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Schweizer Landtechnik

Mai 2011

Vielversprechende G端lleseparierung


Innovationswettbewerb

2011 Eine Initiative der emmental versicherung

Innovationen in der Landwirtschaft lohnen sich! Bieten Sie eine einzigartige Dienstleistung an, oder produzieren Sie ein neuartiges Produkt? Wenn ja, bewerben Sie sich. Einsendeschluss ist der 30. Juni 2011. Teilnahmeformulare und weitere Informationen finden Sie unter www.agropreis.ch. Zus채tzlich zur Gesamtpreissumme von rund 50000 Franken profitieren die Nominierten von einem breiten Medienecho in der ganzen Schweiz.

Veranstalter

Patronat: Schweizerischer Bauernverband

Partner


n Editorial

n Inhalt

Begeistert

LT extra Gülleseparierung – Verfahrenstechnik ......................... 5 Feststoffe aus der Gülle als Einstreu nutzen ................10 Gülleseparierung hält, was die Werbung verspricht ....13 Schleppschlauchverteiler: Nicht alles ist Gold, was glänzt .................................................................15

Das Wort kam mir in den Sinn beim Betrachten meines Konterfeis. Begeistert betätigte ich die Hebel und begutachtete das Design und den geräumigen Arbeitsplatz auf diesem knickgelenkten Schäffer Hoflader 3350, den die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Wettbewerb «Traktor des Jahres» zum vielversprechendsten Fahrzeug in der Kategorie Hof- und Teleskoplader gekürt haben. Wer im Wettbewerb bei den Traktoren sonst noch das Rennen machte und wer sich für den Hautpreis begeistern konnte, ist in der Heftmitte zusammengefasst. Begeisterung steckt sozusagen zwingend hinter jedem pfiffigen Beitrag zur fortschrittlichen und nachhaltigen Problemlösung, sei es durch eine neue oder weiterentwickelte Maschine oder Maschinengruppe oder etwa durch eine innovative Weiterentwicklung eines Verfahrens. So begeistern wir uns beispielsweise für die moderne Nutztierhaltung, weil sie dem angeborenen Tierverhalten gerecht oder gerechter werden will. Doch liegt es in der Natur der Sache, dass in vielen Fällen früher oder später auch Nachteile auftauchen, welche die Begeisterung dämpfen. In der Laufstallhaltung betrifft dies zum einen die grossen Mengen an Einstreumaterial, die es braucht, und zum andern das massiv grösser gewordene Volumen an Vollgülle, die man emissionsarm und nutzbringend lagern und ausbringen will. Diesbezüglich begeistert die Schleppschlauchverteiler- oder gar die Gülleeindrilltechnik als Problemlösung, was in zahlreichen Förderprogrammen zum Ausdruck kommt. Trotz der Begeisterung gibt es diesbezüglich auch kritische Stimmen, wie das Interview mit dem Betriebsleiter Felix Düring zeigt (Seite 15). Er weist unter anderem auf die Gefahr hin, dass die ausgebrachte Vollgülle, zumindest für das Grasland, zu wenig verdünnt wird, was sich dann akzentuiert, wenn, wie in diesen Tagen, die Niederschläge ausbleiben oder dürftig sind. Als Problemlöser in diesem Fall und, auch was den Mangel an Einstreu betrifft, begeistert neuerdings die Technik der Gülleseparierung. Sie ist seit Längerem bekannt, feiert nun aber auf technisch ausgereifterer Stufe mit guten Chancen ihr Comeback. Darüber berichten wir in unserem LT extra.

Feldtechnik Hart im Nehmen, weich im Geben .............................18 Silagefolien: Hauchdünn, dehnbar und UV-stabil ....... 20 Bei Ballensilage läuft es rund ..................................... 23

Traktor des Jahres Fendt Vario 828 machte das Rennen ........................ 28

LT aktuell Traktorenfest 2011 .................................................... 30 MR Schweiz: Beitritt zum europäischen Verband ....... 30 Sektionsnachrichten .........................................31–33 LU, ZH, SZ/UR, ZG, NW, SG SVLT Werkstattkurse Sommer 2011 ................................... 34 Richtansätze ............................................................ 34 Fahrkurs G40 ............................................................ 35 Voranzeige Praktischer Maschinenkurs ..................... 36 Betriebswirtschaft Senkung der Maschinenkosten ................................. 37

Ueli Zweifel

Sous la loupe Kurmann AG: «Die Dynamik ist essentiell» ................ 40 Hoftechnik Die Weide ist der beste Stall ...................................... 42

Titelbild: Dünngülle und Feststoffanteil: zwei gute Produkte aus der Gülleseparierung. (Bild: Ueli Zweifel)

ART-Bericht 738 Zerkleinerung von Maisstroh und Fusarienbefall von Weizen ................................................................47 Impressum .............................................................. 54

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LT extra n Gülleseparierung: Die flüssigen und dicken Stoffe der Gülle werden durch einen Separator getrennt.

Feststoffe der Gülle

Trennen

Dünnstoffe der Gülle

Bereitstellen

Lagern

Grafik: Meritec, Strickhof

Gülleseparierung – Verfahrenstechnik Gülleseparierung ist eine noch ungewohnte Technik mit vielen Vorteilen. Wird der Separator wirtschaftlich optimal eingesetzt, werden die hohen Anschaffungs- und Unterhaltskosten zu einer tragbaren Investition.

Stephan Berger*

Bei der Separierung wird Gülle von der Grube über eine Dickstoffpumpe dem Separator zugeleitet. Die Dünngülle fliesst entweder zurück in die Grube oder in eine separate «Endgrube». Der Feststoff wird auf dem Mistplatz deponiert. Die Dünngülle kann je nach Verfahren mit dem Druckfass ausgebracht oder im Stall als Schwemmwasser zur Reinigung der Schiebebahn verwendet werden. Damit wird die Rutschgefahr für die Tiere kleiner. Der Feststoffanteil kann auf das Feld verteilt, kompostiert oder als Einstreu im Liegebereich der Tiere verwendet werden. *Stephan Berger, Strickhof Fachstelle Landtechnik und Unfallverhütung/SVLT

Vorteile der Separierung Die Dünngülle kann sogar mit einer Beregnungsanlage oder herkömmlich mit dem Schleppschlauchverteiler ausgebracht werden. Dabei hat man den Vorteil, dass die Schläuche weniger verstopfen. Die Nährstoffe werden besser auf dem Boden verteilt, was höhere Erträge mit sich bringt (siehe Kasten Nährstoffe) und Mineraldünger einspart. Die Pflanzen verätzen weniger, weil keine Feststoffe daran hängen bleiben. Dadurch reduziert sich auch der Gülleanteil in der Silage, der vor allem beim ersten Schnitt sehr hoch sein kann. Auch auf dem Betrieb bringt die Dünngülle Vorteile: Sie muss nicht gerührt werden, und das Pumpen wird einfacher. Das Gülleverdünnen fällt ebenfalls weg, womit nicht unnötig Wasser auf der Strasse transportiert wird.

Der Gülleraumbedarf wird um 5 bis 25 Prozent reduziert, je nach Art der Gülle und des Siebeinsatzes. Werden 1000 Kilogramm Gülle separiert, ergibt das zirka 900 Kilogramm Dünngülle und 100 Kilogramm Feststoff. Die Feststoffe sind weitgehend geruchlos und können problemlos als Einstreue verwendet werden. Sie ergeben eine kompakte, verformbare und pflegeleichte Liegefläche (siehe unseren Beitrag zum Thema ab Seite 10). Der Strohbedarf und die Kosten für die Einstreue lassen sich so massiv senken. Die Feststoffe können aber auch als Mist oder zur Kompostierung verwendet werden. Durch die Kompostierung der Feststoffe lässt sich schliesslich ein hochwertiger Humusdünger erzielen, wodurch auch eine exakte Feststoffverteilung leichter möglich wird.

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n LT extra Dünngülle eignet sich zum Laufhofreinigen Durch den ständigen Abrieb werden Laufflächen schnell rutschig, insbesondere wenn verstrichener Kot eintrocknet. Die Tiere bewegen sich nur noch

vorsichtig, die Brunstbeobachtung wird schwieriger, und oft sind Verletzungen durch Stürze die Folge. Dünngülle als Schwemmwasser kann zur Reinigung von Laufflächen wie Schiebebahnen eingesetzt werden. Wird z.B. vor dem

Entmisten mit dem Schieber Dünngülle auf die Schiebebahn geleitet, wird die Lauffläche gesäubert. Dünngülle lässt sich mit einer einfachen Tauchpumpe auf Schiebebahnen leiten. (Bilder Strickhof)

Die Fütterung sowie die Tierart spielen eine wesentliche Rolle, wie viel Feststoffe in der Gülle enthalten sind. Werden die Feststoffe als Einstreue verwendet, gelangen sie wieder in die Güllegrube. Arbeitstechnisch gesehen ist das Stallsystem «Vollgülle» von Vorteil, da dieses System am wenigsten Arbeit verursacht. Die Feststoffe in der

Gülle zersetzen sich mit der Zeit, was wiederum den Feststoffanteil in der Gülle reduziert. Die Kuh scheidet jedoch mit dem Kot feste Stoffe aus, die wiederum als Einstreue verwendet werden können. Die Anwendung von Separatoren beschränkt sich nicht nur auf die Gülleseparierung von Rinder-, Schweine- oder

Hühnergülle, sondern reicht über die Lebensmittel- bis zur Pharmaindustrie. Im Lebensmittelbereich können Gemüse-, Obst-, Kaffeeabfälle und ähnliches

Nährstoffe Auf Betrieben mit hohem Tierbesatz müssen für Gülle und/oder Mist oftmals andere Wege als die betriebsinterne Verwertung gefunden werden, weil sonst die Nährstoffbilanzen kippen würden. Dies führt zu hohen Kosten. In der Dünngülle findet eine Aufkonzentrierung des Stickstoffs statt, während ein grosser Teil des Phosphors in den Feststoffen gebunden ist. Insbesondere Betriebe mit einer hohen eigenen Nährstoffversorgung können somit Phosphorüberschüsse ohne viel Wasser auf der Strasse abtransportieren, während der Stickstoff auf dem Hof bleibt. Dickgülle hat eine Stickstoffausnutzung von 67%, Dünngülle von 85%. Da die Dünngülle durch das Separieren mehr Nährstoffe pro Kubikmeter enthält, erhöht sich die Leistung beim Ausbringen derselben. Die Aufteilung

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der Nährstoffe hängt wesentlich von der Fütterung, der Tierart sowie der Siebgrösse und der Einstellung des Separators ab. Bei einer Vollgülle von Milchkühen liegt der Stickstoff(N)Anteil in den Feststoffen bei etwa 20–40%, beim Phosphor(P2O5)-Anteil etwa 15–30% und beim Kali(K 2O)Anteil etwa 10–20%. Will man aus betrieblichen Gründen Mist produzieren, kann der Separator umgestellt werden, damit die Feststoffe eine geringere Trockenmasse aufweisen. Dadurch kann die Leistung des Separators und der Gehalt an Nährstoffen in den Feststoffen gesteigert werden. Die Stickstoffausnutzung ist dadurch höher und reduziert somit auch die Ammoniakverluste. Weiter wird die Grasnarbe nicht zerstört, weil keine Feststoffe verfilzen.

separiert werden. Schlachtbetriebe separieren Materialien wie zum Beispiel Panseninhalt. Brennereien trennen ihre Brennabfälle, und Biogasanlagen separieren vor oder nach der Fermentierung das Substrat. So verkleinern sich Abfallvolumen und Geruchsemissionen. Feststoffe lassen sich als Viehfutter oder Dünger verwendet. All diese Nutzungsarten kosten aber auch viel Geld.

Schneckenseparator am häufigsten Zur Separierung kommen am häufigsten Anlagen mit einem Pressschneckensepa-


LT extra n Keller Technik AG, Nussbaumen TG

RĂźegg GĂźlle Technik, Eschenbach SG

Bauer HD-Modell S655 mit HeavyDuty-Sieb fßr Einsätze, bei denen ein hoher TS-Gehalt im Feststoff gefordert wird. HD-Modell S855 mit 7,5-kW-Motor und zwei Heavy-Duty-Sieben fßr Einsätze, bei denen ein hoher TS-Gehalt im Feststoff gefordert wird.

EYS Modelle SP 400, SP 600 HD, SP 800 HD, SP 1100 HD HD-Modelle: mit Heavy-Duty-Schnecke und Sieb fßr Einsätze, bei denen ein hoher TS-Gehalt im Feststoff gefordert wird.

rator zur Anwendung. Zusätzliche notwendige Aggregate sind eine Pumpe, Verbindungsschläuche und je nachdem eine Vorrichtung zur Fixierung der Anlage. Der Separator wird in der Regel mit einem Elektromotor angetrieben. Fßr die Funktionsweise braucht es vier Leitungen: die erste, um die Gßlle aus der Gßllegrube zu pumpen, und eine zweite, um die Gßlle von der Pumpe zum Separator zu befÜrdern. In einer dritten Leitung fliesst Gßlle, die zu viel gefÜrdert worden ist, wieder in die Grube zurßck, und eine vierte Leitung wird fßr die Ableitung der Dßnngßlle benÜtigt. Die benÜtigte elektrische Leistung ist erheblich. Sie steht nicht auf jedem Milchviehhaltungsbetrieb ohne weiteres zur Verfßgung. Dann kann als Antriebsquelle der Dieselmotor eine Alternative sein.

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n LT extra Pressschnecke: Im Einlaufbereich wird das Gemisch im Inneren des Siebes durch die Schwerkraft entwässert. Die innen liegende Schnecke transportiert das vorentwässerte Gut horizontal zum Feststoffaustritt. Auf dem letzten Stück des Transportweges presst die Schnecke zusätzlich Flüssigkeit aus, welche über das Sieb den Separator als Dünngülle drucklos verlässt. Für den notwendigen Anpressdruck ist ein Klappensystem verantwortlich, das auf den austretenden Feststoff drückt. Es besteht aus einem über einen Gewichtshebel belasteten Deckel und aus einer federbelasteten Schale, die von oben und unten wirken. Die Intensität der Trennwirkung des FestFlüssig-Gemischs hängt wesentlich von der Art der Gülle ab. Es gibt mehrere Möglichkeiten, das Trennergebnis zu optimieren: • Der Durchsatz erhöht sich mit einem grossflächigeren Sieb. • Die Restfeuchte im abgeschiedenen Feststoff sinkt bei stärkerem Anpressdruck des Austrittskegels. • Der Gehalt an Feststoffen in der abgeschiedenen Flüssigkeit lässt sich durch eine kleinere Siebweite verringern. • Der Abscheidegrad der Feststoffe verbessert sich bei kleineren Sieblöchern. (Zitat: Betriebsanleitung für Bauer-Separator) Die Leistung des Separators wird beeinträchtigt, wenn die Dünngülle in die Ausgangsgüllegrube zurückgeleitet

wird. Daher ist es von Vorteil, aber nicht zwingend, zwei Gruben nutzen zu können. Bei zwei Gruben wird nur ein Rührwerk (für die Dickgülle) benötigt. Ein Dekanter arbeitet im Gegensatz zum Schneckenseparator mit Zentrifugalkraft. Die Materialien werden also durch Schleudern getrennt. Diese Technik wird vor allem bei Kläranlagen und in der Industrie eingesetzt, während sie sich im landwirtschaftlichen Umfeld weniger eignet. Fremdkörper in der Gülle, zum Beispiel Steine, könnten die Anlage beschädigen. Zudem ist diese Technik sehr teuer. Das Bogensieb ist eine weitere Bauart. Oft in der Schweinehaltung zur Qualitätsverbesserung eingesetzt, besteht es nur aus einem Sieb, über das die Gülle fliesst. Die noch sehr nassen Feststoffe können in Ackerkulturen ausgebracht werden. Das Bogensieb kann auch in Kombination mit dem Pressschneckenseparator eingesetzt werden. So nützt sich die Pressschnecke weniger ab. Von 1000 Kilogramm Gülle bleiben zum Beispiel nach dem Bogensieb noch 200 Kilogramm nasser Feststoff. Wird dieser mit der Pressschnecke nochmals getrennt, wird die Maschine weniger beansprucht, und die geringere Menge ist einfacher zu transportieren. Für die landwirtschaftlichen Betriebe in der Schweiz ist der Pressschneckenseparator am besten geeignet, da er die Bedürfnisse der Landwirte am ehesten erfüllt.

Kosten der Gülleseparierung Gülleseparatoren werden in verschiedenen Grössen gebaut und auch als komplette Anlage mit Pumpen und Förderband fahrbar oder stationär geliefert. Die Anschaffungskosten einer Anlage sind unterschiedlich, je nach System, Durchsatz des Separators, Grösse der Pumpe, benötigtem Zubehör für die Befestigung (stationär auf einer Mauer oder mobil auf einem Anhänger oder auf einer Pritsche), Leitungen und Schläuchen, Förderband und Elektrosteuerung. Die Anschaffungskosten für eine stationäre Anlage inkl. Zubehör belaufen sich auf ca. 20 000 bis 30 000 Franken. Bei der mobilen Anlage muss mit Investitionskosten von mindestens 60 000 Franken gerechnet werden. Bei einer optimalen Auslastung kostet ein Kubikmeter Gülle separieren rund einen Franken. Ein mobiler Separator eignet sich bestens für den überbetrieblichen Einsatz. Durch bessere Auslastung können die hohen Fixkosten auf mehrere Betriebe verteilt werden. Bei einer Auslastung von 15 000 oder 20 000 m3 pro Jahr ist der weitere Einspareffekt durch eine höhere Auslastung nur noch gering, und Nutzungsengpässe sind die Folge. Für einen Betrieb mit bis zu 2000 m3 Gülle pro Jahr ist es lohnend, sich in einer Gemeinschaft zu organisieren, die gesamthaft über 10 000 m3 Gülle separieren kann. Beim überbetrieblichen Einsatz ist jedoch für eine durchgängige Verfahrenskette zu sorgen. Dies betrifft

Fixe und mobile Separationsanlagen Eine Separationsanlage besteht aus einer Dickstoffpumpe, einem Separator und den benötigten Leitungen. Die Anlage kann, je nach Verwendungszweck, fix montiert oder mobil auf einem Transportanhänger aufgebaut werden. Der Vorteil der mobilen Anlage: Sie kann überbetrieblich genutzt werden. Bauer, zVg, Strickhof

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LT extra n Tabelle: Kosten pro m3 separierte Gülle (Quelle Strickhof) Fr. 5.00 Fr. 4.50 Fr. 4.00 Fr. 3.50 Fr. 3.00 Fr. 2.50 Fr. 2.00 Fr. 1.50 Fr. 1.00 Fr. 0.50 Fr. 0.00

vielleicht für den stationären Dauereinsatz, nicht aber für den überbetrieblichen Einsatz in Milchviehbetrieben, wenn beispielsweise 1000 Kubikmeter in kurzer Zeit separiert werden sollen. Eine stationäre Anlage eignet sich schlecht für den überbetrieblichen Einsatz. Ein Betrieb mit über 2000 m3 Gülle pro Jahr ist demzufolge mit einer eigenen, aber kleineren Anlage besser bedient, da die Kosten pro m3 nicht höher sind als mit einer grösseren Anlage in einer Gemeinschaft. Für die eigene Anschaffung reicht eine kleinere Anlage aus, die auch wesentlich günstiger ist. Der Separator kann bei der Eigenmechanisierung flexibler und länger am Stück betrieben werden. Ob sich die Gülleseparation in der heutigen Zeit durchsetzt und nicht wie in der Vergangenheit aus Günden der Verfahrenstechnik oder der Kosten scheitern wird, hängt davon ab, inwieweit es gelingt, diese Technik wirtschaftlich optimal zu nutzen.

Interessant für viele Betriebstypen Landwirtschaftliche Betriebe lassen sich wegen ihrer Vielfalt schwerlich miteinander vergleichen. Deshalb sind die Anforderungen an eine Separationanlage sehr verschieden. Für jeden Betrieb sind andere Kriterien massgebend. Hier sind Beispiele aufgeführt, wann ein Gülleseparator infrage kommen kann: • Betrieb, der seine (dicke) Gülle und den Mist auf Wiesen ausbringt: Schleppschlauchverteileraggregate (Schläuche und Pumpen) verstopfen weniger. Das Zeitfenster für die Gülleausbringung wird ohne übermässigen Feststoffan-

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m3 00

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m3 0

teil grösser, und die Gülle haftet weniger am Blattwerk. Der angetrocknete Mist verrottet schnell, sodass es weniger Mistrückstände im Futter gibt. Die Gülle kann mit einer Beregnungsanlage sogar auf Ackerkulturen ausgebracht werden, ohne durch Bodendruck Schäden zu verursachen. Betrieb, der viel Stroh zukauft: Durch die Gülleseparierung sinkt der Strohbedarf: Es resultieren tiefere Kosten für Transport und Strohzukauf. Betrieb mit Anbindestall und Schwemmkanal, mit Stroh als Einstreue und von Hand ausgemistet. Vorteil der Arbeitserleichterung, da die eingestreuten Feststoffe durch den Schwemmkanal entsorgt werden können. Betrieb, der viel Getreide für den Strohbedarf bewirtschaftet und daher Futter zukauft. Vorteil: Getreideflächen können reduziert werden, wenn Feststoffe eingestreut werden. Auf frei gewordener Fläche kann Futter produziert werden, und die Kosten für den Futterzukauf werden gemindert. Betrieb mit viel Gülle im Abnahmevertrag. Vorteil: Reduktion des Güllevolumens und somit tiefere Transportkosten. Betrieb mit Biogasanlage. Vorteil: Endmaterial kann durch Separierung besser verwertet werden.

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Variabel: Reparatur- und Wartungskosten CHF/h

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stationär Fix: Anschaffungskosten CHF

mobile Anlage, Kosten pro m3

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Angaben zur Berechnung stationäre und mobile Anlage:

stationäre Anlage, Kosten pro m3

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zum Beispiel die Zwischenlagerung der Dünngülle, wenn keine leeren Güllebehälter vorhanden sind. Auch muss die Durchsatzleistung des Separators hoch genug sein. Durchsatzleistungen von 10 bis 20 Kubikmeter je Stunde reichen

fige Getreidefläche und Mehrbedarf in der Tierproduktion zurückzuführen. Trotz den bereits vorhandenen Erfahrungen sind noch viele Betriebe skeptisch gegenüber dem Gülleseparieren und dem Einstreuen der Feststoffe. Daher empfiehlt es sich vor dem Kauf, eine Anlage (evtl. auf dem eigenen Betrieb) vorführen zu lassen. Dadurch wird der Einsatz in der Praxis aufgezeigt, und die gewonnenen Feststoffe können als Test gleich in die Liegeboxen gestreut werden. Die Separierung von Gülle ist erst im Aufkommen, dies vor allem in Frankreich und in der Westschweiz. Der Separator wird also eingesetzt, obwohl er eine kapitalintensive Anschaffung ist. Die Maschine hat demnach Zukunft, muss sich aber erst noch über längere Zeit bewähren. Gülleseparierung ist zwar noch nicht bis ins letzte Detail wissenschaftlich untersucht worden. Zum Beispiel ist noch nicht klar, ob die Feststoffe als Einstreue auch auf Käsereibetrieben eingesetzt werden können. Auch weiss man nicht, welches Einstreumaterial die Tiere bevorzugen. Weiter ist abzuklären, wie die Aufteilung von Dünngülle und Feststoffen bei einer Gülle aussieht, die keine Strohbestandteile aufweist. n

Separator testen Der Hauptgrund für die Separierung ist die einfachere Handhabung der Feststoffe. Zum Teil ein Grund sind die hohen Strohpreise und das dadurch reduzierte Güllevolumen. Der ansteigende Strohpreis ist unter anderem auf die rückläu-

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n LT extra

Die Feststoffe aus der Separierung von Gülle weisen gute Eigenschaften als Einstreumaterial auf. (Bild ART )..

