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Bachelorarbeit Wintersemester 2009/2010 Susanne Vogel Matrikelnummer: 581996

Alte Schale – neue Füllung Umbau des Zerwirkgewölbes in der Ledererstrasse 3 in 80331 München

Erstprüfer: Prof. Josef Weber MA Zweitprüfer: Prof. Franz Robold

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Inhalt Lage… ……………………………………………………………………6 Listentext… ………………………………………………………………8 Denkmalschutz… ……………………………………………………… 10 Geschichte Zerwirk… ………………………………………………… 12 Konzept… ……………………………………………………………… 14 Bestand… ……………………………………………………………… 16 Entwurfskonzept… …………………………………………………… 18 Pläne… ………………………………………………………………… 20 Lichtkonzept… ………………………………………………………… 26 Sponsor………………………………………………………………… 28 Bodenbelag… ………………………………………………………… 30 Details…………………………………………………………………… 32 Perspektiven… ………………………………………………………… 38 Material… ……………………………………………………………… 42 Quellen … ……………………………………………………………… 45 Erklärung… …………………………………………………………… 47

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Lage Ledererstraße 3, 80331 München, Deutschland München, die Hauptstadt des Bundeslandes Bayern, liegt im Süden Deutschlands, an der Isar, am Fuße der Alpen. Die Landeshauptstadt ist mit rd. 1,35 Mill. Einwohnern die größte Stadt des Freistaates Bayerns. Sie ist 1158 als Siedlung des Welfen Heinrich XII, Herzog von Sachsen und Bayern, gegründet worden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich München zum Zentrum Bayerns für High Tech, Unternehmen, Medien, Kultur und erlebte einen neuen Aufschwung bzgl. des Tourismus. Die bayerische Hauptstadt ist reich an bedeutenden Sehenswürdigkeiten und musealen Gebäuden. Das Zerwirkgewölbe liegt im Zentrum Münchens, in unmittelbarer Nähe zum Hofbräuhaus. Das Alte Rathaus, der Marienplatz, der Viktualienmarkt und das Hotel Vier Jahreszeiten umschließen seinen Standort.

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Listentext

1719, 1725, 1726 (datiert durch Untersuchungen): Kehlbalkendach mit Hängewerkkonstruktion. In die- Ledererstr.3 ser Zeit Ausbau des niedrigen 2. Obergeschosses zur flachgedeckten Halle mit Längsverzug und Mittelstütze; Für das traditionell genannte Baujahr 1264 sind keinerlei noch im 18. Jh. Ausbau zu Wohnung mit Wohnungs- Belege vorhanden. türen, Fenstern, Beschlägen und gewundener Holztreppe zwischen zwei Fensternischen im Westen, Bauliche Entstehung / Bauteile in der Entwicklung: weiterer Ausbau einer zweiläufigen Treppe, 19. und 20. Jh.: Kleine Grundrissveränderungen - Im 16. Jh. war es rückwärtiges Nebengebäude des (z.B. Zwischenwandeinbauten), Eckhauses in der Burgstraße. Aufriss an der Südgiebelfront zeigt Wölbungen barock- Durch bauliche Veränderungen und Neuerungen wurde zeitlich geohrter Putzrahmen, die später beseitigt wur das Gewölbe dem benachbarten Hofbräuhaus ang den. Barockisierendes Wandbild auf der Südseite mit eschlossen - untere, obere Halle sowie 3. Geschoss unzutreffender Bauinschrift (nach A. Alckens 1935, - Bauteile: dreiseitig freistehender Satteldachbau an der H. Landgrebe, A. Klingshirn 1927), Wandbild auf der Westseite, Überwölbung des Pfisterbaches im frühen Ostseite (mit Signatur von H. Landgrebe 1937), 20. Jh. Fensterformate mit Flacherker im 1. Stock der 1955 und 1966: Renovierungsmaßnahmen außen, Südgiebelseite und Aborterkern im Osten, zwei über1967: Gitter des Tores zum schmalen Vorhof, einanderliegende zweischiffige und vierjochige Hallen 1999: Schließung des privaten Wildgeschäftes. mit Viereckspfeilern und Kreuzgratgewölben (nicht spitzbögig, ohne Scheidbogen): sind wegen der schli - Archäologische Befunde: chten Details nicht genau zu datieren, Neubau kurz Im Zuge der Umbaumaßnahmen 2005 wurden Platten vor oder um 1733: Verwendung der Umfassungsbelege des 19. Jh. aufgedeckt. wände wären nachzuweisen (z.B. vermauerte Fenster). Entdecken von Mauerzügen aus Backsteinen mit Plat Hinweise neuerer Zeit und Grabungen weisen auf tenfußböden aus dem 15. / 16. Jh. verschobene Baulinien hin. Der Bau des 17. / 18. Jh. entstand auf diesen Mauern.

