Schweizer Landtechnik 02/2016

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Schweizer Landtechnik

Februar 2016

GÜLLETECHNIK Systeme für die Gülleeinarbeitung Bodenleitungen für den Gülletransport Fahrbericht «Kubota M7131 K-VT» Saisonstart bei Agrartechnikmuseen


Marco Hutter

Extreme Standsicherheit und enorm wendig!

Die Kramer 8er-Serie Vielfalt und Leistung in der Landwirtschaft: Hof-, Telerad- und Teleskoplader von Kramer. Für jeden Einsatz und Bedarf gibt es den optimalen Kramer und das perfekte Anbauwerkzeug. Denn diese Kombination macht jeden Kramer zu einem echten «Allesschaffer».

AGRAR Landtechnik AG Hauptstrasse 68 CH-8362 Balterswil info@agrar-landtechnik.ch www.agrar-landtechnik.ch

1713 ST. ANTONI, GABAG Landmaschinen AG 2575 HAGNECK, Dubler Agrar Service 3148 LANZENHÄUSERN, Staudenmann AG 3179 KRIECHENWIL, Hämmerli AgroTech AG 3232 INS, GVS Agrar Ins AG 3253 SCHNOTTWIL, Kunz Landtechnik AG 3365 GRASSWIL, LMG Landmaschinen AG Grasswil 3368 BLEIENBACH, Schär Landtechnik AG 3421 LYSSACH, Mathys Landtechnik GmbH 3647 REUTIGEN, Burger Reutigen AG 3665 WATTENWIL, Wenger Paul 4147 ANGENSTEIN/AESCH, Brunner Daniel 4624 HÄRKINGEN, Studer & Krähenbühl AG 5054 KIRCHLEERAU, Roos Peter AG 5322 KOBLENZ, GVS Fried AG 5502 HUNZENSCHWIL, Odermatt Landmaschinen AG 5634 MERENSCHWAND, Bucher Agrotechnik AG

6130 WILLISAU, Kronenberg Hans 6163 EBNET, Heiniger Landtechnik AG 6210 SURSEE, Paul Furrer AG 6289 HÄMIKON, Bucher Agrotechnik AG 7205 ZIZERS, Kohler Landmaschinen AG 8193 EGLISAU, Landmaschinenstation Eglisau AG 8214 GÄCHLINGEN, GVS Agrar AG 8468 GUNTALINGEN, Heller Baumasch. & Landtechnik GmbH 8505 DETTIGHOFEN, Roth H. + E. AG 8587 OBERAACH, Jakob Hofer AG 8618 OETWIL AM SEE, Rüegsegger AG 8834 SCHINDELLEGI, Schuler Handels und Vertriebs AG 8934 KNONAU, Hausheer & Sidler Landmaschinen AG 9249 ALGETSHAUSEN, Traber Landmaschinenbetrieb AG 9445 REBSTEIN, Maschinencenter Rebstein AG 9548 MATZINGEN, Schneider Landmaschinen AG 9556 AFFELTRANGEN, Märla AG


Editorial • Inhalt Februar 2016   ■

■ Aktuelles 4

Editorial

Kurzmeldungen

■ Markt

Roman Engeler

8 10

JCB organisiert Vertrieb in der Schweiz neu SLV mit neuem Rücknahme-System

Schwerpunkt Gülletechnik

12 18 22 24 30 32 36

Gülle rasch und verlustlos einarbeiten Allgemeine Trends bei Gülletechnik Gülletechnik 4.0 Gülletechnik für die Wiese Funken um die Ecke Gülle sicher durch den Boden leiten Auslastung als Erfolgsrezept

Gülletechnik

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■ Impression 38 42 46

Fahrbericht «Kubota M7131 K-VT» «BSS 10+»-Ladungssicherungssystem von Beck Folien- versus Netzbindung bei Rundballen

Dass es beim Ausbringen nicht ganz ohne Emissionen geht, liegt in der Natur der Sache. Die Landwirtschaft hat in den letzten Jahren, unterstützt durch Anreizprogramme von Bund und Kantonen, aber grosse Anstrengungen unternommen, diese Emissionen so gering wie möglich zu halten. So wurde in entsprechende Techniken investiert, und die bekannten Grundregeln für den korrekten Gülleaustrag werden heute in der Praxis noch konsequenter als bisher angewandt.

■ Wissen 50

«AEF» hat neue Ziele im Visier

■ Management 52 56

Maschinengemeinschaft als GmbH Die pauschale Verkehrsabgabe

52

■ Sicherheit 57

Sicher unterwegs auf Strasse und Wiese

■ Plattform 58 60 61

«Agrovina»: Ein Messebijou im Wallis Publikumsmagnet «Tier & Technik» Lohnunternehmermodul: gerüstet in die Zukunft

■ Passion 62

Das Schwerpunktthema dieser Ausgabe der Schweizer Landtechnik widmet sich der Gülletechnik – ein sowohl landtechnisch wie auch agrar- oder umweltpolitisch eigentlich permanent aktuelles Thema. Als betriebseigener Dünger ist die Gülle ein Beispiel für den geschlossenen und nachhaltigen Nährstoffkreislauf.

Agrartechnikmuseen Burgrain und Chiblins

■ SVLT

Dass als Folge dieser Anstrengungen der Bund die zulässige Menge der mit Schleppschlauch ausgetragenen Hofdünger um bis zu 10 % reduzierte, sorgte bei den Landwirten für verständlichen Unmut. Der Argumentation, dass durch die angewandte Schleppschlauchtechnik weniger Stickstoff in die Luft entweiche und deshalb mehr in den Boden gelange, konnten viele nicht folgen, erhoffte man sich doch dank dieser besseren Effizienz beim Güllen einen Mehrertrag auf den Feldern. Neuste Untersuchungen zeigen nun, dass sowohl Ertrag als auch die botanische Zusammensetzung wenig bis gar nicht durch die Ausbringtechnik der Gülle beeinflusst werden. Da könnte man fast zum Fazit gelangen: «Ausser Spesen nichts gewesen.»

64 GV-Berichte der Sektionen SH, SO, VD, ZG, VS und GE 67 St. Galler Sektionspräsident im Porträt 68 Sektionsnachrichten 71 Impressum

www.youtube.com/ agrartechnikCH Investitionen in die Gülletechnik – gefragt sind Modelle der überbetrieblichen Mechanisierung. Bild Ruedi Hunger.

www.facebook.com/ CHLandtechnik

Ausgabe Nr. 3 erscheint am 17. März 2016

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n  Aktuelles

In Kürze ■  Jan-Hendrik Mohr, Mitglied der ClaasKonzernleitung, übernimmt per 1. April die Verantwortung für das Geschäftsfeld «Getreideernte». Seinen bisherigen Bereich «Vertrieb und Marketing» verantwortet nun Bernd Ludewig. ■  An rund 200 geselligen Gewinnausschüttungsanlässen zahlte die genossenschaftliche Emmental-Versicherung im vergangenen Jahr insgesamt über 10 Mio. Fr. an ihre 56 000 Kunden zurück. ■  Gemäss einer Befragung der Zeitschrift «Lohnunternehmen» wird 2016 in Deutschland jeder vierte Lohnunternehmer in ­Ballenpressen investieren. ■  In einem schwierigen Marktumfeld hat Lemken im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 327 Mio. Euro (– 4,7 %) erzielt. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 30 auf 1307. ■ Reifenhersteller Michelin hat eine App entwickelt, die blitzschnell den optimalen Luftdruck für Traktorreifen berechnen kann. ■  Die AEF-Zertifizierung wird zur Erfolgs­ geschichte: Über 100 Kunden konnte ­ das Isobus Test-Center in Osnabrück im ­vergangenen Jahr zur Zertifizierung will­ kommen heissen. ■  Agco hat 2015 die Krise der Branche ­ zu spüren bekommen und einen Umsatzrückgang um 23,2 % auf 7,5 Mrd. US-Dollar ­hinnehmen müssen. Der Nettogewinn sank auf 264 Mio. US-Dollar (Vorjahr: 404 Mio. US-Dollar). ■  Die Reifen «Traxion+» und «TraxionXXL» von Vredestein wurden vom Prüfungs- und Forschungsinstitut der DLG umfassend getestet und mit dem Prüfzeichen «DLG-anerkannt» ausgezeichnet. ■  Manitou schliesst das vergangene Jahr ­­mit einem Umsatz von 1,287 Mrd. Euro ab, was einer Zunahme von 3 % gegenüber 2014 entspricht. Für 2016 erwartet der französische Konzern ein ähnliches Umsatzwachstum. ■  Als «bemerkenswert gut» angesichts der Rahmenbedingungen bezeichnet Kuhn den 2015 erreichten Nettoumsatz von 1,068 Mrd. Fr. (– 15,3 %). ■  Keine Eile hat man bei Case IH, dem Trend zum Fullliner zu folgen. Angesprochen auf die fehlende Exklusivität im Handel, sagte Andreas Klauser, Chef von CNH Industrial, im Interview mit der Zeitschrift «Lohnunternehmen», man wolle dem Handel Freiräume offenhalten, um - entsprechend ­ regionaler und individueller Anforderungen - Maschinen frei anbieten zu können.

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Update bei Teleskopladern Massey Ferguson hat seine TeleskopladerBaureihe «MF 9000» einem Facelifting unterzogen. Die insgesamt vier Modelle erreichen Hubhöhen von 5,8 bis 7 m, können Lasten von 3 bis 3,5 t heben und sind mit 4-Zylinder-Motoren im Leistungsbereich von 100 bis 122 PS ausgestattet. Sicherheitstechnisch interessant ist die tiefere Anlenkung des Teleskoparms, die mit der neuen Kabinenform für eine bessere Sicht sorgen soll. Der digitale Bildschirm auf dem Armaturenbrett zeigt Informa­tionen wie maximalen Hydraulikfluss, ­Arbeitsstunden, Fahrzeuggeschwindigkeit und Motordrehzahl, Nei-

gungswinkel des Auslegers sowie Einstellungen zur Arbeitshydraulik. Das Smart-Handling-System ermöglicht es dem Fahrer, über das Anzeigemenü den maximal verfügbaren Hydraulikfluss zu begrenzen. Durch die Reduktion des maximalen Durchflusses lassen sich Ladegeschwindigkeiten auf die jeweilige Arbeit abstimmen. Eine weitere Innovation ist der neue Eco-Modus, der über einen Schalter in der Kabine aktiviert wird und den Ölfluss sowie die Motordrehzahl reduziert, um den Kraftstoffverbrauch zu verringern. Für den Fahrantrieb sorgt ein 2-stufiges, hydro­statisches Getriebe.

Futtereffizienz verbessern Lely hat das Managementprogramm des automatischen Fütterungssystems «Vector» insofern verbessert, als die neueste Version des Systems «T4C» nun Berichte bereitstellt, die einen umfassenderen Einblick in das Verhältnis zwischen Futterkosten und Milchleistung (oder Fleischproduktion) bieten. Diese Informationen, die dem Landwirt in Echtzeit zur Verfügung stehen, sollen letztlich eine bessere Kontrolle über den gesamten Fütterungsprozess ermöglichen.


Aktuelles   n

«Agri-Messe» Thun Vom 3. bis 6. März findet die von der Schweizerischen Agrotechnischen Vereinigung (SAV) organisierte «Agri-Messe» auf dem Messegelände der ThunExpo statt. Die Messe ist von 9 bis 17 Uhr geöff­net; ab dem Bahnhof Thun gibt­­ es einen Gratispark-and-ride-Bus. Über 190 Aussteller werden zugegen sein und ihre Produkte und Dienstleistungen mit Schwerpunkt Berglandwirtschaft und -technik präsentieren.

Traditionell wird die «Agri-Messe» in Thun mit dem Abschneiden eines Holzstücks eröffnet.

Jederzeit und überall

Neue Generation Mit der Serie «SelfLine 4.0» bringt Siloking eine neue Generation von selbst fahrenden Futtermischwagen mit Fassungsvermögen von 12 bis 22 m3 auf den Markt. Die Maschinen werden von Volvo-Motoren mit Leistungen von 143 bis 218 PS angetrieben. Sämtliche Komponenten von der Entnahmefräse bis zur Mischeinheit sind hydraulisch betrieben, wobei die Hydraulik von Bosch Rexroth mit einem technisch ausgefeilten Rücklauffiltersystem ausgestattet ist, das den Gesamtbedarf an Öl um 20 % senkt. Die neu gestaltete Kabine weist einen luftgefederten Sitz mit integrierter Multifunktionsarmlehne auf, und eine LED-Licht-Leiste im Dachgitter sorgt für die optimale Ausleuchtung des Arbeitsbereichs in einem Umkreis von 3 m.

Der belgische Landtechnikhersteller ­Joskin hat die Informationen und Handbücher zu seinen Produkten überarbeitet. Ab sofort wird jede Maschine mit einem personalisiertem Benutzerhandbuch ausgeliefert, das lediglich rele­ vante Informationen für das betroffene Fahrzeug enthält und dem Endkunden zur schnellen und einfachen Inbetriebnahme dienen soll. Zur weiteren Ver­ besserung des Kundendienstes wurde zudem die Dokumentationsplattform «EasyTech» entwickelt. Parallel zu «Easy­

Parts», die für Online-Ersatzteilbestellungen bestimmt ist, bietet «EasyTech» die Möglichkeit, auf die Informationen jederzeit und von überall her mittels eines PCs, Tablets oder Smartphones­ zuzugreifen. Die Dokumentation umfasst unter anderem die Hydraulik- und Schaltpläne für die Maschinen und andere Geräte, die Inbetriebnahme- und Instandhaltungsunterlagen, die Benutzerhandbücher sowie die Montage­ pläne, didaktische Videos oder dreidimensionale Abbildungen.

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n  Aktuelles

Ballenhandling live Der Schweizer McHale-Importeur ABM Maschinen aus Huttwil BE stellte einem interessierten Publikum in Trachslau SZ die Produktpalette rund ums Handling von S­ iloballen vor. Im Zentrum stand der Ballen­ auflöser und Strohverteiler McHale «C460» (Bild), der seit zwei Jahren auf dem Markt erhältlich ist. Die Maschine ist mit einem zweistufigen Getriebe (540 oder 280 U / min) ausgestattet, sodass die Eingangsdrehzahl und die damit verbundene Wurfgeschwindigkeit dem jeweiligen Material angepasst werden können. Das Auswurfrohr lässt sich um 300° drehen, so dass nach rechts mit einer Wurfweite bis zu 18 m und nach links miteiner solchen von bis zu 13 m verteilt werden kann. Weiter zeigte ABM Maschinen auch verschiedene Ballenzangen und Rundballengabeln sowie die wieder in Mode kommenden Ballenzerteiler aus dem Hause McHale im praktischen Einsatz.

Wirtschaftlich und professionell Kuhn propagiert die Feldspritzenmodelle vom Typ «Optis» mit Gestängebreiten­ ­von 12 bis 15 m – für Spezialfälle sogar ­ab 2 m – und Behälterinhalten von 600 bis 1200 l auch für den innerbetrieblichen Einsatz. Die Gestänge sind mit einem mechanischen Hangausgleich und mit einer mechanischen Höhenverstellung ausgerüstet. Die Gestän­ ge­ klappung erfolgt von Hand, wobei optional auch eine hydraulische Höhenverstellung und ein hydraulischer Hangausgleich erhältlich sind. Diese Anbauspritze kann mit einer

einfachen Gleichdruckarmatur ausge­ rüstet werden. Für die Ausbringung mittels Traktoren mit geschlossener Kabine steht wahlweise eine elektrische Teilbreitenschaltung oder ein Spritzcomputer mit proportionaler Ausbringmenge zur Verfügung. Das Leergewicht der «Optis» beträgt zwischen 360 und 470 kg und eignet sich für Traktoren ab 40 PS. Für den überbetrieblichen Einsatz hat Kuhn weiterhin die Serien «Deltis» und «Altis» mit Gestängebreiten von 15 bis 27 m im Programm.

Leiser mit Güttler Leiser Maschinen und Fahrzeuge zeigt den Besuchern der diesjährigen «Tier & Technik» in St. Gallen (Halle 10, Stand 10.05) erstmals die Systemgeräte von Güttler zur Grünlandverbesserung und für den Ackerbau. Als Highlight wird die «Supermaxx»Grossfederzahnegge des Bodenbearbeitungsspezialisten in der Komplettausrüstung mit «Rollfix»Nachläufer und Sägerät ausgestellt. Weiter ist die Übersaatmaschine «GreenMaster» zu sehen, die sich zur Grünlandpflege und im Ackerbau einsetzen lässt.

Winzling ganz gross Mit dem «Skidsteer» erweitert Hersteller Giant die aktuelle Produkt­ palette der Radlader und Teleskopen. Aufgrund der vielen Anfragen sei zwar bekannt gewesen, dass in der Landwirtschaft eine grosse Nachfrage für diese Maschine existiere, heisst es beim Hersteller. «Die Bestellungen in Europa übertrafen dennoch alle Erwartungen.» Der «Skidsteer», den es in drei Grössen mit Leistungen von 21 bis 26 PS und Gewichten von 750 bis 810 kg gibt, werde nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch im Bau, im Gartenbau und sogar im Privatsektor gut verkauft.

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Aktuelles   n

«Maximo Dynamic Plus» Der Schweizer Grammer-Importeur Oscar Fäh präsentiert an der «Tier&Technik» in St.  Gallen den schon­ mehr­­mals beschriebenen, innovativen Traktor-Komfortfahrersitz «Maximo Dynamic Plus» mit adaptiver Rückenunterstützung «Dualmotion» live im Einsatz. Im Traktor muss man sich häufig nach hinten umdrehen, um Anbaugeräte am Heck zu beobachten, und verharrt oftmals lange Zeit so, mit entsprechenden gesundheitlich negativen Auswirkungen. Mit «Dualmotion» passt sich der obere Teil der Rückenlehne beim Drehen automatisch an die Haltung des Fahrers an. Erstmals ist somit ein System auf dem Markt, mit dem der Fahrer während des Beobachtens der Anbaugeräte am Heck durch den Sitz abgestützt wird. Die Belastung infolge der Zwangshaltung lässt sich auf diese Weise minimieren. Für die komfor­table Benutzung wurde ganz

bewusst auf die Installation eines zusätzlichen Bedienelementes verzichtet. Weiter ver­ fügt der Sitz über Komfortfunk­tionen wie eine niederfrequente Luftfederung mit dem Dämpfungssys­ tem «Dynamic Damping System», eine Seitenhorizontalfederung, eine Längshorizontal­ federung, einen Dreh­adapter und eine zweistufige Sitzheizung.

SMSWET TBEWERB Jeden Monat verlost die Schweizer Landtechnik in Partnerschaft mit einem Landmaschinenhändler ein attraktives Traktorenmodell.

In dieser Ausgabe ist es ein Fendt «724 Vario» von Siku im Massstab 1:32.

Schreiben Sie eine SMS (Fr. 1.–) mit SVLT-Name Adresse an die Nummer 880 und gewinnen Sie mit etwas Glück dieses Modell des Traktors Case IH «Magnum 340». Der glückliche Gewinner des Modells Case IH «Magnum 340», das in der Januar-Ausgabe der «Schweizer Landtechnik» zur Verlosung ausgeschrieben wurde, heisst Felix Meier und kommt aus Dintikon AG.

Rundumerneuerung bei Landini

Aebi beim Weltcup Bei der Pistenvorbereitung für die Weltcuprennen in Adelboden kam auch ein Hanggeräteträger von Typ Aebi «TT280» mit Überkopfwinde und Raupenfahr­werk zum Einsatz. Die Spezialität dieses 109 PS starken Fahrzeugs ist, dass dank Absicherung mit einer Überkopfwinde (500  m Seillänge, 4 t Zugkraft) und dem 2,40 m breiten Keilschneepflug selbst die steilsten Abschnitte des berühmt-berüchtigten «Kuonisberglis» vom dann letztlich doch zu viel vorhandenen Schnee befreit werden konnten. Mit dem allradgelenkten Raupenfahrwerk erfolgte diese Schneeräumung schonend für die bereits präparierte Piste.

Die Argo-Gruppe nutzte die Ausstellung «Fieragricola» im italienischen Verona, um die erneuerte Produktpalette der Landini-Traktoren zu präsentieren. Die Serie «4D» im Leistungsbereich von 60 bis 80 PS mit Motoren von Perkins (75 PS) oder Deutz und mit 2- und 4-Rad-Antrieb gibt es vorerst in Plattformausführung; später soll dann auch eine neue Kabine für diese Modelle verfügbar sein. Mit gleicher Motorisierung, aber mit mehr und besseren Möglichkeiten punkto Hydraulik und Getriebe in einer Art «Premium»-Ausführung gibt es die Serie «4». Mit neuen Kabinen – analog zur Serie «4» – wird die Baureihe «5H» ausgestattet. Zudem gibt es bei diesen Modellen nun bis zu drei Zusatzsteuergeräte. Zum oberen Segment gehören die drei Modelle «6L» mit 143, 163 und 176 PS (Bild), für die nun eine gefederte Vorderachse verfügbar ist. Die Kabine wurde sowohl aussen als auch innen neu konzipiert. Zudem vereinfachen nun schwenkbare Kühler den Wartungszugang unter der Motorhaube.

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n  Markt

JCB organisiert sich neu Serco Landtechnik in Oberbipp übernimmt den Vertrieb der Sparte «Landwirtschaft» des britischen Herstellers JCB und gründet dazu einen neuen Geschäftsbereich mit der Bezeichnung «JCB Agri Schweiz». Roman Engeler

Die Produktpalette von JCB Agri Schweiz umfasst Kompaktteleskoplader, Teleskoplader, Geländestapler, Kompakt- und Radlader sowie den Geräteträger «Fastrac». Bilder: zvg

Die Firma JCB wurde 1945 von Joseph Cyril Bamford (JCB) im englischen Uttoxeter gegründet, ist heute eines der grössten Privatunternehmen Englands und weltweit eine der führenden Herstellerinnen von Bau- und Landmaschinen. Insbesondere ist JCB bekannt für seine zuverlässigen Baggerlader, stammt doch weltweit einer von zwei Baggerladern aus dem Hause JCB. Das Unternehmen verfügt heute über 22 Produktionsstandorte auf vier Kontinenten und beschäftigt weltweit mehr als 10 000 Mitarbeitende.

Serco Landtechnik, ein Tochterunternehmen der fenaco, ist bekannt als Schweizer Vertriebspartner von Claas. Für die neue Marke hat Serco Landtechnik bereits auf den 1. Januar 2016 einen ei­ genen Geschäftsbereich mit dem Namen «JCB Agri Schweiz» geschaffen (www.jcbagri.ch). Damit will man möglichen Konflikten mit den anderen Produkten im umfangreichen Vertriebsprogramm vorbeugen und für JCB einen eigenen Kanal mit eigener Identität schaffen.

Unabhängiges Vertriebsnetz Neuorganisation Nun baut JCB den Vertrieb der Sparte «Landwirtschaft» in der Schweiz sowie im angrenzenden Fürstentum Liechtenstein um und wechselt vom bisherigen Im­ porteur Carl Heusser AG (Cham ZG), der sich strategisch neu aufgestellt hat, zu Serco Landtechnik AG in Oberbipp BE. 8

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JCB Agri Schweiz hat ein unabhängiges Vertriebsnetz mit regionalen Händlern (JCB-Center) für den Vertrieb und den Service der Produktepalette von JCB Agricul­ ture aufgebaut. «Mit JCB Agri Schweiz und den regionalen Centern haben wir die Partner gefunden, die unseren Kunden dank ihrer langjährigen Er-

fahrung auf dem Gebiet Landmaschinen und Anbaugeräte in Zukunft einen professionellen Service bieten werden», betont Steve Smith, europäischer Verkaufsdirektor bei JCB. Die Produktpalette von JCB Agriculture umfasst Kompaktteleskoplader, Te­ leskoplader, Geländestapler, Kompakt- und Radlader, sowie den Geräteträger «Fastrac». «Mit diesem Schritt bauten wir das An­ gebot an Produkten und Dienstleistungen für eine produzierende Landwirtschaft weiter aus», betont Urs Ledermann, de­ signierter Verkaufsleiter von JCB Agri Schweiz. Der Vertrieb erfolge ausschliesslich über die sechs regionalen Center,­ die ihrerseits in den Bereichen Kundendienst, Ersatzteilservice sowie Aus- und Weiter­ bildung vom grossen Know-how ­von Serco Landtechnik profitieren können. Ledermann freut sich schon jetzt auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den re-


Markt   n

gionalen JCB-Centern, wie er gegenüber der Schweizer Landtechnik betont.

Sechs regionale Händler Die offiziellen Vertriebspartner sind die folgenden regionalen JCB-Center: –  Brülisauer Landmaschinen GmbH, Eichberg SG

–  Kurmann Technik AG, Ruswil LU –  Hilzinger AG, Frauenfeld TG –  Käser Agrotechnik AG, Hindelbank BE –  Umatec, Estavayer-le-Lac FR –  Umatec, Alle JU

«Nie zufrieden» Das Motto des JCB-Gründers Joseph Cyril

Bamford lautete «jamais content» (nie zufrieden) und soll auch voll und ganz auf die Verantwortlichen der regionalen JCBCenter zutreffen. Urs Ledermann dazu: «Wir sind nie zufrieden und suchen immer nach Verbesserungen, sodass unsere Kunden mit ihren Maschinen einen echten Mehrwert haben werden.»  n

«Ideale Ergänzung» Für Werner Berger, Geschäftsleitungsvorsitzender von Serco Landtechnik, ist der Vertrieb von JCB eine ideale Ergänzung zum bestehenden Produktprogramm, wie er im nachfolgenden Interview erklärt. Schweizer Landtechnik: Serco Landtechnik übernimmt den Vertrieb der Landmaschinensparte des englischen Herstellers JCB. Was waren Ihre Beweggründe für diesen Schritt? Werner Berger: JCB ist auf uns zugekommen, weil sie einen neuen Importeur suchten. JCB wollte wie in andern Ländern den Vertrieb der Sparten Landwirtschaft und Bau trennen. Serco Landtechnik war bisher der einzige grosse Schweizer Landtechnikimporteur, der über kein komplettes Sortiment im Bereich der Teleskop-, Hof- ­und Radlader verfügte. Diese Lücke können wir jetzt mit JCB schliessen. Mit der Marke «Claas» haben Sie bereits Traktoren und Lade­ fahrzeuge im Angebot. Gibt es da nicht Konflikte, zumal C ­ laas stets Exklusivität im Handel mit den Vertriebs­ partnern fordert? Claas war von Anfang an in diesen Prozess involviert. Die Sortimentsüberschneidung beschränkt sich auf Teleskoplader mit mehr als 6 m Reichweite. Den Exklusivitätsanspruch von Claas nehmen wir nicht nur sehr ernst, sondern leben ihn auch vor. Deshalb haben wir uns entschlossen, ein von Claas getrenntes Vertriebsnetz für die Schweiz aufzubauen. Wie ergänzen sich diese beiden Marken? Das Produktportfolio von JCB umfasst ein breites Sortiment von Fahrzeugen, die Claas nicht anbietet. Somit ergänzen sich Claas und JCB ideal. Sie starten nun mit sechs regionalen ­ JCB-Centern als offiziellen Vertriebspartnern. Ist die Zahl dieser Vertriebspartner und ihre geo­

grafische Lage ausreichend, oder wollen Sie künftig noch weitere Händler dazugewinnen? Wir wählten für den Aufbau des JCB-Vertriebsnetzes bewusst einen neuen Ansatz. So haben wir nicht nur die Potenziale der einzelnen Gebiete ermittelt, sondern auch eine Art «Casting» mit Händlerkandidaten durchgeführt. Die JCB-Vertriebspartner, die nun den Zuschlag erhalten haben, sind alle professionell organisiert, verfügen über genügend sowie bestens ausgebildetes Personal und sind in der Lage, ihren Kunden jederzeit den nötigen Support zu gewährleisten. Mit den sechs regionalen JCB-Centern ist die Schweiz ideal abgedeckt. Es steht diesen jedoch frei, mit weiteren, sogenannten B-Händlern zusammenzuarbeiten. Was ändert sich nach dieser Neuorganisation des JCB Vertriebs für die bisherigen JCB-Kunden in der Schweiz? Die Kunden werden neu über klar definierte Ansprechpartner in allen Regionen der Schweiz, alles führende Landtechnikfirmen, betreut. Geschultes Personal, ein für die Landwirtschaft angepasstes Dienstleistungsangebot mit Ersatzteilservice und Bereitschaftsdienst auch an Wochenenden: Davon werden die Kunden profitieren können. JCB baut mit dem «Fastrac» bezüglich Fahrgeschwindigkeit ­ und Vollfederung einen etwas anderen Traktor. Wo sehen Sie für dieses Fahrzeug Potenzial in der Schweiz? Das Potenzial des Geräteträgers «Fastrac» ist in der Schweiz überschaubar und beschränkt sich auf Spezialanwendungen, insbesondere im kommunalen Bereich, jedoch kaum in der Landwirtschaft. Welche Erwartungen verbinden Sie generell mit der Marke JCB? Wie es Mister JCB, Joseph Cyril Bamford, einst sagte: «jamais content». So sehen wir in JCB eine Marke von hoher Professionalität, die immer auf der Suche ist, sich zu verbessern, um so ihren Kunden den grösstmöglichen Nutzen zu bieten. Was konkrete Stückzahlen angeht, so ist es in diesem Zeitpunkt noch zu früh für konkrete Aussagen.

Interview: Roman Engeler

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n  Markt

Neues Bewertungstool An ihrer Jahresversammlung wurden die Mitglieder des Schweizerischen Landmaschinen-Verbands über ein neues Bewertungstool für einzutauschende Maschinen informiert. Die Agrama wird künftig auch die Sparte «Forsttechnik» umfassen. Roman Engeler ment war bisher auf traktorengetriebene Forstmaschinen beschränkt und soll nun ausgedehnt werden, allerdings ohne die selbstfahrenden Spezialmaschinen. Man komme so dem Wunsch vieler Aussteller und auch Besucher entgegen, und diese Entscheidung, so Stähli, sei auch keine Kampfansage an die ebenfalls im Zweijahresrhythmus stattfindende Forstmesse in Luzern.

Schwieriges Marktumfeld

SLV-Präsident Jürg Minger (l) und Geschäftsführer Pierre-Alain Rom.

Der Schweizerische Landmaschinen-Verband (SLV) hat für seine Mitglieder mit der Onlineplattform «Lectura» einen Rahmenvertrag abgeschlossen. Damit, so orientierte SLV-Vorstandsmitglied Daniel Bernhard an der Jahresversammlung des Verbands, wolle man das Problem der korrekten Bewertung von einzutauschenden Maschinen besser in den Griff bekommen. Heute arbeitet man beim SLV mit einer jährlich neu aufgelegten Rücknahmepreisliste in gedruckter Form, mit der man aber kaum auf kurzfristige Schwankungen reagieren kann. Abhilfe soll nun ein Internettool schaffen. «Lectura» ist eine Plattform, die sich auf die Bewertung von Maschinen spezialisiert hat. Die Plattform verfügt über eine umfassende Datenbank von Maschinen (nicht nur Traktoren) mit Angaben zu den 10

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Bild: Roman Engeler

technischen Daten, Neupreisen und den im Handel gebotenen Preisen für Gebrauchtmaschinen. Mit wenigen einzugebenden Werten erhält der Anwender einen Richtpreis, der als Grundlage für ein einzutauschendes Gerät dienlich ist. Dank dem nun abgeschlossenen Rahmenvertrag können die SLV-Mitglieder Jahreslizenzen für dieses Tool zu günstigen Konditionen beantragen.