Feststoffe aus der Gülle als Einstreu nutzen Stroh als Einstreu ist zu einem wesentlichen Kostenfaktor in der Milchviehhaltung geworden. Günstige Einstreuverfahren sind gesucht. Feststoffe aus der Separierung von Gülle können dabei eine Alternative zur traditionellen Stroh-Mist-Matratze sein.

Michael Zähner*

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Die Gülleseparation dient der Trennung der Rohgülle in feste Bestandteile (Feststoffe) und eine Flüssigphase (Dünngülle). Da praktische Erfahrungen und Empfehlungen zu Feststoffen als Einstreu bisher fehlten, führte die Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART eine Erhebung in Praxisbetrieben durch. Ziel dieser Untersuchung war es, verschiedene Materialien, unter anderem Feststoffe aus der Separierung von *  Forschungsgruppe Bau, Tier und Arbeit,  Forschungsanstalt Agroscope ReckenholzTänikon ART, Tänikon,   CH-8356 Ettenhausen,   E-Mail: michael.zaehner@art.admin.ch

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Anzahl pro 100 Tiere [n]

Krusten und offene Wunden < 2cm 500

Haarlose Stellen > 2cm Haarlose Stellen < 2cm

400 300 200 100 0

Boxentyp / Einstreuverfahren

Literaturwerte nach Buchwalder 1999 und Schaub et al. 1999

Abb. 1: Anzahl Schäden pro 100 Tiere in Ställen mit den untersuchten Einstreumaterialien  im Vergleich zu Literaturwerten, unterteilt in verschiedene Schadenskategorien.


LT extra n Gülle, als Einstreu in Liegeboxen für Milchvieh hinsichtlich Tiergerechtheit, Hygiene, Verfahrenstechnik, Arbeitswirtschaft und Betriebswirtschaft zu bewerten. Ferner wurden Empfehlungen zur Gestaltung und zum Betrieb von Liegeboxen mit Feststoffen erarbeitet. Die Einstreu wird in Abständen von einer Woche bis drei Wochen mittels Hoflader oder Hoftrac beziehungsweise Frontlader in die Liegeboxen eingebracht. Die Einstreuhöhe schwankt auf den Betrieben zwischen 8 und 25 cm. Die Liegefläche riecht nach Torf, ist kompakt sowie verformbar und lässt sich bei der täglichen Liegeboxenpflege mit Handschieber, Gabel oder Rechen leicht einebnen.

Tabelle 1: Vor- und Nachteile sowie Empfehlungen für die Einstreumaterialien Kompost und Feststoffe aus der Separierung von Gülle sowie von der Stroh-Mist-Matratze. Tiefboxen Feststoffe

Kompost

Hygiene Die bakteriologische Qualität der Liegefläche und der Milch bei Liegeboxen mit Feststoffen aus der Separierung von Gülle als Einstreu ist – verglichen mit früheren Untersuchungen und anderen Liegeflächen wie Stroh-Mist-Matratze,

Hochboxen Feststoffe

Vorteile saubere Tiere wenig Hautschäden an Gelenken hoher Tierkomfort kompakte, verformbare Liegefläche einfache Entsorgung der Einstreu einfache Lagerung der Einstreu einfache Liegeboxenpflege

einfache Liegeboxenpflege

tiefer Preis der Einstreu tiefe Jahreskosten Reduktion des Güllevolumens

Tiergerechtheit Bei den Untersuchungen zu Veränderungen an den Sprunggelenken wurde bei Feststoffen aus der Separierung von Gülle nur eine geringe Anzahl von Schäden festgestellt. 59% der Tiere zeigten keinerlei sichtbare Schäden an den Sprunggelenken. Der Schweregrad der sichtbaren Schäden an den Sprunggelenken kann als gering eingestuft werden. Die am häufigsten vorgefundenen Schäden am Tarsus bei Kühen waren haarlose Stellen sowie Krusten und offene Wunden mit einem Durchmesser kleiner als 2 cm. Grössere Verletzungen kamen nur bei sehr wenigen Einzeltieren vor. Die Werte bei den Feststoffen sind vergleichbar mit denjenigen von StrohMist-Matratze, Kalk-Stroh-Matratze, Kompost und Sand. Bei Betrieben mit losem Stroh auf Tiefboxen beziehungsweise mit Komfortmatten und Gummimatten auf Hochboxen sind die Anzahl Schäden deutlich höher (Abbildung 1). Der Vergleich zeigt auch Unterschiede zwischen den Betrieben auf. Dies deutet darauf hin, dass im Hinblick auf die Tiergerechtheit neben dem Einstreumaterial auch Einflussgrössen wie beispielsweise Einstreuhöhe und Liegeboxenpflege sowie Liegeboxenabmessungen und Steuerungseinrichtungen ausschlaggebend sind.

Stroh-MistMatratze

gezieltere Ausbringung Gülle störungsarmer Einsatz von Schleppschläuchen kein Güllerührwerk notwendig Nachteile Hautschäden an Gelenken Tierkomfort Entsorgung je nach Matte hoher Preis für Stroh hohe Investition für Separator hohe Jahreskosten Vorgrube erforderlich Separierplatz erforderlich Skepsis Konsumenten/-innen Empfehlungen tägliche Liegeboxenpflege mindestens 15 cm, besser 20 cm Einstreudicke befahrbare Laufgänge zum Einbringen der Einstreu hygienische Rohmaterial gereifter Kompost gesiebter Kompost Überbetrieblicher Einsatz nur bei gründlicher Reinigung der Maschinen nach Separierung Nährstoffzufuhr bei Zukauf in Suisse-Bilanz deklarieren

Kompost und Komfortmatten – aus hygienischer Sicht nicht kritischer zu beurteilen. Die Keimgehalte waren insgesamt niedrig. Koagulasepositive Staphylokokken und Propionsäurebakterien wurden in den Einstreuproben nicht gefunden. Enterokokken und aerobe mesophile

Keime kamen in der Einstreu vor, waren in der Milch aber nicht oder nur in sehr kleinen Mengen nachweisbar. Diese Bakterien können auf der Liegefläche vorkommen und so auf die Zitzenoberfläche gelangen. Eine Übertragung in die Milch hängt aber vor allem von der

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n LT extra Melkhygiene und -technik, von der Reinigung und Desinfektion der Melkanlage sowie von der Kühlung der Milch ab. Die insgesamt niedrigen Keimgehalte sind vor allem auf die trockene, saubere Oberfläche der Liege- und Laufflächen zurückzuführen. Dies ist eine der wichtigsten Einflussgrössen hinsichtlich der bakteriellen Qualität der Liegefläche und letztlich auch der Milch. Da keine Betriebe mit silofreier Milchproduktion untersucht werden konnten, ist eine Aussage zur Eignung von Kompost und Feststoffen aus der Separierung von Gülle für Käsereibetriebe nicht möglich. Beim überbetrieblichen Einsatz von Maschinen zum Separieren ist eine gründliche Reinigung zwischen den Betrieben notwendig, um das Risiko der Verschleppung von allenfalls vorhandenen Problemkeimen zu verhindern.

Plantahof Feldtag, Mittwoch, 1. Juni 2011 LBBZ Plantahof, 7302 Landquart Thema: Erfolgreich düngen PROGRAMM ab 8.45 Uhr Kaffee und Gipfeli 9.00 Uhr: Präsentationen in der Arena – Düngung im Futterbau – Praxisbericht Futterbaubetrieb Berggebiet – Praxisbericht gemischter Betrieb Talgebiet – CULTAN-Düngung

11.45 Uhr: Mittagessen im Feld und von 11.45–13.15 Uhr Besichtigung der Landmaschinen 13.20 Uhr: Präsentationen im Feld – Sortenspezifische N-Düngung beim Weizen – Verschiedene Kopfdünger beim Mais – Güllegrubber im Einsatz – Streutechnik für Handelsdünger – Vergleich Schleppschlauch und Breitverteiler

10.30 Uhr: Vorführungen im Feld – Gülle-Separierung – Mistaufbereitung – Mechanisierung Misteinsatz im Berggebiet – Demonstration CULTAN-Düngung

ca. 16.00 Uhr Ende

Arbeitszeitbedarf und Kosten

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Arbeit für Liegeboxenpflege Kompost, Stroh

300

Separator, Matte Strohlager, Aufbau Liegebox

Jahreskosten [Fr./GVP]

Der tägliche Arbeitszeitbedarf für die Liegeboxenpflege inklusive Nachstreuen und Separieren ist bei 60 Tieren bei Feststoffen aus der Separierung von Gülle mit 0,90 bis 0,95 Arbeitskraftminuten (AKmin) pro Kuh mit demjenigen von Stroh-Mist-Matratzen und Kompost vergleichbar. Der Arbeitszeitbedarf bei der Hochbox mit Komfortmatte liegt mit zirka 0,65 AKmin pro Kuh und Tag tiefer. Ein betriebswirtschaftlicher Vergleich, gerechnet ohne Arbeitskosten zwischen verschiedenen Verfahren, zeigt, dass sich diese vor allem bei den Kosten für den Separator und den Kosten für die Einstreu (Stroh, Kompost) unterscheiden. Bei 60 Kühen (Grossviehplätzen GVP) sind die Kosten bei Tiefboxen mit Feststoffen aus der Separierung von Gülle mit 116 Franken höher als bei StrohMist-Matratze, Kalk-Stroh-Matratze und Kompost. Andererseits sind diese tiefer als bei Tiefboxen mit Sand und Hochboxen mit Komfortmatten (Abbildung 2). Der Nachteil vom Einstreuverfahren «Feststoffe» ist die hohe Investition für den Separator (Pressschnecke) von zirka 42 000 bis 50 000 Franken. Eine solche Investition lohnt sich nur für grössere Betriebe. Möglichkeiten zur Kostenreduktion können der überbetriebliche Einsatz durch gemeinschaftlichen Kauf eines Separators oder durch Lohnunternehmer sowie alternative, sehr preiswerte Separatorvarianten wie beispielsweise ein Bogensieb sein.

200

100

0 40

60 Sand

80

40

60 Kompost

80

40

60

80

Feststoffe

40

60

80

Kalk-StrohMatratze

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Stroh-MistMatratze

40

60

80

Komfortmatte

Boxentyp / Einstreuverfahren

Abb. 2: Vergleich der Jahreskosten für Liegeboxen mit verschiedenen Liegeflächen und  Abb. 2: Vergleich der Jahreskosten für Liegeboxen mit verschiedenen Liegeflächen und Einstreumaterialien von 40 bis 80 Plätzen (GVP). Einstreumaterialien von 40 bis 80 Plätzen (GVP).

Fazit Feststoffe aus der Separierung von Gülle als Einstreu sind mit Blick auf Tiergerechtheit, Hygiene und Arbeitszeit für die Liegeboxenpflege mit einer Stroh-MistMatratze vergleichbar. Faktoren, die die Tiergerechtheit sowie die Keimgehalte von Liegeboxen und Milch positiv beeinflussen, sind eine ausreichende Einstreumenge, trockene, saubere und gepflegte Liegeflächen sowie geeignete Abmessungen der Liegeboxen. Die Anschaffung eines Separators ist nur bei grösseren Betrieben oder bei überbetrieblicher Nutzung sinnvoll.

Bei einem Neubau beziehungsweise beim Neueinrichten der Liegeflächen sollten sich Landwirtinnen und Landwirte bereits in der Planungsphase mit der Einstreu auseinandersetzen. Dabei ist das gesamte Verfahren von der Herstellung oder vom Kauf bis zur Nachverwendung der Einstreu zu berücksichtigen. Die Vor- und Nachteile sowie Empfehlungen für die Planung, den Einbau und den Betrieb von Liegeboxen mit dem Einstreuverfahren «Feststoffe» aus der Separierung von Gülle sind in Tabelle 1 zusammengefasst. n


LT extra n

Urs Wegmann hat mit der Gülleseparierung sehr gute Erfahrungen gemacht. (Bild S. Berger)

Gülleseparierung hält, was die Werbung verspricht Gülleseparierung: Urs Wegmann, Hünikon ZH, zieht nach vier Monaten eine erste Bilanz. Diese fällt sehr positiv aus. Stephan Berger hat ihn dazu im Rahmen seiner Recherche zum Thema befragt.

«Nach dem Stallneubau war ich plötzlich mit viel dickerer Gülle konfrontiert. Der Lohnunternehmer brachte sie aus, doch der Schleppschlauchverteiler verstopfte ständig. Als es dann klappte, mussten wir wegen der «Mädli» mit der Wiesenegge nachbearbeiten. Auch mit dem Breitverteiler blieb sehr viel an den Pflanzen hängen. Nebst der Verminderung der Futterqualität befürchtete ich einen grossen Nährstoffverlust. Auch das Rühren der Gülle in den bestehenden Güllegruben wurde zum Problem: Bei einem Rührwerk brach aufgrund des Alters und der enormen Schwimmdecke der Antrieb. In einer 600-m3 -Grube wird nur vor dem Ausbringen mit dem Traktor gerührt. Bereits nach sechs Wochen ohne Rühren bildete sich eine hartnäckige Schwimmdecke, die dem Traktor unter Volllast einige Betriebsstunden und den halben Dieseltankin-

halt abverlangte. Weil ich kaum Lagerplatz für Stroh habe und selber kein Getreide mehr anbaue, suchte ich auch bei der Einstreue nach guten Alternativen. Die Kalk-Stroh-Matratze spart zwar schon viel Stroh ein und ist sicher vom Komfort und der Hygiene her eine sehr gute Sache. Doch es muss alles zugekauft und gelagert werden.

Mehr als zufrieden… Für mich schien der Separator die eierlegende Wollmilchsau zu sein, welche alle meine Probleme zu lösen vermochte. Um erste Erfahrungen zu sammeln, liess ich zweimal Gülle separieren. Wären alle Versprechungen, welche die Werbebroschüren machen, auch nur zur Hälfte eingehalten worden, wäre ich bereits zufrieden gewesen, das Resultat schien aber tatsächlich dem gerecht zu werden! Als sich die Möglichkeit ergab, in einer

grossen Gemeinschaft ein Gerät anzuschaffen, war ich sofort dabei. Unsere Gemeinschaft hat ein simples Abrechnungsmodell: Die Anschaffungskosten haben wir durch die Anzahl Mitglieder geteilt. Pro Maschinenstunde wird Ende Jahr ein Betrag eingezogen, um laufende Reparaturen und die Abschreibung zu tätigen. Ist die Maschine abgeschrieben, wird der Einzug stark reduziert, bis eine neue Maschine gekauft wird. Wir haben bei Google einen Kalender eingerichtet, in welchem wir laufend nachtragen, wo die Maschine gerade steht. Es ist auch möglich vorzumerken, wer sie wann gerne benützen möchte. Das kann von Allen jederzeit eingesehen werden und vereinfacht die Organisation. Ich habe bisher immer während des Separierens rund 20 cm dick eingestreut und im Kopfbereich ein Depot angelegt. Das Liegebett wird schön kompakt und neigt doch nicht so zum Verhärten wie Kalk-Stroh. Es trocknet rasch, ist saugfähig, und die Boxenpflege geht einfacher. Ich habe kürzlich das Depot mit Stroh ergänzt. Gründe war eher, dass die Kühe bei Bedarf etwas Stroh knabbern können zur Frühjahrsweide und weil ich dies maschinell einfach bewerkstelligen kann. Vorgängig gelagerte Feststoffe habe ich bisher noch nicht eingestreut; dies sollte aber auch sehr gut gehen. Mir schwebt noch die Anschaffung einer Verteilschaufel vor, damit ich regelmässig kleinere Mengen nachstreuen kann. Dieses Gerät sollte aber auch überbetrieblich angeschafft werden.

…doch bleiben noch Fragen Den Separator haben wir nun seit vier Monaten im Einsatz. Die bisher gemachten Erfahrungen sind durchwegs positiv: Die Gülle zieht tatsächlich sehr rasch ein und hinterlässt kaum Rückstände auf den Pflanzen, eine Schwimmschicht hat sich nicht mehr gebildet, und die Einstreue hat sich bewährt. Die Zellzahlen liegen um die 80 000 und ich konnte bisher kein erhöhtes Mastitisrisiko feststellen. Ich achte aber auch darauf, keine Antibiotika-Milch in den Güllekasten zu leiten. Ich bin gespannt, wie sich alles weiterentwickelt: Tauchen plötzlich doch noch Probleme auf? Wie verändert sich längerfristig die Gülle, wenn kein Stroh mehr eingestreut wird? Selbst wenn ich wieder Stroh und/oder Kalk beimischen müsste, wären meine Erwartungen über alles gesehen noch bestens erfüllt.» n

Mai 2011 Schweizer Landtechnik

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LT extra n

Schleppschlauchverteilersysteme werden stark gefördert, weil sie einen wesentlichen Beitrag zur bedarfs- und umweltgerechten Gülleausbringung leisten. (Bild: ART)

Nicht alles ist Gold, was glänzt Die ausgereiften Schleppschlauchverteilersysteme, wie sie heute auf dem Markt sind, leisten einen wesentlichen Beitrag zur optimierten Gülleausbringung und zur Senkung der Ammoniakemissionen. Den Einfluss auf die Achslasten und die Gewichtsverteilung sowie auf den Leistungsbedarf im Falle einer Umrüstung darf man jedoch nicht unterschätzen. Felix Düring, seines Zeichens Präsident des St. Galler Verbandes für Landtechnik, bringt im nachfolgenden Interview einige kritische Anmerkungen an.

Schweizer Landtechnik: Wie beurteilen Sie grundsätzlich die Vorteile der Schleppschlauchverteiltechnik, die bekanntlich die Ammoniakemissionen vermindert und die Verteilgenauigkeit verbessert. Felix Düring: Es ist unbestritten, dass sich die Schleppschlauchverteiler positiv auf die Verminderung der Ammoniak­ emissionen auswirken und eine hohe Verteilgenauigkeit besitzen. Was mich als Praktiker stört, ist die Tatsache, dass die Ressourcenprogramme den Fokus einseitig auf diese Technik ausrichten. Professionelles Güllemanagement be­ ginnt nicht erst bei der Ausbringtechnik, sondern schon im Stall. Ich habe zum Beispiel meinen Betrieb mit dem Simula­ tionsmodell Agrammon durchgerechnet. Dieses erlaubt die Berechnung der Am­ moniakemissionen und zeigt auf, wie sich Änderungen in der Produktions­ technik auf die Emissionen auswirken (www.agrammon.ch). Es zeigte sich

deutlich, dass Massnahmen im Stall (wie Reinigung Laufhof), Verdünnung der Gülle und die Beachtung der Witte­ rungsbedingungen bei der Ausbringung die Ammoniakemissionen ebenfalls stark reduzieren. Jeder Landwirt sollte doch selber entscheiden können, mit welchen Massnahmen er die Ammoniakemission reduzieren will! Das Gegenteil der gesetzten Ziele wird erreicht, wenn Landwirte die Gülle we­ niger verdünnen, damit sich das Volu­ men verringert und somit die Kosten für die Ausbringung durch den Lohnunter­ nehmer gesenkt werden können. Bezüg­ lich Emissionen bietet die Schlepp­ schlauchverteiltechnik gewiss Vorteile, die dann aber durch die geringere Ver­ dünnung teilweise wieder aufgehoben werden. Bringt der Landwirt die Gülle selber aus, dann fallen die Kosten weniger ins Ge­ wicht, und er wird die Gülle nicht weni­ ger verdünnen.

Felix Düring: «Professionelles Güllemanagement beginnt nicht erst bei der Ausbringtechnik, sondern schon im Stall.» (Bild: Ueli Zweifel)

Landtechnik: Ein immer wieder kritisierter Punkt der Schleppschlauchverteiler ist das höhere Gewicht. Wie beurteilen Sie dies aus Sicht der Praxis? Felix Düring: Güllefässer mit Schlepp­ schlauchverteiler benötigen stärkere und schwere Traktoren als Standardfässer mit Breitverteilung. Neben grösseren Fässern führt das Zusatzgewicht der Verteiler dazu, dass grössere Traktoren ange­ schafft werden müssen, damit die Vor­ schriften des Strassenverkehrsgesetzes eingehalten werden können. In unserer hügeligen Gegend stehen viele leichte Grünlandtraktoren im Einsatz, welche diesen Anforderungen nicht mehr genü­ gen. Bei kleineren Traktoren wird bald einmal die zulässige Stützlast des Traktors oder dann die Achslast des Güllefasses

Mai 2011  Schweizer Landtechnik

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LT extra n überschritten. In unserem Verbandsge­ biet hatten wir einen Unfall, der sich durch die sich verändernde Gewichtsver­ teilung des Fasses während der Entlee­ rung ereignete: Damit die Stützlast am Traktor bei gefülltem Fass nicht über­ schritten wurde, konnte man die Achse des Fasses nur wenig nach hinten rücken. Dies führte dazu, dass bei fast leerem Fass kaum mehr Gewicht auf dem Trak­ tor lastete, was beim Befahren einer Hangneigung zum Verhängnis wurde. Hinzu kommt, dass der gefüllte Schlepp­ schlauchverteiler den Schwerpunkt des Fasses nach oben und hinten verschiebt, was eine zusätzliche Gefahr darstellt. Auch aus Sicht des Bodenschutzes sind im Übrigen grosse Gewichte von Traktor und Fass nicht auf allen Böden geeignet und förderungswürdig. Landtechnik: Wie beurteilen Sie die Kosten des Verfahrens? Felix Düring: Der ART-Bericht 739 (siehe Schweizer Landtechnik vom April) zeigt, dass sehr hohe Auslastungen notwendig sind, damit sich die Kosten für den Schleppschlauchverteiler lohnen. Werden die Kosten eines grösseren Traktors mit eingerechnet, sieht die Si­ tuation noch schlechter aus. Ist es nun sinnvoll, diese Entwicklung zu unterstüt­ zen, wenn ein Landwirt mit einem pro­ fessionellen Güllemanagement mit klei­ ner und leichter Technik wohl ebenso viel Emissionsvolumen einsparen und dabei die Gülleausbringung weiterhin selber übernehmen könnte? In der Praxis ist zudem zu beobachten, dass die Landwirte aufgrund des Kosten­ druckes auch während ungünstiger

Emissionseinsparung durch Schleppschlauchtechnik auf dem Betrieb: 34 kg N/Jahr (eigene Agrommon-Messungen) kg N/a Prall­ Schleppteller schlauch

NH3-Emissionen Weide

90

90

Stall und Laufhof

415

415

Hofdüngerlagerung

355

355

259

259

Hofdüngerlagerung flüssig Hofdüngerlagerung fest

96

96

Hofdüngerausbringung

217

182

Hofdüngerausbringung flüssig

115

80

Hofdüngerausbringung fest

102

102

1077

1042

Total Tierproduktion Mineralischer Stickstoffdünger

20

20

Landwirtschaftliche Nutzfläche

60

60

80

80

1156

1122

Total Pflanzenproduktion Total Tier- und Pflanzenproduktion Zeiträume Gülle ausbringen müssen. Zum Beispiel können mehrere Landwirte mit kleinen Fässern ihre Gülle während günstiger Zeitspannen ausbringen, während ein Lohnunternehmer mit einem Fass nicht gleichzeitig alle Kunden bedienen kann. Das bedeutet, dass auch während ungünstiger Witterungsbedin­ gungen Gülle ausgebracht werden muss und demzufolge wieder höhere Emissio­ nen resultieren.

