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KulturPolitik für

Bäume und Wald in Bildern und Skulpturen der Sammlung Würth

Ernst Ludwig Kirchner, Waldinneres mit rosa Vordergrund, 1913/20, Slg. Würth, Inv. 4393, Foto: Volker Naumann, Schönaich

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KuNStHALLE Lange Straße 35 74523 Schwäbisch Hall Fon +49 791 94672-0 www.kunst.wuerth.com

Alle Aktivitäten der Kunsthalle Würth sind Projekte der Adolf Würth GmbH & Co. KG.

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KulturPolitik für Stuttgart und Region Ausgabe 19 Dez.’11/Jan.’12

Kunsthalle Würth Schwäbisch Hall 7. 11. 2011 bis 15. 4. 2012 täglich 11 bis 18 Uhr

Stuttgart und Region

Ausgabe 19 Dez.'11/Jan.'12 Älterwerden im Alter


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KulturPolitik für

Bäume und Wald in Bildern und Skulpturen der Sammlung Würth

Ernst Ludwig Kirchner, Waldinneres mit rosa Vordergrund, 1913/20, Slg. Würth, Inv. 4393, Foto: Volker Naumann, Schönaich

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Alle Aktivitäten der Kunsthalle Würth sind Projekte der Adolf Würth GmbH & Co. KG.

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KulturPolitik für Stuttgart und Region Ausgabe 19 Dez.’11/Jan.’12

Kunsthalle Würth Schwäbisch Hall 7. 11. 2011 bis 15. 4. 2012 täglich 11 bis 18 Uhr

Stuttgart und Region

Ausgabe 19 Dez.'11/Jan.'12 Älterwerden im Alter


INHALT 03 Schwerpunkt: Carpe Diem! 17 Stuttgart 39 und 57 Region 65 Kalender Liebe SuR-Leserinnen und Leser, die Volksabstimmung liegt hinter uns, Weihnachten, das Fest der Freude, und das neue Jahr haben wir vor uns. Indes, angesichts des Ergebnisses zu S21 wird bei vielen Stuttgartern kaum Freude aufkommen. Eine schwierige Zeit steht an. Im Kessel wird es weiter brodeln. Hoffen wir, dass das neue Jahr allen Lebewesen viel Gutes bringt – auf allen Kontinenten. Dass sich Revolutionen zum Wohle der Mehrheit befrieden, Völker und Bevölkerungsgruppen ihre Freiheit finden und wir alle (doch noch?) zu vernünftigen Entschlüssen kommen. Die Zeit flieht. Das Älterwerden hat der Mensch mit den meisten Lebewesen gemein. Bis auf wenige Ausnahmen, denen der Mensch nicht ähneln will, sind wir alle in den Kreislauf des Lebens eingebunden. Dazu mehr in unserem Schwerpunkt, für den wir zum Jahreswechsel das Thema »Alter« gewählt haben. Was bedeutet denn Altern vor dem Hintergrund des demografischen Wandels? Das beschäftigt auch die EU: Sie ruft für 2012 das Europäische Jahr des Aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen aus. Unternehmen, Kommunen oder Organisationen können dabei schon jetzt wegweisende Projekte im Netz vorstellen. Noch ist die Liste zwar überschaubar. Aber das kann sich ja noch ändern. Ein Rezept gegen das körperliche Altern haben natürlich auch wir bei unseren Recherchen nicht gefunden, aber gemerkt, dass uns

