw-Reifen entwickelt wurde, auf den Markt. ■  Der süddeutsche Forstmaschinenspezialist Pfanzelt präsentierte an der «Forst live 2015» in Offenburg einen neuen Rückeanhänger für den professionellen Forstunternehmer und -transporteur. ■  Stefan Heiniger wird ab September 2015 CEO von Aebi-Schmidt und löst damit Walter T. Vogel ab, der ab dem gleichen Zeitpunkt als neuer VR-Präsident des Konzerns amtet. ■  Kuhn bietet eine breite, professionelle Palette an Pflanzenschutzgeräten an – neuerdings mit dem Modell «Evolis» auch eine semiprofessionelle, aber durchaus interessante Variante für Quads.

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Richtig gute Arbeit Mit dem im Titel stipulierten Motto war Serco Landtechnik Ende Juni / Anfang Juli an zwölf Standorten in der Schweiz mit der «Claas Traktoren-Show» präsent. Gezeigt und für Probefahrten zur Verfügung gestellt wurde ein Querschnitt durch das breite, insgesamt aus 51 Modellen bestehende Programm im Leistungssegment von 72 bis 520 PS. Als Claas 2003 zunächst Anteile von Renault Agriculture erwarb und wenig später den französischen Traktorhersteller gänzlich übernahm, deutete nichts auf die rasante Modellentwicklung hin, die der deutsche Landtechnikhersteller in den vergangenen gut zehn Jahren umsetzte. Heute kann Claas mit einem breiten Programm in einem Leistungsbereich von 72 bis 520 PS aufwarten. Der Schweizer Importeur Serco Landtechnik zeigte kürzlich in einer «Traktoren-Show» quer durch die Schweiz einen Ausschnitt davon: vom «Elios 240» in der kabinenlosen Plattformversion über die neue 3- und 4-zylindrige Baureihe «Atos» sowie die Serie «Arion» mit 4- und 6-Zylinder-Motoren sowie mit «Hexashift»- oder stufenlosem «C-Matic»-Getriebe bis hin zum «Axion 830» mit 225 PS Nennleistung. Für den «Neuen in der Familie», nämlich den Ende 2014 vorgestellten «Atos», offeriert Serco Landtechnik bei einer Bestellung (Modell «Atos 240») bis Ende Sep-

tember einen Sonderrabatt von bis zu CHF 12 500.–. Drei Glückliche müssen nicht solange warten, sie haben nämlich im Rahmen eines Wettbewerbs einen «Atos» gewonnen: Jürg und Rachel Rasi (Marthalen ZH), Peter Imhof (3472 Wynigen BE) und Déborah Progin (Le Mouret FR) können diesen Traktor einen Monat lang unentgeltlich auf ihren Betrieben einsetzen.

Integrales Pressen Auf einer «Baleliner-Tour» zeigte das Kuhn Center in Grandcour VD einen Querschnitt durch das aktuelle Programm von Quader- und Rundballenpressen sowie Ballenwicklern im Einsatz mit Stroh und Heu. Bei über 38 °C im Schatten waren die von der lokalen Vertretung Agri-Dubay und den regionalen Lohnunternehmern Bossybat und Siegenthaler bereitgestellten Geräte überaus gefordert. Im Zentrum stand dabei der bei den KuhnPressen typische Integralrotor, der besonders bei Kurvenfahrten eine höhere Einzugskapazität aufweist, weil die direkte Übergabe von der Pick-up zum Rotor aktiv unterstützt und die Wickelgefahr dank grossen Zuführschnecken reduziert wird.

Jacques-Alain Pfister (l.), Gebietsverkaufs­ leiter Westschweiz, und Ulrich Strauss, Verkaufsleiter Kuhn Center Schweiz, präsentierten die Maschinen. (Bild: Roman Engeler)


Aktuelles   n

Matra übernimmt Althaus und Mahler Matra hat per 1. August 2015 die Firmen Althaus in Ersigen BE und Mahler in Obfelden ZH übernommen. Die Partner schliessen sich zur Robert Aebi Landtechnik zusammen.

Markus Aebi, Leiter Innendienst, Thomas Frey, Leiter Marketing und Vertrieb, und Manuel Frei, Gebietsverkaufsleiter Ostschweiz (v. l. n. r.). (Bild: Roman Engeler)

Mit dem Zusammenschluss investiert die Robert Aebi Gruppe in den weiteren Ausbau der Regionalzentren. Auf dem Areal von Althaus in Ersigen BE entsteht bis Herbst 2016 ein Neubau mit Werkstatt, Kalthalle und Shop. Durch die Übernahme von Gerber & Reinmann in Schwarzhäusern BE und die strategische Partnerschaft mit Fritz Spahr in Lengnau BE verfügt die Robert Aebi Landtechnik über drei Regionalzentren im Kanton Bern und gesamthaft neun Regionalzentren in der ganzen Schweiz. Bis 30. September 2016 bietet das Regionalzentrum Lyss BE weiterhin Reparaturen, Unterhalt, Service und Ersatzteillieferungen an. Per 1. Oktober 2016 wird das Regionalzentrum Ersigen eröffnet, und die Kunden werden in den neuen Räumlichkeiten empfangen. Die Zukunft des Standorts Obfelden ZH ist offen

Bieten zukünftig Qualität aus einer Hand (v. l. n. r): Daniel Bernhard (Leiter Robert Aebi Landtechnik), Marcel Zahner (CEO Robert Aebi Gruppe), Frank Fankhauser und Adrian Schürch (Geschäftsführer Althaus Gruppe) . (Bild: zvg)

und momentan Gegenstand einer vertieften Prüfung. Das Sortiment von Robert Aebi Landtechnik umfasst Produkte für die Bereiche Land-, Forst- und Kommunaltechnik, Transporte, Golfplatzunterhalt, Natur- und Kunstrasenpflege sowie für die Rasen- und Landschaftspflege.

Grossandrang bei Baltensperger

Vorgewendedeichselautomatik Am Vorgewende ist die Aushubhöhe der Pick-up oft knapp. Krone bietet jetzt mit der optionalen Vorgewendesteuerung für Pick-ups und Knickdeichsel eine Lösung für die «AX»-, «MX»- und «ZX»-Ladewagen. Der Traktorfahrer kann über das Bedienterminal mittels eines Drehwinkelsensors verschiedene Positionen der Knickdeichsel festlegen und dabei eine obere und eine untere Position der Knickdeichsel speichern. Beim Ausheben der Pick-up wird die Knickdeichsel automatisch in die gespeicherte obere Position gefahren. Beim Absenken geht sie dann wieder in die festgelegte untere Position zurück.

Hanspeter Baltensperger (Bild) und sein Team zeigten sich erfreut über den grossen Andrang, die vertieften Gespräche und die zahlreichen Kontakte, die man mit den Tagen der offenen Türe Mitte Juni am Standort des Lohnunternehmens «Baltensperger Maschinenbetrieb» in Brütten ZH erzielt hat. Viele Berufskollegen wollten wohl vor Ort erfahren, wie sich das neue Werkgebäude präsentiert, für das Baltensperger einen beschwerlichen, exakt 1948 Tage dauernden Weg durch die verschiedensten Instanzen bewältigen musste. Auf einem Zeitdiagramm hat Baltensperger fein säuberlich seine jeweilige Gefühlslage eingetragen – mit dem Höhepunkt des Vorliegens einer gültigen Baubewilligung Ende April 2013. Mittlerweile ist das auf 50 m Länge reduzierte Gebäude, das den heutigen Ansprüchen eines Lager- und Konstruktionsraums für Maschinen sowie einer modernen Werkstatt gerecht wird, fertig erstellt und voll in Betrieb. Baltensperger startete seinen Maschinenbetrieb im Jahre 1961 mit einem der ersten Mähdrescher in der Schweiz. Neben der Getreideernte und der Maisaussaat ist heute vor allem die Futterbergung ein wichtiger Betriebszweig des Unternehmens.

Baltensperger importierte 1988 den ersten Ballenwickler aus England – damals ein (belächeltes) Novum auf dem europäischen Festland. Aufsehen erregte er auch 1996, als er weltweit die ersten Maisballen presste. Zusammen mit dem norwegischen Spezialisten Orkel wurde wenige Jahre später ein Projekt mit dem Ziel gestartet, eine vollautomatische Rundballenpresse für Zuckerrübenschnitzel und Maishäcksel zu entwickeln. Die ganze Entwicklung sowie der Bau des Prototyps und der ersten Testserien erfolgten in Brütten. In der Zwischenzeit sind weltweit mehrere Hundert Maschinen des nun von Orkel hergestellten Typs «MP 2000» in der Landwirtschaft und Industrie im Einsatz.

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n  Aktuelles

Neuer Güllegrubber in Aktion Die Firma Peter Briner ist seit geraumer Zeit mit einem neuen Güllegrubber unterwegs. Der Selbstfahrer kann Gülle im Ackerboden in einer Tiefe bis zu 15 cm einbringen, dies auch bei heissem, trockenem Wetter und ohne grosse Geruchsemissionen. Das Trägerfahrzeug des Güllegrubbers ist ein Holmer «Terra Variant 600 eco», ausgestattet mit einem «V-8»-Motor von Mercedes mit 598 PS und 15,9 l Hubraum. Mit SCR-Technologie wird die Abgasnorm der Stufe 3b erfüllt. Die Motorcharakteristik mit einem Drehmoment von 2800 Nm er-

Antarktis-bewährte Technik Mit einer limitierten Sonderedition des Allroundtraktors «MF 5610» würdigt Massey Ferguson die «Antarctica2»-Expedition zum Südpol. Mit seinem 110 PS starken Motor, dem charakteristischen Freisichtkonzept sowie der einfachen Bedienung des «Dyna-4»-Getriebes ist er ein perfekter Frontlader- und Allzwecktraktor. Mit den speziellen Ausstattungsmerkmalen, so wie sie beim Originalexpeditionsmodell verbaut wurden, wird der Traktor weiter aufgewertet, insbesondere werden Arbeitskomfort und -sicherheit optimiert, ganz abgesehen vom Aspekt, eine Maschine in der Konfiguration zu besitzen, wie sie für den 5000 km langen Trip durch die raueste, härteste und unwirtlichste Gegend der Welt ausgewählt wurde, und dafür annähernd den Standardpreis bezahlen zu müssen. Mit Ausnahme spezieller Kälteschutzisolierungen von Motor, Tank und Kabine, die in mitteleuropäischen Breiten eher nachteilig wären, sowie der Trelleborg-Spezialbereifung für den Eiseinsatz ist die «MF 5610 Antarctica2 Special Edition» praktisch identisch mit dem Original.

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laubt, dass das Fahrzeug mit einer optimalen Motordrehzahl zwischen 1200 und 1300 U / m betrieben werden kann, sodass die durchschnittlichen Verbrauchswerte gegenüber vergleichbaren Fahrzeugen um bis zu 10 % gesenkt werden. Das Lastschaltgetriebe liefert 18 Vorwärts- und 6 Rückwärtsgänge. Die vier gelenkten Räder sind mit Reifen der Dimension 1050/50 R32 bestückt. Aufgebaut ist ein Fass von Zunhammer mit 21 m3 Inhalt und einem seitlich um 170° schwenkbaren Ansaugrohr für die Befüllung am Feldrand. Als Güllepumpe kommt eine stufenlos angetriebene Drehkolbenpumpe von Vogelsang mit einer Förderleistung von bis zu 9300 l / min zum Einsatz. Ausgebracht wird die Gülle in einer Tiefe von 8 bis 15 cm über einen 5,50 m breiten Grubber von Lemken (Typ «Kristall»), der mit Flügelscharen versehen ist. Aufgebaut ist ein Sägerät von APV, sodass in einem Arbeitsgang nicht nur gegrubbert und gedüngt, sondern bei Bedarf auch gleich noch gesät werden kann. Weil diese Art der Bodenbearbeitung als nichtwendend gilt, leistet der Bund einen Beitrag von 150 CHF / ha. Der Kanton Zürich, wo das Gefährt hauptsächlich im Einsatz ist, zahlt aufgrund der besonders emissionsarmen Gülleausbringung zusätzlich einen Beitrag von 40 CHF / ha. Der Landwirt zahlt dem

Zetor mit neuem «Crystal» Der tschechische Landtechnikhersteller Zetor erweitert sein Traktorenprogramm um die neue Baureihe «Crystal». Diese Traktoren sind mit 6-Zylin­der-Motoren von Deutz ausgestattet und werden in zwei Versionen mit Leistungen von 144  PS und 163 PS angeboten. Der Motorblock bildet einen kompakten Teil der tragenden Struktur des Traktors. Für eine einfache Bedienung sorgt das 3-stufige Powershift-Getriebe mit 30 Vor- und 30 Rückwärtsgängen, einer hydraulischen Wendeschaltung und einem Kupplungsknopf direkt am Hebel (Power Clutch).

Unternehmen für diesen Service 300 CHF / ha (mit Mulchsaat für Gründüngung /Raps), netto also nur 110 CHF / ha.

Nonstop verdichten Höhepunkt der Grünlandvorführung von Lely oberhalb von Wila im Zürcher Tösstal Anfang Juli war der weltweit erste öf-

Bruno Spicher, CH-Verkaufsleiter (l.), und Norbert van Hemert, Managing Director (r.), vor der Nonstop-Presse. (Bild: R. Engeler)

fentliche Auftritt der nonstop arbeitenden, variablen Rundballenpresse «Welger CRB». Mit dem neuen Presssystem geht keine Zeit für das Binden und den Auswurf verloren. Sobald die gewünschte Ballengrösse erreicht ist, befördert ein Transportsystem den Ballen auf dem Band in den ausgefahrenen hinteren Teil der Ballenpresse. Dadurch entsteht vorne sofort Platz für das Formen eines zweiten Ballens. Nachdem der erste Ballen vom Netzbindesystem gewickelt wurde, öffnet sich die Rückwand und wirft den Ballen im Fahren aus. Die Ballenpresse nimmt dann wieder ihre kompakte Form an und ist für die Fertigstellung des Ballens bereit, der vorne geformt wird. Während des gesamten kontinuierlichen Prozesses gewährleistet ein raffiniertes Bandspannsystem, dass eine konstante, hohe Ballendichte erreicht wird.


Aktuelles   n

Kleiner «Jet d’eau» bei Agromesser

Vor zehn Jahren gründeten René und Regula Messer in Unterbözberg AG das Lohnunternehmen Agromesser GmbH. Höhepunkt des Jubiläums war der «Jet d’eau», eine Wasserfontäne, die mittels Güllepumpe fast 70 m in den Himmel emporschoss. René Messer begann 1992 bei Lüpold in Möriken AG mit dem Ausbringen von Klärschlamm. Um beim Flüssigschlammtransport die Ausbringspitzen zu brechen, baute er zusammen mit einem Fahrzeugschlosser ein 15-m3-Pumpfass. Aus diesen Aktivitäten heraus entstand das Lohnunternehmen, das sich auf das Ausbringen von Klärschlamm und Gülle spezialisierte. Nach dem Ausbringverbot begannen sich die Aufträge von Gülleabgebern zu häufen. Die Agromesser antwortete mit Expansion: 2009 stiess Vater Walter dazu, 2012, 2013 und 2015 traten fünf weitere Mitarbeiter ein. Ein paar Eckdaten der Agromesser GmbH: Rund 10  000 Betriebsstunden Strassentransporte pro Jahr, weit über 100 000 m3 Gülletransporte, sechs 25-m3-Gespanne mit Fendt-Traktoren, vier Verschlauchungsfahrzeuge und ein Lastwagen für gewerbliche Transporte. Das bezieht sich allein aufs Kerngeschäft. «Schon zu Beginn dieser Transporte waren für mich LastwagenFahrwerke ein Muss», sagt Messer, «ohne

Grimme mit Weiterentwicklungen Auf der «Potato Europe» wird Grimme mit dem 4-reihigen, selbstfahrenden Kartoffelroder «Varitron 470» (Bild) sowie den 2reihigen, Isobus-fähigen Bunkerrodern «SE 260» und «SV 260» einige Weiterentwicklungen von Maschinen zeigen. Die zweite Generation des «Varitron 470» mit 435 PS starkem Motor ist mit einem 7 t fassenden, zum Patent angemeldeten Überladebunker ausgestattet. Die 2-reihige «SE 260» verfügt über einen 5,5 t fassenden Überladebunker mit rücklaufendem und durchgängigem Bunkerband. Innerhalb von 45 Sekunden kann komplett entladen werden. «Die SV 260» ist mit einer Sechscheibenaufnahme ausgestattet, die besonders auf schweren Böden eine Verdichtung der Dämme verhindert, sodass sich diese besser auf den Bändern verteilen und die Absiebleistung verbessert wird.

diese Technik ist die Sicherheit nicht garantiert.» Übrigens wird Agromesser an der kommenden Agritechnica in Hannover mit einem Bossini-Güllefass mit Chromstahlaufbau vertreten sein. Zu den weiteren Aktivitäten von Agromesser zählen der Import für FB Bossini, landwirtschaftliche Lohnarbeiten wie Schüttguttransporte jeglicher Art, Böden aufkalken, Hangmähen und – neu – Siloballen pressen in Press- / Wickel-Kombination (Mantelfolie). Das Team umfasst heute acht Vollzeitstellen.

Claas hat neuen Partner Claas und die Kramer-Werke werden ihre Partnerschaft im Bau von landwirtschaftlichen Teleskopladern 2018 beenden. Zukünftig wird Claas in diesem Maschinen-

segment mit Liebherr zusammenarbeiten. Seit 2005 entwickelt und fertigt Kramer in Pfullendorf für Claas die Teleskoplader des Typs «Scorpion». Das Kramer-Mutterhaus Wacker Neuson bietet diese Maschinen auch über eigene Vertriebsorganisationen an. Ab 2018 werden beide Partner die Märkte für Teleskoplader unabhängig voneinander bearbeiten. Claas geht nun mit Liebherr eine OEM-Partnerschaft ein. Die künftigen ClaasTeleskoplader sollen im Werk Telfs gebaut werden.

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Neuheiten | Markt   n Die Forstmesse Luzern (hier vom Vorjahr) ist die wichtigste Messe für Wald und Holz in der Schweiz. (zVg/Werkbilder)

Kompetenztreff für Wald und Holz Mit 280 Ausstellern und 26 000 Besuchern ist die Forstmesse Luzern die wichtigste Messe für Wald und Holz in der Schweiz. Sie zeigt alle zwei Jahre die Neu- und Weiterentwicklungen der nachhaltigen und multifunktionalen Waldbewirtschaftung wie auch Trends in der Holzerntetechnik, Forstlogistik und Holzverarbeitung. Ruedi Burkhalter Die Motorsäge ist im Bauernwald auch heute noch das zentrale Arbeitsgerät. Doch gerade bei den Profimotorsägen sind echte Innovationen eine Seltenheit. Denn für die Hersteller stellt eine Neuentwicklung in einem schrumpfenden Markt ein grosses Risiko dar. Die hohe Preissensibilität ist bei den Motorsägen eine weitere Innovationsbremse.

Automatische Gemischregelung Die letzte echte Innovation, die automatische Gemischregelung (Stihl-«M-Tronic» oder Husqvarna-«AutoTune»), ist bei diesen beiden Herstellern kontinuierlich weiterentwickelt worden; inzwischen ist sie in der Praxis etabliert und auf vielen Modellen erhältlich. Bei diesen Systemen sorgt die Elektronik für einen einfachen Start (kein Choke). In Abhängigkeit von Motortemperatur, Lastzustand, Luftdruck und Luftfilterbesatz wird der Kraftstoff immer optimal dosiert, was den Treibstoffverbrauch senkt und die Abgasqualität verbessert. Das elektronische Motormanagement hat auch zusätzliche Möglichkeiten geschaffen, um beispielsweise ein besse-

res Beschleunigungsverhalten bei gleichzeitiger Schonung des Motors zu realisieren. Die Handhabung des Geräts wurde ebenfalls wesentlich vereinfacht, da das anspruchsvolle Einstellen des Vergasers entfällt. Was ist wohl der nächste Schritt?

Elektronische Einspritzung? Bereits seit über zehn Jahren wird daran gearbeitet, den Vergaser ganz durch eine elektronische Kraftstoffeinspritzung zu ersetzen. So könnte der Verbrauch nochmals reduziert und vor allem die Abgasqualität verbessert werden. An der Forstmesse wird zwar noch keine Motorsäge mit dieser Technik zu sehen sein. Stihl hat jedoch mit den Modellen «TS 480i» und «TS 500i» bereits zwei Benzintrennschleifer mit genau dieser Technik («Injection») im Programm und berichtet auf Anfrage, dass sich die neue Technik unter den härtesten Bedingungen der Praxis ohne Probleme bewährt. Der Mehrpreis für ein solches System liegt zurzeit zwischen 250 und 300 Fr. und dürfte sich für den professionellen Nutzer schnell auszahlen. Es scheint also nur eine Frage der Zeit zu sein, bis

auch die ersten Motorsägen ohne Vergaser auf den Markt kommen werden. Bei Husqvarna hat die Entwicklung der elektronischen Einspritzung zurzeit nicht Priorität. Stattdessen will man «AutoTune» weiterentwickeln und nach und nach auch bei kleineren Modellen im semiprofessionellen Bereich einführen.

Leichtes Gewicht hat seinen Preis Neben der Motorentechnologie sind die Motorsägenentwickler immer auch auf eine Reduktion des Gerätegewichts fokussiert. Als Ergebnis einer Machbarkeitsstudie präsentierte Stihl vor gut einem Jahr die «Carbon Concept»: eine 5,4 kW starke Motorsäge, für die ultraleichte Materialien wie Carbon und Titan verwendet wurden. Die Säge wiegt lediglich 6 kg und ist 1,4 kg leichter als die «MS 661 C-M» mit gleicher Motorleistung. Dieses Leichtgewicht, das übrigens auch mit der oben beschriebenen elektronischen Kraftstoffeinspritzung ausgerüstet ist, wird laut Stihl jedoch so nicht in Serie gehen. Der Hauptgrund dafür dürfte bei den zu hohen Mehrkosten zu finden sein. 8 2015  Schweizer Landtechnik

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n  Markt | Neuheiten

Auch andere Hersteller arbeiten an der Gewichtsreduktion. So wird am Stand von Paul Forrer ein neues Baumsägenmodell von Efco zu bestaunen sein, bei dem das Motorgehäuse nicht mehr wie üblich aus Aluminium, sondern aus leichterem Magnesiumdruckguss gefertigt ist.

Vollkompatible Akkusysteme Wesentlich dynamischer als bei den Benzinmotorsägen ist zurzeit die Entwicklung im Bereich der Akkugeräte. Mittlerweile bieten fast alle Hersteller ihr eigenes Akkusystem mit mehr oder weniger ausgeprägter Kompatibilität zwischen verschiedenen Geräten. Ideal wäre es, ein Akkusystem für möglichst alle Geräte einsetzen zu können. Unterschiedliche Anforderungen an die Geräte betreffend Grösse, Gewicht und Leistungsfähigkeit verhindern dies bisher. Am Stand von Makita / Dolmar wird diesbezüglich ein neuer Ansatz präsentiert: Das Aushängeschild der Akkusysteme von Makita war bisher das 18-Volt-System, für das eine enorme Gerätevielfalt vom Akkuschrauber bis zum Blasgerät erhältlich ist. Geräte mit grösserem Leistungsbedarf wurden bisher vorwiegend mit grösseren 36-Volt-Akkus angeboten, jetzt auch mit zwei Steckplätzen für herkömmliche 18-Volt-Akkus. So kann das gleiche Akkusystem für kleinere und grössere Leistungen kombiniert werden. Die 2  × 18-Volt-Geräte sollen dann später dank einem Adapter je nach Einsatz abwechslungsweise auch mit rü-ckentragbaren Akkus mit deutlich grösserer Kapazität genutzt werden können. Der Vertrieb der Dolmar-Geräte, wird an dieser Ausgabe der Forstmesse erstmals über Makita Schweiz durchgeführt.

Traktoren für Acker und Forst Ein möglichst vielseitiges Einsatzgebiet sorgt nicht nur bei den Akkugeräten für ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis. Auch Traktoren sollen für die kombinierte Nutzung in der Landwirtschaft und im Forst Multitalente sein. Ad. Bachmann zeigt einen Kubota-«M9960» mit dem speziell angebauten Holzkran Farmi-«HK 4670» mit 7 m Reichweite. Der Kran ist zwar am Dreipunkthubwerk angebaut, soll aber dank einem speziellen Versteifungssystem eine vergleichbare Stabilität bieten wie ein Aufbaukran und gleichzeitig die Möglichkeit, Anhänger an der originalen Zugvorrichtung anzuhängen – dies jedoch mit sehr geringem Gewicht: Der 102 PS starke Traktor wiegt inklusive Kran we10

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Ad. Bachmann zeigt einen Kubota-Traktor mit starrem, am Dreipunkt angebautem Holzkran von Farmi.

Zwei Trennschleifer mit Stihl-«Injection» sind die weltweit ersten Serienmaschinen mit elektronischer Treibstoffeinspritzung.

Mit 2 ×18-Volt- statt 1 × 36-Volt-Akkus verbessert Makita die Kompatibilität unter Geräten.

niger als 5 t. Ein Multitalent der anderen Art wird am Stand von Rappo ausgestellt: Der «PM-Trac III» ist ein speziell für den Forstbetrieb entwickelter Systemtraktor, der jedoch dank Schnellkuppelsystem für Rückekran und Winde auch schnell für den Betrieb mit herkömmlichen Anbaugeräten auf dem Acker umgerüstet ist.

nicht möglich. Die Ausrüstung der Winden beinhaltet einen Schwenkarmseilverteiler mit integriertem Doppelrollen Seilauswerfer und einer frei drehbaren doppelten Seileinlaufrolle. Die Seilkapazität ist mit 150 m langem und 12 mm dickem Drahtseil auch für lange Seilstrecken geeignet. Für zusätzliche Sicherheit sorgt die funkgesteuerte proportionale Lastsenkbremse.  n

Mehr Sicherheit Die Arbeitssicherheit darf im Wald nie vernachlässigt werden. Diesbezüglich wird am Stand von Aebi Suisse ein Rückewagen von Kesla mit einem Alleinstellungsmerkmal zu sehen sein: Dieser ist als einziger mit Scheibenbremsen mit «echter» mechanischer Notbremsvorrichtung ausgerüstet. Das heisst, dass bei einer Notbremsung kein Öldruck im System benötigt wird, sondern durch mechanische Federn die volle Bremswirkung jederzeit garantiert ist. Ebenfalls eine verbesserte Arbeitssicherheit verspricht die neue Seilwindengeneration mit konstanter Zugkraft von Ritter, die bei Meier Maschinen gezeigt wird. Bei diesen Winden wird die Zugkraft durch einen Sensor an der Umlenkrolle konstant gemessen und unabhängig von der Seillage geregelt. So ist eine Überlastung

Forstmesse Luzern in Kürze Ort: Messegelände Allmend, Horwerstr. 87, 6005 Luzern Öffnungszeiten: 20. bis 23. August 2015, jeweils 9 bis 17 Uhr Eintritt: Erwachsene 16 Fr.; Studenten, AHV-Bezüger 10 Fr. Anlässe: • 20. / 21. August: Holzhauerei-Wettkampf, 10. Schweizer Meisterschaft (Freigelände 3) • 21.  August: WVS-Fachkongress • 21.  August: Podiumsdiskussion «Kooperation» • 22. August: Tagung Holzindustrie: Trends und Perspektiven • 22. August: Schweizer Meisterschaft Holzspalten Für mehr Infos: www.forstmesse.ch


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n  Markt | Neuheiten

Aufbruch in die «vierte Dimension»

«Lexion 780», Flaggschiff der neuen Mähdreschergeneration mit neuem Motor und grösserem Korntank. (Bild: Roman Engeler)

Auf der Magdeburger Börde, der Kornkammer Deutschlands, präsentierte Claas seine Neuheiten im Segment der Erntetechnik: Eine neue Generation der Mähdrescher vom Typ «Lexion 700» und neue Quaderballenpressen mit Ballenmass 120 × 70 cm waren die Highlights. Roman Engeler Claas rüstet die Topserie seiner Mähdrescher, die Baureihe «Lexion 700», mit neuen Motoren aus, welche die Abgasnorm der Stufe 4 erfüllen, und verpasst den Modellen ein generelles Facelifting. So wechselt man vom Motorenhersteller Cat auf Aggregate

von Mercedes-Benz. Bei den Modellen «Lexion 780» und «770» kommt ein ­Motor mit 15,6 l Hubraum mit 626 PS respektive 585  PS zum Einsatz, bei den Modellen «Lexion 750» und «740» ist es ein Aggregat mit 10,7 l Hubraum und 435 respektive

Mähdrescher «Lexion 700» 760

750

740

Korntank­ volumen

780

13 500 l / 12 800 l 13 500 l / 12 800 l

11 000 l

10 000 l

10 000 l / 9000 l

Motor

Mercedes-Benz

Mercedes-Benz

Perkins

Mercedes-Benz

Mercedes-Benz

(ECE R 120)

625 PS

585 PS

503 PS

435 PS

405 PS

12

770

Schweizer Landtechnik  8 2015

405 PS. Einzig beim «Lexion 760» setzt Claas einen Perkins-Motor mit 502 PS ein.

Grösserer Korntank Angepasst an die gestiegene Leistung wurde bei den zwei grössten Modellen «Lexion 780 Terra Trac» und «770 Terra Trac» das Korntankvolumen erhöht – auf maximal 13 500 Liter. Mit der Entleerleistung von 130 l / s ist der Korntankinhalt in weniger als zwei Minuten überladen. Zudem verbaut Claas das bisher den Topmodellen vorbehaltene Kühlsystem «Dynamic Cooling» mit variablem Lüfterantrieb


Neuheiten | Markt   n

bei allen Modellen der Serie. Mit diesem System wird immer nur jene Kühlleistung bereitgestellt, die auch tatsächlich von der Maschine benötigt wird.

Neuheiten Futterernte

«4-D»-Reinigung Stand der Technik in der Restkornabschei­ dung waren beim «Lexion 700» bisher fünf Rotorkörbe (sechs beim Spitzenmodell «Lexion 780») und hydraulische Rotor­ klappen auf den ersten zwei Segmenten. Für den Ausgleich der Querneigung war bei Claas bisher die «3-D»-Reinigung Standard. Dabei vermindert die aktive Steuerung des Obersiebes die Mattenbildung auf dem Sieb. Ohne diesen Ausgleich drohen beim Mähdrusch in kupiertem Gelände Reini­ gungs- oder Leistungsverluste. Diese Pro­ blematik gewinnt mit steigender Maschi­ nenleistung natürlich an Brisanz. Für die leistungsstärkeren Modelle der Baureihe hat Claas nun die «4-D»-Reini­ gung entwickelt. Sie besteht aus den Komponenten hangabhängige Rotorklap­ pen­steuerung und automatische Gebläse­ steuerung. Ist die Maschine mit diesem System ausge­rüstet, bekommt sie ein zu­ sätzliches drittes Paar Rotorklappen. Die aktive Steuerung der Rotorklappen ge­ schieht in Abhängigkeit zur Quer- und Längsneigung der Maschine sowie der ak­ tuellen Belastung von Abscheidung und Reinigung. Die hang- oder talseitigen Hälf­ ten der Rotorklappensegmente werden dazu automatisch geöf­fnet oder geschlos­ sen. Die Gebläsedrehzahl wird dabei auto­ matisch an Bergauf- oder -abfahrt ange­ passt. Die neue Reinigung greift also schon in der Restkornabscheidung ein und entlas­ tet so das System. Zudem wurde der Strohhäcksler modifi­ ziert, der nun eine gleichmässigere ­Häck­sellänge, Gutannahme und -führung so­ wie ein gleichmässigeres Streubild ermög­ licht. Weiter wurde eine automa­ tische Gutflusskontrolle entwickelt. Dabei wer­ den die Drehzahlen von Motor, Dresch­ werk und Restkornabscheidung überwacht und abgeglichen. Schliesslich hat Claas die vollautomatische Mähdrescher-Ein­stellung für Mais und Soja ausgebaut.

