Schweizer Landtechnik 05/2018

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Mai 2018

BERGMECHANISIERUNG Ferngesteuerte Böschungsmäher «Alpin»-Programme der Futterernte-Techniker Vier Aufbaustreuer im Vergleichstest Problemzone «Nachlauf-Lenkachse» vor Gericht


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2018 Innovations-Wettbewerb Eine Initiative der emmental versicherung

Veranstalter

Partner

Patronat

Haben Sie eine neuartige, überraschende Idee mit Erfolg realisiert? Bieten Sie eine einzigartige Dienstleistung oder ein besonderes Produkt an? Dann bewerben Sie sich. Sie können viel mediale Beachtung und Geld gewinnen. Einsendeschluss ist der 30. Juni 2018. Mehr Infos unter www.agropreis.ch


Mai 2018 | Editorial • Inhalt

Aktuelles

Editorial

4 Kurzmeldungen Markt 8 12 14

Bernard Krone: «Kontinuität ist mir wichtig» Neue Generation Melkroboter von Lely «Blind Date» mit dem Unkraut

Schwerpunkt: Bergmechanisierung

16 20 24 28 32 36

Leicht und stabil in den Hang Wie von Geisterhand gesteuert Standard-Aufbaugeräte für Transporter Kreative Sonderlösungen Tuning aus dem Emmental Renaissance des Einachsers

Roman Engeler

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Impression 38 42 50 53

Deutz-Fahr 6140 TTV: Sicher und stufenlos Vier Aufbau-Miststreuer im Vergleich Güllefass mit Triebachse Ausschreibung SVLT-Reise «DLG-Feldtage»

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Management 54 56

Rechtsecke: Problemzone «NachlaufLenkachse» Aufeinander Rücksicht nehmen

54

Wissen 57

Vor- und Nachteile der Metalldampflampe

Sicherheit 58

Am Hang ist alles etwas anders

Passion 60

Lamborghinis am Fusse des Mont Raimeux

Plattform 62

Tagung «Landtechnik im Alpenraum»

SVLT 65 68 70 71

Sektionsmitteilungen und Nachrufe Vernehmlassung VTS: Stellungnahme des SVLT SVLT-Vizepräsident Bernard Nicod im Porträt Kurse und Impressum Beilage Heftmitte Merkblätter «Fahrzeuge für den Tiertransport» und «Strassen-Dimensionen»

Titelbild: Auch in der Mechanisierung der Berglandwirtschaft dreht sich die Innovationsspirale, die eingesetzten Geräte werden moderner, vor allem digitaler.

www.youtube.com/­ agrartechnikCH

www.facebook.com/­ CHLandtechnik

In den Bergen läuft vieles etwas anders. Das erfahren regelmässig Berggänger auf ihren Touren – nicht selten auf tragische Art und Weise –, das wissen aber auch die Bewirtschafter hügeliger oder alpiner Zonen. Selbst den Landtechnikern sollte dieser Umstand bekannt sein, wenngleich sie aus nachvollziehbaren Gründen auf möglichst viele Gemeinsamkeiten mit den im Talgebiet geforderten Maschinen und Geräten hoffen. Im Schwerpunkt «Bergmechanisierung» beschäftigt sich diese Ausgabe vornehmlich mit den für die Berglandwirtschaft spezialisierten Maschinen. Auch bei Einachsern, Transportern und Hanggeräteträgern mit ihren Anbaugeräten steht die technische Entwicklung nicht still. Die Spezialisten unter den Landtechnikherstellern sind bestrebt, die neusten technischen Errungenschaften, sei es bei Motoren, Getrieben oder bei der Elektronik, auch für die Bergmechanisierung verfügbar zu machen. Dass dabei gewisse Spezialmaschinen für bestimmte Kunden immer noch zu wenig spezialisiert sind, zeigt beispielsweise der Beitrag auf Seite 32 mit dem Titel «Tuning aus dem Emmental» auf. Dann noch ein Hinweis: In der Heftmitte dieser Ausgabe der «Schweizer Landtechnik» ist ein Bogen beigeheftet, aus dem sich zwei aktuelle Merkblätter des SVLT falten lassen (einfach entlang der mittigen Perforierung trennen, dann gemäss Vorfalzung falten). Das eine Merkblatt fasst in geraffter Form die Anforderungen an Fahrzeuge für den Tiertransport zusammen. Das andere zeigt auf, welche Dimensionen bei der Strassengestaltung notwendig sind, damit die verschiedensten landwirtschaftlichen Fahrzeuge problemlos darauf zirkulieren können. Ausgabe Nr. 6–7 erscheint am 14.6.2018

Bild: R. Engeler

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Aktuelles

In Kürze Grimme hat in China ein neues Produktionswerk eröffnet. Ropa für den Zuckerrüben-Vollernter «Tiger 6» und Agco für den Mähdrescher «Ideal» erhielten die Auszeichnung «Red Dot» für besonderes Design. Motorenhersteller MTU hat mit einem chinesischen Partner ein Joint Venture gegründet, dort den ersten Motor gebaut und will die Serienproduktion auf weitere Produkte ausdehnen. Andreas Klauser, noch Global Brand President bei Case IH und Steyr, übernimmt per 1. Juni 2018 den Chefposten beim Salzburger Kranhersteller Palfinger.

Mantelfolie «Coatex» Claas bietet mit Einführung der neuen Netz- und Folienbindung in der Bau­ reihe «Rollant 400 Uniwrap» nun auch die dazugehörige Mantelfolie «Coatex» an. Die Mantelfolie gibt es in zwei Ausführungen. Die Breite beträgt jeweils 1400 mm, um die Kanten sicher zu umschliessen. Je nach Presse und Einsatz, zum Beispiel Heulage im Vergleich zu feuchter Silage, kann zwischen einer Folienstärke von 20 Mikrometern

Gleich vier Amazone-Maschinen sind beim diesjährigen «iF Design Award» mit dem renommierten Design-Label ausgezeichnet worden. BKT hat mit dem Unternehmen Kultevat ein Forschungsabkommen zwecks Entwicklung neuer Gummi-Mischmethoden und Reifenherstellungstechnologien ohne Naturkautschuk vereinbart. Amazone baut das «Cayros»-Pflugprogramm mit weiteren Modellen und Ausstattungsoptionen aus. So sind der «Cayros XM» und der «XMS» jetzt auch mit drei Scharen erhältlich. Die KWF-Forstmaschinenstatistik 2017 weist für die Schweiz um 25 % gestiegene Absatzzahlen von Forstmaschinen gegenüber dem Vorjahr aus. Der europäisch aktive Reifengrosshändler Bohnenkamp baut seine Kapazitäten am Hauptsitz Osnabrück weiter aus. Vor 20 Jahren lief bei Zetor der erste Traktor vom Typ «Forterra» vom Band. Inzwischen konnte man davon 21 500 Modelle in 55 Ländern verkaufen. New Holland rundet seine «Forage Crui­ ser»-Feldhäckslerpalette mit dem neuen 911-PS-Flaggschiff «FR920» nach oben ab. Das Geschäft mit Gülletechnik läuft gut beim dänischen Hersteller Samson Agro. So gut, dass die Firma ihre Werkhallen erweitert. In den ersten zwei Monaten des laufenden Jahres gingen die Neuzulassungen an Transportern um 64 % und Zweiachsmähern um 37 % zurück. Agria Landmaschinen aus Aefligen BE ist seit Januar Importeur der Akkutechnik des deutschen Herstellers Cramer.

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(1750 m Lauflänge) oder 17 Mikrometern (2000 m Lauflänge) gewählt werden. Bei der Mantelfolienbindung gibt es im Arbeitsverlauf bis auf das Bindematerial keine Unterschiede zur gängigen Netzbindung. Hat ein Ballen in der Presskammer die gewünschte Grösse erreicht, wird er automatisch mit bis zu acht Folienlagen «Coatex» gebunden. Anders als beim Netz ragen die Folien­ lagen einige Zentimeter über die seitlichen Ballenränder hinaus. Beim anschliessenden Wickeln des Ballens auf dem Wickeltisch können Folienlagen eingespart werden, die Ballenkante ist trotzdem optimal geschützt. Beim Öffnen der Ballen entfällt durch die Mantelfolienbindung das mühsame Trennen von Netz und Folie. Die Handhabung und ordnungsgemässe Entsorgung der Ballenverpackung wird dadurch erleichtert.

Erfolgreich seit zehn Jahren Seit zehn Jahren importiert Bucher Landtechnik Rad- und Teleskoprad­ lader von Weidemann und verstärkte seither das Angebot für die Land­ wirtschaft und kommunale Anwendungen im Segment der Ladertechnik. Das Weidemann-Sortiment umfasst eine Bandbreite, die bei den kleinen kompakten Ladern, den sogenannten «Hoftrac», beginnt und über mittlere Baureihen bis hin zu kraftvollen Ma-

schinen führt. Der für den Schweizer Markt zuständige Manager Michael Franke-Doehne und der kaufmännische Geschäftsführer Bernd Apfelbeck von Weidemann bedanken sich bei Jürg Minger, CEO Bucher Land­ technik, Mathias Hauswirth, Leiter Service, und Reto Meier, Vertriebsleiter des Weidemann Center, für die langjährige und gute Zusammenarbeit (v.r.n.l.).


Aktuelles

1000. «Hill Rake» 2008 brachte Erni Landmaschinen aus Menznau LU mit dem «Hill Rake» einen selbst entwickelten Bandrechen für Motormäher auf den Markt. Der «Hill Rake», der sich mit einem Schnellwechselsystem an Motormäher anbauen lässt, kann walmen, das Futter wenden sowie bergauf fördern und erleichtert damit den Bergbauern das Heuen. Vor kurzem nun konnte zum 10-Jahr-Jubiläum dieses «Bergrechens» der 1000. «Hill Rake» ausgeliefert werden. Kunde des Jubiläumsmodells ist ein Landwirt aus Hergiswil. Der «Hill Rake» ist ein Eigenprodukt der Firma Erni, wird in Menznau gebaut und die Zulieferer sind alle aus der näheren Umgebung. Damit ist der «Hill Rake» ein 100-prozentiges Schweizer Produkt.

Oldtimer-Show der «Falso» Museumsfahrzeuge mit klangvollen Namen, Raritäten, Selte­nes und zugleich Seltsames werden am 2. Oldtimer-­ Treffen der «Falso» (Freunde alter Landmaschinen Sektion Ostschweiz) vom 26./27. Mai 2018 auf der Allmend in Frauenfeld zu bestaunen sein. Einen zusätzlichen Stel­ lenwert bekommt die Oldtimershow mit der Integration des gesamtschweizerischen Oldtimer-­ Traktorentreffens. Das Wettheizen der Lanz «Bulldogs» und das gemächliche Dahin­gleiten der schweren Dampfwalzen wird Gross und Klein begeistern.

Drei Neue von Kubota Kubota lanciert mit dem «M4062» und dem «M4072» zwei neue Kompakttraktoren als Nachfolger der Modelle «M6060» und «M7060». Die Leistungen der beiden Traktoren betragen 66 und 73 PS, von einem haus­ eigenen 3,3-l-Motor. Für den Einsatz mit schweren Anbaugeräten hat Kubota zudem die Hubkraft auf 2500 kg erhöht, während der Radstand um 80 mm verlängert wurde. Investiert hat Kubota auch in eine grössere Kabine mit mehr

Komfort. Verbaut wird ein elektro-­ hydraulisches 36x36-Getriebe. Vorgestellt hat Kubota auch den «M6121» (Bild), der mit einer 110-l/min-Hydraulikpumpe gut für Frontladerarbeiten eingesetzt werden kann. Der «M6121» hat einen 6,1-l-­Motor mit 115 PS im Nenndrehzahlbereich. Mit Boost gibt es 20 PS zusätzlich. Für den Antrieb sorgt ein 5-Gang-Getriebe mit 6 Lastschaltstufen.

Ausgelassene Feier Der geländegängige Maststapler war das erste Gerät, das von Manitou entworfen und serienmässig seit 60 Jahren produziert wird. Der französische Weltmarktführer hat das Ju-

Neue Marke in der Traubenernte Welche Mengen an Trauben kann man in acht Stunden, also während eines durchschnittlichen Arbeitstags, ernten? Diese Frage, respektive dieser Herausforderung, stellte sich New Holland mit seinem Trauben-Vollernter «Braud 9090X». Nicht weniger als 197,6 Tonnen erntete diese Maschine in einem Versuch, wobei der «Nicht-Trauben-Anteil» nur gerade 1% der geernteten Menge ausgemacht haben soll. Für diese Leistung brauchte die Maschine 0,99 l Diesel pro geerntete Tonne. Der Test fand im vergangenen März auf ei-

nem Weingut im Süden Australiens statt. Aus der geernteten Menge sollen nach der Kelterung rund 200 000 Flaschen Shiraz-Wein entstehen.

biläum mit einem ausgelassenen Cocktail-Dinner, Shows, historischen Spielen, Tanz und Livemusik zusammen mit Hunderten Händlern, Kunden und Partnern im Musée des Arts Forains in Paris gefeiert. Auf dem Bild der Geburtstagskuchen, der natür­lich mit einem entsprechenden Lade-Fahrzeug zur Tafelrunde gebracht wurde.

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Aktuelles

Biotreibstoffe stärker fördern Nachhaltig produzierte Biotreibstoffe sind bereit für die Zukunft und sollen stärker gefördert werden. Das verlangten Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung am 6. Bioenergie-Forum von

Mitte April in Solothurn. Denn Biotreibstoffe würden eine tragende Rolle beim Erreichen der Klimaziele von Paris spielen. Technologisch betrachtet stehe dem Wechsel von fossil auf erneuerbar nichts im Wege, wie mehrere Referenten aufzeigten. Um den Biotreibstoffen den nötigen Aufschwung zu verleihen, brauche es stabile politische Rahmenbedingungen wie die Weiterführung der Steuererleichterung für biogene Treibstoffe bis 2030. Damit schaffe die Politik Investitionssicherheit, so die For-

Neues Farbdesign

derung der Branche. In der anschlies­ senden Podiumsdiskussion (Bild) mit Thierry Burkart (FDP-Nationalrat und TCS-Vizepräsident), Martin Bäumle (Vizepräsident der Grünliberalen), Thomas Hurter (SVP-Nationalrat und ACS-Präsident) sowie Carmen Popescu (VSG Genf) war man sich aber ganz und gar nicht einig, wie die Schweizer Treibstoff-Zukunft aussehen könnte. Vor allem dann, als es um die Frage ging, ob man den Markt spielen lassen soll oder ob die Politik lenkend eingreifen soll.

«Dyna-4»-Getriebe Massey Ferguson stattet die beiden 4-Zylinder-Modelle «5710» (100 PS) und «5711» (110 PS) aus der Baureihe MF «5700 Global Series» nebst dem 12x12-Synchro-Getriebe neu auch mit dem «Dyna-4»-Lastschaltgetriebe (16/16) sowie dem «T»-Fahrhebel und der «PowerControl»-Funktion aus. Die beiden Traktoren liefern 4,3 t Hubkraft und sind auf Wunsch mit einer mechanischen Kabinenfederung lieferbar. Die «Global Serie» ist eine von Massey Ferguson bewusst einfach, aber robust gebaute Traktoren-Baureihe für Allroundeinsätze.

Hawe-Wester rüstet seit der Agritechnica 2017 alle Produkte in einem neuen Design aus – ein Ergebnis von modernem Design mit klassischen Elementen. Aus den zwei unterschiedlichen, bisherigen Farbschemata reduziert Hawe-Wester das Angebot auf einen satten, dunklen Grünton für alle Aufbauten und Behälter, gepaart mit dem Pfeildesign in Weiss und kombiniert mit dem roten ovalen Hawe-Logo. Alle Unterrahmen und Fahrwerkteile sowie sämtliche Anbauteile werden in einem kräftigen Anthrazit-Grau angeboten. Gepaart mit vielen Neuentwicklungen im Bereich der Überladetechnik im Bereich Getreide, Maissilage, aber auch Zuckerrübe und Kartoffeln, will der Emsländer Hersteller durch dieses frische und einheitliche Design weitere Markt­anteile erobern.

1000. «Monta» Rapid konnte kürzlich das 1000. Modell des «Monta» verkaufen und teilt mit, dass sich dieser schlagkräftige Berg-Einachser nach wie vor einer grossen Nachfrage erfreut. Dank tiefem Geräteschwerpunkt und weit hinten positionierter Achse ist die Maschine prädestiniert für Mäharbeiten bis in extreme Steilhanglagen. Die Gerätebalance garantiert ohne Zusatzgewichte ein hohes Balkenauflagegewicht. Das Soft-Holmlager, umstellbare aktive Lenkarten und der seitlich schwenkbare Holm ermöglichen maximale Effizienz und hohen Komfort.

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Aktuelles

Neues Trocknungsverfahren für Gülle Fliegl hat mit dem «RondoDry» eine Anlage entwickelt, die in einem speziellen Verfahren separierter Gülle Wasser entzieht, so dass Lager- und Transportkapazitäten eingespart werden können. Im Inneren der Anlage rotiert eine mit Gitterrosten bestückte Trommel. Die Roste tauchen während der Drehbewegung immer wieder in die in den «RondoDry» gepumpte separierte Gülle ein, nehmen Flüssigkeit auf und transportieren sie nach oben. Effiziente Ventilatoren erzeugen über einen Wasser-Luft-Wärmetauscher Warmluft, die auf die güllebenetzten Gitterroste strömt. So werden der Gülle Flüssigkeit und Ammoniak entzogen – die angereicherte Luft wird dann in einen Luftwäscher geblasen. Unter Zugabe von Schwefelsäure werden bis zu 99 % des Ammoniaks aus der Luft gelöst und in einer Ammoniaksulfat-Lösung aufgefangen, die als mineralischer Dünger eingesetzt werden kann. Auf dem Feld gelangt die flüssige Substanz zwischen den Halmen hindurch direkt an die Wurzeln – Nährstoffe verflüchtigen sich nicht und es soll sich kein Düngerteppich bilden.

SMSWettbewerb Jeden Monat verlost die Schweizer Landtechnik in Partnerschaft mit einem Landmaschinen-Händler ein attraktives Traktoren-Modell.

Agco-Power-Motoren feiern 75 Jahre Im Jahr 1943 wurden im finnischen Linnavuori, nahe der Stadt Nokia, die ersten Motoren produziert. Später stand das Werk vor allem im Dienst für die Marke «Valtra» und stellte Motoren unter dem Markennamen «Sisu» auch für Dritte her. 2004 kam der Betrieb zu Agco. Seitdem hat man kontinuierlich in die Entwicklung neuer Produkte, in innovative Motorentechnologien und in die Steigerung der Produktionskapazitäten investiert. Mittlerweile lief dort der millionste Motor vom Band. Agco Power sieht sich heute als Pionier in umweltfreundlicher Motorentechnik. 2008 war man mit der SCR-Technologie Trendsetter in der Landtechnik. Und auch in Sachen «Abgasnorm Stufe 5» habe man die Nase vorn, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung schreibt.

In dieser Ausgabe ist es ein Modell Claas «Axion 950» von Siku im Massstab 1:32.

SMS – und gewinnen mit

Neue Vertriebsstruktur Rund 40 interessierte Schweizer Lohnunternehmer und Landwirte konnten am DeutzFahr-Mähdreschertag in Lauingen begrüsst werden. Ihnen wurde die neue Vertriebsstruktur in der Schweiz vorgestellt. Anstatt wie bisher auf zwei Händler kann DeutzFahr nun auf die Kompetenz von insgesamt zehn Stützpunkthändlern zählen. Weiter kamen auch technische Themen zur Sprache, wurde den Anwesenden doch die Modell­ palette in allen Details vorgestellt. Die Stützpunkte in der Übersicht: • Agri Montanaire Sàrl, 1410 Thierrens, 021 905 31 54 • Bugnon Michel SA, 1748 Torny-leGrand, 026 658 11 45 • Staudenmann AG, 3148 Lanzenhäusern, 031 731 12 33 • Jordi Land + Kommunaltechnik AG, 3513 Bigenthal, 031 701 03 20

• Bachmann Agrotech AG, 5636 Benzenschwil, 056 677 70 50 • R. Sandmeier AG, 5707 Seengen, 062 777 12 38 • Werkstattbetrieb Untervaz AG, 7204 Untervaz, 081 322 35 89 • LTG Handel & Vertrieb AG, 8215 Hallau, 052 681 19 02 • Eggmann Landmaschinen GmbH, 8580 Hefenhofen, 071 411 10 89 • Suter Peter Landmaschinen GmbH, 9562 Märwil, 071 655 14 48

Schreiben Sie ein SMS (1 Fr.) mit SVLT Name Adresse an die Nummer 880 und gewinnen Sie mit etwas Glück dieses Modell des Traktors Claas «Axion 950». Der glückliche Gewinner des Modells Deutz-Fahr «Agrotron 7230 TTV» , das in der April-Ausgabe der «Schweizer Landtechnik» zur Verlosung ausgeschrieben wurde, heisst Fabian Poffet und kommt aus Bösingen (FR).

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Markt | Interview

Wollen weiter hungrig bleiben Als vierter Namensträger in der schon mehr als 110 Jahre dauernden Geschichte führt heute der 40-jährige Bernard Krone das Emsländer Familienunternehmen. Die «Schweizer Landtechnik» sprach mit ihm über aktuelle und künftige Herausforderungen. Roman Engeler

Bernard Krone (40) führt als Inhaber die Bernard Krone Holding, ist Verwaltungsvorsitzender der Maschinenfabrik Krone (Landtechnik) und Verwaltungsrat von Krone Nutzfahrzeuge. Bilder: C. Reinthaler

Schweizer Landtechnik: Vor acht Jahren haben Sie die Führung der Krone-Gruppe von Ihrem Vater übernommen und bei der feierlichen Stab­übergabe versprochen, das Unternehmen weiterhin nach bewährter Krone-Philosophie zu führen. Tradi­tion ist das eine, zu einem Unternehmen gehört aber auch eine grosse Portion Innovation. Was hat sich seither bei Krone verändert? Bernard Krone: Es stimmt, ich habe viele Dinge von meinem Vater übernommen. Dies, weil sie einerseits gut sind und weil ich anderseits keinen «Kulturschock» bei den Mitarbeitenden auslösen wollte. Mein Vater hat immer betont, dass eine gute 8

Schweizer Landtechnik 5 2018

Ausbildung und ein Studium zwar wichtig seien – nicht zuletzt für die Akzeptanz in der Geschäftswelt –, entscheidend seien aber vielmehr drei Dinge: Fleiss, Ehrlichkeit und ein gesunder Menschenverstand. Sie haben also nichts verändert? Das kann man so nicht sagen. Kontinuität ist mir sicher wichtig, ist auch wichtig für ein Unternehmen wie Krone. Es gibt aber Bereiche, wo ich die Schwerpunkte anders gelegt habe. Mein Vater war als Ingenieur eher der Techniker und ich komme von der kaufmännischen Seite. Für mich steht vielleicht weniger im Zentrum, dass wir zuerst mit einer Technik im Markt präsent sind. Wichtiger ist mir,

dass eine neue Technik in einem ausgereiften, zuverlässigen Stand präsentiert wird. So gesehen warten wir heute vielleicht lieber eine Saison länger, bis wir mit einer Neuheit auf den Markt kommen, als dies früher der Fall war. Wo haben Sie sonst noch den Hebel angesetzt? Vor meinem Einstieg ins Familienunternehmen war ich einige Zeit als Unternehmensberater in Sachen Produktionsabläufe und Logistik tätig. Themen, die ich nun im eigenen Betrieb unter die Lupe genommen habe und weiter nehmen werde, um das Potenzial für Optimierungen und Produktivitätssteigerungen aus-


Interview | Markt

schöpfen zu können. Da haben wir in den letzten Jahren mit unserem Projekt «Fabrik 2015» bereits einiges gemacht. Zudem wird weiter in unsere Standorte investiert. Krone ist in den Bereichen Nutzfahrzeuge und Landtechnik tätig. Wo nehmen Sie mehr Einfluss? Angefangen habe ich im Nutzfahrzeugbereich, zuerst in unserer «Cool Liner»-Produktion in Dänemark, später dann in unserem Trailer-Werk in Werlte. Ab 2008 war ich dann schwerpunktmässig in Spelle, also in der Landtechnik aktiv. Die Landwirtschaft, die Landtechnik, die macht mir einfach Spass, ich bin damit quasi aufgewachsen. Es ist für mich schon etwas mehr als nur der Schwerpunkt. Ich versuche aber, mich nicht zu sehr ins Tagesgeschäft einzumischen, sondern mich strategisch und bei übergeordneten Themen voll einzubringen – und das in allen Bereiche der Krone-Gruppe. Gibt es eigentlich Synergien zwischen den beiden Bereichen Nutzfahrzeuge und Landtechnik? Die gibt es, angefangen beim Materialeinkauf oder bei Fragen rund um Finanzen, Kredite oder Versicherungen. Auch im Vertrieb, im Marketing und sogar in der Produktion gibt es einen Austausch zwischen den Bereichen und – ganz aktuell – in der aufkommenden Digitalisierung.

«Als künftige Herausforderungen sehe ich die Digitalisierung, das autonome Fahren oder die Elektrifizierung», sagt Bernard Krone.

in den nächsten Jahren entwickeln wird. Dazu ist ein Instrumentarium notwendig, Erfahrungswerte, Gespräche in der Branche, mit Vertriebspartnern und Kunden. Für gewisse Bauteile müssen wir zwei Jahre im Voraus disponieren. Es ist nicht ganz einfach, heute zu sagen, was ich dann in zwei Jahren brauche.

Wie laufen Ihre Geschäfte derzeit bei der Landtechnik? Im Moment sehr gut. Für uns ist der Milchpreis der wohl grösste Einflussfaktor. Dieser Preis ist aktuell auf einem halbwegs stabilen Niveau. Wir werden heuer wohl so viele Maschinen bauen wie nie zuvor. Einziger Markt, der uns derzeit Sorgen macht, ist jener in den USA. Wir können momentan von einer positiven Zeit sprechen. Der Wegfall der Milchquote in Deutschland wird unseren Heimmarkt in nächster Zeit aber stark beeinflussen und wohl auch volatiler machen.

Im Bereich der Landtechnik sind Sie ausschliesslich im Segment der Fut­ terernte aktiv. Reicht dies für die Zukunft? Ich verrate Ihnen eines: Als ich neu in diesem Geschäft war, habe ich mir diese Frage auch gestellt und unsere Position als «Nur-Geräte-Hersteller» hinterfragt. Aber wenn man etwas tiefer geht, quasi an der Oberfläche kratzt, wenn man die Wünsche und Forderungen der Kunden analysiert, so führt doch kein Weg an den Spezialisten vorbei. Der Gerätespezialist und sein Händler vor Ort sind jene, die wissen, was der Landwirt braucht, sie haben die Kontakte, die kurzen Wege. Zugegeben, es gibt Regionen und Märkte, wo dies nicht ganz einfach ist.

Sie haben die Volatilität angesprochen. Wie reagieren Sie auf die immer kürzeren Phasen von Hochs und Tiefs? Wir müssen bei Materialeinkauf und -disposition noch besser planen, damit man einerseits nicht zu viel Ware am Lager hat, wenn der Markt rückläufig ist, anderseits aber dann auch loslegen kann, wenn die Nachfrage wieder anzieht. Man muss vorausschauen, wie sich der Markt

Wie stark spüren Sie den Druck gewisser Fullliner auf Exklusivität im Handel? Ich möchte weniger von Fulllinern sprechen als mehr von Longlinern. Es gibt diesen Druck. Aber eigentlich ist es ja fast beschämend, wie im Handel gerade mit den Traktoren fast nichts mehr verdient wird. Würde mir (als Händler) ein Longliner sagen, dass ich nur noch seine Pro-

dukte verkaufen dürfte, so würde ich ihm entgegnen: «Dann sorge dafür, dass ich damit auch Geld verdiene.» Also, der Druck ist da, was aber nicht heissen muss, dass dieser immer nur in die eine Richtung wirkt. Gewisse Händler könnten sich ja überlegen, mit welchen Maschinen sie noch Geld verdienen, und sich dann entsprechend – vielleicht ohne Traktor – spezialisieren. Stichwort «Schweiz»: Dort ist Ihr Importeur (Mutterhaus) gleichzeitig Agco-Importeur und vertreibt jetzt auch Futterernte-Technik von Fendt und Massey Ferguson. Ist dies ein Problem für Sie? Nein, für uns ist das kein Problem. Seit es die Longliner gibt, ich würde einmal sagen seit rund 30 Jahren, sind wir ja punktuell oft im Wettbewerb zu ihnen. Wir sind es gewohnt, dass ein Vertriebspartner Mitbewerberprodukte im Angebot hat. Zwei Pflüge, ein paar Mähwerke oder eine Feldspritze, das ist für mich aber noch kein Gerätespezialist. Mit unserem Schweizer Partner GVS-Agrar/Agrar-Landtechnik haben wir ein sehr gutes Verhältnis. Wir wissen um diese Thematik, ich bin aber aufgrund unserer langjährigen Beziehung der festen Überzeugung, dass diesbezüglich keine Probleme entstehen werden. Sie sind also mit dem Schweizer Markt zufrieden? Ja, wenn wir überall solche Situationen wie in der Schweiz vorfänden, könnte ich 5 2018 Schweizer Landtechnik

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Markt | Interview

sehr gut schlafen! Klar, beim einen oder anderen Produktsegment könnte man sicher noch etwas nachlegen. Wo beispielsweise? Einen Nachholbedarf sehe ich beispielsweise in der Technik für alpine Lagen. Sprechen wir vorerst über die Forschung und Entwicklung: Gibt es im Bereich der klassischen Futterernte-­ Technik überhaupt noch Herausforderungen? Die gibt es. Als vielleicht übergeordnete Herausforderungen sehe ich den ganzen Bereich der Digitalisierung, dann das autonome Fahren oder die Elektrifizierung. Können Sie etwas konkreter werden? Für mich stellen sich Fragen wie: Werden die Maschinen immer grösser, breiter und schneller oder geht es hin zu kleinen Schwärmen? Ist der Traktor noch das Zugfahrzeug der Zukunft oder gibt es mehr Selbstfahrer? Bleibt die Futtererntemaschine am Traktor angebaut oder ist sie künftig autonom unterwegs? Arbeiten Sie schon aktiv an diesen Themen? Ja, wir arbeiten daran, sind in vielerlei Gespräche in der Branche involviert, bei denen es um Normen oder andere Sachen geht. Bei der Digitalisierung ist Krone übrigens Partner bei DKE, einer internetbasierten Datenaustauschplatt-

form für Landwirte und Lohnunternehmer, die Maschinen und Agrarsoftware herstellerübergreifend verbindet, aber keinen Besitz von den jeweiligen Daten nimmt. Sehen Sie im Bandschwader, in letzter Zeit wieder häufiger im Gespräch, eine Alternative zum Kreiselschwader? Wir beobachten den Bandschwader, aber ein Entwicklungsthema ist diese Maschine in unserem Hause nicht. Wir glauben, dass wir mit dem Kreiselschwader ein gutes Produkt haben und damit entsprechend gut sowie breit aufgestellt sind. Im Bandschwader sehen wir eher ein Nischenprodukt. Ob es dabei bleibt oder ob man dereinst mit Stückzahlen rechnen kann, wird man ja sehen. Vielleicht ist es auch so, dass ein spezialisierter Hersteller diese Maschine besser bauen kann, als dies ein norddeutsches Unternehmen machen kann. Frontanbau-Geräte an Traktoren wie Mähwerke sind in vielen Fällen verkehrstechnisch problematisch und oft illegal auf Strassen unterwegs. Zur Erhöhung der Sicherheit werden derzeit Kamera-Systeme diskutiert. Wie unterstützen Sie Ihre Kunden in dieser Thematik? Wir haben für unsere Frontmähwerke seit geraumer Zeit Kamera-Systeme im Angebot, die von der DLG geprüft und abge-

nommen sind. Die Nachfrage hält sich aber in Grenzen. Im Selbstfahrer-Geschäft sind Sie mit dem Selbstfahrmäher «Big-M» und den Feldhäckslern «Big-X» präsent. Sie haben es vorhin erwähnt, es sind weitere Selbstfahr-Varianten denkbar. Vor 17 Jahren habe ich bei meinem ersten Besuch in Spelle schon mal eine selbstfahrende Presse gesehen? Ist dieses Projekt gestorben? Als Krone vor mehr als 20 Jahren mit dem selbstfahrenden Mäher und später mit dem Feldhäcksler auf den Markt kam, haben uns die wenigsten Marktteilnehmer zugetraut, dass wir das durch­ stehen und vor allem diese Marktanteile erobern können. Heute bauen wir jedes Jahr hundert «Big M» und haben bei den Feldhäckslern einen Marktanteil von fast 15 %. Wir verkaufen diese Maschine mit Argumenten und nicht über Bonus-­ Zahlungen über das ganze Sortiment am Ende eines Jahres. Die selbstfahrende Presse war vielleicht damals nicht der richtige Weg. Es wurden Versuche gemacht, Kosten-­NutzenAnalysen erstellt, die negativ ausfielen. Heute könnte dies im Zeitalter der Digitalisierung und des autonomen Fahrens vielleicht wieder interessant werden. Aber, wird es eine kleine oder ein grosse High-End-Maschine? Ich glaube, dass es gerade in dieser Frage keinen Königsweg geben wird. Es wird Arbeiten geben, die mit kleinen Maschinen künftig effizienter ausgeführt werden können, und wiederum andere, bei denen sehr grosse und entsprechend schlagkräftigere Maschinen im Vorteil sind Die «Non-Stop»-Presse «Ultima» kommt irgendwie nicht so richtig in Fahrt? Es ist eine tolle Technologie, die auch sehr gut funktioniert. Diese Maschine hat eine gewisse Grösse und ist komplex. Die Lohn­unternehmer schauen genau auf ihre Schwachstellen in ihrer Erntekette, da ist eine kontinuierlich arbeitende Rundballenpresse vielleicht nicht die richtige Antwort. Zudem gibt es einen Trend zur Quaderballenpresse, die ja auch nonstop läuft. Wir glauben aber als Spezialist für die Futterernte nach wie vor an die «Ultima» und wollen diese Technologie weiterhin besetzen.

«Gewisse Händler könnten sich ja überlegen, mit welchen Maschinen sie noch Geld verdienen, und sich dann entsprechend – vielleicht ohne Traktor – spezialisieren», meint Bernard Krone zur Frage, wie Full- oder Longliner Druck auf den Handel ausüben.

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Ist die Serienfertigung schon angelaufen?