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mitunter unser Denken ganz schön alt aussehen lassen kann, mag der Körper auch noch jung sein. Um dem entgegenzuwirken, legte bereits Horaz (23 v. Chr.) seinen Mitmenschen ans Herz: Carpe diem! Nutze den Tag! Ein Rat, den auch Buddhisten mit ihrer Lehre von der Achtsamkeit vertreten. Achtsamkeit und Respekt verdienen alle Lebewesen und auch unser Lebensraum, die Natur. Menschen tun sich oft schwer damit. Das zeigen Aktionen wie jene in der Ukraine, wo im Zuge der EM 2012 Massentötungen von Tausenden von Straßenhunden veranlasst wurden, oder in Kanada, wo die Regierung das brutale Abschlachten von Robben toleriert. Zu Letzterem läuft derzeit der Dokustreifen »Bekenntnisse eines Ökoterroristen« des Filmemachers Peter Brown in den Kinos. Der sehenswerte Film dreht sich um den Kanadier Paul Watson, selbsternannter Umweltpirat und Gründer der »Sea Shepherd Conservation Society«. Er und seine Mannschaft kämpfen mit ungewöhnlichen Methoden gegen die Ausbeutung der Weltmeere. Ein anderes, ebenso sehr sehenswertes Werk, auch derzeit im Kino, ist der neue »Heimatfilm« der Stuttgarter Filmemacherinnen Wiltrud Baier und Sigrun Köhler alias Böller & Brot mit dem Titel »Alarm am Hauptbahnhof«. Die beiden haben im Auftrag des SWR den Protest gegen Stuttgart 21 ein Stück des Wegs begleitet, brisante Zeiten im besten Sinne des Wortes dokumentiert und in eine für die Filmemacherinnen typisch lässige Form gebracht. Und natürlich läuft auch sonst wieder viel in Stuttgart und Region. Wie stets haben wir einige Ereignisse für Sie herausgepickt und näher beleuchtet. Wir wünschen Ihnen viel Spaß am Lesen und Entdecken, Achtsamkeit, Entschleunigung und Genuss sowie frohe Festtage samt einem glücklichen neuen Jahr! Die Herausgeberinnen Eva Maria Schlosser und Petra Mostbacher-Dix sowie das ganze SuR-Team!

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Carpe diem!

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Zwischen Jugendwahn und Okinawa-Di채t 08

Des Wandels Folgen 11

Denk-Mal 15

Voll das Leben

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ZWISCHEN JUGENDWAHN UND OKINAWA-DIÄT Manche Dinge sind vorhersehbar, andere weniger. Vorhersehbar war etwa, dass die Menschen dank medizinischem Fortschritt und Wohlstand immer älter werden. Die Lebenserwartung Neugeborener hat sich in den vergangenen 130 Jahren mehr als verdoppelt. Männer sollen durchschnittlich 77 Jahre und vier Monate alt werden, Frauen 82 Jahre und sechs Monate, so die Prognose. Ebenso ist es einleuchtend, dass die Menschheit nicht ins Unendliche wachsen kann, wenn sie überleben will. Schließlich gibt es nur begrenzt Platz auf diesem Planeten Erde. In diesem Sinne ist der Rückgang der Bevölkerungszahl eines Landes generell keine schlechte Nachricht, sieht man einmal davon ab, dass eine bunt durchmischte Gesellschaft mit allen Altersgruppen eine lebendigere und lebenswertere ist. Doch in Deutschland hat man mit der Einführung des Rentensystems auf der Basis des Generationenvertrags auf Bevölkerungswachstum gesetzt. Deshalb braucht man dringend Kinder, die zahlen – das Geld der heutigen Rentner ist schon längst verbraucht. Ein System, wie ein dubioser Schenkkreis, bei dem die Letzten die Dummen sein werden. Zwar sind die Fragen, ob die Alten den Generationenvertrag »brechen«, indem sie »zu lange« leben und »nicht richtig versichert« sind, oder ob es die Jungen sind, die keine Kinder kriegen und ihrem Single- oder Dinks-Dasein (double income, no kids) frönen, nicht mehr salonfähig. Doch obwohl die Lebenserwartung kontinuierlich steigt und ab Januar 2012 das Rentenalter auf 67 Jahren erhöht wird, werden Menschen mit 60 Jahren schon zum alten Eisen gezählt. Bereits mit 40 gestaltet sich die Arbeitssuche schwierig. Alte Menschen werden in unserer Gesellschaft eher als Last, denn als nützliches Glied der Gesellschaft betrachtet. Wann sich dieses negative Denken bezüglich des Alterns etabliert hat, ist nicht genau zu ermitteln. Wohl hat man sich aber noch Anfang des 20. Jahrhunderts kaum