Das Ballenmass von 120 × 70 cm bediente Claas bisher mit den «Quadrant 3200» und «2200». Diese beiden Modelle werden durch die «Quadrant 5200» und «4200» ersetzt, die punkto Leistung, Durchsatz und Pressdichte nochmals zulegen konnten. Beide Quaderballenpressen wurden komplett überarbeitet. Dafür hat Claas sogar sein ältestes Patent angefasst und präsentiert einen neuen Hochleistungsknoter mit aktiver Garndrückersteuerung und Luft­ führung in der Knoterreinigung. (Bild: Roman Engeler)

Claas präsentierte 2014 den Kombi-Wagen «Cargos 8000». Bei dieser Baureihe wurden einige technische Neuheiten umgesetzt, die nun auch in die nächsthöhere Klasse, in die drei Modelle der Serie «Cargos 9000» mit 38, 44 und 50 Kubikmetern Fassungsvermögen einfliessen. So haben die «Cargos 9000»-Wagen ein neues Lade- und Schneidaggregat bekommen. Dieses als «Efficient Feeding System» benannte Ladesystem wurde um eine hydraulisch angetriebene und optional hydropneumatisch entlastete Pickup ergänzt, was die Durchsatzleistung weiter erhöht. (Bild: Claas)

Neue Schneidwerke Die Vorsatzgeräte vom Typ «Maxflex», «Vario» und «Cerio», die bisher der «Lexion»-Klasse vorbehalten waren, bietet Claas nun auch für die mittlere Mäh­ drescherklassen an. Für Schneidwerke der Arbeitsbreiten 10,50 m und 12,30 m stellt Claas ausserdem einen Zweiachs-Transport­ wagen mit gelenkter Hinterachse vor.  n

Die grösste angebaute Mähkombination mit Aufbereiter am Markt kommt demnächst aus dem Hause Claas. Das neue Scheibenmähwerk «Disco 1100 Business» erreicht eine maximale Arbeitsbreite von 10,70 m. In die Saison 2016 startet Claas zudem mit neun neuen Mäh­ werken für den Front- und Heckanbau zwischen 2,60 m und 3,40 m Arbeitsbreite und führt den neuen «Max Cut»-Mähbalken in nahezu allen «Disco»-Modellen ein. (Bild: Claas)

8 2015  Schweizer Landtechnik

13


n  Markt | Übersicht

Ladewagen mit Tiefgang

Tiefer Schwerpunkt, geringes Gewicht und doch leistungsfähig: das sind die Eigenschaften eines berggängigen Tiefgangladewagens. (Bild: Agrar Landtechnik)

Grosse Teile der Schweiz gehören zum Hügel- und Berggebiet. Überall dort, wo Hanglagen den Einsatz eines «normalen» Ladewagens unmöglich machen, kommen Tiefgangladewagen zum Einsatz. Ruedi Hunger Diese zeichnen sich, dank niedrigerer Bauart, durch einen tiefen Schwerpunkt aus. Bei der Ausrüstung gibt es viele Varianten: von der aufs Notwendigste beschränkten bis zur vollständigen. Das Leistungsvermögen ist dem Einsatzzweck angepasst. Tiefgangladewagen können auch überall dort eingesetzt werden, w ­ o die Durchfahrtshöhen minimal sind. Sie erreichen ähnliche Lade- und Schnittleistungen wie entsprechende Hochlader. Diese Übersicht beschränkt sich auf fünf Anbieter und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Agrar Landtechnik AG Agrar baut die Tiefgangladewagen in­ drei Modellreihen und 15 Typen. «TL-K» ist der kleine, leichte und entsprechend berggängige Ladewagen für Hang- und Berglagen. Der Wagen hat einen niederen Schwerpunkt und eine maximale Gesamthöhe, die abgeklappt nur wenig über zwei Metern liegt. Die Futteraufnahme erfolgt über eine 170  cm breite Pickup mit fünf Zinkenreihen. Im Ladeaggregat fördern fünf kurvenbahngesteuerte Schwingen das Futter in den Laderaum. Der Kratzboden wird hydraulisch ange-

Agrar-TL-K / TL-L

23K

28K

32K

30L

34L

36L

40L

45L

50L

Ladevolumen Dürrfutter (DIN m3)

15,50

19,00

21,70

20,20

22,60

24,00

25,80

29,10

32,30

Ladewagen-Gesamtlänge (m)

6,35

7,05

7,75

7,40

7,40

8,10

8,10

8,80

9,50

Ladewagen-Gesamtbreite (m)

2,45

2,45

2,45

2,55

2,55

2,55

2,55

2,55

2,55

Gesamthöhe abgeklappt (m)

2,06

2,06

2,06

2,12

2,17

2,12

2,17

2,17

2,17

Gesamthöhe aufgeklappt (m)

2,96

2,96

2,96

2,95

3,11

2,95

3,11

3,11

3,11

Leergewicht (kg)

2080

2400

2680

2750

2800

2950

3000

3300

3400

Gesamtgewicht (kg) *

5000

6000

6800

6500

7000

7000

7000

10 000

10 000

Fahrwerkserie

Einzelachse

* das Gesamtgewicht ist laut Hersteller bereifungsabhängig

14

Schweizer Landtechnik  8 2015

Einzelachse

Tandemachse

trieben. Das Schneidwerk wird mit bis zu­ 15 Messern bestückt. Eine einfache Seiltüre schliesst den Wagen hinten ab. Optional gibt es eine robuste Rückwand­ mit Ladeautomatik und Füllstandsan­ zeige, eine hydraulische Knickdeichsel und vieles mehr. In der Grundausrüstung ist der Wagen mit einer Einzelachse und 15,0 / 55-17-Reifen ausgerüstet. Die zweite Tieflader-Baureihe trägt die Bezeichnung «TL-L». Dieser Ladewagen zeichnet sich durch ein Förderaggregat mit fünf lenkergesteuerten Schwingen aus. Das Schneidwerk nimmt bis 29 Messer auf. Die Pick-up ist 20 cm breiter als beim TL-K. Eine dritte Tiefladerbaureihe trägt die Bezeichnung «TL-E» Das «E» lässt auf das Förderaggregat, den Elevator schliessen. Dieses Aggregat mit fünf ­Rechen ist bekannt für besonders schonendes Laden und lockere Wagenfüllung. Da dies gleichzeitig das einzige Unterscheidungsmerkmal zur TL-L-Baureihe ist, wurde darauf verzichtet die Baureihe TL-E in der Tabelle aufzuführen.


Übersicht | Markt   n

Gruber-Tieflader Gruber-Ladewagen sind mit einer gezogenen Pick-up in feuerverzinkter Ausführung ausgerüstet. Die Tasträder sind über ein Parallelogramm gesteuert. Alleinstellungsmerkmal der Gruber-Ladewagen ist das Schubstangen-Fördersystem. Damit wird das Ladegut schonend, ca. 50 cm über der Ladefläche in den Laderaum gefördert. Doppelzinken und steile Messer sorgen für einen sauberen Schnitt. Elf Messer mit Einzelsicherung erzielen eine Schnittlänge von 14 cm. In der Ausführung «Vario» werden 21 Messer variabel in Gruppen geschaltet, die Schnittlänge halbiert sich nochmals. Aus der Serie «Twinpower» (TP) kann das Einstiegsmodell TP 300 aufgrund seines Gewichtes und seiner Ausmasse noch a­ ls hangtauglich eingestuft werden. Seine Plattformhöhe misst bereits 1,15 m. Mit drei Tonnen Eigengewicht ist es aber nicht mehr für extreme Berglagen geeignet. Alleinstellungsmerkmal für diesen Ladewagen ist sein Doppelrotor-Ladesystem. Nach der gestossenen 5-Zinken-Pick-up übernimmt ein Schneidrotor das Ladegut und fördert es «über Kopf» zum eigentlichen Laderotor. Bis 27 Schneidmesser ermöglichen einen 55  mm-Schnitt. Die Messer sind gut von vorne her zugänglich.

Lely-Tigo Tieflader Die ST-Tiefladermodelle von Lely wurden mit speziell niedrigem Schwerpunkt aus der S-Serie entwickelt. Die Plattform ist 25 cm bis 40 cm tiefer als beim Normal­lader. Das Ladevolumen liegt über dem durchschnittlichen Bergladewagen, die Ladewagen eignen sich daher für grössere Hangbetriebe. Die Futteraufnahme erfolgt mittels einer

Gruber-Tieflader

LT 180 3

LT 220

LT 260

LT 300

LT 350

TP 300

Ladevolumen Dürrfutter (DIN m )

11,40

13,97

16,52

19,07

21,61

20,00

Ladewagen-Gesamtlänge (m)

5,42

6,05

6,68

7,37

7,94

7,39

Ladewagen-Gesamtbreite (m) Aufbau Rad

2,32 2,30

2,32 2,38

2,32 2,38

2,32 2,48

2,32 2,58

2,30 2,42

Gesamthöhe abgeklappt (m)

2,10

2,10

2,10

2,10

2,16

2,55

Gesamthöhe aufgeklappt (m)

2,81

2,81

2,81

2,81

3,03

3,42

Leergewicht (kg)

1650

1840

1900

2050

2200

2950

Zul. Gesamtgewicht (kg)

4000

4500

5000

6000

7000

6800

Lely-Tieflader Tigo

25 ST Classic

35 ST Classic

35 ST

40 ST

50 ST

Ladevolumen Dürrfutter (DIN m3)

26

30

35

39

29

Ladewagen-Gesamtlänge (m)

6,85

8,05

8,05

8,65

9,70

Ladewagen-Gesamtbreite (m)

2,40

2,40

2,40

2,40

2,40

Gesamthöhe abgeklappt ** (m)

2,00

2,00

2,00

2,05

2,05

Gesamthöhe aufgeklappt ** (m)

2,95

2,95

3,05

3,05

3,05

Leergewicht (kg)

2400

2610

2700

3280

3580

Zul. Gesamtgewicht (kg)

5800 / 6200

5800

6200

8000 / 10 000

8000/  10 000

Fahrwerk

Einzelachse

Tandem

** mit Standardbereifung

ungesteuerten, ge­stossenen Pick-up. Alle Tigo ST sind mit einem 3- bzw. 5-teiligen Förderschwingen-Ladeaggregat ausgerüstet. Der Antrieb erfolgt über Zahnräder. Ab dem Tigo 40 ST ist eine Zentralschmierung serienmässig. Die Ladewagen können mit maximal 33 Messern ausgerüstet werden. Bei Verstopfungen ist das Schneidwerk hydraulisch ausfahrbar.

Pöttinger-Bergladewagen Marktleader Pöttinger bedient auch die Berglandwirtschaft mit hangtauglichen Ladewagen. Das Modell «Boss junior» fun-

Der Rotorladewagen von Gruber ist eine Ausnahmeerscheinung unter den Hang- und Bergladewagen. (Grafik: Gruber)

giert als Einstiegsmodell und ist für den kleinen und/oder steilen Hang- und Bergbetrieb gedacht. Für die etwas höheren Anforderungen ist der «Boss LT» gedacht. Während der Boss junior über eine Kabinenbedienung mit Vorwahlschaltung verfügt – wozu lediglich ein DW-Steuergerät oder ein EW-Steuergerät mit Rücklauf notwendig ist –, wird der Boss LT auf Wunsch mit einer elektrohydraulischen Bedienung bzw. Komfortbedienung ausgerüstet. Das Ladeaggregat hat drei mittig geteilte und versetzte Förderschwingen. Der Boss junior wird in Serie mit vier Schneidmessern ausgeliefert, möglich sind bis zwölf. Beim Boss LT sind max. 16 Messer möglich. EuroBoss: Die Tiefladermodelle «EuroBoss» sind die leistungsfähigste Variante der Pöttinger-Tieflader. Eine 180 cm breite Aufnahmevorrichtung passt sich pen­ delnd den Bodenunebenheiten an. Nach Wunsch kann diese Pick-up mit TandemTasträdern oder Nachlauf-Tasträdern ausgerüstet werden. Ebenfalls auf Wunsch wird der EuroBoss mit vier statt drei Förderschwingen ausgestattet. Das Schneidwerk fasst maximal 31 Messer, die versetzt auf zwei Ebenen schneiden. Das Fahrwerk ist mitentscheidend für die Hangtauglichkeit und das Verhalten auf der Grasnarbe.­ Der EuroBoss 370 wird serienmässig mit­ einer Tandemachse ausgerüstet, die drei 8 2015  Schweizer Landtechnik

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n  Markt | Übersicht

kleineren Typen mit einer Einzelachse, auf Wunsch aber ebenfalls mit Tandemachsen. Verschiedene Bereifungsvarianten runden das Fahrwerkangebot ab.

Fazit: Tieflader sind auf jenen Hang- und Bergbetrieben im Einsatz, die aus topografischen Gründen keinen Hochlader mehr einsetzen können, aber noch nicht auf den Transporter mit Aufbauladewagen angewiesen sind. Gleichzeitig kommen Tieflader auch dort zum Einsatz, wo Gebäude beschränkte Durchfahrtshöhen aufweisen. Die kleinen, leichten und entsprechend hangtauglichen Modelle wurden als Tieflader entwickelt. Die grös­seren Modelle sind bei einigen Herstellern sowohl als Hochlader als auch – nach einigen Anpas­sungen – als Tieflader erhältlich.

Vicon Alpex Kverneland hat mit den «Vicon Alpex» zwei hangtaugliche Ladewagen im Verkaufsprogramm. Sie stehen auf Hang- und Bergbetrieben, aber auch auf kleinen Betrieben im Einsatz. Der tiefe Schwerpunkt bzw. die tiefe Bauart bringt Sicherheit­ in Schräglagen, ist aber auch vorteilhaft unter Bäumen und in tiefen Stalleinfahrten. Auch Bergbetriebe lagern das Dürrfutter zentral in einem Gebäude. Da bei wachsenden Betriebsgrössen die Transportdistanzen grösser werden, haben die Alpex-Ladewagen eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 40 km / h. Die Ladegutförderung nach der Aufnahmevorrichtung (Pick-up) übernimmt ein lenkergesteuertes Förderaggregat mit ­drei bzw. vier Förderrechen. Serienmässig sind­ vier Messer vorgesehen. Das Schneidwerk kann auf Wunsch mit bis zu 16 Messern bestückt werden. Bedient wird der Ladewagen über die «PilotBox-T» und eignet sich damit auch für Traktoren, die nur über eine minimale hydraulische Ausstattung verfügen (1 DW + 1 EW). Die Heckklappe wird hydraulisch betätigt und kann somit vom Traktor aus geöffnet bzw. ­geschlossen werden. Auf Wunsch gibt es eine Knickdeichsel.  n

Vicon

Alpex 220

Alpex 280

Ladevolumen Dürrfutter (DIN m3)

14

17,5

Ladewagen-Gesamtlänge (m)

6,97

7,97

Ladewagen-Gesamtbreite (m)

2,30

2,30

Gesamthöhe abgeklappt** (m)

1,99

1,99

Gesamthöhe aufgeklappt** (m)

2,70

2,70

Leergewicht* (kg)

2000

2300

Zul. Gesamtgewicht (kg)

6000

6000

Fahrwerk

Einzelachse 1,90 m

* je nach Ausrüstung; ** mit Standardbereifung

Ein bis auf die Achse abgesenktes Chassis garantiert den tiefen Schwerpunkt und sichert die Standfestigkeit in Hanglagen. (Bild: Vicon)

Tieflader sind nicht nur Berglade­ wagen, sie eignen sich auch überall, wo minimale Durchfahrtshöhen vorhanden sind. (Bild: Vicon)

Das Fahren in Hanglagen stellt auch hohe Anforderungen an das Fahrwerk bzw. an die verwendete Bereifung. (Bild: Konrad Merk)

Der vorhandene Traktor und die Hangneigung bestimmen die Ladewagengrösse, weit mehr als beim Hochlader. (Bild: Lely)

Die grossen Tieflader sind ebenso leistungsfähig wie vergleichbare Hochlader. (Bild: Pöttinger)

Boss

Junior 17T

Junior 22T

LT L22T

LT L25T

LT L28T

Euroboss 250T

Euroboss 290T

Euroboss 330T

Euroboss 370T

Ladevolumen Dürrfutter (kg)

11,50

14,30

14,60

16,50

18,50

16,10

18,70

21,30

23,90

Ladewagen-Gesamtlänge (m)

5,67

6,35

6,30

6,92

7,54

6,83

7,45

8,07

8,69

Ladewagen-Gesamtbreite (m)

2,40

2,40

2,40

2,40

2,40

2,58

2,58

2,58

2,69

Gesamthöhe abgeklappt** (m)

2,02

2,02

2,04

2,06

2,06

2,20

2,20

2,20

2,20

Gesamthöhe aufgeklappt** (m)

2,73

2,73

2,80

2,82

2,82

3,07

3,07

3,07

3,07

Leergewicht (kg)

1650

1750

2050

2180

2300

2500

2600

2700

3300

Zul. Gesamtgewicht (kg) Fahrwerk ** mit Standardbereifung

16

Schweizer Landtechnik  8 2015

Einzelachse mit AW- oder AS-Reifen

Einzel- oder Tandemachse(n)


Übersicht | Markt   n

Für viele Bergbetriebe ist der Motormäher nach wie vor eine unverzichtbare Maschine.

Flinke Mäher für die Hangund Bergmechanisierung Motormäher sind auf vielen Bergbetrieben nicht wegzudenken. Das Einsatzgebiet erstreckt sich aber auch auf zahlreiche andere Betriebe, und zum eigentlichen Wachstumsmarkt für die universell einsetzbaren Geräteträger wurde in den vergangenen Jahren der Kommunalbereich. Oft ist dieser Bereich für die Hersteller gar bedeutungsvoller als die Landwirtschaft. Es besteht keine Gewähr für die Vollständigkeit der folgenden Angebotsübersicht. Ruedi Hunger

Aebi ASH Group

Neue, funkgesteuerte Maschinen entlasten die bedienende Person von körperlicher Arbeit und erhöhen die Sicherheit.

Der Landtechnikhersteller Aebi, mit Pro­ duktionsort Burgdorf, hat die Mechanisie­ rung der Landwirtschaft in den vergange­ nen 130 Jahren massgebend beeinflusst. Nach 1950 zählten die Bergmechanisie­ rung und damit die Produktion von Mo­ tormäher und Einachser in der Produktion zu den Schwerpunkten. Bereits seit Jahren setzt Aebi, mit einer Ausnahme, auf die stufenlose Antriebs­ technik. Damit ist das Mähen komfortabler und sicherer geworden. Mittels einstell­ barer Lenker lassen sich die Mäher fein­ fühlig und mit minimalem Kraftaufwand lenken. Selbst Wendemanöver um die eigene Achse sind problemlos möglich. ­ Dabei dreht das eine Rad vorwärts, das 8 2015  Schweizer Landtechnik

17


n  Markt | Übersicht

Aebi & Co. AG, CH– 6280 Hochdorf

Agria

ASH Aebi Schmidt Holding AG

Typ / Modell

Motor

Fahrantrieb

Gewicht (kg)

Ausrüstung, Besonderheiten

Aebi BM 8

Subaru EX 27 6,6 kW

Mechanisch 4 Vorwärts 3 Rückwärts

119 * 45 (175) **

Leichter Bergmäher mit Revesierstarter; Konuskupplung; Trommelbremse; gummigelagertem, schwenkbarem Lenker. AS-Reifen, Doppelbereifung, Gitterräder, verschiedene Mähbalken.

Aebi CC36

Basco-Vang. 7,4 kW

Hydrostat 0 – 8 km / h V 0 – 5 km / h R

156

Aebi CC56

(2 Zyl.) 11,8 kW (1 Zyl.) 9,6 kW

Hydrostat 0 – 9 km / h V 0 – 4 km / h R

217

Hydrostat 0 – 3 / 0 – 6 / 0 – 9 V 0 – 4 km / h R

235

Hydrostat 0-7 km / h V 0-4 km / h R

125

Aebi CC66

Aebi CC110

13,2 kW

Basco-Vang. 5,9 kW

202

Combicut-Motormäher verfügen alle über einen stufenlosen Fahrantrieb. Die Aktivlenkung ist wählbar über Lenkholm oder Handhebel, lenkt aktiv auf kleinsten Impuls. Der Gerätewechsel erfolgt werkzeuglos. Für den CC56 gibt es zwei Motorvarianten. Zwei Motorvarianten auch für den CC66, zudem verfügt dieser Einachser über drei Geschwindigkeitsstufen und das Automatic Drive Control (ADC). Der CC110 ist der kleinste Combicut und speziell für steile Berglagen gedacht. Alle Combicut sind mit verschiedensten Bereifungsund Radvarianten lieferbar. Ebenso gross sind die Aebi-Mähbalkenvarianten mit Schnittbreiten von 145 cm bis 250 cm, zudem gibt es den ESM-Doppelmesserbalken.

Bereits zu Beginn der Bergmechanisierung in den 1960er-Jahren waren Bergmäher von Agria ein bekanntes Produkt. In der Zwischenzeit liegt der Schwerpunkt der Produktion bei Motoreinachsern und Anbaugeräten sowie Motorhacken für den professionellen Gartenbau. Viele AgriaGeräte decken die Anforderungen von Kleinst- und Hobbybetrieben ab. Eine Besonderheit für den Einsatz auf extensiv gepflegten (Problem-)Flächen ist der ferngesteuerte Sichelmulcher mit Gummiraupen-Fahrwerk. Er eignet sich für Steilflächen bis rund 50° bzw. 120 %. Sämtliche Gerätefunktionen sind per Fernbedienung steuerbar.

Rapid Technic AG andere rückwärts. Für die Spitzenmaschine der Combicut-Baureihe (CC66) ist das Automatic Drive Control (ADC) lieferbar. Damit passt sich die Fahrgeschwindigkeit automatisch den Arbeitsverhältnissen an. Mit dem CC110 brachte Aebi ein Leichtgewicht auf den Markt, das insbesondere für steile Berglagen gedacht ist. Aufgrund der gleichen technischen Ausrüstung wie die anderen Combicut-Modelle müssen

Die kleinen Mäher sind echte Leichtgewichte und damit (fast) mühelos an jedem Hang einsetzbar.

18

Schweizer Landtechnik  8 2015

keine Komfort- und Sicherheitsabstriche in Kauf genommen werden. Alle Arbeitsgeräte für die Combicut-Modelle lassen sich mit dem werkzeuglosen Geräteanschluss einfach an- und abbauen.

Der Name Rapid ist eng verbunden mit der Mechanisierung der Schweizer Landwirtschaft. Was mit dem ersten motorisierten «Mäher» vor rund 90 Jahren begonnen hat, bestimmte die Futterernte

Agria-Werke GmbH, D-74219 Möckmühl

Schweiz: Agria-Landmaschinen AG

Typ / Modell

Motor

Fahrantrieb

Gewicht (kg)

Ausrüstung, Besonderheiten

5100 5300

4,1 kW 4,8 kW

Schneckengetriebe

70 70 / 72

Kombimäher für Kleinst- und / oder Hobbybetriebe; Kommunal- oder Universalmähbalken.

5400 5400 KL

4,0 kW 5,9 kW

2-Gang-Zahnradschaltgetriebe

102 141

Kombimäher für den landwirtschaftlichen Einsatz; ausrüstbar mit Gitterrad oder Doppelbereifung; Fingerbalken 130 cm oder 145 cm sowie zahlreiche weitere Doppelmesser- oder Universalmähbalken.

9600 Remote control

18 kW

Elektrisch 48 V 0 – 2 / 0 – 4 /  0 – 10 km / h

453

Ferngesteuerter Hochgras-Sichelmulcher mit 112 cm Arbeitsbreite; innovatives Hybrid-Antriebskonzept (Benzinmotor / Elektroantrieb).


Übersicht | Markt   n

Aus dem einstigen Motormäher ist über die Jahre ein universell einsetzbarer Geräteträger geworden.

auf vielen Berg- und Hangbetrieben in den 1950er- und 1960er-Jahren. Heute gibt es eine breite Palette an Motormähern bzw. «Geräteträgern», die das Verkaufsprogramm von Rapid Technic prägen. Neben der Landwirtschaft hat das Einsatzgebiet Kommunal und Gartenbau eine ebenso grosse Bedeutung erlangt. Insbesondere das Modell «Swiss» erfreut sich grosser Beliebtheit bei der Hangbewirtschaftung. In Extremlagen überzeugt der «Rex» die Käufer als leichtester Profi­mäher. Im vergangenen Jahr hat Rapid den Einachsgeräteträger «Orbito» (Landwirtschaft) vorgestellt. Er ist leichter, kürzer und stärker als sein Kommunal-Vorgänger mit gleichem Namen. Die hydraulisch verstellbare Achse ist ein Merkmal der Maschine. Der relativ schwere Mäher hat ein deutlich höheres Balken-Auflagegewicht, dank verstellbarer Achse ist er aber jederzeit einfach zu führen. Er wird von Hand gestartet, damit konnte Gewicht eingespart werden. Ein serienmässiger Zyklon-Vorabscheider verbessert die Schmutzabscheidung. Die wichtigsten Bedienele­ mente sind ohne Loslassen der Lenkholme erreichbar. Bei der Lenkung wird zwischen der Handhebel- und der Holmlen­ kung unterschieden. Die «Zero-Turn»-Wahl lässt den «Orbito» durch gegenläufig drehende Räder an Ort wenden.

Reform-Werke Das österreichische Unternehmen Bauer & Co. in Wels – besser bekannt als Reform-Werke – ist seit den 1950er-Jahren ein massgebender Player für Landtechnik, insbesondere für die Berglandwirtschaft. In der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre erwuchs dem Motormäher durch den Zweiachsmäher eine hausinterne Konkurrenz. Im Jahre 2003 übernahmen die Reform-Werke die Mähersparte von Bucher (Niederweningen). Im Sinn einer Nutzung von gegenseitigen Synergien besteht heute im Bereich der Motormäherproduktion eine Zusammenarbeit mit Rapid

Rapid Technic AG CH-8956 Killwangen

Zahlreiche Rapid-Vertriebspartner

Typ / Modell

Motor kW

Fahrantrieb km/h (hydr. stufenlos)

Gewicht (kg)

Ausrüstung, Besonderheiten

Orbito Landwirtschaft

17 kW, 2 Zyl. Briggs&Stratton Vanguard

0 – 8 km / h V 0 – 4 km / h R

283

Hydrostatisch, stufenloser Fahrantrieb, zwei Zapfwellengeschwindigkeiten. Hydraulisch verstellbare Achse (150 mm), Zusatzhydraulik. Zero-Turn-Lenkung zum Drehen auf engstem Raum.

Euro 3/4

9,5 kW, 1 Zyl. 12 kW 15 kW, 2 Zyl. 7,7 kW, 1 Zyl.

0 – 8 km / h V 0 – 4 km / h R (Option Euro 3 bis 12 km / h)

190 / 210 197 / 217 205 / 225 227 / 237

Modell Euro 3 mit hydrostatischem Fahrantrieb und Differential; Euro 4 zusätzlich aktive Lenkung mittels Handhebel, bei Betätigung drehen Antriebsräder unterschiedlich schnell. Zwei Zapfwellengeschwindigkeiten; Fahrantriebreduzierung beim Vorwärtsfahren. Zusatzhydraulik für Zusatzgeräte. Fingerbalken von 130 cm bis 310 cm. Bidux-Doppelmesserbalken.

Universo

12 kW

0 – 7 km / h 0 – 4 km / h

189

Schwerpunktmässige Eignung für den Gartenbau. Aktive Handhebellenkung. Werkzeuglose Holmschwenkung mit Wendematic®, zwei Zapfwellengeschwindigkeiten, Freilaufschaltung zum Rangieren.

7,7 kW

216

Swiss

6,6 kW Subaru / Robin

0 – 7 km / h V 0 – 4 km / h R

129

Kompakte Bauart, steilhangtauglich und wendig. Serienmässige Benzinpumpe für sichere Treibstoffversorgung am Hang. Aktive hydraulische Holmlenkung, ausschaltbar. Freilauf, daher abschleppbar.

Mondo

6,6 kW Subaru / Robin

0 – 6 km / h V 0 – 4 km / h R

130

Vorzugsweise für den Kommunalbereich. Werkzeuglose Lenkholmhöhenverstellung inkl. Wendematic®, elektromag. Kupplung, mech. sperrbares Differential.

Rex

5,1 kW Subaru / Robin

0 – 7 km / h V 0 – 4 km / h R

89

Profimäher für steile Berglagen. Aktive Lenkholmlenkung, ausschaltbar. Lenkholmendverstellung mit Griffschrauben, mech. Feststellbremse auf Rädern.

Reform-Werke Bauer & Co. A-4600 Wels

Agromont AG CH-6331 Hünenberg

Typ / Modell

Motor

Fahrantrieb

Gewicht (kg)

RM7 RM8 / RM9 RM13 / RM20

5,1 / 6,6 kW 11,8 / 15,4 kW

Hydrostatisch Stufenlos 0 – 6 / 7 / 8 km / h V 0 – 4 km / h R

RM25 Landwirtschaft Kommunal Kompakt

16,9 kW 16,9 kW 10,3 kW

Hydrostatisch Stufenlos 0 – 8 km / h V 0 – 4 km / h R

M9 M14

10,3 kW 15,4 kW

M2 M3

6,6 kW 8,8 kW

Hydrostatisch Stufenlos 0 – 8 V /  0 – 3.6 R 0 – 9 V /  0 – 4 R

616 – 747 (616, 617, 626) (626, 717, 747)

6,6 kW 8,8 kW

Zahnradgetriebe 1, 2, 4 Gänge 4, 2, 3 Gänge

Technic in Killwangen. Dies widerspiegelt sich insbesondere bei allen Mähern mit der «RM»-Bezeichnung. Geprägt von den Anforderungen der österreichischen Bergbetriebe mit zum Teil extremen Steillagen, haben die Reform-

ab 89 – 129 ab 196 – 220

Ausrüstung, Besonderheiten Geschwindigkeitsregulierung mittels zwei­ teiligem Drehgriff. RM7 / 8 / 13 / 20 aktive hydr. Handhebellenkung, RM9 Differentiallachse mit Sperre. Zahlreiche Radvarianten. Breites Angebot an Zusatzgeräten.

ab 265 ab 265 ab 254

Hydraulische Achsverstellung (150 mm). 2 Zapfwellengeschw. (700 / 1000 U / min.). Elektr. betätigte Zapfwellenkupplung. Aktive hydr. Handhebel- und Holmlenkung. Zahlreiche Radvarianten.

ab 187 ab 234

Für Garten- und Landschaftsbau (vorzugsweise). Fingerbalken, Portal- und seitlich geführter Doppelmesserbalken. Verschiedene Bereifungsarten.

(inkl. Balken) ca. 177/181 ca. 215/225

Leichter Berg- und Böschungsmäher mit starrer bzw. Differentialachse. Klauenschaltung, Trocken-Konuskupplung, Betriebs- und Feststellbremse.

(Grundgerät) ab 61 – 76 ab 104  – 114

Getriebemäher für Landwirtschaft, Kommunal und Gartenbau. Zahlreiche Anbaugeräte. Mähbalken von 130 bis 145 cm. Radvarianten.

Werke sowohl Hydromäher wie auch einfache Mäher mit handgeschaltetem Wendegetriebe im Verkaufsprogramm. Neben der Landwirtschaft beliefern die Reform-Werke in zunehmendem Mass auch die Sparten Gartenbau und Kom8 2015  Schweizer Landtechnik

19


n  Markt | Übersicht

munal. Reform-Motormäher sind – je nach Modell – mit Mähbalken-Arbeitsbreiten von 130 bis knapp 240 cm lieferbar. Neben dem «normalen» Fingerbalken gibt es Freischnitt-, Mulch- und Kommunalmähbalken. Doppelmesserbalken sind sowohl als Portalmähwerk als auch in der seitlich geführten Variante erhältlich. Bereifungs- und Radvarianten für alle Bedürfnisse runden das Angebot ab.