Agrama mit Forsttechnik Agrama-Präsident Christian Stähli informierte über die nächste Agrama, die vom 24. bis 28.  November in Bern über die Bühne gehen wird. Die Vorbereitungen für dieses landtechnische Grossereignis würden auf Hochtouren laufen, und als wesentliche Neuerung gäbe es mehr Forsttechnik zu sehen. Dieses Maschinenseg-

In seinem Eröffnungsvotum zur 76. Mitgliederversammlung ging SLV-Präsident Jürg Minger auf das schwierige Marktumfeld für die Landtechnik in Europa und der Schweiz ein. Die Aufhebung des Euromindestkurses habe die Branche ziemlich geschockt, meinte Minger und führte weiter aus, dass das Szenario wohl noch nicht ganz abgeschlossen sei. «Während der letzten fünf Jahre sind die weltweit sechs grössten Hersteller stark gewachsen», führte Minger weiter aus. Sie würden laufend mehr Druck auf die Händler ausüben, sich zusammenzuschliessen, um noch effizienter zu werden. Diesen Druck würden auch die Schweizer Händler zu spüren bekommen, glaubt Minger. Die vom europäischen Herstellerverband Cema laufend ermittelte Konjunkturkurve zeige nach einigen Jahren des Abwärtstrends nun wieder nach oben. «Die Megatrends sind weiterhin vorhanden, sodass die mittel- und langfristigen Aussichten für die Landtechnikindustrie sicher nicht ungünstig sind», analysierte Minger. Die ordentlichen Traktanden der Jahresversammlung waren rasch abgehandelt. Die Jahresrechnung schloss mit einem Gewinn von rund 15 000 Fr. ab, während das Budget für das laufende Jahr mit einem Verlust von gut 20 000 Fr. rechnet. Aus dem Vorstand traten Jean-Pierre Stauffer (Stauffer SA) und Adrian Schürch (Robert Aebi AG) zurück. Während der Sitz von Schürch vorerst nicht besetzt wird, wählte die Versammlung für Stauffer neu Joël Petermann (Alphatec SA) ins Führungsgremium.  n


Mitas AirCell – DLG Gold für Innovation bei Reifendrucksystemen (entwickelt in Zusammenarbeit mit AGCO/Fendt)

Teamwork JEDER VIERTE FÄHRT AUF REIFEN VON MITAS Was zeichnet eine gute Partnerscha� aus? Die Antwort geben führende Landmaschinenhersteller, die seit langem auf Mitas vertrauen. Unsere Verlässlichkeit als europäischer Lieferant von Landwirtscha�sreifen und unser Teamgedanke bei der Entwicklung und Produktion unserer Reifen wurden bereits mehrfach ausgezeichnet. Darauf sind wir stolz, und wir arbeiten daran, dass das auch in Zukun� so bleibt.

www.mitas-tyres.com


Die Technik zum verlustfreien, flachen Einarbeiten von Gülle ist sehr leistungs­ fähig, aber entsprechend schwer. Bild: Ruedi Hunger

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Tier & Technik / Gülletechnik   n

Rasch und verlustlos einarbeiten Bei Geräten zur Gülleeinarbeitung wird zwischen ein-, zwei- und mehrbalkigen Zinkengeräten und Scheibeninjektoren unterschieden. «Strip Till»-Geräte sind noch Nischenprodukte. Üblicherweise sind Geräte zur Gülleeinarbeitung als Fass- oder Selbstfahrer-Anbaugeräte konzipiert. Vermehrt werden Güllegrubber mit einem Schlauchführsystem ausgerüstet und als Traktoranbaugerät bei der 2-PhasenGülledüngung eingesetzt. Ruedi Hunger Die beiden Nährstoffe Phosphor und Kali sind nach der Gülleausbringung nicht unmittelbar pflanzenverfügbar. Anders verhält es sich mit Stickstoff, der insbesondere in Form von Ammonium den Pflanzen umgehend zur Verfügung steht. Bei Rindergülle betrifft dies rund die Hälfte und bei Schweinegülle zwei Drittel des gesamten Stickstoffangebots. Der restliche, organisch gebundene Stickstoff wird durch Mineralisierung erst zu einem späteren Zeitpunkt verfügbar.

Zinkengeräte oder Güllegrubber Güllegrubber besitzen üblicherweise eine Arbeitsbreite von drei bis sechs Metern, wobei die einzelnen Ablaufschläuche in der Regel in einem Abstand von 20 bis 40 Zentimetern voneinander angeordnet sind. Der Boden wird mit einer Grubberzinke bearbeitet, und in deren unmittelbarer Verlängerung wird die Gülle während der Bearbeitung 10 bis 15 cm tief in den Erdstrom abgelegt.

ge Entwicklung und Produktion von Geräten zur Gülleinjektion. Die «In-row»Baureihe mit 15 Zinken verfügt ein spezielles Güllezufuhrsystem mit zwei Schläuchen. Mit ihm können 16 Maisreihen gedüngt werden. Dazu erhöht sich die Ausbringmenge bei den beiden aussen liegenden Zinken seitlich zur nächsten Reihe auf 150 %. Kaweco (NL) baut den «Opti-Drill»-Güllegrubber in zwei Varianten. Die Zinken sind auf ein bis drei Balken, im Abstand von 25 / 28 / 30 cm, angeordnet. Pichon (F) offeriert ein Zweibalkengerät mit Blattfederzinken im 4-Punkt-Anbau für die eigenen Fässer. Neben Scheibenschlitzgeräten baut Veenhuis / Kverneland (NL) auch Zinkengeräte. Jeweils 16 bis 28 schwere S-Federzinken sind auf zwei Balken angeordnet. Die Zinken sind mit verschleissfesten Meisselscharen bestückt. Schliesslich baut Zunhammer (D) Zinkengeräte von unterschiedlicher Grösse. Dabei sind 9 bis 25 Zinken auf zwei bis

Produkte-Kurzbeschrieb Evers (NL) hat eine Baureihe mit zweibalkigen Geräten, die über starre Zinken verfügen. Parallel dazu werden Zinkeninjektoren mit gefederten Zinken angeboten. Die Geräte weisen Arbeitsbreiten von 3 bis 10 m auf. Duport (NL) baut einen 3-Balken-Güllegrubber. Der Strichabstand misst 25 cm. Verschiedene Zinkenscharen können mittels Schnellwechselsystem ausgewechselt werden. Garant / Kotte (D) verkauft einen verhältnismässig leichten Reiheninjektor mit Blattfederzinken für den Einsatz nach der Grundbodenbearbeitung. Er ist mit einer Wechselschar ausgerüstet. Es gibt ihn in Arbeitsbreiten von 3 bis 6 m. «Zurück zu den Wurzeln», sagte sich das sächsische Unternehmen Lomma (D) und konzentriert sich neu auf die eigenständi-

Sofortiger Bodenkontakt Schnell verfügbarer Ammonium-Stickstoff kann durch Ammoniakemissionen verloren gehen. Wesentlichen Einfluss auf die Emissionen nach der Ausbringung haben dabei der pH-Anstieg in der Gülle, durch den das chemische Gleichgewicht zwischen Ammonium und Ammoniak zum flüchtigen Ammoniak hin verschoben wird, und die Austrocknung, durch die der Ammoniak-Stickstoff in der Flüssigkeit aufkonzentriert wird. Sofortiger Bodenkontakt kann beide Effekte verhindern. Der Boden puffert den pH-Anstieg ab und bindet das Ammonium, das anschliessend wie ein mineralischer N-Dünger wirkt. Trocknet Gülle auf Blättern oder Ernteresten ein, dann verflüchtigt sich ein Grossteil des Ammonium-Stickstoffs.

vier Balken aufgereiht. Daraus ergeben sich Arbeitsbreiten von 2,45 bis 6,0 m, bei Transportbreiten von maximal 3 m.

Scheibengeräte Bei den Scheibengeräten wird der Boden mittels Hohlscheiben bearbeitet und gleichzeitig die Gülle in die Erde eingearbeitet. Die Einarbeitung kann auch mit herkömmlichen Bodenbearbeitungsgeräten nach der Ausbringung erfolgen. Eine effiziente Emissionsminderung setzt aber voraus, dass dies unmittelbar nach dem Ausbringen erfolgt. Je dickflüssiger die Gülle und je höher die Temperatur, desto wichtiger ist es, die Zwischenzeit möglichst kurz zu halten.

Produkte-Kurzbeschrieb Der niederländische Güllespezialist Bomech (NL) baut einen Gülleinjektor mit 32 / 36 paarweise angeordneten Scheiben. Der aufgebaute Vogelsang-Verteiler hat 50 Abgänge. Evers (NL) hat zwei Baureihen mit Scheibeninjektoren im Programm. Die Gülle wird vor den in zwei Reihen angeordneten «Vario-Disc»-Scheiben abgelegt. Die Geräte sind in Breiten von 3 bis 6 m mit 18 bis 40 Scheiben erhältlich. Das niederländische KawecoEinarbeitungsgerät «Opti-Disc» hat zwei versetzte Scheibenreihen, welche die Gülle flach einarbeiten. Eine nachfolgende Stabwalze verdichtet den Boden wieder. Vervaet (NL) baut spezielle Selbstfahrer zur Ausbringung von Gülle auf Ackerflächen. Neben einer Dreiradvariante gibt es den fünfrädrigen Vervaet «Hydro Trike XL». Letzterer verfügt über eine ausziehbare Mittelachse. Die Gülleeinarbeitung erfolgt mit unterschiedlichen Geräten, so beispielsweise mit der Kurzscheibenegge «Heliodor» von Lemken oder mit dem Strip-Till-Aggregat «Striger» von Kuhn. Schuitemaker, Veenhuis und Vredo bauen Gülleinjektoren und rüsten sie auf 2 2016  Schweizer Landtechnik

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n  Gülletechnik / Tier & Technik

Beim Güllegrubber wird der Boden durch Grubberzinken bearbeitet. Dadurch erhöht sich die Zugkraft je nach Zinken­ anzahl und Bodeneigenschaften.

Anbau-Güllegrubber mit Schlauch­führungssystemen sind eine echte Alternative im Kampf gegen die (zu) hohen Gewichte der Gülletechnik.

Gülleeinleger an den 40 × 40 mm Spiralfederzinken der Lomma-Güllegrubber. Die Gülle wird über zwei Schläuche (Aussenzinken drei) zugeführt.

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Einbalkiges Zinkengerät mit Blattfederzinken. Die Gülle wird auf der Zinkenrück­ seite in den Boden eingeleitet.

Wunsch mit Teilbreitenschaltungen aus. Schuitemaker (NL) hat eine GPS-Schaltung mit drei Ausbaustufen im Angebot. In der Basisversion werden verschiedene Scheibenelemente zu Teilbreiten zusammengefasst und so geschaltet. Die Injektoren bleiben im Boden. Bei der mittleren Ausbaustufe können die Injektoren einzeln geschlossen werden, und in der Profiversion werden die verschlossenen Elemente zusätzlich hydraulisch ausgehoben. Auf dem Agritechnica-Messestand von Veenhuis (NL) war ein Fass zu sehen, das neben GPS-gesteuerter Sektorabschaltung über Isobus, NIRS-Technologie sowie eine Hundegang-Lenkung verfügt. Vredo (NL) fasst die einzelnen Elemente am Scheibenschlitzgerät in 87,5 cm breite Sektoren zusammen. Es gibt verschiedene Ausbaustufen, wobei bei der einfachsten Variante nur die äusseren Sektoren hydraulisch verschlossen und angehoben werden. Bei der zweiten Version werden zusätzlich die mittleren Sektoren mit


Tier & Technik / Gülletechnik   n

Oben: Der «SynCult» von Vogelsang ist sowohl für die Kurzscheibeneggen «Joker» von Horsch als auch für «Fox» von Pöttinger erhältlich. Weitere «SynCult»Partner sind Amazone, Väderstad und Köckerling.

Unter idealen Bedingungen kann die Gülleausbringung beziehungsweise Gülleein arbeitung mit der Aussaat ­ von Zwischenfutter kombi­ niert werden.

Die beiden Arbeitsschritte Bodenbearbeitung und Gülleausbringung bzw. -einarbeitung sind kombiniert. Das spart Zeit und Kosten und sorgt dafür, dass die Gülle unmittelbar eingearbeitet wird.

«SynCult» ist ein Komplettset, das sämtliche Bauteile für die Umrüstung der Kurzscheibeneggen beinhaltet. So bleiben die Produktgarantien der Hersteller bestehen.

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n  Gülletechnik / Tier & Technik

Nachteile

Vorteile

Nichtwendende Einarbeitungsverfahren für Gülle Grubber

Kurzscheibenegge

«Strip-Till»-Einleger

+ grosse Arbeitstiefe (möglich) + Lockern und Einmischen in einem Arbeitsgang + gute Vermischung Gülle / Boden + breitflächige Einarbeitung

+ grosse Arbeitstiefe (möglich) + Lockern und Einmischen in einem Arbeitsgang + gute Vermischung Gülle / Boden + breitflächige Einarbeitung

+ unterschiedliche Bauweisen, daher auch grosse Arbeitsbreiten möglich + tiefe Einarbeitung der Gülle + reduzierter Zugkraftbedarf (gegenüber ganzflächiger Bearbeitung) + Saatrillen weitgehend frei von organischen Rückständen (wichtig für nachfolgende Saat) + Anreize für Wurzelwachstum durch tiefes Düngerdepot

– hoher Zugkraftbedarf – je nach Bauart hohes Gewicht – Unkraut zwischen den Reihen wird auch gedüngt – je nach Boden hoher Verschleiss

– maximal 15 cm Arbeitstiefe möglich – Scheibenlagerung muss «gülledicht» sein – Unkraut zwischen der Reihen wird auch gedüngt – Einsatzgrenzen bei hartem Boden und / oder grossen Strohmengen

–G ülle wird als tiefes Depot angelegt (problematisch in nassen Jahren) –w enig Vermischung von Boden und Gülle –G ülle kann in Hanglagen aus der Rille fliessen –R TK-Lenksystem für nachfolgende Aussaat notwendig

Luftbalgen am Verteilkopf verschlossen, die Scheiben bleiben aber im Boden. Auf der höchsten Ausbaustufe werden beide Verfahren kombiniert. Damit der Gülleausfluss in den noch offenen Sektoren möglichst gleichbleibend ist, regelt Vredo auch die Pumpen(-Drehzahl).

Das «Stringer»Konzept von Kuhn für «Strip-Till»Anbauverfahren.

Gülle mit Injektoren in den Boden bringen heisst, Gülle über Bodenschlitze in den Wurzelbereich ablegen. In Streifen einlegen

1 = Schneidscheibe mit Tiefenbegren­ zung; 2 = Räum­ scheiben; 3 = Injek­ torzinken zum Einlegen der Gülle.

Die «Strip-Till»-Technik zum verlustlosen Ausbringen von Gülle hat in den letzten Jahren bemerkenswerte Fortschritte gemacht. Das Verfahren kombiniert die streifenweise Bearbeitung des Bodens mit dem Einbringen von Gülle in die Wurzelzone, vorwiegend für den nachfolgenden Mais (allgemein Reihenkulturen). Allerdings sind die Anforderungen, damit die Verfahrenssicherheit gewährleistet ist, für Anbauer und Lohnunternehmer (oder Maschinenhalter) hoch.

Produkte-Kurzbeschrieb Vogelsang (D) baut «XTill»-Geräte 4- bis 12-reihig. Die Transportbreite misst immer 3 m. Das einzelne «XTill»-Aggregat ist in Fahrrichtung folgendermassen aufgebaut: Scheibensech (mit Tiefenbegrenzung), Räumsterne, Lockerungszinken mit Gülleablage, Häufelscheiben und Andruckrollen (in verschiedenen Ausführungen). Die Baureihe «XTill-ProTerra» hat einen festen Reihenabstand von 75 cm, «Strip-Till«-Geräte bearbeiten den Boden streifenweise. Nur etwa 20 % der Bodeno­ berfläche werden bearbeitet, hier abgestor­ bene Zwischenfrüchte im Frühjahr.

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Tier & Technik / Gülletechnik   n

Zentrales Kriterium für das flache Gülleeinlegen ohne flächendeckende Bodenbearbeitung ist die verstopfungsfreie Arbeit der Aggregate.

während «XTill-VarioCrop»-Geräte für ein kulturunabhängiges Verfahren mit variablem Reihenabstand von 45 bis 75 cm konzipiert sind. Mit den «Striger M» und «Striger R» hat Kuhn zwei Baureihen von «Strip-Till»Geräten mit Gülleeinarbeitung im Verkaufsprogramm. Über ein Ablagerohr mit 50 mm Aussendurchmesser können bis 40 m3 Gülle in einer Tiefe von rund

zehn Zentimeter unter der Bodenfläche ab-gelegt werden (Nährstoffdepot). Die «Stringer M» sind 4- oder 6-reihig, die «Stringer R» 6- bis 12-reihig. Die «Strip-Till»-Maschine von Kverneland ist unter dem Namen «Kultistrip» auf dem Markt. Die neue Generation der «Kultistrip» ist auf Transportbreite klappbar. Die Maschinen werden mit 6 / 8 oder 9 / 12 Aggregaten (Reihen) ausgerüstet.

Der «Kultistrip» ist sowohl an die konzerneigene Gülletechnik (Veenhuis) als auch an andere Fässer anbaubar.

Fazit Die Stickstoffeffizienz von Gülle lässt sich im Ackerbau mit verschiedenen Techniken verbessern. Das Problem für den Einzelbetrieb ist die wirtschaftliche Auslastung.  n

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Allgemeine Trends bei Gülletechnik Gülletechnik hat nichts an Aktualität eingebüsst. Im Vordergrund stehen Einsatzplanung, Ausbringgenauigkeit und Stickstoffkonservierung. Gülle wird über immer grössere Distanzen transportiert. Daraus ergibt sich ein Trend zur Trennung von Transport und Ausbringung. Ruedi Hunger Die Zeiten, in denen Gülle auf dem Feld einfach «entsorgt» wurde, sind wohl endgültig vorbei. Gülle ist ein umweltsensibler Dünger und erfordert eine gezielte Einsatzplanung, verbunden mit hoher Ausbringgenauigkeit. Die Hersteller haben in den vergangenen Jahren auf die gestiegene Umweltanforderung, insbesondere bezüglich Stickstoff-Konservierung, reagiert. Diese Ent­wicklungen sind keineswegs abgeschlossen. Es ist davon auszugehen, dass Bodenschutzauflagen und Emissionsvorschriften verschärft werden. Die vergangene Agritechnica 2015 war einmal mehr ein hervorragendes Schaufenster, die Trends bei Gülletechnik näher zu studieren. Nachfolgend einige Beispiele, wohin die Entwicklungen gehen.

Abstand halten Analog zur Ultraschall-Gestängeführung bei Pflanzenschutzspritzen rüstet Fliegl ­das aktive Gülleverteil-Gestänge «SlurryJib» mit Ultraschallsensoren aus, die den Abstand zum Boden messen und die Distanz bei Bedarf automatisch regeln. Der Fahrer stellt in der Traktorkabine nur einmal die gewünschte Gestängehöhe ein, worauf die Steuerung mit der Ultraschallwellen-Messung kontinuierliche Anpassungen vornimmt. Der Anpressdruck für den Schleppschuh wird auf 8 – 10 kg eingeregelt. Das Gestänge ist über ein Pendelgelenk gedämpft und nicht wie üblich fest und starr aufgehängt. Da herkömmliche Gestänge oft schwer sind und deshalb­

Ein aktueller Trend: Die Vernetzung von Daten und Maschinen über Isobus sollen dem Anwender die Arbeit erleichtern. Bild: Zunhammer

träg reagieren, hat Fliegl parallel dazu­ ein neues Gestänge entwickelt. Die auf dreiecki­gen Strukturen aufgebaute StahlFachwerkkonstruktion ist modular aufgebaut. Der Rahmen wird als Gülleleitung genutzt, was bedeutet, dass Gülle direkt durch den innenverzinkten Rahmen fliesst.

Stützlast zum Ersten: auf Wunsch mehr… Selbst bei geringen Steigungen in hüge­ ligem Gelände ist es wünschenswert, ge­ nügend Stützlast auf dem Traktor zu haben. Ein neuer Pumptankwagen von BSA (BauerGruppe) ist zu diesem Zweck mit einem

Das mit Ultraschallsensoren ausgestattete Gülleverteil-Gestänge regelt sich automatisch und je nach Gelände auf einen gleichmässigen Abstand zum Boden ein.

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Tier & Technik / Gülletechnik   n

Zweikammersystem ausgerüstet. Das vordere Drittel des Fasskörpers ist durch­ eine eingeschweisste Zwischenwand ab­ getrennt und mit einer separaten Belüftung versehen. Beim Ausbringen des gefüllten Fasses wird vorerst nur der hintere Teil entleert oder belüftet. Daher bleibt die Stützlast vorne erhalten und nimmt erst ab, wenn durch Belüftung auch die Gülle aus dem vorderen Fassteil gepresst wird. Der Fasskörper ist feuerverzinkt und zusätzlich mit einer Speziallackierung versehen. Das Fass verfügt über Radausschnitte und Kunststoffkotflügel.

ne die Stützlast je nach Anbaugerät oder Tankinhalt über ein Stahl-KunststoffSchienensystem konstant halten. Bei der Fahrt wird dieses kraftschlüssig verriegelt.

Mehr Stabilität auf der Strasse Grossvolumige Gülletanks mit unterschiedlichen Aufbauten und kombinierter Ausbringtechnik stellen hohe Anforderungen an Brems- und Lenksysteme. Das deutsche Gülletechnik-Unternehmen Wienhoff hat zusammen mit Knorr-Bremse ein neues elektronisches Lastregelungs- und Bremssystem entwickelt. Dieses verbindet

Das hohe Gewicht wird durch eine quer zur Fahrtrichtung verschiebbare Achse auf eine breitere Auflagefläche verteilt. Die nachfolgende Lenkachse ermöglicht ein Fahren im «Hundegang», wodurch das Spur-auf-Spur-Fahren verhindert wird.

Stützlast zum Zweiten: bessere Traktion Das gleiche Ziel, aber auf anderem Weg, verfolgt Briri mittels aktiv gesteuerter Stützlasterhöhung über die Fahrzeugfederung. Das System sorgt durch kontinuierliche Entlastung der ersten Fahrzeugachse für eine Erhöhung der Stützlast und damit für eine bessere Traktion des Zugfahrzeu­ ges. Mechanisch / elektrische Absicherungen ver­hindern die Überlastung von Fahrwerk und Zugfahrzeug. Als Weiterentwicklung bezeichnet Briri­ den variablen, hydraulischen Antrieb der Drehkolbenpumpe. Die variable Drehzahlregulierung der Verdrängerpumpe ermöglicht eine genaue Dosierung der Ausbringmenge und macht einen zusätzlichen Durchflussmengenmesser überflüssig. Da die Pumpe lediglich mit der effektiv benötigten Drehzahl arbeitet, reduziert sich der Verschleiss. Zudem muss überschüssig geförderte Gülle nicht wie bei herkömmlichen Systemen über einen Bypass in den Behälter zurückgefördert werden.

Oben: Aufgrund einer speziellen Behältergeometrie und neuer Tankform bei den Pumptankwagen «Low Liner» von BSA / Bauer ergibt sich im Vergleich zur Standardbauweise ein tieferer Schwerpunkt und eine bessere Hangsicherheit.

Links: Um den Nährstoffgehalt der Gülle gleich bei der Fassfüllung zu erfassen, hat Zunhammer das elektronische Steuer- und Regelsystem «Trista» entwickelt.

Stützlast zum Dritten: integrierte Regulierung Eckart (Bauer-Gruppe) präsentierte kürzlich ein neues Polyesterfass mit der Bezeichnung «Lupus 191+». Spezielle Merkmale sind eine neue Tankgeometrie und e­ine Schiebeachse zur Stützlastregulierung. Gülle­ fässer werden immer häufiger mit unterschiedlichen Anbaugeräten wie Schei­beneggen, Grubbern, Schlitzgeräten oder Schleppschuhverteilern ausgerüstet. Diese weisen unterschiedliche Eigengewichte auf und verändern damit die Stützlast auf den Traktor. Eckart hat aus diesem Grund d ­ ie Pendelachse mit einem stufenlosen Schiebesystem weiterentwickelt. Der Fahrer kann aus der Traktorkabi-

Gewicht ist ein generelles Problem der Gülletechnik. Daher werden Gülletransport und Gülleverteilung immer mehr in ein 2-Phasen-System getrennt. Bild: Zetor

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n  Gülletechnik / Tier & Technik

Achsen gelagert ist. Nach Angaben des Herstellers reduziert sich dadurch gegenüber einem vergleichbaren Stahltankwagen das Gewicht um 40 % und die Nutzlast erhöht sich um 19 %. Auch Annaburger reduziert bei Pumptankwagen der «Profitanker – Plus»-Bau­ reihe das Gewicht, und zwar um rund 1000 kg. Auch hier übernimmt ein GFKBehälter mit lokalen Verstärkungen einen erheblichen Teil der Tragwerkstruktur. Damit kann der Stahlrahmen unter dem Behälter extrem leicht gehalten werden, dies ohne auf Robustheit und Langlebigkeit zu verzichten.

… auch gegenteiliger Trend? Ausbringgenauigkeit und Stickstoffkonservierung stehen heute für alle Anbausysteme im Vordergrund, insbesondere auch beim «Strip-Till»-Verfahren.

die elektronische Steuereinheit, die Sensortechnologie und die pneumatische Steuerung. Ein Fahrstabilisierungsprogramm (RSP) steht zur Auswahl, um kritische Fahrsituationen bei hohen Geschwindigkeiten oder Ausweichmanövern zu kontrollieren. Das neue Bremssystem mit integriertem Antiblockiersystem greift bei­spielsweise bei Bremsvorgängen in Kurven oder bei Kippgefahr infolge Aufschwingens des Fahrzeuges ein. Damit wird sichergestellt, dass trotz dynamischer Ladung die Lenkbarkeit und Spurtreue des Fahrzeuges erhalten bleiben.

Was draufsteht, soll auch drin sein Grosse Unsicherheiten beim Hofdüngereinsatz herrschen bei der Kenntnis über den tatsächlichen Nährstoffgehalt. OnlineMesssysteme könnten da Abhilfe schaffen. Das «VAN-Control 2.0» von Zunhammer ist kompakter als das Vorgängermodell. Der Anwender muss die Technik nicht kalibrieren, die Messwerte werden im Sekundentakt aufgezeichnet. «VAN-Control 2.0» lässt sich in Güllefässer, Selbstfahrer, ­Andock- und Pumpstationen (auch unterschiedlicher Hersteller) einbauen. Joskin plant noch keinen systematischen Einbau eines NIR-Systems, man werde die Entwicklung aber im Blick behalten. Vorerst werde man noch das vorhandene Potenzial bei der Ausbringqualität verbessern. Laut Joskin ist dies beispielsweise eine exakte Durchflussmessung. Garant / Kotte misst mit einem Nahinfrarot-Sensor bis zu 15 Mal pro Sekunde den in der Gülle enthaltenen Gesamtstrickstoff, Ammoniumstickstoff, Phosphor, das Kalium und die Trockensubstanz. Mittels Volumenstrommesser wird die Gesamtmenge 20

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der durchgeleiteten Gülle bestimmt. Diese mobile Nährstoff-Messstation «NutrientContentLab Mobile» lässt sich herstellerübergreifend einsetzen. Der Einsatz erfolgt auf dem Hof oder am Feldrand.

Gewicht reduzieren... Gleich mehrere Hersteller versuchen ­Gülleund Tankanhänger leichter zu bauen. ­Nicht zuletzt aus Gewichtsgründen gehen verschiedene Güllespezialisten davon aus, dass sich bei Lohnunternehmen die von Ausbringung und Einarbeitung getrennte Zufuhr – die 2-Phasen-Logistik – durch­ setzen wird. Zunhammer beispielsweise verwirklicht beim zweiachsigen Gülle­ tankwagen «ULT-18» diese Zielsetzung in einem neuartigen Konstruktionskonzept. Neu ist insbesondere, dass der glasfaserverstärkte Kunststofftank ohne ein separates Chassis direkt auf zwei luftgefederten

Garant / Kotte verfolgt mit dem leistungsstärksten Gülle-Selbstfahrer das Konzept «mehr Transportvolumen und mehr Leistung». Der 480 kW (652 PS) starke «Taurus 2803» wiegt leer bereits 28 t. Der mit drei Lenktriebachsen und Allradlenkung aus­ gestattete Selbstfahrer hat ein Fassungsvermögen von stolzen 28 000 l. Am HeckDreipunkt-Gestänge können verschiedene Einarbeitungs- und Applikationstechniken mit grossen Arbeitsbreiten angebaut werden.

Fazit Ein Trend ist eine voraussichtliche Entwicklung der Nachfrage auf dem Markt. Ob sich diese Entwicklung dann auch so einstellt, ist von vielen Faktoren abhängig. Die Entwicklungen bei der Gülletechnik werden durch länderspezifische Vorschriften und die wirtschaftliche Situation der jeweiligen Landwirtschaft bestimmt. Daher beeinflussen die genannten Trends den Markt mit unterschiedlicher Ausprägung.  n

Neue Baukonzepte für Transportfässer ermöglichen bei gleichem Inhalt oder bei mehr Volumen tiefere Gesamtgewichte. Bild: Zunhammer


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n  Gülletechnik / Tier & Technik

Gülletechnik 4.0 «Gülletechnik 4.0» steht für digitale Intelligenz und Vernetzung beim Einsatz von Gülle und Technik. Der Begriff steht insbesondere für effiziente Einsatzplanung, bessere Qualität der Verteilung und optimierte Nachhaltigkeit bei Einsatz und Erfassung des wertvollen Düngers. Ruedi Hunger Nährstoffapplikationen mit Hofdüngern erfolgen oft noch unspezifisch und bieten daher ein erhebliches Potenzial zur Steigerung der Effizienz. Dem gegenüber stehen neue Technologien wie digitale Feldinformationen zu Boden und Pflanzen, Sensorund Satellitendaten für Biomasse und Ertragspotenzial, NIRS-Technologien zur Nährstofferfassung bei Gülle und, nicht zu vergessen, intelligente Landmaschinen für präzisen Einsatz auf dem Feld. Eine umfängliche praxisorientierte Anwendung, die den Mehrwert aller Daten und An-

wendungen miteinander verknüpft, ist bestenfalls erst ansatzweise erkennbar. Folglich muss «Gülletechnik 4.0» vorerst von der Praxis akzeptiert werden. Ist dies nicht der Fall, handelt es sich um einen weiteren Versuch der Industrie, die digitale Intelligenz und Vernetzung für die Landwirtschaft schönzureden.

«Connected Nutrient Management» Ein Nährstoffmanagement mit System zu betreiben, ist eine echte Herausforderung und ohne elektronische Hilfen nicht mehr

zu bewältigen. Ein Beispiel, wie umfassend ein modernes System sein kann, zeigt das «Connected Nutrient Management», das anlässlich der Agritechnica mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde. Die Verleihung an John Deere und seine Partner erfolgte für ein System das die bedarfsgerechte und präzise Ausbringung von organischen (und mineralischen) Stickstoff- und Phosphordüngern beinhaltet. Dazu verwendet «Connected Nutrient Management» eine ganzheitliche Betrachtung von Ernte zu Ernte und schliesst

Zur Umsetzung eines Nährstoffmanagements werden Wissen und Technologie verschiedener Innovationspartner möglichst intelligent miteinander verknüpft. Infografik: Ruedi Hunger

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Tier & Technik / Gülletechnik   n

entsprechende Technologien zur zielgenauen Düngung mit ein. Dazu werden das Wissen und die Technologie der Innovationspartner (Land-Data Eurosoft, Vista, Rauch, Sulky) intelligent miteinander zu einem umfassenden Nährstoffmanagementsystem verknüpft.

«SmartControl-» und «Flow Management» Andere Neuheiten im Zusammenhang mit «Gülletechnik 4.0» sind beispielsweise das «SmartControlConnect» von Garant/ Kotte. Das niedersächsische Unternehmen bezeichnet damit die Schnittstelle zwischen einem iPad und dem Canbus zur Maschinensteuerung eines Güllefasses. Mit der App «SmartControlConnect» wird das Fass – mit welcher Ausrüstung auch immer – vollumfänglich und unter Einhaltung sämtlicher Sicherheitsaspekte gesteuert. Parallel dazu kann der Fahrer seine Arbeit dokumentieren. Auch «Flow ManagementSystem» ist Teil der neuen Gülle-Intelligenz. Mithilfe von intelligenten Ventilen wird der Güllefluss überwacht und gesteuert, Verstopfungen in Schläuchen der Verteiltechnik werden frühzeitig erkannt. Dieses Managementsystem von Garant/Kotte beinhaltet auch eine einfache Teilbreitenschaltung.

«Gülletechnik 4.0»: Das Wissen um die Inhaltsstoffe der ausgebrachten Gülle bringt mehr Effizienz und Nachhaltigkeit bei der Gülledüngung. Letztlich sind das Ziele von digitalen Intelligenz und Vernetzung. Bilder: Patricia Wolf

«My Jobs Management» Die von John Deere entwickelte App «MyLogistics» ist für iOS- und AndroïdGeräte gedacht und optimiert die Logistik und die Abläufe der Maschinen (unabhängig von Marke oder Modell) – so beispielsweise von Gülletank und/oder Verteilfass. «MyLogistics» stellt neben dezidierter Einsatzplanung, intelligenter Streckenplanung und effizienter Navigation sicher, dass die Maschinen stets pünktlich zur Stelle sind. Insbesondere die Online-Einsatzzentrale eines Lohnunternehmers ist jederzeit darüber orientiert, wie die Arbeiten voranschreiten.

NIRS-Technologie

«Gülletechnik 4.0»: Optimierte Logistik stellt neben dezidierter Einsatzplanung, intelligenter Streckenplanung und effizienter Navigation sicher, dass die Maschinen stets pünktlich zur Stelle sind.

Laboranalysen zur Bestimmung des Nährstoffgehaltes sind aufwendig, als Einzelprobe zwar sehr genau, gleichzeitig aber – bezogen auf eine grosse Lagermenge – sind sie zu ungenau. Zudem stehen die Resultate erst mit grossem Zeitverzug zur Verfügung. Da in einem Lagerbehälter Gehaltsschwankungen bis zu 50  % auftreten können, macht es durchaus Sinn, mit entsprechender Messtechnik den Nährstoffgehalt laufend zu erfassen. Verschiedene Hersteller bieten

entsprechende Technik an. Laut Zunhammer macht ein NIR-Sensor während einer dreiminütigen Füllzeit 180 Messungen (eine Messung pro Sekunde). Daraus errechnet das System einen Mittelwert (der Ladung), der erheblich genauer ist als eine einzelne Messung aus dem Fass oder der Lagerstätte. Insbesondere wenn der Sensor als «Station» am Feldrand, auf dem Hof oder an der Befüllpumpe eingesetzt werden kann, erfüllt er die Vorgaben­

von «Gülletechnik 4.0». Der Sensor kann herstellerunabhängig verwendet werden.

