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Schweizer Landtechnik

Juni/Juli 2013

LOGISTIK IN DER LANDWIRTSCHAFT Übersicht AbschiebeRollbandwagen Gezogeneund Scheibenmähwerke Traktor oder Lastwagen: ein Kostenvergleich Fahrbericht: Deutz Agrotron Serie 6 Plattform: Futterschwaden in steilen Lagen


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Editorial • Inhalt Juni/Juli 2013   n

Editorial

Ruedi Burkhalter

n Markt 4 7 13

Aktuelle Meldungen Alternative Transportanhänger im «Kipperland» Schweiz Trends bei Lade- und Kombiwagen

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Pannenfreier Sommer Kürzlich war ich mit der Verschlauchung am Gülleausbringen, als plötzlich die Funkfernsteuerung ihren Dienst quittierte. Es brauchte dann eine zweite Person und zwei Mobiltelefone, um die Arbeit doch noch beenden zu können. Manchmal braucht es eine solche Panne, damit wir wieder wahrnehmen, wie gross der Nutzen einer Technik überhaupt ist. Umso mehr schätzen wir diese dann, wenn sie wieder einwandfrei funktioniert. Der Alltag eines Landwirts ist heute oft so stark mit Arbeit beladen, dass bereits eine kleine Panne dazu führt, dass das ganze Programm über den Haufen geworfen wird. Diese Abhängigkeit von der Technik wird manchmal als Argument gegen den Kauf einer neuen Maschine genannt. Die Frage der Abhängigkeit dürfte auch denjenigen beschäftigen, der den Kauf eines «Gangl Docking Systems» in Betracht zieht. Damit lässt sich jede Maschine mühelos an den Traktor ankuppeln, ohne abzusteigen. Doch führt das System eben auch zu neuen Abhängigkeiten, denn nach dem Umsteigen lässt sich nicht mehr jede Maschine mit einem beliebigen Ersatztraktor betreiben. Wir haben für Sie einen Praktiker besucht, um die Pros und Kontras des Systems näher zu betrachten. Gewisse technische Einrichtungen wie die Bremsen von Anhängern dürfen auf keinen Fall versagen und verlangen deshalb besondere Wartungsund Kontrollarbeiten. Auf Seite 26 lesen Sie von erfreulichen Resultaten der diesjährigen Bremsprüfungen. In diesem Sinn wünschen wir Ihnen eine pannenfreie Fahrt durch den Sommer.

n

Impression

17 20

Serie 6 von Same Deutz-Fahr – Meister des sanften Schaltens «Gangl Docking Systems» – Kuppeln wird zum Kinderspiel

20 n Wissen 24 26

n Management 28

Traktor oder Lastwagen – Kostenvergleich bei landwirtschaftlichen Strassentransporten

n Plattform 30 Futter schwaden in steilen Lagen 32 Wie kommt ein Traktor in die Schweiz? 36 Syngenta-Feldbegehung – Sy Leoo neuer Hybridgerstestar 37 Kurzfassung ART 764 – Heisswasser gegen (Bio-)Blacken 40 Claas – für jede Maschine die beste Motorlösung 45 Erfahrungen mit hydrostatischen Motormähern

30

n Sicherheit 49

Wenns pressiert – passierts (Serie «Rutschen, Schleudern, Kippen»)

n Passion 52 55

Traktormuseum in Uhldingen am Bodensee eröffnet Rekordbeteiligung bei «Traktor des Jahres»

n SVLT 56 Sektionsnachrichten 57 Bericht Kaderkonferenz 58 G40-Instruktorentag 59 G40 60 CZV-Kurse 61 Staplerkurse 54

Ausgabe Nr. 8 erscheint am 8. August 2013

Richtige Ballastierung – mehr Fahrsicherheit Bremsen prüfen zahlt sich aus

Impressum

Titelbild: Kraftvoll unterwegs mit dem neuen Deutz Agrotron 6150.

(Bild: Ruedi Burkhalter)

6/7 2013  Schweizer Landtechnik

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n  Markt | Aktuelles

Rapid stattet Lernende mit Arbeitsgeräten aus

Übergabe des Rapid Mondo mit (von links): René Bühler, Regionaler Verkaufsleiter Rapid, Otto Rütter, Ehrenpräsident Jardin Suisse Zentralschweiz, Lorenz Arbogast, Schulleiter Bildungszentrum. (Bild: pd)

In Neuenkirch entwickelt sich das neue Bildungszentrum für Gartenbauberufe, wo den Lernenden aus der ganzen Zentralschweiz theoretisches und praktisches Fachwissen höchster Qualität vermittelt wird. Rund 300 Auszubildende werden die moderne Anlage mit Schulungsräumen und gedeckten Aussenarbeitsplätzen nutzen. Dem Leiter des Bildungszentrums, Lorenz Arbogast, ist es wichtig, dass die Lehrgänge mit modernen professionellen Arbeitsgeräten ausgebildet werden. Aus diesem Grund durfte das Bildungszentrum vom Schweizer Einachsgeräteträgerhersteller Rapid einen gesponserten Rapid Mondo mit Bodenfräse in Empfang nehmen. Stellvertretend für das Bildungszentrum hat der Projektleiter des Bildungszentrums und Ehrenpräsident von Jardin Suisse Zentralschweiz, Otto Rütter, zusammen mit Lorenz Arbogast das Arbeitsgerät vom Rapid-Gebietsverkaufsleiter René Bühler in Empfang genommen. (zg)

Die Maschinendemonstration startet beim Einnachten.

(Bild: Markus Bopp)

Strickhof Pfluglos-Nacht am 3. Juli Im Flaachtal auf dem Betrieb von Toni Meier findet am 3. Juli die Strickhof Pfluglos-Nacht statt. Organisiert wird der Anlass von Strickhof, Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz Tänikon ART, Swiss No Till, «AgroCO2ncept Flaachtal» und der Landi Flaachal.

Bodenschutz stärker gefördert Der Bodenschutz und der bodenschonende Anbau im Ackerbau werden in der neuen Agrarpolitik stärker gefördert. Konservierende Systeme wie die Direktoder Mulchsaat sollen künftig mit Beiträgen je Hektare unterstützt werden. Die Neuerungen ab nächstem Jahr sind aus erster Hand von Patricia Steinmann vom BLW zu erfahren. Als Pilotprojekt im Ressourcenschutz versucht das «AgroCO2ncept Flaachtal» die Emissionen im Ackerbau um 20% zu reduzieren, um sogleich die Wertschöpfung um 20% zu erhöhen; es wird durch Präsident Toni Meier vorgestellt. Über langjäh-

rige Erfahrungen der Direktsaat im Ackerbau referiert Hanspeter Lauper.

Praktische Beispiele im Feld Die Mulchsaat als verbreitetes Anbausystem ohne Pflug ist vor Ort am Beispiel von Sommerweizen zu besichtigen. Hier können direkt die Auswirkungen des sehr nassen Frühlings auf die Kultur, welche nach Körnermais gesät wurde, beurteilt werden. Auf der zweiten Versuchsfläche wird Mais gezeigt, welcher ohne Pflug in einen Weisskleebestand gesät wurde. An der Maschinendemonstration, welche bei Dämmerungsbeginn startet, ist eine breite Palette von Geräten im konservierenden Ackerbau zu sehen. Dies ermöglicht den direkten Vergleich der unterschiedlichen Geräte. Als Abschluss offeriert die Landi Flaachtal eine Wurst und Getränke, welche beim gemeinsamen Fachgespräch genossen werden können. Markus Bopp, Strickhof

Mitas unterzeichnet 4-Jahres-Vertrag mit AGCO Der Landmaschinenhersteller AGCO unterschrieb einen 4-Jahres-Vertrag mit Mitas über die Erstausrüstung von Traktoren und Mähdreschern der Marken Fendt, Massey Ferguson, Valtra, Challenger und Laverda. Die Maschinen aus den Produktionsstätten in Deutschland, Finnland, Frankreich und Italien werden mit Reifen der Marken Continental und Mitas ausgestattet. «Dies ist die Erweiterung eines bereits bestehenden Vertrags», sagt Andrew Mabin, Marketing und Sales Direktor bei Mitas. Mitas beliefert Fendt schon seit der Übernahme der Landwirtschaftssparte von Continental im Jahr 2004 mit Traktorreifen.

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6/7 2013  Schweizer Landtechnik

Die Vertragserweiterung erfolgte, nachdem Mitas kürzlich eine Auszeichnung von AGCO erhielt. AGCO vergibt damit die höchste Lieferantenbewertung «A» an Mitas für die Lieferung von Landwirtschaftsreifen von Januar bis Dezember 2012. Die von Mitas hergestellten Continentalreifen sind Standard bei vier von sechs Baureihen, zum Beispiel Fendt 924-930 Vario. Ausgezeichnet wurden Leistungen in den Kategorien Qualität, Logistik, Kundendienst und Umweltschutz, für die Mitas jeweils die höchste Bewertung «A» erhielt. Mitas hat seit 2004 in jedem Jahr die Gesamtnote «A» erhalten.

«Landwirtschafts- und Industriereifen machen das Kerngeschäft von Mitas aus», sagt Mabin. «Somit können wir uns bis ins Detail auf dieses Marktsegment konzentrieren.» Die Verkäufe von Mitas an AGCO sind 2012 verglichen mit 2011 um 10% angestiegen. «Im Geschäftsjahr 2012 hat Mitas alle bisherigen Umsatzergebnisse übertroffen», «fügt Mabin an. «Der Gesamtumsatz von Mitas im Jahr 2012 betrug 449 Mio. Euro.» AGCO ist weltweit führend bei der Konstruktion, der Fertigung und dem Vertrieb von Landmaschinen. (pd)


Aktuelles | Markt   n

Zulassungszahlen am Sinken Die Traktorenbranche war auf diese Entwicklung vorbereitet, wie eine in der Schweizer Landtechnik publizierte Umfrage bei den Hauptimporteuren von Traktoren zeigte (Ausgabe 3/2013). Die beiden Hauptgründe für den Rückgang: Aufgrund der auf 2013 neu eingeführten Abgasnormen bei den Motoren wurden erstens in den letzten zwei Jahren von den Bauern noch möglichst viele Traktoren mit der herkömmlichen Motorentechnik gekauft. Zweitens spielte an der Verkaufsfront immer noch der tiefe Europreis bzw. die Aussicht auf Rabatte eine Rolle.

New Holland an der Spitze Bei den Zulassungszahlen verzeichneten alle Importeure Rückgänge, bis auf zwei Ausnahmen: Landini brachte es auf gleich viele Verkäufe wie im Vorjahr. Kubota legte sogar zu, allerdings auf tiefem Niveau nach dem Einbruch im Jahr 2012 (siehe Tabelle). An der Spitze des laufenden Jahres steht jetzt New Holland mit 97 neu immatrikulierten Traktoren (–6,7%), vor Fendt mit 78 (–42,6%) und John Deere mit 77 Traktoren (–39,8%). Dasselbe Bild bietet sich bei den Transportern und Zweiachsmähern, mit Rückgängen im vergleichbaren Zeitraum des

22. Forstmesse Luzern mit über 280 Ausstellern Die Wald- und Forstwirtschaft trifft sich vom 15. bis 18. August 2013 zu der alle zwei Jahre stattfindenden Internationalen Forstmesse in Luzern. Als erste Messe überhaupt wird die 22. Forstmesse die neue Halle 1 in Beschlag nehmen und ihre Neuheiten in modernsten Räumen präsentieren. Mit über 280 Ausstellern aus der Waldwirtschaftsbranche ist sie die grösste Messe in der Schweiz für die Forstbetriebe und ihre Zulieferer. Neben den 280 Fachausstellern gibt es auch dieses Jahr die Sonderschau «Treffpunkt Forst, Forêt, Foresta» mit dem Schwerpunkt «Bilden – Wissen – Vernetzen». Der Fachkongress von Waldwirtschaft Schweiz (WVS) findet erstmals im Konferenzzentrum der neu erstellten Halle 1 der Messe Luzern statt. Auf dem Freigelände 3 wird der SchnupperForwarder für Action und Nervenkitzel sorgen. Ebenfalls im Freigelände 3 wird am Samstag die Holzspaltmeisterschaft stattfinden. (zVg)

Nachruf:

Vorjahres um 26,8% auf 30 Transporter und um 35,8% auf 61 Zweiachsmäher. Dominik Senn Zulassungsstatistik 1. Quartal 2013 Traktoren New Holland Fendt John Deere Deutz-Fahr MF Claas Hürlimann Case IH Lindner Same Steyr Valtra Kubota Mc Cormick Zetor Landini RigiTrac Carraro Tym Lamborghini

2011 80 117 112 54 59 41 33 30 28 18 30 29 30 7 3 11 7 0 0 0

2012 104 136 128 58 63 50 39 24 26 18 30 22 7 9 6 4 3 0 0 1

2013 97 78 77 53 31 30 24 22 21 16 13 12 11 7 4 4 2 2 1 0

%

505

-30.6

Transporter Aebi Reform Lindner Caron Schiltrac Total

2011 19 18 2 1 5 45

2012 14 16 9 0 2 41

2013 12 9 6 2 1 30

% -14.3 -43.8 -33.3

Zweiachsmäher Reform Aebi A. Carraro BCS Pasquali Ferrari Total

2011 25 38 12 2 1 0 78

2012 40 43 9 2 0 1 95

2013 24 22 11 3 1 0 61

%

Total

689

728

-6.7 -42.6 -39.8 -8.6 -50.8 -40 -38.5 -8.3 -19.2 -11.1 -56.7 -45.5 57.1 -22.2 -33.3 0 -33.3 -100

-50 -26.8 -40 -48.8 22.2 50 -100 -35.8

Muli T10 X mit Red Dot Design Award Mit dem Reform Muli T10 X ist der Reformwerke Bauer & Co. GmbH aus Wels, dem mehr als 100 Jahren bestehenden und europaweit massgebenden Spezialisten in der Bergland- und Kommunaltechnik, die vielversprechende Verbindung von Innovation und Tradition gelungen. Bereits vor Produktionsbeginn im April 2013 verbuchte das neue Topmodell sensationelle Verkaufserfolge. Bei dem international renommierten Red Dot Design Award konnte sich Gestaltungsqualität und charakteristische Formensprache des Reform Muli T10 X unter 4662 eingereichten Arbeiten aus 54 Ländern durchsetzen. Reform wurde gemeinsam mit Spirit Design – Innovation and Brand GmbH mit dem begehrten Qualitätssiegel ausgezeichnet. Das strategische Designunternehmen mit Sitz in Wien übernahm sowohl die Designkonzeption als auch die Entwicklung der Produktmarke und Inszenierung des Transporters durch innovative begleitende Kommunikationsmassnahmen. (pd)

Am 30. Mai 2013 verstarb das Ehren­ mitglied René Chollet im Alter von 83 Jahren. René Chollet wohnte in der Gemeinde Gy in der südöstlichen Ecke des Kantons Genf, angrenzend zum französischen Hochsavoyen. Die fruchtbare Gegend mit einem milden Klima mag die Frohnatur des Verstorbenen mitgeprägt haben, die der Genfer Sektion und dem Schweizerischen Verband für Landtechnik zuteil wurde. René Chollet stand seiner Genfer Sektion von 1975 bis 1986 vor. 1980 liess er sich in den damaligen «Geschäftsausschuss» des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik wählen. Dadurch konnte der Zentralverband unter anderem von den freundschaftlichen Banden profitieren, die der Verstorbene zu vielen Verbandsmitgliedern und Sektionsvorständen in der Deutsch- und Westschweiz knüpfte. Als Vizepräsident hatte er Ende der 1980er-Jahre unter der damaligen Präsidentschaft von Hans Uhlmann für den Bau des neuen Verbandszentrums in Riniken wichtige Impulse gegeben. Unser Bild zeigt ihn im Rahmen einer Inspektion während des Baus desselben. Anlässlich der Neuenburger Delegiertenversammlung von 1992 wurde René Chollet in Anerkennung seiner Verdienste die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Wir werden René Chollet in bester Erinnerung behalten. NR Max Binder, Zentralpräsident Willi von Atzigen, Direktor 6/7 2013  Schweizer Landtechnik

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Übersicht | Markt   n

Abschiebetechnik eignet sich für verschiedene Schüttgüter. Zu den Vorteilen dieser Wagen zählen der tief bleibende Schwerpunkt und die rasche Entleerung. (Bilder: Ruedi Hunger/Werkfotos)

Abschiebe- oder Rollbandwagen Die Schweiz ist weitherum als «Kipperland» bekannt. Kipper sind einfach im Aufbau und können universell eingesetzt werden. Dennoch regt sich Interesse für alternative Transportanhänger. Um es gleich vorwegzunehmen: Abschiebe- und Rollbandwagen sind rein von den Dimensionen her keine Alternative für den durchschnittlichen Schweizer Betrieb, wohl aber für Lohnunternehmer, Grossbetriebe oder Landwirte mit speziellen «Transportbedürfnissen». Ruedi Hunger Im Bestreben, die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen, werden heute die Begriffe «Raum» und «Zeit» auch in der Landwirtschaft neu definiert. Raum, indem die Ladevolumen bei allen Transportfahrzeugen bis ans Limit (Gesetzgebung, Bodendruck) ausgelotet werden. Zeit, indem das Transportgut immer schneller am Ziel sein soll. Insofern stehen Raum und Zeit für die Landwirtschaft in ebenso engem Zusammenhang, wie dies in der Relativitätstheorie von Einstein der Fall ist.

Vor- und Nachteile Die gewichtigsten Argumente der Alternativanbieter gegenüber Kippertechnik sind: bessere Standsicherheit beim Entladen und problemloses Entladen in Gebäuden. Weiter ist der tiefere Schwerpunkt auch während der Transportfahrten vorteilhaft. Zudem gibt es Ladegüter, die je nach Feuchtigkeitsgrad mit Abschiebeoder Rollbandtechnik vorgepresst werden können, womit sich das Ladevolumen vergrössert. Betreffend Eigengewicht

kann der Rollbandwagen punkten. Diese Technik hat vergleichbar wenig bewegliche Bauteile und bietet sich daher im Bereich der über 40 m3 grossen Wagen mit 1000 bis 2000 Kilogramm geringerem Eigengewicht an. Wo Licht ist, gibt es aber auch Schatten: Abschiebewagen sind im Vergleich zum Kipper aufwendiger konstruiert und haben aufgrund des höheren Eigengewichts entsprechend geringere Nutzlast. Beide Systeme sind teurer als einfache Kippertechnik. 6/7 2013  Schweizer Landtechnik

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n  Markt | Übersicht

Tabelle 1: Übersicht und Zusammenfassung der wichtigsten Vor- und Nachteile: Transporttechnik

Pro-Argumente

Contra-Argumente

Abschiebewagen – Annaburger – Brantner – Conow – Demmler – Fliegl – Fortuna – Kröger – Mang – Pronar – Oehler

• Kaum Einschränkungen bezogen auf Standsicherheit beim Abladen (Fahrsilo) • Ablad auch in niedrigen Gebäuden und Durchfahrten möglich • Gleichmässige Verteilung und Dosierung beim Abladen möglich • Ladegut kann vorgepresst werden • Ausbau zum Mistzetter oder Überladewagen möglich (je nach Hersteller) • Lkw-Fahrwerktechnik und -Bremsen

• Erheblicher Ölbedarf notwendig (30 bis 60 Liter) • Ohne getrennten Ölhaushalt ist die Gefahr von Ölvermischungen gross • Verschleiss der Abdichtungen (dauerhaft rapsdicht?) • Viel bewegliche Teile • Hohes Eigengewicht • Im Vergleich zum Kipper ein bis zu 30% höherer Anschaffungspreis

Rollbandwagen – Krampe – Joskin – Kröger – SGT (Schönebeck)

• Tieferes Eigengewicht als Abschiebewagen • Kleiner Ölbedarf, wenig bewegliche Teile • Rasches und dosiertes Abladen möglich • Seitenwände werden weniger belastet als beim Abschieben • Schonend für empfindliche Ladegüter (z.B. Kartoffeln) • Beladefunktion • Lkw-Fahrwerktechnik und -Bremsen

• Hohe Anschaffungskosten • Gefahr der Bandverletzungen vorhanden • Wenig geeignet für Schotter und Abbruchmaterial • Sinnvollerweise erst ab Grössen von 40/60 m3 Nutzvolumen

Kipper (zahlreiche Hersteller, u.a. auch die Schweizerfirmen Beck, Marolf und Tanner)

• Einfache und bekannte Technik • Universell einsetzbar • Kleine bis grosse Ladevolumen • 3-Seiten-Kipper möglich • Variable Seitenwände, daher unterschiedliche Ladehöhen (ohne Wannenkipper) • Robuster Aufbau – getreidedicht/rapsdicht hängt vom Umgang mit anderen Ladegütern ab

• Beim Abladen steigender Schwerpunkt … • … daher nicht geeignet auf Fahrsilos • Ablad in Gebäuden und Durchfahrten oft nicht möglich • Je nach Ladegut sind eine gleichmässige Dosierung und Verteilung nicht möglich • Kein Ausbau für andere Funktionen möglich • Eigengewicht zwischen Abschiebetechnik und Rollbandwagen • Achtung: oft ungenügende Achsen, Bremsen und Standardbereifungen (40 km/h!)

Abschiebetechnik Abschiebepionier Fliegl hat in den letzten Jahren zahlreiche Konkurrenten erhalten. Namentlich sind dies: Annaburger, Brantner, Conow, Demmler, Fortuna, Kröger agroliner, Pronar und Oehler. Der Erstanbieter ist überzeugt, dass die universelle

Abschiebetechnik ist mit grossem konstruktivem Aufwand verbunden, deshalb bringen Abschiebewagen auch mehr Gewicht auf die Waage.

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6/7 2013  Schweizer Landtechnik

Ganzjahresnutzung dem Abschiebewagen zum Erfolg verhilft. Dazu braucht es allerdings auch entsprechende Zusatzausrüstung, die von Herstellern in unterschiedlicher Anzahl angeboten wird. ­Beispielsweise erweitert eine Überladeschnecke den Einsatzbereich zum Überla-

dewagen während der Getreideernte. Oder ein Streuwerk macht den Abschiebewagen zum Kompost- und Miststreuer. Wie lange sich Paletten- und Kiestransporte mit Korn- und vor allem Rapsdichte vereinbaren lassen, hängt wohl weitgehend von der Sorgfalt ab, mit der diese

Der Schlüssel zur Dichtheit eines Rollbandwagens liegt bei der seitlich angebrachten Lippendichtung.

Der Rollboden, wie er von Kröger agroliner angeboten wird, besteht aus einer Kombination von Rollband und Kratzboden.


Übersicht | Markt   n Tabelle 2: Hersteller und Produktangebot (ohne Gewähr auf Vollständigkeit) Arbeitsprinzip Antrieb

Wagentypenbezeichnung

Behälterinhalt (Kubikmeter)

Leergewicht t

Max. Gesamt­ gewicht

Besonderheiten

Annaburger Nutzfahrzeug GmbH, Annaburg (D) 

Bruno Naef, Landmaschinen, 8193 Eglisau

Abschiebewagen (Häckselgut, Hackfrüchte, Getreide)

SchubMax HTS 33.17 SchubMax HTS 29.17 SchubMax HTS 22.17

50 m3 50 m3 41 m3

33 t 29/30 t 22/23 t

Rollengeführtes Schubschild, 3-Zylinder-Schub-System Körner-Überladeschnecke

Abschiebewagen (für Transport, Umlad und das Ausbringen)

SchubFix HTS 33.18 SchubFix HTS 29.18 SchubFix HTS 22.18 SchubFix HTS 20.18

33 m3 33 m3 28 m3 26 m3

33 t 29/30 t 22/23 t 20/21 t

Doppelt wirkender Teleskopzylinder, Tridem- bzw. Tandemfahrwerk, Bordhydraulik, Körner-Überladeschnecke; Miststreuaggregat

7.18 t

20.5/23 t

Rahmenmulde, zur Hälfte fahrende Plattform, das Ladegut fährt mitsamt Plattform nach hinten, 3 doppelt wirkende Zylinder

34.3/41 m3

10,9 t

32 t

Tridemfahrwerk nachlaufgelenkt (Zwangslenkung) Druckluftbremsen, Parabel- oder Luftfederung

41 m3 41 m3 41 m3 28 m3 33 m3 28 m3 33 m3 28 m3 28 m3

11,5 t 11,1 t 11,1 t 11,7 t 7,5 t 7,0 t 6,4 t 5,6 t 5,6 t

34 t 33 t 33 t 24 t 20 t 20 t 20 t 18 t 16 t

BPW-Achsen, 1. und 3. zwangsgelenkt, Liftachse, hydr. Federung, nur Untenanhängung möglich TSM-330-CV-Wechselsystem TSMD-240L-Mistzetter mit Breitstreuwerk Abschiebevorrichtung mit DW-Hydraulikzylinder Unten: kugelgelagerte Stahlrollen Seitlich: TSM-Gleitplatten Tandemaggregat mit Parabelfederung und Druckluftbremsanlage (TSM 200: keine Untenanhängung)

20–22 m3 30–40 m3 40–50 m3 45–45 m3

4,2–5,5 t 6,2–8,95 t 7,8–9,5 t 9,9–10,5 t

11–20 t 20–23 t 29 t 40 t

Tandemachsen/Tridemfahrwerk, Streuwerkanbauaggregat, Dosieraggregate, Überladevorrichtung, Hackschnitzel-Saug-Druckgebläse 4-Achs-Fahrwerk mit Drehschemel

9 m3 9 m3 14 m3

3,9 t 4,2 t 5,3 t

8t 10 t 12 t

Verzinkte Mulde, Stauschieber, 2-Walzen-Streuwerk, hydr. Deichselfederung, stufenlose Vorschubregelung des Schiebebodens, hydr. Deichselkippzylinder

40–50 m3 45–50 m3

7,5–9,2 t 8,9-9,6 t

37 t 44 t

2 Achsen 3 Achsen

32–42 m3

(je nach Ausrüstung)

Brantner & Sohn Fahrzeugbau, Laa an der Thaya (Ö) Abschiebewagen (Häckselgut, Hackfrüchte, Getreide)

TA 23065 Deep Power Push

Althaus AG 3423 Ersigen 42/46 m3

Conow Anhängerbau GmbH, Feldberger Seenlandschaft (D) Abschiebewagen (Häckselgut, Hackfrüchte, Getreide)

TAW 32 (25-km/h- oder 40-km/h-Zulassung)

unbekannt

Demmler-Fahrzeugbau, Wertingen (D) TSM 340L TSM 330CV TSM 330L TSMD 240L Ausbaufähig mit Mistzetter, TSM 200-7L Schwergut in Vorbereitung TSM 200-6L TSM 200L Light TSM 180L Light TSM 160L Light Abschiebewagen (Häckselgut, Hackfrüchte, Getreide)

EZ Landmaschinen AG 4912 Aarwangen

Fliegl Agrartechnik GmbH, Mühldorf am Inn (D) Abschiebewagen (Häckselgut, Hackfrüchte, Getreide)

ASW 110/140/160/256 ASW 261/271/281 ASW 381/391/3101 ASW 491/4101/D 4101

Abschiebemistzetter

ADS 80 ADS 100 ADS 120

Abschiebesattelauflieger

ASS 281/291/2101 ASS 391/3101/D 378

Serco Landtechnik AG, Oberbipp,

Fortuna Fahrzeugbau GmbH, Ochtrup (D) Abschiebewagen (Häckselgut, Hackfrüchte, Getreide)

FTA 200/7.0

Agro-Technik Zulliger GmbH, 6152 Hüswil 20–24 t

Joskin-Gruppe, Soumangne (B) Rollbandwagen (Häckselgut, Hackfrüchte, Getreide)

Althaus AG 3423 Ersigen, Baudet Michel, 1772 Grolley

Drakkar 6600/28D180 Drakkar 7600/33D180 Drakkar 8600/37D180

28 m3 32,5 m3 37 m3

(2-Achser)

18 t 20 t 22 t

Drakkar 8600/37T180 Drakkar 9600/41T180

37 m3 41 m3

(3-Achser)

26 t 26 t

34,4 m3 28,4/41 m3 26,5 m3 23 m3 50–90 m3 41 m3

9,2–10,2 t 8,2–9,2 t 7,4–8,2 t 6,9–7,8 t ab 5,6 t ab 6,2 t

31/34 t 31/34 t 24 t 22 t 32/34 t 24 t

Krampe Landtechnik Coesfeld-Flamschen (D) Rollbandwagen (in zwei Richtungen beweglicher Gummiboden)

Bandit 980 Bandit 800/800 Alu Bandit 750 Bandit 650 Sattelauflieger SB Drehschemelanhänger TAW20

32 m3

32 t

Rollboden

SRB3-35

auf Anfrage

auf Anfrage

MANG Fahrzeugbau, Lutzingen (D) 30/30/30 35/35 40/45

6,4/6,5/6,5 t 7,5/7,5 t 8,0/9,0 t

20/22/24 23/24 33/33

T900 (Tridem) T902 (Tandem)

36,5 m3 31,0 m3

9,5 t 7,0 t

33 t 23 t

SAF- oder BPW-Industrieachsen Drehschemelanhänger mit Scheibenbremsen Grossraumrückwand, Fahrwerk: Verbundlenkeraggregat

Rollbodentechnik: Kombination von Bandtechnik und Kratzboden

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Oehler Fahrzeugbau, Offenburg-Windschläg (D)

Tridemfahrwerk, BPW- oder ADR-Achsen, 1. und 3. Achse zwangsgelenkt, Druckluftbremsen Kippen der Abschiebewand am Ende des Vorganges Völlmin Landtechnik AG, 4466 Ormalingen

Swiss trailer Tanner AG Schubboden/Pendelboden

Entladen und beladen möglich

Vertrieb Schweiz im Aufbau

PS620/622/624 PS723/724/ PS833/933

Pronar Sp., Narew (Pl)

Abschiebewagen (Häckselgut, Hackfrüchte, Getreide)

Stufenlos regulierbare Bandgeschwindigkeit

Brack Landmaschinen AG, 8476 Unterstammheim

Abschiebewagen (Häckselgut, Hackfrüchte, Getreide)

Abschiebewagen (Häckselgut, Hackfrüchte, Getreide)

Boogie-Achse oder Hydro-Tandem, Zwangslenkung Deichselquerfederung, Druckluftbremse, ausschliesslich Untenanhängung, Hydro-Tridemfahrwerk, 1. und 3. Achse Zwangslenkung, Öl-pneumatische Deichselfederung, Druckluftbremse Brack Landmaschinen AG, 8476 Unterstammheim

Kröger agroliner GmbH Rechterfeld (D)

Abschiebewagen (Seilzug)

Grossraumrückwand, Bereifung bis 800/45R26.5 möglich, Druckluftbremsen mit ALB, Parabelfederung

Tridemfahrwerk bis 60 km/h Parabelfederung, Druckluftbremsen BPW-Tandem-Fahrwerk Tanner AG, 3550 Langnau i. E.