Landtechnik: Bekanntlich ist die Reduktion der Ammoniakemissionen eine Folge der streifenförmigen Ablage der Gülle, die zu weniger Verdunstung führt. Eine Folge dieser s t re ife nfö r mi g e n Ablage sind aber so g e nannte «Strohmädli». Ist dies ein Problem? Felix Düring: Diese «Mädli» sind wirk­ lich unerfreulich. Mir sind mehrere Fälle bekannt, bei denen die Landwirte ihre Anlagen wegen die­ ses Nachteils wieder verkauft haben. Im Ackerbau mit hohem Maisanteil in Die Laufhofbeschattung dient dem Tierwohl und ist eine wirksame der Fütterung spielt Methode, Ammoniakemissionen zu senken. (Bild: Felix Düring) dies keine Rolle,

aber für intensive Futterbaubetriebe ist es unerfreulich, diese «Strohmädli» wieder vom Futtertisch räumen zu müs­ sen. Hygienisch ist dies vielleicht nicht kritisch. Sie bedeuten jedoch zusätzliche Krippenverluste und zusätzliche Arbeit.  n Zusammenstellung: Ueli Zweifel

Leistungsbedarf, Gewichte, Reichweite Im ART-Bericht 739 wird darauf hingewiesen, dass das Zusatzge­ wicht des Schleppschlauchs gemäss Firmenangaben zwischen 700 und 1000 kg nach einer zusätzlichen Zugleistung von 1,3 kW (bei 6 km/h) beziehungsweise von 3,0 kW bei 40 km/h (auf Asphalt) bedingt. Der Zugbedarf wächst zudem bei einer Steigung von 10 Prozent im Gelände um weitere 3 kW an und auf der Strasse bei 15 km/h sogar um 5 kW. Die begüllbare Feldlänge pro Fassin­ halt bei konstanter Ausbringmenge nimmt logischerweise proportional zur zunehmenden Breite des Vertei­ lers ab. Werden 8000 Liter Gülle auf einem 12 m breiten Band auf einer Länge von 200 m ausgebracht, er­ rechnet sich eine Düngergabe von knapp 24 m3 pro Hektare.

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n Feldtechnik

Treibstoffeinsparung: Studenten der westfälischen Fachhochschule Soest touren durch die Lande (und kommen auch in die Schweiz). Sie veranschaulichen, wie moderne Reifentechnologie den Dieselverbrauch bei schwerer Bodenbearbeitung senkt …

…. XeoBib übertrumpft dabei den MultiBib. Für den problemlosen Radwechsel verwenden die Studenten übrigens einen TwinCarrier von Schaad, Subingen.

Hart im Nehmen, weich im Geben Kürzlich stellte Michelin für Deutschland, Österreich und die Schweiz in Bayreuth die neue Ultraflex-Reifentechnologie vor. Sie verspricht für die vier Reifentypen CerexBib und SprayBib sowie XeoBib und AxioBib mehr Tragkraft, Zugvermögen und Bodenschonung. Erstmals wurde auch ein Radialreifen für Hoftrac sowie für Hoflader und Co. präsentiert.

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Ueli Zweifel

Ultraflex-Technologie

Könnte man in einem Wettbewerb den «Ackerschlepperreifen (AS) des Jahres» küren, wäre die Wahrscheinlichkeit gross, dass Michelin die Poleposition einnähme, nicht von ungefähr vereinigt sich die Premium-Bereifung gerne mit der roten Felge der grünen Marke. Das französische Unternehmen mit seiner Zentrale für den deutschsprachigen Raum in Karlsruhe ist bekannt für seine unermüdlichen Bemühungen, die Reifentechnik im Landwirtschaftssegment für grössere Geschwindigkeiten und mehr Traktionsvermögen zu entwickeln, selbstverständlich in Kombination mit einem Plus an Bodenschonung und Lebensdauer.

Reifen mit «Michelin Ultraflex Technologies» zeichnen sich durch ihre Karkassen-Konstruktion aus: Spezielle Gummimischungen und Materialverbindungen sowie eine optimierte Wulstzone machen diese besonders flexibel, was einen grossen Einfederungsbereich ermöglicht und für grosse Aufstandsflächen sorgt. Eine eigene Stollenkonzeption übersetzt die Antriebsleistung bodenschonend in ein beeindruckendes Traktionsvermögen. Da die Reifen stark einfedern und mit niedrigem Luftdruck gefahren werden können, wirken sie sich dabei besonders bodenschonend aus. Zudem sinkt bei gleicher Leistung tendenziell der Treibstoffverbrauch. Diese Leistungsmerkmale sind charakteristisch für die Ultraflex-Technologie:

Mai 2011 Schweizer Landtechnik

• geringe Erwärmung dank spezieller Gummimischung • sehr gute Laufruhe und geringe Bodenverdichtung dank flacher Laufflächenkontur • grosse Aufstandfläche und Fahrkomfort dank optimierter Federungszone • Reduzierung mechanischer Belastungen und hohe Strapazierfähigkeit dank verstärkter Reifenschulter Aktuell sind vier AS(Ackerschlepperreifen)-Modellreihen mit Michelin-Ultraflex-Technologies auf dem Markt: – CerexBib für Erntemaschinen, – XeoBib für Traktoren von 160 bis 220 PS, – AxioBib für Ackerschlepper mit mehr als 220 PS sowie SprayBib für Feldspritzen.


Feldtechnik n Verfügbare Dimensionen Der CerexBib wurde in Zusammenarbeit mit Claas für den Einsatz auf Erntemaschinen entwickelt. Er ist der einzige Reifen auf dem Markt, der mit weniger als 2 bar Luftdruck und unter 700 Millimeter Reifenbreite (für mehr Raum zwischen der Radspur) über 22 Tonnen Achslast tragen kann. Verglichen mit einem Reifen traditioneller Bauart, wie z. B. MegaXBib, bietet der CerexBib dank Ultraflex-Technologie zusätzliche Tragfähigkeit bei gleichem Luftdruck. Der CerexBib ist für das Ersatzgeschäft im Laufe des Jahres 2011 in folgenden Dimensionen lieferbar: Dimension VF 520/80 R 26 165 A8 VF 520/80 R 26 165 A8 VF 620/70 R 26 170 A8 IF 680/85 R 32 CFO 179 A8 IF 800/65 R 32 CFO 178 A8 IF 800/70 R 32 CFO 182 A9 IF 800/70 R 38 CFO 184 A8

Im Fachhandel verfügbar verfügbar ab Juli ab Juli ab Juli ab Juli ab Juli

CFO: Zyklischer Feldeinsatz (Cyclic Field Operation) VF (Very high Flexion): bis zu 40% weniger Reifendruck bei gleicher Last oder bis zu 40% höhere Tragkraft bei gleichem Reifenluftdruck im Vergleich zu

herkömmlicher Bereifung, z.B. MegaXBib IF (Improved Flexion): bis zu 20% weniger Reifenluftdurck bei gleicher Last oder 20 Der XeoBib kann auf Feld und Strasse gemäss Firmeninformation mit konstant niedrigem Luftdruck bis hinunter auf 1  bar eingesetzt werden. Auch unter diesen Umständen werden auf der Strasse hohe Sicherheitsreserven, Lenkpräzision und ausgezeichneter Fahrkomfort garantiert. Der XeoBib ist für Geschwindigkeiten bis 65 km/h zugelassen und für den Einsatz auf Traktoren mit 80 bis 220 PS Leistung abgestimmt. Für das Ersatzgeschäft gibt es ihn in den Dimensionen von VF 480/60 R 28 bis VF 710/60 R 42. Der AxioBib wurde speziell für Ackerschlepper mit einer Leistung ab 220 PS konstruiert. Er kombiniert hohe Tragfähigkeit mit niedrigem Reifendruck: Bei einer Last von 6500 Kilogramm kommt er mit bis zu 0,8 bar weniger Reifenfülldruck aus als ein Reifen ohne UltraflexTechnologies (wie z. B. MachXBib). Schwere Feldarbeiten wie Bodenbestellung, Tiefenlockerung oder Pflügen sind so besonders schonend möglich. Ab September 2011 kommt die neue Dimension IF 900/60 R 42 auf den Markt.

Mit den beiden neuen Reifen BibSteel All-Terrain und Hard bietet Michelin Radialreifentechnologie für Kompaktlader (mit Panzer- oder Knicklenkung) sowie Bagger- und Teleskoplader an. Diese Reifen sind auf die unterschiedlichen Anforderungen von Strassen und Off-RoadEinsatz ausgelegt. Zusätzlich verstärkte Reifenflanken tragen zur Standsicherheit der Fahrzeuge bei.

Eindrückliche Erfahrung: Mehr Schlupf bedeutet mehr Dieselverbrauch und insbesondere auch tiefere Reifenspuren.

Mit 2,15 Meter Durchmesser ist dies der grösste Landwirtschaftsreifen des französischen Reifenherstellers. Der Reifen wurde bereits für die CLAAS-Serie Xerion, für FENDT 930 und 920 sowie MASSEY FERGUSON 8690 homologiert. Weitere Freigaben werden in absehbarer Zeit folgen. Der SprayBib: Feldspritzen der jüngsten Generation erreichen eine Arbeitsbreite von bis zu 50 Metern. Je grösser die Arbeitsgeräte, desto schwerer sind sie. Der SprayBib trägt dieser Entwicklung Rechnung: Er ist für Geschwindigkeiten bis 65 km/h zugelassen und kann dabei eine Tragkraft bis zu 6500 kg aushalten. Im Vergleich zu einem Reifen traditioneller Bauart bietet der SprayBib bei gleichem Luftdruck ebenfalls eine höhere Tragfähigkeit: Ein Reifen der Dimension 380/90 R 46 ohne Ultraflex (wie z. B. der AgriBib) benötigt 3,6 bar Reifenfülldruck, um 4400 Kilogramm bis 30 km/h tragen zu können. Beim SprayBib reichen für die gleiche Last 2,3 bar Luftdruck. n

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n Feldtechnik

Für Rundballensilage wird ein Trockensubstanzgehalt von 30 bis 40 Prozent empfohlen. (Bilder: Ruedi Hunger)

Hauchdünn, dehnbar und UV-stabil Rundballensilage soll möglichst schnell nach dem Pressen eingewickelt und damit dem Einfluss von Sauerstoff aus der Umgebungsluft entzogen werden. Dazu verwendet wird die Stretchfolie aus hoch dehnbarem, reissfestem und UV-stabilem Material.

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Ruedi Hunger

Hauchdünn geblasen

Polyethylen (PE) wird aus Erdöl gewonnen und ist das Rohmaterial für die Produktion von Stretchfolie. PE steht vor der eigentlichen Folienproduktion in Form von Granulat zur Verfügung. Von grosser Bedeutung sind Stabilisatoren zum Schutz vor UV-Licht. Vergleichbar mit dem Schutz der Sonnencreme für die menschliche Haut, wird die Folie vor der zersetzenden Wirkung des Sonnenlichtes geschützt. Die UV-Belastung hat in den letzten Jahren zugenommen, deshalb haben die Folienhersteller die Schutzfaktoren erhöht. Üblicherweise wird ein UV-Schutz von rund zwölf Monaten garantiert.

Bei der Herstellung von Kunststofffolie wird 190 bis 210 °C heisses flüssiges Polyethylen durch die ganz feinen Kanäle einer Extrudationsdüse gepresst. Beim Auspressen aus dem Blaskopf wird Luft beigegeben. Der aus diesem Prozess entstehende bis 25 Meter grosse Ballon kühlt aus und wird laufend in eine flache Folie gelegt. Ob weiss, schwarz oder in unterschiedlichen Grüntönen, das Ausgangsmaterial ist immer PE. Unterschiedliche Farben entstehen durch die Zugabe von geeignetem Farbgranulat. Das Einfärben erfolgt an der Düse, wo verschiedene Schichten Folie gleichzeitig produziert werden. Das Material vermischt sich nicht, aber die verschiedenen hauchdünnen Schichten verschweissen unzer-

Mai 2011 Schweizer Landtechnik

Luzerne kann die Stretchfolie durchstechen, zudem besteht die Gefahr von Lufteinschlüssen in der Rundballe.


Feldtechnik n Tabelle 1: Am LFZ geprüfte Stretchfolien (2009) Folien-Produkte

Stärke

Farbe

Hersteller

Silograss 750 (Kontrolle)

25 µm

hellgrün

ASPLA/Spanien

Professional 750

19 µm

hellgrün

ASPLA/Spanien

Ecoplus 750

22 µm

schwarz

ASPLA/Spanien

Trio plus 750

19 µm

hellgrün

Trioplast/Schweden

Silotite pro 750

17 µm

hellgrün

Formipack/Belgien

Wickelfolie meist unschuldig

Luftdichter Abschluss durch die erstaunlichen Eigenschaften der Stretchfolie: dehnbar, reissfest, ultraviolettstabil. (Bild: Ueli Zweifel)

trennlich. So ist auch erklärbar, weshalb die Folie nur einseitig farbig sein kann. Die Foliendicke betrug lange Zeit einheitlich 25 µm. Neue Produktionsmethoden und Rohmaterialien ermöglichen heute reduzierte Foliendicken von 19 bzw. 17 µm. Als Vorteile der dünneren Folien gelten die faltenfreie und glatte Aussenhaut der Rundballen. Bei den neuen Produktionsverfahren werden zwischen zehn und fünfzehn Prozent Materialeinsparungen erzielt.

Reinhard Resch vom Lehr- und Forschungszentrum für Landwirtschaft LFZ in Raumberg-Gumpenstein (Österreich) prüfte im Jahre 2009 in einem exakten Silierversuch im steirischen Ennstal fünf unterschiedliche Stretchfolien an Grassilageballen. Dabei standen die Fragen nach den Auswirkungen auf Nährstoffgehalt, Energiedichte, Gärqualität und Mikrobiologie im Vordergrund. Resch konnte bei zeitlich versetzten Probeentnahmen (100 bzw. 239 Tage) aus den Rundballen keine qualitativen Unterschiede der Balleninhalte bei unterschiedlicher Stretchfolien-Materialstärke feststellen. Die in der Praxis oft auftretenden Probleme bei Rundballen (und Quaderballen!) in Form von Schimmelbildung und Fäulnis stehen ursächlich nur in Ausnahmefällen mit der Wickelfolie in Verbindung. Für solche Qualitätsmängel sind meistens ein zu später Erntezeitpunkt oder ein fehlerhaftes Anwelken verantwortlich. Darunter ist zu nasses oder zu trockenes Ausgangsmaterial zu verstehen. Für Rundballensilage wird ein Trocken-

substanzgehalt von 30 bis 40 Prozent empfohlen. Futterverschmutzungen aller Art und ungenügende Pressdichte sind ebenfalls Gründe für fehlerhafte Rundballensilagen. Schliesslich entscheiden auch die richtige Ballenlagerung und Folienbeschädigungen über die Qualität des Balleninhaltes.

Aussen heiss – innen kaum Mit der Frage einer Folien- bzw. Futtererwärmung unter der Folie beschäftigte sich Rainer Frick von Agroscope Reckenholz-Tänikon ART im Jahre 2004. Geprüft wurden weisse, hellgrüne, olivgrüne, braungrüne und schwarze Folien. Erwartungsgemäss konnten direkt unter der schwarzen Folie die höchsten Temperaturen (bis 64 °C) gemessen werden. Die Temperaturdifferenz zwischen weisser und schwarzer Folie betrug rund dreissig Grad. Bereits in einer Messtiefe von fünf Zentimetern reduzierte sich die Differenz um die Hälfte und sank bei 15 Zentimeter Messtiefe auf lediglich neun Grad ab. Im FAT-Bericht 615 wird festgehalten, dass es Unterschiede bei der Erwärmung der Folie und der unmittelbar darunter liegenden Futterschicht gibt. Frick betont aber auch, dass die Auswirkungen klein sind und die Gärqualität deshalb nicht beeinträchtigt wird.

Fazit:

Durch unsorgfältiges Behandeln bekommt die Stretchfolie Löcher, was die Grundforderung der Silagekonservierung verletzt.

Wenn der UV-Schutz ungenügend ist oder langsam abnimmt, entstehen Auflösungserscheinungen bei der Stretchfolie.

Qualitativ gute Stretchfolie darf auch etwas dünner sein, sie erfüllt ihre Aufgabe gut, und es konnten keine signifikanten Unterschiede bezüglich Qualität und Inhaltsstoffe gemessen werden. Ebenso wird gute Silage nicht negativ durch die Folienfarbe beeinflusst. Rundballensilage soll möglichst schnell nach dem Pressen eingewickelt und damit dem Einfluss von Sauerstoff aus der Umgebungsluft entzogen werden. Dazu verwendet wird die Stretchfolie aus hoch dehnbarem, reissfestem und UVstabilem Material. n

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Konstantkammerpressen fordern vom Traktor mehr Antriebsleistung als variable Kammerpressen. Sie werden für die Herstellung von Silageballen bevorzugt. (Bild: Ueli Zweifel)

Bei Ballensilage läuft es rund Alle Rundballenpressen eignen sich zur Herstellung von Ballensilage. Da die inneren Werte einer Rundballe entscheidend sind, gibt es dennoch Unterschiede. Der Trend zu mehr Messer zeigt, welch grosse Bedeutung das Schneidwerk hat.

Ruedi Hunger

Die Verkaufszahlen von Rundballenpressen sind relativ konstant, und die Hersteller rechnen auch im laufenden Jahr mit einem stabilen, wenn doch leicht höheren Markt. Die konstanten Verkaufszahlen für Ballenpressen zeigen,

dass sie sich neben den Ernteverfahren Feldhäcksler und Ladewagen halten können. Rundballenpressen können im Bereich der Grassilageproduktion einige Vorteile gegenüber den «grossen Verfahren» ausspielen. So ist zum Beispiel kaum eine Mindestmenge an Futter notwendig. Dieses Verfahren eignet sich für kleinstrukturierte Hangflächen eben-

Allgemeine Silierregeln für Grassilage •

Hochwertiges Futter im richtigen Zeitpunkt schneiden ➔ Altes und grobes Futter neigt in Rundballen zu Lufteinschlüssen und Fehlgärungen. • Nur sauberes Futter silieren ➔ Schnitthöhe beim Mähen und Einstellungen der Futterbaumaschinen optimieren. • Futter anwelken ➔ Nasses Grünfutter ergibt verformte und undichte Ballen (Herbstfutter problematisch). • Siliergut zerkleinern, zügig einsilieren und gut verdichten ➔ Hohe Verdichtung verhindert Lufteinschluss und sichert einen optimalen Gärverlauf. • Silo luftdicht abschliessen ➔ Ballen innerhalb von 2 Stunden 6-lagig wickeln, auf eine 50%-Überlappung achten. • Sorgfältig transportieren und richtig lagern ➔ Ballen möglichst auf dem Betrieb, stirnseitig und auf trockenem Untergrund lagern. • Auf ausreichende Entnahme achten ➔ Keine verschimmelte Silage füttern. Eine Balle innerhalb einer Woche verfüttern. (RAP Merkblatt 1 und SVS Merkblatt 7)

so wie für den Grossflächeneinsatz im Mittelland. Ein Traktor zum Walzen, wie dies beim Fahrsilo notwendig ist, entfällt, und bei Verwendung einer PressWickel-Kombination ist nur ein Fahrer notwendig.

Leistungsbedarf Die Frage des Leistungsbedarfs für Rundballenpressen haben Joachim Sauter und Lorenz Dürr von Agroscope Reckenholz-Tänikon ART nach Messungen im Jahr 2005 dahingehend beantwortet, dass Konstantkammerpressen gegenüber variablen Kammerpressen dem Traktor mehr Kilowatt-Antriebsleistung abfordern. Ihr Leistungsbedarf steigt von Beginn bis Ende des Pressvorganges kontinuierlich an. Weil die Ballen dichter und schwerer werden, steigt der Rollwiderstand auf den umgebenden Walzen. Im Gegensatz dazu erfordert die variable Presskammer schon wenige Augenblicke nach dem Start den vollen Leistungsbedarf. Dieser bleibt dann aber bis fast zum Pressende auf dem gleichen Niveau. Gegen das Abbinden hin nimmt er gar noch etwas ab. Pressen mit konstanter Presskammer überschreiten, nach diesen

Mai 2011  Schweizer Landtechnik

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Feldtechnik n Tabelle: Pressentyp und Leistungsaufnahme (Quelle: FAT-Bericht 655) Bauart/ Presssystem

Ø-Leistungsbedarf von Beginn bis zum ­Abbinden

kurzzeitige Leistungsaufnahme beim Abbinden

erzielte Ø-Ballendichte (kg TS/m3)

Rollenpresse

29 kW

66 kW

172,6

Stabkettenpresse

22 kW

45 kW

177,7

Bänderpresse

29 kW

37 kW

165,6

Messungen, den Bedarf der variablen Presskammer zum Ende der Ballenbildung um das Eineinhalb- bis Zweifache. Im Interesse einer guten Lagerstabilität der Rundballensilage sollte eine Pressdichte von 160 Kilogramm Trockensubstanz je Kubikmeter nicht unterschritten werden.

Der mit dem Schwader bestimmt mit Die Schwadform bestimmt auch die Ballenform. Fehler beim Schwaden können selbst vom besten Pressenfahrer nicht mehr ausgeglichen werden. Auf keinen Fall dürfen Pressschwaden (zu) breit sein und in der Mitte weniger Futter aufweisen als am Rand. Die Schwaden sollen gleichmässig, trapezförmig sein und müssen steile Seitenränder aufweisen. Wenn der Pressenfahrer dann durch gezieltes Links-Rechts-Fahren gute Voraussetzungen schafft, sind schön geformte, zylindrische Ballen garantiert.

Die inneren Werte entscheiden Eine hohe Ballendichte reduziert die Anzahl Ballen pro Flächeneinheit. Weniger Ballen heisst, weniger Transportaufwand und weniger Lagerfläche. Auch

Der mobile Dichteprüfstand des DLG-Testzentrums in Gross-Umstadt (Hessen) liefert radiometrisch in einem dreidimensionalen Raster ein genaues Abbild der Dichte an jedem Messpunkt. (Bild: Ueli Zweifel)

die Abrechnung des Lohnunternehmers erfolgt üblicherweise über die Anzahl der gepressten Ballen. Es ist daher verständlich, dass für die Landwirte die Ballendichte eine grosse Bedeutung hat. Erntegut, Erntezeitpunkt, Trockensubstanzgehalt (TS), Schnittlänge sowie das Können von Fahrer und Presse beeinflussen die Pressdichte. Bei Silage kommt es neben gleichmässig hohen Pressdichten vor allem auf die Verhinderung von Lufteinschlüssen in den Ballen an. In Bereichen mit einem hohen Luftanteil kann sich Schimmel bilden, und bei Silage mit hohem TS-Gehalt können Fehlgärungen entstehen. Wenn der TS-Gehalt tief ist oder die Dichteverteilung im Ballen nicht stimmt, verformen sich Silageballen massiv. Solche «Zwetschgen» erschweren die Handhabung bereits beim Wickeln. Es kommt zu Lufteinschlüssen unter der Folie und später zu Kondenswasserbildung, wodurch die Futterqualität massiv reduziert wird. Anderseits lässt sich ein sehr fest gepresster Ballenkern im Futtermischwagen nur schwer verarbeiten.