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Denkmalschutz In Bayern leben Menschen seit mehr als 500.000 Jahren. Archäologische Funde geben Einblick in verschiedenste alte Kulturen und Gesellschaften, in Bayern reichen diese von der Altsteinzeit bis hin zur Neuzeit. Denkmäler zu setzen bedeutet für die Menschen - für die Nachkommen insbesondere -, sich die Vergangenheit bewusst zu machen und sich mit ihr auseinanderzusetzen. Archaische Kulturen, die von Archäologen durch die Ausgrabung von Bodendenkmälern entdeckt werden, setzen Zeichen für neue Kulturen und veränderbare Gesellschaftsformen. Baudenkmäler, in Bauform überliefertes Erbgut, sowie Bodendenkmäler, sich in Böden befindliche Funde und Überreste frühgeschichtlicher Zeit, sollen der Menschheit weitergegeben und überliefert werden. Sie müssen geschützt werden. Denkmalschutz und Denkmalpflege gehören zu den vorrangigsten kulturellen Aufgaben. Diese obliegen jedem Staat. Der bayerische Landtag verabschiedete 1973 ein Gestz zum Schutz historischer Denkmäler.

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 Der Denkmalschutz sorgt sich um die Erhaltung geschichtlicher, künstlerischer, städtebaulicher und wissenschaftlich bedeutender Teile oder Dinge, die von Menschen in vergangener Zeit erschaffen worden sind. Dazu gehören Kultstätten und Grabstätten, einzelne Gebäude, auch Siedlungsgruppen und mittelalterliche Grabstätten, die im Laufe der Jahrhunderte untergegangen sind, sowie alte, archaische Bauten aus vergangenen Epochen. Erstellte Denkmallisten geben Aufschluss über alle bisher bekannten Bau- und Bodendenkmäler. In München sind 7000 Eintragungen vorhanden. Denkmalschutz kümmert sich auch um die Aufgabe, Altes mit Neuem harmonisch in Einklang zu bringen.


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Geschichte 1264 (nicht exakt nachgewiesen) Erbauung des Zerwirkgebäudes - eines der ältesten Gebäude der Stadt München

19. Jh. Die untere Halle des Zerwirkgewölbes dient dem Verkauf, die obere Halle als Lager, das 3. Geschoss als Wohnung.

16. Jh. Rückwärtiges Nebengebäude des vom herzöglichen Falkner bewohntes Eckhauses Burgstraße 10

19. / 20. Jh. Grundrissänderungen (Zwischenwandeinbauten) im Innern

1589 / 1590 Auf mittelalterlichen Ursprung weist die Bezeichnung “Herzog Ludwigs Haus” hin. Nachmittelalterlich Hinweis auf diese Zeit: Zwei übereinanderliegende zweischiffige und vierjochige Hallen mit Vierecks-pfeilern und Kreuzgratgewölben um 1590 – 1733 Das vom Vorderhaus getrennte einstige Rückgebäude ist ein Wohnhaus. Kurfürst Karl Albrecht erwirbt es von Hofmeister Wendel Dietrich 1733 zurück. um 1733 Annahme, dass ein weitgehender Neubau erfolgt. Gewölbe und Wände stehen in bauzeitlichem Zusammenhang. ab 1733 Kurfürstlich baulich erneuertes Gebäude wird dem nördlich benachbarten Hofbräuhaus angeschlossen (Braunbräuhaus,Ostflügel) Anfang bis Mitte des 18. Jh. Zweigeschössiges Kehlbalkendach mit Hängewerkonstruktion, Ausbau zur Wohnung (Wohnungstüren, Fenster, Beschläge) und gewundene Holztreppe zwischen zwei Fensternischen. 1808 Das Braunbräuhaus nimmt das von der HerzogMax-Burg hierher verlegte Zerwirkgewölbe auf. ab 1808 Im Zerwirkgewölbe wird “zerwirkt” - erlegtes Wild bzw. Wildbret wird in küchenfertige Wildteile zerlegt (ältestes bayerisches Wildfachgeschäft, lockt Gourmets mit Wildspezialitäten an).