Fazit «Gülletechnik 4.0» steht für digitale Intelligenz und Vernetzung. Vernetzte Maschinen und Applikationen erleichtern dem Anwender die Arbeit. Der Begriff steht auch für mehr Effizienz, für bessere (Ausbring-/Verteil-)Qualität und damit schliesslich für zählbare Nachhaltigkeit.  n 2 2016  Schweizer Landtechnik

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n  Gülletechnik / Tier & Technik

Gülletechnik für die Wiese Verschärfte Vorschriften beeinflussen die Ausbring- und Verteiltechnik für Gülle. Emissionsmindernde Technik teilt sich auf in die drei Verfahren Schleppschlauch, Schleppschuh-Verteiler und Scheibenschlitz-Verteiler. Nachfolgend ein zusammenfassender Überblick dieser Systeme. Ruedi Hunger Über 50 % der Ammoniakverluste in der Landwirtschaft treten beim Ausbringen von Hofdüngern auf. Hauptschuld tragen die einfachen Düsen- und Prallteller sowie die lange Verweilzeit der Gülle auf Boden und Pflanzen. Übrigens wurde in unserem nördlichen Nachbarland Deutschland auf Beginn des Jahres 2016 der nach oben abstrahlende Prallteller verboten.

Kontakt bindet Bei einer Temperatur um etwa 15 °C – was zum Zeitpunkt der Gülleausbringung im Frühjahr üblich ist – muss bei Breitverteilung von Rindergülle auf Flächen ohne oder mit niedrigem Pflanzenbewuchs mit einem Verlust von 50 % des Ammoniumstickstoffs gerechnet werden, für Schweinegülle betragen die Verluste 25 – 30 %.

Die Verlustminderung, die mit unterschiedlichen Ausbringtechniken erreicht werden kann, liegt im Mittel zwischen 20 und 90 %. Je besser die Gülle mit dem Boden in Kontakt kommt, desto mehr können die Verluste reduziert werden. Durch Verdünnen der Gülle wird die Fliessfähigkeit erhöht und damit bereits ein Beitrag zur Verlustminderung geleistet. Diese Massnahme ist unpopulär, weil die Transportmenge erhöht wird. Die Gülle bei kühl-feuchter Witterung ausbringen, ist eine weitere Minderungsmassnahme. Dieser Vorsatz bleibt aber überall dort, wo Gülletechnik überbetrieblich genutzt oder durch den Lohnunternehmer abgedeckt wird, mehr oder weniger ein (theoretischer) Wunschtraum. Es bleiben noch die Möglichkeiten, Gülle

«bodennah» auszubringen oder Gülle einige Zentimeter tief in die Grasnarbe «einzuleiten».

Schleppschlauch als «Einstiegstechnik» Schleppschlauch-Verteiler (SSl-V), seit Beginn der 1990er-Jahre bekannt, wurden lange Zeit wenig genutzt (angeblich zu teuer, zu kompliziert). Seit rund zehn Jahren gibt es in verschiedenen Kantonen Ressourcenprojekte, und im Rahmen von «AP 2014-17» werden vom Bund Ressourcen-Effizienz-Beiträge (REB) ausbezahlt. Diese Massnahmen haben dazu geführt, dass SSl-V heute weitverbreitet sind. Noch 2003 wurden hauptsächlich SSl-V als Traktoranbaugeräte bei der Gülleverschlauchungen verwendet. Aufgrund

Der Scheibenschlitz-Verteiler «Cerres-X» verfügt über senkrechte Pneumatikzylinder, welche Bodenunebenheiten ausgleichen. Sein Einsatzgebiet ist im reinen Grünland bzw. beim Stoppeleinsatz. Werkbild Bauer

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Schweizer Landtechnik  2 2016


Tier & Technik / Gülletechnik   n

Tabelle 1: Kostenvergleich Güllefass mit Schleppschlauch-Verteiler (SSl-V) oder Breitverteiler (BV) (ART-Bericht 739 / 2010)

Einheit

SSl-V

BV

Fass-Volumen

m3

8

8

Schleppschlauch

Prallteller

Neupreis

Fr.

73 000

43 000

Auslastung

m3

2000

4000

2000

4000

Restwert

Fr.

0.25

0.10

0.25

0.10

Fixkosten pro Jahr

Fr.

6911

7824

3236

3624

0.53

0.53

0.28

0.28

7964

9929

3789

4730

3

3.98

2.48

1.89

1.18

Mietpreis (ART-B. 733)

Fr. / m3

2.20

1.50

Kaufschwelle (ohne Beitrag Ressourcenprogramm Ammoniak)

m3

4129

2645

Beitrag Ressourcenprogramm

Fr. / m3

1.50

0.00

Kaufschwelle (mit Beitrag Ressourcenprogramm Ammoniak)

m3

2178

2645

Verteiler

Variable Kosten

Fr. / m

Gesamtkosten pro Jahr

Fr.

Gesamtkosten pro m

Der Schleppschlauch ist eine etablierte Verteiltechnik, die, unterstützt durch kantonale Ammoniakprojekte oder Ressourceneffizienz-Beträge, stark an Bedeutung gewonnen hat. Bild: Kowe

3

Fr. / m

3

Tabelle 2: Relative NH3-Emissionsminderung der Ausbringtechnik und Gutschrift (Döhler 2002) Rindergülle

Schweinegülle

Minderung Gutschrift in % in € bzw. Fr./m3

Minderung Gutschrift in % in € bzw. Fr./m3

Breitverteiler (Referenz)

Schleppschlauch-Verteiler

20

0.23

0.32

30

0.27

0.61

Schleppschuh-Verteiler

40

0.45

0.63

50

0.45

1.03

Schlitz-Scheiben-Gerät

60

0.68

0.95

60

0.54

1.23

Gülle-Grubber

90

1.01

1.42

90

1.01

1.85

Einarbeitung innerhalb 1 Std. (Acker)

90

1.01

1.42

90

1.01

1.85

Einarbeitung innerhalb 4 Std. (Acker)

50

0.56

0.79

70

0.63

1.44

Ausbringverfahren

Gutschrift für konservierten Stickstoff bei einem Stickstoffpreis von 0,9 € / kg (KTBL) beziehungsweise von 1.35 Fr. / kg (Basis Harnstoffpreis Schweiz).

einer Umfrage von Agroscope (Joachim Sauter) wurden 2003 fast 50 % der SSl-V in Hangneigungen von 0 bis über 20 % eingesetzt. Eine Prüfung der Verteilgenauigkeit ergab damals, dass alle Verteiler die Normen in der Ebene erfüllen. Am Hang gab es Unterschiede. Es kann davon ausgegangen werden, dass seither technische Verbesserungen realisiert wurden. Die Prüfresultate können dem ARTBericht 617 entnommen werden. Erst bei einer jährlichen Ausbringung von über 4100 m3 Gülle ist es günstiger, die Maschine zu kaufen, als sie zu mieten. Daher sind Mietkonzepte oder Lohnarbeit in vielen Fällen die richtige Entscheidung. REB (Bund oder Kantone) kompensieren die Mehrkosten zum Prallteller grösstenteils.

Schleppschlauch-Verteiltechnik ist in angepasster Grösse auch mit Berg- und Hangmechanisierung einsetzbar. Bild: Agrar Landtechnik

Schleppschlauch-Verteiler besitzen Arbeitsbreiten von 6 bis 24 m, es werden auch Arbeitsbreiten von 36 m angeboten. Die einzelnen Ablaufschläuche sind in der Regel in einem Abstand von 20 bis 40 cm angeordnet. Die Gülle wird auf der Bodenoberfläche in etwa 5 – 10 cm breiten Streifen abgelegt.

An dieser Stelle wird darauf verzichtet, alle Fabrikate dieser etablierten Technik aufzulisten. Verschiedene Spezialisten (z. B. Kowe) bauen SSl-V für alle Fasstypen. Umgekehrt bauen Fasshersteller auch eigene Systeme auf. Unterschiede bestehen in der Schlauchführung, dem

Antitropfsystem, der Anfälligkeit auf Verstopfungen und im Preis. Die nachfolgenden Schleppschuh-Verteiler (SSh-V) sind eine logische Weiterentwicklung der Schleppschläuche. Einen Nachrüstsatz offeriert unter anderem Vogelsang mit dem«Base-Runner».

Gutes Schuhwerk für harte Arbeit Das Einsatzgebiet für Schleppschuh-Verteiler (SSh-V) sind das Grünland und der unbestellte Acker. SSh-V werden von einigen Spezialisten hergestellt und sind, mindestens theoretisch, an alle Fässer anbaubar. Die Bodenanpassung erfolgt unterschiedlich, so beispielsweise über ein Pendelsystem. Eine andere Möglichkeit wählte ­Garant / Kotte mit einem Zwei-Kammer2 2016  Schweizer Landtechnik

25


n  Gülletechnik / Tier & Technik

Tabelle 3: Scheibenschlitz-Geräte (Quelle: Landmaschinenschule Triesdorf, Bleisteiner und Helmle, gekürzt) Scheibenschlitz-Verteiler Scheibe und Schar

Scheibenschlitz-Verteiler 2 Scheiben / Doppelscheiben

Scheibenschlitz-Verteiler Verstellbarer Anstellwinkel

Scheibenschlitz-Verteiler V- bzw. Kugelscheibe

Vorlaufende Schneidscheiben durchtrennen den Pflanzenbestand und Oberboden. Nachlaufende Schare öffnen den Boden. Gummitüllen führen die Gülle in den geöffneten Schlitz.

2 in steilem Winkel angestellte Scheiben durchtrennen Pflanzenbestand und Oberboden. Boden öffnet sich V-förmig. Niederhalter verhindern, dass Boden nach oben gerissen wird. Gülle wird über Gummitülle in den Schlitz gelegt.

Im Winkel verstellbare Scheiben schneiden senkrecht von oben oder durchtrennen die Grasnarbe schräg in einem vorgewählten Winkel. Mittels Stahltülle wird Gülle unter den angehobenen Boden gelegt. Boden fällt wieder zurück.

V-förmige oder kugelförmig geformte Schneidscheiben durchtrennen Pflanzenbestand und Oberboden. Eine nachfolgende Gummitülle legt die Gülle in den Schlitz.

Mechanische Vorspannung mit Zugfedern. Schardruck bis 45 kg. Abstand der Segmente zwischen 17 und 25 cm.

Schardruck wird mechanisch bzw. hydraulisch Gefedert und lenkbar im Abstand von verstellt. Abstand der Segmente zwischen 25 bis 30 cm montiert. 17,5 und 25 cm.

Schardruck der einzeln aufgehängten Scheiben erfolgt meistens mechanisch (Druckfeder). Schardrücke bis 50 kg möglich.

Dank kompakter Bauweise können Schleppschuh-Gestänge seitlich zum Fass geklappt werden und stellen für übrige Verkehrsteilnehmer keine Gefahr dar. Werkbild

System im hydraulischen Klappzylinder das einen Pendelbereich von 10° ermöglicht. Bomech-Schleppschuh-Technik wird von verschiedenen Fassherstellern verwendet. Die einzeln gefederten Schleppschuhe sind im Abstand von 22 oder 25 cm am Gestänge befestigt. Nach Angaben des Herstellers wird der Schuh mit bis zu 10 kg auf / in den Boden gedrückt. Fliegl stellte im vergangenen Jahr ein Schleppschuh-Aggregat vor, das flach geführt wird. Die zu Kufen ausgeformten Ausläufer haben eine schlitzende Wirkung und öffnen damit die Grasnarbe oder ritzen den Boden auf. Gleiches gilt für das Schleppschuh-Gestänge «Ripper» von

Der Schleppschuh-Verteiler öffnet die Grasnarbe und verhindert damit Grasverschmutzungen, zudem werden Emissionen dank direktem Bodenkontakt stark reduziert.

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Schweizer Landtechnik  2 2016


Tier & Technik / Gülletechnik   n

Eidam Landtechnik. Firmenchef Hendryk Eidam legt Wert auf die Feststellung, dass jede Kufe einen Anpressdruck von 6 bis 12 kg auf den Boden bringt. Das von Tasträdern geführte Aggregat verfügt über einen Pendelausgleich der Seitenteile. An der Agritechnica 2015 stellte Zunhammer den Schleppschuh-Verteiler «GlideFix» vor. Dieser kommt selbst bei Arbeitsbreiten von 12 und 15 m ohne zusätzliche Stützräder aus. Die Federn des Schleppschuh-Gestänges sind aus leichtem, glasfaserverstärktem Kunststoff. Sie tragen die rund 1500 kg des Gestänges und das zusätzliche Gewicht der mit Gülle gefüllten Schläuche. Die Gummidüse wird von einem Gussstahl-Gleitfuss gleichmässig über den Boden geführt. Nach Angaben von Zunhammer beträgt der Schardruck im Feldeinsatz über 6 kg.

Oben links: Scheibenschlitz-Verteiler mit Doppelscheibenschar. V-förmig angeordnete Scheiben neigen dazu, durch ihr Abrollverhalten Erde hochzuziehen, weshalb sie hier mit Niederhalter ausgerüstet sind.

Der Scheibenschlitz-Verteiler von Fliegl kann entsprechend dem eingestellten Winkel den Boden auch seitlich anschneiden. Der Scheibendurchmesser beträgt 530 mm. Bild: Fliegl

Oben rechts: Veenhuis / Kverneland statten den Scheibenschlitz-Verteiler «Eurojet» mit zwei Einzelscheiben aus. Jedes Element hat einen gewissen Pendelbereich, damit auch Kurven gefahren werden können. Bild: Ruedi Hunger

Tabelle 4: Vergleich verschiedener Ausbringsysteme (Quellen: Sauter 2008; Döhler 2002; Frick und Menzi 1997 [Investitionen angepasst])

Schleppschuh-Systeme besitzen Arbeitsbreiten von 3 bis 12 m, vereinzelt auch 18 m. Die einzelnen Ablaufschläuche haben in der Regel einen Abstand von 20 bis 30 cm. An deren Ende befinden sich spezielle Verteileinrichtungen, die üblicherweise in Form einer schuhähnlichen Verstärkung oder Schleifkufen ausgestaltet sind und an deren Ende die Gülle abgelegt wird. Der Verteiler (Schuh) wird während des Ausbringvorganges durch den Pflanzen­ bestand geschleppt. Dabei wird der Bewuchs zur Seite gedrückt. Die Gülleablage erfolgt in den obersten Bodenbereich (0 – 3 cm). Pflanzenverschmutzungen werden weitgehend verhindert.

Scheibenschlitz-Verteiler für Profis Die Schlitztechnik hat ihren Ursprung in den Niederlanden, wo im Grünland mit Ausnahme der Moorgebiete die Schlitz-

Verteil-System

•  Investitionen •  NH3-Emissionsminderung gegenüber Breitverteilung (%)

Vorteile

Speziell zu beachten

Breitverteiler (BV) Prallteller / Prallblech / Schwenk-Verteiler –  150 bis 1 250 sFr. – (Referenz)

–  für Acker- und Grünland –  keine Narbenschäden –  auch in schwierigem Gelände einsetzbar

–  grosse Kontaktfläche zwischen Gülle und Umgebungsluft –  hohe Emissionsverluste –  mittlere bis hohe Windanfälligkeit –  Verteilgenauigkeit mehrheitlich befriedigend bis mangelhaft

Schleppschlauch-Verteiler (SSl-V) Bandförmige Gülle-Ablage mittels Schläuche auf den Boden –  20 000 bis 40 000 sFr. –  10  –  25 % Grünland –  30  –  40 % Ackerbau

–  für Acker- und Grünland –  Einsatz in wachsenden Beständen –  Verteilgenauigkeit sehr gut –  keine Verletzungen der Grasnarbe –  Anwendung bei ungünstiger Witterung eher möglich

–  Schneidwerke in Verteilerköpfen zur Vermeidung von Verstopfungen –  schwieriger Einsatz bei unförmigen oder mit Bäumen bewachsenen Parzellen – Hangtauglichkeit

Schleppschuh-Verteiler (SSh-V) Bandförmige Gülle-Ablage mittels Schuh oder Kufe –  25 000 bis 45 000 sFr. –  40  –  60 % im Grünland

–  vor allem für Grünland –  Einsatz in wachsenden Beständen –  kürzere Weidepausen –  keine Verschmutzung des Aufwuchses –  Anwendung bei ungünstiger Witterung eher möglich

–  Schneidwerke in Verteilerköpfen zur Vermeidung von Verstopfungen –  Abschwemmgefahr bei durchlässigen Böden – Hangtauglichkeit

Schlitztechnik Ablage über (boden-)schneidende Scheibe(n) –  Kosten: +  /  – Schleppschuh (aber weniger Arbeitsbreite) –  60 bis 80 (90) %

–  keine Verschmutzung des Aufwuchses –  geeignet für Acker- und Grünland –  Einarbeitung der Gülle überflüssig –  geringste Ausbringverluste –  (keine) kaum Abschwemmgefahr

–  Zugkraftbedarf beachten –  Abschwemmung durch Fahren in Schichtenlinie verhindern –  Hangtauglichkeit klein

2 2016  Schweizer Landtechnik

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n  Gülletechnik / Tier & Technik

technik vorgeschrieben ist. Verschiedene Versuche in Deutschland und Österreich bestätigen, dass der Stickstoff aus Gülle aufgrund hoher Durchwurzelung gut aufgenommen wird. Bei einem noch laufenden Versuch an der Landmaschinenschule Triesdorf konnten bisher keine Veränderungen oder Schäden grösseren Ausmasses an der Grasnarbe registriert werden. Ebenfalls konnten bisher keine negativen Änderungen in der Bestandeszusammensetzung festgestellt werden. Scheibenschlitz-Verteiler Die aufwendige Schlitztechnik wird von wenigen Spezialisten hergestellt. Die für den Anbau vorgesehenen Fässer müssen der höheren Zugkraft, dem Anbaugewicht und der Schwerpunktverlagerung entsprechend gebaut sein. Mit drei Baureihen an Grünlandinjektoren ist Duport auf dem Markt. Die paarweise angeordneten konvex gewölbten Scheiben am «Duport All Track» verhindern ein seitliches Hochreissen der Grasnarbe. Sie verfügen über eine unabhängige Nachlauflenkung. Bei trockenen Bodenverhältnissen lässt sich der Druck auf das Injektionsgerät bis zum doppelten Gerätegewicht steigern. Auf ein hydraulisches Ausgleichssystem für die Aggregate habe man nach Angaben des Herstellers bewusst verzichtet, weil dies insbesondere bei Fahrspuren zu unbefriedigenden Ergebnissen geführt habe. Bei der Garant «SlurryDisc» von Kotte (D) wird die Gülle nach Öffnung der Grasnarbe zwischen den Scheiben in den Boden eingeleitet. Die Tiefeneinstellung der einzeln gefederten Schlitzelemente im Abstand von 21 cm erfolgt über die Stützräder. Bei der Durchflussüberwachung der Ausbringschläuche setzt das Unternehmen auf akustische Sensoren, die nicht im Güllestrom sitzen, sondern aussen auf der Rohrleitung montiert sind. Der Grünlandinjektor «Solodisc» von Joskin verfügt über Schlitzscheiben mit einem Durchmesser von 406 mm. Diese werden kontinuierlich über ein 4-PunktHubwerk mit einem Druck bis 180 bar in den Boden gedrückt. Das Graseinarbeitungsgerät TD-12 von Samson weist eine Arbeitsbreite von 12 m auf und ist mit Doppel-Scheibenschar-Elementen bestückt. Die automatische Positionsjustierung des Rahmens sorgt dafür, dass das Einarbeitungsgerät über die ganze Arbeitsbreite dieselbe Höhe bzw. Arbeitstiefe halten kann. Dieses Graseinarbeitungsgerät ist in 12 Sek28

Schweizer Landtechnik  2 2016

Alternative zum Schleppschlauch Kostengünstiger, leichter, verschleissärmer und agronomisch besser als ein Schleppschlauch: Das versprechen sich die Entwickler Karl und Stefan Bücheler (Biessenhofen TG) sowie Werner Schneeberger (Hagenwil TG) von einem neuen Verteilsystem für Gülle (Niederdruck-Verteiler), das hinsichtlich der Ammoniakemissionen ebenso gut, wenn nicht besser als ein Schleppschlauch-System arbeiten soll. Das System ist so konzipiert, dass aus dem Vakuumfass die Gülle über quadratförmige Profile, praktisch ohne Druck, zu den drei Verteilköpfen geleitet wird. Zwei der insgesamt drei feuerverzinkten Profilrohre können hydraulisch hochgeklappt werden, sodass man die Transportbreite von 2,50 m problemlos einhält. Der ganze Aufbau wiegt weniger als 400 kg und ist kompatibel für alle Fässer. Im Frühjahr sollen Tests anlaufen, die verlässliche Aussagen über die Emission liefern sollen. Die agronomischen Vorteile (keine Streifen) seien bereits mehrfach bestätigt worden, heisst es. Die Schweizer Landtechnik wird darüber berichten. eng

toren mit jeweils sechs Doppelscharen (paarweise) unterteilt. Die einzelnen Sektoren sind mit einer beweglichen DreiPunkt-Aufhängung am Rahmen befestigt, sodass auch Kurven gefahren werden können, ohne dass es zu unzulässigen Verspannungen kommt. Veenhuis / Kverneland haben für Grossbetriebe und Lohnunternehmen die Schlitzgeräte «Euroject 3000» und «3500» konzipiert. Die Schlitzgeräte verfügen über 24 mm dicke selbstschärfende Schneidscheiben, die paarweise an hydraulisch gefederten Elementen aufgehängt sind. Die Scheiben des leichteren «Euroject 3000» haben einen Durchmesser von 300 mm und einen Abstand von 190 mm. Der «Euroject 3500» hat solche mit 350 mm Durchmesser, die im Abstand von 175 mm montiert sind. Mit einem Doppelscheibensystem schneidet der «Narbendünger ZB3» von Vredo den Boden und weitet den Schlitz für die Gülleinjektion V-förmig auf. Dem Hochziehen von Boden – und den damit verbundenen Wurzelbeschädigungen – wird durch einen Abstreifer an den Scheiben entgegengewirkt. Die an Federn aufgehängten Scheibenelemente haben einen Abstand von 15,5 / 17,5 cm.

Die Gülleausbringung mit Schlitzverteiler erfolgt mit einer schuhähnlichen Verstärkung, der eine Schneidscheibe vorweggeführt wird, welche den Boden aufschneidet und an deren Ende die Gülle in den Schlitz einfliessen kann. Schlitzverteiler haben üblicherweise eine Arbeitsbreite von 6 bis 9 m. Die einzelnen Schläuche sind in einem Abstand von 20 bis 30 cm angeordnet. Der auftretende Bodenwiderstand beeinflusst die Arbeitsbreite bzw. die dafür erforderliche Zugkraft. Für Schlitzgeräte muss daher mit einem zusätzlichen Leistungsbedarf pro Meter Arbeitsbreite von mindestens 5 bis 6 kW (6 – 8 PS) gerechnet werden.

Fazit Moderne Gülle-Verteiltechnik für das Grünland bringt die Gülle so nah wie möglich auf oder gar in den Boden. Das reduziert die Verluste merklich und ergibt daher ökologisch – bei genügender Auslastung – und auch ökonomisch Sinn.  n


Peter Schnetzler

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n  Gülletechnik / Tier & Technik

An der LED-LeuchtbalkenAnzeige kann der Nutzer beispielsweise ablesen, ob ein Befehl auch tatsächlich ausgeführt wurde und wie der aktuelle Batteriestand ist. Bilder Ruedi Burkhalter

Dank starken Magneten kann der Repeater einfach positioniert werden, beispielsweise an einem hoch gelegenen Strassenschild.

Funken um die Ecke Das «Cobra»-Funksystem kann neu mit einem sogenannten «Repeater» ergänzt werden. Diese Zwischenstation ermöglicht eine Verdoppelung der Reichweite, auch wenn kein direkter Sichtkontakt besteht. Ruedi Burkhalter «Verbindungsprobleme sind Geschichte», sagt Elmar Steiner. Der Landwirt aus Menzberg LU bringt die Gülle im hügeligen Gelände des Napfgebiets über Bodenleitungen und Verschlauchung aus. Bis letzten Frühling hatte er mit der Funkfernsteuerung auf den entferntesten, hinter einem Hügel gelegenen Parzellen nur ungenügenden Empfang und musste jeweils auf eine Anhöhe an einem Ende des Feldes fahren, um die Pumpe einund auszuschalten. Damit ist nun Schluss. Steiner hat sich mit dem Funksystem «Cobra 100» ausgerüstet, das gleich im Nachbarhaus vom Funkspezialisten Schmidiger GmbH hergestellt wird. 30

Schweizer Landtechnik  2 2016

Doppelte Reichweite ohne Sichtverbindung Eine Besonderheit des «Cobra»-Funksystems besteht unter anderem darin, dass es sich mit einem kürzlich auf den Markt gekommenen mobilen «Repeater» ergänzen lässt. Dabei handelt es sich um einen Sender / Empfänger, der die Signale des Handsenders und der Pumpe bidirektional empfängt und wie eine Transferstation verstärkt an den Empfänger weitergibt. So lässt sich nicht nur die gesamte Reichweite des Systems auf rund 4 km verdoppeln, was sonst nur mit umständlichen und heiklen Richtantennen erzielt wird. Die maximale Reichweite kann auch dann er-

reicht werden, wenn zwischen Pumpe und Handsender keine direkte Sichtverbindung besteht und der Repeater beispielsweise auf einem Hügel platziert wird. Der handliche Repeater ist mit starken Magneten ausgestattet und kann so einfach an einer geeigneten Stelle angebracht werden. Auf Elmar Steiners Betrieb bestand die Herausforderung auch darin, dass die Pumpe unter dem Haus steht, umgeben von massiven Betonwänden,­ die den Funk gegenüber den auf der anderen Seite des Hauses gelegenen Parzellen abschirmen. Die alte Funkanlage funktionierte deshalb nur mit einem langen Antennenkabel. Dieses ist nun nicht mehr in Betrieb. Je nachdem, welche Parzellen zu güllen sind, wird der Repeater an einem anderen Ort angebracht.

Batterielaufzeit bis fünf Jahre Das ganze System wurde mit dem Ziel optimaler Gebrauchsfreundlichkeit ent­ wickelt. So entscheidet das System in


Tier & Technik / Gülletechnik   n

­bhängigkeit von der Funksignalstärke A selbst, ob in der aktuellen Situation mit oder ohne Repeater gearbeitet wird. Wird der Repeater nicht benötigt, schaltet dieser nach zwei Minuten in eine Art Schlafmodus, der auch den ganzen Winter über für eine lange Batterielaufzeit sorgt. Beim nächsten Einsatz wird das Gerät automatisch wieder aktiviert, es muss also­ vom Nutzer weder ein- noch ausgeschal­tet werden. «Bei durchschnittlichem Gebrauch erreichen zwei handelsübliche DRundbatterien im Repeater eine Laufzeit von vier bis fünf Jahren», sagt Geschäftsführer Willi Schmidiger.

Signale in beide Richtungen Das «Cobra»-Funksystem kommuniziert, ob mit oder ohne Repeater, bidirektional, also in zwei Richtungen. Konkret heisst das beispielsweise, dass der Nutzer die Pumpensteuerung über den Handsender anfragen kann, welche Funktionen gerade aktiv sind. Das Signal von der Pumpensteuerung wird dann auf der LED-Leuchtbalkenanzeige des Handsenders angezeigt. Weiter lässt sich mit dieser Anzeige zum Beispiel der Batteriestand von Handsender und Repeater ermitteln. Nach jeder Betätigung einer Funktion kann der Nutzer zudem im Leuchtbalken ablesen, ob der Befehl von der Pumpensteuerung ausgeführt wurde oder nicht. Der Handsender ist in zwei Versionen, mit fünf oder neun Tasten, verfügbar, je nachdem, wie viele Funktionen benötigt werden. Die Anzahl Funktionen dürfte mit diesem Gerät kaum je der beschränkende Faktor sein: Dank einer aktivierbaren Doppel­ klickfunktion kann jede Taste sogar zwei verschiedene Funktionen ausführen, wo­ mit das Gerät insgesamt bis zu 20 Funk­ Dank dem Repeater kann auch dann eine einwandfreie Verbindung erzielt werden, wenn ein grosses Hindernis wie ein Hügel die direkte Sichtverbindung zwischen Handsender und Pumpe verunmöglicht.

tionen ausführen kann. Das lässt viele Möglichkeiten offen. Elmar Steiner hat beispielsweise eine zusätzliche Resetfunktion installiert. Seine Pumpe ist mit einem Frequenzumrichter ausgestattet, die Pum­ pe kann er in drei Geschwindigkeitsstufen betreiben. «Wenn in der Stufe drei wegen zu viel Widerstand der Thermoschutz angesprochen hatte, musste ich früher nach Hause fahren, um die Resettaste zu drücken. Das kann ich nun auch über den Funk ausführen und spare so viel Zeit», berichtet Steiner. Jeder Kunde kann die Tastenbelegung mit verschiedenen Funktionen individuell nach seinen Bedürfnissen auswählen. Entsprechend wird dann vom Hersteller die austauschbare Frontfolie rund um die Tasten beschriftet.

Funktechnik mit automatischer Frequenzwahl Die gesamte Funktechnik wird von Schmidiger selbst entwickelt und hergestellt, und ist entsprechend auf einer hohen Entwicklungsstufe anzusiedeln. Ein Beispiel hierfür ist die automatische Frequenzwahl: Sind in der Nachbarschaft andere Funksysteme an der Arbeit, wird dies durch das Schmidiger- System erkannt. Entsprechend wird für eine störungsfreie Arbeit automatisch eine freie Funkfrequenz ausgewählt. Was die Arbeitssicherheit anbelangt, ist jeder Handsender ein Unikat und über die entsprechende Software beim Empfänger angemeldet, wodurch eine unbeabsichtigte Steuerung durch andere Geräte ausgeschlossen ist. Das System arbeitet mit einer höheren Frequenz als ältere Funksysteme und kommt daher auch mit einer kleineren Antenne aus. Überhaupt ist der Handsender kompakt und leicht, findet auch in der Hosentasche Platz. Zusätzlich sind die Handsender mit einer Gurtklemme und einer Schlaufe ausgestattet, so dass für jeden Geschmack eine Tragemöglichkeit gegeben ist. Weiter ist auch der Handsen-

Elmar Steiner hat dank dem Repeater auch im hügeligen Gelände immer eine einwandfreie Verbindung.

der mit einem Magneten ausgestattet, mit dem er in der Traktorkabine befestigt oder an der Pumpe einfach verstaut werden kann. «Eine der grössten Stärken unserer Geräte besteht darin, ­dass sie in unserer Entwicklungsabteilung so optimiert wurden, dass sie mit einem Bruchteil der Sendeleistung anderer Funksysteme arbeiten können», betont Willi Schmidiger. «Mit einem Satz Standard­batterien schafft der Handsender rund ­40 Stunden Dauerbetätigung, was bei durchschnittlichem Gebrauch für mehr als zehn Jahre ausreicht.»

Nachrüsten möglich Ein komplettes Funksystem mit 5-TastenHandsender ist ab 1170  Franken (inkl. MwSt.) erhältlich. Ein Repeater kostet z­ usätzlich rund 420  Franken Das «Cobra»Funksystem kann direkt über den P­ umpenhersteller oder auch für die N ­ ach­ ­rüstung bestehender Pumpen direkt ­bei Schmidiger www.funkfernsteuerung.ch erworben werden.  n

100 % Schweizer Produkt Die Schmidiger GmbH wurde 1988 vom Bauernsohn Willi Schmidiger gegründet. Er war bereits in jungen Jahren von Funktechnik fasziniert und spezialisierte sich – zu Beginn noch als Einmannbetrieb – auf Funktechnikanwendungen. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen mit Sitz in Menzberg LU zwölf Angestellte. Was wohl keiner vermuten würde: In dieser abgelegenen Ecke der Schweiz wird tatsächlich von der Entwicklung über die Herstellung und das Löten der Platinen bis zur Montage und Programmierung der Funktechnik alles selbst gemacht. Das «Cobra»-Funksystem ist also zu 100 % ein Schweizer Produkt. Das Unternehmen stellt zahlreiche unterschiedliche Funksysteme her, die ­beispielsweise für die Fernsteuerung von ­Hebebühnen an LKW in grosser Zahl eingesetzt werden.

2 2016  Schweizer Landtechnik

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n  Gülletechnik / Tier & Technik

Mit dem professionellen Leitungsbauunternehmen können Leitungsrohre verlegt werden, ohne dass grosse Spuren zurückbleiben Bilder: Bieri Leitungsbau / Röhre Moos .