Jede Balle ein Silo Ein Vorteil gegenüber Fahr- und Hochsilo ist, dass jede Rundballe ein für sich abgeschlossenes kleines Silo mit einer überschaubaren Portion Futter darstellt. Es gelten die gleich hohen Anforderungen an Erntegut, Erntezeitpunkt und TS-Gehalt wie bei den anderen Silierverfahren. Kurz geschnittenes Gras lässt sich besser verdichten und im Futtermischwagen oder erst recht von Hand besser verteilen. Die Pressenhersteller bauen heute vorwiegend einen Schneidrotor ein. Damit bei allfälligen Verstopfungen keine langen Standzeiten entstehen, kann unter dem Schneidrotor oft der Boden hydraulisch abgesenkt werden. Claas und Lely verkaufen nach eigenen Angaben über neunzig Prozent ihrer Rundballenpressen mit einem

Drei Presssysteme Festkammerpressen, erstmals präsentiert 1971 durch Vermeer, verdichten den Ballen von aussen her. Das bedeutet, die Presskammer muss erst mit lockerem Material gefüllt werden, bevor eine Rotationsbewegung einsetzt. Durch die kontinuierliche Zufuhr von Erntegut wird der Ballen immer weiter verdichtet. Laut übereinstimmender Meinung der Hersteller wird dieser Pressentyp überwiegend für Silage verwendet. Sie werden oft als Solomaschinen auf den Betrieben eingesetzt oder in Kombination mit dem Wickler beim Lohnunternehmer. Pressen mit variabler Presskammer, 1974 durch Welger auf den Markt gebracht, verdichten bereits den Ballenkern. Die Dichte nimmt dann bis zum Ballenmantel ab. Bei einigen Pressen dieses Typs kann der Fahrer durch Einstellungen an der Presse die Verteilung der Dichte verändern und somit dem Erntegut anpassen. Pressen mit variabler Presskammer sind aufwendiger konstruiert und damit teurer als Festkammerpressen. Die veränderbare Ballengrösse macht diese Bauform überall dort interessant, wo auf Wünsche der Kundschaft eingegangen werden soll. Die semivariable Presse Comprima von Krone erlebte ihre Feuertaufe an der Agritechnica 2007. Diese neue Technologie nimmt eine Zwischenstellung ein. Sie arbeitet eigentlich nach dem Prinzip der Festkammerpresse, dennoch kann der Ballendurchmesser in fünf Zentimeter-Schritten verstellt werden. Wenn der Pressvorgang beginnt, bildet die Ballenkammer ein Polygon, oder Vieleck. Dies ermöglicht einen frühen Ballenstart und führt zu einem besser verdichteten Ballenkern.

Schneidwerk. Für Silage werden meistens 13 bis 17 Messer eingesetzt, es besteht aber ein Trend zu 25-MesserSchneidwerken. Dank Gruppenschaltung werden bei veränderten Bedingungen nicht einzelne Messer, sondern ganze Gruppen von Schneideinheiten ein- oder ausgeschaltet. Auch Krone und der irische Hersteller McHale sehen den Trend

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n Feldtechnik zu mehr Messer. Gleiches gilt für DeutzFahr und Kuhn, die beide die gleichen Pressen anbieten und überwiegend Pressen mit einem Schneidwerk verkaufen. Der italienische Pressenhersteller Gallignani baut Pressen für die Kvernelandgruppe und baugleich für die Marken Vicon, Fendt und Massey-Ferguson. Auch die Italiener stellen den Trend zum 25-Messer-Schneidwerk fest. Und weil auch John Deere dieser Meinung ist, kann zusammenfassend festgehalten werden, dass praktisch alle Rundballenpressen mit einem Schneidwerk ausgerüstet werden und ein klarer Trend zu mehr Messer bzw. kürzeren Schnittlängen zu beobachten ist.

Fehler beim Schwaden können selbst vom besten Pressenfahrer nicht mehr ausgeglichen werden. (Bild: Ruedi Hunger)

Messerschärfe bestimmt Leistungbedarf Die Frage, wieviel Leistung durch das Schneidwerk absorbiert wird, nimmt in ihrer Bedeutung mit zunehmender Anzahl Messer noch zu. Joachim Sauter und Lorenz Dürr von ART haben ihre Messungen zum Einfluss der Messerschärfe auf den Leistungsbedarf im FAT-Bericht 629 festgehalten. Für die gegebenen Versuchsbedingungen stand eine Presse mit 14 Messern zur Verfügung. Dabei wurde für das Schneidwerk mit scharfen Messern ein Leistungsbedarf von 14,5 kW ermittelt. Durch Verwendung von stumpfen Messern stieg der Bedarf um 25 Prozent auf 18,2 kW an.

Der äussere Schein trügt Das Testzentrum der Deutschen Landwirtschaftlichen Gesellschaft (DLG) hat mit dem neuen, mobilen Dichteprüfstand festgestellt, dass der äussere Schein eines Ballens nichts über die Dichteverteilung in seinem Inneren aussagt. Messungen haben ergeben, dass zum Teil sehr gut zylindrisch geformte Rundballen eine extrem ungleichmässige axiale Verteilung der Pressdichte zwi-

schen den Ballenseiten aufzeigen können. Die Auswirkungen einer solchen mangelhaften Verdichtung zeigen sich häufig erst später. Mathias Mumme vom DLG-Testzentrum hält fest, dass oftmals nicht die Dichteverteilung das ausschlaggebende Kaufkriterium darstelle, sondern eher die Eignung der Presse für sehr feuchte Silage oder sehr trockenes Stroh bzw. ein möglichst breites Einsatzspek trum für alle möglichen Einsatzbedingungen.

Press-Wickler-Kombination oder Inliner-Gespann? Press-Wickler-Kombinationen haben den Nachteil, dass in der Regel die Presse ein kürzeres Leben aufweist als der Wickler. Folglich muss die ganze Kombination gewechselt werden. Ausser, die Kombination sitzt in bzw. auf einem Chassis, wie dies Göweil anbietet, dann kann bei Bedarf ausgewechselt werden. Die kürzere Kombination ist am Feldende wendiger. In Hanglagen ist die Ballenübergabe sicherer. Das Eigengewicht ist aber hoch. Ein Inliner-Gespann kann dagegen

Press-Wickel-Kombinationen sind durch ihre Kompaktheit am Feldrand vergleichsweise leicht zu manövrieren, (Bild: Ueli Zweifel)

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auch einzeln gefahren werden, das erhöht die Flexibilität. Aber der Inliner ist länger und braucht entsprechend mehr Platz beim Wenden. Die Anschaffungskosten sind tiefer.

Wirtschaftlichkeit der Ballensilage Gras- und Maissilagen lassen sich mit verschiedenen Arbeitsverfahren herstellen. Helmut Ammann und Rainer Frick haben 2005 im FAT-Bericht 627 für Grassilage über 40 und bei Maissilage 30 verschiedene Kombinationsverfahren zwischen Ernte, Einlagerung und Entnahme durchleuchtet. Die Vor- und Nachteile sowie die Verfahrenskosten können dem genannten FAT-Bericht entnommen werden. Dieser umfassende Verfahrensvergleich ist dazu geeignet, der Rundballensilage den richtigen wirtschaftlichen Stellenwert zuzu­ ordnen. Konstantkammer- oder Rollenpressen fordern vom Traktor eine grössere Leistungsspitze als variable Kammer­ pressen.  n

…Inliner sind hingegen länger und brauchen entsprechend mehr Platz beim Wenden. (Bild Christoph Jenni, Strickhof)


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n Traktor des Jahres

Fünfmal Fendt bei der Übergabe der Urkunden beim GVS-Agrar in Schaffhausen. Zum denkwürdigen Anlass versammelt (von links): Ruedi Haudenschild, Chefredaktor Schweizer Bauer, Willi von Atzigen, Direktor SVLT, sowie Fendt-Verkaufsleiter Werner Müller mit seinem Verkaufsteam. Mit von der Partie auch Andreas Schwab und Daniel Sempach vom Anzeigenverkauf sowie Vierter von rechts Christopher Ochs, Fendt-Vertreter Marktoberdorf. (Bilder: Ueli Zweifel)

828 Vario – Traktor des Jahres Immer in den AGRAMA-Jahren wird der Wettbewerb um den «Traktor des Jahres» lanciert. 49 Standardtraktoren in 3 PS-Kategorien, 8 Fahrzeuge für die Bergmechanisierung, 13 Hoflader und 12 Teleskoplader standen im letzten November zur Wahl. Fendt erwies sich als die begehrteste Traktorenmarke.

Im Verbund mit dem Schweizer Bauer und mit Terre&Nature beteiligte sich

auch die Schweizer Landtechnik und Technique Agricole zum ersten Mal an der Kür um die beliebtesten Traktoren und Zweiachsmäher sowie Hof- und Teleskoplader in der Schweiz.

TRAKTOR DES JAHRES

Kategorie ab 126 PS

Ueli Zweifel

Stimmenanteil 1. Fendt 828 Vario

9,9%

2. Fendt 312 Vario

8,2%

3. John Deere 6534 Premium

6,6%

Kategorie bis 80 PS 1. Fendt 208 Vario

23,5%

2. John Deere 5080M

17,1%

3. New Holland T4030

11,3%

Kategorie 81 bis 125 PS

28

1. Fendt 312 Vario

20,4%

2. John Deere 6534 Premium

15,8%

3. Rigitrac SKH 120

11,7%

Mai 2011 Schweizer Landtechnik

1. Fendt 828 Vario

24,1%

2. John Deere 8345 R

18,5%

3. New Holland T7070

13,3%

An den Fendt-Tagen vom letzten Herbst auf dem Landgut Wadenbrunn vorgestellt, stösst das Kraftpaket 828 Vario (260 PS) nunmehr auch in die Schweiz vor.

Bergmeister 1. Aebi Terratrac TT210

33,3%

2. Rigitrac SKH 90

26,4%

3. New Holland T4050

15,0%

Hof- und Teleskoplader 1. Schäffer 3350

34,3%

2. Manitou MLT 634 120 LSU

29,1%

3. Caterpillar 262C

15,6%

Urkunde in der Kategorie «Lademeister» für die Ernest Roth AG in Porrentruy. Auf dem Bild sind der Firmengründer Ernest Roth und Sohn Jean-François, der das Unternehmen in der zweiten Generation führt. Auf dem Fahrzeug: Théo Hege, Verkaufsleiter für die Schäffer-Laderpallette in der Schweiz und in Frankreich.


Traktor des Jahres n Begehrte Fendt-Modelle In allen drei Traktorkategorien erhielt die Marke aus Marktoberdorf am meisten Stimmen. Sie heimste mit dem 828 Vario auf dem ersten und dem 312 Vario auf dem zweiten Platz auch den Gesamtsieg für sich ein. John Deere kam in allen drei Traktorkategorien auf den zweiten Platz, während es für New Holland in den Kategorien zwischen 50 und 80 PS sowie ab 126 PS zur Bronzemedaille reichte. In der Kategorie von 81 bis 125 PS schob sich der Schweizer Traktor SKH 120 auf die Medaillen-Ränge vor. Durch die Wahl bei den Traktoren bestätigt sich das Prestige, das die Marke aus Marktoberdorf im Publikum geniesst. In der Tat konnte die Marke namentlich im letzten Jahr ihre Verkaufszahlen massiv steigern. „Vergleicht man diese Steigerung mit der erreichten Stimmenzahl im Wettbewerb, liegt noch Potenzial drin“, freute sich der Geschäftsführer von GVS-Agrar, Ugo Tosoni.

Heinz Röthlisberger, Redaktor beim Schweizer Bauer, auf Testfahrt mit dem TT 210. (Bild: Heinz Grunder)

Übergabe der Urkunde Aebi in Burgdorf: Mike Bauert, stellvertretender Chefredaktor Schweizer Bauer, und Willi von Atzigen gratulieren Aebi-CEO Marco Studer und Vertriebsleiter Jürg Seewer zum Erfolg. (Bild: Heinz Grunder)

Theres und Hanspeter Glauser sind die glücklichen Gewinner des ATV KVF 360 mit stufenlosem Hinterachsantrieb, flankiert von Roland und Kurt Bachmann (rechts im Bild).

Klare Voten für den Aebi TT 210 und den Schäffer 3350 Bei den Mähtraktoren für den Hangeinsatz und bei den Zweiachsmähern entschied sich die grosse Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die Fahrzeugpalette aus der Aebi-SchmidtGruppe. In der Tat entpuppte sich hier der Hanggeräteträger TT 210 als Erfolgsmodell. Mit einem Vier-Zylinder-Turbomotor (67 PS) und hydrostatischem Fahrantrieb handelt es sich um das grösste Modell in der neuen Kompaktklasse. Zum ersten Mal konnten sich die Leserinnen und Leser beim «Traktor des Jahres»

Die drei Hauptgewinner 1. Preis ATV Kawasaki KVF 360 von Ad. Bachmann, Tägerschen: Hanspeter und Theres Glauser, Fischbach LU 2. Preis Satz Traktorenpneus von Profi Pneu, Subingen SO: Alexis Risse, Pontla-Ville FR 3. Preis Trygg-Schneeketten von Fankhauser AG, Gondiswil BE: Daniel Berchtold, Giswil OW Das Kawasaki-ATV geht nach Fischbach LU Den Hauptpreis und damit den Vierradtöff ATV KVF 360 von Kawasaki im Wert von über 11 000 Franken haben Theres und Hanspeter Glauser gewonnen. Das Ehepaar mit drei kleinen Kindern aus Fischbach LU betreibt einen 19-ha-Betrieb mit Milchwirtschaft, Ackerbau und Schweinemast.

auch in der Kategorie «Lademeister» für den beliebtesten Kompakt- und Teleskop lader entscheiden. Gewählt wurde der knickgelenkte Schäffer-Kompakt-Radlader 3350. Entsprechend den neusten Bestimmungen für den Fahrerschutz ausgerüstet, deckt dieses Fahrzeug ein breites Anwendungsspektrum in der Innenmechanisierung ab, wobei die Stärkeklassen in dieser Fahrzeugkategorie von 45 bis 130 PS reichen. Die PS-starken Geräte werden insbesondere auch bei der Substratbeschickung von Biogasanlagen eingesetzt, erklärte Théo Hege, Schäffer-Verkaufsleiter bei der Ernest Roth AG in Porrentruy JU. n

Der ATV-Töff wurde von der Ad. Bachmann AG gesponsert, seit 1996 Importeur von Kawaski-Vierradfahrzeugen und in den letzten Jahren sehr bekannt geworden durch den erfolgreichen Import von Kubota-Traktoren. Die «All Terrain Vehicules» sind, nebst dem Fahrvergnügen, das sie bieten, willkommene Arbeitsgeräte und dank Ballonbereifung auch bodenschonend einsetzbar. «Wer die Vorteile eines ATV schätzen gelernt hat, will auf diese nicht mehr verzichten», macht Kurt Bachmann die Erfahrung. In zweiter Generation tragen die Gebrüder Roland, Hanspeter und Kurt Bachmann die Verantwortung für das Unternehmen Ad. Bachmann AG, das 1953 von Adolf Bachmann gegründet worden ist.

Mai 2011 Schweizer Landtechnik

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n LT aktuell Organisationskomitee: Gabi Waldsburger

OK-Präsidentin

Nicole Müller

Kassiererin

Janina Kuster-Ullmann Aktuarin Daniel Widmer

Festwirt

Christoph Jenni

Marketing

Seraina Ruoss

Sponsoring

Willi Zollinger

Koordination

Christof Baumgartner Traktorengeschicklichkeitsfahren

Das Organisationskomitee von links nach rechts: Daniel Widmer, Jasmin Lehmann, Christoph Jenni, Nicole Müller, Willi Zollinger, Seraina Ruoss, Christof Baumgartner, Gabi Waldsburger. (Bild: zVg)

Toni Herzog

Infrastruktur/Bau

Jasmin Lehmann

Personal

Willi von Atzigen

Rechnungsbüro

Christoph Rupp

Platzchef Wettpflügen

Sympathisches OK setzt die ersten Pflöcke Der Verband Thurgauer Landwirtschaft, die Schweizerische Pflüger-Vereinigung und die Thurgauer Landjugend organisieren am Wochenende vom Samstag, 20., und Sonntag, 21. August, auf den Betrieben Büchi und Burgdorfer im Auenfeld bei Frauenfeld (TG) ein grosses Traktorenfest mit verschiedenen Attraktionen. Die Höhepunkte sind die Durchführung des kantonalen Geschicklichkeitsfahrens, der kantonalen Ausscheidung im Wettpflügen sowie am Sonntag die Schweizer Meisterschaft im Wettpflügen. Mit

einem vielseitigen Rahmenprogramm mit Kinderaktivitäten, Landmaschinenausstellung, Oldtimerausstellung der Freunde alter Landmaschinen am Sonntag und einem grossen Festzelt mit Bar

soll eine breite Zielgruppe ansprechen. Am Traktorenfest werden gegen 5000 Besuchende erwartet. Weitere Informationen unter www.trakorenfest.ch

MR CH: Beitritt zum europäischen Verband «Warum sich mit der Zukunft beschäftigen – Sie kommt sowieso!» Unter diesem Titel begrüsste der Präsident des Dachverbands der Schweizerischen Maschinenringe, Nationalrat Markus Zemp, zur Delegiertenversammlung. Unter Applaus wurde an der Delegiertenversammlung der Maschi-nenring Wölflinswil und Umgebung neu aufgenommen. Nachdem in diesem Frühjahr fünf Bündner Maschinenringe zum MR Graubünden und drei St. Galler Maschinenringe zum MR Ostschweiz-Liechtenstein fusioniert haben, wurde das neue Mitglied im Verband besonders herzlich willkommen geheissen. Einstimmig wurde beschlossen, dem Verband der europäischen Maschinenringe beizutreten. Es wird immer wichtiger, nicht nur im eigenen Land, sondern auch auf europäischer Ebene vernetzt zu sein und den Informationsaustausch zu pflegen. Unter den Gästen konnte der Präsident Markus Zemp nebst den Gastgebern von AGRIDEA und den kantonalen Beratern auch Gäste des Bauernverbandes und des SVLT sowie namentlich

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Mai 2011 Schweizer Landtechnik

den Präsidenten von Lohnunternehmer Schweiz, Fritz Hirter, begrüssen. Der Hauptreferent an der Tagung, Dr. Johann Habermayr, leitet seit einigen Jahren erfolgreich die Beratungsbewegung MR Consult der Bayrischen Maschinenringe. MR Consult setzt bei einer umfassenden und zielgerichteten Beratung an. Im Mittelpunkt steht die Senkung der Maschinenkosten durch Kooperationslösungen. Solche bieten nicht nur finanzielle Vorteile, sondern geben auch mehr Zeit für die Familie.

Zusammenarbeit mit AGRIDEA In seinem Schlussvotum als Hausherr hat der neue Direktor der AGRIDEA, Ulrich Ryser, die bayrischen Beratungsansätze als sehr interessant und nachahmenswert bezeichnet. Die Verknüpfung und Zusammenarbeit von Beratung und Ko-

operationsformen wie der Maschinenring seien dringliche Notwendigkeiten, um die kommenden Herausforderungen zu meistern, die der Landwirtschaft bevorstehen, Martin Suter, Geschäftsführer

Das Netzwerk Maschinenring kann nur wachsen, wenn auch die Beratung mitzieht. Dies war mit ein Grund, die GV bei AGRiDeA in Lindau durchzuführen. Von links: Johann Habermayr, MR Consult, NR Markus Zemp, Präsident, Martin Suter, Geschäftsführer MR Schweiz, und der Gastgeber Ulrich Ryser, AGRiDeA-Direktor.


Sektionsnachrichten n LU Aktuelles Kursangebot: Mofa- und Traktorenprüfung Die Vorbereitungskurse für die Mofa- und Traktorenprüfung finden jeweils mittwochnachmittags statt. Kurskosten inkl. Lernplattform im Internet für Mitglieder Fr. 50.–. Nächste Termine: 8. Juni 2011 Sursee, 15. Juni 2011 Hochdorf, 29. Juni 2011 Willisau Roller- und Autoprüfung theorie24 Theorieprüfung online lernen für Fr. 29.–. Grundkurse für Roller und Motorräder finden fast jeden Samstag und monatlich an einem Wochentag in Sursee statt. Nächste Termine: 14. und 28. Mai 2011, 21. und 28. Mai 2011, 6. und 20. Juni 2011, 11. und 18. Juni 2011 Verkehrskundeunterricht (VKU) im ganzen Kanton. Nächste Termine: 23./25./30. Mai und 1. Juni 2011 in Schüpfheim, 7./9./14./16. Juni 2011 in Hochdorf, 27./28./29. und 30. Juni 2011 in Luzern Kombipaket für Rollerfahrer: theorie24/GK 1+2/VKU nochmals billiger als im Einzelpreis Der Lastwagentheoriekurs dauert 32 Lektionen, während vier Wochen jeweils einen Tag pro Woche. Der Kurs ist modular aufgebaut und der Einstieg jede Woche möglich. Der nächste Kurs beginnt am 7. Juni 2011, jeweils dienstags in Luzern. Infos und Anmeldung: LVLT-Fahrschule, Sennweidstrasse, 6276 Hohenrain, 041 467 39 02/info@lvlt.ch/www.lvlt.ch

ZH

sind, werden sie nun zusammen mit einem praktischen Block nur noch am Strickhof Lindau durchgeführt: «Der Kurs dauert neu einen ganzen Tag, und es gibt genügend Zeit, den jungen Leuten auch den Sicherheitsaspekt im Umgang mit dem Traktor näherzubringen», erklärt Stephan Berger als Kursverantwortlicher und Vorstandsmitglied des SVLT-ZH.

Solartagung in Guntalingen Die Anwendung der Sonnenenergie zwecks Stromproduktion, zur Unterstützung der Warmwasseraufbereitung oder der Heizungsunterstützung findet zunehmend eine breite Akzeptanz. Dies gilt im besonderen Masse für die Landwirtschaft. Die Familie Landolt stellte den Hof für die informative Tagung zur Verfügung, organisierte einen herrlichen «Bure­ apéro» und ermög­ lichte es, dass eine Vielzahl von interes­ sierten Landwirten aus der Region einen intensiven «Solarkurs» erlebten.

