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NEUE Nr. 34

ZEITUNG

Informationen des Ostdeutschen Heimatmuseums (OHM)

9. Jahrg. 2010

Im Sinne Friedrichs des Großen: „Jeder soll nach seiner Fasson selig werden“

Kulturschiene Frankreich Deutschland - Polen Auf seinemnebenberuflich traditionellen Schlesier“ „Valentins-Empfang“ hat das OHM - eine Idee: Nienburg brauct -nt. den zahlreichen Gästen für ausdie Politik, Verwaltung, ein Museum Heimat im Osten. Kultur Kurzer und Hand

Wirtschaft kaufte sein neues „Kulturschiene“ vorgestellt, das er Projekt das gerade verfügbare historische eine Erweiterung der Museumskonzeption vorsieht. Traufenhaus in der Weserstraße und zusammen mit

Aus dem Inhalt NZ aktuell S. 2 Neues Großgemälde – Ehrungen verdienter Mitglieder Zeitgeschichte S. 3 Der Deutsch-Französische Vertrag Siedlungsgebiete Übersee S. 4 Die kaiserliche Schutztruppe in Afrika Persönlichkeiten S. 5 Die deutsche Jeanne d´Arc OHM S. 6 „DDR-Ausstellung verlängert“ Kunst und Kultur S. 7 Der Expressionismus: Kunstrevolution aus Deutschland Geschichte S. 8 Der dreißigjährige Krieg Anekdoten und Legenden S. 9 Friedrich der Große und der Müller von Sanssouci Termine S. 10 Landsmannschaften, Freundeskreise – OHM-Berlinreise Kulinaria S. 11 „Glumse und Schmand“ „Koks“ Denkwürdige Ereignisse S. 12 4. Juli 1954: Fußballweltmeisterschaft: Wunder von Bern

Man will noch europäischer werden und die auf musealer Ebene gut Dieter Lonchant, seit Jahrzehnten der Geschichte und funktionierenden Beziehungen von Deutschen und Polen - die auf der Vertreibungsundehem. Siedlungsgebiete VermittlungKultur von Geschichte und Kultur der deutschen, heuteder Deutschen es an die Nach polnischen Gebiete zielt verbunden, - durch die ging Einbeziehung der Arbeit. Deutschland Gründung des Trägervereins öffnete im Herbst 1996 und Frankreich berührenden Historie mit der Gründung einer „Kuldas „Ostdeutsche Heimatmuseum“ (OHM). Nach 10 turschiene“ erweitern. Jahren ist die inanfängliche „Heimatstube“ nun zum Das OHM hat sich bereits verschiedenen Sonderausstellungen undöfSeminaren fentlich der deutsch-polnischen und deutsch-französischen Geanerkannten historischen Museum gewachsen, schichte angenommen. Das soll nun in gegenseitigem Miteinander das zugleich als Zentrum grenzüberschreitender Kulvertieft werden. Dazu weithin verabredeten stellv. Landrat Janusz Dabrowski turarbeit Anerkennung findet. In über drei Geaus Bartoszyce, ehem. Bartenstein (Ostpr.), Yannick Mercoyrol, Dischossen präsentieren sich Hinterpommern, Ostbranrektor des „Institut francais d´Allemagne“ (Bremen) die zu Anspradenburg/Preußen, Ost-West-preußen, Danzig, Schlesichen ins OHM gekommen waren - mit OHM-Chef Dieter Lonchant en sowie das Sudetenland mit den Siedlungsgebiete die Durchführung gemeinsamer Projekte. Sie sollen sich der GeDeutschen Osteuropa, Asien und Übersee. schichte undvon Kultur aller dreiin Völker widmen. Trotz beengtem Raum werden vielfältigsteim Exponate Der Startschuss erfolgt im Zuge eines Jugend-Seminars SeptemGeschichte und Kultur gezeigt, darunter Volksber, zu dem aus Schüler der Realschulen aus Nienburg / Weser und NienDokumente, Bilder, Landkarten, burg / Saaletrachten, im OHMUniformen, zusammentreffen. Laut Lonchant bezieht sich Porzellane, sowie Glas-Adenauer und Handwerkskunst. das Engagement auf die von Konrad und Charles de VorträGaulle konzipierte ge Vorstellung eines „Europa der Vaterländer“, dem die und Kulturveranstaltungen ergänzen dasinAngebot. Völker ihre Einmalig nationaleninEigenheiten und ihre kulturellen Niedersachsen entsteht dieserWurzeln Tage bewahren. „Multi-Kulti“ ist danach nicht angesagt. –nt.