Gülle sicher durch den Boden Erdverlegte Gülledruckleitungen haben trotz leistungsfähigen Ausbringfässern weiter Bestand. Allerdings sollte die Betriebssicherheit solcher Leitungen – ob neu oder alt – heute mit einem gezielten Sicherheitskonzept optimiert werden. Ruedi Burkhalter Die Situation hat sich geändert: Erdverlegte Gülledruckleitungen sind aufgrund von Unfällen vermehrt in den Fokus der Behörden gelangt. Um solche Unfälle zu verhindern, wurden schmerzhafte Sanktionen via Kürzung der Direktzahlungen eingeführt. Weiter haben zahlreiche Kantone in den letzten Jahren eine Bewilligungspflicht für den Neubau solcher Bodenleitungen eingeführt. Als Orientierungshilfe gibt es Merkblätter, die in der Praxis aber wenig bekannt sind. Deshalb hat die «Schweizer Landtechnik» die wichtigsten Regeln zur Minimierung der Risiken zusammengestellt.

spart Zeit und aufwendige Projektänderungen und erleichtert die Kommunikation zwischen Landwirt, Behörden und Leitungslieferant. Zweitens können allfällige Schwachstellen bestehender Boden-

leitungen aufgespürt und, falls vorhanden, eliminiert werden. Drittens dient das Sicherheitskonzept dazu, das Bewusstsein für die Gefahren zu verbessern und durch gezielte Anwendung von Verhaltensre-

Einfaches Sicherheitskonzept genügt Für jede geplante oder schon bestehende erdverlegte Gülledruckleitung ist es empfehlenswert, ein einfaches, aus den 20 nachfolgend angeführten Punkten bestehendes Sicherheitskonzept zu erarbeiten. Dieses erfüllt vier Zwecke: Erstens kann eine neue Leitung so geplant werden, dass bereits im ersten Anlauf die Kriterien für eine Bewilligung erfüllt werden. Das 32

Schweizer Landtechnik  2 2016

Beim Einpflügen können auch mehrere Leitungen in einem Durchgang in den Boden gebracht werden. Das Gefälle kann mit einer Lasersteuerung genau bestimmt werden.


Tier & Technik / Gülletechnik   n

geln den Gebrauch der Leitung möglichst sicher zu machen. Das Konzept kann insbesondere auch dazu verwendet werden, Angestellte oder eventuell Lohnunternehmer, welche die Leitung benutzen, korrekt zu instruieren. Sollte es, viertens, trotz aller Sicherheitsvorkehrungen zu einem Gülleunfall kommen, lässt sich durch das schriftlich abgelegte Sicherheitskonzept gegenüber den Behörden und der Versicherung dokumentieren, dass alle möglichen Massnahmen getroffen wurden, um die Betriebssicherheit einer Leitung zu gewährleisten. Einige der folgenden Punkte mögen übertrieben erscheinen. So ist beispielsweise ein Schild mit dem maximalen Betriebsdruck am Leitungsanfang für die meisten Anlagen scheinbar unnötig, da die Pumpe fest installiert ist. Sobald die Leitung aber durch einen Lohnunternehmer mit einer mitgebrachten Pumpe benutzt wird oder wenn während eines Spitalaufenthalts ein Betriebshelfer Gülle ausbringt, ist es plötzlich wichtig.

Das Zusammenschweissen von PE-Druckrohren erfordert eine Spezialausbildung und sollte deshalb dem Fachmann überlassen werden.

Die 20 wichtigsten Punkte 1. Die Leitung wird ausserhalb von Grundwasserschutzzonen, möglichst weit weg von Fassungen geführt. In den Grundwasserschutzzonen S1 / S2 sind gar keine Leitungen erlaubt. In der Zone S3 sind nur doppelwandige Leitungen mit Leckerkennungssystem erlaubt. 2.  Die Leitung ist in möglichst grossem Abstand von Gewässern, eingedolten Bächen, Sickerleitungen und Ähnlichem zu führen. Je nach Kanton und Gewässerraum sind unterschiedliche Abstände vorgeschrieben. 3.  Soll eine Leitung, wenn keine andere Möglichkeit besteht, über oder unter einem Gewässer geführt werden, dürfen dafür nur geeignete, eventuell sogar nur doppelwandige Rohre benutzt werden. Es sind Sonderbewilligungen nötig. 4.  Besonders gefährdet sind die Zapfstellen einer Leitung. Diese sind so zu platzieren, dass im Falle des Auslaufens von Gülle diese durch das natürliche Gefälle des Geländes von den gefährdeten Stellen wegfliessen würde. Dies gilt auch für Wanderwege und Strassen. Der Abstand zu Gewässern beträgt mindestens 20 m. 5. Es werden sowohl bei PVC-U-Steckmuffenrohren als auch bei PE-Druckrohren nur geprüfte Druckrohre verwendet. Die Rohre sind von einer unabhängigen Prüfstelle nach Trinkwassernorm (z.  B. DVGW /SVGW) zu zertifizieren. Für Gülle müssen solche Rohre einen Sicherheits-

PVC-U-Rohre mit Steckmuffen können auch vom Landwirt selbst verlegt werden. Es ist sehr wichtig, den Steckbereich anzuzeichnen, damit jede Muffe bis zum Anschlag zusammengesteckt ist.

faktor C von mindestens 1.5 aufweisen (normaler Nenndruck bei PE-Trinkwasserrohren h ­ at nur einen Sicherheitsfaktor C= 1.25 ein­berechnet). 6.  Bei Steckmuffenverbindungen müssen Bögen, Abzweiger, Anfang und Ende der Leitung mit massivem Beton abgestützt werden, damit sich nichts verschieben kann. Beim Leitungseinbau muss darauf geachtet werden, dass diese Betonabstützungen nur wirksam sind, wenn sie sich direkt und mit genügend grosser Fläche gegen die feste (nicht gelockerte) Erde der Grabenwand abstützen. 7. Die Rohrleitungen werden in einer Tiefe von mindestens 0,8 m verlegt, damit Beschädigungen durch das Bearbeiten und Befahren mit schweren Maschinen ausgeschlossen sind. 8. Es wurde ein schnell ansprechendes Druckbegrenzungsventil bei der Pumpe eingebaut. Dieses Druckbegrenzungsventil und das Manometer (Druckmesser) werden durch regelmässige Wartung und Funktionskontrollen immer in einem einwandfreien Zustand gehalten. 9.  Der Betriebsdruck kann auf einen maximalen Wert eingestellt werden. Durch einen Anschlag oder eine gut sichtbare

Markierung ist zu verhindern, dass ein höherer Druck als der zulässige eingestellt werden kann. 10.  Vor der ersten Inbetriebnahme wird durch Fachpersonen einer unabhängigen Firma eine Druckprobe gemacht (siehe Kasten). Die gesetzlich vorgeschriebenen Druckprüfungsintervalle werden eingehalten. Achtung: Bei Leitungen mit Steckmuffen darf die Druckprüfung erst nach dem Zudecken und Verdichten des Grabens erfolgen! 11.  Die Angaben, die der Druckprüfung zugrunde liegen (maximaler Betriebsdruck) müssen zu jeder Zeit mit allen auch nur selten eingesetzten Komponenten und Maschinen übereinstimmen. Werden neue Komponenten (leistungsfähigere Pumpe, längere Leitungen, anderer Verteiler-Gegendruck) eingesetzt, beispielsweise beim Einsatz des Lohnunternehmers, muss entweder der Druck auf den alten Wert begrenzt oder die Druckprüfung mit den höheren Anforderungen wiederholt werden. 12.  Bei den Zapfstellen treten die grössten mechanischen Kräfte auf. Daher sind massive Gussarmaturen eingesetzt. Die Langlebigkeit der Gussarmaturen erfor2 2016  Schweizer Landtechnik

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n  Gülletechnik / Tier & Technik

R = N2

R

R = N1 – N 2 N

N

N1

N1

N2

N

N2 Bogen

Abzweiger

Reduzierung

Bei Leitungen mit Steckmuffenrohren müssen die Bogen, Abzweiger, Reduktionen und Endstücke mit stabilen Betonfundamenten abgestützt werden.

Die Betonfundamente (hier ein Abzweiger) sollen so ausgeführt werden, dass der Druck gegen die feste Grabenwand abstützt.

dert als Schutz gegen Korrosion eine extra dicke Epoxy-Beschichtung, damit die Betriebssicherheit über Jahrzehnte gewährleistet ist. 13.  Gussarmaturen mit sogenannten Schnurrgewinden sind robust und nur mit Werkzeug zu bedienen. Dadurch wird verhindert, dass Unbefugte oder Vandalen an der Leitung manipulieren. Dank dem Schnurrgewinde spürt man beim Öffnen der Armatur, ob Druck auf der Leitung ist. Das unerwartete, gefährliche Wegschleudern von Hydrantendeckeln kann verhindert werden. 14. Bei Leitungen, die nicht entleert werden (beispielsweise Biogasanlagen), muss der Gärdruck der Restgülle entweichen können, idealerweise bei der Pumpe, auf keinen Fall in der Nähe von Gewässern. 15. Durch das schlagartige Abbremsen der fliessenden Gülle während des Betriebs können Druckspitzen entstehen, die deutlich über dem maximalen Betriebsdruck liegen. Schieber oder Dreiweghahnen sollten deshalb möglichst nicht während des Betriebs betätigt werden; falls nötig, dann nur sehr langsam. 16.  Grosse Druckspitzen treten auch bei Leitungsverstopfungen auf. Alle Leitun34

Schweizer Landtechnik  2 2016

gen sollten deshalb vor längeren Arbeitsunterbrüchen unmittelbar nach dem Einsatz mit Wasser durchgespült werden, damit an den Wänden kein organisches Material haften bleibt, das bei Wiederaufnahme des Betriebs dann Zapfen bilden kann. 17.  Die Pumpe kann in jeder beliebigen Position des Feldes mit Funksteuerung ein- und ausgeschaltet werden, damit bei Problemen der Güllefluss sofort abgestellt werden kann. 18. Die Leitung beziehungsweise der Güllefluss kann während des Betriebs permanent durch den Maschinisten überwacht werden, damit bei abbrechendem Güllefluss sofort reagiert werden kann. Wird die Gülle nicht sichtbar in den Boden eingebracht, soll ein Schauglas oder ein Durchflussmesser eingesetzt werden. 19.  Alle gerade nicht benutzten Zapfen sind stets mit dem Schraubdeckel zuverlässig verschlossen. Das Schliessen sollte gewohnheitsmässig sofort nach Beendigung des Güllens erfolgen, damit es nicht vergessen geht. 20.  Die Leitung wird nur durch Personen betrieben, die das Sicherheitskonzept kennen und entsprechend instruiert wurden. Dies gilt auch für Aushilfen oder Lohnunternehmer. Diese Personen müssen Zugang zu einem Leitungsplan haben. Wichtige Regeln und Angaben (maximal einzustellender Druck) sollten an den entsprechenden Stellen auf gut sichtbaren Warnschildern ablesbar sein.

Zwei Arten von Leitungsbau Vor dem Bau einer neuen Gülle-Bodenleitung muss das Kosten - Nutzen-Verhältnis eines solchen Projekts im Detail angeschaut werden, handelt es sich doch um eine bedeutende Investition, die schnell einige Tausend Franken Kapital benötigt, dafür aber für mindestens 50 Jahre ge-

nutzt werden kann. Der Aufwand für die jährliche Wartung ist dagegen gering. Unterhalt braucht es eigentlich nur für die Armaturen. Die heute von Fachbetrieben verkauften Kunststoffrohre sind für Trinkwasser geprüft und erreichen problemlos eine Lebensdauer von mindestens 50 Jahren. Zurzeit kommen bei Neuinvestitionen vor allem zwei Arten von Leitungsbau zum Einsatz.

PVC ermöglicht Eigenleistungen «Wer Zeit für Eigenleistungen hat und die Investitionskosten möglichst tief halten möchte, entscheidet sich meist für Druckrohre aus PVC-U mit Steckmuffen», sagt Peter Moos, Inhaber des Rohrlieferanten www.roehremoos.ch aus Hünenberg ZG. Diese grauen Druckrohre werden seit zirka 1970 verbaut. PVC-U (U = weichmacherfrei) altert fast nicht und ist auch nicht giftig. Daher werden alle Kunststofffenster aus PVC-U hergestellt. «Inzwischen kann man davon ausgehen, dass diese Rohre auch problemlos 100 Jahre halten werden», berichtet Peter Moos. Bei sorgfältiger Ausführung und nach entsprechender Instruktion des Rohrlieferanten kann der Landwirt diese Leitungen selber verlegen, ohne dass dazu ein Schweissgerät erforderlich ist. Die Rohre müssen in feine Erde oder Sand verlegt werden, damit sie keine «Druckstellen» kriegen. Ein mit dem Bagger ausgehobener, 40 cm breiter Graben hat den Vorteil, dass grosse Steine (Druck-


Tier & Technik / Gülletechnik   n

stellen) in der Grabensohle oder zerrissene Sickerleitungen erkannt werden. Die Rohre können so sauber gesteckt und in den Graben gelegt werden. Meistens wird das Rohr von Hand mit feiner Erde überdeckt, bevor dann mit dem Hoflader (bei Eigenleistungen) der Graben geschlossen wird. Der Grabenpreis kann extrem variieren; oft ist es jedoch am günstigsten, wenn ein erfahrener Bediener mit Bagger im Stundenlohn angestellt wird. Wichtig: Da Steckmuffen keine Zugkräfte aufnehmen können, müssen Bögen, TStücke und Enden mit Beton abgestützt werden. Daher sollte diese Art des Leitungsbaus nur in stabilen Böden, also keinesfalls in rutschgefährdeten Hängen, vorgenommen werden. Die Betonabstützungen müssen fachgerecht ausgeführt werden, müssen sie doch beträchtliche Kräfte aufnehmen: Auf den Abschlussdeckel eines 110-mm-Rohrs wirken bei 20 bar ganze 1900 kg Druck, während einer Druckprüfung folglich gar 2850 kg. Der Preis für das Rohr beläuft sich bei 110 mm Querschnitt und bei einer Leitungslänge ab 1000 m auf zirka 10 Franken pro Laufmeter.

Ohne Spuren zu hinterlassen Einem anderen Ansatz folgt Hansjörg Bieri, Gründer und Inhaber der auf Leitungsbau spezialisierten Firma www.bieri-leitungsbau.ch aus Schangnau BE. Bieri setzt als Gülledruckleitung ausschliesslich

Druckprüfung mit Wasser Gemäss Vorgaben des Bundesamts für Umwelt («Baulicher Umweltschutz in der Landwirtschaft») müssen Güllebodenleitungen einer Druckprüfung gemäss SVGW (Schweizerischer Verein für Gas und Wasser) mit dem 1,5-fachen Betriebsdruck unterzogen werden. Dies im Normalfall in einem 20-Jahr- Intervall, in der Zone Ao alle zehn Jahre und in der Schutzzone S3 sogar alle fünf Jahre. Der Prüfablauf für eine Kontraktionsprüfung nach SVGW-Norm ist genau definiert und dauert mehrere Stunden, wobei für die Hauptprüfung die Rohre mindestens 30 Minuten lang unter Druck gesetzt werden. Grundsätzlich sind alle gängigen Kunststoffdruckrohre problemlos nach SVGW-Norm prüfbar, egal ob PVC-U mit Steckmuffe oder PE geschweisst. Jedoch sind die seit 1920 in der Gülletechnik verwendeten Gusshydranten und Dreiwegschieber schwierig nach der SVGW-Norm zu prüfen, da Stopfschnüre, Schnurrgewinde, Messingreiber während der Prüfung (mit Wasser!) nicht absolut dicht bleiben und wenige Tropfen Leckage üblich sind. Im Praxiseinsatz ist diese kleinste Leckage unbedeutend, da sie oberhalb der Grasnarbe austritt und im Betrieb mit Gülle durch die Dichtwirkung des organischen Materials grösstenteils verschwindet. Aus diesem Grund schlägt die Vereinigung für Druckprüfung erdverlegter Gülledruckleitungen (VDG) für solche Leitungen eine vereinfachte Druckprüfung vor, und zwar in folgenden Schritten: •  Auf dem Plan die Gülleleitung in prüfbare, gut zu entlüftende Abschnitte einteilen. •  Prüfdruck (1,5-facher Betriebsdruck) pro Abschnitt festlegen und die Abschnitte in einer Tabelle beschriften. •  Leitung einrichten wie zum «normalen» Güllen, jedoch zusätzlich je einen Absperrhahn am Ende des Leitungsabschnitts sowie zwischen Pumpe und Leitung (mit Manometer) montieren. •  Mit Betriebsdruck Wasser pumpen, bis die Leitung vollständig entlüftet ist. •  Absperrhahn auf dem Feld langsam schliessen (durch Hilfsperson), Pumpe dabei laufen lassen. •  Druck mit Druckbegrenzungsventil auf den Prüfdruck erhöhen. Falls die Pumpe den Prüfdruck nicht erreichen kann, lässt sich der Druck über einen zusätzlichen Anschluss mit einem Hochdruckreiniger weiter erhöhen. •  Absperrhahn zwischen Pumpe und Bodenleitung schliessen und Pumpe abstellen. •  Auf dem Manometer muss nun der in der Leitung «gefangene» Druck angezeigt werden. Je nach Leitungslänge und Anzahl Zapfstellen darf der Druck in fünf Minuten nicht um mehr als 20 % abfallen. Detaillierte Unterlagen zu dieser Druckprüfung, zum Leitungsbau sowie Links zu den kantonalen Merkblättern finden sich auf der Seite der «Vereinigung für Druckprüfung erdverlegter Gülleleitungen» («VDG»), www.guelle.club.

PE-Druckrohre mit Platzdruck 30 oder 45 bar ein. In den meisten Fällen werden die Rohre direkt ab einer 200-Meter-Rolle eingepflügt. Für diese Arbeiten ist Bieri mit zwei Spezialpflügen (siehe Bilder) ausgerüstet, die von Seilwinden mit bis zu 60 t Zugkraft durch den Boden gezogen werden. Es können auch mehrere Rohrleitungen in einem Durchgang eingepflügt werden. Wie jedes Verfahren, so hat auch dieses Vor- und Nachteile. Nach dem Durchgang des Pflugs kann die rund um die Spalte entstandene Erhöhung mit einem Traktor einfach wieder verdichtet werden, und bereits nach kurzer Zeit sind kaum mehr Spuren sichtbar. «Der Boden wird nicht

Grössere Hindernisse wie Strassen oder Gebäude können mit dem nötigen Kleingeld problemlos mit einer gelenkten Bohrung unterquert werden.

aufgelockert, ein aufwendiges Abhumu sieren und Zudecken entfallen völlig, und das Befahren des Bodens wird minimiert», betont Bieri. Nur an den Zapfstellen, Enden und beim Überqueren bestehender Leitungen muss mit dem Bagger ein kurzer Graben geöffnet werden. Da die sehr wenigen Rohrverbindungen über der Bodenoberfläche geschweisst und dann ebenfalls eingepflügt werden, sind der Montage- und der Zeitaufwand auf ein Minimum reduziert. Auf der anderen Seite stehen die im Vergleich zum PVC-U um etwa 50 % höheren Meterpreise für die PE-Druckrohre sowie der «Kostensockel», der durch das Transportieren und Installieren der schweren Geräte entsteht. Je nach Auftrag und Bedingungen bewegen sich die Kosten für das Einpflügen ohne das Rohr zwischen 6 und 10 Franken pro Laufmeter. Für sehr kurze Leitungsstücke ist dieses Verfahren folglich weniger geeignet.  n 2 2016  Schweizer Landtechnik

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n  Gülletechnik / Tier & Technik

Auslastung als Erfolgsrezept Die Mechanisierung hat die Arbeitsproduktivität in der Landwirtschaft massiv gesteigert. Parallel dazu sind die Kosten der Eigenmechanisierung stark angestiegen. Diese Kosten können mit Maschinenmieten gesenkt werden. Wenn eine Miete weder möglich noch sinnvoll ist, bleibt die Steigerung der Auslastung eine wirksame Massnahme zur Kostensenkung. Ruedi Hunger

Maschinen bewirken eine Effizienzsteigerung, indem Lohnkosten eingespart werden oder die Produktionsmenge eines ­Betriebs, bezogen auf eine Arbeitskraft, gesteigert wird. Die Steigerung der Arbeitsproduktivität ist in vielen Fällen mit höheren Maschinenkosten verbunden. Maschinen verursachen fixe und variable Kosten. Fixkosten fallen an, ob die Maschine genutzt wird oder nicht. Im Gegensatz dazu fallen variable Kosten nur an, wenn die Maschine genutzt wird. Wenn die Anschaffung getätigt und d ­ as Geld «verschwunden» ist, besteht die Gefahr, dass der Maschinenkäufer die Fixkosten vernachlässigt oder gar vergisst. Anders die variablen Kosten: Weil diese laufend (jährlich) anfallen, werden sie in ihrer Dimension oft überschätzt.

Maximale Auslastung – ein Erfolgsrezept Sollen Maschinenkosten reduziert oder tief gehalten werden, ist Auslastung die entscheidende Grösse. Eine Maschine, die häufig herumsteht, also wenig benutzt 36

Schweizer Landtechnik  2 2016

Das Erfolgsrezept «Auslastung» des landwirtschaftlichen Vereins Igis GR hat die positive Nebenwirkung, dass die Gemeinde Landquart mit über 400 ha die grösste Fläche im Ammoniakressourcenprojekt  Graubünden ausweisen kann (2014). Bilder: Ruedi Hunger

LVI im Überblick Präsident Jürg Obrecht und Aktuar Andreas Gabathuler. Nicht auf dem Bild sind Kassier Urs Barfuss sowie die Vorstands­mitglieder Thomas Monsch und Konrad Merk.

Organisation Präsident, Vorstand, Mitgliederversammlung, 22 Mitglieder (wovon 17 aktiv) Vermietungskonzept Alle Maschinen sind im Eigentum des LVI. Diese werden an Mitglieder und Nichtmitglieder (Tarif + 10 %) ausgemietet. Jede einzelne Maschine ist bei einem Maschinenhalter untergebracht, dieser wird für den Platzbedarf und den Maschinenunter-

halt nach ART-Tarif entschädigt. Die Maschinen werden vom Benutzer «sauber» zurückgebracht; bei Nichteinhaltung wird der Benutzer ermahnt, im Wiederholungsfall zur Reinigung angehalten oder diese berechnet. Auf einem Maschinenblatt (das sich auf jeder Maschine befindet) werden die AE, eventuelle Defekte oder Reparaturen mit Datum und Unterschrift bestätigt. Jährlich werden alle Maschinen auf einem Rundgang durch den Vorstand begutachtet. Auslastung, eventuelle Probleme oder der Ersatz / Verkauf werden diskutiert und als Vorschlag der jeweiligen Jahresversammlung unterbreitet.


Tier & Technik / Gülletechnik   n

Ausgebrachte Güllemenge LVI 2011 (m3)

Güllefässer von Agrar

Ausgebrachte Güllemenge LVI 2011 bis 2015 (m3)

25000

15100

14000

10000

12100

19500

15000

16800

20000

5000

0

2011

2012

2013

2014

2015

Die ausgebrachte Güllemenge stieg in den letzten fünf Jahren praktisch kontinuierlich an.

wird, verursacht pro Arbeitseinheit (pro ha, h, Fuder oder m3) hohe Fixkosten. Ebenfalls schlecht ausgelastet ist eine Maschine, die zwar häufig eingesetzt, deren Leistungspotenzial jedoch nur selten ausgeschöpft wird. Diese Überlegung haben vor 25 Jahren die damaligen – und weitgehend noch heutigen – Mitglieder des landwirtschaftlichen Vereins Igis GR (LVI) gemacht. Damals hat der Vorstand auf die Karte «Auslastung» gesetzt und mit viel Mut mit den vor­handenen finanziellen Mitteln ein grosses Druckfass und einen ebenso grossen Mist­zetter gekauft. Ziel war es von Anfang an, diese Maschinen unter den Vereinsmit­gliedern auszumieten, und zwar zu einem Tarif, der unter dem jeweiligen FAT / ART-Tarif liegt. Diese betriebswirtschaftlichen Überlegungen wurden zum Erfolgsrezept.

Heute zählen neben Güllefässem und Mistzettem auch Acker- und Futterbaumaschinen sowie Mähdrescher zum Inventar des LVI. Zu den eigentlichen «Erfolgsmaschinen» mit hoher Auslastung zählen Güllefässer und Mistzetter. Aufgrund hoher Auslastung musste die Stückzahl sukzessive erhöht werden. Aktuell sind drei Güllefässer mit Schleppschlauch und drei Mistzetter dezentral bei Maschinenhaltern stationiert. Die hohe Auslastung der Fässer – zwischen 900 und 1700  Fass  pro Jahr – erlaubt es dem LVI, den Miettarif auf tiefen 70 % des Maschinenkostenberichts von Agroscope zu halten. Dank dem attraktiven Miettarif besteht für den Kunden kein Anreiz für eine eigene Anschaffung, für die er nebst den Kosten auch noch Platz und Zeitaufwand für den Unterhalt vorsehen muss.  n

Der LVI hat 2008 zwei Druckfässer von Agrar gekauft (5000 und 7000 l). Die feuerverzinkten und zusätzlich mit einer Lackschicht überzogenen Fass körper weisen eine gute Kor­rosionsbeständigkeit auf und überzeugten die Mitglieder beim Kauf. Aufgrund der damals aktuellen Diskussionen um ein Ammoniakressourcenprojekt in Graubünden wurde das grössere Fass mit einem Schleppschlauchverteiler nachgerüstet. Der 9 m breite Schleppschlauchverteiler hat 30 Abgänge (Schläuche) und erhöhte das Eigengewicht des Fasses um moderate 530 kg. Damit die Wartezeiten nach der Reservierung durch den Kunden tief gehalten werden können, beschloss die Mitgliederversammlung 2015, die Fässer aufzustocken. Heute stehen dem Kunden drei Agrar-Fässer in den Grössen 6000, 7000 und 8000 Liter zur Auswahl. ­Alle sind mit Schleppschlauchverteiler ausgerüstet (1 × 7,5 m, 2 × 9 m). Das erlaubt dem jeweiligen Landwirt, die für seinen Traktor und sein Gelände richtige Fassgrösse zu wählen. Gleiches Fabrikat und gleiche Ausrüstung heisst auch Anwendung der gleichen elek­trohydraulischen Fernbedienung. Auch wenn einmal ein grösseres oder kleineres Fass gewählt wird, ist dieses mit einem identischen Steuerkasten ausgerüstet, mit dem alle ­Funktionen einzeln oder im Automatikmodus selbstständig ausgeführt werden. Gleiches Fabrikat bedeutet, dass Unterhalt und Service vereinfacht werden, ein wichtiger Punkt, ­da die Fässer dezentral beim jeweiligen Maschinenhalter gewartet werden. Die Fässer sind mit Einzelfahrwerken und Reifen der Grössen «710 / 50-26.5» und «800 / 40-26.5» ausgerüstet. Die Transportbreite der Fässer misst maximal 2,55 m ­und liegt damit im Toleranzbereich für den Strassentransport ohne Sonderbewilligung. Selbstverständlich sind die Fässer alle «grün» eingelöst.

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n  Impression | Fahrbericht

Eurasischer Draufgänger Man war gespannt auf die neue Traktorbaureihe von Kubota. Denn mit dieser Serie stossen die Japaner nicht nur in den Bereich bis 170 PS vor; die Traktoren haben auch eine europäische Note erhalten, wurden sie doch in Europa entwickelt, und die Fertigung erfolgt in Frankreich. Die Schweizer Landtechnik testete das Modell «M7131 K-VT». Roman Engeler und Johannes Paar * Sensing-Verstellpumpe (110 l / min) und bis sechs elektrische Steuerventile aufweisen.

Motor aus Japan Die Schweizer Landtechnik konnte in der Altjahrswoche 2015 das Modell «M7131 K-VT» beim Schweizer Importeur Ad. Bachmann einer ausgiebigen Fahrprobe unterziehen. Wie seine Serienkameraden, so ist auch der «M7131 K-VT» mit dem «V6108»-Motor aus dem Hause Kubo­ta ausgestattet. Das 4-Zylinder-Aggregat weist einen im Traktorbau wohl einzig­ artigen Hubraum von 6,1 l auf, entsprechend lang baut der Traktor (2,72  m Radstand). Trotzdem ist er bei einem Lenkeinschlag von 50° und einem Wenderadius von 5,27 m recht wendig unterwegs. Der grossvolumige Motor sorgt auch für ein ordentliches Eigengewicht, das Kubota mit 6600 kg angibt (zulässiges Gesamtgewicht: 10 000 kg). Mit der Serie «M7001» ist Kubota ein guter Wurf gelungen. Bilder: Roman Engeler/Johannes Paar

Mit den Prototypen ging Kubota seinerzeit früh in die Offensive, erfolgte deren Präsentation doch schon im Herbst 2014. Bis jedoch die Serienfertigung starten konnte, verging dann etwas mehr Zeit als ursprünglich gedacht, lief doch das neu in Betrieb genommene Werk in Bierne bei Dünkirchen (F) erst verspätet richtig an. Zudem sah sich Kubota rechtlichem Ungemach ausgesetzt: Aufgrund von Interventionen eines Autoherstellers bayrischer Provenienz musste man eine kleine Änderung bei der Serienbezeichnung vornehmen und den Namen «M7» durch «M7001» ersetzen. Nun, das hinderte die Japaner nicht daran, einen Traktor mit vielen Tugenden und ansprechendem Design zu entwickeln. * Redaktor beim österreichischen Fachmagazin «Landwirt»

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Schweizer Landtechnik  2 2016

Drei Modelle – drei Ausstattungen Die Baureihe «M7001» besteht aus drei Modellen mit Leistungen von 130, 150 und 170 PS (nach 97 / 68 / EG). Die Traktoren können in den drei Ausstattungsvarianten «Standard», «Premium» und «Premium K-VT» geordert werden, wo­bei die Unterschiede vornehmlich beim Getriebe und bei den Hydraulikkomponenten auszumachen sind. «Standard» und «Premium» sind mit einem 4-fach«PowerShift»-Getriebe mit 24 × 24 Gängen (optional zusätzlich Kriechgänge) ausgestattet. Die «Premium K-VT»-Linie (Kubota Variable Transmission) verfügt über das stufenlose Getriebe aus dem Hause ZF («TMT 16» als Nachfolger des bekannten «Eccom 1.5»). «Standard» ist weiter mit einer Konstantpumpe (80 l / min) und maximal vier mechanischen Steuergeräten bestückt, wogegen «Premium» und «Premium K-VT» eine Load-

Mit «Boost» Der Motor erfüllt die Abgasnorm der Stufe 4. Unter der Haube befinden sich Partikelfilter und ein Oxidationskatalysator. Beim Auspuffrohr sitzt dann die SCR-Technik. Die Tankinhalte betragen 330 l für Diesel und 38 l für den Zusatzstoff «AdBlue». Mit Commonrail-Einspritzung, 4-VentilTechnik, Turbolader und Ladeluftkühlung wird eine effiziente Verbrennung erreicht. Beim «M7131 K-VT» entfaltet der Motor bei Nenndrehzahl von 2200 U / min 130  PS. Bei eingeschalteter Zapfwelle oder einer Geschwindigkeit über 20 km/h «boostet» das Aggregat die Leistung nochmals um bis zu 20 PS nach oben. Das Kühlerpaket lässt sich zum Reinigen leider nur wenige Zentimeter nach vorne schwenken. Die Zugänglichkeit des Luftfilters ist aber hervorragend. Das­ gilt auch für die rechts unter dem Aufstieg platzierte Batterie und den Bat­ teriehauptschalter an der Lenksäule in der Kabine.


Fahrbericht | Impression   n

Die Vorderachsfederung lässt sich in drei Stufen den Bedienungen anpassen.

Hoher Komfort Schönen Komfort bietet das stufenlose Getriebe. Das Motor-Getriebe-Management sorgt für eine einfache Bedienung und stellt für die verschiedenen Arbeiten den passenden Betriebsmodus zur Verfügung. Die Geschwindigkeit wird mit dem Fahrpedal oder mit dem Multifunktionshebel bestimmt. Beide Fahrmodi sind permanent aktiv, ein Umschalten ist daher nicht notwendig. Etwas versteckt links unterhalb des Multifunktionshebels – aber trotzdem gut erreichbar – befindet sich ein Knopf (Hase / Schildkröte), mit dem sich die Spreizung des Fahrpedals oder des Multifunktionshebels verändern lässt. In der «Gruppe Schildkröte» kann die maximale Geschwindigkeit im Terminal von 2 bis 20 km / h stufenlos verstellt werden. In der «Hase-Gruppe» ist sie auf 40 km / h fixiert.