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so viel Gedanken zum Thema gemacht. Alt werden gehörte zum Leben und die Chancen, so richtig alt zu werden, standen sowieso schlecht. Kriege, Epidemien und ähnliches sorgten für ein früheres Ableben. Erst die enormen Fortschritte in der Medizin und der Wohlstand unserer Gesellschaft ließen die Menschen ruhiger und länger Altwerden. Jeder will alt werden. Dennoch will keiner alt sein. Mit dem Alter assoziiert die Mehrzahl der Menschen körperliche und geistige Einschränkungen und damit den Verlust an Selbständigkeit. Die Haut wird trocken, runzlig, die Knochen brüchig, das Gehirn müde, Augen und Ohren schlecht und die Muskeln allgemein schwinden. Außerdem leiden viele ältere Menschen an HerzKreislaufkrankheiten, Krebs oder Alzheimer. Mit SchönheitsOPs, Botox und Muskeltraining wird versucht, wenigstens äußerlich die Zeit anzuhalten – was nicht unbedingt gelingt. Indes scheint es auf der japanischen Insel Okinawa, die als Insel der glücklichen Alten Schlagzeilen machte, ein Geheimrezept für ein gesundes Altern zu geben. Insgesamt gibt es in Japan mehr 100-Jährige als anderswo auf der Welt, doch Okinawa toppt die Statistik. Allein im 3500-Seelen-Dörfchen Ogimi haben zwölf bereits die 100 überschritten, 430 sind älter als 80 – Alte, die quietsch fidel, körperlich gesund und geistig rege sind. Dieses Rätsel sucht die Wissenschaft fieberhaft zu lösen. Gibt es einen Zaubertrank, eine Diät, ein Jungbrunnen oder Gen, welches das geistige und körperliche Altern wenn nicht verhindert, dann doch herauszögert? Immerhin haben Forscher ein sogenanntes Methusalem-Gen gefunden, das sich »FOX O 3a« nennt und für ein langes Leben zuständig sein soll. Nun sieht manch einer das Altern als ein genetisch lösbares Problem. Andere wiederum sind sich sicher: Wie man altert, wird zu 30 Prozent von den Genen, zu 70 Prozent aber von Umwelt- und Lebensbedingungen beeinflusst. Das heißt, wie der Mensch altert, kann er in bestimmtem Maße

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selbst beeinflussen. Ernährung und Bewegung, viel Sonnenlicht und ein entspanntes Leben spielen dabei eine wesentliche Rolle. Dennoch ist das Altern ein Prozess, dem kein höherer Organismus entkommt. Einige niedere Organismen altern zwar nicht und sind potenziell unsterblich. Doch auch sie gehen zu Grunde, weil sie beispielsweise gefressen werden oder sich die Bedingungen in ihrer Umgebung verändern. Keiner, auch nicht eine Amöbe oder Alge, lebt ewig. Zentraler ist deshalb die Frage: Was fangen wir mit unserem längeren Leben an? Wie nutzen wir die gewonnen Jahre? Dazu lässt sich nur noch mit einem Zitat antworten, das mehreren Filmdiven zugeschrieben wird: »Alt werden ist nichts für Feiglinge«. Und das heißt im Grunde übersetzt: »Leben ist nichts für Feiglinge.« Eva Maria Schlosser