Interview | Markt

In Serie wird die «Ultima» produziert, aber in sehr kleinen Stückzahlen. Sie rundet nach oben unser Portfolio ab. Wie sieht es mit der Pellet-Maschine «Premos» aus? Die «Premos» ist ein wirklich neues Verfahren in der Erntetechnik. Es ist eine Maschine, die sowohl im Feld als auch stationär arbeiten kann. Wir haben uns entschieden, diese Maschine frühzeitig zu zeigen und mit Patenten abzusichern. Wir haben uns aber auch die Zeit gegönnt, diese Maschine noch intensiv, vor allem langandauernd im stationären Betrieb zu testen, damit die «Premos» dann auch hält, was wir den Kunden versprechen. Wird die Maschine schon nachgefragt? Wir haben noch nie erlebt, dass wir bei der Erstpräsentation einer Maschine so viele Rückmeldungen aus der ganzen Welt bekommen haben. Konkret zählen wir über 700 Interessenten und haben Anfragen für alle möglichen Erntegüter. Wir gehen davon aus, dass wir die Maschinen im Jahr 2019 in einer grösseren

Serie verfügbar machen, sofern alle Tests wie bisher erfolgreich verlaufen. Die klein strukturierte Landwirtschaft stellt andere Anforderungen an die Landtechnik. Was bieten Sie speziell für diese Märkte, beispielsweise für hochalpine Lagen? Wir haben trotz unseres Einstiegs in die Grosserntetechnik die klein strukturierte Landwirtschaft nie vergessen. Wir haben das entsprechende Portfolio mit einfachen Mähwerken, kleinen Wendern oder Einkreisel-Schwadern immer gepflegt. Ich habe es bereits angetönt, dass wir gerade im angesprochenen Segment der alpinen Landwirtschaft noch etwas Nachholbedarf haben und dort noch nicht so gut aufgestellt sind, wie das vielleicht andere Spezialisten sind. Wir sind aber daran, unser Portfolio in diese Richtung zu ergänzen. Arbeiten Sie diesbezüglich mit den Herstellern entsprechender Antriebstechnik (Transporter, HanggeräteTräger) zusammen? Nein, aktuell sind wir in der Entwicklung da alleine unterwegs.

Mit welchen Neuheiten von Krone kann man in der nächsten Saison rechnen? Eine völlige Neuheit, wie es vor gut zwei Jahren der Pellet-Vollernter «Premos» war, kann ich nicht anbieten. Unsere Erweiterungen gehen in die Richtung, das Programm nach oben und unten sowie vielleicht in der Breite noch etwas abzurunden. Wir haben momentan über hundert kleinere und grössere Einzelprojekte, die wir in unserer Entwicklungsabteilung bearbeiten. Welche persönlichen Wünsche haben Sie für die unmittelbare Zukunft? Ich hoffe, dass wir weiterhin «hungrig» bleiben, um das Unternehmen weiterentwickeln zu können. Dabei erscheint es mir wichtig, dass wir unsere Tugenden nicht vergessen. So soll der Kunde immer im Mittelpunkt stehen und unsere Maschinen sollen saubere Arbeit liefern sowie die Basis für eine ausgezeichnete Produktqualität von Lebensmitteln legen. Wir wollen ein Hersteller bleiben, mit dem Vertriebspartner und Landwirte gerne zusammenarbeiten.

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Markt | Innovation

Bei der neuen Generation «A5» des Melkroboters «Astronaut» verbaut Lely einen optimierten Roboterarm. Zudem wird die Bedienung des gesamten Systems analog heutigen Smartphones vereinfacht. Bilder: Roman Engeler, zvg

Mit den «Future Farm Days» löst Lely seine früheren Feldtage ab und will sich nach dem Verkauf der Sparte «Futter­ ernte-­ Technik» als zukunftsträchtiger Partner rund um die Automatisierung von Stallarbeiten etablieren. Gleichzeitig stand die Ausgabe 2018 im Zeichen des 70-Jahr-Jubiläums des holländischen Unter­nehmens. Momentan arbeite die Entwicklungs­ abteilung bei Lely am emissionsarmen Handling von Hofdüngern, an der Pro­ grammierung von Software zur Unter­ stützung von Management-Entscheiden im Stall und an Systemen für eine mass­ geschneiderte Produktion von Milch­ produkten direkt auf dem Hof, betonte Firmenchef Alexander van der Lely. Diese Projekte sollen schon sehr bald ausgereift sein – möglicherweise werden sie dann ein Highlight an der «Eurotier» im No­ vember dieses Jahres darstellen. Konkreter, was die Innovationen betrifft, wurde Lely dann mit zwei neuen Pro­ dukten, die man auf einem Betrieb mit 120 Kühen im Einsatz besichtigten konnte.

3. Generation des «Juno»

Mit Volldampf zur Vollautomatisierung Bei den «Future Farm Days», zu denen Lely über 700 Vertriebspartner und Medienvertreter auf den firmen­ eigenen Campus nach Maassluis eingeladen hatte, wurde die Vision eines nachhaltigen, voll automatisierten Milchviehbetriebs vorgestellt. Roman Engeler 12

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So bringt Lely eine dritte Generation des Futterschiebers «Juno» auf den Markt. Dank Ultraschall-Sensoren kann die Ma­ schine auf zwei Seiten Wänden oder Fressgittern entlang folgen, Schienen aus Metall führen die Maschine zur Lade­sta­ tion und bei Bedarf in andere Ställe. Wenn der «Juno» kein Futter schiebt, fährt er mit leicht angehobener Schürze. Dies soll nicht nur den Verschleiss redu­ zieren, sondern auch ermöglichen, dass kleinere Hindernisse problemlos passiert und Steigungen bis zu 15 % bewältigt werden können. Weiter kann der neue «Juno» seine Schürze für eine links- und rechtsseitige Schiebeposition absenken sowie über eine Bluetooth-Verbindung elektrische Türen automatisch öffnen und schliessen. Diese Bluetooth-Verbindung hilft auch bei der Bedienung der Maschine mit einem Smartphone über das intuitive Betriebs­ system «Lely Control Plus». Man kann da­ mit einfach Routen erstellen, diese mit voreingestellten Aktionen anpassen und


Innovation | Markt

70 Jahre Lely Die Geschichte von Lely beginnt 1948 mit der Firmengründung und der Lancierung des legendären Sternrad-Schwaders. In der Folge entwickelten die Gebrüder Cornelis und Arij van der Lely weitere Landmaschinen wie Düngerstreuer oder Kreiseleggen. Sogar in der Gülletechnik, in der Konstruktion von Fertighäusern und im Bau von hydraulisch angetriebenen Traktoren war man einst aktiv. Ab 1965, mit der Patentierung des hakenförmigen Zinkens beim Kreiselheuer «Lotus», erfolgte eine gewisse Fokussierung auf die FutterernteSeine Zukunft sieht Lely in der weiteren Automatitechnik. In diesem Segment konnte sierung des Milchviehbetriebs und in der Bereitstellung entsprechender Technik. Lely mit Mähwerken, Kreiselheuern und Schwadern, nach dem Zukauf von Welger und Mengele mit Ballenpressen und Ladewagen ein komplettes Programm aufbauen. Letzte «Aktivitäten» in diesem Bereich waren die Entwicklungen einer kontinuierlich arbeitenden Rundballenpresse und eines neuen Alpin-Programms, deren Marktreife aber (noch) nicht erreicht wurde. 2017 verkaufte Lely die Futterernte-Sparte an Agco und will sich künftig ganz auf die Hoftechnik und die Automatisierung von arbeitsintensiven Routineaufgaben rund um den (Milchvieh-)Stall konzentrieren. Bereits 1992 brachte Lely den ersten Melkroboter «Astro­ naut» auf den Markt, liess diesem Gerät den automatisch funktionierenden Stallreiniger «Discovery» (2005) und den Futterschieber «Juno» (2008) sowie den Fütterungsroboter «Vector» (2012) folgen. Mit der Software «T4C», einer mobil anwendbaren Variante für das Betriebsmanagement, machte Lely 2013 einen weiteren Schritt in Richtung Automatisierung und Digitalisierung der Landwirtschaft.

den Juno auf dem Bildschirm lenken. Für eine einzige Strecke pro Futtertisch ist es möglich, mehrere Schieberunden und Abstände zum Fressgitter einzugeben. Die neue Version des «Juno» soll ab Ende August 2018 im Markt verfügbar sein.

soll der neue Melkroboter bis zu 20 % weniger Energie verbrauchen. Der neue Roboterarm folgt allen Bewegungen der

Kuh und bleibt stets in der Nähe des Euters. Bei unerwarteten Bewegungen erfolgt sofort eine eigenständige Korrektur. So ist auch bei unerfahrenen Erstmelk-­ Kühen ein schneller und gründlicher Melkvorgang gewährleistet. Mit einem neuen Erkennungssystem für Zitzen wurde das Einsprühen nach dem Melken weiter verbessert. Das Euter wird nun zuerst gescannt, was für eine optimale Euterhygiene sorgen und das Risiko der Verunreinigung verringern soll. Verbesserungen gibt es auch bei der Benutzer­ oberfläche, die sich am intui­ tiven System moderner Smartphones orien­tiert und die Bedienung einfacher macht. Vor der Markteinführung hat Lely 60 «A5»-Melkroboter auf 30 Betrieben in 7 Ländern getestet und dabei mehr als 2 Mio. Melkvorgänge gemacht. Der neue Melkroboter ist ab sofort verfüg­bar.

Fazit In 25 Jahren hat Lely rund 30 000 Melk­ roboter vom Typ «Astronaut» verkaufen und so umfangreiche Erfahrungen mit automatisierten Techniken in der Milchviehhaltung sammeln können. Man gehe den Weg zur «fully robotic farm», also zum vollständig automatisierten Milchviehbetrieb, weiter. Indem man die Landwirte von anstrengenden Routine-Arbeiten befreie und die Kuh ins Zentrum stelle, resultiere für die Bauernfamilie letztlich ein wesentlich besseres Lebensumfeld, heisst es bei Lely.

«Astronaut A5» Weiter lanciert Lely mit dem «A5» die bereits fünfte Generation des Melkroboters «Astronaut». Äusserlich fällt der neue Arm auf – Lely nennt ihn «Hybrid-Arm», da er mit elektrischen und hydraulischen Komponenten funktioniert. Er soll leiser arbeiten und schneller reagieren. Zudem

Video zu den Neuheiten von Lely Weitere Filme zu landtechnisch interessanten Themen auf unserem YouTube-­ Kanal «Schweizer Landtechnik».

Der Futterschieber «Juno» wurde verbessert und mit neuen Möglichkeiten bestückt.

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Markt | Firmen

«Blind Date» mit dem Unkraut Das deutsche Familienunternehmen Schmotzer zeigte Neuheiten aus seinem Hackgeräte-Programm. So etwa die Kamerasteuerung «Okio» mit Neigungssensor oder die sogenannte «Blindhacke». Heinz Röthlisberger

Der deutsche Hackgeräte-Hersteller Schmotzer lädt alle zwei Jahre zu einem grossen Hacktag ein. In diesem Jahr fand dieser auf dem 300 Hektar grossen Biohof von Pierre Ramnick in Greussenheim bei Würzburg, Deutschland, statt. Schmotzer-­ Geschäftsführer Ferdinand Wahl, der in Deutschland als Urgestein im Bereich Hacktechnik gilt, zeigte den rund 450 Besuchern neue Verfahren und neue Werkzeuge für die mechanische Unkrautregulierung aus dem Hause Schmotzer.

Blindhacken vor dem Auflaufen Unter dem Motto «Am besten hackt man das Unkraut, bevor man es überhaupt sieht.» präsentierte Schmotzer eine so­ genannte «Blindhacke». Blindhacken bedeutet, dass direkt wenige Tage nach der Aussaat blind über das gesamte Feld, einschliesslich der Reihe, sehr flach gehackt wird. Damit soll keimendes Unkraut direkt beseitigt werden, während die Nutzpflanze sicher in ihrem Saatbett unter der Erde verbleibt. In der Vorführung in einem frisch gesäten Zucker­ rübenfeld

stand ein 6-Meter-Front­anbau- ­Hackgerät mit Kombi-Parallelogramm sowie 12 Reihen, die mit Vibromessern, Flachmessern und Finger­ rädern ausgestattet waren. Die Finger­räder werden zu eben diesem «Blind­hacken» in der Reihe verwendet. Sie sollen das Unkraut auch in der Reihe zwischen den Nutzpflanzen «heraus­ ziehen». Die an der Blindhacke präsentierten Fingerräder lassen sich in ihrer Neigung verstellen und können dadurch auch bei schon aufgelaufenen Pflanzen eingesetzt werden. Das wird mit dem Einstel­len des Winkels der Fingerräder erreicht. Für junge und empfindliche Kulturen empfiehlt die Firma einen Einstell­ winkel von 40 Grad. Dabei geht die Kraft der Finger in Richtung Boden. Für grössere Kulturen eignet sich ein Einstellwinkel von 20 Grad. Die Beseitigungskraft geht so in Richtung Pflanze.

Kamera mit Neigungssensor Neu bei Schmotzer ist die Kamerasteuerung «Okio» mit intelligentem Neigungsund Aushubsensor für den Einsatz in Hanglagen. Die Kamera «Okio», die von der österreichischen Firma Ensio GmbH entwickelt worden ist, erkennt im Ver-

Mit der 6-Meter-Frontanbau-Blindhacke, die unter anderem mit Fingerrädern ausgestattet ist, wird direkt wenige Tage nach der Aussaat über das gesamte Feld inklusive der Reihe sehr flach gehackt. Bilder: Heinz Röthlisberger

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Firmen | Markt

Die Fingerräder im Einsatz bei aufgelaufenen Pflanzen. Um den Aggressionsgrad der Hackarbeit an die Pflanzengrösse anzupassen, können die Räder in der Neigung verstellt werden. Bild: zvg

gleich zu herkömmlichen Kameras, die nur farblich braun und grün unterscheiden, die Nutzpflanze an ihrer Blattform und Blattfarbe, nimmt diese mit 30 Bildern pro Sekunde auf und gibt die Daten an den Terminal weiter. Von dort werden Signale an die Steuerräder oder die Parallel­ verschiebung zur Reihensteuerung abgegeben. Die Reihenerkennung basiert auf modernsten Algorithmen der industriellen Bildverarbeitung und kann auch unterschiedliche Farbtöne, wie hell und dunkel, erkennen, wodurch eine zuverlässige Unter­scheidung zwischen Nutz­pflanze und Unkraut möglich werden soll. «Die Kamera sieht die Reihe auch bei flächiger Begrünung», betonte Ferdinand Wahl. Dank der genauen Reihenerkennung mit

Schmotzer-Chef Ferdinand Wahl zeigt das neue Dammpflegegerät. Mit Schneidscheiben wird der Damm zuerst seitlich leicht aufgeschnitten, bevor die nachfolgenden Scheiben den Damm wieder häufeln.

der «Okio»-Kamera in Kombination mit dem Schmotzer-Parallelverschieberahmen AV5 lassen sich laut der Firma auch Kulturen in starken Hanglagen bis zu 40 Prozent Neigung bearbeiten. Ein intelligenter Neigungssensor mit Aushubsensor zur Entlastung des Fahrers sorgt dabei für eine sichere Führung der Hackmaschine am Seitenhang. Dadurch werden die Reihen sehr feinfühlig angesteuert, ohne dass der Traktor einen Seitenschub erhält und dadurch abdriftet. Die Bedienung und Updates der Kamera erfolgen über WLAN. Präsentiert wurde die «Okio»-Kamera an einem 8-Meter-Heck-Getreidehackgerät mit Rollstriegel und Fingerhacke. «Mit der Kamerasteuerung erfährt die Hackmaschine allgemein eine neue Schlagkraft, die

notwendig ist, um im oft wetterbedingt knappen Zeitfenster effektiv das Unkraut zu bekämpfen. Arbeitsgeschwindigkeiten von bis zu 15 km/h sind möglich, früher waren es nur maximal 6 km/h», erklärte der Schmotzer-­Geschäftsführer.

«Rapido» und Vibromesser Mit dem «Rapido»-Hackschar hat Schmotzer auf diese Saison hin ein Schnell­wechsel­system mit verbesserter Schar­platte eingeführt. Der neue Schnell­ verschluss soll dafür sorgen, dass die Hackschare innert Kürze gewechselt werden können. Die «Rapido» ergänzt das Hackschar-Programm bei Schmotzer mit fest vernieteten und fest verschweissten Scharen. «Wichtig beim Hacken ist eine gleichmässige und maximal flache (nur 2 bis 3 cm) Arbeitstiefe. Damit wird das Unkraut kapillarwasserschonend entfernt und untenliegende, ‹schlafende› Unkraut­ samen nicht ans Licht befördert. Letzteres könnte sonst zur katastrophalen Spätverunkrautung führen», so die allgemeine Empfehlung von Ferdinand Wahl.

Für die Dammpflege

Die neue Kamerasteuerung «Okio» mit Terminal. Dank Neigungs- und Aushubsensor sollen auch Seitenhänge gehackt werden können, ohne dass das Hackgerät seitlich abdriftet.

Gezeigt wurde unter anderem auch eine neue 3-m-Gerät-Kombination (4×75 cm) für die Dammpflege bei Kartoffeln und Karotten. Ausgerüstet ist das Gerät mit Fingerhacken, Quadroscheiben, Schneidscheiben und Häufelscheiben. Die Quadro­ scheiben, die höher gestellt sind, laufen über dem Damm, während die Schneidscheiben den Damm seitlich leicht aufschneiden. Am Schluss wird mit den Häufel­ scheiben wieder ein Damm geformt. Aufgehängt sind die Geräte an einem Einzel-Parallelogramm. Zusätzlich gibt es die Kamerasteuerung von Claas.

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Bergmechanisierung

In Hanglagen spielt die Massendynamik der Anbaugeräte eine entscheidende Rolle. Bild: Reform

Wer «alpin» sagt, meint leicht und stabil Bergmechanisierung unterscheidet sich von der Grosstechnik durch weniger Arbeitsbreite, kompakte Bauweise und leichtere Konstruktionen. Einige Anbieter von Futtererntetechnik haben – quasi als Nischenprodukt – eine Alpin-Baureihe im Angebot. Ruedi Hunger

In erster Linie entscheidet die Schwer­ punktlage des Traktors oder Zweiachs­ mähers über die Einsatzgrenze der Futter­ baumechanisierung. Nicht nur das, auch das Gewicht der Anbaugeräte ist ent­ scheidend. Kommt dazu, dass Hang­ flächen oft unausgeglichen sind und mit grossen Arbeitsbreiten die notwendige Bodenanpassung nicht mehr gewährleis­ tet ist. Liegt die Lösung deshalb im Leicht­ bau? Ja, weil die Massendynamik vor al­ lem am Hang eine zentrale Rolle spielt. Für die nachfolgende Auflistung der 16

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Alpin-­Baureihen sind deshalb nur Maschi­ nen mit einem Eigengewicht bis etwa 600 kg berücksichtigt.

Fella Fella hat schon früh realisiert, dass Mähwerke, Heuwender und Schwader für den alpinen Einsatz an Zweiachsmähern und leichten Traktoren speziell leicht, kom­ pakt und nahe am Zugfahrzeug gebaut sein müssen. Die Alpin-Frontmähwerke von Fella sind – bedingt durch den extrem kurzen Anbau – mit einem Kompakt­

anbaubock versehen. Sie sind mechanisch (hydraulisch) seitlich verschiebbar und ha­ ben einen Pendelweg von beidseitig 4,5° oder 9°, je nach Ausführung. Wer ein Alpin-­Mähwerk einsetzt, muss nicht von vornherein auf einen Aufbereiter verzich­ ten. Es gibt diesen in getrennter Bauweise für den Heckanbau. Die Kreiselgetriebe der Heuwender sind geschlossen und die Kraftübertragung erfolgt über wartungsfreie Kreuzgelenke auf eine Sechskantwelle. Die Synchron­ aushebung verhindert gefährliche Ge­


Bergmechanisierung

wichtsverlagerungen beim Klappvorgang und die automatische Arretierung verhindert beim Ausheben ein Pendeln in Fahrrichtung. Die speziellen Alpin-Schwader sind dank starrem Anbaubock kompakt und nahe am Zugfahrzeug angebaut. Nahe am Zugfahrzeug heisst eben oft auch Verzicht auf den Schwenkbock. Die Räder des Fahrwerks sind schwenkbar, können in extremen Hanglagen aber auch arretiert werden. Die 330 und 370 kg schweren Schwader bringen je Meter Arbeitsbreite rund 100 kg auf die Waage.

Fendt Im Bestreben, den Kunden als Full-LinerPartner ein vollständiges Programm anzubieten, hat Fendt seit 2017 auch ein Alpin-­Programm im Angebot. Es umfasst Mähwerke, Wender und Schwader und stützt sich auf die Fella-Produkte. Alle Geräte zeichnen sich durch gewichtsoptimierte Konstruktionen aus, sie sind also leichter und kompakter gebaut als herkömmliche. Zudem ist der Schwerpunkt nahe am Traktor, was zu mehr Stabilität und Standfestigkeit am Hang beiträgt. Der Schwader «Former 351 DS» zeichnet sich durch seinen starren Anbaubock

Der Leistungsbedarf für Alpin-Mähwerke im Leerlauf (540 U/min) liegt nach Messungen (BLT Wieselburg A) zwischen 7,5 und 8,5 kW. Die Leerlaufleistung ist auch bei hoher Futtermasse für 40 bis 50 % des Leistungsbedarfs ver­ antwortlich. Durchschnittlich ist gesamthaft eine Leistung um 17 kW erforderlich.

aus. Dies ermöglicht optional auch den Einsatz in der Front. Die Wender «Twister» haben einen robusten Doppel­kreuz­ gelenke-­Antrieb und eine serienmässige Synchron­ klappung, was für zusätzliche Sicherheit beim Klappen am Hang sorgt. Bei den Scheibenmähwerken ergänzen die Modelle «Slicer 260 FP» und «FPS» mit Pendelbock das Produktprogramm. Das «Slicer 260 FPS»-Mäh­werk hat aus­ serdem zusätzlich eine integrierte hydraulische Seitenverschiebung und eignet sich daher gut für das Arbeiten in Schichten­linie.

Pöttinger Pöttinger hat nach eigenen Angaben vom gesamten Angebot an Mähwerken, Zettern, Schwadern und Ladewagen – insgesamt

225 Modelle – 18 % als «Alpin»-Geräte im Angebot. Die Praxis fordert beim Lade­ wagen eine perfekte Bodenanpassung zur sauberen Futteraufnahme, dies auch in schwierigem, unebenem alpinem Gelände. Gleichzeitig sollen der Boden und die Pickup geschont werden und ein gleichmässiger Futterfluss von der Pickup zum Ladeaggregat möglich sein. Auf diese Forderungen antwortete Pöttinger bei den Alpin-Tiefladern «211», «251» und «291» mit der «Autotast»-­ Knickdeichselsteuerung. Diese tastet beid­seitig die Pickup-Stellung zum Boden ab und steuert automatisch die Knick­ deichsel so, dass zwischen Pickup und Ladeeinheit eine konstante Durchgangsöffnung für den Futterfluss vorhanden ist. Durch die Automatisierung wird der

Fella Mähwerke

«Ramos FK» Frontmähwerk mit Arbeitsbreiten zwischen 2,05 und 2,50 m. Damit der Schwerpunkt möglichst nahe am Traktor bzw. Zweiachsmäher liegt, sind die «Ramos-FK-/-FK-S-»Mähwerke mit einem starren Anbaubock ausgerüstet. Die vier Mähscheiben sorgen bei diesen Mähwerken für einen symmetrischen Lauf. Das Mähgut wird mittig zu einer gleichmässigen Schwad geführt. Die Anfahrsicherung ist federbelastet.

Heuwender «Sanos»

Auch die 4,00 bis 5,70 m breit arbeitenden Heuwender von Fella verfügen über einen kurzen Anbaubock. Damit die Kreisel in jeder Lage gleichmässig klappen, ist serienmässig eine Synchron-Aushebung verbaut.

Schwader

«Former»

Die alpine Baureihe kann universell als Heck- oder als Frontanbau­ maschine verwendet werden. Voraussetzung dazu sind das geringe Eigengewicht und der kurze Anbaubock. Fella-Einkreiselschwader legen die Schwad rechts ab, was bedeutet, dass sie stets im Sichtfeld des Fahrers ist.

Mähwerke

«Slicer»

Die Alpin-Mähwerke «Slicer» 260 FP und 260 FPS sind gewichtsoptimierte und kompakt gebaute Scheibenmähwerke für hangspezifische Fahrzeuge. Sie verfügen über ein Wechselgetriebe und sind sowohl an Traktoren mit linksdrehender als auch mit rechtsdrehender Frontzapfwelle einsetzbar.

Fendt

Zettwender «Twister»

Fendt hat mit dem «Twister 431 DN und dem «601 DN» zwei Wendermodelle für den Einsatz in steilem Gelände im Angebot. Die 4- und 6-Kreisler haben Arbeitsbreiten von 4,30 und 5,70 m.

Schwader

Im Produktesegment der Schwader bietet Fendt den «Former 351 DS» als Alpin-Modell an. Dank kurzem Anbaubock und gewichtsoptimierter Konstruktion kann dieser «Former» mit Alpin-Traktoren und Zweiachsmähern eingesetzt werden.

«Former»

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Bergmechanisierung

Fahrer entlastet und eine saubere Futteraufnahme ist garantiert.

Sip Sip baut ein Frontmähwerk mit der Bezeichnung «Alp». Laut Hersteller eignet sich der Mähbalken mit zur Mitte drehenden Mähscheiben besonders für Arbeiten in steilem Gelände. Die Mähwerk-Entlastung erfolgt mechanisch. Eine von sieben Kreiselheuer-Baureihen ist für Hang- und Bergbetriebe konzipiert. Unter den Einkreiselschwadern, die Sip baut, sind zwei Modelle mit der zusätzlichen Bezeichnung «Alp». Sie wiegen rund 116 kg/m Arbeitsbreite, haben acht Zinkenarme und werden mit der 540er-Zapfwelle

ange­trieben. Der kleinere Schwader hat einen starren Anbaubock und bewegliche Räder, der grössere einen Schwenkbock und ein Tandemfahrwerk.

gehört ein hydraulischer Seitenverschub, der 540/1000-U/min-­Z apf­wellenantrieb und die Dreh­richtung links oder rechts. Die Tornado-Mähwerke haben einen Mähbalken mit Mähscheibenbruchsicherung und Klingen-Schnellwechsel­s ystem. Knüsel Der Schweizer Landtechnik-Hersteller Die Abdeckung ist aus schlagfestem Sepp Knüsel baut – auch ohne die Alpin-­ Spezial­kunststoff. Die TrommelmähwerBezeichnung – echte Leichtgewicht-­ ke verfügen über vier Trommeln mit je Mähwerke. Die Serien «Blitz», «Tornado» zwei Klingen. Sie können sowohl mit und auch das Trommelmähwerk sind 540 U/min als auch mit 1000 U/min und bezo­ gen auf das Gewicht je Meter links/rechts drehender Zapfwelle eingesetzt werden. Arbeits­breite leichter oder im Mittelfeld der Mitkonkurrenten. Die «Blitz»-Serie eignet sich für Zweiachsmäher und Übrige Hangtraktoren. Der Antrieb erfolgt über Claas, Kongskilde, Krone, Kuhn und Kverne­ ein Riemenband. Zur Wunschausrüstung land geben ihrem jeweiligen Futter­ bau-­

Pöttinger Mähwerke

«Nova Alpin»

Front-Scheibenmähwerke in leichter Ausführung – durchschnittlich rund 30 % leichter als «Nova Cat Classic»-Mähwerke. Sie haben Arbeits­breiten von 2,20 bis 3,04 m. Die 6 Mähwerke haben ein Feder­ entlastungssystem, entweder auf Wunsch oder in Serie verbaut.

Kreiselheuer

«Alpen Hit» Zu den leichten Alpin-Modellen von Pöttinger gehören Vier- und Sechskreiselzetter mit Arbeitsbreiten von 4,0 bis 5,75 m. Im Vergleich zur Standardbaureihe sind sie rund einen Drittel leichter.

Schwader

«Alpin Top» Der speziell für die Berglandwirtschaft gebaute Schwader ist rund einen Drittel leichter als die vergleichbaren Einkreiselschwader der normalen Bauart. Die Arbeitsbreite beträgt drei Meter. Er ist als Frontschwader konzipiert.

Ladewagen «Boss Alpin»

Diese Baureihe umfasst Tiefgang-Modelle mit Einzelachse und einem Lade-Volumen von 13,5 bis 19 m3. Sie sind mit einem Förder­ schwingen-­Aggregat ausgerüstet. Der Leistungsbedarf liegt nach Herstellerangabe zwischen 30 und 73,6 kW (40 bis 100 PS).

Mähwerke

«Disc F Alp»

Der slowenische Hersteller Sip baut Frontmähwerke für den Hang­ einsatz ab 2,16 bis 3,00 m Arbeitsbreite. Sie zeichnen sich durch guten Futterfluss auch beim Bergabmähen aus.

«Disc S Alp» «Sip-Alp»

Neben den Frontmähwerken hat Sip auch Heckanbau-Mähwerke mit der Zusatzbezeichnung «Alp» im Programm. Im Alpin-Programm sind zwei 4-Kreisler und ein 6-Kreisler (Kreiselzettwender) vorhanden. Mit 3,00 und 3,50 m hat Sip je einen Kreiselschwader für den alpinen Einsatzbereich im Angebot. Beides sind Einkreiselschwader mit 338 und 417 kg Eigengewicht.

Sip

Kreiselheuer Schwader

«Sip-Star Alp»

Knüsel Mähwerke

Kreisel­ heuer und Schwader

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«Blitz» (180– 300 cm)

Leichtbau-Scheiben-Mähwerk mit gezogener/gestossener Aufhängung und patentiertem Pendelausgleich. Kompakt und kurz gebaut. Für Mähtraktoren und Zweiachsmäher. Durchschnittlich 143 kg je Meter Arbeitsbreite.

«Tornado» 226/266/­ 306

Front-Scheiben-Mähwerk mit guter Bodenanpassung. Gezogene/ gestossene Aufhängung mit bis zu 20° Pendelausgleich. Hydraulischer Seitenschub (W). Hardox-Gleitkufen. Rund 192 kg/m Arbeitsbreite.

«Trommel» F249 + F280

Die Knüsel-Trommelmähwerke sind je Meter Arbeitsbreite etwas leichter als das Tornado-Scheibenmähwerk. Die drehbaren Gleitteller schonen die Grasnarbe.

Sip-Alp

Siehe Sip-Programm


Bergmechanisierung

Messungen bei vier Alpin-Frontmähwerken durch die BLT Wieselburg A ergaben, dass der Geräuschpegel im Stand zwischen 99 und 111 dB(A) liegt. Am Fahrer-Ohr wurden zwischen 80 und 84 dB(A) gemessen, wobei der verwendete Zweiachsmäher selbst für 79,5 dB(A) verantwortlich ist.

Programm unterschiedliche Gewichtung. Keiner dieser Hersteller baut explizit ein Alpin-­Programm. Dennoch sind es jeweils die kleinsten Modelle, die sich durchaus für die Hang- und Berglandwirtschaft eignen. Claas hat zwei Wender aus der Kompaktbaureihe mit einem Eigengewicht unter 600 kg. Auch die beiden Einkreisel­ schwader mit Arbeitsbreiten von 3,20 und 3,70 m haben gute Hangeignung. Kongskilde baut keine Kreiselzettwender, dafür bringen die zwei kleinsten Schwader nur 275 bis 340 kg auf die Waage. Neu sind diese Geräte in Teilmärkten auch in den Farben von New Holland verfüg­bar. Und bei Krone eignen sich ebenfalls die

kleinsten Modelle der Standard-Bau­ reihen für grosse Zweiachsmäher und hangtaugliche Traktoren. Gleiches gilt für die Kreisel­ zett­ wender und Kreisel­ schwader. Aufgrund der grösseren Arbeitsbreiten und des damit verbundenen höheren Gewichts sind diese Maschinen für mässige, und weniger für extreme Hanglagen geeignet. Kuhn baut ebenfalls keine spezielle Alpin-­Baureihe, also sind es die kleinsten Standard-­ M odelle, die sich speziell für Berg- und Hanglagen eignen. Einen gewissen Vorteil betreffend Mähgutförderung haben Trommelmähwerke gegenüber Scheibenmähern. Dies macht sich insbesondere bei wenig Futter und in

der Fall­linie (abwärts) bemerkbar. KuhnPZ-­Trommel­mäh­werke gibt es ab 2,65 m Arbeits­breite, sie wiegen rund 220 kg/m. Schliesslich baut auch Kverneland mit der «CompactLine»-Baureihe Kreiselzettwender und -schwader, die sich bestens für den Hangeinsatz eignen. Pro Meter Arbeits­breite wiegen die Zettwender im Schnitt weniger als 100 kg und die Schwader um 110 kg. Lely hat zur Agritechnica 2013 ein Alpin-­ Programm vorgestellt, das aber (noch) nicht in die Serienfertigung gegangen ist. Wie es nach dem Verkauf der Futter­ ernte­sparte an Agco damit weitergeht, bleibt offen.

Fazit Leichtbauweise und Gerätestabilität müssen sich nicht widersprechen, vor allem wenn sie Hand in Hand gehen. Bei der Bodenanpassung dürfen keine Abstri­che gemacht werden. Aber ganz ohne Komfortabstriche geht es nicht, die eine oder andere Einstellung muss manuell vorgenommen werden. Hydraulische Bauteile gibt es nur gegen mehr Eigen­gewicht.

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Bergmechanisierung

Wie von Geisterhand geführt Immer mehr ferngesteuerte Maschinen erscheinen auf dem Markt. Dazu gehören neben Mäh- oder Mulchgeräten auch universell einsetzbare Geräteträger. Sie können mehr als mähen und mulchen. Ruedi Hunger

Mehr Sicherheit und Entlastung von körperlich schwerer Arbeit sind die Hauptargumente, welche für ferngesteuerte Geräteträger sprechen. Bild: R. Hunger

Funkgesteuerte Mähgeräte sind eine Weiterentwicklung des Motormähers und doch werden sie diesen in naher Zukunft nicht ablösen. Auch wenn das Mähen an Steilhängen harte Arbeit ist und es nicht selten zu Personenunfällen kommt, weil sich die bedienende Person in unmittelbarer Nähe zum Motormäher aufhalten muss.

Sicherheit Dieser Aspekt ist ein Hauptargument und spricht für den ferngesteuerten Geräteträger. Die bedienende Person wird von harter körperlicher Arbeit entlastet und hat sichere Distanz zur Maschine. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass sich die Person nicht mehr im Bereich der ­Motor-Abgase aufhalten muss. Aufgrund der Signalreichweite – bis maximal 300 m – bestimmt die Maschine auch nicht 20

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mehr die Schrittgeschwindigkeit. Andererseits gibt es sicherheitsrelevante Aspekte, die beachtet werden müssen (siehe Kasten).

Mehr Möglichkeiten Der Wandel von der Maschine, die ausschliesslich zum Mähen und Mulchen eingesetzt wurde, zum multifunktionellen Geräteträger mit vielen weiteren Möglichkeiten erstreckt sich über die letzten zehn Jahre. Vorerst lösten ferngesteuerte Mähgeräte den Motormäher in erster Linie bei der Böschungspflege ab. Entsprechend war das Mulchgerät ein Standardanbaugerät. Je nach Zielgruppe rüsten die meisten Hersteller heute ihre Geräteträger mit den unterschiedlichsten Anbau­geräten aus, um damit eine möglichst ganzjährige Auslastung zu erreichen. Neben Doppelmesser- und Schei-

benmähwerken gibt es unterschiedliche Mulchvorsätze für Gras, Gestrüpp und Forst sowie Seilwinden, Kehrmaschinen, Schneepflüge, Schneefräsen und anderes. Entsprechend wird auch bei den funkgesteuerten Geräteträgern «aufmotorisiert», kontinuierlich stiegen die Motorleistungen von anfänglich 10 kW auf heute 15 bis 23 kW und mehr.