Köppl Die Köppl Motorgerätefabrik aus Entschenreuth (D) rüstet die Motormäher mit verschiedenen Mähantrieben und unterschiedlichen Mähbalken aus. Zu­dem gibt es neben einer Spurverbreiterung verschiedene Reifenvarianten, Gitterräder sowie Stachelwalzen. Die Palette der Anbaugeräte ist sehr gross. Neu im Programm sind ein Mähapparat mit BandMahdenformer, ein Heuschieber und die Alpin Rake für eine effektive Heuernte. Die Eignung der einzelnen Motormähertypen für einzelne Anbaugeräte ist beim Köppel-Händler abzuklären.

Brielmaier Der Deutsche Hersteller aus dem grenznahen Friedrichshafen zählt zu den Pionieren der neuen Motormähergeneration mit extrem tiefem Schwerpunkt, Stachelwalzen, moderner elektronischer Steuerung und einfacher Bedienung. Durch die Kombination von zwei Motormähern zum «Duo 6» realisierte Brielmaier eine bisher unerreichte Arbeitsbreite von sechs Metern. Besonders in umweltsensiblen Moorlandschaften und Feuchtgebieten ist der «Duo 6» gegenüber Traktor und Zweiachsmäher unschlagbar.

Bei kommunalen Diensleistungen durch Landwirte oder Lohnunternehmer wird der fernbediente Geräteträger immer interessanter.

Köppl Motorgeräte D-94163 Entschenreuth Typ / Modell

Motor

Fahrantrieb

GEKKO

17 kW

Hydr. stufenlos V 0 – 8 km / h R 0 – 4 km / h

ATRA

6,7 kW

Hydr. stufenlos

Hydro-Athlet® AH22-2 AH20-2D

17 kW 6,7 kW

Hydro-Athlet® AH22-2 AH20-2D

Hydr. stufenlos 0 – 8 km / h V 0 – 4 km / h R

8,2 / 10 kW (Diesel) 5,6 kW

Berg Talent BT 14-2 / 18-2 BT 22-2

10 / 13 kW 17 kW

3E 500 506 / 510 / 512 508H 512H

4,4 / 6,7 / 8,2 kW (Diesel) 5,6 kW (Diesel) 7,7 kW

VR 2

3,7 kW 4,2 kW

Mechanisch Ölbadgetriebe 4 Vorwärts 3 Rückwärts

Gewicht (kg)

Ausrüstung, Besonderheiten Handgeführt oder Remote-Fernbedienung, 300 m Reichweite. EasyDrive Tempomat. Hydr. Achsverschiebung. Zapfwelle 825 / 160 U / min.

132

Drehgriff, Sicherheitsstopp für Gerät und Zapfwelle, Feststellbremse, TurnaroundAktivlenkung. Zapfwelle 837 U / min.

285 318

Unabhängige Radmotoren. Elektronische Geschwindigkeitsregulierung TurnaroundAktivlenkung. 120 mm Achsverschiebung. Zapfwelle 700 und 1000 U / min.

153 / 154 157

Fahrantrieb über Verstellpumpe mit zwei Radmotoren. Geschwindigkeitsregulierung über Drehgriff oder Easy Drive (optional). Zapfwelle 837 U / min.

185 / 189 199

BT 18-2 & 22-2 verfügen über 2-Zylinder, Motoren. Radblockierung im Stand, Turnaround-Aktivlenkung. Zapfwelle 837 U / min.

77 / 85 / 87 105,5 119

Wende-Schaltgetriebe, eingebautes Differential, Radfreilaufschaltung mit Hilfsdifferential, Schnellwechselflansch. Zapfwelle 970 U / min.

66,5 66,5

Selbstsperrender Schneckenantrieb, Schnellwechselflansch. Zapfwelle 970 U / min.

Die grossen Motormäher sind eigentliche High-Tech-Maschinen und für kräftezehrende Arbeiten einsetzbar.

20

Schweizer Landtechnik  8 2015


Übersicht | Markt   n

Brielmaier Motormäher, D-88048 Friedrichshafen Typ / Modell

Motor

Fahrantrieb

Gewicht (kg)

Ausrüstung, Besonderheiten

Brielmaier 18 PS / 13 kW

13 kW, Kohler Command CH 620

Keine Angabe

Brielmaier 27 PS / 20 kW

20 kW Kohler Command CH 740

Hydraulisch Stufenlos (3 Hydropumpen für Fahr-/Geräteantrieb)

Keine Angabe

Hydraulischer Rad- und Mähwerkantrieb. Doppelmesser-Mähwerke (Bidux) von 125 cm bis 350 cm. HBC-radiomatic-Funkfernbedienung. Stachelwalzen mit auswechselbaren Kunststoffstollen. Hill-Rake, Heuschieber und Bandrechen, sowie zahlreiche weitere Anbaugeräte.

TerraTec Maschinenbau A-6780 Schruns Typ / Modell

Motor

Fahrantrieb

Gewicht (kg)

Ausrüstung, Besonderheiten

Ibex 14

Ibex 14 Ibex 28

Keine Angabe

Ibex 28

Benzin 20 kW Robin EH72

Hydrostatisch Stufenlos 0 – 8 km V / R

Dreifach-Axialkolbenverstellpumpe mit geschlossenem Kreislauf, stufenloser Geräteantrieb (links/rechts Lauf). Achse um 250 mm hydraulisch verschiebbar. Einhand­ bedienung mit Multifunktionsgriff, Totmannschalter jederzeit «blind» erreichbar. Doppelmesserbalken 1,96 oder 2,38 m Arbeitsbreite.

Keine Angabe

Für jeden Einsatzzweck gibt es heute optimierte Bereifungs- bzw. Radvarianten.

TerraTec «ibex»

Fazit

Zwei Jungunternehmer aus Schruns /Vorarlberg haben vor wenigen Jahren die Herausforderung angenommen, einen Motormäher zu bauen. Das Resultat ist ein Produkt mit stufenlosem, hydraulischem Antrieb. Es stehen zwei unterschiedliche Motorvarianten zur Verfügung. Die Achse kann hydraulisch verschoben werden. In der Schweiz werden die «ibex»-Mäher von verschiedenen Händlern rund um den Napf und in Berschis (Sarganserland) vertrieben.

Obwohl für viele Betriebe unverzichtbar geworden, bereitet die Produktion von Motormähern auf hohem technischem Niveau den Herstellern einige Sorgen. Die für eine wirtschaftliche Produktion notwendigen Stückzahlen können vielfach nur dank einem wachsenden Gärtnereiund Kommunalbereich realisiert werden. Umso beachtenswerter ist der Mut, den Neueinsteiger an den Tag legen.  n

8 2015  Schweizer Landtechnik

21


n  Impression | Fahrbericht

Idee wird zur Realität Im letzten Herbst wurde er als Prototyp an Ausstellungen gezeigt, nun stand der Transporter «Muli T10 X HybridShift» mit dem Hybridantrieb erstmals für Testfahrten zur Verfügung. Im Salzkammergut konnte die Schweizer Landtechnik das neue Fahrzeug unter Praxisbedingungen ausprobieren. Roman Engeler

Seit der Erstpräsentation wurde der «Muli T10 X HybridShift» weiter optimiert und präsentiert sich heute als ausgereiftes Fahrzeug. (Bilder: Roman Engeler)

Die Hersteller von Transportern taten sich bisher etwas schwer mit der Entwicklung und dem Einbau von stufenlosen Getrieben in ihre Fahrzeuge. Reine Hydrostatlösungen (wie in Hanggeräteträgern oder Zweiachsmähern bekannt) sind wegen des beeinträchtigten Wirkungsgrades bei ­ Transport- oder Zugarbeiten nicht geeignet. Zudem standen die knappen Bauräume und die hohen Entwicklungskosten bei den begrenzten Stückzahlen bisher der Entwicklung stets etwas im Wege. In den letzten Monaten ist aber Bewegung im Markt entstanden, haben nun doch verschiedene Hersteller mit unterschiedlichen Lösungsansätzen den stufenlosen Antrieb bei Transportern umgesetzt (siehe Schweizer Landtechnik 2 / 2015). Unter anderem auch die Reform-Werke, die im letzten Jahr auf Basis des 2013 auf den 22

Schweizer Landtechnik  8 2015

Markt gebrachten «Muli T10 X» einen Prototyp mit Hybridantrieb vorstellten. In der Zwischenzeit ist dieses Fahrzeug zur Serienreife weiterentwickelt worden und stand kürzlich für Testfahrten zur Verfügung.

Zwei Konzepte vereint Basis dieses neuen Fahrantriebs ist das bestehende synchronisierte DirektschaltWendegetriebe mit Gelände- und Stras­ sengruppe sowie vorwählbarem Splitting über Kippschalter am Ganghebel (16 Vorwärts- und 8 Rückwärtsgänge). Diesem Getriebe wurden nun seitlich ein Ölmotor und eine Ölpumpe angeflanscht. Der Fahrer kann sich entscheiden, ob er im Modus mit reinem Schaltgetriebe oder im Stufenlosmodus fahren möchte. Reform sieht in dieser Lösung den Vorteil, dass man für jede Anwendung das ideale

Antriebskonzept bieten kann. Bei reinen Transport- oder Zugarbeiten erreicht man mit dem Schaltgetriebe einen hohen Wirkungsgrad bei geringem Treibstoff­ verbrauch, wogegen bei Stop-and-goSituationen oder bei Arbeiten mit Arbeitsgeräten im Hang mit dem komfortablen und sicheren hydrostatischen Antrieb gefahren werden kann.

Funktionsweise Im mechanischen Modus sind die hydraulischen Komponenten vom Antriebsstrang komplett getrennt. Der Antrieb erfolgt bei hohem Wirkungsgrad ausschliesslich mechanisch – dies im Gegensatz zu leistungsverzweigten Systemen. Vor dem Wechsel in den Hydraulikmodus wird das Fahrzeug gestoppt. Man stellt in der Schaltkulisse den Hebel auf «H», wählt über die Gangschal-


Fahrbericht | Impression   n

tung einen der insgesamt acht Fahrbereiche, bestimmt am neuen Joystick über die Wipptaste die Fahrtrichtung und fährt los. Nun schalten sich Hydraulikmotor und Hydraulikpumpe zu. Das gesamte Antriebssystem ist über vier Gänge und zwei Gruppen schaltbar, der Richtungswechsel erfolgt via Schaltwippe am Joystick. Über diesen Joystick können auch weitere Funktionen wie Wahl der Lenkungsarten oder der Zapfwellenmodus eingestellt werden.

Bedienerleitsystem und Tempomat Der Fahrer beeinflusst bekanntlich mit seiner Fahrweise und den getätigten Einstellungen in einem hohen Masse den Treibstoffverbrauch und somit die Betriebskosten des Fahrzeugs. Reform hat im neuen «Muli T10 X HybridShift» zur Unterstützung des Fahrers nun ein Bedienerleitsystem implementiert. Für insgesamt sieben verschiedene Einsatzarten werden am ebenfalls neu entwickelten Terminal die optimalen Einstellungen für einen effizienten und wirtschaftlichen Betrieb des Transporters vorgeschlagen. Weiter gibt es jetzt einen Tempomaten für das konstante Halten einer bestimmten Geschwindigkeit sowie eine Geschwindigkeitsbegrenzung für das feinfühlige Dosieren des Fahrpedals – beide Funktionen können über ein Poti variiert werden.

Steckbrief «Muli T10 X HybridShift» Motor: VM, 4 Zylinder, 2,97 l Hubraum, 109 PS (nach 97 / 68 / EG) mit CommonRail-Direkteinspritzung und Turbolader. Maximales Drehmoment: 360 Nm bei 1100 u/min. 120 l Tankinhalt. Getriebe: Hydromechanisches Schaltgetriebe mit 2 Fahrmodi. 4 Gänge und 2 Gruppen. Hydraulik: 42 l / min mit 195 bar (optional 73 l / min). Maximal 7 Steuerventile. Achsantrieb: Permanenter Allradantrieb über vorwählbares, elektrohydraulisch sperrbares Längsdifferenzial. Zapfwelle: 540 u/min hinten, optional 1000 u/min vorne. Bereifung: 15,0 / 55 – 17 AS. Lenkung: Hydrostatische Lenkung mit Load-Sensing-Gleichlaufzylinder. Option: Allradlenkung mit elektrohydraulischer Lenkungsumschaltung während Fahrt. Masse: Höhe: 2355 mm, Breite: 2034 mm, Radstand: 2805 oder 3180 mm, Leergewicht: 3600 kg, Gesamtgewicht: 8500 oder 9500 kg. Preis: ab 160 670  Franken (exkl. MWST, ohne Währungsrabatt; Herstellerangaben)

Retarder Weiterhin als Option verfügbar ist die Wirbelstrombremse, der sogenannte Retarder. Diese Bremse funktioniert elektromagnetisch und kann in drei Stufen über einen Hebel beim Steuerrad betätigt werden. Der Retarder selbst ist seitlich am Fahrantrieb beim Zentralrohr montiert, arbeitet verschleissfrei und kann gegen 90 % aller Bremsvorgänge bewältigen. Die Gefahr, dass die herkömmlichen Betriebsbremsen bei extremen Einsätzen in ihrer Wirkung nachlassen oder den Dienst gänzlich quittieren, ist dadurch gebannt.

Möchte man in den hydrostatischen Modus wechseln, schaltet man mit einem Handgriff in den Modus «H» und wählt einen der insgesamt acht Fahrbereiche.

Stillstandsregelung Neu gibt es beim «Muli T10 X HybridShift» eine aktive Stillstandsregelung zur Unterstützung des Anfahrvorgangs im Hang. Obwohl diese Stillstandsregelung nur im hydrostatischen Modus aktiviert ist, wird sie nicht über die hydrostatischen Komponenten gesteuert, sondern über die Federspeicherbremse. Es werden alle drei Differenzialsperren eingelegt. Die Bremse kann über einen Kippschalter wieder freigegeben werden.

Die hydrostatischen Einheiten sind beim Getriebe angeflanscht: links der Hydromotor und rechts die Ölpumpe.

Weitere Komponenten Der «Muli T10 X HybridShift» wird serienmässig mit einer Vorderachs- und einer Hinterachsfederung inklusive Niveauregulierung angeboten. Standardausstattung ist die beim «Muli T10 X» eingeführte klimatisierte Kippkabine, die für Wartungsarbeiten einen optimalen Zugang ermöglicht. Als Option ist die Allradlenkung verfügbar. Angetrieben wird der Transporter von einem 109 PS starken VM-Motor mit vier Zylindern und 2,97 l Hubraum. Erhältlich ist dieses wassergekühlte Aggregat in der Abgasstufe 3b mit Dieselpartikelfilter oder in der Euro-6-Norm mit SCR-Katalysator und «AdBlue»-Zusatz.

Zur Unterstützung des Fahrers hat Reform ein Bedienerleitsystem entwickelt. Für insgesamt sieben verschiedene Einsatzarten werden dem Fahrer am Terminal die optimalen Einstellungen vorgeschlagen.

Dank der kippbaren Kabine ist der Zugang bei Wartungsarbeiten vereinfacht.

Fazit Der Reform «Muli T10 X HybridShift» erfüllt die von der Praxis geforderten Ansprüche: hoher Wirkungsgrad bei rein mechanischen Anwendungen wie Transporte oder Zugarbeiten, dauernder Kraftschluss und Sicherheit bei Arbeiten in Hanglagen mit dem Hydrostatmodus oder maximaler Komfort bei wechselnden Einsatzbedingungen sowie Stop-and-go-Arbeiten im Kommunalbereich. Der neue und gut einsehbare Terminal bietet eine Fülle von Informationen, erwähnenswert ist dabei das hilfreiche Bedienerleitsystem. Der Aufpreis zum «Muli T10 X» von rund 17 700 Franken (ohne aktuellen Währungsrabatt) bei vergleichbarer Ausstattung liegt im Rah-

Video zum Transporter «Muli T10 X HybridShift» Weitere Filme zu landtechnisch interessanten Themen auf unserem Youtube-Kanal «Schweizer Landtechnik»

men. Bis zum Start der Serienfertigung wird noch etwas Feinschliff gemacht, so bei den Umschaltvorgängen zwischen den beiden Getriebemodi. Die bereits eingegangenen Bestellungen stimmen die Verkaufsverantwortlichen von Reform und Agromont optimistisch.  ■ 8 2015  Schweizer Landtechnik

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n  Impression | Fahrbericht

Nicht nur der Motor, sondern auch die Möglichkeiten am Terminal wurden erneuert. (Bilder: Roman Engeler)

«Evolution» bei Steyr

mo Evolution»-Sitz (Option, beide von Grammer) ausgestattet werden.

Als das beste Pferd im Stall bezeichnet Steyr seine neue, insgesamt sieben Modelle umfassende 6-Zylinder-Serie mit stufenlosem Getriebe. Dank zahlreicher technischer Innovationen soll diese als «Evolution» betitelte Generation der «CVT»Traktoren mehr Arbeits- und Bedienungskomfort bei gleichzeitig höherer Wirtschaftlichkeit bieten. Roman Engeler Angetrieben wird die neue Steyr-«CVT Evolution»-Serie von hauseigenen FPT6-Zylinder-Motoren mit 6,7 Litern Hubraum, die dank dem «Ecotech»-Motorenkonzept mit dem «Hi-eSCR»-System, Turbo-Lader, der Ladeluftkühlung und Common-Rail-Einspritzung, ohne Abgasrückführung, aber mit Dieseloxidationskatalysator die Abgasnorm der Stufe 4 erfüllen. Die sieben Modellvarianten teilen sich auf in drei mit kurzem und vier mit längerem Radstand. Über die von der Modellbezeichnung ableitbaren Nennleistung hinaus steht für gewisse Arbeiten eine Boost-Leistung von bis zu 25 PS zusätzlich zur Verfügung – nun auch in Rückwärtsfahrt –, wobei das maximale Drehmoment von 1160 Nm bei einer Motordrehzahl von

1500 U / min erreicht wird. Die Wendeschaltung kann in ihrer Ansprechempfindlichkeit in drei Stufen verstellt werden.

Neues Beleuchtungskonzept Die neuen Modelle unterscheiden sich rein äusserlich wenig von ihren Vorgängern, sieht man einmal vom neu gestalteten Beleuchtungskonzept mit zwölf LEDScheinwerfern (auf Wunsch können es auch 16 sein) und von der neuen, einteiligen Frontscheibe ab. Die Kabine mit einem Geräuschpegel von 69 Dezibel verfügt über eine fünfstufig einstellbare Federung und kann ab Werk entweder mit einem «Dual-Motion»-Sitz mit schwenkbarer Nackenstütze (Standard) oder mit dem aktiv luftgefederten «Maxi-

Neue CVT-Baureihe «Evolution»

6150 CVT

6165 CVT

6175 CVT

6185 CVT

6200 CVT

6220 CVT

6240 CVT

Nennleistung (PS)*

150

165

180

185

200

220

240

Maximale Leistung (PS)*

165

180

180

200

220

240

260

Max. Leistung mit Boost (PS)*

190

210

225

225

245

260

270

Max. Drehmoment mit Boost (Nm)

805

875

940

940

1035

1100

1160

Radstand (mm) * nach ECE R120

24

Schweizer Landtechnik  8 2015

2786

2884

Update beim Terminal Die Neuerungen beim «S-Tech 700»-Terminal umfassen eine neue Konfigurierung für die Steuerventile sowie die Funktionalität für die Isobus-Klasse 2, die – in Abhängigkeit von dem jeweiligen Anbaugerät – bei dem Traktor automatisch die Steuerung von Vorwärtsgeschwindigkeit, Heckhydraulik, Steuergeräten und Heckzapfwelle übernimmt. Diese neuen Leistungsmerkmale entlasten den Fahrer. Zusätzlich sorgt das neue Vorgewendemanagement für eine Erleichterung. Mit einer neuen und einfach zu bedienenden Nutzerschnittstelle ermöglicht das System über eine grössere Zahl von Schaltern jetzt die Einstellung von mehr Parametern. Der Rahmen für die höhenverstellbare Anhängerkupplung wurde auf 36 Zentimeter verbreitert, was ein einfacheres Ankuppeln der Zapfwelle mit sich bringt. Die ABS-Funktionen des Bremssystems wurden ausgeweitet. So steht nun bei engen Wendemanövern eine Steuerradkontrollierte Einzelradbremse optional zur Verfügung. Die neuen «Evolution»-Modelle gehen jetzt in die Serienfertigung und stehen dann ab Herbst 2015 im Markt zur Verfügung.  n

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n  Impression | Fahrbericht

«Twister» begeistert in der Praxis In Steillagen ist die Heuernte arbeitsintensiv und körperlich anstrengend. Rapid hat kürzlich zur Erleichterung dieser Arbeit eine Neuheit, den Heuschieber «Twister», vorgestellt. Die «Schweizer Landtechnik» konnte das Modell «Twister 140» aus der Nullserie im Praxiseinsatz testen. Ruedi Hunger und Ruedi Burkhalter

Erleichtert die Heuernte in Steillagen: Der Heuschieber «Twister» von Rapid. (Bilder : Ruedi Hunger, Ruedi Burkhalter)

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Schweizer Landtechnik  8 2015


Fahrbericht | Impression   n

Das Wort «Twist» stammt aus dem Englischen und steht für «Drehung». Drehung passt hervorragend zur Arbeitsweise des Heuschiebers «Twister», eines zur Erleichterung der Heuernte in Steillagen entwick­ elten Anbaugeräts für Motormäher und ­Einachsgeräteträger. Eine Nullserie von 80 Geräten wird zurzeit von den Vertriebspartnern mit Vorführungen in der Praxis vorgestellt.

Leicht und bodenschonend Rapid baut den «Twister» in den zwei Arbeitsbreiten 140 und 180 cm. Der Typ «Twister 140» passt zurzeit nur an den Typ «Rex» mit hydrostatischem Fahrantrieb, das Modell «Twister 180» ist für den Rapid «Swiss» vorgesehen, kann aber auch an den Rapid «Euro» angebaut werden. Adapter für Einachser anderer Hersteller sind zurzeit noch nicht verfügbar. Da grosse Teile der Maschine aus Aluminium und Kunststoff gefertigt sind, hat sie je Meter Arbeitsbreite ein Gewicht von lediglich 50 respektive 53 kg. Damit entspricht das Gewicht beim Typ «140» in etwa dem des zum «Rex» passenden Fingermähbalkens mit 1,6 m Arbeitsbreite. Unser Einsatz hat gezeigt, dass der «Rex» mit angebautem «Twister» eine vergleichbare Hangtauglichkeit erreicht wie mit dem Mähbalken. Wir konnten das Gerät auch noch in Böschungen mit über 100  % Steigung mühelos kontrollieren und lenken.

Sauberer als Handrechen Die eigentliche Innovation beim «Twister» besteht darin, dass das Futter von einer leichten Pick-up aus Kunststoff aufgenommen wird. Die Zinken sind ungesteuert und das Futter wird durch die Kombination von biegbaren Zinken und speziell geformten Abstreifern aus Hartkunststoff wieder sauber getrennt. Die Arbeitsweise der Pickup überzeugte uns: Die Aufnahme des Futters erfolgt sauberer als mit Handrechen, wobei die weichen Kunststoffzinken keine Erde aufkratzen, auch dann nicht, wenn die Pick-up in unebenem Gelände in der Mitte näher zum Boden kommt. Deshalb ist auch beim mehrmaligen Drehen des Futters über Modellübersicht und Merkmale

Arbeitsbreite

140 cm

180 cm

Tiefenführung

höhenverstellbare Tasträder

Zinkenabstand

35 mm

35 mm

Gewicht ohne Seitenteile

75 kg

91 kg

Anschlussstutzen

52 / 54 mm

78 / 80 mm

Richtpreis

CHF 5700.–

CHF 6850.–

grössere Distanzen keine Futterverschmutchem Gelände hangabwärts gefördert. Das Ergebnis erstaunte: Auch das frisch gemähzung aufgetreten. Laut Hersteller haben die Entwickler nicht te Futter konnten wir in jeder Situation die erstbesten Kunststoffzinken verwendet, problemlos den Hang herunterfördern. Wir insgesamt wurden während der Testphase stellten lediglich fest, dass mit grünem Futmehrere Materialhärten getestet. Sollte es ter die Belastung der Maschine spürbar vorkommen, dass dennoch einer dieser grösser ist und dass dies, um eine Überhitzähen, aber hoch elastischen Kunststoffzinken bricht, kann er einfach ersetzt werden, indem der neue Zinken mit einem Akkuschrauber in ein vorhandenes Gewinde geschraubt wird – die Pick-up muss dazu nicht ausgebaut oder geöffnet werden. Wir haben dies getestet und herausgefunden, dass die Temperatur entscheidend ist: Nachdem das Gerät­längere Zeit in der prallen Sonne gearbeitet und gestanden hatte, liessen sich die Zinken mit dem Akkuschrauber nicht herausdrehen, weil das Material zu Die Pickup wird mit einem einfachen mechanischen Antrieb angetrieben. Die Doppelrollen können weich war und sich verdrehte. Am mittels Steckbolzen einfach verstellt werden. nächsten Morgen hingegen liessen sich die Zinken problemlos auswechseln. Trotz den bewusst anspruchsvoll gewählten Einsatzbedingungen ist es bei unserem Einsatz zu keinen Schäden an den Zinken gekommen. Auch zeigte die bereits viel gebrauchte Vorführmaschine an den Zinken kaum sichtbare Verschleisserscheinungen. Das Anbaugerät wird von zwei Kunststoff-Doppelrollen, die höhenverstellbar sind, getragen. Damit wird eine gute Anpassung an Geländeform und Schnitthöhe erreicht. Es werden Dop­ pelrollen verwendet, Die wellenförmige Zinkenanordnung soll das Abgleiten des Futters begünstigen. In dieser weil ihr Abrutsch­verhalten besser ist Ansicht gut sichtbar ist die spezielle Form der als das von einer einzelnen Tragrolle. schwarzen Abstreifer. Die richtige Einstellung hängt von der Schnitthöhe ab, daher tastet sich der Maschinenführer von oben nach unten zung des hydrostatischen Antriebs zu veran das richtige Mass der Arbeitstiefe heran. hindern, nur mit Mass praktiziert werden Nur in hartem Gelände mit tiefen Weidetritsollte. Wir gehen auch davon aus, dass grünes Futter nur dann gefördert werden ten war das Fahr­verhalten etwas ruppig. kann, wenn es relativ langhalmig und zuJe mehr Futter desto effizienter sammenhängend ist. So nämlich zieht sich Das Arbeitsprinzip der Maschine funkder Walm nach der Aufnahme quasi selber tioniert so, dass das Futter nach der Aufwieder von der Metallwanne herunter. Grundsätzlich zeigte sich: Je mehr Futter nahme auf einer Metallwanne talwärts liegt und je langhalmiger dieses ist, desto rutscht und dann die Maschine wieder verlässt. Damit kein Futter in die Räder gelangt, besser funktioniert das Prinzip. sind seitliche Abweiser an der Wanne montiert. Das Gerät wird von Rapid vor Fördern bis ins Flache allem zur Förderung von ganz trockenem Weiter wollten wir testen, ob das Futter nach dem Hinunterrechen einer steilen Futter empfohlen. Wir wollten die Grenzen Bahnböschung auch in der Ebene noch so der Maschine ausloten und haben deshalb versuchsweise neben ganz trockenem auch weit weiter gefördert werden kann, dass es direkt ohne weitere Bearbeitung mit einem frisch gemähtes Öko-Heu in unterschiedli8 2015  Schweizer Landtechnik

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n  Impression | Fahrbericht

Ladewagen aufgenommen werden kann. Auch dies ist problemlos möglich, jedoch kann in der Ebene nicht mehr die ganze Arbeitsbreite genutzt werden, sonst zieht sich der Walm nicht mehr selber von der Wanne herunter. Beim Typ «180» ermöglicht eine Zusatzausrüstung, die Abweiser nach vorne zu klappen und so das seitliche Abgleiten des Futters zu verhindern. Von der Pickup wird weiterhin Futter aufgenommen und im Zwischenbereich zur Rückwand gelagert. Dieser Ernteguttransport in Fahrrichtung ist dann interessant, wenn beispielsweise ein Gebäude, ein Baum oder die Feldgrenze ein Abschieben talwärts verhindert und das Futter in eine andere Zone transportiert werden soll. Diese Möglichkeit besteht beim Typ «140» wegen der Leichtbauweise des Modells «Rex» nicht; sie konnte daher in unserem Einsatz nicht getestet werden. Allerdings konnten wird den «Twister 140» auch ohne klappbare Abweiser erfolgreich dazu einsetzen, Futter über eine gewisse Distanz aus spitzen Parzellenecken herauszufördern. Allerdings ist auch hier darauf zu achten, dass der Antrieb nicht überbelastet wird.

Heuschieber schlägt Bläser Rapid will mit dem «Twister» ganz klar auch eine Alternative zum umstrittenen Bläser bieten. Insbesondere im ersten Aufwuchs und wenn viel Erntegut vorhanden ist, reduziert sich die Arbeitsleistung der Blasgeräte relativ rasch. Zudem können lokale (Bergauf-)Winde zu einem begrenzenden Faktor werden. Beim Heuschieber hingegen bleibt die Flächenleistung auch mit grossen Futtermengen konstant, und eine Person kann die Arbeit alleine «rechensauber» erledigen. Die Anschaffungskosten (ohne Trägerfahrzeug) sind rund sechsmal höher als für einen Bläser, jedoch ist das umstrittene Wegblasen von Insekten und Samen beim «Twister» kein Thema.

Fazit Der neue «Twister» ist bezüglich Flächenleistung und Lärmbelastung eine echte ­Alternative zum Bläser. Vor allem bei grös­ seren Futtermengen beurteilen wir die Flächenleistung so, dass es minde-stens zwei bis drei Personen mit Bläsern beziehungsweise noch mehr Personen mit Handrechen braucht, um die Leistung einer Person mit dem «Twister» zu erreichen. Das System der

Die weichen Zinken ohne geschnittenes Ge­win­de können mit dem Schrauber einfach ins harte Gewinde der Walze geschraubt werden.

Kunststoff-Aufnahmezinken ist eine kleine Revolution und könnte wohl auch als Aufnahmeorgan an Ladewagen und Pressen eine echte Alternative darstellen. Allerdings fehlen noch Langzeiterfahrungen zur Lebensdauer der Zinken. Trotz dem überzeugenden Abschneiden des «Twisters» sind Details noch verbesserungswürdig. Die Metallwanne etwa weist nur in den äusseren Ecken eine Lochung auf, durch die der Gutfluss beobachtet werden kann. Eine bessere Sicht auf den Erntegutfluss und auf Hindernisse, beispielsweise durch eine Plexiglasscheibe, würde das Arbeiten noch etwas angenehmer machen. Im kommenden Herbst geht der «Twister» in die Serienproduktion und steht zur Heuernte 2016 im Markt bereit.  n

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Wir machen den Weg frei

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Schweizer Landtechnik  8 2015


Fahrbericht | Impression   n

Kompaktes Klettertalent «X-Trailer» heisst die neuste Entwicklung unter den Triebachsanhängern für das Berggebiet. Die Schweizer Landtechnik konnte den ersten Prototyp im Gelände testen.

«So viel wie nötig, so wenig als möglich», so fasst Remo Trachsel den Grundsatz zusammen, von dem er sich bei der Entwicklung seines «X-Trailer» leiten liess. «Ich wollte einen Triebachsanhänger bauen, bei dem alles möglichst einfach und kompakt gebaut ist, der aber trotzdem einen hohen Komfort und bestmögliche Arbeitssicherheit zu einem vorteilhaften Preis bietet.» Das Resultat liegt nun in Form eines Prototyps vor, der an der Agrama der Öffentlichkeit vorgestellt worden ist und mittlerweile die ersten Einsätze absolviert hat.

