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Schweizer Landtechnik

M채rz 2013


FIRESTONE LANDWIRTSCHAFTSREIFEN

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Im Frühjahr muss er sIch auF seIne maschInen verlassen können. Im sommer auch. und Im herbst erst recht.

Hanspeter Ryser, Lohnunternehmer, Richenthal

Was meInen sIe, WIeso schWört er auF uns? Lohnunternehmer Hanspeter Ryser aus Richenthal weiss: Nicht nur schlechtes Wetter kann ihn daran hindern, sein Bestes zu geben. Sondern auch eine Landwirtschaftsmaschine, die nicht auf Knopfdruck einsatzbereit ist. Ganz egal, wie viele Wintermonate sie in der Garage stand. Und ganz egal auch, wie viele Stunden sie bereits im Einsatz ist. Immer volle Leistung bringen wollen – dafür steht auch MOTOREX. Und ist darum für Hanspeter Ryser genau der richtige Partner. Erfahren Sie mehr darüber, wie unsere Oele Unternehmer aus den verschiedensten Bereichen dabei unterstützen, ihr Bestes zu geben: www.motorex.com

Unbenannt-1 1

25.01.12 13:19


Editorial • Inhalt März 2013   n

Editorial

Ueli Zweifel

n Markt 4 Aktuelle Meldungen 7 Neue Traktoren an der SIMA 11 Breites Maschinenspektrum bei der Einzelkornsaat 17 Über 100 Klauenstände zur Auswahl

11

Das Richtige zum richtigen Moment ... ... habe er gesagt. So heisst es in den Dankesworten für den Solothurner Konrad Flury, den die Jahresversammlung von Lohnunternehmer Schweiz nach seinem Rücktritt aus dem Vorstand zum Ehrenmitglied ernannt hat. Aus Anlass des zehnten Geburtstags sind die Lohnunternehmer am Gründungsort der Organisation bei Motorex in Langenthal zusammengekommen. Die Schweizer Landtechnik wird darüber in der nächsten Ausgabe berichten. Das Richtige am richtigen Ort sagen und tun ist gewiss eine weise Devise. Sie taugt gewiss auch zur Lösung von Managementfragen. In diesem Sinn will die vorliegende Ausgabe zum Nachdenken anregen und Entscheidungshilfen geben. Sie tut dies bei verfahrenstechnischen Fragestellungen, wenn es darum geht, neue Wege bei der Einzelkornsätechnik zu gehen oder trotz Zeitersparnis die Boden­bearbeitung zu optimieren (siehe unsere Rubrik «Management»). Auch sind unsere ausführlichen Marktübersichten zu Einzelkornsätechnik und Klauenständen wichtige Hilfsmittel, zukunftsgerichtet Entscheide zu treffen. Investitionen in neue Landmaschinen setzen Investitionen in neue Traktoren voraus. In diesem Zusammenhang sind die neuen Modelle, die in Paris ausgestellt worden sind, umso mehr von Interesse, als diese den Bereich zwischen 150 und 200 PS abdecken. Rubrik «Markt | Neuheiten».

n

Impression

28

Fahrbericht John Deere 6190R

n

Wissen

31 37

Traktoren: der Durchblick bei den Leistungsangaben Technik für die Express-Saat

n

Management

40 42

Sätechnik: Wege zum Ziel Günstig grubbern dank Schnellwechselscharen

n

Plattform

46 Viermal CTF in Europa 50 Interview mit Jürg Minger, SLV-Präsident 52 Traktorenstatistik und Umfrage 56 Fachmesse mit Schwerpunkt Nutztierhaltung

46 n Sicherheit 57 58

Maissaat und Verkehrssicherheit Sichere Lagerung von ­P flanzenschutzmitteln

n

Passion

60

70 Jahre Same-Erfolgsstory

n SVLT 63 G40 64 Werkstattkurse 65 CZV-Kurse 66 Generalversammlungen 68 Sektionsnachrichten 70

Impressum

ART-Bericht 761

71

Controlled Traffic Farming

Ausgabe Nr. 4 erscheint am 11. April 2013 Titelbild: Claas Axion 800 unter den gefeierten Neuheiten in Paris

(Foto: Ueli Zweifel )

3 2013  Schweizer Landtechnik

3


n  Markt | Aktuelles

Krone und Achshersteller Gigant ­bündeln Kräfte Der Achsenhersteller Gigant Trenkamp & Gehle GmbH und die Krone-Gruppe haben beschlos­ sen, ihre langjährige gute Zusammenarbeit zu intensivieren sowie die Kompetenz der – künftig als Unternehmen der Krone-Gruppe agierenden – Gigant Trenkamp & Gehle GmbH im Bereich der Achsenfertigung zur Entwicklung innovativer Fahrwerkskonzepte für Kronelandmaschinen und -Nutzfahrzeuge zu nutzen. Darüber hinaus wollen die Unternehmen Synergien in den Bereichen Einkauf, Fertigung und Service erreichen. Trenkamp & Gehle (mit Sitz in Dinklage) ist ein mittelständisches Familienunternehmen, das seit über 60 Jahren erfolgreich im Nutzfahrzeugmarkt agiert; seit mehr als 40 Jahren liefert Gigant Aggregate für den Nutzfahrzeugbereich von Krone. Das Produktprogramm reicht von leichten Achsen mit Achslasten von 5,5 bis 7,0 Tonnen bis hin zu Schwerlast- und Tiefladerachsen. Diese Achsen sind aufgrund ihrer robusten Konstruktion und Bauart auch für den Einsatz in der Land­ wirtschaft bestens geeignet. Für Standardsattelauflieger im Nutzfahrzeugbereich bietet Tren­ kamp & Gehle bereits heute die besonders leichte und wartungsarme Euroachse mit Scheibenund Trommelbremse sowie Kompaktlager an. Dank Technologie- und Qualitätsführerschaft gehört Krone zu den führenden Herstellern im Landtechnik- und Nutzfahrzeugbereich. Aktuell sind weltweit rund 3000 Mitarbeiter in der Krone-Gruppe beschäftigt; diese erwirtschafteten im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von knapp 1,4 Mrd. Euro. (zVg)

Kuhn Feldspritzen neu mit pneumatischen Düsenventilen Neu bietet Kuhn auf sämtlichen Alu­ miniumspritzgestängen ein Umlauf­ system mit pneumatischer Zu- und Abschaltung der Düsenventile an, teilte das Kuhn Center Schweiz in Niederweningen mit. Das Spritzmittel zirkuliert in den gross dimensionierten Ringleitungen aus Edel­ stahl. Das Ein- und Ausschalten der Teil­ breiten erfolgt über pneumatische Dü­ senventile direkt oberhalb der jeweiligen Düse mittels Druckluftimpuls. Jede Teil­ breite wird von einem Elektropneumatik­ ventil gesteuert. Gegenüber anderen Umlaufsystemen bietet die kontinuierli­ che Zirkulation eine hundertprozentige Umwälzung der Spritzbrühe auch bei geschlossenen Teilbreiten. Die Verbin­ dung der Ringleitung direkt über die

Pumpe und den Haupttank garantiert die einwandfreie und permanente Mischung des Spritzmittels. In der praktischen Anwendung werden die Vorteile der pneumatischen Düsen­ schaltung ersichtlich: Der Düsenstrahl baut sich vom ersten Moment des Ein­ schaltens auf und garantiert eine tadello­ se Applikation bereits bei Arbeitsbeginn. Beim Abschalten der Teilbreite wird die Spritzmittelzufuhr zur Düse schlagartig und ohne vorherigen Druckabfall abge­ schaltet, es gibt kein Nachtropfen der Düse. Eine permanente Zirkulation in der Ring­ leitung verhindert das Absetzen des Wirkstoffes bei pulverförmigen oder schwer löslichen Produkten. Es hat kein Restwasser in der Leitung bei Spritzbe­ ginn. (pd)

Der Prototyp des Kuhstallroboters gleicht einem Staubsauger. (Werkbild)

Entmistungsroboter für den Kuhstall Ein von österreichischen Forschern entwickelter Roboter reinigt Kuh­ ställe von Mist. Die Maschine könnte insbesondere im Kampf gegen Klau­ enkrankheiten eine wichtige Rolle spielen. Zurzeit laufen die Tests des Prototyps. Optisch ähnelt der in Österreich entwi­ ckelte Roboter ENRO einem überdimen­ sio­nierten Staubsauger. Die mobile Ma­ schine übernimmt ihren Routenplan via WLAN und bewegt sich selbstständig durch die Gänge des Kuhstalls. Der Mist wird mittels «Gummilippen» zur Seite geschoben. Der Stallboden ist sauber und trocken. Der Roboter zur Reinigung von Kuhställen wurde von der Fachhochschule Oberös­ terreich in Wels in Kooperation mit der Firma Schauer Agrotronic GmbH mit Sitz in Prambachkirchen entwickelt. Zurzeit wird der Prototyp in ausgesuchten Land­ wirtschaftsbetrieben getestet. (pd)

Lieferanten-Höchstwertung «A» von AGCO Fendt für Trelleborg

Beim Kuhn-Deltis-1200 wird jede Teilbreite von einem Elektropneu­ matikventil gesteuert. (Werkbild)

4

3 2013  Schweizer Landtechnik

Trelleborg, weltweiter Entwickler und Lieferant von Reifen und Komplettradlösungen für die Landwirtschaft und die Transportfahrzeugindustrie, erhielt bei der AGCO-Fendt-Liefe­ rantenbewertung 2012 die Höchstwertung «A». Die Bewertung beurteilte Trelleborgs Gesamtleistung bezüglich Qualität, Service, Logistik und Engagement für die Umwelt. «Wir sind stolz, diese bedeutende Rückmeldung von einem unserer wichtigsten Partner zu erhalten», sagte Stefano Bettinelli, weltweiter Leiter der Erstausrüstung bei Trelleborg Wheel Systems, Landwirtschafts- und Forstreifen. «Das Ergebnis bestätigt, dass Trelleborg mit der Strategie, als Lieferant hervorragender Premium-Produkte und -Dienstleistungen für die Landwirtschaftsindustrie, die richtigen Prioritäten setzt.» (pd)


Aktuelles | Markt   n

Projektleiter Bernd Frieg (rechts) erklärt Regierungsrat Kaspar Schläpfer die Funktionsweise des Bohrkopfes. (Bild: RoMü)

Die Einzelkornsämaschine Tempo von Väderstad steht im Mittelpunkt der Tempo Demo Tour 2013 der Keller Technik AG. (Bild: zVg)

Tempo Demo Tour 2013 Keller Technik AG präsentiert im April die neue Einzelkornsämaschine Tempo von Väderstad an mehreren Vorführungen in der ganzen Schweiz. Die Väderstad-Tempo setzt neue Mass­ stäbe für Präzision bei hoher Geschwin­ digkeit. Mit der Tempo kann die Aussaat bei einer hohen Geschwindigkeit mit bisher unerreichter Präzision erfolgen. Das Ergebnis ist eine einmalige Kombi­ nation aus sehr guter Bestandesetablie­ rung und Leistung. Dies wird dank einer  einzigartigen Säeinheit erreicht, welche mit Druckluft arbeitet. Überzeu­ gen kann sich jedermann vor Ort an

einer der Vorführungen 2013. Die Tourdaten: Mittwoch, 10. April 2013, 16 Uhr, bei P. & M. Nüesch, Widnau SG Donnerstag, 11. April 2013, 16 Uhr, bei Dietiker, Felben TG Samstag, 13. April 2013, 14 Uhr, bei Na­ denbousch, Hindelbank BE Die Tourdaten in der Westschweiz sind unter 052 744 00 11 erhältlich. Zu sehen sind weitere Maschinen von Väderstad – wie der Grubber Cultus, die Sämaschine Rapid und die Kurzscheiben­ egge Carrier. Anfahrt und weitere Infos: Keller Technik AG, Nussbaumen, Telefon 052 744 00 11, www.keller-technik.ch

Transporter Zweiachsmäher im 2012 Im Jahr 2012 hat der Bestand mit 208 neu zugelassenen landwirtschaftlichen Transpor­ tern gegenüber 178 im Jahr 2011 um 16,9% zugenom­ men, zeigt die neuste Jahres­ statistik des Schweizerischen Landmaschinen-Verbandes. Ein gutes Händchen hatte Reform: Mit 114 verkauften ­ Transportern wurde die Vor­ jahreszahl um 42 überschrit­ ten. Caron setzte einen mehr ab, als im Vorjahr, während die übrigen Marken verloren. Auch bei den Zweiachsmä­ hern setzte sich die Nummer 2 Reform mit 144 verkauften Stück oder 11 Stück mehr als im Vorjahr gegenüber seinen Mitbewerbern ab. (ds)

Transpor­ ter

2010

2011

2012

«Veränderung 2011/2012»

Verände­ rung in %

Reform

87

72

114

42

58,3

Aebi

50

60

58

–2

–3,3

Lindner

27

23

21

–2

–8,7

Schiltrac

9

18

9

–9

–100,0

Caron

4

5

6

1

20,0

177

178

208

30

16,9

2010

2011

2012

«Veränderung 2011/2012»

Verände­ rung in %

Aebi

127

150

146

–4

–2,7

Reform

126

133

144

11

8,3

Total Zwei­ achsmäher

A. Carraro

27

44

39

–5

–11,4

BCS

8

11

4

–7

–63,6

Ferrari

2

0

2

2

200,0

Pasquali

5

1

1

0

0,0

295

339

336

–3

–0,9

Total

Geothermiewärme für Gemüseproduktion Mit dem Beginn der zweiten Bohrung auf dem Areal von Grob Gemüse in Schlattingen am Valentinstag kommt man dem Geothermieprojekt zur Wärmenutzung für die Gemüsepro­ duktion einen weiteren Schritt näher. «Wir haben die erste Bohrung abgerech­ net und dabei festgestellt, dass der Kos­ tenrahmen eingehalten werden konnte», führte Gemüseproduzent Hansjörg Grob aus. «Wir mussten auch die weitere Finanzierung absichern. Dabei hat uns ­ das Bundesamt für Energie, die Klima­ stiftung und auch der Kanton Thurgau unterstützt. All diese Gelder sind aber an  ­ Leistungen gebunden», so Grob abschliessend. «Wenn es die Energiewende geben soll, müssen wir uns gewaltig anstrengen. Deshalb ist für uns die Nutzung der Geo­ thermie einer der Wege», führte Regie­ rungsrat Kaspar Schläpfer aus. An die zweite Bohrung steuert der Kan­ ton Thurgau aus dem Energiefonds 837 000 Franken bei. Die zweite Bohrung wird rund 10  m neben der ersten abgesenkt. Nach rund 500 m wird dank modernster Bohrtech­ nologie von der vertikalen Abteufung in einen Bogen umgeschwenkt, welcher nach rund weiteren 750 m in der horizon­ talen Lage sein wird. Die Bohrung erreicht dabei eine Länge von rund 1800 m. Wenn es zur späteren Nutzung dieser Wärme über das Wasser kommt, wird dieses mit der erwarteten Temperatur von rund 62 °C aus der Bohrung mit einer Pumpe an die Oberfläche gefördert und dort einem Wärmetauscher zugeführt. Danach wird das nun durch die Nutzung auf 30 °C abgekühlte Wasser wieder über eine zweite Bohrung der entsprechenden Erdschicht zugeführt. (RoMü) 3 2013  Schweizer Landtechnik

5


n  Markt | Aktuelles

Grammer AG übernimmt tschechischen Kopfstützen-Hersteller Nectec Die Grammer AG in Amberg, führender Zulieferer für Automobilinterieur und Sitzsysteme, hat einen Kaufvertrag zur Übernahme der Nectec Automotive s.r.o. unterzeichnet. Das Unterneh­ men wurde 2008 von der Fehrer-Gruppe gegründet und hat sich bei Kopfstützensystemen in nur wenigen Jahren zu einem der führenden Anbieter in Europa entwickelt. Der Hauptsitz und Produktionsstandort von Nectec befindet sich in Ceska Lipa, Tschechien. Insgesamt beschäftigt Nectec rund 240 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von über 30 Mio. Euro. «Das Produktangebot und der Produktionsstandort von Nectec ergänzen unsere bestehende Unternehmensstruktur ideal. Mit der Übernahme bauen wir unser umsatzstärkstes Produktsegment weiter aus und untermauern unsere Marktposition im Segment Kopfstützen in Europa», sagte Verwaltungsratspräsident Hartmut Müller. Durch die Übernahme erhält Grammer auch den 50-prozentigen Anteil von Nectec s.r.o. an einem Joint Venture in China mit dem chinesischen Automobilzulieferer NingBo Jifeng. Dies unterstützt das geplante Wachstum von Grammer in dieser wichtigen Region und verbessert den strategischen Zugang sowohl zu internationalen als auch lokalen Automobilherstellern in China. Über den Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden. (so)

Mitas präsentiert erstmals in Europa den Super Flexion Tyre Mitas hat erstmals in Europa den Mitas Super Flexion Tyre (SFT) auf der SIMA in Paris präsentiert. Der Mitas SFT wurde für Traktoren der oberen Leistungsklasse ab 180  PS konzipiert. «Der SFT ist Mitas’ Antwort auf die Kom­ promissleistung eines Ein-Druck-Für-AlleImproved-Flexion-Reifens», sagt Andrew Mabin, Marketing und Sales-Direktor. «Er bietet die Flexibilität variablen Fülldrucks und eine der Anwendung optimal ange­ passte Leistung an.» Mitas stellt seit 2004 erfolgreich Conti­ nental-Landwirtschaftsreifen unter Lizenz her. Das SFT-Konzept ist sowohl für euro­ päische Erstausrüstungshersteller als auch für Landwirte attraktiv. Das Besondere am SFT sind seine bodenschonenden Ei­ genschaften. Der ausgestellte SFT hat die Dimension 900/60 R42 und hat vergli­ chen mit einem IF-Reifen gleicher Grösse

Der Mitas-SFT, wie er sich an der SIMA in Paris präsentierte. (Bild: Emil Houska)

6

3 2013  Schweizer Landtechnik

einen um 33% reduzierten Bodendruck. Die Aufstandsfläche dieses SFT beträgt 4800  cm2, er hat eine Nennlast von 8 Tonnen bei 65 km/h. Auf der SIMA präsentierte Mitas einige Reifengrössen zur Erweiterung der wich­ tigsten Reifenlinien für Traktoren, Mäh­ drescher und der Implement-Reifenreihe, zum Beispiel Continental CHO, SVT, HC70 und Mitas RD-03, AC70T, AC85 und Agriterra 03. Mit dem neuen 320/90 R54 Mitas AC85 erhöht sich die Auswahl der Grössen bei der Mitas-Pflegereifen­ serie auf 17. (pd)

Das unscheinbare b.Alert-Gerät setzt viertelstündlich eine Standortmeldung ab. (Bild: pd)

«Kassandra» sucht Schweizer Vertriebspartner Der belgische Telematik- und Sicherheits­ spezialist Kassandra in Brügge bringt seine intelligente Sicherheitslösung b.Alert auf den schweizerischen Markt. Für dieses kostengünstige Track-und-­ Trace-System speziell für Fahrzeuge, Lastwagen-Auflieger, Maschinen und Container sucht Kassandra Vertriebspart­ ner in der Schweiz. Wer wissen will, wo sich sein Eigentum befindet, und auch bei Einbruch oder Diebstahl aktiv benachrich­ tigt werden möchte, dem bietet b.Alert auf der internetbasierten deutschsprachi­ gen Plattform für sechs Franken monat­ lich inklusive aller Übermittlungsgebühren weit mehr als blosses Anzeigen des Standortes oder Nachverfolgen des zu­ rückgelegten Weges. Der Kaufpreis für das b.Alert-Connect-System beträgt im Einzelverkauf ca. 360 Franken (ohne Mehrwertsteuer). Dabei wird etwa alle 15 Minuten eine Meldung über den Standort abgesetzt. (pd)

Deutsche Landtechnikindustrie bricht alle Rekorde Mit einem neuen Spitzenwert hat die Landtechnikindustrie am Standort Deutschland das Jahr 2012 abgeschlossen. Die Hersteller von Traktoren und Landmaschinen erzielten laut VDMA Landtechnik einen Umsatz von 7,66 Milliarden Euro. Dies ist ein Zuwachs um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das jetzige Niveau übertrifft somit auch den bisheri­ gen Rekordwert von 2008 um zwei Prozentpunkte. Jeder zweite Traktor über 120 PS Die Produktion von Traktoren erreichte mit 59,213 Einheiten etwa das Niveau von 2011, der Umsatz stieg um 5 Prozent auf 3,56 Milliarden Euro. Jeder zweite Traktor aus deut­ scher Produktion wurde mit einer Motorleistung von mehr als 120 PS (90 kW) ausgestat­ tet. Die durchschnittliche Motorisierung stieg leicht auf 146 PS (107 kW). Über dem Ge­ samttrend lag die Umsatzentwicklung bei Grünfutter-Erntemaschinen, Geräten zur Bodenbearbeitung und Aussaat sowie im Bereich der Pflanzenschutztechnik. Derzeit sind die Hersteller für durchschnittlich drei Monate ausgelastet; das Auftragsvolu­ men entspricht dem des vorherigen Jahres. Aus diesem Grund rechnet der VDMA mit einer stabilen Umsatzentwicklung 2013. Die grössten Absatzmärkte sind nach wie vor Deutschland und Frankreich, gefolgt von Russland. (vdma)


Neuheiten | Markt   n

Neue Baureihe Axion 800 von Claas mit Motoren von Fiat Powertrain (FTP). (Bilder: zVg)

Axion 800 füllt die Lücke Er wurde mit Spannung erwartet, der neue Axion 800 von Claas. Wird er weiterhin einen Motor von DPS haben oder kommen wie beim grösseren Axion 900 Aggregate von FPT zur Anwendung? Und kommt Claas bei dieser Baureihe sogar wieder mit einer eigenen CVT-Box daher? Oft gestellte Fragen im Vorfeld der SIMA 2013. Roger Stirnimann

In der Zwischenzeit wurden die Geheimnisse gelüftet. Die neuen Axion 800 sind mit 6,7-Liter-Motoren von FPT ausgestattet. Die vier Modelle 820, 830, 840 und 850 weisen Leistungen von 200 bis 270 PS (147–199 kW) auf und erfüllen mit Oxidations- und SCR-Katalysator gleich die Grenzwerte der Abgasstufe 4. Claas überspringt damit die Stufe 3B. Die an­ gegebenen Leistungen stehen unter allen

Das Zapfwellengetriebe lässt sich komplett entkuppeln.

Einsatzbedingungen zur Verfügung, Boost-Kurven gibt es wie bei den ArionBaureihen 500/600 und den Axion-Modellen 900 nicht. Von den grossen 900ern übernommen wurde auch das Konzept mit langem Radstand und einer Gewichtsverteilung von 50/50% auf die beiden Achsen. Der breit gehaltene Vorderachsträger für das Kühlerpaket und die schlanke Motorölwanne mit integriertem Rahmen kommen ebenfalls von dieser Baureihe. Die Wespentaillenform ermöglicht trotz langem Radstand kleine Wenderadien, und der integrierte Rahmen erlaubt den Anbau einer Fronthydraulik ohne zusätzliche Verstrebungen. Auch die Kabine mit vier Pfosten und Vierpunktfederung sowie die Vorderachsfederung sind identisch. Die Kabine der neuen Baureihe Axion 800 ist damit grösser und breiter geworden, im Vergleich zu den bisherigen Modellen ist sie auch weiter vorne angeordnet. Bei der Bedienung greift Claas auf den Baukasten der Arion-Baureihen 500/600 zurück. Dieser umfasst die Basisversion CIS mit

mechanischen Steuergeräten und einfachem Informationssystem sowie die Version CEBIS mit elektronischen Steuergeräten, CMOTION-Multifunktionshebel und weiteren Komfortfunktionen. Bei den neuen Axion 800 gibt es aber auch einige Besonderheiten: Für die Drehzahlsteuerung des elektronisch geregelten Vistronic-Lüfterflügels wird nicht nur die Temperatur der warmen Luft aus dem Kühler berücksichtigt, sondern auch diejenige des Kühlmittels. Dadurch soll die Energieeffizienz weiter erhöht werden. Das gleiche Ziel wird mit dem Frontzapfwellenantrieb verfolgt. Bei Nichtgebrauch der Frontzapfwelle kann das Getriebe zur Vermeidung von Planschverlusten über eine formschlüssige mechanische Kupplung komplett vom Dieselmotor abgekoppelt werden. Die ersten Serienmaschinen sollen ab 2014 auf den Markt gehen. In einem ersten Schritt werden diese mit dem bekannten Hexashift-Getriebe mit sechs Lastschaltstufen, Revershift-Wendeschaltung und vier elektro-hydraulisch betätigten Gruppen ausgeliefert, in einem zweiten Schritt auch mit einem stufenlosen CMATIC-Getriebe. Bei Letzterem wird es sich nicht um eine Eigenentwicklung von Claas handeln, sondern um das Terramatic von ZF. Claas dürfte damit der erste Hersteller sein, der dieses neue ZF-Getriebe  – mit vier Fahrbereichen wie beim Eccom und S-Matic – in Serientraktoren verbaut. Das Thema mit dem eigenen Stufenlosgetriebe ist damit aber nicht vom Tisch. Claas, in den 1990er-Jahren mit dem HM8 einer der Pioniere bei der Entwicklung von leistungsverzweigten Traktorgetrieben, soll ein solches für die stückzahlträchtigere Arion-Baureihe in der Mache haben. Nächster Termin: Agritechnica 2013!  n

Vorderwagen in Wespentaillenform für grosse Lenkeinschläge.

3 2013  Schweizer Landtechnik

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n  Markt | Neuheiten

X7.4 und X7.6 mit modernem Styling innen und aussen.

Zuwachs bei X-Generation Mit der Vorstellung der McCormick-Baureihen X7.4 und X7.6 hat Argo an der Sima 2013 einen Überraschungscoup gelandet. Die Enthüllung am ersten Ausstellungstag brachte modern und angriffslustig aussehende Traktoren zum Vorschein. Roger Stirnimann Die italienische Argo-Gruppe will bis 2014 insgesamt neun neue Traktorserien der Generation X mit Stufe-3B-Motoren auf den Markt bringen. Nach der Vorstellung der Serien X50 und X70 im letzten Herbst folgten an der SIMA 2013 nun die Serien X7.4 und X7.6. Die erstgenannte umfasst drei Modelle mit vier, die zweite drei Modelle mit sechs Zylindern. Mit der Serie X7.6 wird bei McCormick die XTXBaureihe abgelöst. Bei den X7.4 handelt es sich um eine komplett neue Reihe. Die «BetaPower» genannten Motoren von FPT verfügen über elektronisch geregelte

Common-Rail-Einspritzsysteme, Vierventiltechnik, Turbolader und Ladeluftkühlung, die Abgasnachbehandlung erfolgt über SCR. Bei den 6-Zylinder-Maschinen setzt McCormick weiterhin auf einen Gusshalbrahmen mit elastischer Motorlagerung. Die Brutto-Nennleistungen nach ISO TR14396 liegen zwischen 131 und 160 PS bei den 4-Zylinder-Modellen und zwischen 151 und 175 PS bei denjenigen mit sechs ­Zylindern. Die Motoren weisen Überleistungen bis 10% auf. Die vier grössten Modelle verfügen zudem über Boost-Leistungen (Power Plus). Der X7.460 kommt auf insgesamt 175 PS, und damit stösst auch McCormick bei den 4-Zylinder-Traktoren in die Leistungsdimension über 170 PS vor. Neu sind die «Pro Drive»-Getriebe mit Vierfach-LastX7.440

Zylinder/Hubraum (l)

3 2013  Schweizer Landtechnik

X7.460

X7.660

4/4,5

X7.670

X7.680

6/6,7

131

150

160

151

Max. Leistung (PS)

143

160

166

175

Hubkraft Heck (kg)

8

Gusshalbrahmen mit elastischer Motorlagerung bei den X7.6 Modellen.

Nennleistung (PS) Power Plus (PS)

Hydeaway-Beifahrersitz lässt sich formschlüssig einklappen.

X7.450

schaltung, sechs Gruppen und lastschaltbarer Wendeschaltung aus dem T7000Baukasten von ZF. Bedient werden die Getriebe über Drucktasten im Multifunktionshebel in der rechten Armlehne, die Autoshiftfunktion ermöglicht automatisierte Gang- und Gruppenwechsel. Zum Serienumfang gehören vier Zapfwel­ lengeschwindigkeiten 540/540E/1000/ 1000E. Komplett überarbeitet wurde auch die Hydraulikanlage, für alle Modelle steht neu ein Load-Sensing-System mit einer Fördermenge von 123  l/min zur Verfügung. Als Meisterwerk in Sachen Design und Komfort preist McCormick die neue Vierpfostenkabine «Premiere Cab» an. Diese wurde in Zusammenarbeit mit einem Designatelier entwickelt und soll dank modernem und gut verarbeitetem Interieur einen Hauch «Automobilwelt» vermitteln. Der grosse Anzeigebildschirm mit Leistungsmonitor ist im Serienumfang enthalten, einen luftgefederten Sitz mit integrierter Heizung und Belüftung gibt es als Option. Ein pfiffiges Detail ist der Hideaway-Beifahrersitz, dieser lässt sich bei Nichtgebrauch durch Einklappen komplett in der Innenverkleidung der Kabine unterbringen. Zur Steigerung des Fahrkomforts stehen wahlweise eine Kabinen- und eine Vorderachsfederung zur Verfügung. Bei Letzterer handelt es sich um die bekannte Doppelquerlenker-Pendelachse von Carraro.  n

166

175

165

175

188

175

188

212

6450

9300

Bereifung vorne

540/65R28

540/65R28

540/65R30

Bereifung hinten

650/65R38

650/65R38

650/65R42

2,6

2,75

2,82

5750

6550

7350

Radstand (m) Leergewicht (kg)


Neuheiten | Markt   n

Der XM 120 T4i verfügt über eine gefederte und grossvolumige Komfortkabine und hat alle Attribute eines modernen Allzwecktraktors. (Bilder: Roger Stirnimann)

XM T4i zollt H12 Respekt Auf dem SIMA-Stand von Same Deutz-Fahr war allen vier Marken des italienisch-deutschen Konzerns die hohe Aufmerksamkeit gemeinsam, die den neuen 4-ZylinderTraktormodellen zuteil wurde. Ueli Zweifel

Die Traktorenbauer aus Deutschland dominierten mit den neuen nacheinander auf den Markt gekommenen Deutz-FahrSerien 7, 6 und 5. Die Modelle der Serie 6 mit zwei 4- und vier 6-Zylinder-Modellen und neuer Frontpartie samt LED-Beleuchtung lösen dabei die leistungsmässig vergleichbaren Modelle der Agrotron Baureihen ab, was auch für die Traktoren der Serie 5 zutrifft, die in Paris zum ersten Mal vorgestellt worden sind. SAME wiederum erinnerte sich beim Auftritt der neuen Virtus Serie an das ehemalige Ti-

ger-Emblem und gefiel im trendigen Giugiaro-Design, und Lamborghini be­ warb seine neue brandneue Baureihe NITRO nach 3B-Abgasnorm zwischen 100 und 120  PS mit einer hübschen Dame. Last, but not least überraschte Hürlimann mit der neuen XM-T4i-Bau­ reihe. Sie wurde von einem Hürlimann H12 aus den Fünfzigerjahren flankiert, von dem sich die neue XM-T4i-Serie die Farbgebung in historischem Grün/Rot (Felgenfarbe) entlehnt hatte.

Spitzentechnologie unserer Tage

Die neue Deutz-Fahr Serie 5 mit stufenlosem TTV-Getriebe. (Bild: Roger Stirnimann

Unter der von einem schönen Kühlergrill geschmückten Motorhaube liefert in diesen Modellen wie auch in den parallelen Serien der Schwestermarken der wassergekühlte 4-Zylinder-Deutz-Motor TCD 3.6 L04 Tier 4i die Pferdestärken. Er erfüllt die Abgasnorm 3B bzw. Tier 4 interim. Bei der Hydraulikanlage kann zwischen einem Ölkreislauf mit Einzel- oder einer Tandempumpe gewählt werden mit Durchflussraten von 60 bzw. 90 l/min. Auf den XM-T4i-Traktoren werden bis zu fünf doppeltwirkende, mechanisch oder elektrisch

betätigte Hecksteuerventile verfügbar sein, und die Dreipunkthydraulik entwickelt bis zu 6600 kg Hubkraft. Ein optionales Hydrauliksystem genannt «60 Eco» fördert schon bei 1600 U/min 60 Liter Öl. In diesem Fall kann der Fahrer zusätzlich eine Tandempumpe zuschalten. Damit lässt sich bei niedriger Motordrehzahl die volle Hydraulikleistung bei tiefer Motordrehzahl erzielen. Zudem ist für das agile Manövrieren das Schnelllenksystem SDD (Steering Double Displacement) von Nutzen, und der Sicherheit dienen der Bremskraftverstärker «Powerbrake» sowie die serienmässige Park-Brake-FederspeicherFeststellbremse. Beim Getriebe wird in der Schweiz bereits in der Grundausstattung ein 30/30-Reversiergetriebe mit fünf Gängen, drei Lastschaltstufen und zwei Gruppen angeboten. Wahlweise ist auch ein 60/60Gang-Getriebe mit Kriechgängen erhältlich. Die XM T4i 110 und 120 werden zusammen mit dem zusätzlichen Modell XM T4i 130 auch mit dem V-DRIVE-Getriebe als Stufenlostraktoren erhältlich sein. Alle Getriebe verfügen serienmässig über ein 5-fach einstellbares, lastschaltbares Wendegetriebe «Powershuttle». Die neuen Hürlimann XM-T4i-Modelle sind bereits auf Juni/Juli bestellbar, und die stufenlosen Modelle kommen in der zweiten Hälfte 2013 auf den Markt. Ausgehend von einer gut ausgerüsteten Grundvariante kann jeder Käufer «seinen» Traktor mit vielen Zusatzoptionen bestücken.  n

Motorenbaureihe «Farmotion» Das aktuelle Programm von 3-, 4- und 6-Zylindermotoren, das unter der Bezeichnung Serie 1000 läuft und die Abgasstufe 3A erfüllt, ist weltweit in den Traktoren von 40 bis 170 PS auf dem Markt. Ausgehend vom bisherigen Know-how, haben die SDF-Motorentechniker neue 4-Zylinder-Motoren entwickelt, die die Abgasstufe 3B erfüllen. Diese Motorenserie ist auf der SIMA unter der Bezeichnung «Farmotion» vorgestellt worden. Als Kernaspekte dieser neuen Serie gelten das optimierte Hubraum-Downsizing, das elektronische Hochdruck-Einspritzsystem CommonRail, die Abgasrückführung sowie der DOC (Diesel-Oxidationskatalysator). Für die Abgasstufe 4 Final kommt die SCR-Technologie zur Senkung der NOx-Emissionen hinzu. Dank der ausgeklügelten Entwicklung bietet der Motor schon ab niedrigen Drehzahlen beste Leistungen bei konstanten Drehmoment- und Leistungskurven.

3 2013  Schweizer Landtechnik

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n  Markt | Neuheiten

Dank Vierzylindermotor kompakt und wendig: die neue Baureihe 6600 von Massey Ferguson. (Firmenbild)

Sechs Baureihen mit einer Sechs Mit der Vorstellung der neuen Serie 6600 an der SIMA 2013 in Paris hat Massey Ferguson die «Super Six»Traktorenfamilie komplettiert. Der Vierzylindermotor des Topmodells 6616 weist eine maximale Leistung von 185 PS (136 kW) auf. Bei Massey Ferguson gab es bisher noch eine Standardtraktoren-Baureihe, bei der die zweite Zahl in der vierstelligen Modellbezeichnung keine Sechs war. Mit der Lancierung der 6600er-Serie ist die «Super Six»-Familie mit nunmehr sechs Baureihen (2600, 3600, 5600, 6600, 7600, 8600) jetzt komplett. Auf den ersten Blick könnte man glauben, dass es sich bei den fünf 6600er-Modellen um Sechszylindertraktoren handelt, in Tat und Wahrheit sitzen unter den Hauben

Stufenloser Maxxum Case IH stellte an der SIMA drei neue «Maxxum CVX EP»-Modelle mit Stufenlosgetrieben und Efficient Power vor. Damit fahren nun bei Case IH erstmals auch Vierzylindertraktoren stufenlos. Die neuen Maxxum-Traktoren 110 CVX EP, 120 CVX EP und 130 CVX EP beziehen ihre Kraft von 4-Zylinder-Common-RailMotoren (FPT) mit Turboladern, Ladeluftkühlern und 4,5 Litern Hubraum. Die Nennleistungen nach ECE R120 liegen bei 110, 121 und 131 PS, mit Efficient Power bei 131, 140 und 150 PS. Eine Neuentwicklung ist das System zur Steuerung der Leerlaufdrehzahl. Diese wird 30 Sekunden, nachdem der Fahrer die Kabine 10

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aber grossvolumige Vierzylindermotoren von AGCO POWER. Der Radstand ist mit 2,67 m denn auch um 21 cm kürzer als bei den Sechszylindermodellen 7614, 7615, 7616 und 7618. Die Abgasstufe 3B wird mit Oxidationskatalysator und SCR-System der zweiten Generation erreicht. Beim Topmodell 6616 wird aus 4,9 Liter Hubraum eine Nennleistung von 150 PS (110  kW) herausgeholt, dazu kommen Getriebeversion

DYNA-4

10  PS Über- und 25  PS Boostleistung (Engine Power Management). Nach der Bruttoleistungsnorm ISO TR14396 stehen also insgesamt 185 PS (136 kW) zur Verfügung, und der 6616 dürfte damit der leistungsstärkste Vierzylindertraktor auf dem Markt sein. Diese 185 PS gibt es allerdings nur in Kombination mit dem DYNA-6-Getriebe mit Sechsfach-Lastschaltung. Bei den Modellen mit stufenlosem Getriebe DYNA-VT gibt es gar kein EPM, bei den Einfach-Ausführungen mit der Getriebeversion DYNA-4 (vier Lastschaltstufen) beträgt das EPM-Leistungsplus lediglich 15 PS (siehe Tabelle). Massey Ferguson zielt mit der 6600erBaureihe auf eine vielschichtige Kundschaft ab, die Wert auf wendige und universell einsetzbare Traktoren mit geringem Leistungsgewicht legt. Neben den unterschiedlichen Getriebever­ sionen werden deshalb auch die vom 7600er her bereits bekannten Kabinenvarianten E ­ ssentiel, Efficient und Exclusive angeboten.  n DYNA-6

DYNA-VT

Modell

6612

6613

6615

6613

6614

6615

6616

6614

6615

6616

Nennleistung (PS)

110

120

135

115

130

140

150

130

140

150

Maximalleistung (PS)

120

130

145

125

140

150

160

140

150

160

Maximalleistung mit EPS (PS)

135

145

160

150

165

175

185

Kabinenversion

Essentiel

Essentiel, Efficient, Exclusive

verlassen hat, automatisch von 850 auf 650 U/min reduziert, wenn weder die elektronischen Steuerventile noch die Hydraulik in Betrieb sind. Aber auch während des Arbeitseinsatzes wird die Motordrehzahl über das Produktivitätsmanagement APM automatisch reduziert, wenn nur eine geringere Leistung erforderlich ist. Beim stufenlosen CVX-Getriebe handelt es sich um das SWB20 aus dem eigenen Konzern mit zwei Fahrbereichen vorwärts und einem rückwärts, das auch bei den grösseren PUMA-CVX-Modellen verwendet wird. Das Getriebe weist damit ebenfalls eine aktive Stillstandsregelung und eine Fahrbereichsumschaltung über Doppelkupplungen auf. Die neue Maxxum-CVX-EP-Baureihe ist mit einer «Surround-Kabine» ausgestattet. Das Viersäulendesign und das integrierte Dachfenster erlauben eine gute Sicht auch bei Frontladerarbeiten. Insgesamt profitieren die neuen Maxxum-

Essentiel, Exclusive

Traktoren vom Konzept für Steuerung und Bedienelemente, das sich bereits in den grossen Case-IH-Traktoren bewährt hat.  n

Die «Surround-Kabine» erreicht sehr gute Lärmwerte von lediglich 71 dB(A) am Fahrerohr. (Bild: Ueli Zweifel)


Übersicht | Markt   n

Breites Maschinenspektrum bei der Einzelkornsaat Grosse Arbeitsbreiten und hohe Fahrgeschwindigkeiten bei zunehmendem Elektronikeinsatz bestimmen die allgemeinen Trends auch bei der Sätechnik. Ungewohnt hohe Arbeitsgeschwindigkeiten bis 15 km/h dominieren die Neuerungen bei der Einzelkornsaat. Im Bereich der Elektronik sind ISOBUS und TIM (Traktorsteuerung durch das Gerät) weiter auf dem Vormarsch. Ruedi Hunger

Die Einzelkornsaat-Technik hat in jüngster Vergangenheit einen Quantensprung gemacht. Über Jahrzehnte lag die «Schallmauer» für Präzision-Einzelkornsaat bei maximal sieben Kilometern in der Stunde. Darüber hinaus liess bei den meisten Geräten die Genauigkeit zu wünschen übrig. An der Agritechnica 2009 und 2011 haben einige Hersteller neue Maschinen für die Einzelkornsaat vorgestellt. Deren Schwerpunkte sind die Steigerung der Flächenleistung durch höhere Fahrgeschwindigkeit (bis 15 km/h) und grössere Behältervolumen sowohl für Saatgut (bis 2000 l) als auch für Dünger (bis 7000 l). Diskussionen über Reihenabstände in diesbezüglich bislang untypischen Kultu-

ren (Beispiel Raps oder in Zukunft gar Getreide) haben mit dem Einsatz der Hochleistungs-Einzelkornsaat eine neue Dimension erhalten. Kundenwünsche nach Reihenabständen, die variabel aus der Kabine eingestellt werden können, werden ansatzweise von Herstellern verfolgt.