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n  Markt | Übersicht

des Chassis noch tiefer setzt. Zudem wurde die Hälfte der Brücke als fahrende Plattform konstruiert, somit muss die vordere Hälfte der Ladung nicht gedrückt werden, sondern wird samt Plattform nach hinten abgeschoben. Beim PronarAbschiebewagen wird in der letzten Phase der Entladung die Plattformwand hydraulisch gekippt.

Hydraulisch dominiert

Abschiebe- und Rollbandanhänger bieten viel (Lade-)Raum. Damit steigen die Anforderungen an das Fahrwerk massiv an.

Mang entleert seine Abschiebewagen mittels Windenzug, damit entfallen mehrere oder lange Hydraulikzylinder.

Ein willkommener Nebeneffekt der Abschiebetechnik ist, dass auch bereits Mistzetter damit ausgerüstet werden.

Transportgüter auf- und abgeladen werden. Brandner sieht im Abschiebewagen ein «Spezialfahrzeug», das sich auf seine Stärken besinnen soll, daher sei ein Anhänger mit Abschiebetechnik nach wie vor ein Spezialfahrzeug. Mit der Rahmenmulde bieten die Österreicher eine Spe­ zialität, die den Schwerpunkt innerhalb 10

6/7 2013  Schweizer Landtechnik

Praktisch alle Hersteller entleeren ihren Abschiebewagen in weniger als einer Minute. Das sind Spitzenwerte, die es je nach Ladegut zu relativieren gilt. Oft steht auch beim Entladen Sorgfalt vor Schnelligkeit im Vordergrund. Mang verzichtet auf ein hydraulisches Abschiebesystem und rüstet seine Abschiebewagen mit einer Seilwinde aus. Die Winde wird hydraulisch, über ein Planetengetriebe, angetrieben. Der Wagen verfügt über ein kompaktes, rein mechanisches Ventil mit Einhebelbedienung und Druckfolgeschaltung. Die Produktion wird von einzelnen Herstellern nur auftragsbezogen vorgenommen, folglich sind flexible Baulösungen möglich. Fortuna will noch in diesem Jahr einen neuen Abschiebewagen vorstellen.

Rollband- oder Rollbodentechnik Vor vier Jahren stellte Krampe den Rollbandwagen «Bandit» vor und erweckte damit einiges Aufsehen. Das Ladegut wird mit einem gummibeschichteten Gewebeband verschoben. Je zwei Hydraulikmotoren an der Fahrzeugheck- und Stirnseite bewegen das Band. Laut Krampe haben Rollbandwagen gegenüber dem Abschiebewagen eindeutige Gewichtsvorteile in der Höhe von 2 bis 3  Tonnen (je nach Baugrösse). Mit dem Vollaluminiumaufbau geht Krampe bezüglich Gewichtsreduktion noch einen Schritt weiter. Trotz 51 m3 Ladevolumen wiegt der Sattelauflieger in Rollband/AluAufbau-Ausführung «nur» rund 6,5 Tonnen. Laut Krampe liegt das Ziel der Gewichtsreduktion darin, dass mit einem grossen Traktor Nutzlasten von über 22  Tonnen innerhalb der 40-TonnenGrenze bewegt werden können.

Mitbewerber bekommen Krampe teilt heute den Markt für Rollbandwagen mit Joskin, Kröger agroliner und der SGT Schönebeck. Die Hersteller betonen, dass Rollbandwagen für Häckselgut, Getreide (und Raps), Kompost, Hackschnitzel, Sand und Kalk geeignet

sind. Ein Rollbandwagen hat im Vergleich zum Abschiebewagen weniger bewegliche Teile und ist entsprechend leichter. Joskin lässt beim «Drakkar» die bewegliche Vorderwand mit dem ultrahochfesten Transportband mitlaufen. Der Transportboden wird auf der Fahrzeughinterseite automatisch aufgerollt. Die bewegliche Wand führt das Ladegut, ohne es zu stos­ sen, daher ist die Belastung auf Ladegut und Seitenwände geringer als bei Abschiebetechnik. Kröger agroliner produziert Abschiebewagen bis maximal 7 Meter Länge. Grund: Der Abschiebevorgang sei ein «Gewaltakt», welcher mit zunehmender Länge die Abschiebetechnik und den Aufbau mechanisch beansprucht. Daher rollt auch Kröger, allerdings nicht mit dem Rollband, sondern mit dem Rollboden. Da die Rollbodentechnik aber teuer ist, wird sie erst für Grossraumwagen (um 60 m3) empfohlen.

Fahrwerk und Zugdeichsel Das Fahrwerk kommt in dieser Kategorie meistens aus der Lkw-Branche. Entsprechend gut ist daher auch die Bremsausrüstung. Nachlauflenkachsen werden nachgefragt und folglich auch geliefert. Abschiebe- und Rollbandwagen werden mit Tandemachsen oder Tridemfahrwerken ausgeliefert. Lenksysteme werden als Zwangslenkung mit hydraulischer Ansteuerung oder als kontaktlose, elektronische Zwangslenkung (Fliegl «ForCon Plus») angeboten. Auf Wunsch werden in den Fahrwerken Parabelfederung, vermehrt aber hydraulische Achsfederung und zum Teil Luftfederung eingebaut. Während viele Produkte standardmässig mit einer Deichselfederung ausgerüstet sind, bezeichnet Kröger diese als kontraproduktiv, da dadurch ein Traktor-Anhänger-Gespann zum Aufschaukeln neige und instabil werde. Laut Kröger reicht es, wenn eine gummigelagerte Zugeinrichtung die Stösse kompensiere.

Ladungssicherung als Option Eine hydraulisch öffnende Heck- oder Abschlusswand gehört bei allen Anbietern von grossen Ladevolumen zur serienmässigen Ausrüstung. Auf Wunsch werden die Wagen mit Abdeckungen ­ geliefert. Es gibt sie in verschiedener Ausführung beispielsweise als schiebbare Abdeckung oder mit dem «SpeedCover»Abdecksystem. Bei Fliegl ist das Hubdach «Toplift» längs geteilt und wird hydraulisch ein- und ausgeklappt.  n


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Trend | Markt   n

Kombiwagen sind nicht nur stark im Nehmen, sie geben auch viel, indem Kratzbodengeschwindigkeiten bis 20 m/s erreicht werden. (Bilder: Konrad Merk, Ruedi Hunger sowie Werkfotos Krone, Lely)

Trends bei Lade- und Kombiwagen Der Doppelnutzen von Ladewagen als Häckseltransportwagen verbessert die Auslastung. Im Zeitalter, in dem «Raum» und «Zeit» einen besonders hohen Stellenwert erhalten haben, bleibt diese Kombifunktion hauptsächlich den grössten Modellen vorbehalten; nachfolgend eine Trendübersicht ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Ruedi Hunger Schneidprozesse spielen bei vielen landwirtschaftlichen Verfahrensketten eine wichtige Rolle. Diskussionen um Wirtschaftlichkeit und Schneideffizienz heizen seit Jahren die Stimmung zum Verhältnis Feldhäcksler contra Ladewagen auf. Zur objektiven Beurteilung der Effizienz eines Schnittprozesses ist es notwendig, den Energiebedarf und die Schnittqualität zu quantifizieren bzw. zu qualifizieren. Im speziellen Fall der Grassilage ist die Längenverteilung der einzelnen Partikel das wesentliche Kriterium zur Beurteilung der Schnittqualität [VDI-Bericht 2173, 2012]. Damit der Kombiwagen nicht zum Dienstleister des Häckslers degradiert

wird, sondern selber ebenso gute Bergeund Schnittleistungen erbringen kann, sind scharfe Messer Voraussetzung für hohe Ladeleistung und gute Schnittqualität. Nach Frick (FAT/ART 2001) beträgt der Leistungsbedarf pro Messer 0,5 kW. Damit diese Leistungsanforderungen nicht wesentlich überschritten werden, müssen Messer regelmässig geschliffen werden. Das «regelmässig» ist abhängig vom Zustand des Bergegutes und von den Erntebedingungen (Ackerfutter, trocken, nass, Verschmutzungsgrad usw.). Gemäss Pöttinger verursachen stumpfe Messer einen um bis zu 15 Prozent höheren Treibstoffverbrauch. Daher setzt der

österreichische Hersteller bei Grossraumwagen auf die komfortable (aber nicht billige) automatische Schleifvorrichtung «autocut». Ein Schleifzyklus aller Messer dauert zwischen vier und fünf Minuten. Der Hersteller empfiehlt, diesen Vorgang dreimal täglich durchzuführen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Wer die Messer per Knopfdruck schleifen kann, der macht dies viel eher als sein Kollege, der die Messer mühsam unter dem Wagen ausbauen muss. Agrar, Lely, Vicon und andere schwenken den mit maximal 45 Messer bestückten Balken seitlich aus und geben damit die Messer zum Schleifen oder Auswechseln frei. 6/7 2013  Schweizer Landtechnik

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n  Markt | Trend

1  Zwischen gezogener Pick-up und Rotor baut Schuitemaker eine Beschleunigungstrommel ein. 2  Die zusätzliche Beschleunigungswalze CFS sorgt bei Strautmann für optimale Futterverteilung vor dem Rotor. 3  Hohe Gewichte auf weichen Sohlen: Spezialfahrwerke sollen helfen den spezifischen Bodendruck zu reduzieren. 4  Die spiralförmig angeordneten Förderelemente haben trotz engem Abstand eine breite Auflagefläche, damit wird dem Musen vorgebeugt.

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Gut beim Ladewagen – aber Ballast beim Häckselwagen Mehr Grösse und Raum ist der augenfälligste Trend bei Kombiwagen. Weil die Förderorgane den Wagen für den Verwendungszweck als «Häckselwagen» unnötig belasten, wird vermehrt abgebaut, was nicht benötigt wird. So beispielsweise beim «Cargos» von Claas, bei dem das ganze Lade- und Schneidaggregat demontiert werden kann. Damit reduziert sich das Wagengewicht um stattliche 2,5 Tonnen. Der Abbau ist mit einem Arbeitsaufwand von rund einer Viertelstunde verbunden. Auch beim Kombiwagen Kverneland (Vicon/Deutz-Fahr) lässt sich das Aufnahmeaggregat abbauen. Lely will den Ladewagen in wenigen Minuten zum reinen Häckselwagen umbauen. Kverneland offeriert den Umbau in zehn und Pöttinger in zwanzig Minuten. Fazit: In rund einer halben Stunde sind die führenden Grossraumladewagen von unnötigem Ballast befreit und zum (fast) idealen Häckselwagen umgebaut. Jene Hersteller, die diesen Umbau (noch) nicht ermöglichen, argumentieren, diese Umbaumöglichkeiten würden in der Praxis doch kaum genutzt.

Auge zu behalten. Beim Abladen schwenkt die Frontwand mit laufendem Kratzboden rückwärts und schickt sämtliches Futter auf den Weg nach hinten. Im Endeffekt ist der Wagen rund einen Meter kürzer und wird damit wendiger.

Sensoren bestimmen Füllung Strautmann, Pionier der Rotorladetechnik, baut zwischen Pick-up und Schneidrotor eine Beschleunigungswalze ein. Mit dem bereits eingeführten «Continuous-FlowSystem» CFS wird das aufgenommene Futter auf die ganze Breite des Schneidrotors auseinandergezogen. Das reduziert Spitzenbelastungen und sorgt für einen ausgeglichenen Leistungsbedarf. Gleichzeitig sorgt das CFS indirekt für eine bes-

Abgesenkter Kratzboden und schwenkbare Stirnwand Mit dem Absenken des Kratzbodens wird der Förderweg verkürzt und der Leistungsbedarf reduziert. Diese Absenkung im vorderen Bereich der Grossraumladewagen bieten Bergmann, Claas, Krone, Lely, Schuitemaker. Eine spezielle Lösung zur Laderaumvergrösserung realisiert Lely im Kombiwagen «Tigo XR» mit der schwenkbaren Frontwand. Ist der Laderaum erstmals bis zur Rückwand beladen, kann die Frontwand in zwei Schritten nach vorne geschwenkt und damit der Laderaum um bis sechs Kubikmeter vergrössert werden. Dabei gilt es allerdings, die Stützlast im 14

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sere und gleichmässigere Ausladung des Laderaums. Immer mehr Lade-/Kombiwagen werden mit einer Ladeautomatik ausgerüstet, welche mittels Dehnmessstreifen und/ oder Sensortechnik erstens den einstellbaren Auslösedruck für den Kratzbodenvorschub beinhaltet und zweitens nach einer «sinnvollen» Füllung signalisiert, dass der Wagen nun voll ist. Übrigens sind die Hochleistungsladewagen mit einem doppelten bzw. 4-Ketten-Kratzboden ausgerüstet. Auf Wunsch können die Kombiwagen mit Dosierwalzen zur gleichmässigen Verteilung von Häckselgut geordert werden. Nicht nur die Ladezeit hat sich bei den grossen Wagen verkürzt, sondern auch die Zeit für das Entladen. Es werden Kratzbodengeschwindigkeiten von 23 Metern pro Minute erreicht (z.B. SchuitemakerRapid). Ein effizienteres Entleeren verspricht Claas mit drehmomentgesteuerter Entladung. Damit wird es unwahrscheinlich, dass die Dosierwalzen wegen zu schnell eingestelltem Kratzboden verstopfen.

Zugleistungsbedarf Was beim Feldhäcksler die Schneidtrommel, ist beim Hochleistungsladewagen der Schneiderotor. Die geschwungene Form reduziert Spitzenbelastungen.

Gemäss Messungen der ART steigt der Zugleistungsbedarf mit zunehmender Geschwindigkeit und hängt von Bereifung, Gewicht und Stützlast ab. Wo viel Raum zur Verfügung steht, ist auch


Trend | Markt   n

Der Lely-Tigo arbeitet mit einer ungesteuerten Pick-up, und der Förderrotor soll laut Hersteller mit dem engsten Schnittspalt konstruiert sein.

viel Gewicht möglich. Die Nutzinhalte, die besonders im Häckselwageneinsatz zum Tragen kommen, bewegen sich zwischen 26 und 53 m3 (DIN) Fassungsvermögen. Die Leergewichte liegen zwischen acht und zehn Tonnen (und darüber), zudem werden vom Hersteller Gesamtgewichte von 16 bis über 30 Tonnen zugelassen. Die angebotenen Fahrwerke umfassen Tandem- ebenso wie Tridem- und BoogieBauarten. Weiter sind unterschiedliche Federsysteme, beispielsweise hydropneumatische Fahrwerke und solche mit einer 60-km/h-Zulassung, erhältlich. Auch ein hydraulischer Ausgleich zur Erhöhung der Standsicherheit auf schrägem Untergrund ist zu haben. Bis 26,5 Zoll breite Reifen stützen das Gewicht rund 70 cm breit ab. Lade-/Kombiwagen werden vermehrt mit elektrohydraulischer Zwangslenkung angeboten. Bei den Tridem-Fahrwerken betrifft dies die erste und die dritte Achse. Die Abstimmung zwischen Traktor und Wagen erfolgt mit einem Drehwinkelsensor. Mittels entsprechender Regelsysteme werden die «Orientierungsimpulse» in eine Lenkbewegung am Wagen umgesetzt. Elektrohydraulische Zwangslenkung bietet gegenüber anderen Zwangslenkungssystemen eine höhere Flexibilität betreffend Aufbau. Optional sind elektronische Bremssysteme (EBS) mit automatisch lastabhängiger Bremskraftregelung (ALB) und Antiblockiersystem (ABS) erhältlich; zum Teil mit einem Roll-Stabilisierungs-System (RSS), das bei Kippgefahr eine Bremsung einleitet.

Unterschiedliche Rotoren Die ausnahmslos als Rotor-Ladewagen gebauten Kombiwagen erreichen mit bis zu 53 Messern theoretische Schnittlängen zwischen 34 und 40 mm. Die Laderotoren weisen unterschiedliche Durchmesser auf,

Alle namhaften Ladewagen-Hersteller bieten heute Grossraum-Ladewagen für den kombinierten Einsatz an.

Die starke Allianz der ausländischen Kombiwagen wird vom inländischen Hersteller Agrar durchbrochen.

so beispielsweise 760 mm (Schuitemaker Rapid und Krone AX) oder 880 mm (Krone ZX), 800 mm (Lely Tigo und Vicon), 850  mm (Strautmann Giga V.) 860 mm (Claas) und 870 mm (Agrar). Schuitemaker realisiert beim Mehrzweckwagen «Rapide» mittels gezogener und besonders hoch aufziehbarer Pick-up so viel Bodenfreiheit, dass über den Einsatz einer Knickdeichsel nachgedacht werden kann. Vor Jahren hat Krone die ungesteuerte Pick-up vorgestellt, inzwischen folgen immer mehr Hersteller diesem Bauprinzip. Vicon verzichtet ebenfalls auf eine Kurvenbahn und ordnet die Federzinken versetzt an. Lely-Tigo-Kombiwagen sind kettenlos über ein Getriebe angetrieben. Bergmann baut den Kombiwagen «Carex» nach erfolgreichem Einsatz der Nullserie nun in Serie. Der Wagen hat eine ungesteuerte Pick-up, einen grossdimensionierten Rotor und einen vorne abgesenkten Transport(Kratz-)Boden.

Elektronik: hoher Ausbaustandard Isobus-Tauglichkeit wird von fast allen Herstellern auf Wunsch geliefert. Gewichtserfassungssysteme dienen der Er-

fassung von Transportmenge und damit der nachfolgenden Abrechnung. Mit Wiegesystemen, die Claas, Krone, Kverneland, Lely, Pöttinger und Schuitemaker optional liefern, können selbst schlagspezifisch die Erntemengen erfasst werden. Auf Wunsch gibt es für den Carex ein Isobus-fähiges Terminal. Krone baut auf Wunsch ein elektronisches Wiegesystem mit Isobus- und onlinefähiger Bordelektronik in seine ZX-Wagen. Im Rahmen von Tractor Implement Management (TIM) bieten John Deere & Pöttinger mit dem Schwadscanner und der Drehmomenterfassung am Rotor die Steuerung von Fahrgeschwindigkeit und Kratzbodenvorschub. Fendt und Krone nutzen zur Steuerung der Fahrgeschwindigkeit ebenfalls das Drehmoment des Rotors und zusätzlich das Biegemoment der Vorderwand. Fazit: Grosse Ladewagen werden zunehmend als Kombiwagen eingesetzt. Die möglichen Ladevolumen sind gross, die damit verbundenen Bodenbelastungen ebenfalls. Dank Elektronik sind Ladeleistung und Laderaumausnützung beherrschbar.  n 6/7 2013  Schweizer Landtechnik

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Maximum in Produktivität und Flexibilität Hackengeräte: - 14/18/26 Tonnen Nutzlast - 2 und 3 Achsen - Knick- und Schubarm - 40 km/h mit 26 Tonnen Beladung

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11. Schweizer Meisterschaft im Sportholzfällen der Stihl®Timbersports®-Series am 22./23. Juni 2013 in Brienz (BE) Knapp 28 Jahre ist es her, dass die StihlTimbersports-Series als Meisterschaftsserie in den USA ins Leben gerufen wurde. Seither hat sich diese mit zahlreichen Wettkämpfen auf nationaler wie internationaler Ebene als Königsklasse im Sportholzfällen etabliert. Die Schweizer Meisterschaft 2013 der Stihl-Timbersports-Series findet nun zum ersten Mal im wunderschön gelegenen Brienz am See (Forstplatz Brunnen) statt. Im Berner Oberland treffen Holzfällerbegeisterung und eine tolle Naturkulisse aufeinander – die perfekte Voraussetzung für einen unvergesslichen Anlass. Die besten Sportholzfäller der Schweiz kämpfen am 22. und 23. Juni in sechs verschiedenen Disziplinen um den Titel des Schweizer Meisters. Dabei werden mit Axt, Handsäge und Motorsäge die Kräfte gemessen. Kraft entscheidet, Präzision gewinnt! Der Startschuss zum offiziellen Wettkampfwochenende fällt am Samstag, dem 22. Juni 2013, um 9.40 Uhr, mit der Qualifikation zur diesjährigen Schweizer Meisterschaft. Jeder der 32 Sportler wird auch in diesem Jahr hart um einen der begehrten Startplätze für die Schweizer Meisterschaft kämpfen und alles geben. Von Jahr zu Jahr steigt die Leistungsdichte, und die Messlatte wird immer höher gesetzt. Das Adrenalin steigt – denn es gibt viel zu erreichen. Der Höhepunkt, die Schweizer Meisterschaft 2013 im Sportholzfällen, findet am Sonntag, dem 23. Juni 2013, von 10.30–15.15 Uhr statt. Die 14 besten Athleten werden in drei Axtund drei Sägedisziplinen gegeneinander antreten und es mächtig krachen lassen. Eine besondere Attraktion wird wiederum die extrem leistungsstarke Motorsäge «Hot Saw» als Wettkampfdisziplin sein. Nicht zuletzt, da die Sportler mit einer «Hot Saw» Marke Eigenbau mit ca. 65 PS an den Start gehen können. Ein weiteres Highlight wird auch die Königsdisziplin Springboard sein, denn es muss auf einer Höhe von 2,80 Metern ein Holzblock mit der Axt durchschlagen werden. Hier kommt es nicht nur auf die präzise Technik und Kraft des Sportlers an, sondern auch auf Balance und Geschicklichkeit.

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Die bestklassierten Sportler der Schweizer Meisterschaft 2013 werden die Schweiz an der Weltmeisterschaft der Stihl-Timbersports-Series vertreten, welche am 25. + 26. Oktober 2013 in der Porsche-Arena in Stuttgart (DE) stattfinden wird. Wir freuen uns auf Ihren Besuch am Brienzer-See und versprechen Ihnen ein unvergessliches Wettkampfwochenende am 22. und 23. Juni 2013. Anfahrt: Mit dem Auto erreichen Sie Brienz von Meiringen, von Luzern/Brünigpass oder von Interlaken her auf der A8. Bei der Ausfahrt 29 Brienz und Ausfahrt 30 Unterbach ist der gebührenpflichtige Parkplatz ausgeschildert. Auch mit dem Zug erreichen Sie Brienz mühelos, vom Bahnhof Brienz gibt es einen Gratis-Shuttle-Bus zum Wettkampfplatz. Eintritt: Tickets erhalten Sie im Vorverkauf Online unter www.stihl-timbersports.ch direkt an den Vorverkaufsstellen Brienz Tourismus und Interlaken Tourismus sowie unter der Tickethotline 0900 320 320 (CHF 1.00/min.). Die Tickets zur Qualifikation am Samstag, 22. Juni, kosten im Vorverkauf CHF 6.– und an der Tageskasse CHF 8.–. Die Tickets zur Schweizer Meisterschaft am Sonntag, 23. Juni, kosten im Vorverkauf CHF 13.– und an der Tageskasse CHF 15.–. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren haben freien Eintritt. Weitere Infos wie Anfahrtsplan, Programm usw. finden Sie unter www.stihl-timbersports.ch.

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Fahrbericht | Impression   n

Die Agrotron Modelle der Serie 6 von Same Deutz-Fahr überzeugen mit Durchzugskraft im unteren Drehzahlbereich.

(Bilder: Ruedi Burkhalter)

Meister des sanften Schaltens Die neue Serie 6 von Same Deutz-Fahr hat nicht nur ein neues, edles Design erhalten. Ob die neue Motorisierung und die neue Kabinengestaltung auch halten, was sie versprechen, wollten wir mit einem Fahrbericht herausfinden. Ruedi Burkhalter Vor rund einem Jahr stellte Same DeutzFahr im Rahmen des Inkrafttretens der neuen Abgasnorm Stufe IIIB die neuen Agrotron Modelle der Serie 6 vor. Diese umfasst je fünf Vierzylinder- und Sechszylindermodelle mit 114 bis 184 PS Nennleistung bzw. 118 bis 193 PS Maximalleistung. Die beiden Modelle 6150 und 6160 sind mit gleicher Motorleistung als Vierzylinder oder Sechszylinder erhältlich. Neu ist an der Serie 6 nicht nur die Motorentechnik mit SCR-Abgasnachbehandlung. Auch die Kabine und das äussere Erscheinungsbild des Fahrzeugs wurden neu gestaltet und die Ausstattungsvarianten verändert. Die Schweizer Landtechnik konnte eines der ersten in der Schweiz eingetroffenen Fahrzeuge, einen Agrotron 6150 mit Basis­ ausstattung, in einem Feldeinsatz Probefahren.

Hohes Drehmoment über weiten Bereich Den Deutz-Motor vom Typ TCD 6.1 L06 4V preist Same Deutz-Fahr in den Unterlagen

als «besten Motor in dieser Leistungsklasse mit niedrigstem Spritverbrauch» an. Der Sechszylindermotor mit 6057 cm3 Hubraum ist mit voll elektronischer Einspritzsteuerung DCR (Deutz Common Rail) und Vierventiltechnik ausgestattet. Die Nennleistung beträgt bei einer Drehzahl von 2100 U/min 137 PS nach ECE R-120. Die Maximalleistung beträgt 149 PS. Das maximale Drehmoment von 605 Nm erreicht der Motor bei einer Drehzahl von 1600 U/

min. Der Turbolader mit Ladeluftkühlung ist mit einem Wastegate ausgestattet und soll daher über weite Bereiche eine konstante Leistung und ein konstantes Drehmoment erzeugen können. Die Leistungskennzahlen konnten wir im Feldeinsatz zwar nicht ermitteln, jedoch hinterliess der Motor am Pflug und bei schweren Strassentransporten tatsächlich einen starken Eindruck. In einem Drehzahlbereich von 1300 bis 1700  U/min steht ein konstant

Technische Daten Deutz Agrotron 6150 Motor

Deutz TCD 6.1L064V

Zyl./Hubraum

6/6057 cm3

Nennleistung/Max. Leistung

137 PS (101 kW) bei 2100 U/min/149 PS (110 kW)

Tankinhalt

300 Liter Diesel, 35 Liter adBlue

Getriebe

6 Arbeitsbereiche mit je 4 Lastschaltstufen, Wendeschaltung

Zapfwelle

540/540 E/1000/1000 E

Hydraulik

Konstantpumpe 83 l/min + Lenkung 42 l/min

Hubkraft hinten/vorne

9240 kg/3800 kg

Leergewicht/Gesamtgewicht

5740 kg/9500 kg

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Armlehne und Seitenkonsole (hier noch der alte Schalthebel) bieten einen aufgeräumten Arbeitsplatz.