Die Solartagung in Guntalingen ZH, eine Gemeinschaftsveranstaltung der Landwirtschaftsschule Strickhof, der Fachstelle Landtechnik und Unfallverhütung Strickhof/SVLT und des Projektes «Solarbauern» der Schweizerischen Vereinigung für Sonnenenergie, hatte zum Ziel, Informationen aus erster Hand zu grundsätzlichen, technischen, wirtschaftlichen und finanziellen Aspekten zu vermitteln. Firmenfachleute, Verbandsvertreter, Landwirtschaftsexperten und Finanzexperten standen den rund 100 Teilnehmenden Rede und Antwort. . Stephan Berger

Praktische Erfahrung auf dem Traktor Im Rahmen der Sektion Zürich des SVLT wurden die Vorbereitungskurse Kategorie F/G zum ersten Mal in einem anderen Rahmen durchgeführt: Während die Theoriekurse bislang an verschiedensten Standorten im Kanton durchgeführt worden

«Den Traktor habe ich selber noch nie gesteuert, aber natürlich bin ich schon oft mit meinem Vater mitgefahren», sagt die Kursteilneh­ merin Anna Angst. Einen Monat vor ihrem vierzehnten Geburtstag wird sie die Anmeldung für die Theorieprüfung abschicken. Das Formular hat sie im Kurs bereits erhalten. (Brigitt Hunziker Kempf)

ZH «easy»-Aufzeichnungspflicht Am Fachabend vom 24. Februar am Strickhof in Wülflingen wurden verschiedene Softwareprogramme für ÖLN/Swissgap vorgestellt. Auf dem Markt sind verschiedene Programme erhältlich: vom einfachen Hilfsmittel als EDV-Lösung, wobei einzig die Erfüllung des ÖLN/Swissgap im Vordergrund steht, bis hin zu komplexeren Lösungen, womit umfangreiche Dokumentationen erstellt werden können. Je nach Programm können weit über der geforderten ÖLN- oder Swissgap-Pflichtaufzeichnung Daten wie z.B. DB-Rechnungen von einzelnen Betriebszweigen erhoben werden. «Sind die Kosten beispielsweise bei der Applikation von Pflanzenschutzmitteln stetig ersichtlich, überlege ich mir zweimal, ob die Applikation wirklich notwendig ist», sagt Florian Gut, Anwender der Software «Multiplant». Die aufgezeichneten betrieblichen Daten können als Entscheidungshilfe rasch eingebunden werden. Weitere Informationen auf: www.strickhof.ch Stephan Berger

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n Sektionsnachrichten SZ/UR Vor 50 Jahren aus der Taufe gehoben

Neuer Geschäftsführer gewählt

Die Sektion Schwyz/Uri des SVLT konnte im Rahmen ihrer GV in Feusisberg das 50-Jahre-Jubiläum feiern. Ein halbes Jahrhundert Verbandstätigkeit – ein guter Grund für eine Rückschau und eine Standortbestimmung.

Mit seinen Eröffnungsworten zur Generalversammlung des VLT Zug erinnerte Philipp Freimann am 15. April im Versammlungssaal Brandenberg in Zug, dass die Umstände, in denen sich die schweizerische Landwirtschaft zurzeit bewegt, die Bauernfamilien verunsichere. Der Sektionspräsident sieht aber berechtigte Hoffnung, dass uns Schweizer Bauern der Boden, das Wissen und das Umfeld erhalten bleibt, um multifunktional eines der wichtigsten Grundbedürfnisse des Menschen zu befriedigen: das Essen.

Präsident Alois Suter ging die Sache recht nüchtern an: Stimmenzähler, Rechnungsablage, Jahresbericht und all die weiteren üblichen Traktanden. Doch schon mit der Grussbotschaft von Josef Blersch, dem Leiter des Schwyzer Verkehrsamts, kam erstmals Jubiläumsstimmung auf. Blersch, der aufgrund seines Jahrgangs die ganzen 50 Jahre aus eigenem Erleben überblicken kann, gab einige Erinnerungen aus der «guten alten Zeit» zum Besten. Damals tauchten auf dem elterlichen Hof die ersten Maschinen auf, und der kleine Josef nahm den aufre-

Umsichtige Führung: Die Geschäftsführerin Regina Reichmuth bespricht sich mit dem Präsidenten Alois Suter. (Bild: Peter Belart)

genden Duft des Diesels und der Auspuffgase wahr. Auch Willi von Atzigen beglückwünschte als Direktor des SVLT die Sektion zu ihrem runden Geburtstag. Die Sektion SZ/UR hat zurzeit 335 Mitglieder, führte Regina Reichmuth aus. Und 729 Jugendliche hätten in den letzten fünf Jahren in den Kantonen Schwyz und Uri die Ausbildungskurse/FG besucht. Menschen und ihr Wirken Vorstandsmitglied Hugo Landolt übernahm es dann, die Vergangenheit der Sektion nochmals aufzurollen: Gründung am 12. Februar 1950 im Restaurant Sternen in Pfäffikon SZ, an der nicht weniger als 55 Traktorhalter teilnahmen. Das Tätigkeitsprogramm und die Zielsetzung sahen damals nicht viel anders aus als heute: Im Vordergrund stand ein Kursangebot, das vertiefte technische Kenntnisse vermitteln und die Unfallzahl senken sollte. Manche Persönlichkeiten investierten viel Energie in die Sektionstätigkeiteit. Präsidenten: Kaspar Mettler, Reichenburg (1950–1962); Alois Föhn, Schwyz (1963–1987); Martin Schönbächler, Einsiedeln (1987–1993); Alois Zimmermann, Merlischachen (1994–2007); und seit 2008 Alois Suter. An langjährigen, verdienten Vorstandsmitgliedern erwähnte Hugo Landolt unter anderen Anton Diethelm, Galgenen (1968–2009), also 41 Jahre Vorstandstätigkeit; Werner Schelbert, Muotathal (1989–1999), Geschäftsführer und Instruktor; Xaver Föhn, Ibach (1962–1989), ebenfalls Kursleiter; und speziell verwies er auf die gegenwärtige, überaus umtriebige und zuverlässige Geschäftsführerin Regina Reichmuth, Oberarth. Peter Belart

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ZG

Mai 2011 Schweizer Landtechnik

Die Vorstandsmitglieder der Sektion Zug (von rechts): Roman Bircher, Armin Ott, Roger Frei, neu; Beat Betschart, Geschäftsführer neu; Philipp Freimann, Präsident, sowie Thomas Hausheer, ehemali­ ger Geschäftsführer. (Bild: Willi von Atzigen)

Ein Eckpunkt im Jahresbericht der Sektion Zug war der Spritzentest mit 32 Teilnehmern. Im April besuchten 38 Jugendliche die Kat.-G-Ausbildung. Im Übrigen dankte der Präsident Thomas Hausheer, der nach seinem Rücktritt die Sektionsgeschäfte noch interimistisch führte. Die Versammlung wählte anschliessend Beat Betschart, Menzingen, zum neuen Geschäftsführer. Ebenfalls von dort kommt Roger Frei, der neu in den Vorstand gewählt wurde. Mitglieder der Sektion Zug bezahlen einen unveränderten Jahresbeitrag in der Höhe von Fr. 85.–. Im Anschluss an die Versammlung referierte Fredy Krieger von der Luzerner Versicherungsberatung zu Versicherungsfragen bei Maschinengemeinschaften und Mietmaschinen. Mit einem kleinen Imbiss schloss die 55. Generalversammlung der Sektion Zug.

NW 50 Jahre Sektionsgeschichte Zum Zeitpunkt der Gründung stand wie heute koordinierte Interessenvertretung im Vordergrund. Die Sektion Nidwalden des Schweizer Verbands für Landtechnik (SVLT) feierte ihr 50 Jahre-Jubiläum. Die 51. Generalversammlung stand ganz im Zeichen des Rückblicks auf 50 Jahre Sektionsgeschichte. Es war der frühere


Sektionsnachrichten n Präsident Jost Käslin, der sich zu diesem Thema als Referent verpflichten liess. Er führte die Mitglieder und Gäste durch die fünf Jahrzehnte lokaler Traktorenverbandsgeschichte. Bei der Bildpräsentation widerspiegelte sich die technische Umwälzung in dieser Zeit. Schon im Jahr 1975 übernahm die Sektion die Durchführung der Verbands-Delegiertenversammlung.

Vorstand recht, denn beide Reisen waren bei Anmeldeschluss ausgebucht, und so durften total 100 Mitglieder, Freunde und Bekannte die Fahrt in die Innerschweiz unternehmen. Die fachliche Kompetenz der Familie Knüsel begeisterte alle, die dabei waren. Zuerst folgten wir gespannt den Ausführungen von Firmenmitinhaberin Marlies Knüsel, die von der nun mehr als 30-jährigen Firmengeschichte berichtete. Angefangen in der Garage des eigenen Hofes, begleitet von etlichen Umbauten und Umzügen, hat sich <Sepp Knüsel> vom einfachen Landmaschinenbetrieb zum mittlerweile einzigen Schweizer Hersteller von Traktoren entwickelt. Der Firmenchef Sepp Knüsel führte anschliessend durch die Rigitrac-Montagehalle, wo zwischen Hydraulikschläuchen und Getrieben unsere Fragen beantwortet wurden, während wir den Angestellten über die Schulter schauen durften. Als Highlight darf sicher auch die Führung von Tochter Theres Knüsel durch die hauseigene Privatsammlung von TraktorenOldtimern bezeichnet werden. Hier schlug das Herz eines jeden Landtechnikfreundes nochmals höher.

Von links: Geschäftsführer Beat Gut und Präsident Kobi Christen sowie Ehrenmitglied und Referent Jost Käslin. (Bild: Josef Niederberger)

Kontinuität in der Sektionsleitung Der seit 2009 amtierende Präsident Kobi Christen aus Ennetmoos ist der siebte seit der Gründung. Damals übernahm der Ennetmooser Werner Zimmermann den erstmaligen Vorsitz. Aus Ennetmoos stammt auch der Geschäftsführer Beat Gut. Er ist der sechste Amtsinhaber nach dem Gründer/Geschäftsführer Josef Lussi aus Oberdorf. Über den Ausbau des Kursbereiches orientierte Willi von Atzigen, Direktor des SVLT. Dies betrifft namentlich die Weiterbildungskurse zur ChauffeurenZulassungs-Verordnung (CZV). Dank Sponsorenunterstützung wies die Rechnung lediglich einen Rückschlag von 724 Franken aus. Der Jahresbeitrag beträgt wie bisher 70 Franken. Inbegriffen ist das Abo der Verbandszeitschrift «Schweizer Landtechnik». In der Geschäftsführung wird es zu einem Wechsel kommen, da Beat Gut diesen Posten abgeben will. Zum obligaten Nachtessen spendierten die beiden ebenfalls 50-jährigen Sponsoren Beat Amstad und Kobi Christen im Nachhinein zum Jubiläum ein feines Dessert. Josef Niederberger

SG Begeisterte Mitglieder beim Frühlingsausflug Im März führte der Verband für Landtechnik bei schönstem Frühlingswetter seinen alljährlichen Verbandsausflug durch. Ziel war die Sepp Knüsel Landmaschinen in Küssnacht am Rigi. Maja Nägele, Geschäftsführerin VLTSG, berichtet.

Attraktive Führung durch die Oldtimerausstellung mit Theres Knüsel.

Ebenfalls in Küssnacht am Rigi befindet sich leicht erhöht an schöner Lage der Hof Landschi. Dieser Bauernbetrieb, der bereits in der siebten Generation geführt wird, hat vor ein paar Jahren als weiteren Betriebszweig aus der alten Stallscheune eine Gastronomie auf dem Bauernhof aufgebaut. Zusätzlich wird aber auch die Landwirtschaft mit Mutterkuhhaltung, Schweinen, Hühnern, Gemüse und Kirschbäumen noch intensiv betrieben. So können viele Produkte vom eigenen Hof verwendet werden. Nach dem Genuss des feinen Mittagessens und der wunderschönen Aussicht über den Vierwaldstättersee genossen wir die gemütliche Rückfahrt entlang des Sees nach Brunnen über Schwyz wieder Richtung Linthgebiet zum ersten Ausstiegsort und weiter via Ricken nach St. Gallen. Die spannende Reise wird dank dem freundlichen Empfang bei Sepp Knüsel und bei der Familie Ulrich vom Hof Landschi in guter Erinnerung bleiben. Herzlichen Dank dem Vorstandsmitglied Heiri Schmid für die Organisation der Reise.»

«Die zahlreichen Anmeldungen der Mitglieder aus dem ganzen Sektionsgebiet Appenzell, Glarus und St. Gallen gaben dem

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SVLT

RICHTANSÄTZE 2011

ASETA

Werkstattkurse (Preise in Klammern gelten für Nichtmitglieder)

Schweissen Schutzgasschweissen SMS

2 Tage, CHF 580.– (780.–)  

MAG-Schweissen an Profilen von 3–8 mm und Blechen von

Die Richtansätze sind Leitlinien für eine angemessene Entschädigung der Dienstleistungen von Lohnunternehmen. Die Lohnkosten sind mit CHF 47.– pro Arbeitskraft und die Treibstoffkosten mit einem Preis von CHF 1.79 pro Liter berücksichtigt. Die Richtansätze 2011 sind abgesehen von zwei Arbeitserledigungen, die nicht mehr auf der Liste figurieren, identisch mit denjenigen vom Vorjahr. Vorbehalten bleiben Schwankungen der Rohstoffpreise (z.B. Pressengarn, Wickelfolien) und andere ausserordentliche Aufwendungen, die sich auf die Preisgestaltung auswirken können.

1–2 mm, in verschiedenen Positionen. Kenntnisse über Metalle, 7.–8.6.2011

Drahtelektroden und Schutzgase. Elektrodenschweissen SES

2 Tage, CHF 580.– (780.–)

Die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von Lohnunternehmer Schweiz bilden die rechtliche Grundlage für die Arbeitserledigung. Berechnungsprogramm abrufbar unter www. maschinenkosten.ch. Sämtliche Preise ohne MWST.

Stahl in verschiedenen Stärken und Positionen schweissen. Kenntnisse über Metalle, Elektroden und Hartauftragschweissen. 

19.–20.5.2011

Kommunalbetrieb und Gartenbau

Ernte

CHF/ha

Mähdrescher Getreide

436.–

Mähdrescher Raps

550.–

2 Tage, CHF 430.– (630.–)

Mähdrescher Mais, 6 Reihen

508.–

Wartung der Hydraulikanlage an Minibagger, Radlader, Rau-

Mähdrescher Sonnenblumen

543.–

Mais-Häcksler (360 kW)

648.–

Mais Voll-Service (Häcksler, 3 Wagen, Gebläse)

1200.–

Unterhalt und Reparatur von Maschinen mit Hydraulikanlagen MHR 

pendumper. Gelenklager in Ausleger und Ladeschwinge ersetzen. Zylinder und Leitungen reparieren. Öllecks abdichten. Wartungs-

Häcksler für Gras

565.–/h

Häckselwagen 25 m3*

22.–/Fuder

Silierladewagen 46 Messer, 35m3 *

77.–/Fuder

Unterhalt von Motorsensen, Kettensägen und

Rübenernte

CHF/ha

Heckenscheren MGK 

ZR-Vollernter, gezogen, 2 Reihen

960.–

ZR-Vollernter, 6 Reihen

795.–

24.–25.5.2011

arbeiten am Motor.

1 Tag, CHF 235.– (335.–)

Wartungsarbeiten am Motor. Pflege von Antriebswelle und

Ballenpressen

CHF/Balle

Schwert. Schärfen der Kette, Mähscheibe, Heckenschere. Störun-

Rundballen Dürrfutter 1,4 m3

11.–

gen beheben. Stilllegung für die Winterpause. 

Rundballen Dürrfutter 2,1 m3

15.–

Silage pressen, 1.4 m3

13.90

Silage wickeln, 1.4 m3

13.40

Siloballen mit Kombipresse, 1.4 m3

24.20

Quaderballen Dürrfutter 1,4 m3

14.10

Quaderballen Dürrfutter 2 m3

15.90

Quaderballen Silage 1,4 m3

16.90

Quaderballen Silage 2 m3

18.25

einstellen. Störungen beheben. Stilllegung für die Winterpause.  

Quaderballen wickeln

14.10



Vorbauhäcksler (als Zusatz)

5.–

Hochdruckpresse

1.10

Saat

CHF/ha

ZR-Saat, Einzelkorn, 12 Reihen

175.–

Mais-Saat, 6 Reihen

140.–

Düngerstreuer als Zusatz

30.–

Kombi-Saat, 4 Reihen

282.–

Streifen-Fräs-Saat

440.–

Bestell-Kombination

288.–

Direkt-Saat

217.–

Pflanzenschutz

CHF/ha

Spritzen

93.–

Hofdünger

CHF/Einheit

17.5.2011

Unterhalt von Motorgeräten mit 4-Takt-Motoren MRG 

1 Tag, CHF 235.– (335.–)

Wartungsarbeiten an Benzin- und Dieselmotoren, Rasenmäher, Rasentraktor, Bodenfräse. Messer schärfen. Kommunalmähbalken 26.5.2011

Kursanmeldung Kurstyp (Buchstabenfolge) Kursdatum Mitglied-Nr. Name Adresse PLZ, Ort Telefon Fax E-Mail Datum und Unterschrift q Ich will von den Tarifen für Mitglieder profitieren q Ich bringe folgende Maschinen, Geräte mit zum Kurs:

Fass, 12 m3, Schleppschlauch 12 m * 2.–/m3 Universal-Streuer, 21 t * * ohne Bedienung und Zugkraft

Einsenden oder faxen an SVLT, Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken, Fax 056 441 67 31

30.–/Fuder


Fahrkurs G40: Saison 2011 n

Kursorte und Kursdaten 2011 Aarberg BE 10.06 + 14.06 18.08 + 23.08 14.07 + 19.07 Bazenheid SG 19.05 + 24.05 25.08 + 30.08 21.07 + 26.07 03.11 + 08.11 Biberbrugg SZ 30.06 + 05.07 27.10 + 31.10 11.08 + 16.08 Brunegg AG 01.06 + 06.06 29.09 + 04.10 21.07 + 26.07 03.11 + 08.11 Bülach ZH 12.05 + 17.05 04.08 + 08.08 07.07 + 12.07 Bulle FR 12.05 + 16.05 22.09 + 26.09 09.06 + 14.06 06.10 + 10.10 30.06 + 04.07 04.11 + 14.11 25.08 + 30.08 Claro TI auf Anfrage / sur demande Corcelles­près­Payerne VD 26.05 + 31.05 27.10 + 01.11 08.09 + 13.09 Courtételle JU 19.05 + 24.05 25.08 + 30.08 21.07 + 26.07 06.10 + 12.10 Düdingen FR 16.06 + 21.06 13.10 + 18.10 15.09 + 20.09 Frauenfeld TG 23.06 + 28.06 08.09 + 13.09 07.07 + 12.07 20.10 + 25.10 25.08 + 30.08 03.11 + 08.11 Gossau ZH 23.06 + 28.06 29.09 + 04.10 14.07 + 19.07 13.10 + 18.10 Hohenrain LU 30.06 + 05.07 20.10 + 25.10 25.08 + 30.08 Ilanz GR 10.08 + 18.08 13.10 + 18.10 Interlaken BE 19.05 + 24.05 25.08 + 30.08 Kägiswil OW 26.05 + 31.05 15.09 + 20.09 07.07 + 12.07 La Sarraz VD 12.05 + 17.05 28.07 + 02.08 23.06 + 28.06 22.09 + 27.09 Landquart GR 12.05 + 17.05 11.08 + 19.08 21.06 + 27.06 13.10 + 18.10 Langnau i.E. BE 19.05 + 24.05 28.07 + 02.08 03.06 + 07.06 11.08 + 16.08 09.06 + 14.06 15.09 + 20.09 21.07 + 26.07 27.10 + 01.11 Les Hauts­Geneveys NE 06.07 + 15.07 08.09 + 13.09 Lindau ZH 14.07 + 19.07 20.10 + 25.10 Lyss BE 15.09 + 20.09 20.10 + 25.10

Lyssach BE 12.05 + 17.05 08.09 + 13.09 26.05 + 31.05 13.10 + 18.10 16.06 + 21.06 20.10 + 25.10 Marthalen ZH 12.05 + 17.05 05.08 + 09.08 16.06 + 21.06 Mettmenstetten ZH 08.07 + 12.07 10.11 + 14.11 Moudon VD 26.05 + 31.05 25.08 + 30.08 23.06 + 27.06 Niederurnen GL 02.08 + 11.08 27.10 + 31.10 Nyon VD 08.09 + 13.09 17.11 + 22.11 Oensingen SO 23.06 + 28.06 13.10 + 18.10 01.09 + 06.09 Saanen BE 29.09 + 04.10 Salez SG 09.06 + 14.06 08.09 + 13.09 07.07 + 12.07 10.11 + 15.11 Schöftland AG 22.06 + 28.06 27.10 + 31.10 25.08 + 30.08 Schwarzenburg BE 12.05 + 17.05 01.09 + 06.09 30.06 + 05.07 29.09 + 04.10 28.07 + 02.08 21.10 + 26.10 Schwyz SZ 16.05 + 26.05 06.10 + 11.10 Sion VS 30.06 + 05.07 Sissach BL 14.07 + 19.07 06.10 + 11.10 Sitterdorf TG 30.06 + 05.07 13.10 + 18.10 04.08 + 09.08 27.10 + 01.11 01.09 + 06.09 10.11 + 15.11 15.09 + 20.09 Sursee LU 12.05 + 17.05 18.08 + 23.08 09.06 + 14.06 08.09 + 13.09 Tramelan BE 12.05 + 16.05 01.09 + 06.09 07.07 + 12.07 Tuggen SZ 22.06 + 28.06 04.08 + 09.08 05.07 + 14.07 Visp VS auf Anfrage/sur demande Willisau LU 16.06 + 21.06 22.09 + 27.09 11.08 + 16.08 Zweisimmen BE 09.06 + 14.06 04.08 + 09.08 14.07 + 19.07 18.08 + 23.08 Zwingen BL 19.05 + 24.05 01.09 + 06.09

SVLT / ASETA 056 441 20 22

www. Der Fahrkurs G40 kann nach bestande­ ner Führerprüfung Kat. F/G besucht werden. Er wird im Führerausweis ein­ getragen und berechtigt ab dem 14.  Altersjahr zum Lenken von land­ wirtschaftlich immatrikulierten Trak­ toren und Ausnahmefahrzeugen bis 40 km/h. Die maximal fünf Teilnehmen­ den pro Kurs (zwei Tage mit 20 Lektio­ nen) erleben eine intensive Schulung und eignen sich eine solide Fahrpraxis an. Die Kursinstruktoren sind Lastwa­ genfahrlehrer mit einer speziellen Aus­ und Weiterbildung für landwirtschaft­ liche Motorfahrzeuge. Zum Kurs erforderlich: Führerausweise Kat. F/G Erster Kurstag: Traktor (30 oder 40 km/h) mit Fahrerschutz (Fahrzeug­ ausweis, Abgaswartungsdokumente nicht vergessen) Zweiter Kurstag: Traktor und land­ wirtschaftlicher Anhänger Eine frühzeitige Anmeldung für den passenden Kursort und das passen­ de Kursdatum lohnt sich. Die Kurs­ bestätigung zum G40­Fahrkurs gilt als Ausweis, mit dem ein 40­km/h­ Traktor (ohne Anhänger) zu Übungszwecken für die Dauer von einem Monat gefahren werden darf.

Unterstützt durch den Fonds für Verkehrssicherheit (FVS)

Kursgebühr: CHF 550.–, abzüglich Rückerstattung von CHF 100.– durch den Fonds für Verkehrssicherheit.