Tragrahmen Anbausämaschinen bis zu einer Transportbreite von drei Metern sind auf einem starren Tragrahmen aufgebaut. Es gibt zwar Starrrahmenkonzepte auch für Maschinen bis sechs Meter. Diese Maschinen verfügen aber über eine eigene Längsfahrvorrichtung oder müssen anderweitig

längs transportiert werden. Mit einem Teleskoprahmen kann in kurzer Zeit von Arbeits- auf Transportstellung umgestellt werden. Eine weitere Baulösung besteht aus einem (hoch-)klappbaren Rahmen. Dabei werden jeweils die linken und rechten Rahmensegmente hydraulisch hochgeschwenkt. Der damit angehobene Schwerpunkt ist zwar nachteilig, doch beschränkt sich die Transportbreite auf die erlaubten drei Meter. Die mit einem Tragrahmen plus eigenem Fahrwerk ausgerüsteten Sämaschinen der hohen Leistungsklasse werden seitlich oder seitlich/ vorne zugeklappt und erreichen damit die erlaubte Transportbreite. Einzelkornsaat ist mit Frühlingsgefühlen verbunden. Wenig Raum für Poesie bietet die Technik, sie ist knallhart auf Genauigkeit und Leistung gedrillt. (Werkbild)

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n  Markt | Übersicht

Die Mulchsaattauglichkeit hat zur Folge, dass das Säherz höher zu liegen kommt. Damit erhöht sich die Fallhöhe für das Korn. (Bild: Ruedi Hunger)

Vielfalt beim Aggregataufbau Nebst der genauen Korneinzelung im Säherz tragen die Säschare und deren ­ Tiefenführung sowie vorlaufende Raum-

Arbeitsprinzipien auf Einzelkorn-Sämaschinen • Saugluftprinzip mit Abstreifer Seit Anfang der 70er-Jahre ist das Saugluftsystem weit verbreitet. Die Saatkörner werden durch das Vakuum an die Säscheibe gesaugt, durch einstellbare Abstreifer vereinzelt und fallen in einem kurzen Bereich ohne Unterdruck von der Scheibe in die Särille. Neben Säscheiben aus rostfreiem Stahl finden auch Kunststoffscheiben Verwendung. Die Freifallhöhe hängt von anderen Faktoren wie Mulchsaattauglichkeit ab. • Überdruckverfahren (Druckluft) Becker-Einzelkorn-Sämaschinen sind zur Korneinzelung mit einem Zellenrad ausgerüstet, das trichterförmige Bohrungen aufweist. Die Korneinzelung erfolgt im Überdruckverfahren mit 80 mbar Nenndruck, wobei die aus einer Düse austretende Druckluft alle überzähligen Körner aus der Zelle bläst. Das am tiefsten Punkt der Zellenbohrung sitzende einzelne Korn wird durch eben diese Luftströmung festgehalten. Ein Sternauswerfer sorgt für korrekte Ablage respektive Leerung der Bohrungen. Die Freifallhöhe beträgt 2,0 bzw. 6,0 cm. • Mechanische Einzelung mit Zellrad Stellvertretend für Generationen von bisherigen Einzelkorn-Sämaschinen sei am Beispiel der «Monopill» das einfache Prinzip der mechanischen Einzelung erwähnt. Bei dem von Kverneland gewählten Einzelungssystem werden die senkrecht umlaufenden Zellscheiben von innen befüllt. Die Fallhöhe für das freigegebene Korn beträgt lediglich noch wenige Zentimeter, im Fall der Monopill 3,5 cm. • Hochgeschwindigkeitssysteme siehe «Technik für Express-Saat» in diesem Heft.

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3 2013  Schweizer Landtechnik

Damit Einstellungen von Tiefenführungsrollen und Andruckrollen vorgenommen werden, ist eine einfache Handhabung notwendig. (Bild: Ruedi Hunger)

Eine einfache und rasche Entleerung des Saatgutbehälters ist Voraussetzung für eine saubere Saatguttrennung (Bio Saatgut!).

elemente und nachfolgende Rückverfestigungsrollen zum Erfolg der Einzelkornsaat bei. Bodenart und Fahrgeschwindigkeit bestimmen den Verschleiss an den Säscharen. Entsprechend braucht es verschleissfeste Materialien und zunehmend wichtiger werden Mulchsaat-taugliche Säaggregate. Nebst der gezielten Scharkonstruktion für die Normal- oder Mulchsaat entscheidet die optimale Positionierung der Säscheiben bzw. der Säschare über die Sägenauigkeit. Dazu führen Parallelogramme die Säeinheiten gleichmäs­ sig über Bodenunebenheiten. Pendelbewegungen werden durch konstruktive Massnahmen so kompensiert, dass keine Relativbewegungen an den Säscheiben entstehen. Die eigentliche Tiefenführung wird von Rollen übernommen. Das sehr vielfältige Angebot bietet auf verschiedenste Boden­ arten und Aussaatbedingungen zugeschnittene Bauformen. Infrage kommen Farmflexrollen und Fingerdruckrollen, V-förmige Eisen- oder Gussrollen, Vförmige 1- oder 2-Zoll-Gummirollen oder Rollen mit konkavem Gummiprofil. Zur Anwendung kommen auch Kombinationen dieser Bauformen. Für Eisen- oder Gussandruckrollen gibt es feste oder rotierende Abstreifer, um sie bei schwierigen Bodenverhältnissen sauber zu halten.

den werden. Die Säaggregatüberwachung ermittelt die Zahl der fallenden Saatgutkörner. Gibt es beispielsweise Abweichungen von 15% (vom Sollwert), wird ein akustischer oder optischer Alarm ausgelöst. Weiter besteht die Möglichkeit für die Auswahl eines Fahrgassenrhythmus und damit verbunden eine automatische Fahrgassenschaltung (bei elektr. Aggregatabschaltung). Zusätzlich können auf Wunsch Dosierwellen (Düngerdosierung) und Gebläsedrehzahlen überwacht werden. Einzelkorn-Sämaschinen mit ISOBUSAusbaustandard verfügen über eine ­automatische Identifizierung der Maschine. Das bedeutet, dass der Rechner auf dem Traktor mit dem Jobrechner auf der Maschine «plug and play» kommunizieren kann. Beispielsweise wird bei der Monosem die Saatgutdichte mit der Option «SeedDrive» am Terminal in ­ der Traktorenkabine geregelt. Beim «SeedDrive» handelt es sich um ein hydraulisches Regelsystem mit einem oder mehreren Hydraulikmotoren im Antriebssystem der Sämaschine. Dazu wird die genaue Geschwindigkeit mittels Sensor oder Radar ermittelt.

(Werkbild)

Elektronische Überwachung Die elektronische Überwachung der Einzelkorn-Sämaschinen wurde in den vergangenen Jahren immer weiter ausgebaut. Standard ist die Ermittlung der bearbeiteten Fläche je Auftrag, ebenso die saisonale Gesamtfläche. Fahrgeschwindigkeit, Arbeitszeit, Flächenleistung und Streckenlänge können ebenfalls abgerufen werden. Über eine elektrische Säaggregatabschaltung kann die Saatgutabgabe einzelreihenweise unterbun-

Für den Gemüsebau werden EinzelkornSämaschinen mit extrem engem Reihenabstand gefordert. (Werkbild)


Übersicht | Markt   n

Arbeitsprinzip

EKS Typenbezeichnung

Einzelung des Saatgutes

Amazone-Werk Hude Oldenburg (D)

Ackerbauliches Anbauverfahren Säaggregate für …

Arbeitsbreite Anzahl Reihen

Eignung für …

Besonderheiten

➠ Ott Landmaschinen 3053 Zollikofen

pneumatisch (Saugluftprinzip) Antrieb Zapfwelle oder hydraulisch

ED 302 ED 452/452-K ED 602-K ED 12000-2T

Lochscheiben mit Noppenbohrung und Abstreifer (Kunststoffscheiben)

«Classic» für Normalsaat «Contour» für Mulchsaat

4 Reihen 6 Reihen 8–12 Reihen (12 m A‘Breite)

Mais, Raps, Zuckerrüben, Erbsen usw.

Parallel klappbar. Kombination: 3 ED mit Koppelrahmen

Kornvereinzelung und Kornablage sind getrennt. E-Motor für Gebläse und Vereinzelung

EDX 6000-2 Heckanbau EDX 6000-TC gezogen EDX 9000-TC gezogen

«Xpress» – zentrale Vereinzelungstrommel Der Saatguttransport erfolgt mit Luftdruck.

Normal-, Mulch- und Direktsaatausrüstung erhältlich

6 m 8 Reihen 6 m 8 (max.16) 9 m 12 (max.20) Reihenabstand: 37,5–45–50–55– 60–70–75–80

Mais, Sonnenblumen und Raps

Arbeitsgeschwindigkeit zwischen 8 und 15 km/h. Fangrolle zur Saatkornstabilisierung starr und klappbar starr, teleskopierbar, parallel klappbar. Optoelektrische Kornablage­ überwachung ISOBUS-fähig

Becker Landtechnik Oberweser (D)

➠ Meier Maschinen AG 8460 Marthalen

Kettenantrieb elektr. Antrieb

Centra 2000 Electra

Innenbefüllung Innenbefüllung

Mulchsaatausrüstung möglich

6–18 Reihen 6–18 Reihen

Zuckerrüben Zuckerrüben

pneumatisch «Aeromat» (Saugluftprinzip) Antrieb Zapfwelle

ECO-Line Farm-Line Profi-Line 8 C e-motion

Aussenfüllung – Druckluftspülung (kalibrierungsunabhängig) elektr. Säaggregatantrieb

Standardaggregat Mulchsaataggregat wahlweise lieferbar spez. für Engsaat

4–12 Reihen 4–12 Reihen 4–12 Reihen bis 16 Reihen

Mais, Sonnenblumen usw.

spez. für Engsaat

37,5–44–50–75

Maschio Gaspardo Campodarsego (I)

➠ Aebi Suisse Landmaschinen 3236 Gampelen

pneumatisch (Saugluftprinzip) Zapfwellenantrieb

MT, MTE, MIT, MIT Maestra Magica Metro OlimpiaRegina

Seitenfüllung, Lochscheiben mit Unterdruck. Antrieb mechanisch.

Mulchsaat Mulchsaat Mulchsaat Mulchsaat Direktsaat

4–12, 6–7, 8, 12

pneumatisch (Saugluftprinzip) Zapfwellenantrieb

SP ST 300 SI SI XL

Seitenfüllung, Lochscheiben mit Unterdruck. Antrieb mechanisch.

Normalsaat Normalsaat Normalsaat Normalsaat

Kuhn-Huard Chateaubriant (F) pneumatisch (Saugluftprinzip) Antrieb Zapfwelle oder hydraulisch

Maxima 2 M starr TS/TD/TDL TI/TIM R/RX/RXL TM/TT/TRX

pneumatisch (Saugluftprinzip) Antrieb Zapfwelle oder hydraulisch

Planter 3 M Starrrahmen TS einfach Teleskop TI/TIM Teleskop R klappbar

45–50–60–70–75 12–18/16–24

Mais, Raps, Soja, Zuckerrüben, Bohnen, Erbsen usw.

Starr-/Klapprahmen starr, Längsfahrv. Teleskoprahmen Geräteträgerrahmen gezogen/Fahrwerk

2 bis 8 Reihen 6 bis 8 Reihen 8 oder 12 Reihen 12 Reihen

Mais, Raps, Soja, Zuckerrüben, Bohnen, usw.

Starrrahmen Teleskoprahmen Klapprahmen Teleskopklapprah.

➠ Kuhn-Center Schweiz Niederweningen starr, klappbar mit und ohne Stützräder, teleskopierbar, gezogen elektronische Überwachung und GPS-Ausrüstung

Säherz mit austauschbaren Lochscheiben (einzelabschaltbar, mit Überlastschutz)

Normal- und MulchsaatAusrüstung für alle Typen

3–18 Reihen 6–8 Reihen 6 od. 7 Reihen 8–12 Reihen (3)6-18 Reihen

Mais, Raps, Soja, Zuckerrüben usw.

Säherz mit austauschbaren Lochscheiben (einzelabschaltbar, mit Überlastschutz)

Universal-, Pendel- oder Mulchsaatelemente

3–18 Reihen 2,5 bis 9 m

Mais, Raps, Erbsen Sonnenblumen usw.

elektronische Überwachung, elektronische Reihenabschaltung

Kverneland-Group Soest (D)

➠ Agriott 3052 Zollikofen

pneumatisch (Saugluftprinzip) Antrieb Zapfwelle oder hydraulisch

Optima Optima e-drive Optima TFmaxi (e-drive)

Säherz mit austauschbaren Lochscheiben

Normal- und Mulchsaatausrüstung für alle Typen

3–9,3 m 4–16 Reihen 12 m (16 Reihen)

Mais, Rüben, Bohnen, Sonnenblumen Mais, Raps

starr, klappbar, teleskopierbar, gezogen Fahrwerk

pneumatisch (Saugluftprinzip)

Miniair Nova (Zwillingsreihe Doppelreihe)

Lochscheiben (mit 0,5–3 mm Durchmesser)

Normalsaat Beetsaat Dammsaat

2 bis 6,5 m (10–32 Reihen)

Gemüsearten

einfache Entleerung der Säelemente

mechanische Vereinzelung

Monopill S (starr) Monopill SE Monopill (Längsfahr)

Aussenfüllung der Säscheibe 2-cm-Fallhöhe

Normalund Mulchsaat (Ausrüstung)

3/6/9/12 m 6 und 9 m 12 m/24 Reihen

Rüben, Raps und Chicorée

ISOBUS-fähig, autom. Reihenabschaltung

Klemmfingereinzelung mit Abstreifbürsten und Ablageriemen

Mulchsaat Schardruck bis 300 kg einstellbar. Doppelscheibenschar Räumsterne

Mais, Soja, Sonnenblumen, Zuckerrüben, Raps usw.

ISOBUS-fähig, 3 bis 10 km/h gezogen, Klapprahmen

Horsch Maschinen Schwandorf (D) mechanische Fingereinzelung (System «Kinze») (Bodenantrieb oder Ölmotor)

Maistro 6CC/8CC mit Säwagen Maistro RC mit Säwagen

➠ AGVS Agrar AG 8200 Schaffhausen 6/8/12 Reihen 45–50–75–80 cm 8 Reihen 70–75 cm

Fortsetzung der Übersicht auf Seite 15

3 2013  Schweizer Landtechnik

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n  Markt | Übersicht

6-reihige Einzelkorn-Sämaschine mit Teleskoprahmen, Düngerstreuer/Düngerschar und aufgebautem Mikrogranulatstreuer. (Werkbild)

Die Säaggregatausrüstung ist auf eine möglichst gleichmässige Sätiefe ausgerichtet. Relativbewegungen im Bereich der Ablage sollen aufgefangen werden. (Werkbild)

Düngerstreuer und Mikrogranulatstreuer Alle Hersteller reagieren auf die steigende Nachfrage nach gleichzeitiger Saat/Düngung mit einem entsprechenden Angebot an Aufbaumöglichkeiten für Düngerstreuer. Düngerbehälter aus Kunststoff oder Metall werden in unterschiedlicher Grösse auf 3-Punkt-Maschinen aufgebaut. Auf Wunsch gibt es Frontanbautanks mit pneumatischer Düngerförderung. Gezogene Einzelkornsämaschinen mit eigenem Fahrwerk sind mit Düngerbehälter bis 7000 Liter Inhalt ausgerüstet. Die Dosierung erfolgt einzeln oder mit 14

3 2013  Schweizer Landtechnik

Auch bei der Einzelkorn-Sätechnik konnte die Flächenleistung nur über mehr Arbeitsbreite und/oder grössere Fahrgeschwindigkeit erreicht werden. (Werkbild)

Besonders die Maissaat kann mit Bodenbearbeitung und der Grunddüngung kombiniert werden.

zentralem Zellenrad. Dünger wird ab Sack oder, bei grösseren Behältern, optional mit einer Befüllschnecke eingefüllt. Die Bauteile sind korrosionsbeständig und so konstruiert, dass das Düngergranulat möglichst nicht beschädigt wird. Düngerschare können der Bauform nach Schlepp- oder Scheibenschare sein. Mikrogranulatstreuer können auf alle Einzelkorn-Sägeräte aufgebaut werden. Die Abgabepunkte für das Granulat sind wählbar «direkt in die Saatrille» oder «über die sich schliessende Saatrille». Die Bedeutung des Granulateinsatzes hat in den vergangenen Jahren stark abgenom-

men. Unter ÖLN-Bedingungen darf ­Granulat nur bei vorliegender Sonderbewilligung und unter Biobedingungen überhaupt nicht eingesetzt werden.

Ausbaumöglichkeiten zu mehr Leistung Seit einigen Jahren ist ein Trend zu modular aufgebauten Kombimaschinen zu beobachten. Diese verfügen über ein eigenes Fahrwerk, einen grossen (2-Kammer-) Tank und eine Dosierung mit Gebläse für die pneumatische Förderung sowohl für Saatgut als auch für Dünger. Bei einigen Herstellern können die Trägerfahrzeuge


Übersicht | Markt   n

Arbeitsprinzip

pneumatisch (Saugluftprinzip) Antrieb Zapfwelle oder hydraulisch

EKS Typenbezeichnung

Maestro 8.70/12.45 CC Maestro 2.70/24.70 SW

Einzelung des Saatgutes

1 elektrischer Einzelkorndosierer pro Aggregat, Dosierscheibe mit offenen Nuten

Mulchsaat Schardruck zwischen 125 und 350 kg einstellbar. Doppelscheibenschar Räumsterne

Säherz mit Lochscheibe(n)

45/50/70/75/80 cm Reihenabstand Normal- oder Doppelschar

MaterMacc S. Vito al Tagliamento (It) pneumatisch (Saugluftprinzip) Antrieb Zapfwelle

MS 4000 (7 Mod) MS 8000 (8 Mod) MSO (Gemüse)

Ackerbauliches Anbauverfahren Säaggregate für …

Arbeitsbreite Anzahl Reihen

8/12 Reihen 45–50–75–80 cm 12/24 Reihen 70 oder 75 cm

Eignung für …

Besonderheiten

Mais, Soja, Sonnenblumen, Zuckerrüben, Raps

ISOBUS-fähig, bis 15 km/h gezogen. Klapp-SchwenkRahmen

Mais, Soja Sonnenblumen Gemüse

starr, klappbar, teleskopierbar, gezogen Fahrwerk

➠ Alphatec SA 1350 Orbe

MONOSEM Largeasse (F)

4/6/8 (12/18) R. beide Baureihen 2–18 Reihen

➠ Bovet SA Maschines agrcoles 1584 Villars-le-Grand

pneumatisch (Saugluftprinzip) Antrieb Zapfwelle oder hydraulisch

NC, NGplus3 NGplus4 NX Wingfold

Säherz mit Lochscheiben Option: «SeedDrive» hydr. Antrieb

Normalsaat Mulchsaat (Mulch-)Direktsaat mit Monoshox

4/6/8/12/16 Reihen für alle Modelle

Bohnen, Rüben, Mais, Raps Erbsen, Soja

Starr-, Teleskopoder Klapprahmen, Aufsattelrahmen für Längsfahrten

mechanisch (Antrieb über Kette)

MECA V3 + MECA V4

Säherz mit senkrechtem Zellenrad mit Innenbefüllung

spez. für Zuckerrüben (mulchsaattauglich)

6/12/18 (starr) 12/18 (klappb.) 12/18 (Längsfahr

Zuckerrüben

Starr-,Teleskopoder Klapprahmen, Langfahrvorrichtung

mechanisch (Antrieb über Kette)

MS-A (Gemüse) MS-B MS-C MS-D

Säherz mit Lochscheiben (Doppellochreihen oder Horstablage möglich)

mind. Reihenabstand 20 mind. Reihenabstand 14 mind. Reihenabstand 14 mind. Reihenabstand 26

2 bis 18 Reihen 12 oder 18 Reihen Doppelreihen Doppelreihen

Salat, Tomaten, Karotten Zwiebeln, Radieschen

Starrrahmen, Klapprahmen

Zwischenachs­ anbau bei Geräte-­ träger möglich. Parallelklapprahmen Option: E-Motor für Säherz

Schmotzer AG Maschinenfabrik Bad Windsheim (D)

➠ GVS Fried AG 5322 Koblenz

mechanischer Antrieb (Option elektr.)

Schmotzer-UD2000

Säherz Nullablagesäherz mit zwei Kammern

Normal- und Mulchsaatausrüstung

2 bis 24 Reihen Säabstände von 1,2 bis 38,9 cm

Rüben, Mais, Raps, Gemüsearten usw.

pneumatisch (Saugluftprinzip) Zapfwellenantrieb

Schmotzer-P4000

Säherz pneumatisch mit auswechselbaren Lochscheiben

Normal- und Mulchsaatausrüstung

6/9/12/16 Reihen Säabstande von 7,8 bis 36,6 cm möglich

Rüben, Mais und Sondersaaten

Schmotzer-UD3000

Väderstad-Verken Väderstad (SE) «GilstringSeedMeter» Überdruckdosiersystem E-Motor/Aggregat

Tempo F, gezogen Tempo TPT, 3-Punkt (Luftsystem im Zug- und Rahmenrohr)

➠ Keller Technik AG 8537 Nussbaumen 4 versch. Säscheiben mit einstellbarer Vereinzelung (Singulator) und Abstreifer

auch mit Bodenbearbeitungseinheiten ergänzt werden. Die klare Einteilung in Drillmaschinen oder Einzelkornmaschinen verwischt sich durch den Umstand, dass am Heck austauschbare Module (Einzelkorn oder Sämaschine) angebaut werden. Solche Systeme werden von Amazone, Horsch, Kuhn, Köckerling, Kverneland, Lemken und Rabe angeboten. Für diese Kombimaschinen sind Traktoren ab 180/200 kW erforderlich. Diese Fahrwerke sind aufgrund der hohen Eigengewichte der Maschine mit pneumatischen oder hydraulischen Bremssystemen ausgerüstet.  n

Normal-, Mulchsaat und Direktsaat

6 oder 8 Reihen 6 oder 7 Reihen Reihenabstand: (50–55–60–65– 70–75–80)

Mais, Sonnenblumen, Soja, Sorghum (und andere)

Klapprahmen zum Einklappen der Flügelsektoren. Teleskoprahmen für die Tempo T

Für Streifenfrässaat stehen auf dem Schweizermarkt spezielle Bau- und Kombinationslösungen zur Verfügung.

3 2013  Schweizer Landtechnik

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FISCHER UND BERTHOUD

Zwei Marken – ein Ziel

Neue Modelle der WÄLCHLITauchmotorrührwerke Seit einigen Monaten bieten wir die bewährten Tauchmotorrührwerke mit neuen Motoren an. Die Rührwerke sind neu mit 13- oder 20-PS-Elektromotor erhältlich. Der Motor hat in der Wicklung eingegossene Thermofühler (PTC-Kaltleiter), und zur besseren Wärmeabfuhr und Kühlung ist er mit Öl gefüllt. Das kompakte und laufruhige Planetengetriebe ist dreifach abgedichtet (Gleitringdichtungen). Der Rührflügel ist aus rostfreiem Stahl gefertigt. Wie bis anhin können die effizienten und leistungsfähigen Rührwerke stationär oder mobil eingesetzt werden, und ihr Verwendungszweck findet sich in der Landwirtschaft sowie in der Klärtechnik. Die neuen Modelle überzeugen mit ihrer grossen Rührleistung, der kompakten Bauart und dem günstigen Preis.

Die regionalen Stützpunkte: 1713 St. Antoni: GABAG Landmaschinen AG 3186 Düdingen Tschiemer H & R 3216 Ried: Urs Mäder Landmaschinen AG 3225 Müntschemier: Jampen Landmaschinen AG 3232 Ins: GVS Agrar Ins AG 3272 Walperswil: Garage Steck 3280 Murten: Tschiemer H & R 3312 Fraubrunnen: Hans Anliker AG 3315 Bätterkinden: Stephan Wyss Landtechnik GmbH 4422 Arisdorf: Heinz Recher 4657 Dulliken: Ulrich Limacher GmbH 5074 Eiken: Schweizer Eiken AG 5606 Dintikon: Kuhn Landmaschinen AG 6287 Aesch/LU: Grunderco AG 6289 Hämikon: Bucher Agro-Technik AG 6513 Monte Carasso: S. Morisoli & Figli SA 8213 Neunkirch: Bossert GmbH 8173 Neerach: Jucker AG, Landtechnik 8451 Kleinandelfingen: Kurt Freitag, Landmaschinen 8595 Altnau: LMK-Technik AG 8714 Feldbach: Elmer Maschinen & Geräte GmbH 8717 Benken: A. Gerster AG 8934 Knonau: Hausheer & Siedler AG 9313 Muolen: Bruno Ebneter 9437 Marbach: Fritsche Landmachinen AG 9548 Matzingen: Schneider Landmaschinen AG

Tel. 026 495 19 33 Tel. 026 493 12 65 Tel. 031 755 51 94 Tel. 032 313 24 06 Tel. 032 312 03 70 Tel. 032 396 15 66 Tel. 026 670 50 44 Tel. 031 767 73 12 Tel. 032 665 33 35 Tel. 061 811 29 27 Tel. 062 291 41 87 Tel. 062 871 13 57 Tel. 056 624 30 20 Tel. 041 917 27 27 Tel. 041 919 60 06 Tel. 091 825 16 79 Tel. 052 682 29 82 Tel. 044 858 22 73 Tel. 052 319 18 84 Tel. 071 695 23 65 Tel. 055 244 24 16 Tel. 055 293 30 10 Tel. 044 767 14 87 Tel. 071 411 22 90 Tel. 071 777 22 35 Tel. 052 376 16 95

In unserem Verkaufssortiment führen wir auch Axial- und Traktorrührwerke. Sie finden bei uns das passende Rührwerk für jede Grösse von Güllengruben. Ob Kanäle gespült, Mist verflüssigt oder Güllefässer befüllt werden müssen: die WÄLCHLI-Tauchschneidpumpen oder die Gülletauchpumpen bieten Ihnen eine optimale Lösung. Für die Gülleausbringung setzen wir auf die bewährten WÄLCHLI-Schneckenpumpen mit einem Leistungsbereich von 30–85 m³ und bis zu 18 bar Druck. Der verstopfungsfreie RAB-Schleppschlauchverteiler ist die ideale Lösung für die Gülleausbringung und ist in verschiedenen Breiten sowie für Zapfwellenantrieb erhältlich. Das Verschlauchungsprogramm von WÄLCHLI wird komplettiert mit Schlauchhaspeln, verschiedenen Gülleschläuchen, Schlauchkupplungen und diversen Modellen an Jaucheverteilern. WÄLCHLI bietet Ihnen auch das Komplettangebot von Mostereigeräten. Von den kleinen Korbpressen über die Packpressen bis zu den vollautomatischen Bandpressen mit den passenden Waschanlagen, Pasteurisierapparaten und Bag-in-Box-Abfüllern ist alles erhältlich. Abgerundet wird unser Produktesortiment mit einer sehr grossen Auswahl an Abwasserpumpanlagen. Es erstreckt sich von den kleinen rostfreien Kellerentwässerungspumpen über die massiven Baupumpen bis hin zu den grossen Industrie- und Kommunalpumpen. WÄLCHLI steht für Innovation und Qualität. WÄLCHLI Maschinenfabrik AG 4805 Brittnau Tel. 062 745 20 40 Fax 062 745 20 45 www.waelchli-ag.ch info@waelchli-ag.ch

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Übersicht | Markt   n

Die Auswahl des Klauenpflege- und Behandlungsstands muss auf den Tierbestand und die Betriebsverhältnisse abgestimmt sein.

Über 100 Modelle zur ­Auswahl Es gibt ein sehr vielfältiges Angebot an Klauenpflege- und Behandlungsständen. Neben der Klauenpflege werden solche Stände immer häufiger auch für die täglichen Arbeiten am Tier eingesetzt. Entsprechend haben sich die Anforderungen gewandelt. Ruedi Burkhalter Bei der Anschaffung eines Klauenpflegeoder Behandlungsstands hat der Tierhalter heute eine nie dagewesene Auswahl. Mit der zunehmenden Verbreitung von Laufställen und dem kontinuierlichen Anwachsen der Herdengrössen hat sich die Bedeutung des Klauenstands in der täglichen Arbeit gewandelt: Immer häufiger wird dieser nicht nur sporadisch für die Klauenpflege eingesetzt, sondern nimmt bei der täglichen Arbeit auch als Behandlungsstand, als Fixiervorrichtung für Routinekon­ trollen oder als Waage eine wachsende Bedeutung ein. Besonders auf Betrieben mit Mutterkuhhaltung kann auch eine gewisse Transportfunktion für einzelne Tiere von zusätzlichem Nutzen sein. Je mehr Funktionen ein Stand erfüllt, desto grössere Kompromisse geht man unter Umständen bei der eigentlichen Klauenpflege ein. Soll man also besser einen einfachen Behandlungsstand kaufen und die Klauenpflege mit einem spezialisierten Klauenpflegestand machen lassen. Oder

kauft man besser ein teureres Gerät mit dem alles möglich ist?

Vier Arten von Ständen Die enorme Vielfalt an technischen Entwicklungen, die in den letzten Jahren dazugekommen sind, macht es nicht einfach, einen zum Betrieb passenden ­ Stand zu finden. Die «Schweizer Landtechnik» hat sich an der Eurotier in Hannover ein Bild von der Vielfalt gemacht und zeigt an dieser Stelle die wichtigsten Punkte, die beim Kaufentscheid zu beachten sind. Grundsätzlich gibt es vier Arten von Ständen: Die meisten Modelle sind sogenannte «Durchtreibestände», bei denen das Tier während der Arbeit in aufrechter Haltung steht bzw. hängt. Viel weniger häufig sind die «Kippstände» zu beobachten, bei denen das Tier in eine waagrechte Haltung abgelegt wird. Kippstände werden in diesem Bericht ­ deshalb nur am Rande erwähnt. Ebenfalls nur am Rande erwähnt werden hier

leichte Überschiebestände, die über das im Fressgitter stehende Tier geschoben werden können. Als Erstes gilt es vor dem Kauf, sich Gedanken über das Einsatzprofil zu machen. Da die Anschaffungspreise von rund 2000 bis über 40 000 Franken sehr stark variieren, muss man sich auch überlegen, ob eine überbetriebliche Nutzung sinnvoll ist. Wird ein Stand mehr als einmal wöchentlich benutzt oder für die tägliche Arbeit sogar fest in ein Treibgangsystem eingebaut, dürfte eine überbetriebliche Nutzung mit zu viel Zeitaufwand verbunden sein. Wird der Stand aber nur gelegentlich gebraucht, ist ein überbetrieblicher Einsatz zu prüfen. Je mehr ein Stand eingesetzt wird, desto mehr Komfort wie elektrische oder hydraulische Aufzugswinden kann man sich leisten.

Nun zu den einzelnen Funktionen Die Grenzen zwischen Klauenpflege- und Behandlungsständen werden zunehmend 3 2013  Schweizer Landtechnik

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n  Markt | Übersicht

Behandlung am stehenden Tier im Durchtreibestand.

Behandlung am liegenden Tier im Kippstand.

Versionen für den kleineren Betrieb erhältlich, die sich von der Bauweise an die Vollversion anlehnen, jedoch nicht mit allen Details ausgerüstet sind. Profibehandlungsstände für grosse Tierbestände können zudem mit einem «Behandlungsabteil» ausgerüstet werden, in dem beispielsweise ein Tierarzt komfortabel und mit guter Arbeitssicherheit in den Gang einsteigen und beispielsweise eine Trächtigkeitsuntersuchung durchführen kann. Nun zu den einzelnen Arbeitsschritten:

Eine Person alleine kann Tiere fixieren

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Standmodell mit spezieller Ausrüstung zum Einfangen von Tieren auf der Weide.

Behandlung im Einschiebestand mit Fixation des Tieres am Fressgitter.

verwischt. Behandlungsstände sind bei einigen Anbietern im Baukastensystem aufgebaut. Als einfachste Variante ist oft nur der Kopfteil lieferbar, mit dem Tiere in einem Treibgang für Kontroll- und Behandlungsarbeiten fixiert werden können. Klauenpflege ist damit meist nicht möglich. Als nächste Stufe besteht ein einfacher Behandlungsstand aus Halsrahmen sowie hinteren und vorderen Türen. Ein solcher Stand kann beispielsweise auch schon zum Wägen von Tieren und ebenfalls für Behandlungen genutzt werden. In der dritten Stufe sind die Behandlungsstände auch zusätzlich mit einer einfachen Klauenpflegeausrüstung zu haben. Diese Ausrüstung ermöglicht zwar grundsätzlich das Arbeiten an den Füssen. Die Zugänglichkeit und der Komfort sind im Vergleich zu einem «richtigen» Klauenstand jedoch mehr oder weniger stark eingeschränkt. Die oberste Klasse von Behandlungsständen ist mit zusätzlichen Bauteilen ausgerüstet, um die Zugänglichkeit und den Komfort bei der Klauenpflege zu verbessern. Die Königsklasse sind Klauenpflege- und Behandlungsstände, die speziell für Grossbetriebe entwickelt wurden. Diese sind in der Regel in einem festen Treibgangsystem eingebaut. Sie sind meist mit elektrohydraulischen Liften, Hebevorrichtungen und Türen ausgestattet und bieten dem

Bediener eine optimale Zugänglichkeit bei bestmöglichem Komfort und Sicherheit. Mit solchen Ständen können grosse Bestände sehr komfortabel betreut werden. Diese bewegen sich mit vollhydraulischer Bedienung in einer Preisklasse von 10 000 bis über 40 000 Franken. Von diesen Anbietern sind aber oft auch abgespeckte

Als Erstes muss ein Klauenstand dazu dienen können, Tiere zu fixieren. Dabei sind unterschiedliche Schwierigkeitsgrade zu beachten: Sind «nur» handzahme Milchkühe zu fixieren, sind die Anforderungen wesentlich tiefer, als wenn relativ wilde und unberechenbare Mutterkühe oder gar gefährliche Stiere zu fixieren sind. Werden unterschiedlich grosse Tiere im Stand behandelt, sollte dieser viele Anpassungsmöglichkeiten (Breite, Länge, Höhe) bieten. Hier muss man sich auch fragen, wie viele Personen dazu benötigt werden, ein Tier möglichst ohne Unfallrisiko zu fixieren. Bei einfacheren Behandlungsständen ist es erforderlich, dass eine Person das Tier von hinten in den Stand treibt und eine zweite Person die Fangvorrichtung bzw. Türen bedient. Bei vielen Behandlungsständen müssen vor dem Fixieren des Tieres am Hals die hinteren

Oft werden die Vorderfüsse direkt mit einem Gurt an die Windenachse gezogen.

Fussstütze mit Gummiauflage. Eine verstellbare Auflage gibt zusätzlichen Halt.

Nach aussen schwenkbare und in der Höhe verstellbare Vorderfusswinde.

Maximale Stabilität mit Kunststoffseil und Beinmanschette.

3 2013  Schweizer Landtechnik


Übersicht | Markt   n

Türen geschlossen werden, die das Tier am Zurücktreten hindern. Diese Türen müssen dann für die Arbeit an den Hinterfüssen meistens entfernt werden. Je nach Bauweise lässt es sich einrichten, dass diejenige Person, die das Tier treibt, gleichzeitig auch die Türen über Seilzüge von hinten «fernsteuern» kann. Insofern ist beim Kauf darauf zu achten, dass die Bedienung der Türen möglichst praktisch angeordnet ist. Viele Stände sind heute serienmässig oder als Option mit automatischen Fixierungsvorrichtungen ausgestattet, bei denen sich die Tiere selber fixieren. Für unterschiedliche Tiergrössen ist hier eine Verstellbarkeit der Endposition von Fangtüren vorteilhaft.

Geschlossen oder gut zugänglich Beim Fixieren der Tiere besteht ein Zielkonflikt: Zum Eintreiben der Tiere sollten die Seitenwände möglichst geschlossen sein. Sind blickdichte Seitenwände vorhanden, laufen die Tiere grundsätzlich besser vorwärts, da sie nur auf den Ausweg fokussiert sind und nicht durch andere «Anblicke» abgelenkt werden. Auch sind geschlossene Seitenwände ein Vorteil bei wilden Tieren. Die Gliedmassen können sich nicht verkeilen oder das Personal gefährden, und das Tier versucht nicht, seitlich auszubrechen. Ganz anders sieht es dann aus, wenn anschliessend Klauen behandelt werden sollen: Dann sollte das Tier gut zugänglich sein. Hinzu kommt, dass man zum Positionieren der Klauen und für die Arbeit mit den verschiedenen Arbeitsgeräten viel Raum rund um die Klauen haben sollte. Unter Umständen müssen dann zum Arbeiten Seitentüren demontiert und Winden montiert werden. Beim Eintreiben ist auch ein rutschfester Boden entscheidend. Beim Eintreiben des Tieres sollte zudem der ganze Stand generell wenig Geräusche erzeugen, die ein schreckhaftes Tier aufscheuchen könnten. Diesbezüglich ist der kostengünstigste Boden aus Riffelblech nicht so geeignet. Doch lässt er sich mit einer Gummimatte problemlos schalldämmen.

Seilfixierung des Hinterfusses gegen gegen eine Stange.

Hinterfussfixierung mit integriertem Kotauffangbecken.

Bauchgurten vorzuziehen. Einige Hersteller bieten diagonal geführte Gurten an, damit keine Euterquetschungen auftreten können. Meistens müssen die Gurten manuell unter dem Tier durchgeführt und an der Winde angehängt werden. Einige Profistände bieten Gurten an, die maschinell abgesenkt werden und deshalb gar nie von der Winde getrennt werden. Damit spart man natürlich Zeit. Das Anheben und Festhalten der Füsse ist der nächste wichtige Schritt. Bei den dazu dienenden Vorrichtungen ist die Vielfalt unter den Herstellern enorm gross. Am häufigsten und einfachsten werden die Vorderfüsse über eine im Bereich der Afterklaue befestigten Schlinge mithilfe einer manuellen Vorderfusswinde gegen die Windenachse hochgezogen und dann auch in Arbeitsposition gehalten. Die einfachste Lösung ist eine steckbare Winde, die aber in den meisten Fällen nicht verstellbar ist. Es kann von Vorteil sein, wenn die Winde zumindest horizontal drehbar ist, damit der Winkel so eingestellt werden kann, dass der Gurt beim Aufziehen richtig aufgerollt wird und nicht neben die Achse abrutscht. Noch besser sind Winden, die an einem schwenkbaren Arm befestigt sind. Damit lassen sich die Vorderfüsse in einer idea-

len, geraden Linie nahe am Tierkörper aufziehen und dann zum Arbeiten horizontal oder leicht schräg nach aussen schwenken. Bei einem nach aussen geschwenkten Vorderfuss ist sowohl die Zugänglichkeit (Winkelschleifer) als auch die Sicht besser und es kann in einer bequemeren Position gearbeitet werden. Bei einigen Fabrikaten lässt sich die Vorderfusswinde zusätzlich in der Höhe verstellen. Je nach Grösse der Person ist eine Arbeitshöhe von 90 bis 120 cm ideal. Für viele Stände im Profisegment wird eine hydraulische Hebevorrichtung angeboten, mit der das Tier mit dem gesamten Stand bis zu einer optimalen Arbeitsposition angehoben werden kann. Bei wilden Tieren gibt die reine Fixierung der Füsse mit dem Gurt oder Seil an eine Windenachse wenig Stabilität. Das Tier hat rund um die Achse eine relativ grosse Bewegungsfreiheit, was das Arbeiten erschwert und zudem den Gurt lockert. Einige Hersteller geben dem fixierten Fuss deshalb mehr Stabilität, indem sie ihn mit der Winde gegen einen runden «Anschlag» oder eine Stange ziehen. Bei nicht verstellbaren Winden lässt sich allenfalls eine bessere Arbeitsposition realisieren, wenn der Vorderfuss zuerst mit einem Seil manuell auf die Oberseite der Windenachse angehoben und dann mit

Sand Texas Trading mit höhenverstellbarer und hochklappbarer Hinterfusswinde.

Hinterfüsse werden am Sprunggelenk angehoben und dann zusätzlich am Klauen fixiert.