Bilder: Ruedi Burkhalter

Ruedi Burkhalter

Bekannte Idee Die Idee des Triebachsanhängers ist nicht neu. Auf vielen Betrieben mit Hanglagen, die bisher mit Transportern gearbeitet haben, ist heute oftmals auch ein Traktor vorhanden. Sobald beim Transporter grössere Reparaturen anstehen oder dieser ersetzt werden muss, bietet sich der Triebachsanhänger für den Betrieb am Traktor als kostengünstigere Alternative an: Transporter sind mit dem technischen Fortschritt stetig teurer geworden, und der vorhandene Traktor ist oft wenig ausgelastet. Mit einem Triebachsanhänger wie dem «X-Trailer» kann eine vergleichbare Steigfähigkeit wie mit dem Transporter erreicht werden, und die vorhandenen Aufbaugeräte des Transporters können auf dem Triebachsanhänger weiter genutzt werden.

Mit jedem Traktor einsetzbar Bisher waren Triebachsanhänger mit mechanischem Antrieb verbreitet. Der Nachteil des mechanischen Antriebsstrangs besteht darin, dass der Anhänger nur mit Traktoren eingesetzt werden kann, die mit einer zweiten, separaten Wegzapfwelle nachgerüstet wurden. Ein Zugfahrzeugwechsel bei einer Panne oder für die überbetriebliche Nutzung ist deshalb nicht möglich. Auch hydraulisch angetriebene Triebachsanhänger gibt es bereits. Hohe Entwicklungskosten und eine komplexe Technik behinderten die Verbreitung. Der «X-Trailer» soll hier eine Lücke schliessen und die Vorteile des hydraulischen Systems dank ausgeklügelter Bauweise zu einem günstigeren Preis ermöglichen.

Zentralrohrchassis senkt Kosten Trachsel setzte auf ein existierendes und bewährtes Hydrauliksystem von Paul Forrer, das im Baukastensystem mit unterschiedlichen Ausbaustufen bisher vor allem für die Verbesserung der Hangtauglichkeit in Rundballenpressen oder Forstanhänger eingebaut wurde. Eine bedeutende Kosteneinsparung konnte mit dem Herzstück des «X-Trailer», einem ausgeklügelten Zentralrohrchassis, realisiert werden. Das Profil des Zentralrohrs dient zugleich als Öltank mit 120 l Inhalt. So konnte nicht nur ein externer Öltank eingespart und die Länge der Hydraulikleitungen auf ein Minimum reduziert werden, dank der grosszügigen Ölmenge und der grossen Abstrahlungsfläche des Chassis konnte Trachsel auch ganz auf einen Ölkühler verzichten und so die Anzahl der Komponenten und das Eigengewicht gering halten.

system, das eine Leistung von bis zu 40 kW übertragen kann, arbeitet mit geringen Leistungsverlusten dank dem verwendeten Load-Sensing-System. Grundsätzlich kann das System, falls vorhanden, über die LSPumpe des Traktors angetrieben oder mit einer eigenen Bordhydraulik ausgestattet werden. In den Radnaben befinden sich speziell für diese Anwendung geeignete RadialkolbenHydromotoren von Black Bruin. Diese stammen aus der Forsttechnik, zeichnen sich durch ein speziell hohes Anfahrmoment aus und sind mit einem mechanischen ­Freilauf ausgestattet, der automatisch aktiviert wird, sobald die Fahr­ge­schwindigkeit 15 km / h überschreitet. Die Schubkraft – maximal 1800 kg – hängt dabei von der Bereifung, dem Druck und dem Schluck­ volumen der Radnabenmo­toren ab.

Neigungssensor erfasst Lage TDS-System «Synchro» Das hydraulische Antriebssystem TDS von Paul Forrer ist bei jedem «X-Trailer» in der höchsten Ausbauvariante verbaut, in der sowohl in Vorwärts- als auch in Rückwärtsfahrt die Antriebskraft und die Bremskraft elektronisch und automatisch geregelt werden. Diese Ausbauvariante «Synchro» bietet einen vollsynchronisierten Antrieb bis zu einer Geschwindigkeit von maximal 15 km / h. Das druckgeregelte Hydraulik-

Nun zum eigentlichen Betrieb des Systems. Der Fahrer bedient und überwacht das System über ein kompaktes Steuerkästchen mit Farbbildschirm in der Kabine. Sobald das System aktiviert ist, schalten sich der Antrieb und die Bremswirkung je nach Geschwindigkeit und Neigung automatisch ein und aus. Der Fahrer muss lediglich je nach Beladungszustand einen der zwei Betriebszustände «low» (unbeladen) oder «high» (beladen) auswählen. Die Antriebs- oder 8 2015  Schweizer Landtechnik

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n  Impression | Fahrbericht

Das schlanke Zentralrohrchassis mit integriertem Öltank ermöglicht ein tiefes Eigengewicht und eine hohe Flexibilität mit Aufbauten.

Bremskraft der Radnabenmotoren wird aufgrund der Messwerte eines Neigungssensors automatisch gesteuert. Zusätzlich befindet sich in der Deichsel ein Sensor, der ermittelt, ob die Deichsel auf Zug (Antrieb) oder Druck (Bremsen) belastet ist. Fährt das Gespann also aus einer Steigung in eine Abfahrt, wechselt das System selbstständig vom Antriebs- in den Bremsmodus. Diese Art der Steuerung ist für die Betriebssicherheit von Vorteil: Auch wenn bei einer Talfahrt in der Deichsel eine Zugbelastung auftreten sollte, bleibt die hydraulische Bremswirkung erhalten. Will man in einem Abhang einen Fahrtrichtungswechsel machen, muss man diesen Vorgang in der Grundausstattung durch Drücken der «R»Taste einleiten, damit das System weiss, dass es von «Vorwärts bremsen» auf «Rück­ ­ wärts antreiben» oder umgekehrt wechseln muss. Als Option kann diese Funktion ebenfalls automatisiert werden, indem man dem System über ein Kabel das Fahrtrichtungssignal des Traktors zur Ver­ fügung stellt.

Für alle Fälle Die Sicherheit und somit die Bremstechnik sind für den Einsatz im Steilhang ein zentrales Element. Hier hat der «X-Trailer» viel zu bieten. Als Betriebsbremse verfügt der Anhänger über hydraulisch betätigte Trommelbremsen. Diese werden wegen der hydraulischen Bremswirkung in der Regel nur zum Anhalten benötigt und drohen deshalb

Neben den Kuppelpunkten sind auf diesem Bild der Betriebsbremszylinder und die Federspeicherbremse (links) zu sehen.

auch bei längerer Talfahrt nicht zu überhitzen. Für Notfälle und zum Feststellen des Fahrzeugs ist der «X-Trailer» zusätzlich mit einer mechanischen Federspeicherbremse ausgestattet. Diese kann als Feststellbremse über eine Taste am Bedienungskästchen oder über den auffälligen Notstoppschalter aktiviert werden. Aber auch wenn das Notbremsventil (Abreissbremse) betätigt wird oder der Öldruck im System wegen eines Leitungsbruchs zusammenbrechen sollte, drücken die Federn automatisch mit voller Kraft auf die Bremse. Die Bedienung ist einfach und gut verständlich. Besonders gut gelöst ist die Standardansicht am Farbbildschirm. Diese informiert den Fahrer auf einen Blick über die wichtigsten Betriebszustände wie Vorwärts-  / Rückwärtsfahrt, Neigung und Systemdruck. Mit einer so guten Übersicht können allfällige Bedienungsfehler effektiv vermieden oder sofort erkannt werden. In der Serienversion soll die Bedienung noch mit einem zusätzlichen Joystick für die manuelle Bedienung der Lenkung ergänzt werden. Als weiterer Ausbauschritt könnte ein zweiter Neigungssensor in Querrichtung eingebaut werden, womit die automatische Korrektur der Abdrift in Seitenlage (Hundegang) mög­lich wäre.

Alle gängigen Aufbauten Der Zentralrohrträger des «X-Trailer» ist durch seine schmale Bauform prädestiniert

Trachsel Technik Remo Trachsel ist gelernter Lastwagenmechaniker und absolvierte an der Berner Fachhochschule in Biel ein Studium im Fachbereich Fahrzeugbau. Er arbeitete von 2011 bis 2015 bei der Paul Forrer AG und war dort unter anderem für Weiterentwicklung und Vertrieb des «Trailer Drive System» (TDS) zuständig. 2015 stieg Trachsel bei der Trachsel Technik AG in Mettmenstetten ZH ein, einem Familienunternehmen, das er nun gemeinsam mit seinem Vater Hansruedi führt. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Land-, Forst- und Kommunaltechnik sowie Motorgeräte. Ab Herbst soll in den erweiterten Gebäuden der «X-Trailer» hergestellt und montiert werden. www.trachsel-technik.ch

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für unwegsames Gelände und wurde so gestaltet, dass Aufbaugeräte aller Hersteller aufgenommen werden können. Als Standardadaptionen sind die Kuppelpunkte aller auf dem Markt erhältlichen Transporter definiert, aber auch für die individuelle Konstruktion von Aufbauten lässt der «X-Trailer» viele Freiheiten. Die hydraulische Versorgung der Aufbaugeräte wird bewusst ausschliesslich ab Traktor angeboten. Standard sind einzelne mit dem Traktor verbundene Steckkupplungen. So ist das Fahrantriebssystem in sich geschlossen und eine Ölvermischung kann ausgeschlossen werden. Falls am Traktor nicht genügend Steuergeräte zur Verfügung stehen, kann als Option ein elektrohydraulischer Ventilblock aufgebaut werden, dessen Funktionen mittels separater Bedienung betätigt werden. Der Antrieb ­­ von Aufbaugeräten erfolgt direkt über ­die Zapfwelle des Traktors, mit der Option «Bordhydraulik» ist eine zusätzliche elek­tro­hydraulisch betätigte Durchtriebskupplung nötig. Sie dient dazu, den Kraftschluss zu den Aufbaugeräten zu unter­brechen, sodass der Radantrieb funktionieren kann, ohne dass die Antriebswelle der Zusatzgeräte mitläuft.

Deichsellenkung statt Lenkachse Um bei Kurvenfahrt einen optimalen Nachlauf des Anhängers zu erzielen, ist der «XTrailer» mit einer Schwenkdeichsellenkung erhältlich. Diese kann zum Manövrieren oder zur Hangkorrektur beim Fahren in Schichtenlinie manuell betätigt oder beim Laden auf «automatischer Nachlauf» geschaltet werden. Auf Wunsch kann der «XTrailer» zwar auch mit einer Lenkachse ausgestattet werden. Diese Option würde laut Remo Trachsel aber nur eine geringfügig bessere Kippstabilität bieten, jedoch zu höheren Kosten führen und sei deshalb nur in Ausnahmefällen zu empfehlen. Weiter kann die Deichsel zusätzlich mit einer Knickfunktion ausgestattet werden, die auch manuell und automatisch (Anpassung der Pick-up-Bewegungsfreiheit) be-


Fahrbericht | Impression   n

dienbar ist. «Da man hier eine ungelenkte Achse hat, kann man die Pick-up nahe an die Räder heranziehen. Deshalb ist die Knickdeichselautomatik für eine saubere Futteraufnahme nur in sehr unwegsamem Gelände nötig», gibt Remo Trachsel zu bedenken. Alle Deichselvarianten werden ausschliesslich mit der K-80-Zugkugel geliefert, damit in jeder Situation ein beweglicher, aber spielfreier Kontakt zum Zugfahrzeug gewährleistet ist. Zwei Grössen Der «X-Trailer» wird in zwei Grössen erhältlich sein. Das kleinere Modell ermöglicht bei einem Eigengewicht von 1,2 t ein Gesamtgewicht von 7 t. Das grössere Modell wird auf die längeren Aufbaugeräte der neusten Transportermodelle ausgerichtet sein und ein Gesamtgewicht von 11 t bieten. Es ist für Traktoren mit etwa 120 PS vorgesehen und dürfte deshalb im Gegensatz zum kleineren Modell vorwiegend ohne Bordhydraulik ausgerüstet werden. Die ersten Serienmaschinen sollen auf den Frühling 2016 lieferbar sein. Die einfachste Basisversion ohne

Bordhydraulik und Deichsellenkung wird es ab rund 35 000 Fr. geben, die abgebildete Version (ohne Aufbaugerät) für rund 52 000 Fr.  n

«Der Kletterer» im Video Weitere Filme zu landtechnisch interessanten Themen auf unserem YoutubeKanal «Schweizer Landtechnik».

Der Neigungssensor (Mitte) und viele Kompo­nenten wie der Filter werden bei den Serienmaschinen noch ins Innere des Chassis verlegt.

Das Display bietet mit fünf digitalen «Zeigern» und Statusleuchten eine sehr gute Übersicht über den Betriebszustand.

«X-Trailer» in Aktion Für Interessierte, die den «X-Trailer» in Aktion erleben möchten, finden zwei Vorführungen statt, am: –  11. / 12. September 2015 in Mettmenstetten bei Trachsel Technik von 13.30 bis 17 Uhr. Anmeldungen über info@ trachsel-technik.ch oder 044 764 14 34. –  3. / 4. Oktober 2015, Hausausstellung Trachsel Technik mit Kurzvorführungen.

Die Lenkdeichsel bietet einen engen Einschlagwinkel ohne Räderberührung.

Vorne im Chassis ist die Pumpeneinheit mit Durchtrieb für Aufbaugeräte integriert.

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n  Wissen | Technisch

Bogiebänder, erst als Traktionshilfe gedacht, später zu Bodenschonung angepriesen und heute kontrovers diskutiert. Breite Reifen in Verbindung mit abgesenktem Luftdruck erreichen einen vergleichbaren Effekt. (Bild: Ruedi Hunger)

Bogiebänder oder abgesenkter Reifendruck? Die Bodenbelastung durch zunehmend schwerere Forstmaschinen beschäftigt Fachleute seit längerer Zeit, so z. B. an der Abteilung Arbeitswirtschaft und Verfahrenstechnologie (ifa) an der Universität Göttingen (D). Hier werden im Projekt «PrAllCon» seit zehn Jahre die Ursachen und Folgen von hoher Bodenbelastung im Wald untersucht. Zur Simulation von unterschiedlichen Szenarien wurde eigens ein neuer Prüfstand geschaffen. Ruedi Hunger Als Folge menschlicher Einflüsse sind Böden auch im Wald zunehmend gefährdet. Seit Längerem ist bekannt, dass die wachsenden Gewichte zu unerwünschten Fahrspuren, Wurzelverletzungen und Veränderungen im Boden führen. Das Projekt «Pressure Allocation on Contact Areas under Forest Tires», kurz «PrAllCon», befasst sich unter anderem mit der Druckverteilung unter Fahrwerken von Forstfahrzeugen. Zu den relevanten Parameter zählen die Auflast des Rades, die Reifennennbreite, das Verhältnis zwischen Reifenhöhe zu Reifenbreite, der Felgendurchmesser, der Reifeninnendruck und die Profilkategorie.

Gliedkettenlaufwerke Alternativ zur sozusagen punktuellen Auflage von Radfahrwerken (mit hohem Reifeninnendruck von 4,5 bar) bieten sich Gliederkettenlaufwerke an. Unter Forst32

Schweizer Landtechnik  8 2015

maschinen sind diese nach wie vor als Nischenlösung zu betrachten. Ihr Einsatzgebiet sind extreme Steigungen und feuchte, weiche Waldböden. Die stützenden Zwischenrollen verbessern die Lastverteilung. Die Annahme, dass die Auflagefläche ein Rechteck bildet, dessen Seitenlängen durch die Nabendistanz der Räder und die Bandbreite bestimmt wird, täuscht. Selbst unter kleinen Stützrollen im Bandfahrwerk werden Druckspitzen nachgewiesen. Diese Peaks wachsen mit der Grösse der Zwischenräder. Das Fahrgleis (Gleis, Gleisbildung) setzt sich zusammen aus der Fahrspur unter der Geländeoberfläche (z. B. 26 cm und dem seitlichen Fahrspurwulst (etwa gleich hoch wie die Fahrspurtiefe). Daraus ergibt sich rechnerisch eine BruttoFahrspurtiefe von 52 cm.

Bogiebänder Bogiebänder waren ursprünglich zur Traktionssteigerung gedacht, da die enge Stellung der beiden Räder keine einzelnen Räderketten zulässt. Mit diesen Bogiebändern ist auch die Hoffnung verbunden, den Kontaktflächendruck senken zu können. Das Projekt «PrAllCon» konnte Letzteres nicht bestätigen. Durch das Umspannen von zwei Rädern mit einem Band wird die Aufstandsfläche theoretisch zwar grösser. Doch die Vermutung ist zu re­ lativieren, dass der Kontaktflächendruck unter umspannenden Bogiefahrwerken massiv reduziert werden kann. Messungen haben ergeben, dass auch mit Bändern der unter Radmitten gemessene Druck glockenförmig ist und sich nur wenig von nicht umspannten Rädern unterscheidet. Schliesslich ist das Aufziehen der Bogiebänder mit hohem zeitlichem Auf-


Technisch | Wissen   n

wand verbunden. Das Gewicht einer 8-Rad-Maschine erhöht sich je nach Bändertyp um einige Tonnen (ca. 800 kg pro Band). Zudem muss mit einem ­Anstieg des Treibstoffverbrauchs in der Höhe von 20 bis 30 % gerechnet werden. Bogiefahrwerke zeigen beste Effekte zur Reduzierung des Kontaktflächendruckes, wenn Radlasten reduziert und Reifenbreiten vergrössert werden. Auf sehr verdichtungsanfälligem Ober­ boden sollten daher auch überbreite Reifen in Betracht gezogen werden (Breitreifen 710 mm / Superbreitreifen 940 mm).

Unterschiedliche Bändertypen Radumspannende Bänder werden in die drei Kategorien «Traktiv», «Tragend» und «Universal» eingeteilt. Allerding gibt es keine Verbindlichkeit für diese Einteilung («PrAllCon»). •  Typ «Universal» Die Bandplatten aus hochwertigem Stahl weisen einen über die Platte verlaufenden Steg auf. Ein «negativer» Steg auf der Bandinnenseite greift in die Profillücken der Räder  /  Reifen. Bei einem anderen «Universal»-Typ ist die Plattenbreite zur Mitte hin verjüngt, daher erfährt der Steg eine seitliche Ausprägung. Die Platten reichen zur Erhöhung der Tragfähigkeit über die Reifen hinaus. •  Typ «Tragend» Die Bandplatten sind breit und haben keinen Steg. Das Band überragt die Nennbreite der Reifen deutlich. Der Trageffekt wird durch den geringen Plattenabstand erreicht. •  Typ «Traktiv» Im Gegensatz zum tragenden Typ weisen diese Bänder schmale Platten ohne Steg oder nur einen Steg ohne Platten auf. Die Distanz zwischen den schmalen Bandelementen ermöglicht eine gute Selbstreinigung.

Aggressive Bogiebänder sollten nur in extremen Hanglagen (> 20 %) und auf­grund des Fäulerisikos (Wurzelverletzungen) nur in älteren Beständen eingesetzt werden.

Bogiebändertypen

1  Typ «Tragend»: Mit breiten Bandplatten und geringem Plattenabstand. 2  Typ «Universal»: Hochwertige Platten mit einem in der Mitte verlaufenden Steg. 3  Typ «Universal»: Mit zur Mitte verjüngenden Platten, die über die Pneubreite hinausreichen. 4 Typ «Traktiv»: Schmale Platten und ein weiter Abstand sorgen für erhöhte Traktion, verbunden mit guter Selbstreinigung.

Reduktion des mittleren Kontaktflächendrucks (mit Band) in gerundeten Prozenten des Druckes ohne Band. Ergebnisse einer Prüfstandmessung unter 20 cm Sand, aus dem Projekt «PrAllCon». Reifennennbreite

600 mm

710 mm

Radlast (kN)

30

50

70

30

50

70

Typ «Tragend»

26

20

16

28

21

17

Typ «Traktiv»

21

16

13

23

17

14

Typ «Universal»

20

15

13

22

17

13

Reduktion des gemittelten Drucks (abgesenkter Luftdruck) in Prozenten bei Verringerung des Fülldrucks und ohne Bandmontage. Ergebnisse einer Prüfstandsmessung unter 20 cm Sand, aus dem Projekt «PrAllCon». Reifennennbreite

600 mm / Felge 22,5

Radlast (kN)

30

50

710 mm / Felge 26,5

70

30

50

70

2,0 bar

23

17

13

17

12

14

1,5 bar

23

22

17

25

18

14

1,0 bar

38

28

22

33

24

23

Auflagefläche vergrössern – durch Luftdruckabsenkung

higkeit ausgerichtet. Ein dritter Typ vereint Traktion und Tragfähigkeit in einem Die im Rahmen des Projektes gemachten hohen Mass und kann deshalb universell Messungen ergaben, dass die Spannung eingesetzt werden. Generell wird die boder Bogiebänder den Kontaktflächendenschonende Wirkung von Bogiebändruck nicht beeinflusst. Die Band- bzw. dern überschätzt bzw. es kann mit ab­ Reifenbreite hat als einziger Parameter gesenktem Reifendruck etwa der gleiche einen wesentlichen Einfluss auf den KonEffekt erzielt werden. Unter dem Getaktflächendruck. Da moderne Forstmasichtspunkt der Forst- und Waldwegschoschinen selten mit Reifen unter 710 mm nung auf sehr befahrungsempfindlichem ausgestattet sind, spielt die Plattenbreite Untergrund sind breite bzw. sehr breite Reifen mit abgesenktem Reifeninnender Bänder nur eine untergeordnete Rolle. Einzig bei sehr hohem Reifenfülldruck eine gute Alternative zu Bogiebändruck führen tragende Bänder zu einer dern. Der Einsatz von Superbreitreifen deut­ lichen Minderung des Kontakt­ bedarf noch weiterer Abklärungen für flächen­druckes. Der gleiche Effekt einer den Einsatz in stark geneigtem Gelände, Druck­ reduktion kann auch über einen­ Wurzelstöcken in der Fahrgasse und beim abge­ senkten Reifeninnendruck erreicht Überfahren von Böschungen, wenn in werden. Allerdings muss bei hohen RadRückegassen eingefahren wird.  n lasten ein Grenzbereich für den Reifen beachtet werden. Fazit: Bogiebänder sind je nach Typ auf verbesserte Traktion oder bessere Tragfä-

Quellen: –  Forst & Holz 2/4/5-2015 – Druckkalkulator (www.uni-forst.gwdg.de/forst5/iwf/prallcon.html) –  WSL-Merkblatt 45/August 2010

8 2015  Schweizer Landtechnik

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n  Management

Überlegungen zur Getriebetechnik Jeder Traktorhersteller bietet heute eine grosse Auswahl von Getriebevarianten an. Der Wettlauf mit Neuerungen samt Fantasiebezeichnungen nimmt kein Ende. Gleichzeitig steigt auch der Preis, und das Risiko von teuren Reparaturen nimmt zu, denn es können sich im Traktorleben vorzeitig Getrieberevisionen aufdrängen, die heutzutage oftmals teurer sind als solche von Motoren. Ruedi Gnädinger In den 60er-Jahren hatte der übliche Traktor ein Getriebe mit vier bis fünf Vorwärtsgängen im Hauptgetriebe und nachgeschaltet zwei Gruppen für Transportoder Feldarbeiten. Die Rückwärtsfahrt erfolgte über einen Retourgang im Hauptgetriebe, oder nebst den zwei Vorwärtsgruppen gab es noch eine Retourgruppe.

Technische Bescheidenheit Somit standen acht bis zehn Vorwärtsgänge und zwei bis fünf Rückwärtsgänge zur Verfügung. Das Hauptgetriebe war in der Regel ein sogenanntes Leichtschaltgetriebe (Klauenschaltung ohne Synchronringe), oder einzelne dieser Gänge hatten eine Synchronschaltung wie beim Personenwagen. Die Gruppengetriebe hatten eine gerade verzahnte Schieberadschaltung, bei der nur die nötigen Zahnradpaare im Eingriff stehen und bis heute noch die verlustärmste Lösung sind. Die Fachwelt erachtete diese Lösung als ausreichend, und die Anwender waren damit zufrieden. Warum also braucht es heute ein «Superpowershiftgetriebe» mit Lastschaltung,

Die Höchstgeschwindig­ keit 40 km / h, grössere Anhängergewichte und Feldentfernungen verlangen nach einer guten Getriebeab­ stufung für Strassen­ fahrten. Zu viele Gänge und ein aufwendiger Kraftverlauf ver­mindern jedoch den Getriebe­ wirkungsgrad. (Bilder: Ruedi Gnädinger)

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Schweizer Landtechnik  8 2015

sehr viel Gängen (bis zur Stufenlosigkeit) und Automatik (Getriebemanagement)?

Was ist eine gute Gangabstufung? Mit der Erhöhung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit haben sich die Anforderungen an Getriebe und Motorleistung bei Strassentransporten objektiv verändert, denn bei einer gleichen Gangabstufung sind dadurch mehr Gänge erforderlich.­ Die Arbeiten abseits der Strassen werden aber immer maschinen- und risikobedingt mit den ähnlichen Fahrgeschwindigkeiten ausgeführt. Mehr Gänge sind also nur im Strassenbereich wirklich nötig, wo bei schweren Transportarbeiten auch die Motorleistung die mögliche Fahrgeschwin­ digkeit einschränkt. Zur Beurteilung der Gangabstufung gibt es den Fachbegriff Stufensprung. Den Stufensprung berechnet man, indem die Geschwindigkeit des grösseren Ganges (Bsp. 9 km / h) mit der Geschwindigkeit des nächst kleineren Ganges (Bsp. 7,5 km/h) dividiert wird (9/7,5 = 1,2). Mit dieser Verhältniszahl kann die Abstufung unabhän-

gig von der jeweiligen Nenngeschwindigkeit der einzelnen Gänge beurteilt werden. Beträgt beispielsweise die Nenngeschwin­ digkeit im grössten Gang 40 km/h und im nächst kleineren Gang 33,3  km/h, beträgt der Stufensprung ebenfalls 1,2. Die Abstufung ist also in beiden Fällen gleich gut, obwohl die absolute Geschwindigkeitsdifferenz bei den beiden höheren Gängen grösser ist. Ein Stufensprung von 1,2 gilt als gut, und eine Verminderung dieses Wertes bringt bei den heutigen Motoren mit hohem Drehmomentanstieg (manchmal Konstantleistung im oberen Viertel des Drehzahlbereiches) weder eine nennenswerte Arbeitszeitreduktion noch eine Verbesserung der Arbeitsqualität. In der Grafik «Zugkraft und Fahrgeschwindigkeit» wird die mögliche Zugkraft in den obersten vier Gängen bei Volllast des Motors dargestellt. Der dargestellte Geschwindigkeitsbereich der einzelnen Gänge entspricht dem Drehzahlnutzbereich zwischen einer angenommenen Nenndrehzahl von 2200 Umin und 1600 Umin. Der in diesem Drehzahl-


Management   n

bereich angenommene Drehmomentanstieg ergibt eine durchgehend verfügbare Leistung von 90 % der Nennleistung. Das Diagramm beweist, dass sich unter diesen Voraussetzungen die maximalen Zugkräfte zwischen den benachbarten Gängen überlagern und daher über den ganzen Fahrbereich dieser vier Gänge die Zugleistung nicht eingeschränkt wird. Ein Stufensprung unter 1,2 hätte in diesem Fall keinen technischen Mehrnutzen. Zudem nützt der Fahrer die Möglichkeiten bei noch kleineren Fahrgeschwindigkeits­ veränderungen nicht ausreichend aus, weil er diese kleinen Differenzen kaum mehr wahrnimmt. Dies ist auch beim Personenwagen der Fall, wenn der grösste Gang unwesentlich länger übersetzt ist als der zweitgrösste Gang (fast gleiches Innengeräusch).

Lastschaltstufen sind sorgfältig ­ zu bedienen Lastschaltstufen ermöglichen einen Gangwechsel ohne Zugunterbruch. Dies hat unbestrittene Vorteile, wenn mit grossen Lasten und kleinen Geschwindigkeiten in einen grösseren Gang geschaltet werden sollte. Ebenso bei Feldarbeiten wie Pflügen oder Ballenpressen. Ohne Lastschaltung steht das Fahrzeug beim Hochschalten still oder verliert zu viel an Geschwindigkeit. Dann bleibt nur die Wahl zwischen einem Wiederanfahren im gleichen Gang und der weniger kupplungsfreundlichen Va­riante im grösseren Gang. Für die Lastschaltstufen werden in Traktorgetrieben Planetensätze und mit Öldruck gesteuerte Lamellenkupplungen ­eingesetzt. Durch den Einbau mehrerer Planetensätze und durch die gezielte Ansteuerung der entsprechenden Lamellenkupplungen können so preiswerte Ge­triebe mit mehreren Lastschaltstufen angeboten werden. Zusätzlich hat diese Getriebekonstruktion den Vorteil, dass das Getriebegehäuse kürzer sein kann als

Beispiel: Zugkraft F und Geschwindigkeit V bei einem Motor mit hohem Drehmomentanstieg in den grössten Gängen 1, 2, 3 und 4 F (da N) 1600

1400

1347

1200

1. Gang

1122

1088

1000

3. Gang 907 779

800

4. Gang 756 630

600

400

200

0

0

5

10

15

20

25

30

35

40

45

V (km/h)

Bei hohem Drehmomentanstieg des Motors und einem Stufensprung von 1,2 steht im ganzen Fahrbereich die volle Zugkraft zur Verfügung.

bei herkömmlichen Getrieben mit gleich vielen Gängen. Allerdings muss der Kraftfluss über mehrere Zahnradpaarungen erfolgen. Somit verschlechtert sich der Getriebewirkungsgrad. Ein Schalten ohne Zugunterbruch bedeutet aber auch, dass beim Schaltvorgang innerhalb einer kurzen Zeit unterschiedlich schnell drehende Wellen und Fahrgeschwindigkeiten synchronisiert werden müssen. Diese Synchronisation erfolgt durch kurzzeitiges Schleifen der Lamellenkupplungen und hat wegen der Massenträgheit zur Folge, dass im ganzen Antriebsstrang Drehmomentspitzen auftreten, welche in der Regel mit einer verdrehbaren Druckfederkupplung zwischen Motor und Getriebe gedämpft werden (siehe Bild Kupplungsscheiben). Dabei ist zu beachten, dass die kinetische Energie im Quadrat zur Drehzahl oder Fahrgeschwindigkeit zunimmt. Bei kleineren Fahrgeschwindigkeiten und abseits von befestigten Strassen sind die auftretenden Kräfte noch klein und problemlos. Bei höheren Fahrgeschwindigkeiten und festem Untergrund ist aber ein behutsamer Umgang mit dem Gaspedal angezeigt, da sonst bei häufiger Wiederholung kostspielige Reparaturen zu erwarten sind.

Automatische Gangschaltung – automatisch richtig?

Sowohl herkömmliche Fahrkupplungen (links PW) als auch die nicht lösbaren Kupplungen (rechts Traktor ohne Fahrkupplung) haben federnde Naben, welche die grössten Drehmomentspitzen beim Anfahren und Gangwechsel dämpfen.

2. Gang

935

Bei der automatischen Schaltung wird der Gang nicht nach den Überlegungen des Fahrers gewählt, sondern erfolgt gemäss dem Programm der eingebauten Steuerung (Motor-, Getriebe- und Fahrmana­ gement). Auf Prospekten werden diese Getriebevarianten natürlich ins beste Licht

Eine ungünstige Anordnung der Gelenkwelle (Gelenkart und Beugewinkel) kann eine ungleichförmige Drehbewegung im Antriebsstrang verursachen und ihn beschädigen. Die passende Überlastkupplung schützt nicht nur die Maschine, sondern auch das Getriebe des Traktors.

gerückt und als Zukunftslösung angeboten. Objektiv geht es aber nur darum, ob diese Steuerung die Gänge besser auswählt, als ein Fahrer mit seinen Wahrnehmungen und Überlegungen dies tut, und ob die Bedienerleichterung etwas Wesentliches zur Sicherheit beiträgt. Fakt ist, dass jeder Automat nur aufgrund der Informationen über die jeweilige Motordrehzahl, den Kraftbedarf, die Fahrgeschwindigkeit und des aktuellen Ganges eine Schaltung vollzieht. Vorausschauen und Erfahrungen in einer speziellen Situation berücksichtigen kann aber nach wie vor nur ein guter Fahrer. Es ist daher in jedem Fall von Vorteil, wenn der Automat noch die Option hat, über die Gangwahl selber bestimmen zu können. Ein geringerer Bedienaufwand entlastet den Fahrer, und seine Sinne können allgegenwärtige Gefahren besser wahrnehmen. Ist das in jedem Fall so oder sind 8 2015  Schweizer Landtechnik

35


n  Management

nicht Übermüdung, fehlende Konzentration und Unterforderung die Ursachen, welche zu Unachtsamkeit und Sorglosigkeit führen?