Übersichtliches Terminal Weiter lassen sich viele Features im Menü des gediegenen, 12 Zoll grossen Touchscreen-Terminals (Kverneland lässt

Die Vorderachse mit der Längsschwingenfederung stammt von Dana.

grüssen) oder teilweise direkt in der Armlehne und am Multifunktionshebel einstellen: zwei Motordrehzahlen, die Motordrückung, das Beschleunigungsverhalten, jeweils zwei Tempomatgeschwindigkeiten für vorwärts und rückwärts, sowie das «Einfrieren» der Getriebeübersetzung für eine höhere Motorbremswirkung. Aufgefallen ist zudem, dass der Hersteller ZF die aktive Stillstandsregelung an die Bedienlogik des «TMT09»-Getriebes – wie es derzeit im Lindner-«Lintrac» verbaut wird – angepasst hat: Sie ist nur aktiv, wenn der Fahrer die Fussbremse leicht betätigt. Gibt man das Pedal frei, bewegt sich der Traktor mit etwa 0,5 km / h in die vorgewählte Fahrtrichtung, ähnlich wie bei einem Auto mit Automatikgetriebe. Diese Neuerung hat einen sicherheitstechnischen Aspekt. Der Fahrer muss dadurch beim Verlassen der Kabine die Handbremse anziehen. Der Powershuttle-Hebel links an der Lenksäule hat die Funktionen «vorwärts», «rückwärts» und «neutral». Die

Fahrtrichtung lässt sich auch mit einer Schaltwippe am Multifunktionshebel in der Armlehne wechseln. Eine Parksperre oder -bremse gibt es leider nicht. Dafür hat Kubota aber an einen Notfahrschalter gedacht. Damit kann der Traktor in einer Notsituation über eine kurze Distanz aus dem Gefahrenbereich manövriert werden.

Vielfalt im Heck Die Heckhydraulik bietet eine Hubkraft von 9000 kg. Mit den Unterlenkern der Kategorie III können so schwere Ge­ rätschaften gehoben und transportiert werden. Optional gibt es auch einen ­ Frontkraftheber und natürlich eine Front­-

Video zum Kubota «M7131 K-VT» Weitere Filme zu landtechnisch interessanten Themen auf unserem Youtube-Kanal «Schweizer Landtechnik».

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n  Impression | Fahrbericht

Steckbrief Kubota «M7131 K-VT» Motor: 4 Zylinder, 6125 ccm, Turbolader mit Ladeluftkühlung, Commonrail, Abgasstufe 4. Nennleistung bei 2200 U / min: 130 PS Boostleistung: 150 PS (nach 97 / 98 / EG). Tankinhalt: 330 l Kraftstoff, 38 l AdBlue. Getriebe: stufenlos, leistungsverzweigt, TMT16 von ZF. «Premium»-Ausstattung: Komfort-Armlehnenbedienung mit Multifunktionshebel (Hydraulik- und Getriebefunktionen), elektrischen Steuergeräten und Isobus-Terminal.

Hydraulik: Load-Sensing mit Verstellpumpe, 110 l / min, max. 6 elektrische Steuerventile. Hubwerk: 9000 kg (Heck), 3500 kg (Front. Option). Zapfwelle: 540 / 540E / 1000 / 1000E (Heck), 1000 (Front, Option). Masse: Leergewicht: 6600 kg, zulässiges Gesamtgewicht: 10 000 kg. Max. Reifendimension: 540 / 65R28 (vorne), 650 / 65R38 (hinten). Listenpreis: 116 200 Fr. (exkl. MWST). (Herstellerangaben)

Die externe Bedienung von Zapfwelle, Steuergerät und Hubwerk ist an den beiden Kotflügeln griffgünstig positioniert.

Heck der Premium-Variante: pneumatische Kabinenfederung, serienmässige Druckluftanlage, elektrische Steuergeräte und Isobus-Stecker.

zapfwelle (beide von Zuidberg). Zapfwellenseitig stehen die Geschwindig­ keiten 540, 540E, 1000 und 1000E zur Wahl, vielleicht etwas umständlich über zwei Hebel zu wählen. Ein- und ausgeschaltet wird jedoch per Knopfdruck in der Ka­bine ­oder extern an den Kotflügeln. Wird die Dreipunkthydraulik angehoben, so stellt ­die verfügbare automatische Zapfwellenschaltung ab und schaltet sich wieder zu, wenn abgesenkt wird.

Japanisches Ambiente Die 4-Pfosten-Kabine mit durchgehender Frontscheibe wird von Kubota selbst gebaut und bietet eine gute Rundumsicht. Die Türen öffnen weit, und auf dem gepolsterten Beifahrersitz fühlen sich nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene wohl. Bei der «Premium»-Ausstattung ist die Federung pneumatisch und wird abhängig von Belastung und Geschwindig40

Schweizer Landtechnik  2 2016

keit elektronisch geregelt. Viele Möglichkeiten bietet auch die dreistufige Vorderachsfederung per Längsschwinge von Dana: Neben der automatischen Niveauregelung gibt es einen Block- und einen manuellen Modus. Im Blockmodus werden die Federzylinder in der niedrigsten Position fixiert, was beispielsweise bei der Arbeit mit dem Frontlader von Vorteil sein kann. Weiter lässt sich die Federung mit einem Taster manuell raufund runterfahren, was beim An- und Abbau des Frontladers oder anderen Geräten hilfreich ist. Die Lenksäule lässt sich teleskopieren und in der Neigung verstellen. Die analogen und digitalen Anzeigen im Armaturenbrett sind übersichtlich angeordnet.

Fazit Mit der Serie «M7001» ist Kubota ein guter Wurf gelungen, was aber auch nötig ist, um in der Ackerbauliga künf-

tig eine Rolle zu spielen. Der grossvolumige Motor hat ordentlich Kraftreserven, und das erprobte stufenlose Getriebe funktioniert tadellos, obschon das Ansprechverhalten beim Beschleunigen oder Abbremsen noch etwas ausgeprägter sein könnte. Die Hydraulik- und Zapfwellenausstattung liegt auf technisch hohem Niveau, was auch für die Kabinen- und Vorderachsfederung gilt. Das Bedienkonzept ist schon fast «genial einfach», man findet sich ohne grosse Einführung schnell zurecht. Kubota gewährt für seine Traktoren drei Jahre Werksgarantie (gegen Aufpreis auch fünf Jahre). Dieses solide Gesamtpaket mit vernünftigem Preis-Leistungs-Verhältnis ist eine echte Alternative.  n


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Multitalent sichert Ladung Mit dem neuen Ladungssicherungssystem «BSS 10+» von Beck lassen sich Grossballen und Paloxen in Rekordzeit für den Transport sichern und abdecken. Das System wurde erstmals an der Agritechnica 2015 präsentiert und fand dort international grosse Beachtung. Die Schweizer Landtechnik hat die erste ausgelieferte Version im Einsatz beobachtet. Ruedi Burkhalter «Das Ziel war ein System, das möglichst viele Bedürfnisse abdeckt», sagt Joel Mosimann. Zusammen mit den beiden Arbeitskollegen Beat Riesen und Markus Flury hat der junge Landmaschinen-Mechanikermeister für Beck AG in Burgdorf das «Beck Sicherungs-System», kurz «BSS 10+» entwickelt. Mit diesem System kann der Fahrer eine Ladung aus Paloxen, Rund- oder Quaderballen in beliebigen Abmessungen, ohne zusätzliche Spanngurten zu benötigen, in weniger als einer Minute für den Strassenverkehr sichern und nebenbei auch gleich noch abdecken. Dies im Gegensatz zur herkömm-

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Schweizer Landtechnik  2 2016

lichen Ladungssicherung: Fürs Sichern einer Ladung von 32 Rundballen beispielsweise werden üblicherweise acht bis zehn Spanngurten und bis zu 40 Minuten Zeit benötigt. Das Abdecken mit einer herkömmlichen Plane beansprucht noch mehr Zeit, erfordert eine Leiter und kann sehr gefährlich sein. Doppelgelenke bringen Flexibilität Das «BSS 10+» ist nicht das erste System für die mechanische Ladungssicherung auf dem Markt. Es ist aber das bisher einzige System, mit dem eine Ladung mit flexiblen Abmessungen nicht nur von der

Seite, sondern zusätzlich von oben gesichert wird. Dabei bilden zwei bewegliche Seitengitter und ein Dachrahmen eine feste Begrenzung. Das Besondere an den beiden Seitengittern ist deren Aufhängung an je zwei mit Doppelgelenken ausgestatteten Armen hinten und vorne. Diese Doppelgelenke ermöglichen es einerseits, die Seitengitter auf verschiedenen Höhen zu positionieren und somit zwei Lagen von Paloxen oder Quaderballen mit verschiedenen Abmessungen zu sichern. Ein zweiter Vorteil besteht darin, dass die Seitengitter zum Beladen des Anhängers unter die Ladefläche ab-


Praxistest | Impression   n

Die Höhe der Seitengitter kann dank Doppelgelenken an unterschiedliche Ballenmasse angepasst werden. Bilder Ruedi Burkhalter/Joël Mosimann

gesenkt werden können. So kann der Anhänger beispielsweise durch einen Stapler mit Paloxen beladen werden, ohne dass die Seitengitter dabei stören würden. Sind die Seitengitter in Beladungsposition, kann mit dem Anhänger uneingeschränkt manövriert werden. Weiter bieten die Seitengitter einen sehr weiten Klemmbereich von 1 bis 3 m. Das heisst, sie können auch innerhalb der Ladefläche eine Ladung sichern, wenn beispielsweise nur ein Rest von Ballen transportiert wird.

Mehr als nur ein Dach Die ausgeklügelte Dachkonstruktion ist die zweite Komponente des Sicherungssystems und hat nicht nur eine eigentliche Abdeckfunktion. Das Dach besteht in der Mitte aus einem stabilen, gut einen Meter breiten Rahmen aus Vierkantprofilen und

zwei äusseren, nach oben schwenkbaren Eckteilen. Das Dach ist über zwei hydraulische Teleskopmasten mit der Ladungsfläche verbunden. Mit dem stabilen Rahmen lässt sich eine Ladung wie Siloballen mit einem Mehrfachen des Ladungsgewichts gegen die Ladefläche nach unten drücken. So wird die Ladung eingeklemmt, weshalb die Seitengitter quasi nur noch als Zusatzsicherung dienen. Werden die Eckteile des Dachs abgesenkt, ergibt dies zusätzlichen seitlichen Halt für die oberste Ballen- oder Paloxenlage. Als Option kann für zusätzlichen seitlichen Halt auf der Brücke eine demontierbare Seitenkante befestigt werden.

Reichlich Höhe zum Beladen Sind Teleskopmasten und Eckteile des Dachs ganz angehoben, ergibt sich eine Lichtweite von 3,7 m, was für das Beladen

Die Seitengitter können bis auf einen Abstand von einem Meter auch Ladungen innerhalb der Ladefläche festklemmen.

Beim Be- und Entladen sind die Seitengitter unterhalb der Ladefläche, sodass auch das unge­hinderte Beladen mit einem Stapler möglich ist.

aller denkbaren Güter ausreicht. Mit einer Brückenhöhe von einem Meter bietet der Anhänger eine nutzbare Ladehöhe von gut drei Metern. Für innerbetriebliche Transporte ist es dadurch sogar möglich, eine dritte Paloxenlage aufzustapeln. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass ein Ladungsblock durch Dachrahmen, DachEckteile und Seitengitter dreifach gegen das Wegrutschen gesichert wird – und dies in Rekordzeit. «Weil das System v­ on drei Seiten aktiv auf die Ladung drücken kann, kommen auch Ballen mit nicht exakt

Die obere Ballenlage wird durch den Hauptrahmen der Dachkonstruktion mit grosser Kraft gegen die Ladefläche gedrückt.

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n  Impression | Praxistest

Sind die Teleskopmasten ganz ausgefahren und die Eckteile des Dachs aufgeklappt, ergibt sich eine grosszügige Lichtweite von 3,7 m.

Mit der handlichen Funkfernbedienung kann sich der Fahrer für die Bedienung immer optimal positionieren. So werden beispielsweise Folienbeschädigungen verhindert.

nen kann. Sollte die Fernbedienung einmal vergessen gehen, lässt sich das Ganze System aber zusätzlich auch über Folientasten des zentralen Funkempfängers an der Vorderseite des Anhängers bedienen.

Baukastensystem für Nachrüstung

Jeder Hydraulikzylinder ist mit einem eigenen, elektrisch betätigten Ventil ausgestattet. Der Steuerungskasten an der Vorderseite des Wagens ist mit einer Folientastatur für die Notbedienung ausgerüstet.

gleichmässigen Abmessungen gar nicht ins Rutschen, was gefährliche Schläge auslösen würde», betont Joel Mosimann.

Minimum an Schläuchen «Für die hydraulische Betätigung der beweglichen Komponenten wurde ein System ausgewählt, das möglichst wenig Schläuche benötigt», erklärt Joel Mosimann. Für den Betrieb genügt ein einfaches Steuergerät mit Rücklauf. Der Ölstrom wird in der Mitte des Anhängers auf einen vorderen und einen hinteren Kreislauf aufgeteilt. Jeder der 14 Hydrau44

Schweizer Landtechnik  2 2016

likzylinder ist an einer Ringleitung angeschlossen und mit einem elektromagnetisch betätigten Ventil ausgestattet. Auf diese Weise konnte die benötigte Schlauchlänge minimiert und ein zusätzlicher Sperrblock auf jedem Zylinder eingespart werden. Bedient wird das System über eine Funkfernsteuerung. Das hat insbesondere den Vorteil, dass der Fahrer für die Betätigung auf beiden Fahrzeugseiten einen Standort mit idealer Sicht auf die Klappvorgänge einnehmen, sich frei bewegen und allenfalls auch von der Traktorkabine heraus das System bedie-

Die Konstruktion des «BSS 10+» wird in die Standardhülsen des Anhängers eingesteckt und ist deshalb auch zur Nachrüstung auf bereits vorhandenen Anhängern der meisten Fabrikate geeignet. Der hier abgebildete Dreiachsanhänger hat eine Brückenlänge von 10,1 m, was gut für acht Siloballen in der Länge ausreicht. Das System kann jedoch, wie bei Beck üblich, individuell auf die Bedürfnisse jedes Kunden zugeschnitten werden. Jede Medaille hat bekanntlich zwei Seiten: Das ganze Sicherungssystem weist ein Gewicht von rund 2,5 t auf und reduziert entsprechend die Nutzlast des Anhängers. Die hier abgebildete «Vollversion» des Beck-Sicherungssystems dürfte mit einem Preis von rund 27 000 Euro (inkl. MwSt.) zudem vor allem ins Budget von grösseren Betrieben, Gemüsebauern, Transporteuren und Lohnunternehmern passen. «Wir haben bewusst zu Beginn eine Vollversion mit bestmöglichem Komfort und Flexibilität gebaut», erklärt Entwickler Mosimann. Das System sei auch in einfacheren und deutlich günstigeren Versionen erhältlich, beispielsweise als «Nur-Dach»- und / oder «Seitenkante»Version ab 8000 bis 15 000 Euro oder als Version mit einfacheren Seitengittern.  n


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Folien versus Netz Untersuchungen zum Thema «Netz- oder Folienbindung» zeigen überraschende Resultate. Sollten diese in den kommenden Jahren bestätigt werden, ist mit einem Durchbruch der Folienbindung bei Rundballensilage zu rechnen – obwohl die Kosten leicht höher sind. Ruedi Hunger

Die Folienbindung wird als neuer Trend bei Rundballen angepriesen, obwohl sie nicht ganz so neu ist. Doch vorerst zu den allgemein gültigen Silierregeln. Kurz geschnittenes oder gehäckseltes Futter lässt sich stärker verdichten, und die Luft wird schneller aus dem Silo / der Balle verdrängt. Dadurch wird die Milchsäuregärung gefördert und das Risiko von Nachgärungen vermindert. Da Hefen und Schimmelpilze nur bei Luftzutritt wachsen können, kommt dem luftdichten Abdecken des Silos oder Verschliessen der Siloballen eine zentrale Bedeutung zu. Dies deshalb, weil das von den Pflanzen noch ausgeatmete Kohlendioxyd eine konservierende Wirkung hat. Bei Silage sind Futterqualität, Nutzungszeitpunkt und Anwelkgrad jene Einflussfaktoren, die das Verdichten beeinflussen. Schnittlänge, Bauart der Presse und «Verpackungsart» sind mitbestimmend,

und schliesslich beeinflusst der Fahrer durch seine Fahrweise das Produkt «Rundballensilage». Rundballen wurden bisher im kritischen Übergang nach Abschluss der Verdichtung bis zum Wickeln meistens mittels einer Netzbindung gesichert. Diese Bindung verhindert, dass sich der fertig verdichtete Ballen wieder auflockert oder gar auseinanderfällt. Wer Erfahrung beim Öffnen von Grassilageballen hat, weiss, dass sich Netze teilweise schlecht oder nur aufwendig entfernen lassen. Sie bleiben hängen, reissen oder einzelne Fäden bleiben zurück und finden den Weg in den Kuhmagen. Alternativ bietet sich die Folienbindung an. Folien lösen sich besser vom darunterliegenden Futter und können gemeinsam mit der Wickelfolie richtig entsorgt werden. Allerdings soll es auch vorkommen, dass Teile der dünnen Folie abreissen und im Futter bleiben.

Kuhn schwenkt die Folienrollen für den Bindevorgang um 90° (Bild Ruhezustand). Unter der Folieneinführung ist die Netzrolle für die alternative Netzbindung sichtbar.

Erfunden haben es … …  die Schweizer! Erste Versuche und technische Anpassungen zur Folienbindung wurden von Baltensperger Farmtechnik in Brütten ZH gemacht. Bereits 2005 stand der erste Prototyp mit Folienbindung im Feldeinsatz. Parallel dazu musste auch der Folienlieferant von der Notwendigkeit vorgedehnter Mantelfolie überzeugt werden. Vorerst wurden einige Orkel-Ballenpressen in der Schweiz umgebaut, später – nach Anpassung der Pro-

«Wie Tag und Nacht» Über 20 Jahre Erfahrung mit Pressen hat der Tösstaler Lohnunternehmer. Damit er alle Kunden bedienen kann, stehen drei Pressen zur Verfügung; neben einer älteren SoloMaschine von McHale stehen eine McHale «Fusion 3+» (2. Saison) und eine Kuhn «i-Bio+» (1. Saison) – beide mit Folienbindung. Letztere ist eine der wenigen Null-SerieMaschinen, die das Kuhn Center Schweiz im vergangenen Frühjahr in die Schweiz importiert hat. «Wir pressen relativ viele HaylageBallen für Pferde, da toleriere ich nun einfach kein verschimmeltes Futter. Seit wir mit Folie binden, ist das wie Tag und Nacht. Auch von den Kunden habe ich nur positive Rückmeldungen», sagt Bosshard und weiter: «Ich habe die Kunden verteilt von 600 m bis 1000 m ü. M. Gerade für Hanglagen ist die Kuhn ‹i-Bio+› eine ideale Presse, sie ist für ihre Grösse leistungsfähig und doch handlich. Die rund 95 kW (130 PS) reichen gut aus, und mit knapp 4 t Eigengewicht können wir eigentlich

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Max Bosshard, Lohnunternehmer Bauma im Tösstal ZH (Kuhn «i-Bio+» mit Folienbindung und McHale «Fusion Plus» mit Mantelfolienbindung).

überall fahren. Die McHale ‹Fusion Plus› verfügt zusätzlich über eine Innenraum-Überwachung mittels Kamera. Da sieht man natürlich sofort, wenn die Folie einmal nicht richtig läuft.» Zur Frage der Mehrkosten für Bindefolie meint Bosshard: «Wir verrechnen nicht mehr für die Folie als für das Netz. Dafür erzielen wir dank besserer Silagequalität eine hohe Kundenbindung, und das ist mir mehr wert.» Die kleine, ältere McHale-Presse will Bosshard noch eine Saison nutzen, dann soll sie eine dritte Presse mit Folienbindung ersetzen. Die Folienentsorgung bezeichnet Bosshard als «einfacher» als mit dem Netz. Dazu ein pikantes Detail: Der initiative Lohnunternehmer sammelt schon seit über 20 Jahren Silofolie und führt sie der Wiederverwertung zu (Inno Recycling, Eschlikon TG). In der Zwischenzeit ist daraus zweimal im Jahr ein eigentlicher Kundenanlass entstanden mit Kaffee und Kuchen. Immerhin werden pro Anlass rund 7,5 t Folie gesammelt – 15 t pro Jahr!


Erfahrungsbericht | Impression   n

«Würde ich jederzeit wieder kaufen» Im Jahr 2005 kaufte Ueli Emch die erste Rundballenpresse. 2011 stellte sich für den Lohnunternehmer die Frage, ob er in eine zusätzliche Presse investieren solle. «Von Beginn an war mir klar, wenn ich eine Investition tätigen werde, dann sicher nur in eine Maschine, die Mitbewerber noch nicht haben», so Ueli Emch. Nach einer Feldvorführung war er sofort überzeugt, in einer «i-Bio»-Presse mit Folienbindung die richtige Maschine gefunden zu haben. Bereits im folgenden Winter stellte Emch fest: «Auf einmal hatten wir keine grauen Stellen mehr rund um den Ballen; etwas, das bei Netzbindung immer wieder mal vorkommen kann. Von diesem Moment an setzten wir bei der Silage nur noch die Mantelfolie ein.» Die Kundschaft konnte Emch rasch überzeugen, und die positiven Rückmeldungen in den folgenden Jahren bestätigten die bessere Qualität der Ballen. 2013 kaufte das Lohnunternehmen zusätzlich eine Kuhn «i-Bio+».

Diese Presse – ein Prototyp aus dem Werk Geldrop – verfügte bereits über die (Wickel)Folienbindung. Damit hat Emch nun zwei Kuhn-Pressen mit unterschiedlicher Folienbindung, dazu meint er: «Bezüglich BindeQualität unterscheiden sich die beiden Systeme eigentlich nur in der Vorspannung der Bindefolie und der wählbaren Dicke der verschiedenen Wickelfolien. Mit dem neuen System können wir noch formstabilere Silageballen pressen, was auf eine höhere Vorspannung der Wickelfolie gegenüber der Mantelfolie zurückzuführen ist.» Ueli Emch presste in der vergangenen Saison aufgrund der Trockenheit «nur» 3000 Ballen, schätzt es aber, dass beim neuen System immer die gleiche Folie eingesetzt werden kann. Zudem seien die einzelnen Rollen durch die kippbaren Halterungen einfacher zu wechseln. «Es kann vorkommen, dass die zwei Binderollen nicht ganz gleichzeitig fertig sind, dann bleibt auf der einen Rolle noch etwas

Ueli Emch, Holzhacker und Lohnunternehmer, Kestenholz SO (Kuhn «i-Bio» und «i-Bio+»)

Folie übrig. Im Grossen und Ganzen ist es ein gut funktionierendes System», meinte Emch abschliessend.

Das Lohnunternehmen von Max Bosshard beurteilt Folienbindung und Netzbindung wie «Tag und Nacht». Seine Tochter schätzt die gute Haylage-Qualität für ihre acht Pferde.

Lohnunternehmer Ueli Emch presst mit Kuhn-Bio-Pressen, seit es diese gibt. Aufgrund der tadellosen Silage ist er überzeugt, auch mit der «i-Bio+» wieder die richtige Presse gekauft zu haben.

Das Lohnunternehmen «Good-Silage» setzt auf Claas-Pressen mit Folienbindung und ist überzeugt, dass die zusätzliche Drehung vor dem Abwerfen der gewickelten Balle ein entscheidendes Detail ist.

Lohnunternehmer Elmar Kaiser hat vergangenes Jahr eine Krone«Comprima» mit Folienbindung gekauft. Rückfragen bei Kunden bestätigen die gute Silagequalität mit Folienbindung.

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n  Impression | Erfahrungsbericht

«Mehr Qualität – weniger Ärger» Christoph Good weiss, wovon er spricht, wenn Ballensilage thematisiert wird. Seit 20 Jahren ist er im Lohnbusiness tätig und hat schon Tausende Rundballen gepresst. In der vergangenen Saison (2015) standen drei Claas-Pressen im Einsatz – zwei KombiPressen und eine Solo-Maschine. Er ist mit seinen Maschinen übers Sarganserland hinaus bis Quarten (Walensee), Weite / Buchs (Rheintal) und Malbun (FL) unterwegs. Rund ein Drittel der Ballen presst Good «am Berg» – sprich, in Hanglagen. «Im Jahr 2012 stand ich vor der Entscheidung – Schluss mit Pressen oder Folienbindung. Ich habe mich für die Folienbindung entschlossen und damit den richtigen Entscheid getroffen», meinte der initiative Lohnunternehmer. Die drei ClaasPressen wurden beim Importeur in der Schweiz entsprechend ausgerüstet. «Meine Kunden haben die Folienbindung rasch akzeptiert. Denn bei über 95 % aller Silagebal-

duktionsstrasse – geschah dies im Werk in Norwegen. In der Zwischenzeit bieten auch Case, Claas, Göweil, Kuhn, Krone, Lely, McHale und New Holland die Folienbindung an. Eigentlich wurde der Trend zur Folienbindung für Grasballen durch die Folienbindung bei Maisballen so richtig «in Fahrt gesetzt». Aussagen, dass mit Folienbindung die Ballen kompakter sind, werden durch Versuchsresultate in England bestätigt. Gleichzeitig wurden am belgischen «Instituut voor Landbouw en Visserijonderzoek» Messungen zu eigentlichen Wickel-

len setze ich die Folienbindung ein, und dies obwohl ich CHF 2.– pro Balle mehr verrechnen muss», so Good. Der Lohnunternehmer bindet 2,5-fach mit Mantelfolie (13 µm) und wickelt anschliessend 6-fach. Auf ein kleines, aber wichtiges Detail legt Good grossen Wert: Bei Claas-Pressen wird die fertig gewickelte Balle vor dem Abwerfen nochmals um 360° gedreht; somit besteht Gewähr, dass Lufteinschlüsse, die vom Wickeln herrühren, ausgepresst werden. Und weiter betont er: «Bei den Solo-Pressen achte ich darauf, dass Ballen innerhalb einer Viertelstunde nach dem Pressen gewickelt werden. Apropos Mehrpreis: Die Kunden haben die Rechnung rasch gemacht, gegenüber der Netzbindung gibt es kaum noch und wenn, dann nur wenig Verluste. So sind die CHF 2.– Mehrpreis gut investiertes Geld. Die letzten Winter waren extrem ruhig, keine Telefonanrufe, keine Reklamationen, kein Frust bei den Kunden.»

folien durchgeführt. Diese 20 µm starke Folie lässt sich rund 10 % dehnen und ist der Hauptgrund für die gegenüber der Netzbindung festeren Ballen. Weiter ist erwiesen, dass vorgedehnte Folien – sei dies Mantelfolie oder Wickelfolie – eine um ein Vielfaches höhere Sauerstoffbarriere darstellen. Inzwischen werden bereits 13 µm dünne Mantelfolien mit Erfolg eingesetzt. Alle von Institut befragten Lohnunternehmer sagen aus, dass es Qualitätsunterschiede zwischen Netz- und Folienbindung gibt. Konkrete Versuchszahlen bestätigen, dass die

Christoph Good, Good-Silage, Mels SG (drei Claas-Pressen mit Mantelfolienbindung und eine Lely Welger mit Netzbindung).

Frischmassenverluste (Schimmel) bei Folienbindung nur einen Fünftel der Netzbindung ausmachen. Bei beschädigten Ballen – das kann natürlich auch bei Folienbindung passieren – wurden durchschnittlich 26 kg (bei Folien) gegenüber 72 kg (bei Netz) entfernt. Der bessere Luftabschluss mit Folienwicklung wird durch einen Drucktest bestätigt, welcher zeigte, dass diese Ballen im Durchschnitt 160 Sekunden länger brauchen als solche mit Netzbindung, bis sie sich nach der Entfernung der Folie dem atmosphärischen Druck angepasst haben.  n

«Völlig zufrieden»

Elmar Kaiser, Lohnunternehmer in Wil ZH (Krone-«Comprima» mit Mantelfolienbindung).

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Elmar Kaiser hat ein Lohnunternehmen mit Mähdrescher, Feldhäcksler sowie Quaderund Rundballenpressen. Zudem ist er im Heu- und Strohhandel tätig. Sein Einzugsgebiet ist das Rafzerfeld und das grenznahe Deutschland. Kaiser ist seit 18 Jahren im «Pressen-Geschäft» tätig und kennt die Bedürfnisse seiner Kunden gut. «Bei uns ist der Wunsch für Folienwicklung bei Silageballen noch nicht so ausgeprägt wie in anderen Teilen der Schweiz, und dennoch habe ich mich im vergangenen Jahr für den Kauf einer Presse mit Folienbindung entschlossen», so Kaiser. Die kürzlich gemachten Rückfragen bei Kunden widerspiegeln eine hohe Zufriedenheit. Viele schätzen es, dass die Ballen besser geöffnet werden können. Auffallend sei im Vergleich zur Netzbindung, wie wenig graue Stellen die Ballen mit Folienbindung

aufweisen. Angesprochen auf die höheren Kosten, meinte Kaiser: «Wir setzten die Krone-«Comprima» mit Folienbindung während der vergangenen Saison erstmals ein. Da wir ja nicht zum Voraus wussten, wie gut die Folienbindung bei den Bauern ankommt, haben wir keinen höheren Preis verrechnet. Für mich ist es Teil der Kundenbindung, die mir viel wert ist. Ich sehe jetzt diesbezüglich auch in Zukunft keinen dringenden Handlungsbedarf.» Noch eine interessante Anmerkung: Das Lohnunternehmen Kaiser presst ebenfalls im grenznahen Raum in Deutschland und verrechnet auch dort die Schweizer Tarife. «Sie wollen uns, weil die Kunden weniger Wartezeit in Kauf nehmen müssen als bei den deutschen Mitbewerbern», sagte Kaiser abschliessend.


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«Plug-and-Play» oder das Gerät einstecken und nutzen, ist bei vielen elektronischen Komponenten noch nicht an der Tagesordnung. Bild: Roman Engeler

Neue Ziele im Visier Die «Agricultural Industry Electronics Foundation» wurde einst für die Standardisierung der Isobus-Schnittstelle gegründet. Heute will man den Aufgabenbereich aber nicht alleine auf Isobus beschränken und hat deshalb weitere Gebiete wie elektrische Antriebe, Kamerasysteme oder die drahtlose Feldkommunikation im Visier. Roman Engeler In einem Haushalt macht sich heute wohl niemand mehr ernsthaft Gedanken darüber, ob der Stecker eines Elektrogeräts in die vorhandene Steckdose passt und mit dem dann fliessenden Strom funktioniert. Ebenso kann der Landwirt heute davon ausgehen, dass eine über die Zapfwelle betriebene und an der Heckhydraulik angebaute Maschine des Herstellers X kompatibel zum Traktor des Herstellers Y ist. Diese Schnittstellen sind längstens genormt, alle Hersteller halten sich daran, und die Maschinen tun auch ihren Dienst.

Norm unterschiedlich interpretiert (Noch) ist dies bei vielen elektronischen Komponenten nicht der Fall. Obwohl be50

Schweizer Landtechnik  2 2016

reits vor Jahren in der Landtechnik dafür die Isobus-Norm (ISO 11783) geschaffen wurde, bereitet deren Implementierung nach wie vor Schwierigkeiten. Grund dafür ist, dass komplexe Elektronikstandards sich verschieden interpretieren und damit auch in unterschiedlichster Weise in die Praxis umsetzen lassen. Genau da setzt die von sieben führenden Unternehmen und von zwei Herstellerverbänden aus der Landmaschinenbranche gegründete «Agricultural Industry Electronics Foundation» (AEF) den Hebel an. «Wir verfolgen das Ziel, die Isobus-Technologie zu fördern und dieser Norm zum endgültigen Durchbruch zu verhelfen», heisst es bei der AEF. Isobus normiert die Kommunikation zwischen Traktoren und Anbau-

geräten, aber auch den Datenaustausch zwischen mobilen Systemen und sorgt so für eine herstellerübergreifende Kompatibilität. Mittlerweile sind mehr als 190 Firmen bei der AEF dabei. Mit regelmässigen «PlugFesten» versucht man, die verschiedenen Hersteller von Landtechnik an einen Tisch zu holen, damit sie ihre eigenen IsobusProduktentwicklungen in Verbindung mit jenen anderer Hersteller testen können. So soll man dem Ziel «Plug-and-Play» (übersetzt einstecken und abspielen) Schritt für Schritt näherkommen. Rund um diese Isobus-Schnittstelle hat die AEF mit ihrem Konzept Erfolg gehabt. Doch die Verantwortlichen wollen sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen, son-


Technisch | Wissen   n

dern haben neue Tätigkeitsgebiete in der landtechnischen Anwendung von Komponenten entdeckt. Die AEF betont aber mit Nachdruck, dass man nicht Normen oder Standards definieren will, sondern einzig und allein die Umsetzung von Normen und Standards in der Praxis fördern und begleiten möchte.

Elektrische Antriebe Ein solches neues Tätigkeitsgebiet stellen die elektrischen Antriebe dar, die in der Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen. Ziel einer eingesetzten Projektgruppe ist die Ausarbeitung eines Normenvorschlags für eine Traktorenschnittstelle für die Stromversorgung von Anbaugeräten und externen Komponenten. Dahinter steht der Gedanke, dass die Elektromotoren aller marktgängigen Anbaugeräte mit jedem Traktormodell kompatibel und die Leistungsdaten des Motors die einzige Begrenzung sein sollten. Dezentrale Elektromotoren können die Einschränkungen mechanischer und hydraulischer Lösungen überwinden und die Anforderungen einer neuen Genera-

tion von Anbaugeräten erfüllen, die erhebliche Vorteile mit sich bringen würden. Fünf Untergruppen bearbeiten dafür bereits spezielle Themen: Schnittstellenverbindung (physikalisches Interface), Anforderungen der Anbaugeräte, Sicherheits- und Risikoanalyse, Spezifikation der Schnittstelle bezüglich den Anforderungen an Kommunikation und Leistung und an Lösungsansätzen für die Kühlung. «Wir definieren nur die Schnittstelle (Stecker), die Stromspannung und der notwendige Datenaustausch sind Sache der Hersteller», sagt AEF-Vorsitzender Peter van Vlugt. Van Vlugt geht davon aus, dass rund 150 kW übertragen werden müssen, egal ob Gleich- oder Wechselstrom. Mitte 2016 sollte die Diskussion abgeschlossen und die Schnittstelle definiert sein, hofft van Vlugt.