Verstellbare vordere Fusswinden Ist das Tier am Hals fixiert, werden die Bauchgurten angebracht. Diese sollten das Tier möglichst schonend tragen und sich trotz des Gewichts dosiert und mit geringem Kraftaufwand lösen lassen. Schmale Einzelgurten neigen dazu, sich zu rollen und einzuschneiden. Deshalb sind breite, robuste oder verbundene

3 2013  Schweizer Landtechnik

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n  Markt | Übersicht

Aus Platzgründen werden in den Tabellen folgende Abkürzungen verwendet:

Erläuterungen

Abkürzungen (Hst) (Mo) (Fnk) K F B

Die folgenden Seiten zeigen eine Auswahl an Modellen, die nach Ansicht der Redaktion die Besonderheiten der Hersteller zeigt. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird jeweils pro Spalte nur ein Modell jedes Herstellers abgebildet und beschrieben. Das Ziel dieser Modellauswahl war es nicht, Quervergleiche zu machen, sondern die Vielfalt der technischen Lösungen zu zeigen. Deshalb wurde tendenziell ein Modell mit mittlerem bis hohem Ausstattungsniveau ausgewählt. Insbesondere ist die Modellauswahl nicht dazu geeignet, Preisvergleiche zu machen, da in der Regel völlig unterschiedliche Ausrüstungen im Basispreis enthalten sind. Alle Angaben ohne Gewähr.

T W (Gew) (DBr) (Fix) (RhS) (Bgt) (VFW) (FV) (AHV) (HFW) (FH) (AHH) (Prs) (Vtr)

Bezeichnungen Hersteller (Land, in dem der Stand hergestellt wird) Modellbezeichnung des abgebildeten Modells Funktionen des abgebildeten Modells: (Wenn in Klammern: nur bedingt) Klauenpflege Fangen/Fixieren eines nicht handgeführten Tieres Behandlung (in Klammern, wenn beispielsweise der Halsfangrahmen nicht verstellbar ist oder wenn kleinere Tiere seitlich entweichen könnten) Transport einzelner Tiere auf der Strasse möglich Speziell geeignet für das Einfangen auf der Weide integriert in Fanganlage Gewicht des Stands in der Grundausrüstung Druchgangsbreite in cm Fixiervorrichtung (z.B. Selbstfangrahmen auf Tiergrösse verstellbar) Rückhaltesystem (z.B. Halbtüren, Beckenstangen verstellbar) Bauchgurten oder andere Haltevorrichtungen Bauart Vorderfusswinden Fixierung der Vorderfüsse Arbeitshöhe bei Vorderfüssen in cm (gemessen Klauenmitte unter der Windenachse) Bauart der Hinterfusswinde Fixierung der Hinterfüsse Arbeitshöhe hinten (gemessen Klauenmitte unter der Windenachse) Preis in der Grundausrüstung = Preis in der Schweiz in CHF inkl. Mwst., abgeholt beim Importeur/Händler Kontakt Vertrieb

Gesamtübersicht zu den Anbietern

1

Durchgangsbreite verstellbar1

Halsrahmen Breite verstellbar2

Halsrahmen fixiert automatisch

Rückhaltesystem hinten auf Tierlänge verstellbar

Winden elektrisch oder hydraulisch erhältlich

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Amhof Buri Berweger B + M AG Studer Rosensteiner

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wenn in Klammer: Breite kann mit steckbarem Einsatz reduziert werden.

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2

Passende Wiegetechnik im Programm

Durchgangsbreite für speziell grosse Tiere mind. 80 cm

o

Lift zum Anheben des Stands

Seitenwände für Mutterkühe und kleine Tiere

o

Tiertransport möglich

Spezielle Eignung als Weidefanganlage

o

Gerätetransport Stalergabel

Anzahl Modelle über Schiebestand

o

Gerätetransport 3-Punkt

Anzahl Modelle Kippstand

o

Gerätetransport Fahrwerk

Anzahl Modelle Durchtreibstand als mulifunktionaler Behandlungsstand

4

Fussfixierung hinten klappbar Ob=nach oben, s= seitlich

Anzahl Modelle einfacher Fang- und Wiegekäfig oder Fangrahmen

Fässler

Fussfixierung hinten verstellbar h=höhe, l=länge

Anzahl Modelle Durchtreibstand spe­ ziell für Klauenpflege

Anbieter

Fussfixierung vorne verstellbar s=seitlich schwenken, h=höhe, L=länge

Legende: X = erhältlich auf mindestens einem Modell, o = nicht erhältlich (die Angaben in dieser Tabelle beziehen sich nicht auf ein bestimmtes Modell, sondern auf das Gesamtangebot des Herstellers!)

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wenn in Klammer: wechselbarer Türeinsatz für Jungtiere erhältlich


Übersicht | Markt   n

Gurt und Winde fixiert wird. Einige Hersteller bieten als Alternative zur direkten Befestigung an der Winde auch einen hohlrunden Holzklotz an, auf dem der Fuss sehr stabil befestigt werden kann. Diese Art der Befestigung bietet einen sichereren Halt, jedoch ist die Fixierung bei «wilden» Tieren ohne motorisierten Aufzug wesentlich schwieriger und anstrengender als mit einer Winde. Eine starre Befestigung der Füsse ist insbesondere mit aggressiven Werkzeugen (Winkelschleifer) von grosser Bedeutung.

Hintere Winde wegklappen Auch bei der Hebevorrichtung für die Hinterfüsse gibt es eine sehr grosse technische Vielfalt. Bei einigen Geräten wird der Fuss wie bei den Vorderfusswinden direkt mit einem im Bereich der Afterklaue befestigten Gurt oder Seil direkt an die Windenachse gezogen. Bei anderen Fabrikaten wird das Bein zuerst am Sprunggelenk angehoben und erst dann eventuell noch zusätzlich fixiert. Beim Anheben im Sprungelenk sind die Tiere eher ruhiger, da ihr Gleichgewicht weniger beeinträchtigt wird. Eine technische Herausforderung stellt bei den Hinterfusswinden das Entfernen der Winde aus

dem Treibgang zum Eintreiben der Tiere dar. Bei den einfachsten Ausführungen muss die Winde bei jedem Tier wieder aufs Neue relativ mühsam durch ein Loch in der Seitenwand eingefahren und wieder herausgezogen werden. Oder es müssen hintere Türen, die das Tier vor der Fixierung im Halsrahmen am Rückwärtsgehen hindern, für eine gute Zugänglichkeit der hinteren Klauen demontiert und anschliessend wieder montiert werden. Wesentlich praktischer sind Modelle, bei denen die hintere Halterung oder die ganze Winde nach oben geklappt werden kann. Das ist insbesondere dann von Vorteil, wenn es sich um einen Fang- und Behandlungsstand handelt, bei dem ein Tier nach dem anderen durch einen Treibgang in den Stand getrieben wird. Beim Kauf sollte man auch auf Details achten. Praktisch sind beispielsweise Werkzeughalterungen, fest verlegte Stromleitungen mit Steckdosen und Lichtquellen oder Kisten für Verbandsmaterial. Solche Ausrüstungen lassen sich aber auch nachträglich an die meisten Stände selber montieren. Nicht zuletzt sollte man sich vor dem Kauf auch über die Wartung des Standes einige Gedanken machen. Je mehr Be-

standteile ein Gerät hat, desto eher wird es später auch Reparaturen geben. Besonders bei Geräten mit komplexerem Aufbau (Elektromotoren, Hydraulik) sollte man also darauf achten, dass in der Nähe ein Servicepartner zur Verfügung steht und dass Ersatzteile kurzfristig verfügbar sind. Nicht zuletzt ist auch die Oberflächenbehandlung für die Langlebigkeit entscheidend. Viele Stände sind in der Standardausführung lackiert und gegen Aufpreis vollständig feuerverzinkt lieferbar. Ist der Stand häufig der Witterung ausgesetzt, sollte man sich für die verzinkte Version entscheiden.  n

3 2013  Schweizer Landtechnik

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n  Markt | Übersicht

Fässler: Arbeiten auf der Rampe

Amhof: viel Platz bei Hinterfüssen

Buri: Arbeiten auf dem Anhänger

Der Klauenpflegestand KL100 von Fässler ist mit einem Boden als erhöhter Konsole ausgerüstet und ermöglicht ohne Lift eine aufrechte Arbeitshaltung. Die integrierten Rampen sind aus Tränenblech. Ösen für  Standaufhängung und Treibgatter­ anschluss sind Standard. Die verstellbare Selbstfangvorrichtung ermöglicht ein Eintreiben mit auto- 1 matischem Fangen. Die seitlich öffnende Hecktüre ist mit automatischer Doppelklinkenverriegelung aus­ gestattet. Eine Kotwanne mit Kunststoffschutzplatte ist im Tor integriert. Die zwei Vorderfusswinden (1) sind beidseitig in Höhe und Länge einstellbar sowie aus- und 2 einschwenkbar mit automatischer Verriegelung. Auch die Hinterfusswinde ist Höhen- und Längs­ verstellbar. Für den Gerätetransport ist eine Dreipunktaufnahme serienmässig, auf Wunsch gibt es ein Fahrwerk (2), dass einer Person ermöglicht, den Stand an Ort und Stelle zu heben und zu senken mittels Vorderfusswinde.

Der Klauenpflegestand «Profi» ist mit zwei Halbfangtüren (1) ausgestattet, die beim Eintreiben der Kuh automatisch schliessen. Die Verschlussposition der Fangtüre kann einfach in fünf Po­sitionen (2) verstellt werden. Dies erlaubt eine schnelle Anpassung an die Grösse der Kuh. Verglichen mit dem älteren Standmodell «Perfekt» ist der Profi stabi- 1 ler geworden, und die hinteren Standrohre sind weiter vorne angebracht. In Ver­ bindung mit der längeren Konstruktion der  Hecktüre ergibt sich mehr Platz und  dadurch mehr Sicherheit beim Anbinden 2 der Hinterbeine. Auf Wunsch ist ein drehbarer Kabelgalgen erhältlich, der auch mit einem Scheinwerfer ausgerüstet werden kann. Der Stand kann entweder direkt mit dem Traktorhubwerk oder mit einer Transport­ einrichtung mit steckbaren Pneurad und Zugdeichsel transportiert werden. Seitenwände für das Einfangen kleinerer Tiere sind in Vorbereitung.

Der Klauenpflegestand KP201 ist in einer Standard- und in einer fahrbaren Version erhältlich. Das Besondere an der fahrbaren Version: Der Stand ist fest mit dem Fahrwerk als Autoanhänger verbaut. Vor der Benutzung des Standes werden lediglich die vier Abstützungen mit einer ­manuellen Kurbel abgesenkt, und schon kann es losgehen. Da sich das Tier dann auf einer Höhe von rund 40  cm befindet, 1 kann der Klauenschneider in rückenschonender Höhe arbeiten. Zum Fixieren des Tiers ist der Stand mit einem Selbst­ fanghalsrahmen ausgestattet. Der Schnappverschluss kann gegen hinten und vorne separat mit einem Hebel gelöst wer2 den. So kann das Tier nach vorne oder hinten aus dem Stand geführt werden. Die beiden Bauchgurten sind sehr breit und werden mit einer manuellen Kurbel gehoben. Die Vorderfusswinden (1) sind seitlich verstellbar. Die seitlich zu öffnende Hecktüre mit Hinterfusswinde (2) ist in der Grundausrüstung mit einer Kotwanne bestückt.

Hst

Fässler Landtechnik, Sennwald CH

Hst

Amhof AG, Alikon (CH)

Hst

Buri AG, Hasle-Rüegsau, (PL)

Mo

KL 100

Mo

Profi

Mo

KP201 fahrbar [nicht fahrbar]

Fnk

(F), K, B

Fnk

(F), K, (B), (keine Tiere unter 200 kg)

Fnk

(F), K, (B), (keine Tiere unter 300 kg)

Gew 475 kg

Gew

350 kg

Gew 461 kg [270 kg]

DBr

70 cm

DBr

70 cm

DBr

82 cm

Fix

Selbstfangvorrichtung

Fix

Automatische Halbtüren, 19–29 cm

Fix

Selbstfangvorrichtung, 20 cm fix

RHS

Hecktüre, seitlich schwenkbar

RHS

Hecktüre mit Kotwanne, seitl. schwenkbar

RHS

Hecktüre, seitlich schwenkbar

Bgt

2 Bauchgurten einzeln, manuelle Kurbel

Bgt

2 oder 3 Bauchgurten einzeln, Breite 12 cm, manuelle Kurbel,

Bgt

2 Bauchgurten einzeln 15 cm, man. Kurbel

VFW 1 Winde, beidseitig steckbar

VFW 1 Winde, steckbar, seitlich schwenkbar in Stufen

AHV 90 cm

FV

Gurt an Windenachse

FV

HFW Winde manuell, seitlich klappbar

AHV

60 cm

AHV 95 cm [70 cm]

FH

HFW Winde manuell, seitlich klappbar

HFW Winde manuell, seitlich klappbar

AHH 100 cm

FH

FH

Prs

Keine Angabe (k. A.)

AHH 70 cm

AHH 105 cm [80 cm]

Vtr

www.faessler-landtechnik

Prs

CHF 3650.–

Prs

CHF 5649.– [2740.–]

Vtr

www.amhofag.ch

Vtr

www.rburi.ch

VFW 2 Winden, längs- u. höhenverstellbar FV

22

Rundschlaufengurt an Windenachse

Gurt an Windenachse

3 2013  Schweizer Landtechnik

Gurt an Windenachse

Gurt an Windenachse

Gurt an Windenachse


Übersicht | Markt   n

Berweger: auch mit Seitengitter

B + M AG: mit Lungen und Nieren

Studer: der Transportspezialist

Der Klauenpflege- und Behandlungsstand von Karl Berweger wurde in den letzten Jahren so weiterentwickelt, dass alle Arten von Tieren fixiert werden können. Die Fixierung erfolgt mit zwei nach innen  und aussen schwenkbaren Halsrahmen­ türen  (2), deren Durchlass zum Anpassen an die Tiergrösse verstellt werden kann. Als Rückhaltevorrichtung dient die hintere Tür mit der angebauten Winde und dem 1 Kotauffangbecken. Vorne werden die Füsse mit zwei stufenlos nach aussen schwenkbaren Vorderfusswinden  (1) angehoben. Der Klauenpflegestand kann mit Seitengittern ausgerüstet werden, das sich mit einem Handgriff entfernen und auch wieder montieren lässt. Auf Wunsch 2 lässt sich der Stand mit einer elektrisch angetriebenen Hydraulikanlage ausrüsten. Mit dieser können alle Winden hydraulisch angetrieben werden. Als weitere Zusatzausrüstung bietet Berweger einen ebenfalls hydraulischen Lift und ein Fahrwerk an.

Der GMC-Behandlungsstand wurde für alle Behandlungen speziell bei Mutterkuhherden entwickelt. Die verschiedenen Ausführungen unterscheiden sich nur im Mittelteil des Standes. Kopfteil-, Eingangstüre und Bedienung sind bei allen GMC-Ständen identisch (Baukasten­ system). Alle beweglichen Teile können mittels Steckbolzen einfach demontiert werden; somit ist der Zugang zu den Tieren schnell und sicher möglich. Jeder Stand wird mit einer 1 Bauchgurte ausgeliefert. Die Version Pflegestand Typ «8470 Super 80» bietet eine einzigartige Lösung für die Zugänglichkeit bei der Klauenpflege: Seitlich können zwei «Lungen» als Ersatz für den Gurt unter das Tier geklappt werden. Die beiden 2 «Nieren» können für die Klauenpflege nach unten geklappt oder über Splinten entfernt werden. Dieser Stand kann zusätzlich mit den Verjüngungsblechen für die Behandlung kleinerer Tiere nachgerüstet werden. Einfachere Versionen des GMC-Standes ohne Klauenpflegeeinrichtung sind ab Fr. 4400.– erhältlich.

Der Klauenpflege-, Behandlungs- und Transportstand (KBT) wurde vom Landwirt Peter Studer entwickelt. Das Tier wird in den Stand getrieben und hinten durch Halbtüren am Retourlaufen gehindert. Es wird durch einen selbstschlies­ senden, in der Breite anpassbaren Halsrahmen (1) automatisch fixiert. Als Option 1 können die Fangtüren speziell für behornte Tiere teleskopierbar bestellt werden, wodurch die obere Hälfte des Durchgangs auf der ganzen Breite frei ist, bis das Tier die Türen bewegt und die Teleskopenden automatisch ausfahren. Für den Tiertransport mit der Palettengabel lassen sich zwei Seitenwände montieren. Für die Klauenpflege werden diese Wände und 2 die hinteren Türen werkzeuglos entfernt. Zum Klauenschneiden hinten lässt sich die Hinterfusswinde herunterklappen, vorne stehen zwei steckbare Winden zur Verfügung. Dieser Stand bietet eine einzigartige Kombina­ tion von Transportfunktion (2) und guter Zugänglichkeit bei Tierbehandlung und Klauenpflege.

Hst

Karl Berweger, Uerzlikon (CH)

Hst

Guerletub, Attigny (F)

Hst

Peter Studer, Flühli (CH)

Mo

Berweger

Mo

8470 Super 80

Mo

KBT

Fnk

F, K, B

Fnk

F, K, B, W, (T)

Fnk

F, K, B, W, T

Gew 220 kg

Gew 460 kg

Gew 495 kg

DBr

82 cm

DBr

80 cm

DBr

k. A.

Fix

2 verstellbare Selbstfang-Halsrahmentüren

Fix

Automatisch einrastende Halbtüren

Fix

Autom. verkeilende Halbtüren, verstellbar

RHS

Hecktüre mit Winde, seitlich schwenkbar

RHS

2 Halbtüren plus verstellbare Beckenstange

RHS

Manuell schliessende Halbtüren und Winde

Bgt

3 Bauchgurten verbunden, manuelle Kurbel

Bgt

1 Bauchgurte plus 2 Lungen

Bgt

3 Bauchgurten verbunden, man. Winde

VFW 2 stufenlos seitlich schwenkbare Winden

VFW 1 Winde steckbar, beidseitig verwendbar

VFW 2 Winden, steckbar, starr

FV

FV

FV

Gurt an Windenachse

Gurt an Windenachse

Gurt an Windenachse

AHV 65 cm

AHV 70 cm

AHV 75 cm

HFW Winde manuell, seitlich klappbar

HFW Winde manuell, seitlich aufklappbar an Türe

HFW Winde manuell, aufklappbar

FH

FH

FH

Gurt an Windenachse

Gurt an Windenachse

Gurt an Windenachse

AHH 75 cm

AHH 75 cm, höhenverstellbar

AHH 85 cm

Prs

CHF 3200.–

Prs

CHF 5720.–

Prs

CHF 9500.–

Vtr

www.berweger-eisenwaren.ch

Vtr

www.bm-agrotech.ch

Vtr

www.studer-innovation.ch

3 2013  Schweizer Landtechnik

23


n  Markt | Übersicht

Rosensteiner: zweistufig anheben

Texas Trading: für alle Herden

Marechalle: bewährter Klassiker

Der Klauenpflegestand «Top 5» von Rosensteiner weist eine einzigartige Bauart aus Rohren und Vierkantprofil auf. Das seitliche Entweichen wird durch aufklappbare Rohrbügel verhindert. Bei aufgeklapptem Bügel ist eine sehr gute Zugänglichkeit hinten und vorne gegeben. Der Fanghalsrahmen wird manuell über Seilzug 1 bedient. Die Vorderfüsse werden mit Kunststoffseil gegen Windenachsen gezogen (1). Eine Besonderheit ist die 2-stufige Hinterfussanhebung (2). Zum Anheben wird ein Kunststoffgurt oberhalb des Sprunggelenks um das Bein geschlagen. Nach dem Hochziehen kann der Fuss mit einer zweiten Schlinge im Be2 reich der Afterklaue direkt an die zweite, in Höhe und Länge verstellbare Windenachse gezogen werden. Transportiert wird der Top 5 entweder durch Anbau an das Traktorhubwerk, oder aber der Stand wird mittels vier Aufsteckrädern auf einen Autoanhänger geladen. Als Option ist eine elektrische Hinterfussaufhebung und ein Servicearm mit Beleuchtung erhältlich.

Der Klauenpflegestand «K12» von Texas Trading wurde als gut zugänglicher Behandlungsstand und vollwertiger Klauenpflegestand für Milch- und Mutterkühe entwickelt. Das Herzstück ist die patentierte Fangvorrichtung «Priefert Head­ gate» (2) mit der sich manuell oder automatisch auch wilde Tiere bequem und sicher 1 fixieren lassen. Dieses Headgate wird auch auf anderen Fang- und Behandlungsständen von Texas Trading eingebaut. Das seitliche Entweichen wird durch aufklappbare Rohrbügel verhindert. Bei aufgeklapptem Bügel ist 2 eine gute Zugänglichkeit hinten und vorne gegeben. Der Stand arbeitet mit einer 2-stufigen Hinterfussanhebung. Zuerst wird über dem Sprunggelenk mit einem Gurt angehoben, dann mit einer zweiten Schlinge an eine in Höhe und Länge verstellbare zweite Windenachse fixiert. Transportiert wird der K12 mit Stallgassenrädern oder mit dem Traktor über eine abnehmbare Dreipunktaufhängung.

Der Fang- und Behandlungsstand PM 2400 von Marechalle Pesage ist einer der am meisten verbreiteten. Das Tier wird mit dem Fangkorb vorne und Halbtüren hinten angehalten und dann mit einem manuellen, verstellbaren Halsrahmen oder mit einem automatischen Halsrahmen fixiert. Die Bauchgurten können mit einem neuartigen Ratschenhebel (2) gespannt und ge- 1 löst werden. Für Behandlungen können vier Seitentüren geöffnet werden. Für die Klauenpflege werden nur die vorderen Türen geöffnet und die Vorderfusswinde (1) eingesteckt. Die Hinterfusswinde muss 2 in der hinteren Seitentür eingeschoben werden. Für eine verbesserte Zugänglichkeit der Hinter­ füsse müssen die hinteren Halbtüren mit  Stecknägeln entfernt werden, ein­ fache Arbeiten sind auch mit den Halbtüren möglich. Für den Geräte- und Tiertransport kann der Stand auf der Seite mit dem Traktorhubwerk gehoben werden.

Hst

Rosensteiner, Steinbach (A)

Hst

Texas Trading, Windach (DE)

Hst

Marechalle Pesage, Chauny Cedex (F)

Mo

Top 5

Mo

K 12

Mo

PM 2400

Fnk

F, K, (B) (nicht für Tiere unter 300 kg)

Fnk

F, K, B, W

Fnk

F, K, B, T, W

Gew 395 kg

Gew 455 kg

Gew 575 kg

DBr

70 cm

DBr

70

DBr

80 cm

Fix

Halsfangrahmen mit Seilzugbedienung

Fix

Automatisch od. manuell mit Headgate

Fix

Korb und Fangrahmen man/aut. verstellbar

RHS

Beckenstange, nicht verstellbar

RHS

Kette und massive Hecktüre

RHS

Halbtüren plus verst. Beckenstange

Bgt

1 Brustgurt, 2 Knieseile, 2 Schenkelseile

Bgt

1 Brustgurt mit Winde, 2 Schenkelketten, 1 Absperrkette

Bgt

2–3 Bauchgurten einzeln, man. Ratsche

VFW 2 Winden, seitl. nach oben schwenkbar

VFW 2 Winden, seitl. nach oben schwenkbar

FV

AHV 55–85 cm

FV

AHV 50 cm

HFW Aufhebung im Sprunggelenk mit Seilwinde

AHV 55–85 cm

HFW Winde manuell, oben am Stand

FH

HFW Anheben über Sprunggelenk, Seilwinde

FH

AHH 100 bis 125 cm verstellbar

FH

AHH 80 cm

Prs

CHF 6500.– (Version Basic)

AHH 90–110 cm verstellbar

Prs

CHF 3990.– bis 4720.–

Vtr

www.rhein-technik.ch www.rothsa.com

Prs

k. A.

Vtr

Vtr

www.natier.ch

www.krieger-ruswil.ch; www.rothsa.com; www.rovagro.ch

FV

24

VFW 1 Winde, beidseitig steckbar

Gurten an Windenachse

Schlinge an zweite Windenachse

3 2013  Schweizer Landtechnik

Seil an Windenachse

Schlinge an zweite Windenachse

Gurt an Windenachse

Seil zieht an Metallrohr


Übersicht | Markt   n

Patura: mit Seitenverengung

KVK: der vollhydraulische Profi

Wopa: gefederte Rückhalteklappe

Der neue mulitifunktionale Behandlungsstand PATURA A8000, der erst ab Mitte 2013 lieferbar sein wird, schliesst die Lücke zwischen den zwei Standard- und den drei Profi-Behandlungsständen von PATURA. Als Besonderheit bietet dieser Stand eine stufenlose, hydraulisch per Handpumpe betätigte Seitenverengung von 85 bis auf 40 cm Durchgangsbreite (1) bei Erhaltung der Klauen- 1 pflege-Tauglichkeit. Die Seitenwände können fast geräuschlos (2) verstellt werden. Auch die stufenlose Halsfangvorrichtung mit automatischer Bremse (zusätzlich zum Fangkorb) lässt sich mit einer Breite von 12 bis 85 cm für jede Tiergrösse einsetzen. Die steckbare Vorderfusswinde zieht den Fuss gegen einen Metallbügel. Mit einem Gewicht von über 880  kg ist dieser Stand 2 ­robust gebaut. Gegen oben wird das Programm mit drei ähnlich aufgebauten Profi-Behandlungsständen ergänzt. Diese sind mit Gewichten von 800 bis 1300 kg speziell robust für grosse Tierzahlen gebaut. Die beiden leichteren Modelle ohne Seitenverengung sind für kleinere Bestände geeignet.

Der Klauenpflegestand Modell 800-1 ist das Fünfsterne-Modell des dänischen Herstellers KVK Hydra Klov. Dieses Modell bietet für die effiziente Klauenpflege mit grossem Durchsatz in vollhydraulischer Funktion mit einem 5,5-kW-Elektromotor, der alle Funktionen hydraulisch betätigt: Dies beinhaltet die Vorder- und Hintertür, für jedes Bein eine separate Seilwinde, die Bauchgurten, das Heben und Senken des 1 gesamten Stands sowie die Steuerung der gummibestückten Klauenstützbleche (1). Die Bauchgurten (2) werden von den Winden am Boden abgelegt und müssen nie von Hand eingehängt werden Alle vier Füsse werden mit einem Kunststoff­ seil mit Beinman2 schette erfasst und von der Seilwinde gegen Metallbügel sehr stabil fixiert. Zusätzlich werden die Klauen mit je einem Klauenstützblech gehalten. Diese Bleche können hydraulisch links/ rechts gedreht und herein-heraus-tele­ skopiert werden. Serienmässig sind Werkzeughalterungen, Steckdosen und Licht montiert. KVK bietet auch einfachere, teilhydraulisch und mechanisch betätigte Modelle ab 6500 Euro an.

Der Klauenpflegestand vom Typ SA0051 ist das Flaggschiff von Wopa. Bei diesem Stand sind alle Funktionen von der Fangtür, dem Rückhaltesystem über den Bauchgurt bis zu hinteren und vorderen Winden elektrohydraulisch betätigt. Es handelt sich hier also um ein Gerät für hohe Leistung von Profi-Klauenpflegern. Eine erste Besonderheit sind hier die nach vorne klapp- und falt­ baren Türen, die zum Eintreiben des 1 Tiers einen ca. 3 Meter langen Gang bilden und zum Arbeiten hinten entsprechend viel Platz freimachen. Sobald das Tier in den Stand gelangt, kann der Bediener gleichzeitig den Halsfangrahmen (VTüren) schliessen und die gefederte Rückhalteklappe von oben herunterklappen. Die Anhebung der Vorderfüsse (2) erfolgt 2 mit einer Kunststoffseil-Trommelwinde auf einen Holzklotz. Die Hinterfüsse werden über ein Kunststoffseil mit Schlinge im Sprunggelenk angehoben und gegen die Rückhalteklappe (1) fixiert. Der Stand ist fest auf einem Fahrwerk aufgebaut.

Hst

Patura, Laudenbach (DE)

Hst

KVK Hydra Klov, Vejen (DK)

Hst

Wopa (NL)

Mo

A 8000

Mo

800-1

Mo

SA 0051

Fnk

F, K, B, W

Fnk

F, K, B

Fnk

F, K, B

Gew 884 kg

Gew 950 kg

Gew 900 kg

DBr

40–85 cm stufenlos hydr. verstellbar

DBr

84 cm

DBr

70 cm

Fix

Fangkorb + stufenl. klemmende Halbtüren

Fix

Hydraulischer Halsfangrahmen

Fix

Hydraulische V-Türen

RHS

Schiebetüre + verstellbare Beckenstange

RHS

Hydr. Hecktüre mit Winden, seitl. öffnen

RHS

Hydr. Hinterklappe, öffnet nach oben

Bgt

2 Bauchgurten 12 cm einzeln, man. Winde

Bgt

2 Bauchgurten, 2 hydr. Trommelwinden mit Kunststoffseil

Bgt

1 Bauchgurte elektrische Winde

VFW 1 Winde beidseitig im Boden steckbar

VFW 2 hydr. Trommelwinden Kunststoffseil

VFW 2 hydr. Trommelwinden, Kunststoffseil

FV

AHV 65 cm

FV

AHV 90 cm von oben wie Tisch, (mit Lift 140 cm)

HFW Winde manuell, seitlich einschieben

AHV 110 cm

HFW Elektr. Trommelwinde über Sprunggelenk

FH

HFW 2 hydr. Trommelwinden, Kunststoffseil

FH

FV

Gurt zieht an Metallbügel

Gurt an Windenachse

Seil/Manschette zieht gegen Metallbügel

Seil/Manschette zieht gegen Metallbügel

Beinmanschette auf Holzklotz

Beinmanschette über Sprunggelenk gegen gefederte Hinterklappe

AHH 80–90 cm

FH

Prs

Auf Anfrage

AHH 120 cm

AHH 110 cm (mit Lift 140 cm)

Vtr

www.patura. com www.hausundhofag.ch

Prs

EUR 31 000 ab Hersteller

Prs

EUR 22 000 ab Hersteller

Vtr

www.kvk.dk

Vtr

www.wopa.com

3 2013  Schweizer Landtechnik

25


n  Markt | Übersicht

Dutch Hoof Care: elektrisch

Der Klauenpflegestand CB8002 von Dutch Hoof Care ist mit einem 20 cm breiten Bauchband (1) ausgestattet, das von zwei Kunststoffseil-Trommelwinden angehoben und abgesenkt wird. Beim Eintreten läuft das Tier über das Band. Die Vorder fussfixierung auf Holzklötzen bietet eine gute 1 Stabilität und ist auf beiden Seiten mit je einer elektrischen Trommelwinde (Kunststoffseil) ausgestattet. Eine weitere elektrische Trommelwinde ist für das Anheben der Hinterfüsse installiert. Die Hinter fus s fixierung gegen Metallrohre ist hochklappbar. Auf beiden Seiten des Stands können Gitter montiert 2 werden. Für eine gute Standsicherheit ist der Stand mit verbreiterten Füssen ausgestattet. Die Serienausstattung umfasst verschiedene Werkzeug und Sprayhalter sowie drei Steckdosen. Auf Wunsch ist ein Transportfahrwerk erhältlich. Im Programm von Dutch Hoof Care sind auch Modelle mit vollhydraulischer Bedienung. Das mit ähnlicher Technik wie der CB8002 funktionierende, manuell bediente Modell CB8001 ist ab einem Preis von rund 2100,00 Euro erhältlich.

26

Paul Werner: stabile Fussfixierung

Beiser: spezielle Vorderfusswinden

Das Topmodell «PW 1 Profi-E» von Paul Werner zeichnet sich durch viel Komfort trotz einfacher Bauweise aus. Die zwei breiten Bauchgurte werden manuell mit Kunststoffseilen an einer Zwille ein­ gehängt, dies im Gegensatz zu einer Befestigung mit Ketten geräuschlos. Die Vorderfüsse werden mit einem 1 Seil mit Beinmanschette (1) beidseitig je von  einer oben am Stand angebrachten Elektrowinde gegen eine schwenkbare Vorderfussaufnahme gezogen. Eine dritte Elektrowinde hebt die Hinterfüsse gegen zwei Metallrohre an. Die nach oben klappbare Hinterfussfixierung (2) ermöglicht eine aufrechte Arbeitsposition. Drei separat zuschaltbare Arbeitsleuchten 2 sowie eine Doppelsteckdose pro Seite gehören ebenso zur Serienausstattung wie zwei Flexhalter. Der Gerätetransport erfolgt serienmässig per 3-Punkt-Aufhängung oder optional mit Räder und Anhebehilfe. Als Sonderausstattung ist eine hydraulische Hebebühne oder ein Spezialanhänger verfügbar.

Dieser Behandlungsstand von Beiser ist mit 85 cm Durchgangsbreite für die Behandlung von grösseren Tieren geeignet. Das Tier wird mit einer verstellbaren Fangtür manuell fixiert. Die zwei Bauchgurten können mit einer manuellen Kurbel angehoben und gelöst werden. Augenfällig ist die Bauart der Vorderfusswinden. 1 Die Windenachse kann stufenweise horizontal nach aussen geschwenkt und zusätzlich um einen zweiten Drehpunkt (2) in der Höhe variiert werden. Das Anheben der Hinterbeine (1) erfolgt in zwei Stufen. Die eigentliche Hebewinde für das Anheben im Sprunggelenk ist seitlich angebracht. Mit einer zweiten Winde in der Hecktüre mit Kotwanne kann der Fuss anschliessend fixiert werden. Abnehmbare Gitter2 türen verhindern das seitliche Entweichen von Tieren. Für den Gerätetransport können die Transporträder mit einzelnen Kurbeln abgesenkt und der Stand mit einer Zugdeichsel angehängt werden. Oder aber der Stand kann mit den beiden oben angebrachten Vier­ kantrohre für Staplergabeln angehoben und transportiert werden.

Hst

Dutch Hoof Care, Vroomshoop (NL)

Hst

Paul Werner Maschinenbau, Legau (D)

Hst

Beiser environnement, Bouxwiller (F)

Mo

CB8002

Mo

PW 1 Profi E

Mo

Behandlungsstand für grosse Tiere

Fnk

F, K, B

Fnk

F, K, (B)

Fnk

F, K, B (nicht für Tiere unter 300 kg

Gew 545 kg

Gew 440 kg

Gew 527 kg

DBr

72 cm

DBr

75 cm

DBr

85 cm

Fix

Automatisch einr. Halbtüren, verstellbar

Fix

Autom. einrastende Selbstfangtür, verstelb.

Fix

variabler Halsrahmen, manuell betätigt

RHS

Klappbare Fussfixierung

RHS

Kunststoffseil

RHS

Hecktüre, mit abnehmb. Kotwanne, seitl.

Bgt

1 Bauchgurte 20 cm, elektrische Winden

Bgt

2 Bauchgurten 14 cm einzeln, Kunsstoffseil

Bgt

2 Bauchgurten 15 cm einzeln, man. Kurbel

VFW 2 elektr. Trommelwinden, Kunststoffseil

VFW 2 elektrische Seilzüge, Bergsteigerseil

VFW 2 Winden, schwenkbar, höhenverstellbar

FV

FV

FV

Kunststoffseil auf Holzklotz

Seil/Manschette zieht an Metall, schwenkb.

Gurt an Windenachse

AHV 80 cm

AHV 80 cm

AHV 50–85 cm

HFW 1 elektr. Trommelwinde, Kunststoffseil

HFW 1 elektrischer Seilzug, Bergsteigerseil

HFW Winde man. am Stand, hebt Sprunggelenk

FH

FH

FH

Kunststoffseil zieht an Metallrohr

Seil/Manschette an Metallrohr, höhenverst.

Gurt an zweite Windenachse

AHH 100 cm, verstellbar

AHH 80–100 cm

AHH 85 cm

Prs

EUR 4100,– netto ab Hersteller

Prs

EUR 4580,– netto ab Hersteller

Prs

CHF 2990.– ab Werk, ohne MwSt.

Vtr

www.dutchhoofcare.com

Vtr

www.aigholz.de

Vtr

www.beiser-se.com

3 2013  Schweizer Landtechnik


Übersicht | Markt   n

Sigmer: der Mutterkuhspezialist

Der Klauenpflege-, Transport- und Behandlungsstand «swiss cowboy» von Agro Sigmer wurde aus Praxiserfahrungen für die Bedürfnisse der Schweizer Mutter­ kuhhalter entwickelt. Er weist einzigartige Besonderheiten auf. Die Fangvorrichtung vorne kann gegen vorne und hinten ­ge­öffnet werden, sodass auch ein «hängendes» Tier immer befreit wer- 1 den kann. Vorne hat der Stand nur einen statt zwei Ständer, sodass viel Platz für die Blutentnahme am Hals zur Verfügung steht. Der ganze Stand ist so konstruiert, dass alle beweglichen Teile geräuscharm funktionieren. So etwa die hochklappbare Hinterfusswinde (2), die am Rahmen statt wie üblich an den Hecktüren angebracht ist. Der Stand ist so gebaut, dass bei weggeschwenkter Seitenwand eine 2 Öffung (1) von 165 cm Breite frei ist. So hat beipsielsweise der Tierarzt genug Zugang für einen Kaiserschnitt. Mit der erhältlichen Transportvorrichtung können Tiere zum Schlachthof gefahren, direkt im Stand geschossen, und für das Ausbluten schnell zur Seitenöffnung herausgezogen werden. Für Jungtiere ist eine einfach steckbare Verengung von 80 auf 60 bis 50 cm enthalten.

Sachsen: spezielle Fussauflage

Agri Service: der Einzigartige

Der Klauenpflegestand Typ Sachsen wurde von der Genossenschaft der Klauenpfleger eG Sachsen aus mehr als 50 Jahren Praxiserfahrung entwickelt. Die Fixierung des Tiers erfolgt über einen Selbstfanghalsrahmen. Die Hecktüre mit Kotschutz lässt sich wahlweise links oder rechts herum öffnen. Der Brust- 1 gurt wird direkt von einer elektrischen Trommelwinde aufgerollt. Die Vorderfussfixierung (1) ist in verschiedenen Varianten unter anderem mit einer Gummiauflage plus Hilfsauflage erhältlich, auf die Vorderfüsse mit einem Haken manuell gelegt werden. Eine elektrische Vorderfussarretierung mit Trommelwinde ist seit Kurzem erhält2 lich. Die Hinter­ füsse werden über einen Gurt oberhalb des Sprunggelenks angebunden (Trommelwinde) und elektrisch angehoben. Der Unterfuss kann zusätzlich durch eine einsteckbare, höhenverstellbare Fussauflage (2) fixiert werden.

Der Agri Klauenpflegestand Typ Mechanik ist mit seinen sechs grossen Kurbelrädern aus Metall ein echter «Hingucker». Er ist mit Texas-Fangtüren ausgestattet, die per Seilzug von hinten geschlossen und mit einem Hebel nach vorne oder hinten wieder geöffnet werden können. Die beiden verbundenen Bauchgurten sind mit je einer separaten Tr o m m e l w i n d e mit Kunststoffseil 1 ausgestattet. Die seitlich schwenkbaren Vorderfusswinden (1) mit manueller Kunststoffseil-Trommel sind in in ihrer Bauart einzigartig. Das Kunststoffseil mit Beinmanschette zieht das Bein gegen einen Metallbügel. Zusätzlichen Halt geben die verstellbaren Fussauflagen aus Holz. Eine v e r­l g l e i c h b a r e Bauart hat auch 2 die Hinterfussfixierung, die an der Hecktüre (2) angebracht ist. Die Kunststoffseile werden bei allen sechs Winden am Stand über ein manuelles Drehrad mit Klinkensperre aufgerollt und können entsprechend auch unter Belastung wieder dosiert gelöst werden. Zum Transport können zwei Räder einzeln eingehängt werden.

Hst

Agro Sigmer, Dietikon (CH)

Hst

Gen. Klauenpfleger eG Sachsen (D)

Hst

Agri Service, Bübben (D)

Mo

Swiss Cowboy

Mo

Typ Sachsen

Mo

Agri Typ Mechanik

Fnk

F, K, B, W, T

Fnk

F, K, B

Fnk

(F), K, (B)

Gew 540 kg

Gew 423 kg

Gew 475 kg

DBr

80 cm, Verengung auf 60/50 cm

DBr

80 cm

DBr

70 cm

Fix

Selbstfangvorrichtung

Fix

Automatisch einr. Halbtüren, Verengung Jv.

Fix

Texastüren mit Seilzugbedienung

RHS

Heckhalbtüren

RHS

Hecktüre mit Kotschutz, öffnen links/rechts

RHS

Hecktüre mit 2 Winden, seitl. öffnen

Bgt

2 Bauchgurten einzeln, manuelle Winde

Bgt

1 Brustgurt, 6,5 cm breit, Elektrowinde

Bgt

2 Bauchgurten verbunden mit je 1 Winde

VFW 1 Winde manuell, beidseitig steckbar

VFW Manuelles Heben auf Auflage oder Winde

VFW 2 Trommelwinden, seitl. schwenkbar, man.

FV

FV

FV

Gurt an Windenachse

Vorderfussauflage seitl. schwenkbar

Beinmanschette zieht an Metallbügel

AHV 80 cm

AHV 50–85 cm

AHV k. A.

HFW Winde manuell, nach oben klappbar

HFW Gurt-Trommelwinde hebt im Sprunggelenk

HFW 2 Winden manuell, seitl. klappbar

FH

FH

FH

Gurt an Windenachse

Hinterfussauflage, Länge u. Höhe verstellb.

Beinmanschette zieht an Metallbügel

AHH 100 cm

AHH 75 bis 110 cm

AHH k. A.

Prs

CHF 7450.–

Prs

EUR 8150 ab Lohmen, exkl. Mwst.