Der Motor ist für Wartungsarbeiten dank hoch aufklappbarer Motorhaube gut zugänglich. Das Vierfach-Kühlerpaket lässt

Das Schaltgetriebe der neuen Serie 6 verfügt über sechs manuell geschaltete Gänge (Arbeitsbereiche) in einer DoppelH-Schaltung mit je vier Lastschaltstufen. Das ergibt insgesamt 24 Gänge vorwärts und rückwärts. Auf Wunsch sind für die unteren vier Arbeitsbereiche Kriechgänge erhältlich, sodass sich die Gangzahl auf insgesamt 40 erhöht. Das Getriebe ist auch in der Basisausstattung serienmässig

mit «SpeedMatching» ausgestattet; das heisst, die Lastschaltstufe wird beim Wechsel des Arbeitsbereichs automatisch an die aktuelle Fahrgeschwindigkeit angepasst. Eine Besonderheit ist die 5-fach verstellbare Reversiercharakteristik der elektrohydraulischen Powershuttle-Wendeschaltung. Der Fahrer kann jederzeit während der Arbeit über einen Schiebeschalter am Wendeschalthebel die «Agressivität» des Wendevorgangs verstellen. Dies hat uns sehr gefallen, zumal der Wendevorgang auch in der härtesten Position noch relativ sanft erfolgt. Die Lastschaltstufen können über Druckknöpfe im Hauptschalthebel oder einen Wippschalter in der Armlehne geschaltet werden. Gewöhnungsbedürftig war der Wippschalter, der zum Hochschalten nach hinten statt, wie es für uns logisch wäre, nach vorn angetippt werden muss. Ebenfalls gewöhnungsbedürftig ist der Hauptschalthebel: Man muss sich beim Schalten der Arbeitsbereiche Zeit lassen, und zudem dürfte der Hebel für Fahrer mit kurzen Armen etwas weit weg vom Fahrersitz angeordnet sein. Unser Testfahrzeug war noch mit

Die vier Kühlerpakete lassen sich zweistufig ausklappen.

Auf der rechten Seite: zweiter Tankstutzen, Adblue-Tank, Werkzeugkasten, Batteriefach.

Unter den modernen LED-Rücklichtern lassen sich bis vier Funktionen bedienen.

Hinter dem Beifahrersitz liegt die Bedienung der Klimaanlage.

hohes Drehmoment zur Verfügung. Deshalb lässt sich das Fahrzeug entsprechend sparsam fahren, wirkt dabei aber trotzdem spritzig. Dank diesen Motoreigenschaften muss man auch relativ wenige Schaltvorgänge machen.

Tankstutzen und Werkzeugkasten auf beiden Seiten

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Die Kabine bietet eine gute Sicht, im A-Holm befindet sich eine zusätzliche Anzeige (kleines Bild).

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sich für die Reinigung durch das Lösen von zwei Schnappverschlüssen und mit der Hilfe von Gasdruckzylindern leicht auseinanderklappen. Der SCR-Katalysator wurde unauffällig im verbreiterten Auspuff rechts vor der Kabine untergebracht. Auf der rechten Seite befindet sich auch der AdBlue-Tank mit 35 Liter Fassungsvermögen. Gefallen hat uns die Gestaltung des Aufstiegsbereichs: Auf beiden Seiten befindet sich vor dem 4-Stufen-Aufstieg jeweils ein Tankstutzen für den 300-Liter-Dieseltank und zusätzlich ein geräumiger Werkzeugkasten.

Sanfter Richtungswechsel in fünf Stufen verstellbar


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dem alten Schalthebel ausgerüstet. Inzwischen werden die Modelle mit einem neu gestalteten Schalthebel ausgestattet. Bereits ausgerüstet war unser Testfahrzeug mit der neuen «SenseShift»-Schaltungssteuerung, welche die Lastschaltstufen in Abhängigkeit von Fahrgeschwindigkeit, Motordrehzahl und Last ruckfrei schaltet. Tatsächlich ist uns das sanfte Schalten sowohl auf dem Feld als auch auf der Strasse positiv aufgefallen. Die Zapfwellenausrüstung schliesslich ist mit den Geschwindigkeiten 540/540E/1000/1000E für alle Aufgaben gerüstet. Ab Herbst 2013 wird die Serie 6 übrigens dann auch mit einem stufenlosen ZF-Eccom-Getriebe erhältlich sein. An der Hydraulikanlage hat sich gegenüber den Vorgängermodellen wenig geändert. Sie ist mit einer 42-Liter-Pumpe für die Lenkung und einer 83-Liter-Pumpe für die Arbeitshydraulik ausgerüstet. Auf Wunsch ist eine Axialkolbenpumpe mit 120 l/min erhältlich. Das Heckhubwerk ist auch in der Basisversion serienmässig mit einer EHR ausgerüstet und bringt 9240 kg Hubkraft. Die Standardversion ist serienmässig mit vier mechanisch betätigten Steuerventilen ausgestattet. Wer mehr Komfort wünscht, kann sich das Fahrzeug in der «P»-Version (siehe Kasten) mit bis zu sieben elektronisch betätigten Steuergeräten bestellen.

Bewährte Bedienung, neue Kabine Nun zum Arbeitsplatz des Fahrers, der neuen S-Class-2-Kabine: Sie kommt in einem neuen Design daher, obwohl viele Bedienungselemente noch vom Vorgänger stammen. Die Kabine bietet eine gute Rundumsicht und grosszügige Platzverhältnisse. Der neue Fahrersitz mit Bedienungsarmlehne bietet bereits in der Grundausstattung eine Niedrigfrequenzfederung. In der Armlehne können die wichtigsten Funktionen wie die Lastschaltstufen, Hubwerk und Handgas betätigt werden. Auch Automatikfunktionen wie Zapfwellen- und Allradautomatik sowie der Drehzahlspeicher können in der Armlehne aktiviert werden. Die mechanisch betätigten Steuergeräte hingegen werden in der Seitenkonsole betätigt, ebenso die Einstellungen an der EHR. Der neue, zusammenfaltbare Beifahrersitz bietet mehr Sitzfläche als sein Vorgänger. Hingegen ist er für einen grösseren Beifahrer etwas tief unten und dürfte nach unserer Ansicht etwas grosszügiger gepolstert sein. Unmittelbar hinter dem Beifahrersitz befindet sich die Bedienung der Klimaan-

lage. Eine spezielle Erwähnung verdient zudem das Bremssystem des Fahrzeugs: Die Betriebsbremse ist serienmässig mit einem Bremskraftverstärker ausgerüstet, dank dem auch mit einem geringen Pedaldruck die volle Bremskraft erreicht wird. Auf Wunsch ist das Fahrzeug mit zusätzlichen Scheibenbremsen in der Vorderachse erhältlich.

Fazit: Der Deutz Agrotron 6150 hat uns vor allem dadurch überzeugt, wie die Entwickler ihre Prioritäten gesetzt haben: Der Traktor bietet zweifelsohne Topgrundtechnik bei Motor, Getriebe und Hydraulik und dank der neuen Kabine einen sehr guten Fahrkomfort. Hingegen wurde auf teure elektronische Spielereien verzichtet, für alle, die einfach eine gute Grundausstattung wollen.  n

Rene Hug aus Kesswil TG setzt zurzeit einen gemieteten Agrotron 6150 als Ergänzung seiner Flotte ein und hat damit bereits über 150 Betriebsstunden absolviert. Er setzt das Fahrzeug vor allem beim Schottertransport mit 27 t Gesamtgewicht, aber auch im Ackerbau ein. «Mich hat der 6150 vor allem mit seiner gemessen an der Nennleistung enorm guten Durchzugskraft im unteren Drehzahlbereich und dem sehr guten Fahrkomfort überzeugt.»

Im Unterschied zum Testfahrzeug haben die seit Mai ausgelieferten 6er auch noch eine neu gestaltete Mororhaube erhalten.

P-Ausstattung mit Joystick auf der Armlehne und dem neu gestalteten Schalthebel.

Mehr Elektronik mit der Ausstattung «P» Wem die von uns gefahrene Grundausstattung nicht genügt, kann die Modelle der neuen Serie 6 von Deutz-Fahr in der Ausstattungsvariante «P» bestellen. In dieser Version bietet das Getriebe zusätzlich eine Automatikfunktion, welche die Lastschaltstufe innerhalb eines Arbeitsbereichs wie bei einem

Automatikgetriebe automatisch auf Last und Motordrehzahl abstimmt. Als weiterer Hauptunterschied bietet die Variante «P» vier bis maximal sieben elektronisch gesteuerte hydraulische Steuerventile, die mit Zeit- und Mengensteuerung ausgestattet sind. Im Unterschied zur Basisversion werden die elektronischen Steuergeräte über zusätzliche Bedienungselemente (siehe Bild) ebenfalls auf der Armlehne gesteuert. Als Option ist für die P-Version zudem der «iMonitor» erhältlich, eine multimediale Schnittstelle, die über ein zusätzliches Tastenfeld mit Drehregler gesteuert wird. Dieser ermöglicht nicht nur die Steuerung und Überwachung der Hauptfunktionen des Traktors, sondern auch die Steuerung von Isobus-kompatiblen Maschinen. Weiter kann das «Comfortip» bestimmte gespeicherte Abfolgen am Vorgewende automatisch ausführen, und zudem steht die automatische, satellitengestützte Spurführung «Agrosky» zur Auswahl.

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Kuppeln wird zum Kinderspiel «Gangl Docking Systems» sind die ersten marktreifen Schnellkupplungssysteme zwischen Traktor und Anbaugerät, mit denen sich auch Zapfwelle und Hydraulikanschlüsse ohne abzusteigen ankuppeln lassen. Die Schweizer Landtechnik konnte das System auf dem Gemüsebaubetrieb von Andreas Eschbach im Praxiseinsatz testen. Ruedi Burkhalter «Unsere Mitarbeiter sind hell begeistert», sagt Andreas Eschbach. Der Gemüseproduzent aus Füllinsdorf BL hat kürzlich drei seiner Traktoren und bislang zehn Anbaugeräte mit einem Gangl Docking System ausgerüstet. Mit diesem neuartigen Kupplungssystem lassen sich Dreipunktgeräte samt Zapfwelle und Hydraulikanschlüsse schnell, ohne abzusteigen und ohne fettverschmierte Hände an- und abkuppeln.

Traktoren besser auslasten Auf Eschbachs Gemüsebaubetrieb werden die Anbaugeräte oftmals am Tag gewechselt. «Mein Ziel ist es, pro Traktor eine jährliche Auslastung von 500 bis 600 Betriebsstunden zu erreichen und damit die Kosten möglichst tief zu halten», sagt Eschbach. Dies sei jedoch nur mit häufigen Gerätewechseln möglich. Um diese zu vermeiden, würden auf vielen Gemüsebaubetrieben aus Zeitmangel für häufig

benutzte Maschinen sogar separate Traktoren eingesetzt. «Aus meiner Sicht ist das jedoch wegen der Kostenfolge für Amortisation, Wartung und Unterhalt längerfristig keine gute Lösung», so Eschbach. Die Gangl-Erfindung kam für Andreas Eschbach also wie gerufen. Vertriebspartner für die Schweiz ist die im benachbarten Büren SO beheimatete Firma Berger Agrartech. «Als ich auf Einladung des Firmeninhabers Guido Berger das System in dessen Werkstatt vergeführt bekam, war für mich sofort klar, dass dies auf meinem Betrieb das Richtige wäre», berichtet er. Kurz darauf wurde die erste Maschine für die Umrüstung in Bergers Werkstatt gebracht.

Vorteilhafte Technik Die Gangl Docking Systems bieten dem Nutzer vor allem die folgenden Vorteile: • Bei jedem sowieso nötigen Gerätewechsel spart man wertvolle Zeit und hat daher

Guido Berger demonstriert, wie am Frontmähwerk das Getriebe nach hinten versetzt wurde.

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besonders in Zeiten mit Arbeitsspitzen und bei engen Erntezeitfenstern eine grös­ sere Schlagkraft. Insbesondere auf Gemüsebaubetrieben mit Angestellten können dadurch auch die Lohnkosten gesenkt werden. • Da ein Gerätewechsel viel schneller und müheloser vonstatten geht, können Betriebe mit mehreren Traktoren unter Umständen mehr Gerätewechsel in Kauf nehmen und so mit weniger Traktoren auskommen bzw. die Auslastung der vorhandenen Traktoren erhöhen. • Da der Gerätewechsel vom Fahrersitz aus erfolgt, fällt die Unfallgefahr durch Einklemmen zwischen Traktor und Maschine weg. Das mühsame Ankuppeln der Zapfwelle zwischen Traktor und Gerät und somit viele ungesunde Bewegungen fallen weg. • Beim Gerätewechsel verschmutzt man sich nicht mehr die Hände mit Fett und Staub. Dadurch werden auch die Bedienelemente im Traktor oder am Telefon sowie die Kleidung weniger in Mitleidenschaft gezogen. • Da der Gerätewechsel nur sehr wenig Zeit in Anspruch nimmt, kann man bei engen Platzverhältnissen den Einstellraum besser nutzen, indem mehrere Maschinen hintereinander abgestellt und bei Gebrauch schnell umgestellt werden können. • Man benötigt nicht mehr pro Anbaugerät, sondern nur noch

Die hydraulische Kippschaufel wird oft nur für sehr kurze Einsätze angekuppelt.


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und diese vor der Benutzung ohne gros­ sen Zeitaufwand zwischenzeitlich abstellen. • Auch Personen mit weniger Kraft, mit körperlichen Einschränkungen oder sogar mit einer Behinderung können jede Maschine vom Fahrersitz aus ankuppeln.

Vier Modelle Doch wie genau funktionieren die Gangl Docking Systems? Das Kupplungssystem gibt es in vier Modellen mit unterschiedlichen Ausstattungsvarianten. Das Schnellkupplungssystem besteht dabei grundsätzlich aus einem Hauptmodul für die Zugmaschine und jeweils einem Gerätemodul, das fest mit jedem Arbeitsgerät verbunden wird, ähnlich wie beim bekannten Akkorddreieck. In der Version «GSD 3 hydro» ist auf der Oberseite der Gerätemodule ein hydraulischer Schnellkuppler von Faster eingebaut, der gleichzeitig mit dem Einfahren des Hauptmoduls in das Gerätemodul gekuppelt wird. Damit sich die beiden Kupplungsteile genau zentrieren können, ist das Mutterstück im Gerätemodul horizontal beweglich und wird mit Federn gegen unten gedrückt. In dieser einfachsten Version wird der Schnappverschluss der Dreieckskupplung mechanisch, auf Wunsch auch hydraulisch, verriegelt. pro Traktor eine Zapfwelle. Dadurch sinkt der Aufwand für die Anschaffung, Wartung und Reparatur von Zapfwellen. • Je nach Betrieb ermöglicht das System neue organisatorische Möglichkeiten. Man kann beispielsweise problemlos eine zweite Maschine mit aufs Feld nehmen

Ein doppeltwirkender Anschluss genügt In der voll ausgerüsteten Version «GDS 3 master plus» befindet sich eine ganze Menge zusätzliche Technik im Hauptmodul: Hier sorgen zwei hydraulische Zylinder dafür, dass die Verbindung nach dem ­Einfahren des Kupplungsdreiecks fertigge-

Beim Düngerstreuer wurde der Schwerpunkt nur wenig nach hinten verlagert.

Andreas Eschbach hat bereits zehn Maschinen ausgerüstet.

stellt wird. D.h., der erste Zylinder verriegelt den Schnappverschluss des Kup­ plungsdreiecks, sodass sich dieses nicht mehr lösen kann, und der zweite stösst das Schiebeteil der Zapfwellenkupplung über den Stummel an der Maschine. Dazu muss man meistens die Zapfwelle am Traktor kurz anlaufen lassen, damit die Verzahnung einfahren kann. Beim Betätigen der beiden Zylinder wird zusätzlich ein Stickstoffspeicher mit einem Druck von rund 50 bar aufgeladen. Danach wird das System durch ein intelligentes Dreiwegeventil abgeschlossen, sodass der aufgeladene Speicher wie eine Feder dafür sorgt, dass die beiden Zylinder sicher verriegelt bleiben. Das Dreiwegeventil wird elektronisch über einen Kippschalter in der ­Kabine betätigt. Nachdem das Verriegelungssystem geschlossen wurde, wird die Hydraulik automatisch mit der ­hydraulischen Funktion des Anbaugeräts

Bei schweren Maschinen wie der Kreiselegge ist die Arbeits­ erleichterung besonders gross.

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Am Dreieck sind die Faster-Kupplungen fest montiert. Das Gegenstück am Anbaubock wird durch Federn gehalten und kann sich horizontal verschieben bzw. zentrieren.

verbunden, sodass mit einem Druck von bis zu 180 bar beispielsweise der Zylinder einer Kippschaufel betätigt werden kann. Folglich wird für das Verriegeln und das Anbaugerät das gleiche Steuerventil des Traktors genutzt, und es müssen nur zwei Schläuche an einem doppelt wirkenden Ventil angeschlossen werden.

Zwei Möglichkeiten beim Anbau am Gerät

Nachdem das Kupplungsdreieck verriegelt ist, wird der Zapfwellenantrieb hydraulisch eingeschoben.

Für die Verriegelung und die Zapfwelle sind je ein hydraulischer Zylinder eingebaut

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Der Einsatz eines Gangl Docking Systems erfordert umfangreichere Anpassungen am Anbaugerät, als dies beim herkömmlichen Akkorddreieck der Fall ist. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, den Geräteteil der GDS-Kupplung am Anbaugerät zu fixieren: Entweder man baut einen Adapter an den vorhandenen Anbaubock des Geräts oder man ersetzt den vorhandenen Anbaubock durch das Gerätemodul von Gangl. Bei der ersten Variante wäre es ohne grös­ seren Aufwand möglich, das Anbaugerät wieder auf das normale Kupplungssystem umzurüsten, wenn beispielsweise die Maschine als Occasion verkauft werden soll. Hingegen hat die Adapter-Va­ riante im Vergleich zum Gerätemodul den Nachteil der grösseren Schwerpunktsverlagerung des Anbaugeräts vom Traktor weg. Bei der Adaptervariante ist mit 10 bis 20 cm zu rechnen, bei der Verwendung des Gerätemoduls mit etwa 8 cm. Es kommt aber auch vor, dass die Maschine sogar näher zum Traktor rückt, wenn das Gerätemodul mit der Anbaumaschine verschweisst worden ist. Beide Anbauvarianten haben eines gemeinsam: Der Geräteteil der GDS-Kupplung muss absolut spielfrei mit der Maschine verbunden sein. Nur so ist es möglich, die Zapfwelle präzise zu kuppeln. Bereits ein geringes Spiel würde nicht nur das Einschieben der Antriebseinheit verunmöglichen, sondern auch beidseitig die Lager beschädigen.

Variable Preisgestaltung Nun stellt sich natürlich noch die Frage, für welche Betriebe die Anschaffung eines Gangl Docking Systems wirtschaftlich sein kann. «Sicher lohnt es sich für Betriebe, die viele Anbaugeräte einsetzen und diese häufig wechseln», betont Andreas Eschbach. Für die drei Hauptmodule und die zehn Gerätemodule inklusive Montage hat der Gemüseproduzent rund 25 000 Franken investiert, und das voll ausgerüstete Hauptmodul GDS 3 master  + hat einen Preis von rund 4100 Euro (etwas über 5100 Franken). «Die Kosten pro Anbaugerät variieren je nach Anbauvariante, Komplexität und nach Anzahl benötigter Funktionen von rund 800 bis gegen 3000 Franken», sagt Guido Berger. Er hat sich intensiv mit dem System befasst und seine Mitarbeiter für die Geräteanpassung speziell geschult. In den meisten Fällen müsse er den Kunden in der Tat davon abraten, die Gerätemodule selber zu montieren. Besonders zur Montage der Zapfwellenkupplung müsse man viele Details kennen und sehr genau arbeiten, damit das System dann auch sauber funktioniere.

Fast für alle Geräte möglich Grundsätzlich kann ein Gangl Docking System an fast allen Anbaugeräten der Kategorien 1–3 eingesetzt werden und ist an der Zapfwelle für eine Leistung bis 180  PS zugelassen. Allerdings gebe es Maschinen, bei denen die Machbarkeit zuerst detailliert abgeklärt werden müsse. «Relativ anspruchsvoll ist beispielsweise der Anbau an Frontmähwerken, da hier der Antriebsstrang meistens nicht fest mit dem Anbaubock verbunden ist wie beispielsweise bei einer Kreiselegge. Bei solchen Geräten muss man entweder das Getriebe direkt an den Anbaubock verschieben oder aber noch eine zusätzliche Gelenkwelle einbauen, damit die Welle bei voller Bewegungsfreiheit des Balkens nicht


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zu stark abgewinkelt wird», sagt Guido Berger. So oder so müsse man sich vor der Anschaffung des neuen Kupplungssystems gründlich informieren: «Die GDSTechnik bedeutet einen Systemwechsel. Über die Konsequenzen des Umsteigens muss man sich schon im Klaren sein.» So sei es dann etwa nicht mehr möglich, eine Maschine an Berufskollegen ohne GDSAusrüstung zu vermieten, höchstens noch mit einem weiteren Adapter.

Entwicklungsschritte geplant Erfunden und bis zur Marktreife entwickelt wurde das Gangl Docking System übrigens vom österreichischen Landwirt Johann Gangl. Hinter dem in Österreich heute industriell gefertigten System stecken rund zehn Jahre Entwicklungsarbeit von Gangl. Die grösste Herausforderung bestand darin, den Zapfwellenantrieb in das Kupplungsdreieck zu integrieren. Guido Berger ist überzeugt, dass das System noch viel Potenzial für weitere Anwendungsgebiete hat. So soll es auch für die Anwendung mit gezogenen Maschinen wie Futtermischwagen oder Mähwerken weiterentwickelt werden. Auch der Austausch mit anderen Geräte-FahrzeugSchnittstellen ist ein grosses Thema. So könnte man dereinst beispielsweise auch die Frontladergeräte direkt mit dem GanglSystem an den Traktor kuppeln können und umgekehrt. Als weiteren Entwicklungsschritt sieht Guido Berger die Einbindung der Schlepperelektronik in das System. «In den Gerätemodulen sind bereits zwei Öffnungen vorhanden, in die später beispielsweise elektrische Steckdosen mitgekuppelt werden könnten. So ist es beispielsweise denkbar, dass bei einer Pflanzenschutz-

Die Geräte können auch mit Dreiecken ohne Zapfwellen­ ausrüstung gekuppelt werden.

spritze mit zahlreichen hydraulischen Funktionen auch der Isobusstecker gleich mitgekuppelt wird. So könnte man dann direkt über den Isobus-Terminal des Traktors den Steuerblock der Maschine bedienen und dies alles nach wie vor ohne abzusteigen und nur mit einem doppelt wirkenden Hydraulikanschluss.» Doch damit noch nicht genug. Guido Berger ist überzeugt, dass sich der Schnellkuppler zum genormten Verbindungsstandart entwickeln wird, wie dies beispielsweise bei den Frontladerwerkzeugen die Euro8-Norm darstellt. «Dann wird man ­ möglicherweise die Maschinen bereits ab Werk mit dem Gangl-Gerätemodul bestellen können, was natürlich die Kosten noch einmal bedeutend reduzieren würde», sagt Berger. Er ist überzeugt, dass ein GDS jedem Nutzer wesentlich mehr Nutzen bringt als viele teurere Systeme wie GPS oder Isobus.  n

Beim Pflug wurde der Schwerpunkt weit nach hinten geschoben.

«Gaht nid, gits nid!» Bei unserem GDS-Testtag in Füllinsdorf war auch der erste Kunde, der das GDS in der Schweiz gekauft hat, anwesend. Sein Beispiel zeigt eindrücklich, wie gross der Nutzen eines GDS tatsächlich sein kann. Wisi Zgraggen, Landwirt in Erstfeld UR, hat bei einem schweren Arbeitsunfall mit einer Rundballenpresse vor rund zehn Jahren beide Arme verloren. Zwar hat der Unfall einen tiefen Schnitt ins Leben der Familie gezogen. Doch Wisi wollte sein Leben nicht von dieser Tragödie bestimmen lassen. Von Anfang an war für ihn klar, dass er weiterhin Bauer sein wollte. Unter dem Motto «Gaht nid, gits nid» suchte er nach Möglichkeiten, seinen Beruf auch ohne

Arme und Hände weiterhin ausüben zu können. Eindrücklich demonstrierte er uns, wie er dank dem GDS in kürzester Zeit jede Maschine, auch den schweren Pflug, ohne Hilfe einer zweiten Person an- und wieder abhängen kann. Mit dem verbleibenden Stummel eines Arms dreht er das Lenkrad, mit den Zehen dreht er den Zündschlüssel. Die eindrücklich positive Ausstrahlung, die er durch das Überwinden seines Schicksals entwickelt hat, beeindruckt auch immer wieder Teilehmer von Ausbildungen und Kursen bei der Rega und anderen Institutionen, wo Wisi als Redner auftritt. Mehr Informationen über ihn und den Betrieb auf www.bielenhof.ch.

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n  Wissen | Praktisch

Front- und Heckanbaugeräte verteilen die Gewichte gleichmässig auf den Traktor.

(Foto: Agroscope ART)

Richtige Ballastierung bedeutet mehr Fahrsicherheit Die Maschinen in der Landwirtschaft werden immer grösser. Mit zunehmender Grösse steigen auch die Gewichte an. Um mit den Fahrzeugen sicher unterwegs zu sein und sie effizient einzusetzen, kommt der richtigen Ballastierung grosse Bedeutung zu. Marco Landis*

Traktoren haben eine beschränkte Nutzlast, die sich aus dem zulässigen Gesamtgewicht und dem Leergewicht berechnet. Die Nutzlast kann dabei für das Tragen von Anbaugeräten, die Aufnahme der Stützlast von Anhängern oder für Ballastgewichte verwendet werden. Wird bei* Agroscope ART, Tänikon

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spielsweise ein schweres Heckanbaugerät an die Dreipunkthydraulik gekoppelt, muss meist die Traktorfront ballastiert werden, um die Vorderachse mit mindestens 20% des Gewichts zu belasten, wie es für Strassenfahrten gesetzlich vorgeschrieben ist. Diese Vorschrift dient der Sicherstellung der Lenkbarkeit des Fahrzeugs.

Günstige Gewichtsverteilung durch Front- und Heckanbau Sinnvoller, als schwere Anbaugeräte durch Ballast auszugleichen, ist sicherlich Gerätenutzung gleichzeitig an der Front und am Heck. Typische Beispiele dafür sind: Frontmähwerk mit Heckaufbereiter oder ein Frontpacker zusammen mit einer Säkombination im Heck. Die Verteilung


Praktisch | Wissen   n

auf Heck- und Frontanbaugerät hat zudem den Vorteil, dass die einzelnen Achsen weniger stark belastet werden, als wenn das Gerät hauptsächlich auf eine Achse wirkt. Der maximalen Tragfähigkeit der einzelnen Achsen wird oft zu wenig Beachtung geschenkt. Auch diese sind gesetzlich limitiert. Für sehr schwere Geräte empfiehlt es sich, gezogene Varianten mit eigenem Fahrwerk anzuschaffen.

anhänger mit 18 Tonnen Gewicht, dass der Allradtraktor 6 Tonnen wiegen sollte. Das Gewicht auf den Antriebsachsen lässt sich erhöhen, indem ein Teil des Gewichts vom Anbaugerät auf den Traktor übertragen wird. Am einfachsten ist dies sicherlich bei Anhängern, bei denen die Stützlast auf den Traktor wirkt. Aber auch bei Pflügen gibt es Systeme, die Gewicht auf das Zugfahrzeug übertragen.

Unnötig bewegtes Gewicht kostet Diesel

Mehr Gewicht auf den Antriebsachsen – mehr Zugkraft Für schwere Zugarbeiten ist ausreichend Gewicht auf den Antriebsachsen nötig, um den Schlupf zu vermindern. Auf öffentlichen Strassen besteht die Vorgabe, bei 15% Steigung anfahren zu können. Dies bedingt ausreichend Gewicht auf den angetriebenen Achsen. Als Faustregel kann von etwa 25% Gewicht auf dem Zugfahrzeug ausgegangen werden. Konkret bedeutet das für einen Drehschemel­

Mit jedem Kilogramm zusätzlichem Gewicht steigt der Rollwiderstand an, was den Treibstoffverbrauch erhöht. Durch 500 kg mehr Gewicht steigt bei einem 5 Tonnen schweren Traktor der Rollwiderstand um 10% an. Deshalb sollte auf unnötigen Ballast verzichtet werden. Sicherlich kostet das An- und Abhängen von Ballastgewichten oder das Ein- und Ausklinken eines Frontladers Zeit, doch das leichter gewordene Fahrzeug benötigt

dafür später weniger Treibstoff, die Reifen werden geschont, und der Bodendruck im Feld ist reduziert. Im Feld ist die Ballastierung so zu wählen, dass der Schlupf den Bereich von 10–15% nicht übersteigt. Übermässiger Schlupf belastet den Boden und erhöht den Treibstoffbedarf. Vor einer zusätzlichen Ballastierung ist aber der Reifendruck bis zur Tragfähigkeit der Reifen abzusenken, was den Boden schont und Treibstoff spart.

Fazit: soviel Ballast wie nötig Der richtigen Ballastierung der Motorfahrzeuge kommt in der Landwirtschaft eine zentrale Rolle zu. Eine unsachgemäs­ se Ballastierung verringert die Sicherheit. Zu wenig Gewicht reduziert die maximale Zugkraft. Gleichzeitig führt jedoch jedes unnötige Kilogramm zu einem höheren Fahrwiderstand, was Diesel kostet. Eine den Erfordernissen angepasste Ballastierung ist deshalb wichtig.  n

Berechnungsprogramm

4500 kg 100 kg

5600 kg

+

+

1000 kg 1300 mm

1935 kg (43 %)

2565 kg

2500 mm

2000 mm

1287 kg (23%) 4313 kg

Auswirkung der Hebelwirkung der Anbaugeräte auf die Achslastverteilung: Links der Traktor ohne Anbaugeräte, rechts der Traktor mit angebauten Anbaugeräten respektive Frontballast. Durch die Hebelwirkung des hinteren Anbaugeräts wird trotz Frontballast Gewicht auf die Hinterachse verlagert.