▲ Beim Valentins-Empfang: Bürgermeister Henning Onkes, Direktor Yannick Mercoyrol (Frankr.), Ortsbürgermeister Gerhard Munk, stellv. Landrat Janusz Dabrowski (Polen), sowie Dieter und Teresa Lonchant (v.r.n.l.).


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+ NZ aktuell +++ NZ aktuell +++ NZ aktuell + +++

OHM: Über 17.000 „Internet-Visits“

OHM ehrt verdiente Museumsmitglieder mit dem Brandenburger Tor in Silber ◄Dieter

Lonchant zeichnet mit der Silbernen Ehrennadel für Verdienste um das OHM aus: Janusz Dabrowski (stellv. Landrat aus Bartenstein/Bartoszyce (PL) und Nienburgs ehem. Stadtdirektor Heinz Intemann.

In den ersten vier Monaten seit Erscheinen der neuen Internet-Vorstellung haben über 17.000 „Besucher“ die OHM-Seiten angeklickt. Das signalisiert ein enormes Interesse an den Präsentationen des Museums. Die von OHM-Mitarbeiterin Mareike Zummack informativ durch Texte, Kartenmaterial und Bilder ansprechend gestalteten Darstellungen werden in Zusammenarbeit mit dem Informatiker Martin Hallescheck eingegeben und regelmäßig betreut. Die Zahl der Museumsbesucher und die Anmeldungen insbes. von auswärtigen Busreisegruppen sind seither weiter gestiegen. Auch in den Internet-Informationen des „Bundesinstitutes für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa“ (Oldenburg) wird das Museum vorgestellt und die „Mittelweser-Touristik“ weist das OHM als „spektakuläres Heimatmuseum“ aus. mz


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Zeitgeschichte

Der DeutschFranzösische Vertrag ▲ Bundeskanzler Konrad Adenauer und Präsident Charles de Gaulle bekräftigen am 22. 1. 1963 herzlich die Unterzeichnung des Vertrages.

Am 22. Januar 1963 unterzeichneten Konrad Adenauer und Charles de Gaulle in Paris den „Elysée-Vertrag über die deutschfranzösische Zusammenarbeit“. Das Bündnis beendete die lang beschworene „Erbfeindschaft“ zwischen den Ländern und begründete eine neue Ära zwischenstaatlicher Kooperation. Als de Gaulle den Pakt auf französische Art mit einer Umarmung besiegelte, ließ Adenauer es bewegt geschehen. Der Freundschaftsvertrag, der beide Partner zu regelmäßigen außenpolitischen Konsultationen verpflichtet, bedeutete für den Kanzler ein „weltgeschichtliches Ereignis“. Doch nicht überall herrschte Begeisterung. Die amerikanische und die britische Regierung, aber auch die ihnen nahe-

Aussöhnung und Freundschaft

stehenden Kräfte in der deutschen Politik witterten Verrat am atlantischen Bündnis. Der Vertrag besiegele die deutsche Abwendung von der NATO, den USA und Großbritannien, dessen EWG-Beitritt de Gaulle erst kurz zuvor verhindert hatte. Der Druck auf Adenauer wuchs und schon bald machte der „Atlantiker“ Ludwig Erhard öffentlich Ansprüche auf die Kanzlernachfolge geltend. Erst Jahre später wurde der Vertrag angemessen gewürdigt als Basis einer privilegierten Partnerschaft, die sich bis heute als Konstante in der europäischen Politik bewährt hat. Adenauers auch auf Aussöhnung, Gemeinsamkeit und Völkerfreundschaft gerichtete Politik feiert weitere Triumphe. LW


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Siedlungsgebiete Übersee

Die kaiserliche Schutztruppe in Afrika ►Uniformen der Schutztruppe um 1899: Deutsch-Südwestafrika, Deutsch-Ostafrika, Kamerun und Togo (v.l.n.r.).