Prs

k. A.

Vtr

info@agro-sigmer.ch

Vtr

www.klauenpfleger-eg-sachsen.de

Vtr

www.agri-klauenpflege.de

3 2013  Schweizer Landtechnik

27


n  Impression | Fahrbericht

Mit voll beladenem Abschiebewagen konnte der John Deere 6190R seine Fähigkeiten auf der Strasse unter Beweis stellen.

(Bilder: Roger Stirnimann)

Schnellschaltendes Getriebe Im Februar 2013 hatten wir die Gelegenheit, einen John Deere 6190R mit DirectDrive zu fahren. Eingesetzt haben wir ihn für den Transport von Laufstallmist mit einem dreiachsigen Fliegl-Abschiebewagen. Den Fokus haben wir bei diesem Fahrbericht auf das Doppelkupplungsgetriebe gelegt, weil dieses in den 6R-Traktoren erst seit wenigen Monaten eingebaut wird. Roger Stirnimann

Mit den Modellen 6170R, 6190R und 6210R löste John Deere Ende 2011 die damaligen Mannheimer-Flaggschiffe 7430 und 7530 ab. Die beiden kleineren ­Modelle können als direkte Nachfolger dieser 30er-Traktoren angesehen werden, beim 6210R handelt es sich um ein zusätzliches Topmodell. Mit der Bereifung 710/70R42 hinten (Durchmesser 205 cm) und 600/70R28 vorne, den grossen Heckkotflügeln, dem auf 280 cm verlängerten Radstand und der hochbauenden Motorhaube kommen die 6R-Traktoren ziemlich wuchtig daher. Mit 190 PS (140 kW) und satten 30 PS (22 kW) Boost, bei John Deere IPM genannt, kommt der 6190R bei Nenndrehzahl auf 220 PS (162 kW) und übertrifft seinen Vorgänger 7530 damit um 17 PS (Angaben nach 97/68 28

3 2013  Schweizer Landtechnik

EG). Das neuartige Doppelkupplungsgetriebe DirectDrive wurde bereits bei der Vorstellung der 6R-Baureihe Mitte 2011 angekündigt, ausgeliefert wird dieses aber erst seit ein paar wenigen Monaten.

Kalter Start, harter Einsatz Für uns Grund genug, einen 6190R mit diesem Getriebe einen Tag lang in der Praxis einzusetzen. Die erste Bewährungsprobe hatte der Traktor bereits am frühen Morgen zu bestehen. Durch die vorausgehende sternenklare Nacht zeigte das Thermometer minus 15  °C an! Der Motor startete dennoch sofort und drehte mit leicht erhöhter Leerlaufdrehzahl auf Anhieb rund. Angesagt war an diesem Tag eine Transportfahrt mit Laufstall-

mist. Nach dem Anhängen des drei­ achsigen Fliegl-Abschiebewagens mit Zwangslenkung an zwei Achsen ging es los. Schon bei der ersten Talfahrt mit dem leer 9,5 Tonnen wiegenden Anhänger fiel uns die gute Bremswirkung des Motors und die gute Dosierbarkeit der LuftdruckBremsanlage auf. Auf dem Hof des Kunden angekommen, musste das Gespann zum Beladen auf einer abfallenden Hofstrasse mit festgefahrenem Schnee abgestellt wurden. Die automatische Aktivierung der Anhängerbremse beim Einlegen des Wendeschalthebels in die Parkposi­ tion kam uns hier sehr zugute. Nach einer knappen halben Stunde war der Abschiebewagen mit 40 m3 Mist beladen, und wir fuhren zwecks Gewichtskontrolle zum nahe gelegenen Kieswerk. 38,6 Ton-


Fahrbericht | Impression   n

Technische Daten John Deere 6190R im Überblick Motor John Deere PVX 6.8 mit Abgasrückführung, Oxidationskatalysator und Partikelfilter Hubraum 6,8 Liter Nennleistung nach 97/68EG 190 PS (125 kW) Nennleistung mit IPM nach 97/68EG 220 PS (147 kW) Maximalleistung nach ECE R24 201 PS (133 kW) Maximalleistung mit IPM nach ECE R24 218 PS (147 kW) Nenndrehzahl 2100 U/min Tankinhalt 465 Liter Getriebe DirectDrive 8-fach-Lastschaltung, 3 Gruppen, lastschaltbare Wendeschaltung, 24 Gänge vorwärts, 24 rückwärts, elektronische Abregelung der Fahrgeschwindigkeit bei 42 km/h vorwärts und 30 km/h rückwärts Zapfwelle 540/540E/1000 U/min Hydraulikpumpe Axialkolbenpumpe, Förderleistung 155 l/min Leergewicht ca. 8500 kg Zulässiges Gesamtgewicht 13 000 kg

nen zeigte die Waage an, für uns also grünes Licht, um den Weg in die Biogasanlage unter die Räder zu nehmen.

Kräftiger Motor Die knapp 40 Tonnen Gesamtgewicht machten sich beim Beschleunigen auf 43 km/h auf der Hauptstrasse bemerkbar. Der Sechszylinder mit 6,8-Liter-Hubraum, Vierventiltechnik, Common-Rail-Einspritzung, variablem Turbo und Ladeluftkühlung brachte die Fuhre aber zügig auf die Maximalgeschwindigkeit. Bei diesem Motor handelt es sich um ein Abgasstufe-3B-Aggregat von John Deere, bei dem bekanntlich eine gekühlte Abgasrückführung, ein Oxidationskatalysator sowie ein Partikelfilter zur Anwendung kommen. Der 6190R kommt deshalb ohne AdBlue aus. Untergebracht sind die Abgasnachbehandlungssysteme unter der Haube, weshalb diese recht hoch baut. Der Motor weist neben IPM auch eine Überleistungscharakteristik auf, bei Drehzahlabfall unter Last kommen deshalb noch einige Pferdestärken obendrauf. Wie viele es genau sind, kann auf Anhieb nicht beziffert werden, weil John Deere die Maximalleistungen im Prospekt im Gegensatz zu den Nennleistungen nach der Nettoleistungsnorm ECE R24 angibt. Mit IPM dürften es beim 6190R rund 8 PS sein, ohne IPM etwa 19 PS. Dieser Wirrwarr bei den Leistungsangaben zeigt einmal mehr, dass es schwierig ist, hier den Durchblick zu bewahren. Gut fanden wir beim 6190R deshalb die Anzeige im TouchScreen-Display, bei welcher die Motorauslastung und auch die stufenwei-

se Zuschaltung der Boost-Leistung grafisch angezeigt werden.

Die einteilige Motorhaube lässt sich sehr weit aufklappen und ermöglicht einen guten Zugang zu den Wartungspunkten.

DirectDrive-Getriebe: Gute Arbeit unter Last… Die flotte Beschleunigung unseres Gespanns war aber nicht nur dem Motor zu verdanken, sondern auch dem Doppelkupplungsgetriebe DirectDrive. Dieses weist eine Achtfach-Lastschaltung mit gut verteilten Fahrgeschwindigkeiten auf. Die Stufensprünge bei der 40-km/hEco-Variante liegen zwischen 1,2 und 1,24 und werden durch den Konstantleistungsbereich des Motors gut überdeckt. Der Traktor konnte damit beim Beschleunigen stets im Bereich der Nenn- und Maximalleistung betrieben werden. Durch das sehr schnelle Schalten der Lastschaltgänge im Automatikmodus leistete das Getriebe einen weiteren Beitrag an das gute Beschleunigungs­ ver­

halten. Aufbau und Funktion dieses neuartigen Getriebes haben wir in der SL-Ausgabe 6-7/2012 bereits ausführlich beschrieben. Etwas mehr Zeit braucht das Getriebe jeweils beim Gruppenwechsel. Beim Anfahren mit dem von uns programmierten Anfahrgang B4 – im TouchScreen-Display können zwei unterschiedliche Anfahr­ gänge eingegeben werden – schaltete die Getriebebox zuerst bis B8 hoch und wechselte dann aufgrund der Gruppenüberlappung direkt in Gang C5. Motor und Getriebe müssen hier einen Sprung von 1,4 schaffen. Beim Gruppenwechsel werden nicht nur die beiden Doppelkupplungen betätigt, sondern auch die Reklame

3 2013  Schweizer Landtechnik

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n  Impression | Fahrbericht

Hauptkupplung. Dies geschieht zwar auch automatisch, nimmt aber etwas mehr Zeit in Anspruch. Der Kraftfluss wird dabei kurz unterbrochen. Während unseres Einsatzes erfolgte dieser Wechsel aber immer noch schnell genug, sodass der Motor selbst in steilen Abschnitten nicht in einen ungünstigen Drehzahlbereich geriet. Überhaupt machte der Motor eine sehr gute Figur, obwohl der Traktor erst 70 Betriebsstunden auf dem Zähler hatte. Nach unserer Einschätzung stand der 6190R dem mit mehreren Tausend Stunden gut eingefahrenen und knapp eine Tonne leichteren 7530 Premium mit stufenlosem AutoPowr, mit dem diese Transportfahrten normalerweise gemacht werden, in Sachen Transportgeschwindigkeit in nichts nach.

… etwas weniger gute Arbeit bei Leerfahrten John Deere verspricht mit dem DirectDrive den Fahrkomfort eines stufenlosen und die Effizienz eines rein mechanischen Getriebes. Beim Anfahren und Reversieren ist das DirectDrive dem stufenlosen AutoPowr bezüglich Komfort tatsächlich ebenbürtig. Dank der AutoClutch-Funk­ tion konnte der 6190R problemlos nur mit dem Bremspedal gefahren werden. Ähnlich wie beim AutoPowr ist auch das automotive Fahren im Automatikmodus. Über das Drehrädchen im Ganghebel kann die Sollgeschwindigkeit vorgewählt werden, angezeigt wird diese über Leuchtdioden in der analogen Geschwindigkeitsanzeige im Armaturenbrett. Das Gaspedal dient in diesem Modus als Fahrpedal. Bei Stras­ sen­fahrten mit leerem Traktor zeigte sich dann aber, dass der Komfort (noch) nicht ganz auf dem Niveau von Stufenlosgetrieben ist. Nimmt man beispielsweise vor dem Befahren eines Kreisverkehrs den Fuss vom Fahr­ pedal weg, schaltet das Getriebe viel zu schnell in tiefe Gänge.

Die Bedienelemente von Heizung/Klimaanlage und Radio sind gut platziert.

30

3 2013  Schweizer Landtechnik

Der Schalthebel für das DirectDrive sitzt in der CommandArm-Armlehne. Die Bedienung ist sehr einfach: In der rechten Position ist der Automatikmodus, in der Kulisse links kann das Getriebe manuell geschaltet werden.

Weil das Dop­pelkupplungsgetriebe einzelne Gänge systembedingt nicht überspringen kann, erfolgt danach auch das Wiederbeschleunigen mit unnötig vielen Schaltvorgängen. Wir haben es zudem geschafft, den Motor abzuwürgen. Wird der Traktor im Strassenverkehr rein über das Bremspedal angehalten, schaltet das Getriebe automatisch in den programmierten Anfahrgang zurück. Betätigt man hingegen auch die Kupplung, bleibt der zuletzt benutzte Gang eingelegt, was bei Unachtsamkeit eben zum Abwürgen des Motors führen kann. Mit einem Update der Steuerungssoftware sollen diese Schönheitsfehler aber demnächst ausgemerzt werden.

Angenehme Kabine Mit der geräumigen und hellen Vierpfostenkabine ComfortView ist John Deere ein guter Wurf gelungen, der Geräuschpegel soll bei tiefen 72 dB(A) liegen. Überprüfen konnten wir diesen Wert natürlich nicht, nach unserer subjektiven Wahrnehmung war die Kabine aber sehr leise, insbesondere dann, wenn die Fahrgeschwindigkeit mit reduzierter Motordrehzahl erreicht werden konnte. Der Fahrkomfort auf der Strasse war dank TLS-Vorderachsfederung, HCS-Kabinenfederung und luftgefedertem Komfortsitz insgesamt sehr gut. Auch die Lenkung arbeitete präzise, der Traktor konnte bei Geradeausfahrt ohne grosse Korrekturbewegungen auf Spur gehalten werden.

Als gut haben wir auch den Beifahrersitz befunden, dieser ist zwar nicht gefedert, ermöglicht aber selbst für Beifahrer mit Körpergrösse 190  cm angenehmes Sitzen. Eine Verbesserung gegenüber der Vorgängerbaureihe sind die gut erreichbaren Bedienelemente für Heizung/ Klima­anlage und Radio im Dachhimmel zur rechten Seite des Fahrers. Bedienerfreundlicher wurde auch das Touchscreen-Display auf der rechten Seitenkonsole gestaltet. Dieses bietet sehr viele Anzeige- und Einstellmöglichkeiten und lässt sich nach kurzer Eingewöhnungszeit intuitiv bedienen.

Zusammenfassung Der 6190R von John Deere hat uns beim Transporteinsatz mit einem kraftvollen Auftritt und gutem Fahrkomfort überzeugt. Das DirectDrive-Getriebe schaltet dank Doppelkupplungstechnik innerhalb der Gruppen A, B und C extrem schnell und ist mit acht Lastschaltstufen auch für Strassenfahrten gut geeignet. Bei Leerfahrten im Automatikmodus war die Schaltfolge bei unserem 6190R aber etwas zu voreilig und führte zu einer unnötig hohen Anzahl an Gangwechseln. Dies soll durch ein Software-Update demnächst verbessert werden. Die Ka­ bine ist geräumig, angenehm und leise, mit der Bedienung ist man nach kurzer Zeit vertraut. Das Touchscreen-Display bietet zahlreiche Anzeigeund Einstellmöglichkeiten.  n


Technisch | Wissen   n

Messung der Zapfwellenleistung nach OECD-Norm im Traktorenlabor von Agroscope.

Traktoren: der Durchblick bei den Leistungsangaben Die in Prospekten abgedruckten Leistungsangaben von Traktoren sind sehr unterschiedlich. Zum Teil ist die Nennleistung aufgeführt, dann wird wiederum nur die Maximalleistung erwähnt. Die Verwendung unterschiedlicher Normen für die Leistungsmessung erschwert den Vergleich zusätzlich. So ist es beispielsweise bei einzelnen Normen zulässig, den Motor ohne Lüfter und Kühler zu betreiben, währenddem dies bei anderen vorgeschrieben ist. Unweigerlich führt das bei identischen Motoren zu grossen Differenzen. Von praktischer Relevanz für den Anwender ist indes nur die Zapfwellenleistung am komplett ausgerüsteten Traktor, wie sie von Agroscope* gemessen wird. Marco Landis

Für die Leistungsbestimmung misst man das Drehmoment und die Drehzahl der Motoren mittels Leistungsbremse. Die Leistung ist das Produkt von Drehzahl und Drehmoment. Verschiedenste Mess* Agroscope, ART Tänikon

normen definieren die Messmethode, Tabelle 1 liefert einen Überblick zu den existierenden Messnormen. Grundsätzlich unterscheidet man bei Leistungsmessungen von Traktoren zwischen der ­Motorenleistung und der Zapfwellenleistung.

Messnormen Bei der Motorleistung wird der ausgebaute Motor gemessen. Hierfür kommt der Motor auf einen Motorenprüfstand. Für diese Art der Messung existieren verschiedene Normvorgaben (siehe Kasten). 3 2013  Schweizer Landtechnik

31


n  Wissen | Technisch

Motorleistung gemessen am Motorschwungrad

Zapfwellenleistung gemessen an Zapfwelle

SAE J1995

ISO TR 14396 ECE-R120

97/68/EG 2000/25/EG 2004/26/EG 2005/13/EG

ECE-R24

EWG 80/1269

DIN 70020

OECD-Code 2

ja ja ja nein

ja ja ja ja

ja ja ja ja

ja ja ja ja

ja ja ja ja

ja ja ja ja

ja ja ja ja

nein nein ja nein

ja ja ja nein

ja ja ja ja

nein

nein

nein

ja ja ja ja ja (max. Schlupf bei Viscolüfter)

ja ja ja ja ja (max. Schlupf bei Viscolüfter)

ja ja ja ja ja (min. Schlupf bei Viscolüfter)

ja ja ja ja ja

nein nein nein

nein nein nein

nein nein nein

nein nein nein

nein nein nein

nein nein nein

ja (unbelastet) ja (unbelastet) ja

Angebaute Aggregate und Motorbestandteile Turbolader Motoraufladung Ladeluftkühler (falls vorhanden) Einspritzpumpe elektrisches Alternator System (unbelastet) Ansaug- und Luftfilter Abgassystem Schalldämpfer Wasserpumpe Wasserkühler Motorkühlung Lüfter weitere Traktorkomponenten Hydraulik- und Lenkpumpe Klimakompressor Getriebe

Tabelle 1: Vergleich der häufigsten Normen. Ja bedeutet: Aggregate sind angebaut. Nein bedeutet: Aggregate sind nicht angebaut. Bei einem Traktor stellt sich die Frage, wie viel er an der Zapfwelle leistet. Die Messung der Zapfwellenleistung ist im OECDCode 2 geregelt. Für die Prüfung steht ein kompletter Traktor auf dem Prüfstand. Nebenaggregate des Traktors wie Hydraulikpumpen und das Getriebe sind eingeschlossen. Eine exakte Umrechnung der Leistungen zwischen den verschiedenen Messnormen ist schwierig. Für eine näherungsweise Umrechnung existieren Richtwerte, wie sie in Abbildung 1 angegeben sind. Besonders schwierig ist die Abschätzung der Zapfwellenleistung. Hier spielen sehr viele Faktoren eine Rolle, wie Komplexität des Getriebes, Grösse der Hydraulikpumpe oder weitere Nebenaggregate (Klimaoder Druckluftkompressor). Abbildung 2 zeigt den Vergleich zwischen der in Prospekten angegeben Motornennleistung und der tatsächlich auf dem Prüfstand von Agroscope gemessenen Zapfwellenleistung. Die tatsächlich an der Zapfwelle ankommende Leistung bewegte sich bei den meisten Traktoren im Bereich zwischen 80 und 95% der angegebenen Motorleistung, wobei zwischen den verschiedenen Modellen Unterschiede bis zu 15% auftraten.

Nennleistung und maximale Leistung Nebst der Messnorm ist die Wahl des Messpunktes für die Leistungsangabe 32

3 2013  Schweizer Landtechnik

Normen, die zur Anwendung kommen Bei der amerikanische Norm SAE J1995 wird der Motor ohne Nebenaggregate gemessen. Der Motor läuft ohne Kühler, Lüfter, Schalldämpfer und Luftfilter. Da die Leistung für deren Betrieb wegfällt, ist die abgegebene Leistung hoch. Leistungsangaben nach dieser Norm findet man selten bei europäischen, vereinzelt jedoch bei amerikanischen Maschinen. Bei der Messung der Motorleistung nach der internationalen Norm ISO TR14396 werden Kühler und Lüfter des Motors weggelassen. Damit der Motor nicht überhitzt, erfolgt die Kühlung auf dem Prüfstand durch ein separates Kühlsystem. Leistungsangaben nach dieser Norm finden sich bei Traktoren häufig. Bei der neuerdings anzutreffenden Norm ECE-R120 handelt es sich um eine andere Bezeichnung der ISO TR 14396. Die Vorgaben für die Messung sind dieselben. Im Zusammenhang mit Abgasvorschriften für Offroadfahrzeuge entstand die EU-Richtlinie 97/68/EG (Folgerichtlinie 2004/26/EG) und die daraus abgeleitete Richtlinie 2000/25/EG für Traktoren (Folgerichtlinie 2005/13/EG). Bei der englischen Bezeichnung dieser Messnorm ist EG durch EC ersetzt, sodass beispielsweise folgende Bezeichnung entsteht: 2000/25/EC. Messungen gemäss dieser Messnorm haben aufgrund der Abgasmessungen deutlich zugenommen. In diesem Fall ist die bei Nenndrehzahl gemessene Leistung massgebend für die Zulassung. Der Lüfter wird bei der Messung nicht berücksichtigt. Die EWG 80/1269 schliesst den Lüfter mit ein, darauf basierende Messungen sind nur noch vereinzelt in Prospekten zu finden. Die ECE-R24 ist in Prospekten weitverbreitet. Sie berücksichtigt den Einfluss des Lüfters, bei Viscolüftern darf die Kupplung allerdings maximalen Schlupf aufweisen, was nur wenig Leistung benötigt. Die alte deutsche Norm DIN 70020 berücksichtigt alle Nebenaggregate des Motors, inklusive den voll mitdrehenden Lüfter.

von zentraler Bedeutung, da Motoren in Abhängigkeit der Drehzahl unterschiedliche Leistungen erbringen. Üblich ist die Angabe der Nennleistung. Diese Leistung steht bei Nenndrehzahl des Motors zur Verfügung, die vom Motorhersteller festgelegt wird. Moderne Motoren rea­ gieren bei einer Belastung mit einem starken Anstieg des Drehmoments

(Abb.  3). Da sich die Leistung aus der Drehzahl und dem Drehmoment berechnet, nimmt die Leistung zu, wenn das Drehmoment stärker ansteigt, als die Drehzahl des Motors absinkt. Folglich steht die maximale Leistung des Motors nicht bei Nenndrehzahl zur Verfügung, sondern erst bei einer leicht tieferen Drehzahl. Die Differenz zwischen


Technisch | Wissen   n

Ungefähre Leistungswerte eines Traktors bei verschiedenen Messnormen (Basis 100 kW nach DIN 70020)

120

112

108

108

Mit Viscolüfter

105

105

100

100

Ohne Viscolüfter

90

Leistung [kW]

80

60

40

20

0

SAE J1995

ISO TR 14396 97/68/EG ECE-R120 und Folgerichtl.

ECE-R24

EWG 80/1269

DIN 70020

OECD-Code 2

Abbildung 1: Gegenüberstellung der gebräuchlichsten Normen. Die angegebenen Leistungswerte in Abhängigkeit der Messnorm für einen Traktor der 100-kW-Klasse sind als ungefähre Werte zu interpretieren. Je nach Motor- und Traktorentyp sind Abweichungen möglich.

­ aximaler Leistung und Nennleistung m wird als Überleistung bezeichnet. Da die Leistungsmessung bei unterschiedlichen Drehzahlen erfolgt, lassen sich Maximalund Nennleistung nicht direkt vergleichen. Ein Motor mit einem starken Drehmomentanstieg wird als durchzugsfreudig empfunden. Um die maximale Leistung auch auszunützen, muss der Motor in dem Bereich betrieben werden, indem beispielsweise ein entsprechender Gang des Fahrgetriebes oder eine passende Zapfwellenübersetzung eingelegt wird. So sollte darauf geachtet werden, dass das Zapfwellengetriebe auf die Motorcharakteristik abgestimmt ist, indem sich die Normdrehzahl der Zapfwelle im Bereich der maximalen Leistung des Motors befindet.

Mehrleistung auf Abruf Gemessene Zapfwellenleistung im Vergleich zur vom Hersteller angegebenen Motorleistung

(Vergleich der Nennleistungen der an Agroscope in den Jahren 2004 bis 2012 gemessenen Traktoren)

100% = Prospektangabe

An der Zapfeller ankommende Leistung [%]

100%

95%

90%

85%

80%

ECE-R24 EG97/68

75%

70%

ISO 14396 50

60

70

80 90 100 110 120 Motornennleistung gemäss Prospekt [kW]

130

140

150

Abbildung 2: Vergleich zwischen der auf dem Prüfstand gemessenen Zapfwellenleistung und der vom Hersteller angegebenen Motorleistung (= 100%). Bei der Zapfwellenmessung zweigen Getriebe, Hydraulikpumpen und andere Nebenaggregate Leistung ab.

Motoren mit elektronisch gesteuerten Einspritzpumpen können verschiedene Motorkennlinien erzeugen. Misst die Motorsteuerung einen hohen Leistungsbedarf, wechselt das System auf eine andere Einstellung und spritzt mehr ­ Treibstoff ein. Durch die erhöhte Einspritzmenge steigt die Leistung an (Abb. 4). In Prospekten findet man für die Zusatzleistung Bezeichnungen wie: Power Boost, Power Control oder Power Management. Die zusätzlich zur Verfügung stehende Leistung kann bis zu 25% betragen. Da die Mehrleistung nur unter bestimmten Zuständen zur Verfügung steht, muss der Traktor nicht auf eine dauerhaft hohe Leistung ausgelegt werden. Entsprechend kleiner können Getriebe und Kühlanlage gebaut werden. Für die Typengenehmigung ist die maximale Leistung des Motors bei Nenndrehzahl

Motorcharakteristik mit Überleistung

500 450

Leistung

90

400

Drehmoment

80

350

70

300 Überleistung

60

200

1200

1400

1600

Nennleistung

100 90 80 70

normale Volllastkurve

60

Volllastkurve mit Mehrleistung

250

50 40 1000

Max. Leistung

110

Zapwellenleistung [kW]

110

Drehmoment [Nm]

550

100

Leistung [kW]

Motor mit Mehrleistung

120

1800

Motordrehzahl [min-1]

2000

50 Nenndrehzahl

150 2200

Abbildung 3: Leistungskurve mit Nenn- und Maximalleistung sowie daraus resultierender Überleistung.

40 1000

1200

1400

1600

Motordrehzahl [min-1]

1800

2000

2200

Abbildung 4: Leistungskurve mit und ohne Mehrleistung.

3 2013  Schweizer Landtechnik

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n  Wissen | Technisch

entscheidend. So finden sich Traktoren, bei denen auf dem Typenschild des Motors die Zusatzleistung eingeschlagen und im Fahrzeugausweis eingetragen ist.

Kurzzeitige Belastungsspitzen überbrücken Bei Traktoren mit abrufbarer Mehrleistung ist der Motor für die hohe Leistung ausgelegt, die restlichen Aggregate und Baugruppen aber nicht. Um Schäden zu vermeiden, steht deshalb die Mehrleistung nur unter bestimmten Voraussetzungen zur Verfügung. Die Kriterien für das Auslösen der Zusatzleistung sind firmenabhängig. Es gibt einige Kriterien, die bei fast allen Herstellern erfüllt sein müssen, damit sich die Motorleistung erhöht. Zusatzleistung wird nur bei entsprechendem Bedarf freigeschaltet. Sensoren im Fahrzeug und Motor ermitteln den aktuellen Belastungsgrad. Läuft der Motor an seiner Leistungsgrenze, wechselt die Motorsteuerung auf die leistungsstärkere Kennlinie. Allerdings gibt es beim Wechsel zu mehr Leistung Einschränkungen. Da die Kühlanlage nicht auf eine dauerhaft hohe Leistung ausgelegt ist, würde der Motor im Dauerbetrieb überhitzen. Deshalb wechselt das Steuergerät wieder in den Normalmodus, wenn die Kühlwassertemperatur zu stark ansteigt. Um eine Überlastung des Getriebes zu verhindern, muss die Leistungsabgabe in den meisten Fällen über Fahr- und Zapfwellengetriebe erfolgen. Mehrleistung auf Abruf ist daher nur sinnvoll, um kurzzeitige Belastungsspitzen zu überbrücken. Wird dauer­haft eine hohe Leistung benötigt, sollte auf ein stärkeres Traktormodell ­zurückgegriffen werden.  n

Neutrale Testberichte mir Angabe der Zapfwellenleistung schaffen Transparenz Ein Blick in unterschiedliche Prospekte zeigt, dass die Angaben sehr stark differieren. Dies verunmöglicht den direkten Vergleich weitgehend. Für den praktischen Traktoreinsatz wäre die Angabe der Zapfwellenleistung an nützlichsten und transparentesten. Leider fehlt diese Angabe aber in den meisten Prospekten. Was nützt eine Messung, bei welcher der Motor ohne Lüfter und Kühler betrieben wird, nur weil der Motor quasi mehr Leistung abgibt? Empfehlung: Fragen Sie nach unabhängigen Testberichten mit Angabe der Zapfwellenleistung. Neutrale Testberichte von Traktoren veröffentlicht Agroscope unter www.traktorentest.ch. Tabelle 2: Übersicht über die in Prospekten der Hersteller angegebenen Leistungen und die jeweiligen Normen. Teilweise sind je nach Modellserie unterschiedliche Normen angegeben. Die Zusammenfassung zeigt alle Angaben, die in den Prospekten des jeweiligen Herstellers zu finden sind. (Datenquelle: Prospekte der Hersteller) Legende

● ● ◆ ◆ ▲ ▲

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Motor-Maximalleistung Motor-Nennleistung mit Mehrleistung Motor-Maximalleistung mit Mehrleistung Zapfwellen-Nennleistung Zapfwellen-Maximalleistung

Motorleistung Hersteller/ Serie

keine Angabe der Messnorm

Case-IH

Deutz-Fahr

ISO TR 14396 ECE-R 120

97/68/EG 2000/25/EG

ECE-R24

●●◆

●●◆

●◆

●●◆

●●◆

Fendt Hürlimann

●● ●

●●◆◆ ●●

Landini Lindner

OECD-Code 2

●●

●●

John Deere Kubota

Zapfwellenleistung

●●◆◆

Claas

●●◆◆

●◆ ●

Massey Ferguson

● ●●◆

Mc Cormick

●◆

New Holland

●●◆◆

Rigi Trac

Same

Steyr

●●◆◆

Valtra

●●◆

Zetor

34

Motor-Nennleistung

●●

●●


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Flexibel und mit hoher Schlagkraft, das zeichnet die neue Generation von Einzelkornsämaschinen aus.

(Werkphoto)

Technik für die Express-Saat Grosse Arbeitsbreiten und hohe Fahrgeschwindigkeiten: Darauf zielen die Entwicklungen bei der Einzelkornsaat ab. Gleichmässige Ablagetiefe und optimale Bedeckungshöhe des Saatkorns sind jedoch entscheidende Voraussetzungen für einen regelmässigen Feldaufgang. Bisher war deshalb die Fahrgeschwindigkeit auf fünf bis sieben km/h limitiert. Nunmehr bringen drei Hersteller superschnelle Maschinen auf dem Markt. Ruedi Hunger In der Tat wird die Ablagegenauigkeit der Einzelkörner an deren gleichmässigen Längsverteilung gemessen. Im Zusammenhang damit spricht man von der «Nullablage». Diese bedeutet, dass die Umfangsgeschwindigkeit der Säscheibe mit der Fahrgeschwindigkeit übereinstimmt. So erhält das Saatkorn keine Relativgeschwindigkeit, wenn es in die Sä­ rille fällt, und kann nicht verrollen. Ein tief liegendes Säherz sorgt zudem für eine geringe Fallhöhe und unterstützt somit die präzise Nullablage. Das leuchtet ein, aber man handelt sich die Limitierung Fahrgeschwindigkeit und damit der Flächenleistung ein. In der Tat nimmt die Ablagegenauigkeit herkömmlicher Einzelungssysteme rapide ab, wenn die Fahrgeschwindigkeit erhöht wird. In den vergangenen Jahren sind nun Einzel-

kornsämaschinen auf den Markt gekommen, die bezüglich Geschwindigkeit und damit Flächenleistung eine kleine Revolution bedeuten. Gesteigerte Flächenleistungen von bis zu 50 Prozent und mögliche Saisonleistungen von 300 bis 600 Hektaren sind die neuen Dimensionen in der Profisätechnik.

Amazone Vor fünf Jahren präsentierten die Amazonen-Werke mit der EDX eSeed eine Einzelkornsämaschine mit neuem Säsystem und gleichzeitig mit elektrischem Leistungsantrieb über Hochvoltmotoren (400  V) für das Gebläse und die Dosierung. Neben der Standardausführung «Mais» kann die EDX auch mit einer Rapsausstattung für 37,5 cm, 44,9 cm und 50 cm ausgerüstet werden.

Neben der Fahrgassenschaltung gibt es eine Einzelreihenschaltung, die ein Übersäen einer bereits gesäten Fläche verhindert. Ebenso wird die Maschine mit einem Düngerstreusystem und auf Wunsch mit bis zu zwei pneumatischen Mikrogranulatstreuern ausgerüstet. Zur Unterstützung des Bordcomputers misst das Radar die zurückgelegte Wegstrecke. Arbeitsprinzip: Bei der EDX sind der Saatguttank und das nachfolgende Gehäuse mit der Vereinzelungstrommel hermetisch abgeschlossen. Beide stehen unter einem permanenten Überdruck von 55 mbar. Der von aussen nach innen durch die Einzelungstrommel entweichende Luftstrom lässt jede Trommelbohrung durch ein Saatkorn verschliessen. Mehrfachbelegungen werden durch den zentral einstellbaren Abstreifer entfernt. Unmittel3 2013  Schweizer Landtechnik

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n  Wissen | Technisch

Systematischer Aufbau der EDX von Amazone.

Durch dieses Schussrohr kommen die Körner geschossen. Beim Verlassen des Rohres werden sie von einer weichen Fangrolle aufgefangen.

vor mehr als zehn Jahren bei der «Rau Advansem» zur Einzelkorndosierung bei der Getreidesaat getestet.

Horsch

Ausgerüstet mit einem kombinierten Saatgut/Düngertank reicht der Vorrat für grössere Flächen.

bar vor dem Saatleitungsrohr verschliesst eine innerhalb der Trommel montierte Rolle die Bohrung. Der Sog wird unterbrochen und das Korn vom Überdruck der entweichenden Luft durch das Saatleitungsrohr aufgenommen und stark beschleunigt. An der Leitungsöffnung «übernimmt» eine weiche Fangrolle das Saatkorn und drückt es in der Särille fest. Für die Vereinzelung von Raps sind Vereinzelungstrommeln mit Bohrdurchmesser von 1,2 mm und 1,6 mm notwendig. Dieses Einzelungsprinzip wurde bereits Reklame

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3 2013  Schweizer Landtechnik

Der Mulchsaatspezialist aus Deutschland hat mit Maestro eine Einzelkornsätechnik für hohe Geschwindigkeiten geschaffen. Die «CC» gibt es als 8- oder 12-reihige Sämaschine mit 70-Liter-Saatgutbehälter. Der hydraulisch verstellbare Schardruck ist wählbar zwischen 125 und 300 kg. In einem 2800 Liter fassenden Tank wird Dünger für sieben bis zehn Hektaren mitgeführt. Anders die «SW»: Auf dem Säwagen ist ein geteilter Tank für 2000 Liter Saatgut und 7000 Liter Dünger! Je nach Ausführung (12 oder 24 Reihen), wiegt der Gigant rund sieben bzw. zwölf Tonnen. Arbeitsprinzip: Im Säherz der Maestro CC/SW verwendet Horsch eine Dosierscheibe ohne die üblichen Löcher. An deren Stelle sind nach aussen offene Nuten. Für das Saatkorn entsteht durch

die spezielle Konstruktion der Nuten mit tangentialer Ausrichtung und in Kombination mit dem neu konzipierten Abstreifer ein fliessender Übergang der Körner von einer Kreis- in eine lineare Bewegung. Die Einzelung schafft eine Vereinzelungsfrequenz von über 30 Körnern je Sekunde. Ein speziell geformtes, 45 cm langes Fallrohr ist auf die Flugbahn des Saatkorns ausgelegt. Das kompakte Dosiersystem vereint Vereinzelung, Motor und Steuerungseinheit in einem Gehäuse. Der elektrische Einzelantrieb jeder Säeinheit ermöglicht Arbeitsgeschwindigkeiten von 12 bis 15 km/h. Ein Körnersensor erfasst die genaue Anzahl und den genauen Abstand der Körner zueinander. Dem Fahrer werden die Informationen jeder einzelnen Reihe auf dem Bedienterminal angezeigt.

Väderstad Mit der Einzelkornsämaschine Tempo hat Väderstad eine neue Sämaschine mit ­dezentraler elektrischer Überdruckvereinzelung vorgestellt. Auf jedem Säherz ist ein E-Motor mit 50-Watt-Leistung und InlinePlanetengetriebe aufgebaut. Die Zielvorgabe bei der Entwicklung war eine Vereinzelungsfrequenz von 28 Körnern je Sekunde. Diese Vorgabe lässt sich nur durch einen druckluftunterstützten Saatguttransport realisieren. Beim zapfwellenbetriebenen Gebläse wird zusätzlich ein Generator angetrieben, der die elek­trische Leistung für die Dosierer zur ­ Verfügung stellt. Laut Angaben des Herstellers ist


Technisch | Wissen   n

optisol_annonce_4c_89x261.ai 1 28.01.2013 14:47:10

Unmittelbar vor/zwischen den Andruckrollen ist die Fangrolle angeordnet. Sie übernimmt das Korn und sichert optimalen Bodenkontakt.

das Druckluftfördersystem unempfindlich auf Vibrationen und Neigungswinkel des ­Aggregats. Das bedeutet, dass es im Freifallbereich zu keinen Fallverzögerungen durch Wandberührungen kommt. Gebläsedrehzahl und Systemdruck werden elektronisch überwacht. Arbeitsprinzip: Durch einen Überdruck im Säherz werden die Saatkörner von den Löchern der Säscheibe aufgenommen. Die Saatkorneinzelung erfolgt mit dem einstellbaren «Singulator». Beim Verlassen des Säherz registriert ein Sensor den Saatkornabstand und schickt diese Information ans Kontrollgerät in der Traktorkabine. Die Kalibrierung erfolgt in Körner je Hektar oder als Saatkornabstand in Millimeter. Anschliessend schiesst ein Überdrucksystem – «Power Shoot» genannt – das Saatkorn durch das Särohr nach unten. Unmittelbar hinter der Särohröffnung läuft eine Fangrolle, die das Saatkorn abfängt und festdrückt. Die Reihen können einzeln abgeschaltet werden.  n

Horsch verwendet keine Säscheiben mit Löchern, sondern solche mit geschwungenen Schlitzen. Eine Grundvoraussetzung für hohe Geschwindigkeiten.

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n  Management

Unter diesen Annahmen entstehen beim Einsatz einer 8-reihigen EKSM (37,5 cm) Mehrkosten von rund Fr. 45.– gegenüber der 4-reihigen (75 cm). Zu diesen, rein auf die Einzelkornsämaschine bezogenen Mehrkosten, kommen evtl. noch weitere Kosten dazu (grösserer Traktor), folglich muss rein rechnerisch ein Mehrertrag von 2 bis 3 Prozent realisiert werden. Ertragsauswertungen zeigen aber, dass ein solcher Mehrertrag nicht gesichert ist.

Anbautechnische Aspekte der Engsaat

einer Halbierung des Reihenabstandes auf 37,5 cm verdoppelt sich der Kornabstand in der Reihe auf rund 26 cm.

Ein 75-cm-Reihenabstand hat zur Folge, dass sich der Reihenschluss bis gegen Ende der Sprossstreckungsphase hinauszögert. Während dieser Zeit ist die Bodenoberfläche weitgehend ungeschützt den Witterungseinflüssen ausgesetzt. Dies wiederum kann bei entsprechenden Starkniederschlagereignissen zu Verschlämmung mit entsprechenden Nährstoffausträgen führen. Zudem wird der Zwischenreihenraum spät durchwurzelt. Im Bemühen, eine optimale Standraumverteilung mit möglichst gleichmässigem Abstand zu allen Nachbarpflanzen zu erreichen, wird immer wieder die Engsaat diskutiert. Seit es reihenunabhängige Erntetechnik gibt, steht diesem Vorhaben auch nichts mehr im Weg. Versuchsauswertungen bei einheitlich 100 000 Pflanzen pro Hektar zeigen, dass für die frühe Jugendentwicklung die Reihenabstände 37,5/75 cm keine Rolle spielen. In einem kühlen Frühjahr kann der enge Reihenabstand gar von Vorteil sein. Es gibt keine gesicherten Unterschiede betreffend Wuchshöhe bei Blühbeginn. Engsaaten beschatten aber den Boden zwischen 16 bis 29 Tage früher. Die Erträge sind unterschiedlich, in der Tendenz haben Engsaaten höhere Erträge. Schliesslich wurde festgestellt, dass bei gleichem Düngungsniveau und gleicher Bestandesdichte nach der Ernte der N-min-Gehalt im Boden bei Engsaaten tiefer ist.

Weniger Arbeitsbreite oder mehr Säaggregate?

B: Aspekte einer Maissaat mit der Getreidesämaschine (Drilltechnik)

Die Halbierung des Reihenabstandes reduziert die Arbeitsbreite auf die Hälfte. Eine Alternative ist die Verdoppelung der Anzahl Säaggregate. Beides wirkt sich massiv auf die Kosten je Flächeneinheit aus. Der Maschinenkostenvergleich ist vorsichtig zu interpretieren, da die Auslastung der 8-reihigen EKSM auf 60 ha halbiert und jene der 4-reihigen EKSM auf 60 ha erhöht wurde (Basis ART).

In regelmässigen Abständen finden sich in der Fachpresse Pro- oder Kontra-Argumente für eine Maisaussaat mit der Getreidesämaschine. Ein Blick zurück in die 50er-Jahre zeigt, dass die bescheidene Maisfläche von damals mangels brauchbarerer Alternative mit der Getreidesämaschine gesät wurde. Das Problem aller grosskörnigen Sämereien bestand (damals wie heute), in der unregelmässigen

Ausnahmen bestätigen die Regel, 75 cm Reihenabstand dominiert den Maisanbau – warum? (Bilder: Ruedi Hunger)

Auf verschiedenen Wegen zum Ziel Höchste Genauigkeit ist das Ziel jeder Einzelkornsaat. Damit verbunden ist ein regelmässiger und gleichmässiger Feldaufgang. Das hat seinen Preis. Wer bei Mais einen günstigeren Weg gehen will, muss Abstriche bei der Genauigkeit machen. Ruedi Hunger Der Standraum einer Pflanze oder mehrerer Pflanzen beeinflusst die Konkurrenzsituation um Licht, Wasser und Nährstoffe. Reihenfrüchte benötigen zur Erzielung optimaler Pflanzenerträge mit guter Qualität bestimmte Pflanzenzahlen je Flächeneinheit. Abhängig von den jeweiligen Abständen von Reihe zu Reihe, ergeben sich daraus innerhalb der Reihe unterschiedliche Abstände von Pflanze zu Pflanze.