Da die angebauten Geräte aufgrund ihres Abstandes zu den Achsen eine Hebelwirkung ausüben, ist eine exakte Bestimmung des Gewichts und seiner Verteilung auf Vorderbzw. Hinterachse nur durch das Wägen der einzelnen Achsen möglich. Kennt man das Gewicht und den Schwerpunkt der Anbaugeräte sowie die Verteilung des Leergewichtes des Traktors, lassen sich die Achslasten einfach berechnen. Obenstehende Abbildung zeigt die statische Belastung und die Resultate eines Beispiels. Das Beispiel verdeutlicht, dass die Vorderachslast nach dem Anbau eines schweren

Heckanbaugeräts geringer ist als beim leeren Traktor. Auf der Vorderachse ruhen beim Traktor vor dem Anbau der Geräte 43% des Gesamtgewichts respektive 1935 kg. Durch die Hebelwirkung des Heckgerätes ist die Belastung der Vorderachse nach dem Anbau lediglich noch 1287 kg, was 23% entspricht, obwohl ein 100 kg schweres Frontgewicht montiert worden ist. Für die Berechnung steht unter www.traktorentest.ch eine Exceltabelle zur Ermittlung der Gewichtsverteilung auf die Achsen zur Verfügung.

Informationen für Traktoren über Abmessungen, Radstand, Leergewicht, Achsbelastungen im Leerzustand, das maximale Gesamtgewicht sowie die maximal zulässigen Achslasten sind auf den Traktorentestberichten von Agroscope zu finden (www.traktorentest.ch). Zu beachten ist, dass es sich bei den Garantiegewichten um die maximal zulässigen Gewichte handelt. Einflussfaktoren wie Reifen oder schwächere Achsen können im Einzelfall zu geringeren Garantiegewichten führen.

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n  Wissen | Praktisch

Bremsen prüfen zahlt sich aus Seit zehn Jahren führt der Bernische Verband für Landtechnik für seine Mitglieder regelmässig freiwillige Anhängerbremstests durch. Die Ergebnisse sind erfreulich, ist doch der Anteil an gefährlichen und ungenügenden Bremsen markant gesunken. Ruedi Burkhalter

«Die Auswertung zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind», sagt Peter Gerber. Der Geschäftsführer des BVLT konnte am 25. Mai eine erfreuliche Bilanz aus den diesjährigen Bremsprüfungen ziehen: Von 30 geprüften Anhängern wurden nur einer als gefährlich und zwei als schlecht eingestuft (siehe Grafik). Ein ganz anderes Bild bot sich beispielsweise noch im Jahr 2007. Mehr als die Hälfte der geprüften Anhänger wurde damals als gefährlich oder schlecht eingestuft.

Positive Entwicklung Es stellt sich an dieser Stelle natürlich die Frage, wie repräsentativ die Ergebnisse bezogen auf den gesamten Bestand an landwirtschaftlichen Anhängern sind. Kommen grossmehrheitlich nur diejenigen zur Bremsprüfung, die ihre Hausaufgaben gemacht haben und die anderen eher nicht? «Grundsätzlich stellen wir schon fest, dass das Bewusstsein für die Sicherheit im Strassenverkehr allgemein viel besser geworden ist», betont Peter

Gerber: «Wenn ich das mit der Situation von 1996 vergleiche, als wir die ersten Bremsprüfungen durchführten, gibt es bereits enorme Fortschritte zu vermelden.» Es seien aber regional starke Unterschiede zu verzeichnen: «Im Einzugsgebiet des Rübenrings (regionale, bäuerliche Transportorganisation für den Zuckerrübentransport nach Aarberg) ist die Bereitschaft für freiwillige Bremsprüfungen auch an 30-km/h-Anhängern eindeutig grösser als in gewissen Randund Hügelregionen.» Gerber will denn auch mit der Informationsarbeit des BVLT noch vermehrt die Nutzer von 30-km/hAnhängern ansprechen, die im Gegensatz zu den 40-km/h-Anhängern nicht einer obligatorischen Fahrzeugprüfung unterstellt sind. Aber auch hier stellt Gerber eine erfreuliche Tendenz fest: «Wir hatten auch in diesem Jahr alle Arten von Anhängern am Start, auch solche, die nur 30 km/h fahren und nur wenig gebraucht werden.»

Kostendruck gefährdet Sicherheit

Die professionelle Überprüfung der Bremstechnik gibt ein gutes Fahrgefühl. (Bilder: Ruedi Burkhalter)

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Ein Problem ist heute der wirtschaftliche Druck: Das Prüfen der Bremsen durch Fachleute ist teurer geworden, der Erlös für die landwirtschaftlichen Produkte jedoch kleiner. Das mag viele dazu verleiten, Wartungsarbeiten an Bremsen selber oder gar nicht auszuführen. «Das Einstellen von Bremsen, Hebellänge und Positionen der Bremszylinder, sollte man in jedem Fall dem Fachmann überlassen», betont Gerber. Der Landwirt könne aber bereits mit einfachen Kontrollarbeiten wie der Sichtprüfung bzw. dem Abgreifen der Bremsschläuche mit der Hand oder einer Funktionskontrolle vor dem Abfahren die Sicherheit im Verkehr bedeutend verbessern. Mit Bremsschläuchen sei es ähnlich wie mit den Pneus: Sobald diese spröde werden, muss man sie ersetzen, auch wenn sie vielleicht noch lange nicht abgefahren sind.


Praktisch | Wissen   n Auswertung 2007

Auswertung 2007

Auswertung 2013

Auswertung 2013

Gut zu wissen Eine erfolgreiche Bremsprüfung alleine ist noch keine Garantie für eine maximale Sicherheit auf der Strasse. Unter anderem müssen darüber hinaus noch folgende Punkte beachtet werden: • Der Faktor Mensch macht bei der Sicherheit im Strassenverkehr den grössten Anteil aus. Der Fahrer muss den Bedingungen und der Ladung entsprechend fahren und beispielsweise früh herunterschalten oder die Bremsen in einer Talfahrt nicht dauerhaft betätigen, damit sich diese nicht zu stark erwärmen. Deshalb sollen bei Transportarbeiten auch nur routinierte und gut ausgebildete Fahrer zum Einsatz kommen, die die eingesetzten Fahrzeuge genau kennen bzw. «spüren». • Vor jeder Fahrt ist eine Funktionsprüfung (fahren in kleinem Gang und dazu bremsen) zu machen, sodass mit Sicherheit verhindert wird, dass beispielsweise eine Bremse gar nicht angeschlossen ist oder dass ein manuelles Lastregelventil in der falschen Position bleibt. • Beim Bremsen ist nicht nur die Bremskraft des Anhängers, sondern auch die Abstimmung von Bremskraft und -zeit-

Die Funktionstüchtigkeit der Anhängerbremsanlagen hat sich deutlich verbessert. Dies zeigt der Vergleich der Prüfergebnisse 2007 (oben) zu 2013 (unten) anlässlich der Bremstests des BVLT.

punkt zwischen Anhänger und Traktor entscheidend. Bremst ein Anhängerzug beispielsweise zu spät und ein Traktor zu stark, kann es in Kurven zum gefährlichen Aufschieben kommen. Die Abstimmung der Bremsen ist heute nur sehr schwer zu kontrollieren. Indem man Anhänger mit verschiedenen Traktoren testet, kann man aber durch das Ausschlussverfahren wichtige Informationen über das Bremsverhalten von verschiedenen Traktoren und Anhängern gewinnen. • Eine Anhängerbremse, die auf dem Bremsprüfstand gut abschneidet, ist noch nicht zwingend in jedem Einsatz sicher. In der Vergangenheit wurden teilweise aus Kostengründen Achsen mit zu kleinen Bremstrommeln montiert. Diese können im intensiven Gebrauch überhitzen und ausfallen. Deshalb sollte man beim Bestimmen der maximalen Ladung nicht nur die Typenschilder von Anhängern, sondern auch diejenigen von Achsen und Bremstrommeln beachten.  n

Marcel Walter

Fredy Kocher

«Wir haben diesen Lastwagenanhänger, den ich hier prüfen lasse, im letzten Jahr als Occasion gekauft. Zwar wurde er bereits damals geprüft, aber ich wollte trotzdem dieses Jahr wieder schauen, ob alles o.k. ist. Es handelt sich um einen dreiachsigen, relativ schweren Anhänger, da muss man sich einfach sicher sein können, dass die Bremsen in einem guten Zustand sind. Man sollte die Bremsen an landwirtschaftlichen Anhängern meiner Meinung nach gleich behandeln wie beim Auto: Sie einfach periodisch von einem Fachmann prüfen lassen. Dies, obwohl wir den Anhänger nur relativ wenig für den Transport der eigenen Produkte wie Rüben und Getreide einsetzen.»

«Ich komme hier für einen Kollegen einen Zug mit modernen Tanner-Anhängern prüfen. Die periodische Kontrolle der Bremsen ist heute aus meiner Sicht ein Muss. Das gilt meiner Ansicht nach auch dann, wenn man Anhänger nur für die eignen Transporte relativ wenig einsetzt. Leider sieht man in diesem Segment immer noch haarsträubende Sachen, beispielsweise Anhänger, bei denen die Bremsen auf der Strasse sogar ausgeschaltet sind. Auf dem Dreschbetrieb, den ich mit einem Kollegen betreibe, setzen wir seit einigen Jahren auch einen Occasion-40-km/h­Lastwagen ein. Wir stellen fest, dass man damit viel sicherer und vor allem auch günstiger transportieren kann. Die Anschaffung modernster landwirtschaftlicher Anhängerzüge ist in den meisten Fällen heute nicht mehr wirtschaftlich.»

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n  Management

Bei relativ kurzen Fahrstrecken ist der Transport mit dem landwirtschaftlichen Anhängerzug im Vorteil.

(Bild: Ueli Zweifel)

Traktor oder Lastwagen – ein Kostenvergleich Es gibt heute im Vergleich zu früher merklich mehr landwirtschaftliche Strassentransporte. Die Kosten, die dabei entstehen, geben oft Anlass zu Diskussionen. Diesbezüglich werden hier zwei Fahrzeugkombinationen beziehungsweise drei Varianten miteinander verglichen. Dominique Berner* Ins Rennen gehen bei unserem Vergleich ein Traktor der 300-PS-Klasse mit kippbarem Tridemanhänger und ein fünfachsiger Kipp-Lastwagen. Die Variante Traktor wird dabei doppelt gerechnet, zum einen mit 600 Betriebsstunden pro Jahr gemäss Annahmen der Forschungsanstalt Agroscope (ART), zum andern mit hohen 1570 Betriebsstunden. Diese Grössenordnung ist im spezialisierten Unternehmen möglich und entspricht rechnerisch der Jahresauslastung des * Experte für landwirtschaftlichen Strassenverkehr beim SVLT

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Lastwagens. Sie bedeutet aus betrieblicher Sicht, das ganze Jahr über eine Vollarbeitskraft auf dem Anhängerzug einzusetzen und den Traktor praktisch nicht anderweitig zu verwenden.

Annahmen Die Transporteinheiten weisen jeweils eine Nutzlast von 23 Tonnen auf. Für die Kalkulation dienen bei den Traktoren die Maschinenkosten als Basis, beim Lastwagen handelt es sich um Richtansätze des Schweizerischen Nutzfahrzeugverbandes (ASTAG). Bei diesem Preis sind das Unternehmerrisiko und eine Gewinnmarge

einkalkuliert. Kilometerabhängig musste beim Lastwagen die leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) mit einem Preis von CHF 1,08 pro Kilometer zugerechnet werden. Als «Turngerät» für das Beispiel dient der Transport von landwirtschaftlichen Gütern mit einer tendenziell hohen Dichte wie Zuckerrüben, Getreide oder Hofdünger. Die jeweiligen Kosten beinhalten einen kompletten Transportzyklus. Für das Be- und Entladen werden 15 beziehungsweise 10 min angenommen. Die Fahrzeit ergibt sich aus der fahrzeugspezifischen Durchschnittsgeschwindigkeit.


Management   n

Dabei wurde von Verhältnissen ausgegangen, wie sie auf dem Strassennetz (ohne Autobahn) im Mittelland anzutreffen sind. D.h., für den Traktorzug kann man mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 32 km/h rechnen, für den Lastwagen mit einer solchen von 45 km/h. Die Kostenansätze (ohne Lohnkosten) sind in der Tabelle unten wieddergegeben. Die Distanz zwischen Ladeund Entladeort wurde mit 10, 20, 30 und 50 km angenommen.

Kosten pro Transportzyklus Aus den errechneten Preisen pro Zyklus (Tabelle rechts) geht hervor: Der Traktor mit der in der Landwirtschaft üblichen Auslastung stellt die teuerste Variante dar. Der Traktor mit hoher Auslastung verursacht hingegen weniger Kosten als der Lastwagen. Dabei wird das Zugfahrzeug im Vergleich nicht viel günstiger als bei der «Normalauslastung». Dies kommt daher, dass die Treibstoffkosten fast 40 Prozent der Maschinenkosten ausmachen und ein hoher Abschreiber dazukommt, damit das Fahrzeug innerhalb von sechs Jahren amortisiert werden kann. Dies schlägt mit dem zweieinhalbfachen jährlichen Betrag gegenüber einer normalen Auslastung zu Buche. Markant weniger Kosten gibt es jedoch beim Anhänger. Hier muss die Abschreibung gegenüber einer normalen Auslastung zwar sogar das Vierfache betragen. Sie lässt sich jedoch durch eine mehr als 15-fache jährliche Auslastung teilen (1500 statt nur 100 Stunden). Wird eine Auslastung gemäss ART angenommen, ergibt sich ein Transportvolumen von 2000 Tonnen pro Jahr. Im Extrembeispiel käme man auf die 15-fache Tonnage. Der Lastwagen hat vor allem den Vorteil der höheren Durchschnittsgeschwindigkeit. So kann man aus den Fahrzeiten entnehmen, dass mit dem Lastwagen an einem normalen Arbeitstag (9, ±1h) im Schnitt eine Fuhre mehr möglich ist. Die Effizienz steigert sich zudem, wenn der Weg über eine Schnellstrasse genommen

Maschinenkosten Fahrzeug

Traktor, normale Auslastung Traktor, hohe Auslastung Anhänger, normale Auslastung Anhänger, hohe Auslastung Lastwagen

Preis pro Stunde (CHF)

110.25 198.45 178.40 121.20 142.– (ohne LSVA)

Fahrzeit pro Transportzyklus Fahrzeug/Distanz

10 km

20 km

30 km

50 km

Traktor mit Anhänger (32 km/h)

1h

1 h 40 min

2 h 17 min

3 h 32 min

Lastwagen, 5 Achsen (45 km/h)

51 min

1 h 18 min

1 h 45 min

2 h 38 min

Fahrzeug/Distanz

10 km

20 km

30 km

50 km

Traktor mit Anhänger, normale Auslastung

188.65

315.–

433.90

667.85

Traktor mit Anhänger, hohe Auslastung

119.65

199.–

275.20

423.55

Lastwagen, 5 Achsen, inklusive LSVA

143.70

229.–

313.30

482.90

Kosten pro Transportzyklus

werden kann. Hier kann je nach Distanz und geografischer Lage von einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von rund 55 bis 60 km/h ausgegangen werden. Dies bedeutet dann rund eine Halbierung der kostenrelevanten Fahrzeit und ermöglicht in den meisten Fällen eine Erhöhung der Tagesleistung. Erfahrungen zeigen, dass sich dieser Vorteil für den Lastwagen auswirkt, wenn mindestens ein Drittel der Fahrdistanz auf der Schnellstrasse zurückgelegt werden kann.

Nicht monetäre Faktoren Beim Transport von landwirtschaftlichen Gütern kann der Lastwagen jedoch auch benachteiligt sein. Dies ist unter anderem der Fall, wenn der Güterumschlag abseits von befestigten Plätzen und Strassen stattfindet, wo schlecht ausgebaute Feldwege und enge Verhältnisse auf landwirtschaftlichen Betrieben das Befahren behindern, was aber für einen Traktor samt Anhänger der hier angenommenen Grössenordnung auch zutreffen kann. Klar ist, dass das Strassenverkehrsrecht dem Lastwagentransport Schranken auferlegt. So kommt das Sonntags- und Nachtfahrverbot in die Quere, was ohne Sonderbewilligung unter Umständen eine zeitgerechte Abfuhr von Erntegütern bei ­grossem Mengenanfall oder bei schlechten Witterungsbedingungen behindert. Hinzu kommt, dass sich der Fahrer an die Verordnung über die Arbeits- und Ruhezeit (ARV) halten und also die vorgeschriebenen Pausen sowie die täglichen/ wöchentlichen Ruhezeiten einhalten muss. Werden Transporte mit Traktoren durchgeführt, wirkt sich das Gesetz weniger hinderlich aus. Doch steigt die Eigenverantwortung von Fahrer und Halter. Der Traktorfahrer wird zwar nicht durch den Tachografen an die Einhaltung von Pausen und Ruhezeiten erinnert, er muss

diese Arbeitsunterbrechungen aber nach gesundem Menschenverstand einplanen. Aus dem Blickwinkel der Sicherheit müssen ausschliesslich für Transportarbeiten eingesetzte Traktorzüge entsprechend ausgerüstet sein. So dürfen bei der Bereifung und den Bremsen keine Abstriche gemacht werden; eine Strassenbereifung beispielsweise erhöht die Sicherheit und den Fahrkomfort und wirkt sich nebenbei noch positiv auf die Wirtschaftlichkeit aus. Hoch ausgelastete Komponenten unterliegen systembedingt einem gesteigerten Verschleiss. Diesem Umstand muss insofern Rechnung getragen werden, als Traktor- und Anhängerbremsen in kurzen Intervallen gewartet und überprüft werden müssen.

Fazit Die Kostenkalkulation zeigt, dass sich zwar ein Anhängerzug mit Traktor bei sehr hoher Auslastung von der Wirtschaftlichkeit her mit einem Lastwagen messen kann. Nicht ausser Acht gelassen dürfen jedoch andere Faktoren wie zu bewältigende Arbeitsspitzen oder erschwerte Anfahrtswege. Für den Transport von grossen Tonnagen über grössere Distanzen, bestenfalls auf der Schnellstrasse, kann der Lastwagen eine zu prüfende Option sein.  n

Gewerbliche Transporte Soll die vorgestellte Traktorkomposition für gewerbliche Fahrten verwendet werden, so fallen auch Schwerverkehrsabgabe und erhöhte Strassensteuern an. Im Kanton Aargau beispielsweise müssten zusätzlich CHF 4400.– für die PSVA und rund CHF 1000.– für ­Verkehrssteuern kalkuliert werden. Pro Traktorstunde ergäbe dies in unserem Fall Mehrkosten von CHF 9.– für das normal ausgelastete Gespann und CHF 3.45 für das hoch ausgelastete Gespann.

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n  Plattform | Veranstaltung

Zinken können sowohl nach links wie nach rechts arbeiten. Die ungefederten Zinken sind an einer Kette befestigt und werden mechanisch angetrieben. Die Tiefenführung erfolgt über zwei Tastrollen. Für eine gute Sicht ist das Räumschild aus Plexiglas gefertigt. Der Alpin-Rake mit einer Arbeitsbreite von rund 2,5 m passt an verschiedene Motormäherfabrikate und kostet inklusive Mehr wertsteuer rund 8800 Franken.

Hill-Rake

Der Bandheuer bekommt im Berggebiet Konkurrenz. Verschiedene Anbaugeräte für Motormäher versprechen Vorteile gegenüber dem Klassiker.

Der Hill-Rake wird von der Firma Erni in Menznau produziert. Das Gerät funktioniert ähnlich wie der Alpin-Rake. Die gefederten Doppelzinken sind an einem Keilriemen befestigt. Sie werden hydraulisch angetrieben und arbeiten sowohl nach links als auch nach rechts. Die Tiefenführung erfolgt per Kufe über die ganze Arbeitsbreite. Das Gerät ist mit einer Arbeitsbreite von 1,7 bis 2,4 m und auf Wunsch mit mechanischem Antrieb erhältlich. Es kann an alle Motormäher­ fabrikate mit Aktivlenkung angebaut werden. Die 1,7 m breite, mechanische Variante wiegt 130 kg und kostet inklusive Mehrwertsteuer rund 7500 Franken.

Konrad Merk, Plantahof

Twister

Der Alpin-Rake der Firma Köppl arbeitet mit starren Zinken.

(Bilder: Werkbilder)

Futter schwaden in steilen Lagen

Im Berggebiet war lange der klassische Bandheuer die erste Wahl. Heute ausgerüstet mit vier bis fünf Doppelzinken und mit Arbeitsbreiten bis 3 m, sind grosse Arbeitsleistungen möglich. Dank der kurzen Bauweise ist eine gute Bodenanpassung möglich, bei Frontanbau muss das Futter nicht überfahren werden. Zudem liegt der Schwerpunkt nahe am Zweiachsmäher/Traktor/Motormäher; dies bringt Vor­ teile bei Wendemanövern im Hang. Muss viel langes Futter mit dem Bandheuer bewegt werden, ist die Schwadablage nicht optimal. Die Zinken reissen die Halme wieder mit. Das Futter kann nur auf einer Seite abgelegt werden. 30

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Moderne Motormäher verursachen hohe Investitionskosten. Um die Maschinen besser auszulasten, werden sie heute neben dem Mähen oft auch zum Schwaden eingesetzt. Die Motor- und Hydraulik­ leistung reicht dafür problemlos aus. Der Landwirt mit steilen Futterflächen kann zwischen verschiedenen Produkten zum Schwaden auswählen:

Alpin-Rake Der Alpin-Rake wird von der Firma Köppl aus Bayern hergestellt. Das Gerät funktioniert wie ein nach hinten geneigter Bandheuer. Die in einer Doppelreihe angeordneten, aus einem Stück gelaserten

Der Twister wird von der Firma Schmid Landmaschinen AG in Escholzmatt hergestellt. Das Futter wird von einem gesteuwww.plantahof.ch

Plantahof-Feldtag am 21. Juni Die erwähnten Anbauschwader für Motormäher sind teilweise noch nicht lange auf dem Markt. Darum fehlen fundierte Praxiserfahrungen unter verschiedenen Bedingungen. Auf dem Berggut Parpan werden diese Maschinen im Einsatz sein. Reservieren Sie sich den 21. Juni (Verschiebungsdaten siehe www.plantahof.ch), um diese Vorführung im Rahmen des Plantahof-Feldtages nicht zu verpassen.


Veranstaltung | Plattform   n

baumotor (10 kW). Der Luftstrom ist dreimal so stark wie bei üblichen tragbaren Laubbläsern. Über einen Seilzug kann die Richtung

des Luftstroms verändert werden, zum Serienstart soll die Maschine nach links und rechts arbeiten. Der Hay-Blower kann an die meisten Motormäher angebaut werden. Er wiegt 85 kg und kostet inklusive MWSt rund 6300 Franken.  n

Der Twister nutzt die Schwerkraft, um das Futter links oder rechts abzulegen.

erten Pick-up aufgenommen und über ein Schild passiv mithilfe der Schwerkraft nach links oder rechts befördert. Das Schild funktioniert ähnlich wie ein Schneepflug und kann deshalb leicht nach links oder rechts schwenken. Die Tiefenführung erfolgt über zwei Tastrollen, in steilen Hanglagen gewährleisten zuschaltbare Scheibenseche die Spurtreue. Der Twister wird mechanisch angetrieben. Der Vertrieb erfolgt über die Reform-Händler, auf Wunsch kann der Twister auch an andere Motormäherfabrikate angebaut werden. Das Gerät mit einer Arbeitsbreite von 1,7 m wiegt 175  kg und kostet inklusive Mehrwertsteuer rund 10 900 Franken. Auf diese Saison hin soll auch eine breitere Version mit hydraulischem Antrieb erhältlich sein.

Bandheuer arbeiten nur auf eine Seite, die Futterablage ist nicht immer optimal.

Der Hill-Rake der Firma Erni fördert das Futter mit gefederten Zinken.

Noch im Vorserienstadium ist der BrieliRake.

Hay-Blower, starkes Gebläse mit Aufbau­ motor von Itin + Hoch.

Brieli-Rake Der Brieli-Rake wird nach einer Idee von Beat Walser, Seewis, konstruiert. Die Maschine steckt noch im Vorserienstadium. Das Gerät gleicht einem Bandheuer mit schräg versetzt angeordneten Zinkenreihen. Die Zinken zeigen senkrecht nach unten. Die Reihen sind aber nicht auf derselben Ebene angeordnet, sondern die vorderste Reihe arbeitet am höchsten, die hinterste Reihe am tiefsten. Das Gerät wird hydraulisch angetrieben und kann sowohl nach links wie nach rechts arbeiten. Technische Details und Preise sind noch nicht bekannt. Der Brieli-Rake soll nur auf Brielmaier-Motormäher passen.

Hay-Blower Der Hay-Blower der Firma Itin und Hoch aus Liestal ist ebenfalls noch im Vorserienstadium. Dabei handelt es sich um ein gross dimensioniertes Gebläse mit Auf-

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6/7 2013  Schweizer Landtechnik 17.05.13 31 10:56


n  Plattform | Report

Beim Aufladen des 6115R in Mannheim verrichtet Albert Gerber Zentimeterarbeit.

(Bilder: Dominik Senn)

Der lange Weg eines neuen Traktors vom Werk zum Kunden Wie kommt ein Traktor in die Schweiz? Über den Zoll natürlich, es dauert bestenfalls zwanzig Minuten. Was alles in den Monaten ab Gesprächsaufnahme durch den Landwirt bis zur Übergabe der eingelösten Maschine geschieht, ist wie das Ineinandergreifen unzähliger Zahnrädchen eines geölten Räderwerks. Dominik Senn Die Schweizer Landtechnik hat einen John Deere 6115R von Mannheim bis zum Bauernhof in Matzendorf SO begleitet.

«Ich brauche mehr PS» Mo., 29. Oktober 2012, 10.30 Uhr Wochen der Informationen, Besprechungen, Offertstellungen, Vorverhandlungen, Telefonate und Schlussverhandlungen sind vorbei. Landwirt Heinz Ledermann in Matzendorf SO unterschreibt heute Montagmorgen den Kaufvertrag und übergibt das Original seinem Gegenüber, Ernst Jenzer, Verkäufer beim John-Deere-Händler Gerber & Reinmann AG in Schwarzhäusern BE. Der 32

6/7 2013  Schweizer Landtechnik

Milchbauer hat sich den Kaufentscheid für den 6115R mit Nennleistung 115 PS nach 97/68/EC, ausgerüstet mit der neusten Motorentechnologie Stufe IIIb mit Partikelfilter und dem stufenlosen AutoPowr-Getriebe, nicht leicht gemacht. «Ich brauche mehr PS für das Ackern in der voralpinen Hügelzone», ruft er sich in Erinnerung. «Ich muss auch an die nächste Generation denken, an meinen Sohn, der einmal den Hof übernehmen will.» Weitere Argumente bestärken seine Sicherheit, einen guten Entscheid getroffen zu haben: «John Deere ist als Weltmarke gut angesehen. Und bei Händler Gerber & Reinmann AG in Schwarzhäusern ist ein

gutes Team für Wartung und Service besorgt.» Auch die vorherige Generation ist einverstanden: Vater Hans, 77-jährig, ist von der Notwendigkeit der Neuanschaffung überzeugt. Er ist sogar bereit, mit dem Hightech-Gerät zu ackern. «Aber auf die Strasse gehe ich damit nicht», meint er vorsichtig.

Der Auftrag erfolgt online Di., 30. Oktober 2012, 07.45 Uhr Andreas Rutsch, Uetendorf, Gebietsverkaufsleiter der Matra in Lyss, eine Zweigniederlassung der Robert Aebi AG und Schweizer Hauptimporteurin für John-


Report | Plattform   n

Deere-Produkte, hat von Jenzer soeben ein Mail erhalten, in dem der Kauf bestätigt und die Angaben für die detaillierte Ausrüstung gemacht sind. Rutsch leitet das Mail weiter an den zuständigen Produktmanager, Lorenz Scheurer, der umgehend die Bestellung auf der eigens von John Deere entwickelten Bestellplattform eingibt, gemäss Angebot und Kundenwunsch. Nach der Bestätigung wird automatisch eine Bestellnummer generiert, welche bis zur Auslieferung eine Nachverfolgung der Maschine gewährleistet. Die eingegebene Bestellung erhält in einem zweiten Schritt direkt aus Mannheim einen Produktionsplatz zugewiesen, welcher online abgerufen und überprüft werden kann. Der Auftrag in die Schweiz steht jetzt am Schluss der Auftragseingangsliste und rückt stetig weiter nach vorne. Noch bevor die Produktion des eigentlichen Traktors beginnt, wird die Kabine im Kabinenwerk Bruchsal bestellt, dort nach den spezifischen Kundenwünschen gebaut und schliesslich nach Mannheim geliefert. Lorenz Scheurer: «Unsere generelle Aufgabe als Hauptimporteur beginnt aber schon viel früher und ist sehr umfassend und abwechslungsreich. Wir organisieren Trainingskurse und Schulungen für unsere Vertriebspartner, stellen die offiziellen Schweizer Preislisten und sämtliches Werbematerial zur Verfügung. Hinzu kommt die komplette Abdeckung im Bereich Ersatzteilwesen, Kundendienst und Marketing. Bei Bedarf stehen unseren Vertriebspartnern ebenfalls Produktspe­ zialisten zur Verfügung.»