Die Schutztruppen in den afrikanischen Hoheitsgebieten des Deutschen Reiches stellten eine eigene, sowohl vom Heer und der Mari-ne getrennte Formation dar, die den Kaiser als obersten Befehlshaber hatten. Die Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften sowie die Militärbeamten schieden während ihrer Zugehörigkeit zur Schutztruppe aus ihren angestammten Waffengattungen aus. Ihre Aufgabe war es vorrangig, Macht und Ansehen des Reiches aufrecht zu erhalten und zu festigen sowie den Fortgang und die Entwicklung der kolonisatorischen Werke zu fördern und zu schützen. Ein dem Reichskanzler, später dem Reichskolonialamt unterstelltes Oberkommando wurde hierzu in Berlin eingerichtet. In den Schutzgebieten lag

die Befehlsgewalt bei den Gouverneuren. Bis zum Kriegsbeginn 1914 waren die Uniformen der Schutztruppen in den Kolonialgebieten uneinheitlich. Die deutschen Soldaten trugen als Kopfbedeckung den Tropenhelm, eine weiße Uniform zum Garnisonsdienst, eine Khaki-Uniform im Felde und auf Expeditionen und schließlich bis 1897 eine dunkelblaue Uniform mit dem deutschen Armeehelm zu Paraden. Danach wurde auf Anregung Kaiser Wilhelms II. als Kopfbedeckung der „Südwesterhut“ eingeführt. Die Schutztruppen unterschieden sich durch Abzeichen und Tressen. Nach 1913 trugen die Schutztruppen die feldgraue Heimatuniform. Die Stärke der Truppe betrug 1913 insgesamt 2.545 Deutsche und 4.242 Askari.–nt.


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Eleonore Prochaska

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Persönlichkeiten

„Die deutsche Jeanne d´Arc“ * 11. März 1785 Rixdorf / Potsdam † 5. Oktober 1813 Dannenberg / Lüneburger Heide

Marie Christine Eleonore Prochaska

▲ Eleonore Prochaska fällt am 16. Sept. 1813 im Gefecht an der Göhrde. Gemälde von Carl Röchling (1855 – 1920), Kunstprofessor in Berlin, einer der populärsten Historienmaler seiner Zeit.

Als „August Renz“ kämpfte die junge Potsdamerin Eleonore Als August renz kämpfte die junge Prochaska in den Reihen der Lützower Jäger aus vaterländischer Begeisterung gegen Napoleon. Preußens König Friedrich III. hatte zur Bildung von freiwilligen Jägerkorps aufgerufen. Die 28-jährige kaufte sich daraufhin Waffen und Ausrüstung und trat in das Lützowsche Freikorps ein. Als Trommelschläger der Truppe voran wurde sie am 16. September 1813 im Gefecht an der Göhrde Opfer einer Kartätschenladung. „Herr Leutnant, ich bin ein Mädchen“, rief sie dem Kameraden nebenan noch zu. Große Künstler wie Friedrich Rückert und Ludwig van Beethoven besangen das „Heldenmädchen“. 1863 wurde ihr in Dannenberg, wo sie nach schwerer Verwundung am 5. Oktober 1813 gestorben war, ein Denkmal gesetzt. LW


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Ostdeutsches Heimatmuseum Sonderausstellung verlängert Wegen des großen Besucherinteresses hat das OHM die Sonderausstellung: „Das war die DDR – Unrechtsstaat im Dienst der SED“ bis zum 30. Mai 2010 verlängert. Die Präsentation der vom OHM in Zusammenarbeit mit dem Preußenmuseum NRW (Minden), der Zeitgeschichtlichen Sammlung TFC (Bielefeld) und privaten Sammlern gestalteten Ausstellung sollte nach halbjährlicher Laufzeit am 15. März weitergegeben werden. Nach Verhandlungen mit den Ausstellern kann die Ausstellung nunmehr für weitere 10 Wochen im Museum gezeigt werden. Mehrere der bis Mai angemeldeten Bus-Reisegruppen hatten dringend um Verlängerung der Schau gebeten. mz ◄ Deckblatt der Begleitbroschüre zur „DDR-Ausstellung“, die - obwohl in großer Auflage gedruckt - fast vergriffen ist, liest sich wie ein kleines Geschichtsbuch. .gestaltet.