Kamerasysteme Ein weiteres, neues Tätigkeitsgebiet sind Kamerasysteme, die sich auch in der Landwirtschaft schnell verbreiten, leider aber mit zu vielen unterschiedlichen Steckverbindungen. Bereits hat ein bunt

Erster Pflanzensensor mit AEF-Zertifikat

gemischtes Team aus Traktoren- und Kameraherstellern eine Richtlinie erstellt, die von ersten Landtechnikfirmen auch schon umgesetzt wird. Anwender können so ohne Rücksicht auf Lieferant oder Marke Kameras mit Isobus-Terminals oder anderen Monitoren verbinden, was ihnen grössere Flexibilität bei der Auswahl und beliebige Kombinationen von Traktoren und Anbaugeräten bietet. Die Vereinfachung wird auch dazu führen, dass mehr Kamerasysteme eingesetzt werden. Dies wiederum wird die Sicherheit auf und um Traktoren sowie Geräte herum erhöhen und damit die Unfallhäufigkeit beim Umgang mit Landtechnik verringern. Der Normenvorschlag der Projektgruppe, zu der zahlreiche Fachleute weltweit tätiger Hersteller von Traktoren, Anbaugeräten, Kamerasystemen und Steckverbindern gehören, beschreibt im ersten Schritt eine Videoschnittstelle für analoge Systeme. In einer zweiten Phase soll eine Lösung für digitale Systeme erarbeitet werden. Die drahtlose Kommunikation in der Landtechnik umfasst unter anderem die Nahbereichs-Datenübertragung direkt auf dem Feld zwischen Maschinen. Durch eine sichere und standardisierte Funkkommunikation können Maschinen sich gegenseitig steuern oder auch nur Zustandsinformationen austauschen. Hierfür müssen die Prozessdaten wie beispielsweise Position, Geschwindigkeit und Füllstand direkt auf dem Feld im Sekundentakt ausgetauscht werden. Stehen diese Informationen immer aktuell zur Verfügung, lassen sich verschiedene Vorgänge besser steuern und sie laufen stressfreier ab. Dafür wird die Projektgruppe «Wireless Infield Communication» nicht nur die passenden Funkstandards (WLAN) auswählen, sondern auch die Verschlüsselung und die Funktionssicherheit untersuchen.

Fazit

Der optische Pflanzensensor «Crop Sensor Isaria» von Claas ist der erste Isobus-fähige Onlinesensor am Markt, der nun als erster auch das AEF-Zertifikat erlangt hat. Dieses Zertifikat gibt dem Anwender eine Garantie betreffend Funktionssicherheit bei der Zusammenstellung von Kombinationen aus Traktor, Anbaugerät und Terminal. Der optische Sensor mit zwei Köpfen, die rechts und links an einem Tragrahmen montiert sind, ermittelt online und teilflächenspezifisch den optimalen Stickstoffbedarf von Pflanzen. Er lässt sich in jeder Kultur, tageslichtunabhängig und in jedem Ausbringungsverfahren anwenden. Er misst, berechnet und regelt während der Fahrt, automatisch und in einem Arbeitsgang. Das heisst, die Berechnung der optimalen Düngemenge und deren Ausbringung erfolgen nahezu zeitgleich.

Geräte und Maschinen kaufen, am Traktor ankoppeln und problemlos damit arbeiten: Davon ist man in der Landwirtschaft – was elektronische Komponenten betrifft – nach wie vor noch etwas entfernt, dem Ziel eines funktionierenden «Plug-and-Play» kommt man dank der Initiative von AEF stetig näher. Gefordert sind insbesondere die Traktorenhersteller. Diese müssen ihre Schnittstellen öffnen und so den Weg für Systeme ebnen, die letztlich einen noch effizienteren Einsatz von Landtechnik ermöglichen.  n 2 2016  Schweizer Landtechnik

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n  Management

Maschinengemeinschaft als GmbH Maschinengemeinschaften für Lohnarbeiten in der Landwirtschaft und andere Dienstleistungen sind weit verbreitet. Sie senken die Kosten und geben vielen Betrieben ein willkommenes Zusatzeinkommen. Wäre es nicht vorteilhaft, für diese Zusammenarbeitsformen und Dienstleistungen eine Firma in Form einer GmbH zu gründen? Ruedi Gnädinger

Ein gemeinsamer Kauf von Grossmaschinen durch mehrere Landwirte reicht nicht mehr, um eine wirtschaftliche Auslastung zu erreichen. Warum nicht eine Firma in Form einer GmbH gründen, wenn ein grosser Teil des Umsatzes mit Lohnarbeiten auf fremden Betrieben zu erwirtschaften ist? Bilder: Ruedi Gnädinger

Ein Auftritt als Firma hat eine nicht zu unterschätzende Wirkung, denn dadurch nimmt die Kundschaft eine gewisse Professionalisierung – Arbeitsqualität, Erfahrung und Zuverlässigkeit – an. Ob diese Beurteilung nun richtig oder falsch ist, tut nichts zur Sache. Bei vielen Lieferanten hat man als Privatperson, als das gilt man grundsätzlich als Landwirt, wesentlich schlechtere Preise. Eventuell wird eine Vorauszahlung verlangt oder es wird überhaupt nicht an Private geliefert. Kann man sich bei einer Bestellung über das Internet als Firma einloggen, staunt man teilweise nicht schlecht über die grossen Preis- und Liefervorteile.

Steuervorteil Ein weiterer Vorteil ist die separate Besteuerung. Zwar sind keine generellen Steuereinsparungen zu erwarten, aber die Möglichkeit, das steuerbare Gesamt52

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einkommen über die Jahre besser auszugleichen, ist eindeutig gegeben. So ist zum Beispiel ein Einkommensausgleich zwischen dem Landwirtschaftsbetrieb und der GmbH möglich, weil man den Lohnbezug aus der GmbH selber bestimmen kann. Zudem kann man bei der GmbH steuerbare Gewinne den Verlusten innerhalb einer beschränkten Anzahl Jahre in der Regel gegenrechnen. Über die voraussichtliche Steuerbelastung in seiner zukünftigen GmbH kann man sich über die Steuerrechner (Steueramt des Kantons, Juristische Personen) informieren, indem man den Gewinn und das Kapital eingibt. Die GmbH haftet nur mit dem Vermögen der Gesellschaft. Das Privatvermögen ist somit vor Forderungen aus der Firmentätigkeit geschützt. Dies darf jedoch nicht zu unverantwortbaren Handlungen führen, denn Misswirtschaft, Betrug und Körperverletzung (um die wichtigsten zu

nennen) bleiben strafbare Handlungen. Weil die Haftung beschränkt ist und die Sicherheiten durch das Privat­ vermögen fehlen, ist die Kreditwürdigkeit der GmbH natürlich eingeschränkt. Kredite von Banken sind nur bei einem erfolgversprechenden Businessplan möglich. Ohne solide Geschäftsidee und genügend Eigenkapital kann auch mit einer GmbH kein kapitalintensives Geschäft angefangen werden. Neue Pflichten Jede Medaille hat seine Kehrseite, und mit der Gründung gehen die Gesellschafter einige Verpflichtungen ein. So besteht zum Beispiel eine Buchführungspflicht nach den gesetzlichen Mindestvorgaben. Die Geschäftskorrespondenz (auch wichtige Mails), Belege über den Geldverkehr und die Geschäftsbücher sind geordnet abzulegen und müssen während zehn Jahren aufbewahrt werden.


Management   n

Nicht alles muss Eigentum der GmbH sein. Eine Remise kann zum Beispiel auch von einem der beteiligten Gesellschafter zugemietet werden. Raumplanerische Probleme und Finanzierungsfragen sind einfacher zu lösen. Nach einer Auflösung der GmbH entfällt auch das Risiko einer Gebäudeliquidation.

Auch die Tätigkeiten und Anschaffungen müssen mit dem Geschäftszweck vereinbar sein. Wer also einen besonders teuren Offroader kaufen will, muss sich im Klaren sein, dass er bei einer Steuerrevision erklären muss, dass ein solches Gefährt­ und die damit gefahrenen Kilometer gevertrag vorliegen, der von einem zuge­ schäftsbedingt nötig waren. lassenen Revisor geprüft worden ist­ Vorbereitungen ­­(auch bezüglich Bewertung). Sacheinlagen Die Gründungsvorbereitung ist grundmüs­sen in den Statuten genannt und im sätzlich in Eigenregie möglich. Im Internet Handelsregister veröffentlicht werden. Die (Google, Stichwort «GmbH gründen») einzelnen Sacheinlagen und ihre Bewertung sind dort in der Rubrik «Besondere werden viele Hilfen für den Verfahrensablauf, Checklisten und Musterstatuten anTatbestände» öffentlich einsehbar. geboten. Die bequemere Lösung ist das Sacheinlagen machen die Gründung also Abtreten dieser Arbeit an eine spezialinicht einfacher, und zudem entstehen sierte Firma oder einen Anwalt. Die gezusätzliche Kosten. Wahrscheinlich ist die naue Behandlung des Gründungsablaufes Bewertung der Sacheinlage durch den ist daher nicht Thema dieses Artikels. Revisor einiges tiefer, als sich der Abtreter Eine wichtige Frage ist jedoch immer­ einer Sacheinlage (z.B. Eigentümer eines das Einbringen von Sachwerten, denn Mähdreschers) vorstellt. Bei einer Gründadurch kann die minimale Bareinlage von dung mit einem Partner als Gesellschafter kann dies schon zu den ersten Schwierig20 000 Franken reduziert werden. Dies ist keiten führen. aber nur ratsam, wenn die Liquidität auch Eine einfachere Lösung, um die Liquidität während der ertragsärmeren Jahre des Aufbaus gewährleistet ist. Sacheinlagen zu verbessern und die Gründung zu vermüssen zudem verfügbar, übertragbar einfachen, ist möglich. Anstelle einer Abund verwertbar sein. Verwertbar heisst, tretung wird der Mähdrescher der GmbH einen sicheren Marktwert haben. Bei vermietet und erscheint in der ErfolgsSacheinlagen muss in den Gründungs­ rechnung der GmbH als Aufwand und in unterlagen ein schriftlicher Sacheinlageder Betriebsbuchhaltung des Eigentümers

als Ertrag. Abmachungen bezüglich Mietpreis und eventueller Übernahme von Direktkosten wie Diesel oder Reparaturen können von den Gesellschaftern in eigener Kompetenz entschieden werden.

Ein oder mehrere Partner Grosse Arbeitsbelastung, eingeschränkte Abkömmlichkeit von den bisherigen Tätigkeiten, hoher Kapitalbedarf, fachliche Ergänzung und Risikoteilung sind die wichtigsten Gründe, um eine Firma mit zwei oder mehreren Gesellschaftern zu betreiben. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass ein ansehnlicher Teil solcher Partnerschaften längerfristig nicht funktioniert und trotz anfänglicher Begeisterung und Zuversicht im finanziellen Fiasko, unüberbrückbaren Differenzen und im Streit endet. Wer eine finanzielle und rechtliche Bindung mit grosser Tragweite eingeht, sollte ausgiebig prüfen, ob sie aufgrund der Voraussetzungen dauerhaft und erfolgreich sein kann. Nebst den wirtschaftlichen Chancen eines Vorhabens muss auch die Beziehung unter den Partnern «stimmig» sein. Obwohl sich Menschen und deren Bedürfnisse im Laufe der Jahre verändern, kann man die Wahrscheinlich-

Vorhandene Geräte können als Sacheinlagen in die GmbH eingebracht werden und vermindern die nötige Kapitaleinlage. Das Verfahren ist jedoch administrativ aufwendig, und daher empfiehlt es sich oft, dass der jetzige Eigentümer das Gerät der GmbH vermietet.

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n  Management

Eine Doppelnutzung von Maschinen auf Landwirtschaftsbetrieben und für ausserlandwirtschaftliche Arbeiten ist in einer GmbH wirtschaftlich besonders interessant. Bei der Standortwahl von Baumaschinen und beim Firmendomizil sind jedoch unbedingt raumplanerische Fragen zu klären. Ebenso sind die Leistungen der GmbH an den Landwirtschaftsbetrieb und umgekehrt in den Buchhaltungen zu erfassen.

keit abschätzen, ob die gemeinsamen Ziele und die menschlichen Voraussetzungen für eine mittelfristige Zusammenarbeit genügen.

dies aber nur, wenn bei Diskussionen die Argumente des «Besseren» verstanden und angenommen werden.

Menschlichkeit und Manieren Ziele und Bedürfnisse Im Idealfall haben alle Partner ein ähnliches Umfeld und die gleichen Ziele. Im Falle eines Mähdruschbetriebes wären dies: • Alle setzen auf ein nachhaltiges und ausreichendes Zusatzeinkommen, weil sie auf dieses Zusatzeinkommen angewiesen sind. • Alle können und werden etwa gleich viel Geld und Zeit in das Vorhaben stecken. Dies erleichtert die Frage nach der angemessenen Entlöhnung und dem Entgelt für das eingebrachte Kapital. • Das familiäre Umfeld der Partner ist über das Projekt ausreichend informiert und wirkt unterstützend.

Fähigkeiten der Partner Alle verfügen über die nötige Selbstdisziplin, das heisst, sie geben ihr Möglichstes, um eine anstehende Aufgabe speditiv zu lösen. Bei einer Mähdrescherpanne tun sie alles, damit der Arbeitsunterbruch möglichst gering ist. Kurz: Man kann auf sie zählen. Sie haben fachliche Erfahrung, ein Mindestmass an Grundwissen und sind bereit, die nötigen Fähigkeiten noch zu erwerben. Im fachlichen Bereich kann die gegenseitige Ergänzung das Team stärken, 54

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Wenn ein Partner vieles kann und will, bedeutet das noch lange nicht, dass man ihn auch mag. Dies zeigt sich erst im Laufe der Zeit und wird wesentlich durch seine Umgänglichkeit, Ethik und Moral geprägt. Wenn sich Partner nicht oder wenig kennen, müssen Gelegenheiten des Kennenlernens geschaffen werden. Dies können zum Beispiel ausgedehnte Wanderungen sein, wo man einander nicht ausweichen kann und auf die gegenseitige Unterstützung angewiesen ist. Oder Diskussionen um wichtige Themen zeigen viel über die Werte und Prinzipen des Gegenübers. Ideal wäre ein passendes, gemeinsames Projekt, gewissermassen als Prüfungsarbeit oder Hauptprobe. Kommt man sich bei diesen Begegnungen näher oder entwickelt sich eher eine Abneigung? Sind seine Eigenschaften für das eigene Verständnis nur tolerierbar, ist eine nachhaltige Zusammenarbeit unsicher. Langfristig hat nur eine umfassende Akzeptanz Bestand, denn der zukünftige Gesellschafter wird sich kaum wesentlich verändern.

Betriebsreglement ist ein Muss In den Statuten wird nur das geregelt, was gesetzlich zwingend ist und durch

die Publikation im Handelsregister öffentlich wird. Bei mehreren Gesellschaftern mit Geschäftsführerfunktion muss zum Beispiel der vorsitzende Geschäftsführer bestimmt werden, nicht aber seine Kompetenzen. Die zugeteilten Aufgaben und die dazugehörenden Kompetenzen sind in einem Betriebsreglement zu regeln, welche die Gesellschafter im eigenen Ermessen und ohne amtliche Kontrollen erstellen können. In diesem Reglement sind auch Richtlinien für die Festsetzung der Entlöhnung, die Entgelte für das eingebrachte Kapital, die Tarifgestaltung und die Verrechnung von bezogenen Leistungen der Firma durch Gesellschafter aufzustellen. Im Grundsatz sollte für wichtige Entscheide und das Betriebsreglement das Einigkeitsprinzip befolgt werden, denn ohne Konsens in wichtigen Fragen stirbt die Loyalität in Raten. Jede Gemeinschaft muss sich früher oder später von Gesellschaftern trennen, neue aufnehmen oder sogar die Auflösung beschliessen. Wie ein allfälliges Übertragen von Anteilsscheinen an neue Gesellschafter oder der Aufkauf der Anteilsscheine von austretenden Gesellschaftern zu lösen ist, kann ebenfalls im Betriebsreglement bestimmt werden. Eine Auseinandersetzung bei personellen Veränderungen und der Auflösung der GmbH ist zwar kein berauschendes Thema, es gehört jedoch zu einer seriösen Gründungsvorbereitung.  n

Schäden und die damit verbundenen Schuld- und Haftungsfragen sind eine grosse Prüfung für alle beteiligten Gesellschafter. Hier entscheidet sich, ob sie miteinander rücksichtsvoll umgehen und einvernehmliche Lösungen finden können oder die Gemeinschaft die ersten Risse abbekommt.


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n  Management | Weiterbildung

Die pauschale Schwerverkehrsabgabe Um Fahrzeuge besser auslasten zu können, überlegen sich immer mehr Landwirte sie zusätzlich für Transporte ausserhalb der Landwirtschaft einzusetzen. Wann ist ein Einsatz nicht mehr landwirtschaftlich, ab wann muss der Landwirt die pauschale Strassenverkehrsabgabe zahlen? Urs Rentsch und Dominik Senn

leichtere Fahrzeuge oder eine Reduktion der Anhängelast erzielen. Allerdings schränken diese Massnahmen vollumfänglich auch die landwirtschaftlichen Fahrten ein (der Eintrag im Fahrausweis gilt). Mittels Gesuch beim Strassenverkehrsamt kann die Auflagenziffer Code 270 im Fahrausweis beantragt werden, wonach nur der Schwerverkehrsabgabe nicht unterliegende Anhänger gezogen werden dürfen (z. B. Winterdiensteinsatz von Traktoren oder nicht immatrikulierte Anhänger bei Motorkarren). Damit wird die Anhängelast von der PSVA befreit. Bei abgabepflichtigen Fahrzeugen mit Wechselschildern ist die Abgabe nur für das Fahrzeug mit dem höchsten Abgabensatz zu entrichten. Schliesslich wird für gewerbliche Fahrten der Ausweis F verlangt, der G40-Fahrausweis genügt nicht mehr.

Nachteile gewerblicher Immatrikulation

Bessere Auslastung – gewerbliche Einsätze können helfen. Bild: Jan Hug

Folge zwei der Serie «Anliegen aus der Praxis» behandelt die von Mitgliedern sehr oft angesprochene Problematik der pauschalen Strassenverkehrsabgebe (PSVA). Diese unterscheidet sich von der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe, bei der zusätzlich die gefahrene Strecke und der Emissionscode als bedeutende Faktoren berücksichtigt werden.

diese Fahrten unterliegen nicht der PSVA. Aber alle Fahrten, die nicht in diesen beiden Artikeln definiert sind, sind gewerblicher Natur; das heisst, sie dürfen nur durch gewerblich eingelöste Fahrzeuge ausgeführt werden (weisse Kontrollschilder) und unterliegen der PSVA. Das hat folgende Konsequenzen.

Kosten gewerblichen Einlösens Was sagt das Gesetz? Die Artikel 86 und 87 der VRV (Verkehrsregelnverordnung) präzisieren, was zulässige landwirtschaftliche Fahrten auf öffentlichen Strassen und was Fahrten zur Bewirtschaftung eines Landwirtschaftsbetriebes sind. Entsprechende Fahrzeuge sind mit hellgrünen Kontrollschildern eingelöst und dürfen von Trägern des Führerausweises Kategorie G (bis 30 km / h) und G40 (bis 40 km / h) gefahren werden; Anhänger ab 31 bis 40 km / h benötigen ebenfalls grüne Kontrollschilder. Alle

* Motorkarren sind gemäss Art. 11 Abs. g der VTS Motorwagen mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 30 km / h (Messtoleranz 10 %), die nicht für den Personentransport gebaut sind.

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Die Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge VTS besagt, dass die PSVA für Fahrzeuge mit Gesamtgewicht über 3500 kg sowie Anhängelast über 3500 kg, für gewerbliche Motorkarren* und für gewerbliche Traktoren bis 40 km / h entrichtet werden muss. Für gewerbliche Motorkarren und gewerbliche Traktoren beträgt die jährliche Abgabe 11 Franken pro 100 kg Gesamtgewicht des Zugfahrzeugs plus 11 Franken pro 100 kg Anhängelast. Ein 5000-kg-Traktor mit Anhängelast von 25  000  kg zahlt demnach jährlich 3300 Franken PSVA. Die PSVA wird nach dem im Fahrzeugausweis eingetragenen Gesamtgewicht und der Anhängelast berechnet. Eine Kostenreduktion lässt sich somit bloss durch

Die Kosten sind das eine. Doch es gibt auch Einschränkungen durch die gewerbliche Immatrikulation: Der Schwerverkehrsabgabe unterliegende, also ge­ werbliche Fahrten unterstehen dem Sonntags- und Nachtfahrverbot, landwirtschaftliche Fahrten hingegen nicht. Gewerblich eingelöste Traktoren und Anhänger müssen häufiger amtlich geprüft, «vorgeführt» werden. Ausserdem sind die Traktorendimensionen auf eine maximale Breite von 2,55 m und 3 m vorderen Überhang eingeschränkt, bei landwirtschaftlichen Fahrten gelten 3 m Breite, z. B. Doppelräder, und 4 m vorderer Überhang.  n

Ausnahmen Die kantonale Behörde kann gemäss Art. 90 VRV die gewerbliche Verwendung landwirtschaftlicher Fahrzeuge (also mit grünem Kontrollschild) bewilligen: a.  zu Fahrten für Staat und Gemeinde, namentlich für Bau und Unterhalt von Strassen und Wegen, für Kehrichtabfuhr und Schneeräumung; b.  zu anderen einem allgemeinen Bedürfnis entsprechenden Fahrten, wie Einsammeln der Milch und Transport von der Sammelstelle zur Bahn, Bahncamionnage für abgelegene Gemeinden. Solche Bewilligungen dürfen nur aus zwingenden Gründen und nur für Orte erteilt werden, wo gewerbliche Fahrzeuge für eine zweckmässige Ausführung der Fahrten nicht zur Verfügung stehen.


Hof und Feld | Sicherheit   n

Sicher unterwegs auf Strasse und Wiese Häufige Unfallursachen im Zusammenhang mit Gülletechnik auf Strassen und Gelände sind Fahrfehler. Leider ist nach wie vor auch die mangelhafte Beleuchtung ein Unfallkriterium. Gerade bei Gülletechnik besteht ein grosses Verschmutzungsrisiko für Beleuchtung und Signalisation. Ruedi Hunger Landwirtschaftliche Fahrzeuge sind lang­ sam und meistens breiter als andere Mo­ torfahrzeuge. Gelegentlich sind schlecht gekennzeichnete Fahrzeuge auf öffentli­ chen Strassen unterwegs, die Richtungs­ änderungen nur ungenügend anzeigen. Als öffentliche Strassen im Sinne des Ge­ setzes gelten alle Strassen, Wege, Plätze usw., welche nicht ausschliesslich privatem Gebrauch dienen und von Dritten benützt werden. Die Landwirtschaft geniesst im Strassen­ verkehr einige Privilegien; will der Landwirt diese Sonderstellung beibehalten, sollte er

auch seine Pflichten und damit seine Ver­ antwortung wahrnehmen.

Art. 27 VTS: Anbaugeräte an Anhängern An landwirtschaftlichen Anhängern dür­ fen ohne Bewilligung vorübergehend er­ forderliche Zusatzgeräte bis zu einer Breite von 3 m montiert werden, beispielsweise ein Schleppschlauchverteiler am Güllefass. Wichtig sind korrekte und auffällige Mar­ kierung und Beleuchtung. Markiertafeln und Lichter müssen regel­ mässig gereinigt werden.

Art. 25 VTS: Ausnahmefahrzeuge «Ausnahmefahrzeuge» sind Fahrzeuge, die wegen ihres besonderen Verwendungs­ zweckes oder aus anderen zwingenden Gründen den Vorschriften über Abmes­ sungen, Gewichte oder Kreisfahrbedin­ gungen nicht entsprechen können. Ausnahmefahrzeuge werden nur zugelas­ sen, soweit ein Abweichen von den Vor­ schriften erforderlich ist und die Verkehrs­ sicherheit nicht beeinträchtigt wird. Fahrzeuge mit Breitreifen über 2,55 m, max. 3 m, sind Ausnahmefahrzeuge und tragen ein braunes Kontrollschild. Die Konturen eines Schleppschlauchver­ teilers sind trotz der farbigen Schläuche nicht leicht zu erkennen. Markiertafeln dürfen nicht verdreckt sein und müssen nach hinten und vorne sichtbar sein. Wer­ den die Beleuchtungsvorrichtungen und / oder Rückstrahler des Traktors verdeckt (was wohl immer der Fall ist), sind gleich­ wertige Ersatzvorrichtungen anzubringen.

Unfallsituation «Ein Jüngling fährt mit dem Transporter mit vollem Fass schräg in einen Hang mit rund 25 % Neigung. Wegen planschender Gülle und hohem Schwerpunkt des aufge­ bauten Fasses überschlägt sich das Gefährt plötzlich. Er versucht abzuspringen. Dabei gerät er unter das Fahrzeug und wird töd­ lich verletzt.» Hohe Gewichte und dynamische Gewichts­ verlagerungen der Gülle sind in Berg- und Hanglagen eine permanente Gefahr. Bereits begüllte Flächen dürfen niemals befahren werden. Deshalb muss das Vor­ gehen beim Güllen in Hanglagen genau überlegt werden.

Unfallgefahren im Umgang mit Güllefässern •  Im Zusammenhang mit dem Ausbringen von Gülle kann es zu Verstopfungen kom­ men. Bevor Verstopfungen gelöst werden, unbedingt Druck ablassen. • Schadgase betäuben Personen im Be­ reich des Domdeckels, der Pumpe oder beim Einstieg ins Fass. Vor allen Arbeiten im Inneren des Fasses muss dieses gründ­ lich durchlüftet werden! •  Überdruckventile auf ihre Funktion kon­ trollieren, aber nie verstellen. Unwirksame Überdruckventile können das Fass explo­ sionsartig zum Bersten bringen.  n

Die Konturen dieses Schleppschlauchverteilers sind trotz der gelben Schläuche nicht leicht zu erkennen.

Quellen: BUL-Merkblätter «Sichere Maschinen – richtig bedient», «Richtig markieren, schützen, beleuchten», «Landwirtschaftlicher Strassenver­ kehr» sowie «Strassenverkehrsrecht» 72. Auflage.

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n  Plattform | Report

Messebijou im Wallis Die Agrovina, das alle zwei Jahre stattfindende Treffen der Wein- und Obstproduzenten sowie der Fachleute rund um Önologie und Kellerwirtschaft, zählte 18 000 Besucherinnen und Besucher – gleich viele wie vor zwei Jahren.

Mechanisierung beschwerlicher Handarbeit n Grunderco Das Genfer Unternehmen präsentierte den neuen Rebholzzieher «VSE 430», der am Sitevi in Montpellier ausgezeichnet worden ist. Die gezackte Überzeilenschei-

Domink Senn und Ueli Zweifel Silent AG in Otelfingen ZH zeigte den neuen Mulcher Bio-Liner II für den Front- und Heckanbau an Rebbautraktoren. Die Rollen mit den Nylonfadenpaketen sind am Tragrahmen höhenverstellbar angebaut. Deren Tastarme erlauben die mechanische Unkrautbekämpfung in den Rebreihen. Die Hydraulik des Gerätes bedingt eine grosse Ölfördermenge. Es wird deshalb eine Version mit als auch eine ohne eigene Ölversorgung angeboten.

An den vier in Zusammenarbeit mit Agroscope, Changins – Haute école de viticulture et œnologie – und l’USŒ (Union Suisse des Œnologues) organisierten Fachtagungen setzten sich führende Experten mit aktuellen Themen des Obstbaus, des Weinbaus und der Kellerwirtschaft auseinander. Diese Fachtagungen waren sehr gut besucht, verzeichneten sie doch mit über tausend Teilnehmenden einen Zuwachs um 5 %. Der SVLT-Stand an der Agrovina zusammen mit den Westschweizer Sektionen ist zur guten Tradition geworden. Fachgespräche drehten sich unter anderem um die Ladungssicherung und um die Kippgefahr von Schmalspurtraktoren und Geräteträgern in Kombination mit schwerem Arbeitsgerät. Auf dem Rundgang durch die Ausstellung gab es verschiedene Neuheiten oder Neuerungen zu entdecken. Aus unserer Sicht Bemerkenswertes sei im nachfolgenden Bildbericht aufgegriffen:

Bessere Wasserversorgung n KufferAgri KufferAgri GmbH aus Yens-sur-Morges hat den Unterbodenlockerer «Raptor» mit einer Arbeitsbreite zwischen 100 und 120 cm entwickelt. Die Schneidscharen 58

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werden über die Federung nach unten gedrückt, variieren aber in der Tiefenführung unabhängig voneinander nach Massgabe der Andruckrollen, die sich der Oberflächenstruktur anpassen. Damit werden Bodenunebenheiten wie Fahrspuren ausgeglichen. Die Trockenheit stellt zunehmend ein Problem dar. Mit dem «Raptor», der rund 600 kg auf die Waage bringt, verlagert sich bei physiologisch richtig getimter Arbeitserledigung das normalerweise oberflächliche Rebwurzelgeflecht allmählich in tiefere Bodenschichten mit pflanzenverfügbarem Wasser.

be drückt das Holz gegen eine Kette und zu einem Radpaar mit gegenläufigem Drehsinn. Dieses zieht das abgeschnittene Rebholz aus der Drahtanlage. Der Rebholzzieher, aufgebaut auf einem Weinbautraktor, ersetzt die mühsame Handarbeit beim seitlichen Herausziehen des abgeschnittenen Rebholzes.

Umweltschonende Landtechnik n Kress

Seit rund einem Jahr vertreibt die «LN Management SA» in Troistorrents VS in der Schweiz die K.U.L.T.-Fingerhacke (Abkürzung für Kress Umweltschonende Landtechnik aus Vaihingen / Enz D). Die Fingerhacke wird zur mechanischen Unkrautbekämpfung unter dem Stock eingesetzt. Kunststofffinger greifen seitlich in die Pflanzenreihe und hacken dort die Unkräuter aus, wobei diese sich passiv über den Bodenantrieb drehen. Die Fingerhacke wird auf Mulcher, Grubber oder Scheibeneggen montiert. Es gibt sie in drei Grössen und verschiedenen Härtegeraden, wie Philippe Lain-Nau (links) von der LN Management SA erklärte.


Report | Plattform   n

Ergonomie und Sicherheit n Harvery

benen Weinbaugeräteträger «Multi-Jyp E-One». Der Prototyp ist mit vier Batterien bestückt, von denen zwei den Elektroantrieb speisen. Eine weitere «Challenge» werde die Entwicklung dazu passender Elektroanbaugeräte sein, sagte Jean-Yves Chappot (Bild).

Prix de l’innovation

Wasserhydraulischer Antrieb n Moog AG

Der französische Hersteller Harvery präsentierte auf dem Stand von Chappot SA den «Harvery AM-8». Auf dem mit einer eigenen Motorisierung versorgten Gerät können bis zu acht Personen stehen, um auf unterschiedlicher Höhe in der Obstanlage zu arbeiten. Das Gerät mit Vierrandatrieb, Zweirad- (hinten und vorne) beziehungsweise Hundeganglenkung nimmt bei der Ernte vier Paloxen auf, die von den Pflückerinnen und Pflückern bei guter Ergonomie auf allen Niveaus befüllt werden. Die Paloxen verschieben sich dabei kontinuierlich nach oben, um dann in befülltem Zustand über einen Elevator hinter der Maschine abgesenkt zu werden, ohne den Arbeitsprozess zu stören. Das Gerät kann mit einem Autoguide-System ausgerüstet werden und ist sicherheitstechnisch in Zusammenarbeit mit Unfallverhütungsexperten entwickelt worden.

Elektrifizierung hat Zukunft

Die Firma Moog aus Worb BE hat sich weltweit einen Ruf im Bereich Behälterund Fassreinigung erworben. Das Unternehmen zeigte ein Gerät für die Fassreinigung mit wasserhydraulischem Antrieb des langsam drehenden Spritzkopfes und einer integrieren Absaugung des Reinigungs-

wassers aus den Behältern. Durch den hydraulischen Antrieb kann bei gleichbleibendem Reinigungsergebnis im Vergleich zu elektrischen Antrieben eine höhere Arbeitssicherheit gewährleistet werden.