«Taufschein» 13.20A Mi., 13. März, 09.00 Uhr 18 Wochen sind vergangen. Bei der Gerber Transporte GmbH in Schwarzhäusern läuft die Meldung per E-Mail ein, eine Transportladung von drei Traktoren, darunter der 6115R, stehe abholbereit auf dem Werkgelände in Mannheim. Die Transportfirma führt seit Jahrzehnten die meisten Transporte von Mannheim in die Schweiz aus. Ihr Inhaber und Gründer heisst Albert Gerber. Er ist zugleich Gründer und heutiger Verwaltungsratspräsident der Gerber & Reinmann AG. Er hat sie 1963, vor 50 Jahren, zusammen mit Martin Reinmann ins Leben gerufen und vom ersten Tag an mit John Deere zusammengearbeitet. Heute sorgen sich elf Mitarbeiter um das komplette Verkaufsprogramm vom Rasenmäher bis zum Mähdrescher, um Gebietsvertretungen,

Verkauf, Service und Reparaturen. John Deere gibt drei Tage Frist zum Abholen. Es eilt. Albert Gerber, kurzentschlossen: «Übermorgen, 15. März, ein Freitag! Ich fahre.» Er avisiert Mannheim per Mail, gibt Namen, Datum und Abholzeit durch und bereitet das Formular 13.20 A (Prüfungsbericht der technischen Daten) vor. «Es ist eine Art Tauf- Die komplette Transportladung mit Fahrer auf einer Autobahnschein des 6115R», raststätte. sagt er, «er wird für die Verzollung des Traktors benötigt und problemlos vonstatten. Weiter gehts in anschliessend dem betreffenden Händler den aufhellenden Wintermorgen auf der ausgehändigt.» deutschen Autobahn in Richtung Norden. Wahrhaftig, es gibt punkt 7 Uhr einen Zwischenhalt, und Alfred Gerber genehDas Transportfahrzeug Do., 14. März, 16.45 Uhr migt sich ein Sandwich. «Ein Villiger Kiel Albert Gerber kontrolliert die Einsatzbegefällig?» «Jetzt schon? Aber warum reitschaft des Transportfahrzeuges. Es ist nicht!» Der Chauffeur wird gesprächig. Er ein Iveco Stralis 450. Darin hat der zweiterzählt von früher, als er in den Nachkriegsjahren als Chauffeur durchs halbgrösste Nutzfahrzeughersteller Europas verwüstete Europa gezogen ist und (nach Daimler-Benz) einen Cursor 10 vermanches Abenteuer erlebt hat oder wie baut, ein Sechszylinder-Reihenmotor mit er die aufkommenden Mechanisierungs10,3-l-Hubraum, 450 PS. Er erfüllt die Euro 5-Abgasnorm. bestrebungen erkannt und richtig gedeu«Der Sattelauflieger, der drei Traktoren tet hat, indem er 1963 eine Werkstätte fasst, ist von Lanz + Marti aus Sursee, mit Verkauf ins Leben gerufen hat. Ob eine solide Sache», sagt Albert Gerber, der Erzählungen vergeht die Zeit wie im der die 54-jährige Firma bestens kennt. Flug, und ein zweiter Villiger Kiel löst sich Die Papiere, darunter die Bezugsscheine in Rauch auf. Die Ausfahrt «John Deere für die drei Traktoren, sind bereit, auch Mannheim» taucht auf. die Spannsets, Europortemonnaie, Pass – und Villiger Stumpen. Er geht heute früh Fr., 15. März, 10.05 Uhr zu Bett. Albert Gerber biegt in die Einfahrt zum Firmengelände ein. Securitas-Wächter Der Chauffeur fährt früh los Mario Jockers nimmt das Einchecken vor, notiert sich die Uhrzeit und winkt Gerber Fr., 15. März, 04.45 Uhr schliesslich durch. Er ist über die Ankunft Ein kurzes Vibrieren, der Cursor 10 brummt, Lämpchen leuchten auf. Albert offensichtlich im Bild. Plötzlich ein grün schimmerndes Meer. Die «Wellen» entGerber fährt aus Schwarzhäusern weg. Es puppen sich als blitzblanke Kabinendäist kalt. Arktische Kaltluft von der Polar­ cher Dutzender neuer Traktoren. «Alle region ist über Nordwestrussland ins drei Minuten verlässt ein neuer Traktor nördliche Mitteleuropa eingedrungen und hat in der Nacht auf heute der nörddas Werk», sagt Albert Gerber und taucht lichen Schweiz lokal Temperaturen bis zielstrebig in die «Fluten» ein. «Hier ist minus 10 Grad Celsius beschert. Auf der der Platz der Neutraktoren für fünf bis Pratteler Autobahnraststätte steigt der sechs Länder, darunter die Schweiz», sagt Reporter zu. «In der Raststätte Breisgau er. Tatsächlich sind drei grüngelbe Boliden gibts Kaffee», wird er begrüsst. mit «CH» beschriftet. Er steigt aus und sucht das nahe Speditionsbüro auf. ­«Tschou André! Tschou Rainer!» «MorFr., 15. März, 05.45 Uhr gen Albert!» André Delameilleure und Die Durchfahrt für Lastwagen am Basler Autobahn-Hauptzollamt Weil-Basel geht Rainer Wirth, seit sechs bzw. zehn Jahren 6/7 2013  Schweizer Landtechnik

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n  Plattform | Report

vorschriftsgemäss mit Spannsets. Er benötigt je deren sechs, denn das Gesamtgewicht übertrifft sieben Tonnen. Unglaublich, wie behende der Chauffeur über die mannshohen Räder steigt, um die Gurten zu befestigen.

Fr., 15. März, 11.05 Uhr

Auf die Minute genau eine Stunde nach Einfahrt ins Werkgelände will er dieses mit der kostbaren Fracht wieder verlassen. Da stoppt ihn der Securitas-Wächter erneut. «Ausgangskontrolle», ruft er, schaut sich die Chassisnummern an, prüft die Ladungssicherung und gibt schliesslich grünes Licht für die Ausfahrt. Endlich freie Fahrt. Ein Blick auf die Uhr. Es bleibt keine Zeit für eine längere Mittagspause, denn das Autobahn-Hauptzollamt Basel/ Weil schliesst um 17.30 Uhr, und eine Viertelstunde vorher muss er dort im Besitz der Zollpapiere sein. «Der Transit schliesst für Lastwagen zwar erst um 22  Uhr, aber ohne Zollpapiere wäre ich gezwun- Thomas Amrein von Gerber & Reinmann AG nimmt die Inspektion vor gen, im Fahr- der Auslieferung vor. zeug bis morgen 7.30 Uhr auszuharren.» Wieder ein SandFreitag, 15. März, 18.00 Uhr wich, wieder zwei Villiger Kiel. Basel Schwarzhäusern ist in Sicht. Albert Gerber naht. Albert G ­ erber wirkt angesichts der fährt seinen Iveco ins Werkstattgelände von Gerber & Reinmann AG ein. Es hat nahenden Zollabfertigung etwas angeeingenachtet. Der Tacho zeigt 675 km spannt: «Es ist immer das Risiko einer Zollrevision dabei. Das geht nach dem mehr, als bei der Abfahrt. Das Tagwerk ist Zufallsprinzip – und dann gut Nacht!» vollbracht. Die Rechnung für den ausgeDamit meint er, dass die Verzollung an führten Transport inkl. Mautgebühren wird er morgen schreiben. «Wie viele diesem Tag nicht mehr stattfindet. Male mögens gewesen sein, dass ich nach Zum Glück keine Zollrevision Mannheim Traktoren abholen ging?» denkt er, «dreihundert Mal, fünfhundert Fr., 15. März, 16.45 Uhr In der Tat wird es knapp, als er in die Mal? Wie lange werde ich das noch schafZollstrasse einmündet, das Fahrzeug verfen?» Bis jetzt ist alles fast immer reilässt und ins deutsche Zollamt verschwinbungslos verlaufen. Zufrieden zieht er den det. Jetzt heisst es die «Ware löschen». Schlüssel des Iveco ab, schreitet die paar Meter nach Hause und begibt sich auch Die Ware wird kontrolliert. Die Zollpapiere werden abgestempelt. Die Ware darf heute wieder früh zur Nachtruhe.

Albert Gerber mit Villiger Kiel – ein König der Landstrasse.

hier Versandsachbearbeiter, schauen erfreut ob der Abwechslung auf. Der Chauffeur überreicht Wirth die Checkkarte und die Ladescheine der drei Traktoren, die er vorgängig von John Deere erhalten hat. Die Angaben hat er auch für das Ausfüllen der Zolldeklarationen verwendet, die er bei der Ausfuhr in die Schweiz benötigt. Wirth erstellt die Rechnungen für die Wagenladung und die Frachtpapiere für den Zoll.

Aufladen kannst du alleine Fr., 15. März, 10.20 Uhr Sie kennen den Schweizer seit Jahren gut, haben auch schon Schokolade und andere schöne Firmenpräsente entgegengenommen. Aber eins machen sie nie: Beim Aufladen und Abtransport der Traktoren helfen. Das ist prinzipiell Sache der Chauffeure. Gerade heute sind sie froh um diese Regelung. Denn es ist bitterkalt draussen, 5 Grad minus, hingegen im Büro wohlig warm. Albert Gerber zieht sich die Handschuhe über, positioniert am Auflieger hinten die Auffahrrampen, springt mit dem Zündschlüssel den Motor des kleinsten der drei Traktoren an und fährt diesen zentimetergenau auf die Brücke und dort mit den Vorderrädern so weit auf den Vorderlieger, dass bestimmt alle drei Traktoren Platz haben. Dann misst er die Höhe ab Boden bis Kabinendach. «Es passt, unter vier Meter», brummt er zufrieden. «Das muss stimmen, denn die Kontrolle vor dem Zoll ist automatisch, bei Überhöhe kommt die Polizei und hindert einen an der Weiterfahrt – Busse inbegriffen.» Den zweiten Traktor fährt Gerber rückwärts die Rampe hoch, das Heck an das Heck des ersten, den dritten wiederum rückwärts mit dem Heck an die Vorderräder des zweiten, verriegelt die Heckmarkierungstafeln hinten, versorgt die Auffahrrampen und befestigt die Traktoren 34

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jetzt Deutschland bzw. die EU verlassen. Dann geht es im gleichen Gebäude an den Schweizer Zollschalter, wo die Verzollung erfolgt. Die Schweizer benötigen dafür die originalen Rechnungen und die elektronisch aufgerufene Zolldeklaration bzw. das Formular 13.20 A, die auf Korrektheit geprüft und abgestempelt werden. «Ohne das gestempelte Formular 13.20 wird in der Schweiz kein Traktor geprüft und in Verkehr gesetzt. Jeder Traktor erhält vom Zoll eine eigene Stammnummer, die auf dem Formular eingetragen wird», erklärt Albert Gerber. Die Zollgebühren werden am Schweizer Zoll direkt erhoben und auf einem Konto abgebucht, das Matra unterhält. Jetzt erhält der Chauffeur den Warenausweis ausgehändigt, der ihm freie Fahrt ermöglicht (oder dann zur Revision führt, die heute glücklicherweise nicht angesagt ist). Das Ganze dauert gerade einmal zwanzig Minuten.


Report | Plattform   n

Traktorspur wird breiter Mo., 18. März, 07.00 Uhr Verkäufer Ernst «Aschi» Jenzer, seit 1996 Geschäftsleitungsmitglied der Gerber & Reinmann AG, steht vor einer weiteren Arbeitswoche. Sein erster Auftrag an Werkstattleiter Thomas Amrein lautet, den am Freitag von Mannheim angelieferten 6115R mit diversen Sonderausrüstungen und Spezifikationen zu versehen, welche nicht ab Werk lieferbar sind. Ledermann hat die Versetzung der Spurweite von 1,82 auf 1,92 cm geordert. Diese macht den Traktor wendiger und hangtauglicher. Amrein macht sich an die Arbeit. Als das Arbeitsende in Sicht ist, gibt Jenzer telefonisch den Antrag auf Zulassung des Traktors an das Strassenverkehrsamt Bützberg durch. Dieses ist knapp 6 Kilometer entfernt, weniger als eine Traktorviertelstunde, wie praktisch!

Inspektion bitte! Mo., 25. März, 07.00 Uhr Thomas Amrein nimmt die Inspektion vor der Auslieferung vor. Sie ist kein Schleck. Es müssen an die 40 verschiedene Prüfungs-, Einstell- und Wartungsarbeiten an der Maschine durchgeführt und anschlies­ send schriftlich bestätigt werden. Das führt von der Prüfung der Pegelstände beim Motor, Getriebe, Hydraulik, Frontantriebsachse, der Kühlmittel über das Schrauben und Muttern mit dem vorgeschriebenen Drehmoment Anziehen bis zum Abschmieren der Schmierstellen nach Plan, Überprüfen der Schutzvorrichtungen, Batterieladung und Bedienungseinrichtungen der Fahrerkabine, der Inbetriebnahme der Klimaanlage, aller Motor- und Getriebebedienungen sowie das Prüfen von Lenker, Zapfwelle, Kraftheber, Anhängevorrichtungen, Bremsen, Reifendruck, Parksperre und Parkfunktion des Druckluft-Anhängerbremsventils und Dichtheit der Motorkühl-, Kraftstoff- und Hydrauliksysteme. Abschliessend führt Amrein eine Probefahrt durch. Roger, alles perfekt!

Das Vorführen Mi., 3. April, 12.00 Uhr Vom Strassenverkehrsamt Bützberg kommt telefonisch der Vorführtermin für die Abnahme des 6115R. Fünfeinhalb Monate sind seit der Bestellung des Traktors vergangen. Jenzer blättert die Papiere durch, die er mitführen muss: Das von Matra abgestempelte Formular 13.20 A (Matra hat mit ihrem Stempel bestätigt, dass das Fahrzeug dem Typenschein ent-

spricht) und das durch Gerber & Reinmann AG ausgestellte Abgasheft. Er fährt mit dem Traktor los und erreicht um 12.55  Uhr das Strassenverkehrsamt. Innert Stundenfrist wird das Gefährt gemessen und gewogen, das Gesamtgewicht (9,5 t) und die Nutzlast (3,4 t) geprüft. Alles paletti! Das Strassenverkehrsamt füllt das Die Schlüsselübergabe Von Ernst Jenzer an Heinz Ledermann, man Formular 13.20 A ge- beachte die umfangreichen Dokumentationen und Servicehefte. mäss Typenschein mit den gemessenen Angaben aus und setzt den dritten Stempel (nach jenen von Zoll und Matra) darunter. Mit dem dritten Stempel gilt das Fahrzeug als einlösbereit. Jenzer vereinbart jetzt mit dem Neubesitzer Heinz Ledermann telefonisch den Übergabetermin: 11. April nachmittags.

Schlüsselübergabe Do., 11. April, 10.00 Uhr

Landwirt Heinz Ledermann mit Familie und Vater Hans posieren vor der Neuerwerbung.

Ernst Jenzer bestellt telefonisch zwecks Einlösung des Traktors einen Versicherungsnachweis bei der Versicherung, die ihm der Kunde angegeben hat. Der Nachweis geht elektronisch ans Strassenverkehrsamt Solothurn in Bellach, denn der Kunde ist Solothurner. Mit dem Eintreffen des elektronischen Nachweises ist das Fahrzeug gültig eingelöst. Zwei Tage später erhält Ledermann vom Strassenverkehrsamt Bellach das neue Kontrollschild und den Fahrzeugausweis, der aus dem 13.20 A entstanden ist.

schreibt die Auslieferungsbescheinigung, die besagt, dass die Inspektion davor erledigt ist sowie die Sonderausstattungen vorhanden und die Übergabeerklärungen erfolgt sind. Jetzt folgt der Höhepunkt: die feierliche Schlüsselübergabe von Ernst Jenzer an Heinz Ledermann, gefolgt von einem Händedruck. «Jetzt erst beginnt die eigentliche Betreuung durch uns», sagt Jenzer und blickt Ledermann fest in die Augen. Es sieht nach einem guten Anfang einer erfreulichen und lang währenden Zusammenarbeit aus.

Do., 11. April, 13.15 Uhr Ernst Jenzer startet den 6115R und fährt zu Landwirt Heinz Ledermann in Matzendorf. Die ganze Familie – Frau, Kinder und Vater Hans – erwartet den Ankömmling. Anderthalb Stunden lang dauert die Übergabe mit Erklärungen Jenzers an Ledermann, bis dieser auf dem Hofgelände seine erste Runde dreht.

Do., 11. April, 15.30 Uhr: Ernst Jenzer kehrt nach Schwarzhäusern zurück und meldet die Übergabe des Traktors online der Firma John Deere nach Mannheim. Der 6115R gilt mit heutigem Datum als ausgeliefert. Ab heute Donnerstag läuft die Garantiefrist.  n Weitere Bilder unter www.fahrkurse.ch

Do., 11. April, 15.00 Uhr Ledermanns Ehefrau ruft zum Zobig. Ein Rosé macht die Runde. Ledermann unter6/7 2013  Schweizer Landtechnik

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n  Plattform | Report

SY Leoo ist der neue ­Hybridgerste-Star Eine Neuheit bei Syngenta: Erstmals zeigte der Schweizer Global Player in Sachen Pflanzenschutz neuste Anbaulösungen für die produzierende Landwirtschaft auf sechs Demofeldern, vier davon sind in der Deutschschweiz und zwei in der Romandie angesiedelt. Dominik Senn

Die Schweizer Landtechnik war an der ersten Flurbegehung auf dem Demofeld in Dielsdorf beteiligt. «Es ist unser Anliegen, nahe an den Schweizer Landwirten zu sein», sagte zur Begrüssung SyngentaGeschäftsführer Christian Koller. Tatsächlich waren an die 130 Bauern und Lohnunternehmer aus der Umgebung ­ angereist, um live die integrierten Saatgut- und Pflanzenschutzlösungen von Syngenta in der Anwendungspraxis zu erleben. Sie fanden sich bei den ebenfalls anwesenden 27 Verkaufsberatern der Schweiz in guten Händen.

Grobe Tropfen gegen Abdrift

Neue Rapssorte SY Carlo Ihre Premiere erlebte an «Syngenta live» die verbesserte Rapssorte SY Carlo, erklärte Verkaufsberater Urs Steinmann. «SY Carlo steht für hohen Ertrag und Ölgehalt sowie frühen Blühbeginn», was im Feldvergleich unschwer zu erkennen war. Sie folgt ein Jahr nach der Lancierung der Varietät NK Petrol, die sich durch schnelle, ausgeprägte Wurzelbildung und gros­ se Aussaatflexibilität auszeichnet. Durch flexible Anwendung zeichne sich auch das neue Rapsfungizid Magnello aus, das Wurzelhals- und Stängelfäule verhindert und die Standfestigkeit erhöht. Mit Plenum WG und dem neu zugelassenen Py-

rinex werde der Rapsglanzkäfer wirksam bekämpft, auch bei kühlen Temperaturen, so Steinmann.

Mais und Zuckerrüben Verkaufsberater Hansueli Brechbühl stellte die Syngenta Maissorten NK Cooler und NK Silotop auf dem Feld vor. Erstere gehört zur mittelfrühen Reifegruppe, hat eine schnelle Jugendentwicklung, ist anpassungsfähig und widerstandsfähig gegenüber Helminthosporium-Blattflecken. Letztere reift mittelspät, hat einen hohen Anteil verdaulicher organischer Substanz, viel Stärke und ein langes Erntefenster. Die Unkrautbekämpfung hat bei den herrschenden kalten Temperaturen Vorrang. Gemäss Brechbühl werde mit der soeben lancierten Neuheit Elumis ein «neuer Standard im Bereich Maisherbizide» festgelegt. Bei den Zuckerrüben waren die bestehenden Sorten SY Ribera und Syncro zu begutachten. Syncro weist eine hohe Resistenz gegen Rübenfäule und Tolerenz gegenüber Kopfälchen auf. SY Ribera verspricht hohen Ertrag und Zuckergehalt sowie gute Blattgesundheit, alles in allem Garant für hohen Gelderlös. Für den optimalen Ernteertrag seien gemäss Verkaufsberater Fungizidbehandlungen mit Amistar Xtra, Avenir Pro oder Opus Top angezeigt.  n

Der Spezialist für Applikationstechnologie Stefan Wolf demonstrierte die geeignete Ausbringtechnik von Pflanzenschutzmitteln: «Druck und Düsentyp beeinflussen die Tropfengrösse. Grobe und mittelgrobe Tropfen wirken der Abdrift entgegen.» Zur Untermauerung der These liess er verschiedene Düsen arbeiten, und es war offensichtlich, dass feintropfiger Nebel im Gegensatz zu grobem schon bei geringem Wind abdriftet.

Neu Hybridgerste SY Leoo Unter dem Markennamen Hyvido fasst Syngenta die Hybridgetreidesorten zusammen, bei der Gerste heissen sie Hobbit, Zzoom und neu SY Leoo. Wie Verkaufsberater Joel Meier ausführte, besticht die Hybridgerste SY Leoo «durch beste Erträge, ein hohes Hektolitergewicht und frühe Reife». Den ersten Schutz vor Pilzkrankheiten biete vom Ein-Knotenbis zum Zwei-Knoten-Stadium das Fungizid Amistar Xtra. Danach sichere der Einsatz der DuoPack-Getreide-Kombination von Tolara und Bravo den Ertrag bis zum Öffnen der Blattscheide. 36

6/7 2013  Schweizer Landtechnik

Stefan Wolf demonstriert an der SyngentaFeldbegehung die Abdrift allzu feinen Sprühnebels. (Bilder: Dominik Senn)

Joel Meier erläutert den Bauern aus der Umgebung von Dielsdorf die Vorzüge der Hybridgerstensorte SY Leoo.

Hansueli Brechbühl rät, die Raigräser im Mais (siehe rechts) mit dem neuen Maisherbizid Elumis zu bekämpfen.

Urs Steinmann stellt die erstmals von Syngenta auf Demofeldern gezeigte neue Rapssorte SY Carlo vor.


Forschung | Plattform   n

Mobiles Heisswasserverfahren für die Blackenbekämpfung.

(Bilder: Agroscope ART Tänikon)

Heisswasser gegen (Bio-)Blacken* In einem neuen Verfahren zur Blackenbekämpfung, namentlich im Biobetrieb, wird mit Heisswasser gearbeitet. Im Vergleich zum Blackeneisen bringt es eine höhere Flächenleistung und geringere körperliche Belastungen mit sich. Das Verfahren ist mittlerweile so weit ausgereift, dass die Einführung in die Praxis ansteht. Roy Latsch, Joachim Sauter

Die Blackenbekämpfung im Biolandbau ist eine zeitraubende und anstrengende Arbeit. Neben dem Einsammeln der Samenstängel lässt sich die Wiesenblacke * Zusammenfassende Darstellung zum ART-Bericht Nr. 764 von Roy Latsch und Joachim Sauter. Der vollständige ART-Bericht kann bei der Eidg. Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART in Tänikon bezogen oder unter www. agroscope.ch/Publikationen heruntergeladen werden. Auskünfte: Roy Latsch, E-Mail: roy.latsch@ agroscope.admin.ch, Tel.+41 52 3683-363

nur durch Ausstechen mit dem Blackeneisen zurückdrängen. Diese Handarbeit lässt sich in Nebenzeiten des Betriebes erledigen. Wegen der geringen Leistung und der mühsamen Arbeit kämpft man auf vielen Betrieben dennoch mit einem hohen Blackenbesatz, der zu bedeutenden Verlusten beim Ertrag und der Futterqualität führt.

Alternativen Eine Alternative zum manuellen Stechen bieten mechanische Blackenausreis­ ser, Wurzeln zerkleinernde Fräsorgane,

oder thermische Verfahren. Auch im Bereich der biologischen Bekämpfung mittels Insekten und Pilzen werden Anstrengungen unternommen. Bis heute konnte sich in der Praxis keine der Alternativen wirklich durchsetzen. Bei Untersuchungen von Agroscope in Tänikon konnten dem mechanischen Blackenausreisser «Wuzi» eine sehr gute Bekämpfungswirkung von 88% und eine hohe Flächenleistung attestiert werden. Ungelöst bleibt aber das Problem, dass das Verfahren sehr grosse Löcher in Wiesen und Weiden hinterlässt und durch6/7 2013  Schweizer Landtechnik

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n  Plattform | Forschung

Der Wurzelausreisser «Wuzi» hat einen hohen Bekämpfungserfolg, hinterlässt aber grosse Löcher in der Wiese. Zusatztank

HeisswasserHochdruckreiniger mit Verbrennungsmotor

Wassertank

Der Blackenzwirbel der Firma Odermatt Landmaschinen AG nutzt korkenzieherför­ mige Ausreissorgane, um Blacken am Stück aus der Erde zu ziehen.

Dorn und Mikrowellen zur Einzelpflanzenbekämpfung zur Anwendung. Letztere sei zwar wirkungsvoll, aber unrentabel.

Heisswasser zur Blackenbekämpfung

Rotationsdüse

Skizze des Versuchsfahrzeuges 2012

Heisswasser-Hochdruckreiniger eignen sich gut, um Wasser schnell zu erhitzen und mit hohem Druck in den Boden einzuspritzen. Zum Betrieb auf der Wiese kann entweder ein handelsüblicher, strombetriebener Hochdruckreiniger mit separatem Stromgenerator oder ein Hochdruckreiniger mit integriertem Verbrennungsmotor genutzt werden. Agroscope in Tänikon wählte mit ihrem Projektpartner Kärcher AG, Dällikon (AG), zunächst den strombetriebenen Heiss-

wasser-Hochdruckreiniger HDS 9/18-4 M der Kompaktklasse aus und führte einen mobilen Stromgenerator (380 V/15 kVA) mit. Im Jahr 2012 wurde dieses Gerät durch einen Verbrennungsmotor-Hochdruckreiniger HDS 1000 DE ersetzt. Für den mobilen Einsatz wurden der Hochdruckreiniger und ein Wassertank auf einem Anhänger transportiert (Skizze). Für jede behandelte Pflanze wurden der Wasserbedarf per Wasseruhr und die Wassertemperatur mit einem Thermofühler erfasst. Mit einem Zusatztank konnte die zur Wassererwärmung benötigte Heizölmenge ermittelt werden. Um zu ergründen, wie sich Blackenwurzeln möglichst effizient behandeln lassen, wurden unterschiedliche Applikationsköpfe gebaut und im Jahr 2011 auf ihre Tauglichkeit hin untersucht. Im ART-Bericht werden diesbezüglich fünf Applika­ tionsköpfe beschrieben, die auf Ihre Applikationstauglichkeit untersucht worden sind. Das Verfahren E mit einem hohen Gerätedruck von 70 bar (bei den anderen Verfahren nur ca. die Hälfte) und Rota­ tionsdüse erwies sich dabei als am erfolgreichsten und zeichnete sich durch den geringsten Wasserverbrauch aus. D.h., schon bei Temperaturen um 90 °C (Schädigung der Erbsubstanz [DNS] bei anfangs 80 °C) resultierte eine erfolgreiche Blackenbekämpfung mit hoher Absterberate.

Tabelle: Kostenberechnung des Heisswasserverfahrens im Vergleich zur Handarbeit mit dem Blackeneisen bei unterschiedlicher Flächenleistung Annahmen

Behandlung mit der Rotationsdüse. Es entsteht eine heisse Schlammpackung um die Wurzel herum.

schnittlich pro Pflanze 3,7 kg wertvoller Erde mit den Blackenwurzeln zusammen abgeführt und deponiert werden müssen.  Eine Weiterentwicklung des Blackenausreissers «Wuzi» stellt der «Blackenzwirbel» der Firma Odermatt Landmaschinen AG, Hunzenschwil (AG) dar. Das patentierte System arbeitet mit rotierenden korkenzieherförmigen Ausreissorganen, die Erde und Wurzel bei der Anwendung besser voneinander trennen. Die Wurzel wird nach der Behandlung eingesammelt, und die Erde verbleibt auf dem Schlag. Die Hitzebehandlung von Blacken hat zum Ziel, die Regenerationsfähigkeit der Pflanze nachhaltig zu schädigen. Es kommen Behandlungen mit einem heissen 38

6/7 2013  Schweizer Landtechnik

Anzahl Pflanzen pro Stunde

Einheit

Hand­ arbeit

Heissdampf Leistung im Vergleich zur Handarbeit gleich

2-fach

3-fach

Pfl./h

60

60

120

180

28,00

28,00

28,00

28,00

11,02

11,02

11,02

Stundenlohn

CHF/h

Zugfahrzeug*

CHF/h

Heisswasser-Hochdruckreiniger**

CHF/h

Wirkungsgrad Brenner

9,10

9,10

9,10

0,88

0,88

0,88

Heizölmenge

l/Pfl.