frühes 20. Jh. Überwölbung des Pfisterbaches (Westseite) 1914/ 15 Neubau des abgebrochenen Altbaus und des östlich benachbarten, 1910 erworbenen Anwesens 1944 / 45 Erhebliche Kriegsschäden im Nordteil; Wiederherstellung zur äußerlich alten Gebäudeform 1955 1965 1966

Renovierungsarbeiten außen Erneuerung der Treppe Erneute Renovierungsarbeiten außen

1986 Außenrenovierung - Anstrich im Ockerton nach Befund des originalen Zustands; den vom AGV ausgeschriebenen Wettbewerb gewann der Entwurf des königlichen Bauamtsmannes Ludwig Ullmann vom Nürnberger Landbauamt (1912 ausgeschriebener Wettbewerb) 1994 Einrichtung einer Studiobühne des GärtnerplatzTheaters in beiden Obergeschossen 1999 Schließung des seit Jahrzehnten alten privaten Wildgeschäftes Um 2006 Bauarbeiten im Gang; derzeit gastronomische Nutzung 2009 Umbau aller drei Geschosse, zu Organic Food Fachgeschäft EG, Tanzclub 1. OG und Restaurant 2. OG 13

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Konzept Das Zerwirkgewölbe, eines der ältesten Bauwerke Münchens steht direkt im Stadtzentrum. Nach jahrzehnte langer Nutzung als Metzgerei und Verkauf von Wild, ist es heutzutage ein Ort für die Öffentlichkeit geworden, der mehr versucht als ein Ladengeschäft zu sein. Einige Umnutzungen zu Theater, Tanzclub und Restaurant hat es bisher gegeben. Obwohl das Zerwirk in direkter Angrenzung des Marienplatzes, dem Mittelpunkt von München, steht, ist es vielen Münchnern, vor allem den Jüngeren unbekannt.

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Das historische Gebäude mit seinem Kreuzgratgewölbe ist äußerlich nicht als so bedeutendes Bauwerk auszumachen. Wenn man sich jedoch hinein begibt, sieht man, dass das Innere des Bauwerks etwas Besonderes und Einzigartiges ist, was man in München kein zweites mal findet. Die Nutzfläche des Erdgeschosses beträgt ca. 140 qm. Die neue Planung soll die historische Architektur, mit Einbezug der Umgebung im Hinblick auf die Öffentlichkeit vereinen. Der neu entworfene Raum soll sich den traditionellen, historischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten anpassen und zugleich ein Blickfang für jedermann darstellen.


Zur Zeit befindet sich im Erdgeschoss ein Organic Food Geschäft mit Verkostung. Im Hinblick auf die Bedeutung des Bauwerks wurde keine Rücksicht genommen. Es wurde lediglich so umgebaut, dass es dem heutigem Mieter als optimale Einnahmequelle dient. Mein Ziel ist es, den Raum mit neuem Leben zu füllen, abgesehen von den wirtschaftlichen Hintergründen. Es soll ein Ort für junge Menschen geschaffen werden, um diese mehr in den traditionellen, touristischen und wirtschaftlichen Stadtkern zu integrieren. Das neue Konzept beinhaltet den Gedanken, einen kulturellen Ort entstehen zu lassen. Zum einen als Café/ Bar, um den Tourismus zu locken und das städtische Treiben für eine kurze Mittagspause einzuladen. Zum anderen, als Hauptaugenmerk, eine Räumlichkeit zur Verfügung zu stellen, die für junge „Urban Art“ Künstler und Kunstinteressierte als ein Erlebnis wahrgenommen wird. „Urban Art“ als Sammelbegriff für verschiedene junge Kunstentwicklungen – wie Malerei, Photografie, Schauspiel, Installationen, Lesungen und vieles mehr. Bei dieser Art von Gruppe ist die Leidenschaft und Hingabe nach wie vor wichtiger, als Betriebswirtschaftliches zu berechnen und zu kalkulieren. Das hat zur Folge, dass es dieser jungen Generation schwer fällt, sich der Dynamik und den Regeln des klassischen Kunstmarktes zu stellen.