A: Aspekte einer Engsaat mit Einzelkornsämaschinen Bei 75 cm Reihenabstand beträgt der Kornabstand in der Reihe etwa 13 cm. Bei 40

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Management   n

Tabelle 1: Kostenvergleich beim Einsatz einer 4- bzw. einer 8-reihigen Einzelkornsämaschine mit Reihenabständen von 75 cm bzw. 37,5 cm Auslastung 60 AE (ha)

EKSM 4-reihig (75 cm)

EKSM 8-reihig (37,5 cm)

ART-Trac Code 5021

ART-Trac Code 5023

Kostenelement

ART-Grundlagen

Abschreibung und Zins

Fr. 22 000/12 J

Gebäudemiete

23 m × Fr. 7/m

Versicherung

2‰ von 22 000

3

3

Fixe Kosten pro Jahr Fixe Kosten pro AE

Total Selbstkosten

ART-Grundlagen

2143.00

Fr. 47 000/12 J

161.00

34 m × Fr. 7/m

44.00

2‰ von 47 000

Fr. 2348.–/60 AE

Saatgut

3

Boden Bodenart, Humusgehalt, pH-Wert, Bodenverschlämmung, Bodenfeuchte, Bodentemperatur

238.00 94.00

Saatbettbereitung und Aussaat

4422.00

39.13 Fr. 4422.–/60 AE 7.70

ART-Ansatz

Keimfähigkeit, Triebkraft, Beizung

Kosten Fr. 4090.00

3

2348.00

Reparaturkosten pro Wartungskosten pro

Kosten Fr.

Tabelle 3: Einflussfaktoren, welche die Höhe des Feldaufganges bei Mais beeinflussen

14.55

Termin von Grundbodenbearbeitung, Saatbettbereitung und Aussaat, Ablagetiefe, Saatgutüberdeckung, Rückverfestigung, Saatgutbeschädi­ gungen, verwendete Nachläufer (Zustreicher, Druckrolle)

73.68

ART-Ansatz

ohne Zuschläge

46.83

ohne Zuschläge

88.23

Witterung

mit Zuschläge

51.51

mit Zuschläge

97.05

Temperaturverlauf, Sonneneinstrahlung, Niederschlagshöhe und Niederschlagsintensität, Spätfrost

Differenz EKSM 4-reihig/EKSM 8-reihig

–45.54 pro ha

Weitere Einflüsse

Dosierung und in der Gefahr von ­Saatkornbeschädigungen. Die Einzelkornsätechnik und vor allem eine neue Maiserntetechnik revolutionierten den Maisanbau. Da stellt sich schon die Frage: Warum «zurück» zur Drillmaschine? Drillmaschinen haben sich in den letzten Jahrzehnten technisch ebenso weiterentwickelt wie Einzelkornsämaschinen. Mit Drilltechnik sind rasch unterschiedliche Säreihenabstände wählbar. Dank zusätz-

Beispiel für eine Saatgut­ berechnung zum Abdrehen einer Getreidesämaschine: • Ziel 9,5 Körner je Quadratmeter • TKG 276 Gramm • 95 000 Kö/ha = 26,220 kg/ha • Saatmenge pro Are = (950 Kö/Are) 00,262 kg • Abdrehen mind. 2 Aren, besser 5 Aren (0,524 kg/1,311 kg)

licher Verwendung für die Maissaat wird die eigene Drillmaschine besser ausgelastet. Wie Tabelle 2 zeigt, sind die Maschinenkosten tiefer. «Erkauft» werden diese Pro-Argumente mit einer unregelmässigen Saatgutverteilung. Einzelne Doppelbelegungen sind nicht zu verhindern. Das Einstellen der Sämaschine benötigt mehr Aufwand. Die Vorteile sind kaum ertragswirksam umzusetzen. Allerdings profitiert auch hier, dank früher Beschattung, der Boden und dies kann durchaus ein gewichtiges ProArgument sein.

Saatmenge an Getreidesämaschine einstellen: Die Saatmenge für Mais kann nicht einfach in der Betriebsanleitung ausgelesen werden. Die Saatmenge muss auf der Basis des TKG berechnet werden! Fehlt das TKG auf der Sacketikette, was je nach Saatgutherkunft der Fall ist, müssen ein-

Nährstoffversorgung, Salzkonzentrationen im Boden und Herbizide, keimhemmende Wirkungen von Abbauprodukten des Strohs einer Vorkultur, bakterielle und pilzliche Schaderreger, Schadinsekten, Vogelfrass und Wildverbiss

tausend Körner ausgezählt und deren Gewicht mit einer möglichst genauen Waage bestimmt werden.

Zusammenfassung Eng- oder Breitsaaten beeinflussen den Ertrag um +/– ein bis drei Prozent. Qualitätsaspekte sind hier nicht berücksichtigt. Hauptnutzniesser einer engeren Maissaat ist der Boden, und dies ist viel Wert, auch wenn dieser Vorteil kurzfristig nicht mit Franken beziffert werden kann. Die Maschinenkosten können sich stark verändern. Für die Berechnungen in Tabelle 1 und 2 wurde eine gleiche Auslastung pro Jahr, bei gleicher Abschreibungszeit, angenommen.  n

Tabelle 2: Kostenvergleich zwischen Drillsaat und Einzelkornsaat von Mais Auslastung 40 AE (ha)

Getreidesämaschine, 3 m

Einzelkornsämaschine 4-reihig

ART-Trac Code 5002

ART-Trac Code 5021

Kostenelement

ART-Grundlagen

Abschreibung und Zins

Fr. 13 000/15 J

Gebäudemiete

23 m3 × Fr. 7/m3

Versicherung

2‰ von 13 000

Fixe Kosten pro Jahr

Total Selbstkosten Wer die Breitsaat wählt, muss mit einzelnen Doppelbelegungen «leben».

Fr. 22 000/15 J

161.00

23 m3 × Fr. 7/m3

26.00

2‰ von 22 000

31.46

Kosten Fr. 1813.00 161.00 44.00 2018.00

1258.00 Fr. 1258.–/40 AE

Reparaturkosten pro Wartungskosten pro

1071.00

ART-Grundlagen

1258.00

Fixe Kosten pro Jahr Fixe Kosten pro AE

Kosten Fr.

2018.00 Fr. 2018.–/40 AE

8.45 ART-Ansatz

50.45 7.70

ART-Ansatz

ohne Zuschläge

39.91

ohne Zuschläge

58.15

mit Zuschläge

43.90

mit Zuschläge

63.96

Dif. Getreidesämaschine/EKSM 4-reihig

–20.06

pro ha

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n  Management

Wer bei der Bodenbearbeitung Kosten senken will, muss die Maschine an die Bedingungen anpassen können. (Bilder: Werkbilder)

Günstiger grubbern dank Schnellwechselscharen Eine Verbesserung des Betriebsergebnisses im Ackerbau ist heute fast nur noch über die Kostenreduktion zu realisieren. Grubber mit neuartigen Scharschnellwechselsystemen können zur Kostenreduktion bei der Bodenbearbeitung beitragen, obwohl sie etwas teurer sind als Grubber mit herkömmlichen Scharen. Ruedi Burkhalter

Wie lassen sich die Kosten der Bodenbearbeitung senken? Diese Frage beschäftigt den Ackerbaubetrieb nicht nur, aber vor allem auch dann, wenn es um den Kauf von Maschinen für die Bodenbearbeitung geht. Damit eine Maschine günstig arbeitet, sollte sie möglichst vielseitig einsetzbar sein, damit sich eine gute Auslastung ergibt. Zusätzlich ist es von Vorteil, wenn eine Maschine an unterschiedliche Bedingungen so anpassbar ist, dass ein möglichst optimales Ergebnis bei geringem Zugkraftbedarf und geringem Verschleiss der Werkzeuge resultiert. Aus diesen Überlegungen haben viele Grubberhersteller in den letzten Jahren Geräte mit Schnellwechselscharen entwi42

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ckelt und im Angebot. Wir haben die Funktionsweise von sechs unterschiedlichen Scharschnellwechselsystemen genauer angeschaut.

In weniger als zwei Minuten gewechselt Halten die Schnellwechselsysteme tatsächlich, was sie versprechen? Dies untersuchte die DLG im Rahmen eines Tests am «Knock-on»-System von Kverneland. Und tatsächlich: Dank dem Schnellwechselsystem gelang es im Test einer Person, in weniger als zwei Minuten den Grubber von der flachen Stoppelbearbeitung ab 3 cm Tiefe mit Flügelscharen auf die Tiefenlockerung mit schmalen, bis auf 35 cm

tief arbeitende Scharspitzen umzurüsten (siehe DLG-Prüfbericht 6029F). Der Scharschnellwechsel scheint ein allgemeiner Trend zu sein: Die meisten der hier aufgeführten Anbieter verkaufen bereits über die Hälfte der Maschinen mit dem Schnellwechselsystem.

Fixieren, ohne zu sichern Nun zu den technischen Details: Das Knock-on-System von Kverneland besteht aus den drei Teilen Halter, Leitblech und Scharspitze. Es handelt sich dabei um ein Stecksystem nach dem Prinzip Nut und Feder. Der Halter ist auf dem herkömmlichen Grubberscharträger aufgeschraubt. Das bedeutet, dass das System auch spä-


Management   n

ter nachrüstbar ist. Der Halter ist leicht konisch und weist auf beiden Seiten eine Nut auf, über die die Schar eingeschoben werden kann. Es reicht ein einziger leichter Hammerschlag auf die Schar, und schon ist die Scharspitze montiert. Bei der Arbeit werden dann die Scharspitzen durch den Bodenwiderstand automatisch weit genug gegen den Halter geschoben, sodass ein fester Sitz und anschliessend wieder eine leichte Demontage gewährleistet ist.

Evers: zwei Bolzen mit Splinten Von Evers wurde erstmals an der Agrama 2012 ein neues Scharschnellwechselsystem vorgestellt. Zwei Bolzen, gesichert je mit einem robusten und geschützt angebrachten Splint, erlauben auch hier den Scharwechsel ohne das mühsame Lösen von Schrauben. Der Schar wird zur Montage auf den Träger geschoben und dann mit den beiden Bolzen von der Seite fixiert. Eine gerade Fläche am Kopf des Bolzens verhindert deren Verdrehen, sodass die Splinten auf der gegenüber­ liegenden Seite lediglich das Heraus­ rutschen sichern. Die Sicherung liegt geschützt hinter einem Stahlring, sodass sie durch den Erdfluss nicht abgefahren wird. Mit Scharbreiten von 6 cm bis 38 cm ist der Grubber für alle Einsätze geeignet.

Lemken: Scharfuss und Verschleissteile als eine Einheit

Beim Knock-on-System von Kverneland lassen sich alle Schare mit verschiedenen Leitblechen kombinieren.

Beim Wechselscharfuss von Lemken muss der gesamte Scharfuss mit Scharspitze und Leitblech als eine Einheit ausgewechselt werden. Der Spezialzinkenarm hat zwei Kerben, in welche die im Scharfuss integrierten Bolzen passen. Verschiedene Scharspitzen, Flügel und Leitbleche können an den Wechselscharfuss geschraubt werden. Somit unterscheidet sich dieses System grundlegend von allen anderen:

Verschleiss bis auf 25 Prozent möglich Für das schnelle Austauschen der Schare benötigt man lediglich einen Hammer sowie einen speziellen Knock-on-Meissel. Zum Entfernen der Scharspitze wird der Meissel in die Aussparung zwischen Träger und Schar getrieben, und schon ist die Scharspitze weg. Mit dieser Art des Scharschnellwechsels spart der Anwender nicht nur viel Zeit und kann dabei die Maschine den gegebenen Bedingungen anpassen: Alle Schartypen verfügen über eine eingepresste Erhöhung, die den Halter vor Verschleiss schützt und so die Nutzungsdauer erhöht. Die Scharspitzen können je nach Bodenbeschaffenheit bis auf etwa 25 Prozent des Neugewichts abgenutzt werden, bevor sie ersetzt werden müssen. Kverneland bietet mit Knock-on für alle Arbeitstiefen und Anforderungen die passende Schar mit einer entsprechenden Leitblechkonfiguration. Es stehen verschieden breite Leitbleche in gerader, rechts und links gewendelter Form zur Verfügung.

Mit einem Hammerschlag, ohne Entfernen von Spannhülsen oder Splinten, lassen sich die Knock-on- Schare demontieren.

Kombination, die für das Schnellwechselverfahren zur Verfügung stehen soll, ein separater Satz Wechselscharfüsse gekauft werden muss. Eine Nachrüstung ist bei diesem System daher auch nur schwer möglich, da dafür der ganze Standardzinkenarm gegen einen für den Wechselscharfuss speziellen Zinkenarm ausgewechselt werden müsste.

Kerner: Spitze und Flügel separat

Für die tiefe Bearbeitung bietet Lemken vier verschiedene Schartypen an.

Es lässt sich eine grosse Auswahl an Standardverschleissteilen an den Wechselscharfuss schrauben, was die Verschleisskosten tief halten soll. Das System von Lemken bietet beim Wechsel somit die grösste Variation: Es wird in wenigen Minuten nicht nur eine Scharspitze, sondern das ganze Grubbersystem gewechselt. Unterstrichen wird dies noch durch das vielfältige Scharangebot wie der Trimix-Schar für verstärktes Einmischen von Ernterückständen. Der damit verbundene Nachteil besteht allerdings darin, dass für jede Schar-Leitblech-

Das am Grubbermodell Komet eingesetzte Schnellwechselsystem von Kerner hat die Besonderheit, dass die Scharspitze und der Flügel separat an einem geschraubten Adapter befestigt sind. Somit lässt sich der Flügel sehr schnell entfernen, um von flacher Stoppelbearbeitung auf Tiefenlockerung umzustellen. Der Adapter lässt sich an einen Standardgrubberarm schrauben und deshalb auch problemlos nachrüsten. Während die Scharspitze von vorne in einen Schlitz im Adapter eingeschoben wird, kommt der Flügel von hinten an den Adapter heran und wird von einem Riegel mit Klappsplinte gesichert. Kerner bietet zur Auswahl drei Scharspitzen- und zwei Flügelbreiten, hingegen bleibt das geschraubte Leitblech bei allen Kombinationen das gleiche.

Vogel & Noot: ganz ohne Werkzeug und Kleinteile Ganz werkzeuglos lassen sich beim MultiQuick-System von Vogel & Noot die 3 2013  Schweizer Landtechnik

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n  Management

Hersteller

Kverneland

Evers

Lemken

Kerner

Vogel & Noot

Amazone

Systemname

Knock-on

Forest

Wechselscharfuss

Schar-Schnellwechsel

MultiQuick

Vario Clip

Bauart

Konus

teilbarer Grubber

Steckverbindung mit Splint-Sicherung

Halter (Klauen) mit Verschluss

Konus mit Spannstift

Träger

geschraubt, nachrüstbar

geschweisst

fest verbunden, nicht nachrüstbar

geschraubt, nachrüstbar

geschraubt, nachrüstbar

geschraubt, nachrüstbar

Scharbreiten in mm

80, 150, 320, 360, 470

60, 150, 200, 250, 380

60, 80, 120, Trimix und Duomix

80, 100, 120, 320, 380, 450

80, 120, 270, 330, 480

75, 110, 170, 220

Varianten

Leitblechbreite, Leitblechdrehung

Zinkentypen K, KG, ST, MT, je nach Bodenart (ver­ mischen oder nur anheben), zusätzlich Crossboard möglich

Randleitbleche r./l.; Leitblech KL8, KL10; KL 10 S, Doppelwalze, Flexringwalze, Messerwalze, Rohrstabwalze

Scharspitz 3 Breiten, Flügelschar 3 Breiten, beide mit Variante hart­ beschichtet oder Hartmetall

Kombination versch. Formen und Breiten der Scharspitze und Flügelschare

2 Zinkentypen mit Scherschraube oder 3-D-Federelement

Benötigte Werkzeuge

Hammer und Spezialmeissel

Hammer normal

Hammer normal

Keine

Hammer und Bolzentreiber

Aufpreis pro Zinken

100.–

Kein Aufpreis

56.–

70.–

120.–

ab 65.–

Vertrieb

www.agriott.ch

www.gerbermuri.ch

www.lemken.com

www.alphatec-ag.ch

www.sercolandtechnik.ch

www.ott.ch

Scharspitzen und Flügel auswechseln. Zwischen dem Standardgrubberstiel und den Verschleissteilen dient ein spezieller Adapter als Verbindung. Scharspitze und Flügel werden bei diesem System von vorne nach hinten in die Halterungen des Adapters geführt und anschliessend mit einem Hebel blockiert und einem Federbügel gesichert. Es muss also kein kleines Bauteil wie eine Klappsplinte oder eine Spannhülse entfernt werden, was der Hersteller vor allem auch bei einem Wechsel bei schlechten Lichtverhältnissen als grossen Vorteil des Systems ansieht. Die verschiedenen Kombinationen von Scharspitzen und Flügelscharen bis 480  mm Breite werden durch eine geschraubtes Leitblech ergänzt.

Grubberstiel geschraubt wird und somit auch problemlos nachgerüstet werden kann. Unten am Leitblech befindet sich ein Konus, auf den die verschiedenen Scharspitzen geschoben und durch den

4

5

Amazone: nur Spitzen wechseln Wiederum ganz anders aufgebaut ist das Vario-Clip-System von Amazone. Hier gibt es keine Aufteilung von Scharspitze und Flügel, sondern nur die Scharspitzen, die bis zu einer Breite von 220 mm erhältlich sind, lassen sich im Schnellwechselverfahren austauschen. Als Wechseladapter dient bei diesem System eine spezielle Form von Leitblech, das an den Standard-

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7b

Bodenwiderstand in die fixe Endposition gedrückt werden. Damit sich die Scharspitzen beispielsweise beim Anfahren in Rückwärtsfahrt nicht aus der Halterung lösen können, wird zusätzlich ein Spann-

4  Beim System von Evers wird das Schar mit zwei Splinten gesichert. 5  Beim Wechselschar von Lemken wird der ganze Scharkörper mit Leitblech als Einheit demontiert. 6  Beim Wechselschar von Kerner arretiert ein Riegel mit Klappsplint den Flügel.

6

8a

8b

7  Die Scharverriegelung von Vogel & Noot ist mit einem Federbügel gesichert. 8  Beim System Vario Clip von Amazone wird die Scharspitze mit einem Hohlspannstift auf dem Konus gesichert.

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Management   n

stift durch Scharspitze und Konus getrieben. Das System von Amazone ist somit das einfachste im Aufbau, allerdings hat es mit der aktuellen Auswahl an Scharspitzen den Nachteil, dass bei einer sehr flachen Stoppelbearbeitung keine Flügel für ein flächendeckendes Schneiden zur Verfügung stehen.

Vier Hauptfaktoren bestimmen die Kosten Natürlich sind die Anschaffung eines Wechselscharsystems und somit die zu den Bedingungen passenden Werkzeuge allein noch kein vollständiges Rezept, um die Kosten in der Bodenbearbeitung zu senken. Viele Faktoren müssen auf die Bedingungen und aufeinander gegenseitig abgestimmt sein, damit Aufwand und Ergebnis optimal ausfallen. Folgende wichtige Faktoren beeinflussen die Kosten am stärksten: Die Arbeitstiefe soll immer so gering wie möglich gehalten werden. Pro cm zusätzlicher Arbeitstiefe müssen pro ha bearbeiteter Fläche rund 150  t Boden zusätzlich bewegt werden, was den

Treibstoffverbrauch je nach Bedingungen bis zu 1,5 l ansteigen lässt. Eine Verbesserung der Durchmischung von Boden und Ernterückständen sollte also in erster Linie durch eine geeignete Scharform und nicht durch Absenken der Werkzeuge angestrebt werden. Arbeitsbreite und Fahrgeschwindigkeit sollten möglichst gut auf die Motorisierung des Zugfahrzeugs abgestimmt werden. D.h. die Arbeitsbreite sollte am besten so gewählt werden, dass bei der minimal für ein gutes Ergebnis erforder­ lichen Fahrgeschwindigkeit der Motor optimal ausgelastet ist und dieser somit im günstigsten Verbrauchsbereich arbeitet. Dies ist bei hohem Drehmoment des Motors der Fall, also bei reduzierter Motor­drehzahl und etwa 70 Prozent der Nennleistung des Motors. Oft werden stärkere Traktoren gekauft, und es wird mit be­ stehenden Maschinen schneller gefahren. Eine höhere Arbeitsgeschwindigkeit führt aber nicht nur zu einem ­höheren Verbrauch pro ha bearbeiteter Fläche, sondern auch zu grösserem Verschleiss an den Werkzeugen, da der Ver-

schleiss wie auch der Treibstoffverbrauch über­pro­portional zur Fahrgeschwindigkeit ansteigen. Das Zugfahrzeug muss richtig ballastiert sein und mit möglichst geringem Luftdruck gefahren werden. Beide Faktoren reduzieren den Schlupf, der den Treibstoffverbrauch stark beeinflusst. Ein geringer Luftdruck reduziert zusätzlich das Verformen des Bodens, was den Roll­ wider­stand vermindert. Die Bodenbeschaffenheit ist wohl der wichtigste Faktor überhaupt, der sich auf den Treibstoffverbrauch auswirkt. Es konnte bereits in mehreren Versuchen nachgewiesen werden, dass sich durch eine Langzeitstrategie zur Förderung der Bodengesundheit (organische Düngung, Erhalten der Krümelstruktur, Wasser- und Lufthaushalt) sowie durch eine gezielte Vermeidung von Bodenverdichtungen der Treibstoffbedarf für die Bodenbearbeitung um bis zu 40 Prozent senken lässt. Hier spielt auch die Wahl des optimalen Bearbeitungszeitpunkts (insbesondere Bodenfeuchtigkeit) eine grosse Rolle.  n

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n  Plattform | Forschung

Viermal CTF in Europa Nach den positiven Ergebnissen in Australien fasst das Verfahren «ControlledTraffic-Farming» («CTF») auch langsam in Europa Fuss. Im Folgenden stellt Tim Chamen an die britischen Verhältnisse angepasste CTF-Systeme vor, Markus Demmel berichtet von bayerischen CTF-Versuchen in Kombination mit Streifenbodenbearbeitung, und Hans Henrik Pedersen zeigt, wie sich CTF im holländischen Gemüsebau und in der dänischen Grünlandbewirtschaftung verbreiten. Autoren* Das auf permanenten Fahrspuren basierende Controlled Traffic Farming (CTF) vermeidet ganzflächige Bodenverdichtungen und verbessert die nachhaltige Entwicklung der Bodenstruktur. Im Optimalfall nutzen alle Fahrzeuge bei allen Arbeiten dieselben Spuren und reduzieren mit entsprechend grossen Arbeits-

breiten und schmalen Reifen den Spurflächenanteil auf unter zehn Prozent.

CTF- und Strip-Tillage-Feldversuche in Bayern Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft untersucht seit 2009 auf drei pfluglos wirtschaftenden Betrieben CTF

Bayern: CTF in Kombination mit Strip Tillage vereint bodenschonend die Arbeitsgänge Bodenbearbeitung, Saatbettbereitung und wurzelnahe Gülleapplikation. (Quelle: Markus Demmel)

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in Kombination mit einer Streifenbodenbearbeitung (Strip-Tillage) bei Hackfrüchten. Zwei Betriebe bauen Winterweizen, Raps, Zuckerrüben und Winterroggen an, der dritte Winterweizen, Raps und Mais. Die Böden der Versuchsflächen sind durchwegs tiefgründig und durch Lösslehm beeinflusst. Die Bodenarten liegen im Bereich von sandigem Lehm bis Ton. Die Jahresniederschlagssummen in den Jahren 2009 und 2010 lagen zwischen 768 und 890 mm, die Jahresdurchschnittstemperaturen zwischen 7,5 und 8,9 °C. Aus technischer Sicht ist Controlled Traffic Farming und Strip-Tillage auf den beteiligten Betrieben prinzipiell umsetzbar. Herausfordernd sind die Abstimmung der Arbeitsbreiten und Spurweiten aller eingesetzten Maschinen und Traktoren sowie die konsequente Umsetzung des spurgebundenen Fahrverkehrs. Mit Standardspurweiten und -bereifung liessen sich Spurflächenanteile von 33 bis 42 Prozent realisieren; knapp zwei Drittel der Fläche blieben unbefahren. In Zuckerrübenbetrieben ist ein CTF-System derzeit nicht sinnvoll realisierbar. Die üblichen Köpfrodebunker mit Hundegang überrollen nahezu das gesamte Feld. Auch die auf einem Betrieb eingesetzte Rodetechnik ohne Hundegang belegt einen zu grossen Feldanteil mit Spuren. Nach drei Versuchsjahren zeichnet sich auf den nicht befahrenen Flächen eine verbesserte Wasseraufnahme- und Wasserspeicherfähigkeit ab. Die Böden wären damit für Trockenperioden besser gerüs-

*Autoren Martin Holpp (Agroscope, Tänikon), Tim Chamen (CTF-Europe, Grossbritannien), Markus Demmel (Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Deutschland), Hans Henrik Pedersen (Universität Aarhus, Dänemark)


Forschung | Plattform   n

tet. Demgegenüber haben die Getreideerträge indifferent reagiert, was sicherlich auch daran liegt, dass bisher keine ausgeprägten Trockenphasen auftraten. Mit Strip-Tillage (Lockerung der Saatstreifen mit passiven Werkzeugen) angebaute Zuckerrüben und Mais zeigten gegenüber Mulchsaat mit Saatbettbereitung Ertragsgleichheit. Dies ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass bisher alle Betriebe flächendeckend tief lockerten. Generell können im Lockerungsstreifen mit optimierten Bedingungen für Keimung und Jugendentwicklung höhere Erträge erwartet werden. Von besonderer Bedeutung für Betriebe mit organischer Düngung ist die Möglichkeit, vor Mais bei der Lockerung der Streifen Gülle zu injizieren. Der Mehrwert von Strip-Tillage ist ein verringerter Kraftstoffverbrauch und ein sehr hohes Mass an Erosionsschutz.

CTF in Grossbritannien In Grossbritannien begann die Praxiseinführung von CTF im Jahr 2004. Der Nahrungsmittelkonzern Unilever legte auf seinem Versuchsbetrieb Colworth einen CTF-Feldversuch an, um das System praxistauglich weiterzuentwickeln. Projektleiter Tim Chamen untersuchte die bodenkundlichen und pflanzenbaulichen Auswirkungen einer kontrollierten Befahrung. Das ursprünglich verwendete CTF-Spursystem mit einer einheitlichen Spurweite von drei Metern für alle Maschinen stellte sich schnell als ungeeignet für die engen britischen Strassen und Feldwege heraus. Als praktikable Alternativen zeigte sich einerseits das Spursystem «TwinTrac» mit zwei Spurweiten, bei dem die Mähdrescher mit grosser Spurweite um eine halbe Arbeitsbreite versetzt zu den Traktoren mit kleiner Spurweite fahren. Der Spurflächenanteil liegt bei etwa 25 Prozent. Eine weitere Variante ist das Spursystem «OutTrac», bei dem alle Fahrzeuge hintereinander fahren und dieselbe Spur nutzen. In der letzten Saison, acht Jahre nach dem Beginn des Feldversuchs in Colworth, wurden in Grossbritannien etwa 15 000 ha unter CTF bewirtschaftet. Aktuell sind geschätzte weitere 39 000 ha in der Planungs- und Umsetzungsphase zur Umstellung auf CTF. Die CTF-Betriebe sind über das ganze Land vom nördlichen Schottland bis ins südliche England verteilt und haben ihren Schwerpunkt in den Ackerbaugebieten im Osten. Sie sind wesentlich grösser als

OutTr

TwinTrac

GB: CTF-Spursystem TwinTrac mit den zwei Spurweiten 1,80 und 2,70 Meter und der sich daraus ergebenden Grundarbeitsbreite von 4,50 Metern. Der Mähdrescher fährt um eine halbe Arbeitsbreite versetzt zum Traktor. Der Spurflächenanteil beträgt etwa ein Drittel.

die Durchschnittsfarm und bewegen sich von unter zweihundert bis mehrere Tausend Hektaren Fläche. Viele von ihnen nutzen Direktsaat-Anbausysteme. Die verwendeten Arbeitsbreiten variieren von unter sechs bis zwölf Metern, wobei die Arbeitsbreiten sechs und zwölf Meter häufig miteinander kombiniert werden. Der Abtransport von Strohballen funktioniert dann am besten, wenn die Ballen nicht in, sondern neben der Fahrspur abgelegt und mit entsprechender Technik aufgenommen und aufgeladen werden. In der Bewirtschaftung der CTF-Systeme liegt ein Hauptaugenmerk darauf, das Ertragspotenzial der Fahrspuren hoch zu halten. Dort wo sich Rinnen bilden, wird der Boden gelockert und mit einfachen Geräten Erde von seitlich der Fahrspuren in die Spuren gefüllt. Bereifungen mit niedrigem Kontaktflächendruck mindern generell das Risiko des Entstehens von Spurvertiefungen, sie gehen aber mit einer Erhöhung des Spurflächenanteils einher. Nach britischen Erfahrungen ist die Hauptvoraussetzung für eine weitergehende, flächendeckende CTF-Verbreitung, dass die Landtechnikhersteller Maschinen bauen, deren Arbeitsbreiten, Spurweiten und Überladedistanzen für CTF geeignet sind.

CTF im holländischen Gemüsebau Etwa 40 Produzenten hauptsächlich von Biogemüse nutzen in Holland das sogenannte Seasonal Controlled Traffic Farming (SCTF). Bei SCTF erfolgen alle ­Arbeitsgänge auf den permanenten Fahrspuren – ausser der Ernte, da die Ernte-

GB: CTF-Spursystem OutTrac mit hintereinander fahrenden Maschinen. Der Spurflächenanteil beträgt bei sechs Metern Arbeitsbreite etwa 40 Prozent, bei 8 Metern etwa 30 Prozent. (Quelle: abgeändert nach Tim Chamen)

maschinen meist nicht in einer kompati­ blen Spurweite verfügbar sind. Nach der Ernte erfolgt die Bodenbearbeitung wieder von den permanenten Fahrspuren aus. Trotz diesem Kompromiss lohnt sich CTF: – Durch eine Beetbreite von drei Metern, entsprechend verbreiterten Traktorspuren sowie schmalen Reifen sinkt der Spurflächenanteil und steigt die produktive Anbaufläche. – In einem vierjährigen Vergleich von zwölf SCTF-Feldversuchen erzielten SCTF-Flächen durchschnittlich neun Prozent mehr Ertrag als herkömmlich befahrene Flächen. – Klimarelevante Lachgasemissionen sanken unter SCTF wegen besserer Durchlüftung der Böden um 20 bis 50 Prozent. – Wurzelfrüchte wachsen gleichmässiger, reifen einheitlicher ab und haben bei der Ernte weniger Erdanhang. – Durch den lockereren Boden und die dank satellitenbasierten Lenksystemen geraden Reihen lassen sich Unkräuter besser mechanisch bekämpfen. – Durch die sich im Lauf der Zeit verbessernde Bodenstruktur geht der Pflugeinsatz mehr und mehr zurück. Die Lösung des Ernteproblems könnte ein Geräteträger mit grosser Arbeitsbreite, ein sogenannter Gantry, herbeiführen. Diese Art Fahrzeuge fährt auf dem Feld quer zum Hauptträger und durch Drehen der Räder um 90 Grad längs auf der Strasse. In den 1980er-Jahren wurden erste Prototypen entwickelt, die sich dannzumal nicht durchsetzen konnten. Der dänische Hersteller für Gemüseerntemaschinen ASA-Lift baute 2012 für einen 3 2013  Schweizer Landtechnik

47


n  Plattform | Forschung

NL: Geräteträger mit drei Standardanbaugeräten à drei Meter Breite in den drei Dreipunkt­ anhängungen. (Quelle: Hans Henrik Pedersen)

lokalen, langjährigen SCTF-Gemüseanbauer einen Prototypen mit 9,6 Metern Breite. Das Fahrzeug überspannt drei Beete mit drei Metern Breite und erhöht durch den geringeren Spurflächenanteil die Anbaufläche nochmals um knapp zehn Prozent. In Versuchen mit Speisezwiebeln untersucht die Universität Aarhus nun die verfahrenstechnischen, betriebswirtschaftlichen und ökologischen Aspekte des Systems.

CTF im Grünland in Dänemark In den meisten Kulturen gilt Bodenverdichtung als eine der Hauptursachen für einen verminderten Ertrag. Im Futterbau ist die mechanische Belastung das Hauptproblem, wenn Pflanzen und Wurzeln gequetscht werden. Eine unkontrollierte

Befahrung mit vielen Fahrspuren führt zu ungleichen Schnitthöhen und schwankenden Futterqualitäten auf einem Grossteil der Fläche. In Dänemark wird das Grünland oft komplett von Lohnunternehmern bewirtschaftet. Für mehr Ordnung auf dem Feld verbreitet sich zunehmend der Einsatz von CTF-Spursystemen. Aktuell nutzen schätzungsweise 20 Lohnunternehmer permanente Fahrspuren für Düngung und Ernte von 15 000 Hektaren. Die im Futterbau einfach zu realisierende CTFBewirtschaftung wird dabei gezielt als Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Anbietern genutzt. Meist wird ein CTF-System mit zwölf Metern Arbeitsbreite eingesetzt, gele-

gentlich auch mit 14 oder 15 Metern oder ein Kombisystem mit 9 und 18 Metern. Gülleinjektoren, Zetter und Schwader mit 12 Meter sind seit Längerem gebräuchlich. Mittlerweile stehen auch DreifachMähwerke mit dieser Arbeitsbreite zur Verfügung. Der dänische Landmaschinenhersteller JF baut aufgrund der Nachfrage aus der Praxis ein Mähwerk mit 12,3 m Arbeitsbreite für CTF-Systeme. Die Ernte erfolgt mit selbstfahrenden Häckslern und angehängten Transportfahrzeugen, mit hinter dem Häcksler fahrenden Traktor-Hänger-Kombinationen oder mit Ladewagen. Einige Futterpflanzen wie Luzerne und Rotklee sind besonders befahrungsempfindlich. Mit einer kontrollierten Befahrung haben sie bessere Wachstumsbedingungen und sind gegenüber anderen Pflanzen kompetitiver. Es fiel auf, dass auf herkömmlich befahrenen Kunstwiesen der Ertrag nach drei Jahren zurückging. Mit CTF liefern sie aber oft über vier Jahre hinweg einen hohen Ertrag und reduzieren dadurch die Kosten für Neuansaaten. In einem grossflächigen Feldversuch der Universität Aarhus kam es mit CTF zu einer Ertragssteigerung in der Höhe von 15 bis 20 Prozent.

Fazit Die beschriebenen Erfahrungen mit CTF in verschiedenen europäischen Ländern und in verschiedenen Anbausystemen zeigen, dass sich CTF technisch umsetzen lässt und von der Praxis aufgegriffen wird. Wenn derzeit noch keine zufriedenstellende Lösung für eine Umsetzung im Rüben- und Kartoffelbau gefunden ist, so lassen sich die Vorteile einer CTF-Bewirtschaftung doch bereits in einem Grossteil der anderen Kulturen und damit auf einem Grossteil der landwirtschaftlichen Nutzfläche nutzen. Im schweizerischen Kontext könnte CTF am ehesten über die Lohnunternehmer in die Praxis einziehen. Diese verfügen schon heute über Maschinen entsprechender Arbeitsbreiten, über automatische Lenksysteme (vgl. ART-Bericht 756) für das Anlegen permanenter Fahrgassen und das diesbezügliche Know-how.  n Man beachte zum Thema «CTF» auch den ART-Bericht ab Seite 71.

DK: Im dänischen CTF-System mit zwölf Meter wird nicht mehr auf ein parallel fahrendes Transportfahrzeug übergeladen. Hier zieht der Häcksler direkt den Anhänger. Der Spurflächenanteil beträgt mit 800 mm breiten Reifen etwa 13 Prozent. Quelle: Danny Pedersen.

48

3 2013  Schweizer Landtechnik


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n  Plattform | Hintergrund

«Vertriebsnetz wird auf weniger, aber effizientere Händler reduziert» Hersteller reorganisieren das Vertriebsnetz in der Schweiz auf weniger, aber effizientere markenorientierte Händler, beobachtet Jürg Minger, Präsident des Schweizerischen Landmaschinen-Verbandes (SLV). Das heisst, grosse Händler werden mit kleineren Händlern zusammenarbeiten und die Infrastruktur sowie das technische Wissen den kleineren Händlern zu Verfügung stellen. Dominik Senn

An der 73. ordentlichen Generalversammlung des SLV Ende Januar in Schönbühl referierte Minger über das Thema «Anstehende Strukturveränderungen im schweizerischen Landtechnik-Händlernetz». Die Schweizer Landtechnik wollte von ihm erfahren, wie es mit dem Schweizer Landtechnik-Händlernetz weitergeht. Herr Minger, Sie orten anstehende Strukturveränderungen im schweizerischen Landtechnik-Händlernetz. Was sind die Veränderungsfaktoren? Der moderne Landwirt muss stetig mehr produzieren, um eine grösser werdende Bevölkerungszahl mit immer weniger Anbaufläche zu ernähren. Zusätzlich ge-

staltet er das Landschaftsbild und deckt auch den weiter steigenden Bedarf an erneuerbarer Energie. All diese Arbeiten verlangen nach immer moderneren und leistungsfähigeren, technisch komplexeren Traktoren und Anbaugeräten, welche in einem Arbeitsgang mehrere Arbeiten ausführen können; dies, um die wertvollen Anbauflächen entsprechend zu schonen. Auch die Schweizer Landwirtschaft ist von diesen Veränderungen betroffen und muss sich den neuen Herausforderungen der Agrarpolitik 2014 bis 2017 kontinuierlich anpassen. Der Schweizer Landwirt ist bestrebt, seinen Betrieb den neuen Strukturen anzupassen und in neue Tech-

nik zu investieren, um betriebswirtschaftlich und qualitativ auf einem hohen Niveau zu produzieren. Ebenso fordert der Landwirt eine hohe Fachkompetenz vom

«Der Schweizer Landwirt verlangt vom Landtechnikhändler hohe Fachkompetenz» Lohnunternehmer bei den von ihm zur Verfügung gestellten Lohnarbeiten, aber auch vom Landtechnikhändler, der ihm die Landtechnikprodukte verkauft und einen entsprechenden Service zur Verfügung stellt.