0,02

0,02

0,02

Heizölpreis***

CHF/l

1,00

1,00

1,00

0,47

0,23

0,16

Kostenberechnung AK-Kosten

CHF/Pfl.

0,47

Zugfahrzeug

CHF/Pfl.

0,18

0,09

0,06

Heizöl

CHF/Pfl.

0,02

0,02

0,02

Maschinenkosten Heisswasser-Hochdruckreiniger

CHF/Pfl.

0,15

0,08

0,05

Gesamtkosten

CHF/Pfl.

Preisdifferenz z. Handarbeit

CHF/Pfl.

0,47

0,82

0,42

0,29

0,36

−0,05

–0,18

* ART-Ansatz, kleinster Traktor ** ART-Ansatz: Annahme: Nutzungsdauerges = 3000 h; Abschreibung = 10 a *** Heizölpreis nach http://www.hev-schweiz.ch/vermieten-verwalten/heizoelpreise


Forschung | Plattform   n

Erste wirtschaftliche Abschätzung Geht man beim Blackeneisen von einer Stundenleistung von 60 Blacken einschliesslich Abtransport der Wurzeln aus, so kostet das Heisswasserverfahren bei einem Stundenlohn von CHF 28.– (ARTAnsatz) wirtschaftlich gesehen ab zirka 110 Blacken pro Stunde gleich viel. Die eingesparte Arbeitszeit ist dann genauso teuer wie die zusätzlichen Kosten für Maschinen und Energie. Ein niedrigerer Stundenlohn verschiebt das Wirtschaftlichkeitsverhältnis zugunsten des Blackeneisens. Setzt man beispielsweise nur die Hälfte des Stundenlohnes für die Rechnung an, so muss man 160 Blacken mit dem Heisswasserverfahren behandeln, um auf gleiche Kosten zu kommen.

Schlussfolgerungen Die Behandlung der Wiesenblacke mittels Heisswasser erwies sich in den Feldversuchen als wirkungsvoll. Die Rotationsdüse geht als effizienteste Variante aus der Vergleichsuntersuchung hervor. Aufgrund eines Wasserbedarfs von zirka 1,6  l/ Pflanze, einem Energiebedarf von rund 0,02 l Heizöl/Pflanze, einer Applikationszeit von zirka 12 Sekunden und der einfachen Anwendungsweise wird dieses Ver-

fahren als praxistauglich eingestuft. Die zu erwartenden Flächenleistung auf stark verunkrauteten Flächen wird auf etwa 150–180 Pflanzen/h geschätzt. Genaue arbeitswirtschaftliche Erhebungen hierzu stehen aber noch aus. Unter der Annahme, dass pro Hektare 2000 Pflanzen behandelt werden, bedeutet dies einen Energieverbrauch von rund 40 Liter Heizöl und 3200 l Wasser. In Ergänzung mit einer automatischen Blackenerkennung birgt die Methode der Heisswasserbehandlung das ­Potenzial für die Automatisierung der Blackenbekämpfung im biologischen Landbau.  n

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6/7 2013  Schweizer Landtechnik

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n  Plattform | Hintergrund

Für jede Maschine die beste Motorlösung Im Produktprogramm von Claas finden sich von jeher Motoren von verschiedenen Herstellern. Aktuell werden Aggregate von MTU (Mercedes), Caterpillar, Perkins, DPS (Deere Power Systems), FTP (Fiat Power Train) und MAN eingebaut. Wir haben bei Claas nachgefragt, welche Strategien und Überlegungen hinter dieser Motorenvielfalt stehen. Roger Stirnimann Die grossen Landtechnikhersteller preisen die eigene Entwicklung und Fertigung von Motoren gerne als Vorteil an. In Mähdreschern und Feldhäckslern werden zwar grosse und leistungsstarke Motoren

eingesetzt, die Anzahl verbauter Einhei­ ten bewegt sich aber selbst bei Claas als weltweiter Marktführer bei Feldhäckslern und Leader im europäischen Mähdre­ schergeschäft nur im Bereich von einigen

Dr. Eberhard Nacke ist bei Claas für die gesamte Produktstrategie verantwortlich.

40

6/7 2013  Schweizer Landtechnik

Tausend. Diese Stückzahl steigt zwar markant an, wenn die Traktorenproduk­ tion in Frankreich dazugerechnet wird. Doch auch diese Kumulation rechtfertigt eine eigene Motorenproduktion nicht. Claas hat in der Vergangenheit deshalb stets auf externe Motorlieferanten ge­ setzt und sieht dies denn auch nicht als Nach-, sondern als Vorteil an, weil für die verschiedenen Maschinenkategorien immer auf die jeweils besten Motorlösun­ gen auf dem Markt zurückgegriffen wer­ den kann. So kommen bei Claas auch unterschiedliche Technologiepfade in Bezug auf die Abgasnachbehandlung zur Anwendung. Bei der GrosstraktorenBaureihe Axion 900 setzt Claas beispiels­ weise auf Motoren von FPT mit SCRTechnologie, bei den Baureihen Arion 500/600 hingegen auf Aggregate von DPS mit Abgasrückführung, Oxidations­ katalysator und Partikelfilter. Bei Ernte­ maschinen werden Motoren von MTU, MAN und Caterpillar/Perkins eingesetzt. Dieses Interview haben wir mit Dr. Eber­ hard Nacke und Bernd Kleffmann in Har­ sewinkel geführt. Eberhard Nacke ist seit 1985 bei Claas und verantwortlich für die gesamte Produktstrategie. Bernd Kleff­ mann ist seit 1997 in der Entwicklung bei Claas tätig und leitet die Abteilung Systemtechnik. Schweizer Landtechnik: Claas hat seit einigen Jahren eine interne Expertengruppe «Claas Power System» (CPS). Welche Aufgaben hat diese Gruppe, und was verstehen Sie unter dem Begriff «Kraftintelligenz», der auf der CPS-Website mehrfach auftaucht? Eberhard Nacke: Mit CPS führen wir alle Kompetenzen zusammen, die notwendig sind, um Kraft effizient zu erzeugen, umzuwandeln und in einem Antriebssy-


Hintergrund | Plattform   n

stem für die Arbeit auf dem Feld zu nut­ zen. CPS umfasst dabei die komplette Antriebstechnologie vom Motor über Getriebe und Hinterachse bis zur Zapf­ welle. Wir sind in vielen Bereichen seit Jahren Technologieführer und wollen dies auch bei der Antriebstechnik sein. Mit CPS fokussieren wir uns dabei nicht nur auf Motor und Abgasreinigungsverfah­ ren, sondern auf den gesamten Antriebs­ strang. Von folgenden Prinzipien lassen wir uns dabei leiten: 1. Effizienz: Aus allen Komponenten des Antriebsstrangs wird die maximale Effi­ zienz herausgezogen mit dem Ziel, das Arbeitssystem optimal anzutreiben. 2. Offenheit: CPS sucht nicht nach ir­ gendeiner Lösung, sondern nach der indi­ viduell besten für jedes Arbeitssystem. Auf dem Markt wird daher gezielt nach den geeignetsten Motoren sondiert. 3. Flexibilität: Schnelle Innovationszyklen erfordern hohe Flexibilität. Zudem ver­ langt der Kunde intelligente, praxisge­ rechte Lösungen. CPS integriert zeitge­ mässe Elektronik und Software. Beratung und Full Service werden auf die jeweilige betriebswirtschaftliche Lösung ausgerich­ tet.

Eberhard Nacke: «Ein unabhängiger Landmaschinenhersteller hat die Chance, das breite Angebot an Motorisierungen unterschiedlicher Lieferanten effektiv zu nutzen.» 4. Wissen: Die absolute Kernkompetenz von Claas ist und bleibt das Arbeitssystem. So maximieren wir die Prozess- und Verfahrenseffizienz gegenüber vergleich­ baren Systemen, indem wir den Antriebs­ strang ideal auf das Arbeitssystem abstimmen. 5. Weitblick: Angesichts neuer Antriebe mit Hybrid-Technologien oder auch alter­ nativer Kraftstoffe werden Lösungen mit Weitblick gesucht. Wir sondieren auch in Zukunft auf dem Markt nach geeigneten Antriebstechnologien und finden Wege, neue Verfahren und technische Entwick­ lungen für Antriebsstrang und Arbeits­ system nutzbar zu machen. Schweizer Landtechnik: Bei den Standardtraktoren scheint Claas in den oberen Leistungsklassen (Axion 800/900) in Zu-

Bernd Kleffmann leitet die Abteilung Systemtechnik, die auch für die Wahl der Motoren zuständig ist.

kunft auf Triebwerke von FPT und damit auf den Technologiepfad DOC/SCR zu setzen, in den darunterliegenden Klassen (z.B. Arion 400/500/600) hingegen eher auf DPS und damit auf die Abgastechnologien AGR/DOC/DPF. Welche Überlegungen stehen hier dahinter? Bernd Kleffmann: Wir sind mit beiden Systemen vertraut und werden zukünftig auch beide Systeme einsetzen, wobei jeder Lösungsansatz spezifische Vor- und Nachteile aufweist. Bei der Motorenaus­ wahl richten wir uns nicht in erster Linie nach dem Technologiepfad, sondern legen unser Augenmerk auf die Optimie­ rung des gesamten Antriebsstranges. So gesehen suchen wir für den jeweiligen Anwendungsfall sowie das entsprechen­ de Kundensegment den jeweils besten Motoraufbau aus. Dabei spielen durchaus auch wirtschaftliche Betrachtungen eine Rolle, da wir unsere Kunden keinesfalls mit unnötigen Kosten belasten wollen. Aus unseren sehr umfangreichen Testpro­ grammen wissen wir, dass die aktuellen (Werbe-)Kampagnen für den einen oder anderen Technologiepfad auf «Laborwer­ ten» basieren, die im Mix der Arbeiten in der Praxis keineswegs bewiesen sind. Schweizer Landtechnik: Aber welche Kriterien entscheiden denn darüber, ob die beste Lösung für die Kunden aus Ihrer Sicht hier ein DPS-Motor mit AGR/DOC/ DPF ist und dort ein FPT-Motor mit DOC/ SCR? Hängt das mit den unterschiedlichen Einsatzprofilen und Jahresauslastungen der Traktorleistungsklassen zusammen? Bernd Kleffmann: Einsatzprofile und Jahresauslastung spielen nur eine unter­

geordnete Rolle. Man kann nicht generell sagen, dass Motoren von FPT für das Einsatzprofil von Grosstraktoren und DPS-Motoren für dasjenige von Traktoren der Mittelklasse aus Sicht der Anwender besser sind. Für die Motorauswahl sind ganz andere Faktoren von Bedeutung. Nehmen wir das Beispiel Traktor-Gesamt­ konzept: Bei den Baureihen Axion 800/900 setzen wir bekanntlich auf ein wespentaillenförmiges Rumpfkonzept mit breitem Vorderachsträger und schlankem Motor. Die Kräfte werden hier von einer speziellen Ölwanne mit integriertem

Bernd Kleffmann: «Bei den technischen Systemen zur Abgasnachbehandlung ist fast ein Glaubenskrieg entstanden. Da möchten wir nicht mitmischen. Wir geben lieber pragmatische Antworten, die unsere Kunden weiterbringen.» Gussrahmen, aber auch vom Kurbelge­ häuse des Motors selber getragen. Die Motorblöcke gewisser FPT-Motoren sind von Grund auf als tragende Bauteile aus­ gelegt und bauen sehr schlank. Dies waren mitunter Gründe, weshalb wir uns hier für Motoren von FPT entschieden haben. Schweizer Landtechnik: Welche Motorisierungen sind in Zukunft bei den kleinen Baureihen Nexos, Elios und Axos sowie 6/7 2013  Schweizer Landtechnik

41


n  Plattform | Hintergrund

bei den Systemschleppern Xerion zu erwarten? Bernd Kleffmann: Als innovatives Un­ ternehmen haben wir ständig die Weiter­ entwicklung unserer Produkte im Fokus. Die genannten Maschinen decken be­ deutende Marktsegmente mit spezifi­ schen Herausforderungen ab, an den Motoraufbau und die Wahl des Lieferan­ ten werden deshalb grosse Anforderun­ gen gestellt. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es noch zu früh, die Katze aus dem Sack zu lassen. Schweizer Landtechnik: Bei den LexionMähdreschern werden die beiden Topmodelle Lexion 770/760 weiterhin mit Motoren von MTU bestückt, die kleineren Modelle mit Motoren von Caterpillar. Bei der Tucano-Baureihe ist es umgekehrt: Das 480er ist mit einem Antriebsaggregat von CAT ausgestattet, das 470er und die Schüttlermaschinen mit Motoren von MTU. Was gibt hier den Ausschlag für das eine oder andere Fabrikat? Weshalb werden hier innerhalb bestimmter Leistungsbandbreiten nicht die gleichen Motoren eingebaut? Eberhard Nacke: Ein unabhängiger Landmaschinenhersteller hat die Chance, das breite Angebot an Motorisierungen unterschiedlicher Lieferanten effektiv zu nutzen. Hiermit können wir neben techni­ schen und wirtschaftlichen Kriterien auch weitere Aspekte wie Verfügbarkeit und Unabhängigkeit von einzelnen Lieferan­ ten berücksichtigen. Natürlich sind wir bestrebt, die Komplexität für uns als Hersteller sowie für den Markt so gering wie möglich zu halten. Schweizer Landtechnik: Die kleineren Mähdrescher-Baureihen von Claas (z.B. Avero) sind bis dato noch mit Abgasstufe-3A-Motoren ausgestattet. Claas nutzt hier offenbar die EU-Übergangsfristen aus. Werden Sie hier die Abgasstufe 3B überspringen und gleich zur Abgasstufe 4 übergehen, wie dies beim neuen Axion 800 der Fall ist? Bernd Kleffmann: Die aktuelle Motoren­ technologie zur Erfüllung der Abgasstufe 3A hat sich im Feldeinsatz sehr gut be­ währt. Deshalb haben wir die Möglichkeit einer zweijährigen Übergangsfrist bei der Festlegung unserer „Product Roadmap“ berücksichtigt. Bei vielen Claas-Produkten wird dies zur Folge haben, dass wir die Abgasstufe 3B überspringen und gleich zur Stufe 4 übergehen werden. Diese wird aus heutiger Sicht lange gültig sein. 42

6/7 2013  Schweizer Landtechnik

Schweizer Landtechnik: Steht schon fest, mit welchen Motorfabrikaten die zukünftigen Mähdrescher in Abgasstufe4-Konfiguration ausgestattet sein werden?

FPT-Motor des neuen Axion 800, der die Abgasstufe 4 mit einem Oxidationskatalysator (oben) und einem SCR-Katalysator (rechts unten) erfüllt.

Bernd Kleffmann: Wir haben unsere Vergleichsbetrachtungen und intensiven Versuche fast abgeschlossen. Auch hier werden wir den gesamten Antriebsstrang im CPS-System optimieren. Bis zur offi­ ziellen Einführung von Mähdreschern in der nächsten Abgasstufe bitten wir je­ doch um Verständnis, dass wir uns zu der isolierten Frage nach dem Motorfabrikat noch nicht äussern können. Schweizer Landtechnik: Bei den Feldhäcksler-Spitzenmodellen Jaguar 970 und 980 setzte Claas bis 2011 auf ein Doppelmotorkonzept mit zwei Sechszylindermotoren von MTU, heute werden wieder Mono-Blöcke mit acht und zwölf Zylindern von MAN eingebaut. Was hat zu dieser Abkehr vom Doppelmotorkonzept geführt? Waren es eher technische/wirtschaftliche Überlegungen, oder hat dies mit der Abgasgesetzgebung zu tun? Eberhard Nacke: Letztlich sind natürlich beide Aspekte in unsere Entscheidung eingeflossen. Motoren im oberen Lei-

stungssegment wurden in der Vergan­ genheit vor allem für stationäre Anwen­ dungen entwickelt und waren für mobile Arbeitsmaschinen deshalb nur bedingt geeignet. Die heutigen Motoren erfüllen diese spezifischen Anforderungen jedoch gut. Darüber hinaus haben aber auch wirtschaftliche Kriterien eine Rolle ge­ spielt. Die Beibehaltung des Doppelmo­ torkonzepts hätte uns gezwungen, die SCR-Anlagen doppelt aufzubauen, was hohe Kosten verursacht und mehr Bau­ raum beansprucht hätte. Mit Claas ­DYNAMIC POWER haben wir erstmalig eine Technologie auf den Markt gebracht, mit der die bereitgestellte Leistung in fei­ ner Abstufung an den tatsächlichen Be­ darf angepasst werden kann. Der Kun­ dennutzen von DYNAMIC POWER ist wesentlich höher als derjenige aus der Motorabschaltoption beim Doppelmotor­ konzept. Schweizer Landtechnik: Vielen Dank für dieses interessante Gespräch.  n


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«Der Manitou MLT 625 erleichtert mir meine tägliche Arbeit nachhaltig!» Mit dieser Aussage spricht Thomas Wüthrich, Landwirt in Utzensdorf, seine persönliche Situation an. Seit einem Skiunfall vor vielen Jahren ist er körperlich stark beeinträchtigt. Keinen Grund für ihn, seinen geliebten Beruf als Landwirt aufzugeben. Mit entsprechenden Einrichtungen und Maschinen kann er seinen Betrieb selbständig führen. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Teleskoplader MLT 625 von Manitou. Auf dem Hof Altwyden mit einer Fläche von 13 ha hat sich Thomas Wüthrich auf IP-Ackerbau, Rindviehmast mit 20 und Pouletmast mit 8500 Tieren spezialisiert. Mit einer zentralen Holzschnitzelheizung werden sämtliche Gebäude und ein Nachbarhaus auf die gewünschten Temperaturen gebracht.

Thomas Wüthrich, Utzensdorf Eine Maschinengemeinschaft mit einem Kollegen ermöglicht einen wirtschaftlichen Einsatz des Maschinenparkes. Im Weiteren führt Thomas Wüthrich für verschiedene Landwirte der Region auch Lohnarbeiten, zum Beispiel das Ausmisten von Ställen mit Tiefstrohhaltung aus. Bis vor zwei Jahren wurden diese Arbeiten mit einem älteren Knicklader ausgeführt. «Die fehlende Hubhöhe», so Thomas Wüthrich, «stellte uns beim Beladen von Mistzettern und Muldenkippern aber immer öfters vor Probleme. Daher entschieden wir uns in einen Teleskoplader zu investieren.»

Der Manitou MLT 625 machte das Rennen! Vor der Evaluierung wurde folgendes Anforderungsprofil erstellt: • kompakte Maschine mit kleinen Ausmassen • hohe Hubkraft im Verhältnis zur Maschinengrösse • einsetzbar in der Pouletmast-Halle und bei Lohnarbeiten in engen Ställen • tiefer Einstieg, grosse Türe, geräumige Kabine • feinfühlig und einfach zu bedienen. Thomas Wüthrich: «Die Latte war also hoch gesetzt und wir prüften Teleskoplader von vier verschiedenen Herstellern. Die Daten wurden verglichen und Testfahrten durchgeführt. Der Manitou Teleskoplader MLT 625 schwang klar obenauf, weil er die Vorgaben am Besten erfüllte.»

Der Teleskoplader Manitou MLT 625 in Aktion mit der Mistgreifzange.

Technische Daten des Manitou Teleskopladers MLT 625 Tragkraft bei 500 mm LSpA 2500 kg Ausbrechkraft bei der Schaufelkante 4205 daN max. Hubhöhe 5.90 m Gesamtbreite 1,82 m Gesamthöhe 2.00 m Wenderadius (Räder aussen) 3.19 m

Der Manitou MLT 625 ist vielseitig und zuverlässig! Die über 500 Betriebsstunden innerhalb von 18 Monaten dokumentieren, dass der MLT 625 für viele Arbeiten eingesetzt wird. Gemäss Thomas Wüthrich kann sein Manitou, ausge-

Mit dem Spezialgreifer wird der Wald und das Holzlager bewirtschaftet.

Bewirtschaftung der Holzschnitzelheizung mit dem Manitou MLT 625. rüstet mit einer Schaufel, Palettengabel, Schaufelgreifer und Mistgreifer seine Vielseitigkeit unter anderem beim Stallmisten, bei der Bewirtschaftung der Holzschnitzelheizung sowie bei verschiedensten Lohn-, Transport- und Waldarbeiten täglich unter Beweis stellen. Er schätzt speziell den praktischen Einstieg, die grosszügige Kabine, die Standfestigkeit und die Bedienerfreundlichkeit des Manitou. Thomas Wüthrich: «obwohl er ein echtes Kraftpaket ist, überrascht mich die ruhige Fahrweise. Auch der Joystick reagiert dank der Proportionalsteuerung sehr feinfühlig.» Sein Schlussurteil zum Kauf des MLT 625 fällt entsprechend aus: «Meine Erfahrungen mit diesem Tele-

skoplader sind sehr positiv und erleichtert mir wesentlich die tägliche Arbeit. Die Zusammenarbeit mit der Manitou-Vertretung sowie die Beratung und die Serviceleistungen sind vorzüglich. Ich würde mich wieder für den Teleskoplader MLT 625 von Manitou entscheiden!» VA Manitou-Vertretungen in der Deutschschweiz und im Tessin: Zürich/Ostschweiz/Tessin: Aggeler AG, 9314 Steinebrunn TG 071 477 28 28, www.aggeler.ch Zentral-/Nordwestschweiz/Bern: A. Leiser AG, 6260 Reiden LU 062 749 50 40, www.leiserag.ch Filiale: 3053 Münchenbuchsee 031 869 46 40, www.leiserag.ch


Hintergrund | Plattform   n

Hydrostatische Antriebskonzepte bewähren sich. Sie bringen mehr Sicherheit und entlasten den Maschinenführer.

(Bilder: Ruedi Hunger)

Langzeiterfahrungen mit hydrostatischen Motormähern Der hydraulische Fahrantrieb hat sich bei Motormähern in erster Linie dank Sicherheitsüberlegungen durchgesetzt. Es handelt sich um eine Technik, die seit zwanzig Jahren stetig Marktanteile dazugewonnen hat und heute Standard ist. Ruedi Hunger Hydraulische Antriebskonzepte benötigen kein Differenzial, da jede Halbachse von einem Ölmotor angetrieben wird. Daher ist es möglich, die Räder getrennt vonein­ ander und unterschiedlich schnell anzu­ treiben. Daraus ergibt sich die Möglichkeit eines aktiven Lenkverhaltens. Einen «Gangwechsel im dümmsten Moment» gibt es nicht mehr. Gesamthaft gesehen wird die Handhabung vereinfacht und die Sicherheit wesentlich erhöht. In jedem hydraulischen Antrieb erhitzt sich das Öl durch Zirkulation und Kraft­ übertragung (das Öl ist das Kraftübertra­ gungsmedium). Das trifft auch auf den Motormäher zu. Diese Wärme muss ge­ zielt abgeführt werden. Während einige Hersteller eigentliche Ölkühler einbauen, führen andere durch geschickte Luftfüh­

rung mittels Kühlgebläse die Wärme von ölführenden Bauteilen ab.

Ganz normale Entwicklung Neunzig Jahre sind es her, seit die erste Patentschrift für eine «Handmähmaschi­ ne» deponiert wurde. Etliche Male in dieser langen Zeit mussten sich neue Techniken während einer gewissen Ein­ satzzeit bewähren. Die Hersteller sam­ melten in dieser Zeit Erfahrungen und konnten Einzelteile oder ganze Systeme optimieren. Einen solchen Entwicklungs­ schritt haben auch die hydraulischen/hyd­ rostatischen Antriebe bei Motormähern durchlaufen. Allerdings halten sich immer noch Gerüchte, wenn auch hinter vorge­ haltener Hand, dass hydrostatische An­ triebskonzepte mit technischen Proble­

men behaftet seien. Die Schweizer Landtechnik hat sich in der Praxis umge­ hört und zwei Hersteller mit Fragen konfrontiert. Sowohl Fragen als auch ­ Antworten wurden teilweise zusammen­ gefasst. Die Antworten der Firma Aebi & Co. AG in Burgdorf verfasste Bruno Zemp, Leitung Product Management, jene der Firma Rapid Technik in Killwan­ gen Daniel Brem, Technischer Verkaufs­ berater. Schweizer Landtechnik: Auf welche technischen Probleme aus der Anfangszeit hydrostatischer Antriebskonzepte sind solche Vorurteile wohl zurückzuführen? AEBI: Auf Überlastung des hydrostati­ schen Antriebes, die Folge waren thermi­ sche Probleme. 6/7 2013  Schweizer Landtechnik

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Plattform | Hintergrund   n

Rapid: Hydrostatische Antriebe bei Mo­ tormähern waren zur Zeit der Einführung keine wie bis anhin bewährten Schaltge­ triebe, sondern echte Hightechkonzepte. Die Antriebe waren total neu und ohne Langzeittest in Bezug auf praktischen Einsatz. Sind diese Probleme nur bei der Markteinführung aufgetreten, und/oder waren sie auf einzelne Typen beschränkt? AEBI: Möglich war das kurz nach der Markteinführung, als bei einigen der da­ mals gebauten Modelle Probleme aufge­ treten sind. Diese Modelle werden heute nicht mehr gebaut. Rapid: Die wirklich grossen Probleme blieben aus. Es hatte sicherlich jeder ­Anbieter mit dem einen oder anderen Problem zu kämpfen. Diese Mängel konnten aber in kürzester Zeit behoben werden. Durch welche technischen Massnahmen bekamen die Hersteller das Problem – sofern es eines war – in den Griff? AEBI: Durch innovative Anpassungen und Nachrüstgarnituren für den hydrosta­ tischen Antrieb gelang es nach kurzer Zeit, bei den betroffenen Modellen die thermischen Probleme zu lösen. Rapid: In den meisten Fällen waren nur kleine technische Anpassungen bei Bau­ teilen oder Baugruppen notwendig, wel­ che sich im praktischen Einsatz als zu schwach herausstellten. Natürlich flossen diese Probleme bzw. die technischen Anpassungen in die Weiterentwicklung der Maschinen. Inwieweit waren die Handhabung, der Unterhalt und die Einsatzbedingungen dafür verantwortlich? AEBI: Im Vergleich zum Schaltgetriebe müssen beim hydrostatischen Antrieb die Serviceintervalle (Hydraulikölwechsel, Fil­ terwechsel) unbedingt eingehalten wer­ den. Die Landwirte mussten in der An­ fangszeit umdenken und sich auf diese neue Technologie einstellen. Grundsätz­ lich hatten die Einsatzbedingungen kei­ nen Einfluss, Gleiches kann von der Handhabung gesagt werden. Hydrostati­ sche Mäher können überall eingesetzt werden, wo vergleichbare konventionelle Maschinen eingesetzt werden. Rapid: Der Anwender hatte keinen gros­ sen Einfluss auf technische Probleme. Meistens waren es Konstruktionsproble­ me, die vom Hersteller beseitigt werden mussten.

Hydraulische Bauteile erhitzen sich im Betrieb. Diese Wärme wird von Gebläse und Ölkühler abgeführt, daher sind regelmässige Sauberkeitskontrollen angezeigt.

Bei der Wartung hydrostatischer Antriebe ist Sauberkeit oberstes Gebot. Ölwechsel und Filterwechsel sind regelmässig vorzunehmen.

Welche speziellen Anforderungen stellen hydrostatische Antriebskonzepte bei Motormähern an Unterhalt und Pflege? AEBI: Wie gesagt, müssen die Servicein­ tervalle eingehalten werden. Zudem muss die vom Hersteller freigegebene Ölquali­ tät eingesetzt werden. Beim Öl- und Fil­ terwechsel ist speziell auf Sauberkeit zu achten. Rapid: Beim Anwender musste sicherlich ein Umdenken stattfinden. Die Kühlung vom Antriebssystem soll überwacht und bei Bedarf gereinigt werden, zudem ist ein regelmässiger Öl-Filterwechsel not­ wendig. Das heisst, ein gewisses Mini­ mum an Wartung muss erfüllt werden, sonst verkürzt sich die Lebenszeit rasch und die Reparaturkosten steigen stark an.

Hydraulikpumpen (Axialkolben) und Hyd­ raulikmotoren (Gerotor) ausgerüstet. Zudem sind sie mit einem grossen Hyd­ rauliköltank und einem elektrischen Kühllüfter versehen. Dieses Baukonzept bietet genügend Reserven, um auch im härtesten Einsatz einwandfrei zu arbeiten. Rapid: Hinter hydrostatischen Antriebs­ konzepten liegen bereits mehr als 20  Jahre harte praktische Einsätze. Dies ermöglichte den Anbietern eine rasante Weiterentwicklung, aus der wir auch sehr viele Erfahrungen gewinnen konnten. Die momentan auf dem Markt zu findenden Maschinen sind auf einem hohen techni­ schen Niveau. Gleiches kann man auch über die Zuverlässigkeit sagen.