Wer den G40­Fahrkurs erfolgreich besucht hat, erhält von der Vau­ doise Versicherung einen Bon im Wert von CHF 100.– (Gültigkeitsdau­ er zwei Jahre). Dieser kann beim Ab­ schluss einer Motorfahrzeughaft­ pflichtversicherung für sich selbst oder für ein anderes Familienmit­ glied im gleichen Haushalt eingelöst werden. Bedingungen: Bestätigung über die Durchführung eines ausgewählten Kurses, und die Rechnungen werden zwei Wochen vor dem ersten Kurstag verschickt. Bei Abmeldung von weni­ ger als 14 Tagen vor Kursbeginn wird ein Unkostenbeitrag von CHF 60.– er­ hoben. Nichterscheinen am Kurs be­ rechtigt den SVLT, das volle Kursgeld zu verlangen. n

Anmeldung Fahrkurs G40 Kursort

Kursdatum

Name/Vorname Geburtsdatum Adresse PLZ, Wohnort Telefon Nummer des Führerausweises (Feld 5) Ich habe von den Teilnahmebedingungen Kenntnis genommen. Datum und Unterschrift Unterschrift der Eltern oder des Lehrmeisters Einsenden an: SVLT, Postfach, 5223 Riniken, Telefon 056 441 20 22, Fax 056 441 67 31, E-Mail: info@agrartechnik.ch


n SVLT Praktischer Maschinenkurs Der nächste Kurs ist vom 16. bis 27. Januar und vom 6. bis 17. Februar 2012 geplant. Interessierte Lohnunternehmer als Arbeitgeber und Auszubildende oder Angestellte in Lohnunternehmen melden sich bei Lohnunternehmer Schweiz, Tel. 056 441 20 22. Weitere Informationen: www.agro-lohnunternehmer.ch Benny Hüsler: «Ich habe im Maschinenkurs unglaublich viel profitiert.» (Bild: Peter Belart)

«Die Maschine ist nur so gut wie ihr Fahrer» Benny Hüsler aus Rickenbach LU besuchte den ersten, vierzehntägigen Maschinenkurs für Angestellte in Lohnunternehmen. Die Schweizer Landtechnik wollte wissen, wie er seine Erfahrungen anwenden kann. Peter Belart

«Im ersten Moment wurde ich schon etwas stutzig, als ich sah, was mich das kosten würde», erinnert sich Benny Hüsler. «Aber der Maschinenkurs von ‹Lohnunternehmer Schweiz› hat mir gezeigt, dass es sich hier nicht einfach um eine Ausgabe handelt, sondern um eine Investition, die ohne Zweifel Früchte tragen wird. So gesehen ist es nicht ausgegebenes, sondern investiertes Geld – gut investiertes!» Benny Hüsler, Jahrgang 1986, ist in einem Familienbetrieb sowohl mit Landwirtschaft als auch mit Lohnarbeiten gross geworden. Er liess sich zum Landwirt ausbilden und absolvierte anschliessend die Betriebsleiterschule Liebegg AG. Die ganze Handhabung verschiedenster Landmaschinen war ihm also vertraut. Dies erachtet Hüsler als wesentliche Voraussetzung für den Maschinenkurs. Kursteilnehmer mit geringen Vorkenntnissen würden von den vielen Informationen gleichsam überrollt, glaubt er.

Das wäre doch etwas für dich «Ein solcher Kurs wäre doch etwas für dich», meinte sein Vater, der sich bei

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Mai 2011 Schweizer Landtechnik

«Lohnunternehmer Schweiz» engagiert hatte. Und so entschloss sich Hüsler, gemeinsam mit einem Kollegen von der Betriebsleiterschule den Kurs zu belegen. Er erinnert sich an eine intensive Zeit, die er nicht nur im Kurslokal, sondern bei verschiedensten Schweizer Lohnunternehmern verbracht hat. «Dadurch bekamen wir Einblicke in ganz unterschiedliche Betriebe», urteilt er. Diese Vielfalt ist ein grosses Plus dieses Kurses. Zu den Ausbildungsbereichen gehören sämtliche Aspekte, die für Lohnunternehmer in der Handhabung ihrer Maschinen wichtig sind. Das Spektrum reicht von vertieften Einblicken in die Funktionsweise auch ganz moderner Technologien über die ökonomisch ideale Aus- und Umrüstung der Maschinen bis hin zu ihrer Bedienung, die zugleich effektiv und schonend sein soll. «Die Maschine ist nur so gut wie ihr Fahrer», ist eine Erfahrung, die Hüsler im Laufe des Kurses bewusst geworden ist.

Sicherheit ist extrem wichtig Grosse Bedeutung wird im Kurs der Einhaltung sämtlicher Sicherheitsstandards beigemessen. Mit gutem Grund sagt Hüsler: «Sicherheit ist für Lohnunternehmer extrem wichtig, übrigens

auch in technischer Hinsicht. Wenn hier etwas schief läuft, können sich daraus erhebliche Konsequenzen ergeben.» Primär geht es natürlich um Menschen. Doch fallen bei diesen Maschinen auch schnell einmal hohe Reparaturkosten an. «Dazu kommt die Unzufriedenheit der Kunden, die bei Maschinenausfällen vertröstet werden müssen», ergänzt er. «Die Kunden haben heutzutage hohe Ansprüche. Sie erwarten Pünktlichkeit, Genauigkeit und speditive Arbeit bei günstigen Lohnansätzen. Der Maschinenkurs trägt wesentlich dazu bei, diesen Ansprüchen gerecht zu werden.»

Impulse für den eigenen Betrieb Im familieneigenen Betrieb wurden diverse Impulse aus dem Maschinenkurs aufgegriffen und umgesetzt, darunter das äusserst exakte Fahren mit GPS beim Spritzmitteleinsatz und beim Gülle- oder Mistführen. Ferner wird der Wartung und Pflege der Hydraulikanlage auf dem Traktor mehr Beachtung geschenkt. Und schliesslich ist geplant, die Montage der Rückfahrkameras so zu optimieren, dass diese absolut störungsfrei und betriebssicher funktionieren. «Ich habe unglaublich viel profitiert», fasst Hüsler seine Erfahrungen zusammen. Noch immer konsultiert er seine Kursunterlagen mit viel Zusatzinformationen aus dem Kursalltag, wenn sich irgendwelche Fragen ergeben. «Noch einmal: Es ist gut investiertes Geld. Ich würde den Kurs sofort wieder machen.» n


Betriebswirtschaft n

Für den betriebswirtschaftlichen Erfolg ist es wichtig, die möglichen Mechanisierungsvarianten und die dadurch entstehenden Arbeitserledigungskosten zu analysieren und passende Lösungen zu finden.( Bilder: Ruedi Gnädinger)

Senkung der Maschinenkosten Die Senkung der Maschinenkosten kann ein Teil der Lösung sein, um kostengünstiger produzieren zu können. In einer mehrteiligen Beitragsserie zu den Maschinenkosten soll aufgezeigt werden, wie die Maschinenkosten zu analysieren sind und wie man sie beeinflussen kann. Hier kommt Ruedi Gnädinger, der Autor der Beitragsserie, auf die Wahl der Arbeitsverfahren zu sprechen. Sorgfältig abwägen und das Bestehende berücksichtigen, heisst die Devise.

Ruedi Gnädinger

Immer, wenn Leitmaschinen zu ersetzen sind, werden Verfahrensfragen aktuell. Ist die Rundballenkette zu bevorzugen, wo der alte Ladewagen nur noch als Foliensammler dient?

Im Zusammenhang mit der Ausrichtung des Betriebes sind auch die wesentlichen Verfahren zu wählen. Der Rindvieh-/ Futterbaubetrieb muss zum Beispiel zwischen Weidewirtschaft, Grasfütterung im Stall, Ganzjahressilage, Winterfütterung mit oder ohne Silage, der Ballen- oder Losekette und den verschiedenen Kombinationen wählen. Bei dieser Auswahl ist ein gewisser Trend zur Ganzjahressilage und zur Ballenkette ersichtlich. Doch fragt es sich, ob diese Betriebe die wirtschaftlichen Folgen auch berechnet haben oder ob einfach die bekannten Argumente wie bessere Flexibilität und Vereinfachung der täglichen Arbeit zum Entscheid führten. Bei der Ganzjahressilage werden nach meinen Beobachtungen die Auswirkun-

gen der grösseren Konservierungsflächen oft ausgeklammert oder unterschätzt. In der Folge werden in den ersten Jahren nach der Umstellung grössere Investitionen zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit auf dem Feld und beim Einführen getätigt, oder es werden Lohnarbeiten vergeben. Alle diese Massnahmen erhöhen die Kosten gegenüber dem Istzustand. Die Rundballentechnik wurde bei der Einführung in den 70er-Jahren als kostengünstige Alternative zur Losekette und zu den damals üblichen Hochdruckballen eingeführt. Wenn man aber bedenkt, wie viele zusätzliche Maschinen diese Kette heute «begleiten» (Teleskoplader, Ballentransportwagen, Ballenauflösegeräte, Futtermischwagen, Ballenbelüftungsanlagen usw.), darf man sich in einem Verfahrensvergleich durchaus die Frage stellen, ob die Ladewagenkette

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n Betriebswirtschaft nicht nach wie vor eine kostengünstige Lösung ist.

Der Verfahrenskostenvergleich Mit einem Verfahrenskostenvergleich lassen sich zwei oder mehrere Verfahren rechnerisch vergleichen. Die Herausforderung für einen korrekten Verfahrenskostenvergleich ist, dass er methodisch richtig ist und die Annahmen (Daten) mit der Situation auf dem Betrieb übereinstimmen. Verfahrenskostenvergleiche, welche mehr den Charakter eines Beispiels haben oder die Situation auf einem Betrieb (Stückzahlen, vorhandene Infrastruktur, Topografie, Parzellierung usw.) nicht berücksichtigen, sind entsprechend anzupassen. Methodisch korrekt ist ein Verfahrenskostenvergleich, wenn: • die untersuchten Verfahren gegen keine Vorschriften verstossen und die anerkannten Regeln der Technik (Unfallverhütung und Arbeitsschutz), des Tierschutzes und des Umweltschutzes erfüllen; • die Verfahren, die verglichen werden, die gleichen und zweckmässige Abgrenzungen haben. Der Vergleich bei der Futterkonservierung muss dadurch eventuell alle Fakten vom Futtermähen bis zur Fütterung enthalten; • der Zeit- oder Planungshorizont mindestens ähnlich ist. Ein Vergleich eines auf dem Betrieb praktizierten Verfahrens mit alten Maschinen (geringe Restnutzungsdauer) mit einem neuen Verfahren (hohe Abschreibungen) ist daher nur korrekt, bis die alten Leitmaschinen zu ersetzen sind; • Ertragsunterschiede (Verluste, innerbetriebliche Lieferungen, Verkaufserlöse), welche durch die Verfahren beeinflusst werden, berücksichtigt sind. Folgende betriebs- und verfahrensspezifische Annahmen und Daten sind nötig: • Stückzahlen wie Bearbeitungsflächen, Erntemengen, Tierbesatz usw. • Investitionen und die damit zu erwartenden Folgekosten • Verfahrensleistungen beziehungsweise Arbeitsbedarfszahlen • Bewertung der Arbeit (auf dem Betrieb erzielter Stundenlohn oder Zielvorgabe). Unrealistisch hohe Stundenansätze führen zur nicht gerechtfertigten

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Mai 2011 Schweizer Landtechnik

Tabelle: Verfahrenskostenvergleich zwischen bestehendem Hochsiloverfahren und Rundballensilage Annahmen Grundlagen, Annahmen Bestehende Hochsilos und Berechnungen

Rundballen durch Lohnunternehmer

Stückzahlen, Flächen, Mengen

30 Kühe, 15 ha Konservierungsfläche, 420 dt TS Silagebedarf/Jahr

Wie bei Hochsilos

Investitionen

Obenentnahmefräse mit Kranfahrbahn über den Silos

Frontlader und Ballenzange, Kiesplatz zur Ballenlagerung

Desinvestition

Verkauf der vorhandenen Hochsilos

Kosten Zugkräfte, Maschinen und Silos

In Anlehnung an ARTKostenberechnung mit Anpassung an betriebliche Gegebenheiten

Wie bei Hochsilos

Kosten der Arbeit

28 Franken pro h

Wie bei Hochsilos

Berechnungen Jahreskosten

Hochsilo Rundballen CHF CHF

Arbeitskosten Einführen und Abladen (1,2 Akh/t TS) Einführen, Stapeln (0,8 h/t TS)

1 410 940

Maschinenkosten Einführen Traktor (0,6 Th/t TS) Ladewagen 20 m (3,0 Fu/ha) Vielzweckgebläse 11 kW Pressen und Wickeln im Lohn Einführen und Stapeln Traktor (0,8 h/t TS) Wagen (0,5 h/t TS) Frontlader (0,8 h/t TS) Klemmzange zu Frontlader (0,8 h/t TS) Arbeitskosten Entnahme und Fütterung (0,85 Akmin/GVE u. Tag) Transport und Fütterung (1,0 Akmin/GVE u. Tag) Maschinenkosten Entnahmefräse Traktor für Transport (0,25 Tmin/GVE u. Tag) Frontlader (0,25 Tmin/GVE u. Tag) Klemmzange (0,25 Tmin/GVE u. Tag) Lagerkosten Hochsilo Lagerplatz eingekiest Total vergleichbare Verfahrenskosten

Bevorzugung der höheren Mechanisierungsstufen (Ersatz von Arbeit durch Kapital). • Kosten Energie und Verbrauchsmaterial • Verfahrensbedingte Minder- oder Mehrerträge

960 1 800 310 4 590 1280 800 540 340 2140 2 520 2 800 860 360 230 1 250 480 10 670

12 940

Weil die Beschaffung dieser Daten recht aufwendig ist, werden Fakten (Daten) nicht in den Verfahrenskostenvergleich einbezogen, die bei den zu vergleichenden Verfahren gleich sind oder nur unbedeutend abweichen. Wie ein betriebsbezogener Verfahrenskostenvergleich


Betriebswirtschaft n aussehen kann, ist im nachfolgenden Beispiel und in der dazugehörenden Tabelle links dargestellt.

Bestehende Hochsilos mit Obenentnahmefräse nachrüsten oder auf Rundballensilage umstellen? Auf einem Betrieb mit 30 GVE wird je die Hälfte des Winterfutterbedarfes in Hochsilos und auf der Heubelüftung konserviert. Die mühsame Handentnahme aus dem Hochsilo möchte der Betriebsleiter mit einer Obenentnahmefräse mechanisieren. Alternativ könnte er aber in Zusammenarbeit mit einem Lohnunternehmer auch auf Rundballensilage umstellen. Ein betriebsspezifischer Verfahrenskostenvergleich ist hier eine gute Methode, um die finanziellen Auswirkungen dieser beiden Varianten darzustellen. Bevor im folgenden Beispiel mit dem Rechnen begonnen werden kann, muss man sich über nötige Investitionen, Desinvestitionen (Verkauf Siloanlage), Stückzahlen, Verfahrensleistungen, Arbeitszeitbedarf, Bewertung der Arbeit usw. Klarheit verschaffen, beziehungs-

Wenn ein Verfahren grosse Traktoren bedingt, werden diese später oft auch für Arbeiten eingesetzt, wo diese Leistungsklasse nicht nötig wäre. Dies führt zu gesamthaft höheren Zugkraftkosten.

weise Annahmen treffen (siehe Beispiel Verfahrenskostenvergleich Hochsilo und Rundballensilage).

Im Verfahrenskostenvergleich kommen höhere Mechanisierungsstufen wirtschaftlich besser weg, wenn für die Arbeit ein hoher Preis eingesetzt wird. Um nicht zu falschen Aussagen zu gelangen, muss der eingesetzte Arbeitspreis auf dem Betrieb realisierbar sein, oder die eingesparte Arbeitszeit muss ausserbetrieblich zu diesem Preis wirtschaftlich verwertbar sein.

Der Vergleich zeigt, dass das bisher auf dem Betrieb vorhandene Verfahren, ergänzt mit einer Obenentnahmefräse, einen Kostenvorteil von rund 2300 Franken pro Jahr hat. Dabei ist zu beachten, dass bei einer Umstellung auf Ballensilage ein Verkauf der Hochsilos für 10 000 Franken angenommen wurde. Die Jahreskosten der Hochsilos basieren dementsprechend auf diesem Wert. Wäre der Verkaufserlös noch tiefer, würde sich der Verfahrenskostenvergleich zugunsten der Variante Hochsilo verbessern. In diesem Beispiel sind die Kosten der menschlichen Arbeit bei beiden Varianten ähnlich. Wären sie sehr unterschiedlich, müsste man für die endgültige Verfahrenswahl auch die Auswirkungen auf das Arbeitseinkommen berücksichtigen. Kann in der eingesparten Arbeitszeit auch ein Einkommen von 28 Franken pro Stunde erzielt werden? Im Kontakt mit Landwirten stelle ich immer wieder fest, dass die Auswahl der Verfahren selten auf den Ergebnissen eines Verfahrenskostenvergleiches beruht. Mehrheitlich schaut man, was die anderen machen (wohin geht der Trend?). Dies ist schade, denn was für die Mehrheit gut ist, muss nicht das Beste für den eigenen Betrieb mit seinen Voraussetzungen sein. n

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n Sous la loupe

Das 8-Rad-Fahrwerk von Kurmann AG – Inbegriff für höchste Ansprüche, als Ausrüster grossdimensionierter Lade- und Erntewagen. (Bilder: zVg)

«Die Dynamik ist essentiell» «75 Jahre Innovation»: Unter diesem Motto feierte die Firma Kurmann Technik AG, Ruswil, ihr 75-Jahr-Jubiläum. Wenn man von diesem Unternehmen berichtet, ist das Wort «Innovation» alles andere als eine leere Worthülse. Das wird im Gespräch mit Otto und Urs Kurmann sonnenklar.

Peter Belart

Die Erfolgsgeschichte basiert auf vielen Qualitäten: der Pioniergeist, der nie erlahmt und eine gesunde wirtschaftliche Basis hat; der gute Riecher, um zukünftige Tendenzen zu erkennen und auf ernsthafte Anliegen der Kundschaft mit geeigneten Massnahmen und Angeboten zu reagieren; das Bewusstsein, wie bedeutsam eine motivierte Belegschaft ist; der Wille, nicht nur gut zu verkaufen, sondern vor allem auch kompetent zu beraten; die Bereitschaft, jahraus, jahrein einen 24-Stunden-Service aufrechtzuerhalten; der Anspruch, immer am Puls der Zeit oder sogar zwei Schritte voraus zu sein. All dies sind Qualitäten, die in der Firma Kurmann nun bereits in der dritten

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Otto Kurmann Seniorchef (rechts) und Urs Kurmann, seit 2003 Mitinhaber des Unternehmens. (Bild: Peter Belart)


Sous la loupe n Meilensteine im Unternehmen 1935 Siegfried Kurmann eröffnet in Rüediswil die Schmiede für den Wagenbau und Hufbeschlag. 1953 Die alte Schmiedewerkstatt wird durch einen Neubau ersetzt und mit der Reparaturwerkstatt für Landmaschinen erweitert. 1973 Übergabe des Betriebes an Otto Kurmann (2. Generation), Aufnahme des Maschinenbaus 1989 Umzug in den Neubau an der Rüediswilerstrasse 102, Ruswil 2003 Umwandlung der Firma Otto Kurmann Landmaschinen in die Kurmann Technik AG, Beteiligung Urs Kurmann (3. Generation)

Beeindruckende Ausstellung zum 75-Jahre-Jubiläum: Die Kurmann Technik AG umfasst die vier Bereiche Land-, Maschinen-, Haus- und Hoftechnik.

Generation hochgehalten und gelebt werden. Das Familienunternehmen feierte im letzten Jahr das 75-Jahr-Jubiläum; es präsentiert sich in bester Verfassung. Bereits darf man im Unternehmen auf die vierte Generation hoffen.

zum Futtermischwagen und der Kurmann-Hydro-Lift für die Grasernte. Die Liste ist keineswegs abschliessend. Heute beläuft sich der Personalbestand auf 40 Vollzeit- und einige Teilzeitpensen, darunter sechs Lehrlinge.

Zunächst eine Huf- und Wagenschmiede

Bauliche Entwicklung

Es war mitten in der Krisenzeit 1934/35, als sich Siegfried und Marie Kurmann aus Ruswil entschlossen, die dortige Huf- und Wagenschmiede zu übernehmen. Der Firmengründer schaffte es, nicht nur unbeschadet über die dunklen Kriegsjahre zu kommen, sondern bereits ab Ende der 1930er-Jahre erste eigene Entwicklungen auf den Markt zu bringen. Der Verkauf von Handelsprodukten wurde zum zweiten Standbein. Der Unternehmer und die anfänglich fünf Mitarbeiter steckten viel technisches Wissen und Können in den Dienst von ehrgeizigen Projekten. In den Gründerjahren baute man vor allem Ausklinkvorrichtungen für Pflüge und leichte Pneu-Wagen, in den 70-er Jahren wurde eine Häckselkette mit selbstfahrendem Maishäcksler gebaut. Die bekannten Kurmann Doppelpendelachsen und die ersten Aufbereiter entstanden, nebst den leichten Busatis-Frontmähwerken und Triebachsladewagen in den 80-er Jahren. Weitere Innovationen aus neuerer Zeit sind unter anderen das 6-Rad- und das 8-RadFahrwerk sowie Weiterentwicklungen von Aufbereitern. Erwähnt sei auch die Konstruktion des Kurmann-ElektroFahrkopfs als Antriebs- und Lenkeinheit

Auch in baulicher Hinsicht verlief die Firmengeschichte stürmisch: 1955 und 1962, damals noch im Dorfkern ansässig, wurden neue Werkstätten gebaut. 1989 verlegte Otto Kurmann, seit 1973 Firmeninhaber in der zweiter Generation, sein Unternehmen an den Dorfrand, denn auf dem Werksgelände im Dorf wurde es zu eng. Wesentlich grössere Werkstätten, erorderlicheLagerräume und ein Wohntrakt standen nun zur Verfügung.

aus dem Gespräch mit Otto und Urs Kurmann illustrieren dies: «Wir müssen uns bewegen – Dynamik ist essenziell.» – «Gesunde Strukturen sind eine elementare Voraussetzung für ein erfolgreiches Firmenmanagement.» – «Wir sind Macher.» – «Unser Name steht für Verlässlichkeit und wir machen mit Taten auf uns aufmerksam.» – «Unser Personal stellt ein enormes Kapital dar.» – «Unser Berufsalltag ist geprägt von einer gesunden Portion Risiko und – von der Freude an der Sache.»

Vier Technik-Bereiche Nach einer Konsolidierungsphase in den 90er-Jahren trat im Jahre 2003 mit Urs Kurmann (Jahrgang 1973) die dritte Generation ins Geschäft ein, bestens vorbereitet mit den nötigen Führungseigenschaften und ausgerüstet mit dem neusten Wissen über den Stand der technischen Entwicklung. Heute präsentiert sich die Kurmann Technik AG tadellos positioniert im grosszügig konzipierten Neubau vom letzten Jahr. Ein Rundgang durch die Werkstätten und Lagerhallen macht deutlich: Hier ist man für alle zukünftigen Eventualitäten gerüstet und festen Willens, die Familienerfolgsgeschichte weiterzuführen. Verschiedene Leitgedanken

Zwei typische Kurmann-Entwicklungen: Ankopplung des Mähaufbereiters über den Hydro-Lift, ohne das Heckmähwerk zu belasten.

Seit Anfang 2011 ist Urs Kurmann als Inhaber und verantwortlicher Geschäftsführer, der aber weiterhin auf die riesige Erfahrung und die weit verzweigten Beziehungen seines Vaters baut. Wie schon der Grossvater und sein Vater, so hat auch der Juniorchef mehrere Berufsausbildungen absolviert. Dies befähigt ihn dazu, die vier Firmenbereiche Land-, Maschinen, Haus- und Hoftechnik, Haustechnik, Hoftechnik und Maschinentechnik fundiert zu führen. n

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n Hoftechnik

Luft und Licht sind gratis, das nutzen die Holländer. (Bilder: Christian Manser)

Die Weide ist der beste Stall «Licht, Luft, Futter, Wasser, Ruhe und Raum». Je mehr eine Kuh im Stall von den sechs Freiheiten der Weide erhält, desto gesünder ist sie, und umso mehr Freude macht die Rindviehhaltung. Gerade bei Neu- oder Umbauten von landwirtschaftlichen Gebäuden ist es besonders ratsam, sich mit den Anforderungen auseinanderzusetzen, die eine Kuh an ihre Umgebung stellt. Oft werden die Möglichkeiten nicht umfassend genutzt, die sich bei einem Bauvorhaben ergeben. Die gleichzeitige Verbesserung von Arbeitsabläufen wird leider häufig vergessen. Woran liegt das?