Es wird ein durch die verschiedenen Veranstaltungen nötige Umstrukturierung der Örtlichkeit, ein flexibler Innenraum, geschaffen. Mein Ziel dieser Arbeit war es, eine Art Kommunikationsplattform, im realen Sinne, zu schaffen, die heute schon in diversen Internetportalen für Künstler und Kunst interessierten Menschen zu finden ist. Hier soll allen das geboten werden, was Sie zur Verwirklichung Ihrer Projekte benötigen. Ebenso soll es ein Ort sein, an dem ein Austausch der Ideen in einem angenehmen Raumumfeld möglich ist. Der Raum soll zugleich ein Ziel für Leute zum Ausgehen sein, die sich von Kunst berieseln lassen wollen und dazu eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken bekommen. Den Besuchern des Veranstaltungsraumes soll hiermit ein wechselndes Programm angeboten werden. Das Erdgeschoss des Zerwirkgewölbes soll durch die Lebendigkeit und Qualität der Protagonisten bestimmt sein und nicht von unflexiblen Raumgegebenheiten vorbestimmt sein. Die Innenarchitektur und das Design des Raumes soll einerseits den Widererkennungswert des historischen Inneren aufgreifen und andererseits eine Leichtigkeit und Flexibilität aufweisen, welche im Zuge des Konzeptes erforderlich ist.

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Bestand

Querschnitt A-A

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Erdgeschoss

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Entwurfskonzept Eventgastronomie

Das Zerwirkgewölbe, bekommt einen neuen Namen „Wildfang”. Dieser entstand unter dem Bezug zu dem historischen Hintergrund des alten Wildfachgeschäftes.Wildfang ist ein Standort für jeden, jedoch hauptsächlich für Junge Künstler, die den Raum als Kommunikationsstätte und Präsentationsplattform ihrer Projekte nutzen können. Ein Ort zum Verweilen, Diskutieren, Inspirieren, aber auch zum Entspannen und Genießen.

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Ebenso für zufällig vorbeilaufende Personen soll das Wildfang die Möglichkeit bieten, einen kleinen Snack zu sich zu nehmen und sich den wechselnden Veranstaltungen hinzugeben. Wildfang soll den Besuchern und Gästen ein außergewöhnliches Erlebnis bieten. Der Raum muss somit über Ausstellungsflächen, eine Bühne, Sitzmöglichkeiten bieten und die Möglichkeit haben etwas zu trinken und zu essen zu bekommen.


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Pläne Wildfang Grundrisse Aufteilung Der Grundriss wird in drei unterschiedlich große Ebenen geteilt Erschließung Hauptraum - flexibel gestaltbar. WC- / Küchenblock mit Erschließung des außerhalb liegenden Lagers und Technikraumes

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Grundrisse Der Raum bietet eine flexible Grundrissgestaltung. Dies ist ein entscheidender Gestaltungspunkt, der den Raum zum einen auflockert und keine gezwungene Gliederung darstellt - die ohnehin durch das Kreuzgratgewölbe mit dessen Säulen besteht. Zum anderen bietet es die Möglichkeit, bei der Raumaufteilung frei auf die verschiedenen Gegebenheiten vor Ort zu reagieren: Präsentation, Veranstaltung, Verkostung Der WC-/ Küchenblock ist der einzig feste und beständige Blickfang in diesem Raum. An diesem Block schließt eine Wandnische an, die als Kassengelegenheit genutzt wird. Vor der Wand, auf die man stößt,

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wenn man den Raum betritt, befindet sich eine vorgelagerte Garderobe – dezent aus Edelstahlrohren mit dazwischen gespanntem Stahlseil gehalten, um so wenig Aufmerksamkeit wie nötig auf sich zu lenken. Um Wertsachen sicher zu verstauen, befindet sich an dieser Wand direkt neben der Kasse ein in der Wand integriertes und ausfahrbares Regal. Die Wertsachen sind somit unter der Obhut der Kassiererin und damit sicher. Die dicken und alten Gemäuer, vor allem an der Fensterfront, ermöglichen in den Fensternischen weitere Sitzgelegenheiten. Diese bilden zusammen mit dem WC-/ Küchenblock ein weiteres unbewegliches Element in dem Grundriss.

Variante A Café: Flexible Anordnung der Sitzgelegenheiten und der flexiblen Bar

Die Ausstellungsmöglichkeiten für Bilder, Fotos und ähnliches befinden sich an Ost-, Süd- und Westwand. Durch ein kaum sichtbares Schienenaufhängesystem an diesen Wänden wird eine variable Anordnung der Ausstellungsobjekte ermöglicht. Falls der Blick von innen nach außen getrennt werden soll, z.B. bei Konzerten, findet man einen an Traversen verschiebbaren Moltonvorhang vor. Dieser Vorhang dient nicht nur als Sichtschutz sondern schluckt zudem auch Schall. Bei keinem Bedarfs dieses Vorhangs, lässt man ihn hinter den zwei halbrunden Wänden im hinteren Teil des Raumes verschwinden.