Mit dem Altwerden ist es wie mit Auf-einem-Berg-Steigen: Je höher man steigt, desto mehr schwinden die Kräfte aber umso weiter sieht man. Ingmar Bergman, schwedischer Regisseur Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft. George Bernard Shaw, irischer Dramatiker Was heißt schon für uns Frauen, mit Anstand alt zu werden? Lieber unanständig jung bleiben. Olga Tschechowa, russisch-deutsche Schauspielerin Alt ist man dann, wenn man an der Vergangenheit mehr Freude als an der Zukunft hat. John Knittel, Schweizer Schriftsteller Im Alter bereut man vor allem die Sünden, die man nicht begangen hat. William Somerset Maugham, englischer Schriftsteller

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DES WANDELS FOLGEN Er war als Sammler, Unternehmer und Playboy bekannt, nun auch für seine Alzheimer Krankheit. Wegen dieser brachte sich der 78-Jährige Gunter Sachs um. Pro Jahr gibt es 200.000 neue Fälle in Deutschland. Die Zahl Demenzkranker soll mit der steigenden Lebenserwartung wachsen, so Forscher. Christina Ding-Greiner, Diplom-Gerontologin an der Universität Heidelberg, warnt vor Hysterie. »Demenz ist nicht die häufigste Erkrankung im Alter«, erklärt die Medizinerin. Bei den 90- bis 100-Jährigen beträfe es 35 bis 40 Prozent. »Von zehn 100-Jährigen leiden neun unter körperlichen Einschränkungen, nur fünf sind kognitiv stark eingeschränkt.« Andere Krankheiten kämen im Alter öfter vor. Bei den über 70-jährigen Frauen litten über 70 Prozent unter Arthrose. Im demografischen Wandel müsse man sich vor allem auf mehr Erkrankungen des Bewegungsapparats einstellen. »Abnehmende Muskulatur, erhöhte Sturzgefahr, auch Osteoporose, Diabetes oder Herzinsuffizienz steigen an«, so Ding-Greiner. Daher sollten Ärzte künftig auch Wissen in Gerontologie erwerben. »Auch Prävention ist wichtig, wer als Kind lernt, sich gut zu ernähren und zu bewegen, der reduziert spätere Risikofaktoren der Erkrankung« , so Greiner. Gemäß Experten steigen die Kosten im Gesundheitssystem durch den demografischen Wandel. »Es gibt Berechnungen, aber genau zu beziffern, wie durch Reha-Maßnahmen Pflegebedürftigkeit vermindert und Kosten gespart werden, ist schwierig«, so die Diplom-Gerontologin Gabriele Becker, ebenfalls vom Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg. Die Medizin müsse sich auf mehr Reha-Maßnahmen und entsprechende Therapiekonzepte für Ältere einstellen. Bei der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) verweist man auf das interdisziplinäre und wohnortnahe Geriatriekonzept des Landes Baden-Württemberg, in dessen Fo-