Wie steht es um den Wirkungsgrad? Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sind häufige Themen. Rarer sind hingegen praktikable Lösungen und das Wissen, ­­wie Neuerungen zu beurteilen sind; wie zum Beispiel über den Einfluss verschie­dener Getriebevarianten auf den Brennstoffverbrauch. Dazu wäre eine Prüfung in einem normierten Fahrzyklus nötig, welcher mit einem ausgewogenen Anteil von Kaltstarts, Feldarbeiten und Strassenfahrten, Anhängerbetrieb, Steigungen usw. einem repräsentativen Praxiseinsatz entsprechen müsste. Nur in einem solchen Vergleich können die Auswirkungen von Gewicht, Verlusten und optimierter Motorbetrieb in ihrer Gesamtheit gemessen und verglichen werden. Bei der Frage, wie es wohl um den Wirkungsgrad eines Getriebes steht, können folgende Überlegungen angestellt werden: Reibung: Schon um die «Innereien» eines Getriebes zu drehen, muss ein Dreh­moment erbracht werden, um die Reibung

Den Nutzen richtig einschätzen Da die Auswahl des Getriebes den Kaufpreis und die Folgekosten beeinflusst, sollte der Entscheid von rationalen Überlegungen geprägt sein. Die Auswahl hat daher nach den betrieblichen Bedürfnissen und nicht nach dem Angebot zu erfolgen. Dazu ist ein Rückblick in die Vergangenheit nötig. Was hat sich beim Getriebe des alten Traktors bewährt und sollte beibehalten werden? Erst dann sind die Ansprüche zu formulieren, die man an den neuen stellt. Dabei ist fortlaufend zu klären, ob diese Ansprüche wirtschaftlich vertret­­bar sind. Über wirtschaftliche Interventionen wird viel diskutiert, obwohl nicht alle vom Gleichen spre-

lichkeiten, diese Verluste zu minimieren, sind mancherorts schon ausgereizt. Leistungsabhängige Verluste entstehen dort, wo eine Leistung und/oder ein Drehmoment im Antriebsstrang übertragen wird, nämlich über die unter Last stehenden Zahnradpaare. Ein Getriebe mit wenigen solcher Übertragungsstellen hat bei gleicher Zahnradgüte (Wirkungsgrad der einzelnen Zahnradpaare) einen insgesamt besseren Wirkungsgrad. Zahnradübersetzungen haben einen sehr guten Wirkungsgrad. Dies gilt sowohl für den leistungsunabhängigen als auch für den leistungsabhängigen Anteil. Bei einer hydraulischen Leistungsübertragung durch einen Hydrostaten ergibt sich

chen. Dabei wäre hier ein gemeinsamer Nenner sehr einfach: Nach einer wirtschaftlichen Investition geht es dem Betrieb und der Bauernfamilie besser. Auf vielen Betrieben haben die technische Ausrüstung und die Leistung der Traktoren eine eher untergeordnete Bedeutung auf die gesamte Belastung durch die Arbeit. Eine gute Arbeitsqualität ist meistens mit einem einfacheren Traktor möglich. Nach der grossen Freude mit dem neuen kehrt wieder Alltag ein und mit ihm die Erkenntnis, dass die Arbeitsbelastung nicht spürbar gesunken ist und sich die wirtschaftliche Situation auch nicht verbessert hat.

der Gesamtwirkungsgrad aus der Multiplikation ­ des volumetrischen mit dem hydraulisch-­mechanischen Wirkungsgrad. Um den hydraulisch-mechanischen Wirkungsgrad zu verbessern, wird zunehmend mit höherem Duck operiert. Der volumetrische Wirkungsgrad kann kaum mehr verbessert werden, verschlechtert sich aber bei fortgeschrittenem Verschleiss. Ein Hydrostat kann niemals den Wirkungsgrad einer Zahnradübersetzung erreichen. In modernen hydraulischen Fahrantrieben werden daher eine Leistungsverzweigung und mechanische Fahrstufen eingebaut, damit ein möglichst geringer Leistungsanteil über den hydraulischen Teil übertragen werden muss.  ■

Sorgfalt beim Traktoreinsatz

Im Feld ist die Arbeitsqualität wichtiger als eine Maximierung der Fahrgeschwindigkeit.

im unbelasteten Zustand zu überwinden. Dieser lastunabhängige Energieverlust wird massgeblich durch die Anzahl der im Dauereingriff stehenden Zahnräder, der Lagerstellen der nicht kraftschlüssig geschalteten Lamellenkupplungen bestimmt und ist insgesamt auch abhängig von der Baugrösse dieser Teile. Auch im Getriebeöl eingetauchte sich drehende Teile verursachen je nach Viskosität des Öls (Kaltstart) und Drehzahl Verluste. Diese lastunabhängigen Verluste werden also vorwiegend durch die «Aufwendigkeit» eines Getriebes bestimmt, denn die Mög36

Schweizer Landtechnik  8 2015

Um es vorwegzunehmen – aufwendige Getriebe müssen ebenso sorgfältig und mit Sachverstand eingesetzt werden, sonst sind teure Reparaturen die Folgen. Bei der Bedienung ist generell Folgendes zu beherzigen:

fes vor der kraftschlüssigen Verbindung). Der Verschleiss an den Synchronringen und Lamellenkupplungen und die Belastungs­ spitzen im ganzen Antriebsstrang sind beim Schalten bei geringen Drehzahlen daher geringer.

•  Langsames Anfahren mit erhöhter ­M otordrehzahl und dem passenden Gang, damit in der herkömmlichen Fahrkupplung oder den Lamellenkupplungen bei Lastschaltgetrieben nicht zu viel Energie vernichtet werden muss (Erhitzung und Verschleiss).

•  Die Synchronringe halten manchmal das ganze Traktorleben, können aber auch schon bei 4000 Betriebsstunden verschlissen sein. Verschleissarm fahren heisst den Schaltvorgang so ausführen, dass dieser mit einem möglichst kleinen Kraftaufwand am Schalthebel möglich ist. Dazu darf die Schaltbewegung nicht zu schnell erfolgen, denn der Synchronisationsvorgang braucht seine Zeit.

•  Wenn vom Leistungsbedarf her möglich, ist ein frühes Heraufschalten in den grösseren Gang anzustreben, denn die dynamische Energie der sich im Getriebe drehenden Wellen und Zahnräder vergrössert sich überproportional zur Drehzahl und dementsprechend auch die nötige Energie zur Synchronisation (Herstellung des Gleichlau-

•  Wer moderne Fahrzeugtechnik mit Umsicht fährt und einsetzt, wird in jedem Fall auch die Erkenntnisse beherzigen, die zu einer Senkung des Treibstoffverbrauchs beitragen.


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Neuheit von Seppi M: Steinbrecher – Rodungsfräse und Forstmulcher MIDISOIL dt

75 seit 19 10.07.2014, 08:14

MIDISOIL dt

Die MIDISOIL dt ist die neueste Entwicklung von Seppi M. Die neue universelle Forstfräse und Steinbrecher MIDISOIL dt für Traktoren der mittleren Leistungsklasse von 100 bis 170 PS bricht Steine bis zu 20 cm Ø, mulcht Holz und fräst Wurzelstöcke bis zu 20 cm Tiefe. Die verschleissfeste Konstruktion und die speziell entwickelte Kombination aus Werkzeugen und Werkzeughaltern mit Wolframcarbid-Beschichtung garantieren eine hohe Widerstandsfähigkeit – auch unter anspruchsvollen Arbeitsbedingungen. Schmale Gleitkufen erleichtern das Eindringen in den Boden und ermöglichen es, die maximale Arbeitstiefe zu erreichen. Das Antriebskonzept mit Stirnradgetriebe ist besonders schmal und platzsparend. Die integrierte Kühlung des Zahnradgetriebes vermeidet eine Überhitzung des Antriebs. Als Wahlausstattung ist die MIDISOIL dt mit dem ADAM TM -Getriebeneigungssystem und 2SPEED TM -Getriebe für zwei Geschwindigkeiten mit integrierter Kühlung erhältlich. Beim 2SPEED TM -Getriebesystem kann die Geschwindigkeit des Rotors durch Umschalten eines mechanischen Hebels am Hauptgetriebe von 1000 auf 500 U / min reduziert werden, wobei die Geschwindigkeit der Traktorzapfwelle weiterhin auf 1000 U / min eingestellt bleibt. Das sorgt für eine grössere Geschwindigkeit am Rotor und somit für ein besseres Arbeiten beim Mulchen von Holz.

Beim Fräsen von Stein und Boden im ersten Gang verdoppelt sich das Drehmoment, und der Verschleiss wird reduziert. Die MIDISOIL dt ist in den Arbeitsbreiten 175 bis 250 cm erhältlich. Der Import der gesamten Produkte von Seppi M. erfolgt durch die Firma Agro-Technik Zulliger GmbH. Besuchen Sie uns an der Forstmesse 2015 in Luzern, Freigelände Stand C18. Wir zeigen Ihnen einen Ausschnitt aus dem gesamten Programm von Seppi M: Böschungsmulcher, Forstmulcher, Steinbrecher, Wurzelstockfräsen, Mulchgeräte für den Baggeranbau, Weidemulcher, Mulchgeräte für den Obst- und Weinbau. Agro-Technik Zulliger GmbH Bernstrasse 13 c 6152 Hüswil Tel: 062 927 60 05 Fax: 062 927 60 06 www.agrotechnikzulliger.ch info@agrotechnikzulliger.ch


n  Plattform | Veranstaltung

Die Insel La Réunion, eine der Perlen im Indischen Ozean (Bilder: TUI)

Fach-und Ferienreise La Réunion und Mauritius Die paradiesischen Inseln La Réunion und Mauritius im Indischen Ozean, ca. 850 km östlich von Madagaskar, sind im Januar / Februar 2016 die Destinationen der neuen Fachund Ferienreise des SVLT und seiner Sektionen. Reiseveranstalter ist TUI Events. Sattgrüne Bergkessel vulkanischen Ursprungs wechseln sich auf La Réunion (französisches Überseedepartement) ab mit türkisblauen Lagunen und faszinierend schönen Landstrichen. Exotische Früchte, delikate Orchideen, betörende Vanille und generell die kulinarischen Genüsse verwöhnen Gaumen und Nase. Mauritius ist geprägt durch das üppige Grün der Zuckerrohrplantagen und die leuchtend weissen Sandstrände. Die Vulkaninsel fasziniert als eigenständige Republik, wo die Nachfahren von Europäern, Afrikanern, Indern und Chinesen friedlich zusammenleben. Eine multikulturell geprägte Küche und die Gastfreundschaft der Einheimischen garantieren einen unvergesslichen Aufenthalt.

Landwirtschaft Auf La Réunion ist, landwirtschaftlich gesehen, die Produktionskette Zuckerrohr / Zucker / Rum wirtschaftlich am bedeutsamsten. Im Früchteanbau deckt La Réunion 80 Prozent der Nachfrage. Dabei bieten Ananas, Zitrusfrüchte, Bananen, Mangos und vieles mehr eine reichhaltige Palette. Die lokale Gemüseproduktion deckt 70 Prozent der lokalen Nachfrage. 38

Schweizer Landtechnik  8 2015

Viehzucht ist auf La Réunion ebenfalls fest verankert. Geflügel- und Schweineerzeugnisse machen auf La Réunion etwa 70 Prozent der tierischen Produktion aus. Geflügel ist das meist konsumierte Fleisch auf der Insel. Der Fischereisektor lässt sich auf La Réunion in drei Kategorien unterteilen: kleine Küstenfischerei, Langleinenfischerei und industrielle Hochseefischerei. Auch auf Mauritius ist Zuckerrohr die wichtigste Nutzpflanze, 90 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche werden für die Zuckerrohrproduktion verwendet. Wegen des steinigen Bodens können Maschinen nur sehr bedingt eingesetzt werden. Die Menge der Zuckerproduktion ist stark schwankend. Zyklone und Trockenzeiten entscheiden über die Erntemengen. Melasse als Nebenprodukt der Zuckerproduktion geht in die Tierfütterung oder wird zu Alkohol und Rum weiterverarbeitet. Tee, Tabak, Obst und Gemüse und die Kartoffel sind weitere landwirtschaftliche Erzeugnisse, allerdings mit untergeordneter Bedeutung. Wichtiger ist der Export von Blumen. Die Landwirtschaft trägt nur rund 6 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei und

beschäftigt etwa 10 Prozent der Erwerbstätigen. Dennoch ist der Agrarsektor bedeutend, da mit Zuckerrohr ein Viertel der Exporterlöse erzielt wird. Die Fischerei hat traditionell nur wenig Bedeutung.

Zwölf unvergessliche Tage: La Réunion 1:  Am Nachmittag Abflug nach Mauritius via Dubai mit Emirates Airlines. 2:  Landung in Mauritius. Nach dem Mit­tagessen Weiterflug nach La Réunion. Fahrt zum Hotel. 3:  Fahrt zum Hochplateau «Pleine des Cafres». Besuch einer Rinderfarm. Weiterfahrt entlang der Vulkanroute mit der anfänglich sehr üppigen Vegetation bis zum «Piton de la Fournaise», wo Sie sich auf einer faszinierenden Mondlandschaft wähnen. Picknick unterwegs. Am Nachmittag besuchen Sie die Milchfabrik in Saint-Pierre. Hier werden Milchprodukte und Säfte für den lokalen Verbrauch produziert. Ein letzter Besuch gilt heute der «Geraniumkooperative».


Veranstaltung | Plattform   n

Hier kann der Prozess verfolgt werden, wie aus Pelargonium-Pflanzen ätherisches Öl gewonnen wird.

können beobachten, wie die glühende Lava in Richtung Meer fliesst.

Mauritius 4:  Fahrt zum Bergkessel «Cirque de Salazie». Unzählige Wasserfälle und pittoreske kreolische Dörfer prägen die Landschaft. Der Besuch einer «Chouchou» (Christophine)-Plantage ist vorgesehen. Im feuchtschwülen Klima gedeihen die kürbisartigen Früchte bestens. Am Nachmittag steht der Besuch bei einem Vanilleproduzenten auf dem Programm. Der Vanilleanbau mit ma­nueller Bestäubung ist extrem arbeitsund zeitaufwendig. Das Vanillearoma entwickeln die vor der Reife geernteten, grünen Schoten erst in einem langen Trocknungs- und Fermentationsprozess. Insgesamt gibt es etwa 110 verschiedene Vanillearten, keine kann jedoch mit der echten Bourbonvanille mithalten. Die ursprünglich mexikanische Vanille wurde im 17.  Jahrhundert auf die Insel La Réunion (damals Ile Bourbon genannt) gebracht. Von dort aus hat sie unter dem Namen Bourbonvanille die Gaumen der ganzen Welt erobert. Auf dem Rückweg zum Hotel Halt beim Markt und Zeit für Einkäufe. 5:  Fahrt in den Süden zum Hochplateau «Pleine des Gregues» und zu einem Schweineproduzenten. Weiterfahrt zu einer Kurkuma-Plantage (Ingwer, Curry) und Mittagessen im Familienbetrieb. Am Nachmittag geht es südwärts: Kurz nach Saint-Philippe beginnt «le Grand Brûlé», das Auswurfgebiet des «Piton de la Fournaise», des einzigen aktiven Vulkans der Insel. Auf den Flanken des Vulkans gibt es immer wieder kleine Ausbrüche. Sie

Kresseanbau auf der Insel Mauritius.

6:  Am Vormittag Flug nach Mauritius, Transfer zur Westküste, zum Hotel. 7:  Der heutige Tag ist dem Anbau und der Verarbeitung des Zuckerrohrs gewidmet. Sie besuchen zuerst die Firma Beau Vallon, eine ehemalige florierende Zuckerrohrfabrik, die in der Zwischenzeit aber stillgelegt ist. Hier ergibt sich die Gelegenheit, Maschinen für die Verarbeitung des Zuckerrohrs zu sehen. Nach dem Mittagessen geht es weiter zur Firma Omnicane, wo auch Bioethanol aus Zuckerrohr produziert wird. 8:  Am Vormittag: Fahrt nach Port Louis, der Hauptstadt von Mauritius. Besichtigung des «Bulk Sugar»-Terminals im Containerhafen, sowie einer Festung mit einer einmaligen Rundsicht und Besuch des Früchte- und Gemüsemarkts von Port Louis. Mittagessen in einem lokalen Restaurant. Am Nachmittag Zeit zum Verweilen. 9:  Ganzer Tag zur freien Verfügung. Optional Katamaranausflug oder Besichtigung des Zuckerrohr-Museums im Norden der Insel. 10:  Ganzer Tag Besichtigungs- und Informationstour mit der Kooperative der Früchte- und Gemüseproduzenten. Picknick-Mittagessen unterwegs. 11:  Eine Entdeckungsreise auf den Teeplantagen von Bois Cheri ist auf dem Programm. Auf einem Rundgang erläutern

Veritable Viehzucht auf der Insel Mauritius.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den aufwendigen Prozess der Teeproduktion. Die Teedegustation auf der Aussichtsveranda der Lodge mit Aromen von Vanille, Kokos oder tropischen Früchten dürfen Sie sich nicht entgehen lassen. Mittagessen gibt’s im traumhaften Kolonialhaus von Saint Aubin. In der Destillerie können Sie mitverfolgen, wie aus Zuckerrohr Rum entsteht. Bis zum Abflug am Abend haben Sie im Hotel Zeit zur freien Verfügung. Rückflug spätabends via Dubai nach Zürich. 12:  Ankunft in Zürich um die Mittagszeit.  n

Reisedaten: Reise I 12. – 23. Januar 2016 Reise II  19. – 30. Januar 2016 Reise III 26. Januar – 6. Februar 2016 Reise IV 2. – 13. Februar 2016 Reise V 9. – 20. Februar 2016 Reise VI (Französisch) 16. – 27. Februar 2016 Preis pro Person, 12 Tage mit Vollpension (ausser Tag 6 + 9), im Doppelzimmer ab Fr. 5100.–. Badeferienverlängerung auf Anfrage. Detailprogramm und Auskunft beim Reiseveranstalter: TUI Events, 8036 Zürich Pascal Scheidegger, Tel. 044 455 44 30

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Zeichnung: Bruno Yerly

Veranstaltung | Plattform   n

Der FVLT lädt zum Jahr des Bodens ein Am 27. August bei Christian Moser in Ponthaux finden zwischen 9.30 Uhr und 21 Uhr mehrere Vorführungen und Vorträ­ ge zum Thema Bodenverdichtung statt. Vorführungen: 9.30 F, 13.30 Deutsch, 15.30 F, 19.30 F • Demo zu Bodendruck und Reifen • Debatte Fahrzeuglast und Unterbodenverdichtung • Eco-Drive: Treibstoffverbrauch und Reifendruck

Grosse Vorführung in Ponthaux FR – gestörtes Verhältnis Reifen und Boden Der grosse Anlass findet am 27. August in Ponthaux FR statt. Es lädt ein: der Freiburger Verband für Landtechnik zusammen mit Michelin, der HAFL Zollikofen, dem Landwirtschaftlichen Institut Grangeneuve, Agridea und der Genfer Fachhochschule. Adrian Niederhäuser Anhand von konkreten Beispielen soll ge­ zeigt werden, wie die Bodenverdichtung durch Reifen und Fahrzeug beeinflusst wird. Mit den Erkenntnissen aus den Vor­ führungen kann man das Verdichtungsrisi­ ko besser einschätzen und schliesslich die richtigen Massnahmen umsetzen.

Bodenverdichtung sichtbar machen Die zunehmende Spezialisierung unter dem Druck der Kosteneffizienz erfordert eine immer schlagkräftigere Mechanisierung, um die spezifischen Arbeitsspitzen zu be­ wältigen. Dabei tritt die langfristige Sorge der Bodenfruchtbarkeit oft in den Hinter­ grund. Die Folgen sind nicht immer offen­ sichtlich, aber machen sich langfristig be­ merkbar. Reifenluftdruck: Michelin zeigt in Zusam­ menarbeit mit der HAFL auf, was sich bei der Überfahrt mit verschiedenem Reifen­ druck im Boden abspielt. Moderne gross­ volumige Reifen mit niedrigem Reifenluft­ druck können Druckspitzen im Boden deutlich verringern, da der Druck und somit das Verdichtungsrisiko im Oberboden di­ rekt vom Reifendruck abhängt. Dies gilt aber nur bedingt für den Druck im Unter­

boden, der vor allem von der Radlast ab­ hängig ist. Bei einer Verdoppelung des Gewichts muss die Auflagefläche um das 2,5- bis 3-Fache zunehmen, damit der Druck im Boden nicht zunimmt. Eco-Drive: Mit einem niedrigen Reifen­ druck lässt sich auf dem Feld auch Treibstoff sparen. Der angepasste Reifendruck als Bestandteil des landwirtschaftlichen «EcoDrive» (www.agri-ecodrive.ch) wird anhand gezogener Bodenbearbeitung vorgeführt. Man darf mit einer Treibstoffersparnis von rund 5 % rechnen. Messmethoden: Die Genfer Fachhoch­ schule HEPIA wird ihr Projekt STRUDEL vorstellen. Es handelt sich um eine neue Messmethode für die Bodenverdichtung, bei der die Bioporen gemessen werden. Diese Bioporen, welche durch Wurzeln und Regenwürmer geschaffen wurden, sind enorm wichtig für das Pflanzenwachstum und reagieren stark auf Bodenverdichtun­ gen. Von Interesse sind insbesondere die Resultate auf Freiburger Böden mit ver­ schiedenen Anbaumethoden. Technische Hilfsmittel wie die Online-Appli­ kation Terranimo (www.terranimo.ch) er­ möglichen in Kombination mit Bodentyp

Hilfsmittel zum Abschätzen des Verdichtungsrisikos um 11.30 Uhr und 15 Uhr (Französisch, Kursunterlagen Deutsch) •  Projekt STRUDEL: neue Methoden von Verdichtungsmessungen Mehr Infos auf www.beratung-fr.ch oder 026 305 55 58.

und genauen Messwerten zur Bodenfeuch­ te sehr exakte Voraussagen über den Bo­ dendruck und die potenzielle Bodenver­ dichtung. Fühlprobe: Dennoch ist die einfache und bewährte Fühlprobe – am besten mit Spa­ ten – nicht zu vernachlässigen. Das Vermei­ den von Bodenverdichtung als Gleichge­ wicht zwischen der Bodenstabilität und den Bodenbelastungen braucht eine lang­ fristige Sichtweise und lässt sich nicht nur auf technische Weise lösen. Nebst dem nötigen Feingefühl sind aber eine gute Kenntnis der eingesetzten Technik und dessen Möglichkeiten stets von Vorteil.  n

Unterschiedliche Fahrspuren bei unterschiedlichem Reifendruck. (Bild: Nicolas Rossier, Grangeneuve)

Die Spatenprobe zeigt oberflächliche Verdichtungen klar auf. (Bild: Adrian v. Niederhäusern)

8 2015  Schweizer Landtechnik

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■  Plattform | Report Das verschachtelte Imperium der Raus-Gruppe in Rosé. (Bilder: Dominik Senn)

Vielseitiges Familienunternehmen Die Raus S.A. in Rosé-Avry FR, einst Alleinimporteurin von Zetortraktoren und heute von Niki Trac-Traktoren sowie Forst- und Landmaschinen, hat auch eine Architekturabteilung, eine Stallbau-Abteilung, einen Immobiliensektor, ein Autohaus, eine Tankstelle und anderes mehr. Dominik Senn Raus befindet sich im Industriegebiet von Rosé bei der Ausfahrt Matran zwischen Bern und Payerne, nahe bei der SBB-Linie. Im Jahre 1939, vor über 75 Jahren, gründete Louis Rauss die Firma Raus mit Sitz in Freiburg, später in Villars-sur-Glâne. Sie gehörte zu jenen Unternehmen, welche Traktoren Deutschschweizer Provenienz in der Romandie populär machten: Hürlimann und später Bührer. Nochmals später kam der tschechische Zetor dazu. Die erste Zulassung in der Schweiz erfolgte am 28. Juni 1949, einEinzylinder des Typs 15, der an Landwirt Hans Müller in Bilten GL ging. 1965 wurde Raus Alleinimporteurin und verkaufte bis zum Konkurs von Zetor Tausende Traktoren; Service wird bis heute aufrechterhalten, und Ersatzteile für über 40 Jahre alte Modelle sind immer noch am Lager. Seit dem Jahre 2009, dem 70-JahrFirmenjubiläum, führt Raus als Eigenmarke Traktoren der Reihe Niki Trac; es handelt sich um typengeprüfte Modelle in den Leistungsklassen von 25-360 PS.

Diversifizierung eingeleitet Im Jahre 1972 wurde Jean-Pierre Python neuer Besitzer, und aus Raus entstand die 42

Schweizer Landtechnik  8 2015

Raus S.A., bis heute ein reines Familienunternehmen, in welchem momentan – man lese und staune – sieben Familienmitglieder (inklusive Angeheiratete) unter den rund 30 Angestellten beschäftigt sind. «Mein Vater hatte bei Raus für seinen Betrieb einen Bührer gekauft, und ich durfte als Kind bei Louis Rauss Traktor fahren», erinnerte sich Jean-Pierre Python beim Besuch der Schweizer Landtechnik aus Anlass des 75-Jahr-Jubiläums. JeanPierre Python nahm erste Schritte zur Diversifizierung vor: die offizielle Vertretung von Automarken, heute Suzuki, Hyundai, Nissan, Subaru, Skoda, Saab, dazu die Ein Niki Trac mit Knick-Frontmähwerk und Heckmähwerk mit 7 m Arbeitsbreite.

Planung und den Bau von Anbinde-Viehställen der Marke «La Clarine». Schon bald reichten die Geschäftsräume in Villars-sur-Glâne nicht mehr aus, und die Gruppe fand im Jahre 1977 in Rosé einen neuen geeigneten Standort.

Immobiliensektor aufgezogen Nach dem Fall der Berliner Mauer Ende 1989 und dem Zusammenfall der Sowjetunion sei es zu Beginn der Neunzigerjahre schwierig für die Landwirte und für viele Unternehmungen geworden, wie er ausführte. Der Einfluss der Wirtschaft des Westens hätte auf die Unternehmen mit


Report | Plattform   ■

Preissenkungen zum Jubiläum der Raus S.A. Die Raus S.A. im freiburgischen Centre de Rosé feiert Ihr 75-jähriges Bestehen noch bis Ende August und senkt aus diesem Anlass die Preise. Während dieser Zeit wird nicht nur die Traktorenreihe Niki Trac von 25-360 PS vorgestellt, sondern auch das Heuernteprogramm der Marke Rozmital: Mähwerke, Heuer, Schwader und Sternradrechen (Letztere auch von Enorossi) sowie das Landmaschinenprogramm des italienischen Herstellers Mutti Amos. In einer Superaktion werden Preissenkungen und ein Eurobonus bis 30 % auf den Neupreis offeriert. Ein Weinbautraktor der Eigenmarke Niki Trac von Raus..

Schwerpunkt Bodenbearbeitung In der dritte Woche im August liegt der

Planwirtschaft Druck ausgeübt und sie regelrecht destabilisiert: «Es ergaben sich grosse Schwierigkeiten im Rahmen unserer traditionellen Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten», sagte Jean-Pierre Python. Unter anderem ging Zetor just zur Jahrtausendwende in Konkurs. Python sah sich bis zur Wiederaufnahme der Traktorenproduktion durch die «Zetor a. s.» nach anderen Betätigungsfeldern um, zog einen Immobiliensektor in der Industriezone von Rosé auf und weitete den Landmaschinensektor durch neue und exklusive Importe aus.

Mischer usw. von Agrimec. Importiert werden weiter Anhänger, Muldenkipper, Viehtransportanhänger, grosse Miststreuer, Putzgeräte, Häcksler, Futterkrippen, Sämaschinen, Heckmähwerke usw. Im Sortiment stehen auch kleinere Geräte wie Motorhacken, Schaufeln, hydraulische Abstreifer, Bohrer, Holzspalter, Streuer und Schneepflüge. «Die Erfahrung aus den vergangenen Jahren erlaubt uns, den seit 1939 eingeschlagenen Weg weiterzuverfolgen und mit Zuversicht in die Zukunft zu schauen», sagte Jean-Pierre Python.

Exklusive Importe

Architektur und Bau

Heute vertreibt Raus ein exklusives Landmaschinenprogramm und arbeitet mit zahlreichen Lieferanten aus Tschechien zusammen, darunter die Firma SMS mit ihren Bodenbearbeitungsmaschinen wie Vertikutierern, Scheibeneggen, Grubbern und Walzen aller Art und Rozmital mit ihren Heuerntemaschinen, darunter Sternradschwadern von Enorossi. Lieferanten stammen auch aus Polen, Italien (Kreiseleggen und Mulcher von Emy), Frankreich, Spanien, England, Deutschland und China. Aus dem Programm seien erwähnt: Mistkrane, Mulchgeräte usw. der Marke Argenterio, Futtermischer und Teleskoplader, Druckfass, Stallmiststreuer, Mischfutterwagen, Rundballenladewagen, Anhänger, Kipper usw. von Mutti Amos. Im Bereich Bodenbearbeitung sind es Untergrundlockerer, Grubber, Erdarbeiten, Pflug, Kreiselegge, Federzahnegge, Steinesammler usw. von Jympa und Tractomotor, Lagerung, Trocknung und Transport von Getreide, Mühlen, Quetschen,

Dank den Erfahrungen auf dem Gebiet der Landwirtschaft bietet Raus nebst Maschinen und Geräten auch den Bau von zum Teil schlüsselfertigen Ställen, Scheunen, Einstellhallen und Gebäuden (Holz oder Metall oder als Zelt äusserst preisgünstig) an. Das hauseigene Architekturbüro besorgt die Planung und Ausführung der Bauprojekte (inklusive Einfamilienhäuser). Für die Bedachung und Lieferung bietet die Firma Niki S.A., gegründet im Jahre 1979, Baumaterialien, Isolationsmaterial und Sanitärartikel an. Mehrere Werkstattwagen können innerhalb 24 Stunden in der gesamten Schweiz Service- und Reparaturarbeiten ausführen und originale Ersatzteile liefern. In den Werkstätten mit einem angeschlossenen Magazin für Ersatzteile werden Unterhaltsservice- und Reparaturarbeiten vorgenommen. Zusätzlich steht eine moderne Karosserie- und Spritzwerkstatt für entsprechende Arbeiten zur Verfügung und garantiert den kompletten Service.

Schwerpunkt der Jubiläumsausstellung beim Bodenbearbeitungsprogramm von SMS: Pflüge, Vertikutierer, Eggen, Walzen, Streuer und anderes mehr. Elektrovelo-Angebot Fortwährend ist bis Ende des laufenden Monats auch das übrige Programm der Raus S.A. zu besichtigen: Baukonstruktionen wie Hangars, Einstellhallen, Ställe und ihre Inneneinrichtungen. Schliesslich werden Aktionen auf gewisse Produkt gewährt. Unter anderem wird ein Elektrovelo zu Spezialbedingungen angeboten. Weitere Informationen unter: www.centrederose.ch

«Der Service nach dem Verkauf beschäftigt zwei Drittel des Personals in den verschiedenen Sektoren», sagte Jean-Pierre Python.