«Geboren» für das Schräge Funkgesteuerte Mähgeräte sind entweder auf Raupen, Rädern oder Stachelwalzen unterwegs. Auch wenn der Schwerpunkt tief liegt, die Spurbreite ist eben schmal und eine gewisse Kippgefahr ist in extremen Lagen nicht von der Hand zu weisen. Einzelne Hersteller vergrössern die Spurbreite durch ein hydraulisch ausfahrbares Kettenfahrwerk. Maschinen, die Hänge und Böschungen dauernd in Schichtenlinie befahren, stellen andere Anforderungen an die Schmierung. Das heisst, Motor und Antriebskomponenten benötigen ein entsprechendes Schmierkonzept. Speziell gefordert sind daher die Motorenhersteller als Zulieferer. Hydraulische Antriebssysteme mit elektronisch überwachtem automatischem Geradeauslauf halten den Geräteträger am Hang exakt in der Linie (Köppl). Dazu wird die Raddrehzahl kontinuierlich mit Sensoren gemessen und an die Steuerung weitergegeben. Nachfolgend eine Auswahl von ferngesteuerten Mähmaschinen.

Aebi – 100 % elektrisch Der Aebi «EC130» ist ein ferngesteuerter Geräteträger, der von einem effizienten Lithium-Ionen-Akku mit Energie versorgt und über zwei kraftvolle Elektro-Scheibenläufermotoren angetrieben wird. Spitzenleistungen bis 18 kW sind möglich. Konzipiert ist der «EC130» für schwer zugängliche, steile Flächen oder in Bereichen, wo der Fahrer aus Sicherheitsgründen nicht in unmittelbarer Fahrzeugnähe sein darf. Das Fahrzeug zeichnet sich aus durch tiefen Schwerpunkt, ausgezeichnete Geländegängigkeit und geringen Bodendruck. Dank kompakter, kurzer Bauform sowie gefederten Raupenlaufwerken ist die Maschine besonders wendig und vielseitig einsetzbar. Die Steuerung erfolgt per Fernbedienung mit integrier­ tem Display. Unterschiedliche Leistungsmodi sorgen für effizienteste und sichere Arbeitserledigung. Eine Stras­ senzulassung ist für den Aebi «EC130» nicht möglich.


Bergmechanisierung

Agria – Hybridantrieb Die Agria-Werke in Möckmühl, Deutschland, bauen bereits seit einiger Zeit einen ferngesteuerten Sichelmäher mit zwei Arbeitsbreiten. Der für Problemflächen und Steilhänge konzipierte Geräteträger wird per Fernsteuerung bedient. Damit ist die bedienende Person keinen direkten Belastungen wie Vibrationen, Lärm und Abgasen ausgesetzt. Agria setzt auf einen Hybrid-Fahrantrieb, in dem das Raupenfahrwerk über zwei 48-V-Elektroantriebe betrieben wird. Ein Wechseltanksystem mit einem Inhalt von 10 l erlaubt das schnelle «Nachtanken» der Maschine. Das Sichel-Mulchmähwerk verfügt über pendelnd aufgehängte Messer und ermöglicht das Mähen in beiden Fahrrichtungen. Dies bei identischem Mähergebnis. Damit werden zeitintensive Wendemanöver reduziert.

Brielmaier

Der funkgesteuerte Geräteträger muss sich in der Regel mit altem Gras «befassen».

Brielmaier produziert seit 1992 Motormäher, speziell für Hang- und Bergeinsatz. Bereits 1996 wurden die Maschinen mit elektronischer Steuerung und Tastschalter ausgerüstet. 2007 folgten das Cockpit mit Folientastatur und eine neue digitale Steuerung mit Can-Bus-System. Die logische Weiterentwicklung war dann die Funkfernsteuerung mit einer Reichweite von bis zu 300 m. Brielmaier sieht die Vorteile der Funkfernsteuerung in einem sicheren Arbeitsplatz für den Bediener. Beim Mähen von Böschungen kann er unterhalb des Hanges auf der Ebene stehen. Gleichzeitig hat er Abstand von Lärm, Abgasen und Vibrationen. Die sowohl für manuelle Führung als auch für Fernsteuerung konzipierte Maschine überzeugt durch das hydraulische Konzept und den tiefen Schwerpunkt. Mit Fernsteuerung können die Brielmaier-6-m- und die -12-m-Variante ausgerüstet werden.

Bild: Aebi

Irus Irus Motorgeräte GmbH in BurladingenSalmendingen, Deutschland, baut fern­ gesteuerte Geräteträger in fünf verschiedenen Ausführungen. Der «Twin» ist die grösste Maschine und verfügt über mehrere Anbauräume für Arbeitsgeräte zum gleichzeitigen Arbeiten mit verschiedenen Geräten, beispielsweise Forstmulcher und Stubbenfräse oder Frontmähwerk und Aufbereiter. Der «DelTrak 2.5» ist konzipiert für Landschaftspfleger und Dienstleister im Grünsektor. Er hat einen niedrigen Schwerpunkt. Der «EvoTrak» ist leichter als der grössere Bruder «Del­

Modern und sicher mähen am Hang Die «Schweizer Landtechnik» hat den Fachmann für Unfallverhütung Thomas Bachmann, technischer Leiter bei Agriss (BUL, Bild), um seine Meinung gefragt. Hier seine Antwort: «Die Maschinen zum Mähen am Hang haben sich in den letzten Jahren stark verbessert. Griffige Räder und niedriger Schwerpunkt haben die Unfallgefahren beim Mähen in extremen Hanglagen reduziert. Aufgrund des Unfallgeschehens ist eines klar: Mähmaschinen mit mechanischem Schaltgetriebe gehören nicht mehr in den Hangeinsatz! Solche Motormäher haben zu viele Leben gekostet. Es sollen nur noch Motormäher mit selbsthemmendem Hydrostat-Antrieb verwendet werden, weil sich diese nicht mehr unkontrolliert bewegen können. Neben den sicherheitsrelevanten Verbesserungen bei handgeführten Motormähern haben sich funkferngesteuerte Mähmaschinen im extremen Hang- oder Böschungseinsatz stark verbreitet. Dazu zählen heute nicht mehr nur die Raupen- oder Vierradmähmaschinen, sondern auch handgeführte Motormäher oder Zweiachsmäher, die auch auf Funkbetrieb umgeschaltet werden können. Solche Maschinen können in

Hanglagen mähen, während sich der Bediener an einer sicheren Stelle aufhält. Zudem ist er weniger dem Lärm, den Abgasen, den Vibrationen oder Gelenkbelastungen ausgesetzt. Vorteile, die sich auf die Sicherheit und die Gesundheit auswirken. Voraussetzungen für einen sicheren Betrieb für ferngesteuerte Mähmaschinen sind: • Aufenthalt des Bedieners an einem tritt­ sicheren Standplatz mit einem Überblick auf den gesamten Arbeitsbereich der Mähmaschine. • Drittpersonen müssen konsequent aus dem Gefahrenbereich weggewiesen werden. • Auch der Bediener darf sich nicht direkt unterhalb der Maschine aufhalten. • E ine sicherheitstechnisch hochwertige Funkfernsteuerung muss die Maschine bei Signalunterbruch wegen zu grossen Abstands, leerer Batterien oder anderer Funktionsstörungen umgehend stillsetzen. Autonom arbeitende Mähmaschinen ohne Einfluss einer Bedienungsperson, deren Lenksysteme sich am GPS orientieren, sind noch nicht auf dem Markt. Die Technologie wäre wohl vorhanden. Sie lässt sich aber nicht einfach von den Rasenmäherrobotern ableiten. Sie müssten im Nahbereich mit zuverlässigen Personenerkennungssensoren und Nothaltmechanismen ausgerüstet sein, um die Sicherheitsauflagen erfüllen zu können. Dies ist weiterhin eine teure Angelegenheit».

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Bergmechanisierung

90 cm, dabei übernimmt ein Hauptmes­ ser die Schnittfunktion und ein Kreuz­ messer zerkleinert das Mähgut. Dank hy­ drostatischem Radantrieb ist eine stufen­ lose Geschwindigkeitswahl zwischen 0 und 6,7 km/h möglich. Die maximale Nei­ gung quer zum Hang beträgt im fernge­ steuerten Betrieb 39° und im Aufsitzbe­ trieb 21°. Die Profi-Fernbedienung für alle Funktionen hat eine Reichweite von bis zu 300 m.

PTH – Hybridantrieb

Keine Regel ohne Ausnahme – Brielmaier steuert auch «herkömmliche» Mäher per Funk. Bild: Brielmaier

Trak». Der wendige Geräteträger kann mit verschiedenen Frontanbaugeräten ausgerüstet werden. Der «EvoTrak Solar» wurde speziell für die Herausforderungen beim Mähen und Mulchen in Solarparks entwickelt und zeichnet sich durch eine Bauhöhe von lediglich 70 cm aus. Zum Schutz der Solarpanels ist ein doppelter Steinschutz verbaut. Für das Mähen und Mulchen in Obstanlagen wird der Luft­ filter nach unten versetzt. Der «QuaTrak» stellt eine Ergänzung zu den raupenbe­ triebenen Modellen dar. Er verfügt über einen permanenten hydraulischen An­ trieb aller vier Räder oder Stachel­walzen. Auch eine Hundegang-Lenkung ist mög­ lich.

Bewegungen erkannt, schalten das Mähwerk und der Fahrantrieb mithilfe der Positionsüberwachung sofort aus.

AS-Motor Die AS-Motor GmbH hat ihren Sitz in Bühlertann, Deutschland. Der Sherpa «4WD RC» ist quasi ein «Übergangsmo­ dell» vom Aufsitzmäher zum ferngesteu­ erten Gerät. Nach Angaben des Herstel­ lers ist es der erste Aufsitzmäher mit Fernsteuerung. Er wurde speziell für den Einsatz im Grenzbereich entwickelt, um den Fahrer zu entlasten und die Sicher­ heit zu erhöhen. Die Schnittbreite beträgt

Niko Maschinenbau (KommTek) Das Unternehmen KommTek in Osterbur­ ken, Deutschland, ist verantwortlich für den Vertrieb der von Niko hergestellten, ferngesteuerten «Roboflail»-Maschinen. Die Geräteträger sind mit unterschiedli­ chen Antriebsmotoren ausgerüstet, ver­ fügen aber über die gleiche Fahrantriebs­ technik. Entsprechend der unterschied­ lichen Grösse, sind verschiedene Schneidwerk-Anbaugeräte vorgesehen. Einheitlich ist, dass alle mit einem Schle­ gelmulcher ausgestattet werden können. Je nach Typ können Anbaugeräte bis zu 450 kg angebaut werden. Die «Robo­ Flail»-Geräteträger sind für die Pflege von Grünlandflächen in unwegsamem Gelän­ de konzipiert. Die multifunktionale Fern­ bedienung hat nach Herstellerangabe ei­ ne Reichweite von 300 m. Fällt die Steue­ rung zu Boden oder werden zu starke 22

Schweizer Landtechnik 5 2018

Eher die Ausnahme sind 4-Rad-Fahrwerke. Bild: R. Hunger

Die Firma PTH Products Maschinenbau ist in Neuberg, Österreich, angesiedelt. Das Unternehmen baut in der Mehrzahl schwere Geräte für den Strassenbau. PTH hat bereits die zweite Generation des All­ radgeräteträgers «Hymog E331» auf dem Markt. Durch die genormte Dreipunkt­ aufnahme lassen sich alle Geräte bis 400 kg anheben. Zudem verfügt der Ge­ räteträger über einen genormten Zapf­ wellenstummel und Normdrehzahlen. Das Fahrzeug hat einen Hybridantrieb mit permanentem Allradantrieb über vier Radnebenmotoren. Der Lenkeinschlag beträgt jeweils 35° (Achsschenkellen­ kung). Es sind vier Lenkvarianten möglich: Allrad, Lenkung vorne, Lenkung hinten und Hundegang. Alle Gerätefunktionen sind über Funk mit einer Reichweite von bis zu 300 m steuerbar.

Greenbot Der «Greenbot» wird in Kanada herge­ stellt und durch die niederländische Firma


Bergmechanisierung

Precision Makers vertrieben. Es ist eine selbstfahrende Maschine, die laut Hersteller «für sich wiederholende» Arbeiten im Grünsektor entwickelt wurde. Auf der Grundlage eines festgelegten Programms auf Basis von GPS-Daten kann die Maschine autonom arbeiten. Entsprechend ist der Greenbot mit einem Sicherheitssystem ausgerüstet. Es ist aber auch möglich, die Maschine fernzusteuern, beim nächsten Einsatz auf der Fläche wiederholt der Greenbot dann die Arbeiten nach dem «Teach & Play Back»-Prinzip. Der Greenbot hat zwei Geräte-Anbauräume. Die Maschine wird in einer Breite von 180 cm und in der Schmalspurvariante 130 cm geliefert. Die Bodenfreiheit beträgt 35 cm. Der Motor hat AdBlue-Eignung.

McConnel «Robocut» ist ein funkferngesteuerter Raupen-Mäher von McConnel. Er ist konzipiert speziell für den Einsatz in schwierigem und gefährlichem Gelände. Dieser Geräteträger erlaubt ein sicheres Arbeiten an Orten, die bisher nur arbeitsintensiv, zeitaufwändig und gefährlich waren. Nach Herstellerangabe kann dank guter Stabilität, einer unkomplizierten Steuerung und des sicheren Arbeitsbereiches von bis zu 150 m bis zu 25 Mal schneller gearbeitet werden als von Hand. Der Arbeitsbereich kann bis 150 cm breit sein. Die (Gummi)Ketten-Technologie erlaubt hohe Bodenhaftung und erlaubt es, Gefälle/Steigungen von bis zu 55° zu befahren. Auf Wunsch können die Raupen mit Metallspikes ausgestattet werden. Das Einsatzspektrum ist breit und beginnt bei der Pflege von Autobahn- oder Strassenböschungen. Die Pflege der Bahndämme gehört ebenso zum Einsatzgebiet wie der harte Forsteinsatz.

MDB Technology Die Firma Vogt im deutschen Schmallenberg baut selber zahlreiche Geräte für die Landschaftspflege und verkauft auch funkgesteuerte Mähraupen des italienischen Herstellers MDB Technology. Die Geräte verfügen über ein hydraulisch verstellbares Raupenfahrwerk (Spurbreite) für gefahrloses Arbeiten an Hängen bis 55°. Dank Komfortsteuerung sind ein automatisches Gegensteuern am Hang und eine stufenlose Regulierung der Fahrgeschwindigkeit möglich. Eine patentierte Dauerschmierung sorgt für störungsfreien Betrieb der Raupe auch in extremen Hanglagen. Die Anbaugeräte sind hydraulisch verschiebbar.

Funkgesteuerte Geräteträger eignen sich bestens für den Kampf gegen Verbuschung auf Alp- und Weideflächen. Bild: McConnel

Lynex Lynex ist ein dänischer Hersteller von ferngesteuerten Böschungsmähern und Geräteträgern. Zu den Kunden zählen unter anderem die dänischen Bahnen und zahlreiche Kommunalbetriebe. Speziell für die Pflege von Waffenplatzarealen sind die grossen, 73 kW und 184 kW starken, Spezial-Geräteträger geeignet.

Timan Die beiden funkgesteuerten Maschinen des dänischen Herstellers Timan sind für unterschiedliche Einsatzgebiete gebaut. Die kleinere, mit einem Sichel- oder Y-Messer-Mulchgerät ausgestattet ist, für die Böschungspflege beim Bahn- und Strassenunterhaltsdienst geeignet. Die grosse Maschine ist stärker, robuster und für den harten Einsatz konzipiert. Der «RC-1000» verfügt über einen automatischen Umkehrlüfter für den Hydraulikkühler. Er ist lieferbar mit einem 170 cm breiten Doppel­ messer-Mähbalken von ESM inklusive Sicherheitsbügel. Der Balkenmäher ist hydraulisch angetrieben. Für die Anbaugeräte gibt es ein Schnellwechselsystem. Beide Modelle können auf PKW- oder Nutzfahrzeug-Anhängern transportiert werden.

insbesondere für die Pflege von Rasenflächen unter Photovoltaik-Paneelen in Solarparks und für das extensive und intensive Mähen grosser Flächen konstruiert. Er arbeitet auch in steilen Hanglagen bis 40° Steigung, mithilfe der Seilwinde sogar bis 55°. Die Spider-Grossflächen- und -Böschungsmäher sind dazu konzipiert, schwer erreichbare Flächen effizient zu mähen. Alle Modelle verfügen über «dance step», eine Kombination aus Allradantrieb und 360°-Allradlenkung. Die Seilwinde verschafft den Mähern einen Vorteil gegenüber den meisten raupenangetriebenen Geräten. Nebst ihrer guten Steigfähigkeit profitieren sie von einer 360°-Lenkung. Dadurch mähen die Spider-Geräte in alle Richtungen, ohne zu wenden. Gesteuert wird der Mäher durch eine Fernbedienung mit einer Reichweite von bis zu 200 m.

Fazit

Spider

Funkgesteuerte Geräteträger haben definitiv ihr «Spielzeug»-Image abgeworfen und geniessen – richtig eingesetzt – eine hohe Akzeptanz zur Pflege der öffentlichen Infrastruktur, bei Gemeinden und anderen Kommunen. In der Landwirtschaft werden sie vorerst die Motormäher nicht ablösen – ob das je einmal der Fall sein wird, muss die Zukunft zeigen.

Das Familienunternehmen Rumsauer ist in Nordbayern beheimatet und baut ferngesteuerte Böschungsmäher. Neu in der «Spider-Familie» ist der «2SGS». Er wurde

Eine Übersicht zum Angebot der ferngesteuerten Geräteträger ist unter www.agrartechnik.ch unter dem Link «Downloads» zu finden.

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Bergmechanisierung

Erst mit dem Aufbau komplett Beim Transporter verhält es sich wie beim Traktor: Beide Fahrzeuge sind ohne Anbau- oder Aufbaugeräte bestenfalls für eine Ausfahrt geeignet. Das heisst, sie sind zwar die Schlüsselmaschine, aber nur in Kombination mit Anbau- oder Aufbaugeräten sinnvoll nutzbar. Ruedi Hunger

Aufbau-Ladewagen

Wo Reform draufsteht, steckt auch Reform dahinter. Die Österreicher bauen ihren Lade­ wagen noch selbst. Bild: Reform

Ladewagen, Mistzetter und Güllefässer, die im Berggebiet eingesetzt werden, sind kleiner und leichter. Beides aber nur in Re­ lation zur Flachlandmechanisierung, denn in den letzten Jahren sind sie durchaus auch grösser und schwerer geworden. Die kleinen Stückzahlen werden innerhalb der Branche zwar nur als Nischenprodukte an­ gesprochen, sie sind aber konstruiert für die Bedürfnisse unter erschwerten Ein­ satzbedingungen. Ein weiteres Handicap ist, dass mangels einheitlicher Normen für jedes Fabrikat andere Anbauteile geliefert werden müssen.

«Limitierte» Auflage Kleine Stückzahlen oder eben Nischen­ produkte haben die unangenehme Ne­ ben­erscheinung, dass sie einen verhältnis­ mässig hohen Anschaffungspreis haben. Das ist zwar ein allgemeines Merkmal der Bergmechanisierung, weshalb die grosse 24

Schweizer Landtechnik 5 2018

Angebotsvielfalt auf den ersten Blick überrascht. Beim genaueren Hinschauen ist es aber nachvollziehbar, dass immer ei­ ne optimale Lösung für den vorhandenen Transporter gesucht wird. Mitbestimmend sind der Radstand, die mögliche Achslast, die gewählte Bereifung, die Fahrbahn und die Fahrstrecke. Nicht zu vergessen ist, dass die zum Teil extremen Hanglagen kein unnötiges Gewicht und keine maxi­ male Ladekapazität erlauben.

Auf- und Abbau Alle Arbeitsgeräte lassen sich mit Schnell­ verschlüssen auf- und abbauen. Weil keine ausreichenden Normen bestehen, sind die Aufbaupunkte herstellerspezi­ fisch und deshalb unterschiedlich ge­ staltet. Üblicherweise sind es vier Anbau­ punkte, die zum Teil aus der Kabine hydrau­lisch bedient, das heisst verriegelt, werden.

Während zu Beginn der Bergmechanisie­ rung (fast) jeder Transporterhersteller auch den Aufbauladewagen selbst baute, haben sie sich heute weitgehend davon verabschiedet und überlassen Spezialisten wie Agrar, Gruber, Lüönd oder Waldhofer das Feld. Ladeleistung und Auf­ nahme­ qualität stehen im Vordergrund. Beide Krite­rien werden massgeblich durch die Topo­grafie des Geländes beeinflusst. Entsprechend den Radstand-Varianten gibt es für Transporter unterschiedlich grosse Ladegeräte, wobei innerhalb einer Baureihe oft nur die Länge und Breite des Aufbaus variieren. Weitere entscheidende Details sind das Pendelverhalten der Pick­ up und der Böschungs-Freiwinkel. Die Aufnahmevorrichtungen (Pickup) sind mit vier oder fünf gesteuerten oder unge­ steuerten Zinkenreihen erhältlich. Sie sind mehr oder weniger pendelnd gebaut. Eine verstärkte Konstruktion hält auch dem erhöh­ ten Seitendruck durch die Allrad­ lenkung stand. Neben versetzten Lade­ schwingen und überschneidenden Lade­ rechen gibt es auch Ladeaggregate mit Rotor. Je nach Konstruktion wirkt das Lade­ aggregat unterstützend beim Abladen. Auch bei Aufbauladewagen werden mit einer hohen Anzahl Messer theoretische Schnittlängen von 9 cm erreicht. Kürzer ist vorerst nicht möglich und wurde ein­ zig durch Selbstbaulösungen realisiert. Es ist auch fraglich, wie oft ein Kurzschneid­ werk wirklich sinnvoll eingesetzt würde. Unterschiedlich lässt sich die Rückwand bedienen. In einem Fall wird sie auf Knopf­druck von der Kabine aus geöff­ net, geschlossen und automatisch verrie­ gelt. Schliesslich werden in den Prospek­ ten die Ladewageninhalte, wie schon bei den traktorgezogenen Modellen, unter­ schiedlich angegeben. Die echten In­ haltsangaben beziehen sich auf DIN-m3, alles andere sind entladene, gemessene «Heuhaufen». Daraus ergeben sich Un­ terschiede von bis zu 80 %.


Bergmechanisierung

Aufbau-Güllefässer In den vergangenen Jahrzehnten wurden im Berggebiet zahlreiche Güllelöcher gebaut, vergrössert und saniert. Mit zunehmender Bedeutung der Mechanisierung hat der Stufenbetrieb an Bedeutung verloren. Zentrale und grössere Wirtschaftsgebäude sind heute an seine Stelle getreten. Damit fallen

6 Unitrac 6 Muli

Schiltrac

3 Swiss/Eurotrans

3

x

1

x

Forstgeräte

Kommunalgeräte

Frontmähwerk

Dreiseiten-Kipper

Güllefass verzinkt

Kunststoff-Fass

Anzahl/Baureihen

Lindner Reform

Heckstreuer

x

6 TP/MT/VT 5 C/CT/CTA/CTK/CTS

Seitenstreuer

2

Aebi Caron

Anzahl/Baureihen

AufbauSpezialGüllefässer aufbauten

Rotoraggregat

AufbauAufbauLadewagen Mistzetter Ladeschwingen

Hersteller

Transporter

Anzahl/Baureihen

Hersteller von Transportern und Aufbaugeräten

Bezeichnung

Im Berggebiet ist es doppelt wichtig, dass Mist gleichmässig verteilt und gut zerkleinert wird. Eingesetzt werden zu diesem Zweck mehrheitlich Heck-/Seitenstreuer, alternativ auch Heck-/Rückwärtsstreuer. Die Hersteller dieser Streuer liefern bezogen auf das jeweilige Fabrikat kompatible Aufbauteile. Die Seitenstreuer zeichnen sich durch ein feines Streubild aus. Das Streusystem besteht aus einem Sternrotor mit einem oder zwei messer­bestückten Planeten, gefolgt von einem Streurotor. Das Streuwerk ist schwenkbar, bei der einfacheren Ausrührung um etwa 60°, was gleichzeitig heisst, dass nur einseitig gestreut werden kann. Das sogenannte «Rotor»-Streuwerk ist stufenlos über einen Bereich von 240° schwenkbar, kann also beidseitig streuen. In der verzinkten Wanne läuft der Kratzboden, der hydraulisch, feinfühlig einstellbar und je nach Hersteller selbstspannend ist. Die vordere Wand läuft mit dem Kratzboden als Schubwand nach hinten und ist dafür verantwortlich, dass in allen Lagen eine annehmbare Längsverteilung erreicht wird. Die Heck-/Rückwärtsstreuer sind mit vier stehenden Streuwalzen, bestückt mit einzelnen Messern oder Streusegmenten, versehen. Beide sind bei Bedarf auswechselbar. Gruber hat einen konventionellen Mist­ zetter, der sich auf alle Transporter aufbauen lässt. Reform verwendet dieselbe Brücke mit Kratzboden sowohl für den Ladewagen als auch für den Mistzetter. Für den Umbau zum Mistzetter werden zusätzlich die Bordwände und das Streuaggregat benötigt. Heckstreuer haben einen höheren Schwerpunkt als die zwischen die Hinterachse gebauten Seiten­ streuer.

Anzahl Baureihen

Aufbau-Mistzetter

x

x

x

x

x

x

x

x

x

x

x

x

x

Zulieferanten für Ladewagen, Mistzetter und Güllefässer Agrar

3

x

Bauer/Eckart

2

x

Gafner Gruber

2 2

x

x

x

1

x

Huser

2

x

Kirchner

1

x

Kuratli

1

x

Lochmann

1

x

Lüönd

5

x

Saco

1

x

Schweizer 2 1

1

x

1

x

x

Vakutec Waldhofer

x

(W)

Schallberger Stöckl

x

x

2

x

1

x

Mistzetter werden gleich von mehreren Herstellern für alle Transporter gebaut. Bild: Aebi

Ladeaggregate: Rotortechnik versus Ladeschwingen Hauptmerkmale Rotor-Aggregat • Geringe Drehmomentspitzen, grosse Laufruhe • Hohe Bergeleistung bzw. Ladegeschwindigkeit • Entsprechend geeignet für grosse Flächen (und weite Fahrstrecken) • Hohe Futterpressung • Wenig Wartungsaufwand

Hauptmerkmale Schwingen-Aggregat • Gute Eignung für extremes Gelände mit starker Hangneigung und stark welliger Struktur • Höchstmögliche Futterschonung

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Bergmechanisierung

Die Fässer werden zum Teil von den «Grossen» in passender Grösse für Transporter geliefert. Bild: Lindner

an zentraler Stelle grosse Güllemengen an, die unter Umständen nachher über grössere Distanzen zu den bewirtschafteten Feldern transportiert werden. Dies um dem Grundsatz einer gleichmässigen Nährstoffverteilung gerecht zu werden. Bei grossen Distanzen zwischen Hof und Feld sind die kleinen Transportmengen

Transporter sind ausbaufähig mit einer 3-Punkt-Hydraulik, womit nachher auch andere Anbaugeräte möglich sind. Bild: Caron

(1500 bis 3800 l) nachteilig und wirken sich verteuernd auf die Verfahrenskosten aus. Oft gibt es aber keine echten Alternativen zum Fass, weil Parzellierung, Standort der Wirtschaftsgebäude und Distan­zen sie nicht zulassen. Güllefässer werden als Vakuumfass, Hochdruck-­ Pumpfass oder als Kombifass angeboten.

Mistzetter: Heck-/Seitenstreuer versus Heck-/Rückwärtsstreuer Heck-/Seitenstreuer • Arbeitsbreite zwischen 1,0 m und 15,0 m (Variationskoeffizient unter 30 %) • Querverteilung gut, aber mit Unterschieden • L ängsverteilung zu Beginn und am Ende mangelhaft • Bessere Eignung am Steilhang durch mehr Überlappung • Zerkleinern besser, streuen feiner • Weniger Steinwurf zur Kabine • Eingeschränkte Sicht auf das Streuwerk

Heck-/Rückwärtsstreuer •A rbeitsbreite zwischen 7,5 m und 9,0 m (Variationskoeffizient unter 30 %) •Q uerverteilung gut bis mässig • L ängsverteilung vor allem zu Beginn mangelhaft • S icht auf das Streuwerk während der Arbeit ist gut. • L ichtbalken und Kabine werden stärker verschmutzt. •D as Streuwerk ist besser, der Kratzboden schlechter zu waschen.

Allgemeine Systemübersicht für Gülletechnik Funktionen Befüllen

Entleeren

Vorteile

Nachteile

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Saug- und Druckfass Luft wird aus dem Fass gesogen, es entsteht ein Unterdruck, Umgebungsluft drückt Gülle ins Fass. Kompressor erzeugt Druck, der ins Fass weitergeleitet wird und die Gülle aus dem Fass drückt. Einfaches System mit wenig Pumpenverschleiss. Kompressor kommt nicht mit Fremdkörpern in der Gülle in Kontakt. Gut geeignet für über­ betrieblichen Einsatz. Befüllung unter drei Meter Lochtiefe erschwert. Kein direkter Druckaufbau im Medium bei Verstopfungen (Überdruck entweicht). Benötigt druckgeprüfte Fasskörper.

Schweizer Landtechnik 5 2018

Pumpfass Drehkolben- oder Schneckenpumpe saugt Gülle aus dem Lagerbehälter und drückt sie ins Fass. Drehkolben- oder Schneckenpumpe saugt Gülle aus dem Fass an und fördert sie zum Verteiler. Leistungsfähige Befüllung, Gülle-Rühren durch Umpumpen möglich, Verschlauchung ab Fass möglich. Eignet sich für alle Einsatzgebiete. Pumpenverschleiss! Empfindlich auf Sand, Kies, Steine und weitere Fremdkörper. Anspruchsvollere Bedienung. Höherer Anschaffungspreis und bei der Schneckenpumpe relativ hoher Kraftbedarf.

Die Typenvielfalt ist gross und wird damit begründet, dass ältere wie neue Transporter spezifisch zur Ausnutzung der möglichen maximalen Nutzlast mit einer optimalen Fassgrösse ausgerüstet werden sollen. Insofern relativiert sich die Vielfalt auf unterschiedliche Fasskörperlängen oder Durchmesser. Dem dynamischen Verhalten der Gülle wird zum Teil mit dem Einbau einer Schwallwand (längs oder quer) begegnet. Alle Fassanbieter stellen hersteller­bezogene Befestigungsteile zur Verfügung. Ebenso gehören Abstell­stützen zur Grundausrüstung.

Sonderlösungen Noch ein Wort zu den Spezialaufbauten. Sie sind immer eine spezielle Herausforderung, da sie vielfach nicht «ab Stange» gekauft werden können. Es sind Einzel­ anfertigungen, die bestenfalls in wenigen Stückzahlen hergestellt werden. Oft besteht zuerst nur eine Idee – eine Vi­ sion –, die dann zusammen mit einem erfahrenen Konstrukteur umgesetzt wird. Einzig für den Kommunalbereich gibt es zahlreiche professionelle Aufbau- und Ausrüstungsoptionen.

Fazit Ein Transporter braucht Aufbaugeräte, damit er genutzt werden kann. Diese gibt es in Form von Aufbauladewagen, geeigneten Mistzettern und angepassten Gülle­ fässern. Aufbauladewagen werden von Reform noch selbst hergestellt. Alle anderen lassen sie bauen oder überlassen die Wahl dem Kunden. Hersteller von Mistzettern und Güllefässern gibt es gleich mehrere, der Kunde kann also auswählen.


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Bergmechanisierung

Neue Aufgaben für den Transporter Viele Transporter werden in der Landwirtschaft zu wenig ausgelastet. Immer mehr Firmen erschliessen aber mit kreativen Sonderlösungen neue Einsatzgebiete. Ruedi Burkhalter

Multifunktionalität liegt in aller Munde. Ob beim Hoflader, Motormäher oder Transporter: die technische Entwicklung bei Elektronik und Hydraulik eröffnet fast unbegrenzte Möglichkeiten für die Entwickler. Anderseits lassen neue Komponenten die Maschinen auch teurer werden. So ist es naheliegend, dass stetig nach neuen Möglichkeiten gesucht wird, um den Nutzen teurer Maschinen durch Multifunktionalität zu steigern. Gerade beim Transporter ist diesbezüglich der Handlungsbedarf gross, ist er doch eine der teuersten Maschinen, die zur Eigenmechanisierung beschafft werden. Paradoxerweise werden in der Praxis bis heute viele Transporter aber mit deutlich weniger Betriebsstunden ausgelastet als moderne Traktoren. Die «Schweizer Landtechnik» hat deshalb nach innovativen Lösungen gesucht, mit denen sich Transporter vielseitiger einsetzen lassen, und ist dabei auf drei Trends gestossen: erstens das Rundballen-Verfahren auf den Transporter zu übertragen, zweitens den Transporter als Geräteträger zu nutzen und drittens die Maschine auch in der Winterzeit mit neuen inner- oder ausserbetrieblichen Arbeiten mehr auszulasten.

kömmlichen Dreipunkthubwerken an Transportern ist die Konstruktion mit grossflächigen Stahlplatten massiv gebaut und verträgt daher auch die starken Verwindungskräfte einer Forstseilwinde. Da sich der Schwingendrehpunkt weit vor der HInterachse befindet, können die Anbaugeräte nahe an der Hinterachse angebaut werden. in Verbindung mit der Hubkraft von 3,5 t ergeben sich breite Einsatzmöglichkeiten. Die ungewöhnlich grosse Hubhöhe von bis 1,20 m ermöglicht es in Ver­bindung mit einem hydraulischen Langhub-Oberlenker sogar, mit einer Palettengabel Plattformanhänger zu be- und entladen. Häufig wird der für rund CHF 10 000.– realisierbare Aufbau als einfachste Lösung für den Forsteinsatz nachgefragt

und dann mit einer Standard-Traktorseilwinde ein­gesetzt. Der Dreipunktbock ist für jedes handelsübliche Aufbausystem erhältlich und lässt sich ebenso in drei Minuten komplett vom Trägerfahrzeug trennen.

Rundballenpresse entlasten statt anhängen Eine Spezialität von Jordis System ist die Möglichkeit, auch handelsübliche Rundballenpressen anbauen zu können. Dazu wird die Anhängedeichsel der Presse entfernt und durch einen Dreipunkt-Adapter ersetzt. Die Originalachse bleibt unverändert an der Presse erhalten und wird während der Arbeit auf den Boden abgesenkt. Bei der Arbeit wird mit einer hydraulischen Entlastung rund 50  % des

Dreipunktbock stemmt alles Jordi Land- und Kommunaltechnik aus Bigenthal im Emmental deckt alle drei der genannten Entwicklungstrends ab. Der Familienbetrieb hat sich mit Spezialanfertigungen und Kleinserien seit vielen Jahren einen Namen gemacht und gehört zu den Pionieren, wenn es um die Multifunktionalität von Transportern geht. Im Zentrum steht dabei heute ein ebenso einfacher wie genialer Dreipunktbock, mit dem grundsätzlich die meisten handelsüblichen Dreipunktgeräte in passender Grösse aufgenommen werden können. Die Konstruktion ähnelt stark einer Frontladerschwinge, jedoch ohne Parallelführung. Im Unterschied zu her28

Schweizer Landtechnik 5 2018

Durch den Dreipunktbock von Jordi lässt sich das Einsatzspektrum eines Transporters mit herkömmlichen Dreipunkt-Anbaugeräten stark vergrössern. Bild: Jordi


Bergmechanisierung

Durch die am Dreipunktbock angebaute Rundballenpresse wird der Schwerpunkt des Fahrzeugs kaum erhöht. Bild: Thomas Walder

Der klassische Forstaufbau ist zwar teurer als die Version mit Drei­punktwinde, bietet aber eine bessere Gewichtsverteilung. Bild: Jordi

Mit einem Sattelanhänger lassen sich die Ladefläche und die Nutzlast deutlich vergrössern. Es bleibt genug Platz für einen Kranaufbau. Bild: Jordi

Mit der Presswickel-Kombination «Prewitra» von Bürger lassen sich drei Rundballen mit Ballenmass 80x90 cm transportieren. Bild: Bürger

Pressengewichts auf den Transporter verlagert, deshalb bleibt die Steigfähigkeit und Grasnarbenschonung des Transporters weitgehend erhalten. Für den Strassentransport hingegen wird die Presse inklusive Achse ganz vom Boden abgehoben. Auch bei den Pressen sind die meisten Fabrikate kompatibel. Die einzige Einschränkung besteht darin, dass die leere Presse nicht über 3,5 t wiegen und mit Ballen nicht schwerer als 4 t sein darf. Ansonsten wird die Auswahl der Presse vor allem durch Motorleistung und zu­

Der Jordi-Dreipunktbock mit Ballengabel.

lässige Hinterachslast des Transporters eingeschränkt. So kann beispielsweise mit einem 65-PS-Transporter nur eine leichtere Presse der Midi-Klasse mit Ballenmassen von maximal 80×90 cm bis 100×100 cm betrieben werden, grössere Transporter hingegen können auch leichtere Pressenmodelle mit Standard-Ballenmass aufnehmen.