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kus die möglichst lange Selbstständigkeit älterer Menschen steht. Seit Jahren werde dessen Weiterentwicklung diskutiert, heißt es bei der BWKG. Allen sei klar, dass die alternde Bevölkerung einer wohnortnahen, interdisziplinären geriatrischen Versorgung bedürfe. Aber die Krankenkassen seien nicht bereit, entsprechende Patienten ausnahmslos in eine Einrichtung für geriatrische Rehabilitation zu schicken. Es gebe keine Einigung über die Finanzierung. Die neue Landesregierung müsse das Geriatriekonzept möglichst schnell weiterentwickeln, fordert die BWKG. Der Rechtsanspruch auf geriatrische Rehabilitation müsse unbedingt umgesetzt werden. Dringend erforderlich sei es, die Belegungssteuerung der Krankenkassen zu verändern und die Finanzierung der geriatrischen Rehabilitationskliniken sicherzustellen. Nahezu alle geriatrischen Reha-Kliniken arbeiteten hoch-defizitär, ohne schnelle Hilfe drohe die Schließung von Einrichtungen. Im Sozialministerium Baden-Württemberg gilt indes in Sachen Pflege schon lange die Devise »Ambulant vor stationär«. Das ist auch für die Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) »gesellschaftlicher Konsens«, so sehen das auch die Sozialverbände. In der Tat wollen die meisten Menschen möglichst lange selbstbestimmt zuhause leben. Deswegen fördert man auch Forschungsprojekte zu technischen Hilfen, so genannte Assistenzsystemen wie SOSfunkende Teppiche oder Service-Roboter gefördert: Derlei Assistenzsysteme werden etwa am Forschungszentrum Informatik FZI in Karlsruhe, einer Einrichtung des Landes Baden-Württemberg und der Universität Karlsruhe (TH), in den Living Labs, Lebensund Wohnlaboren, eins zu eins getestet. Derzeit werden im Land rund 153.000 Pflegebedürftige zuhause betreut; für rund 84.000 Pflegebedürftige gibt es Plätze in Heimen für stationäre Kurzzeit- oder Dauerpflege. Dazu bedarf es allerdings der Möglichkeit, Pflege und Beruf zu vereinbaren. Nach der kürzlich im Bundestag beschlossenen Familienpflegezeit ab 1. Januar 2012 können pflegende Angehörige ihre Arbeitszeit über maximal

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zwei Jahre auf bis zu 15 Stunden reduzieren – bei einer 50-prozentigen Reduzierung erhalten sie 75 Prozent des letzten Bruttoeinkommens, wenn sie wieder voll arbeiten, bekommen sie weiterhin nur 75 Prozent, bis das Zeitkonto ausgeglichen ist. Und sie müssen eine Versicherung über einen monatlichen Betrag bis zu 15 Euro abschließen, um die Risiken für kleinere und mittlere Unternehmen einer Berufs- und Erwerbsunfähigkeit zu minimieren. Es gibt indes keinen Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit, Beschäftigte schließen die Teil-Freistellung mit dem Arbeitgeber ab. Sozialverbände kritisieren, dass hier das Pflegerisiko privatisiert wird. Auch nach Sozialministerin Katrin Altpeter reichen die freiwilligen Regelungen reichen nicht aus. »Wenn wir erreichen wollen, dass sich mehr Angehörige um die Familienpflege kümmern und dafür sogar eine Auszeit nehmen, dann muss das rechtlich verbindlich geregelt werden«, sagt sie. »Für pflegende Angehörige muss es zudem auch finanziell angemessene Rahmenbedingungen geben.« Um soziale Härten zu vermeiden, will sie prüfen lassen, ob bei einer beruflichen Auszeit ein Lohnersatz möglich ist. Bei der Landesärztekammer jedoch wird vor dem demografischen Wandel bei der Ärzteschaft gewarnt. Es gebe immer mehr ältere Ärzte und immer weniger jüngere Ärzte, die in Deutschland tätig sein wollten. Mittelfristig drohe ein Versorgungsengpass, heißt es. In den kommenden zehn Jahren scheiden aus Altersgründen bundesweit etwa 42 Prozent der just tätigen Hausärzte aus dem Berufsleben aus. Die Landesärztekammer Baden-Württemberg fördert mit der Kassenärztlichen Vereinigung und der Krankenhausgesellschaft ein Programm, das den Hausarzt für den Nachwuchs attraktiv macht. Es brauche verbesserte Rahmenbedingungen für alle Ärztegruppen, damit es genügend Ärzte für eine älter gewordenen Bevölkerung gebe. Die von manchen geforderte Facharztweiterbildung zum »Geriater« würde nur einen weiteren Spezialarzt in engem Spektrum produzieren. Petra Mostbacher-Dix