Variante B: Veranstaltung mit Einsatz einer B端hne, flexible Anordnung und Dimension der B端hne.

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Schnitte

Querschnitt A-A

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Langsschnitt B-B

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Lichtkonzept

Um den verschiedenen Raumgegebenheiten gerecht zu werden, gibt es vier unterschiedliche Leuchtensysteme. 1 2 3 4

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Allgemeinbeleuchtung An der Gewölbedecke angebracht zur alltäglichen Nutzung Led-Strahlerleisten Im Boden am Fußende der Säulen verbaut – zur Nutzung als Eyecatcher der Säulen; Farbwechsel ist möglich Ausstellungs- und Veranstaltungsbeleuchtung An Schienensystem (Traversen) angebrachte Spots, die eine individuelle Beleuchtung des Raumes ermöglichen Indirekte Beleuchtung der Sitzmöglichkeiten Im Inneren der Sitzkuben eingebautes Led- System mittels Batteriebetrieb – ebenfalls als Eyecatcher


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Sponsor Auf Grund der Tatsache, dass das Haus im Altstadtzentrum steht, werden die Einnahmen der Lokalbesucher und die Einnahmen aus den Abendveranstaltungen die hohe Miete des denkmalgeschützten Hauses nicht decken können. Somit ist ein weiterer entscheidender Punkt gewesen, einen virtuellen Sponsor hinzuzuziehen. „on3“, ein digitales und Internet-Hörfunkprogramm des Bayerischen Rundfunks seit 2008. Das Hörfunkprogramm richtet sich an junge Zuhörer. Das Publikum kann sich neben dem Hören der unkommerziellen Musik und bewusst gegen das Mainstream-Musikprogramm, auf der Internetseite mit aktuellen Podcasts, Bildern und Texten informieren. Dieser Sponsor ist entscheidend für die Ausführung der gestalterischen Mittel im Wildfang. Es soll nicht offensichtlich sein, dass hier ein Sponsor mit einbezogen wurde.

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Der Sponsor agiert nur im Hintergrund, was sich in meinem Entwurf in der Farbgebung des Raumes widerspiegelt. Um den starken Kontrast zwischen weiß – schwarz – grau – gelb gering zu halten, wurden nur bestimmte Elemente im Rauminnern ausgewählt, die das Gelb adaptieren - die Bar, die Wände und Säule des WC-/ Küchenblocks und die zwei frei stehenden Wände im hinteren Teil des Raumes, um die Akustikvorhänge zu verstecken. Das Schwarz übernehmen die Sitzflächen der Module. Das Weiß wird von den unveränderten Wänden übernommen. Das Grau findet sich in den unterschiedlichen Grautönen in der Gestaltung des Bodens wieder.


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Varianten Bodenmuster

Der Boden übernimmt die unterschiedlichen Grautöne des Hintergrundes der Webseite von on3. Um ein ansprechendes, aber nicht zu auffälliges Gesamtbild des Bodenbelags zu suggerieren, kehre ich bei der Gestaltung zurück zu dem Ursprung des Gebäudes – zum Kreuzgratgewölbe. Die unterschiedlichen Grautöne spiegeln die an der Decke bereits vorhandene Kreuzstruktur wider.

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Detail 1 Sitz-/ Bühnenmodul

Um die flexible Raumgestaltung zu gewährleisten, erfordert der Entwurf ein Objekt, dass die unterschiedliche Nutzung ermöglicht. Ein Modul, welches zugleich Sitzfläche wie auch Bühne sein kann. Bei der Größe wurde auf die Ergonomie und die üblichen Maße eines Bühnenpodests geachtet. 1000 x 1000 x 500 mm Das Modul besteht aus einer Holzkonstruktion, die an den Flächen der Außenseiten mit Hochglanz polierten Edelstahlplatten beschichtet ist. Querstreben im Inneren dienen der Stabilität. An dem Modul sind Rollen befestigt, um ein einfaches Verschieben zu ermöglichen. Die Spiegeloberfläche soll den Aspekt aufnehmen, dass die Protagonisten ebenso ein Teil jeden Raumes sind. Hier: sozusagen das Rauminnere mitgestalten. Durch Menschen in einem Raum wird jeder Raum zu einem lebendigen Raum. Im Innenleben des Moduls befindet sich ein Led LeuchtenSystem, welches an den unteren Kanten an zwei Öffnungen an den Seiten austritt. Dieses Leuchtensystem funktioniert mit Batteriebetrieb und kann von außen mittels einer Fernbedienung das mehrfarbige Licht steuern.