Aufbau anspruchsvoller als Anbau In den letzten Jahren gab es von anderen Firmen zahlreiche mehr oder weniger erfolgreiche Versuche, Rundballenpressen auf Transportern aufzubauen. Es erwies sich aber aufgrund des grossen Höhen­ unterschieds jeweils als anspruchsvoll und technisch aufwändig, den Futterfluss störungsfrei und in genügender Leistung von einem hinten am Fahrzeug angebrachten Pickup mit genügender Bewegungsfreiheit in die erhöhte Presskammer zu leiten. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass der Schwerpunkt bei einem Aufbau wesentlich höher liegt als beim System Jordi.

Serienmässig bietet bisher nur die österreichische Firma Bürger mit der «Prewitra» eine aufgebaute Rundballenpresse (Pressen-Wickeln-Transportieren). Mit diesem Gerät können auf einmal drei Ballen mit den Dimensionen 80×90 cm hergestellt und an eine flachere Stelle transportiert werden. Aufgrund des Ballenmasses und des engen Futtereinzugs ist diese Kombination für grössere Betriebe oft zu wenig leistungsfähig und zu kostenintensiv. Eine besondere Stellung bei der Rundballenherstellung nimmt der Schweizer Hersteller Schiltrac ein. Seine beiden aktuellen Modelle werden von einem 6-Zylinder-Motor mit 175 PS angetrieben. Mit einer entsprechenden Ballastierung lassen sich damit auch herkömmliche angehängte Rundballenpressen dauerhaft an der Leistungsgrenze betreiben und so die Auslastung ohne einen aufwändigen Sonderaufbau erhöhen. Mit einem Gesamtgewicht von 14 t und einer Anhängelast von 18 t bieten die Schiltrac-Modelle grundsätzlich viel Reserve für den 5 2018 Schweizer Landtechnik

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Bergmechanisierung

multifunktionalen Einsatz, so sind beispielsweise auch Front-Heck-Kombinationen möglich. Auch der Rundballentransport mit Selbstladefunktion wäre eine interessante Erweiterung des Einsatzspektrums. Ein deutscher Maschinenbauer hat für den Lindner «Unitrac» einen Aufbau konstruiert, der mit zwei seitlich absenkbaren Hebezangen insgesamt sechs Rundballen aufnehmen kann. In der Praxis wird dieser Aufbau für Heuballen eingesetzt. Die grosse Schwäche des Systems: Die Hebezangen können nur abgesenkt werden, wenn hinten keine Doppelbereifung montiert ist. Deshalb ist die Kippstabilität zumindest mit Siloballen als kritisch zu beurteilen. Mit einer weiteren Sonderanfertigung lassen sich mit einem Hubarm, wie er bei kleineren Muldengeräten verbreitet ist, drei Rundballen auf die Ladefläche des Transporters hieven.

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Kapazität auch im Winter nutzen Besonders im Winterhalbjahr sind viele Transporter unterbeschäftigt. Neben den bereits verbreiteten Anwendungen im Forsteinsatz oder im Winterdienst bietet sich die Stallarbeit als Einsatzgebiet an. Jordi bestückt immer häufiger auch Transporter mit Futtermischbehältern. Bereits auf relativ kleinen und älteren Modellen lassen sich Mischbehälter mit 5 m3 Inhalt betreiben. Mit Spikes oder Ketten bestückt ist der Transporter auch auf steilen vereisten Rampen im Winter «trittsicher» unterwegs und deshalb auch problemlos überbetrieblich einsetzbar. Mit einem optionalen Einstreugebläse lässt sich bei entsprechenden Platzverhältnissen mit dem Transporter auch maschinell einstreuen. Eine bemerkenswert einfache Lösung für die Stallarbeit hat Gafner mit der nur CHF 1250.– kostenden Zusatzausrüs-

tung «Gafner Everyday» für die grösseren Seitenstreuer im Programm. Die Technik funktioniert am besten an Streuermodellen mit zwei Vorschneid­ planeten. Diese werden mit einer Blechabdeckung ausgerüstet, so dass die Messer nur noch 5 cm hervorstehen. Der gereinigte Miststreuer kann damit sowohl zum Füttern als auch zum Einstreuen eingesetzt werden. Es können ganze Quader- oder Rundballen verarbeitet werden. Grundsätzlich kann auch langes Material verarbeitet werden, zur Senkung von Treibstoffverbrauch und Verschleiss empfiehlt sich die Verwendung von geschnittenem oder vorgängig etwas aufgelockertem Material. Ganze Rundballen mit 1,25 m Durchmesser erfordern eine Wannenbreite von 1,40 m, kleinere oder halbierte Ballen können auch in entsprechend schmaleren Wannen verarbeitet werden.

Mit dieser Einzelanfertigung von Gerg aus Deutschland lassen sich sechs Rundballen nach dem Selbstladerprinzip transportieren.

Der Transporter ist die geländegängigste Variante des selbstfahrenden Futtermischers und bringt eine sinnvolle Auslastung im Winter.

Bild: R. Hunger

Bild: Jordi

Mit der «Everyday»-Zusatzausrüstung lassen sich die Seitenstreuer von Gafner einfach zum Füttern und Einstreuen einsetzen. Bild: Gafner

Mit 175 PS bieten die Transporter von Schiltrac genügend Leistung und Tragfähigkeit für Front/Heck-Kombinationen und gezogene Rundballenpressen oder Holzhacker. Bild: Schiltrac

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Tuning aus dem Emmental Wer seinem Brielmaier-Motormäher den maximalen Nutzen abgewinnen will, wendet sich an die Firma Zaugg in Trubschachen. Ihre originellen Zusatzausrüstungen sind bereits über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Ruedi Burkhalter «Da wäre doch noch viel mehr möglich», dachte sich Heinz Zaugg, als er ab 2007 die ersten Motormäher von Brielmaier verkaufte. Der Inhaber der Firma Zaugg Forst- und Landtechnik aus Trubschachen BE hat sich seither einen Namen für originelle Ideen gemacht, welche die Einsatzmöglichkeiten dieser Maschinen mit Zusatzausrüstungen erweitern. Dies nicht nur mit neuen Anbaugeräten, sondern auch mit unterschiedlichen Vorrichtungen, die dem Fahrer das schweisstreibende Laufen hinter der Maschine ersparen.

Am Anfang ein abgesägter Lenker Die Leistungsfähigkeit der Brielmaier-Motormäher ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Je nach Anwendung lassen sich Fahrgeschwindigkeiten bis 12 km/h erreichen. Jedoch schaffen es höchstens Marathonläufer, längere Zeit am Stück die maximale Schlagkraft der Maschine zu nutzen. So wird die physische Kondition des Fahrers zunehmend zum begrenzenden Faktor. Auf diese Problematik wurde Zaugg 2008 von einem Kunden angesprochen. Er habe eine Idee, berichtete der Kunde und wünschte einen Be-

such auf dem Hof. «Als ich auf dem Hof eintraf, war der Lenker bereits mit dem Winkelschleifer abgetrennt», sagt Zaugg lachend. Das war ein gutes Argument, um die Idee umgehend in die Tat umzusetzen. So entstand der erste Prototyp des wohl grössten Hinguckers unter Zauggs Entwicklungen, die er als «Mitfahrgelegenheit» bezeichnet.

Problematik Gewichtsverteilung Bei diesem ersten Prototyp war der Sitz der Mitfahrgelegenheit zusammen mit dem Lenker in einer schwenkbaren Einheit hinter der Achse befestigt. Zum Wenden steigt der Fahrer kurz ab, schwenkt die Einheit um 180° und weiter geht es. Genial an dieser Idee: Einerseits konnte mit der Einrichtung eine Sitzgelegenheit für den Fahrer geschaffen werden, die auch im steilen Gelände bequem und sicher ist, anderseits schränkt das bei beiden Fahrtrichtungen auf der oberen Stachelwalze abgestützte Gewicht des Fahrers die Hangtauglichkeit der Maschine nicht ein. Ein Nachteil der Konstruktion bestand darin, dass durch das Gewicht des Fahrers der Mähbalken zu stark ent-

Mit dem «Formel 1 smaal Car» kann man entweder stehend oder mit dem optional erhältlichen, gefederten Schwenksitz arbeiten. Bild: R. Burkhalter

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lastet wurde. Als Gegenmassnahme wurde der Mähbalken durch ein zusätzliches Zwischenstück weiter nach vorne versetzt und zusätzlich mit einem Gegengewicht schwerer gemacht. Der Prototyp funktionierte zwar auf Anhieb zur vollen Zufriedenheit des Kunden, doch Tüftler Zaugg gab sich damit noch nicht zufrieden und wollte insbesondere die Problematik der Gewichtsverteilung eleganter lösen. Eine Verlängerung der Maschine sollte vermieden werden, da sonst zwei Hauptvorteile des Mähers verloren gingen, nämlich die kurze Distanz vom Mähbalken zu den Stachelwalzen sowie die Möglichkeit zum seitlichen Verladen auf einen nur 1,8 m breiten Transportanhänger.

Version zwei mit vier Sitzpositionen In der Folge wurde eine zweite Version geplant, bei welcher der Fahrer jeweils über der oberen Stachelwalze sitzen sollte. Dies war jedoch technisch aufwändiger, da der Drehpunkt des Schwenkmechanismus ebenfalls nach vorne versetzt werden musste, wo wegen der Anordnung des Motors über der Achse wenig Platz vorhanden war. So entschied sich Zaugg dafür, nur noch die Bedienungseinheit schwenkbar zu machen, dafür aber mit zwei Fahrersitzen zu arbeiten. Zur Befestigung der Komponenten wurde ein leichter Zusatzrahmen entwickelt, der quasi wie ein Hut über den Motor gestülpt wird. Daran werden zwei Schutzbleche befestigt, die den Fahrer vor einem Kontakt mit den Stachelwalzen schützen. Der Drehpunkt der Bedienungseinheit befindet sich über dem Motor und lässt ein Schwenken um 220° zu. Beide Fahrersitze können über Steckverbindungen an je vier Positionen über, vor oder hinter der Achse befestigt werden. Die hintere Position ermöglicht es, beispielsweise mit einem Kreiselheuer zur Traktionsverstärkung mehr Gewicht des Anbaugeräts auf die Antriebsachse zu verlagern. Der Schwenkmechanismus ermöglicht eine Bedienung von allen vier Sitzpositionen aus, beispielsweise beim


Bergmechanisierung

Der Sitz lässt sich über einen Rasterverschluss der Hangneigung anpassen. Bilder: Heinz Zaugg

Wenden kann die Maschine auch weiterhin in der Standardposition vom Boden aus bedient werden. Auf den beiden Sitzen hat der Fahrer zudem eine erstklassige Sicht auf das Anbaugerät.

Modellwechsel legt das Projekt auf Eis Als die drei ersten Maschinen mit der «Mitfahrgelegenheit» ausgerüstet waren, stand bei Brielmaier ein Modellwechsel an, der eine von Grund auf neue Konstruktion der Zusatzausrüstung erforderlich machte. Aus Kapazitätsgründen konnte diese bis heute noch nicht realisiert werden. Zaugg schätzt, dass sich dank neuer Möglichkeiten beim Metallzuschneiden mit Laser die Mitfahrgelegenheit in Kleinserien zu einem Preis von rund CHF 2500.– herstellen liesse, lässt aber offen, ob und wann er dieses Vorhaben in die Tat umsetzen wird. Damals beim Modellwechsel stellte er unter seiner Kundschaft eine grosse Nachfrage nach einer schnell verfügbaren und günstigen Lösung fest. Um den Kunden-

Beim ersten Prototyp der «Mitfahrgelegenheit» waren Fahrersitz und Bedienungseinheit zusammen am Schwenkmechanismus befestigt.

bedürfnissen schnellstmöglich entsprechen zu können, rollte er deshalb vorerst die Idee des altbewährten Sitzwagens, wie er früher an Eingrasmähern weit verbreitet war, neu auf. Er entwickelte ein neues «Wägeli», das sich einfach über eine Platte mit dem Motormäher verbinden lässt und sich dank breiter Bauweise mit tiefem Schwerpunkt speziell auch für den Einsatz im Steilhang eignet.

Anhänger schnell realisiert Die einfachste Version des Anhängers mit «Stehwanne» ist bereits ab CHF 900.– zu haben und mit einer Luftbereifung ausgerüstet. Die Wanne aus Alu-Riffelblech wurde in mehreren Schritten weiterentwickelt und bietet in der aktuellen Ausführung mehrere unterschiedliche trittsichere Stehpositionen, die der Fahrer in Abhängigkeit der Hangneigung nutzen kann. Ist einem das Stehen auf Dauer zu anstrengend, ist zu einem Preis von weiteren CHF 900.– als Option ein über Parallelogramm gefederter und mit Dämpfern ausgestatteter

In der zweiten Version der «Mitfahrgelegenheit» wird mit zwei fix eingesteckten Fahrersitzen gearbeitet.

Schwenksitz erhältlich. Für Hangneigungen über 60 bis 70 % empfiehlt Zaugg anstelle der Luftbereifung die Verwendung von Mini-Stachelwalzen, die den «Formel 1 smaal Car», wie Zaugg das Gefährt heute nennt, mit einem Aufpreis von CHF 2600.– jedoch um einiges teurer machen. Mittlerweile bietet auch der Hersteller Brie­lmaier ab Werk eine Lösung zum Mitfahren an. Diese kleine Stehplattform scheint auf den ersten Blick die einfachste Lösung zu sein. Da für deren Einsatz die Bedienungseinheit jedoch mit einem zweifachen Klappmechanismus ausgerüstet werden muss, ist sie mit einem Preis von rund CHF 1500.– nicht die günstigste. Da das Gewicht des Fahrers hinter der Achse liegt, gibt es auch bei dieser Lösung eine Entlastung des Anbaugeräts, weshalb diese für Mähwerksbreiten unter drei Meter nicht empfohlen wird.

Alternative Funkfernbedienung? Als Alternative zum Mitfahren lässt sich das «Fitness-Problem» auch über die

Der «Formel 1 smaal Car» mit Luftbereifung kann in Hanglagen bis 60 % Neigung eingesetzt werden und ist deutlich günstiger als mit Stachelwalzen.

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optional erhältliche «HBC-radiomaticFunkfernbedienung» lösen, die mittlerweile mit einem Preis von CHF 4050.– deutlich günstiger geworden ist. Über diese lassen sich nicht nur alle wichtigen Funktionen des Motormähers und der angeschlossenen Geräte bequem und proportional aus bis zu 150 m Entfernung steuern. Der Fahrer kann sich damit zusätzlich die Arbeit enorm erleichtern, da er seine Arbeit mit grossem Abstand von Hitze, Abgasen, Vibrationen und Lärm­emissionen der Maschine ausführen kann. Über die Funkverbindung lassen sich auch die wichtigen Daten zur Überwachung der Maschine auf die Fern­ bedienung übertragen und an einem LCD-Display des Bedienteils anzeigen. In der landwirtschaftlichen Praxis stellt Heinz Zaugg für diese Technik eine steigen­de Nachfrage fest. Nachteil dieser Lösung ist vor allem die aus der Distanz eingeschränkte Sicht auf das Anbau­ gerät.

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Mehr Anbaugeräte für Hanglagen Auch im Bereich der Anbaugeräte hat Zaugg in den letzten Jahren einige Neuentwicklungen vorgestellt. Er wirkte bei der Weiterentwicklung des Motormähers massgebend mit und bewirkte zwecks Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten unter anderem, dass grössere Radnabenmotoren sowie grössere Ölkühler mit Umkehrlüfter in die Standardausführung eingebaut wurden. Dies vor allem mit dem Ziel, auch grössere Futterschieber, Kreiselheuer und Mulcher ohne Überlastung des Hydrauliksystems einsetzen zu können. Die grössten Stückzahlen realisiert Zaugg zurzeit mit dem Kreiselheuer. Er machte Versuche mit verschiedenen Fabrikaten, empfiehlt heute aber vor allem ein nur 220 kg schweres 3,5-m-Modell von Daros. Diese Maschine wird für den Anbau am Motormäher nicht nur mit einer anderen Anbaukonstruktion versehen. Zusätzlich werden die vier starren Räder durch nachlaufgelenkte Räder er-

Video zu Brielmaier-Tuning Weitere Filme zu landtechnisch interessanten Themen auf unserem YouTube-­ Kanal «Schweizer Landtechnik».

setzt. Die Räder laufen so weiter hinten, wodurch zur Traktionsverstärkung rund ein Drittel des Gewichts auf die Antriebsräder verschoben werden kann. Weitere Verkaufsschlager sind der Wiesenstriegel mit optionalem Sägerät und ein Wagen mit aufgebautem Gülleverteiler, mit dem sich das Gülleverschlauchen auch in Steillagen bis 120 % Neigung ohne Muskelkraft erledigen lässt. Zaugg ist seit 2011 als direkter Importeur der BrielmaierMotormäher für die Region von Bern bis Wallis tätig.

In Verbindung mit der Brielmaier-Stehplattform wird die Bedienung über einen Zweifach-Klappmechanismus nach vorne verschoben.

Der Kreiselheuer vom italienischen Hersteller Daros erreicht dank kurzer Anbaudistanz zum Fahrzeug eine gute Bodenanpassung.

Der Wiesenstriegel mit Sägerät wird in den Arbeitsbreiten 2,5 bis 3,8 m empfohlen.

Zum Gülleverschlauchen wird ein elektrisch angetriebener Schwenkverteiler auf einem leichten Fahrwerk eingesetzt.

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Renaissance des Einachsers Während Jahren wurde der Einachser als veraltetes Konzept abgeschrieben. Dank dem Einzug der Elektronik ist er jedoch im Begriff, sich einen neuen Stellenwert in der Bergmechanisierung zu erobern. Ruedi Burkhalter Im Bereich der Motormäher hat seit der Einführung der ersten hydrostatischen Fahrantriebe ein nie da gewesener Entwicklungsschub eingesetzt. Dass in dieser Sparte Aufbruchstimmung herrscht, wird auch durch die Tatsache unterstrichen, dass neue Anbieter am Markt aufgetaucht sind, die vorher nie als Landtechnikhersteller in Erscheinung traten. Doch, wohin geht die Reise?

Verdrängen Einachser Traktoren? Der Trend hin zu mehr Motor- und Flächenleistung ist quer durch alle Fabrikate zu beobachten, wobei Brielmaier mit Mähbalkenbreiten von bis zu 6 m und als Prototyp sogar bereits 12 m eine führende Rolle einnimmt. Auch Köppl will mit breiteren Mähwerken eine höhere Flächenleistung erreichen, dabei aber keine Kompromisse in Sachen Sicherheit und Wendigkeit eingehen. Das Unternehmen hat mit dem «KDSP 470» ein 4,70 m breit arbeitendes Doppelmessermähwerk mit neuem Antriebskonzept (aktuell noch in der Testphase) und kurzem Anbaurahmen entwickelt. Das Mähwerk soll sich flexibel Bodenunebenheiten anpassen und hohe Leistungen in Randbereichen wie unter Zäunen oder Bäumen bringen.

Rollenverteilung wird hinterfragt Es zeichnet sich ab, dass die klassische «Rollenverteilung» in der Bergmechanisierung zunehmend hinterfragt wird: Bisher

werden die grösseren und weniger steilen Flächen in der Regel mit einem grösseren Zweiachsmäher oder Traktor gemäht, der Motormäher wird vor allem als Ergänzung auf steileren, mit einem Traktor nicht befahrbaren Flächen und kleinen Restflächen eingesetzt. Neu ist die Tatsache, dass die leistungsstärksten Einachser beim Mähen Flächenleistungen erreichen, die jenen von Zweiachsmähern oder Mähtraktoren in nichts nachstehen – oder diese sogar übertreffen – dies mit deutlich geringerem Treibstoffverbrauch und besserer Bodenschonung. Da mit diesen Maschinen auch steilste Hänge mit bis über 100 % Neigung bearbeitet werden können, stellt sich auf einigen Betrieben eine Schlüsselfrage: Braucht es überhaupt noch einen Mähtraktor oder kann ich gleich alle Flächen mit dem Einachser mähen, wenden und schwaden? Es ist zumindest denkbar, dass der Einsatz von Funkfernsteuerungen oder gar autonomen, führerlosen Maschinensteuerungen diesem Trend weiteren Schub verleihen könnte.

Zwei Entwicklungsschienen Bei der Weiterentwicklung der Einachser zeichnen sich zunehmend zwei Schienen ab: Auf der einen werden die oben erwähnten Hightech-Maschinen mit immer neuen Innovationen ausgestattet. Auf der zweiten wird angestrebt, den klassischen, kompakten Einachser zu einem auch für kleinere Budgets vertretbaren Preis eben-

Auch kompaktere Modelle wie der «CC36» von Aebi werden zunehmend mit mehr Motorleistung nachgefragt. Bild: Aebi

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falls mit mehr Leistung und den modernen Vorzügen der Elektronik betreffend Arbeitssicherheit und Bedienungsfreundlichkeit auszustatten. Die Strategien der Hersteller unterscheiden sich dabei grundlegend. Während einige Hersteller wie Rapid bereits seit einigen Jahren ausschliesslich auf hydrostatische Fahrantriebe setzen, entwickeln andere Hersteller parallel auch Modelle mit Schaltgetriebe weiter. Besonders im Bereich der Kompaktmäher werden hydrostatische Fahrantriebe wegen der hohen Anschaffungs- und Unterhaltskosten sowie wegen des Risikos für teure Schäden durch Überhitzung des Hydrauliksystems in der Praxis nach wie vor als nicht ganz unproblematisch beurteilt. Dies gilt im Besondern auch im Zusammenhang mit steigenden Arbeitsbreiten und Motorleistungen: Es ist zu beachten, dass es dabei in der Regel nicht einfach genügt, an der gleichen Grundmaschine eine grössere Arbeitsbreite und einen grös­seren Motor zu installieren. Auch die Belastbarkeit von Hydrauliksystem und allen­ falls mechanischem Geräteantrieb muss dazu in der Regel entsprechend grös­ser dimensioniert werden. Dies trifft insbesondere auch dann zu, wenn Einachser nicht mehr einfach nur als Mäher, sondern auch als Multifunktionsmaschinen mit anspruchsvolleren Anwendungen wie Mulcher, Sichelmäher oder Kehrbürste intensiver genutzt werden, was einem weiteren allgemeinen Trend entspricht.

Bei grossen Arbeitsbreiten setzt Brielmaier zunehmend auf Räder, die den Futterfluss am Innenschuh verbessern und dank exzentrischer Aufhängung das Manövrieren rückwärts erleichtern. Bild: Brielmaier


Bergmechanisierung

Mit einem Diagnosetool ermöglicht es Rapid, die Einstellungen der Elektronik zu personalisieren, und vereinfacht die Diagnose bei Pannen. Bild: Rapid

Personalisierter Einachser Auch Einachser werden zunehmend mit elektronischen Steuerungen ausgerüstet, was völlig neue Möglichkeiten eröffnet. Für die sensorisch-elektronisch angesteuerten Geräteträger bietet beispielsweise Rapid ab sofort einen Diagnosekoffer mit Diagnosetool und Elektrozubehör zum einfachen Warten, Updaten, Einstellen und Kalibrieren der Elektronikkomponenten an. Eine intuitiv verständliche Menüführung und eine bedienerorientierte Visualisierung machen Arbeitsschritte bei Einstellungen sowie die Analysen zur Störungsbehebung einfacher und effizienter. Die Maschinen lassen sich damit beispielsweise durch die Einstellung des Lenkverhaltens auf persönliche Kundenbedürfnisse einstellen. Weiter kann beispielsweise die Drehgriffkurve je nach Anwendung angepasst und optimiert werden.

Neue Bedienungskonzepte wie «Dual Drive» von Reform erleichtern die Bedienung und ermöglichen erste Automatikfunktionen. Bild: Reform

«DualDrive-Vorschubsteuerung» von Reform. Diese öffnet dem Bediener durch zwei getrennte Bedieneinheiten einen einzigartigen Bedienkomfort. Am linken Holm wird die Fahrtrichtung definiert, am rechten Holm die optimale Vorschubgeschwindigkeit. Die beiden Bedienelemente für Fahrtrichtungswahl und Geschwindigkeit müssen während der Arbeit nicht betätigt werden. Einmal eingestellt, kann sich der Bediener voll und ganz auf die Arbeit und die oftmals schwierigen Geländebedingungen konzentrieren. Ein besonderes Highlight der Vorschubsteuerung ist auch die Powershuttle-Funktion, die es ermöglicht, während der Fahrt die Richtung zu ändern. Die eingestellte Geschwindigkeit bleibt trotz des Richtungswechsels gespeichert – der Mäher beschleunigt automatisch wieder auf den vordefinierten Wert. Verfügbar ist «DualDrive» an den Modellen «Motech RM16» sowie «Motech RM18».

Neue Bedienungskonzepte dank Elektronik

Streitpunkt Schwerpunkt

Dank Elektronik können sich die Hersteller durch neue, die Arbeit vereinfachende Bedienungskonzepte differenzieren. Ein Beispiel hierfür ist die auf der «Demopark» 2017 mit der Silbermedaille prämierte

Ein immer wieder kontrovers diskutiertes Thema ist die Beeinflussung des Schwerpunkts für den Einsatz in extremen Hanglagen. Einige Hersteller verzichten ausdrücklich auf eine aktive Schwerpunkt-

Der «Tecno» von Aebli ermöglicht als einziges Modell auf dem Markt eine zweidimensionale Schwerpunktverschiebung. Bild: R. Hunger

verschiebung, da dies technisch zu aufwändig und zu teuer ist. Andere Hersteller versuchen, sich mit innovativen Konzepten wie elektronisch gesteuerter Achsverschiebung von der Masse abzuheben. Mit dem «Tecno» hat der Schweizer Hersteller Aebli das zurzeit einzige Modell im Programm, bei dem sowohl eine horizontale Schwerpunktanpassung durch Achsverschiebung als auch eine laterale Schwerpunktanpassung mittels automatischen Hangausgleichs der Antriebseinheit möglich ist. Dieser hat zusätzliche Vorteile: In extremen Hanglagen von 80 Prozent und mehr können bei den meisten Motoren Probleme mit der Motorschmierung/Gehäuseentlüftung auftreten, was oft Anpassungen erfordert. Dieses Problem wird durch den Hangausgleich entschärft.

Fazit Wurde der Motormäher lange Zeit als ein mit körperlicher Plackerei verbundenes Auslaufmodell wahrgenommen, mausert er sich zunehmend zum trendigen HighTech-Gerät. Die massiv gestiegenen Preise solcher Schmuckstücke werden in Zukunft den vielseitigen Einsatz als Multifunktions-Maschine sowie den überbetrieblichen Einsatz weiter verbreiten.

Das neue Doppelmessermähwerk «KDSP 470» bietet dank neuem Anbaukonzept zusätzliche Flexibilität an den Balkenenden. Bild: Köppl

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Impression | Testbericht

Der Deutz-Fahr «6140 TTV» ist als agiler Allrounder überall einsetzbar. Bilder: M. Abderhalden

Sicher und stufenlos Deutz-Fahr hat das Programm in der Mittelklasse mit drei Modellen in der Serie «6» ergänzt. Die «Schweizer Landtechnik» konnte mit dem «6140 TTV» das grösste Modell mit einer maximalen Motorleistung von 143 PS eine Woche lang im Praxiseinsatz testen. Martin Abderhalden* Rein äusserlich ist der Deutz-Fahr «6140 TTV» recht kompakt. Das neue Design der Motorhaube weist auf Neuerungen hin, die unter der Haube anzutreffen sind. Im grössten Modell der Baureihe kommt ein Deutz-Motor mit 3,6 l Hubraum zum Einsatz. Die Maximalleistung bei 2000 U/ min beträgt 136 PS, mit Boost dann gar 143 PS. Das maximale Drehmoment von 544 Nm mit Drehmomentanstieg von 32 % macht den Motor recht durchzugkräftig, er bleibt auch im Verbrauch auf der günstigen Seite. Die Abgasstufe 4 erfüllt er im Zusammenspiel mit EGR und SCR, ergänzt mit Dieseloxidationskatalysator und Partikelfilter. Anstelle eines thermisch gesteuerten Lüfters passt ein elektronischer Viscolüfter die Drehzahl den aktuellen Verhältnissen automatisch *Martin Abderhalden ist Landwirt und testet für die «Schweizer Landtechnik» regelmässig Maschinen und Geräte.

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an und reduziert auch den Leistungsbedarf bei erhöhter Kühlleistung.

Neuer Bedienhebel Einem Grundsatz ist Deutz-Fahr treu geblieben, und das ist die farbliche Kennzeichnung der Bedienelemente. Alles, was mit dem Getriebe und Fahren zu tun hat, ist orange. Blau steht für die Bedienung der Hydraulik und die grün gehaltenen Hebel gehören zum Kraftheber. Komfortabel ist die «E-Class»-Kabine mit der guten Rundumsicht. Das Zugmaul hinten und die Heckhydraulik sind vom Sitz aus gut einsehbar. Für grössere Fahrer ist die Rahmenecke recht niedrig geraten, dafür ist die Gesamthöhe mit 2,81 m gering. Die pneumatische Federung arbeitet ordentlich, dürfte aber weicher eingestellt sein. Eine solide Auskleidung in Grautönen hellt den Innenraum auf. Pluspunkte gibt es zudem für die zahlreichen Ablageund Staufächer, inklusive Kühlfach, das an

den Luftstrom der automatischen Klimaanlage angekuppelt ist und wo eine liegende 1,5-l-Flasche Platz findet. Für eine wirklich gute Lüftung und Heizung sorgen die vom Kopf- bis in den Fussraum verteilten und einstellbaren Luftdüsen sowie die Klimaautomatik. Der Fahrersitz mit festen und kurzen, aber nicht höhenverstellbaren Armlehnen lässt sich nicht ideal anpassen. Am neuen «PowerCom S»-Joystick, der fix am Sitz montiert ist, lassen sich nebst der Fahrtrichtung, dem Kraftheber und dem Komfort-Tippknopf neu vier Knöpfe frei programmieren und mit beliebigen Funktionen belegen. In der liegenden Konsole sind die Tempomat- und Drehzahlspeicher, das Handgas, die Zapfwellenkupplungen, der Neutralknopf des Getriebes und der Schalter für die Zapfwellenautomatik untergebracht. Links vom Fahrersitz findet man die Vorwahl der Zapfwellendrehzahl und den Taster für die Anhängerprüfstellung neben der

Kurzbewertung + Vielseitige Technik + Sicherheitspaket mit Bremsen und Licht + Vorbildliche Klimatisierung der Kabine − Nicht «standesgemässer» Fahrersitz − Relativ hohes Eigengewicht (gute 3500 kg Zuladung) − Kabineneinstieg für grosse Fahrer eng


Testbericht | Impression

Die Leistung von bis zu 143 PS mit 3,6 l Hubraum ist top.

hydraulischen Federspeicherbremse. Der 8 Zoll grosse «iMonitor», der auf der linken Kabinenseite als Option montiert werden kann, müsste in einem Traktor mit so viel Technik und hohem Informationsbedarf eigentlich Standard sein. Das Armaturenbrett mit dem 5 Zoll grossen «InfoCenterPro» an der verstellbaren Lenkradsäule wird oft durch das Lenkrad verdeckt. Als Option gibt es eine Isobus-Bedienung über den «iMonitor», auf dem auch bis zu zwei Kameras anschliessbar sind.

wählbar – allerdings mit geringen Unterschieden. Weiter gibt es zwei Tempomat-Speicher. Speziell am stufenlosen Getriebe ist, dass die mechanische Kraftübertragung bei rund 70 % liegt und so einen hohen Wirkungsgrad hat. Am «Powershuttle»-Hebel links am Lenkrad kann man die Intensität der Wendeschaltung in fünf Stufen einstellen und so den Anforderungen anpassen. Durch die aktive Stillstandsregelung wird das Handling sicherer und einfacher gemacht.

Stufenlos unterwegs

Echte Vierradbremsen

Das stufenlose Getriebe verfügt über die drei Fahrmodi «Manuell», «Automatik» und «Zapfwelle». Weiter sind die beiden Fahrbereiche «Feld» und «Transport» an-

Die Endgeschwindigkeit von 40 km/h erreichte die Testmaschine mit 34-Zoll-Bereifung bei rund 1860 U/min. Mit der optionalen 38-Zoll-Bereifung sind es dann 1680 U/min. Eingebaut sind in den Vorderachsen innenliegende, nasse Bremsen, die ein sicheres Bremsen in allen Situationen ermöglichen. 4000 kg Achslast werden geboten und die hydraulische Vorderachsfederung erhöht den Fahrkomfort wesentlich. Ist das «ASM»-System aktiviert, so schaltet sich beim Einlenken oder Erreichen der voreingestellten Geschwindigkeit erst die 100%-Differentialsperre aus, später auch der Allradantrieb. Umgekehrt wird alles auch wieder zugeschaltet, was gerade bei Arbeiten im Acker und am Vorgewende sinnvoll ist. Eine zuschaltbare Lenkübersetzung macht es möglich, dass man nur die Hälfte an Lenkradumdrehungen machen muss, um von einer Seite zur anderen zu lenken.

Steckbrief

Deutz-Fahr «6140 TTV» Motor: Deutz TCD 3.6 L04, 4 Zylinder, 3620 cm3. Maximale Leistung: 100,1 kW/136 PS (bei 2200 U/min), mit Boost 105 kW/143 PS. Tankinhalt: Diesel 185 l, AdBlue 12 l Getriebe: Stufenloses T5451 CVT, 0–40 km/h, 3 Fahrmodi und 2+2 Fahrbereiche (Feld/Transport) Bereifung: Hinten 520/70 R 34, vorne 480/70 R 24 (Trelleborg) Hydraulik: LS-System mit 120 l/min, 4 dw Steuerventile hinten, 1 dw vorne Hubkraft: Heck; 7000 kg; Front: 2880 kg Leergewicht: 5890 kg (gewogen auf Brückenwaage) Gesamtgewicht: 9500 kg (CH-Lösung) Masse: Höhe: 2810 mm; Breite: 2340 mm; Länge: 4650 mm Preis: ab CHF 140 000.– (mit MwSt.) (Herstellerangaben)

Per Fusstaster auf dem Kabinenboden wird die hydraulische Motorbremse zugeschaltet.

wird über einen Fusstaster auf dem Kabinenboden betätigt. Das Bremsventil wird dann geschlossen, der Viscolüfter auf maximale Drehzahl geschaltet und die Getriebeübersetzung schrittweise reduziert (falls möglich). Um einem Hinterradschlupf vorzubeugen, wird zudem der Allradantrieb zugeschaltet. Die Bremswirkung lässt sich zudem in zehn Stufen den Anforderungen anpassen. Bei der Federspeicherfeststellbremse gibt es nur zwei Stellungen – entweder drucklos angezogen oder unter Druck gelöst. Das vermittelt auch beim Abstellen des Traktors in hügeligem Gelände ein gutes Gefühl von Sicherheit.