Jürg Minger: «Der Stützpunkthändler muss eine Grösse erreichen, in wel­ cher komplexere Tätigkeiten im ­Verkauf und der Technik zur Routine und nicht zu einer Belastung werden…» (Bilder: zVg)

50

3 2013  Schweizer Landtechnik


Hintergrund | Plattform   n

Was streben die Landwirte und Lohnunternehmer in Zukunft an? Der innovative Lohnunternehmer und Landwirt verlangt heute einen durch und durch kompetenten Landtechnikhändler, der nicht nur hohe Produkt- und Fachkompetenz, moderne Verkaufs- und Werkstattinfrastruktur und hohen Servicegrad während der saisonalen Aktivitäten garantiert, sondern auch entsprechendes Fachwissen der Mitarbeiter. Welche Landmaschinen-Vertriebssysteme haben sich in der Schweiz etabliert? In der Schweiz haben sich die mehrstufigen Vertriebssysteme etabliert. Das heisst, dass ein Stützpunkthändler kleinere Händler bei den komplexen Verkäufen sowie Reparatur- und Servicearbeiten unterstützen muss. Dafür benötigt er entsprechende Finanzkraft und den heutigen Ansprüchen gerechtes Fachpersonal sowie ausreichende Verkaufs- und Werkstattinfrastruktur. Entscheidend ist, dass der Stützpunkthändler eine Grösse erreichen kann, in welcher komplexere Tätigkeiten im Verkauf und der Technik zur Routine und nicht zu einer Belastung werden. Auch muss er seine Infrastruktur auslasten können; ich denke da speziell an die teuren markenspezifischen Spezialwerk­ zeuge. Was ist die Kernfunktion des Landmaschinenhandels? Die grossen Landtechnikhersteller verlangen heute, dass ein Stützpunkt-Landtechnikhändler markenorientiert auf seine Produkte fokussiert. Dies beinhaltet, dass er in erster Priorität seine Marke in den Vordergrund stellt: bei der Gebäudebezeichnung, bei der Werkstatteinrichtung, bei der Mitarbeiterausbildung usw. Der Händler muss die Fähigkeit haben, Neuund Occasionsprodukte zu finanzieren, Marketing- und Verkaufsaktionen zu organisieren, Vorführ- und Ersatzfahrzeuge zur Verfügung zu stellen und eine entsprechende Reparatur- und Serviceorganisation während der saisonalen Zeiten – auch mobil – dem Kunden anzubieten. Was soll oder muss sich bei den Händlern ändern? Was sind die neuen Händleranforderungen? Was raten Sie den Landtechnikbetrieben, wie sie sich strategisch den neuen Herausforderungen stellen sollen? Es gibt schon einige positive Beispiele von Landtechnikbetrieben in der Schweiz, die

« … der Stützpunkthändler muss seine Infrastruktur auslasten können; ich denke da speziell an die teuren markenspezifischen Spezialwerkzeuge.»

kontinuierlich ihren Betrieb in Organisa­ tion, Werkstatt, Vertrieb, Gebäude und Infrastruktur und vor allem in qualifizierte Mitarbeiter investiert haben und sich heute problemlos mit den Händlern im nahen Ausland vergleichen können. Der

«Es gibt Schweizer Landtechnikbetriebe, die sich problemlos mit Händlern im nahen Ausland vergleichen können» heutige Landtechnikunternehmer muss ein klares Ziel haben, seinen Betrieb den neuen Anforderungen anpassen und entsprechend investieren. Er muss eine klare Markenpolitik anstreben und sich in seinem Auftritt auch zu dieser bekennen. Die Erfahrung zeigt, dass solche Betriebe betriebswirtschaftlich gut arbeiten. Mühe haben hingegen kleinere Betriebe, welche während Jahren weder in Infra-

struktur noch in eine klare Markenstrategie investiert haben und sich den heutigen Strukturen nicht mehr anpassen können. Diese eher kleineren Betriebe müssen möglichst schnell den Anschluss an einen Stützpunkthändler finden, um in Zukunft zu überleben. Wie geht es im Landtechnik-Händlernetz in der Schweiz weiter? Einige Hersteller machen es zurzeit vor: Sie reorganisieren das Vertriebsnetz in der Schweiz auf weniger, jedoch effizientere markenorientierte Händler. Ich nehme an, dass weitere Hersteller diesen Schritt anstreben werden. Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass die grossen Marken in Zukunft mit weniger, aber entsprechend grösseren Händlern in der Schweiz vertreten sein werden. Das heisst, grosse Händler werden mit kleineren Händlern zusammenarbeiten und die Infrastruktur sowie das technische Wissen den kleineren Händlern zu Verfügung stellen.  n 3 2013  Schweizer Landtechnik

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n  Plattform | Hintergrund

Rekord bei Traktorzulassungen In der Schweiz sind im Jahr 2012 2686 Neutraktoren 2 in Verkehr gesetzt worden. Das sind 174 mehr als 2011, als bereits 307 neue Traktoren mehr als 2010 auf Schweizer Bauernhöfe fanden. Eine Umfrage der Schweizer Landtechnik bei den Hauptimporteuren zeigt, wieso die Verkaufskurve bei den Traktoren abflachen wird. Dominik Senn

Noch nie rollten so viele neue Traktoren im Schweizerland wie im Jahr 2012. Mit 2686 Neuzulassungen wurden sogar die herausragenden Ergebnisse 2011 (plus 174 Stück oder 6,9 Prozent) und 2010 (plus 307 oder 13,9 Prozent) getoppt.

John Deere führend Gemäss Zulassungsstatistik 2012 des Schweizerischen Landmaschinen-Verbandes führt die Marke John Deere die Liste der meistverkauften Traktoren an. Seit 2010 ist die Reihenfolge John Deere, New Holland, Fendt und Deutz-Fahr unverändert. Ihr jeweiliger Anteil am Gesamtmarkt beträgt 16,68 bzw. 16,16, 15,41 und 9,53 Prozent. Zusammen decken sie einen Neutraktorenanteil von knapp 58 Prozent der Schweiz ab. Um die folgenden Plätze rangeln MF, Steyr, Case IH, Claas und Hürlimann. Mit einem 111-prozentigen Zuwachs überraschte Zetor, der von 9 Stück 2011 auf 19 2012 zulegte, dann auch Same mit einem 30-prozentigen Zuwachs von 60 auf 78 Stück.

John Deere ist nach wie vor die führende Marke in der Schweiz, auf dem Bild das Topmodell 5100R aus der Serie 5R. (Bilder: Werkbilder)

52

3 2013  Schweizer Landtechnik

Motorenleistung gesteigert In der Statistik nicht aufgeführt bzw. nachgetragen sind die Verkäufe nach PSKlassen. Die Schweizer Landtechnik stellte den Importeuren der sechs Konzerne John Deere, Agco (Fendt, Massey Ferguson, Valtra), CNH (Case IH, New Holland, Steyr), Claas, SDF (SAME, Deutz-Fahr, Hür­ limann) und Argo (Landini, McCormick) drei Fragen, welche nicht nur auf eine In­terpretation ihrer Verkaufszahlen zielten, sondern auch auf eine grobe Aufsplittung in PS-Klassen; bestätigt wird  der Trend in Deutschland zu ei-

ner Steigerung der durchschnittlichen Motorenleistung. Daniel Bernhard, Sie sind Leiter Geschäftsbereich Landmaschinen der Robert Aebi AG/Matra. John Deere ist erneut die in der Schweiz am meisten verkauften Marke, obschon die Stückzahl gegenüber 2011 um 26 zurückging. Was gab den Ausschlag für das Resultat? Wie interpretieren Sie die Schweizer Marktsituation? Daniel Bernhard: Wir blicken grundsätzlich auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück. Leider konnten wir nicht in dem


Hintergrund | Plattform   n

mit ihren Vertragshändlern ein optimales Vertriebssystem für den Schweizer Markt. Dazu hat der Eurokurs im Allgemeinen die Investitionsfreudigkeit erhöht. Das Resultat von Valtra ist auf schlechtes Management der Umstellung der Abgasstufen sowie auf schwierige Verfügbarkeit neuer und alter Produkte über mehr als ein halbes Jahr zurückzuführen. Es fehlt die Produktpalette im PS-Bereich 80 bis 100  PS, und das Vertriebssystem ist noch nicht auf dem Stand von Fendt und MF. Meines Erachtens wird in der Schweiz allgemein der Markt zurückgehen.

Bei Claas waren Arion 640 und Arion 430 CIS die Renner 2012.

Ausmass profitieren, wie der Markt gewachsen ist. Bei uns kam sicher erschwerend dazu, dass wir im Jahr 2013 die Umstellung der Serie 6030 auf die Serie 6R hatten. In solchen Jahren ist leider die Verfügbarkeit nicht immer optimal. Generell konnte der Markt sicher noch wegen des interessanten Wechselkurses Schweizer-Franken – Euro profitieren. Ich gehe auch davon aus, dass die neue Abgas­ vorschrift, welche 2013 für die grösseren PS-Klassen in Kraft getreten ist, auch zu zusätzlichen Verkäufen 2012 geführt hat. Für 2013 gehen wir aber wieder von einem «normalen» Jahr von rund 2300 Einheiten aus. Ugo Tosoni, Sie sind Geschäftsführer von GVS-Agrar. Im Jahr 2012 haben Sie ein her­vorragendes Konzernergebnis mit 716 verkauften Stück, gegenüber 611 im Jahr 2011, erzielt und damit um 17  Prozent zugelegt. Sie haben bei Fendt und M ­ assey Ferguson anteilig zugelegt, nicht aber bei Valtra. Was war ausschlaggebend und wie interpretieren Sie die Schweizer Marktsituation? Ugo Tosoni: Die guten Resultate mit den Marken Fendt und Massey Ferguson haben wir aus folgenden Gründen erzielt: Wir besitzen eine sehr gut angepasste Produktpalette für den Schweizer Markt, und zwar innovative und neue Produkte über die ganze Bandbreite. Weiter tragen massive Investitionen für die Qualitätssicherung bei Massey Ferguson Früchte. Die GVS Agrar AG unterhält zusammen

Karl Tanner, Sie sind Verkaufsleiter Schweiz der Same Deutz-Fahr Schweiz AG. Ihr Konzern hat 2012 gegenüber dem Vorjahr um ansehnliche 12,2 Prozent zugelegt. Was war ausschlaggebend und wie interpretieren Sie die Schweizer Marktsituation? Karl Tanner: Die generelle Preissituation war im Jahr 2012 für die Schweizer Landwirte sehr interessant, bedingt durch den Euro-Kurs und durch weiter lieferbare Modelle mit bisheriger Abgasstufe. Zudem wurden in den vorhergehenden Jahren Investitionen in Traktoren eher zurückgestellt, weshalb ein gewisser Nachholbedarf zu verzeichnen war. Jürg Minger, Sie sind beim Case Steyr Center Leiter der Division Specials der Bucher Landtechnik AG. Sie haben ein hervorragendes Konzernergebnis mit 730 verkauften Stück erzielt, gegenüber

Die bestverkauften «Pferde» aus dem Stall CNH: New Holland T5050, Puma CVX 160 von Case IH und Steyr 4115 Multi.

589 2011, und damit um 24 Prozent zu­ gelegt. Sie haben aber auch bei je­ der Marke, Case IH, New Holland und

Traktoren-Zulassungsstatistiken Schweiz 2012 Traktoren

2012

Anteil %

Veränderung 2011/2012

Veränderung in %

Periode 2011

Anteil %

Periode 2010

Anteil %

John Deere

448

16,68

–26

New Holland

434

16,16

66

–5,5

474

17,9

368

18,87

405

18,36

14,65

348

Fendt

414

15,41

75

22,1

15,78

339

13,5

346

15,69

Deutz-Fahr

256

MF

211

9,53

32

7,86

28

14,3

224

8,92

181

8,2

15,3

183

7,29

126

5,71

Steyr

148

Case IH

148

5,51

31

26,5

5,51

44

42,3

117

4,14

100

4,53

104

4,66

83

Claas

146

5,44

–10

–6,4

156

3,76

6,21

120

5,44

Hürlimann

6,34

144

5,36

2

1,4

142

5,65

140

Same

78

2,9

18

30,0

60

2,39

48

2,17

Lindner

62

2,31

–28

-31,1

90

3,58

78

3,53

Valtra

61

2,27

–28

-31,5

89

3,54

53

2,4

Kubota

34

1,27

–27

–44,3

61

2,43

40

1,81

Mc Cormick

30

1,12

–6

–16,7

36

1,43

51

2,31

RigiTrac

23

0,86

–6

–20,7

29

1,15

24

1,08

Landini

21

0,78

–7

–25,0

28

1,11

45

2,04

Zetor

19

0,71

10

111,1

9

0,36

11

0,49

DePietri

0

0,15

–2

–100,0

2

0

0

0

Lamborghini

1

0,07

0

0,0

1

0

0

0

Carraro

4

0,04

4

400,0

0

0

5

0,22

Kioti

1

0,04

1

100,0

0

0,04

0

0

Terrion

2

0,04

2

200,0

0

0

0

0

Tym

1

0

1

100,0

0

0,08

1

0,04

2686

100

174

6,9

2512

100

2205

100

Total

3 2013  Schweizer Landtechnik

53


n  Plattform | Hintergrund

Bei Deutz-Fahr waren Agrotron TTV der Hit, bei Hürlimann die XT-Modelle und bei Same die Dorado3-Modelle.

Steyr,  gegenüber dem Vorjahr anteilig zugelegt. Was war ausschlaggebend und wie interpretieren Sie die Schweizer Marktsituation? Jürg Minger: In erster Linie bereiteten wir unsere Kunden und unsere Vertriebspartner mit gezielter Marketingstrategie, verschiedenen Kundenanlässen und Schulungen auf die Saison 2012 gut vor und boten unter anderem praxisorientierte technische Trainings für die Vertriebspartner an. Generell sind

Konzerne

2010

2011

2012

Veränderung 2011/2012

Veränderung in %

CNH (Case IH, New Holland, Steyr)

531

589

730

141

23,9

Agco (Fendt, MF, Valtra)

525

611

716

105

17,2

Same, Deutz-Fahr, Hürlimann

369

426

478

52

12,2

John Deere

405

474

448

–26

–5,5

Claas

120

156

146

–10

–6,4

Argo (Landini, McCormick)

96

64

51

–13

–20,3

Terrion (0.07)

0

0

2

2

200,0

Tym (0.04)

1

0

1

1

100,0

2205

2512

2686

174

6,9

Total

54

3 2013  Schweizer Landtechnik

wir sehr stolz darauf, dass vor allem unsere Mitarbeiter in den beiden unabhängigen ­Centern, Case IH Steyr und New Holland-Traktoren, sowie die beiden unabhängigen schweizweiten Händlerorganisationen einen hervorragenden Job gemacht und damit zu diesem ausgezeichneten Resultat beigetragen haben. Case Steyr Center überzeugte mit seiner Swiss Demo Tour, auf welcher der Kunde die neuen Produkte live erleben und anfassen konnte. Natürlich trug auch die breite und neue Produktpalette der beiden Marken Case IH und Steyr viel zur positiven Stimmung im vergangenen Jahr bei. So wurden die Serie Case IH Farmall und die Serie Steyr Kompakt und Steyr Multi neu vorgestellt. Für Case IH und Steyr weist der Zeiger in die richtige Richtung, denn auch dieses Jahr stehen neue Modelle im 4-Zylinder- sowie im über 400-PS-Stufenlosbereich an. Ebenfalls wird mit Hochdruck an der Förderung der Erntetechnik Case-IH-Mähdrescher und der neuen Case-IH-Ballenpressen gearbeitet. Das New-Holland-Traktoren-Center feierte 50 Jahre Fiat & New Holland Import Schweiz zusammen mit seinen Vertriebshändlern in Turin und dominierte mit seinem leistungsstarken Angebot in der volumenmässig grössten Klasse von 90 bis 120 PS den Schweizer Markt. Thomas Frey, Sie sind Leiter Marketing und Vertrieb bei Serco Landtechnik. Welche Massnahmen gaben den Ausschlag für Ihre Verkaufsresultate bei Claas bzw. die gegenüber 2011 leicht verminderte Stückzahl? Wie interpretieren Sie die Schweizer Marktsituation? Thomas Frey: In der Leistungsklasse unter 100 PS konnten bei uns etwas weniger Fahrzeuge abgesetzt werden. Viele Traktorkäufe wurden aufgrund der günstigen Wechselkursverhältnisse getätigt.

Nebst dem Topmodell 5100R verkauften sich die 4-Zylinder-Traktoren der Serie 6030 von John Deere am besten.

Beim Agco-Konzern waren der Fendt 211 Vario, der MF 5455 und der Valtra N101H die Verkaufsschlager 2012.

Zudem gab es wegen verschärfter Abgasvorschriften viele neue Modelle. Das bewog eine grosse Anzahl Landwirte, sich noch mit einem Fahrzeug der «alten» Abgasklasse einzudecken. Auf der anderen Seite war das Interesse an der neuen Technik gross. Im Herbst lancierte Claas die Markteinführung der neuen Arion 500- und Arion-600-Modelle, welche auf sehr gutes Interesse stossen. Jean-Pierre Stauffer, Sie sind Inhaber der in Les Thioleyres beheimateten Samuel Stauffer & Cie., Traktoren & Landmaschinen Import. Der Argo-Konzern (McCormick, Landini) verzeichnet einen Rückgang von 64 verkauften Traktoren im Jahr 2011 auf 51 2012, somit rund 20 Prozent. Wie erklären Sie sich das? Wie interpretieren Sie die Schweizer Marktsituation? Jean-Pierre Stauffer: Der Grund für diesen Rückgang liegt in massiven Lieferverzögerungen bei beiden Marken. Diese wiederum sind durch die Umstrukturierung der Gruppe in den vergangenen


Hintergrund | Plattform   n

Jahren entstanden. Die in italienischem Privatbesitz stehende Argo-Gruppe hatte 2001 die Marke McCormick und zwei Fabrikationsanlagen der Gruppe CNH erworben und nach Italien verlegt. Der Schweizer Markt ist nach meiner Beobachtung stabiler als das angrenzende Ausland. Die Schweizer Bauern investieren öfters in technisches Equipment und in gewisse Optionen. Welches Modell verkaufte sich 2012 am besten? Wie sieht die Aufsplittung nach Leistungsklassen grob aus? Daniel Bernhard: Für uns ist der Bereich von rund 100 PS bis 139 PS am wichtigsten. In diesem PS-Bereich finden wir unsere Serie 5R mit dem Topmodell 5100R und die 4-Zylinder-Traktoren der Serie 6030. Bei dieser Serie sind sicher die Modelle 6330 und 6430 sehr wichtig. Diese Modelle sind typische Allrounder für die landwirtschaftlichen Betriebsstrukturen, wie wir sie in der Schweiz antreffen. Ugo Tosoni: Unsere jeweils meistverkauften Modelle sind der Fendt 211 Vario, der MF 5455 und der Valtra N101H. Karl Tanner: Bei Deutz-Fahr verkauften sich die Agrotron-TTV-Modelle mit 42 Stück in der PS-Klasse zwischen 130 und 170 PS am besten. Bei Hürlimann waren es die XT-Modelle mit 99 und 109  PS, welche 35 Mal geordert wurden; über die Hälfte davon mit stufenlosem Getriebe V-DRIVE. Bei SAME konnten wir 22 Dorado3-Modelle in der Klasse zwischen 60 und 85 PS sowie genau gleich viele Explorer3-Modelle in der Klasse von 85 bis 109 PS verkaufen. Jürg Minger: Grundsätzlich liegt der Hauptmarkt unserer drei Marken im Segment 75 bis 115 PS. Bei New Holland sind vor allem die Serien T 4000/5000, die den Markt dominieren. Auch stark im Kommen sind die neuen T6- und T7-Modelle, die im Lohnunternehmermarkt eine grosse Akzeptanz geniessen. Bei Case IH verkauften sich Farmall 75C, JXU 115 und Puma CVX 160 und bei Steyr die Modelle Kompakt 4065S, 4095 und 9105MT gut. Thomas Frey: Die beiden meistverkauften Modelle von Claas waren zum einen der Arion 430 CIS und zum anderen der Arion 640. Von beiden wurden gleich viele Traktoren im Schweizer Markt abgesetzt. Der Arion 430 CIS gehört in die Leistungsklasse 120 PS, der Arion 640 in Klasse 160 PS. Das ist insgesamt auch der Hauptabsatzmarkt von Claas in der Schweiz. Die Aufteilung des Absatzes

kann für Claas in etwa wie folgt bezeichnet werden: 70 bis 100 PS rund 30 Prozent, 100 bis 130 PS rund 35 Prozent, 130 bis 160 PS rund 30 Prozent und 160 bis 524 PS rund 5 Prozent. Jean-Pierre Stauffer: Wir sind derzeit stark im Segment zwischen 80 und 130  PS vertreten, bei Landini Serie 5H zwischen 84 und 110 PS (11), bei Landini Serie Powermondial zwischen 92 und 120  PS (8), bei McCormick die Serie T-Max zwischen 84 und 110 PS (12) und bei McCormick X60 zwischen 92 und 120 PS (9). Was sind Ihre Ziele für das laufende Jahr? Daniel Bernhard: 2013 wollen wir bei John Deere unsere Position am Markt klar ausbauen. In diesem Jahr steht sicher auch die reibungslose Einführung der Serie 6R aus dem Werk in Mannheim klar im Fokus. Ugo Tosoni: Unsere Ziele pro 2013 sind, bei Fendt einen Marktanteil von mindestens 15 Prozent zu halten sowie bei Massey Ferguson und Valtra den Marktanteil je 0,5 Prozent zu erhöhen und kontinuierlich zu wachsen. Karl Tanner: Wir werden im Verlaufe des Jahres viele neue Modelle für unsere drei Marken Deutz-Fahr, Hürlimann und Same auf den Schweizer Markt bringen. Unsere Traktoren werden nicht nur mit «neuen» Motoren ausgerüstet, sondern zeichnen sich auch durch ein völlig neues Design aus, welches sich bis in die Fahrerkabine mit entsprechend durchgestyltem Fahrerplatz durchzieht. Diese Modelle wollen wir zusammen mit unseren Vertragshändlern erfolgreich positionieren und Marktanteile dazugewinnen. Gesamthaft gehen wir von einem etwas tieferen Gesamtmarkt von 2400 Traktoren aus. Eine erneute Steigerung unseres Marktanteils in der Grössenordnung um 1 Prozent sehen wir mit unseren wegweisenden Modellen als realistisch an. Jürg Minger: Der Schweizer Markt bewegt sich immer noch auf einem hohen Niveau. Dieses werden wir sicher zu nutzen wissen, obwohl wir der Meinung sind, dass sich der Absatz in den kommenden Monaten abflachen wird. Wir gehen 2013 von einem leichten Marktrückgang auf rund 2200 bis 2300 registrierte Traktoren aus und haben den Anspruch, dass wir mit Case IH und Steyr den hervorragenden Marktanteil von 11  Prozent halten oder sogar weiter ausbauen können. Mit New Holland streben wir die Marktführerschaft in der Schweiz an.

Bei Landini war 2012 die Serie Powermondial, bei McCormick die Serie T-Max am verkaufsstärksten.

Thomas Frey: Claas feiert 2013 das 100-Jahr-Firmenjubiläum. Zudem wurde vor zehn Jahren mit der Produktion von Traktoren begonnen. Das ist natürlich der richtige Anlass, um viele neue Produkte zu lancieren. An der SIMA wurde der neue Axion 800 präsentiert. Das wird jedoch nicht die einzige neue Modellreihe sein. Demzufolge wird die erfolgreiche Einführung der neuen Baureihen im Jahr 2013 ein wichtiges Ziel sein. Die Landwirte und Lohnunternehmer in der Schweiz können im Rahmen des Jubiläums von Claas mit vielen und interessanten Angeboten rechnen. Jean-Pierre Stauffer: Wir werden bei Landini und McCormick in den nächsten Monaten mit neuen Modellreihen in den oben erwähnten Segmenten aufwarten. Die Ankunft eines stufenlosen Getriebes wird es uns ermöglichen, neue Kunden zu gewinnen. 2013 werden wir entsprechend Marktanteile bei Landini und McCormick dazugewinnen können. Der Gesamtmarkt wird sich meines Erachtens auf dem Niveau von 2010 und 2011 einpendeln.  n

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n  Plattform | Veranstaltungen

Auf engem Raum teilen sich Aufstallungs- und Entmistungssysteme die Ausstellungsflächen.

Fachmesse mit Schwerpunkt ­Nutztierhaltung Vom 21. bis 24. Februar besuchten über 32 000 Besucher die grösste jährliche Fachmesse in St. Gallen. Aus Sicht der Landtechnik überwiegen Aufstallungssysteme, Melktechnik und die Innenmechanisierung allgemein. Ruedi Hunger 450 Aussteller zeigten auf 32 000  m2 Bruttoausstellungsfläche ein umfassendes Angebot und machen die «Tier & Technik» damit zur grössten jährlichen Leistungsschau für die Landwirtschaft. Mit 32 000 Besuchern war der Aufmarsch um rund drei Prozent grösser als im Vorjahr. Neben qualitativ hochstehenden Tierausstellungen, die immer auch mit Tiervorführungen verbunden sind, fand der Fachbesucher eine breite Palette an Hofund Stalleinrichtungen, aber auch Land-

maschinen aus den Bereichen Futterbau und Fütterung sowie Geräte für Obstund Spezialkulturen. Zudem waren führende Dienstleistungsunternehmen und die Futtermittelbranche in St. Gallen gut vertreten.

und hohe Beachtung. Die Faszination Technik kann immer wieder beim automatischen Melken beobachtet werden, wenn sich Alte und Junge staunend und diskutierend unterhalten. Eine zunehmende Automatisierung der Fütterung war auch in St. Gallen zu beobachten. Die Haltungsverfahren in der Tierhaltung sind ständig in Bewegung. Viele Betriebsleiter «sehnen sich nach Ruhe und Konsolidierung», sind doch laufende bauliche Anpassungen immer mit mehr oder weniger grossen Investitionen verbunden. Stalleinrichtungen stehen immer dann zur Diskussion, wenn kleinere oder grössere Bauvorhaben geplant sind. Für den einen oder anderen Betrieb wird dies im laufenden Jahr mit dem Auslaufen der Tierschutzübergangsfristen für Rindvieh­ställe noch aktuell sein. Bau- und Architekturbüros bieten dem Landwirt ­Unterstützung von der ersten Idee bis zur Schlüsselübergabe. Im Bereich der Innenmechanisierung war eine auffallend grosse Anzahl von Kompakt- und Hofladern, als Allroundfahrzeuge im und um den Hof, ausgestellt. Fazit: Die Organisatoren der diesjährigen «Tier & Technik» gehen davon aus, dass sich ein Messebesuch letztlich in einem Effizienzgewinn auf dem Hof und folglich als Geschäftserfolg für die Bauernfamilien manifestieren wird. Sicher ist es die Kombination von Tierschau, Technikangebot und Dienstleistung, welche die Fachmesse so einzigartig macht.  n

Gülletechnik ist immer aktuell An der «Tier & Technik» wird dem Fachpublikum jeweils ein umfassendes Angebot an Gülletechnik präsentiert, eine Techniksparte, die eng mit der Tierhaltung verbunden ist und daher fast alle Bauern anspricht. In St. Gallen war anhand der ausgestellten Geräte ein Trend zur Gülleseparierung zu beobachten. Die Ausbringtechnik mittels Schleppschlauch wird weniger emotionsgeladen diskutiert als noch vor wenigen Jahren und ist in der Zwischenzeit auf vielen Betrieben zur Selbstverständlichkeit geworden.

Von der Planung bis zur Ausführung Zum zweiten Mal war auch der SVLT an der Tier & Technik präsent. Es boten sich viele Gelegenheiten Kontakte zu den Mitgliedern zu pflegen und Neumitglieder zu werben.

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Wirtschaftliche Rahmenbedingungen erfordern eine Steigerung der Arbeitsproduktivität in der Milchviehhaltung. Nicht zuletzt deshalb bekam die Melktechnik an der «Tier & Technik» grossen Zuspruch

Der nächste Sommer kommt bestimmt – verschiedenste Grünlandtechnik war an den vier Ausstellungstagen «abrufbereit».


Strassenverkehr | Sicherheit   n

Feldwege und Strasseneinmündungen sind im Sommer/Herbst besonders von sichthemmenden Kulturen betroffen.

Maissaat und ­Verkehrssicherheit Landwirtschaftliche Pflanzen wachsen rasch und besonders im Fall von Mais auch hoch. Damit im Bereich von Strasseneinmündungen keine Unfallgefahr entsteht, sollen sichthemmende Bereiche freigehalten werden. Ruedi Hunger

NBR/ HNBR

Hydrauliköl

Landwirtschaftliche Kulturen verändern sich im Laufe der Vegetationszeit. Was im Frühjahr noch klein und verletzlich auf den Feldern steht, entwickelt sich über den Sommer zu grossen und massigen Pflanzen. Hochwachsende, landwirtschaftliche Kul­ turen vermindern im Sommer und Herbst die Übersicht in Kurven, an Kreuzungen und bei Einmündungen. In erster Linie werden diese Sichteinschränkungen von Maisfeldern verursacht, aber auch hoch­ wachsende Getreidefelder können die Sicht beeinträchtigen. Mais erreicht unter guten Wachstumsbe­ dingungen bereits Ende Juli eine kritische Pflanzenhöhe. Das rasche Wachstum in den anschliessenden Wochen verschlech­ tert die Sicht schnell. Meistens unterbleibt das Entfernen von vier oder acht Reihen Mais, weil eine sinnvolle Verwendung schwierig oder nicht möglich ist. Die akute Gefährdung für Verkehrsteilnehmer bleibt somit über rund zwei Monate be­ stehen. Gerade im Fall von Einmündun­ gen aus einem Feldweg sind mehrheitlich langsam einfahrende landwirtschaftliche Fahrzeuge betroffen. Viel einfacher ist es doch, bereits im Frühling an die Erntezeit zu denken und den Maisacker um die erforderlichen Reihen «zu kürzen». Das bedeutet, dass im sichthemmenden Bereich nicht Mais, sondern Gras gesät wird. Klar, dass die spezielle Nutzung des Grasstreifens mit zusätzlichem Aufwand verbunden ist. Allerdings steht dieser zusätzliche Auf­ wand in keinem Verhältnis zum Ärger und zu den Kosten, die im Fall eines Un­ falls auftreten.  n

Beste Verträglichkeit mit NBR und HNBR Elastomerdichtungen

Optimierter Verschleissschutz, Korrosionsschutz und hervorragendes Hochdruckverhalten

Ausgezeichnet mit dem europäischen Umweltzeichen

erfüllte Normen

EU Eco-Label, Bosch Rexroth RD90221-1, VDMA 24568 HEES, DIN ISO 15380, DIN 51524-2,3, Swedish Standard SS 15 54 34, CAT BF-1 und CAT BF-2 Anwendungen

Blaser Swisslube AG CH-3415 Hasle-Rüegsau Tel. 034 460 01 01 Fax 034 460 01 00 www.blaser.com

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n  Sicherheit | Hof und Feld

Sichere Lagerung von ­Pflanzenschutzmitteln Pflanzenschutzmittel und andere Gefahrenstoffe, wie zum Beispiel Melkmaschinenreiniger, sind in der Landwirtschaft allgegenwärtig. Um negative Einflüsse und Folgen für Mensch, Tier und Umwelt zu vermeiden, sind ein fachgerechter Umgang mit diesen Gefahrenstoffen und die Beachtung und Berücksichtigung der Gefahrenhinweise und Sicherheitsmassnahmen wichtig. Vera Bracher* Das Besondere an Pflanzenschutzmitteln ist, dass sie unterschiedliche Eigenschaf­ ten und Gefährdungen aufweisen. Des­ halb ist es wichtig, die Gefahrenhinweise und Sicherheitsdatenblätter genau zu studieren. Arbeitet man beim Ansetzen der Spritz­ brühe ohne Handschuhe, dringen bis zu 90% der Wirkstoffe, welche freigesetzt werden, über die Hände ein. Die restli­ chen 10% dringen über andere Kanäle, wie zum Beispiel die Atemwege, ein. Dabei erleichtert die Verdünnung die Wirkstoffpassage im Vergleich zum Konzentrat. Zwischen den Mittelgruppen bestehen Unterschiede: • Systemische Fungizide können sehr leicht über die Haut ins Gewebe eindringen. • Insektizide dringen über die Haut und vor allem über die Atemwege ein. Ein Atemschutz ist deshalb unabdingbar. • Herbizide sind sowohl in ihren Eigen­ schaften als auch in ihrer Gefährdung vielfältiger als Insektizide und Fungi­ zide. Dementsprechend müssen die Schutzmassnahmen getroffen werden.

Anforderungen an die Aufbewahrung von Pflanzenschutzmitteln Der Lagerstandort muss ausreichend ausgeleuchtet sein, um die Lesbarkeit der Etiketten auf den Gebinden zu gewähr­ leisten. Luftschlitze sollen für eine gute Belüftung sorgen, damit allfällige Gase entweichen können. Pflanzenschutzmittel sollen generell in einem trockenen Raum und ohne grosse Temperaturschwankungen gelagert wer­

Vorbildliche Aufbewahrung im Pflanzenschutzraum.

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* Vera Bracher betreut das Ressort «Pflanzen­ schutz» bei der Beratungsstelle für Unfallverhü­ tung in der Landwirtschaft BUL.


Hof und Feld | Sicherheit   n

den. Es empfehlen sich ein befestigter Boden (Beton, Fliesen) und eine erhöhte Türschwelle. Zudem ist es sehr wichtig, dass der Lagerschrank und die Regale aus einem Material (vorzugsweise aus Metall) sind, in das im Falle des Auslaufens keine Flüssigkeiten eindringen können. Holz ist diesbezüglich ungeeignet. Im Falle einer Panne soll gewährleistet sein, dass Pflan­ zenschutzmittel zurückbehalten werden, was am einfachsten in einer Auffang­ wanne geschieht. Der Lagerort soll keinen Bodenablauf aufweisen und auf jeden Fall abschliessbar sein. Dabei gehören die Schlüssel in die Gewahrsam des Betriebs­ leiters oder einer instruierten Person. So bleibt Unbefugten und namentlich auch Kindern auf dem Hof der Zutritt verwehrt. Das Pflanzenschutzmittellager ist als sol­ ches von aussen eindeutig zu kennzeich­ nen. Die empfohlene Kennzeichnung ist das Totenkopf-Symbol.

Ordnung im Pflanzenschutzmittellager Die aufbewahrten Pflanzenschutzmittel sollten so angeordnet sein, dass Produkte in fester Form (Pulver, Granulate) im oberen und flüssige im unteren Bereich gelagert werden. So kann im Pannenfall der Schaden begrenzt werden. Sollte dieser auftreten, muss absorbierendes Material wie Holzsägespäne oder Katzen­ streu vorhanden sein. Um eine gewisse Ordnung im Lager si­ cherzustellen, sind die Regale mit den da­ zugehörigen Mitteln zu kennzeichnen. Die Sicherheitsdatenblätter sollten auf jeden Fall beachtet und aufbewahrt werden.

Ein Pflanzenschutzmittelschrank muss aus Metallblechen gefertigt sein. (Bilder: BUL)

Giftig Sehr giftig

Entzündlich

Explosiv

Ätzend Reizend

Komprimierte Gase

Gesundheitsgefährdend

Gesundheitsschädlich

Brandfördernd

Umweltschädlich

Internationale Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien nach GHS.

Eine nachgeführte Inventarliste verschafft den Überblick und erleichtert die Lagerbewirtschaftung. Die geeignete persönliche Schutzausrüs­ tung sowie eine Augendusche müssen in der Nähe, jedoch getrennt von den Pflanzenschutzmitteln gelagert werden. So wird sichergestellt, dass die persönli­ che Schutzausrüstung wie Handschuhe, Schutzbrille oder Schutzanzug bei der Verwendung der Pflanzenschutzmittel getragen wird. Personen, die mit Aufgaben in der Pflan­ zenschutzmittellagerung beauftragt wer­ den, müssen sachgemäss instruiert werden.

GHS zu einer Verbesserung der Arbeits­ sicherheit, des Gesundheits-, Verbrau­ cher- und Umweltschutzes beitragen. Gewisse Symbole werden durch andere ersetzt oder fallen ganz weg. Die neuen Pitkogramme sind in der Abbildung zusammengefasst.

Weitere Infos Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft, BUL, 5040 Schöftland, Tel. 062 739 50 40. BUL- Broschüre 7 «Gase und Gefahrstoffe in der Landwirtschaft» aus dem BUL-Ordner.  n

Neue Gefahrenstoffsymbole Weitverbreitet ist nach wie vor die An­ sicht, chemische Produkte seien mit Gift­ klassen gekennzeichnet. Dies ist jedoch seit Langem nicht mehr der Fall. Um die verschiedenen Kennzeichnungssysteme weltweit zu harmonisieren und in gewis­ sen Ländern überhaupt ein System einzu­ führen, wurde im Januar 2009 das ­Globally Harmonized System (GHS) einge­ führt. Dieses definiert die Gefahren, die von den Stoffen und Gemischen ausge­ hen, wesentlich differenzierter als nach alter Systematik • Die Risikohinweise werden durch HSätze (Hazard Statements) ersetzt. • Die Sicherheitshinweise durch P-Sätze (Precautionary Statements) ersetzt. Zusätzlich wird die Kennzeichnung mit einem Signalwort begleitet, das entweder «Gefahr» oder «Achtung» bedeutet. Durch die Einführung des GHS soll eine Aufhebung der unterschiedlichen Kenn­ zeichnungen und Einstufungen erreicht werden, was den internationalen Handel vereinfacht. Als weiterer Punkt soll das

Wirksame Unfallprävention durch prägnante Gefahrensignale.

Die Aufbewahrung der persönlichen Schutzbekleidung soll nahe beim, aber nicht im Chemikalienraum sein.

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n  Passion

Der erste von den Gebrüdern Cassani entwickelte Traktor von 1927 mit 2-Zylinder-Dieselmotor («dem weltweit ersten auf einem Traktor», so Cassani damals).

70 Jahre Same: Erfolgsstory dank Allradantrieb Vom Traktor mit dem «weltweit ersten Dieselmotor», so die Eigenwerbung zum «Cassani 40», über den ersten Same-Traktor mit dem weltweit ersten Wendesitz bis zum ersten Allradtraktor 1952 und zum heutigen Virtus mit topmodernem 4-Zylinder-Deutz-Dieselmotor: Damit setzte der Traktorhersteller Same Meilensteine der landwirtschaftlichen Mechanisierung. Die Same SA feierte 2012 ihren 70. Geburtstag. Paul Müri, Gränichen Im Jahre 1927 präsentierten der 27-jährige Francesco Cassani und sein jüngerer Bruder Eugenio den Traktor «Cassani 40» mit dem «weltweit ersten Dieselmotor». Die damalige Krisenzeit war aber nicht reif für eine Serienproduktion. Erfolgreicher entwickelten sich von 1936 bis 1941 die Konstruktion und der Bau von Diesel­ einspritzanlagen mit dem Familiennamen «Spica». 60

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Mitten im Krieg wurde in Treviglio 1942 die Verbrennungsmotorenfabrik Same SA gegründet, vor 70 Jahren. Same heisst «Società in Accomandita Motori Endotermici». Es wurden trotz ehrgeiziger Pläne vorerst vor allem Militärfahrzeuge repariert. Nach dem Krieg beschäftigte sich Francesco Cassani vorerst mit dem Bau von Generatoren mit Motoren aus Pan-

zern, dann aber wieder mit dem Traktorenbau. Auch die italienische Landwirtschaft musste zielstrebig mechanisiert werden. Weil die Zeiten aber noch hart und die vorhandenen Mittel knapp waren, wurde eine selbstfahrende dreirädrige 8-PS-Mähmaschine mit einem Petrolmotor gebaut. Mit einer einfachen Riemenscheibe liessen sich weitere Maschinen zum Schneiden, Dreschen, Pum-


Passion   n

Durch Drehen des Sitzes wurde das Dreiradfahrzeug zur Zugmaschine (10-PSPetrolmotor).

Der erste «richtige» Traktor Dreirad wie im Bild links von Same in der Nachkriegszeit beim Mähen.

Same DA 25, der erste Allradtraktor von Same aus dem Jahre 1952 mit 2-Zylinder 25-PS-Motor.

pen usw. antreiben. Cassani sah also in der Mähmaschine eine Art Kraftzentrale für alle denkbaren Geräte und den ganzen Hof.

seinem gewinnenden Aussehen (ein zweiter Henry Ford!) und kluger Werbung, die Landwirte, die häufig in die Fabrik kamen, von der neuen Marke zu überzeugen.

sani setzte weiter auf die Luftkühlung und auf die Standardisierung der Bestandteile. So liessen sich mit den gleichen Zylindern, Kolben usw. immer grös­ sere Motoren mit noch mehr Zylindern bauen. 1956 entstand innerhalb von acht Monaten die neue Fabrik in Treviglio. Auf 250 m Länge waren nun drei voll ausgerüstete Produktionslinien vorhanden (Motoren, Lackierung, Traktorenmontage). 1957 erreichte die Produktion einen Stand von 3000 Traktoren. Am 2. Januar 1959 starb Bruder Eugenio Cassani, was Francesco hart traf. Die Söhne von Eugenio beschlossen, nicht in die Firma einzutreten. Hingegen wurde der nun allein verantwortliche Francesco von seiner 18-jährigen Tochter Luisella, dem einzigem Kind, unterstützt.

Weltweit erster Wendesitz Ein Besuch in England 1946 machte Francesco Cassani den dortigen hohen Mechanisierungsgrad bewusst und überzeugte ihn, dass Italien aufholen müsse. 1948 entstand der erste Same-Traktor, zwar mit seinen drei Rädern und 10-PSMotorleistung gegenüber dem Cassani 40 recht bescheiden in Ausführung und Aussehen. Als weltweite Neuheit konnte dieses Allzweckfahrzeug jedoch mit einem Wendesitz aufwarten. Die fehlende Hydraulik (auf Wunsch jedoch erhältlich) wurde als Vorzug dargestellt (... es könnte eine Panne geben!), ebenso der Motor in Petrolversion (... billigerer Treibstoff, weniger Wartung nötig!). Im Werbeprospekt werden die Vorteile des Traktors, wie der umkehrbare Sitz, die seitlichen und hinteren Nebenantriebe und der an der Front werkzeuglos montierbare Seitenmähbalken angepriesen. «Alles ist derart einfach, dass die Arbeit sogar von Jungen ausgeführt werden kann.» Immer noch konnte der Motor für den Betrieb von Kreissägen, Bewässerungspumpen usw. leicht demontiert werden. Das grösste Problem in dieser Zeit war jedoch der Verkauf, galten doch in Italien die «Blauen» (Ford) oder die «Grauen» (Ferguson) als Statussymbole. Da sich zudem die orangen Fiat-Traktoren dank einem Exklusivvertrag mit dem landwirtschaftlichen Genossenschaftsverband relativ leicht verkauften, war es nicht ganz einfach, die italienischen Bauern zum Kauf eines einheimischen Traktors mit einem bisher unbekannten Namen zu bewegen. Doch verstand es Cassani mit

1950: der erste Allradtraktor Im Jahre 1950 begann der ersehnte Durchbruch. Es wurden 180 Traktoren gebaut. Cassani konnte nun endlich seinen langjährigen Traum verwirklichen: die Konstruktion eines allradgetriebenen Traktors. 1952, also 25 Jahre nach der ersten Idee, stellte Same den ersten Traktor mit vier Antriebsrädern und 2-Zylinder-Dieselmotor vor. Was heute als selbstverständlich erscheint, musste sich noch gut 20 Jahre gegen althergebrachte Vorurteile der akademischen Welt und der Agrarinstitute durchsetzen. 1952 wurden 1750 Traktoren hergestellt. Cas-

Das Fliessband in den 1950er-Jahren bei Same: Francesco Cassani übernahm das effiziente amerikanische Herstellungsprinzip.