Christian Manser

Bauen heisst vorausdenken für heute und vor allem für morgen. Bei der Bauplanung muss man sich deshalb zwingen, 15 bis 20 Jahre vorauszuschauen. Es stellt sich die Frage, welches dannAutor: Christian Manser, Fachstelle Rindvieh, Landwirtschaftliches Zentrum SG, Flawil Das LZSG bietet regelmässig Workshops zum Thema «Kuhsignale verstehen» an und organisiert Stallbauseminare in Holland. www.landwirtschaft.sg.ch

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zumal die Leistungen der Tiere und der Stand der Technik sein werden. Der Betriebsleiter beziehungsweise die Betriebsleiterfamilie ist im Schnitt nur einmal damit beschäftigt, für den eigenen Viehbestand einen neuen Stall zu bauen oder ein bestehendes Gebäude um- oder auszubauen. Die Bauentscheide, in kurzer Zeit gefällt, sind für die nächsten 30 bis 40 Jahre von grosser Bedeutung. Zudem beeinflussen diese oft die betrieblichen und baulichen Entwicklungsmöglichkeiten der nachfolgenden Generationen. Es ist wichtig, sich bei der Bauplanung von der Vorstellung zu lösen, den

idealen Stall bauen zu wollen. Diesen gibt es nicht. Gesucht ist ein guter, auf die persönlichen Bedürfnisse angepasster Stall. Bauen heisst letztlich: die besten Kompromisse finden.

Klare Sicht Vor allem sind diesbezüglich, was den Schweizer Stallbau betrifft, Denkfehler zu nennen, die auf dem Wissen vergangener Zeiten basieren. Wesentliche Entwicklungen zum Wohl des Menschen und der Tiere wurden verpasst. Weder Architekten und Stallbauer noch Berater und Betriebsleiter sind dagegen gefeit.


Hoftechnik n In der Schweiz steht oft der Übergang von einem Anbindestall zu einem Laufstall bevor. Gute Erfahrungen aus dem Anbindestall dürfen aber nicht das System «Laufstall» in dessen Entwicklung behindern. Es kann sich als lohnend erweisen, Baulösungen im Ausland näher zu begutachten. Da gibt es bereits vielerorts Laufställe, die in der zweiten Generation entstehen. Viele Erfahrungen aus den gemachten Baufehlern fliessen dabei in die Neubauplanungen ein, während hierzulande im Stallbau zum Leidwesen der bauwilligen Landwirte oft alte Pläne von realisierten Objekten kopiert werden. Ziel muss sein, den besten Stall der Welt noch besser zu machen, nicht teurer. Das ist immer möglich.

Melkroboter ja oder nein? Technische Neuerungen stossen auf unser waches Interesse, denn es lohnt sich, offen zu sein für Neues, Unpopuläres oder gar Verrücktes. So steht uns im Bereich der Melktechnik mit dem Melkroboter ein System zur Verfügung, das die Milchproduktion revolutioniert.

Weltweit verrichten immer mehr automatische Melksysteme die Melkarbeit. Diese Technik ist definitiv prasixreif.

Die Vorteile, die ein Melkroboter für grössere Betriebe mit sich bringt, müssen im Jahr 2011 jedenfalls beim heutigen Stand der Technik in jede Stallbauplanung miteinbezogen werden.

Warum wohl werden in Skandinavien, von wo die automatischen Melksysteme herkommen, rund 80 Prozent der neuen Milchviehställe damit ausgerüstet?

Die vier Säulen beim Stallbau

beobachten, wenn die Kuh nicht artgemäss abliegen und aufstehen kann.

Die Kuh wünscht sich letztlich im Stall nichts anderes als die sechs Freiheiten der Weide: Licht, Luft, Futter, Wasser, Ruhe und Raum. Dies gilt es beim Stallbau zu berücksichtigen. Bei einem Stallbauprojekt müssen vier Bereiche ins Auge gefasst werden. Es sind dies in absteigender Priorität: Kuhkomfort, Arbeitseffizienz, Flexibilität und Erweiterungsmöglichkeiten, dauerhafte sowie einfache und günstige Lösungen.

2. Arbeitseffizienz

1. Kuhkomfort Beim Bau eines Milchviehstalles muss an erster Stelle das Wohl der Kuh stehen. Trotzdem soll die Arbeit rund ums Milchvieh auch dem Tierhalter Spass machen. Es gilt bei der Planung, neben weiteren, speziell auch die unten stehenden Besonderheiten des Rindviehs zu beachten. • Die Kuh ist kein Höhlenbewohner. Vielmehr ist sie ein Herdentier, das gemeinsam fressen, gemeinsam liegen

und nahe bei der Herde abkalben will. • Sie ist ein Fluchttier (schwache Tiere vermeiden Rangkämpfe). • Sie produziert mit einem Drittel ihres Körpergewichts («Biogasanlage» im Pansen) Wärme, fühlt sich bei Temperaturen zwischen 0 und 15 °C am wohlsten. • Sie gibt viel Flüssigkeit ab über den Harn, den Schweiss und die Atemluft. • Sie gibt Kohlendioxid, Methan und Ammoniak an die Luft ab. • Sie bewegt sich nur für die Futtersuche und für die sozialen Kontakte und legt sich dann hin (auf einem optimalen Liegeplatz pro Tag bis zu 14 Stunden). In einer optimalen Umgebung bleibt die Kuh gesund und ist wirtschaftlich. Alles, was sich baulich und von der Betreuung her in die Verhinderung von Krankheiten und Verletzungen investieren lässt, zahlt sich im Endeffekt doppelt aus. Die Liegefläche ist für den Erfolg im Stall der entscheidende Faktor. Sie wird sehr oft falsch konstruiert. Dies können wir

Die Arbeit im Stall muss Spass machen. Die Arbeitsabläufe müssen schon bei der Planung immer wieder durchdacht werden und nachvollziehbar sein. Es stellen sich dabei laufend folgende Fragen dahin gehend: Wie bewegt sich die Kuh durch den Stall? An einem Tag und im Jahresverlauf (Galtphase, Abkalbephase)? Wie läuft der Bauer durch den Stall? Wie kommt das Stroh in den Stall? Wie kommt das Futter in den Stall? Wie gelangt der Kot aus dem Stall an den Lagerplatz? Wie kommen der Tierarzt und der Besamer an die Kuh? Jede Planänderung hat auch wieder andere Arbeitsabläufe zur Folge. Es lohnt sich, diese permanent zu überprüfen. Zudem muss zeichnerisch klar festgehalten werden, wie der Kuhverkehr im Stall optimal läuft. «Stressfreie Abkalbelinie»: Kranke und schwache Tiere (frisch abgekalbte, Erstmelkkühe oder ältere Kühe)

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n Hoftechnik müssen einfach beobachtet und versorgt werden können. Auf jedem Betrieb gibt es Tiere, die aufgrund ihrer Gesundheit und Verfassung während eines gewissen Zeitraums intensiver betreut werden müssen. Sind diese beispielsweise gemeinsam in einer Gruppe auf Tiefstroh, vereinfachen sich Beobachtung und Behandlung. Ist der Boden des Fressbereichs in diesem Stallbereich mit gummiertem Material belegt, werden die Klauen maximal geschont. Gleichzeitig kann man darauf verzichten, grosse Teile des Stalls mit derlei Materialien auszustatten, da sich lahme Kühe in der stressfreien Abkalbelinie erholen können. Die Erholungszeit wird verkürzt, und die Tiere können schneller zurück in die Gesamtherde gebracht werden.

3. Flexibilität und Erweiterungsmöglichkeiten Ob der Stall, den ich heute baue, auch in 10 oder 20 Jahren noch richtig dimensioniert ist, das kann mir heute niemand sagen. Umso wichtiger ist es, Ausbaupläne zumindest im Kopf mitzutragen und in der ersten Bauphase zu berücksichtigen. Jede Mauer, jede Wand und jede Stütze am falschen Ort können die Weiterentwicklung des Gebäudes irgendwann einschränken. In der Planungsphase lauten die Fragen: «Welche Änderungs- und Entwicklungsmöglichkeiten habe ich oder hat mein Nachfolger bei dieser Standortwahl und Bauweise?» Kann die Melkanlage später umgerüstet und erweitert werden? Ist der Warteraum auch bei zusätzlichen Tieren am richtigen Ort und genügend gross? Kann die Fütterung in 10 Jahren einmal mit einem Mischwagen erfolgen? Kann die Entmistung vereinfacht werden? Wo werden die Kühe untergebracht, wenn sich der Bestand verdoppeln wird?

4. Dauerhaft, einfach und günstig Der Stall muss in jeder Hinsicht zweckmässig sein. Die Kuh soll sich wohl fühlen, und die tägliche Arbeit muss einfach erledigt werden können. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die Materialien sollen kostengünstig und dauerhaft sein. Bei jedem Bauteil muss die Frage nach der Notwendigkeit gestellt werden. Es darf nicht sein,

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Der Melkroboter ist eine Kraftfutterstation mit Separationssystem, nicht nur eine Melkvorrichtung.

Gründe für den Einbau der stressfreien Abkalbelinie Die Risikotiere fühlen sich nicht von der Herde isoliert, da sie trotz Separation von der Gesamtherde immer Sicht-, Hör-, Riech- und zum Teil auch Sozialkontakt zu den gesunden Tieren haben und nie allein in einer Boxe sind. Die Liegedauer nimmt zu, da ein uneingeschränktes Abliegen und Aufstehen im Tiefstrohbereich möglich ist. Die Beobachtung ist einfacher, da alle Risikotiere in derselben kleinen Gruppe stehen und täglich mehrere Kontrollgänge stattfinden. Die medizinische Versorgung ist vereinfacht, da die Tiere schon selektiert sind und schnell fixiert werden können. Die Risikotiere haben mehr Ruhe, da es in der Gruppe der schwachen Tiere kaum zu Rangkämpfen kommt. Gerade auch für lahme Tiere sind die Wege zum Futter, zum Wasser, zum Melken und zum Liegeplatz sehr kurz, da die stressfreie Abkalbelinie an optimaler Lage im Stall ist. Die beste Lage im Stall bleibt dank optimal durchdachter Arbeitsabläufe während 365 Tagen im Jahr belegt; sie wird nicht nur tageweise als Abkalbebucht genutzt. Je nach Gesundheitszustand kann in diesem äusserst flexiblen System ein Tier entsprechend früher oder später in die Herde zurückgebracht werden.

Das Abkalben kann in Ruhe und in einer bereits bekannten Umgebung mit Sicht zur Herde erfolgen, da die Kuh schon einige Tage vor der Geburt in die stressfreie Abkalbelinie gebracht wird. Die Totgeburtenrate und die Kälbersterblichkeit sind tiefer, da kein Unterbruch der Geburtsphase durch ein zu spätes Verstellen der bereits kalbenden Kuh erfolgt. Die Gesamtmelkzeit (Stehzeit im Warteraum und im Melkstand) beträgt für die schwache Kuh täglich nur rund eine halbe Stunde statt zwei Stunden, da sie dank dem direkten Zugang in den Melkstand nicht zuhinterst im Warteraum auf Betonboden anstehen muss. Die Wiederintegration in die Herde nach der Genesung erfolgt mit deutlich weniger Rangkämpfen und ist daher einfacher, da in der Krankheitsphase keine Distanz zum Rest der Herde entsteht. Die Integration von Rindern oder zugekauften Tieren ist einfacher, da diese in einem ersten Schritt in der Abkalbelinie einen Teil der neuen Herde kennenlernen können. Ausstellungstiere können für die Schauvorbereitung in die Abkalbelinie gebracht werden, wo allfällige Schwellungen an Gelenken und weitere Schönheitsfehler heilen und die Tiere in Schaukondition gebracht werden können.


Hoftechnik n dass kurz nach dem Bau schon wieder Wände entfernt werden. Muss es Beton sein, oder reicht Holz oder gar eine einfache Abschrankung mittels einer Stange aus Metall? Es gilt zu beachten, dass nicht nur frische Luft in den Stall, sondern viel mehr auch die mit Schadgasen, Wärme und Feuchtigkeit versetzte Luft von den Tieren weggeführt werden muss. Krankheitserreger lieben Wärme und Feuchtigkeit. Die Luft, die ungehindert durch den Stall strömt, und das Tageslicht sind gratis. Das muss genutzt werden.

Fazit Es ist für den Bauherrn nicht immer einfach, die notwendige Unterstützung für sein Generationen-Bauwerk zu finden. Nicht immer kennt der Architekt die Bedürfnisse der Kuh, und oft sind die Stallplaner mehr an den Lieferungen von Stalleinrichtungen und Dienstleistungen interessiert, da es sich angeblich ja um die besten Produkte am Markt handelt. Die Realität ist oft eine andere. Die Bespre-

Die stressfreie Abkalbelinie mit Tiefstroh und Gummimatten im Fressbereich erleichtert die Kontrolle, Betreuung und die Heilung bei den Risikotieren enorm.

chung der Stallbaupläne mit Berufskollegen lohnt sich. Und: Braucht es Mut, Pläne einem unabhängigen Berater vorzulegen? Die Behebung eines

Fehlers auf dem Papier kostet nichts. Beton ist jedoch nach 24 Stunden hart. Spätestens dann wird es hart, etwas zu ändern. n

Maschinenmarkt n

Mehr Kuhkomfort DeLaval lanciert die neuste Version der schwingenden Kuhbürste SCB. Die überarbeitete Ausführung verbessert mit zwei separaten Drehpunkten den Scheuerwinkel für die Kühe, verfügt über einen einzigartigen Sicherheitsmechanismus zum Schutz von Tier und Mensch und verbraucht um 26 Prozent weniger Energie als das Vorgängermodell.

Die dritte Generation der schwingenden Kuhbürste verfügt über einen geschwungenen Arm, der die Bürste noch ruhiger und sicherer arbeiten lässt. Die zwei separaten Drehpunkte, jeweils am Ende des geschwungenen Arms, verbessern die möglichen Putzpositionen und lassen die Bürste ruhiger über den Rücken laufen. Die Borsten der schwingenden Kuhbürste besitzen genau die richtige Länge und Härte, um die Blutzirkulation der Tiere optimal anzuregen. Dadurch werden die Tiergesundheit, die Leistungsbereitschaft und das Wohlbefinden positiv beeinflusst. Eine neuere Studie zeigte, dass Kühe, denen eine schwingende Kuh-

bürste zur Verfügung stand, signifikant ab einem Jahr geeignet. Eine Haarlänge weniger Fälle klinischer Mastitis und eine von 3 cm sollte nicht überschritten wergesteigerte Milchleistung von bis zu den. (pd) einem Kilogramm Milch pro Kuh und Tag aufwiesen. Die DeLaval Kuhbürste SCB wird vormontiert geliefert und kann je nach Wunsch direkt an der Wand oder an einem Pfosten montiert werden. Für die Wartung und Pflege kann der Bürstenzylinder einfach abgenommen, ausgetauscht oder mit einem Hoch- Die neuste Kuhbürste verbessert die möglichen Putzpositiodruckreiniger gereinigt nen und lässt die Bürste ruhiger über den Rücken laufen. werden. Sie ist für Rinder (Bilder: zVg)

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ART-Bericht 738

Zerkleinerung von Maisstroh und Fusarienbefall von Weizen Hammer- und Y-Schlägel im Vergleich

Dezember 2010

Autorinnen und Autoren Roy Latsch, Susanne Vogelgsang, Joachim Sauter, Estelle Delestra, ART roy.latsch@art.admin.ch Impressum Herausgeber: Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART Tänikon, CH-8356 Ettenhausen, Redaktion: Etel Keller, ART Die ART-Berichte/Rapports ART ­erscheinen in rund 20 Nummern pro Jahr. Jahresabonnement ­ Fr. 60.–. Bestellung von Abonnements und Einzelnummern: ART, Bibliothek, 8356 Ettenhausen T +41 (0)52 368 31 31 F +41 (0)52 365 11 90 doku@art.admin.ch Downloads: www.agroscope.ch

Maisstrohhäckseln mit unterschiedlichen Schlägeln – Versuch mit dem Kuhn Mulcher BPR 280 (Foto: Joachim Sauter, ART).

Schlägelmulcher sind in der Schweiz in vielen Bereichen im Einsatz. Sie finden unter anderem für die Weide- und Landschaftspflege oder für das Häckseln von Maisstroh Verwendung. In den meisten Fällen werden Hammerschlägel als Allroundwerkzeuge eingesetzt. Schlägelmulcher mit Y-Schlägeln stellen eine ökonomisch interessante Alternative zu Hammerschlägeln dar. Im Vergleich dazu waren die Mulchgeräte mit Y-Schlägeln

leichtzügiger und hatten einen zwei- bis dreifach geringeren Antriebsleistungsbedarf. Bei der Arbeitsqualität der Werkzeuge zeigte der Hammerschlägel leichte Vorteile. Ebenso erzeugte er eine stärkere «Sogwirkung» zum Anheben von flach auf dem Boden liegendem Stroh. Der Fusarien­ befall des Winterweizens nach Körnermais unterschied sich bei beiden Schlägeltypen jedoch nicht signifikant voneinander.

ISSN 1661-7568

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n ART-Bericht 738 Einleitung Bei der Wahl des geeigneten Schlägelmulchers stellt sich die Frage nach der am besten geeigneten Schlägelform. Im Allgemeinen empfehlen die Hersteller Hammerschlägel für den Einsatz im Maisstroh. Sie versprechen ein sauberes Schnittbild und eine lange Standzeit, da sie aufgrund ihrer kompakten Form und Masse wenig anfällig für Beschädigungen durch Steine sind. Zudem bewirkt der ständige Materialabtrag an der Schneide des Werkzeugs einen gewissen Selbstschärfungseffekt. Die meisten Hersteller bewerben diese Schlägelform zudem mit dem Argument, dass die Hammerschlägel unter der Maschine eine Sog­ wirkung erzeugen, wodurch liegende Pflanzenteile in den Rotor eingesaugt und zerkleinert werden. Die in der Schweiz weniger gebräuchlichen Y-Schlägel hingegen erzeugen ein vergleichsweise unsauberes Schnittbild mit ausgefransten Schnittflächen. Für den Abbau des Maisstrohs könnte dies jedoch von Vorteil sein. Bei der Fruchtfolge Winterweizen nach Körnermais treten insbesondere bei reduzierter Bodenbearbeitung häufiger Probleme mit erhöhtem Befall durch Fusarium graminearum und der Belastung mit dem Mykotoxin Deoxyniva­ lenol (DON) auf. Die effektivste Lösung dieses Problems wäre die Umstellung der Fruchtfolge, was jedoch nicht in allen Betrieben problemlos und ohne negative finanzielle Folgen möglich ist. Fusarium graminearum kann auf Maisstroh überdauern und befällt im kommenden Jahr durch Askosporen den blühenden Weizen. Das Infektionsrisiko sinkt durch eine starke ­Zerkleinerung der Maisstängel, denn dies beschleunigt die anschliessende Rotte, und durch die Wahl gering anfälliger Weizensorten (Vogelgsang et al., im Druck). Als zusätzlicher Nutzen der Zerkleinerung sinkt der Befall mit Maiszünslerlarven stark, da diese ihrer Überwinterungsmöglichkeiten in intakten Stängelstücken beraubt werden. In der folgenden Abhandlung werden die Vor- und Nachteile von Hammer- und Y-Schlägeln mit Räumklinge ver­ glichen (Abb. 1). Hierfür werden Ergebnisse aus zwei unterschiedlichen Versuchen herangezogen. Ein Versuch (Wittenwil, TG, 2009) umfasst die benötigte Antriebsleistung des Schlägelmulchers mit unterschiedlichen Schlägelformen im Front- und Heckanbau, die Zerkleinerungs­ qualität des Maisstrohs sowie die Quantifizierung der Sogwirkung im Rotorenbereich. Im zweiten Versuch, der

über zwei Jahre (Andelfingen, ZH 2008 und Ossingen, ZH 2009) lief, wurde das Befallsrisiko von Weizen mit Fu­s arium graminearum sowie dessen DON-Belastung untersucht.

Leistungserfassung mit verschiedenen Schlägelformen Bei der Leistungserfassung in Wittenwil Ende 2009 wurde das Mulchgerät sowohl im Front- als auch im Heckanbau betrieben. In beiden Fällen wurde die Zapfwellenleistung über eine Drehmomentmesswelle erfasst. Im Heckanbau wurde zusätzlich der Zugkraftbedarf ermittelt. Der verwendete Mulcher Kuhn BPR 280 mit 2,8 m Arbeitsbreite wurde für die Untersuchungen auf den jeweiligen Schlägeltypen umgerüstet. Das Versuchsfeld in Wittenwil (TG) hatte bei einem Kornertrag von 95 dt/ha einen Strohertrag von zirka 90 dt TS/ha. Der Körnermais (Pioneer DKC 2960) wurde mit einem Rotormähdrescher mit Maispflückvorsatz Geringhoff Rota-Disc geerntet. Gezogen wurde der Mulcher von einem Standardtraktor mit 65 kW (88 PS) Leistung. Die Arbeitsgeschwindigkeit betrug 3,4 km/h bei einer Rotordrehzahl von 1960 U/min (1000 U/min Zapfwelle) und der Durchsatz lag somit bei zirka 86 dt TS/h. Aufgrund der unterschiedlichen Auslenkung der beiden Schlägeltypen im Einsatz wurde für beide Typen vor Ort eine einheitliche Schnitthöhe eingestellt. Für jede Maschinenvariante (Front-/Heckanhängung, Hammer-/Y-Schlägel) wurden abhängig von der Feldgeologie drei bis vier Wiederholungen der Messfahrten durchgeführt. Zusätzlich zu den Versuchen im Maisstroh wurden im Herbst 2009 Leistungsmessungen im überständigen Wiesenaufwuchs (170 dt FM/h) mit der gleichen Maschinenkonfiguration durchgeführt (Tänikon, TG). Hammerschlägel haben einen hohen Leistungsbedarf Die benötigte mittlere Zapfwellenleistung zum Antrieb des Mulchers im Leerlauf mit Hammerschlägeln betrug 10,1 kW und somit 3,6 kW/m Arbeitsbreite (AB). Die Zapfwellenleistung zum Antrieb der Y-Schlägel war mit 4,8 kW und 1,7 kW/m AB knapp halb so hoch (Abb. 2). Im Heckanbau mit Hammerschlägeln stieg unter Last die benötigte Zapfwellenleistung auf 30,9 kW an (Abb. 3). 60

3,6 kW/m AB

1,7 kW/m AB

Leistung [kW]

50 40 30 20 10 0

Hammerschlägel 945 g

Y-Schlägel 1085 g

Abb. 1: Untersuchte Hammer- und Y-Schlägel (Fotos: Kuhn SA, Saverne, Frankreich). 48

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Zapfwellenleistung Hammerschlägel Leerlauf Zapfwellenleistung Y-Schlägel Leerlauf

Abb. 2: Benötigte Zapfwellenleistung mit Standardabweichung der unterschiedlichen Schlägelformen im Leerlauf.