Kann ein Käufer heute davon ausgehen, dass diese Antriebskonzepte heute einwandfrei arbeiten? AEBI: Momentan sind alle aktuellen Hydrostatmodelle mit je zwei separaten

Mehr zu diesem Thema ist am Plantahof-Feldtag 2013 auf dem Berggut Parpan diesen Freitag, 21. Juni, zu vernehmen (siehe Bericht auf Seiten 30/31 in dieser Ausgabe).  n

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Bei konventionellen Anbauverfahren ist eine der bewährten Massnahmen zur Vermeidung von Bodenverdichtung das PflügenimOnLand-Betrieb. Gewisse Kantone entrichten entsprechende Förderbeiträge (Beispiel Kt. Bern: Fr. 150.– pro ha im Rahmen des Pöttinger-OnLand-Pflüge helfen,die Bodenverdichtung zu «Förderprogrammes reduzieren. Boden»). Die Vorteile dieser Technik sind bekannt: keine Pflüge über sämtliche AusstatVerdichtung der Furchensohle, tungsmerkmale der klassischen Pflügen ist mit Doppel- oder Breit- SERVO-Baureihen. Sie sind auch bereifung möglich, höchste Er- ebenso leichtzügig, schwerpunktgünstig und einfach exakt einzutragssicherheit. OnLand-Pflüge haben bei Althaus, stellen. dem Importeur für Pöttinger Bodenbearbeitungsmaschinen, eine Weitere Informationen: bald 20-jährige Tradition. Auch die neuen Pflüge der Baureihen Althaus AG Ersigen SERVO-25 und SERVO-35 von Burgdorfstrasse 12 Pöttinger können in einer OnLand- 3423 Ersigen Version geordert werden. Sie ver- Tel. 034 448 80 00 fügen über ein abgeändertes Ser- Fax 034 448 80 01 vomatic-Einstellzentrum, das es www.althaus.ch

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bietet dem Kunden einen vollwertigen Häckseltransportwagen. Hier können für einen langfristigen Einsatz im Mais die Pick-Up und die CFS-Walze mit wenigen Handgriffen demontiert werden. Es gibt viele Gründe, sich von der Leistungsfähigkeit dieser Tera-Vitesse CFS selbst zu überzeugen! Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Verlangen Sie die ausführliche Dokumentation. Agro-Technik Zulliger GmbH Bernstrasse 13c 6152 Hüswil Tel: 062 927 60 05 Fax: 062 927 60 06 www.agrotechnikzulliger.ch info@agrotechnikzulliger.ch


Strassenverkehr | Sicherheit   n

Getreide verhängnisvoll gekippt

(Bilder: zVg/Ruedi Gnädinger)

Wenn’s pressiert – passierts Diese Weisheit hat kein Ablaufdatum. Vielmehr überlebt diese auch unsere moderne Zeit mit angeblich hohem Zeitdruck, der nach immer grösserem und raffinierterem Technikeinsatz ruft. Spektakuläre Selbstunfälle, nicht zuletzt auch mit den modernsten Traktoren, sind ein lebendiger Beweis dafür. Ruedi Gnädinger*

Die Ursachen solcher Unfälle sind nicht immer grobe Fahrfehler, sondern oft die fehlende Gefahrenerkennung bei der Organisation eines Transportes oder Traktoreinsatzes. Hinzu kommt, dass der Unterrichtsabbau im Fach Physik an Volks- und Landwirtschaftsschulen dem Verständnis für das Zusammenwirken der Kräfte an einem Fahrzeug auch nicht förderlich ist. Deshalb sollen in der folgenden Serie

«Rutschen, Schleudern, Kippen» die physikalischen Zusammenhänge dargelegt werden, die schliesslich zu diesen Unfällen führen. In diesem Sinn hat die Serie die bessere Gefahrenbeurteilung zum Ziel, denn im Grenzbereich ist fast nur noch der Zufall und nicht das fahrerische Können entscheidend. Nicht umsonst spricht man ja dann nach dem Unfall auch vom Glück im Unglück!

* Ruedi Gnädinger wirkte über viele Jahre als Experte für Landtechnik und landwirtschaftliches Bauen bei der Agridea in Lindau ZH und ist heute Mitinhaber der Gnädinger Engineering GmbH in Benken SG.

Rutschen, Schleudern, Kippen und die Geschwindigkeit Alle Unfälle, bei denen eine Person am Lenkrad die Kontrolle verloren hat, kön-

nen im Allgemeinen in drei wesentliche Ursachen unterteilt werden: Oft beginnt das Unglück mit einer kleineren oder

Getreide verhängnisvoll gekippt Ein Bremsmanöver bei Kurvenbeginn und vielleicht noch eine Lenkkorrektur und schon kann die Traktorhinterachse rutschen und ausbrechen. Der Rest geht dann überraschend schnell. Kurven daher vorausschauend und mit «Augenmass» und genügend Reserve anfahren. Wer in der Kurve bremsen muss, hat sie falsch eingeschätzt und muss es das nächste Mal unbedingt besser machen.

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n  Sicherheit | Strassenverkehr

grösseren Rutschpartie, anschliessend kommt es zu einer kaum mehr beeinflussbaren Schleuderphase, und am Schluss kippt das Fahrzeug oder es fährt in ein Hindernis. In diesem Geschehen hat die Geschwindigkeit einen wesentlichen Einfluss auf die Länge der Rutschpartie und den Schaden. Unfälle auf Strassen sind besonders spektakulär und Forderungen nach griffigeren Vorschriften daher naheliegend. Doch sind nur selten ungenügende gesetzliche Vorschriften die Unfallursache. Abseits der Strasse kön- Nächtlicher Traktorunfall: Der Strassenzustand wird meistens weniger berücksichtigt, als das früher der Fall war. nen Fahrzeuge auch bei Heute kann man seine «Hinterlassensehr geringen Geschwindigkeiten rutschen ein grosser Unterschied, ob man im Rahschaft» nur noch im Rückspiegel men eines Antischleuderkurses unter und kippen. Die Folgen dieser Unfälle sind kontrollierten Bedingungen (ebene Fahrverfolgen. nicht kleiner, aber sie werden als Arbeitsbahn, keine festen Hindernisse, «eingeunfälle und nicht als Verkehrsunfälle stellte» Haftungsverminderung usw.) Auch routinierte Fahrer betroffen wahrgenommen und nur selten geahndet. Das «friedliche» Gefährt mit seinem gevorbereitet auf die kritische Stelle zufährt Werden aber Dritte oder Mitarbeiter verletzt, wird dies zu einer Unfalluntersuschätzten Fahrkomfort gerät im Grenzbeoder ob man von der Realität unter Prareich dafür schneller in einen unkon­ xisbedingungen überrascht wird. chung und je nach Verfehlungen zu weitetrollierbaren Zustand. Selbst routinierte ren Konsequenzen führen. Fahrer sind deshalb nach einem Unfall Veränderte betriebliche Bedingungen über die Heftigkeit und den raschen UnTechnische Entwicklungen bei Fahrzeugen und anspruchsvoller fallablauf überrascht. Sie müssen sich im Auch die betrieblichen Bedingungen und Fahrzeugeinsatz Nachhinein eingestehen, keine Chance Ansprüche haben sich verändert. Bei gehabt zu haben, das Fahrzeug wieder in einem vollen Terminkalender und gegenIn den letzten Jahren hat sich bei den technischen Eigenschaften von Zugfahrden Griff zu bekommen. Es ist in der Tat seitigen Verpflichtungen werden Transporte mehr nach den Vorgaben des zeugen und Anhängern vieles verändert, ­Zeitplanes durchgeführt. Die Berücksichunter anderem: • Einführung von Tempo 40, tigung des Strassenzustandes und die Nächtlicher Traktorunfall • grössere Abmessungen und Gewichte, Möglichkeit einer reduzierten Beladung • höherer Schwerpunkt, haben nicht mehr den früheren StellenEs passierte auf der Heimfahrt beim Eindunkeln und schlechten Witterungs• grossvolumigere und weichere Reifen, wert. Dafür wächst das Vertrauen in die verhältnissen, aber auf ebener Strasse. moderne Transporttechnik. • höhere Bremsverzögerung bei den Die Schleuderfahrt begann bei einer Traktoren, Verkehrsberuhigungsinsel am DorfeinSchlussfolgerung: Sicher fährt nur, • mehr automatische oder stufenlose gang. Nach über 100 Metern wurde der wer die Risiken richtig beurteilt Getriebe. Traktor vom Anhänger «überholt» und Die Risiken können immer weniger aufDiese Entwicklungen führten dazu, dass umgestossen. Der Fahrer bestätigte, dass grund der vorhandenen Erfahrung beures schwieriger wurde, die Sicherheit eines er keine Chance hatte, das Gefährt teilt werden. Die rasante Entwicklung in Arbeitseinsatzes richtig einzuschätzen. wieder unter Kontrolle zu bringen. Dies der Fahrzeugtechnik, höhere FahrgeDas Gespür für ungünstige Bodenverhältist auch nicht verwunderlich, denn die schwindigkeit und Gewichte bedingen in nisse und das mulmige Gefühl, wenn man möglichen Brems-oder Seitenführungsvielen Fällen eine Neubeurteilung. In den sich dem Grenzbereich nähert, verminderkräfte der Reifen reduzieren sich bei solchen Verhältnissen auf 5 bis 10% des nächsten drei Beiträgen werden die Ursaten sich oder verschwanden sogar ganz. Wertes bei trockener Fahrbahn. Dementchen erläutert, wie es zum Rutschen, Beispielsweise war der Schlupf auf dem sprechend ist auch die Geschwindigkeit Schleudern oder Kippen kommt. Zudem Traktor ohne Plattformkabine noch direkt bei Kurven anzupassen. soll aufgezeigt werden, wie diese Risiken ersichtlich, und man hörte rechtzeitig auf, zu beurteilen sind.  n noch mehr Landschaden anzurichten. 50

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Strassenverkehr | Sicherheit   n

Wesentliche Veränderungen… und ihre Auswirkungen Geschwindigkeitserhöhung von 30 auf 40 km/h • Die kinetische Energie (Energie des bewegten Körpers) erhöht sich dadurch um 78%. • Bei gleich wirksamen Bremsen erhöht sich der Bremsweg auch um 78%. • Zudem erhöht sich der Reaktionsweg (Weg bis zum Eintreten der Bremswirkung) um 3 Meter. Grössere Bodenfreiheit und höherer Schwerpunkt • Der höhere Schwerpunkt grosser Traktoren wird in der Regel nicht durch einen längeren Radstand oder eine grössere Spurweite ausgeglichen. Das heisst, die Kippgefahr nimmt zu. • Durch den höheren Schwerpunkt wird beim Bremsen die Vorderachse zusätzlich und die Hinterachse dementsprechend entlastet. Die Kippgefahr bei der Kurvenfahrt nimmt zu, und der Traktor kann die seitlichen Deichselkräfte des Anhängers nur noch eingeschränkt aufnehmen. • Zum höheren Schwerpunkt führen massgeblich die grösseren Fronträder und der Zentralantrieb, welcher vom Getriebe unter dem Motor zum Vorderachsdifferential führt. Mehr Gewichtsanteil auf der Vorderachse • Im Vergleich zu den Hinterrädern sind die heutigen Vorderräder wesentlich grösser. Damit deren Zugkraft auch nutzbar ist,

wird die Gewichtsverteilung zugunsten einer höheren Vorderachslast verschoben. • Da die Vorderachse wegen ihrer Pendellagerung nichts zur seitlichen Kippstabilität des Traktors beitragen kann, erhöht sich die Kippgefahr. Grössere Überhänge und schwerere Anbaugeräte • Durch schwerere Anbaugeräte mit grösserer Länge (Hebelarm) wird eine Frontballastierung notwendig, die sich nicht so leicht an- und abbauen lässt. Sie bleibt daher (wie der Frontlader) auch zu oft am Traktor, wenn sie nicht gebraucht wird, und kann die Fahrstabilität verschlechtern. • Die Wendigkeit eines Traktors ist auch bei grösseren Modellen ein wichtiges Kaufargument. Ein geringer Radstand ist die einfachste Lösung, um diese Wendigkeit zu verbessern oder zu erhalten. Sie führt aber zu grösseren Überhängen und vermindert die Fahrstabilität ebenfalls. Grossvolumige und weichere Reifen • Bei grossvolumigen Reifen nimmt der Abstand zwischen Felgenhorn (Sitz des Reifens) und Boden trotz Niederquerschnittbauart zu. Die mögliche Einfederung und das seitliche Ausscheren der Lauffläche werden dadurch erhöht. Die Gefahr des Schleuderns bei einem Last- oder Richtungswechsel wird grösser.

• Der Kompromiss zwischen weichen Reifen zur Bodenschonung und harten Reifen für Strassenfahrten wird immer grösser. Ein konsequentes Anpassen des Luftdruckes für Feldarbeiten und Strassenfahrten kann die Situation verbessern, ist jedoch aufwendig. Anhänger mit Zwei- und Dreifachachsen • Grosse Zentralachsanhänger, besonders jene mit Doppel- oder Dreifachachsen (starr oder gelenkt), entwickeln bei Kurvenfahrten beachtliche Seitenkräfte auf die Anhängerkupplung. Diese können eine Schleuderfahrt auslösen. Automatische und stufenlose Getriebe • Durch die Bremswirkung des Motors bei einer Talfahrt mit schweren Anhängern kann die Hinterachse des Traktors in den Grenzbereich der Strassenhaftung gebracht werden. Durch ungewolltes Zurückschalten bei Getrieben mit Automatikfunktionen oder der Veränderung der Übersetzung bei stufenlosen Getrieben kann dies zu einem Rutschen und Ausbrechen der Hinterachse führen. Bei hohen Anhängelasten ist für eine Geschwindigkeitsverminderung auch die Betriebsbremse zu betätigen, damit die nötige Bremskraft auf alle Achsen verteilt wird.

Wie viel darf ich überhaupt laden, damit ich noch sicher fahren kann? Diese Frage stellt sich bei Anhängern mit hoher Tragfähigkeit und grossen Ladeflächen immer häufiger.

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n  Passion | Event

Der 1907 in Waterloo gebaute Waterloo Boy steht eingangs des Bodenseemuseums; er hat den Grundstein für den heute weltweit grössten Traktorhersteller John Deere gelegt. (Bilder: Dominik Senn)

Traktormuseum am Bodensee: eine landwirtschaftliche Zeitreise In Gebhardsweiler bei Uhldingen-Mühlhofen am Bodensee ist unlängst das grösste private Museum für Landmaschinen eröffnet worden. Rund 160 Traktoren sowie etwa 10 000 landwirtschaftliche Maschinen, Kleingeräte und Werkzeuge sind auf 10 000 m2 Fläche ausgestellt. Dominik Senn «Verrückt muss man sein, dann geht das!», sagte der Traktorensammler und Inhaber des Traktormuseums am Bodensee Gerhard Schumacher auf die Frage, wie er zu den Abertausenden seiner Museumsschätze gekommen sei. Der 60-jährige Geschäftsführer einer grossen Baumaschinenfirma in Göppingen hat sich mit dem vermutlich weltgrössten privaten Museum für Landmaschinen in Gebhardsweiler bei Uhldingen-Mühlhofen nicht nur einen Herzenswunsch erfüllt, sondern auch ein zweites Standbein aufgebaut. «Als Kind tat ich fast nichts lieber als Traktor fahren. Mit dem Sammeln begann ich vor Jahrzehnten. Mit der Zeit knüpfte ich ein Netzwerk, und viele feine Sammlerstücke wurden mir zugetragen, die ich selber nie gefunden hätte.»

Es braucht Technik-Wissen Mit dem Sammeln sei es allerdings nicht getan, schilderte der Maschinenbauinge52

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nieur der Schweizer Landtechnik: «Für die Einrichtung eines Traktorenmuseums braucht es vertieftes Wissen über Maschinenbau sowie über Technik und Handwerk im Allgemeinen.» Alle Museums­ stücke seien restauriert, die Metalle bearbeitet und die Hölzer eingeölt worden, und zwar derart, dass die originale Patina erhalten geblieben sei. Das gelte auch für die Traktoren. Freunde alter Landmaschinen zögen solche Scheunenfunde, die viel Patina angesetzt haben, aufgepeppten oder möglicherweise falsch lackierten Stücken vor.

Eine Zeitreise

Der sammelwütige Museumsinhaber Gerhard Schumacher ist ein umfassender Kenner alten Handwerks.

Der Rundgang ist gesäumt von historischen Zeitzeugen der weltweiten Landwirtschaft. Die Traktoren stammen überwiegend aus den Zwanziger- bis Siebzigerjahren und stellen Meilensteine der technischen Entwicklung dar. Unter der schwungvollen Inschrift «Wo nicht


Event | Passion   n

Der Lanz-15/30 von 1929 aus Mannheim (D) ist ein Einzylinder und der erste Kühler-Bulldog.

Eine Zapfsäule mit allem Drum und Dran.

reicht des Bauern Kraft, Pferd, Ochs oder Dampf es schafft» erwartet den Besucher eine um 1910 in Frankreich gebaute fahrbare Dreschmaschine der Marke Vierzon, rechterhand stösst man auf den 1907 in Waterloo (USA) gebauten grüngelben Waterloo Boy, der den Grundstein für den heute grössten Traktorenhersteller John Deere legte. Die Zeitreise durch die landwirtschaftliche Industriegeschichte ist atemberaubend: da der berühmte Bergmann-Traktor BJ 1906 aus Gaggenau, ein Versuchstraktor auf Holzrädern (die Firma Bergmann wurde 1906 von Daimler übernommen), dort ein Hart Parr 30/60 mit Zweizylindermotor und 38,6 Liter Hubraum, ein Gigant der Prärie, hier der erste dieselbetriebene Traktor Deutschlands, das «Motorpferd» der Motoren-Werke Mannheim, dort die Stockraupe, hier die Glühkopfmaschine Doyen und dort ein im nahen Friedrichshafen gebauter Porsche-Master-Traktor, hier ein Fendt, dort ein Case, hier ein Schlüter 2000 TVL, dort ein Deutz 13006 und zwischendurch eine Sonderausstellung mit Glühkopftraktoren. Ein Höhepunkt jagt den anderen, bis einen die ersten Youngtimer auf den Boden der Realität zurückholen und man vor dem 650-PS-Schlüter-Profi-Gigant mit 4,8 m Breite und 20 t Gewicht steht. Den LanzTraktoren ist im Parterre ein eigenes Stockwerk gewidmet: Vom 8-PS-Mops über den Grossen Eiler bis hin zum 4016er sind sie alle da.

Das MWM-Motorpferd aus Mannheim (D) ist ein Zweizylinder mit Baujahr 1925, der erste deutsche Traktor mit Dieselmotor.

Schweizer Traktoren Gerhard Schumacher hat seiner Sammlung etliche Schweizer Traktoren einverleibt und ist stolz auf die raren Stücke von Bührer, Hürlimann, Winterthurer Loki und Eckert. «Die Schweizer Konstrukteure sind beim Traktorenbau eigene, ja eigenwillige Wege gegangen. Die Grundstücke waren klein, die räumlichen Verhältnisse eng. Somit bauten sie wendige, leichte Traktoren», waren seine anerkennenden Worte. Präsentiert werden die rund 160 historischen Traktoren zwischen nachgebauten landwirtschaftlichen Werkstätten und historischem Gerät für Saat und Ernte: Schmiede, Wagnerei, Küferei, Sattlerei, eine Schule, eine Arztpraxis und ein Krämerladen – das ganze Dorfleben von einst. So wird ganz nebenbei auch noch die Mechanisierung im Haushalt beim

Waschen und Bügeln dargestellt. Verwendet wurden für die heimelig-ländliche Dekoration rund 50 Lastwagenzüge voll Altholz und Dielen. Zu guter Letzt sei das neue Restaurant mit 150 Sitzplätzen und einem Eventraum mit rund 700 Quadratmetern für Seminare, Tagungen und gesellschaftliche An­ lässe erwähnt. In einer nächsten Phase werden Begleitveranstaltungen bis hin zu museumspädagogischen Events angeboten, wie Gerhard Schumacher sagte. Das Museum wirkt bereits als grosser Publikumsmagnet. So waren an der Eröffnung Mitglieder des Lanz-Bulldog-Clubs Bodensee und der Sektion Zürich/Schaffhausen der Freunde alter Landmaschinen zugegen, und der Oldtimer-TraktorenClub Rheintal warb für sein Treffen beim Restaurant Riethof in Rebstein SG.  n 6/7 2013  Schweizer Landtechnik

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n  Passion | Event

Der Einzylinder Deutz-F1L514/50 von 1951 aus Köln (D) mit Halbraupe; die Anbauketten konnten jederzeit gegen übliche Luftreifen getauscht werden.

Der Einzylinder Landini-30 von 1928 aus Emilia (I) ist eine weltweite Rarität.

Der Zweizylinder SLM-Loki LM von 1938 aus Winterthur ZH war für die engen Parzellenverhältnisse in der Schweiz ideal.

Der Einzylinder Hürlimann-1K10A von 1930 aus Wil SG besitzt patentierte Hinterräder.

Der Vierzylinder Bührer-BG4 von 1937 aus Hinwil ZH wiegt 1,75 Tonnen.

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Wertvoller Vierzylinder PorscheMaster 429 von 1962 aus Friedrichshafen (D).

Der Vierzylinder Eckert von 1945 aus Leibstadt AG ist kein Ford, sondern stammt von einem kleinen Hersteller.

Der Einzylinder Kleinland-Allrad 15 von 1959 aus Breitenbrunn (D) verfügt über Allradantrieb.

Der Vierzylinder Citroën von 1919 aus Paris (F) ist einer von sieben weltweit noch vorhandenen.


n  Passion | Events

Die 11 Hauptgewinner

Im nächsten Moment lassen die Preisübergeber (von links) Rudolf Haudenschild, Daniel Sempach und Andreas Schwab von den Fachmedien Agrar AG in Bern sowie Roland und Kurt Bachmann von der Ad. Bachmann AG in Tägerschen die Preisgewinner Catherine und Simon Sollberger auf dem Quad davonziehen. (Bild: Dominik Senn)

Rekord beim Wettbewerb «Traktor des Jahres» Simon und Catherine Sollberger-Kilchherr aus Corban JU heissen die Wettbewerbsgewinner 2012 aus «Traktoren des Jahres»; der erste Preis war ein neuer Quad. Dominik Senn Über 140 000 Mal ist 2012 das Swiss Agro Spezial-Heft «Traktoren des Jahres», ein Produkt von «Schweizer Bauer», «Terre&Nature» und «Schweizer Landtechnik»/«Technique Agricole», versandt worden, damit sich die Leserschaft vor der Agrama über die Neuerungen der Traktorenbranche, bei den Transportern, Zweiachsmähern, Hof- und Teleskopladern informieren konnte. 9000 Antworttalons kamen zurück, «Rekord», sagte «Schweizer Bauer»-Chefredaktor Rudolf Haudenschild hocherfreut an der Preisübergabe bei Ad. Bachmann AG, Maschinen und Fahrzeuge, in Tägerschen TG. Erwartet hatte er im Gegenteil einen Rückgang gegenüber 2010, weil keine Leserwahl eines «Traktors des Jahres», eines «Bergmeisters» und eines «Lademeisters» mehr getroffen werden konnte. Weitere 99 Preise haben ebenfalls ihre glücklichen Gewinner erreicht.

Pneuwechsel stand bevor Schmunzelnd nahm das Ehepaar den Quad Kawasaki ATV KVF 300-C im Ge55

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genwert von knapp 8000 Franken entgegen, und Simon setzte das Gefährt nach zwei, drei Anweisungen flott in Bewegung. Es handelt sich um das ZweiplätzerEinsteigermodell mit 300-cm3-Motor von 20 PS Leistung, Variomat. Es besteht Helmtragpflicht; kein Luxus, bedenkt man, dass der Quad bis 80 km/h schafft.

Hin und her auf zwei Höfen Landwirt Sollberger nahm teil, weil ihm der zweite Preis ins Auge stach: ein Satz Traktorpneus, denn bei seinem Hoftraktor stand ein dringender Pneuwechsel bevor. «Der Quad wird eher unser Freizeitfahrzeug. Aber wir können ihn auch wochentags gut gebrauchen, denn wir betreiben zwei Höfe, die rund achthundert Meter auseinanderliegen», sagte Catherine. Auf knapp 30 ha Weideland halten sie eine Herde von rund 20 Kühen der Rasse Normande und rund 40 Muni für Grossviehmast und betreiben auf weiteren 20  ha Ackerbau (rund 6 ha Brotgetreide, rund 10 ha Mais und rund 4 ha Sonnenblumen).

1. Preis Kawasaki ATV von Ad. Bachmann AG, Tägerschen: Simon Sollberger, Corban JU; 2. Preis Satz Traktorenpneus von Profi Pneu, Subingen: Othmar Hüsler, Neudorf LU; 3. Preis Trygg-Schneeketten von Fankhauser AG, Gondiswil: Martin Koch, Gonten AI; 4. Preis Radmontage-Gerät Speedy-Changer von Starco Schaad, Subingen: Heinrich Ott, Basadingen TG; 5. Preis ein Fass Öl von Amstutz-Produkte, Eschenbach: Walter Wirz, Maisprach BL; 6. Preis hydraulischer Oberlenker von Paul Forrer, Zürich: Paul Wegmann, Volken ZH; 7. Preis Kindertraktor Farmtrac von Gallagher Schweiz AG, St.Gallen: Beat Frank, Ennetbürgen NW; 8. Preis Kärcher-Sauger von Kärcher AG, Dällikon: Werner Beutler, Aarwangen BE; 9. Preis gefederter Kindersitz der Beratungsstelle für Unfallverhütung BUL, Schöftland: Markus von Ballmoos, Wynigen BE; 10. Preis Ballenspitz von Rindisbacher, Gümligen: Fränzi Baur, Egliswil AG; 11. Preis 82-teiliger Steckschlüsselsatz der FIM AG, Uetendorf: Daniel Scheiber, Haldi UR.

Ad. Bachmann Tägerschen «Die kompakte Bauart und das geringe Eigengewicht machen die Kawasaki ATV zum geländegängigen und doch bodenschonenden Transport- und Zugfahrzeug. Der Arbeitsnutzen und der Fahrspass sind gross», sagte Roland Bachmann von der Ad. Bachmann AG in Tägerschen, der die Firma zusammen mit den Brüdern Kurt und Hanspeter leitet. Sie ist landesweit bekannt als Generalvertreter von Kubota Landwirtschafts-Traktoren, Farmi Forstmaschinen und Kawasaki ATV’s, Mules und Quads. Regional kennt man die Firma zudem als Anbieter und Servicestelle von Motor- und Gartengeräten der Marken Stihl, Viking, Rapid, Alto und HusqvarnaAutomowern (Rasenmäh-Roboter). Das Unternehmen wurde 1953 durch Adolf Bachmann gegründet. Heute beschäftigt es 24 Mitarbeiter und sorgt mit vier bis fünf Lehrlingen für fachkräftigen Berufsnachwuchs. Unlängst sind auch die Erweiterungs- bzw. Neubauten einer Ausstellungshalle und einer Montagehalle abgeschlossen worden. Die Landwirtschaftstraktoren und Forstmaschinen werden an der 60-Jahr-Jubiläums-Ausstellung am 21./22. September in der neuen Ausstellungshalle vorgestellt.  n


n  SVLT | Sektionen

Theoriekurs Kategorie G Der sichere Einstieg in den motorisierten Strassenverkehr ist wichtig. Verkehrsregeln und sicheres Verhalten erlernt man nicht einfach durch Auswendiglernen von Prüfungsfragen. Im Theoriekurs Kat. F/G werden die Grundlagen aufgezeigt und erklärt. Zusammen mit intensivem Studium daheim erwirbt sich der Teilnehmer die besten Voraussetzungen für die anspruchsvolle Prüfung, welche je nach Sektion am Schluss des Kurses stattfindet. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Lenken von landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen bis 30 km/h.

Teilnahmebedingungen • Mindestalter 14 Jahre (Kurs kann je nach Kanton 1–2 Monate vor Erreichen des 14. Altersjahrs besucht werden) • Verstehen der Thematik Siehe auch www.fahrkurse.ch Kursort

Datum

Sursee LU

26. Juni

Sursee LU

28. August

Willisau LU

18. September

LVLT Fahrschule, 6276 Hohenrain, 041 467 39 02, info@lvlt.ch

Lindau ZH

22. Juni 7. September 30. November

SVLT Zürich, Eschikon, 8315 Lindau, 058 105 98 51, www.svlt-zh.ch

Riniken AG

7. + 14. August

Frick AG

19. + 26. Nov.

Muri AG

23. + 30. Nov.

morgens

Liebegg AG

23. + 30. Nov.

nachmittags

Riniken AG

5. + 12. Dez.