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n  Passion

Neue Motoren und eigene Regelhydraulik

wurde von Fidel Castro persönlich von einem Ende der Insel zum anderen kutschiert. 1970 wurden ­ 13  000 Traktoren gebaut, 1981 waren es 27 000.

Durch eine geniale Abänderung der Pleuelstangen gelang es Francesco Cassani, aus den Modulen des Reihenmotors einen V-Motor zu erhalten. Die Motorendrehzahl wurde von 1200 auf 1800 und schliesslich auf 2200 Umdrehungen pro Aus Same, Lamborghini, Minute erhöht. Bekannt wurden jene Hürlimann und Traktoren mit dem Namen «Minitauro». Deutz-Fahr entstand 1958 entstand die «automatische Kon­ SDF trollstation» (Regelhydraulik System Im Jahr 1972 übernahm Cassani die LamborghiniSame). Cassani betrachtete offenbar FerProduktion. Diese Firma guson als einzigen Rivalen auf der Welt, baute in Pieve di Cento seit Karl Tanner von SDF Schweiz präsentiert zum Jubiläum an der sich auf dem Gebiet des Traktorenbaus mit ihm messen konnte. Dennoch 1947 Traktoren und ab 1963 der Agrama den neusten Spross aus dem Hause Same: Same würde er sich nie herablassen, das Patent die bekannten Sportwagen. Virtus mit topmodernem 4-Zylinder-Deutz-Motor. (Bild: Paul Müri) Im August 1977 war Hürlivon Ferguson direkt zu übernehmen. Cassani verbesserte das Ferguson-System mann an der Reihe. 35% der und entwickelte die Unterlenker-­ Aktien der neu gegründeten Hürlimann druck zu schaltenden Gängen, stufenlose regelung. 1960 erhielt er die EhrendokAG gingen an Same. 1979 erschienen die Getriebe, vermehrter Einsatz der Elektrotorwürde der Universität Pisa für seine ersten «Grünen» an der Agrama in Launik usw.). sanne. Sie erhielten mit Saurer-Hilfe den Verdienste auf dem Gebiet der LandwirtAls letzter Zukauf kam 1995 die Firma schaftsmaschinen. neu entwickelten und modernsten DieselDeutz-Fahr mit ihrem Werk in Lauingen D Nach einigen Jahren Stagnation wurde motor. Getriebe, Hinter- und Vorderachse zum Konzern, nun SDF genannt. 1965 die Schwelle von 6000 produzierten sowie Allradantrieb kamen von Same. 1981 wurde Hürlimann zu 100% von Traktoren überschritten. Der Typ Sametto SDF heute Same übernommen. Ab 1983 wurde die 120-22 DT mit 22 PS wurde 1961 mit SDF ist 2011 mit total mehr als 28 000 gesamte Produktion nach Treviglio verlaeinem Zentralantrieb in der Achsmitte verkauften Traktoren der vier Marken gert. Mit Lamborghini und Hürlimann Same, Deutz-Fahr, Lamborghini und ausgerüstet. Die Allradtraktoren mit dieHürlimann weltweit die Nummer 4. Zusem System eroberten Europa, während hatte Same bezüglich Getriebe und Motor sätzlich zu Traktoren von 23 bis 300 PS sich in Afrika und in Australien die Traktomodernste Technologie erworben, dazu auch klingende Namen. Die weiteren Inren insbesondere wegen der luftgekühlwerden Motoren, Mähdrescher, Landmaten Motoren bewährten. Weltweit traf novationen kamen fortan allen Firmenproschinen (Greenpro, Gregoire) produziert. man nun die Same-Traktoren an, von Afdukten zugute, so zum ­Beispiel die echte Nebst dem Stammhaus in Treviglio und ghanistan bis Mozambique. Kuba orderte Vierradbremse (Scheiben im Ölbad, Powerdem Werk in Lauingen mit 700 Mitarbei2000 Traktoren und Tochter Luisella Shift-Getriebe mit bis zu neun per Knopftern (Herstellung aller Traktoren von SDF ab 120 PS) verfügt SDF über das Werk Lublin in Polen (alle Kleintraktoren AgroKid, Hydrauliken), ein Werk im indischen Ranipet (Lizenzproduktion von Traktoren mit einfacher Technik) sowie Werke in Kroatien, China, Türkei und neuerdings Russland. In Stabio TI werden 90% aller SDF-Zahnräder hergestellt. Mit ZF und Deutz-Motoren besteht eine enge Zusammenarbeit bezüglich Getriebe und Motoren (SDF hat 8,4% Anteil an Deutz AG). Same beschäftigt weltweit insgesamt 2850 Personen, hat 14 ausländische Partnergesellschaften, 141 Importeure und 3000 Händler auf allen fünf Kontinenten. 2011 betrug der Umsatz 1115 Mio. Euro. Besitzerin ist die im Tessin ansässige Familie Carozza mit Vittorio Carozza-Cassani und Luisella; zwei Söhne sind ebenfalls bei SDF tätig.  n Same Minitauro in den 1960er-Jahren in Afrika: Luftkühlung ist in trockenen Gebieten beliebt.

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Quelle/Bilder: Zum Teil aus: «Durch Allrad zum Erfolg – Geschichte der Same-Traktoren» von Massimo Di Nola (1987)


SVLT ASETA

Fahrkurs G40 Kursorte und Kursdaten 2013 Änderungen vorbehalten Landquart GR Aarberg BE 08.08 + 13.08 11.04 + 16.04 08.08 + 13.08 14.03 + 19.03 22.08 + 27.08 16.05 + 21.05 15.08 + 27.08 04.04 + 09.04 19.09 + 24.09 06.06 + 11.06 05.09 + 10.09 16.05 + 21.05 13.06 + 18.06 17.10 + 22.10 11.07 + 16.07 18.07 + 23.07 Balgach SG 11.04 + 16.04 29.08 + 03.09 Langnau i. E. BE 11.07 + 16.07 08.05 + 14.05 24.10 + 29.10 25.04 + 30.04 23.05 + 28.05 29.08 + 03.09 Bazenheid SG 04.04 + 09.04 25.07 + 30.07 13.06 + 18.06 23.05 + 28.05 08.08 + 13.08 Les Hauts-Geneveys NE 17.10 + 21.10 27.06 + 02.07 07.11 + 12.11 11.04 + 16.04 16.05 + 21.05 07.11 + 12.11 04.07 + 09.07 15.08 + 20.08 Biberbrugg SZ 30.04 + 06.05 23.08 + 30.08 Lindau ZH 26.09 + 01.10 07.06 + 11.06 17.10 + 22.10 28.03 + 02.04 31.10 + 05.11 25.07 + 30.07 07.11 + 12.11 30.05 + 04.06 31.07 + 06.08 Brunegg AG 04.04 + 09.04 05.09 + 10.09 Lyss BE 07.11 + 12.11 02.05 + 07.05 03.10 + 08.10 03.10 + 08.10 24.10 + 29.10 04.07 + 09.07 Lyssach BE Bülach ZH 18.09 + 24.09 08.05 + 14.05 15.08 + 20.08 10.04 + 16.04 09.10 + 15.10 11.07 + 16.07 10.10 + 15.10 08.05 + 14.05 05.06 + 11.06 30.10 + 05.11 Bulle FR 21.03 + 27.03 11.07 + 16.07 Marthalen ZH 18.07 + 23.07 04.04 + 09.04 22.08 + 27.08 02.05 + 07.05 25.04 + 30.04 26.09 + 01.10 24.04 + 30.04 08.08 + 13.08 16.05 + 21.05 02.10 + 09.10 Mettmenstetten ZH 02.10 + 10.10 13.06 + 18.06 31.10 + 05.11 04.06 + 12.06 06.08 + 14.08 06.11 + 12.11 27.06 + 03.07 Moudon VD Corcelles-près-Payerne VD 15.08 + 20.08 03.04 + 10.04 21.08 + 28.08 24.04 + 01.05 11.09 + 18.09 29.05 + 05.06 20.11 + 27.11 02.05 + 07.05 Niederurnen GL Courtételle JU 22.08 + 27.08 21.03 + 25.03 20.06 + 25.06 21.03 + 26.03 17.10 + 22.10 18.04 + 23.04 29.08 + 03.09 02.05 + 07.05 23.05 + 28.05 19.09 + 24.09 27.06 + 02.07 Nyon VD Düdingen FR 18.04 + 23.04 12.09 + 17.09 21.11 + 26.11 20.06 + 25.06 17.10 + 22.10 Oensingen SO 11.04 + 16.04 19.09 + 24.09 22.08 + 27.08 06.06 + 11.06 03.10 + 08.10 Engadin GB 22.08 + 27.08 24.10 + 29.10 15.08 + 20.08 Saanen BE Frauenfeld TG 05.09 + 10.09 14.03 + 19.03 15.08 + 20.08 15.08 + 20.08 11.04 + 16.04 12.09 + 17.09 Salez SG 05.07 + 09.07 08.05 + 14.05 24.10 + 29.10 21.03 + 26.03 05.09 + 11.09 06.06 + 11.06 07.11 + 12.11 18.04 + 23.04 30.05 + 04.06 31.10 + 05.11 11.07 + 16.07 Schöftland AG Gossau ZH 17.10 + 22.10 11.07 + 16.07 12.09 + 18.09 04.07 + 09.07 07.08 + 13.08 03.10 + 09.10 Schwarzenburg BE 25.04 + 30.04 02.08 + 14.08 Hohenrain LU 12.09 + 17.09 20.03 + 26.03 24.07 + 30.07 30.05 + 04.06 10.10 + 15.10 17.04 + 23.04 23.10 + 29.10 25.07 + 30.07 22.05 + 28.05 Schwyz SZ 27.03 + 02.04 17.07 + 23.07 Ilanz GR 15.05 + 21.05 11.09 + 17.09 29.05 + 04.06 Sion VS Interlaken BE 02.05 + 07.05 08.08 + 13.08 05.09 + 10.09 18.07 + 23.07 03.10 + 08.10 Sissach BL 28.03 + 02.04 25.07 + 30.07 Kägiswil OW 24.10 + 29.10 16.05 + 21.05 10.10 + 14.10 18.04 + 23.04 06.06 + 11.06 29.08 + 03.09 Sitterdorf TG Konolfingen BE 22.08 + 27.08 18.04 + 23.04 22.08 + 28.08 21.03 + 26.03 05.09 + 10.09 06.06 + 12.06 12.09 + 18.09 04.04 + 09.04 19.09 + 24.09 11.07 + 17.07 17.10 + 23.10 25.04 + 30.04 16.05 + 21.05 10.10 + 15.10 La Sarraz VD 31.10 + 05.11 18.04 + 23.04 29.08 + 03.09 18.07 + 23.07 30.05 + 04.06 12.09 + 17.09 25.07 + 30.07 19.06 + 26.06 30.10 + 06.11

Sursee LU 03.04 + 09.04 01.05 + 07.05 06.06 + 11.06 10.07 + 16.07 Thusis GR 20.06 + 25.06 Tramelan BE 30.05 + 04.06

08.08 + 13.08 29.08 + 03.09 04.09 + 10.09 16.10 + 22.10 19.09 + 24.09 24.10 + 29.10

Informationen und Auskunft:

www.fahrkurse.ch www.g40.ch

Tuggen SZ 02.05 + 07.05 18.07 + 23.07 05.06 + 14.06 11.09 + 19.09 Visp VS 31.07 + 06.08 Willisau LU 14.03 + 19.03 05.09 + 10.09 08.05 + 14.05 24.10 + 29.10 Zweisimmen BE 30.05 + 04.06 05.09 + 10.09 Zwingen BL 27.06 + 02.07 12.09 + 17.09

Mit dem Führerausweis Kategorie G und erfolgreich absolviertem Fahrkurs G40 können landwirtschaftliche Ausnahmefahrzeuge und Landwirtschaftstraktoren so­ wie gewerblich immatrikulierte Traktoren mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 40 km/h auf landwirtschaftlichen Fahrten gelenkt werden. Der Traktorfahrkurs G40 ist vom Bundesamt für Stras­ sen, ASTRA, anerkannt und wird im Führerausweis eingetragen. Wer den G40-Fahrkurs erfolgreich besucht hat, erhält von der Vaudoise-Versicherung einen Bon im Wert von CHF 100.– (gültig 2 Jah­ re). Dieser kann beim Abschluss einer Motorfahrzeughaftpflichtversicherung für sich selbst oder für ein Familienmitglied im gleichen Haushalt eingelöst werden. Teilnahmebedingungen • Führerausweis Kategorie G • Traktor mit Fahrerschutz (Höchstgeschwindigkeit 30 oder 40 km/h) für den ersten Kurstag

• Für den zweiten Kurstag Traktor und landwirtschaftlicher Anhänger (Garantiegewicht Anhänger mindestens 3500 kg). Die Versicherung der Fahrzeuge ist Sache der Teilnehmenden. Kursbestätigung Angemeldete Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer erhalten eine Kursbestätigung. Diese Kursbestätigung ist eine auf einen Monat befristete Ausnahmebewilligung und berechtigt zum Lenken des Traktors mit einer Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h zu Ausbildungszwecken. Anhänger dürfen ausschliesslich auf dem direkten Weg zum Kursort und während des Kurses selbst mitgeführt werden. Kurskosten Mitglieder CHF 570.– (Nichtmitglieder CHF 620.–), abzüglich CHF 100.– vom Fonds für Verkehrssicherheit. Bei Abmeldung 14 Tage vor Kursbeginn wird ein Unkostenbeitrag von CHF 60.– erhoben. Nichterscheinen am Kurs berechtigt den SVLT, die vollen Kurskosten zu verlangen.  n

Unterstützt durch den Fonds für Verkehrssicherheit (FVS)

Anmeldung Fahrkurs G40 Kursort

Kursdatum

Name/Vorname Geburtsdatum Adresse PLZ, Wohnort Telefon

Mobile

Nummer des Führerausweises (Feld 5 auf dem FAK)

Ich habe von den Teilnahmebedingungen Kenntnis genommen. Datum und Unterschrift Unterschrift des gesetzlichen Vertreters/Lehrmeisters

Einsenden an: SVLT, Postfach, 5223 Riniken, Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01, E-Mail: info@agrartechnik.ch


SVLT ASETA

Werkstattkurse

Kurszentrum Riniken Verlangen Sie die ausführlichen Kursinformationen bei: Schweizerischer Verband für Landtechnik (SVLT) Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken, www.agrartechnik.ch zs@agrartechnik.ch, Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01

Elektrodenschweissen SES 2 Tage, CHF 610.– (890.–) Stahl in verschiedenen Stärken und Positionen schweissen. Kenntnisse über Elektroden und Hartauftrag.  21.–22.3.2013; 13.–14.6.2013

Maschinen und Anhänger Pressen und Knüpfer LPK  1 Tag, CHF 250.– (350.–) Messer schleifen, Kolbenführung und Synchronlauf der Antriebe einstellen. Knüpfereinstellung nach Zugspannungsmethode, Bindefehler beheben. 11.6.2013

Kommunal- und Gartenbaumaschinen

Legende

Titel Schweissen Schutzgasschweissen SMS 2 Tage, CHF 610.– (890.–) MAG-Schweissen an Profilen von 3 bis 8 mm und Blechen von 1 bis Lead 2 mm in verschiedenen Positionen. Kenntnisse über Metalle, Drahtelektroden und Schutzgase. 6.–7.6.2013

Autor

Unterhalt von Motorsensen, Kettensägen und Heckenscheren MGK  1 Tag, CHF 250.– (350.–) Wartungsarbeiten am Motor. Pflege von Antriebswelle und Schwert. Schärfen der Kette, Mähscheibe, Heckenscherenmesser. Störungen beheben. Stilllegung für die Winterpause. 4.6.2013 Unterhalt von Motorgeräten mit 4-Takt-Motoren MRG  1 Tag, CHF 250.– (350.–) Wartungsarbeiten an Benzin- und Dieselmotoren, an Rasenmäher, Rasentraktor, Bodenfräse. Messer schärfen. Kommunalmähbalken einstellen. Störungen beheben. Stilllegung für die Winterpause. 18.6.2013

Elektrik und Beleuchtung Fahrzeugelektrik EFZ  1 Tag, CHF 250.– (350.–) Anhängerbeleuchtung nachrüsten und instand stellen, Richtungsanzeige und Lichtanlage am Traktor reparieren. Störungen an Anlasser und Vorglühanlage beheben. 26.3.2013

 Zu reparierende Maschinen können mitgebracht werden (auf Anmeldetalon vermerken). ☛

Preise in Klammern gelten für Nichtmitglieder.

Kursanmeldung Kurstyp (Buchstabenfolge) Kursdatum Mitgliedsnr. Name Grundtext  n Adresse PLZ, Ort Telefon Fax E-Mail Datum und Unterschrift q Ich will von den Tarifen für Mitglieder profitieren und werde Mitglied. q Ich bringe folgende Maschinen, Geräte mit zum Kurs:

Brief oder Fax an: SVLT, Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken, Telefon 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01

Weitere Informationen und Teilnahmebedingungen:

www.fahrkurse.ch


CZV – Kursangebote

SVLT ASETA

Obligatorische Weiterbildung für LKW-Fahrer Ladungssicherung  1 Tag, Fr. 295.– (Nichtmitglieder 320.–) Die Teilnehmenden erarbeiten iGrundlagen für das korrekte Beladen und das fachgerechte Sichern ausgewählter Güter. Wülflingen ZH Mi., 20.3.2013

Zollikofen BE Mi., 27.3.2013

Riniken AG Mi., 21.8.2013

Erste Hilfe

Wer über einen Führerausweis Kategorie C oder C1 (Motorwagen über 3,5 t) verfügt, ist nach Chauffeuren-Zulassungsverordnung CZV verpflichtet, innerhalb von fünf Jahren 35 Stunden (5 Tage) obligatorische Weiterbildung nachzuweisen. Nur so bleibt die Berechtigung erhalten, über das Jahr 2014 hinaus gewerbliche Transporte mit Fahrzeugen dieser Kategorien durchzuführen. Für die Kategorien D und D1 (schwere Motorwagen zum Personentransport) endet diese Frist bereits 2013. Die Kurse, die der SVLT im Rahmen des Obligatoriums gemäss CZV durchführt, finden an ausgewählten Standorten statt und werden in Gruppen zu maximal 16 Teilnehmenden durchgeführt. Wer an einem Kurs teilnimmt, erhält für jeden besuchten Kurstag eine Bestätigung. Pro Kurstag werden sieben Stunden an die obligatorische Weiterbildung angerechnet. Weitere Informationen und Teilnahmebedingungen:

www.fahrkurse.ch Kursanmeldung CZV Kurs q ARV q Ladungssicherung q Erste Hilfe ankreuzen: q Unfall, Brand q Moderne Fahrzeugtechnik Kursort:

Kursdatum:

Name: Vorname: Strasse: Nr.: PLZ: Ort: Telefon: Natel: E-Mail: SVLT-Mitgliedsnr.: Geburtsdatum: q Ich will von den Tarifen für Mitglieder profitieren und werde Mitglied. Nummer des Führerausweises (Feld 5 auf dem FAK):

Ich habe von den Teilnahmebedingungen Kenntnis genommen. Datum: Unterschrift: Einsenden an: SVLT, Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01, E-Mail: zs@agrartechnik.ch, www.fahrkurse.ch

 1 Tag, Fr. 295.– (Nichtmitglieder 320.–) Die Teilnehmenden lernen das korrekte Verhalten am Unfallort. Sie vertiefen die Fähigkeit, die lebensrettenden Sofortmassnahmen rasch und zweckmässig anzuwenden. Sie lernen die Funk­ tionen und den Einsatz des Wiederbelebungsgerätes «Automa­ tisierter Externer Defibrillator» kennen. Riniken AG Fr., 15.3.2013 Do., 15.8.2013

Landquart GR Fr., 22.3.2013

Moudon VD Di., 19.3.2013 (nur in Französisch)

ARV1/DFS  1 Tag, Fr. 285.– (Nichtmitglieder 310.–) Die Teilnehmenden üben den Umgang mit dem «digitalen Fahrtenschreiber» gemäss der Arbeits- und Ruhezeitverordnung. Riniken AG Mo., 12.8.2013

Unfall/Brand  1 Tag, Fr. 385.– (Nichtmitglieder 410.–) Die Teilnehmenden erarbeiten in Theorie und Praxis die Grund­ lagen für das korrekte, sichere und unfallfreie Fahren im Strassenverkehr, inkl. korrektes Verhalten bei Verkehrsunfällen und Fahrzeugbränden. Wülflingen ZH Do., 28.3.2013

Landquart GR Di., 26.3.2013

Hohenrain LU Do., 14.3.2013

Riniken AG Mi., 14.8.2013

Moudon VD Do., 21.3.2013 Do., 4.4.2013 (nur in Französisch)

Moderne Fahrzeugtechnik  1 Tag, Fr. 330.– (Nichtmitglieder 355.–) Wer ein Fahrzeug sicher führen, den Verschleiss und den Treibstoffverbrauch möglichst gering halten und Fehlfunktionen ­vermeiden will, muss die technischen Merkmale und die Funk­ tionsweise der Sicherheitsausstattung kennen, ebenso die verschiedenen, je nach Fahrzeug unterschiedlichen technischen Optionen. Schönbühl BE Mo., 18.3.2013

St. Gallen Mo., 25.3.2013

Riniken Fr., 16.8.2013

Die Preise verstehen sich inklusive Verpflegung, Kursunterlagen 3 2013  Schweizer Landtechnik und Bescheinigung. Änderungen vorbehalten. 65


n  SVLT | Bericht

Nidwalden: neuer Präsident Dominik Senn Rund 40 Teilnehmende zählte die GV der Nidwalder im «Sternen» in Ennetbürgen, darunter Simon Niederberger vom Amt für Landwirtschaft, von der Sektion Obwalden Präsident Sepp Frunz und die Ehrenmitglieder Sepp Gut und Jost Käslin. In seinem Jahresbericht orientierte Präsident Kobi Christen über die Aktivitäten des Berichtsjahres 2012. Unter anderem fand in der Berufsschule Stans die Gruppenleiterkonferenz statt; es wurden Meinungen ausgetauscht und Vorschläge gemacht, um schliesslich das Weiterbildungsprogramm 2013 für Bäuerinnen und Bauern zu erstellen. Geschäftsführer Dominik Bircher erläuterte die Rechnung 2012, die mit einem kleinen Verlust von rund 276 Franken abschliesst. Sein Vorschlag, den Jahresbeitrag bei 75 Franken zu belassen, wurde angenommen. Erfreut nahmen die

Teilnehmenden von der Neuaufnahme von neun Mitgliedern Kenntnis. Weiter gab Kobi Christen seinen Rücktritt aus dem Vorstand bekannt; nach zwölf Jahren sei es an der Zeit, das Amt weiterzugeben, meinte er. Er schlug vor, Peter Windlin, Ennetmoos, in den Vorstand zu wählen, was die Versammlung mit Applaus tat. Für das Präsidium lag als einzige Kandidatur diejenige von Ruedi Achermann vor, der einstimmig gewählt wurde. Zu Christens Überraschung beantragte der Vorstand, er sei für «ausserordentlichen Einsatz zugunsten der Sektion Nidwalden und das Einbringen der Sektionsanliegen im SVLT» zum Ehrenmitglied zu ernennen. Die Versammlung folgte dem Antrag mit lang anhaltendem Applaus. In einem Lichtbildervortrag referierten Cornelia Fürst und Vera Bracher von der  Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft BUL über «Kinder ­sicher und gesund auf dem Bauernhof».

Walliser Sektion im Aufbruch Dominik Senn In der Sektion Wallis des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik herrscht Aufbruchstimmung. Unter anderem will man sich an der Agrovina 2014 ins beste Licht rücken. Wie Sektionspräsident Matthieu Vergère in der Käserei von Turtmann im Jahresbericht ausführte, ist das Landwirtschaftsjahr 2012 im Wallis besonders schwierig gewesen, vor allem im Weinbau; Mehltau, sinkende Kontingente und sinkende Erntepreise seien zu verkraften gewesen. Doch der WVLT lasse sich nicht entmuti-

gen. Im Gegenteil: «Unsere Hauptperspektive 2013/2014 wird eine Neubelebung der Sektion Wallis sein», sagte der Präsident. Unter anderem wird sie sich an der Agrovina 2014 präsentieren; dies mit Unterstützung des SVLT-Zentalsekreta­ riats in Riniken. An den Landwirtschaftsschulen des Kantons soll für die Sektionsanliegen geworben werden, um damit neue Mitglieder zu gewinnen. Zum Abschluss ermunterte er die anwesenden Landwirte, weiter in regionale Produkte von hoher Qualität zu diversifizieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben, und Inves-

Kobi Christen freut sich über die Ernennung zum Ehrenmitglied, links der neue Präsident Ruedi Achermann. (Bild: Dominik Senn)

Schliesslich wurde auf eine gemeinsam mit der Obwaldner Sektion organisierte Informationsveranstaltung am 18. März in Alpnach hingewiesen. Ein Referent von BUL wird über die Neuerungen bei den Vorschriften im landwirtschaftlichen Strassenverkehr referieren.  n

titionen in erneuerbare Energien (Solar, Biogas usw.) ins Auge zu fassen. Der Jahresbericht und die von Geschäftsführer David Jacquemoud vorgetragene Rechnung mit Aufwand und Ertrag von je 8300 Franken sowie dem Reingewinn von 39.95 Franken wurden von den knapp zwei Dutzend Anwesenden genehmigt und die neuen Rechnungsrevisoren Michel Bessard und Nando Matter (anstelle der abtretenden Bernard Volluz und Ad­ rian Theler) gewählt. Der Mitgliederbestand hat sich im Berichtsjahr um 2 auf 89 erhöht. Im Anschluss referierten Nathalie Vuissoz und Clément Formaz von der Kantons­ polizei Wallis über die Unfallstatistik mit  landwirtschaftlichen Fahrzeugen im Stras­sen­verkehr: 2010 waren es 5, 2011 deren 10 und 2012 deren 8. Und vor dem Raclette der Genossenschaft Augstbordkäserei informierte Philippe Cossi von BUL über die neusten Präventionsbemühungen in der Landwirtschaft.  n

Der Vorstand der Sektion Wallis mit Joel Bessard, David Jacquemoud, Präsident Matthieu Vergère, Dominic Salvati und Remo Tscherry. (Bild: Dominik Senn)

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3 2013  Schweizer Landtechnik


Bericht | SVLT   n

Graubündner mit positivem Rechnungsabschluss Ruedi Hunger Der Jahresbericht, ein positiver Rechnungsabschluss und Bestätigungswahlen waren die Highlights der ­Generalversammlung 2013 der SVLTSektion Graubünden in Maienfeld. Unter der Leitung von Vizepräsident Marco Frei, Landquart, nahm die Versammlung Kenntnis vom Jahresbericht des Präsidenten, der in den Ferien weilte. Nach einem stetigen Anstieg der Mitgliederzahlen seit dem Jahr 2000, nahm die Zahl 2012 erstmals leicht ab. Dennoch konnte der Kassier einen positiven Rechnungsabschluss präsentieren. Erfreulicherweise besuchten mehr Jugendliche als im Vorjahr die Theoriekurse zur F/G-Prüfung. Die Versammlung bestätigte die drei Vorstandsmitglieder Luzia Föhn (F/G-Kurse), Marco Frei (Vize) und Kassier Jörg Baumgärtner in ihrem Amt.

Thomas Bürge konnte mit seinem Referat «Tiertransporte – Anforderungen an das Fahrzeug» das Interesse der Zuhörer wecken. Information und Sensibilisierung waren die Schwerpunkte der letztjährigen Infokampagne zu Tiertransporten. Nun folge 2013 der Vollzug, so Bürge. Bei flächendeckenden Schwerpunktkontrollen wurden auf der Strasse, auf Märkten und Ausstellungen sowie bei Alpfahrten über 80% der Tiertransporte bemängelt, gewerbliche Transportfahrzeuge ausgenommen! Bei diesen Kontrollen stehen unter anderem die Verkehrstauglichkeit des Fahrzeuges, eine genügende Frischluftzufuhr sowie die Einstreu im Fokus. Ebenso werden die Belegung, die Laderampe und die Eignung des Heckabschlussgitters kontrolliert. Stand bei den letztjährigen Kontrollen die Sensibilisierung noch im Vordergrund und wurden sogar Über-

gangsfristen zur korrekten Ausrüstung der Viehtransportanhänger gewährt, ist jetzt Schluss damit. Leider wurden in jüngster Vergangenheit noch neue Viehwagen verkauft, die nicht den aktuellen Tierschutzvorschriften entsprachen. Der Referent empfiehlt, vom Verkäufer ein Kaufzertifikat für tierschutzkonforme Ausrüstung zu verlangen.

Für eine reibungslose GV sorgten (v.l.) Konrad Merk, Marco Frei, Luzia Föhn und Jörg Baumgärtner. (Bild: Ruedi Hunger)

Freiburger Verband 2012 g ­ ewachsen Dominik Senn Zur 70. Generalversammlung des Freiburgischen Verbandes für Landtechnik (FVLT) in Le Mouret konnte Präsident Robert Zurkinden rund hundert Mitglieder und einige Gäste sowie die Vorstandsmitglieder des Schweizerischen Dachverbandes SVLT Auguste Dupasquier und André Steiner begrüssen. Geschäftsführer Laurent Guisolan legte nach dem Jahresbericht des Präsidenten Zeugnis ab von der Tätigkeit im Jahr 2012. 142 Jugendliche absolvierten den Kurs Kat. G mit Erfolg. Ein grosser Publikumserfolg war der Vorführung von rund 60 Traktoren, Telskopund Hofladern am 14./15. April auf dem Waffenplatz von Drognens beschieden, verbunden mit der Freiburger Ausscheidung für den Schweizer Final des Traktorgeschicklichkeitsfahrens im Jura. 2012 wurden 161 Feldspritzen kontrolliert. Entgegen dem Trend hat der über 1500 Mitglieder zählende FVLT um 31 Mitglieder zugelegt. Die Jahresrechnung 2012 weist trotz hoher Aufwendungen für «Drognens» und den Schweizer Final einen Gewinn von knapp 1000 Franken

aus. Der Jahresbeitrag 2014 wurde auf Antrag des Vorstandes bei 75 Fran­ ken belassen. Für drei Jahre in globo und mit Applaus wiedergewählt wurde der verbleibende Vorstand mit Präsident Zurkinden an der Spitze. Demissioniert hatten Etienne Genoud (Vertreter District de la Veveyse) und Alexandre Cotting (District de la Sarine), für die als Ersatz John-David Fluhmann respektive Do- Geschäftsführer Laurent Guisolan, die Neugewählten minik Herren gewählt John-David Fluhmann und Dominik Herren sowie Präsident wurden. Als Rechnungsre- Robert Zurkinden. (Bild: Dominik Senn) visor amtet neu Philippe Genoud anstelle von Philippe Charrière. Internationales» des Schweizerischen Im Anschluss referierte Fréderic Ménétrey, Direktor des Freiburgischen BauernBauernverbandes, über Freiburger Aspekverbandes, über das Projekt «Agrix» (eine te des Berichtes «Agrarpolitik 2014 bis 2017», bevor man nach einem Fondue Plattform zum Austausch von Ausrüstungen und Dienstleistungen für die Landfribourgeoise zur Besichtigung der Agrowirtschaft) und Francis Egger, DeparteGaz Haute Sarine SA und der Laiteriementsleiter «Wirtschaft, Politik und Fromagerie du Mouret dislozierte. 3 2013  Schweizer Landtechnik

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n  SVLT | Sektionen

AG «Rehkitzrettung – Rehkitze aus der Luft finden» Mittwoch, 17. April 2013, 9.30 bis 11.30 Uhr Beim Restaurant Dornhof, Magden www.dornhof-magden.ch Jedes Jahr werden in der Schweiz mehrere Tausend Rehkitze vermäht. Die bisher angewandten Methoden, wie Verblenden usw., sind zu wenig wirksam. Mit einem neuen System mit Thermalkamera und Multikopter aus der Luft ist das Auffinden von Rehkitzen wesentlich erfolgreicher. An einer Vorführung im Fricktal wird das neue Verfahren von Nicole Berger (Berner Fachhochschule, Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften, BFH-HAFL, Zollikofen) vorgestellt. Organisation: Aargauischer Verband für Landtechnik und Aargauischer Jagdschutzverein, unterstützt vom Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg und vom Bauernverband Aargau.

Vorbereitungskurse Kat. G, 2013 Kursort

1. Kurstag

2. Kurstag

Riniken

Mi, 13. März 2013 18.00 Uhr

Mi, 20. März 2013 18.00 Uhr

Frick

Fr, 15. März 2013 8.00 Uhr

Fr, 22. März 2013 18.00 Uhr

Muri

Sa, 16. März 2013 8.00 Uhr

Sa, 23. März 2013 8.00 Uhr

Liebegg

Sa, 16. März 2013 13.30 Uhr

Sa, 23. März 2013 13.30 Uhr

Riniken

Mi, 7. August 2013 18.00 Uhr

Mi, 14. August 2013 18.00 Uhr

Inhalt: In insgesamt sechs Lektionen werden mit den Teilnehmenden die prüfungsrelevanten Grundlagen erarbeitet, geübt und überprüft. Organisation: Aargauer Verband für Landtechnik (AVLT) Kurskosten: CHF 100.–, Mitgliedern des AVLT und deren Angehörigen wird ein Rabatt gewährt Anmeldung: Dominique Berner, 056 462 32 00, d.berner@agrartechnik.ch, www.avlt.ch

Traktorfahrkurs für Frauen Donnerstag, 25. April 2013, oder Freitag, 26. April 2013, jeweils von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr Liebegg, Gränichen Inhalt: Einmal einen Traktor erklärt bekommen, mit dem Traktor mit und ohne Anhänger manövrieren, Anbaugeräte wie Kreisel­ heuer, Kreiselschwader kennenlernen und an den Traktor anbauen. • Bedienung des Traktors • Wichtige Kontrollen • Sicheres Manövrieren mit Traktor, Anhänger und Anbaugerät • Gefahrensituationen auf Hof, Gelände und Strasse erkennen und meistern 68

3 2013  Schweizer Landtechnik

Teilnehmende: Dieser Kurs richtet sich an Frauen, welche ihre praktischen Traktorkenntnisse verbessern wollen. PW- oder Traktorfahrausweis wird verlangt. Keine weiteren Vorkenntnisse notwendig. Kursleiter: Hansjörg Furter, Landwirtschaftl. Zentrum Liebegg Kosten: CHF 110.–, inkl. Kursunterlagen und Mittagessen, wenn Ehemann, Partner oder Freund Mitglied beim AVLT, Aarg. Verband für Landtechnik, ist; CHF 130.– für Nichtmitglieder Anmeldung: Bis 12. April 2013 an LZ Liebegg, 5722 Gränichen, Kurssekretariat, Verena Bürge. Tel. 062 855 86 15, E-Mail: kurse@liebegg.ch

Aargauischer Lohnunternehmerabend Mittwoch, 10. April 2013, 20.00 Uhr Gasthof zum Ochsen, 5242 Lupfig Thema: «Versicherungen» • Wie kann ich meine Maschinen gegen Schäden versichern? • Wie kann ein Landwirt Maschinenschäden beim Lohnunternehmer versichern? • Wie ist das Vorgehen, wenn ein Maschinenschaden entstanden ist? • Was kann ich zur Vermeidung von Maschinenschäden beitragen? Kompetente Referenten diverser Versicherungsgesellschaften und vom SVLT werden zu den verschiedenen Fragen Stellung beziehen. Kursleitung: Hansjörg Furter, Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg Der Kurs ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Veranstaltung steht allen Lohnunternehmern und Landwirten offen, die Lohnarbeiten ausführen oder ausführen lassen.

GR Theoriekurse Kat. F/G für Jugendliche Für das Führen von Mofas und landwirtschaftlichen Fahrzeugen bis 30 km/h Mindestalter: 13 Jahre (Fahrberechtigung mit dem 14. Geburtstag) Kursorte: Landquart, Davos, Thusis, Samedan, Scuol, Ilanz Kursdauer: zwei Halbtage (inkl. Prüfung) Kurskosten: CHF 80.– (Mitglied SVLT-GR CHF 60.–) Lernmaterial: CD-ROM CH-Fahrschule CHF 40.– (auf die neue Prüfung ausgerichtet) Im Theoriekurs Kat. F/G werden die Grundlagen aufgezeigt und erklärt. Seit Jahresbeginn 2013 gelangen für Theorieprüfungen der Kategorie F/G neue Fragen und eine neue Prüfstruktur zur Anwendung. Das heisst, dass künftig zu jeder Frage drei Antworten vorliegen, von welchen mehrere richtig sein können. Der Prüfungsinhalt bleibt jedoch derselbe. An den Anforderungen für die Kat. F/G wird nichts geändert, es werden die gleichen Themen wie bisher abgefragt. Infos und Anmeldung (abends): Schweiz. Verband für Landtechnik, Sektion GR, Luzia Föhn, Zollbruckweg 14, 7302 Landquart, Tel. 081 322 26 43, foehn@ilnet.ch, www.svlt-gr.ch


Sektionen | SVLT   n

OW, NW

ZG

18. März: Info-Abend Verkehrssicherheit

Vorbereitung ­Traktorenprüfung Kat. G

Montag, 18. März 2013, 19.45 Uhr Restaurant Alouette, Militärflugplatz in Alpnach Der Informationsabend Verkehrssicherheit für landwirtschaftliche Fahrzeuglenker ist organisiert vom Traktorenverband Obwalden und Nidwalden. Referent ist Stefan Marti (SMU); der Anlass ist gratis, Getränke sind kostenpflichtig. Auskunft erteilt Sepp Frunz, 079 202 83 75.

15. April und 18. April 2013 in Zug Die Vorbereitungskurse für die Traktoren- und Mofaprüfung finden jeweils von 9.30 bis 12.00 Uhr statt. Kurskosten inkl. Lernmittel für Mitglieder VLT-Zug CHF 60.–, sonst 90.–. Zugelassen sind Kinder, die bis im Oktober 2013 14 Jahre alt werden. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Lenken von landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen bis 30 km/h und Mofas. Anmeldung an Beat Betschart, 041 755 11 10.

LU Aktuelles Kursangebot Mofa- und Traktorenprüfung Die Vorbereitungskurse für die Mofa- und Traktorenprüfung finden jeweils am Mittwochnachmittag statt. Kurskosten inkl. Lernplattform im Internet für Mitglieder CHF 70.–, für Nichtmitglieder CHF 90.–. Nächste vorgesehene Termine: 20. März 2013 in Willisau, 17. April 2013 in Hochdorf Roller- und Autoprüfung: Theorieprüfung online lernen für CHF 29.–, Grundkurse für Roller und Motorräder finden jeweils am Samstag in Sursee statt. Für Mitglieder CHF 280.–, für Nichtmitglieder CHF 300.– Nächste vorgesehene Termine: 23. und 30. März 2013 20. und 27. April 2013 Verkehrskundeunterricht in Sursee, Willisau, Schüpfheim und Hochdorf. Für Mitglieder CHF 240.–, für Nichtmitglieder CHF 220.– Nächste Termine: 22./24./25. und 26. April 2013 in Schüpfheim, 6./7./13. und 14. Mai 2013 in Hochdorf Kombipaket für Rollerfahrer günstiger als im Einzelpreis Theorie online lernen/Grundkurs 1 und 2 (8 Lektionen)/VKU (4 × 2 Lek­tionen) Lastwagenprüfung: Der Lastwagentheoriekurs dauert 32 Lektionen, während vier Wochen jeweils einen Tag pro Woche. Der Kurs ist modular aufgebaut und der Einstieg jede Woche möglich. Der nächste Kurs beginnt ab 5. April 2013, in Luzern. Anmeldung: LVLT Fahrschule, Sennweidstrasse, 6276 Hohenrain, Tel. 041 467 39 02/info@lvlt.ch/www.lvlt.ch

SG, AI, AR, GL

Kurse und Prüfungen Kat. G/F In Zusammenarbeit mit den kantonalen Strassenverkehrsämtern bietet der VLT-SG wieder Kurse an, für den Erwerb des Fahrausweises Kat. G/F. Im Kanton St. Gallen kann die landwirtschaftliche Führerprüfung frühestens einen Monat vor Erreichen des 14. Geburtstages abgelegt werden. Im Kanton Appenzell Ausserrhoden kann die landwirtschaftliche Führerprüfung frühestens drei Monate vor Erreichen des 14. Geburtstages abgelegt werden. Im Kanton Glarus können alle mit Jahrgang 1998 und älter an den Kursen teilnehmen. Das Programm wird auf der Homepage (www.vlt-sg.ch) publiziert oder kann bei Leiter Hans Popp angefordert werden. Kurskosten: CHF 70.– für Mitglieder, CHF 95.– für Nichtmitglieder, inkl. Lern-CD mit den aktuellen Prüfungsfragen und Arbeitsblättern. Infos und Anmeldung beim Kursleiter: Hans Popp, Karrersholz 963, 9323 Steinach, Tel. 071 845 12 40 oder hanspopp@bluewin.ch

ZH Vorbereitung ­Traktorenprüfung Kat. G

SO Traktorenprüfung Kat. G Vorkurs 27. März 2013 Mehrzweckgebäude Wallierhof, Riedholz Vorkurs 3. April 2013 Kreisschule Dorneckberg, Büren SO Interessenten melden sich möglichst bald beim Geschäftsführer der SVLT-Sektion Solothurn, Beat Ochsenbein, Oberdorfstr. 26, 4554 Etziken, 032 614 44 57, 076 302 77 42.