Gute Hydraulik Mit seinem Load-Sensing-Hydrauliksystem (120 l/min) ist der Deutz-Fahr «6140 TTV» in seiner Leistungsklasse vorne dabei. Die-

Hydraulische Motorbremse Um bei längeren Abwärtsfahrten die Bremsen zu schonen, baut Deutz-Fahr eine hydraulische Motorbremse ein. Sie erhöht die Bremswirkung um 40  % und

Mit dem neuen «PowerComS»-Joystick hat man alles im Griff, leider fehlt die verstell­ bare Armlehne.

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Impression | Testbericht

Sicherheit im Gesamtpaket Mit vier Alleinstellungsmerkmalen setzt Deutz-Fahr die Messlatte punkto Sicherheit hoch. Dazu zählt die hydraulische Federspeicherbremse, die für maximale Standsicherheit sorgt. Weiter sorgt das Vierrad-Bremssystem mit nassen Scheibenbremsen auch in der Vorderachse für gute Bremswerte. Die hydraulische Motorbremse erleichtert in bergigen Regionen das Handling. Und abgerundet wird das Ganze durch das LED-Beleuchtungspaket mit bis zu 16 LED-Arbeitsscheinwerfern.

on. Die vielen technischen Möglichkeiten haben gut funktioniert. Aufgefallen ist der Fahrersitz ohne höhenverstellbare Armlehnen, die eher klein und kurz geraten sind. Zudem bietet das weiche Polster bei Fahrten am Hang keinen optimalen Seitenhalt und die Federung schlägt bei grossen Un­ ebenheiten oft an den oberen Anschlag. Perfekt sind jedoch der Lüftungskomfort und die Bedienung in der Kabine. Ein serienmässiger «iMonitor» wäre hier noch «das Tüpfelchen auf dem i».

Fazit Die Vorderachsfederung arbeitet zusammen mit der hauseigenen Achse von SDF prima.

se Leistung bedingt aber auch nach hinten gross dimensionierte Leitungen und Kupplungen. Mit einer Hubkraft von 7000 kg im Heck liess sich auch eine Sä-Kombination locker ausheben. Die Fronthydraulik mit 2880 kg Hubkraft und externer Bedienung passt. Sehr gut ist das Angebot an Hydrauliksteuergeräten. Bis zu fünf elektronische, proportionale Einheiten sind verfügbar. Die Bedienung erfolgt bei zweien über den Kreuzhebel und die restlichen drei inklusive Frontkraftheber über die Taster an der rechten Kabinenkonsole. Wer will, kann sich auch andere Belegungen auswählen und dauerhaft abspeichern. Für die Heckzapfwelle stehen drei Geschwindigkeiten 540, 540 Eco und 1000 U/min zur Verfügung. Für spezielle Einsätze kann man auch eine Wegzapfwelle mit separatem Stummel einbauen lassen. Die Kraftheberabhängige Zapfwellenautomatik arbeitet sauber und spielt im Ackerbau die Möglichkeiten aus.

Vielfältiger Einsatz in der Praxis Im Test wurde der Deutz-Fahr «6140 TTV» vielseitig eingesetzt. Zuerst wurde ein 3,20 m breites Front- und Heckmähwerk mit integrierten Aufbereitern angekuppelt. Damit bekam der 3.6-l-Motor ordentlich Arbeit, hat sich aber gut geschlagen. Im ebenen Gelände wurde mit maximal 16 km/h gemäht. Beim Aufsammeln der gepressten Siloballen mit mittlerem Gewicht von zirka 800 kg hatte der Traktor kein Problem, zwei im Heck und eine an der Front zu transportieren. Erst ein Ballen mit gut 1000 kg an der Fronthydraulik brachte die Maschine an seine Grenzen. Aufgrund der weit vorne befestigten Anlenkpunkte der Ballengabel war dieses Gewicht zu hoch. Mit dem 8400-l-Güllefass hatte der Deutz-Fahr keine Probleme, liegt er doch bei der Strassenfahrt schön ruhig. Nicht zuletzt wegen des stolzen Eigengewichts von ziemlich genau 6 t steht der Traktor fest auf dem Boden und die gute Gewichtverteilung auf die Vorderachse ermöglicht auch bei schweren Lasten eine gute Trakti-

Der Deutz-Fahr «6140 TTV» ist ein moderner, technisch hochstehender Traktor mit viel Potenzial im Grünland, bei Transportarbeiten und im Acker. Die verbaute Technik und Automatisierungsmöglichkeiten erleichtern die Arbeit. Der Fahrkomfort ist gut, ein besserer Sitz wäre jedoch wünschenswert. Die vielen Sicherheitsvorrichtungen machen den Traktor trotz des stolzen Eigengewichts auch in hügeligen Gebieten zu einer sicheren Maschine. Ein toller Traktor mit einem stufenlosen Getriebe mit vielen Einstellungsmöglichkeiten.

Richtig viele Anschlüsse im aufgeräumten Heck bieten insgesamt einen guten Anbauraum.

Video zum Deutz-Fahr «6140 TTV»

Die guten Vierradbremsen machen den Traktor auch am Hang zu einem sicheren Fahrzeug.

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Schweizer Landtechnik 5 2018

Weitere Filme zu landtechnisch interessanten Themen auf unserem YouTube-­ Kanal «Schweizer Landtechnik».


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Impression | Testbericht

Aufbau-Miststreuer im Vergleich Gleichmässig verteilt und gut zerkleinert, das ist das «A und O» beim Miststreuen. Für den Transporter gibt es zwei verschiedene Streusysteme am Markt: stehende Walzen im Heck oder das Seitenstreuwerk. Josef Wippl und Johannes Paar*

Diese vier Aufbau-Miststreuer standen im Vergleichstest der Forschungsanstalt BLT Wieselburg: (o.v.l.) Gafner «4.56 HR»; Gruber «ASM 235», (u.v.l.) Reform «215»; Stöckl «3400 SR» . Bilder: G. Rath, J. Wippl

In der Berglandwirtschaft wird der Stallmist oft mit einem Transporter und einem aufgebauten Miststreuer ausgebracht. Gleichmässig verteilter und gut zerkleinerter Mist verrottet schneller und lässt das Gras spriessen. Zudem wird das Futter weniger verschmutzt und das Unkrautwachstum gehemmt. Die Arbeitsqualität beim Misten hängt von vielen Kriterien ab. Das Hauptaugenmerk bei dieser Vergleichsuntersuchung wurde auf die Streuwerke gelegt. *Josef Wippl lehrt und forscht an der BLT Wieselburg (A), Johannes Paar ist Chefredaktor des österreichischen Fachmagazins «Landwirt».

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Schweizer Landtechnik 5 2018

Die Forschungsanstalt BLT Wieselburg (A) hat die Streuqualität der Testkandidaten nach bestehender Norm «EN 13080» untersucht. Darüber hinaus wurden alle technischen Parameter wie Fassungsvermögen, Vorschubgeschwindigkeit und die Rotordrehzahlen nachgemessen und mit den Herstellerangaben verglichen. Im Fokus stand auch die Standsicherheit am Hang mit der Bestimmung des Masses­ chwerpunktes. Für alle Messungen und Streuversuche waren die vier Testkandidaten auf einen Reform «Muli T10X Hybridshift» mit langem Radstand (3180 mm) und Allradlenkung aufgebaut.

Vier Streuer, zwei Systeme Folgende Streuer standen für diese Vergleichsuntersuchung zur Verfügung: Gafner «4.56 HR»; Gruber «ASM 235»; Reform «215»; Stöckl «3400 SR». Die Maschinen von Gruber und Reform waren jeweils mit vier stehenden Streuwalzen ausgestattet. Gafner und Stöckl setzen auf Seitenstreuwerke. Seitenstreuwerke zeichnen sich durch eine gute Zerkleine­ rungswirkung und eine grosse Wurfweite von mindestens 20 m aus. Die beiden Streuer mit stehenden Walzen verteilen den Mist hingegen auf eine effektive Streubreite von 14 bis 15 m. Mit einem Seitenstreuer kann man im extremen Ge-


Testbericht | Impression

Seitenstreuer ermöglichen grössere Fahrspurabstände und streuen sie nicht zu.

lände gefährliche Passagen dank der gros­ sen Wurfweite meist umfahren. Ausser­ dem hinterlässt man deutlich weniger Fahrspuren. So ist man vor allem bergauf sicherer unterwegs. Kommt man mit ei­ nem Heckstreuer im steilen Gelände berg­ auf zum Stillstand, gibt es kein Zurück mehr. Die Gefahr, in der gestreuten Fahr­ spur abzurutschen, wäre zu gross. Wo­ möglich muss dann eine Seilwinde geholt werden, um die Maschine aus der missli­ chen Lage zu befreien. Hindernisse wie Zäune, Leitschienen oder Böschungsmauern lassen sich mit einem Seitenstreuer meist vom befestigten Weg aus problemlos überstreuen. Bei sorgfälti­ ger Einstellung des Abstreuwinkels und eventuell zusätzlicher Verwendung eines speziellen Auswurf-Leitblechs kommt es auch zu keiner nennenswerten Ver­ schmutzung dieser Abgrenzungen. Mit

Heckstreuer mit stehenden Walzen ermöglichen eine Arbeitsbreite von rund acht Metern.

den Seitenaggregaten von Gafner und Stöckl kann man sogar beidseitig streuen. Die Auslässe beider Streuwerke lassen sich mit einem Hydraulikmotor stufenlos in einem Winkel von 240 oder 210° schwenken. Die Hersteller bieten auch Modelle mit einem Verstellwinkel von 60° für einseitiges Streuen an. Bei allen Streuern wird die Heckscheibe des Transporters mit einer Stirnwand aus Blech oder Gitter geschützt. Bei den bei­ den Heckstreuern ist das besonders wich­ tig, da die Walzen immer wieder Mist nach vorne werfen. Dadurch verschmut­ zen diese Streuer im vorderen Bereich stärker. Zudem besteht die Gefahr, dass Steine zur Kabine nach vorne geschleu­ dert werden und das Heckfenster beschä­ digen. Seitenstreuer haben aber nicht nur Vorteile: Sie sind empfindlicher gegen­ über grossen Fremdkörpern und benöti­

gen erfahrungsgemäss mehr Kraft an der Zapfwelle. Den exakten Kraftbedarf konnte man nicht messen, da beim «Muli T10X» der Platz zur Montage einer Drehmomentnarbe nicht bei allen Streu­ ern ausreichte.

Hangtauglichkeit Die Grösse und das Gewicht der Streuer bestimmen massgeblich die Hangtaug­ lichkeit (siehe auch Tabelle «Technische Daten»). Den kleinsten und leichtesten Streuer mit einem Eigengewicht von 990 kg baut Reform. Ein ähnliches Leicht­ gewicht ist der 1000 kg schwere Stöckl «3400 SR». Gafner und Gruber brachten 1220 kg und 1230 kg auf die Waage. Die­ ses um über 200 kg höhere Eigengewicht hat auch Auswirkungen auf die Lage des Masseschwerpunktes über dem Boden. Reform erzielt bei diesem wichtigen Kri­

Gruber

2000

Reform

1500 1000 500 0

8,0

7,5

links

Masse pro Schale [g]

Masse pro Schale [g]

Grafik: Querverteilung der vier Geräte 2000 1500 1000 500 0

7,5

rechts

Gafner

1500 1000 500 0

20,0

rechts

Wurfweite [m]

Stöckl Masse pro Schale [g]

Masse pro Schale [g]

Wurfweite [m]

2000

7,0

links

2000 1500 1000 500 0

20,0

nach rechts

nach rechts

Wurfweite [m]

Wurfweite [m]

5 2018 Schweizer Landtechnik

43


Impression | Testbericht

Wert

Einheit

Grenze max.

Grenze min.

Gruber

Reform

Gafner

[kg/s]

8,2

9,8

13,5

14,5

Streckung in der Toleranzzone **

[%]

35

69,7

81,5

73,7

64,0

Variationskoeffizient ***

[%]

40

39,1

38,3

21,7

31,6

Parameter Charakteristische Durchflussmenge *

Stöckl

* Maximum über 30 % aller Messwerte beim Abstreuen ** prozentueller Anteil der Messwerte innerhalb +/– 3 kg/s charakteristischer Durchflussmenge *** Mittelwert der Streuung aller Messwerte in % vom Mittelwert

Gestreut wurde ein verrotteter Rindermist, nicht ganz «speckig». Alle Streuer waren bis zur oberen Bordwandkante gleichmässig beladen. Die Kratzbodengeschwindigkeit und die vom Hersteller vorgegebene Drehzahl für das Streuaggregat wurden konstant gehalten. Alle Streuversuche fanden auf einer waagrechten Betonfläche statt, wie es die Norm vorsieht.

Gültige Arbeitsbreiten, bei denen der Variationskoeffizient unter 30 % liegt: Reform

7,5–8,5 m

Gruber

7,5–9,0 m

Stöckl

1,0–12,0 m

Gafner

1,0–15,0 m

terium mit 86 cm den Bestwert. Mit dem Gruber-Aufbau erhöht sich der Wert des Gespanns um 8 cm. Gafner hat das schwerste Streuwerk aller Testkandidaten. Daher liegt der Schwerpunkt um einige Zentimeter weiter hinten. Durch den seitlichen Streukopf wandert der Masseschwerpunkt bei beiden Seitenstreuern um wenige Millimeter nach aussen. In der Praxis wird man das aber nicht spüren. Viel beachtenswerter ist, dass sich beim Entleeren des Streuers der Masseschwerpunkt kontinuierlich nach hinten verschiebt. Gross sind die Unterschiede beim Lade­ volumen. Die BLT Wieselburg hat sowohl das Volumen bis zur Bordwand-Oberkante – quasi das Wassermass – und bis zur Durchgangshöhe des Streuaggregats ermittelt. Mit einem Ladevolumen von 3,2 m³ bis zur Bordwandkante war der

Gafner «4.56 HR» der grösste Streuer dieser Testserie. Ein wichtiges Kriterium ist auch der Überhangwinkel hinten am Streuwerk: Ein grösserer Winkel erleichtert das Ein- und Ausfahren an steilen Böschungen. Bei Gafner, Gruber und Stöckl haben die BLT-Techniker 34° gemessen. Mit 28° etwas geringer ist dieser Wert bei Reform.

Längsverteilung Der «Muli T10X» stand bei diesen Streuversuchen auf vier Raddruckwaagen. Zweimal pro Sekunde wurde das Gewicht ermittelt und daraus die Ausstreumenge in kg/s berechnet. Die Messung erfolgte über die gesamte Entladedauer. So konnte man alle für die Norm relevanten Werte berechnen. In der Längsverteilung zeigten sich systembedingt einige Auffälligkeiten: Bei den Seitenstreuern von Gafner und Stöckl hat die Stirnwand auch die Funktion einer Schubwand. Das heisst, sie bewegt sich beim Streuen mit dem Kratzboden zur Streuscheibe nach hinten. Dadurch wird der Mist vom Anfang bis zum Schluss dem Streuwerk gleichmässiger zugeführt,

Alle Streuer in der Norm Die Prüfergebnisse bescheinigen allen vier Testkandidaten eine normgerechte Mistverteilung. Trotzdem gibt es deutliche Unterschiede. Wie schon eingangs erwähnt, hängt die Verteilgenauigkeit nicht nur vom Streuaggregat, sondern auch von vielen anderen Parametern ab. Selbstverständlich wurde bei den Streuversuchen darauf geachtet, dass alle Einflussfaktoren möglichst konstant waren.

Gruber: Messwerte

20,00

VK 39,1 % Durchflussmenge [kg/s]

Durchflussmenge [kg/s]

Grafik: Durchflussmenge, Entladedauer und Längsverteilung

15,00 10,00 5,00 0,00

44

20,0 18,0 16,0 14,0 12,0 10,0 8,0 6,0 4,0 2,0 0,0

50

100

150

200

250 300 350 Messpunkt (n)

400

450

500

550

0,0

10,0

20,0

30,0

40,0 50,0 60,0 Entladedauer [%]

70,0

80,0

90,0

10,00 5,00 0,00 0

Gruber: Längsverteilung

100,0

VK 38,3 %

15,00

600

Durchflussmenge [kg/s]

Durchflussmenge [kg/s]

0

Reform: Messwerte

20,00

50

150

200

250 300 350 Messpunkt (n)

400

450

500

550

600

Reform: Längsverteilung

20,0 18,0 16,0 14,0 12,0 10,0 8,0 6,0 4,0 2,0 0,0

100

0,0

10,0

20,0

30,0

40,0

50,0

60,0

70,0

80,0

90,0

100,0

Entladedauer [%]

Durchflussmenge

charakteristische Durchflussmenge

Durchflussmenge

charakteristische Durchflussmenge

untere Toleranzgrenze

oberer Toleranzgrenze

untere Toleranzgrenze

oberer Toleranzgrenze

Schweizer Landtechnik 5 2018


Testbericht | Impression

Querverteilung

Wichtig für die Praxis

Bei der Querverteilung wurden normgemäss Schalen mit 50×50 cm überstreut und einzeln verwogen. Die Walzenstreuer von Gruber und Reform verteilen den Mist links und rechts der Fahrspur nahezu symmetrisch (siehe Grafik 1 und 2). Bei den beiden Seitenstreuern ist die Querverteilung unsymmetrisch. In der Nähe des Streuers landet weniger Mist. Zur maximalen Streuweite hin wird es auch wieder weniger. Beim Stöckl-Streuer reduziert sich die Menge zum äusseren Streurand schneller als beim Gerät von Gafner. Daher ist bei Letzterem für eine gleichmässige Quer­ verteilung die geringste Überlappung notwendig. Er erzielt sowohl die kleinstmög­ liche als auch die grösste effektive Ar­ beitsbreite: 1 bis 15 m. Gültige (effektive) Arbeitsbreiten werden für die Überlappung berechnet, wobei der Variationskoeffizient laut Norm unter 30 % liegen muss. Im Bereich der «gültigen» Arbeitsbreite muss der Variationskoeffizient unter 30 % liegen. Beim Stöckl-Seitenstreuer ergibt das eine Arbeitsbreite von 1 bis 12 m. Die beiden Walzenstreuer Gruber und Reform haben hier deutlich weniger Spielraum: Der Gruber-Streuer kommt auf 7,5–9,0 m und der Reform auf 7,5–8,5 m. In der Praxis sollte man daher enge und möglichst gleichmässige Fahrspurabstände anstre­ben. Im extremen Gelände ist das aber nicht immer möglich. Schafft man die gleichmässigen Spurabstände nicht, kommt es zu Unter- und Überdüngungen und in der Folge zu Streifenbildungen beim Aufwuchs.

Ein wichtiges Kriterium bei der organischen Düngung ist die Futterverschmutzung. Mist muss daher möglichst fein – ohne grosse Batzen – gestreut werden, damit er schneller verrottet und die Unkrautbildung durch Lücken in der Grasnarbe gehemmt wird. Zur Beurteilung dieses Kriteriums versuchte man mit Hilfe einer Bildanalyse den Bedeckungsgrad zu ermitteln: kg/m² im Verhältnis zur bedeckten Fläche. Allerdings ist die Auswertung dieser neuen Methode noch nicht ganz ausgereift, weshalb man trotz augenfälliger Unterschiede noch keine endgültigen Schlüsse ziehen kann. Unterschiede zeigten sich auch bei der Reinigung: Wird der Mist mit Kratzboden und Schubwand nach hinten befördert, sind weniger oder sogar keine Kratzbodenleisten notwendig. Das erleichtert die Reinigung erheblich. Bei den Streuwerken ist es umgekehrt, da die Walzenstreuer auch von hinten zugänglich sind. Bei der Wartung konnte das Testteam keinen nennenswerten Unterschied feststellen. Der Lichtbalken lässt sich bei drei Geräten auf- und abbauen. Nur beim GruberStreuer ist er fix montiert. Die Lichter verschmutzen bei den Heckstreuern deutlich stärker als bei den beiden Seitenstreuern. Besonders stark war die Verschmutzung bei Reform. Die Montage am Trägerfahrzeug war bei den Heckstreuern von Gruber und Reform einfacher als mit den beiden Seitenstreuern. Das Beladen wiederum ist bei den Seitenstreuern leichter gefallen.

Gafner: Messwerte

20,00

VK 21,7 % Durchflussmenge [kg/s]

Durchflussmenge [kg/s]

als dies bei den Walzenstreuern der Fall ist. Das haben die Messungen in der Ebene deutlich gezeigt (siehe Grafik). Bei Gruber und Reform lässt die Ausbringmenge gegen Ende nach, die Linien der Durchflussmenge verlaufen im letzten Drittel nach unten. Auch am Anfang vergeht etwas Zeit, bis die «volle» Abstreumenge erreicht wird. Logischerweise tritt dieser Unterschied beim Bergabfahren verstärkt auf, da sich bei den Walzenstreuern ohne Schubwand der Mist schwerer nach hinten transportieren lässt. Der Beginn des Streuvorganges lässt sich bei den Walzenstreuern mit einer Stauwand vor dem Streuwerk verbessern. So kann man den Streuer nämlich auch im Heck bis nach oben befüllen, ohne dass Mist durch die Walzen hinausfällt. Bei den Seitenstreuern bildet der geschlossene Streurotor den hinteren Abschluss. Daher können diese Streuer von vorne bis hinten bedenkenlos voll beladen werden, ohne dass Mist auf die Strasse fällt. Der systembedingte Qualitäts­ unterschied in der Längsverteilung kommt auch durch den Variationskoeffizienten (VK) zum Ausdruck. Dieser gibt die Gleichmässigkeit der Abstreumenge in kg/s bei gleichbleibendem Vorschub an. Die Norm fordert einen VK von maximal 40 %. Diese Vorgabe wird auch von den beiden Walzenstreuern Gruber (VK 39,1 %) und Reform (VK 38,3 %) erfüllt. Die beste Längsverteilung mit einem VK von 21,7 % hat Gafner. Stöckl liegt mit einem VK von 31,6 % zwischen Gafner und den beiden Walzenstreuern.

15,00 10,00 5,00 0,00 0

25

50

75

100

125

150 175

200 225

Stöckl: Messwerte

20,00 15,00 10,00 5,00 0,00 0

250 275 300 325 350

25

50

75

100 125 150 175

Messpunkt (n)

Durchflussmenge [kg/s]

Durchflussmenge [kg/s]

16,0 14,0 12,0 10,0 8,0 6,0 4,0 2,0 0,0 0,0

10,0

20,0

30,0

200 225 250 275 300 325 350

Messpunkt (n)

Gafner: Längsverteilung

20,0 18,0

VK 31,6 %

40,0 50,0 60,0 Entladedauer [%]

70,0

80,0

90,0

100,0

Stöckl: Längsverteilung

20,0 18,0 16,0 14,0 12,0 10,0 8,0 6,0 4,0 2,0 0,0 0,0

10,0

20,0

30,0

40,0

50,0

60,0

70,0

80,0

90,0

100,0

Entladedauer [%]

Durchflussmenge

charakteristische Durchflussmenge

Durchflussmenge

charakteristische Durchflussmenge

untere Toleranzgrenze

oberer Toleranzgrenze

untere Toleranzgrenze

oberer Toleranzgrenze

5 2018 Schweizer Landtechnik

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Impression | Testbericht

Hersteller Gruber Maschinenbau GmbH, Saalfelden (A)

Technische Daten

Masseschwerpunkt mit Grundfahrzeug Reform «T10X»

Stöckl Maschinenbau GmbH, Hippach (A) «3400 SR»

«ASM 235»

«215»

«4.56 HR»

3250 mm

3080 mm

2660 mm

2860 mm

Breite

1630 mm

1560 mm

1560 mm

680–1270 mm

Höhe

500 mm

400 mm

910 mm

950 mm

865 mm

820 mm

1270 mm

1200 mm

Bordwandhöhe

2,7 m3

1,9 m3

3,2 m3

3,0 m3

Durchganghöhe

4,6 m

3,9 m

4,5 m

3,4 m3

Durchgangshöhe Streuaggregat Streuervolumen

Gafner Maschinenbau AG, Laupen ZH

Länge

Streuertyp Innenabmessungen der Ladefläche

Reform-Werke Bauer & Co. Wels (A)

3

3

3

Höhe über Boden

94 cm

86 cm

92 cm

90 cm

vor der Hinterachse

200 cm

208 cm

196 cm

205 cm

+ 5 mm

– 4 mm

+ 9 mm

+ 12 mm

1230 kg

990 kg

1220 kg

1000 kg

heckseitig 4 stehende Walzen

heckseitig Seiten­streuwerk, 240° schwenkbar

heckseitig Seiten­streuwerk, 210° schwenkbar

1380 mm

1210 mm

aus dem Mittel *)

Streuergewicht Art des Streuaggregates Anzahl Walzen Walzendurchmesser Länge der Walzen Walzendrehzahl (bei ZW540) Umfangsgeschwindigkeit der Walzen

heckseitig 4 stehende Walzen 4 Stk.

4 Stk.

455 mm

470 mm

1115 mm

900 mm

540 U/min

625 U/min

12,9 m/s

15,4 m/s

Durchmesser grosser Rotor Anzahl Schneidräder Durchmesser Schneidrad Durchmesser Auswurfrotor Drehzahl grosser Rotor (bei ZW 540)

1 Stk.

2 Stk.

570 mm

555 mm

410 mm

440 mm

75,0 U/min

85,3 U/min

Drehzahl Schneidräder (bei ZW 540)

540 U/min

400 U/min

Drehzahl Auswurfrotor (bei ZW 540)

1045 U/min

1030 U/min

22,4 m/s

23,7 m/s

Umfangsgeschwindigkeit Auswurfrotor (bei ZW 540) Überhangwinkel hinten. Mit Transporter Reform «TX10» Listenpreis inkl. MwSt. (in Testausstattung)

34 Grad

28 Grad

34 Grad

34 Grad

CHF 23 851.–

CHF 20 750.–

CHF 27 070.–

CHF 18 723.65

Praktische Bewertung ** Auf- und Abbau der Miststreuer

++

++

+

+

Handhabung der Gelenkwelle

+/–

++

+/–

+/–

Handhabung der Hydraulikanschlüsse

++

++

++

++

fix aufgebaut

+

++

++

+/–

++

++

Beladen der Miststreuer

+

+

++

++

Entleerung der Miststreuer im Gelände (Bergabfahrt)

+

+

Sicht auf das Streuwerk von der Kabine während der Arbeit

++

++

+/-

+/–

Verschmutzung der Kabine während der Arbeit

+/–

+/–

++

++

Gefahr von Fremdkörpern (Steinwurf) zur Kabine

+/–

+/–

++

++

Waschen Kratzboden

+

+

Waschen Streuwerk

+

+

Wartung der Miststreuer (Schmieren)

+

+

+

+

Auf- und Abbau des Lichtbalkens Verschmutzung des Lichtbalkens während der Arbeit

* + = rechts von der Mittellinie, – = links von der Mittellinie ** Legende: ++ sehr gut, + gut, +/– durchschnittlich, – mangelhaft, – – ungenügend.

46

Schweizer Landtechnik 5 2018


Testbericht | Impression

Gafner «4.56 HR»

Schweizer Präzisionswerk Gafner bietet seine Aufbau-Miststreuer als Vario- oder Roto-­ Variante an: Mit dem um 60° schwenkbaren Seitenstreuwerk «Vario» kann nur zur rechten Seite gedüngt werden. Das getestete Roto-Streuwerk lässt sich hydraulisch stufenlos um 240° schwenken. Dieses Aggregat ermöglicht eine effektive Streubreite von bis zu 15 m, die breiteste im Test. Der Gafner-Streuer überzeugt sowohl bei der Längs- als auch bei der Querverteilung. Der Variationskoeffizient für die Längsverteilung beträgt 21,7 %, das ist der beste Wert aller Testkandidaten. Abgeschoben wird mit einem hydraulisch angetriebenen Kratzboden und einer Schubwand. Ist die Schubwand an der hinteren Stellung angelangt, bleibt sie automatisch stehen. Vor dem neuerlichen Beladen lässt man den Kratzboden mit dem Hydrauliksteuergerät wieder in die Ausgangsstellung zurücklaufen.

Das Gafner-Streuwerk erzielte bei unseren Streuversuchen die gleichmässigste Längsverteilung.

Das Streusystem Das Streusystem besteht aus einem grossen Sternrotor, Planetmessern und Zubringern sowie einem Streurotor, einer Streuklappe und einem Kleinrotor. Der langsam drehende Sternrotor hat die Aufgabe, mit den schnell drehenden Planetmessern das Streugut zu zerhacken und anschliessend mit den Zubringern dem Streurotor zuzuführen. Der Streurotor zerkleinert das Material nochmals und streut es anschliessend aus. Die gefederte Streuklappe bestimmt laut Hersteller durch den geringen Ab-

stand zu den Streuzinken wesentlich die Feinheit der Streuung. Die Federung dämpft Schläge, die durch Fremdkörper entstehen. Beim Roto-Streuer wird die Streuweitenregulierung durch Heben und Senken des Streurotors erreicht. Ein zusätzlicher Kleinrotor am Auswurf soll laut Hersteller die Schollenbildung am unteren Rand der Streuzinken verhindern. Dieses Schweizer Präzisionswerk kostet laut Preisliste CHF 27 070.– inkl. MwSt. – der teuerste Streuer im Test.

Stöckl «3400 SR»

Robust, aber leicht Stöckl bietet wie der Schweizer Hersteller Gafner seine Aufbau-Miststreuer mit zwei verschiedenen Streuwerken an: Das getestete Mistral-Streuwerk lässt sich für beidseitiges Streuen um 210° hydraulisch schwenken. Mit dem einfacheren Economy-Aggregat kann nur einseitig gestreut werden. Der Auswurfrotor kann wahlweise mit Breitstreu-Schlägern oder Weitwurf-Streuschlägern ausgerüstet werden. Mit den BreitstreuSchlägern erreichte der Testkandidat eine effektive Streubreite von maximal 12 m. Die Wurfweite beträgt etwa 20 m. Die opti-

Stöckl bietet zur Optimierung der Querverteilung verschiedene Wurfschläger und Leitbleche an.

onalen Weitwurf-Streuschläger werfen den Mist laut Hersteller um etwa 10 m weiter. Die Querverteilung lässt sich mit verschiedenen Leitblechen im Auswurfbereich beeinflussen. So kann erreicht werden, dass Zäune und Mauern beim Überstreuen nicht verschmutzen.

Das Streusystem Ein schnell drehender, vierflügeliger, kleiner Schneidrotor zerkleinert das Streugut. Das grosse Förderrad führt das gefräste Gut dem Streurotor zu, wo es vor dem Aufwerfen nochmals nachzerkleinert wird. Das Auswurfblech ist gegen Fremdkörper federgedämpft. Zur leichteren Reinigung des Streuwerkes lässt sich am Boden ein Deckel entfernen, wo das Waschwasser und die Mistreste abfliessen können. Die durchgehende Kratzbodenkette trägt zur Robustheit dieses Streuers bei. Darauf können beliebig viele Querförderleisten montiert werden. Der Mist kann auch nur mit der Schubwand nach hinten transportiert werden. Diese ist mit zwei Schrauben gegen Überlast gesichert. Das hat den Vorteil, dass bei einseitiger Beladung und dadurch einseitiger Belastung nicht der Kratzboden kaputt geht. Zudem kann der Streuer trotz ausgelöster Überlastsicherung leer gestreut werden, was bei einer gerissenen Kratzbodenkette nicht möglich wäre. Der Stöckl-Streuer ist um 220 kg leichter als der zweite Seitenstreuer im Test und kostet laut Preisliste CHF 18 723.65 inkl. MwSt. 5 2018 Schweizer Landtechnik

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Impression | Testbericht

Gruber «ASM 235»

Solider Heckstreuer Der serienmässig vollverzinkte «ASM 235» von Gruber ist ein konventionell gebauter Miststreuer und lässt sich auf allen Transportern mit langem Radstand aufbauen. Zudem ist er für den Einsatz mit Allradlenkung ausgelegt. Er zählt zu den schweren Streuern im Test und hat den am höchsten liegenden Masseschwerpunkt. Der Aufbau besteht aus einer Rollbodenbrücke mit imprägniertem Lärchenholzboden und hydraulischem Kratzbodenantrieb, einer festen Stirnwand mit aufgestecktem Spritz-

Der «ASM 235» hat vier stehende Streuwalzen mit geschraubten und wendbaren Fräsklingen.

gitter, 50 cm hohen Stahlprofil-Bordwänden und dem Heckstreuwerk. Die optionalen, klappbaren Aufsatzbordwände hatte unser Testkandidat nicht. Die beiden Kratzbodenketten mit einer Bruchlast von zwölf Tonnen, laut Hersteller, werden automatisch gespannt.

Das Streusystem Das Streuwerk besteht aus vier stehenden Walzen mit serienmässig 104 Fräsklingen. Optional sind bis zu 124 Klingen möglich. Die grosse Überlappung der Fräsklingen von Walze zu Walze soll laut Hersteller die Zerkleinerung des Streugutes verbessern. Der Antrieb ist mit einer Scherschraube gegen Überlast gesichert. Die Klingen sind geschraubt und können einmal gewendet werden. Die optional erhältliche Stauwand vor dem Streuwerk war beim Testkandidaten nicht montiert; dafür aber der hydraulisch bedienbare Streuwerksschutz. Serienmässig muss dieser manuell hochgeklappt werden. Bei Bedarf lässt sich das Streuwerk abbauen und gegen eine Rückwand tauschen. Auch die hydraulische Stauwand könnte den hinteren Abschluss der Ladefläche bilden. So kann der Aufbau auch für den Transport anderer Güter wie Hackschnitzel verwendet werden. Der «ASM 235» ist der grösste Aufbau-Miststreuer von Gruber und kostet für den Reform-Transporter in Testausstattung laut Preisliste CHF 23 851.– inkl. MwSt.

Reform «215»

Einfach und leicht Reform verfolgt ein anderes Konzept mit Mehrfachnutzen: Ladewagen und Miststreuer verwenden dieselbe Brücke mit einem hydraulisch angetriebenen Kratzboden. Wer schon einen Ladewagen von Reform hat, braucht nur mehr die Bordwände und das Streuwerk dazukaufen. Da spart man fast CHF 8500.– gegenüber dem Kauf eines kompletten Ladewagens. Natürlich ist dieses «Spar-Konzept» mit Umbauarbeiten verbunden. Leider muss beim Reform-Miststreuer die Allradlenkung ausgeschaltet bleiben. Der Reform-Streuer war mit 990 kg der leichteste, aber auch der kleinste aller Testkandidaten mit dem niedrigsten Schwerpunkt. Die Innenabmessungen der Ladefläche von 3080×1560 mm und einer Bordwandhöhe von 400 mm ergeben eine Kubatur von nur 1,9 m³.