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Um die Leuchten zu warten, ist eine Revisionsöffnung an der Oberfläche vorhanden. Die Formen des Lichtaustritts sind in Form eines Hirschgeweihs gestaltet. Diese nehmen den historischen Hintergrund des jahrezehnte langen Betriebes des Wildfachgeschäfts wieder auf. Um Platz zu sparen und einen gestalterischen Nebeneffekt zu erzielen, gibt es keine „Tische“. Das Modul übernimmt auch diesen Teil. Hier tritt das herausnehmbare Tablett in Erscheinung. Dieses sitzt an einer Ecke auf der Sitzfläche. Die Bedienung kann, wenn benötigt, dieses herausnehmen und damit servieren. Auch die Funktion des Tisches wird etwas abstrakt übernommen. Wenn das Tablett umgedreht auf den Kubus gesetzt wird, besteht die Möglichkeit, Getränke oder seine Snacks hineinzustellen. Wenn das Modul als Bühne genutzt werden soll, dreht man das Tablett wieder um. Gehalten wird dieses mittels einer Nut an der Konstruktion.Um das Zusammenschieben der Module zu ermöglichen und ein Verrücken zu vermeiden, sind an allen Seiten Scheibenmagnete eingelassen.


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Detail 2 Reliefwand Als beständiger Blickfang und Wiederaufnahme des Hirsches wird auf den gelben Wänden, wie bereits beim Thema Sponsor beschrieben, eine „Plastische Auflage“ angebracht. Das Logo des Hirsches steht für das frühzeitliche Wildfachgeschäft. Das Herstellungsverfahren „Plastische Auflage“ kommt aus dem Bereich der Buchbinderei. Hierbei wird mittels einer Schablone (Muster, Ornament, Symbol, Logo) und mehrschichtigem Auflagen von Pappe, Schaumstoff, und in diesem Fall einem Stoffüberzug,

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die gewünschte Form herausgepresst. Es entsteht eine Art Relief. Der Hirsch ist erst auf den zweiten Blick, nach Änderung des Standortes und durch den unterschiedlichen Lichteinfall, erkennbar. Dies hat zur Folge, dass das Gestaltungselement den Blickfang nicht vollkommen auf sich zieht. Es kommt mit Leichtigkeit daher und gibt dem Ort einen weiteren neuartigen Eyecatcher. Die Reliefwände lenken nicht von dem Geschehen ab, sondern erweitern die Gestaltung im Innern auf stille Art und Weise.


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Perspektiven Situation Live-Konzert: Module zusammengesetzt als B端hne

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Austellungssituation

Eingangssituation

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Situtuation Module/Bar flexible Anordnung im Raum

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Materialien und Objekte Bodenbelag: Naturkautschuk in 6 verschiedenen Grauabstufungen. Molton: Vorhänge weiß. Ebenholz: Oberseite der Module und Sitzgelegenheit an den Fensterflächen. Edelstahl: Seiten der Module. Allgemeinbeleuchtung: zumtobel copa, an Decke des Kreuzgratgewölbes befestigt. Led Spots: Zumtobel Tempura, an Traversen befestigt für Ausstellungsobjekte. Led Strahlerleisten: Spezialanfertigung, im Boden eingelassen zum bestrahlen der Säule. Aufhängeschienenstystem: Zum Aufhängen von Ausstellungsobjekten.

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Quellen Internetseiten: www.google.de www.muenchen.de www.wikipedia.de www.on3-radio.de Ämter: Lokalbaukommission München Stadtarchiv München Bayerisches Landesamt für Denkmalschutz Literatur: Denkmäler in Bayern „Landehauptstadt München Mitte II; Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland

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Erklärung Ich versichere, dass ich diese Arbeit selbstständig angefertigt, nicht anderweitig für Prüfungszwecke vorgelegt, keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benützt sowie wörtliche und sinngemäße Zitate als solche gekennzeichnet habe.

Rosenheim, 21.01.2010

Susanne Vogel

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bachelor project 2009/10 interior architecture & design  

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