23. Februar, 22. Juni, 7. September und 30. November 2013, jeweils 9.30 bis 15.30 Uhr am Strickhof in Lindau Die Teilnahme ist frühestens drei Monate vor dem 14. Geburtstag möglich. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Lenken von landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen bis 30 km/h (ohne Ausnahmefahrzeuge) sowie von Mofas. Kosten: CHF 100.– (für Mitglieder des SVLT Zürich CHF 80.–). Inbegriffen sind eine Lern-CD sowie Verpflegung mit Getränk. Infos, Anmeldung: SVLT Zürich, Eschikon, Postfach, 8315 Lindau, Telefon 058 105 98 51, www.svlt-zh.ch

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SVLT

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Impressum

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Aebi Suisse AG, Gampelen Agromont AG, Hünenberg Althaus AG, Ersigen Blaser Swisslube AG, Hasle-Rüegsau Bridgestone Schweiz AG, Spreitenbach Bucher AG Langenthal, Langenthal Chébli, Zürich Dirim AG, Hauptwil Fässler, Lienz Fischer Nouvelle Sàrl, Collombey Hans Meier AG, Altishofen Keller Technik AG, Nussbaumen TG Kuhn Center Schweiz, Niederweningen Lely Nederland N.V., Maassluis Lemken GmbH & Co., Alpen Leu, Hochdorf

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75. Jahrgang

Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik (SVLT), Willi von Atzigen, Direktor

Inserentenverzeichnis

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Schweizer Landtechnik

49 36 49 57 2 2 49 79 21 16 36 38 79 80 45 16

Matra, Lyss Beilage Micarna SA, Courtepin 39 O’Flynn-Trading, Zürich 16 Ott Landmaschinen AG, Zollikofen 36 Raiffeisen Schweiz, St. Gallen 21 Rapid Technic AG, Killwangen 35 Schmid AG, energy solutions, ­ Eschlikon TG 35, 36 Snopex SA, Balerna 49 Stähler Suisse SA, Zofingen 80 STIHL Vertriebs AG, Mönchaltorf 79 Strebel Maschinen AG, Waldhäusern AG36 Syngenta Agro AG, Dielsdorf 29 Verschleissteile-Discount Ruh, Ramsen 16 Wälchli Maschinenfabrik AG, Brittnau16, 80

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Redaktion Ueli Zweifel: red@agrartechnik.ch Dominik Senn: dominik.senn@agrartechnik.ch Ruedi Hunger: hungerr@bluewin.ch Ruedi Burkhalter: r.burkhalter@agrartechnik.ch Tel. 056 462 32 50 Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Postfach, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01 Internet: www.agrartechnik.ch Inserate/Anzeigen Fachmedien AGRAR AG, Seelandweg 7, CH-3013 Bern Ingrid Wilms, Tel. 031 330 95 01 Fax 031 330 95 30 E-Mail: landtechnik@agripub.ch Anzeigenverkauf Andreas Schwab, Tel. 031 330 95 10 E-Mail: andreas.schwab@agripub.ch Daniel Sempach, Tel. 034 415 10 41 E-Mail: daniel.sempach@agripub.ch Anzeigentarif Es gilt Tarif 2012 Kombinationsrabatt: 25% bei gleichzeitigem Erscheinen in «Technique Agricole»

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Druck und Spedition Stämpfli Publikationen AG Wölflistrasse 1, 3001 Bern Produktionskoordination Roberto Bruno Erscheinungsweise 11-mal jährlich Abonnementspreise Inland: jährlich CHF 107.– (inkl. MwSt.) SVLT-Mitglieder gratis. Ausland: auf Anfrage

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Alter Grösse CHF Anzahl Grösse Anzahl Grösse Anzahl Grösse Anzahl CHF

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4 6 8 10 12 14 104 116 128 140 152 164 43.– 48.–

S = 44/46 M = 48/50 L = 52/54 XL = 56/58

Ausgabe 4/2013 Markt Übersicht gezogene Mähwerke Wissen

44

46 S

48

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52

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Nr. 4/2013 erscheint am 11. April 2013 Anzeigenschluss 22. März 2013


ART-Bericht 761

Controlled Traffic Farming Mit permanenten Fahrspuren zu mehr Bodenschonung

Februar 2013

Autoren Martin Holpp, Thomas Anken, Hansrudolf Oberholzer, René Reiser, Jan Rek, Peter Weisskopf, Urs Zihlmann, ART Oliver Hensel, Universität Kassel, Agrartechnik Witzenhausen martin.holpp@art.admin.ch Impressum Herausgeber: Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART Tänikon, CH-8356 Ettenhausen, Redaktion: Etel Keller, ART Die ART-Berichte/Rapports ART ­erscheinen in rund 20 Nummern pro Jahr. Jahresabonnement ­ Fr. 60.–. Bestellung von Abonnements und Einzelnummern: ART, Bibliothek, 8356 Ettenhausen T +41 (0)52 368 31 31 F +41 (0)52 365 11 90 doku@art.admin.ch Downloads: www.agroscope.ch ISSN 1661-7568

Getreideernte auf permanenten CTF-Fahrspuren in Grossbritannien – die geplante Befahrung schont den Boden. (Quelle: Julian Gold, Hendred Farm Partnership) Die landwirtschaftlichen Nutzflächen werden heute weitgehend zufällig, das heisst ohne festgelegte Fahrspuren befahren. Die entstehenden Verdichtungen müssen auf ackerbaulich genutzten Flächen regelmässig energie- und zeitaufwändig wieder beseitigt werden. Auf Dauergrünland bleiben sie mit den entsprechenden negativen Auswirkungen auf Bestandeszusammensetzung, Ertrag und Bodenfunktionen erhalten. Eine Verminderung der Bodenverdichtung könnte Anbauverfahren wesentlich effizienter, robuster und leistungsfähiger machen und Bodenfunk­ tionen wie Infiltration und Wasserspeicherung verbessern. Spursysteme zur Trennung von Fahr- und Wachstumsraum wurden in der Praxis bisher jedoch nur im Ackerbau mit Pflegefahrspuren für Pflanzenschutz und Düngung eingeführt. Mit satellitenbasierten Lenksystemen können heute permanente, über die Jahre beibehaltene Fahrgassensysteme in der

Praxis umgesetzt werden. Solche als ­Con­trolled Traffic Farming (CTF) bekannte Spursysteme werden seit Mitte der 1990er-Jahre grossflächig im australischen Getreidebau eingesetzt. Durch die Reduktion von Oberbodenverdichtungen verbesserten sich Luft- und Wasserführung im Boden. Die Anbausysteme wurden in Trockenzeiten und bei Starkniederschlägen ertragsstabiler. Aktuelle Versuchsergebnisse zeigen, dass an hiesige Rahmenbedingungen angepasste CTF-Systeme auch unter mitteleuropäischen Bedingungen die Effizienz des Bodenschutzes und Pflanzenbaus nachhaltig verbessern können. Im Folgenden wird ein Überblick über Entwicklung und Praxiseinsatz von CTF-Systemen gegeben und in die für eine Praxiseinführung in verschiedenen Anbaukulturen relevanten Aspekte eingeführt.

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n ART-Bericht 761 Entwicklung von CTF Permanente, über die Jahre beibehaltene Fahrgassensysteme für alle Arbeitsgänge werden als Controlled Traffic Farming (CTF) bezeichnet [2; 19]. Die Grundidee ist, durch den Einsatz grosser Arbeitsbreiten und die Verwendung schmaler Reifen den Anteil befahrener Fläche möglichst gering zu halten. Ziel ist, das Bodenverdichtungsrisiko beim Überfahren auf einen geringen Flächenteil zu beschränken. Der Grossteil der Flächen ist permanent vor befahrungsbedingten Verdichtungen geschützt. CTF mit Geräteträgern Die Entwicklung von Geräteträgern mit grosser Arbeitsbreite, sogenannten «Gantries», begann bereits Mitte des 19. Jahrhunderts [15]. Von den 1970er-Jahren bis heute wurde die Technologie weiterentwickelt und in kleineren Maschinenserien auf den Markt gebracht (Abb. 1, oben). Die aussenliegenden Reifen reduzieren den Fahrspuranteil grösstmöglich; er beträgt abhängig von der Arbeits- und Reifenbreite 5–10 % der Fläche. Der Wachstumsraum der Pflanzen wird nicht befahren. Im Vergleich dazu verursacht ein Traktor mit 600  mm breiten Reifen und 6 m Arbeitsbreite 20 % Spurflächenanteil – und dieser liegt mitten im Wachstumsraum. Ähnlich geringe Fahrspuranteile wie mit Gantries werden mit heutigen Maschinen nur bei Pflanzenschutz und Düngung mit Arbeitsbreiten von 12 m und mehr erreicht. CTF mit einheitlichen Spurweiten Die Ernte von Getreide und Hackfrüchten liess sich mit Gantries allerdings nur aufwändig realisieren. Prototypen mit Mähdrescheraufsatz existierten, waren aber nicht praktikabel. Als Alternative folgte das Konzept einheitlicher Fahrzeugspurweiten mit verbreiterten Traktor- und Anhängerachsen. In Beet- und Dammkulturen liessen sich alle Arbeitsgänge von Anbau, Pflege und Ernte bis zum Transport von denselben Fahrspuren ausführen, und die effektive Anbaufläche konnte im Vergleich zu Fahrzeugen mit schmaleren Spuren ausgeweitet werden (Abb. 1, unten). CTF verbessert Bodenschutz Unter beiden CTF-Konzepten, mit Gantries und mit Fahrzeugen einheitlicher Spurweiten, konnte der positive Einfluss auf Bodenstruktur und Pflanzenentwicklung nachgewiesen werden. Bodenverdichtungen wurden effizient reduziert und Anbausysteme mit flacher Lockerungstiefe und Direktsaat konnten erfolgreich realisiert werden. Angepasste Bereifungen und niedrige Kontaktflächendrücke vermeiden Rinnenbildungen und tiefer gehende Fahrspurverdichtungen [6-7; 15]. Voraussetzung: satellitenbasierte Lenksysteme Über lange Zeit wurde jedoch keines der beiden CTF-Konzepte breit in die Praxis eingeführt. Für eine konsequente Umsetzung der permanenten Trennung von Fahr- und Wachstumsraum über die Jahre hinweg fehlte nämlich noch ein wichtiges Element: Ein Lenksystem, mit dem zuverlässig die teilweise kaum sichtbaren Fahrspuren gefunden werden konnten und welches das Fahrzeug automatisch auf Spur hält. Mit der Verfügbarkeit erster 72

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Abb. 1, oben: israelische Field Power Unit (FPU) mit 5,80 m Arbeitsbreite und um 90 ° schwenkbaren Rädern. Im Feld wird in Quer- und auf der Strasse in Längsrichtung gefahren. Unten: Traktoren mit verbreiterter Spur im holländischen Gemüsebau. Quelle: Chamen, Pedersen satellitenbasierter Lenksysteme für Traktoren war der entscheidende Impuls für eine Praxisverbreitung gegeben. Mitte der 1990er-Jahre begann CTF in Australien Fuss zu fassen. CTF in Australien erfolgreich Australische CTF-Systeme basieren auf einheitlichen Spurweiten für Traktoren und Erntemaschinen sowie auf angepassten Arbeitsbreiten. Auf den gross strukturierten Flächen wird Getreide arbeitszeit- und kostensparend direkt gesät. Trotz des semiariden Klimas, unter dem die Böden meist trocken und tragfähig sind, kommt es zu Oberbodenverdichtungen und zu einer Verminderung des Infiltrationsvermögens auf Grund des Reifenschlupfes, der die Poren abschert [17]. Dies führt zu einer beeinträchtigten Pflanzenentwicklung, einem verringerten Wasserspeichervermögen des Bodens sowie bei schlechter Niederschlagsverteilung mit Extremereignissen zu erhöhtem Erosionsrisiko. CTF verminderte diese negativen Auswirkungen der Befahrung. Die Bodenstrukturen wurden lockerer, die Wasserinfiltration erhöhte sich und gleichzeitig sank die Erosionsanfälligkeit. Feldaufgänge verbesserten sich, im Wurzelraum waren Nährstoffe inklusive Wasser und Sauerstoff besser verfügbar, die Durchwurzelung wurde intensiver. Die Erträge wurden stabiler und stiegen um 5–15 % [1; 13; 16-17; 19]. Die Vorteile der konsequenten Trennung von Fahr- und Wachstumsraum waren so gross, das heute etwa drei Millionen Hektar unter CTF bewirtschaftet werden [20].


ART-Bericht 761 n Potenzial von CTF in Europa Mittlerweile liegen aus Europa aktuelle Versuchsergebnisse vor, die das Potenzial von CTF aufzeigen. Bei Versuchen in Grossbritannien erhöhte sich in befahrenen Böden die Lagerungsdichte um 15 % und der Bodeneindringwiderstand um 47 %, während die Bodenporosität relativ gesehen um 10 % und das Infiltrationsvermögen um 75 % sanken. Die Erträge unbefahrener Flächen lagen in europäischen Versuchen abhängig von der Versuchsanstellung bei etwa 80–160 % des Ertrags von befahrenen Flächen. In lokalen Versuchen erzielten unbefahrene Flächen bis zu 36 % mehr Ertrag als zufällig befahrene. Permanente Fahrspuren erzielten die tiefsten Erträge. Es wird geschätzt, dass unter mitteleuropäischen Ackerbedingungen generell ein CTF-Mehrertrag von etwa 5–8% erzielt werden kann [2-5]. In Holland Mitte der 2000er-Jahre durchgeführte Unter­ suchungen bestätigten die Ergebnisse der in den 1970erund 1980er-Jahren durchgeführten Feldversuche im Gemüsebau. Mit CTF stehen im Frühjahr drei Mal mehr Feldarbeitstage zur Verfügung, wird 15–50  % weniger Energie für die Bodenbearbeitung benötigt, führt wassergesättigter Boden bei Feldkapazität 40 % mehr Luft und bringen Wurzelfrüchte bis zu 10 % Mehrertrag [18]. In Dänemark Mitte der 2000er-Jahre durchgeführte Feldversuche im Grünland zeigten, dass der Grasertrag auf befahrenen Flächen im Schnitt etwa 10 % geringer ist. In früheren Versuchen wurden abhängig von Anzahl der Überfahrten und Reifeninnendruck 10–60  % Mindererträge im Vergleich zu unbefahrenen Flächen erzielt [12]. In Tänikon untersuchte die Forschungsanstalt Agroscope ART von 2008–2012, ob sich durch CTF in Kombination mit weiteren technischen Vorsorgemöglichkeiten die Leistungsfähigkeit von Anbauverfahren wie Getreide und Kunstwiese unter Direktsaat verbessern liessen. Im Feldversuch mit den Kulturen Winterweizen, Wintergerste, Kunstwiese und Silomais, Standardmaschinen und niedrigen Reifendrücken (generell 0,8 bar) wurden die Varianten Pflug, konventionell befahrene Direktsaat und CTFDirektsaat verglichen [9]. Es zeigte sich eine klare Differenzierung der Bodenstruktur zwischen intensiv befahrenen Pflegefahrgassen und wenig bzw. nicht befahrenen Flächen. Durch den niedrigen Kontaktflächendruck kam es in keinem Fall zu Fahrspurbildungen oder einer Gefährdung des Unterbodens.

Unter den Pflegefahrgassen erreichten Oberbodenparameter aber kritische Werte und die Biomasseerträge entwickelten sich negativ. Nach bereits zwei Jahren hatten die unbefahrenen Flächen der CTF-Variante nach der Pflugvariante signifikant die niedrigsten Bodeneindringwiderstände (Abb. 2, links). Die nur während Saat und Ernte befahrenen Flächen der CTF-Variante folgten mit einigem Abstand und waren mit der zufällig befahrenen Direktsaat vergleichbar. Das Grobporenvolumen bewegte sich standorttypisch auf einem sehr tiefen Niveau von 5 %, das Auslassen der Befahrung bewirkte keinen messbaren Anstieg. Die in den nicht und gering befahrenen CTF-Flächen untersuchten Parameter Saugspannung und volumetrischer Wassergehalt lagen stets in einem pflanzenbaulich nicht relevanten Bereich unterhalb des permanenten Welkepunktes. Es wurden keine signifikanten Unterschiede mit und ohne Befahren gefunden. Die in den nicht und gering befahrenen CTF-Flächen untersuchten Bodenluftparameter Sauerstoff (O2) und Kohlendioxid (CO2) unterschieden sich zum Teil signifikant (Abb. 2, rechts). In der für die Jugendentwicklung wichtigen Bodentiefe von 10 cm war die O2-Versorgung in den nicht befahrenen Bereichen in 90 % aller Messungen im optimalen Bereich von >15 %, in den gering befahrenen in 75 % der Messungen. Die CO2-Konzentrationen lagen in den nicht befahrenen Bereichen in 60 % der Messungen und in den gering befahrenen in nur gut 30 % der Messungen im optimalen Bereich bis 2 %. Hinsichtlich des Ertrags konnte kein klarer Trend identifiziert werden. Die Erträge aller Varianten waren oft weniger durch die Befahrung als durch andere Faktoren wie die Saatbettqualität geprägt. Dies war primär auf die Scheibensaattechnik zurückzuführen, die auf dem Versuchs­ standort im Säschlitz keine gute Einbettung der Samen erreichte. Die höchsten Erträge wurden generell in der Pflugvariante erzielt. Unter Kunstwiese auf den intensiv befahrenen Pflegefahrgassen durchgeführte Ertragserhebungen er­gaben für CTF die signifikant niedrigsten Ernteerträge. Die Ergebnisse zeigten, dass CTF wohl eine Verbesserung der Bodenstruktur mit sich bringt, diese aber auf diesem schweren Standort noch nicht für volle Erträge ausreichte. Eine flache ganzflächige oder streifenförmige (Striptill) Bearbeitung wäre in solchen Situationen empfehlenswert.

Abb. 2, links: Bereits nach zwei Jahren hatte CTF nicht befahren nach Pflug den niedrigsten Bodeneindringwiderstand entwickelt. Rechts: Bei geringer Befahrung ist der CO2-Gehalt unter feuchten Bedingungen um 2,5–4 % höher als in nicht befahren. 3 2013  Schweizer Landtechnik

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n ART-Bericht 761 Praxiseinführung von CTF CTF hat sich in Europa bis heute nur wenig verbreitet. Pioniere in Grossbritannien, Holland, Skandinavien und Rumänien haben CTF-Systeme im Acker- und Gemüsebau auf wenigen 10  000  ha eingeführt. Für die zögerliche Umsetzung sind vor allem technische Gründe in den Bereichen Lenksysteme, Spurweiten und Arbeitsbreiten verantwortlich. Im Folgenden werden Entscheidungshilfen und Handlungsempfehlungen für die Einführung von CTF-Systemen gegeben. Praxisübliche Spurweiten und Reifenbreiten CTF-Systeme mit einer an den Massen der Erntemaschine orientierten Spurweite von 3,00–3,20 m und einer schmalen Reifenbreite von ~400 mm erreichen im Vergleich zu zufälliger Befahrung niedrige Spurflächenanteile (Abb. 3). Diese sind aber mit aufwändigen Maschinenumbauten verbunden. Zum einen sinkt mit der grösseren Spurweite und den in der Regel weniger tragfähigen Reifen die zulässige Höchstgeschwindigkeit, zum anderen dürfen Fahrzeuge mit dieser Breite nicht mehr ohne weiteres im öffentlichen Strassenverkehr benutzt werden. Die schmale Reifenbreite kann unter feuchten Bedingungen vor allem bei der Ernte dazu führen, dass die Maschinen von der Spur rutschen. Auch kann es in den Fahrspuren zu Rinnenerosion kommen. Für eine verstärkte Verbreitung des Einsatzes von CTF in Europa muss das System daher an hiesige Rahmenbedingungen und an die Standardmechanisierung angepasst werden. Konzepte mit verschiedenen Spursystemen und unterschiedlichen Spurflächenanteilen unterschiedlicher Befahrungsintensität existieren [3] und werden mittlerweile auch in der Praxis umgesetzt [14]. Satellitenbasierte Lenksysteme Für CTF werden präzise Lenksysteme mit einer Genauigkeit von +/– 2,5 cm benötigt. In der Vergangenheit teuer und kaum verbreitet, zieht die Technik mit stark sinkenden Preisen langsam auch in der Schweiz ein. Für Betriebe mit weniger Fläche bietet sich für die Arbeitsgänge Bodenbearbeitung und Aussaat die Zusammenarbeit mit Lohnunternehmern oder die Miete entsprechend ausgestatteter

Traktoren über den Maschinenring an. Alle Pflegearbeiten können dann auf den präzise angelegten Pflegefahrgassen ohne Lenksystem durchgeführt werden. Die ARTBerichte 659 und 756 liefern weitergehende Informationen [8; 10]. Niedriger Kontaktflächendruck Ein niedriger Kontaktflächendruck senkt das Risiko tief gehender und das Pflanzenwachstum limitierender Bodenverdichtungen. Im Tänikoner CTF-Feldversuch wurden alle bis zu gut 7 t schweren Traktoren konsequent mit 0,8 bar Reifendruck eingesetzt. Der Mähdrescher mit gut 11  t Leergewicht konnte bei voller Bunkernutzlast auf der Vorderachse mit 1,0 bar und auf der Hinterachse mit 1,2 bar gefahren werden. Die Fahrspurbildung lag nach drei Jahren Direktsaat mit 0,4 cm in den gering befahrenen Zonen und mit knapp 1 cm in den intensiv befahrenen Zonen im vernachlässigbaren Bereich. Pflanzenbaulich konnten die nicht und gering befahrenen Zonen nicht differenziert werden. Fokus auf Verfahren ohne und mit flacher Bearbeitung Eine mit Pflug und Grubber durchgeführte tiefe Boden­ lockerung zielt auf eine Behebung von tiefer gehenden Bodenverdichtungen. Mit einer bodenschonenden Bereifung sollten diese allerdings auch in den CTF-Fahrspuren weitestgehend vermieden werden können. Grundsätzlich sollte keine jährlich wiederkehrende tiefe Bodenbearbeitung mehr nötig sein. Generell verträgt sich Pflügen schlecht mit Fahrspuren, die permanent am selben Ort bleiben sollen. Durch das Wenden des Bodens verschieben sich die Fahrspuren in Richtung der unbefahrenen Fläche. Um dies zu vermeiden, pflügen holländische Bio-Gemüseanbaubetriebe je nach Kultur quer zur CTF-Fahrtrichtung. Es gibt dann keine unerwünschte Querverschiebung der befahrenen Fläche in Richtung unbefahrene Fläche und die Fahrspuren bleiben an ihrem Platz. «CTF-light» – Pragmatischer Kompromiss Die Frage, ob alle Arbeitsgänge von permanenten Fahrspuren aus erfolgen müssen, ist differenziert zu beurteilen. Flach oder nicht gelockerte Böden haben eine wesentlich höhere Tragfähigkeit als tief gelockerte Böden.

Dreschen

Pflegen

Säen

Konventionelle, zufällige Befahrung

Kontrollierte Befahrung CTF

Abb. 3, Links: in zufälliger Befahrung bewirtschaftetes Feld. Durch die breitere Spur und grössere Arbeitsbreite des Mähdreschers wird ein Grossteil der Fläche befahren. Rechts: australisches CTF-System mit einheitlichen Spurweiten und abgestimmtem Arbeitsbreiten. Der Befahrungsanteil ist mit 5–10 % gering, durch die schmalen Reifen kommt es aber zu starken Belastungen in den Fahrspuren. 74

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ART-Bericht 761 n Die Verfahren der Bodenbearbeitung und Saat sind bei trockenen, tragfähigen Bedingungen mit tiefem Kontaktflächendruck auf nicht verdichtungsgefährdeten Böden in der Regel unproblematisch. Pflanzenschutz und Düngung hingegen erfolgen öfter auch unter feuchteren Bodenbedingungen und erfordern viele Überfahrten. Pflegefahrgassen sind daher zum Teil stark verdichtet, damit aber auch tragfähiger. Bei der Grünlandbewirtschaftung sind Mähen, Zetten und Schwaden prinzipiell unkritisch. Die Anzahl der Überfahrten ist mit mehreren Schnitten pro Jahr jedoch um ein Vielfaches höher als im Ackerbau, und die Böden sind tendenziell feuchter. Besonders kritisch sind alle Arbeitsgänge, bei denen die Kontaktflächendrücke nicht an die aktuelle Bodentrag­ fähigkeit angepasst werden können. Dies sind vor allem Transport- und Erntefahrzeuge wie Mähdrescher, Grossballenpressen, Zuckerrübenvollernter, Häckselwagen und Güllewagen. Trotz bodenschonender Bereifung können sie aufgrund häufig zu hoher Achslast tiefer gehende Verdichtungen verursachen. Als pragmatischer Ansatz bietet sich an, im Ackerbau und Grünland Pflege- und Erntefahrgassen permanent festzulegen und sie möglichst für alle kritischen Arbeitsgänge unter weniger tragfähigen Bodenzuständen bei Ernte, organischer Düngung und Transport zu benutzen. Alle Arbeiten, die unter günstigen Bedingungen mit tiefen Kontaktflächendrücken erfolgen, können ohne Befahrungseinschränkungen durchgeführt werden. Ostdeutsche Betriebe setzen dieses «CTF-light»-System bereits ein [11]. CTF braucht Planung und konsequentes Umsetzen Generell bedingen CTF-Systeme eine sorgfältige Planung und Umsetzung in die Praxis. Bei allen Überfahrten ist überlegtes Handeln erforderlich. Versehentliche falsche Überfahrten würden den vorteilhaften Effekt einer langjährigen CTF-Bewirtschaftung mindern. Insbesondere beim Einbezug von fremden Fahrern (z. B. Lohnunternehmer oder im Rahmen der Nachbarschaftshilfe) ist eine sorgfältige Vorausplanung der Fahrspuren, Übergabe der Fahrspurkoordinaten und Instruktion der Beteiligten erforderlich.

CTF–Umsetzung in den Kulturen Abhängig von den angebauten Kulturen gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Mechanisierung auf ein CTF-System abzustimmen. Im Folgenden wurde auf Überlegungen von Chamen aufgebaut [3]. Für eine kompaktere Darstellung der Abbildungen wurden die Maschinen vereinfacht gezeichnet. Mähdruschkulturen Ein auf 3 m Grundarbeitsbreite basiertes CTF-Anbausystem lässt sich nur mit einem Fahrspuranteil von etwa 50 % realisieren. Für einen geringeren Spurflächenanteil muss die Grundarbeitsbreite erhöht werden. Bei einem CTF-Anbausystem mit 4,50 m Arbeitsbreite und der Nutzung von zwei Spurweiten beträgt der Spurflächenanteil mit 600 mm breiten Reifen etwa 27 %. Die Erntemaschine mit der breiten Spur fährt um eine halbe Arbeitsbreite versetzt auf den Traktorspuren. Bedingung dafür ist eine exakte Saat, was mit automatischen Lenksystemen gut möglich ist (Abb. 4). Ein geringerer Spurflächenanteil ist mit Standardmaschinen ohne Spuranpassung und ohne schmale Reifen kaum zu erreichen. Bei einer Arbeitsbreite von 6 m, 650 mm breiter Traktorbereifung und 800 mm breiter Mähdrescherbereifung kommt man auf 40 %, bei durchgängig 600 mm breiten Reifen auf 36 %. Bei 9 m Arbeitsbreite, 650 mm breiter Traktorbereifung und 800 mm breiter Mähdrescherbereifung kommt man noch auf etwa 27 % (Abb. 5). In allen Fällen erfolgen Pflegearbeiten wie Pflanzenschutz und Düngung mit einem ungeraden Vielfachen der Grundarbeitsbreite von der Pflegefahrgasse aus. Mais Ein CTF-Anbausystem mit 4,50 m Arbeitsbreite passt auch in den sechsreihigen Silomaisanbau. Bei variablem Reihenabstand können alle Reihen im unbefahrenen Bereich gelegt werden. Bezüglich des Überladens auf die Transportfahrzeuge gelten dieselben Regeln wie beim Häcksler­ einsatz im Dauergrünland beschrieben.

Dreschen / Transport

Pflege

Säen

Abb. 4: An europäische Verhältnisse angepasstes CTF-System mit Standardspurweiten, 4,50 m Arbeitsbreite und einem Spurflächenanteil von etwa 27 %. Die Erntemaschine fährt um eine halbe Breite versetzt auf den Traktorfahrspuren.

Abb. 5: CTF-System mit 6 m  Arbeitsbreite. Mit gemischter 600/800 mm breiter Bereifung beträgt der Fahrspuranteil 40 %, mit einheitlich 600 mm breiten Reifen 36 %.

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n ART-Bericht 761

Laden / Häckseln

Zetten / Schwaden

Mähen

Abb. 6: Traktorbasierte Kunstwiese, links mit 4,50 m Grundarbeitsbreite liegt der Spurflächenanteil bei etwa 27 %. Rechts mit 9 m sinkt der Spurflächenanteil auf 13 %. Kunstwiese Innerhalb einer CTF-Fruchtfolge lässt sich Kunstwiese auf zwei Arten in ein Anbausystem mit 4,50 m  Arbeitsbreite integrieren. Entweder beträgt die Mäharbeitsbreite 4,50 m oder 9  m. In beiden Fällen haben die nachfolgenden Arbeitsgänge eine Arbeitsbreite von 9 m. Mit 600 mm breiter Bereifung beträgt der Spurflächenanteil 27 % beziehungsweise 13 % (Abb. 6). Beim Häckslereinsatz muss das Futter mit einem Seitenschwader in die Häckslerfahrspur geschwadet werden. Die Arbeitsbreiten der Erntekette sind entsprechend abzustimmen (Abb. 7). Alternativ kann der Häcksler wie in Abb. 6, rechts, in einer Linie mit dem Mittelschwader fahren. Dies erhöht jedoch die Spurbreite und damit den Gesamtspurflächenanteil. Dauergrünland Auf Dauergrünland gibt es im Gegensatz zu Kunstwiese mehr Freiheitsgrade, da keine Bodenbearbeitung und Saat erfolgt. Somit lässt sich CTF dank der heute gängigen Arbeitsbreiten in der Grünlanderntekette recht einfach mit einem geringen Fahrspuranteil realisieren. Bei traktorgebundenen Ernteketten lässt sich bei einer 600 mm brei-

Abb. 7: Kunstwiese mit Häcksler. Das Futter wird mit einem Seitenschwader in der Häckslerfahrspur abgelegt.

ten Bereifung mit einer Front-Heck-Mähkombination mit 6  m, einem Kreiselheuer mit 6,8 m und einem Schwader mit 7,5 m ein Spurflächenanteil von 20 % realisieren (Abb. 8). Beim Einsatz einer Kombination mit drei Mähwerken und einer Arbeitsbreite von 9 m sinkt der Spurflächenanteil auf etwa 13 % (Abb. 6 rechts). Das Schwaden ist mit einem Grossschwader mit Mittenablage einfacher als mit Seitenablage. Der Abtransport gestaltet sich mit Ladewagen einfach. Beim Pressen muss ein Ballensammler eingesetzt werden, damit die Ballen ausserhalb des Feldes auf die Transportfahrzeuge geladen werden können. Werden Häcksler mit breiterer Spur und Bereifung eingesetzt (3,30-m-Aussenbreite), beträgt der Spurflächenanteil bei einer Arbeitsbreite von 9 m etwa 25 % (Abb. 9). Grössere Arbeitsbreiten, wie sie mit selbstfahrenden Grossflächenmähwerken und entsprechend abgestimmter Folgemechanisierung möglich sind, senken den Spurflächenanteil noch weiter. In der Regel fährt das Transportfahrzeug in naher Distanz parallel zum Häcksler. Unter CTF fährt das Transportfahrzeug auf der nächsten Spur und der Häcksler wirft das Erntegut über eine ganze Arbeitsbreite.

Laden / Häckseln

Schwaden

Mähen

Abb. 8: Traktorbasierte Grünlanderntekette mit FrontHeck-Mähwerk mit 6 m Arbeitsbreite. Die befahrene Fläche beträgt etwa 20 %.

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Abb. 9: Grünlanderntekette mit Häcksler (3,30 m  Aussenbreite). Bei 9 m Mähbreite beträgt der Spuranteil aufgrund der breiteren Fahrspuren etwa 25 %.


ART-Bericht 761 n Technisch ist dies möglich, eine optimale Beschickung des Transportfahrzeuges ist aber anspruchsvoll. Assistenzsysteme zur Steuerung des Auswurfkrümmers und Lenkungssteuerung des Transportfahrzeugs von der Erntemaschine aus können sinnvoll sein. Praxiserfahrungen aus Australien zeigen, dass das Beschicken von Anhängern den Fahrern unter CTF nicht schwerer fallen muss, da die Distanz zwischen Erntemaschine und Transportanhänger durch die Fahrspuren immer dieselbe ist. Der Fahrer des Transport­ anhängers muss sich nur noch auf die Distanz in Fahrtrichtung zwischen Ernte- und Transportfahrzeug konzentrieren [21]. In Dänemark fährt das Transportfahrzeug direkt hinter dem Häcksler, beziehungsweise der Häcksler zieht selbst den Anhänger. Rüben/Kartoffeln Im heute gängigen sechsreihigen Ernteverfahren von Rüben lässt sich lediglich ein CTF-Anbauverfahren mit drei Metern Arbeitsbreite realisieren. Der Spurflächenanteil beim Einsatz leichter, relativ schmal bereifter traktorgezogener oder selbstfahrender Köpfrodelader beträgt etwa 65 % (Abb. 10). Mit den am Markt verfügbaren neunreihigen Erntesystemen liesse sich theoretisch ein auf neun Reihen mit 50 cm Reihenabstand basierendes CTF-Anbausystem mit einer Arbeitsbreite von 4,50 m realisieren (Abb. 11). Bei den Erntemaschinen handelt es sich allerdings primär um schwere, selbstfahrende Köpfrodebunker mit gross- bis ganzflächig überrollender Bereifung. Neunreihige traktorgezogene Köpfrodelader mit einer Arbeitsbreite von 4,50 m sind nur in Ausnahmefällen verfügbar. Für den Kartoffelanbau gelten prinzipiell dieselben Überlegungen wie für den Rübenanbau. Heute verbreitete vierreihige Anbausysteme mit 75 cm  Reihenabstand und 3  m  Arbeitsbreite weisen einen Spurflächenanteil von 50–60 % auf. Für eine Einbindung von Rüben und Kartoffeln in CTF-Anbausysteme sind zwei Grundvarianten vorstellbar: 1. Die Erntetechnik für Rüben und Kartoffeln wird konsequent mit 4,50  m  Arbeitsbreite und entsprechenden Spurweiten und Reifenbreiten in das CTF-Anbausystem eingebunden. Angesichts der bestehenden Angebots­ palette und des ungebrochenen Trends zu immer leis-

tungsfähigeren Maschinen ist zu erwarten, dass solche Arbeitsbreiten mittelfristig in grösserer Vielfalt zur Verfügung stehen werden. Da die vom CTF-Anbausystem vorgegebenen Reifen-/Banddimensionen und der maximal tolerierte Kontaktflächendruck das Gesamtgewicht der nicht ganzflächig überrollenden Maschinen begrenzen, ist die Verwendung von grossvolumigen Bunkern eingeschränkt. Der Ernteguttransport auf dem Feld erfolgt absätzig wie beim Häckseln mit Transportfahrzeugen; der Überladevorgang ist jedoch komplexer, da das Erntegut nicht geworfen, sondern mit Bändern über weitere Strecken transportiert werden muss. Im Vergleich zu Bunkermaschinen mit Feldrandentladung nimmt der Logistikaufwand zu. 2. Die Erntetechnik für Rüben und Kartoffeln wird nicht in das CTF-Anbausystem eingebunden. Die Ernte erfolgt mit ganzflächig überrollenden Köpfrodebunkern ohne zusätzliche Feldtransportfahrzeuge. Die maximal tolerierten Kontaktflächendrücke, die zum Schutz der ansonsten unbefahrenen Flächenteile tendenziell niedriger als in der ersten Variante sind, begrenzen die maximalen Maschinengewichte und Schlaglängen. Ein solches Ausklammern einzelner Arbeitsgänge aus dem CTF-Fahrschema ist aus dem holländischen Gemüsebau unter der Bezeichnung «Seasonal CTF» bekannt. Untersuchungen zeigten, dass CTF in den dortigen Produktionssystemen auch dann vorteilhaft blieb [18]. CTF-Systeme lassen sich praxisnah umsetzen CTF-Systeme sind mit den heute zur Verfügung stehenden Standardmaschinen in vielen Bereichen realisierbar. Dauergrünland, Mähdruschfrüchte, Mais und Ackerfutterbau lassen sich relativ einfach mechanisieren. Im Grünland können mit Arbeitsbreiten ab 9 m Spurflächenanteile unter 15 % erreicht werden, auf dem Acker mit 4,5 m von etwa 27 %. Bei Rüben und Kartoffeln ist es aufgrund der derzeit primär auf 3 m Arbeitsbreite ausgelegten Erntetechnik nur schwierig möglich, ein CTF-Systeme zu installieren. Zum Erreichen geringer Fahrspuranteile müsste neben der Entwicklung von Erntetechnik mit grösserer Arbeitsbreite vor allem auch der Transport der grossen Erntemassen auf dem Feld bodenschonend gestaltet werden.

Ernte / Laden

Saat

Abb. 10: Sechsreihiges Rübenanbausystem mit Köpfrodelader. Bei 3 m Arbeitsbreite liegt der Spurflächenanteil bei etwa 65 %.

Abb. 11: Skizze eines neunreihigen Rübenanbausystems mit 4,50 m Arbeitsbreite und einem Spurflächenanteil von zirka 27 %. Der selbstfahrende Köpfrodelader müsste über 5,40 m überladen. 3 2013  Schweizer Landtechnik

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n ART-Bericht 761 Fazit Bei Controlled Traffic Farming werden mit satellitenbasierten Lenksystemen permanente Fahrspuren angelegt, die über die Jahre beibehalten werden. Der von den Pflegefahrgassen für Düngung und Pflanzenschutz bekannte Ansatz wird auf weitere Arbeitsgänge ausgedehnt. CTF vermindert die Risiken befahrungsinduzierter Bodenverdichtungen, senkt den Aufwand für Bodenbearbeitung und erhöht die Infiltration und Wasserspeicherung der Böden. Eine nachhaltig verbesserte Bodenstruktur ist Voraussetzung für ein aktives Bodenleben, vermindert die Bildung von Treibhausgasen wie Lachgas und fördert das Pflanzenwachstum durch leichter durchwurzelbare Böden. Damit erweitert CTF die Möglichkeiten der aktuellen Anbausysteme mit Minimalbodenbearbeitung und Direktsaat, die nicht mehr durch Bodenverdichtung begrenzt werden. CTF kombiniert mit anderen Massnahmen Zur Schonung der befahrenen Bereiche und zur Vermeidung der Rinnenbildung in den Fahrspuren sind CTF-Massnahmen zur Senkung des Kontaktflächendrucks sinnvoll. Dies beinhaltet vor allem die Verwendung von breiten Reifen mit niedrigem Reifendruck oder Raupenfahrwerken und eine Anpassung der Radlast an die aktuelle Bodentragfähigkeit. «CTF-light» – bei schweren Maschinen beginnen Permanente Fahrspuren zeigen vor allem bei schwereren Maschinen für Ernte und organische Düngung ihre Wirkung. Ein solches «CTF-light», bei dem feste Fahrspuren nur für schwere Fahrzeuge und Maschinen wie Güllefässer genutzt werden, könnte ein sinnvoller erster Schritt für eine CTF-Umsetzung sein. Alle Arbeiten, die unter günstigen Bedingungen mit geringem Verdichtungsrisiko und tiefen Kontaktflächendrücken erfolgen, könnten ohne Befahrungseinschränkungen durchgeführt werden. CTF bietet Potenzial Die Vorteile von CTF lassen sich nur mit einem zusätzlichen technischen und organisatorischen Aufwand nutzen. Im Hinblick auf steigende Energiekosten und den Umgang mit den negativen Auswirkungen des Klimawandels bietet die Umsetzung von CTF jedoch interessantes Potenzial. CTF im Internet • Schweiz: www.ctf-swiss.ch • Europa www.ctf-europe.eu • Kanada www.controlledtrafficfarming.org • Australien www.ctfsolutions.com.au www.precisionagriculture.com.au

Literaturnachweis [1] Chamen T., Alakukku L., Pires S., Sommer C., Spoor G., Tijink F. u. Weisskopf P., 2003: Prevention strategies for field traffic-induced subsoil compaction: a review. Part 2. Equipment and field practices. Soil-and-Tillage-Research. 2003; 73(1/2): 161–174. [2] Chamen T., 2006: Controlled traffic farming: literature 78

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