Das Streusystem Das von der Firma Kirchner zugekaufte Streuwerk arbeitet wie bei Gruber mit vier stehenden Walzen. Die Durchgangshöhe ist aber etwas geringer. Die fächerförmigen Fräsklingen sind ebenso geschraubt und können gewendet werden. Die für die Stras­ senfahrt notwendige Streuwerksabdeckung war am Testkandidaten nicht montiert. Diese gibt es auf Wunsch mit hydraulischer Betätigung für rund CHF 1300.–. Eine Scherstiftsicherung im Gelenkwellenstrang sichert das Streuwerk vor Überlast. Reform bietet optional auch eine Schubwand für den Kratzboden an. Damit lässt sich vor allem bergab eine gleichmässigere Längsver48

Schweizer Landtechnik 5 2018

Ausgerüstet ist der «215» mit vier stehenden Streuwalzen mit geschraubten und wendbaren Fräsfächern.

teilung erzielen. Der Reform-Streuer für Transporter mit langem Radstand kostet komplett in Testausstattung laut Preisliste CHF 20 750.– inkl. MwSt. Werden nur die Bordwände und das Streuaggregat benötigt, reduzieren sich die Kosten auf CHF 8480.–.


Puplireportage Schweizer Landtechnik 183 x 261 Manitou MLT 737

Ob auf dem eigenen Landwirtschaftsbetrieb oder als Lohnunternehmer, eine zuverlässige Maschine ist essenziell. Das beginnt mit einem guten Produkt, erfordert regelmässige Wartungsarbeiten und bei Schwierigkeiten zählt die schlagkräftige Unterstützung des Lieferanten.

DER MANITOU MLT HAT UNS NIE IM STICH GELASSEN

Die Titelaussage stammt von Werner Hofmänner, verantwortlich für den Lohnbetrieb der Hofmänner HAAG AG. Sein Bruder Bruno, verantwortlich für den familieneigenen LandDie Türscheibe verschwindet beim Öffnen gut geschützt nach unten in die Tür und nicht mehr

wirtschaftsbetrieb sowie der Vater der Beiden pflichten dem vollumfänglich bei. Die Aussage basiert auf der Erfahrung aus 17 Jahren und mehr als 8000 Betriebsstunden mit dem ersten eigenen Manitou Teleskoplader. Der brandneue Manitou MLT 737 Inzwischen steht das Nachfolgemodell MLT 737 im Einsatz. Dieser arbeitet bei Hofmänner häufig mit der Maisballenpresse zusammen. Sie schafft pro Stunde 40 bis 60 Ballen, was dazu führt, dass der Abtransport zur Herausforderung wird. Ein Traktor mit Frontlader ist zu langsam. Doch der neue Manitou hält wie schon sein Vorgänger problemlos mit. Neben der Ballenzange stehen weitere Anbaugeräte wie Palettengabel, Schüttgutschaufel, Mistzange oder Strohballenspitz zur Verfügung. So verschieden die Werkzeuge und Anwendungen auch sind, eines bleibt sich gleich: der Manitou funktioniert immer. Bislang konnte noch jede Arbeit abgeschlossen werden.

per raumgreifender Schwenkbewegung nach hinten. Gleichbleibend hoch ist die Hydraulikleistung. Sie entschied schon beim ersten Teleskoplader mit und erlaubt parallele Bewegungen, was einen spürbar harmonischen Arbeitsablauf zur Folge hat und schlussendlich Zeit spart. Zuverlässige Unterstützung durch den Lieferanten Servicearbeiten und Reparaturen erledigt die Hofmänner HAAG AG in der eigenen Werkstatt. Hierzu verlässt sie sich seit Jahren auf die prompte Zustellung von Wartungs- und Ersatzteilen durch den Maschinenlieferanten. Auch die technischen Auskünfte am Telefon belegen für Werner Hofmänner immer wieder die hohe

Fachkompetenz.

Fortschritt und Bewährtes Gegenüber dem ersten Manitou bei Hofmänner kann der MLT 737 vieles besser. Der Einstieg gestaltet sich noch praktischer. Die neue Kabine ist übersichtlicher und hörbar besser gedämmt. Werner Hofmänner Hofmänner HAAG AG landwirtschaftliches Lohnunternehmen

MANITOU-VERTRETUNGEN

Zürich/Ostschweiz/FL/Tessin: Aggeler AG, 9314 Steinebrunn TG Tel. 071 477 28 28, www.aggeler.ch

Zentral-/Nordwestschweiz/Bern: A. Leiser AG, 6260 Reiden LU Tel. 062 749 50 40, www.leiserag.ch


Impression | Einsatzbericht

Auf Hanglagen getrimmt Das Befahren von Hanglagen mit Güllefässern ist mit Gefahren und oft auch Landschaden verbunden. Das hier vorgestellte Modell von Agrar Landtechnik eignet sich dank spezieller Ausrüstung besonders gut für Hanglagen. Ruedi Burkhalter «Heute fahre ich mit dem 8000-Liter-Fass ohne Frontgewicht problemlos an Stellen, wo ich vorher mit dem 6000-Liter-Fass und mit grossem Frontgewicht gar nicht erst hinkam», sagt Gérald Maître. Der Landwirt aus Soubey JU bringt seine Gülle und jene von benachbarten Betrieben in der wunderschönen, aber oft geneigten und vom Doubs geformten Landschaft aus. Maître hat sich kürzlich mit einem Pumpdruckfass «DPF 8000 D» von Agrar ausgerüstet und sich für das optional erhältliche hydraulische Triebachskonzept entschieden. In Kombination mit der

Video zu Agrar «DF 8000 D» Weitere Filme zu landtechnisch interessanten Themen auf unserem YouTube-­ Kanal «Schweizer Landtechnik».

Tandemachse wird ein tiefer, breit abgestützter Schwerpunkt erreicht, was dem Anhänger trotz seiner Kapazität eine überdurchschnittliche Kippstabilität und Hangtauglichkeit verleiht.

Mehr Schub bis 15 km/h Das Triebachssystem basiert auf dem von Paul Forrer AG entwickelten «Trailer Drive System» (TDS). Die Ölversorgung erfolgt über einen «Power Beyond»-Anschluss des Traktors und bedingt, dass dieser mit einem Load-Sensing-System ausgerüstet ist. In den vorderen Radnaben befinden sich speziell für diese Anwendung geeignete Radialkolben-Hydromotoren von Black Bruin. Diese stammen aus der Forsttechnik, zeichnen sich durch ein speziell hohes Anfahrmoment aus und sind mit einem mechanischen Freilauf ausgestattet, der automatisch aktiviert wird, sobald die Fahrgeschwindigkeit 15 km/h überschreitet. Die Radnabenmotoren sind in mehreren Grös­ sen erhältlich, je nach Schluckvolumen wird bei 15 km/h eine Ölmenge von 120 bis

160 l/min benötigt. Die Schubkraft beträgt maximal 1800 kg und hängt von der Bereifung, dem Druck und dem Schluckvolumen der Radnabenmotoren ab. Das Hydrauliksystem, das eine Leistung von bis zu 40 kW übertragen kann, arbeitet dank des verwendeten Load-Sensing-Systems mit geringen Leistungsverlusten. Zur hydraulischen Triebachse wird je nach Einsatzprofil kundenspezifisch die passende Steuerungsvariante gewählt: die einfachste Version «TDS-Eco» eignet sich als kurzzeitiger Not- oder Hilfsantrieb, die Version «TDS-Drive» ist eine teilsynchronisierte Antriebsteuerung für den Dauereinsatz. Den höchsten Komfort bietet die am hier gezeigten Anhänger eingebaute patentierte Systemlösung «TDS-Synchro», welche für den Hilfsantrieb alle Betriebszustände durch die intelligente Sensorik selbständig regelt.

Sensoren erfassen Betriebszustand Der Fahrer bedient und überwacht das System über ein kompaktes Steuerkäst-

Dank Triebachssystem lassen sich auch mit gefülltem Güllefass beachtliche Steigungen ohne Landschaden überwinden. Bilder: R. Burkhalter

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Schweizer Landtechnik 5 2018


Einsatzbericht | Impression

Mit einem Sensor in der Deichsel weiss das Triebachssystem immer, ob angetrieben oder gebremst werden muss.

Das Triebachse wird über eine separate Bedienungseinheit gesteuert. Am Farbbildschirm lassen sich die Werte gut ablesen.

Die Weitwurfdüse erzielt eine Reichweite von bis zu 75 m. Damit lassen sich nicht befahrbare Flächen aus der Distanz güllen.

chen mit Farbbildschirm in der Kabine. Sobald das System aktiviert ist, schalten sich der Antrieb und die Bremswirkung je nach Geschwindigkeit und Neigung automatisch ein und aus. In der Standardansicht kann der Fahrer permanent die gerade wirkenden Kräfte und Drücke an kreisförmigen Anzeigen ablesen, was für die Sicherheit ein grosses Plus ist. Die Antriebs- oder Bremskraft der Radnabenmotoren wird aufgrund der Messwerte eines Neigungssensors automatisch gesteuert. Zusätzlich befindet sich in der Deichsel ein Sensor, der ermittelt, ob die Deichsel auf Zug (Antrieb) oder Druck (Bremsen) belastet ist. Fährt das Gespann also aus einer Steigung in eine Abfahrt, wechselt das System selbstständig vom Antriebsin den Bremsmodus. Diese Art der Steuerung ist für die Betriebssicherheit von Vorteil: Auch wenn bei einer Talfahrt in der Deichsel eine Zugbelastung auftreten sollte, bleibt die hydraulische Bremswirkung erhalten.

Kombinationsmöglichkeiten mit Kreisel-, Schnecken- oder Drehkolbenpumpen zur Auswahl. Landwirt Maître hat sich für eine Kreiselpumpe entschieden, die ausschliesslich für den Betrieb mit der Weitwurfdüse genutzt wird. Die Kreiselpumpe wird direkt über ein massives Getriebe von der Zapfwelle angetrieben und ist mechanisch zuschaltbar. Die maximale Förderleistung beträgt 2100 l/min, der maximale Förderdruck 8 bar. Die Düse ist hydraulisch dreh- und schwenkbar und über eine grossdimensionierte Druckleitung mit der Zentrifugalpumpe verbunden. Mit der Wurfweite bis 75 m kann Gérald Maître problemlos alle Flächen erreichen, die sich trotz Triebachse nicht befahren lassen. Die optionale Weitwurfdüse ist für sämtliche Pump-Druckfässer verfügbar. Mit entsprechenden Zusatzarmaturen lassen sich die Pumpen auch zum Verschlauchen, zum Umpumpen oder zur Speisung von Beregnungsanlagen einsetzen. Als weitere Option lassen sich Kreiselpumpen auch als Turbofüller für einen schnellen Füllvorgang mit reduzierter Schaumbildung nutzen. Angesaugt wird die Gülle über eine gross dimensionierte Zuführleitung (8”) mit einem zusätzlichem Ansaug- und Ent-

leerungsstutzen. Die spezielle Kontur des Entleerungsstutzens dient gleichzeitig als Steinfang.

Kompressor mit Pumpe kombiniert In der Grundausrüstung sind die Vakuum-Druckfässer von Agrar mit einem Hochleistungskompressor und einer automatischen Kolbenpumpen-Schmierung ausgerüstet. Zusätzlich stehen zahlreiche

Behälter doppelt geschützt Beim Bau der Stahlbehälter setzt Agrar auf Langlebigkeit. Deshalb verdient die Oberflächenbehandlung ein besonderes Augenmerk. Sämtliche Agrar-Stahlbehälter werden in der Schweiz feuerverzinkt und zusätzlich mit einer Wachsschicht versehen. Für einen optimalen Korrosionsschutz wird nur hochwertiger Stahl verwendet, der besonders gut für das Feuerverzinken geeignet ist. Das standardmässig eingebaute Luftrührwerk mit SpezialGummiventilen gewährleistet die Rührwirkung über die gesamte Tanklänge. Die Luftleitung führt oben in den Behälter. Ein Rückschlagventil verhindert, dass Flüssigkeit in den Kompressor gelangt. Für anspruchsvollere Gülle ist optional ein hydraulisches Flügelrührwerk erhältlich.

Bequem auffüllen ohne absteigen Ein hydraulisch betätigter Saugarm ermöglicht auch in Kombination mit gros­ sen Leitungsquerschnitten ein bequemes und schnelles Befüllen des Tankwagens.

Steckbrief Agrar «DF 8000 D» Fassungsvermögen: 8380 Liter Gesamtlänge: 6,90 m Gesamthöhe: 2,85 m Leergewicht: ab 3650 kg Bereifung: 650/40-22.5 Spurweite: 1,85 m Gesamtbreite: 2,40 m Kompressorleistung: 8100 l/min Pumpenleistung: 2100 l/min Sauganschluss: 150 mm Preis: Grundfass ab CHF 39 200.– (Herstellerangaben)

Dank Tandemachse und niedriger Bereifung wird ein tiefer, breit abgestützter Schwerpunkt erzielt.

5 2018 Schweizer Landtechnik

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Impression | Einsatzbericht

Energie aus Holz! Stückholz • Schnitzel • Pellets

NEU Easytronic XV, 15 – 30 kW

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Bis zu zwölf Funktionen können über die elektrohydraulische Bedienung von der Kabine aus bequem betätigt werden.

Die Steuerung von Pumpe, Saugschieber und Entlüftung erfolgt hydraulisch. Der Saugarm ist mit Regelventilen versehen, Hebe- und Senkgeschwindigkeit sowie der Anpressdruck zum Saugtrichter sind stufenlos einstellbar. Der hier verbaute seitlich angebaute Saugarm ist in einer Ausführung rechts oder links lieferbar. Die Leitungsquerschnitte können zwischen 150 mm und 200 mm gewählt werden. Auf Wunsch verfügbar ist auch eine mittig angebaute Variante mit zweigeteiltem Rohr. Durch Umschwenken des Rohrbogens und Umstecken des Hubzylinders kann dann sowohl rechts- als auch linksseitig angesaugt werden. Standardmässig wird zum Saugarm ein robuster Ansaugbock mit Gummitrichter mitgeliefert. Für Pumpfässer ist die Saugstation zusätzlich mit Steinfang­ kasten erhältlich. Mit der externen Andockstation lassen sich zwei Saugleitungen parallel zur Grube ankuppeln. Somit können Fremdkörper noch zuverlässiger ausgeschieden werden. Für den Transport an der Fronthydraulik sind auch Aufnahmen zum Mitführen der Saugleitung angebracht.

Fahrwerk mit hoher Standardausrüstung

Lignumat UTSL, 30 – 250 kW

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Schweizer Landtechnik 5 2018

Alle Agrar-Fässer werden bereits in der Grundausrüstung mit Achsen, Bremsen und Reifen für den Betrieb mit 40 km/h ausgerüstet. Aus Erfahrung rüstet Agrar alle Tandemfahrwerke bereits in der Basis­ ausrüstung mit einer Federung aus. Eine mittige Lastausgleichsschwinge, kombiniert mit Blatt- oder Parabelfedern, ermöglicht beste Bodenanpassung trotz niedriger Bauweise. Zudem sind alle Tandemfahrwerke mit einer hydraulisch sperrbaren Nachlauf-Lenkachse bestückt. Für

sämtliche Varianten von Zuggabeln stehen zwei Systeme von Deichselfederungen zur Verfügung. Als reine Federung wird eine wartungsfreie Lösung mit Gummihohlfedern angeboten. Weiter ist auch eine hydraulische Federung mit Stickstoffspeicher lieferbar. Die hydraulische Federung ist für alle Maschinen auch mit einem Fass-Kippzylinder kombinierbar.

Mit Respekt in den Hang Abschliessend gibt Gérald Maître eines zu bedenken: «Auch mit der besten Ausrüstung ist ein gefülltes Güllefass in Hanglagen kein Spielzeug.» Nur sehr routinierte Fahrer mit dem nötigen Respekt sollten sich mit einer Maschine bis an die physikalischen Grenzen der Technik wagen. «Je steiler man fährt, desto wichtiger ist auch die optimale Abstimmung der Betriebsbremsen von Traktor und Anhänger», sagt Maître.

Vorsicht bei Talfahrt Der Bremsabstimmung ist insbesondere bei Traktoren mit stufenlosem Getriebe besondere Beachtung zu schenken, da diese eine deutlich grössere Bremswirkung entwickeln können als geschaltete Getriebe. Bei Kurvenfahrten bergab sollte in der Anhängeverbindung kein Druck entstehen, idealerweise sollte diese sogar unter leichtem Zug stehen. Bereits eine Druckphase von einem Sekundenbruchteil kann dazu führen, dass der Traktor überstossen wird und das Gespann aus­ser Kontrolle gerät. Konkret wird empfohlen, stufenlose Getriebe in Hanglagen nur im manuellen Modus zu fahren und, sofern vorhanden, die Möglichkeit zur Streckbremsung zu nutzen.


exklusive Leserreise Besuchen Sie mit dem SVLT und der «Schweizer Landtechnik» die

Internationalen DLG-Feldtage in Bernburg-Strenzfeld (D) Die im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindenden Feldtage der DLG sind ein wichtiger Treffpunkt für die Ackerbau-Profis. Heuer findet dieser Event vom 12.– 15. Juni 2018 in Bernburg-Strenzfeld (Sachsen-Anhalt) statt. Wie immer sind diese Tage geprägt von zahlreichen Events (Weizenanbau-Vergleich, Feldroboter-Wettbewerb, Maschinenvorführungen usw.) und Specials. In diesem Jahr interessiert dabei besonders das Thema «Gülle und Gärreste effizient einsetzen». Der SVLT und die «Schweizer Landtechnik» haben zusammen mit dem Schweizer Reise-Spezialisten Twerenbold eine exklusive Reise im Komfortbus der Königsklasse zu diesen Feldtagen organisiert. Details

Datum Start Reise

Dienstag, 12. Juni 2018 bis Donnerstag, 14. Juni 2018 08.00 Uhr in Baden-Rütihof. Weitere Zustiegsorte unterwegs je nach Nachfrage Komfort-Bus über Stuttgart – Nürnberg – Leipzig nach Bernburg-Strenzfeld

Programm

12. Juni 13. Juni

Mittagessen unterwegs, Abendessen und Check-In/Übernachtung im Hotel Fahrt zum Ausstellungsgelände, individuelles Mittagessen, Abendessen und Übernachtung im Hotel Check-Out im Hotel, Fahrt zum Ausstellungsgelände, individuelles Mittagessen, am frühen Nachmittag Rückfahrt in die Schweiz

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14. Juni

Inbegriffen

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Preis

CHF 555.– pro Person (max. 30 Personen)

Anmeldung

bis spätestens 31. Mai 2018 an: Twerenbold Reisen AG, Im Steiacher 1, 5406 Baden-Rütihof, Telefon 056 484 84 70, info@twerenbold.ch

Fahrt in modernem Komfortbus der Königsklasse mit Schlafsesseln 2 Übernachtungen im Hotel mit Frühstück Mittagessen am ersten Tag und zwei Nachtessen Eintritt zu den Feldtagen Reiseleitung SVLT

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sicher unterwegs Der praktische «G40»-Fahrkurs zum Lenken von landwirtschaftlichen Fahrzeugen des Schweizerischen Verbands für Landtechnik kann ab dem 14. Altersjahr besucht werden.

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Management | Rechtsecke

Problemzone «Nachlauf-Lenkachse» Ein Traktor mit einem Anhänger überschlägt sich auf offener Strasse. Es folgt ein Marathon an Untersuchungen und ein erstes Urteil des Bezirksgerichts, das ans Obergericht weitergezogen wurde. Roman Engeler

POLIZEI AKTUELL Mit Traktor verunfallt Bei einem Selbst­ unfall blieb am Donnerstagabend ein Traktorfahrer unverletzt. Es entstand hoher Sachschaden.

Der Traktorfahrer blieb bei diesem Unfall unverletzt, es entstanden aber Sach- und Umweltschäden sowie hohe Prozesskosten. Bild: Kapo TG

Zum Unfallhergang: Ein 22-jähriger Traktorfahrer war gegen 17 Uhr im Auftrag eines Lohn- und Bauunternehmers mit einem Anhänger auf einer leicht abfallenden, geraden Hauptstrasse unterwegs. Dabei begann der mit Schalungselementen (Gewicht: rund 7,5 t bei einer Nutzlast von total 17,6 t) beladene Anhänger den Traktor via Anhängekupplung wegzudrücken. Trotz sofortiger Bremsung und Gegenlenkung konnte er die Kombination nicht mehr unter Kontrolle bringen, so 54

Schweizer Landtechnik 5 2018

dass sich der gewerblich eingelöste Traktor mitsamt dem Anhänger schliesslich überschlug. Der Fahrer konnte sich selbst aus dem Traktor befreien und blieb glücklicherweise unverletzt. Der Sachschaden wurde mit einigen zehntausend Franken beziffert. Zur Spurensicherung und Klärung der Unfallursache kamen der kriminaltechnische Dienst sowie ein Spezialist der Verkehrspolizei auf den Unfallplatz. Traktor und Anhänger wurden im Auftrag der Staatsanwaltschaft für weitere Abklä-

rungen für längere Zeit beschlagnahmt. Die Bergung, Beschlagnahmung und Begut­ achtung verursachten Kosten von mehr als CHF 30 000.–.

Weitere Angaben zum Unfall Gemäss Aussagen des Lenkers war das Gespann mit einer Geschwindigkeit von 42–43 km/h unterwegs. Die Ladung sei längs und quer mit Spanngurten befestigt gewesen, hätte sich also nicht bewegen können. Weiter erwähnte der Fahrer bei der polizeilichen Befragung, dass er entsprechend der Betriebsanleitung die Nachlauf-Lenkachse nicht blockiert habe. Als er die vom Anhänger ausgehende Unruhe und Krafteinwirkung (was von der Polizei mit «Schlingern» protokolliert wurde), bemerkt habe, habe er wie üblich eine leichte Bremsung eingeleitet. Entgegen seiner früheren Erfahrung trug dies nicht zur Beruhigung des Anhängerzuges bei. Innerhalb von Sekunden stellte der Anhängerzug den Traktor quer. Danach kam es zum erwähnten Überschlag des Gespanns. Als Folge des Unfalls lief Öl ins Wiesland aus, so dass kontaminiertes Erdreich abgetragen und entsorgt werden musste. Im Unfallprotokoll ist weiter festgehalten, dass der braun eingelöste, wegen Breitreifen als Ausnahmefahrzeug immatrikulierte landwirtschaftliche Anhänger unzulässig für einen gewerblichen Transport eingesetzt wurde. Weitere Diskussionen – auch in einem späteren Gutachten – drehten sich dann noch um die Frage einer nur teilweise entsperrten Aufhängung sowie des Fahrerverschuldens.

Strafbefehl – Gerichtsverfahren Rund ein halbes Jahr später erliess die Staatsanwaltschaft gegen den Fahrer einen Strafbefehl (einfache Verletzung der Verkehrsregeln, Führen eines Anhängers in nicht betriebssicherem Zustand, Ausführen einer nichtlandwirtschaftlichen Fahrt mit Landwirtschaftsanhänger) und legte ihm vorerst eine Busse auf, gegen die der Fahrer Einsprache erhob. 14 Monate nach dem Unfall kam es zur Haupt-

Serie «Rechtsecke» In der Serie «Rechtsecke» werden tatsächlich passierte Unfälle mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen geschildert und diese Unfälle sowie die daraus entstandenen «rechtlichen Folgen» von Rechtsanwalt Stephan Stulz analysiert. Die Serie erscheint in loser Folge.


Rechtsecke | Management

verhandlung am Bezirksgericht. Zuvor wurde ein Antrag auf Freigabe des beschlagnahmten Anhängers aus untersuchungstechnischen Gründen abgelehnt.

Ein Gutachten . . . Zwischenzeitlich wurde ein Gutachter von der Staatsanwaltschaft beauftragt, den Unfall aus technischer Sicht zu analysieren und dabei insbesondere die Funktionsfähigkeit der Bremsen am verunfallten Anhänger zu überprüfen. Dies erfolgte am havarierten Fahrzeug auf einem Rollenprüfstand, eine dynamische Messung auf der Strasse wurde nicht gemacht. Der Gutachter kam zum Schluss, dass die Bremsanlage zwar funktionierte, jedoch knapp nicht den gesetzlichen Mindestanforderungen entsprochen habe. Weiter stellte der Gutachter keinen technischen Defekt an der Fahrzeugkombination fest. Für den Gutachter waren es vier Gründe, die zu diesem Unfall geführt haben. Als ersten Grund nannte er die hohe Geschwindigkeit auf leicht abschüssigem Terrain, so dass der beladene Anhänger mehr schiebt, als der Traktor zieht. Als zweiter Grund wurde das nicht sofortige Einleiten der Bremsung erwähnt. Als dritte und vierte Ursache führte der Gutachter eine ungünstige Beladung des Anhängers sowie das unterbliebene Entsperren der Aufhängung an.

. . . und dessen Hinterfragung Der vom Verunfallten beauftragte Verteidiger hinterfragte das Gutachten. Er fand es unstatthaft, an einem havarierten Anhänger solche Messungen zu vorzunehmen und Aussagen über dessen Zustand vor dem Unfall zu machen. Weiter erwähnte der Verteidiger, dass aufgrund der vorhandenen und aufgezeichneten Bremsspuren am Unfallort man davon ausgehen könne, dass die einwandfreie Bremsanlage funktioniert habe. Zudem würden die originalen Bremsprotokolle deutlich höhere Bremsleistungen aufweisen als die vom Gutachter gemessenen. Aufgrund des erwähnten Spurenbilds behauptete die Verteidigung weiter, dass es vielmehr und einzig die plötzlich eingeschlagene Nachlauflenkung gewesen sei, die zu diesem Unfall geführt habe. Dies bestätige eine vom Beschuldigten in Auftrag gegebene Analyse eines unabhängigen Fachmanns. Das Gericht bezog diesen Fachmann und seine Ergebnisse jedoch nicht in seine Überlegungen mit ein, da dieser nicht über die notwendige Zulassung für solche Gutachten verfügt. Ge-

nerell bemängelte die Verteidigung, dass es keine Auswertung des Spurenbilds gegeben habe. Weiter wurden auch die Fachkenntnisse des vom Gericht ernannten Gutachters hinterfragt, wonach dieser sich noch nie mit Nachlauf-Lenkachsen beschäftigt habe. Das Gericht sah aber keinen Anlass, am Gutachter und an dessen Arbeit zu zweifeln.

Das (vorläufige) Urteil Das Bezirksgericht kam zu folgendem Urteil: Der Fahrer wurde vom Vorwurf des

Führens eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs freigesprochen. Verurteilt wurde er hingegen wegen der Nichtbeherrschung eines Fahrzeugs sowie des Fahrens ohne Fahrzeugausweis. Von den Gesamtverfahrenskosten im Umfang von CHF 30  054.75 wurden dem Fahrer CHF 24 000.– auferlegt. Das Gericht erwähnte jedoch im schriftlichen Urteil, dass es mit Nachlauf-Lenk­ achsen offensichtlich Probleme gebe, so dass ein solcher oder ähnlicher Unfall jedem Fahrer passieren könne.

Hightech als Problemzone in Strafverfahren Gemäss Art. 6 der schweizerischen Strafprozessordnung (StPO) klären die Strafbehörden von Amtes wegen alle für die Beurteilung der Tat und der beschuldigten Person bedeutsamen Tatsachen ab. Sie untersuchen die belastenden und entlastenden Umstände mit gleicher Sorgfalt. Was aber, wenn das Know-how und der Sachverstand bei der Polizei und der Staatsanwalt nicht wirklich vorhanden sind oder nur halbherzig in der Untersuchung beigezogen werden? In solchen Fällen wird es für einen Beschuldigten schwierig, denn einerseits ist er gezwungen faktisch selber den (Gegen-) Beweis anzutreten und die entsprechenden Beweise zu liefern. Dass ein Beschuldigter nicht über die gleiche Autorität und Glaubwürdigkeit wie ein Gutachter oder eine Amtsstelle verfügt, braucht nicht besonders betont zu werden. Im vorliegenden Fall gestand der Gutachter selber, dass er über keine einschlägige Erfahrungen mit Nachlauflenkachsen verfügt. Eine Spurenauswertung habe er nicht vorgenommen, weil er dazu keinen Auftrag erhalten habe. Bei kostenintensiven Untersuchungen wie beim geschilderten Fall kommt hinzu, dass der Sparzwang vor den Strafbehörden nicht Halt gemacht hat. Die Untersuchungsbehörden haben dementsprechend ein nicht geringes Interesse, diese Kosten auf den Beschuldigten zu überwälzen. Dazu genügt grundsätzlich bereits eine leichte Fahrlässigkeit. Eine solche lässt sich im Nachhinein und wenn es zu einem Unfall gekommen ist fast immer und problemlos konstruieren. Im vorliegenden Fall wurde ein unbedeutender Teil der Unter­

suchungskosten auf die Staatskasse genommen, da sich der ursprüngliche Vorwurf der schweren Verkehrsregelverletzung nicht erhärten liess. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold? Passiert ein Unfall, so wird man in der Regel unmittelbar zum Beschuldigten (mit dem Vorwurf, möglicherweise sich einer Straftat schuldig gemacht zu haben). Als Beschuldigter hat man grundsätzlich das Recht, sich überhaupt nicht zum Vorfall zu äussern. Es besteht auch keine Pflicht, irgendein Protokoll zu unterzeichnen. Als potenziell Beschuldigter tut man auf alle Fälle gut daran, es mit den Details genau zu nehmen; auch wenn man in Eile ist. Es kommt leider häufig vor, dass gerade in den ersten Protokollen der Polizei der Sachverhalt nur verkürzt wiedergegeben wird. In aller Regel werden Zugeständnisse der Beschuldigten prominent in den Polizeiprotokollen vermerkt. Diese Protokolle sind später von grosser Bedeutung. Vorliegend fand die Erstbefragung auf Mundart statt. Die Aussage des Beschuldigten, dass der Anhänger bei früheren Fahrten auch schon unruhig geworden sei, fand mit dem Begriff «Schlingern» Eingang in die Akten. Dieses angebliche frühere «Schlingern» wurde dem Beschuldigten vor Gericht schlussendlich zum massgeblichen Vorwurf gemacht. Stephan Stulz ist praktizierender Rechtsanwalt mit einer eigenen Kanzlei. Nach der Lehre als Landmaschinenmechaniker absolvierte er ein Maschineningenieurstudium. Nach längerer Projektleitertätigkeit studierte er an der HSG (lic. iur). Stephan Stulz ist spezialisiert auf sämtliche Verwaltungsoder Strafverfahren mit technischem Hintergrund. Anwaltskanzlei Stulz, Hahnrainweg 4, Postfach, 5400 Baden (Tel. 056 203 10 00; office@stulz-recht.ch, www.stulz-recht.ch)

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Management | Praxisfragen

Aufeinander Rücksicht nehmen Langsamfahrende haben es bei der heutigen Verkehrsdichte schwer. Gestresste Autofahrer lassen sich oft zu gefährlichen Überholmanövern hinreissen. Es geht nicht mehr ohne gegenseitige Rücksichtnahme. Dazu gehören genügende Abstände und das Benutzen von Ausweichplätzen. Urs Rentsch und Dominik Senn

Auto­fahrers. In den meisten Kantonen gilt als sichthemmend, was mehr als 80 cm über die Strassenoberfläche ragt. Die Gemeinde kann aufgrund der kanto­ nalen Gesetzgebung verlangen, dass die Sichtzonen freigehalten werden. Parkier­ te Motorfahrzeuge und Anhänger sind in Steigung und Gefälle mit einem Unter­ legkeil zu sichern.

Abbiegen, ein heikler Vorgang

Auf Ausweichplätzen halten ist gegenüber dem Schnellverkehr rücksichtsvoll und für die Landwirtschaft erst noch imagefördernd. Illustration: BUL

Der Absatz 3 des Artikels 10 (Überholen im Allgemeinen) der Verkehrsregelnver­ ordnung besagt wörtlich: «Die Führer schwerer Motorwagen haben ausserorts den schnelleren Motorfahrzeugen das Überholen angemessen zu erleichtern, in­ dem sie ganz rechts fahren, unter sich ei­ nen Abstand von wenigstens 100 m wah­ ren und nötigenfalls auf Ausweichplätzen halten. Dies gilt auch für andere Motor­ fahrzeuge, wenn sie langsam fahren.» Landwirtschaftliche Motorfahrzeuge mit ihren Anhängern und Anbaugeräten wer­ den von den übrigen Strassenverkehrsteil­ nehmern zumeist als Hindernisse betrach­ tet. Die heute herrschende Verkehrs­ dichte lässt hinter landwirtschaftlichen Fahrzeugen rasch Kolonnen bilden. Oft vermeiden Verkehrsteilnehmer das Über­ holen, was gestresste Fahrer aus hinteren Rängen zum Überholen verleitet. Es dro­ hen gefährliche Situationen. Hier ist ein faires und zuvorkommendes Verhalten der landwirtschaftlichen Motor­ 56

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fahrzeug­ führer angezeigt. Verursachen landwirtschaftliche Motorfahrzeuge Ko­ lonnen, muss von Zeit zu Zeit eine Ausweich­stelle benützt werden, damit die übrigen Verkehrsteilnehmer ungehindert passieren können. Tun sie das nicht, scha­ det das dem Image der Landwirtschaft nicht unerheblich.

Sichtzonen schaffen Sicherheit Oft gefährden landwirtschaftliche Kultu­ ren wie Mais und hochwachsende Ge­ treide­arten die Übersicht in Kurven, an Kreuzungen und Einmündungen. An sol­ chen Stellen sollen niedrige Randkulturen angebaut werden. Beispielsweise an Stel­ len, an denen Probleme häufig auftau­ chen, kann das Anlegen von Grün­streifen als ökologische Ausgleichsfläche die Lö­ sung sein. Hochwachsende Kulturen sind zeitig niederzudrücken oder zu mähen, ab Juli sind Maisfelder an exponierten Stellen zu kontrollieren, rät die BUL. Massgebend ist der Sichtwinkel des

In der Fahrschule ist uns eingetrichtert worden: Vor dem Blinkerstellen Blick beidseitig zurück, danach Blinker stellen und – bei freier Fahrbahn – abbiegen. Da­ mit wird vermieden, dass ein langsames Fahrzeug im letzten Moment vor dem Abbiegen mit einem Überholer kollidiert. Der Gesetzestext sagt sinngemäss, dass alle Richtungsänderungen anzukündigen sind und landwirtschaftliche Motorfahr­ zeuge links und rechts aussen je einen Rückspiegel tragen müssen, damit der Führer die Fahrbahn seitlich neben dem Aufbau und nach hinten mindestens 100 m weit leicht überblicken kann. Grundsätzlich gelten diese Regeln auch für ältere Traktoren ohne festen Aufbau. Sobald sichthemmende Ladungen oder Anhänger mitgeführt werden, braucht es also beidseitig Rückspiegel; diese müssen der Fahrzeugbreite angepasst werden können, also ausziehbar sein.

Wo drückt der Schuh? Was beschäftigt Sektionsmitglieder des Schweizerischen Verbandes für Land­ technik am meisten? Wo drückt der Schuh? Welchen Hauptproblemen sieht man sich in der Praxis ausgesetzt? In dieser lose erscheinenden Serie behan­ delt die Schweizer Landtechnik solche Anliegen aus der Praxis, wie sie laufend an den Bereich Weiterbildung und Bera­ tung des SVLT herangetragen werden.


Landtechnik-Begriffe | Wissen

Die Metalldampflampe Metalldampflampen eignen sich bestens für das Beleuchten von grossen Ställen und Hallen. Sie können Ställe effektiv ausleuchten, haben aber eine Weile, bis sie die volle Leuchtkraft erreicht haben. Heinz Röthlisberger ist sehr hoch und die Farbwiedergabe angenehm für das Auge, weil das weisse Licht dem Tageslicht sehr ähnlich ist. Auch braucht es wenige Lampen pro Halle oder Scheune, was insgesamt tiefere Installationskosten bedeutet. Sie sind direkt auf die Holzkonstruktion zu installieren und benötigen nur einen Aussensensor für die Lichtsteuerung. Zudem ist der Preis pro Metalldampflampe in der Anschaffung günstiger als vergleichbare LED-Lampen. Allerdings hält Künzli fest, dass LED-Leuchten aufgrund ihrer Energieeffizienz längerfristig günstiger sind als Metalldampfleuchten.

