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AUF EIN WORT … Interview Mannschaftsleiter Heiner Gabelmann

„Heiner Gabelmann, erste Erfahrungen konnten Sie auf dem olympischen Schießstand innerhalb der Royal Artillery Barracks ja schon während des Weltcups des Internationalen Schießsportverbandes (ISSF) Mitte April sammeln. Welche Eindrücke hatten Sie von den Schießständen und der Technik vor Ort?“ „Sicherheitstechnisch hatten die Organisatoren schon beim Weltcup alles im Griff. Der Stand war eingezäunt und gut bewacht – er liegt innerhalb eines Militärgeländes der britischen Armee – die Zuschauerströme waren von den Ein- und Ausgängen der Sportler komplett getrennt, dies ist olympischer Standard und auch die Sicherheitsschleusen inklusive der Personenkontrolle, wie wir es zum Beispiel von Flughäfen her kennen, war personell bereits so ausgestattet, wie es bei den Olympischen Spielen auch gehandhabt wird. Dazu gab es das gleiche sehr strenge Akkreditierungssystem, das auch bei den Spielen zur Anwendung kommt. Die Schießstände selbst und die dazugehörende Technik waren bereits komplett fertig. Auch der Umbau von 10 Meter auf 50 Meter, der im Verlauf der olympischen Schießwettbewerbe erstmalig durchgeführt wird, wurde unter realistischen Bedingungen durchgespielt und hat reibungslos geklappt. Die 25-Meter-Stände sind offen gebaut, ohne Zwischenwände und wirken sehr großzügig, genau wie die Finalhalle, die rund

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4.000 Zuschauer fasst und wo man bis zum letzten Platz ganz oben auf der Stahlrohrtribüne auf jeden Fall noch die Wettbewerbe bis 25 Meter verfolgen kann, ohne dass man gezwungen ist, auf die vorhandenen Leinwände zu schauen. Es ist also nicht nur ein virtuelles Erlebnis, sondern bis auf wenige Plätze kann man sämtliche Wettbewerbe, auch die über 50 Meter, sehr gut live mit ansehen. Das war in der Vergangenheit oft nicht so.“ „Welche weiteren Erfahrungen konnten Sie im Hinblick auf die Olympischen Spiele mitbringen?“ „Es ist ein sehr windanfälliger Schießstand, bedingt durch die offene Bauweise. Im April hatte dies die Wettbewerbe durch den böigen Wind und den starken Regen doch sehr beeinflusst. Ich hoffe, dass wir im August zu den Olympischen Spielen dann andere Witterungsbedingungen vorfinden. Da es so genannte „fliegende Bauten“ sind, also Bauten, die nach den Spielen wieder abgebaut werden, wirkt die Gesamtoptik natürlich etwas improvisiert. Dazu tragen auch die Zelte bei, die überall zu sehen sind und nach diesem sportlichen Großereignis wieder verschwinden werden. Auf den eigentlichen Sport hat dies aber keinen Einfluss, in London herrschen für alle Schützen die gleichen fairen Bedingungen.“ „Was dürfen wir bei den Olympischen Spielen vom Team des

Deutschen Schützenbundes erwarten? Wo liegen die Erfolgsaussichten der DSB-Teilnehmer?“ „Im Gewehrbereich starten wir mit vier Damen und vier Herren. Bei den Damen haben wir damit alle Quotenplätze belegt, bei den Herren fehlen zwei der sechs möglichen Quotenplätze, daher werden wir zwei Doppelstarter haben. Natürlich sind bei den Damen vor allem im Wettbewerb Sportgewehr 3x20 Schuss die Aussichten einer Finalteilnahme – und nur davon spreche ich vor der Veranstaltung – besonders hoch, weil wir mit der amtierenden Weltmeisterin, Barbara Engleder, und der vielfachen Welt- und Europameisterin Sonja Pfeilschifter zwei ganz routinierte Schützinnen ins Rennen schicken. Aber auch mit dem Luftgewehr, der ersten Entscheidung der Spiele überhaupt, können Beate Gauß und Jessica Mager durch eine gute Platzierung für eine Überraschung und für einen positiven Auftakt im gesamten Olympiateam des Deutschen Olympischen Sportbundes sorgen. Bei den Herren haben wir in Julian Justus einen jungen Schützen, der sich in diesem Jahr enorm stark gezeigt hat sowie in Maik Eckhardt einen ganz erfahrenen Schützen, der schon mehrfach an Olympischen Spielen teilgenommen hat. Beide haben eine realistische Finalchance. Im Pistolenbereich sind besonders unsere beiden Schnellfeuerschützen, Ralf Schumann und Christian Reitz, für vordere Platzierungen gut. In diesem Wettbewerb gibt es ja seit dem vergangenen Jahr neue Finalregeln. Nach dem Vorkampf fangen die Finalisten wieder bei Null an und durch das „Trefferoder Nichttreffer-System“ ist hier dann in der Entscheidung immer

DSB Olympia Magazin 2012  

Informationsmagazin des Deutschen Schützenbundes zur Olympiade 2012 in London

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