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DENK-MAL

Mittelalterliches Denken haben wir längst hinter uns gelassen. Wir denken fortschrittlich! Denken wir. Was aber heißt Fortschritt? Was haben wir im Kern wirklich gelernt die letzten paar tausend Jahre? Es scheint, als ob unser Denken und ethisches Empfinden der technischen Entwicklung hinterherhinkt. Und nicht nur der. Altes Denken spricht zum Beispiel unsere niederen Instinkte an, belohnt gnadenloses Konkurrenzverhalten und Ego-Trips. »Top-Manager verursachen Großteil der Wirtschaftskriminalität«, so publizierte Spiegel online am 25.10. eine Studie. Was soll man denn von jemandem erwarten, der einen mit hoher Verantwortung dotierten Job nur des Geldes wegen macht? Und das, was er dafür bekommt zuweilen nicht wirklich verdient. Mal ehrlich: Wer wollte sich denn von einem Arzt operieren lassen, der sich eher dem Mammon als dem Eid des Hippokrates verpflichtet fühlt? Oder was erwarten wir von einem Investmentbanker, der sein Ego aus der Vermehrung seiner Boni nährt und in einer Macht- und Hebel-Aktion via Wetten auf Weizen zig Familien in fernen Ländern die Existenz nimmt. Paradox: Echtes Engagement für die Sache wird dagegen in weniger gut bezahlten, gesellschaftlich jedoch wichtigen Bereichen,

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als selbstverständlich vorausgesetzt. »Nichts als Wirtschaftswunder und Wirtschaftswundermänner, wohin man schaut!« stellte der Middle-Class-Underdog Donald Duck schon in der Story »Riskante Geschäfte« fest. Ist da Besserung in Sicht? Hm. Der ehemalige Chefökonom des IWF, Simon Johnson, sagt, dass die USA im Interesse der Wall Street regiert wird. Und in einem Arbeitspapier des IWF vom Juni 2011 heißt es, dass die US-Finanz-Lobby vor der Krise sozusagen direkt in das Abstimmverhalten von Politikern investiert habe. Selbst der oberste Gerichtshof der USA hat laut SZ 2010 entschieden, dass Großkonzerne politischen Interessengruppen beliebig viel Geld zukommen lassen können. Oh Obama! Hilf. Altes Denken glaubt an wundersame Geldvermehrung. Auch bei uns. Da wird der Finanz-Hebel schnell mal angesetzt und umgelegt. Dereinst in Alchemistenkreisen sowieso: Die rund 400 Jahre alte Geschichte des »Betrügers« von Schloss Weikersheim ist hochaktuell. Graf Wolfgang trachtete nach zweifelhafter Vermehrung seines Besitzes durch »Transmutation« – sprich: er wollte aus unedlem Metall edles schaffen. Die Gier-Kunst sollte dem Grafen ein gewisser Michael Polhaimer lehren, der sich jedoch mit seiner Anzahlung aus dem Staub machte. Polhaimer wird heute noch »Betrüger« genannt. Der hochwohlgeborene Herr Graf, Initiator und Auftraggeber, machte den gefassten »Betrüger« quasi zum Leibeigenen und wird nicht für seine großangelegte Vermögensvermehrungsaktion kritisiert. Ähnlichkeiten zu heute? Bingo. Wer ein Brötchen im Altersheim vom Teller eines Bewohners nimmt, wird entlassen. Finanz-Jongleure dürfen im Amt bleiben. Das ist ja auch was anderes! Laut einer Umfrage im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung hat die Mehrheit der Deutschen das Vertrauen in die Gerechtigkeit im Arbeitsleben verloren: Rund 70 Prozent glauben nicht, dass alle Menschen die gleiche Chancen haben, erfolgreich zu sein. Altes Denken hofiert bestimmte Idol-Archetypen, Ideale und Dog-