ART-Bericht 738 n Hinzu kamen durchschnittlich 4,1 kW Zugleistungsbedarf. Somit lag die benötigte Gesamtleistung bei 35 kW, was 12,5 kW pro Meter Arbeitsbreite (AB) entspricht. Der mit Y-Schlägeln ausgerüstete Mulcher benötigte unter gleichen Umständen nur 9,7 kW an Zapfwellenleistung. Im Vergleich zur Hammerschlägelvariante war er mit der benötigten 1,5 kW Zugleistung zudem auch noch leichtzügiger. Mit durchschnittlich 4,0 kW/m AB hat die Ausführung mit Y-Schlägeln einen gut dreimal weniger hohen Gesamtleistungsbedarf.

pro Stunde brachte den Traktor an das Leistungslimit. Die benötigte Zapfwellenleistung lag in diesem Versuch beim Hammerschlägel mit 13,7 kW/m AB wiederum fast doppelt so hoch wie bei der Variante mit Y-Schlägel, die 7,3 kW/m AB benötigte. Nach Rinaldi et al. (2005) werden bei einem Dieselmotor 272 g Kraftstoff zur Bereitstellung von einer kWh benötigt. Die mittlere Dichte von Dieselkraftstoff beträgt 0,83 kg/l. Somit lassen sich bei einer Fahrgeschwindigkeit

60

12,5 kW/m AB

60

4,0 kW/m AB

13,7 kW/m AB

7,3 kW/m AB

50

40

Leistung [kW]

Leistung [kW]

50

30 20

40 30 20

10 10

0

Zapfwellenleistung Hammerschlägel Zugleistung Hammerschlägel

Zapfwellenleistung Y-Schlägel Zugleistung Y-Schlägel

Abb. 3: Gesamtleistungsbedarf mit Standardabweichung der unterschiedlichen Schlägelformen bei Heckanbau in Maisstroh.

Im Frontanbau waren die Werte der benötigten Zapfwellenleistung erwartungsgemäss höher als beim Heckanbau des Mulchers, da die Strohstoppeln beim Frontanbau nicht niedergefahren wurden und die Zerkleinerung einen zu­­ sätzlichen Kraftaufwand forderte (Abb. 4). Die Zapfwellenleistung bei der Hammerschlägelvariante stieg mode­ rat um 3 kW, während bei den Y-Schlägeln fast eine Ver­ dopplung des Leistungsbedarfs an der Zapfwelle registriert wurde. Dennoch war die Ausführung mit Y-Schlägeln mit 6,5 kW/m AB nur gut halb so leistungsintensiv wie die Variante mit Hammerschlägeln, die im Durchschnitt 12,1 kW/m AB benötigte. Bei Wiesenaufwuchs mit dem Mulcher im Frontanbau zeigte sich ein ähnliches Ergebnis wie bei der Maisstroh­ bearbeitung (Abb. 5). Gegenüber dieser waren die Werte leicht erhöht. Der Durchsatz von zirka 170 dt Frischmasse 60

12,1 kW/m AB

6,5 kW/m AB

Leistung [kW]

50 40 30 20 10 0

Zapfwellenleistung Hammerschlägel Zapfwellenleistung Y-Schlägel

0

Zapfwellenleistung Hammerschlägel

Zapfwellenleistung Y-Schlägel

Abb. 5: Zapfwellenleistung mit Standardabweichung der unterschiedlichen Schlägelformen bei Frontanbau in Wiesenaufwuchs.

Dieselbedarf [l/ha] Mais Hammerschlägel Y-Schlägel

Wiese

Leerlauf

Heck

Front

Front

3,5 1,6

10,6 3,4

11,7 6,3

13,2 7,0

Tab. 1: Errechneter Dieselbedarf pro Hektar zum Antrieb des Mulchers – Grundlage ist die gemessene Zapfwellenleistung.

von 3,4 km/h die in Tab. 1 aufgeführten Kraftstoffmengen von 1,6 bis 13,2 Liter pro Hektar zum Antrieb des Mulchers errechnen. Y-Schlägel benötigen weniger Treibstoff Die Untersuchung der Leistungsansprüche der unterschiedlichen Schlägelformen zeigte, dass die Y-Schlägel weit geringeren Energieeinsatz als die Hammerschlägel benötigen. Schon im Leerlauf war die Zapfwellenleistung der Hammerschlägel doppelt so hoch wie diejenige der Y-Schlägel. Der tatsächliche Leistungsbedarf ist von der Gutart (Maisstroh, überständiges Extensivgras) und der Aufwuchsmasse abhängig (Pöllinger und Zentner 2003). Unter Last steigerte sich der Leistungsbedarf der Variante mit Hammerschlägeln sogar bis auf das dreifache. Zudem war die Variante mit Y-Schlägeln leichtzügiger. Vergleichbare Ergebnisse berichteten auch Biller und Brunotte (1995) sowie Brunotte et al. (1995).

Abb. 4: Zapfwellenleistung mit Standardabweichung der unterschiedlichen Schlägelformen bei Frontanbau in Maisstroh. Mai 2011  Schweizer Landtechnik

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n ART-Bericht 738 Häcksellängen und Häckselqualität des Maisstrohs Während der Untersuchungen zur Leistungserfassung im Maisstroh in Wittenwil wurden Proben genommen und anschliessend deren Häcksellänge und -qualität erfasst. Von jeder Parzelle wurde das Strohhäckselgut von drei Quadratmetern getrocknet und gewogen. Danach fand die Zuordnung des Häckselgutes zu unterschiedlichen Längenklassen statt. Die Maisstängel wurden zudem nach «intakten» und «verletzten» Abschnitten unterschieden. Grund hierfür ist die Tatsache, dass verletzte, also beschädigte Strohstängel leichter verrotten und dadurch die Überdauerung von Fusarien sinkt. Somit lassen sich die Verrottungsvoraussetzungen des Strohs besser einschätzen. Hammerschlägel erzeugen mehr Feinmaterial Bei beiden Schlägelformen war der überwiegende Anteil des Häckselgutes im Bereich von bis zu 15 cm Länge zu finden (Abb. 6). Hammerschlägel erzeugten vergleichsweise mehr kleine Strohanteile und im Bereich von bis zu 15 cm auch mehr verletzte Stängel als die Y-Schlägel. Bei den Heckvarianten beider Schlägelformen waren die Anteile über 15 cm Häckselgutlänge im Vergleich zum Frontanbau jeweils leicht erhöht. Die Zerkleinerung des Maisstrohs bei Frontanbau war im Versuch in Wittenwil erwartungsgemäss besser, da hier keine Maisstoppeln niedergefahren wurden. Zudem waren im Frontanbau schlägelunabhängig mehr Verletzungen der Stängel als im Heckanbau zu verzeichnen. Geringerer Fusarienbefall mit Hammerschlägeln? Im Allgemeinen sinkt das Risiko der Fusarienbelastung bei abnehmender Häcksellänge und zunehmender Zerfaserung der Maisstängel. Die Untersuchungen von ART über fünf Jahre und an 14 Standorten ergaben, dass gerade in der Kategorie der intakten 5 bis 15 cm langen Stängel das Fusariosenrisiko sehr hoch ist (Vogelgsang et al., im Druck). Im Versuch zu den Häcksellängen in Andelfingen und Ossingen wiesen die beiden Schlägelvarianten hier nahezu identische Massenanteile auf, während der Anteil an verletzten Maisstängeln im gesamten Häcksellängenbereich

< 5 cm verletzt

5–15 cm verletzt Heckanbau Frontanbau

Y-Schlägel

Hammerschlägel

< 5 cm intakt

5–15 cm intakt 15–25 cm verletzt 15–25 cm intakt > 25 cm verletzt > 25 cm intakt Stoppel

Abb. 6: Häcksellängenverteilung von Maisstroh bei unterschiedlichen Schlägelformen bei Front- und Heckanbau; noch verbleibende, verwurzelte Stoppeln wurden eben­ erdig abgeschnitten. 50

Mai 2011  Schweizer Landtechnik

Abb. 7: Messeinrichtung: austauschbare Leisten mit insgesamt sieben Messstellen vor, unter und hinter dem Rotor ermöglichen, die Druckverhältnisse unter jedem Schlägel einzeln zu erfassen (Foto: Roy Latsch, ART).

von null bis 15 cm bei der Hammerschlägelvariante erhöht war. Die Hammerschlägel zeigten hier also leichte Vorzüge gegenüber den Y-Schlägeln.

Sogwirkung durch die rotierende Häckselwelle Für die Erfassung der «Sogwirkung» unter der rotierenden Welle diente eine selbstentwickelte Messeinrichtung. Mit ihrer Hilfe kann unter jedem Schlägel die Druckänderung an unterschiedlich weit von der Rotationsachse entfernten Punkten gemessen werden. Die einzelnen Messpunkte waren jeweils 10 cm voneinander entfernt. Insgesamt ergab sich eine Matrix aus siebenmal 28 (Anzahl der Schlägel) Messstellen. Die Druckänderungen wurden mit dem Sensor von Sensortechnics BSDX 0025D4D (Messbereich 0 bis +/– 5 mbar) bei einer Messfrequenz von 100 Hz während einer Minute aufgenommen. Hammerschlägel erzeugen grösseren Sog Zur optischen Verdeutlichung sind die unterschiedlichen Druckverhältnisse unter der rotierenden Mulcherwelle (Rotor) als Blasendiagramm für die Hammerschlägelvariante (Abb. 8) und die Y-Schlägelvariante (Abb. 9) dargestellt. Der Kreisdurchmesser repräsentiert den gemessenen Druck im Mittel von 24 Sekunden. Schon hier ist erkennbar, dass die Druckverteilung bei den Hammerschlägeln im Vergleich zu den Y-Schlägeln gleichförmiger und die insgesamt entstehenden Drücke höher waren. Die grösste Sogwirkung und somit der grösste Effekt trat offensichtlich direkt unter dem Rotor auf (Abb. 10, beide Schlägelformen). Zunächst fällt auf, dass die gemessene Sogwirkung der Hammerschlägel allgemein höher war als die der Y-Schlägel. Die Werte der Hammerschlägel (Mittelwert: –1,22 mbar) betrugen das 2,5- bis 5-fache der Werte der Y-Schlägel (Mittelwert: –0,33 mbar). Sowohl die Spanne der mittleren 50 % der Messwerte als auch die Spanne bei Minima und


ART-Bericht 738 n Maxima der Hammerschlägel war sehr viel weiter als bei den Y-Schlägeln. Somit bewirken die Hammerschlägel sehr viel grössere Druckschwankungen als die Y-Schlägel.

Die wechselnden Druckverhältnisse mit Schwerpunkt im Unterdruckbereich scheinen dazu geeignet, trockenes Mais­stroh aus einem eventuell vorhandenen Verbund bzw. vom Boden zu lösen, so dass es besser in die Reichweite der Schlägel gelangt. Diese Daten stützen die Annahme der Hersteller, dass Hammerschlägel eine grössere Sogwirkung haben als Y-Schlägel.

Turbulenzen können Strohaufnahme unterstützen Die vorliegende Untersuchung zu den Luftdruckverhältnissen des Mulchers zeigten einen schnellen Wechsel von Druck und Gegendruck, der auch quantifiziert werden konnte. Eine gerichtete Sogwirkung nach oben bestand nicht. Die Daten zeigten vielmehr eine grosse Turbulenz im Schlägelbereich an. Ehlert (1993) kam bei Untersuchungen mit Fadensonde und Rauch ebenfalls zu dem Ergebnis, dass unter dem Rotor von Schlägelmulchern stark turbulente Luftströmungen tangential zur Rotorbewegung entstehen. Eine Quantifizierung der Druckverhältnisse gelang bei seiner Untersuchung jedoch nicht.

Fusarienbefall des Weizens Bonituren und Laboranalysen geben Aufschluss In den Versuchsjahren 2007/2008 (Andelfingen) und 2008/2009 (Ossingen) wurden unmittelbar nach der Körnermaisernte und vor der Direktsaat des Winterweizens

8

7

5 4 Rotor

Messstelle

6

3 2 1 0

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

16

17

18

19

20

21

22

23

24

25

26

27

28

Hammerschlägel-Nr.

Abb. 8: Schematische Sicht von oben: Druckverteilung unter dem Rotor bei Einsatz von Hammerschlägeln; Kreisdurchmesser entspricht Mittelwert [mbar] mit Standardabweichung (Messtellen 1 und 5 liegen je 20 cm vor und hinter dem Rotor).

8

7

5 4 Rotor

Messstelle

6

3 2 1

0 1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

16

17

18

19

20

21

22

23

24

25

26

27

28

Y-Schlägel-Nr.

Abb. 9: Schematische Sicht von oben: Druckverteilung unter dem Rotor bei Einsatz von Y-Schlägeln; Kreisdurchmesser entspricht Mittelwert [mbar] mit Standardabweichung (Messstellen 1 und 5 liegen je 20 cm vor und hinter dem Rotor). Mai 2011  Schweizer Landtechnik

51


n ART-Bericht 738 -6

Hammerschlägel

Y-Schlägel

-5 -4 -3

Druck [mbar]

-2 -1 0 1 2

25 % der Messwerte

3

50 % der Messwerte

4 25 % der Messwerte

5

Median

6 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28

Werkzeug-Nr.

Abb. 10: Sogwirkung direkt unter dem Rotor (Messstelle 3) für beide Schlägelformen.

(Andelfingen: Sorte Apache; Ossingen: Sorte Ludwig) die verschiedenen Mulchverfahren in einzelnen Parzellen (18 x 20 m) mit je drei Wiederholungen getestet. Neben der Bestandesdichte im Pflanzenstadium DC 12 bis 14 und einer Ährenbonitur zwischen den Stadien 77 und 83 wurden in jeder Parzelle kurz vor der Ernte Weizenkörner und Stroh von insgesamt drei Quadratmetern von Hand geerntet. Nach dem Dreschen und dem Herstellen einer repräsentativen Teilprobe wurde mit einem Gesundheitstest der prozentuale Befall durch verschiedene Fusarien-Arten ermittelt (Vogelgsang et al. 2008). Von fein gemahlenen Weizenkörnerproben wurde mit einem immunologischen Nachweisverfahren (ELISA) der DON-Ge­halt bestimmt.

Strohzerkleinerung vermindert Fusarienbefall und DON Der Befall mit der häufigsten Fusarienart, Fusarium graminearum, schwankte in den Versuchen Andelfingen und Ossingen über die beiden Jahre und an beiden Standorten. Je nach Ort und Verfahren waren zwischen 18 und 28 % der Körner mit F. graminearum befallen (Abb. 11). Der DON-Gehalt der Körner lag zwischen 0,9 und 5,8 ppm (Abb. 12). Der Grenzwert von 1,25 ppm für unverarbeitetes Getreide wurde im Versuch in Andelfingen bereits im Kontrollverfahren ohne Hammerschlägel oder Y-Schlägel überschritten. Zwischen den beiden Mulchverfahren be­­ stand kein signifikanter Unterschied. Beim Versuch in Ossingen war der Befall mit F. graminearum generell so hoch, dass sämtliche Weizenproben aus allen Verfahren einen DON-Gehalt über dem Grenzwert aufwiesen.

Andelfingen 2008

Ossingen 2009

30

20

10

0

olle gel gel ntr schlä Schlä Ko r e Ymm Ha

olle gel gel ntr schlä Schlä Ko r e Ymm Ha

Abb. 11: Fusarium graminearum-Befall (mit Standard­ fehler) des Weizenkörner aus den Versuchen in Andelfingen und Ossingen. 52

8

Deoxynivalenol (ppm)

Fusarium graminearum-Befall (%)

40

Mai 2011  Schweizer Landtechnik

Andelfingen 2008

Ossingen 2009

6

4

2

0

olle gel gel ntr schlä Schlä Ko r e Ymm Ha

olle gel gel ntr schlä Schlä Ko r e Ymm Ha

Abb. 12: Deoxynivalenol-Belastung (mit Standardfehlern) der Weizenkörner aus den Versuchen in Andelfingen und Ossingen.


ART-Bericht 738 n Hammer- und Y-Schlägel – keine Unterschiede Die statistischen Auswertungen zur Fusarienbelastung und zu den DON-Gehalten im Weizen ergaben keine signifikan­ ten Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Mulchwerkzeugen. Demzufolge fokussiert sich der Entscheid, welcher Schlägelmulcher gegebenenfalls für das Maisstrohhäckseln einzusetzen ist, auf die technischen Ansprüche. Die vorgestellten Untersuchungen zeigen, dass Mulcher mit Hammerschlägeln zwar Vorteile im Bereich der Zerkleinerungswirkung und der Sogwirkung zeigen, diese Vorteile aber durch einen relativ zu Y-Schlägeln sehr viel höheren Leistungsbedarf erkauft werden.

Fazit – Die Fusarienbelastung wird durch feines Mulchen vermindert. Hammerschlägel bewirken eine stärkere Sogwirkung und eine tendenziell bessere Zerkleinerung als Y-Schlägel, benötigen aber einen höheren Treibstoffbedarf von bis zu 7,2 l/ha im Heckanbau. – Aufgrund der ähnlich guten Arbeitsqualität und dem geringeren Leistungsbedarf ist der Einsatz von Y-Schlägeln zur Maisstrohzerkleinerung eine interessante Alternative. – Bezüglich Fusarienbefall und DON-Belastung von Weizen wiesen die beiden Schlägelformen keine Unterschiede auf. – Im Rahmen des Versuches lag der DON-Gehalt 2009 bei der Direktsaat von Winterweizen (Sorte Ludwig) nach Körnermais bei allen Mulchverfahren über dem Grenzwert. Die Kombination von Direktsaat nach Körnermais mit einer empfindlichen Weizensorte ist daher unbedingt zu vermeiden.

Literaturnachweis – Biller R. H. u. Brunotte J. 1995: Häcksler-Werkzeuge im Vergleich. Landtechnik, 50, Heft 3, S. 136–137. – Brunotte J., Biller R. H. u. Kruse W. 1995: Mechanisierung der Pflege stillgelegter Flächen. Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft: DLG-Merkblatt, 295, 16 S. – Ehlert D. 1993: Schlegelmulchgeräte. Landtechnik, 48, Heft 12, S. 643–645. – Pöllinger A. u. Zentner E. 2003: Technik zur Offenhaltung und Pflege von Grünlandflächen. 9. Alpenländisches Ex­­ pertenforum, 27.–28. März 2003, A-8952 Irdning, Bundesanstalt für alpenländische Landwirtschaft Gumpenstein, S. 73–75. – Rinaldi M., Erzinger S. u. Stark R. 2005: Treibstoffverbrauch und Emissionen von Traktoren bei landwirtschaftlichen Arbeiten. Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART, FAT-Schriftenreihe 65, Ettenhausen, 92 S. – Vogelgsang S., Sulyok M., Hecker A., Jenny E., Krska R., Schuhmacher R. u. Forrer H.-R. 2008: Toxigenicity and pathogenicity of Fusarium poae and Fusarium avenaceum on wheat. European Journal of Plant Pathology, 122, 2, S. 265–276. – Vogelgsang S., Hecker A., Musa T., Dorn B. u. Forrer H.-R. im Druck: Onfarm experiments over five years in a grain maize – winter wheat rotation: Effect of maize residue treatments on Fusarium graminearum infection and deoxynivalenol contamination in wheat. Mycotoxin Research., published online 22.12.2010, DOI 10.1007/ 512550-010-0079-y.

Dank Der verwendete Universalmulcher BPR 280 wurde ART dankenswerter Weise von der Firma Kuhn SA zur Verfügung gestellt.

Mai 2011  Schweizer Landtechnik

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n SVLT

Die Ausgabe 6/7/2011 ­ erscheint am 17.6.2011 Themen: Feldtechnik

Statutenrevision Kürzlich lud der Schweizerische Verband für Landtechnik die Präsidenten und Geschäftsführer der Sektionen sowie die Präsidenten der Fach­ kommissionen zu einer Kaderkonferenz ins SVLT-Zentralsekretariat nach Riniken ein. Kaderkonferenzen finden in regelmässigen Abständen statt. Sie dienen generell dem Informationsaustausch und im Besonderen der Meinungsbildung bei Sachgeschäften und Verbandsangelegenheiten. Im Mittelpunkt der vergangenen Kaderkonferenz stand die anstehende Statutenrevision, die der Delegiertenversammlung vom nächsten Herbst in Sursee vorgelegt werden soll. Der Statutenentwurf zielt auf eine Verschlankung der Verbandsstrukturen ab. Er wurde nach einer intensiven Phase der Vernehmlassung von einer Arbeitsgruppe unter der Leitung des Vizepräsidenten Auguste Dupasquier ausgearbeitet und sieht als ein zentrales Element die Abschaffung des Zentralvorstandes vor. Dank der damit erzielten Verschlankung der Verbandsstrukturen lassen sich Doppelspurigkeiten vermeiden. Hingegen soll durch den Ausbau von Kader- und Regionalkonferenzen im Gegenzug die Meinungsbildung und Entscheidungsfindung intensiviert werden. Anstelle des Geschäftsausschusses soll neu ein Vorstand treten, der nebst dem Präsidenten und Vizepräsidenten fünf bis sieben Mitglieder umfasst. Nebst der Statutenrevision befasste sich die Kaderkonferenz auch intensiv mit einer Verfahrensfrage betreffend Abrechnung des Zentralkassenbeitrags zwischen Sek­ tionen und Zentralverband. Was die Interessenvertretung im landwirtschaftlichen Strassenverkehr betrifft, wies SVLT-Direktor Willi von Atzigen am Rande der Kaderkonferenz unter anderem auf erhebliche Probleme und Unvereinbarkeiten hin, die sich für landwirtschaftliche Fahrzeuge im Strassenverkehr ergeben, weil gewisse Vorschriften der VTS überholt sind. Diese müssen neuen Entwicklungen und Sicherheitsstandards angepasst werden. Zusammen mit anderen Organisationen setzte und setzt sich der SVLT diesbezüglich an vorderster Front für geeignete Anpassungen ein. Ueli Zweifel

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Impressum 73. Jahrgang Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik (SVLT), Willi von Atzigen, Direktor Redaktion Ueli Zweifel: red@agrartechnik.ch Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Postfach, 5223 Riniken Tel. 056 441 20 22, Fax 056 441 67 31 Internet: www.agrartechnik.ch Inserate Espace Media AG, Fachmedien Agrar Dammweg 9, Postfach, CH-3001 Bern Barbara Gusset, Tel. 031 330 30 17 Fax 031 330 30 57 E-Mail: inserate@agripub.ch, www.agripub.ch Anzeigenverkauf Daniel Sempach, Tel. 034 415 10 41 E-Mail: daniel.sempach@agripub.ch Andreas Schwab, Tel. 031 330 37 54 E-Mail: andreas.schwab@agripub.ch Anzeigentarif Es gilt Tarif 2011 Kombinationsrabatt: 25% bei ­gleichzeitigem Erscheinen in «Technique Agricole» Druck und Spedition Stämpfli Publikationen AG Wölflistrasse 1, 3001 Bern Produktionskoordination Roberto Bruno Erscheinungsweise 11-mal jährlich Abonnementspreise Inland: jährlich CHF 107.– (inkl. MwSt.) SVLT-Mitglieder gratis. Ausland: auf Anfrage Nr. 6/7/2011 erscheint am 17. Juni 2011 Anzeigenschluss: 27. Mai 2011


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UNSER GROSSER. UNSER KLEINER. UNSER STEYR.

Symbolbild

27-4-2010 11:01:31

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