Ostdeutsches Heimatmuseum (OHM) Historisches Museum Redaktion:

Dieter Lonchant Mitarbeit: Mareike Zummack Auflage: 700 Exemplare

3. Jugend-Seminar im September ► Für September plant das OHM ein weiteres Jugend-Seminar zur Zeitgeschichte. Diesmal werden Schüler der hiesigen Realschule und Schüler der Sekundarschule Nienburg/Saale mit ihren Lehrern die Teilnehmer sein. Das Bild zeigt Schüler der Mittelschule Hartha / Sachsen bei der Präsentation der Arbeitsergebnisse des 2. JugendSeminars im Sept. 2009. mz

Stahlbau Vieregge GmbH & Co. KG Schipse 6 31582 Nienburg

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NEUE ZEITUNG Verdener Landstr. 224 31582 Nienburg Tel./ Fax: 05021 / 91 15 63 E-Mail: ohm-nienburg@gmx.de Internet: http://ohm-nienburg.jimdo.com Die in Leserbriefen oder Kommentaren vertretenen Auffassungen decken sich nicht unbedingt mit der Meinung der Redaktion.

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Kunst und Kultur

Der Expressionismus Kunstrevolution aus Deutschland

▲ Franz Marcs Gemälde „Blauer Reiter I.“ aus dem Jahr 1911 gehört zu den berühmtesten Bildern der Künstlergruppe „Der blaue Reiter“. Das Bild zeigt deutlich, wie in den Werken der Expressionisten die Farben von der Realität abweichen. Zu dieser Künstlergruppe zählen auch die „Brücken-Künstler“.

Anfang des 20. Jahrhunderts machten sich junge Künstler in Deutschland auf, in ihren Werken nicht mehr nur das Sichtbare abzubilden, sondern das dahinter liegende Erfühlte. Die neue Farben- und Formensprache markierte als „Expressionismus“ den Beginn der Moderne in der deutschen Kunst. Als Protest gegen den von ihnen propagierten „Mief“ des Kaiserreichs, gegen die Tradition und den Malstil, der an den wilhelminischen Kunstakademien gelehrt wurde, verstanden die jungen Expressionisten ihre ersten kraftvollen Werke. Knappe, kühne Formen, große manchmal monumentale Flächen, das Schwarz - Weiß der Holzschnitte und anderer graphischer Arbeiten, sowie die ausdrucksstarken, unwirklichen Farben der Gemälde – all das wollten sie als inneres Erlebnis ihrer seelischen Gesamtheit widerspiegeln. Die Werke bildeten also nicht mehr die Realität ab, sondern wurden ganz zum Selbstausdruck des Menschen, der es erschaffen hatte. Die Bandbreite der Stilrichtungen des Expressionismus ist riesig, da selbst in den Künstlervereinigungen wie der Dresdner „Brücke“ oder dem „Blauen Reiter“ in München, aber auch den norddeutschen und rheinischen Strömungen die Handschrift des jeweiligen Künstlers erhalten blieb. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges, in dem viele der Künstler fielen, erlosch die Fortführung ihres vom Bürgertum weitgehend als provokatorisch abgelehnten Kunststils. mz


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Geschichte

Der Dreißigjährige Krieg Kampf um Religion und Macht ◄ Prag, die Hauptstadt von Böhmen, war 1618 Ausgangsort des Dreißigjährigen Krieges.

-nt. Der Dreißigjährige Krieg hat sich als unbeschreibliche Katastrophe ins kollektive Gedächtnis der deutschen Nation eingebrannt. Sein Ausgang prägt die europäische Staatenwelt bis in die Zeit um 1800. Im Dreißigjährigen Krieg entluden sich eine ganze Reihe von Konflikten, die sich in Mitteleuropa seit dem 16. Jahrhundert angestaut hatten. Er ist eine brisante Mischung aus Religionskrieg, Staatsbildungskrieg, Krieg der Großmächte um die politische Vorherrschaft in Europa und Glücksrittertum einzelner Ehrgeizlinge. Er entzieht sich einer genauen historischen Einordnung. Deutschland als Hauptkriegsschauplatz hat in den Jahren 1618 – 1648 fürchterlich gelitten. Blühende Städte und Landschaften versanken in Schutt und Asche. Pest, Hunger und direkte Kriegseinwirkungen forderten Millionen von Toten. Wirtschaftlich und kulturell warf der Krieg das Deutsche Reich um Jahrzehnte zurück. Es dauerte lange, bis sich Deutschland vom Schrecken dieser Katastrophe erholt hatte. Gleichzeitig formte der Krieg politisch und konfessionell die Gestalt Deutschlands für die folgenden 200 Jahre. Innenpolitisch gewannen die Kleinstaaten größeren Einfluss und die Macht der Fürsten nahm zu. Außenpolitisch übernahm Frankreich die Vormachtstellung. auf dem Kontinent.