Ausbauten am Standort Das neue Gebäude mit einer Nutzfläche von 3000 m2 war zu Jahresbeginn 1977 bezugsbereit. Im Erdgeschoss sind Werkstätten, Ersatzteillager und Büros untergebracht. Im ersten Stock sind eine Ausstellungshalle und Wohnungen untergebracht. 1979 musste eine zweite Halle mit 1300 m2 und 1982 ein drittes Gebäude erstellt werden. Ein viertes Gebäude entstand im Jahre 1988 mit einer Nutzfläche von 7000 m2. Ein Ersatzteillager mit 1500 m2 Fläche und über 30 000 Artikeln steht zur Verfügung und garantiert die regelmässige Versorgung. Im Jahre 1996 wurde eine Tankstelle mit Shop über die Firma Ogar S.A. gebaut; es handelt sich um einen wichtigen Baustein in der Entwicklung und Konsolidierung der Python-Gruppe.  ■

Jean-Pierre Python ist seit 1972 Besitzer der Raus S. A. in Rosé.

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Digitale Perspektiven Mehr Effizienz, aber auch mehr Nachhaltigkeit erhoffen sich Fachleute dank einer vernetzten, digitalen Landwirtschaft. Neben all den positiven Eigenschaften dieser neuen Technologien bleibt die Frage: Wem gehören die gesammelten Daten? An den Agrartechnik-Tagen in Tänikon befasste man sich mit diesem Thema. Roman Engeler Die zentrale Herausforderung der Landwirtschaft in den nächsten Jahren wird das Management von knappen Ressourcen sein. Die Landtechnik ist in dieser Thematik besonders gefordert: Mehr Effizienz, aber auch mehr Nachhaltigkeit sind gewünscht. «Precision Farming» mit satellitengestützter Präzisionslenkung brachte in den letzten Jahren einen diesbezüglichen Durchbruch. Maschinen können heute mit einer Vielzahl von Sensoren ausgerüstet werden. Man spricht bereits von einer digitalen Landwirtschaft, mit der man aus der Ferne einzelne Pflanzen beurteilen kann. Das führt dazu, dass der Bestand an Daten stetig wächst, deren Auswertung einer modernen Landwirtschaft ganz neue Dimensionen ermöglicht. Der nächste Schritt ist die Einbindung dieser Daten in Systeme, welche die Informationen intelligent und automatisiert auswerten und dem Landwirt für seine Entscheidungen bereitstellen. Firmen wie Claas («365FarmNet») oder John Deere («FarmSight») haben als

Landtechnikhersteller solche Tools entwickelt, eher von der elektronischen Seite kommen Anwendungen von Isagri, Trimble oder CC-Isobus. Sie alle können die Daten in sogenannten Clouds (Datenwolken) sammeln und diese für allerlei Anwendungen und Geräte zur Verfügung stellen. Neben der generellen Datensicherheit stellt sich aber die Frage, wem diese Daten letztlich gehören und wer damit was anfangen darf. Diesbezüglich wurde an der Tagung ein Handlungsbedarf erkannt.

Weitere Themen der Tagung: • Marco Landis und Christian Maurer (Agroscope Tänikon) präsentierten eine Untersuchung über die Ansprech- und Schwellzeit von hydraulischen Anhängerbremsen. Sie stellten grosse Unterschiede zwischen den Traktoren bezüglich des in 0,6 s förderbaren Ölvolumens fest. • Roy Latsch (Agroscope Tänikon) beschäftigte sich mit Lagerungsdichte von Grassilage im Flachsilo und ortete in die-

Die Tänikoner Agrartechnik-Tage stehen für Wissensvernetzung zwischen Landtechnikherstellern, Forschungsinstituten, Bildungs- und Beratungsorganisationen. (Bild: Roman Engeler)

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sem Zusammenhang ein noch schlecht ausgeprägtes Problembewusstsein in der Praxis. • Corinne Ruh (Studentin Agrarwissenschaften ETH Zürich) zeigte interessante Zahlen über die Auslastung und Effizienz von Mähdreschern in Schweden und Rumänien. Neben anderen Faktoren ist insbesondere der Mensch weiterhin ein begrenzender Faktor. • Thomas Anken (Agroscope Tänikon) blickte auf 25 Jahre Streifenfrässaaten zurück und meinte, dass der pfluglose Ackerbau weiterhin viel Potenzial beinhaltet. •  Stephan Berger, Daniel Häberli (Strickhof / SVLT Zürich) und Thomas Anken betonten, dass das Spülen von Feldspritzen gut beherrscht sein will, da die Kreisläufe zunehmend komplexer werden. Sie plädierten, nicht zuletzt aus Effizienzgründen, für kontinuierliche Systeme und wiesen darauf hin, dass die Spülmittelreste stets über Gruben oder Ackerflächen auszubringen sind. • Bernhard Streit und Florian Thüer (Hochschule Zollikofen) referierten über die Effizienz von autonomen Kleinfahrzeugen im Feldbau. Die Technik ist vorhanden, fehlende Sicherheitsnormen und Anbaugeräte, enorme Entwicklungskosten sowie die fehlende Akzeptanz in der Praxis stehen dem Einsatz aber momentan diametral entgegen. • Annett Latsch (Agroscope Tänikon) und Daniel Nyfeler (BBZ Arenenberg) untersuchten die Auswirkungen von emissionsmindernden Gülleausbringtechniken im Grünland und stellten keine signifikanten Unterschiede im Ertrag, in der Bestandszusammensetzung und Futterqualität zwischen Schleppschlauch und Breitverteilung fest. Generell zeigte aber die Verdünnung der Gülle einen positiven Effekt betreffend Ertrag. • Hans Stadelmann von der BUL orientierte über immer noch bestehende Sicherheitslücken in der Agrartechnik. •  Laurent Nyffenegger (BLW) analysierte die ersten Erfahrungen mit neuen Ressourceneffizienz-Beiträgen und forderte die Landtechnik auf, ihren Beitrag dazu zu leisten. Verschiedene Referenten berichteten zudem über die ersten Erfahrungen mit «Eco-Drive»-Fahrkursen. Diese Kurse sollen weiter perfektioniert werden, damit die Praxis für das Thema des Treibstoff sparenden Umgangs mit Maschinen sensibilisiert werden kann.  n


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Gefrässig: Der Sauerburger Grip 4 nach dem Einsatz in Sorens FR.

Im Gleichschritt: Brielmaier Duo 6.

(Bilder: Dominik Senn)

Vorzügliche Balkenmäher Über 300 Landwirte und andere Landtechnikinteressierte sind unlängst der Einladung des landwirtschaftlichen Instituts des Kantons Freiburg (Grangeneuve) zur zweisprachig kommentierten Vorführung von acht Balkenmähern auf Wiesen des Schulbauernhofes Sorens gefolgt.

Böschungs- und Hecken-tauglich; Enorossi.

Dominik Senn Organisator Jean-François Hayoz betonte eingangs, es gehe nicht um einen Vergleichswettkampf, sondern vielmehr darum zu zeigen, wie man heute mit Doppelschneidmessern wirtschaftlich und dank moderner Hydrostatantriebe relativ komfortabel arbeiten kann. In den Sechzigerjahren waren Doppelschneidmesser stark verbreitet, bis sie immer mehr durch rotierende Schneidmesser ersetzt wurden. Der Bund möchte aus ökologischen Gründen Doppelschneidmesser wieder fördern bzw. die Landwirte erhalten für ökologische Bearbeitung Förderbeiträge. Dass beim Einsatz von Mähmaschinen mit Doppelschneidmessern eine Win-win-Situation entsteht, demonstrierten nicht weniger als acht Hersteller mit ihren recht unterschiedlichen Systemen: Der Scherenschnitt schont Insekten und andere Wiesenbewohner und lässt Fördergelder fliessen. Zudem ist der Leistungsbedarf von 1,5 bis 2,5 kW je Meter Arbeitsbreite rund viermal geringer als bei Scheiben- und Trommelmähern, und das geringe Gewicht der Balkenmäher benötigt weniger Antriebsleistung.

Bis 12 m Arbeitsbreiten Auch bezüglich Arbeitsbreiten und Mähleistungen muss heute kein Vergleich mit Rotationsmähwerken mehr gescheut werden: Beim Einachser ist die 6-m-Marke erreicht, für Zweiachsmäher und Traktoren sind Geräte bis 12 m im Angebot. Damit sind theoretisch Mähleistungen von 4 bis 8 ha / h möglich. Die Mähbalken sind mit einem Messer oder zwei Messern ausgerüstet. Einfach-Mähwerke benötigen für einen sauberen Schnitt immer eine Gegenschneide (Doppelfinger oder feststehende Messer). DoppelmesserMähwerke (für höhere Geschwindigkeiten bis 12 km / h) brauchen keine Gegenschneide. Und noch etwas wurde an den Vorführungen ersichtlich: Sind die Messer scharf, treten praktisch keine Verstopfungen auf. Innert zwei Stunden erbrachten acht Hersteller aus dem In- und Ausland oben erwähnte Tatbeweise. Vorgeführt wurden ein Aebi, ein Brielmaier Duo 6, ein Enorossi, ein Gaspardo, ein Ibex, ein Rapid, ein Wepfer Chamäleon und ein Sauerburger (Kunzelmann).  ■

Ökoflächen-geeignet: Gaspardo.

Patent auf 1-Hand-Bedienung: Ibex.

Erfinder des Einachsmotormähers: Rapid.

Aktivlenkung: Aebi.

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Massgeschneidert: Wepfer Chamäleon.

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Neuer Traktoren-Rollenprüfstand der DLG setzt Massstäbe Mit dem neuen PowerMix-Rollenprüfstand rüstet sich die Deutsche LandwirtschaftsGesellschaft DLG in Bezug auf ihre Traktorenprüfungen für die Zukunft. Neben der Möglichkeit, stärkere Traktoren als bisher zu prüfen, werden auch die Prüfmöglichkeiten insgesamt ausgeweitet. Dominik Senn Während das dem Bundesamt für Land­ wirtschaft (BLW) angegliederte Kom­ petenzzentrum für landwirtschaftliche Forschung Agroscope dem einzigen un­ abhängigen Traktorenprüfstand der Schweiz in Tänikon TG den Stecker ziehen will (siehe nachfolgenden Bericht), hat in Deutschland das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft den Neu­ bau eines Rollenprüfstandes der DLG mit einem siebenstelligen Betrag mitfinan­ ziert. Die Schweizer Landtechnik war zu einem Pressegespräch nach ersten Probe­ läufen ins DLG-Testzentrum für Technik und Betriebsmittel nach Gross-Umstadt nahe Frankfurt eingeladen.

Der neue DLG-Rollenprüfstand, von schräg oben aus betrachtet, durchläuft erste Testphasen. (Bilder: DLG/Dominik Senn)

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Praxisbezug durch DLG-PowerMix Wie viele Prüfverfahren stehen auch die OECD-Code-2-Prüfungen (siehe separa­ ten Kasten) unter Dauerkritik. Ein Kritik­ punkt ist der, dass sie aus stationären Messungen von Zapfwellenleistung, Hub­kraft und Hydraulikleistung sowie der Zugleistung vor dem Bremswagen beste­ hen und der dafür vorgesehene Motorbetriebspunkt für die einzelnen Messun­ gen genau vorgegeben ist. Die Hersteller haben viele Freiheitsgrade, was das «Abklemmen» von Zusatzverbrauchern wie Lichtmaschine und Klimaanlage, die Verwendung des minimalen Fahrzeug­ gewichts, die Anpassung der Motorsteu­

erung oder die Erzeugung von hohem Luftdruck und damit geringerem Abroll­ widerstand in den Reifen angeht. Kurz: Es fehlt der Praxisbezug. Aus diesem Grund haben die Fahrzeugtechnik-Ingen­ ieure am DLG-Testzentrum im Jahre 2005 mit dem DLG-PowerMix eine neue Gene­ ration der Traktorenprüfungen etabliert. Wie bei der realen Arbeit auf Hof und Feld, werden heute am Zugleistungs­ messwagen Zug-, Zapfwellen- und Hy­ draulikleistung kombiniert angefordert. Die Grundlage für die Sollwertkurven der heute insgesamt 14 Belastungszyklen lieferten Leistungsmessungen im Feld mit echten Anbaugeräten. Um die Ver­


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Eckdaten des DLG-Rollenprüfstandes

wicht des Traktors erreichen zu können. Die maximal übertragbare Zugkraft pro Rad beträgt dabei 135 kN bzw. 13,8 t. Neu ist auch eine Klimaanlage, die durch Austausch von 100  000  m³ Luft pro Stunde für eine gleichbleibende Raumtemperatur von 25 ° C in der Prüfhalle sorgt.

Mehr Prüfmöglichkeiten

Schematische Gesamtansicht des DLG-Rollenprüfstandes.

Der neue Rollenprüfstand, erstellt von der Firma MAHA-AIP GmbH & Co. KG, Automotive Industry Products aus Haldenwang D, erlaubt die Prüfung des spezifischen Kraftstoff- und AdBlue-Verbrauchs von Traktoren mit bis zu rund 700 kW (1000 PS). Damit handelt es sich beim 6 Mio. Euro teuren Neubau um den derzeit stärksten Rollenprüfstand der Welt. Es können hingegen keine Mähdrescher oder Pressen gemessen werden. Die imposante Lüftungsanlage ermöglicht einen Durchsatz von 100 000 m³ Luft je Stunde. Die Heizungsanlage besteht aus einem Wärmetauscher und einer Zusatzheizung über eine Wärmepumpe. Bei Betrieb wird die Abwärme genutzt.

Einige Eckdaten Gebäude: Grundfläche 20 × 20 m; Höhe 13,25 m; ca. 1100 m³ Beton; 135 t Betonstahl; 30 t Profilstahl. Prüfstandsfundament: 9 × 9 m mit ca. 90 m³ Beton (entspricht ca. 210 t ohne Betonstahl). Rollenprüfstand: Jeder Motor 18,5 t; jeder Motorrahmen 10,5 t; jede Rolle 5,5 t, d. h. eine Belastungseinheit wiegt rund 35 t; hydraulische Niederziehvorrichtung bis 200 kN zur variablen Ballastierung des

brauchswerte von Traktoren aus unterschiedlichen Leistungsklassen vergleichen zu können, werden diese als spezifischer Kraftstoffverbrauch, d. h. in Gramm pro Kilowattstunde (g / kWh) angegeben. Heutige, moderne Motoren erreichen dabei – trotz umfangreicher Abgasreinigung – Werte von deutlich unter 300 g / kWh.

Belastungszyklen aus der Praxis Mit der offiziellen Inbetriebnahme im Laufe dieses Jahres sollen auf dem neuen Rollenprüfstand der spezifische Kraftstoffund AdBlue-Verbrauch von Trak­toren mit bis zu rund 700 kW (1000 PS) geprüft werden, erklärte Projektleiter Andreas Ai.

Der neue Rollenprüfstand verbessert die Prüfmöglichkeiten im DLG-PowerMix weiter. So entfällt für die DLG-Prüfingenieure die Abhängigkeit vom Wetter, das bisher durch Regen, Frost, aber auch Hitze den Zeitplan der Prüfungen immer wieder durcheinandergeworfen hat. Es ist auch geplant, eine Belastungseinheit für elektrische Antriebe von bis zu rund 150 kW (200 PS) Leistung zu ergänzen. Drittens kann man in der Halle nicht nur die Leistung und den Verbrauch, sondern auch die Emissionen der Traktoren unter Praxisbedingungen messen. Und viertens sollen ab 2017 auch die Transportprüfungen

Traktors; mögliche Belastungen Achslast max. 30 t; Zugkraftbelastung kontinuierlich 90 kN, kurzzeitig 112 kN; Gesamtleistung 700 kW Zapfwellenprüfstand: Gesamtleistung 700 kW; Bremsmoment 7000 Nm bei > 1400 1 / min Hydraulikprüfstand: Gesamtleistung 150 kW; max. Durchfluss 600 l / min; Axialkolben-Konstantmotor als Hydromotor; Belastungseinheit Asynchronmaschine

Rollensatz von unten betrachtet.

Elektrische Belastungseinheit: Gesamtleistung 150 kW

Wie bisher mit dem DLG-Messwagen auf der Prüfbahn bzw. unter Belastung auf der Strasse, werden dabei die Verbräuche eines Traktors unter verschiedenen praxisrelevanten Belastungszyklen gemessen. In Zukunft bewegt sich der Traktor aber nicht mehr von der Stelle, er steht stattdessen auf vier Stahlrollen mit jeweils 2 m Durchmesser, die von Elektromotoren angetrieben und gebremst werden. Diese sind zwischen 2,05 m und 6,00 m auf den nötigen Achsabstand einstellbar. Insgesamt rund 35 t bringt jede Einheit aus Rolle, Elektromotor und Motorhalterung auf die Waage; stabil genug, um maximale Achslasten von 30 t oder insgesamt maximal 60 t tatsächliches Ge-

Erläuterung der Stromzufuhr.

Niederzieheinrichtung am Rollenprüfstand.

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Markenabhängige und -unabhängige Prüfstände in Europa «Das Prüfen von Landtechnik und Betriebsmitteln gehört seit ihrer Gründung im Jahr 1885 zu den Kernaufgaben der DLG. Somit ist die Entwicklung und Anwendung von modernen, wissenschaftsbasierten und praxisorientierten Prüfmethoden und -szenarien einer unserer wesentlichen Grundaufträge.» Dies erklärte der Hauptgeschäftsführer der DLG Reinhard Grandke der Presse in Gross-Umstadt bei der Vorstellung des neuen Rollenprüfstandes. In Europa ist (nebst der DLG in Gross-Umstadt, Deutschland, und dem Traktorenlabor in Tänikon, Schweiz) als unabhängige Prüfeinrichtung noch die höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt in Wieselburg BLT in Österreich zu erwähnen, ein akkreditiertes Prüflaboratorium und eine OECD-Prüfstelle für Zugmaschinen, die unter anderem einen Motorprüfstand zur Bestimmung von Leistung, Verbrauch, gasförmigen Emissionen und Partikelemissionen von Traktoren an der Zapfwelle betreibt.

Hersteller-Prüfstände Claas und Fendt (Agco) haben gerade jeweils neue Prüfstände gebaut. John Deere hat in Mannheim einen Nabenprüfstand installiert. Deutz-Fahr hat unlängst den Spatenstich für das Projekt «Deutz-Fahr Land» in Lauingen an der Donau gesetzt; vorgesehen ist die Realisierung spezifischer Lösungen für Test- und Trainingsaktivitäten. CNH besitzt in den Traktorwerken im italienischen Jesi umfangreiche Testeinrichtungen, ebenso Argo in allen drei Traktorenwerken in Italien.

Komplexität fehlt Jedoch besitzt keiner der Prüfstände die Komplexität, um alle Lastprofile nachzufahren und gleichzeitig die zugehörigen Verbräuche (Kraftstoff und AdBlue) sowie Abgasemissionen zu messen. Des Weiteren fehlt bei den

stationär und damit ohne Einfluss von Verkehrsbedingungen möglich sein. Den Effizienzmessungen in der DLG-PowerMix-Prüfung lagen bisher zwölf Belastungszyklen eines Traktors zugrunde. Diese basierten auf typischen Feldarbeiten mit Pflug, Grubber und Kreiselegge, Grünlandarbeiten mit Mähwerk, Zetter oder Schwader sowie auf Belastungsszenarien wie dem Miststreuen und dem Ballenpressen.

Zwei Belastungszyklen mehr In den vergangenen Jahren haben sich jedoch die Struktur und die Maschinenausstattung der Betriebe grundlegend gewandelt. Mit dem Trend zu weniger 48

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Für Andreas Ai bietet der Rollenprüfstand eine grössere Bandbreite an Testmöglich­ keiten.

meisten Prüfständen die Belastungseinheit zur Simulation hydraulischer Verbraucher.

Nabenprüfstände für Eigenbedarf «Nabenprüfstände sind für Hersteller die richtige Wahl, wenn diese fast ausschliesslich ihre eigenen Fahrzeuge testen wollen», sagte Andreas Ai, Projektleiter Fahrzeugtechnik am Testzentrum Technik und Betriebsmittel in Gross-Umstadt. Hier seien Dauerläufe auch einfacher zu realisieren. Sobald aber eine grosse Bandbreite an Fahrzeugen getestet werden soll, habe ein Rollenprüfstand seine Vorteile: Zum einen durch die höhere Flexibilität (kürzere Rüstzeiten), zum anderen «besteht bei Nabenprüfständen enormes Diskussionspotenzial, wenn es um das Anlernen der Belastungseinheiten an den Radnaben geht», sagte Andreas Ai.

und damit immer grösseren Betrieben vergrösserte sich die Entfernung vom Hof zum Acker. Gleichzeitig wurden die Traktoren leistungsfähiger und schneller. Einzelne Traktoren verbringen inzwischen mehr als die Hälfte ihrer Betriebsstunden auf der Strasse. Für den Landwirt werden Kraftstoffverbrauch und Betriebsmittelkosten bei Transportfahrten entscheidende Kriterien beim Kauf eines neuen Traktors. Das DLG-Testzentrum Technik und Betriebsmittel hat auf diese veränderten Rahmenbedingungen reagiert und die Belastungszyklen Schwere Transportfahrten (Bsp. Bergfahrten) und Leich­­ te Transportfahrten (Bsp. Fahrten in der Ebene) für den DLG-PowerMix entwickelt.

Entscheidungshilfe Der DLG-PowerMix ist das einzigartige Traktortestverfahren, um die Energieeffizienz unter realitätsnahen, wiederholbaren dynamischen Lastbedingungen messen zu können. Der Landwirt will neutrale Informationen über den Wirkungsgrad seines Traktors. Oder wie es der Vorsitzende des DLG-Testzentrums Hubertus Paetow, praktizierender Landwirt, formulierte: «Wir wollen mit diesem weltweit einmaligen Prüfstandkonzept das Vertrauen der Landwirte und Hersteller in die Ergebnisse der DLG-PowerMix-Prüfungen festigen und ausbauen. Diese spiegeln wie kein anderes Messverfahren den landwirtschaftlichen Praxiseinsatz von Traktoren wider und liefern somit eine verlässliche Entscheidungshilfe bei der Neuanschaffung.» Daneben will die DLG auch eine mögliche Alternative für die Abgasemissionsvorschriften bei Traktoren aufzeigen. «Wir halten es nicht für sinnvoll, diese Vorschriften weiter zu verschärfen, solange sie sich nur auf den alleinigen Motor beziehen», so Hubertus Paetow. Der Motor, auf den die Emissionsvorschriften bisher fixiert sind, habe zwar einen gros­ sen Einfluss auf die Effizienz des Traktors, aber eben nicht nur. Sinnvoller wäre es, hier die Systemgrenzen auszuweiten und beispielsweise die Effizienz des Gesamtfahrzeugs zu berücksichtigen; also die Emissionen nicht auf die gelieferte Arbeit des Motors zu beziehen, sondern auf die vom Traktor gelieferte Nutzarbeit. Neben dem technischen Nutzen sieht Paetow auch Marktvorteile für die Hersteller. Mit den DLG-Tests könnten die Hersteller nachweisen und bei ihren Kunden dokumentieren, dass ihre Produkte einer neutralen und unabhängigen Prüfung standhalten. Zudem bestünde die Möglichkeit, über die DLG-Prüfzeichen zu zeigen, dass die entsprechenden Maschinen den hohen Anforderungen im Praxiseinsatz standhalten. Über 400 verschiedene Hersteller arbeiten heute ständig mit dem DLG-Testzentrum Technik und Betriebsmittel zusammen. Rund 2000 Testberichte stehen den Landwirten in der DLG-Datenbank zur Verfügung. Die Testergebnisse und Prüfberichte führen insgesamt zu rund 500 Qualitätslabeln für Landtechnik und Betriebsmittel pro Jahr und können kostenfrei auf der DLG-Website heruntergeladen werden. n Beispiele von DLG-PowerMix-Prüfungen siehe unter www.DLG-Test.de/powermix.


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Unerlässliches Schweizer Traktorenlabor Während in Deutschland die Neueinrichtung eines millionenschweren Rollenprüfstandes durch die DLG vor dem Abschluss steht, soll in der Schweiz das markenunabhängige Agroscope-Traktorenlabor in Tänikon TG aufgehoben werden. Dominik Senn Einen komplexen unabhängigen Traktorenprüfstand unterhielt das ART-Traktorenlabor in Tänikon mitsamt Motorenprüfstand, Zapfwellenprüfstand mit Abgasmessgeräten und Rollenprüfstand, hatte also lange vor der DLG einen Rollenprüfstand in Betrieb. Umso betrüblicher der Entscheid des Agroscope-Rates vom Dezember 2014, das Traktorenlabor aufzugeben bzw. eine alternative Trägerschaft und ein alternatives Finanzierungsmodell zu suchen, um doch noch einen Weiterbetrieb zu ermöglichen. Noch ist nicht aller Tage Abend: Aktuell laufen die Bemühungen, eine alternative Finanzierung auf die Beine zu stellen.

Der Zapfwellenprüfstand in Tänikon liefert umfassende Leistungs- und Verbrauchsdaten.

wasserstoffe HC, Kohlenmonoxid CO und die Partikelmasse PM, sondern auch zukünftig nichtlimitierte Schadstoffe, wie die Partikelanzahl PN, gemessen werden. Da Abgasmessungen in Tänikon seit 1994 durchgeführt werden, ist neben einem grossen Know-how auch eine der umfangreichsten Datenbanken mit Emissionsdaten landwirtschaftlicher Motorfahrzeuge vorhanden. Nicht zuletzt dank diesen Daten konnte beispielsweise der Schweizerische Verband für Landtechnik SVLT eine korrekte Neuberechnung der Dieselrussemissionen erreichen.

Geplante Zukunft Umfangreiche Emissionsdaten Auf allen drei Prüfständen in Tänikon können nebst der Leistung (Motorleistung, Zapfwellenleistung oder Zugleistung) auch die Verbräuche von Treibstoff sowie AdBlue und besonders auch die Abgasemissionen gemessen werden, um ein Tuning der Fahrzeuge sicher auszuschliessen. Bei der Abgasmessung können dank neusten Messgeräten nicht nur aktuell limitierte Schadstoffe, wie Stickoxide NOx, Kohlen-

Geplant ist ein Ausbau zu einem Radnabenprüfstand. Die umfangreichen Erfahrungen mit dem jetzigen Rollenprüfstand zeigten, dass der Reifen einen grossen Einfluss auf das Ergebnis hat. So führten geringe Veränderungen des Reifeninnendrucks zu einem anderen Schlupfverhalten zwischen Reifen und Prüfstandsrolle. Auch das reale Verhalten zwischen Reifen und Boden lässt sich auf einer Stahlrolle nicht simulieren. Aus diesem Grund geht Älterer Rollenprüfstand in Tänikon, der durch einen Radnabenprüfstand ersetzt werden soll. (Bilder: zVg)

Auf dem Motorenprüfstand in Tänikon würden auch zukünftig nichtlimitierte Schadstoffe wie die Partikelanzahl PN gemessen.

die Planung in Richtung Radnabenprüfstand, bei dem Drehmoment und Drehzahl direkt an den Radnaben gemessen werden. Einflüsse durch Reifenabnutzung, Reifenart und Reifeninnendruck werden so ausgeschlossen. Um trotzdem aus den Prüfstandsdaten auf reale Einsätze zu schliessen, werden die Reifen durch (auf Feldmessungen ­basierende) Modelle abgebildet. Das erlaubt die realen Eigenschaften zwischen Boden und Reifen abzubilden, beispielsweise tiefen Reifen­innendruck bei Feldarbeiten und hohen Reifeninnendruck bei Strassenfahrten. Ein solcher Radnabenprüfstand, zusammen mit den bereits vorhandenen Messeinrichtungen für Hydraulik, Verbräuche und Abgase, wäre einzigartig und erlaubte hochgenaue, markenunabhängige Messungen des Gesamtfahrzeuges inklusive Abgasmessungen. Diese Daten kämen sowohl der Landwirtschaft in Form von Entscheidungshilfen für den Traktorkauf und Empfehlungen für deren Einsatz als auch der Politik für Entscheide wie in Vergangenheit die Partikelfilterdiskussion, den Firmen für unabhängige Messungen und nicht zuletzt der Umwelt in Form von sauberen und energieeffizienten Fahrzeugen zugute.  n 8 2015  Schweizer Landtechnik

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n  Passion

Bucher – von der einfachen Schmiede zum Weltkonzern Die Firma Bucher in Niederweningen ZH hat sich im Laufe ihrer über 200-jährigen Geschichte von der einfachen Schmiede zum Weltkonzern im Maschinen- und Fahrzeugbau entwickelt. Seit 1970 hat sie 38 Mal die Marktführerschaft bei den Traktoren in der Schweiz erzielt, zuerst mit der Marke Fiat, dann mit Fiat und Ford und ab 1998 mit New Holland. Dominik Senn Aus Anlass des 120-Jahr-Jubiläums ihrer Importmarke New Holland gewährte die Bucher Landtechnik AG durch Ferdinand Smolders, Vertriebsleiter Traktoren vom New Holland Traktoren Center Schweiz, Einblick in ihr umfangreiches wirtschaftshistorisches Archiv. In der Rangliste der meistverkauften Traktoren in der Schweiz seit 1970 steht Bucher 38 Mal an der Spitze und wurde bloss 7 Mal auf Platz 2 verwiesen.

«Pionierleistungen erbracht» Die Grundlagen für eine der umsatzstärksten, börsenkotierten Maschinenbaugruppen mit Stammsitz in der Schweiz sind von vier Generationen des Familienunternehmens Bucher geschaffen worden. «Sie vollbrachten Pionierleistungen auf den Gebie-

ten der Obst- und Traubenpressen, des Land­ma­schinen- und Fahrzeugbaus sowie beim Bau hydraulischer Pressen und Antriebskomponenten», schreiben Andreas Nef und Andreas Steigmeier in «Bucher: Pioniere im Maschinen- und Fahrzeugbau 1807 – 2007» aus der Reihe «Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik». Buchers hätten in einer wichtigen Epoche des Wandels «einen entscheidenden Beitrag zur Modernisierung der Landwirtschaft geleistet». Es beginnt im Jahre 1807. Heinrich Bucher eröffnet eine Schmiede im Weiler Murzeln an der Surb an der zürcherischen Kantonsgrenze. Der Grundstein für das Familienunternehmen Bucher in Niederweningen ist gelegt. Sein Sohn gleichen Namens wandelt

Ferdinand Smolders, Ver­triebsleiter Traktoren des New Holland Traktoren Centers Schweiz der Bucher Landtechnik AG in Nieder­ weningen, freut sich über das 120-Jahr-Jubiläum. (Bilder: Werkbilder/Dominik Senn)

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die Schmiede nach und nach in eine mechanische Werkstätte um, fertigt Güllepumpen aus Blech, handbetriebene Dresch- und Futterschneidemaschinen sowie Handmühlen.