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men. Das ist ein Macher! Der reißt was! Aber WIE tut er das? Das wollen wir oft lieber nicht wissen. Wer hat immer mal wieder gerne die Geschicke der Menschheit geleitet? Sogenannte Eroberer, Diktatoren, religiöse Fanatiker, mafiöse Bosse oder machtgierige Blaublütige. Trotzdem halten wir solche Leute oft für bewundernswert. Und intelligent. Guck mal, der hat halb Europa eingenommen! Schau mal, wie ultrafein die sich anzieht! Geile Karre, die der fährt! Da ist sie wieder, die Formüberhöhung, mit der sich einiges an fragwürdigen Inhalten kaschieren lässt. Doch Intelligenz fußt auf mehreren Säulen, wie nicht zuletzt die Hirnforschung aufzeigt. Was bringt es denn der Gesellschaft, wenn jemand aus der sogenannten Elite sozialferne Verhaltensmuster an den Tag legt. Doch anscheinend brauchen viele den Glauben an welche auch immer gearteten Autoritäten. Piusbrüder und Tea Party nach vorne! Altes Denken frönt dem Feudalismus und der Abhängigkeit. Zum Beispiel Ostafrika. Die Dürre dort wird oft so dargestellt, als sei sie ausgebrochen. Falsch. Ein Vulkan bricht aus. Die wahren Gründe sieht Rainer Lang, Sprecher von Brot für die Welt, zum guten Teil menschengemacht. Von welchen Menschen? Die SZ berichtete am 8.10., dass alleine im Mai 2011 in Chicago 360 Tonnen Weizen virtuell bewegt worden seien – mehr als die Hälfte der Weltweizen-Jahresproduktion. Von welchen Menschen also? Laut SZ kommen die Investoren meist aus dem Vorbildland der scheinbar immer noch unbegrenzten Möglichkeiten, den USA. Aber auch aus China, Großbritannien, Südkorea oder Saudi Arabien. Neuestes Steckenpferd der geldgetriebenen G5: »Land Grabbing« – Landnahme, der Erwerb von Flächen, längst etwa sechsmal größer als die Fläche Deutschlands. Die Folge: Heimatvertriebene, Armut. Hinter den Länderflaggen verschanzt sich eine illustre Schar an Top-Leistungsträgern, die allesamt Namen tragen. Und auch ein Gewissen haben. Theoretisch zumindest. Wie im Mittelalter: Die Grundherrschaft hatten vielerorts Adlige und die Kirche inne. Die Untertanen hatten Abgaben und Frondienste zu leisten. Altes Den-

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ken kann auch oft schlecht rechnen und verheißt ewiges Wachstum. Wie viele unserer Gattung kann die blaue Kugel tragen? 10, 20, 50 Milliarden Exemplare? Und wie lebt sich’s dann? Wir machen uns auf Kosten des biologischen Rests breit. In atemberaubender Geschwindigkeit, gemessen am Alter der Erde. Nicht selten legitimiert und gestützt auf Dogmen oder religiösen Thesen. Altes Denken setzt auf blindes Vertrauen. Früher stand in fast jedem Kaff ein Kirchen-Kabuff, in dem ein Pfarrer fein die Ohren spitzte, welche Sünden denn »seine« Schäflein angestellt hatten. Genial. So waren die Kirchenmächtigen stets im Bilde und konnten ihre Kontrolle al gusto ausspielen. Heute vertrauen wir den guten Menschen und Machern von Facebook und Co unsere Vorlieben und noch mehr an. Freiwillig. Welch psychologischer Druck muss da herrschen, selbst banale Alltagsinfos unter dem Logo von »gefällt mir« in die Welt zu blasen. Altes Denken ist häufig selbstgefällig. Viele Generationen oder sogenannte Hochkulturen dachten in ihrer jeweiligen Zeit, die Allergrößten zu sein. »Die früher waren einfach nur zu blöd und kriegten’s halt nicht gebacken.« So die arrogante Annahme. So denkt man auch heute vielerorts. Bis in die Eliten hinein. »Ich sehe gut aus, bin intelligent, stets tadellos frisiert, und das Glück ist mir hold!« so sieht ein gewisser Gustav Gans die Welt. Was bleibt so gesehen von der Geschichte? Eine Geschichte. Den Logbucheintrag veranlassen gerne diejenigen, die sich in einem besonderen Licht erscheinen lassen möchten. Zusammen mit der Kunst, die häufig durch Auftragsarbeiten der mächtigen Macher entstanden ist, schreibt sich diese Geschichte als »wahr« im kollektiven Gedächtnis fest. Altes Denken ist oft lineares Denken. Und das nennen wir dann gerne Fortschritt. Aber: »Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt«, meinte Albert Einstein. Alles zu weinerlich, zu negativ? Dann kommt hier die Lösung, eine ultramoderne Denk-Alternative, die uns denkbar sicher in die Zukunft führen wird: »Ich denke, also shoppe ich.« Claus Dick