◄Johann Tserclaes Graf von Tilly * 1559 Brabant † 30. 4. 1632 Ingolstadt

Bundesfeldherr der Katholischen Liga im 30järigen Krieg. Nach der Ermordung Wallensteins in Eger 1630 dessen Nachfolger. In der Schlacht bei Rain tödlich verwundet.


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Anekdoten und legenden

Friedrich der Große und der Müller von Sanssouci Die historische eigentliche Windmühle von Sanssouci wurde vom Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. auf einem hölzernen Bock 1736 als „Bockmühle“ errichtet. Sie wurde entsprechend der Windrichtung in den Wind gedreht. Wegen des schlechten baulichen Zustandes wurde sie abgerissen und unter Friedrich Wilhelm II. wegen der weit über Potsdam hinausreichenden Legende um Friedrich den Großen und den unbeugsamen Müller als „Galeriewindmühle“ neu errichtet. Die äußere Gestalt der Mühle ist nach der Zerstörung am 27. April 1945 beim Wiederaufbau 1991 erhalten worden. Überliefert ist, dass Friedrich II. - nach Verzicht auf die von ihm geplante Vertreibung des Müllers - bemerkt haben soll: Die Mühle solle erhalten bleiben „weil sie seinem Schloß eine Zierde sey“. ◄ Ersatzweise für die verfallene historische erste Mühle nahe dem Schloss wurde aufgrund der weit über Potsdam hinaus bekannten Legende 1787 diese neue Mühle errichtet.

▲ Friedrich der Große verhandelt mit dem Müller Johann Wilhelm Grävenitz über den Ankauf der ihn durch ihr Geklapper störenden Windmühle. Aquarell von Theodor Hosemann (1807 - 1870), Friedrich der Große: „Weiß Er denn nicht, dass ich Ihm Kraft meiner königlichen Macht die Mühle wegnehmen kann, ohne auch nur einen Groschen dafür zu bezahlen?“ Müller: „Gewiß, Euer Majestät, das könnten Euer Majestät wohl tun, wenn es - mit Verlaub gesagt - das Kammergericht in Berlin nicht gäbe“


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++ Termine +++ Termine +++ Termine ++ Landsmannschaften

OHM-Freundeskreise

POMMERN

BERLIN-BRANDENBURG

Do. Do. Do. Do.

03. 06. 2010 01. 07. 2010 05. 08. 2010 02. 09. 2010

15.00 Uhr OHM Pommernnachm 15.00 Uhr OHM Pommernnachm 15..00 Uhr OHM Pommernnachm 15.00 Uhr OHM Pommernnachm

OST – WESTPREUSSEN / DANZIG Fr. 18. 06. 2010 15.00 Uhr OHM Schabber/Lesest. Fr. 16. 07. 2010 15.00 Uhr OHM Schabber/Lesest. Fr. 20. 08. 2010 15.00 Uhr OHM Schabber/Lesest.

OHM-Berlinfahrt Mo. 13. September 2010 im Reisebus 06.00 Uhr 11.00 Uhr 12.30 Uhr 14.00 Uhr

18.00 Uhr 23.00 Uhr

Abfahrt OHM / Bhf. Stadtrundfahrt historisches Berlin Mittagessen Deutscher Bundestag Vorträge MdB Sebastian Edathy und MdB Axel Knoerig anschließend Besichtigung des Reichstagsgebäudes Rückfahrt Ankunft Nienburg Frühstück und Abendimbiss im Bus Unkostenbeteiligung

Anmeldung ab sofort - Teilnehmerzahl begrenzt Windhundverfahren

Termin noch offen: 15.00 Uhr OHM Saal Schlesien Doku-Film: „Die Geschichte des Berliner Schlosses“