Ab 1904 Jean Bucher In vierter Generation übernimmt im Jahre 1904 Jean Bucher die Geschäfte vom Vater und entwickelt dessen Obst- und Traubenpressen weiter. Er intensiviert die Zusammenarbeit mit Johann Georg Fahr, der sein Schwager wird. Der Bereich Maschinenhandel wächst und wächst. Um 1914 verkauft Bucher die bekannte McCormick-Mähmaschine aus den USA, dann eigene Mäher. Der Firmenname ist neu Jean Bucher-Guyer. Die Firmenspezialitäten liegen bei Zentrifu-


Passion   n

120 Jahre New Holland 1895 gründet Abe Zimmermann in New Holland (USA) seinen New Holland Machine Shop, stellt ab 1899 portable Futtermühlen her und gründet 1903 die New Holland Machine Company. Mit der Einführung des Modells 73, der weltweit ersten automatischen Heuballenpresse mit Zuführ- und Bindesystem, kommt das von einer Investorengruppe erworbene Unternehmen in Schwung. 1947 wird das Unternehmen von Sperry Corporation übernommen und in Sperry New Holland umbenannt. 1964 wird mit der belgischen Firma Claeys aus Zedelgem einer der führenden europäischen Hersteller von Mähdreschern aufgekauft. Aus Claeys wird später die englische Bezeichnung Clayson (lange Zeit als Ergänzungsname auf den NewHolland-Mähdreschern angegeben). 1974 stellt Sperry New Holland den ersten Doppelrotor-Mähdrescher der Welt vor; ein Konzept, das sich bis heute durchgesetzt hat. In Zedelgem steht heute noch das Mähdrescherwerk von New Holland. Auch die Ballenpressen

galpumpen und Gülleverschlauchungsanlagen. Mit einem Aufbaumotor macht Bucher 1934 handelsübliche Gespannmähmaschinen für jene Betriebe nutzbar, welche nur ein Zugtier halten. In den 1930er-Jahren lässt Bucher verschiedene Namen für landwirtschaftliche Maschinen schützen, beispielsweise den Rübenschneider «Vielfrass», den Schleifapparat «Pfiffikus», die Obstpresse «Mostfritz» oder die Putzmühle «Kornfreund».

Ab 1934 Walter Hauser Im Jahre 1934 übernimmt Jeans Schwiegersohn Walter Hauser-Bucher sukzessive die Führung der Firmen in Niederweningen und dem 12 km Luftlinie nahen Griessen (D), wo Bucher ab 1923 die erfolgreiche «Luna»-

Sponsor des Fahrkurses G40 Das New Holland Traktoren Center Schweiz investiert unter dem Motto «Mit New Holland kommst du immer gut an» seit vielen Jahren in sicheres Fahren mit Traktoren. Zusammen mit dem schweizerischen Fonds für Verkehrssicherheit und der Vaudoise Versicherungen Holding AG sponsert es den Fahrkurs G40, das 1998 vom Schweizerischen Verband für Landtechnik bereitgestellte und betriebene Ausbildungskonzept für jugendliche Lenker von landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen. Über 10 000 Junglenker haben inzwischen durch den Fahrkurs G40 gelernt, mit ihren grossen Fahrzeugen Verantwortung wahrzunehmen.

1974 stellt Sperry New Holland den ersten Doppelrotor-Mähdrescher der Welt vor. Das Konzept hat sich bis heute bewährt.

von New Holland laufen dort vom Band. 1986 wird New Holland von Ford Motor Company übernommen. 1991 verkauft Ford New Holland zusammen mit der eigenen Traktorenproduktion an Fiat. In dieser Zeit kommen die Maschinen vorerst unter den Marken Ford und Fiatagri auf den Markt; erst später werden sie New Holland getauft. Ende 1999 laufen im Werk Basildon GB mit der Serie TS die ersten Trakto-

Pumpe und Räderjochpressen für Deutschland produziert. Ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkrieges, 1946, kommt mit dem Einstieg beim elsässischen Landmaschinenbauer Kuhn (vor allem Bodenbearbeitungs- und Heuerntegeräte) ein dritter Herstellungsbetrieb dazu, bis heute das beste Pferd im Stall Bucher. Bucher-Guyer, seit 1951 eine Aktiengesellschaft, baut unter Walter Hauser zuerst ein- und dann zweiachsige Traktoren, dazu eine ganze Anzahl Anbaugeräte. Der Einachstraktor KT10 mit Zapfwelle wird bis 1962 in Niederweningen 4705 Mal gebaut, bei der Firma Fahr in Griessen 2886 Mal.

Traktorenproduktion 1953 bis 1973 Die Traktorenproduktion setzt Ende der 1940-Jahre mit Versuchen unterschiedlichster Motoren- und Getriebevarianten ein, darunter wassergekühlte Triebwerke von Allis Chalmers, Opel, Mercedes und der Motoren-Werke Mannheim MWM. An der Landwirtschaftlichen Ausstellung 1954 in Luzern stellt Bucher drei neue Traktorenmodelle vor, den «D 1800» mit luftgekühltem Zweizylinder-MWM-Dieselmotor (24 PS), den gleichen «D 1700», aber wassergekühlt, und den «P 2100» mit wassergekühltem Vierzylinder-Allis-Chalmers-Petrolmotor (28 PS). Ein Jahr später folgen zwei weitere wassergekühlte Modelle: der Typ «B 1500» mit Vierzylinder-1,5-l-Benzinmotor von Opel (später 1,7 l) und «D 1700» mit Vierzylinder-Mercedes-Dieselmotor «OM 636». Geworben wird damals für den

ren mit New-Holland-Design vom Band. Auf die TS-Serie, die eine Weiterentwicklung der Baureihe 40 ist, folgen die TM-Baureihe und später der direkte Nachfolger, die Serie T6000. Die aktuellen Baureihen aus Basildon von New Holland sind die T6- und die T7-Traktoren von 120 bis 270 PS. In Jesi (I) hat New Holland 1977 ein Werk eröffnet und produziert dort Traktoren der T5000- und der T5-Baureihe bis 115 PS, darunter auch Schmalspurtraktoren und Raupentraktoren. Seit 1986 haben 700 000 NewHolland-Traktoren das Werk in Italien verlassen. Im Jahre 1999 ist New Holland mit der Case Corporation verschmolzen worden. Daraus ist der Land- und Baumaschinenkonzern Case New Holland (CNH Global) entstanden, welcher heute zum Industriekonzern CNH Industrial gehört. Vorsitzender des 28-Milliarden-DollarKonzerns ist Fiat-Chef Sergio Marchionne. Abe Zimmermann dürfte staunen, wie sich seine 1895 gegründete Firma entwickelt hat. In 120 Jahren ist seine Marke New Holland zum zweitgrössten Produzenten von Landmaschinen weltweit geworden.

Der stärkste Bucher, der D 4000 mit seinem typischen ovalen Kühlerbereich.

MWM-Motor mit dem Slogan «Luft siedet nicht, Luft gefriert nicht». Von den Modellen mit wassergekühlten Motoren werden in der Tat nur wenige Exemplare verkauft. Die Bucher-Traktoren haben Sechsgang­ getriebe, der erste Gang ist ein echter Kriechgang. Die Normzapfwelle kann ­auch ge­triebeabhängig geschaltet werden,­ um zapfwellengetriebene Anhänger mit schweren Lasten in steiles Gelände schicken zu können. Die Hydraulik mit Kipphebel und Kolben (nach Bauart Allis Chalmers) wird­ im Bucher-Zweitwerk Griessen verbessert. Ihr Antrieb erfolgt kupplungsabhängig ab Mähantriebswelle. Die hydraulische Hebevorrichtung und das Mähwerk sind Zusatzausrüstungen. Der Verkaufserfolg dieser neuen Traktoren basiert auf zwei Faktoren: In der Schweiz gibt es ein grosses Händlernetz für Bucher-Landmaschinen, und sämtliche Anbaugeräte für die Zugmaschine können aus eigener Fabrikation geliefert werden. 1956/57 wird Bucher-Guyer hinter 8 2015  Schweizer Landtechnik

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n  Passion

Bührer und Hürlimann drittgrösster Traktorenhersteller in der Schweiz. Damals werden hierzulande rund 70 Traktormarken angeboten, darunter 13 schweizerischer Provenienz.

Ab 1962 Fiat bei Bucher 1958 baut Bucher-Guyer das Modell «D 2000» mit stärkerem Motor und Doppelkupplung. Neu sind die kupplungsunab-

Bucher stellt allein bis 1970 rund 11 000 Ladewagen her.

Der erste Fiat-Traktor von 1919 mit Petrolmotor von 6235 cm3.

hängige Hydraulikpumpe mit Doppelsteuergerät und Antischlupf sowie eine Vorschaltstufe für zwölf Vorwärts- und zwei Rückwärtsgänge. 1959 kommt der «D 4000» mit luftgekühltem MWM-Motor (38 PS) und Zehngang-Getriebe heraus. In jenem Jahr wird mit 697 eigenen Traktoren Absatzrekord erzielt. Wie bei anderen Schweizer Traktoren, beginnt mit der Aufhebung der Einfuhrkontingentierung auch bei Bucher der Absatzmotor zu stottern. Bucher entscheidet mit Weitblick, den eigenen Traktor nicht mehr weiterzuentwickeln, und schaut sich rechtzeitig nach einem Importprodukt um. 1962 wird die Generalvertretung für Fiat-Traktoren übernommen. Die Eigenproduktion läuft im Jahre 1972 aus. 1954  –  1965 wird der rote BucherTraktor insgesamt in 5054 Exemplaren verkauft, das letzte 1972. Für seine Qualität spricht auch der Umstand, dass im 2006 immer noch 1810 Stück immatrikuliert sind.

Lizenzen vergeben Bucher-Guyer konstruiert weiterhin Anbaumaschinen, wie Bindemäher, Kreiselschwader und Mäh-Conditioner, die einen hohen Bekanntheitsgrad erzielen. Der von Bucher erfundene Kreiselschwader geht 1969 gleichzeitig bei Kuhn und bei Fahr in Produktion. In den Jahren danach übernehmen Stoll, Pöttinger, Fella, Niemeyer und Claas das Prinzip und liefern Bucher-Guyer Lizenzgebühren ab. 18 Jahre später ist eine halbe Million Kreiselschwader vom Band gelaufen – in Spitzenjahren bis 40 000 Stück –, davon mehr als die Hälfte bei Kuhn und bei Fahr. 1962 kommt als einer der Ersten der BucherLadewagen in seiner Urform auf den Markt; bis 1970 werden rund 11 000 Stück hergestellt. Manche Besucher des Bucher-Museums in Niederweningen sind erstaunt über

die teilweise hohen Produktions- und Verkaufszahlen; beispielsweise sind von der bekannten Luna-Pumpe über Jahrzehnte hinweg mehr als 128 000 Stück und vom Rekord-Motormäher von 1944 bis 1953 über 14 000 Maschinen hergestellt worden.

Fünf Konzernbereiche Die sechste Generation, die drei Söhne Walter Hausers, übernimmt im Jahre 1967 und setzt auf einige wenige Spezialitäten, Kommunalfahrzeuge und Hydraulikkomponenten. 1984 fasst die Bucher Holding AG die lose verbundenen Firmen zusammen und wird zwei Jahre später börsenkotiert. Mit gezielten Akquisitionen und Devestitionen wächst Bucher auf die fünf Konzernbereiche Kuhn Gruppe, Bucher Kommunalfahrzeugdivision (Rolba/Schörling), Bucher Hydraulics, Bucher Emhart Glass (Glasverarbeitung) und Bucher Specials mit ihren Untergruppen Vaslin, Unipektin, Jetter und Landtechnik (siehe Ausgabe April 2014, S. 53). Im Jahre 1993 übernimmt Bucher zusätzlich den Import von Ford-Traktoren; die Vertriebe erfolgt über die Tochterfirma Agrotec in Siglisdorf. 1998 legt Bucher den Vertrieb von New Holland Fiat und New Holland Ford zusammen. Ab dem Jahre 2000 beginnen die Namen Fiat und Ford zu verschwinden; die Farbe wird Blau – der Markenname New Holland ist geboren. Im Jahre 2003 erfolgt mit dem Verkauf des Motormähergeschäfts an Reform die Aufgabe der landwirtschaftlichen Eigenproduktion am Standort Niederweningen. Bereits im Jahre 2005 erreicht der Konzern nahezu zwei Milliarden Umsatz. Heute importiert Bucher nebst den CNH-Traktoren (Case, Steyr, New Holland) Weidemann-Produkte und erzielt ein Mehrfaches des erwähnten Umsatzes.  n

Case übernimmt 1984 IH und 1996 Steyr 1962 übernimmt Bucher-Guyer die Schweizer Vertretung für Fiat-Traktoren, hier einer der ersten Generation.

Den Traktorbau übernimmt New Holland von Ford.

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Schweizer Landtechnik  8 2015

Die Bucher-Importmarke Case hat im Jahre 1984 die Firma International Harvester IH übernommen, die 1902 durch den Zusammenschluss der Firmen McCormick Harvesting Machine Company, Deering Harvester Company, Plano Harvester Co., Milwaukee Harvester Co. sowie Warder, Bushnell & Glessner Co. entstanden ist. 1908 ist mit International Harvester Company m.b.H. in Neuss die deutsche Tochter­ gesellschaft IH Neuss gegründet worden, die zu Beginn noch aus den USA importierte Produkte von IH in Deutschland verkauft hat. 1911 beginnt man in diesem Werk mit der Fertigung von landwirtschaftlichen Maschinen. 1937 kommt die Fertigung von

Traktoren dazu. 1994 wird das Werk in Neuss geschlossen. Aufgrund der Dominanz der Marke Fordson (später Ford) stellt IH 1924 unter dem Markennamen Farmall eine neue Serie von Traktoren her, die 1972 McCormick benannt wird. 1984 erfolgt die Übernahme von IH durch Case. 1996 wird Steyr an Case verkauft. 1999 erfolgt die Fusion von Case-Steyr und New Holland zu CNH. 2000 erwirbt die italienische Argo-Gruppe (Landini usw.) von Case IH die Rechte an der Marke McCormick sowie einen der Produktions­ standorte in Doncaster und gründet ein Jahr später die McCormick Tractors Inter­ national Ltd.


Hof und Feld | Sicherheit   n

Frässpaltautomat: Verschiedene Sägespalter demonstrieren ihre Vor- und Nachteile. Es lohnt sich, die Maschinen zu vergleichen und die für den Betrieb am besten geeignete auszulesen (Bilder: Ruedie Burgherr)

Sichere Holzerei im Privatwald Es gibt in Deutschland mehrere Ausstellungen, welche als Zielgruppe die privaten Waldbesitzer haben. Eine davon ist die «Forst live» in Offenburg. Hinzugekommen sind die erstmals durchgeführten Wald-Tage der Deutschen Landwirtschaftlichen Gesell­schaft DLG. Rund 150 Aussteller zeigten in Brilon (Sauerland, Nordrhein-Westfalen) ihre Produkte. Dazu gab es instruktive praktische Demonstrationen im Wald. Ruedi Burgherr* Das Aufbereiten von Brennholz ist mit vielen Gefahren verbunden. Sowohl an ­ Brennholzfräsen als auch an Spaltmaschinen ereignen sich Unfälle, die man leicht vermeiden könnte. Mit gutem Grund wurde deshalb in den letzten Jahren die Sicherheit an Brennholzfräsen und an Spalt­ maschinen verbessert.

Sägespalter für Brennholz Neue Entwicklungen helfen zusätzlich, das Unfallrisiko zu reduzieren. Sicherheitstechnisch gesehen sind Frässpaltautomaten die beste Lösung. Davon wurden verschiedene Ausführungen gezeigt und im praktischen Einsatz kommentiert. Bei diesen Geräten werden Spälten eingelegt, gefräst und mit der gleichen Maschine gespalten, ohne die Holzstücke nochmals in die Hand zu nehmen. Dies ergibt eine hohe Leistung mit * Geschäftsführer der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft BUL

wenig Unfallrisiko. Logistisch wichtig ist der mechanische Abtransport der Scheiter, in der Regel über ein Förderband, das direkt einen Kipper befüllt. Frässpaltautomaten sind in der Schweiz noch selten, im Ausland aber immer häufiger anzutreffen. Die Werkzeuge sollen so abgedeckt sein, dass ein Hineingreifen während des Frässpaltvorgangs nicht möglich ist. Ein Sicherheitsproblem sind Holzstücke, die nach dem Fräsen quer in den Spaltkanal kommen und dann von Hand gerichtet werden müssen. Deshalb ist beim Kauf einer solchen Maschine darauf zu achten, dass möglichst wenige solche Störungen entstehen können. Der Sicherheitsgewinn gegenüber einem getrennten Verfahren ist enorm. Doch muss die ganze Logistik beachtet werden.

Getriebewinden Inzwischen bieten auch die slowenischen Hersteller Seilwinden mit Getriebe und konstanter Zugkraft an. Bei diesen Geräten

übernimmt die Elektronik die Steuerung, und es sind viele neue Möglichkeiten eingebaut. Neben der konstanten Zugkraft kann auch der Seilausstoss geregelt werden. Der Schreibende hatte die Möglichkeit, eine 7-Tonnen-Winde von Tajfun zu testen. Die konstante Zugkraft hat den Vorteil, dass das Seil und die Anschlagmittel nicht auf die maximale, sondern auf die fixe Zugkraft abgestimmt werden können, was wegen der leichteren Bauweise eine Gewichtsreduktion bedeutet. Bei der 7-Tonnen-Winde reichte z. B. ein 11-mm-Drahtseil. Das dünnere Zugseil erhöht den Bedienerkomfort massiv. Bei einer üblichen Trommelwinde nimmt die Zugkraft gegen aussen stark ab, d. h., je voller die Trommel, desto tiefer die Zugkraft. Bei der Getriebewinde wird dies elektronisch ausgeglichen. Dies ist ein Riesenvorteil in der Anwendung. Der Seilausstoss ist bei der Getriebewinde von Tajfun so gesteuert, dass das Seil nur ausgestossen wird, wenn jemand daran 8 2015  Schweizer Landtechnik

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n  Sicherheit | Hof und Feld

Interessenkonflikte Auf speziellen Foren wurden Themen rund um den Wald behandelt: Aus den Diskussionen ging hervor, dass die Holzpreise im Moment zwar sehr hoch seien, doch würden nur Fichtenbestände rentieren. Buchen und Eichen werden hingegen als grenzwertig betrachtet, und Föhren würden keinen Gewinn bringen. Die Umweltverbände aber wollen keine reinen Fichtenbestände. Eine weitere Forderung aus Sicht des Naturschutzes ist die Forderung, 5 Prozent der Waldfläche ungenutzt zu lassen. Damit tut man sich allerdings schwer; es sei schwierig, den Privatwaldbesitzern Totholzbestände vorzuschreiben, was bedeuten würde, dass rund 10 Prozent der öffentlichen Waldfläche aus der Nutzung genommen werden müssten. Dagegen wehrt man sich. Und wie bei uns sieht man in diesem Totholz auch Gefahren für Dritte, die sich im Wald aufhalten.

zieht. Damit wird verhindert, dass sich das Seil ungewollt abwickelt, was zu Seilschäden führen kann, wenn es nicht bemerkt wird. Dies geschieht, wenn sich das Seil beim Einziehen um Windenteile wickelt. Ein bedeutender Vorteil ist dies in unwegsamem Gelände, wenn das Überklettern von Hindernissen erforderlich ist. Dann ist es sehr wichtig, dass nur so viel Seillänge ausgestossen wird, wie man ziehen kann. Alles in allem eine gelungene Weiterentwicklung des Seilausstosses. Am Display können u. a. Betriebsstunden, Zugkraft, Öldruck und allfällige Fehler abgelesen werden.

Schnittschutzhose Da im privaten Wald noch viele Arbeiten mit der Motorsäge ausgeführt werden, hat

die «Persönliche Schutzausrüstung» («PSA») eine grosse Bedeutung. Viele Hersteller zeigten Bewährtes und Neues. Seit die Firma Pfanner den neuen Forsthelm «Protos» entwickelt hat, zeigen auch andere Hersteller neue Modelle, z.B. Husqvarna. Bei der Schnittschutzhose gibt es immer wieder neue Modelle. Herausragend ist die neue Schnittschutzhose «Defender Pro» von Axmen. Die Defender Schnittschutzhose punktet mit extremer Strapazierfähigkeit und vielen praxisorientierten Detaillösungen. Durch ein neu entwickeltes Gewebe ist die «Defender Pro» Schnittschutzhose wesentlich strapazierfähiger als die bisher bekannten Schnittschutzhosen mit KevlarVerstärkungen. Sie ist die ideale Ganzjahreshose, da sie atmungsaktiven Tragekomfort und guten Wetterschutz bietet. Dabei wird das Material an stark beanspruchten Stellen durch ein Laminat ergänzt, was den Schutz vor Wind und Regen garantiert. Die elastische Faser sorgt für uneingeschränkte Bewegungsfreiheit. Die «Defender Pro»Schnittschutzhose bietet ein gutes Verhältnis von Sicherheit, Strapazierfähigkeit und Bewegungsfreiheit!

Holzspalter Erfreulich ist die Entwicklung bei den Holzspaltmaschinen. Immer mehr Geräte werden mit der praxistauglichen Krallenbedienung ausgerüstet. So neu auch bei Binderberger. Die Krallenschaltung ist ein Teil der Zweihandbedienung. Mit der Kralle wird mit der linken Hand das Holzstück gehalten und mit der zweiten Hand der Spaltvorgang ausgelöst. Wer so arbeitet, ist vor Handverletzungen geschützt und arbeitet trotzdem effizient und ergonomisch.

Prüfstand für Schnittschutzhosen Auf Interesse stiessen die Vorführungen der Hochschule Rottenburg mit einem Prüfstand für Schnittschutzhosen. Hier wurde mit einer Hochgeschwindigkeitskamera demonstriert, was passiert, wenn die Kettensäge auf eine Schnittschutzhose trifft. Das Bild zeigt, auf welche Weise die Fäden wie stark herausgerissen werden, bis zur Blockierung der Sägekette. Daraus lassen sich für die Hersteller wichtige Erkenntnisse gewinnen. Am gleichen Stand zeigte das Prüfinstitut Hohenstein Messungen zur Atmungs­aktivität. Im Vergleich schneidet diesbezüglich eine Schnittschutzhose nach wie vor schlechter ab als eine Einsatzhose der Feuerwehr. Die Prüfverfahren tragen dazu bei, Forst­beklei­dung noch sicherer und komfortabler zu machen.

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Schweizer Landtechnik  8 2015

Getriebeseilwinde mit konstanter Zugkraft und kontrolliertem Seilausstoss am Beispiel Tajfun.

In idealer Weise verbindet die moderne Schnittschutzhose «Defender Pro» Sicherheit, Strapazierfähigkeit und Bewegungsfreiheit.

Geräte für die Selbstversorger Viele kleine Waldbesitzer und «Selbstwerber» ohne eigenen Wald rüsten Brennholz für den Eigenbedarf auf. Auch sie sind grundsätzlich daran interessiert, sich die Arbeit zu erleichtern, und deshalb geneigt, in eine einfache Mechanisierung zu inves-


Kr t Off anken ka erte verl sse: ang en!

Jetz

tieren. So sieht man Kleintraktoren mit Mi­ nirückeanhängern oder gar Anhänger für Pkw mit Ladekran. Selbstverständlich kann man mit diesen nur Holz an befahrbaren Strassen und in kleinen Dimensionen auf­ laden. Werden solche Minirückewagen an einen Quad gekoppelt, sind diese wesent­ lich vielseitiger nutzbar. Allerdings ist dann auf der Strasse die mögliche Anhängelast zu berücksichtigen. Auf PW-Anhängern sah man auch Seilwinden und Holzspalter mit Aufbaumotor. Daneben gab es für diese Zielgruppe Maschinen und Geräte in allen Grössen und Ausstattungen. So bietet die Firma BGU als Lieferant für Forstmaschi­ nen auch Kleintraktoren eines südkoreani­ schen Herstellers an. Diverse Hilfsgeräte wurden für diese Zielgruppe gezeigt. Mit der Holz-up kann man Holzstücke ziehen oder Meterstücke aufstellen. Ein Alu-Sappi ist neu mit einer Schneidklinge ausgerüstet, damit man beim Spalten mit einer Spaltma­ schine auch Restfasern durchtrennen kann. Auch zum Bündeln von Brennholz gibt es immer wieder neue Geräte. Die Dimensio­ nen reichen von Minigeräten für Kaminfeu­ erportionen bis zu den normalen SterBündelgeräten.

Krallenschaltung: Auch Binderberger setzt jetzt auf die bewährte Zweihandschaltung mit Kralle.

Forstmesse in Luzern Obwohl mehr auf die grösseren Forstbetriebe ausgerichtet, wird man an der Forst­ messe in Luzern viele der hier erwähnten Maschinen und Geräte auch fin­ den. Am BUL-Stand gibt es einige Neuheiten, z. B. Schnittschutzhosen, Forstblusen, einen mechanischen Fällkeil, Schuh- und Kleider­ trockner, Alu-Sappi. Die BUL ist an der Forst­ messe in der Halle 2 Stand B03 präsent. Für Auskünfte und Rückfragen steht die BUL gerne zur Verfügung. BUL, Prävention Landwirtschaft Picardiestrasse 3-Stein 5040 Schöftland Tel. 062 7395040 Fax 062 739 50 30 www.bul@ch, bul@bul.ch

In der Schweiz finden Interessierte Holzerkurse im Internet unter:

Weintrauben | © Agrisano

Aus- und Weiterbildung Verschiedene Ausbildungsstätten zeigten ihr Angebot an Aus- und Weiterbildung. Schwerpunkt waren die Kletterschulen, aber auch grosse Forstbetriebe bieten Weiterbildungsmöglichkeiten an. Erstmals wurde auch ein Angebot für den europäischen Motorsägeausweis gezeigt. Dies ist insofern erfreulich, als auch die Schweiz bei der Erarbeitung dieser Programme durch die BUL vertreten ist.  ■

ren Mit uns profitie Sie: wechseln lohnt sich!

Autoanhänger mit Forstkran (oben) oder mit Seilwinde (unten) Autoanhänger mit Forstkran (oben) oder mit Seilwinde (unten): Für private Kleinwaldbesitzer ist weniger oft mehr. Auch sie suchen nach Lösungen für ergonomisches Arbeiten.

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Der Fahrlehrer und Instruktor Fritz Mühlemann steht den Gruppenteilnehmern im SVLT-Kurs «Sicher Fahren – alles im Griff» in Wülflingen Rede und Antwort. (Bilder: Dominik Senn)

«Sicher fahren – alles im Griff» Der CZV-Weiterbildungskurs «Sicher fahren – alles im Griff» des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik SVLT ist von den Teilnehmern positiv beurteilt worden. Die Schweizer Landtechnik war in Wülflingen mit von der Partie. Dominik Senn

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«Die Kursteilnehmer kennen die Vorschriften des Strassenverkehrsgesetzes (SVG). Sie sind in der Lage, die Signale gemäss Signalisationsverordnung (SSV) sowie die Verkehrsregeln (VRV) zu interpretieren und in der Praxis korrekt anzuwenden. Sie erkennen technische Mängel, können ihre Fahrzeuge den äusseren Bedingungen anpassen und kleine Störungen selbst beheben.» Diese Lernziele gab Kursleiter Fritz Mühlemann, Fahrlehrer für alle Kategorien, Instruktor für schwere Motorfahrzeuge und Inhaber der Fahrschule «start2drive» in Mollis GL, der Gruppe vor, welche unlängst den Tageskurs in Wülflingen ZH besuchte und dafür einen Tag obligatorischer Weiterbildung für Berufschauffeure (CZV) verbuchen durfte.

halben Stunde Grundlagen des sicheren Fahrens, Fragen des Vortrittsrechts und Bedeutungen von Signalen. Etwa vierzig Themenbereiche werden dabei mittels Fragestellungen angesprochen und im Plenum erörtert. Schon die ersten Fragen geben zu Diskussionen Anlass: Beträgt der Abstand bei guten Sicht- und Strassenverhältnissen ausserorts für schwere Motorfahrzeuge maximal 100 m, mindestens 50 m oder mindestens 2 Sekunden? Oder welche der folgenden drei Aus­sagen ist komplett richtig?: Der Anhalteweg beträgt bei doppelter Geschwindigkeit ­das Doppelte; der Anhalteweg besteht aus ­Reaktionsweg und Bremsweg; der Anhal­teweg vergrössert sich bei doppelter Geschwindigkeit nur unwesentlich.

Grundlagen des sicheren Fahrens

Verkehrsvorschriften

CZV-Fähigkeitsausweis

Es ist 8 Uhr. Im Strickhof in Wülflingen, dem Kompetenzzentrum für Bildung und Dienstleistungen in Land- und Ernährungswirtschaft des Kantons Zürich, versammeln sich die Kursteilnehmer in einem der Schulungssäle. Kursleiter Fritz Mühlemann eröffnet unverzüglich die Vorstellungsrunde und ­lässt die Absolventen den Eingangstest SVG,­ VRV und SSV ausfüllen. Dieser wird erst­ zum Kursende ausgewertet und dient der Lernkontrolle. Jetzt erarbeiten die Teilnehmenden in Gruppenarbeiten während einer

Der zweite Lernblock am Morgen gilt Verkehrsvorschriften SVG, VRV und SSV. Hier beschränkt sich der Instruktor nicht bloss­ auf die Gesetzestexte im vollen Wortlaut, sondern versucht die Hintergründe und ­Zusammenhänge zu durchleuchten. «Mein Ziel ist es, die Verknüpfungen der Gesetzesartikel mit den einzelnen Verordnungen aufzuzeigen», sagt Fritz Mühlemann. Immer wieder stellt er häufig auftretende Situationen im Strassenverkehr zur Diskussion. In Gruppen oder im Plenum folgen Diskussion,

Wer mit Lastwagen Güter transportiert, muss im Besitz eines Fähigkeitsausweises für Gütertransport sein. Für den Personentransport ist der Fähigkeitsausweis seit September 2013 obligatorisch. Den Ausweis erhält, wer fünf Tage zu sieben Stunden Weiterbildung bei einem anerkannten Bildungsanbieter, beispielsweise ­ beim SVLT, besucht hat. Weitere Infor­ mationen und das Anmeldeformular sind unter www.cambus.ch oder auf www.fahrkurse.ch abrufbar.

Schweizer Landtechnik  8 2015

Analyse und die Lösung. Weder fehlen Einhalten von Abständen, Vortrittsrecht auf Autobahnauffahrten, das Stellen der Blinker, Überholmanöver, Rundumkontrollen noch Lasten und ihre Sicherung, Abschleppen von Fahrzeugen oder Anhängern, Fahren durch Dörfer, Tunnelsituationen. Der Instruktor lässt nichts aus, verweist auf die entsprechen­den Gesetzesartikel und Verordnungen, bis jedem Teilnehmer Sinn und Zweck klar sind. Mit Nachdruck verweist Fritz Mühlemann schliesslich auf die Grundregel aller Verkehrs­ regeln (Artikel 26): «Jedermann muss sich im Verkehr so verhalten, dass er andere in der ordnungsgemässen Benützung der Strasse weder behindert noch gefährdet.» Dabei ist


Bildung | SVLT   n

der Begriff «ordnungsgemäss» weit gefasst; darunter fallen beispielsweise Abstandsregeln oder eine nötige Vollbremsung.

Batterien – Schneeketten

Mit vereinten Kräften üben die Kursteilnehmer Schneeketten an die Antriebsräder zu legen.

Wie eine entladene Batterie überbrückt wird, ohne eine Knallgasexplosion zu riskieren, ist an diesem Kurs zu erfahren.

Weil es in Strömen regnet, kürzt der Ins­ truktor den praktischen Teil ab. Die Kurs­teil­ nehmer besprechen zuerst mehrere Fahr­ zeugausweise, aus denen sie Nutzlasten herauslesen. Anschliessend errechnen sie i­n Gruppenarbeit Anhaltewege unter verschie­ denen Bedingungen und wenden eine ent­ sprechende Faustregel an. Zu guter Letzt wagen sich alle ins Freie, wo der Kursleiter einen Lkw vorfährt und jeden Einzelnen auffordert, Schneeketten an die Antriebs­ räder zu legen und eine entladene Batterie zu überbrücken, ohne eine Knallgasexplo­ sion zu riskieren. Nach Auswertung des Eingangstestes, Kurs­ besprechung und Aushändigung der Kursbe­ stätigung gibt es spontanen Applaus ­ für Kursleiter Fritz Mühlemann, der dies als «In­ dikator für erreichtes Kursziel» interpretiert, was sich in den durchwegs positiv lautenden Feedbacks der Teilnehmer bestätigt. Nach­ folgend Äusserungen dreier Teilnehmer, die hauptberuflich Landwirte sind.  n

«Es hatte brutal viele Kursinhalte für einen einzigen Tag» Michael Hungerbühler, Jahrgang 1982, Lömmen­ schwil SG, ist Landwirt, ­hält Mutterkühe und eine klei­ nere Obstbauanlage mit Tafelzwetschgen. Auf die Kursausschreibung ist er in der Schweizer Landtechnik gestossen. Seiner Meinung ­nach sollte jeder Berufschauffeur jährlich einen obligatorischen Weiterbildungskurs besu­ chen und nicht alle Kurse gehäuft kurz vor Ablauf der Fünfjahresfrist absolvieren, damit sie länger vom aufgefrischten Wissen profi­ tieren können. Seine Meinung zum Kurs: «Es hatte brutal viel Kursinhalte für einen einzigen Tag. Doch Fritz Mühlemann hat sie gut herübergebracht. Mir gefiel, dass er genau jene Strassenverkehrsvorschriften behandelt hat, mit denen wir fast täglich konfrontiert werden, ob mit dem Lkw oder mit dem Personenwagen. Ich habe das gute Gefühl, wieder auf dem neusten Stand zu sein. Auch die Gruppenübungen zu den wichtigsten Themen haben mir gut gefallen. Ich fand es super, dass er seinen Lkw mitgebracht hat, um handwerkliche Praxis zu demonstrieren.»