Nicht ständig an- und ausschalten

Auch wenn der Trend hin zu LED-Lampen geht, haben Metalldampfleuchten nach wie vor Vorteile. So sind sie günstiger in der Anschaffung. Bilder: DeLaval

Der Beleuchtungsmarkt befindet sich derzeit in einem Umbruch. Das Zauberwort heisst LED. Vor allem aufgrund ihrer hohen Energieeffizienz und Lebensdauer wird sich die LED-Technologie früher oder später wohl durchsetzen. Auch bei den Stallbauten und Stallsanierungen hält LED immer mehr Einzug. «Bei der Ausleuchtung von Ställen geht der Trend von den bisherigen Metalldampflampen hin zu den LED-Leuchten», bestätigt Armin Künzli, Produktspezialist bei DeLaval

in Sursee LU. «LED ist die Zukunft, aber nicht für jedermann gleich geeignet», so Künzli. Deshalb werden Metalldampflampen auch heute noch sehr oft eingebaut. Nicht deswegen auch, weil bei den neuesten Metalldampflampen der Stromverbrauch pro Lux Einheit der Beleuchtungsstärke vergleichbar mit dem der LED-Lampen ist. Welche Vorteile haben Metalldampfleuchten sonst noch und welche Nachteile haben sie? Dieser Artikel gibt einen kleinen Überblick.

Vorteile der Metalldampflampe

Metalldampfleuchten leuchten Ställe und Hallen effektiv aus. Geeignet sind sie ab einer Montagehöhe von fünf Meter.

Metalldampflampen eignen sich sehr gut als Dauerbeleuchtung für Hallen, Ställe und Hofflächen. Sie sind zurzeit mit Sicherheit die günstigste und vor allem auch effektivste Möglichkeit, um eine möglichst hohe Helligkeit zu erreichen. Der Vorteil von Metalldampflampen gegenüber LED-Lampen ist laut Armin Künzli, dass bis zu 400 Watt starke Metalldampflampen eingesetzt werden können. Damit ist die abgegebene Anzahl Lux pro Lampe sehr hoch und es kann auf einer Montagehöhe von rund sieben Meter eine Fläche über 100 m2 sehr effektiv ausgeleuchtet werden. Die Lichtausbeute

Die Nachteile gegenüber LED-Lampen ist, dass Metalldampflampen nicht beliebig an- und ausgeschaltet werden können. Um die Lebensdauer von Metalldampflampen zu erhöhen, sollte eine Leuchtzeit von 15 Minuten nicht unterschritten werden. Bei Metalldampflampen dauert es rund zwei Minuten, bis die volle Lichtabgabe erreicht wird. «Wenn sie abgeschaltet wurde, muss sie zuerst etwas abkühlen, bis sie wieder gestartet werden kann», erklärt Künzli. Bei ständigem Anund Ausschalten sinkt die Lebensdauer. Metalldampflampen können nicht gedimmt werden. Wer in Durchgängen oder Ecken eine kurze Leuchtphase benötigt, sollte deshalb an diesen Orten eine separate Beleuchtung installieren, die schnell ihre volle Leuchtkraft erreicht. Metalldampfleuchten bringen die volle Flächenleistung aufgrund ihrer Lichtstreuung erst ab einer Montagehöhe von fünf Metern.

«Landtechnik-Begriffe» Was ist ein «ABS», wie funktioniert eine «CommonRail»-Einspritzanlage und warum erkennt ein «NIR-Sensor» Pflanzengrün? Solche und ähnliche Fragen beantwortet die «Schweizer Landtechnik in der Serie «Landtechnik-­ Begriffe erklärt».

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Sicherheit | Unfallverhütung

Nicht nur der Motormäher, auch der Maschinenführer soll hangtaugliches Schuhwerk tragen. Bild: Ruedi Hunger

Am Hang ist alles etwas anders Selbsthemmende Antriebe, eine aktive Stillstandsregelung und Doppelräder können mithelfen, Unfälle im Hang zu vermeiden. Ein aufmerksamer Maschinenführer ist aber genauso wichtig. Ruedi Hunger

Der Motormäher ist in steilen Lagen nach wie vor eine zentrale Maschine. Bezogen auf Sicherheit ist er in den letzten Jahren wesentlich sicherer geworden. Diese Feststellung betrifft in erster Linie die neueren Modelle. Noch sind aber zahlrei­ che Motormäher mit Schaltgetriebe im Einsatz, die nicht über einen selbst­ hemmenden Antrieb verfügen. Bei einem Schaltfehler in der Falllinie können sie unerwar­ tet rasch rückwärts rollen und den Maschinenführer gefährden oder gar überrollen. Zusätzliche Sicherheit bringen 58

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verschiedene Varianten an Rädern, die sich förmlich im Boden festkrallen und damit mehr Spur- und Standsicherheit bieten. Laut Thomas Bachmann, technischer Lei­ ter bei Agriss (BUL), wurde die Sicher­ heitsnorm (EN 12733) für Motormäher dahingehend aktualisiert, dass der Motor beim Loslassen des Totmanngriffes nicht mehr abstellen darf. Das bedeutet, dass zwar der Motor weiterläuft, dafür aber der Fahr- und Werkzeugantrieb sofort stillsteht.

Zweiachsmäher Alternativ zum Motormäher sind für das Mähen, aber auch für das Zetten und Schwaden, Zweiachsmäher im Einsatz. Diese Vielzweckmaschinen sind in den vergangenen Jahren ebenfalls sicherer geworden. Die physikalischen Gesetze bleiben aber bestehen. Wer an einem Hang mit mehr als 30% Steigung ohne Doppelbereifung fährt, provoziert früher oder später einen Unfall. Stark kopflastige Anbaugeräte erhöhen insbesondere beim Wenden von der Fall­


Unfallverhütung | Sicherheit

linie in die Horizontale die Gefahr eines Überschlags. Kurz gebaute und verhältnismässig leichte Bandheuer sind schwerpunktmässig besser als Frontkreiselschwader mit grosser Ausladung.

Transporter Seit Jahrzehnten bewähren sich Transporter in der Berglandwirtschaft. Sie sind zu einer Schlüsselmaschine geworden. Moderne Getriebe und aktive Stillstandsregelungen bieten heute ein hohes Mass an Sicherheit. Ein verhängnisvolles «Verschalten» ist mit neuen Transportern nicht mehr möglich, da das Getriebe in jeder Situation kraftschlüssig ist. Unfälle passieren aber dennoch, nicht zuletzt auch auf schmalen Alp- und Feld­ wegen. Eine kleine Unachtsamkeit, eine Ablenkung oder Unsicherheit und schon ist das talseitige Vorderrad über den Wegrand hinaus geraten und das Fahrzeug ist kaum mehr innert nützlicher Frist auf den Weg zurückzubringen. Gerade auf schmalen Fahrwegen soll die Doppelbereifung – bei ausschliesslicher Stras­ sen­fahrt – entfernt werden. Zu schnell «klettert» das bergseitige Aussenrad die Böschung hoch, verkeilt sich an einem Zaun oder einem Felsen und bringt das Fahrzeug zum Umsturz.

Silage- und Heubergung Traktorgezogene Alpinladewagen sind leicht und haben als Tiefgänger einen entsprechend tiefen Schwerpunkt. Dennoch

Alpin-Ladewagen haben zwar einen tiefen Schwerpunkt, der aber mit zunehmender Laderaum-Füllung ansteigt. Bild: Agrar

gibt es sowohl für Traktoren als auch für Lade­wagen Einsatzgrenzen. Doppelbereifung verbessert die Situation, feuchte Grasnarbe und nasser Boden verschlimmern sie. Eine Triebachse am Ladewagen (Presse) und zusätzliche Doppelbereifungen sind wirkungsvolle Sicherheitsmassnahmen, die aber auch dazu verleiten können, in noch extremere Hänge einzufahren. Eine Kombination aus Traktor und Ladewagen mit Triebachse erreicht vergleichbare Einsatzgrenzen wie der spezia-

lisierte Transporter. Die Grasnarbenschäden sind dank grösserer Reifen am Traktor eher tiefer.

Hofdüngerausbringung Gülle ist eine sehr dynamische Ladung. Trotz wenig Inhalt kann an Hanglagen ein Fahrzeug durch «Planschen» zum Umsturz gebracht werden. Das Güllen mit Seitenwurfdüse ist zwar nicht gerade umweltfreundlich, aber dennoch oft die einzige Möglichkeit, die Gülle vom sicheren Weg aus zu verteilen. Herbstliche Verhältnisse mit feuchter Grasnarbe sind an Hanglagen schon manchem Fahrzeug zum Verhängnis geworden. Geschlossene Kabinen und ein (getragener) Sicherheitsgurt können in solchen Situationen Leben retten. Fahrzeuge, die sich in der Falllinie selbständig machen, sind kaum mehr aufzufangen.

Fazit

Eine kurze Unachtsamkeit und schon ist das talseitige Vorderrad über die Böschung hinaus. Bild: Caron

Physikalische Gesetze können nicht ausgehebelt werden. Natürlich steht in der Berglandwirtschaft eine «angepasste» Mechanisierung im Einsatz. Der technische Stand ist vom Motormäher über den Zweiachsmäher bis zum Transporter auf einem hohen Niveau. Dabei wird aber immer von Neumaschinen gesprochen. Aus wirtschaftlichen Gründen stehen noch viele ältere Maschinen im Einsatz, die nicht über alle modernen Sicherheitselemente verfügen. Deren Besitzer tun gut daran, wenn sie sich an Steillagen zurückhalten und nicht mit den neuen Maschinen konkurrenzieren wollen. 5 2018 Schweizer Landtechnik

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Passion | Youngtimer

Lamborghinis am Fusse des Mont Raimeux Der am meisten verwendete Traktor von Biobauer Marcel Villiger in Rebeuvelier JU ist ein Lamborghini «574-60 Cross», an dem er die feinfühlige Gangabstufung und das solide Antriebsaggregat schätzt. Dominik Senn

Der Mont Raimeux ist mit 1302 Metern der höchste Berg im Kanton Jura. An sei­ nen Fuss auf der Schattseite, in Rebeu­ve­ lier, schmiegt sich der Bio-Betrieb von Marcel Villiger mit Jahrgang 1974 und sei­ ner Frau Martine: «Wir bekommen wäh­ rend sechs Wochen von Dezember bis Mit­ te Januar keinen einzigen Sonnenstrahl zu Gesicht. Aber auch oft kein einziges Auto, denn die Zufahrt zum Hof ist keine Durch­ gangsstrasse. Unsere vier Kinder können draussen unbeschwert spielen.» Das Stras­ sen­netz ist komfortabel; es wurde im Zuge der von 2003 bis 2014 dauernden Güter­ regulierung samt Wasser­erschliessung der

Höfe ausgebaut. In dieser Periode war Marcel Villiger Gemeinderat von Rebeuve­ lier. Vier Jahre nach seiner Demission holte ihn die Gemeinde wieder in die Dorf­ exekutive zurück. «Aktuell bereiten wir die Fusion beziehungsweise den Anschluss an die Grossgemeinde Courrendlin vor», sagt er.

Zwei Lamborghinis – ein Hürlimann Im Jahre 1985 gelangte die Familie Hans Villiger (Jahrgang 1949) von Küssnacht am Rigi SZ in den Jura, wo sie den heuti­ gen Betrieb käuflich erwerben konnte. Im «Gepäck» war ein Ford «4100», ein paar

Jahre lang der einzige Traktor auf dem Betrieb. Der zweite Traktor, ein Deutz, kam später dazu. Hans Villiger tauschte diesen im Jahre 1994 beim General­ importeur Franz Jäggi + Co, Neuendorf SO, gegen einen neuen Lamborghini «574-60 Cross» mit 60 PS ein. «Zu Franz und seinem Sohn Thomas Jäggi bauten wir eine freundschaftliche Beziehung auf. Da sie auch Hürlimann, Same und Deutz vertreten, konnten wir im Jahre 2011 den Ford gegen einen 75 PS starken neuen Hürlimann ‹XE 75› eintauschen.» Zu die­ sem Zeitpunkt hatte Marcel Villiger den Hof schon seit zwei Jahren übernommen

Marcel Villiger mit seinem Hoftraktor Lamborghini «574-60 Cross» vor dem neuen Laufstall. Bilder: Dominik Senn

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Youngtimer | Passion

Lamborghini Traktoren seit 1948 Die von Ferruccio Lamborghini in Pieve di Cento gegründete italienische Traktorenmarke Lamborghini gibt es seit 1948. 1954 kam mit dem «DL25C» der erste Allradtraktor heraus. Seit dem Jahre 1972 ist Lamborghini ein Teil der Same-Gruppe (heute SDF Group), der 1977 der Schweizer Hersteller Hürlimann und 1995 der Kölner Landmaschinenhersteller Deutz-Fahr einverleibt wurde. Im Übernahmejahr 1972 lag die Produktion bei jährlich rund 5000 Stück; sie erhöhte sich in den Achtziger-Jahren bis aufs Doppelte. Die heutigen Lamborghini-Traktoren werden im Same-Stammwerk in Treviglio (I) gefertigt, so auch die Hürlimann- und teilweise Deutz-Fahr-Traktoren. Unterschiede zu den anderen Konzern­ marken sind die Ausstattung und die silberne Farbe.

Der Lamborghini «Cross» ist mit drei Paar hydraulischen Anschlüssen ausgestattet.

und den Anbindestall zum Laufstall umge­ baut. Die Anschaffung grösserer Landmaschinen zusammen mit Nachbarlandwirten rief jedoch nach mehr Pferde­ stärken, und im Dezember 2014 rollte der dritte neue Traktor an, ein Lamborghini «Nitro» mit 95 PS.

Lehmige Böden ohne Steine «Der ‹Cross› ist bei uns der am häufigsten eingesetzte Traktor und hat bereits knapp 6000 Arbeitsstunden geleistet», sagt Marcel Villiger. Der Biobetrieb umfasst 41 ha landwirtschaftliche Nutzfläche, die Hälfte davon Weidefläche. Produziert wird Industriemilch (30 Rotfleck-Kühe). Die Tierhaltung schliesst rund 25 Stück Jungvieh, zwei bis drei Dutzend Freilaufhühner und 90 Mastschweine ein. Rund 2,5 ha stehen hauptsächlich für Brot­ getreide unter dem Pflug, der Rest sind Natur- und Kunstwiesen. «Die Böden sind schwer und tiefgründig lehmig, ohne Steine», sagt Marcel Villiger. Der «Cross» wird zum Mähen mit «PZ»-Frontmäh­ werk, zum Kreiseln, Schwaden, Gülle­ pumpen, Düngerstreuen, «Hagen», für Heckschaufel- und Viehwagenbetrieb und allgemeine Transportarbeiten eingesetzt, ein richtiger Hoftraktor, während der Hürlimann und vor allem der Lamborghini «Nitro» für schwere Ackerbauarbeiten verwendet werden.

Paar hydraulische Anschlüsse hinten und die Fronthydraulik mit Zapfwelle, sondern auch das Wendegetriebe und den elektrischen Halbgang (5-Gang-Getriebe in Gruppen): «Das ergibt eine äusserst feine Gangabstufung, was in unseren Hang­lagen nur Vorteile mit sich bringt, man kann so die Arbeitsgeschwindigkeit dem Gelände optimal anpassen», sagt Marcel Villiger. Und Hans Villiger, der nach seinen Worten beim Sohn noch ein gern gesehener «Mitarbeiter» ist, doppelt nach: «Die gute Gangabstufung optimiert auch den Kraftstoffverbrauch.» Der «Cross» hat einen luftgekühlten Dreizylinder-­Saugmotor mit Turboaufladung, welche die Leistung um rund zehn Prozent steigert. Übrigens besteht die «Cross»-Baureihe aus zwei Modellen (Drei- und Vierzylindermotoren mit 60 und 70 PS und wahlweise mit oder ohne Turbo) und ist mit dem Hürlimann «Club» sowie dem Same «Explorer Special» identisch. Gefahren wird oft mit Doppelrädern. Ein 400-kg-Frontgewicht wird selten benötigt, etwa beim Maissilieren

oder bei gewissen Erdbewegungen. Froh sind Villigers um die Lochmann-Kabine: Sie ist geräumig, mit Kindersitz und dämmt den vergleichsweise lauten Motorenlärm auf ein erträgliches Mass.

Felgen verstärkt Einen Mangel hatte der «Cross»: Die starke Belastung durch das Frontmähwerk verursachte an allen vier Felgen Haarrisse. Die Felgen wurden kostenfrei innert der Garantiezeit von drei Jahren mittels Scheibenanbau verstärkt. Den Jahresservice nimmt der Halter selber vor. Grössere Reparaturen gab es bis dato keine. Oder um es mit Marcel Villigers Worten zu umschreiben: «Franz Jäggi sagte mir einmal, man höre und sehe nicht viel von uns. Aber er wisse trotzdem, was wir brauchten.» Am Lamborghini «Cross» hängt auch regelmässig eine Holzspaltmaschine und eine Heckschaufel. Marcel Villiger besitzt nämlich noch rund 20 ha Wald und bereitet nebst der Waldrand- und Hecken­ pflege eigenhändig jährlich rund 30 Ster Brennholz für den Eigenbedarf auf.

«Feine Gangabstufung» Marcel und auch Vater Hans schätzen am Lamborghini «Cross» nicht nur die drei

Die Felgenverstärkung mittels Scheibe.

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Plattform | Tagung

Tradition und Innovation kompakt in einer modernen Maschine verbaut: ein Aebi «TT 281» mit Überkopfwinde im Steilhang. Bild: R. Engeler

Herausforderungen für die Berglandtechnik Themen wie Klimawandel, Ammoniakemissionen oder Abgasnormen beschäftigen auch das Berggebiet und standen heuer bei der im Zweijahresrhythmus stattfindenden Tagung «Landtechnik im Alpenraum» im Zentrum. Roman Engeler und Ruedi Hunger

Im Vergleich von Landwirtschaft und Landtechnik im Tal- und Berggebiet gibt es sowohl viele Gemeinsamkeiten als auch deutliche Unterschiede. Auf diese aufmerksam macht unter anderem jeweils die Tagung «Landtechnik im Alpenraum», die sich heuer dem Klimawandel, den Ammoniakemissionen und Abgasnormen sowie der Digitalisierung widmete. Landtechnisch interessant waren die Beiträge verschiedener Firmen zu den Entwicklungstrends in ihren Bereichen. 62

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Ländlicher Raum im Wandel Im einleitenden Teil der Tagung beschäftigten sich zwei Referate mit den möglichen Folgen des Klimawandels auf die (Berg-)Landwirtschaft. Grundsätzlich könnte ja gerade ein höherer CO2-Gehalt in der Luft zu einer Steigerung der Photosynthese-Tätigkeit von (C3-)Pflanzen beitragen und so zu Mehrerträgen führen, wenn nicht andere Faktoren als zusätzlich limitierende Faktoren neu hinzukämen. Aufgrund verschiedener Un-

tersuchungen besteht ein vertiefter Grund zur Annahme, dass negative Auswirkungen, wie beispielsweise die Zunahme von Niederschlagsextremen, die schlechtere Verteilung dieser Niederschläge mit entsprechend längeren Trockenperioden oder die verminderte Schneebedeckung in Lagen zwischen 1000 und 2000 m ü. M. den erwähnten Vorteil mehr als zunichtemachen. Soll man eine Änderung der Bewirtschaftung bereits jetzt vornehmen oder reicht


Tagung | Plattform

«Landtechnik im Alpenraum» Die Tagung wird thematisch von einem Programmkomitee begleitet, das aus Mitarbeitenden der Forschungsanstalten Agroscope Tänikon, BLT Wieselburg und LfL Freising sowie den Hochschulen und Universitäten HAFL Zollikofen, TU München, Boku Wien und FU Bozen sowie Agridea Lindau besteht. Die Veranstaltung findet jeweils in Feldkirch A statt, nächstes Mal am 1./2. April 2020.

es, wenn man Schritt für Schritt sich den Veränderungen anpasst? Das Bundesamt für Umwelt (Schweiz) hat dazu ein interdisziplinäres sowie mit CHF 7,1 Mio. alimentiertes Forschungsprogramm gestartet und versucht, anhand verschiedener Projekte wie Überwachungssysteme für Pflanzenschädlinge, Vorbereitung des Futterbaus auf den Klimawandel, verbesserte Bodenbearbeitungssysteme zum Ausgleich klimatischer Extreme oder regionale Wassermanagement-Systeme Antworten darauf zu bekommen. In Österreich hat man Versuche mit lokaler CO2-Begasung und Heizeinrichtungen für Teilflächen gestartet, mit denen man den Klimawandel simulieren und seine Folgen für den Pflanzenbau abschätzen möchte. Erste Resultate zeigen eine verlängerte Vegetationszeit, die Zunahme von wärme- und trockenheitsresistenteren Sorten, aber auch einen Anstieg von Schädlingen und Krankheiten.

Technologien (erster Hanggeräteträger mit proportionaler Ansteuerung aller Hydraulikfunktionen) und gesetzlichen Vorgaben (Abgasnorm, «Mother regulation») kombinieren und zu einem erfolgreichen Produkt führen kann.

Transporter wird digital Am Beispiel des Transporters «Unitrac 112» zeigte Hannes Rieser vom Traktorenwerk Lindner auf, wie dieser Fahrzeugtyp mit einem modernen Datenmanagement bestückt und somit dessen Einsatzbereitschaft erhöht werden kann. Aufgrund einer kompletten Vernetzung sämtlicher Fahrzeugkomponenten (nicht weniger als sechs Canbus-Systeme) steht eine Fülle von Daten zur Verfügung. Diese werden insofern verwendet, als angebaute Geräte automatisch erkannt und deren optimale Einstellungen für verschiedene Einsatzzwecke gespeichert werden können. Weiter stehen diese Daten für die Dokumentation (Arbeitsnachweise und Abrechnungen) oder für die Optimierung von Arbeitsabläufen bereit. Letztlich soll

damit auch eine Reduktion der Schadstoff-Emissionen erreicht werden.

Benzin, Diesel, Hybrid oder gar vollelektrisch? «Gibt es in Zukunft alternative Antriebe in der Berglandtechnik?» Diese Frage stellte sich Stephan Ackermann von den Reform-Werken. Auch in der Bergmechanisierung stellen ständig steigende Anforderungen an die Emissionen höhere Ansprüche an die Abgasnachbehandlung. Gleichzeitig besteht der Wunsch nach immer kompakteren Fahrzeugen, so dass die Ingenieure permanent mit der Frage konfrontiert sind, wie man alle diese Komponenten überhaupt in einem Fahrzeug unterbringen kann. Hybrid-Antriebe (Benzin/Diesel in Kombination mit Elektrik), allenfalls Gasmotoren oder rein elektrische Varianten können punktuell Alternativen darstellen, meinte der Referent, erwähnte aber gleichzeitig, dass der Dieselmotor aufgrund seiner unbestreitbaren Vorteile seine Bedeutung in der Landwirtschaft nicht so schnell verlieren dürfte.

Tradition versus Innovation Auch wenn die Spirale der (landtechnischen) Innovation sich stetig weiterdrehe, liebgewordene Traditionen solle man nicht ausser Acht lassen, meinte etwa Mathias Leubler von Aebi-Schmidt in seinem Referat. Am Beispiel des Hanggeräteträgers Aebi «TT 281» zeigte er auf, wie man bei der Entwicklung eines neuen Fahrzeugs bewährte Elemente (Allradlenkung, maximale Wendigkeit, kompakte Bauweise, optimale Bodenanpassungen, Heck- und Fronthubwerk) mit neuen

Die Gülleausbringung mit Schleppschuh oder Gleitfuss soll sich auch im Berggebiet eignen. Bild: Zunhammer

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Plattform | Tagung

Eine praktische Umsetzung digitaler Landtechnik ist «Smart4Grass», ein Projekt von Baywa, FarmFacts, Fritzmeier Umwelttechnik und Düvelsdorf. Bild: Fritzmeier, Düvelsdorf

Ackermann liess durchblicken, ohne je­ doch konkret zu werden, dass Reform noch in diesem Jahr mit einer Neuheit, wohl in Sachen Antrieb, auf den Markt kommen wird.

Mähwerke für höhere Flächenleistung Konkreter, zumindest was die Produktion von Neuheiten betrifft, wurde dann Karl Köppl vom gleichnamigen deutschen Her­ steller von Motormähern. In seinem Bei­ trag zeigte er auf, wie mit breiteren Mähwerken eine höhere Flächenleistung erreicht wird, ohne jedoch an Sicherheit und Wendigkeit einzubüssen. Das Unter­ nehmen hat mit dem «KDSP 470» ein 4,70 m breit arbeitendes Doppelmesser­ mähwerk mit neuem Antriebskonzept (ak­ tuell noch in der Testphase) und kurzem Anbaurahmen entwickelt und wird es noch heuer auf den Markt bringen. «Die­ ses Mähwerk mit bewährtem Messerfüh­ rungssystem kann sich flexibel Boden­ unebenheiten anpassen und hohe Leistun­ gen in Randbereichen wie unter Zäunen oder Bäumen bringen», versprach Köppl.

Schleppschuh in den Bergen Dass die Gülleverteilung mit dem Schleppschuh-Verteiler auch in Hangla­ gen eine reelle Chance hat, davon ist Se­ bastian Zunhammer überzeugt. Für den Aufbau auf Transporter hat der Gülle­ technik-Spezialist das Modell «Karl» (Kunststoff-Tank für Aebi, Reform und Lindner) entwickelt. Ausgerüstet mit dem «Alpen-fix», einem 6 m breit arbeitenden Gleitfuss- oder Schleppschuhverteiler, soll damit auch im Berggebiet Gülle emissi­ onsarm und vor allem genau ausgebracht werden können. Neue Forschungsergebnisse, präsentiert an der Tagung, untermauern uralte Erfah­ 64

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rungen aufs Neue: Gülleverschlauchung, Ausbringung bei «Güllewetter» und in verdünnter Form sind alles Massnahmen, welche die Ammoniakemissionen auf ge­ ringem Niveau halten. Ammoniakemissionen sind ein Dauerthe­ ma. Es fehlt nicht an Ratschlägen, wie eine Minderung erzielt werden könnte, dafür aber an Möglichkeiten einer wir­ kungsvollen Umsetzung. Im Berggebiet kommen zusätzliche Erschwernisse hin­ zu, wie die reduzierte Anzahl Feldarbeits­ tage, hohe Niederschläge, welche die Befahrbarkeit einschränken und gleich­ zeitig die Gefahr der Gülle-Abschwem­ mung erhöhen. Nachteilig sind auch die topografischen Voraussetzungen und die Flächenstrukturen. Schliesslich muss sich der Bergbauer oft mit einer weniger leistungsfähigen Ausbringtechnik begnü­ gen. Die wirtschaftliche Belastung durch wenig ausgelastete Gülletechnik kann durch überbetrieblichen Einsatz ent­ schärft werden, was aber nicht selten an der reduzierten Anzahl Tage für güns­ tige Ausbringbedingungen scheitert. Und damit schliesst sich der Kreis der zu­ sätzlichen Erschwernisse im Berggebiet wieder.

Smart ins Grünland Die Digitalisierung ist nicht nur im Acker­ bau, sondern auch im (hochgelegenen) Grünland ein Thema. Josef Penzinger von Case IH/Steyr zeigte in seinem Referat auf, wie die Landtechnik-Hersteller sich vom reinen Maschinenlieferanten mehr und mehr zu einem Systemlieferanten entwickeln. Entlang der Schiene Land­ wirt-Händler-Hersteller entstehen da­ durch – ob gewollt oder nicht – grössere Abhängigkeiten, denn alle Verbindungen erhalten zur mechanischen (z. B. Zapfwel­ le, Dreipunkt) auch noch eine digitale

Schnittstelle, die weitaus schwieriger zu managen ist. Weitere Herausforderungen bestehen in der agronomischen Auswer­ tung der gesammelten Daten. Eine praktische Umsetzung digitaler Landtechnik ist «Smart4Grass», ein Pro­ jekt von Baywa, FarmFacts, Fritzmeier Umwelttechnik und Düvelsdorf. Es soll zu einer effizienteren Bewirtschaftung von Wiesen und Weiden führen. Dabei wer­ den Nach- oder Übersaaten mit Hilfe des Pflanzensensors «Isaria» geregelt, der auch in der teilflächenspezifischen mine­ ralischen und organischen Düngung so­ wie im variablen Pflanzenschutz einge­ setzt werden kann. Entsprechend der ge­ messenen Pflanzendichte passt das Anbaugerät die Dosis teilflächenspezi­ fisch an. Die Vorteile sind ein effizienterer Betriebsmitteleinsatz und eine Entlastung des Fahrers. Darüber sollen der Ertrag und die Grundfutterqualität ansteigen. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt übrigens auch ein Schweizer Projekt von Krumme­ nacher Saattechnik (Dietwil), CSEM (Schweizer Zentrum für Elektronik und Mikrotechnologie, Biel) und Agroscope Tänikon. Es soll an der nächsten Agrama bereit für eine Präsentation sein.

Automatisch versus manuell Arbeitsbreiten sind oft nur theoretische Werte, weil mit wachsender Maschinen­ breite ein genaues Anschlussfahren schwierig wird. Durch Hangneigung wird die Problematik noch verschärft. Automa­ tische Lenksysteme versprechen Besse­ rung. Insbesondere sollen Ressourcen (Arbeitszeit, Treibstoff usw.) eingespart werden. Weiter wird ein präziseres Arbei­ ten bei schlechten (Über-)Sichtbedingun­ gen möglich und der Fahrer soll weniger schnell ermüden. Iris Kral vom Institut für Landtechnik der Universität in Wien hat die Übertragbarkeit unter die Lupe ge­ nommen. Die Untersuchungen auf dem ebenen Schul- und Bildungszentrum Hohe­ nems (Vorarlberg) und an Hang­ lagen mit durchschnittlich 25 % bis 30 % Neigung in Aigen im Enntal (Oberöster­ reich) bestätigen einerseits, dass Lenk­ automaten in der Ebene gut funktionie­ ren und insbesondere beim Mähen und Wenden einen Vorteil bringen. Im Gebir­ ge ist RTK-GPS nur bedingt einsetzbar. Immerhin konnten die zehnprozentigen Überlappungen mit automatischen Syste­ men halbiert werden. Dennoch besteht bei automatischer Lenkung noch Ent­ wicklungspotential durch Verbesserung der Regelalgorithmen.


Sektionen | SVLT

trieb von Sorens (Ausweichdatum 11. Juli 2018). Die Verpflegung wird organisiert. Die Anfahrt ab Hauptstrasse Freiburg-Bulle ist ausgeschildert.

BE Traktorengeschicklichkeitsfahren Bern Einmal mehr ist es dem bernischen Verband für Landtechnik BVLT gelungen, die Mitglieder der «Landjugend untere Emme» für die Durchführung eines Traktorengeschicklichkeitsfahrens TGF zu gewinnen. Dem organisierenden Team ist es ein grosses Anliegen, die in den vergangenen Jahren zur Tradition gewordenen Anlässe fortzuführen, in der Hoffnung, den Stellenwert und das Image nachhaltig zu verbessern. Ihm ist es sehr wichtig, einen interessanten Parcours mit sieben alltäglichen Landtechnik-Situationen aufzustellen, welche für alle Teilnehmenden gerecht beurteilt und bewertet werden können. Das Wissen über Verkehrsfragen ist Bestandteil in einem weiteren Posten. Die Verantwortlichen hoffen auf einen Grossaufmarsch von motivierten Fahrerinnen und Fahrern am Sonntag, 3. Juni 2018, ab 9 Uhr, auf dem Gelände der Kartoffelhandelsfirma Terralog in Rüdtligen-Alchenflüh. Für sie wie auch die interessierten Zuschauerinnen und Zuschauer wird die Festwirtschaft für das leibliche Wohl sorgen. Für eine straff organisierte Durchführung ist es von Vorteil, wenn sich die Fahrerinnen und Fahrer per E-Mail bei: s.liechti@hotmail.com anmelden. So können die Siegerinnen und Sieger am Ende des Anlasses rechtzeitig verkündet werden. Anmeldungen vor Ort sind bis 14 Uhr möglich. Für allfällige Fragen gibt Stefan Liechti, 079 688 66 71, gerne Auskunft.

FR Bremsenkontrolle 2018 Der Freiburgische Verband für Landtechnik (FVLT) hält die Bremstestkampagne aufrecht. Dieser Test ist gedacht für Karren und Anhänger aller Art, 30 oder 40 km/h, die während des ganzen Jahres im Einsatz stehen und deren Wartung leider oft vernachlässigt wird. Am Ende der Kontrolle werden die Eigentümer im Besitz einer genauen Diagnose ihrer Fahrzeuge sein, die von akkreditierten Fachbetrieben für Anhängerbremsen erstellt wird. Sie findet statt in der Nähe Ihres Wohnortes in dafür ausgerüsteten Ateliers. Die Liste der Werkstätten ist auf der Website unter www.­ agrotecsuisse.ch zu finden. Wichtig: Für die Prüfung müssen die Anhängerzüge mit pneumatischen oder hydraulischen Betriebsbremsen ausgerüstet sein. Für seine Mitglieder bietet der FVLT einen Rabatt von 50 Franken pro Achse. Dazu genügt es, eine Kopie der Rechnung an folgende Adresse zu senden: AFETA/FVLT, Robert Zurkinden, Heitiwil 23, 3186 Düdingen Dieses Angebot gilt nicht für den Kauf von neuen Geräten oder bei einem später folgenden Aufgebot zur Expertise.

Grosse Schwader-Vorführung auf dem Schulgutsbetrieb Sorens In Zusammenarbeit mit dem Freiburger Verband für Landtechnik FVLT organisiert Grangeneuve, landwirtschaftliches Institut des Kantons Freiburg, am 4. Juli 2018 eine grosse Schwaderdemonstration. Bei dieser Abendveranstaltung werden die allerneusten Techniken vorgeführt. Die Themen Sicherheit auf der Strasse, Landwirtschaft 4.0 und Bodendruck kommen auch zum Zuge. Die Vorführung beginnt um 19.30 Uhr auf dem SchulgutsbeDie Schwader-Vorführung ist eine Aktion des FVLT und Grangeneuve.

SO Zum Gedenken an Konrad Flury-Müller Ende März wurde er zum Ehrenmitglied des Schweizerischen Verbands für Landtechnik ernannt, an der 94. Delegiertenversammlung des SVLT dann gebührend gefeiert. Und nur knapp einen Monat später musste er für immer Abschied vom irdischen Dasein nehmen. Völlig unerwartet ist Konrad Flury am 19. April durch ein Herzversagen aus der Mitte seiner Familie und seines Lebens gerissen worden. Am 25. April verabschiedete sich eine grosse Trauergemeinde in Kriegstetten von ihm. Sein landtechnisches Wirken begann der Landwirt und Lohnunternehmer Konrad Flury aus Halten in der Gruppe der Mähdrescher-Obmänner. Von 1988 bis 2004 war er Mitglied der Fachkommission 2 des SVLT, ab 1995 wirkte es im Vorstand der Sektion Solothurn und von 2009 bis 2017 war es Mitglied der Kontrollstelle des SVLT, die später zur Geschäftsprüfungskommission umbenannt wurde. 2003 war er zudem Gründungsmitglied von Lohnunternehmer Schweiz und bis 2013 deren Vizepräsident. Für seine grossen Verdienste in den genannten Organisationen wurden ihm im Verlaufe der letzten Jahre die Ehrenmitgliedschaften erteilt. Konrad Flury hat sich über Jahrzehnte in verschiedenen Funktionen für den SVLT eingesetzt, in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf bewahrt und gemäss einem Ausspruch eines Vorstandskollegen immer «das Richtige im richtigen Moment gesagt». Der SVLT wird Konrad Flury in bleibender Erinnerung behalten. Seinen Angehörigen entbieten wir unser herzlichstes Beileid und wünschen ihnen viel Kraft in der Bewältigung des Abschieds.