DIEPENAU

Termin wird noch bekannt gegeben Sommerpause UCHTE Lindenwirt Uchte Mi. 26. 05. 2010 15.00 Uhr Plaudernachmittag Mi. 23. 06. 2010 15.00 Uhr Plaudernachmittag Mi. 28. 07. 2010 15.00 Uhr Plaudernachmittag

EYSTRUP (VdV)

Sponsoring durch Anzeigen Liebe Museumsfreunde! Die NZ erhält sich durch Inserate. Sprechen Sie mit den Kaufleuten, bei denen Sie Kunde sind und werben Sie Anzeigen für unsere Zeitung. Unser Büro berät Sie gern. Der Vorstand


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Kulinaria Tipps vom Fach:

Glumse mit Schmand

Chefköchin

(Quark mit Sahne) Zutaten: 100 gr. magerer, trockener Quark, Titrosalz, Kümmel, ¼ l saure Sahne. Anwendung: Jeder, der aus dem Osten stammt, denkt bei Quarkspeisen wohl zu erst an dieses sommerliche ostpreußische Nationalgericht, das man überall serviert bekam und das an heißen Tagen das saftigste Schnitzel in den Schatten stellte. Es hat den Vorteil, dass es sehr schnell und einfach in der Zubereitung ist. In einen tiefen Teller ein paar Esslöffel Quark (die Glumse) geben, am besten so trockenen Quark, dass er bröckelt. Darüber eine Messerspitze Titrosalz und Kümmel streuen und die saure Sahne darüber gießen. Man isst dazu dunkles Vollkornbrot.

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Man sollte Quark täglich in irgendeiner Form auf den Tisch bringen. Etwas Besseres können wir unserem Körper gar nicht antun. Obgleich der Quark preiswert ist, enthält er doch alle wertvollen Stoffe und Vitamine, die wir zum Leben benötigen. esa

Koks Ein Gaumenkitzel Zutaten: 1 Glas Rum, 1 Stück Würfelzucker. 2 Kaffeebohnen. Anwendung: In ein Glas Rum das Stück Würfelzucker geben. Die zwei Kaffeebohnen isst man dazu. Sie heben (angeblich) den Alkoholgehalt zum Teil wieder auf.

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Denkwürdige Ereignisse 4. Juli 1954:

Fußballweltmeisterschaft „Das Wunder von Bern“ ▲ Die deutsche Nationalmannschaft mit Nationaltrainer Sepp Herberger (zweiter von links) nach dem siegreichen Endspiel im Berner Wankdorf-Stadion. Spielführer war Fritz Walter (rechts neben Herberger).

Am 4. 7. 1954 wurde Deutschland in Bern zum ersten Mal Fußballweltmeister. Vor 30.000 angereisten deutschen Fans schlug das Team um Nationaltrainer Sepp Herberger im Endspiel die favorisierte ungarische Mannschaft mit 3:2. Die deutsche Begeisterung war unbeschreiblich: „Wir sind wieder wer!“, war überall zu hören. Die seit vier Jahren unbesiegte ungarische National-Elf mit Kapitän Ferenc Puskas hatte die Deutschen im vorherigen Gruppenspiel noch mit 3:8 deutlich geschlagen. Doch die Siege gegen die Türkei, Jugoslawien und Österreich in den Vorrundenspielen hatten den Weg ins Finale geebnet. Allerdings galten die Deutschen gegen den Weltmeister aus Ungarn als krasser Außenseiter.

Schon nach acht Minuten lagen sie mit 0:2 zurück. Doch die Stürmer Max Morlock und Helmut Rahn schossen den Ausgleich. In der 84. Minute fiel das Siegestor. Unvergessen sind die Jubelschreie des Sportreporters Herbert Zimmermann: „Toooooor! Tooooor! Toooor! Tor für Deutschland!“ Ganz Deutschland stand Kopf. Und nicht nur die Fußballfans strahlten. Der Titel gab den Menschen des im Zweiten Weltkrieg besiegten und zerstörten Landes ein Stück Stolz zurück. Die Probleme der Nachkriegszeit traten vor diesem Erfolg für einen Augenblick in den Hintergrund. Am 20. Juli 1954 fand zu Ehren der deutschen Nationalmannschaft im Berliner OlympiaStadion eine Großveranstaltung statt. LW LW


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