Gärgase töten n BUL

n Chappot SA Der Westschweizer Maschinenbauer präsentierte seinen ersten elektrisch betrie-

Claude-Alain Putallaz (Bild) von der Beratungsstelle für Unfallverhütung in Moudon VD stellte anhand eines Models die tödliche Gefahr dar, die von der CO2 -

Eine Jury zeichnet an der Agrovina Produktentwicklungen aus nach den Kriterien Einmaligkeit, technische Raffinesse, Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit sowie Marktrelevanz und Ergonomie. Der erste Preis ging an die CCD SA in Fully VS für die Messstation «Sensorcope», mit der in einem Gewächshaus anhand der Messung der effektiven Entwässerungsgeschwindigkeit die lückenlos optimale Wasserführung und Flüssigdüngung garantiert wird. Die Messungen können über Smartphone jederzeit abgerufen werden, und Abweichungen von der Norm lösen sofort einen Alarm aus. Im Bild sind zwei «Regenmesser» zu sehen, in die die Düngerlösung einmal direkt und einmal nach der Perkolation durch das Substrat geleitet wird. Die Differenz ergibt das Mass für die Wasser- und Düngerversorgung der Gewächshauskultur. Diese wird in der Blackbox oben links zusammen mit weiteren Parametern verrechnet, um Grafiken und produktionsrelevante Daten zu generieren. Zwei weitere Preise gingen unter der Bezeichnung «Coup de cœur» zum einen an die französische Firma Vicard Tonnellerie SAS in Cognac für das Nachhaltigkeitsprojekt «Barrique ECO3» zur Herstellung der Dauben für Eichenfässer aus Holzabschnitten, die üblicherweise im Abfall landen. Zum anderen wurde die Bayer Schweiz AG für ihr neues System ausgezeichnet, mit dem flüssige Pflanzenschutzmittel ohne Kontaminationsgefahr und Verluste aus den Gebinden in den Pflanzenschutzgerätetank geleitet werden können (die Schweizer Landtechnik hat darüber bereits berichtet).

Akkumulation im Gärkeller ausgeht. Im Hintergrund wird als vorbildliche Lösung die CO2 -Evakuation über das Leitungssystem dargestellt, das neuerdings auch für die Stickstoffzufuhr zur Unterbindung von unerwünschten Oxydationsprozes­sen bei der Wein- und Fruchtsaftlagerung angewandt.  n 2 2016  Schweizer Landtechnik

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n  Plattform | Veranstaltungen

Obst-, Wein- und Gemüsebau. Grosse Bedeutung kommt auch dem Sektor erneuerbare Energien zu, mit Innovationen in den Bereichen Holz- und Solarenergietechnik. Dienstleistungsangebote u. a. zu Versicherungen, EDV, Arbeitssicherheit und Direktvermarktung runden das Messeangebot ab. Viel beachtete Tierausstellungen und Tiervorführungen zeigen die Vielfalt der schweizerischen Milchviehzucht und verschiedener anderer Nutztiergattungen. Zwei Sonderschauen widmen sich den Themen «Milchschafe» und «Bestäuber in der Landwirtschaft». Allgemeine Hinweise Öffnungszeiten: täglich von 9 bis 17 Uhr. Am Freitag, 26. Februar 2016, um 17 Uhr beginnt die 24. IGBS-Elite-Auktion, und der IGBS-Schauwettbewerb findet um 19.00 Uhr statt (Halle 9.0).

Neuheitenschau und Publikumsmagnet Die 16. Tier & Technik findet als «Internationale Fachmesse für Nutztierhaltung, landwirtschaftliche Produktion, Spezialkulturen und Landtechnik» vom 25. bis 28. Februar 2016 in den Olma-Hallen in St. Gallen statt. Ueli Zweifel

Besuchen Sie die Stände ihrer Berufsorganisationen •  Treffpunkt für die Verbandsmitglieder ist der gemeinsam mit dem Sankt Galler Verband für Landtechnik und den anderen Ostschweizer Sektionen betriebene Stand des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik in der Halle 1.1, Stand 33. •  Hingewiesen sei auch auf den Stand der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft. Er befindet sich in der Halle 2.1, Stand 02.

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Schweizer Landtechnik  2 2016

In der Mischung aus Fachinformation und Treffpunkt der Familien und Entscheidungsträger in der Landwirtschaft ortet der OLMA Messedirektor Nicolo Paganini den Messeerfolg der Tier & Technik. Auch bei der bevorstehenden 16. Ausgabe der Ausstellung wolle man in beiden Aspekten die Erwartungen der Gäste erfüllen».

480 Aussteller präsentieren ein umfangreiches Angebot Es umfasst den Bereich Hof- und Stalleinrichtungen mit Stallbau, Fütterungstechnik, Melktechnik sowie Gülletechnik und Reinigungssysteme. Hinzu kommen Landmaschinen und Traktoren sowie Förderanlagen und Maschinen und Geräte für den

Eintrittspreise Tageskarte Erwachsene CHF 14.– (Dauerkarte CHF 24.–). Jugendliche (6 – 15 Jahre), Lernende, Studenten, Militär CHF 7.– (Dauerkarte CHF 12.–). Familientageskarte für 1 – 2 Erwachsene und max. 4 Kinder und Jugendliche CHF 35.–. Im Eintrittspreis ist der Messekatalog inbegriffen.

Anreise mit dem ÖV Ermässigtes Angebot für Bahn, Bus und Eintritt: In Zusammenarbeit mit SBB Rail­ Away bietet die Tier & Technik allen Besucherinnen und Besuchern Tickets zu einem Sonderpreis an. Bei den Kombi-Angeboten profitiert man von 10 % Ermässigung auf Bahnfahrt und Bustransfer sowie 20 % auf den Eintritt. Wer bereits ein Eintrittsticket / OnlineTicket besitzt, kauft nur das RailTicket für ermässigte Bahnfahrt und Transfer. Informationen und Preisbeispiele zu den SBB RailAway-Angeboten sind unter sbb.ch/ tiertechnik zu finden.  n

Wer ist der Preisträger des 11. Agro-Star Suisse? Die Antwort gibt es am Eröffnungstag der Tier&Technik. Die Auszeichnung erhält eine Persönlichkeit, die sich in besonderer Weise um die Schweizer Landwirtschaft verdient gemacht hat. Die Preisübergabe findet am Donnerstag, 25. Februar 2016, im Rahmen der Eröffnungsfeier der Tier&Technik statt.


Gerüstet in die Zukunft Lohnunternehmer werden ist nicht schwer, erfolgreich sein dagegen sehr. So ungefähr könnte man ihre Realität umschreiben. Qualifizierte Arbeitskräfte sind das wichtigste Kapital eines Lohnunternehmens. Ein erster Schritt zu ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist das Modul Lohnarbeiten der Betriebsleiterschule. Ruedi Hunger Im Rahmen der Betriebsleiterschule 2015 / 2016 haben 29 Teilnehmende aus den Kantonen Aargau, Schwyz, Zürich, Thurgau, St. Gallen und Graubünden das Modul «Lohnarbeiten» besucht. Dieser Wochenkurs wird als Gemeinschaftsprojekt Plantahof / Landquart und Strickhof / Lindau durchgeführt. «Es ist das neunte Mal, dass wir dieses Modul im Rahmen der Betriebsleiterschule gemeinsam durchführen. Insgesamt hatten wir bisher 151 Teilnehmende», sagte Christoph Jenni, Strickhof, gegenüber der Schweizer Landtechnik.

«Bürochram» professionalisieren Maschinenkosten, Marketing, Offerten, Mehrwertsteuer: Betriebswirtschaftliche Bedeutung in einem funktionierenden Lohnunternehmen haben alle Belange, die zu den Büroarbeiten zählen. Beispielsweise das Marketing: Wie «verkaufe» ich dem Kunden meine Tätigkeiten? Wie präsentiere ich mich? Wie rechne ich ab, sei es mit dem Staat (MwSt.) oder mit dem Kunden? Aber auch Fragen zum Arbeitsverhältnis wurden erörtert. Konrad Merk vom Plantahof schätzt, dass zukünftig etwa die Hälfte der Kursteilnehmer im Lohnunternehmer-Business tätig sein wird. «Es waren aber alle top motiviert», lobte Merk die Kursteilnehmer.

Unter der Leitung von Christoph Jenni, Strickhof (ganz rechts), und Konrad Merk, Plantahof (ganz links), wurde das Modul «Lohnarbeiten» zum 9. Mal durchgeführt. Insgesamt besuchten bisher 151 Teilnehmende der Betriebsleiterschule diesen einwöchigen Kurs. Bilder: Ruedi Hunger

ler aus Birrhard AG durch die Präsentation von Traktor und Anhänger inklusive modernster Bremstechnik. Schliesslich erfolgte ein reger Gedankenaustausch auf Exkursionen zu Lohnunternehmern der Region (Marugg Lohnarbeiten, Flerden; Peter Philipp, Untervaz; Felix Horni, Bad Ragaz; Christian Giger, Sevelen).

Fazit Aus Erfahrungen lernen «Anhänger und Bremsen» sind ein Kernthema der Lohnunternehmer. Peter Meier, Spezialfahrzeugbau Otelfingen, konnte bei dieser Thematik aus dem Vollen schöpfen und sein Fachwissen – untermauert durch jahrzehntelange Erfahrungen – den jungen Kursteilnehmerinnen und -teilnehmern weitergeben. Unterstützung bot das Lohnunternehmen Hal-

Die Bedeutung der Lohnunternehmer wird in Zukunft ganz klar wachsen. Ein erfolgreicher Lohnunternehmer «fällt aber nicht einfach vom Himmel». Aus- und Weiterbildung begleiten diesen Werdegang genauso so wie andere Sparten in der Landwirtschaft. Das Modul «Lohnarbeiten» der Betriebsleiterschule bietet eine solide Grundlage für nachfolgende Aus- und Weiterbildung.  n

Andrea Hürzeler, Grabs SG

Marco Badertscher, Bauma ZH

«Ich wollte mehr über Grundlagen zur Mehrwertsteuer, über das Marketing im Lohnunternehmen und über Maschinenkosten wissen. Aber auch technische Neuerungen und Fragen zur Sicherheit interessierten mich. Meine Erwartungen wurden in diesem Modul vollumfänglich erfüllt. Für mich war es ein super Kurs», sagte Andrea Hürzeler, die im Lohnunternehmen ihres Freundes neben dem Büro auch auf dem Feld anzutreffen ist.

«Ich bin mit der Erwartung gekommen, dass ich einiges über Marketing und Arbeitswirtschaft erfahre. Besonders interessiert hat mich die Berechnung der Maschinenkosten. Das habe ich zwar in meiner landwirtschaftlichen Ausbildung schon einmal gelernt, aber jetzt habe ich es definitiv begriffen», so der Tösstaler. Seine Erwartungen seien voll erfüllt worden, und er überlege sich, ob die Ausbildung zum «Facharbeiter Lohnunternehmer» etwas für ihn wäre. Marco Badertscher hat eine feste Anstellung bei einem Lohnunternehmen.

2 2016  Schweizer Landtechnik

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n  Passion

Museen für Junge und Familien Es sind eigentliche Landesmuseen, das Schweizerische Agrarmuseum Burgrain im Kanton Luzern und das Westschweizer Agrarmuseum Chiblins im Kanton Waadt; Ziel beider Museen ist es, Jungen und Familien die Landwirtschaft in allen ihren Facetten näherzubringen; ein kleiner Einblick zur Saisoneröffnung 2016. Dominik Senn

«Mein Anliegen ist, junge Menschen und Familien für den Besuch unseres Museums zu gewinnen und für die Ausstellungsthemen zu begeistern», sagte Beatrice Limacher, Jahrgang 1957, seit 2013 Leiterin des Schweizerischen Agrarmuseums Burgrain in Alberswil-Willisau LU. Die ehemalige Posthalterin von Alberswil war von 2000 bis 2010 Gemeindepräsidentin, ist entsprechend in der Region gut vernetzt und hatte nach ihrem Geschichtsstudium im Rahmen einer Weiterbildung eine Diplomarbeit zur Weiterentwicklung des Agrarmuseums darüber verfasst, wie die wachsenden Ansprüche an ein schweizerisches Museum befriedigt werden können. Ausgehend vom Thema Ernährung, soll der Weg von der Produktion auf dem Feld bis auf den Teller aufgezeigt werden. Wichtig ist der Erlebnischarakter: «Die Besucher sollen selber etwas tun, zugreifen, etwas ansehen, schnuppern, tasten, schmecken, riechen, zuhören. Sie sollen interaktiv am Geschehen teilhaben. Denn Erlebtes bleibt besser im Gedächtnis haften.»

Schwerpunkt «Food Waste» Das Museum interaktiv erlebbar machen ist Beatrice Limacher wichtig. Konsequenterweise piepsen den Besuchern am Eröffnungstag, Karsamstag, 26. März, frisch geschlüpfte Küken entgegen. Die Statik der Dauerausstellung landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte sowie bäuerlichen Haushaltens wird neu durchbrochen von passenden Filmsequenzen. Neu hat Alois Koller ein Modell eines «Waldteufels» gebaut, des Vorgängers des «Habeggers» und der Seilwinde. Auf grosses Interesse stossen wird auch die Frühlingsausstellung vom 4. bis 14. April. Mit von der Partie sind über drei Dutzend Künstler und Kunsthandwerker wie Drechsler, Weber und Schmuckhersteller, die hochstehendes Kunsthandwerk demonstrieren. Vom 30. April bis 12. Juni findet eine Sonderausstellung mit Pferdeporträts der Künstlerin Eva Jaeckle aus Kirchberg statt. Mittels wechselnder The62

Schweizer Landtechnik  2 2016

menschwerpunkte sollen die Besucher dazu animiert werden, dem Burgrain mehrmals einen Besuch abzustatten. Diesmal, das heisst ab 22. Juni, geht es um das Thema «Food Waste», Lebensmittelverschwendung, in allen seinen Facetten. Vom Burgrain nicht mehr wegzudenken sind auch Events wie der Gastauftritt des Hoftheaters, der Koffermarkt, eine regionale Schafschau und das Spring Blue Grass Festival am Samstag, 21. Mai.

Weitere Kostbarkeiten Zu den Kostbarkeiten des Agrarmuseums Burgrain gehört das Bienenerlebnis, das sich speziell für Schulklassen eignet. Ein Kernstück ist die Honigbar, an der verschiedene Sortenhonige degustiert und bestimmt werden können. Im nahe gelegenen Schau- und Lehrbienenstand können mehrere Bienenvölker beobachtet werden. Weiter wird im Herrenhaus der Steinermühle die einzigartige Spanschachtelsammlung von Carl Bühler aus Wengi bei Frutigen gezeigt; über «Junge Menschen und Familien gewinnen»: Beatrice Limacher, Jahrgang 1957, seit 2013 Leiterin 500 handgefertigte Unikate aus des Schweizerischen Agrarmuseums Burgrain in verschiedenen Epochen sind zu Alberswil-Willisau LU. Bilder: Dominik Senn sehen. Das Agrarmuseum ist von April bis Oktober Mittwoch bis Samstag von 14 ­bis en Fête». Von 10 bis 17 Uhr können die 17 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen­ Besucher an der Ausstellung über 300 dekorierte Ostereier bestaunen. Und weil von 10 bis 17 Uhr geöffnet (Gruppen ab auch Chiblins ein Museum für Junge und zehn Personen nach Vereinbarung). Es für Familien sein soll, ist das ganze Progibt Führungen für Gruppen und Schulen sowie ein Museumsbeizli mit Selbstbediegramm auf diese ausgerichtet. Es gibt nung. Ateliers, in denen sich die Kinder betätigen können. Vorgeführt werden Hasen, die über Hürden springen, tanzende Hunde, Fest zu Ostern in der Mühle von Chiblins eine Zirkusnummer mit Tieren und es gibt eine Demonstration, wie dressierte Hunde Etwas früher als Burgrain eröffnet das Schafe hüten. Westschweizer Landmaschinenmuseum in der alten Mühle von Chiblins ob Nyon Eher für Erwachsene gedacht sind die seine Pforten – bereits am 1. März. Am Stände über Blumen- und Gartenkunst, Wochenende vom 19. / 20. März steht das unter anderem in Zusammenarbeit mit der Agrarmuseum im Banne des 2. «Pâques «Swiss gardening scool» in Coppet. Im


Von der Bauernhausforschung zum Agrarmuseum Die Eröffnung des Museums Burgrain im Jahre 1974 war ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der damaligen «Vereinigung für Luzernische Bauernhausforschung», erklärte Beatrice Limacher. Im Jahre 2001 wurde die Stiftung Agrovision Burgrain gegründet. Sie kaufte 2005 den ehemaligen Schulgutsbetrieb mit dem Ziel, Landwirtschaft und gesunde Ernährung sichtbar und erlebbar zu machen. 2012 verkaufte sie den Betrieb an die Stiftung Agrovision Muri. Seither wird mit «erlebnis agrovision» das Projekt BurgrainBio-Plus im Sinne der Stiftung weitergeführt. Die Stiftung konzentriert sich jetzt auf die eigentliche Museumsliegenschaft mit dem Hauptgebäude, den beiden Ausstellungshallen und dem Umschwung. Im Jahre 2014 wurde die Stiftung in «Stiftung Schweizerisches Agrarmuseum Burgrain» umbenannt.

Der Verein Schweizerisches Landwirtschaftsmuseum Burgrain übergab sein Museum 2005 der Stiftung Agrovision Burgrain; er unterstützt das Museum ideell und finanziell. Die erwähnte Stiftung Agrovision Muri hatte bereits im Jahre 2008 die Betriebsgesellschaft Agrovision Burgrain AG erworben, stellte ein Jahr später auf Biolandbau um und realisierte bis 2013 eine Viehscheune, einen Hühnerstall, ein Labor, einen ProSpecieRara-Obstgarten, eine Biokäserei, einen Biomarkt, eine Bio-Holzofenbäckerei, ein Restaurant, einen Kleintierstall, einen Kinderspielplatz und das Mathilde-Müller-Forum (Gründerin der Josef Müller Stiftung Muri) mit Saal und Schulungsraum. Die Betriebsgesellschaft führt die von der Stiftung Agrovision Muri übertragenen Aufgaben aus und pflegt eine enge Zusammenarbeit mit den BurgrainPartnern und dem Schweizerischen Agrarmuseum.

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Auch der Intendant des Museums Chiblins, Charles Geninasca, hier auf dem Hürlimann Nr. 1, will mit seinem Programm junge Menschen und Familien ansprechen.

erläutern. Nicht zu kurz kommt der kulinarische Aspekt. Nebst der Festwirtschaft werden Hersteller von Schokolade und anderen Leckereien vertreten sein.

Zentrum des Interesses steht ein Wettbewerb, an dem der schönste blumengeschmückte Brunnen aus rund zwei Dutzend im Raum Genf  /Waadt vorhandenen italienischen und deutschen Brunnen des 16. und 17. Jahrhunderts gekürt werden soll. Blumenschmuck, altes Handwerk wie Klöppeln und Korben finden ebenfalls ihren Platz an diesem fröhlichen Osterfest. Aufgegriffen wird nach den Worten des Museumsintendanten Charles Geninasca das Thema Zuckerrübenproduktion in der Schweiz, um die Probleme in der Zuckerproduktion zu

Die im Jahre 970 nach Christus erstmals erwähnte Mühle wurde 1986 zum Westschweizer Agrarmuseum umgewandelt. Das historische Museum besteht zum einen aus einer Stiftung, die Besitzerin von allem Hab und Gut und somit auch verantwortlich für dessen Verwaltung ist, und zum anderen aus einer Vereinigung, die heute um die 985 Mitglieder zählt. Sie hat den Auftrag, das Museum zu beleben und damit die Stiftung zu unterstützen. Die Organisation ist heute auf Landesebene anerkannt und besitzt eine der umfangreichsten Sammlungen alter Schweizer Landmaschinen zum Stolze des Französisch sprechenden Bauerntums. Die alte Mühle wurde erhalten und ist völlig funktionsfähig. Seit 1991 werden laufend etliche Ausstellungen und Events organisiert, unter anderem das Dreschfest und das Pflügen wie in alten Zeiten. Das Museum Chiblins und das Museumsrestaurant sind von März bis Ende Oktober jeden Donnerstag, Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet (die übrige Zeit nach Vereinbarung).  n

Apfel Diwa | © Agrisano

Mühle seit 1986 Museum

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n  SVLT | Sektionen

SH Strassenverkehr im Fokus

Aktive Mitgliederwerbung

Gleich zwei Vertreter der kantonalen Verkehrspolizei waren an der Generalversammlung der Schaffhauser Sektion zugegen, um verkehrstechnische Fragen aus der landwirtschaftlichen Praxis zu beantworten.

Die Solothurner Sektion des Verbands für Landtechnik betätigt sich aktiv in der Werbung um neue Mitglieder – und kann erste Erfolge verzeichnen.

Roman Engeler

Angeregte Diskussionen rund um strassenverkehrstechnische Fragen in Schaffhausen. Bild: Roman Engeler

«Die Polizei – dein Freund und Helfer oder doch eher ein schikanöser Busseneintreiber?» Mit dieser etwas provokativen Frage leitete Präsident Bruno Gnädinger nach dem statutarischen Teil der Versammlung zum interessanten Vortrag über, an dem Guido Gahlinger, Spezialist für landwirtschaftliche Fahrzeuge bei der Verkehrspolizei Schaffhausen, und sein Chef, Martin Tanner, aktuelle und praxisrelevante verkehrstechnische Fragen rund um die Landwirtschaft beantworteten. So wurde das korrekte Sichern von Standen beim Traubentransport angesprochen oder die Rechtslage im Fall aufgezeigt, wenn jugendliche Lenker mit einem «G40»-Ausweis im benachbarten Deutschland unterwegs sind (Mindestalter: 16 Jahre). Weiter interessierten, ebenfalls im Zusammenhang mit Fahrten ennet der Grenze, die Vorschriften beim Transport von Zuckerrüben mit Lastwagen in die Schweiz oder die Thematik rund um das gewerbsmässige Transportieren von Waren mit einem Pferdeanhänger (verboten, solange dieser als Pferde- und nicht als Sachtransportanhänger eingelöst ist). Noch nicht geregelt und deshalb nicht erlaubt sei die Verwendung von Kameras anstelle der vorgeschriebenen Spiegel bei Frontanbaugeräten. Er strebe eine möglichst hohe Verkehrssicherheit an, antwortete Martin Tanner auf die präsidiale Eingangsfrage. «Das ist mein Ziel, dafür bin ich angestellt, und dafür arbeitet die Polizei – und das kann halt auch einmal ungemütlich sein.» Die Versammlung selbst verlief äusserst speditiv. Die Sektion mit ihren knapp 500 Mitgliedern deckt nahezu 100% der Landwirte in Schaffhausen ab. Die Jahresrechnung schloss mit einem Gewinn von 1800 Fr. ab. Dennoch wurde eine Erhöhung des Jahresbeitrags um 10 auf 80 Fr. ohne Gegenstimme gutgeheissen. Der Vorstand mit Bruno Gnädinger (Präsident), Stefan Sauter (Vizepräsident), Christian Meyer (Aktuar), Robert Roth (Kassier) und Hanspeter Neukomm sowie Martin Müller (Geschäftsführer) wurde bestätigt. Neu wird die Sektion Stapler- und Sicherheitskurse für Traktoren durchführen. Gnädinger rief die Landwirte dazu auf, wieder vermehrt zusammenzustehen und Erzeugnisse zu bündeln, damit man die Märkte wieder besser in den Griff bekomme.  n

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SO

Schweizer Landtechnik  2 2016

Roman Engeler An der Generalversammlung der Solothurner Sektion des Verbands für Landtechnik informierte Präsident Paul Müller über die Aktivitäten im Bereich der Mitgliederwerbung. Rund 250 bäuerliche Haushalte habe man in einem Teilgebiet des Kantons im Herbst 2015 während dreier Monate mit der Zeitschrift «Schweizer Landtechnik» bedient. Im Anschluss daran sei telefonisch nachgehakt und im bilateralen Gespräch über die Vorzüge einer Mitgliedschaft beim SVLT informiert worden. Die Aktion sei noch nicht ganz abgeschlossen. Bereits hätten sich aber 14 Neumitglieder gewinnen lassen, wurde betont. Man wolle die Aktion demnächst auch im restlichen Kantonsgebiet fortführen. Positive Rechnung Die ordentlichen Verbandsgeschäfte waren schnell abgehakt. Die von Kassier Christian Murer präsentierte Jahresrechnung schloss dank dem Geschicklichkeitsfahren mit einem Vorschlag von rund 4000 Franken. Die Erhöhung des Jahresbeitrags um 10 auf neu 85 Franken wurde ohne Gegenstimme genehmigt. Das von Geschäftsführer Beat Ochsenbein vorgestellte Jahresprogramm beinhaltet die obligaten Feldspritzentests, die an verschiedenen Standorten durchgeführt werden. Weiter sind Staplerkurse, Vorbereitungen für die Traktor- und Mofaprüfungen vorgesehen. Obschon 2015 wegen mangelnder Beteiligung nicht durchgeführt, ist wieder ein Traktorfahrkurs für Frauen in der Planung. Zudem beteiligt sich die Sektion aktiv am Pflanzenbautag des Bildungszentrums Wallierhof, der heuer dem Thema «Applikationstechnik» gewidmet ist. Besichtigung Im Anschluss an die Versammlung besuchten die Teilnehmer den Gemüsebetrieb, den Sektionspräsident Paul Müller zusammen mit seinem Bruder Viktor in Niederbuchsiten führt. 2000 wurde dieser Betrieb komplett auf den Gemüsebau umgestellt und produziert heute auf 50 ha Freiland und 1,16 ha in Gewächshäusern. In den letzten Jahren wurden mit dem Anbau neuer, gekühlter Verarbeitungs- und Lagerungshallen für Kurzzeit- und Langzeitlagerung die Lieferkapazitäten konsequent ausgebaut.  n

Der Solothurner Sektionspräsident Paul Müller stellt seinen Gemüsebetrieb vor. Bild: Roman Engeler


Sektionen | SVLT   n

VD

ZG

Im Zeichen der Vorbereitungen auf die DV 2016 Voll in den Vorbereitungen auf die DV 2016, sucht die Waadtländer Sektion noch neue Partnerschaften. Catherine Schweizer Der Präsident Michel Lugeon konnte zur Jahresversammlung in Daillens rund hundert Mitglieder willkommen heissen. Vorbereitungen auf die DV 2016 In seinem Jahresbericht streifte der Präsident die Sektionsaktivitäten: Die Sektion hatte sich an der SwissExpo beteiligt und war sowohl am Ackerbautag der Agri­ Der Waadtländer Vorstand von links nach logie in Grange-Verney rechts: Steve Bugnon, Virginie Bugnon, als auch am Anlass ­zu Geschäftsführerin, Michel Lugeon, Gründungungen und Präsident, Laurent Vernez, Pascal Marendaz, zum Zwischenfutterbau Jean-Luc Mayor und Didier Amez-Droz. in Aubonne präsent. In Bild: Catherine Schweizer vier Fällen konnte man beim Rückbau von Strassen verhindern, dass diese für landwirtschaftliche Fahrzeuge nicht mehr passierbar gewesen wären. Von den 167 geprüften Pflanzenschutzgeräten auf vierzehn Standorten erfüllten nur vier die Anforderungen nicht. Der Mitgliederbestand ging aufgrund von Hofaufgaben um 35 auf noch 1645 zurück. Die Firma Blaser hatte ihre Zusammenarbeit mit der Waadtländer Sektion auf Ende 2015 aufgekündigt, sodass gegenwärtig Diskussionen mit anderen Unternehmen am Laufen sind, um neue Partner zu gewinnen. Im Weiteren konnte der G40-Instruktor Olivier Hauser berichten, 70 Teilnehmende aus dem Kanton Waadt hätten an den G40-Fahrkursen teilgenommen. Ein Problem sei es, dass mehr und mehr Jugendliche ohne landwirtschaftlichen Hintergrund nicht wirklich mit dem Lenken vertraut seien. Für dieses Jahr hatte die Sektion als Grossereignis zur Durchführung der Delegiertenversammlung des SVLT im Kanton Waadt eingeladen. Die Organisation derselben sei schon gut vorangekommen. Positiver Abschluss Die Geschäftsführerin Virginie Bugnon präsentierte die Jahresrechnung 2015, die mit einem Vorschlag von 1238 Franken abschoss und einstimmig angenommen wurde. Die Versammlung bewilligte zudem auch eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrags von 70 auf 85 Franken, was auf schweizerischer Verbandsebene schon 2014 vorgespurt worden war. Die Geschäftsprüfungskommission mit Jean-Pierre Mouquin, David Schärer und Christophe Demont wurde mit der Ernennung von Stéphane Roulet aus Mauborget als Ersatzmitglied verstärkt. Das Referat von Blaise Gaillard und Jean-François Dutruy von der kantonalen Feuerversicherung gab zu zahlreichen Fragen Anlass. Die Referate von Bertrand Dubois vom Strassenverkehrsamt und von Jean-Pierre Despont von Unternehmen Schiffmann drehten sich um die Fahrzeugprüfung für landwirtschaftliche Anhänger, speziell ging es dabei um die Bremsprüfungen. Der Anlass fand seinen würdigen Abschluss bei einem deftigen Fondue bourguigonne.  n

Schleppschuh im Fokus An der 60. GV des VLT Zug wurde die beitragsgestützte Förderung der Gülleausbringung mit dem Schleppschuh thematisiert. Lukas Zumsteg referierte über die 90-jährige Erfolgsgeschichte von Rapid. Roman Engeler Präsident Philipp Freimann konnte einen vollständig gefüllten Saal im Zuger Restaurant «Brandenberg» zur 60. Generalversammlung der Zuger Sektion des SVLT begrüssen. In seinem Jahresbericht blickte er auf die wichtigsten Höhepunkte des vergangenen Jahres zurück und erwähnte dabei insbesondere die erfolgreichen Stapler- und TeleskopladerKurse. Sie sind es, die massgeblich zum positiven Resultat der Jahresrechnung – Überschuss von rund 1000 Franken – beigetragen haben, sodass die Sektion trotz höherem Verbandsbeitrag selbst (noch) keine Beitragserhöhung beantragen muss. Die Sektion werde sich weiter für eine gerechtere, sprich tiefere Besteuerung von Anhängefahrzeugen einsetzen, betonte der Präsident. Vorerst wolle man aber abwarten, was im Rahmen des kantonalen Finanzentlastungsprogramms sonst noch alles modifiziert werde. Für die kommende Generation der Kategorie-GAnwärter gibt es neben dem Theoriebuch künftig auch eine VIP-Karte, mit der die Jugendlichen sich auf einem Onlineportal auf diese Prüfung vorbereiten können. Ein weiteres Thema war das Ausbringen von Gülle mit dem Schleppschuh. Der Kanton hat dafür neue Beiträge in Aussicht gestellt, die Sektion selbst will mit einer geplanten Vorführung auf die technischen Möglichkeiten aufmerksam machen. 90-jährige Erfolgsgeschichte Über die mittlerweile 90-jährige Geschichte von Rapid, dem einstigen Synonym für Einachser, referierte Lukas Zumsteg. Es sei eine lebendige Erfolgsgeschichte, die sich seit 1926 unaufhaltsam fortsetze, meinte der Marketing- und Verkaufsverantwortliche des heute in Killwangen AG domizilierten Unternehmens. Von Jakob Fahrni, dem Erfinder des motorisierten Mähers, über die Produktion von 36 Autos des sogenannten Typs «Schweizer Volkswagen», den einzigartigen Rapid «Spezial» mit Triebachsanhänger oder den «unkaputtbaren» Rasenmäher bis hin zu den heutigen hydrostatisch angetriebenen Einachsern habe das Unternehmen in einer wechselvollen Geschichte immer wieder Meilensteine setzen können, meinte Zumsteg. Von den Einachsern, von denen europaweit rund 4500 Einheiten jährlich verkauft werden, produziere Rapid 2000 Stück, sei also Marktführer. Zumsteg macht dafür die sprichwörtliche Qualität verantwortlich. «Die hochwertigen Produktionsmaschinen können wir uns aber nur leisten, weil wir die notwendige Auslastung über die Fertigung für Dritte erreichen», meinte Zumsteg abschliessend.  n

Die langjährigen Zuger Rechnungsrevisoren Albert Dönni und Hansruedi Iten werden vom Vorstand mit Geschäftsführer Beat Beschart und Präsident Philipp Freimann verabschiedet. Bild: Roman Engeler

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n  SVLT | Sektionen

VS «Agrovina» als Ambiente

Die AGPT verschafft sich Gehör

Die Walliser Sektion des SVLT nutzte die 11. Auflage der «Agrovina» in Martigny als Tagungsort für die jährliche Generalversammlung. Über strassenverkehrsrechtliche Fragen wurde besonders eifrig diskutiert.

Die «Genfer Vereinigung der Traktor Besitzer» (AGPT) nimmt erstmals Einsitz in der Kommission für das Transportwesen.