Dominique Berner, 056 462 32 00, d.berner@agrartechnik.ch, www.fahrkurse.ch

St. Gallen, Appenzell IR/AR, Glarus

auf Anfrage

Hans Popp, 9323 Steinach, 071 845 12 40, hanspopp@bluewin.ch

Graubünden

auf Anfrage

Luzia Föhn, 7302 Landquart, 081 322 26 43, foehn@ilnet.ch, www.svlt-gr.ch

Kontakt

BL, BS

Praxistag Gülle in Hülle und Fülle

FR Exkursion der AFETA am 30. August 06.45 Abfahrt Horner Voyages Tafers 07.15 Landw. Institut Grangeneuve in Posieux 07.45 Parking des Crêts in Bulle Besuch der Firma EcoBois SA, Wiederverwertung in Vétroz VS mit Vorführungen zur Kompostierung. Mittagessen in Chalais, geführter Rundgang durch die Firma BioFruits SA in Vétroz, Besuch der Kellereien der Brüder Betrisey in St. Léonard, Rückkehr in Richtung Freiburg erfolgt gegen 18 Uhr. Die Teilnehmergebühr zur teilweisen Kostendeckung beträgt 50 Franken, sie wird unterwegs eingezogen, Getränke und übrigen Auslagen gehen zulasten der Teilnehmenden. Anmeldung bis 15. August bei: laurent.guisolan@fr.ch oder unter 026 305 57 53. Bitte angeben, wo man in den Car einzusteigen gedenkt: Tafers, Grangeneuve oder Bulle.

33 Jahre Fachkommissionstätigkeit Im Rahmen der vergangenen Sitzung der Fachkommission «Information» des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik SVLT sind zwei abtretende Mitglieder für ihre Verdienste geehrt worden. Es sind dies Paul Müri, Gränichen AG, und Martin Huber, Weinfelden TG. Der kantonale Berater und Landtechniklehrer an der Liebegg Paul Müri nahm im Jahre 1980, vor 33 Jahren, Einsitz in der Fachkommission «Überbetrieblicher Maschineneinsatz» (Maschinenringe), bis zu deren Auflösung im Jahre 2006. Zudem berief ihn der SVLT-Vorstand in die im Jahre 1998 gegründete «Fachkommis­ sion 6». Diese erfuhr im 2011 die Umbenennung in «Information». Mit Müri trat 1998 auch Martin Huber, damals Leiter Betriebsberatung am kantonalen Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg TG, der neuen Fachkommission bei. Mit seinem Austritt aus der kantonalen Institution stellte er zugleich seinen Kommissionssitz zur Verfügung, für deren Besetzung er seinen Nachfolger am Arenenberg Christian Eggenberger vorschlug. Neu der Fachkommission beigetreten ist Bernhard Streit, Dozent Verfahrenstechnik im Pflanzenbau an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften in Zollikofen BE. Dominik Senn

Freitag, 23. August 2013, 10–15.30 Uhr Praxistag zur Gülletechnik, -separierung, -übersaat und Ammoniakproblematik mit Maschinenvorführung und -ausstellung zur Gülletechnik. Nachmittags zeigen Praktiker ihre Maschinen im Einsatz. Leitung: Fabian Dettwiler, Landw. Zentrum Ebenrain Referenten: Markus Schaffner, Stefan Weber, Fritz Ziörjen. Ort: Im Feld, wird noch bekannt gegeben Anmeldung: bis spätestens 5. August 2013 an: Landw. Zentrum Ebenrain, Sekretariat, Ebenrainweg 27, 4450 Sissach, 061 552 21 21 oder online ans Zentrum Ebenrain. Kosten: keine Bemerkungen: Anmeldung erwünscht; Themenbereiche können noch abweichen; Festwirtschaft vor Ort 56

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Wechsel in der Fachkommission «Information» (von links): Martin Huber, Bernhard Streit, Christian Eggenberger und Paul Müri. (Bild: Ueli Zweifel)


Bericht | SVLT   n

Konzentrierte Zuhörerschaft an der SVLT-Kaderkonferenz 2013 in Riniken. (Bilder: Dominik Senn)

«Der SVLT lebt Einigkeit» Einheitliche Auftritte bei den F/G-Kursen, Webseiten und Statuten sind an der Kaderkonferenz 2013 des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik SVLT thematisiert worden. Einigkeit herrscht auch wieder unter den Sektionen. Dominik Senn Kürzlich fand in Riniken die jährliche Kaderkonferenz statt. Unter der Leitung des Präsidenten NR Max Binder und des Direktors Willi von Atzigen nahmen daran die Präsidenten und Geschäftsführer der Sektionen, die Präsidenten der Fachkommissionen sowie die SVLT-Vorstandsmitglieder und die Angestellten des Zentralsekretariats teil. Die Kaderkonferenz ist mit Blick auf die Delegiertenversammlung im Herbst eine wichtige Plattform für den Informationsaustausch. Einleitend rekapitulierte Max Binder, man habe sich mit dem Berner Verband für Landtechnik in einer finanziellen Angelegenheit gütlich geeinigt. «Der SVLT demonstriert damit nicht nur Einigkeit, sondern er lebt sie auch», fügte er an.

einer Mitgliedschaft zu bewegen. Willi von Atzigen informierte weiter über die wegen Teilnehmerrückgangs unausweichlich gewordene Schliessung des Kurszentrums Grange-Verney. Weiterhin soll die Möglichkeit bestehen bleiben, zum Beispiel CZV-Kurse durchzuführen. Fortschritte erzielten die Bestrebungen der Integration der Sektions-Webseiten in die Website www.agrartechnik.ch. Derzeit nehmen die Sektionen Aargau, beider Basel und Zürich am entsprechenden Projekt teil.

Kategorie F/G im Wandel Dominique Berner, Leiter Technischer Dienst SVLT, erläuterte eine von ihm vorgenommene Analyse des Kurswesens

Mitgliederwerbung wichtig Durch die Kaderkonferenz führte SVLTDirektor Willi von Atzigen. Er zeigte am positiven Beispiel der Sektion Freiburg die Notwendigkeit aktiver Mitgliederwerbung auf. Die Sektion bemühte sich um Adressen von Landwirten, welche angeschrieben und mit der Zeitschrift drei Monate lang gratis bedient wurden. Auf diese Weise konnten 62 Neumitglieder gewonnen werden. Auch Veranstaltungen wie Traktorgeschicklichkeitsfahren sind geeignet, um Funktionäre und andere Beteiligte zu

F/G. Seines Erachtens soll eine Diskussion über nötige Marketinginstrumente geführt werden. Notwendig seien auch die Neufassung einer Übungsprüfung, die Erarbeitung vereinheitlichter Unterlagen und allenfalls die Gründung einer Kompetenzgruppe für die Grundausbildung. Ein einheitlicher Auftritt trage bei der Durchführung der F/G-Kurse in den Sektionen zur besseren Wiedererkennung und zu einem höheren Bekanntheitsgrad bei, betonte Willi von Atzigen.

15 Fahrlehrer unter Vertrag Der Weiterbildungsverantwortliche Franz Nietlispach wies darauf hin, für die Kurs­ tätigkeit (G40, CZV, Stapler) stünden 15 Fahrlehrer beim SVLT unter Vertrag. Er verglich bei gewissen Kursen Aufwand und Ertrag und kam zum Schluss, dass sich moderate Preisaufschläge aufdrängen.

Verbandszeitschrift Redaktor Ueli Zweifel informierte über die Entwicklung der Verbandszeitschrift, welche in Zusammenarbeit mit der Fachkommission «Information» unter der Leitung von Roger Stirnimann strukturierter gestaltet werden konnte. Die Rubriken erscheinen in wiederkehrender Reihenfolge. Regelmässig erscheinen Traktortests und Fahrberichte. Neu werden auf der Titelseite jeweils Schwerpunktthemen aufgeführt.

Musterstatuten

Präsident Max Binder bei der Begrüs­sung: «Der SVLT lebt Einigkeit, er demonstriert sie nicht bloss.» Im Vordergrund Direktor Willi von Atzigen.

Schliesslich berichtete Susi Banga, Geschäftsführerin der Sektion beider Basel, sie hätte die Musterstatuten für Sektionen erstellt; diese werden den Sektionen zur Nutzung zugestellt. Sie sei im übrigen Ansprechperson für Fragen rund um die Sektionsstatuten.  n

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57


n  SVLT | Bildung

Werkstattleiter Hansueli Schmid demonstriert die Bedienung eines elektrischen Notbremsventils. (Bilder: Dominik Senn)

Dominique Berner referiert über die Komposition und technische Aufrüstung von Anhängerzügen.

SVLT-Weiterbildungskurs: Bremsen in der Landwirtschaft Der Schweizerische Verband für Landtechnik (SVLT) hat einen asa-anerkannten Weiterbildungskurs für Lastwagenfahrlehrer zum Thema Bremsen in der Landwirtschaft lanciert und ihn erstmals G40-Instruktoren erteilt. Aufgefrischt wurden weiter Erste-Hilfe-Kenntnisse. Dominik Senn Zweimal jährlich treffen sich beim SVLT verpflichtete G40-Instruktoren zu einer Weiterbildungsveranstaltung, meist vor und nach der jeweiligen Fahrsaison. Weil das Thema Bremsen in der Landwirtschaft sonst nie spezifisch behandelt wird, hat der SVLT-Weiterbildungsleiter Franz Nietlispach diesbezüglich einen neuen eintägigen Kurs ausgearbeitet, der von der Vereinigung der Schweizer Strassenverkehrsämter (asa) anerkannt ist und somit vollumfänglich an die obligatorische Weiterbildung für Lastwagenfahrlehrer angerechnet wird.

Einbau und Unterhalt hydraulischer Bremsen und übten die praktische Anwendung der Bremsdruckmessung mit einem mobilen Lastanpassungsventil, das Nachstellen von Bremsen und die Bedienung eines elektrischen Notbremsventils.

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6/7 2013  Schweizer Landtechnik

Die Fachreferenten waren Roger Stirnimann, Technikredaktor und Präsident der SVLT-Fachkommission Information, Dominique Berner, Technischer Dienst/Beratung und Spezialist für Fragen des Strassenverkehrs(-rechts), Hansueli Schmid, langjähriger Praktiker und Werkstattleiter in Riniken sowie Willi von Atzigen, Direktor SVLT, Initiant und Mitbegründer des Fahrkurses G40 für jugendliche Traktorlenker ab 14 Jahren. Von Atzigens Beitrag zielte auf fachliche und methodische Verbesserungen des Fahrkurses ab: Was erwarten die Kursteilnehmer? Wie gehe ich mit schwierigen Kunden um? Welche schliesse ich vom Kurs aus? Welche Fahrzeuge schliesse ich von vorneherein vom Kurs aus? Und wie verhalte ich mich bei einem Schadensfall?

Nothilfe aufgefrischt

Gruppen deutsch und französisch Zwölf Instruktoren des SVLT-Fahrkurses G40 für jugendliche Traktorfahrer, aufgeteilt in eine deutsch- und eine französischsprachige Gruppe, beteiligten sich an diesem Kurs, der am Verbandszentrum in Riniken erteilt wurde. In Lehrgesprächen, Einzel- und Gruppenarbeiten erörterten fachkundige Referenten technische Neuerungen und Entwicklungen unterschiedlicher Bremssysteme sowie gesetzliche Vorschriften für einen Anhängerzug. Die Teilnehmer erhielten Einblick in Funktion,

Die Fachreferenten

Sanitäterin Karin Meier demonstriert an einem Phantom die korrekte Herz-LungenWiederbelebung nach Herzstillstand.

Sanitäterin Karin Meier von der Feuerwehr Geissberg frischte in einem Modul die Erste-Hilfe-Kenntnisse der Teilnehmenden auf. Auf dem Programm standen die Überprüfung der Erste-Hilfe-Apotheke nach Vollständigkeit und Alter, der Einsatz der Beatmungshilfen (Taschenmaske und Beatmungstuch), die HerzLungen-Wiederbelebung nach Herzstillstand (basic life support) und die automatische externe Defibrillation mittels Defibrillator. «Es handelte sich um einen sehr intensiven Kurstag, was mir etliche Kursteilnehmende bestätigten», sagte abschliessend Leiter Franz Nietlispach, «die Teilnehmer waren stark gefordert.» In einem nächsten Kurs soll die Anzahl Themen etwas reduziert werden, damit umso ausgiebiger auf deren Inhalte eingegangen werden kann.  n


SVLT ASETA

Fahrkurs G40 Kursorte und Kursdaten 2013

Informationen und Auskunft:

www.fahrkurse.ch www.g40.ch

Änderungen vorbehalten Aarberg BE 11.07 + 16.07 15.08 + 27.08 08.08 + 13.08 05.09 + 10.09 Balgach SG 29.08 + 03.09 24.10 + 29.10 Bazenheid SG 27.06 + 02.07 08.08 + 13.08 04.07 + 09.07 07.11 + 12.11 25.07 + 30.07 Biberbrugg SZ 25.07 + 30.07 17.10 + 22.10 23.08 + 30.08 07.11 + 12.11 Brunegg AG 04.07 + 09.07 03.10 + 08.10 05.09 + 10.09 Bülach ZH 11.07 + 16.07 10.10 + 15.10 15.08 + 20.08 Bulle FR 27.06 + 03.07 26.09 + 01.10 11.07 + 16.07 02.10 + 09.10 22.08 + 27.08 31.10 + 05.11 Corcelles-près-Payerne VD 21.08 + 28.08 20.11 + 27.11 Courtételle JU 20.06 + 25.06 19.09 + 24.09 29.08 + 03.09 Düdingen FR 20.06 + 25.06 12.09 + 17.09 22.08 + 27.08 17.10 + 22.10 Engadin GR 15.08 + 20.08 Frauenfeld TG 11.07 + 16.07 24.10 + 29.10 15.08 + 20.08 07.11 + 12.11 12.09 + 17.09 Gossau ZH 11.07 + 16.07 12.09 + 18.09 07.08 + 13.08 03.10 + 09.10 Hohenrain LU 20.06 + 25.06 23.10 + 29.10 24.07 + 30.07 Interlaken BE 18.07 + 23.07 03.10 + 08.10 08.08 + 13.08 Kägiswil OW 29.08 + 03.09 10.10 + 14.10 Konolfingen BE 11.07 + 17.07 12.09 + 18.09 22.08 + 28.08 17.10 + 23.10 La Sarraz VD 29.08 + 03.09 30.10 + 06.11 12.09 + 17.09 Landquart GR 18.07 + 23.07 19.09 + 24.09 08.08 + 13.08 17.10 + 22.10 22.08 + 27.08 Langnau i.E. BE 11.07 + 16.07 29.08 + 03.09 Les Hauts-Geneveys NE 15.08 + 20.08 07.11 + 12.11 17.10 + 21.10 Lindau ZH 31.07 + 06.08 31.10 + 05.11 26.09 + 01.10

Lyss BE 03.10 + 08.10 07.11 + 12.11 24.10 + 29.10 Lyssach BE 18.09 + 24.09 30.10 + 05.11 09.10 + 15.10 Marthalen ZH 18.07 + 23.07 08.08 + 13.08 Mettmenstetten ZH 06.08 + 14.08 06.11 + 12.11 02.10 + 10.10 Moudon VD 15.08 + 20.08 11.09 + 18.09 Niederurnen GL 22.08 + 27.08 17.10 + 22.10 Nyon VD 21.11 + 26.11 Oensingen SO 22.08 + 27.08 03.10 + 08.10 16.09 + 24.09 24.10 + 29.10 Saanen BE 15.08 + 21.08 05.09 + 10.09 Salez SG 18.07 + 23.07 31.10 + 05.11 05.09 + 10.09 Schöftland AG 04.07 + 09.07 17.10 + 22.10 Schwarzenburg BE 25.07 + 30.07 10.10 + 15.10 12.09 + 17.09 Schwyz SZ 17.07 + 23.07 11.09 + 17.09 Sion VS 05.09 + 10.09 Sissach BL 18.07 + 23.07 24.10 + 29.10 25.07 + 30.07 Sitterdorf TG 18.07 + 23.07 19.09 + 24.09 25.07 + 30.07 10.10 + 15.10 22.08 + 27.08 31.10 + 05.11 05.09 + 10.09 Sursee LU 10.07 + 16.07 04.09 + 10.09 08.08 + 13.08 16.10 + 22.10 29.08 + 03.09 Thusis GR 20.06 + 25.06 19.09 + 24.09 Tramelan BE 24.10 + 29.10 Tuggen SZ 18.07 + 23.07 11.09 + 19.09 Visp VS 31.07 + 06.08 Willisau LU 05.09 + 10.09 24.10 + 29.10 Zweisimmen BE 05.09 + 10.09 Zwingen BL 27.06 + 02.07 12.09 + 17.09

Mit dem Führerausweis Kategorie G und erfolgreich absolviertem Fahrkurs G40 können landwirtschaftliche Ausnahmefahrzeuge und Landwirtschaftstraktoren so­ wie gewerblich immatrikulierte Traktoren mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 40 km/h auf landwirtschaftlichen Fahrten gelenkt werden. Der Traktorfahrkurs G40 ist vom Bundesamt für Stras­ sen, ASTRA, anerkannt und wird im Führerausweis eingetragen. Wer den G40-Fahrkurs erfolgreich besucht hat, erhält von der Vaudoise-Versicherung einen Bon im Wert von CHF 100.– (gültig 2 Jah­ re). Dieser kann beim Abschluss einer Motorfahrzeughaftpflichtversicherung für sich selbst oder für ein Familienmitglied im gleichen Haushalt eingelöst werden. Teilnahmebedingungen • Führerausweis Kategorie G • Traktor mit Fahrerschutz (Höchstgeschwindigkeit 30 oder 40 km/h) für den ersten Kurstag

• Für den zweiten Kurstag Traktor und landwirtschaftlicher Anhänger (Garantiegewicht Anhänger mindestens 3500 kg). Die Versicherung der Fahrzeuge ist Sache der Teilnehmenden. Kursbestätigung Angemeldete Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer erhalten eine Kursbestätigung. Diese Kursbestätigung ist eine auf einen Monat befristete Ausnahmebewilligung und berechtigt zum Lenken des Traktors mit einer Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h zu Ausbildungszwecken. Anhänger dürfen ausschliesslich auf dem direkten Weg zum Kursort und während des Kurses selbst mitgeführt werden. Kurskosten Mitglieder CHF 570.– (Nichtmitglieder CHF 620.–), abzüglich CHF 100.– vom Fonds für Verkehrssicherheit. Bei Abmeldung 14 Tage vor Kursbeginn wird ein Unkostenbeitrag von CHF 60.– erhoben. Nichterscheinen am Kurs berechtigt den SVLT, die vollen Kurskosten zu verlangen.  n

Unterstützt durch den Fonds für Verkehrssicherheit (FVS)

Anmeldung Fahrkurs G40 Kursort

Kursdatum

Name/Vorname Geburtsdatum Adresse PLZ, Wohnort Telefon

Mobile

Nummer des Führerausweises (Feld 5 auf dem FAK)

Ich habe von den Teilnahmebedingungen Kenntnis genommen. Datum und Unterschrift Unterschrift des gesetzlichen Vertreters/Lehrmeisters

Einsenden an: SVLT, Postfach, 5223 Riniken, Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01, E-Mail: info@agrartechnik.ch


CZV – Kursangebote

SVLT ASETA

Obligatorische Weiterbildung für Lkw-Fahrer Ladungssicherung  1 Tag, Fr. 295.– (Nichtmitglieder 320.–) Die Teilnehmenden erarbeiten Grundlagen für das korrekte Beladen und das fachgerechte Sichern ausgewählter Güter. Riniken AG Mi., 21.8.2013

Erste Hilfe

Wer über einen Führerausweis Kategorie D1/D zum Personentransport verfügt, ist nach Chauffeuren-Zulassungsverordnung CZV verpflichtet, innerhalb von fünf Jahren 35 Stunden (5 Tage) obligatorische Weiterbildung nachzuweisen. Nur so bleibt die Berechtigung erhalten, über das Datum 31. August 2013 hinaus Personentransporte durchzuführen. Die letzten Kurse, die der SVLT im Rahmen des Obligatoriums gemäss CZV in diesem Jahr durchführt, finden in Riniken statt. Sie werden in Gruppen zu maximal 16 Teilnehmenden durchgeführt. Wer an einem Kurs teilnimmt, erhält für jeden besuchten Kurstag eine Bestätigung. Pro Kurstag werden sieben Stunden an die obligatorische Weiterbildung angerechnet. Weitere Informationen und Teilnahmebedingungen:

www.fahrkurse.ch Kursanmeldung CZV Kurs q ARV q Ladungssicherung q Erste Hilfe ankreuzen: q Unfall, Brand q Moderne Fahrzeugtechnik Kursort:

Kursdatum:

Name: Vorname: Strasse: Nr.: PLZ: Ort: Telefon: Natel: E-Mail: SVLT-Mitgliedsnr.: Geburtsdatum:

 1 Tag, Fr. 295.– (Nichtmitglieder 320.–) Die Teilnehmenden lernen das korrekte Verhalten am Unfallort. Sie vertiefen die Fähigkeit, die lebensrettenden Sofortmassnahmen rasch und zweckmässig anzuwenden. Sie lernen die Funk­ tionen und den Einsatz des Wiederbelebungsgerätes «Automa­ tisierter Externer Defibrillator» kennen. Riniken AG Do., 15.8.2013

ARV1/DFS  1 Tag, Fr. 285.– (Nichtmitglieder 310.–) Die Teilnehmenden üben den Umgang mit dem «digitalen Fahrtenschreiber» gemäss der Arbeits- und Ruhezeitverordnung. Riniken AG Mo., 12.8.2013

Unfall/Brand  1 Tag, Fr. 385.– (Nichtmitglieder 410.–) Die Teilnehmenden erarbeiten in Theorie und Praxis die Grund­ lagen für das korrekte, sichere und unfallfreie Fahren im Strassenverkehr, inkl. korrektes Verhalten bei Verkehrsunfällen und Fahrzeugbränden. Riniken AG Mi., 14.8.2013

Moderne Fahrzeugtechnik  1 Tag, Fr. 330.– (Nichtmitglieder 355.–) Wer ein Fahrzeug sicher führen, den Verschleiss und den Treibstoffverbrauch möglichst gering halten und Fehlfunktionen ­vermeiden will, muss die technischen Merkmale und die Funk­ tionsweise der Sicherheitsausstattung kennen, ebenso die verschiedenen, je nach Fahrzeug unterschiedlichen technischen Optionen. Riniken Fr., 16.8.2013

q Ich will von den Tarifen für Mitglieder profitieren und werde Mitglied. Nummer des Führerausweises (Feld 5 auf dem FAK):

Ich habe von den Teilnahmebedingungen Kenntnis genommen. Datum: Unterschrift: Einsenden an: SVLT, Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01, E-Mail: zs@agrartechnik.ch, 6/7 2013  Schweizer Landtechnik www.fahrkurse.ch 60

Die Preise verstehen sich inklusive Verpflegung, Kursunterlagen und Bescheinigung. Änderungen vorbehalten.


Flurförderfahrzeuge

SVLT ASETA

Staplerfahrer Grundkurs

Deichsel-, Gegengewichts- und Teleskopstapler Der Schweizerische Verband für Landtechnik organisiert SUVA-anerkannte zweitägige Staplerkurse. Es handelt sich dabei um eine Grundausbildung für Deichsel-, Gegengewichts- und Teleskopstapler.

Voraussetzungen:

Mindestalter 18 Fahrpraxis mit Maschinen (Beispiel Traktoren) Sicherheitsschuhe obligatorisch Sehr gute Deutschkenntnisse

Kursinhalte: • Theorieunterricht • Intensive Fahrschulung in Klein gruppen auf Deichsel-, Gegen gewichts- und Teleskopstaplern • Fahrschule und Theorie im Wechsel • Theoretische und praktische Fahrprüfung Kurskosten: Mitglieder: CHF 1175.– (Nichtmitglieder: CHF 1350.–) Änderungen vorbehalten; Pausen/ Mittagessen sind im Preis inbegriffen

Kursdaten Marly: Kurs 1 Kurs 2

Mo. + Di., 24. + 25. Juni 2013 französisch Mi. + Do., 26. + 27. Juni 2013 deutsch

Weitere Informationen und Teilnahmebedingungen:

www.fahrkurse.ch

Anmeldung Staplerkurs Kursort: Kursdatum: Name: Vorname: Strasse: Nr.: PLZ/Ort: Telefon: Natel: E-Mail: SVLT-Mitgliedsnr: Geburtsdatum: q Ich will von den Tarifen für Mitglieder profitieren und werde Mitglied.

Kursort:

Marly FR Hohenrain LU Lindau ZH Birrhard AG sowie nach Absprache

Auf Anfrage werden 7 Stunden an die obligatorische Chauffeuren-Weiterbildung gemäss CZV (ChauffeurZulassungsverordnung) angerechnet (plus CHF 50.–).

q Ich will eine CZV-Bescheinigung. Nummer des Führerausweises (Feld 5 auf dem FAK):

Datum: Unterschrift: Einsenden oder faxen an SVLT, Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken, Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01, E-Mail: zs@agrartechnik.ch, www.fahrkurse.ch


SVLT

Impressum

Schweizer Landtechnik

Inserentenverzeichnis Aebi Suisse AG, Gampelen 16 Agroelec AG, Embrach 6 Agromesser GmbH, Unterbözberg 12 Agro-Technik Zulliger GmbH, Hüswil 12, 48 Althaus AG Ersigen, Ersigen 39, 48 Berger Agrartech GmbH, Büren SO 48 Bibus Hydraulik AG, Fehraltorf 11 Birrer Hydraulik AG, Buttisholz 2 Blaser Swisslube AG, Hasle-Rüegsau 16 Cassani-Kaderselektion, Langenthal 46 Dezlhofer AG, Niederbüren 6 Gebr. Herzog, Hornussen 12 Gebrüder Schaad AG, Subingen 46 H.U. Kohli AG, Gisikon 11 Hans Meier AG, Altishofen 6

Landtechnik AG, Unterstammheim 11 Manitou Deutschschweiz, Reiden44 Marolf Walter AG, Finsterhennen 48 Matra, Lyss 2 New Holland Center, Niederweningen 6 O‘Flynn-Trading, Zürich 6 Ricoter, Aarberg 39 Same Deutz-Fahr Schweiz AG,   Schwarzenbach SG 64 Serco Landtechnik AG, Oberbipp 43, 46 STIHL Vertriebs AG, Mönchaltorf 12, 16 Syngenta Agro AG, Dielsdorf 12, 31 Verschleissteile-Discount Ruh, Ramsen 48 Wolfensberger GmbH, Bäretswil 48 ZT Fachmessen AG, Birmenstorf AG 2

75. Jahrgang

Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik (SVLT), Willi von Atzigen, Direktor Redaktion Ueli Zweifel: red@agrartechnik.ch Dominik Senn: dominik.senn@agrartechnik.ch Ruedi Hunger: hungerr@bluewin.ch Ruedi Burkhalter: r.burkhalter@agrartechnik.ch Tel. 056 462 32 50 Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Postfach, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01 Internet: www.agrartechnik.ch Inserate/Anzeigen Fachmedien AGRAR AG, Seelandweg 7, CH-3013 Bern Ingrid Wilms, Tel. 031 330 95 01 Fax 031 330 95 30 E-Mail: landtechnik@agripub.ch Anzeigenverkauf Andreas Schwab, Tel. 031 330 95 10 E-Mail: andreas.schwab@agripub.ch Daniel Sempach, Tel. 034 415 10 41 E-Mail: daniel.sempach@agripub.ch

Plakette wieder im Angebot

Anzeigentarif Es gilt Tarif 2012 Kombinationsrabatt: 25% bei gleichzeitigem Erscheinen in «Technique Agricole» Druck und Spedition Stämpfli Publikationen AG Wölflistrasse 1, 3001 Bern Produktionskoordination Roberto Bruno Erscheinungsweise 11-mal jährlich Abonnementspreise Inland: jährlich CHF 107.– (inkl. MwSt.) SVLT-Mitglieder gratis. Ausland: auf Anfrage

Bestellformular/Berufsbekleidung Kinder-Kombi, 100% Baumwolle blau-rot kombiniert

Kombi, rot-schwarz, CHF 82.– 60% Baumwolle, 40% Polyester Latzhose, rot, CHF 58.– 75% Baumwolle, 25% Polyester T-Shirt, grau meliert, CHF 18.– 100% Baumwolle SVLT-Plakette, ø 81 mm, Messing

Alter Grösse CHF Anzahl Grösse Anzahl Grösse Anzahl Grösse Anzahl CHF

2 3 92 98 38.–

4 6 8 10 12 14 104 116 128 140 152 164 43.– 48.–

S = 44/46 M = 48/50 L = 52/54 44

46 S

48

50 M

52

54 L

56

58 XL

16.–

Unsere Preise verstehen sich ohne MwSt. und Versandkosten. Zahlung 30 Tage netto. Name

Vorname

Adresse PLZ/Ort Einsenden an SVLT, Postfach, 5223 Riniken, Fax 056 462 32 01 6/7 2013  Schweizer Landtechnik

Ausgabe 8/2013 Markt Übersicht Holzrückewagen Techniktrends bei Kettensägen Wissen Seilwindentechnik: moderne Seilbedienung Plattform Forstmesse Luzern im Blick Sicherheit Sichere Technik und Schutzbekleidung beim Holzfällen Nr. 8/2013 erscheint am 8. August 2013 Anzeigenschluss 19. Juli 2013


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Talon einsenden oder faxen an: Schweizer Bauer, Aboservice, Industriestrasse 37, 3178 Bösingen, Fax 0844 40 50 60


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Schweizer Landtechnik 06/07 2013  

Ausgabe Juni / Juli 2013

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