Andreas Hasler, Jahrgang 1973, Guntershausen TG, ist ebenfalls Landwirt ­und hält einen Betrieb mit­ 18 Pensionspferdeboxen in Aa­dorf, dazu ist er mit seinem Nachbarn in eine Tierhaltungsge­ meinschaft mit rund 50 Milchkühen einge­ bunden, ist zu 80 % auswärts Kranführer/ Allrounder in einem Dachdeckergeschäft und fährt sommers Mähdrescher. Auch er sah die Kursausschreibung in der Schweizer Landtechnik. Sein Urteil: «Als vielbeschäftigter Chauffeur habe ich über das Kursangebot Verkehrskunde etwas lächeln müssen. Doch wurde ich eines Bes­ seren belehrt: Der Kurs war spannend. Viele verschiedene Inhalte und Verkehrssituatio­ nen wurden angesprochen. Das Auffrischen hat mir viel gebracht. Meine Erwartungen wurden in jedem Fall erfüllt. Mir gefiel be­ sonders, dass auch die Folgen eines Ver­ kehrsdeliktes angesprochen wurden, was beispielsweise die Anerkennung einer Busse im Nachhinein bedeutet. Für meine Situation als praktizierender Lkw-Fahrer war der Pra­ xisteil mehr oder weniger überflüssig.»

Christof Lehmann, Jahrgang 1973, Elgg ZH, ist Landwirt und Lohnun­ ternehmer, zusammen mit weiteren Geschwistern. ­Er betreut einen 85-ha-Be­ trieb mit rund 70 Milchkühen und 50 Rin­ dern, betreibt Ackerbau und führt daneben Milchtransporte aus. Das Lohnunterneh­ men erbringt Dienstleistungen wie Mäh­ dreschen, Pressen, Säen und Güllever­ schlauchen. Sein Eindruck vom Kurs: «Ich kam durch die Schweizer Landtechnik auf diesen Kurs. Ich fand den Kurs durch­ wegs informativ. Alle wichtigen Themen wurden aufgefrischt. Meines Erachtens ist das Kursziel erreicht worden. Dazu beige­ tragen haben die interessierten Beteiligten und die gute Gruppengrösse von sechs Personen. Begrüsst habe ich auch den Praxisteil mit der Montage von Schneeket­ ten und dem korrekten Überbrücken einer leeren Batterie. Den Kursteil Verkehrs­ vorschriften hätte ich gerne etwas vertief­ ter behandelt gehabt; immerhin wissen­ wir jetzt, wo wir, falls nötig, etwas nach­ schauen können.» 

8 2015  Schweizer Landtechnik

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n  SVLT | Bildung

Urs Rentsch verstärkt SVLT-Team Weiterbildung sowie technische Beratung und Expertentätigkeit rund um den landwirtschaftlichen Strassenverkehr sind Kerngeschäfte des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik. Urs Rentsch beackert als neuer Mitarbeiter im Riniker Zentralsekretariat seit Mitte Juni das breitgefächerte Arbeitsfeld. Ueli Zweifel

Urs Rentsch ist beim SVLT der neue Mann am Telefon, wenn es um Fragen des Strassenverkehrsrechts und des Technikeinsatzes in der Landwirtschaft geht.

Du hast einen landwirtschaftlichen Hintergrund und warst in der Landmaschinenbranche tätig; eine vielversprechende Ausgangslage. Wie willst du diese nutzen? Durch meine bisherigen Tätigkeiten kenne ich mich bereits recht gut mit den physikalischen Gegebenheiten und Problemstellungen von neuen landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten aus. Als Landwirt kenne ich auch die Anforderungen, die an eine Maschine gestellt werden. So hoffe ich, mit meinem vor-handenen Wissen unseren Mitgliedern mit fachlichem Wissen und fundierten Erkenntnissen mit Rat zur Seite stehen zu können.

(Bild: Ueli Zweifel)

Urs Rentsch (36), aufgewachsen auf dem elterlichen Landwirtschaftsbetrieb im ­­­Oberaargau, machte nach der obligatorischen Schulzeit die landwirtschaftliche Ausbildung und schloss diese am Inforama Waldhof, Langenthal, mit dem Fähigkeitsausweis ab. Im Anschluss daran war er als stellvertretender Magazinchef bei­­­ der Mühle Aeschlimann in Lotzwil tätig,­ bevor er sich am Feusi Bildungszentrum­ in Bern zum eidgenössisch diplomierten Agrokaufmann ausbildete. Nach einer Beratungs- und Verkaufs­ tätigkeit beim UFA-Beratungsdienst in Zollikofen wechselte Urs Rentsch in­ die Landtechnikbranche. Die Stationen sind: Beratung und Verkauf bei der Räderfabrik Gebrüder Schaad in Subingen, dann der Posten des Product-Managers Traktoren bei Matra und bis vor Kurzem in der gleichen Eigenschaft als Pro­ductManager für Erntetechnik und Precision 58

Schweizer Landtechnik  8 2015

Nun hast du dir ein umfassende­res Bild zum SVLT und vor allem zu deinem Arbeitsgebiet gemacht. Was kannst du darüber berichten? Was ist neu, was möglicherweise überraschend? Ich habe mich beim SVLT bislang hauptsächlich mit dem Strassenverkehrsrecht, mit Fragen rund um den Strassenverkehr und mit dem ganzen Ablauf des Feldspritzentests befasst. Es ist ungemein anspruchsvoll, den Kunden fundierte Aussagen zu machen, was im Schweizer Strassenverkehr erlaubt ist und was nicht. Erstaunt bin ich letztlich, wie viel eigent­ lich regelwidrig und doch täglich auf den Strassen anzutreffen ist.

Farming beim Case-Steyr-Center von Bucher Landtechnik in Niederwenigen.

Schweizer Landtechnik: Bevor du hier beim SVLT deine Tätigkeit aufgenommen hast: Welche Eindrücke und Begegnungen hast du mit dem Schweizerischen Verband für Landtechnik in Verbindung gebracht? Urs Rentsch: Ich hatte noch keine grossen Berührungspunkte mit dem SVLT. Klar hatte ich auch mal an einem Geschick­lichkeitsfahren teilgenommen, habe von den verschiedenen Kursen gelesen, die wir anbieten, und habe den Auf­kleber an der Feldspritze gesehen. Aber hauptsächlich war der SVLT diejenige Organisation, die jeden Monat die «Schweizer Landtechnik» publiziert, welche ich, seit ich lesen kann, jeden Monat fleissig studiert habe.

Es gibt den Ausspruch, der SVLT sei der Touring-Club der Bauern. Was kommt dir dazu in den Sinn? Wusste gar nicht, dass wir einen Pannendienst betreiben. – Doch immerhin bietet der SVLT seinen Mitgliedern bei Pro­ blemen individuelle Beratung und Unterstützung an. Und generell vertritt er die Interessen der Landwirte und Lohnun­ ternehmer im Strassenverkehr. Dabei ist bekannt, dass die Transportleistungen steigen. Da ist es umso wichtiger, die Vorteile zu verteidigen, die man mit grün eingelösten Fahrzeugen hat, und gute Lösungen zu finden, um Erfordernissen des technischen Fortschrittes gerecht zu werden. Auf der anderen Seite müssen sich die Fahrzeughalter und Chauffeure ihrer ­ Verantwortung bewusst sein und die Vorschriften und Verkehrsregeln im Interesse der Verkehrssicherheit ein­ halten. Nicht immer ist klar, was nun genau g ­ ilt. So ist es nicht verwunderlich, dass ­ es bei den meisten Anfragen am Telefon um Achslasten, Dimensionie­ rungen und Sicherheitsvorschriften rund landwirtschaftliche Fahrzeuge geht.  ■


Sektionen | SVLT   n

SVLT

ASETA

Einladung zur 91. Delegiertenversammlung Freitag, 11. September 2015, um 15 Uhr Hotel Holiday Inn, Bern Brünnen

Traktanden 1. Begrüssung und Wahl der Stimmenzähler 2. Mitteilungen 3. Protokoll der 90. DV vom 30. August 2014 4. Jahresbericht 2014, Bericht der Geschäftsprüfungskommission 5. Rechnung 2014 6. Décharge-Erteilung 7. Budget 2016 8. Jahresbeitrag 9. Wahlen – Vorstand – Präsident und Vizepräsident – Geschäftsprüfungskommission – Kontrollstelle 10. Ehrungen 11. Anträge  *) 12. Verschiedenes * Gemäss Art. 20 der Statuten sind Anträge spätestens eine Woche vor der Delegiertenversammlung, d. h. vor dem 4. 9. 2015 schriftlich dem Präsidenten oder dem Direktor einzureichen. Zur Delegiertenversammlung hat gemäss Art. 13 der Statuten jedes Verbandsmitglied Zutritt. Aktives Stimmrecht haben jedoch nur die Delegierten.

Lohnunternehmer Schweiz

Tag der offenen Tür in Safenwil Samstag und Sonntag, 15. / 16. August 2015, 10 bis 22 Uhr (Sa.), 10 bis 18 Uhr (So.), Werkhof Hirter und Tschanz in Safenwil Der Fachverband Lohnunternehmer Schweiz führt im Werkhof von LU Hirter und Tschanz an der Hammenlochstrasse 5 in Safenwil Tage der offenen Tür durch. Es besteht die Gelegenheit, den modernen Maschinenpark zu besichtigen. Verpflegen kann man sich im bereitgestellten Restaurationsbetrieb und am Samstag zusätzlich an der Bar.

Grillplausch 2015 in Lignerolle VD Samstag, 29. August 2015, ab 16 Uhr, grand Vailloud 10 Lohnunternehmer Schweiz und die ARETA (Westschweizer Lohnunternehmervereinigung) laden zum Grillplausch zu Frédéric Petermann in Lignerolle VD ein (Autobahnausfahrt Les Clées benutzen). Nach dem Aperitif werden die Betriebe Agrogaz und Entranord vorgestellt. Um 19 Uhr ist Nachtessen. Der Unkostenbeitrag ist vor Ort zu bezahlen. Anmeldung bis 20. August an: Lohnunternehmer Schweiz, Ausserdorfstrasse 31, Riniken, 056 450 99 90, www.agro-lohnunternehmer.ch

AG

Aktionstag Anhängerbremsen Dienstag, 25. August, Mäder AG Landmaschinen, Niederwil AG

Mit freundlichen Grüssen SCHWEIZ. VERBAND FÜR LANDTECHNIK – SVLT Der Präsident: Max Binder Der Direktor: Aldo Rui

Schweizer Meisterschaft Wettpflügen 2015 Sonntag, 23. August 2015, in Herznach AG Die Schweizerische Pflüger-Vereinigung (SPV) lädt zur Schweizermeisterschaft Wettpflügen 2015 nach Herznach AG ein. Um 10 Uhr wird die Festwirtschaft eröffnet. Um 11 Uhr ist Start mit Ziehen der Spaltfurche. Wettkampfende ist 14.40 Uhr nach Programm, und ca. 16.30 Uhr Rangverlesen. Um 12.15 Uhr findet ein Apero für eingeladene Gäste statt, die einen Einblick in die Kunst des Pflügens erhalten. Zum Rahmenangebot gehören eine Maschinenausstellung, Oldtimer im Einsatz und Bauernhofglace. Wie die SPV weiter mitteilt, ist am 19. / 20. September die Europameisterschaft in Veendam, Niederlande, am 3. / 4. Oktober die Weltmeisterschaft in Thisted, Dänemark, und am 6. Dezember Chlaushock in Aesch BL.

Sind die Bremsen am Anhänger in Ordnung? Stimmt die Bremsleistung? Am «Aktionstag Anhängerbremsen» kann jedermann Fahrzeuge auf einem modernen Bremsenprüfstand kontrollieren. Nach dem Test gibt es ein Prüfprotokoll und Tipps, wie die Bremsleistung allenfalls verbessert werden kann. Kosten für Mitglieder AVLT: Fr. 25.–  / Achse (für Nichtmitglieder 50.–) Der Zeitbedarf für einen Anhänger mit zwei Achsen: ca. 30 Minuten •  Jede Achse wird einzeln überprüft. •  Die zulässige Achslast wird hydraulisch simuliert. •  Die Fahrzeuge werden ohne Ladung geprüft. Anmeldung und Auskünfte bei der AVLT-Geschäftsstelle: sektion.ag@agrartechnik.ch oder 062 893 20 41 / 079 77 44 715

FR

Bremsenkontrolle 2015 Um die Sicherheit beim Transport zu verbessern und über Fahrzeuge zu verfügen, die den Anforderungen an den landwirtschaftlichen Strassenverkehr gerecht werden, erhält die Sektion Freiburg des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik (FVLT) die Bremstestkampagne durchs ganze Jahr 2015 hindurch aufrecht. Dieser Test ist gedacht für Karren und Anhänger aller Art, 30 oder 40 km / h, die während des ganzen Jahres im Einsatz stehen und deren Wartung leider oft vernachlässigt wird. Am Ende der Kontrolle werden die Eigentümer in Besitz einer genauen

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n  SVLT | Sektionen

­ iagnose ihrer Fahrzeuge sein, die von akkreditierten Spezialisten der D Schweizerischen Metall-Union erstellt wird (die Liste der Werkstätten ist auf der Website unter www.smu.ch zu finden). Für die Prüfung müssen die Anhängerzüge mit pneumatischen oder hydraulischen Betriebsbremsen ausgerüstet werden. Für ihre Mitglieder bietet AFETA einen Rabatt von 30 Franken pro Achse bei Vorlage der Rechnung. Dazu genügt es, eine Kopie der Rechnung an folgende Adresse zu senden: AFETA / FVLT, Laurent Guisolan, Rte Grangeneuve 31, 1725 Posieux Dieses Angebot gilt nicht für den Kauf von neuen Geräten oder bei einem später folgenden Aufgebot zur Expertise.

GR

Rundballentransport wie weiter?

Traktorfahrkurs Frauen und Junglenker Samstag, 5. September 2015, 9 bis 16 Uhr Landwirtschaftliches Institut Grangeneuve, 1725 Posieux

Eine Transportlösung von Keltec wird in Sarn zu sehen sein.

Der Freiburgische Verband für Landtechnik organisiert einen Kurs für Frauen und Junglenker, welche ihre praktischen Traktorkenntnisse verbessern wollen. Der PW- oder Traktorfahrausweis wird verlangt (Kategorie: B, C, D, F, G). Es sind keine weiteren Vorkenntnisse nötig. Kosten: 110 Franken für Ehefrauen und Kinder von Mitgliedern des FVLT, für Nichtmitglieder 130 Franken. In den Kurskosten inbegriffen sind Unterlagen, Kaffee, Gipfeli, Mittagessen, Warnweste. Einschreibung bis spätestens 20. August 2015 bei: FVLT, Laurent Guisolan, Rte de Grangeneuve 31, 1725 Posieux, oder laurent.guisolan@fr.ch, 026 305 55 58

Freitag, 28. August 2015, 14 bis 17 Uhr Betrieb Johann Georg Dönz, Sendas 1, 7423 Sarn

Verhältnis zwischen Reifen und Boden

Weitere Informationen: www.maschinenring-gr.ch

Rundballen effizient und gesetzeskonform zu transportieren, ist eine echte Herausforderung geworden. Sind neue Spezialgeräte besser als die Ballengabel oder der Frontladertraktor mit Anhänger? Der Maschinenring Graubünden organisiert eine Vorführung, bei der einige Transportsysteme vorgestellt werden. Die Maschinen werden in der Ebene und am Hang im Einsatz sein und auf Wirtschaftlichkeit und Einhaltung der Strassenverkehrsvorschriften geprüft. Der Maschinendemo folgen Kommentare durch Beratung und Polizei, anschliessend Diskussion und Verpflegung in der Festwirtschaft.

Vorführung in Ponthaux

Mutten: Plantahof Feldtag 2015

siehe S. 41

Donnerstag, 20. August, 10 Uhr, Berggasthaus Post, Obermutten

BS,

BL

Besuch der Agrar Landtechnik Balterswil und der ART in Tänikon Freitag, 20. November 2015 Am Morgen besucht die Reisegruppe die Agrar Landtechnik in Balterswil. Nach dem Mittagessen geht es nach Tänikon in die Forschungsanstalt für Agrarwirtschaft und Landtechnik; es gibt eine Führung. Die Heimfahrt wird mit einer Weindegustation und Zvieriplättli in Teufen ZH aufgelockert. Ankunft ca. 19.15 Uhr in Pratteln und 19.45 Uhr in Aesch. Die Kosten pro Person betragen 120 Franken. Dieser Betrag setzt sich aus der Fahrt mit dem Reisecar (Klima-und Heizungsanlage, Kaffeemaschine und Bordtoilette), Mittagessen (die Getränke gehen zulasten jedes Teilnehmers) und einem Zvierplättli inklusive Wein zusammen. Bei weniger als 25 Anmeldungen kann die Reise nicht durchgeführt werden. Die Mitglieder werden zusätzlich mit einer detaillierten Einladung angeschrieben. Familienmitglieder und andere interessierte Personen sind willkommen. Bei der Anmeldung bitte Abfahrtsort angeben. Anmeldetermin: Donnerstag, 15. Oktober, bei: Susi Banga, Gruthweg 103, 4142 Münchenstein, Tel. 061 411 22 88 s.banga@bluewin.ch

60

Schweizer Landtechnik  8 2015

In den Bergwiesen von Obermutten werden Mäher gezeigt, die für diese sehr steilen Lagen geeignet sind. Pro Natura stellt die Zusammenarbeit mit den Landwirten vor. Für die Verpflegung sorgen die Muttner Bäuerinnen und Bauern. Am Nachmittag werden Heuschieber und Seilwinden für die Futterbergung hangaufwärts demonstriert. Programm: bis 9.30 Uhr Kaffee Berggasthaus Post, Obermutten; 10 Uhr Motormäher im Einsatz; 11.30 Uhr Pro Natura; 12 Uhr Mittagessen; 13.15 Uhr Demo Handmähen; 13.45 Uhr Heuschieber im Einsatz; 14.45 Uhr Heubergung mit Seilwinden etc.; 15.30 Uhr Ende der Veranstaltung. Parkplätze hinter der Kirche, Obermutten; Fussweg zur Vorführung ca. 15 min. (Taxidienst für Gehbehinderte). Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich; Verpflegung vor Ort möglich. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter start (www.plantahof.ch).

LU

Aktuelles Kursangebot Mofa- und Traktorenprüfung: Die Vorbereitungskurse für die Mofaund Traktorenprüfung finden jeweils mittwochnachmittags statt. Kurskosten inkl. Lernplattform im Internet für Mitglieder Fr. 70.–, für Nichtmitglieder Fr. 90.–. Nächste vorgesehene Termine: 19. August 2015 in Schüpfheim, 13.15 – 17.30 Uhr 2. September 2015 in Sursee, 13.15 – 17.30 Uhr Roller- und Autoprüfung: Theorieprüfung online lernen für Fr. 29.–


Sektionen | SVLT   n

Grundkurse für Roller und Motorräder finden jeweils samstags in Büron und Sursee statt. Für Mitglieder Fr. 280.–, für Nichtmitglieder Fr. 300.–. Nächste vorgesehene Termine: 22. + 29. August 2015, 07.45 – 11.45 Uhr 5. + 12. September 2015, 07.45 – 11.45 Uhr Verkehrskundeunterricht in Sursee, Willisau, Schüpfheim und Hochdorf. Für Mitglieder Fr. 220.–, für Nichtmitglieder Fr. 240.–. Nächste Termine: 24. / 25. / 26. + 27. August 2015, Sursee, 19 – 21 Uhr 7. / 8. / 14. + 15. September 15, Hochdorf, 19 – 21 Uhr Kombipaket für Rollerfahrer nochmals günstiger als im Einzelpreis. Theorie online lernen / Grundkurs 1 + 2 (8 Lektionen) / VKU (4 × 2 Lektionen) Lastwagenprüfung: Der Lastwagentheoriekurs dauert 32 Lektionen, während vier Wochen, jeweils einen Tag pro Woche. Der Kurs ist modular aufgebaut und der Einstieg jede Woche möglich. Der nächste Kurs beginnt ab 18. August 2015, jeweils in Luzern. Infos und Anmeldung: Änderungen (z. B. Kursort, -inhalt, -preis, -zeit) bleiben vorbehalten: LVLT Fahrschule, Sennweidstrasse, 6276 Hohenrain, 041 467 39 02, Fax 041 460 49 01, info@lvlt.ch, www.lvlt.ch.

ZH

Theoriekurse Kategorie G Im Theoriekurs Kat. F / G werden die Grundlagen aufgezeigt und erklärt. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Lenken von landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen bis 30 km / h. Teilnahmebedingungen: • Mindestalter 14 Jahre (der Kurs kann je nach Kanton 1 bis 2 Monate vor Vollendung des 14. Altersjahres besucht werden, in der Sektion GR bereits ab dem 13. Geburtstag) • Verstehen der Thematik Siehe auch www.fahrkurse.ch

Sektion

Datum

Kontakt

Riniken

16.Sept. + 23. Sept.

Liebegg

7. Nov. + 14. Nov.

Yvonne Vögeli, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch

Muri

7. Nov. + 14. Nov.

Frick

19. Nov. + 26. Nov.

AG

BE Peter Gerber, 031 879 17 45, Hardhof 633, 3054 Schüpfen, bvlt@bluewin.ch

Traktorengeschicklichkeitsfahren 2015 Sonntag, 30. August 2015, ab 9 Uhr Areal der Meier Maschinen AG in Marthalen «Bisch däbi als Zueschauer oder bewiis dis Talänt» heisst das Motto des Zürcher kantonalen Traktorengeschicklichkeitsfahrens 2015. Es findet statt am Sonntag, 30. August 2015, ab 9 Uhr, auf dem Areal der Meier Maschinen AG in Marthalen. Eine Festwirtschaft ist in Betrieb. Die Anmeldung erfolgt an Ort und Stelle, Anmeldeschluss ist um 14 Uhr, Rangverlesen um 19.30 Uhr. Für die Organisation zeichnet neben dem SVLT Zürich die Landjugend Rhyfall verantwortlich.

BL, BS Sissach

21. Okt. + 7. Nov.

Susi Banga, 061 411 22 88, Gruthweg 103, 4142 Münchenstein, s.banga@bluewin.ch

Samedan

26. Aug. + 9. Sept.

Ilanz

3. Okt. + 14. Okt.

Luzia Föhn, 081 322 26 43, 7302 Landquart, foehn@ilnet.ch, www.svlt-gr.ch

Landquart

7. Okt. + 21. Okt.

Thusis

13. Okt. + 28. Okt.

GR

SG, AI, AR, GL

Zur Agritechnica 2015 während der Exklusivtage

Hans Popp, 071 845 12 40, Karrersholz 963, 9323 Steinach, hanspopp@bluewin.ch SH

Die Sektion ZH lädt in Zusammenarbeit mit Rattin AG, Neuhausen am Rheinfall, zu einer Comfort-Class-Carreise zum Besuch der Agritechnica 2015 ein.

5. Sept.

VLT-SH Geschäftsstelle, Martin Müller, Haldenhof 286, 8213 Neunkirch, 079 656 74 58, www.vlt-sh.ch

SO

Die Ausstellung bietet das umfassendste und vielseitigste Programm für den Acker- und Pflanzenbau. Die Carreise findet an den beliebten Händlertagen statt. Erfahrungsgemäss hat es an diesen Tagen weniger Besucher in den Hallen. Neuheiten können also namentlich auf den Ständen der Traktorenbauer aus nächster Nähe bestaunt werden. Das Reiseprogramm: Samstag / Sonntag, 7. / 8. November: Nachtfahrt mit Comfort-ClassReisecar. Sonntag, 8. November: Nach dem stärkenden Frühstück vor Hannover (Autobahnraststätte) Ausstellungsbesuch am ersten Exklusivtag. Verschiebung zum Hotel Van der Valk in Melle (Nähe Osnabrück). Montag, 9. November: Messebesuch und Rückfahrt in die Schweiz in der Nacht vom 9. / 10. November 2015. Pauschalangebot pro Person im Doppelzimmer: CHF 455.–, abzüglich Frühbuchungsrabatt (erste 15 Anmeldungen) und SVLT-Rabatt. Detailinformation, Beratung und Buchung: Rattin AG, Zollstrasse 95, CH-8212 Neuhausen am Rheinfall info@rattin.ch I www.agrikultura.ch auch www.rattin.ch

Beat Ochsenbein, 032 614 44 57, ochsebeis@bluewin.ch SZ, UR 24. Okt.

Florian Kälin, Geschäftsstelle VLT Schwyz & Uri, 055 412 68 63, 079 689 81 87, info@glarnerbeef.ch

Bürglen

22. Aug. + 5. Sept.

Müllheim

24. Okt. + 4. Nov.

VTL / Landtechnik, Markus Koller, 071 966 22 43, Weierhofstr. 9, 9542 Münchwilen

Einsiedeln

TG

ZH Strickhof, Lindau

12. Sept. 28. Nov.

SVLT ZH, Eschikon, 058 105 98 22, Postfach, 8315 Lindau, www.svlt-zh.ch

ZG Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch

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SVLT, Impressum 77. Jahrgang SVLT ASETA

Unterstützt durch den Fonds für Verkehrssicherheit (FVS)

Aus- und Weiterbildungskurse des SVLT

Fahrkurs G40 Mit dem Führerausweis Kategorie G und erfolgreich absolviertem Fahrkurs G40 können landwirtschaftliche Ausnahmefahrzeuge und Landwirtschaftstraktoren sowie gewerblich immatrikulierte Traktoren mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 40 km/h auf landwirtschaftlichen Fahrten gelenkt werden. Der Traktorenfahrkurs G40 ist vom Bundesamt für Strassen, ASTRA, anerkannt und wird im Führerausweis eingetragen.

Weitere Kursangebote:

•  Traktor mit Fahrerschutz (Höchstgeschwindigkeit 30 oder 40 km / h) für den ersten Kurstag

Redaktion Tel. 056 462 32 50 Roman Engeler: roman.engeler@agrartechnik.ch Ueli Zweifel: ulrich.zweifel@agrartechnik.ch Dominik Senn: dominik.senn@agrartechnik.ch Ruedi Hunger: hungerr@bluewin.ch Ruedi Burkhalter: r.burkhalter@agrartechnik.ch Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Postfach, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01 www.agrartechnik.ch

Teilnahmebedingungen

•  Führerausweis Kategorie G

Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik Max Binder, Präsident Aldo Rui, Direktor

Schweisskurse ab Oktober 2015

•  Für den zweiten Kurstag Traktor und landwirtschaftlicher Anhänger (Garantie­gewicht Anhänger mindestens 3500 kg).

Inserate / Anzeigen Agripub Anzeigenservice, Seelandweg 7, CH-3013 Bern Alexandra Fuhrer, Tel. 031 330 95 01 Fax 031 330 95 30 landtechnik@agripub.ch Anzeigenverkauf Daniel Sempach, Tel. 034 415 10 41 daniel.sempach@agripub.ch Anzeigentarif Es gilt der Tarif 2015. Kombinationsrabatt: 25 % bei gleichzeitigem Erscheinen in «Technique Agricole»

•  Die Versicherung der Fahrzeuge ist Sache der Teilnehmenden. Kursbestätigung: Angemeldete Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer erhalten eine Kursbestätigung. Diese Bestätigung ist eine auf einen Monat befristete Ausnahmebewilligung und berechtigt ­zum Lenken des Traktors mit einer Höchst­geschwindigkeit von 40 km / h zu Ausbildungszwecken. Anhänger dürfen ausschliesslich auf dem direkten Weg zum Kursort und während des Kurses selbst mitgeführt werden.

CZV – Weiterbildungskurse

Kurskosten: Mitglieder CHF 580.– (Nichtmitglieder CHF 630.–), abzüglich CHF 100.– vom Fonds für Verkehrssicherheit. Bei Abmeldung 14 Tage vor Kursbeginn wird ein Unkostenbeitrag von CHF 60.– erhoben. Nichterscheinen am Kurs berechtigt den SVLT, die vollen Kurskosten zu verlangen.

Auskünfte zu allen Kurstypen erteilt das Zentralsekretariat des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik: 056 462 32 00 zs@agrartechnik.ch

Herstellung und Spedition Stämpfli AG Wölflistrasse 1, 3001 Bern

ab November 2015

Staplerfahrer – Grundkurse ab Oktober 2015

Erscheinungsweise 11-mal jährlich Abonnementspreise Inland: jährlich CHF 110.– (inkl. MwSt.) SVLT-Mitglieder gratis. Ausland: auf Anfrage

Nächste Ausgabe:

Schwerpunkt «Energie» Markt Maschinen für die Stückholzproduktion Fahrbericht Case Optum

Inserentenverzeichnis Aebi Suisse AG, 3236 Gampelen 2 AGRISANO Krankenkasse, 5200 Brugg AG55 Agro-Technik Zulliger GmbH, 6152 Hüswil 2, 37 Bibus Hydraulik AG, 8320 Fehraltorf 37 Bucher AG Langenthal, 4901 Langenthal 25 Dirim AG, 9213 Hauptwil 2 H.U. Kohli AG, 6038 Gisikon 37 Hans Meier AG, 6246 Altishofen 2 Lemken GmbH & Co., 46519 Alpen 31 Mäder AG, 5524 Niederwil 25 Marolf Walter AG, 2577 Finsterhennen 40 O‘Flynn-Trading, 8049 Zürich 37 Ott Landmaschinen AG, 3052 Zollikofen 11

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Schweizer Landtechnik  8 2015

Pneuhaus Leu AG, 6280 Hochdorf 25 Profi Pneu AG, 4553 Subingen 11 Raiffeisen Schweiz, 9001 St. Gallen 28 Schmid AG, energy solutions, 8360 Eschlikon TG 21 Semence- Z-Suisse swisssem, 1567 Delley 63 Serco Landtechnik AG, 4538 Oberbipp 64 Stähler Suisse SA, 4800 Zofingen 8 STIHL Vertriebs AG, 8617 Mönchaltorf 2 Stocker Fräsen & Metallbau AG, 5072 Oeschgen 40 Wälchli Maschinenfabrik AG, 4805 Brittnau 11 ZT Fachmessen AG, 5413 Birmenstorf AG8

Wissen «Gutes Licht und wenig Strom» ist kein Widerspruch Sicherheit Lieferwagen: rascher und sicherer Warentransport

Nr. 9 / 2015 erscheint am 10. September 2015. Anzeigenschluss 21.  August 2015


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Profile for Schweizerischer Verband für Landtechnik

Schweizer Landtechnik 08/2015  

Hang- und Bergmechanisierung: Übersicht Tiefgang-Ladewagen, Fahrbericht Muli T 10 X HybridShift

Schweizer Landtechnik 08/2015  

Hang- und Bergmechanisierung: Übersicht Tiefgang-Ladewagen, Fahrbericht Muli T 10 X HybridShift