Roman Engeler

Rund hundert Teilnehmende konnte der Präsident Christophe Berthelet zur GV der AGPT willkommen heissen – und von einem grossen Erfolg berichten, nämlich dass die AGPT nun Einsitz nimmt in der beratenden Kommission, um Strassenbauprojekte auf die Bedürfnisse der landwirtschaftlichen Transporte und der Grossmaschine zu prüfen. Das Ziel sei es, bei Strassenbauprojekten mitzureden, damit landwirtschaftliche Fahrzeuge problemlos verkehren können. Das zuständige Departement werde die Gemeinden anschreiben und sie dazu anhalten, ihre Strassenbauvorhaben mit der Kommission zu bereden. In seinem Jahresbericht erwähnte der Präsident, dass 30 Pflanzenschutzgeräte für den Obst- und Weinbau und 31 für den Feldbau geprüft worden seien. Die Sektion zähle zurzeit 250 Mitglieder. Die Rechnung, vorgelegt vom Geschäftsführer Bertrand Favre, schloss mit einem Überschuss von ca. 2000 Franken ab. Sie wurde einstimmig genehmigt. Ebenfalls wurde einer Erhöhung des Mitgliedbeitrags von 70 auf 80 Franken zugestimmt. In Verdankung ihres grossen Einsatzes bestätigte die Versammlung Christophe Berthelet als Präsidenten und Bertrand Favre als Geschäftsführer. Weiterhin Einsitz im Vorstand nehmen auch Jacques Pottu und Falvien Desbiolles. Als Nachfolger von Rahpaël Party wurde Herbert Schütz als neuer Rechnungsrevisor gewählt.

Angeregte Diskussionen am Agrovina-Stand des SVLT (von links): Aldo Rui und Matthieu Vergère sowie Urs Rentsch vom technischen Dienst des SVLT und BUL-Mitarbeiter Jean-Luc Jaton. Bild: Roman Engeler

Die im Zweijahresrhythmus in Martigny stattfindende «Agrovina», Fachmesse für Weinbau, Weinbereitung und Obstbau, hat sich vom regionalen Ereignis zu einem nationalen Fixpunkt der Branche entwickelt. Anlass genug für den Vorstand des Walliser Verbands für Landtechnik, die Generalversammlung gleich an dieser Messe zu organisieren. Der Aufmarsch der Mitglieder hätte sich durchaus etwas üppiger gestalten dürfen, doch tat dies der Diskussion keinen Abbruch und wurde darob sogar fast der obligate Apéro in den Hintergrund gedrückt. Die Sektion selbst war an der Messe mit einem Stand präsent und betrieb dort eifrig Mitgliederwerbung, indem sie die Vorzüge einer Mitgliedschaft beim SVLT wie das Abonnement der Zeitschrift «Schweizer Landtechnik», Auskünfte und Beratungen zu allen landtechnischen Fragen, Tests von Spritzgeräten und «G40»-Fahrkurse hervor hob. Vorstand wiedergewählt Die ordentlichen Geschäfte der Versammlung wurden durch Präsident Matthieu Vergère rasch abgehandelt. Die Jahresrechnung schloss mit einem kleinen Gewinn ab. Die Erhöhung des Jahresbeitrags, bedingt durch eine erhöhte Abgabe an den Zentralverband, fand einhellige Zustimmung. Sämtliche Vorstandsmitglieder stellten sich beim Traktandum «Wahlen» für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung und wurden denn auch in ihren Ämtern bestätigt. SVLT-Vizepräsident Auguste Dupasquier und Direktor Aldo Rui informierten über die sich auf den SVLT positiv und stabilisierend auswirkenden Veränderungen im Verbandssekretariat. In einem Grusswort machte BUL-Mitarbeiter Jean-Luc Jaton auf die Unfallstatistik mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen aufmerksam. Er appellierte insbesondere daran, den Sicherheitsaspekten im landwirtschaftlichen Strassenverkehr die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken. Ein weiteres Diskussionsthema war das gelegentliche Erbringen von kommunalen Diensten für Dritte mit grün beschilderten Fahrzeugen. In dieser Sache, so monierte ein Versammlungsteilnehmer, sollte sich der Verband vermehrt dafür einsetzen, dass der Begriff «gelegentlich» künftig doch etwas grosszügiger ausgelegt wird.  n

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GE

Schweizer Landtechnik  2 2016

Catherine Schweizer

Zahlreiche Gäste Anne Revaclier stellte als Mitglied des Exekutivausschusses die gastgebende Gemeinde vor. Bekanntlich ist Satigny die grösste Weinbaugemeinde der Schweiz. Werner Salzmann seinerseits betonte in seiner Grussadresse die Notwendigkeit, durch den überbetrieblichen Einsatz von Maschinen Kosten zu sparen, um die hohen Belastungen in der Buchhaltung zu senken. Der Direktor von AgriGenève forderte die Versammelten auf, die Initiative des SBV zur Ernährungssicherung nach Kräften zu unterstützen, und Jean-Luc Jaton von der BUL machte auf Änderungen im Strassenverkehrsrecht im Zeichen des ASTRA-Projektes Via sicura aufmerksam. Herr Guerry vom Genfer Strassenverkehrsamt dankte den Genfer Landwirten für die gute Aufnahme der neuen Prüfexperten.  n

In grosser Zahl nahmen die Genfer Mitglieder an der Jahresversammlung teil. In den vorderen Rängen, von links: das Genfer Vorstandsmitglied Jacques Pottu, die Vertreterin des Exekutivausschusses der Gemeinde Satigny Anne Revaclier, der BUL-Experte Jean-Luc Jaton und der SVLT-Präsident Werner Salzmann. Bild: Catherine Schweizer


Bericht | Intern   n

«Buurästübli» statt «Big M»

Heiri Schmid, Land-Wirt, Politiker und Lohnunternehmer. Bild: Ueli Zweifel

Der St.  Galler Verbandspräsident Heiri Schmid bewirtschaftet in der Linthebene zusammen mit seiner Frau Trudy einen Munimastbetrieb. Im ehemaligen Gemeindebann von Bilten GL gelegen, gehört das Gebiet heute zur «Einheitsgemeinde» Glarus Nord. Zum Gespräch treffen wir uns auf dem Schmidhof im «Buurästübli». Heiri Schmid: «Wir haben 25 ha Grünland und Silomais. Was ich nicht selber brauche, wird in Siloballen gepackt und verkauft. Lohnarbeiten habe ich früher mehr gemacht als heute: Mäherei, Siloballentransport, Misterei, ... Die Nachfrage ist zurückgegangen, weil sich die Betriebe selber mechanisieren. Und in der Nähe läuft jetzt ein ‹Krone Big M› und auch eine Kombination als Schmetterlingsmähwerk. Man muss auf die Minute bereit sein, wenn die Bauern mähen wollen, was mir vielleicht nicht immer möglich gewesen ist. Ich bin ja noch in verschiedenen Vorständen und für die SVP im Glarner Landrat. Ah… und Winterdienst mache ich auch noch. Mein MF ist deshalb weiss eingelöst. Unser ‹Buurästübli› haben wir am 1. Mai 2015 eröffnet. Wir konnten es in der neuen Remise als Projekt des Agrotourismus realisieren. Das ‹Beizli›, nach offizieller Lesart das ‹Hofladen-Café›, hat sich gut angelassen. Wir können kleinere und grössere Gesellschaften bewirten, und der kantonale Veloweg geht unmittelbar am Hof vorbei. Im Vorstand des St. Galler Verbandes für Landtechnik vertrete ich seit 2008 die Glarner Mitglieder. Insbesondere gehören auch noch die Appenzeller zum Verband, den ich nunmehr im fünften Jahr präsidiere. Weil mein Betrieb zum Verbandsgebiet ziemlich peripher liegt, bin ich sehr auf die Informationen und Impulse meiner Vorstandskollegen angewiesen. Und – nichts ist so wichtig wie eine gute Geschäftsführerin, die Bescheid weiss, die die Zügel in den Händen hat und die Website à jour hält. Eliane macht das super. An der Tier & Technik betreiben wir zusammen mit dem SVLT wiederum unseren Stand. Da die Ausstellung zu einem weit über unsere Region hinaus bekannten Treffpunkt geworden ist, beteiligen sich jetzt am Stand auch unsere Nachbarsektionen. Dies ist im Rahmen der Regionalkonferenz so beschlossen worden.»  n Aufgezeichnet von Ueli Zweifel

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n  SVLT | Sektionen

Generalversammlungen

Wochenkurs «Schaffe mit Ross»

OW Donnerstag, 25. Februar 2016, 20 Uhr, Landgasthof Schlüssel, Alpnach Mit Referat zum Thema «Herausforderungen im Strassenverkehr» von Urs Rentsch, Weiterbildung und Beratung beim SVLT

NE Freitag, 26. Februar 2016, 13.15 Uhr beim service des automobiles à Malvilliers

Lohnunternehmer Schweiz Freitag, 4. März 2016, 9.15 Uhr, Serco Landtechnik AG, Oberbipp Mit Vorstellung, Betriebsbesichtigung und Produktepräsentation der Serco Landtechnik AG durch Thomas Frey sowie der Michelin Suisse SA durch Erich Eichenberger

TI Montag, 7. März 2016, 19.30 Uhr, Hotel La Perla in S. Antonino Mit Festsetzung neuer Statuten sowie anschliessendem Referat über den «Landwirtschaftlichen Strassenverkehr und Sanktionen»

BS,

BL

Dienstag, 8. März 2016, 20 Uhr, Landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain, Sissach Mit Referaten «Grüne Kontrollschilder – Rahmenbedingungen (Fritz Zioerjen) und «Das Leben eines Wettpflügers» (Beat Sprenger»

SZ,

UR

Donnerstag, 10. März 2016, 20 Uhr, Restaurant Frohsinn, Küssnacht am Rigi Mit Referat von Werner Salzmann: «Vom Bauernsohn zum SVLT-Präsidenten»

JU,

BE

Freitag, 11. März 2016, 10 Uhr, Relais du Val-Terbi, Courchapoix

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AG

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18. bis 22. April 2016 Wiederum bieten das Landwirtschaftliche Zentrum Liebegg und die IG Arbeitspferde gemeinsam einen Kurs für Pferdeliebhaber an. Vom 18. bis 22. April 2016 können während eines Wochenkurses Holzrücken, Transporte, Futter- und Ackerbauarbeiten mit Pferd und Zubehör praktisch erlernt werden. An den Abenden gibts Theorie zur Fütterung von Arbeitspferden, einen Stallbesuch und gemütliches Beisammensein. Anmeldeschluss am 26. Februar 2016. Weitere ­Informationen bei Ernst Rytz, Präsident IG Arbeitspferde, unter 079 522 34 84, me.rytz@teleport.ch, oder bei Andreas Estermann, Landw. Zentrum Liebegg, 062 855 86 80, andreas.estermann@ag.ch

Bodenschutz beim Einsatz von landwirtschaftlichen Fahrzeugen Mittwoch, 6. April 2016, 19.30 – 22.00 Uhr, Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg, Gränichen Wer Anlagen erstellt oder den Boden bewirtschaftet, muss unter Berücksichtigung der physikalischen Eigenschaften und der Feuchtigkeit des Bodens Fahrzeuge, Maschinen und Geräte so auswählen und einsetzen, dass Verdichtungen und andere Strukturveränderungen des Bodens vermieden werden, welche Fruchtbarkeit langfristig gefährden, heisst es in der Verordnung über Belastungen des Bodens (VBBo), Art. 6, Abs. 1. Die einzelnen Themen lauten: Leistungsfähige Landtechnik und Bodenschutz, Bodenverdichtungen vermeiden, Bereifungswahl. Kursleitung: Hansjörg Furter, Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg. Referent: Matthias Stettler, Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL). Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Veranstaltung ist kostenlos und steht allen interessierten Personen offen!

Traktorfahrkurs für Frauen Donnerstag, 21. April, oder Freitag, 22. April 2016, jeweils von 9 bis 16 Uhr, Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg, Gränichen Einmal einen Traktor erklärt bekommen, mit dem Traktor mit und ohne Anhänger manövrieren, Anbaugeräte wie Kreiselheuer, Kreiselschwader kennenlernen und an den Traktor anbauen – dies ohne Stress und Zeitdruck. Die einzelnen Themen: Bedienung des Traktors, wichtige Kon­ trollen; sicheres Manövrieren mit Traktor, Anhänger und Anbaugerät; Gefahrensituationen auf Hof, Gelände und Strasse erkennen und meistern. Dieser Kurs richtet sich an Frauen, welche ihre praktischen Traktorkenntnisse verbessern wollen. PW- oder Traktorfahrausweis wird verlangt, es sind keine weiteren Vorkenntnisse notwendig. Kursleitung: Hansjörg Furter, Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg Kosten: Fr. 110.–, inkl. Kursunterlagen und Mittagessen, wenn Ehemann, Partner / Freund Mitglied beim AVLT ist, Fr. 130.– für Nichtmitglieder. Anmeldung: bis 1. April 2016 an LZ Liebegg, 5722 Gränichen, Kurssekretariat, Marianna Kühn, 062 855 86 15, kurse@liebegg.ch


Sektionen | SVLT   n

FR Tageskurs zum Verkehr mit landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen 29., 30. oder 31. März 2016 Der Freiburgische Verband für Landtechnik (FVLT) organisiert Kurse in Zusammenarbeit mit Instruktoren der Kantonspolizei und des Land­ wirtschaftlichen Instituts Grangeneuve. Diese Kurse bereiten auf die Theorieprüfung für den Führerausweis Kategorie G (landwirtschaftliche Motorfahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 30 km / h) vor. Er berechtigt ebenfalls zum Führen eines Motorfahrrades. Der Kurs dauert einen Tag und findet entweder am 29., 30. oder 31. März 2016 statt. Teilnahmeberechtigt sind alle Jugendlichen, die vor dem 1. März 2003 geboren sind. Anmeldekarten sind in allen Sekretariaten der Orientierungsschulen des Kantons oder beim FVLT, laurent.guisolan@fr.ch, 026 305 55 58, erhältlich. Anmeldungen sind bis am 1. März 2016 möglich. Einschreibefrist unbedingt einhalten.

Traktorfahrkurs für Frauen und Junglenker Samstag, 5. März 2016, von 9.00 bis 16.00 Uhr, Landwirtschaftliches Institut Grangeneuve, Posieux Der Freiburgische Verband für Landtechnik organisiert einen Kurs für Frauen und Junglenker, die ihre praktischen Traktorkenntnisse verbessern wollen. PW- oder Traktorfahrausweis wird verlangt (Kategorien B, C, D, F, G). Kosten: 110 Franken für Ehefrauen und Kinder von Mitgliedern , für Nichtmitglieder 130 Franken. In den Kurskosten inbegriffen: Unterlagen, Kaffee und Gipfeli, Mittagessen, Warnweste. Anmeldung bis spätestens 24. Februar 2016 an: FVLT, Laurent Guisolan, Route de Grangeneuve 31, 1725 Posieux, laurent.guisolan@fr.ch, 026 305 55 58.

Bremsenkontrolle 2016 Der Freiburgische Verband für Landtechnik (FVLT) erhält im Jahre 2016 die Bremstestkampagne aufrecht. Dieser Test ist gedacht für Karren und Anhänger aller Art, 30 oder 40 km / h, die während des ganzen Jahres im Einsatz stehen und deren Wartung leider oft vernachlässigt wird. Am Ende der Kontrolle werden die Eigentümer im Besitz einer genauen ­Diagnose ihrer Fahrzeuge sein, die von akkreditierten Spezialisten der Schweizerischen Metall-Union erstellt wird. Wo: in der Nähe Ihres Wohnortes in dafür ausgerüsteten Ateliers ­(die Liste der Werkstätten ist auf der Website unter www.smu.ch­zu finden). Wichtig: Für die Prüfung müssen die Anhängerzüge mit pneumatischen oder hydraulischen Betriebsbremsen ausgerüstet werden. Vorteil: Für seine Mitglieder gewährt der FVLT einen Rabatt von 50 Franken pro Achse bei Vorlage der Rechnung. Dazu genügt es, eine Kopie der Rechnung an folgende Adresse zu senden: AFETA / FVLT, Laurent Guisolan, Route de Grangeneuve 31, 1725 Posieux. Dieses Angebot gilt nicht für den Kauf von neuen Geräten oder für ein später folgendes Aufgebot zur Expertise.

LU Aktuelles Kursangebot Mofa- und Traktorenprüfung: Die Vorbereitungskurse für die Mofaund Traktorenprüfung finden jeweils mittwochnachmittags statt. Kurskosten inkl. Lernplattform im Internet (Theorie-24-Kärtli) für Mitglieder Fr. 70.–, für Nichtmitglieder Fr. 90.–. Nächste vorgesehene Termine: 13. April 2016 in Sursee, 13.15 – 17.30 Uhr 12. Mai 2016 in Schüpfheim, 13.15 – 17.30 Uhr Roller- und Autoprüfung: Theorieprüfung online lernen für Fr. 29.–. Grundkurse für Roller und Motorräder finden jeweils samstags in Büron und Sursee statt. Für Mitglieder Fr. 300.–, für Nichtmitglieder Fr. 320.– Nächste vorgesehene Termine: 12. und 19. März 2016, 13.00 – 17.00 Uhr 23. und 30. April 2016, 13.00 – 17.00 Uhr Verkehrskundeunterricht in Sursee, Willisau, Schüpfheim und Hochdorf: für Mitglieder Fr. 220.–, für Nichtmitglieder Fr. 240.–. Nächste Termine: 2. / 3. / 9. / 10. März 2016 in Sursee, 19.00 – 21.00 Uhr, 18./19./25./26. April 2016 in Hochdorf, 19.00 – 21.00 Uhr Kombipaket für Rollerfahrer nochmals günstiger als im Einzelpreis. Theorie online lernen / Grundkurs 1 + 2 (8 Lektionen) / VKU (4 × 2 Lektionen). Der Lastwagentheoriekurs dauert 32 Lektionen, während vier Wochen jeweils einen Tag pro Woche. Der Kurs ist modular aufgebaut und der Einstieg jede Woche möglich. Der nächste Kurs beginnt am 24. Februar 2016. Durchführung jeweils in Luzern. Infos und Anmeldung (Änderungen, z. B. Kursort, -inhalt, -preis, -zeit, bleiben vorbehalten): LVLT-Fahrschule, Sennweidstrasse 35, 6276 Hohenrain, 041 467 39 02, Fax 041 460 49 01, info@lvlt.ch, www.lvlt.ch

Spritzentest 2016 14. bis 16. März 2016 Gebläsespritzentest 17. bis 24. März 2016 Feldspritzentest Alle Spritzenbesitzer, welche im 2016 prüfen lassen müssen, werden angeschrieben. Alle, die neu ihre Spritze prüfen lassen möchten, sind gebeten, Kontakt aufzunehmen: info@lvlt.ch oder 041 467 39 02.

SH Anhängerbremstest Samstag, 4. Juni, 8 – 12 Uhr, GVS Agrar, Schaffhausen Ist die Anhängerkombination sicher? Antwort gibt der Anhängerbremstest auf dem Areal der GVS Agrar am Majorenacker 11 in Schaffhausen; die Kosten betragen 30 Franken je Achse. Anmeldung bei Martin Müller, 079 656 74 58, Fax: 052 681 12 85 oder sektion@vlt-sh.ch

TG Landw. Transporte – sicher unterwegs Samstag, 5. März 2016, 9 Uhr, Agrar Landtechnik AG, Balterswil Zunehmende Mobilität und wachsende Transportbedürfnisse machen auch vor der Landwirtschaft nicht halt. Trotz technischem Fortschritt und periodischen Kontrollen passieren vermeidbare Unfälle. Aus erster Hand

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n  SVLT | Sektionen

bieten Kantonspolizei und Strassenverkehrsamt des Kantons Thurgau Informationen zum geltenden Recht und Beispiele aus der Praxis im Sinne einer wirksamen Unfallverhütung. Der Anlass beginnt um 9 Uhr, um 12 Uhr erfolgt der Abschluss bei Wurst und Brot.

Theoriekurse Kategorie G Im Theoriekurs Kat. F / G werden die Grundlagen aufgezeigt und erklärt. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Lenken von landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen bis 30 km / h.

Pflanzenschutzgeräteprüfungen 2016 Der VTL/ Landtechnik führt die Prüfung im Feldbau an folgenden Daten und Orten durch: 7. April in Opfershofen (FA Jakob Hofer AG), 12. April in Hüttwilen (Stefan Schlatter), 15. April in Frauenfeld (Beat Meier), 22. April in Unterhörstetten (Erwin Büchler), 26. April in Affeltrangen (Märla AG), am 2. Juni in Engishofen (Oliver Engeli), am 7. Juni in Diessenhofen (Urban Dörig), am 14. Juni in Kradolf (Hans Felber), am 22. Juni im BBZ Arenenberg. Die Anmeldung muss bis spätestens 14. März erfolgen. Die Geräteprüfung im Obst- / Weinbau findet vom 14. bis 24. März in Egnach statt. Hier hat die Anmeldung bis 1. März zu erfolgen. Anmeldungen an: VTL Landtechnik, Geschäftsstelle, Markus Koller, Weierhofstrasse 9, 9542 Münchwilen, 071 966 22 43.

Bremsentests für Anhänger 12. März in Neftenbach und 15. März in Wetzikon Demnächst finden im Kanton Zürich zwei Bremsentests für Anhänger statt, am 12. März in Neftenbach bei der Firma Larag und am 15. März bei der Firma Mercedes Benz Nutzfahrzeuge in Wetzikon. Anmeldung an: Stefan Pünter, 079 694 49 41 oder stefan.puenter@ bluewin.ch

SG,  SH,

AR,  TG

AI,

GL,

Siehe auch www.fahrkurse.ch AG Kursorte und -daten: Muri: Sa., 5. + 12. März, 9 – 11 Uhr; Mi., 9. + 16. Nov., 18.30 – 20.30 Uhr. Riniken: Mi., 30. März + 6. April, 18.30 – 20.30 Uhr; Mi., 26. Okt. +  2. Nov., 18.30 – 20.30 Uhr. Liebegg: Sa., 7. + 14. Mai, 9 – 11 Uhr; Sa., 12. + 19. Nov., 9 – 11 Uhr. Frick: Mi., 31. Aug. + 7. Sept., 18.30 – 20.30 Uhr. Kontakt: Yvonne Vögeli, Strohegg 9, 5103 Wildegg, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch BE Kontakt: Peter Gerber, 031 879 17 45, Hardhof 633, 3054 Schüpfen, bvlt@bluewin.ch BL, BS Kursort: Sissach Kursdaten: 2. März und 19. März, 6. April und 23. April, 17. August und 3. September, 2. November und 19. November Kontakt: Susi Banga, 061 411 22 88, Gruthweg 103, 4142 Münchenstein, s.banga@bluewin.ch FR Kursdaten: 29., 30. oder 31. März 2016 Kontakt: FVLT, Laurent Guisolan, Rte de Grangeneuve 31, 1725 Posieux, laurent.guisolan@fr.ch, 026 305 55 58 GR Kursorte: Landquart, Ilanz, Thusis, Davos, Scuol, Samedan Kontakt: Luzia Föhn, 081 322 26 43, 7302 Landquart, foehn@ilnet.ch, www.svlt-gr.ch NE Kursdaten: in den Oster- und Herbstferien Kontakt: M. Bernard Tschanz, Ch. du Biolet, 2042 Valangin, bernardtschanz@net2000.ch SG, AI, AR, GL

SUVA-anerkannte Staplerkurse Theorietag: Samstag, 5. März; Praxistage: Samstag, 12. März, und Samstag, 19. März, bei Würth Innovation AG, Muolen Der zweitägige VLT-Staplerkurs für Deichselstapler und Gegengewichtsstapler kostet 520 Franken, plus 30 Franken für einen Tag CZV-Eintrag. Der zweieinhalbtägige VLT-Staplerkurs II findet zusätzlich am 19. März statt und hat nebst Deichselstaplern und Gegengewichtsstaplern die Teleskopstapler zum Kursinhalt; er kostet 790 Franken, plus 30 Franken für einen Tag CZV-Eintrag. Anmeldung bis spätestens 26. Februar 2016 bei den jeweiligen Geschäftsstellen der Sektionen.

Kontakt: Hans Popp, 071 845 12 40, Karrersholz 963, 9323 Steinach, hanspopp@bluewin.ch SH Kursort und -daten: Herblingen (GVS Agrar AG): Sa., 12. März; Sa. 17. Sept. Kontakt: VLT-SH Geschäftsstelle, Martin Müller, Haldenhof 286, 8213 Neunkirch, 079 656 74 58, www.vlt-sh.ch SO Kursorte und -datum: Büren, 16. März; Wallierhof Riedholz, 13. April, jeweils 13.30 – 16.30 Uhr Kontakt: Beat Ochsenbein, 032 614 44 57, ochsebeis@bluewin.ch SZ, UR Kursort: Wangen Datum: 12. März; Kursort: Oberarth Datum: 9. April Kontakt: Florian Kälin, Geschäftsstelle VLT Schwyz und Uri, 055 412 68 63, 079 689 81 87, info@glarnernbeef.ch TG Kursort/-daten: Märwil 5.+ 16.3.; Alterswilen 12. + 23.3.; Neukirch-Egnach, 16.+ 27.4.; Müllheim 23.4.+ 4.5.; Uesslingen 21.5.+ 1.6.; Münchwilen 8.+ 15.6.; Altnau 18.+ 29.6.; Bürglen 27.8.+3.9; Müllheim 29.10.+ 9.11. Kontakt: VTL / Landtechnik, Markus Koller, 071 966 22 43, Weierhofstrasse 9, 9542 Münchwilen VD Kursorte: Moudon, Oulens-s / Echallens Kursdaten: März 2016 und Juni 2016 Kontakt: ASETA-Section vaudoise, Virginie Bugnon, chemin de Bon-Boccard, 1162 Saint-Prex, v.bugnon@bluewin.ch ZG Kursort: Zug Kursdaten: 18. April, 10. Oktober und 13. Oktober 2016 Kontakt: Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch ZH Kursorte: Strickhof, Lindau Kontakt: SVLT ZH, Eschikon, 058 105 98 22, Postfach, 8315 Lindau, www.svlt-zh.ch

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Schweizer Landtechnik  2 2016


Kurse | SVLT   n

Aus- und Weiterbildungskurse des SVLT Fahrkurs G40 Kursorte: 1260 *Nyon VD 1315 *La Sarraz VD 1510 *Moudon VD 1562 *Corcelles-près-Payerne VD 1630 *Bulle FR 1890 *Saint-Maurice VS 1951 *Sion VS 2208 *Les Hauts-Geneveys NE 2720 *Tramelan BE 2852 *Courtételle JU 3186 Düdingen FR 3250 Lyss BE 3270 Aarberg BE 3421 Lyssach BE 3510 Konolfingen BE 3550 Langnau i.E. BE 3770 Zweisimmen BE 3792 Saanen BE 3800 Interlaken BE 3930 Visp VS 4222 Zwingen BL 4450 Sissach BL 4702 Oensingen SO 5040 Schöftland AG 5505 Brunegg AG 6056 Kägiswil OW 6130 Willisau LU

6210 Sursee LU 6276 Hohenrain LU 6430 Schwyz SZ 6472 Erstfeld UR 6702 **Claro TI 7130 Ilanz GR 7302 Landquart GR 7430 Thusis GR 7524 Zuoz GR 7550 Scuol GR 8180 Bülach ZH 8315 Lindau ZH 8460 Marthalen ZH 8500 Frauenfeld TG 8836 Biberbrugg SZ 8856 Tuggen SZ 8867 Niederurnen GL 8932 Mettmenstetten ZH 9133 Sitterdorf TG 9200 Gossau ZH 9436 Balgach SG 9465 Salez SG 9602 Bazenheid SG

*Sprache Französisch **Sprache Italienisch

Unterstützt durch den Fonds für Verkehrssicherheit (FVS)

CZV – Weiterbildungskurse

Kursort: Riniken

Kursart

Kursdatum

AED / BLS, Erste Hilfe

Fr.

18.03. 2016

Sicher Fahren, alles im Griff

Di.

29.03. 2016

Ladungssicherung

Fr.

1.04. 2016

Ladungssicherung

Fr.

11.11. 2016

Hebegerätekurs

Kursort: Wildegg AG

SUVA-anerkannt: Gegengewichts- und Teleskopstaplerkurs; Instruktion Hoflader Kursart

Kurstag 1

Kurstag 2

Grundkurs für Staplerfahrer

Mo. 21.03.2016

Di. 22.03.2016

Grundkurs für Staplerfahrer

Mi. 23.03.2016

Do. 24.03.2016

Grundkurs für Staplerfahrer

Mo. 28.03.2016

Di.

Grundkurs für Staplerfahrer

Mi. 30.03.2016

Do. 31.03.2016

Schweisskurse

29.03.2016

Kursort: Riniken AG

Kursart

Kurstag 1

Kurstag 2

Wolfram-Schutzgas-Schweissen (TIG)

Mo. 7.03.2016

Mi. 9.03.2016

Metall-Schutzgas-Schweissen (MAG / MIG) Do. 10.03.2016

Fr. 11.03.2016

Lichtbogen-Handschweissen (E-Hand)

Mo. 14.03.2016

Di. 15.03.2016

Metall-Schutzgas-Schweissen (MAG / MIG) Mi. 16.03.2016

Fr. 18.03.2016

Wolfram-Schutzgas-Schweissen (TIG)

Mi. 23.03.2016

Mo. 21.03.2016

Kurse im 4. Quartal 2016 siehe unter www.fahrkurse.ch und www.g40.ch

Detailliertes Kursprogramm, Teilnahmebedingungen und Kurskosten: Siehe unter www.fahrkurse.ch und www.g40.ch

Weitere Auskünfte: 056 462 32 00 oder zs@agrartechnik.ch

n   Impressum   78. Jahrgang

Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik Werner Salzmann, Präsident Aldo Rui, Direktor Redaktion Tel. 056 462 32 50 Roman Engeler: roman.engeler@agrartechnik.ch Ueli Zweifel: ulrich.zweifel@agrartechnik.ch Dominik Senn: dominik.senn@agrartechnik.ch Ruedi Hunger: hungerr@bluewin.ch Ruedi Burkhalter: r.burkhalter@agrartechnik.ch Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Postfach, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01 www.agrartechnik.ch

Verlagsleitung Roman Engeler, Postfach, 5223 Riniken Tel. 079 207 84 29 roman.engeler@agrartechnik.ch Inserate / Anzeigen Stämpfli AG Vanessa Ciglar, Anzeigenleiterin Wölflistrasse 1, Postfach, 3001 Bern Tel. 031 300 63 87 Mail: inserate@staempfli.com Anzeigentarif Es gilt der Tarif 2015. Kombinationsrabatt: 25 % bei gleichzeitigem Erscheinen in «Technique Agricole» Herstellung und Spedition Stämpfli AG, Wölflistrasse 1, 3001 Bern Erscheinungsweise 11-mal jährlich

Abonnementspreise Inland: jährlich CHF 110.– (inkl. MwSt.) SVLT-Mitglieder gratis. Ausland: CHF 135.– (exkl. MwSt.) Nächste Ausgabe Schwerpunkt: Futterernte-Technik Impression: Saubere Alternative: Der Kammschwader Reifendruck schnell geregelt Wissen: Wiesen-Übersaaten mit geeigneter Technik Plattform: Rückblende zur «Tier&Technik» 2016

Nr. 3 / 2016 erscheint am 17. März 2016. Anzeigenschluss 3. März 2016

2 2016  Schweizer Landtechnik

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M.R. Tech GmbH UMATEC, fenaco Gerber Utzigen AG Schöpfer AG Sigrist Peter TC Point AG Garage Steck UMATEC, fenaco AS Garagen AG Gysin Werner Scheuber Stefan Agrar-Service GmbH Villiger Landtechnik Martin Ruckli AG Kunz Landtechnik AG Frey Technik GmbH

1797 Münchenwiler 3052 Zollikofen 3068 Utzigen 3185 Schmitten FR 3207 Golaten 3252 Worben 3272 Walperswil 3360 Herzogenbuchsee 3775 Lenk 4434 Hölstein 4654 Lostorf 5606 Dintikon 5645 Fenkrieden 6018 Buttisholz 6262 Langnau b. Reiden 6294 Ermensee

026 670 30 02 058 434 07 90 031 839 68 88 026 496 32 71 031 755 58 40 032 384 19 59 032 396 15 66 058 434 04 50 033 733 30 30 061 951 15 58 062 298 20 96 056 624 90 10 041 787 16 63 041 928 16 16 062 758 25 05 041 917 27 77

Sepp Knüsel AG Bernhardsgrütter Müller Siblingen GmbH Meier Maschinen AG Beeler Traktoren Elmer Landmaschinen Flöri GmbH Heer Landmaschinen Agro-Technica GmbH Keller Landtechnik GmbH Köchli Technik Lenggenhager AG Hanselmann GmbH Zahner Landmaschinen Bollhalder GmbH Stauffacher & Naef

6403 Küssnacht 7304 Maienfeld 8225 Siblingen 8460 Marthalen 8536 Hüttwilen 8714 Feldbach 8754 Netstal 8881 Tscherlach 9043 Trogen 9205 Waldkirch 9217 Neukirch a.d. Thur 9230 Flawil 9437 Marbach SG 9533 Dietschwil 9621 Oberhelfenschwil 9651 Ennetbühl

041 850 15 33 081 302 23 73 052 682 18 70 052 305 42 42 052 747 13 17 055 244 24 15 055 612 34 24 081 735 22 48 071 343 70 00 071 385 12 64 071 642 21 28 071 393 22 65 071 770 06 47 071 931 53 13 071 374 33 03 071 994 17 67

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