LU Aktuelles Kursangebot Mofa- und Traktorenprüfung: Die Vorbereitungskurse für die Mofaund Traktorenprüfung finden jeweils an Mittwochnachmittagen statt. Kurskosten inkl. Lernplattform im Internet (Theorie-24-Kärtli): für Mitglieder des Verbands CHF 70.–, für Nichtmitglieder CHF 90.–. Nächste Termine: Mittwoch, 6. Juni 2018, in Sursee, 13.15–17.30 Uhr Mittwoch, 29. August 2018, in Sursee, 13.15–17.30 Uhr Roller- und Autoprüfung: Theorieprüfung online lernen für CHF 29.– Grundkurse für Roller und Motorräder finden jeweils in Büron und Sursee statt. Die Kosten betragen für Mitglieder CHF 300.–, für Nichtmitglieder CHF 320.–. Nächste Termine: Kurs 605: jeweils Samstag 09./16. Juni 2018, 07.30–11.30 Uhr Kurs 606: jeweils Samstag 07./14. Juli 2018, 07.30–11.30 Uhr Verkehrskundeunterricht in Sursee, Schüpfheim und Hochdorf: für Mitglieder CHF 220.–, für Nichtmitglieder CHF 240.– Nächste Termine: Kurs Nr. 405: 4 Abende jeweils Montag/Dienstag: 27./28. August und 03./04. September 2018, 19.00–21.00 Uhr, in Sursee Die Kurse können nur bei genügender Teilnehmerzahl durchgeführt werden. Kombipaket für Rollerfahrer nochmals günstiger als zum Einzelpreis. Theorie online lernen / Grundkurs 1 + 2 (8 Lektionen) / VKU (4 × 2 Lektionen): für Mitglieder CHF 539.–, für Nichtmitglieder CHF 579.– Der Lastwagentheoriekurs umfasst 32 Lektionen in vier Wochen, jeweils an einem Tag pro Woche. Der Kurs ist modular aufgebaut und der

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SVLT | Sektionen

Einstieg ist jederzeit möglich. Nächster Kursbeginn: 25. Mai 2018; Durch­ führung jeweils in Luzern. Infos und Anmeldung (Änderungen, z. B. Kursort, -inhalt, -preis, -zeit, bleiben vorbehalten): LVLT-Fahrschule, Sennweidstrasse 35, 6276 Ho­ henrain, Tel. 041 467 39 02, Fax 041 460 49 01, info@lvlt.ch Voranzeige: 1. Luzerner Maschinenring-Tag zusammen mit dem BBZN Natur und Er­ nährung: Donnerstag, 30. August 2018, 09.00–16.00 Uhr Thema: Futterbau in Hang- und Steillagen

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Zum Gedenken an Hans Gubser-Putz Am 6. März 2018 ist Hans Gubser-Putz, Niederwil SG, in seinem 87. Altersjahr gestorben. Hans Gubser wurde am 20. Juni 1930 im Städeli Niederbüren geboren. Im Jahre 1976 eröffnete er sein eigenes Treuhand- und Buchhaltungsbüro in Niederwil, das er bis ins hohe Alter leitete. Von 1977 bis 1996 amtete er als Geschäftsfüh­ rer des Verbandes für Landtechnik Appenzell, Glarus und St. Gallen (VLT-SG) und hatte von 1992 bis 1996 das Kassieramt inne. Als Anerkennung für seine Verdienste verliehen ihm der VLT-SG und der Schweizerische Verband für Landtechnik im Jahre 1996 die Ehrenmitgliedschaft. Daneben war Hans Gubser in verschiede­ nen Vereinen und Institutionen tätig, unter anderem war er Mitgründer und Förderer des örtlichen Turnvereins. Seine Passion galt in erster Linie seiner Familie, aber auch der Jägerei, der er mit seinem Treibhund frönte. Drei Lungenentzündungen im Vorjahr setzten ihm immer wieder zu. Seine letzten Tage verbrachte er im Spital Flawil, wo er am frühen Morgen des. 6. Märzes friedlich einschlafen durfte. Der SVLT wird Hans Gubser ein eh­ rendes Andenken bewahren.

Traktorentheoriekurs mit Prüfung 2018 Kursleiter ist Hans Popp, Karrersholz 963, 9323 Steinach Kursort 1. Kurstag 2. Kurstag + Prüfung Nachmittag Mittwoch nachmittag Salez, Rheinhof Sa, 26. Mai 18 Wangs, Parkhotel/StVA Mels

13. Jun 18

Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 30. Mai 18 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

20. Jun 18

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20. Jun 18

Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 23. Jun 18 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

18. Jul 18

Sa, 7. Jul 18 22. Aug 18

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 11. Jul 18 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

29. Aug 18

Trogen, Rest. Krone Trogen, Rest. Krone/SVA Trogen

12. Sep 18

Mi, 15. Aug 18

Mosnang, Oberstufenzentrum Sa, 1. Sept 18 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

19. Sep 18

Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 5. Sept 18 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

26. Sep 18

Schweizer Landtechnik 5 2018

Sa, 15. Sept 18 10. Okt 18

St. Peterzell, Schulhaus Sa, 22. Sept 18 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

17. Okt 18

Neu St. Johann, Klostergebäude Sa, 29. Sept 18 Kaltbrunn Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

24. Okt 18

Widnau, Rest. Rosengarten Mi, 31. Okt 18 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

28. Nov 18

Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 10. Nov 18 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

5. Dez 18

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 21. Nov 18 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

12. Dez 18

Wangs, Parkhotel Wangs, Parkhotel/StVA Mels

19. Dez 18

Sa, 24. Nov 18

SZ Zum Gedenken an Xaver Föhn-Gasser Geboren wurde Xaver Föhn am 11. Februar 1923. Der Landwirt konnte im Jahre 1958 die Landmaschinen­ werkstatt von Eckerts übernehmen, was auch einen Umzug nach Ibach an die Grosssteinstrasse bedeutete. Hier wuchs die Familie nach und nach auf fünf Kinder an. Xaver Föhn war jahrelang Geschäftsführer der Sektion Schwyz. Sein Wirken für den Schweizerischen Verband für Landtechnik anerkannte dieser im Jahre 1989 mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft. Seine Hobbys waren das Fotografieren von Blumen und Elektronik. Wohl fühlte er sich im Tes­ sin, wo er sich ein Rustico einrichtete. Neunzigjährig zog er ins Alters­ heim Eigenwies und anschliessend ins neue Alterszentrum Rubiswil. Trotz seinen Altersgebrechen beeindruckte er alle mit seinem allgemei­ nen Interesse und seiner grossen Zufriedenheit. Am 11. Februar konnte er seinen 95. Geburtstag feiern. Ein Monat später, am 13. März 2018, durfte er für immer friedlich einschlafen. Wir entbieten den Angehörigen unsere herzliche Anteilnahme. Der SVLT wird ihm ein ehrendes Anden­ ken bewahren.

Vorbereitungen für das Traktoren­ geschicklichkeitsfahren auf Hochtouren Sonntag, 24. Juni 2018, Gelände Markthalle Rothenthurm SZ

Widnau, Rest. Rosengarten Sa, 16. Jun 18 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

Wangs, Parkhotel Wangs, Parkhotel/StVA Mels

Salez, Rheinhof Wangs, Parkhotel/StVA Mels

Am Sonntag, dem 24. Juni 2018, findet wiederum das Traktorengeschick­ lichkeitsfahren auf dem Gelände der Markthalle Rothenthurm statt. Das OK, bestehend aus dem Vorstand des Verbands für Landtechnik Sektion Schwyz/Uri und dem Traktoren-Oldtimer-Team, freut sich, einen gelunge­ nen Anlass durchzuführen. Die Vorbereitungen durch den VTL Sektion Schwyz/Uri laufen bereits schon wieder auf Hochtouren, um einen interes­ santen Parcours zu präsentieren. Um den aus neun Posten bestehenden Parcours erfolgreich bewältigen zu können, braucht man viel Fingerspitzen­ gefühl, man sollte jedoch auch locker bleiben und nicht in Hektik verfallen. Das Traktorengeschicklichkeitsfahren wird in drei Kategorien ausgetragen: Junioren 14 bis 17 Jahre, Herren ab 18 Jahre und Damen. Einzige Teilnah­ mebedingung ist eine bestandene Traktorenprüfung. Neben dem fahreri­ schen Können werden auch landwirtschafts- und strassenverkehrstechni­ sche Fragen gestellt. Sie sollen den Sinn für die Sicherheit im landwirt­ schaftlichen Strassenverkehr schärfen. Anmeldungen sind vor Ort bis 13 Uhr möglich, die Rangverkündigung fin­ det um etwa 17 Uhr statt.


Sektionen | SVLT

Die Festwirtschaft wird vom Traktoren-Oldtimer-Team geführt. Für die kleinen Gäste ist ein Spielplatz organisiert.

Theoriekurse Kategorie F/G Im Theoriekurs Kat. F/G werden die Grundlagen aufgezeigt und erklärt. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Lenken von landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen bis 30 km/h. Siehe auch www.fahrkurse.ch

Oliver Zehnder und Roman Bamert sind für den anspruchsvollen Maschinenparcours zuständig.

AG

TG 14. Traktoren­geschicklichkeitsfahren Sonntag, 3. Juni 2018, ab 8.30 Uhr, am Arenenbergertag Bereits sind vier Jahre seit dem Traktorengeschicklichkeitsfahren am Arenenberg vergangen. Die diesjährige Austragung findet wiederum im Rahmen vom Arenenbergertag am Sonntag, 3. Juni 2018, statt und wird von der Kommission Landtechnik des VTL durchgeführt. Durch das weitere Rahmenprogramm mit diversen Festwirtschaften und einem abwechslungsreichen Unterhaltungsprogramm wird der Anlass für die Besucher besonders attraktiv sein. Gestartet wird am Sonntag, 3. Juni, ab 8.30 Uhr. Anmeldungen werden bis 15 Uhr entgegengenommen. Die Teilnehmer werden in die Kategorien Damen, Jugendliche (bis 18 Jahre) und Herren (über 18 Jahre) eingeteilt. Die Rangverkündigung findet um 18 Uhr statt. Die Posten des Thurgauer Geschicklichkeitsfahrens 2018 umfassen die folgenden Aufgaben: 1. Wasserspiel mit Hoflader, 2. Rondell mit Traktor, 3. Kugelspiel mit Traktor, 4. Stromdraht mit Hoflader, 5. Harassen stapeln mit Tele­ skoplader, 6. Wippe mit Traktor, 7. Reaktionstest mit fallenden Stäben, 8. Verkehrsvorschriften – Theorie. Weitere Details stehen auf dem Flyer in der Beilage oder auf der Website www.tvlt.ch. Die VTL \ Kommission Landtechnik würde sich freuen, viel Publikum am Thurgauer Traktorengeschicklichkeitsfahren begrüssen zu dürfen.

BL, BS Kursorte und -daten: Vorkurs Ebenrain, Sissach: 30. Mai, 13.30 Uhr; Prüfung (MFP Münchenstein): 17. Nov. 2018, 9.00 Uhr Kontakt: Marcel Itin, 076 416 27 13, marcelitin@gmx.ch BE Kontakt: Peter Gerber, 031 879 17 45, Hardhof 633, 3054 Schüpfen, www.bvlt.ch FR Kontakt: FVLT, Samuel Reinhard, route de Grangeneuve 31, 1725 Posieux, samuel.reinhard@fr.ch, 026 305 58 49 GR Kursorte: Landquart, Ilanz, Thusis, Scuol, Samedan Kontakt: Luzia Föhn, 081 322 26 43, 7302 Landquart, foehn@ilnet.ch, www.svlt-gr.ch NE Kontakt: M. Bernard Tschanz, chemin du Biolet, 2042 Valangin, bernardtschanz@net2000.ch SG, AI, AR, GL Kontakt: Hans Popp, 071 845 12 40, Karrersholz 963, 9323 Steinach, hanspopp@bluewin.ch SH Kontakt: VLT-SH, Geschäftsstelle, Martin Müller, Haldenhof 286, 8213 Neunkirch, 079 656 74 58, www.vlt-sh.ch

Pflanzenschutzgeräteprüfung Feldbau 2018 Ort Firma Engishofen Oliver Engeli, Lerchenhof Diessenhofen Urban Dörig, St. Katharinental Kradolf Hans Felber, Austrasse Arenenberg BBZ, Landwirtschaftsbetrieb

Kursorte und -daten: Do, 30.08./06.09.18 Muri Im Roos, 18.30 Uhr; Do, 15./22.11.18 Riniken SVLT, 18.30 Uhr; Do, 21./28.02.19 Gränichen Liebegg, 18.30 Uhr; Do, 02./09.05.19 Frick FIBL, 18.30 Uhr Kontakt: Yvonne Vögeli, Strohegg 9, 5103 Wildegg, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch (auch kurzfristige Anmeldungen möglich)

SO Kontakt: Beat Ochsenbein, 032 614 44 57, ochsebeis@bluewin.ch

Datum Do, 31. Mai 2018 Mi, 6. Juni 2018 Mo, 11. Juni 2018 Do, 14. Juni 2018

Alle Geräte, welche 2014 letztmals geprüft wurden und 2018 weiter im Einsatz stehen, müssen geprüft werden, auch Geräte von Biobetrieben.

Arenenberger Ackerbautreff Betrieb Brunnegg Tägerwilen, 8. Juni 2018, ab 9.30 Uhr Auf dem Betrieb Brunnegg Tägerwilen findet am Freitag, 8. Juni 2018, der Arenenberger Ackerbautreff statt. Beginn ist um 9.30 Uhr, um 11.45 Uhr gibt es Wurst und Brot, um 13 Uhr ist Ende der Veranstaltung. Das Thema lautet: Anbauverfahren Zuckerrüben und Unkrautbekämpfung im Mais.

SZ, UR Kontakt: Florian Kälin, Geschäftsstelle VLT Schwyz und Uri, 055 412 68 63, 079 689 81 87, info@glarnernbeef.ch TG Kursort: Bürglen: 25. August/8. September Kontakt: VTL/Landtechnik, Markus Koller, 071 966 22 43, Weierhofstrasse 9, 9542 Münchwilen VD Kursort: Oulens-sous-Echallens. Kursdaten: Juni 2018, Oktober 2018 Kontakt: ASETA-Section vaudoise, Virginie Bugnon, chemin de Bon-Boccard, 1162 Saint-Prex, v.bugnon@bluewin.ch ZG Kontakt: Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch ZH Kursorte: Strickhof, Lindau. Kursdaten: 9. Juni 2018, 22. Sept. 2018 und 17. Nov. 2018, je 9.30–15.30 Uhr Kontakt: SVLT ZH, Eschikon 21, 058 105 98 22, Postfach, 8315 Lindau, www.svlt-zh.ch

5 2018 Schweizer Landtechnik

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SVLT | Vorstand

Schritte in die richtige Richtung Fast sehnsüchtig und seit langem wurde sie erwartet, Mitte Januar dann gestartet und nun Ende April abgeschlossen: Die Rede ist von der Vernehmlassung zur Änderung der technischen Anforderungen und der Zulassungsprüfung von Strassenfahrzeugen (VTS). Der Vorstand des SVLT hat sich an diesem Prozess beteiligt und aktiv eingebracht. Roman Engeler Der Bundesrat hat am 17. Januar 2018 die geänderte Verordnung über die techni­ schen Anforderungen an Strassenfahr­ zeuge – kurz VTS – in die Vernehmlas­ sung geschickt und interessierte Orga­ nisationen, Verbände und Parteien gebeten, sich bis zum 25. April dazu zu äussern. Für die Landwirtschaft im Zent­ rum steht dabei die Frage, wie die neuen EU-Bremsvorschriften in der Schweiz kon­ kret umgesetzt werden sollen. Weiter ist von Interesse, ob eine Anpassung der zu­ lässigen Länge von vorne angebrachten Arbeitsgeräten (vorderer Überhang an Traktoren) angedacht ist.

Ausgangslage Die EU hat die technischen Vorschriften für land- und forstwirtschaftliche Fahr­ zeuge erneuert und auf den 1.1.2018 in Kraft gesetzt. Gemäss den Abkommen mit der EU hat sich die Schweiz verpflich­ tet, diese Fahrzeuge auch bei uns zuzu­ lassen. Die neuen Vorschriften beinhalten insbesondere höhere Anforderungen an die Bremssysteme und weichen von den geltenden Schweizer Bau- und Ausrüs­ tungsvorschriften ab. Um technische Handelshemmnisse künf­ tig zu vermeiden, muss die bestehende VTS-Verordnung ans neue EU-Recht an­ gepasst werden. Damit auch in Zukunft bereits in Verkehr stehende Schweizer Fahrzeuge mit EU-Fahrzeugen zusam­ mengekuppelt und sicher betrieben wer­ den können, müssen insbesondere die Bremsanlagen und Anhängerkupplungen aufeinander abgestimmt sein. Weiter sind im Entwurf der neuen VTS-Bestimmun­ gen Änderungen bei der Fahrzeugkont­ rolle durch die Strassenverkehrsämter und bei den Abgasvorschriften (gemäss EU-Recht) vorgesehen.

Generelle Haltung des SVLT Der Vorstand des Schweizerischen Ver­ bands für Landtechnik (SVLT) hat diese Vernehmlassung in seiner April-Sitzung behandelt, die Änderungen eingehend 68

Schweizer Landtechnik 5 2018

In Ergänzung zu einem Zweileiter-Bremssystem soll die hydraulische Einleiter-Bremse weiterhin erlaubt sein, damit der Betrieb bestehender Anhänger auch in Zukunft möglich ist. Bild: M. Abderhalden

ten. Bis dahin ist ein solcher Anschluss, zusätzlich zum Zweileiter-Bremssystem, aber zulässig. In der Schweiz soll ein solcher Anschluss aber ohne zeitliche Begrenzung als Zu­ satzausrüstung erlaubt bleiben, wenn be­ reits ein EU-konformes Zweileiter-Brems­ system auf dem Fahrzeug verbaut ist. Das heisst, die Einleiter-Bremse ist traktorsei­ tig noch als zusätzliche, nicht aber wie heute als alleinige Anhängerbremssteue­ rung zulässig. Damit soll die Verfügbar­ Die Bremsen keit von geeigneten und korrekt abge­ Die für die Landwirtschaft wohl wichtigs­ stimmten Zugfahrzeugen für den Betrieb te Veränderung betrifft die Anhängerder bestehenden Anhänger auch in Zu­ Bremsen. Aufgrund der zahlreichen Än­ kunft sichergestellt bleiben. derungen und auch zur Verbesserung der Der SVLT schliesst sich dieser Meinung an Übersichtlichkeit wurde der entsprechen­ und unterstützt die zeitlich unbefristete de Abschnitt in der neuen VTS-Verord­ Möglichkeit, zusätzlich ein hydraulisches nung fast komplett neu gefasst. Einleiter-System einbauen zu können. Ob Bekanntlich müssen die ab 1.1.2018 ge­ bauten Traktoren über ein Zweileiter-­ dies dann bereits ab Werk geschehen Bremssystem verfügen – entweder hy­ kann/darf oder in der Schweiz zusätzlich draulisch oder pneumatisch. In der EU soll nachgerüstet werden muss, wird sich wei­ es den Herstellern ab 2021 verboten sein, sen. Auch in der EU ist zu dieser Thematik Traktoren ab Werk mit einem hydrauli­ übrigens das letzte Wort anscheinend schen Einleiter-Bremsanschluss auszurüs­ noch nicht gesprochen. Es laufen derzeit studiert und auch diskutiert, sich im Vor­ feld mit den Mitgliedern in der Arbeits­ gruppe «Landwirtschaftlicher Strassenver­ kehr» abgesprochen und den Fragebogen zu den insgesamt 67 Fragestellungen aus­ gefüllt. Generell liess sich der Vorstand von der Maxime leiten, sich für die «grösstmögliche Freiheit» einzusetzen und möglichst keine zusätzlichen Aufla­ gen einzuführen.


Vorstand | SVLT

Verhandlungen, diese zeitliche Unbeschränktheit ebenfalls zu ermöglichen.

bremse nicht streichen. Jedoch sollte dann die gesamte Anhängelast auf 8 t beschränkt bleiben.

Ein oder zwei Anhänger? Für 30-km/h-Traktoren ohne Anhängerbremse soll die maximal zulässige Anhängelast neu 8 t betragen (anstatt 6 t wie heute). Die Anhängelastwerte der Traktoren werden damit an die EU-Vorschriften für Anhänger mit Auflaufbremsen angeglichen. Auch die Anhängelast für ungebremste Anhänger wird mit dem EU-Recht harmonisiert. Die Zulassungsbehörden werden angehalten, die jeweils zulässigen Werte als differenzierte Anhängelast im Fahrzeugausweis einzutragen. In diesem Zusammenhang wurde in der Arbeitsgruppe «Landwirtschaftlicher Strassenverkehr» auch diskutiert, ob es weiterhin erlaubt sein soll, dass man zwei Anhänger, somit zweimal 8 t anhängen darf, oder ob man dies nicht auf einen Anhänger mit maximal 8 t Gesamtgewicht beschränken müsste. Der Vorstand des SVLT begrüsst die Erhöhung auf 8 t, möchte aber gleichzeitig die Möglichkeit zwei Anhänger mit Auflauf-

Vorderer Überhang Neu soll ein unbegrenzter vorderer Überhang – also von mehr als 4 m – zulässig sein, wenn ein geprüftes Kamera-Monitor-System aufgebaut ist. Aber die Gesamtlänge des Fahrzeugs von 12 m sowie die Tragfähigkeiten von Vorderachse, Felgen und Reifen dürfen weiterhin nicht überschritten werden. Zu Diskussionen innerhalb der Branche führte die Frage, um welche Distanz vom vordersten Punkt Seitenblickspiegel – für sie soll weiterhin die bestehende Regelung gelten – und Kamera maximal entfernt sein dürfen. Der Vorstand des SVLT hat sich dafür ausgesprochen, dass man diese zwar möglichst weit vorne, aber doch bis maximal 2,50 m zurückversetzt montieren darf.

Stützlasten Landwirtschaftliche Anhänger mit Zugkugelkupplungen dürfen gemäss EU-Recht bis 4 t Stützlast auf das Zugfahrzeug

Die Nutz-/Stützlast-Beschränkung bei gewerblichen Traktoren soll aufgehoben werden. Bild: R. Engeler

übertragen. Diese Stützlast fällt als Nutzlast an. Das gilt auch bei der gewerblichen Zulassung (weisses Kontrollschild). Ist das Zugfahrzeug ein gewerblicher Traktor und hat dieser eine Ladefläche, wird die Nutzlast heute auf 3 t begrenzt, weshalb die Stützlast von 4 t und damit auch die Kapazität des Anhängers nicht ausgenutzt werden kann. In der Vernehmlassung wurde deshalb die Frage aufgeworfen, ob man bei gewerblichen Traktoren künftig auf eine Nutzlastbeschränkung verzichten soll. Damit könnte einem Anliegen inländischer Hersteller gewerblicher Traktoren und Marktbedürfnissen Rechnung getragen werden. In dieser Frage hat sich der SVLT-Vorstand dafür ausgesprochen, dass gewerblichen Traktoren keine Nutzlastbeschränkung mehr auferlegt wird.

Zulassung direkt importierter Fahrzeuge

Die Begrenzungen beim vorderen Überhang sollen wegfallen. Ab 4 m Überhang muss dann aber ein geprüftes Kamera-Monitor-System eingebaut sein. Bild: Fliegl

Kurz zusammengefasst Der Vorstand des SVLT ist im Rahmen der VTS-Vernehmlassung der Meinung, • dass ein hydraulisches Einleiter-Bremssystem zusätzlich zu einem Zweileiter-Bremssystem auf unbestimmte Zeit betrieben werden darf, • dass weiterhin zwei Anhänger (30 km/h) mit Auflaufbremse, aber mit maximal 8 t Gesamtgewicht angehängt werden dürfen, • dass ein unbegrenzter vorderer Überhang, ab 4 m aber mit einem Kamera-Monitor-­ System ergänzt und unter Einhaltung von Achslasten sowie Tragfähigkeit von Felgen und Reifen, erlaubt werden soll, • dass die Stützlasten für gewerblich eingelöste Traktoren keine Beschränkung mehr aufweisen müssen und • dass man die rein administrative Zulassung von selbst importierten Fahrzeugen nicht zulassen soll.

Bei neuen Fahrzeugen (nicht älter als ein Jahr, weniger als 2000 km und in der EU typgenehmigt) soll die Zulassung bei den Kantonen nur noch administrativ erfolgen können. Ein Fahrzeugbesitzer müsse demzufolge für die Zulassung der zuständigen Behörde die Übereinstimmungsbescheinigung (CoC), den Versicherungsnachweis und ein vom Zoll abgestempeltes Formular zukommen lassen. Von der vereinfachten Zulassung sollen auch Fahrzeuge mit einer schweizerischen Typengenehmigung oder mit einem schweizerischen Datenblatt profitieren können. Weiter wird die Delegationsmöglichkeit der Kantone für die Prüfung vor der Zulassung erweitert auf alle Fahrzeugarten. Zudem soll den Kantonen die Möglichkeit gegeben werden, auch Nachprüfungen von melde- und prüfpflichtigen Änderungen zu delegieren. In diesen Fragen hat sich der Vorstand des SVLT gegen die Neuerung ausgesprochen. Man befürchtet, dass man so vor allem dem Betrug Tür und Tor öffnet. 5 2018 Schweizer Landtechnik

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SVLT | Porträt

Gelbe Küken und feste Kartoffeln Unweit des neuen Pouletmaststalls von Bernard Nicod im waadtländischen Granges-près-Marnand befindet sich an der Fassade des 2003 erbauten Molkereigebäudes das grossflächige Porträt der Ahnen der Herstellerfamilie des Maréchal-Käses. Dieses Beispiel eines Unternehmens, das aus der Zusammenarbeit zwischen Milchproduzenten und einem Käser entstand, war ein roter Faden für Bernard Nicod, eine Lebensphilosophie, von der er sich in der Zeit seiner Milchproduktion inspirieren liess, um seinen vielen Verpflichtungen in verschiedenen Berufsorganisationen nachzukommen und die Umorientierungen seines Betriebes sowie den bevorstehenden Generationswechsel in die Wege zu leiten. Der Hufschmied («le maréchal-ferrant») ist ein Inbegriff traditionellen Handwerks. Der Maréchal-Käse ist es ebenso: ein Premium-Produkt, das sich von industrieller Massenware in Qualität und Geschmack abhebt. Auf genossenschaftlicher Basis wird der «Maréchal» produziert und vermarktet, mit durchschlagendem Erfolg. Heute liefern 15 Waadtländer und Freiburger Bauern die Milch für jährlich rund 400 Tonnen Käse, der bis nach Übersee vertrieben wird. Bernard Nicod mit Jahrgang 1962 wehrt ab, spricht man ihn auf diesen Erfolg an, der ja nur eine der Facetten seines bäuerlichen Wirkens darstelle. Er steht jedoch beispielhaft dafür, wie der kluge und querdenkende Mann alle Für und Wider sorgsam abwägt – und den richtigen Entscheid trifft. Hilfreich erweist sich ihm, das gesteht er gerne ein, sein Mitwirken in obersten Positionen bäuerlicher Organisationen: Der ehemalige Infanteriebataillons-Kommandant war bis vor wenigen Jahren Staatsvertreter der Landwirtschaftskammer Kanton Waadt, 14 Jahre lang Vorstandsmitglied des Schweizer Bauernverbandes und in weiteren schweizerischen und regionalen Organisation tätig. Seine Zweisprachigkeit erwarb er sich hauptsächlich an der Landwirtschaftsschule in Zollikofen; in seiner Klasse sass auch Werner Salzmann, Nationalrat. In den SVLT-Vorstand gelangte er an der Delegiertenversammlung 2011, nachdem ihn Michel Lugeon als Nachfolger für Joseph Meyer gewinnen konnte; seit der DV 2016 ist er Vizepräsident. Warum dieses erneute Engagement? «Ich bin sehr an der produzierenden Landwirtschaft interessiert und glaube daran, dass sie auch unter den heutigen Bedingungen weiter produzieren kann», sagt er. «Im Verband setze ich mich erstens für die technische Weiterbildung, zweitens für die Information sowie Orientierung seiner Mitglieder und drittens für die effiziente und glaubwürdige Interessensvertretung ein, die wir nie aus den Augen verlieren dürfen.» Jahrzehntelange Einsätze an vorderster Front zugunsten der schweizerischen Landwirtschaft: Geht das auf Kosten des eigenen Betriebs? Fehl­ anzeige! Diesen Juni werden im neuen Pouletmaststall mit Bodenheizung die ersten 10 000 Küken aufgezogen. Und in der Schublade steckt bereits der Plan für den Umbau der Tabakscheune für einen Aufzuchtstall für Milchkühe. Ja, Nicods waren seit Grossvaters Zeiten Tabakproduzenten mit Anbaufläche von jeweils rund dreieinhalb Hektaren und einer Trocknerei, bis 2015, als er zugleich die Milchproduktion einstellte, die er seit Ende der Neunziger Jahre mit einem Kollegen in Kuhhaltungsgemeinschaft betrieb. Er hat auch die Produktion von Premium-­Kartoffeln, unter anderem der Sorte «Amandine», auf 15 ha erweitert; im extrem wasserarmen, aber fruchtbaren Broyetal werden solche Kulturen bewässert. Aufgezeichnet von Dominik Senn

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Schweizer Landtechnik 5 2018


Kurse | SVLT

Aus- und Weiterbildungskurse des SVLT Kursorte G40

Die G40-Fahrkurse 2018

1260 *Nyon VD 1315 *La Sarraz VD 1510 *Moudon VD 1562 *Corcelles-près-Payerne VD 1630 **Bulle FR 1786 **Sugiez FR 1920 *Martigny VS 1964 *Conthey VS 2208 *Les Hauts-Geneveys NE 2720 *Tramelan BE 2852 *Courtételle JU 3186 Düdingen FR 3250 Lyss BE 3270 Aarberg BE 3421 Lyssach BE 3510 Konolfingen BE 3550 Langnau i. E. BE 3792 Saanen BE 3800 Interlaken BE 3818 Grindelwald BE 3930 Visp VS 4222 Zwingen BL 4415 Lausen BL 4538 Oberbipp BE 4702 Oensingen SO 5040 Schöftland AG 5505 Brunegg AG 6056 Kägiswil OW

6130 Willisau LU 6210 Sursee LU 6276 Hohenrain LU 6430 Schwyz SZ 6472 Erstfeld UR 6702 ***Claro TI 7130 Ilanz GR 7302 Landquart GR 7430 Thusis GR 7524 Zuoz GR 7550 Scuol GR 8180 Bülach ZH 8200 Schaffhausen SH 8315 Lindau ZH 8460 Marthalen ZH 8500 Frauenfeld TG 8836 Biberbrugg SZ 8856 Tuggen SZ 8867 Niederurnen GL 8932 Mettmenstetten ZH 9133 Sitterdorf TG 8625 Gossau ZH 9436 Balgach SG 9465 Salez SG 9602 Bazenheid SG * Sprache Französisch ** Sprache Deutsch u. Französisch ** *Sprache Italienisch

Video zu den «G40»-Fahrkursen Weitere Filme zu landtechnisch interessanten Themen auf unserem YouTube-­Kanal «Schweizer Landtechnik».

Mit dem Führerausweis Kat. G und erfolgreich absolviertem Fahrkurs G40 können landwirtschaftliche Ausnahmefahrzeuge und Landwirtschaftstraktoren sowie gewerblich immatrikulierte Traktoren mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 40 km/h auf landwirtschaftlichen Fahrten gelenkt werden. Der Traktorkurs G40 des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik ist vom Bundesamt für Strassen, ASTRA, anerkannt und wird im Führerausweis eingetragen. Mehr Informationen: www.fahrkurse.ch.

CZV – Weiterbildungskurse

Kursort: Riniken AG

Kursart Kursdatum Erste Hilfe im Strassenverkehr, Deutsch

02.08.2018

ARV1 / Digitaler Fahrtenschreiber, Deutsch

03.08.2018

Ladungssicherung, Deutsch

16.11.2018

Moderne Fahrzeugtechnik, Deutsch

15.12.2018

Hebegerätekurse Suva-anerkannt: Gegengewichts- und Teleskopstaplerkurs; Instruktion Hoflader

Kursort und Sprache

Kurstag 1

Rümlang ZH, Deutsch

auf Anfrage ­auf Anfrage

Kurstag 2

Goldach SG, Deutsch

auf Anfrage

auf Anfrage

Chavornay VD, Französisch

01.10.2018

02.10.2018

Chavornay VD, Französisch

04.10.2018

05.10.2018

Oberbipp BE, Deutsch

25.10.2018

26.10.2018

Oberbipp BE, Deutsch

29.10.2018

30.10.2018

Schweisskurse

Kursort: Riniken AG

Kursart Kursdaten Informationen und Auskünfte: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch 056 462 32 00 oder zs@agrartechnik.ch

Lichtbogen-Handschweissen (E-Hand), Deutsch

15./16.10.2018

Metall-Schutzgasschweissen (MAG/MIG), Deutsch

18./19.10.2018

Wolfram-Schutzgasschweissen (TIG), Deutsch

01./02.11.2018

Impressum 80. Jahrgang www.agrartechnik.ch Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik SVLT NR Werner Salzmann, Präsident Aldo Rui, Direktor Redaktion Tel. 056 462 32 00 Roman Engeler: roman.engeler@agrartechnik.ch Heinz Röthlisberger: heinz.roethlisberger@agrartechnik.ch Dominik Senn: dominik.senn@agrartechnik.ch Ruedi Hunger: hungerr@bluewin.ch Ruedi Burkhalter: r.burkhalter@agrartechnik.ch Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01 www.agrartechnik.ch

Verlagsleitung Dr. Roman Engeler, Postfach, 5223 Riniken Tel. 079 207 84 29 roman.engeler@agrartechnik.ch Inserate/Anzeigen Alex Reimann Anzeigen-Verkauf Tel. 062 877 18 50 / 079 607 46 59 inserate@agrartechnik.ch Anzeigentarif Es gilt der Tarif 2018. Kombinationsrabatt bei gleichzeitigem Erscheinen in «Technique Agricole» Herstellung und Spedition AVD GOLDACH AG, Sulzstrasse 10–12, 9403 Goldach Erscheinungsweise 11-mal jährlich

Abonnementspreise Inland: jährlich CHF 110.– (inkl. MwSt.) SVLT-Mitglieder gratis Ausland: CHF 135.– (exkl. MwSt.)

Nächste Ausgabe Schwerpunkt: Spezialkulturen Wissen: Hydrauliksystem mit Gefühl Management: Kompromissdruck oder Druck regeln? Passion: Traktoren im Dienste der CH-Armee

Nr. 6–7/2018 erscheint am 14. Juni 2018 Anzeigenschluss: 1. Juni 2018

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