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VOLL DAS LEBEN

DER CHOR YOUNG@HEART

In unserer Gesellschaft altert der Mensch nicht gerne. Falten werden unterspritzt, graue Haare gefärbt, das Alter in Jahren verheimlicht. Aber es soll auch Menschen geben, die es anders machen. Ein paar davon hat der britische Filmemacher Stephen Walker aufgestöbert. Er hat einen Chor mit Band aus Northampton, Massachusetts mit einer Kamera begleitet, in dem die Mitglieder im Durchschnitt 80 Jahre auf dem Buckel haben – die Älteste ist 93. Der Name »Young@Heart«, den sie sich selbst gegeben haben klingt abgeschmackt und aufgesetzt, aber er ist Programm. Die freilich zittrigen Stimmen intonieren weder Kirchen- noch Volkslieder, sondern The Clash, Stones, Coldplay oder James Brown. Walker gibt mit seinem gleichnamigen Film Einblick in den Choralltag der alten Leutchen. Nicht immer stößt der Musikgeschmack des Chorleiters Bob Cilman bei ihnen auf ungeteilte Zustimmung. Manche verwechseln The Clash mit Crash, andere stoßen an die Grenzen ihres Gedächtnisse oder ihrer Reaktionsfähigkeit. Zwei der Protagonisten sind während der Dreharbeiten gestorben, eine danach. Die Trauer der Übriggebliebenen manifestiert sich im Weitermachen. Der Chor »Young@Heart« hat mittlerweile viele Nachahmer gefunden, auch in Deutschland. Wohl auch, weil Walkers Film quasi den Appetizer fürs Altwerden liefert. (eva) www.youngatheartchorus.com

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RAPPENDE OMAS

In China gibt es Breakdancer im Seniorenalter, in Hamburg haben kurzzeitig die Rap Rentnaz zwar nicht die Straßen, doch den Keller im Kulturpalast unsicher gemacht und die Braunschweiger Diamond Style Crew unterrichtet seit geraumer Zeit ältere Herrschaften im Streetdance-Style. Nun hat eine rappende Oma wenn nicht die Charts, dann doch die Herzen der Facebook-Nutzer erobert. Die Dame nennt sich Enkelschreck und konnte innerhalb kürzerster Zeit die schlappe Zahl von 1.500.000 Fans vorweisen. Was sie ausmacht, sind ihre unverschämt lässigen, extrem frechen Texte zu Beats, Arthritis und CoregaTabs. Ihr einziger Song nennt sich »Acid auf Rädern«, geht runter wie Butter und ist zum totlachen komisch. Allerdings ist »die Alte, die mit 80 Jahren immer noch aufs Schärfste rockt« leider nur eine Kunstfigur, kreiert von der Hamburger Kreativagentur Lukas Lindemann Rosinski im Auftrag von AS&S-Radio, hinter dessen Kürzel sich wiederum ARD Sales & Services versteckt. Die rappende Oma gibt übrigens die Berliner Schauspielerin Luise Lunow, die immerhin auch schon 65 Jahre zählt. Respekt für diese fette Nummer! Und um es nun mal mit Enkelschreck zu formulieren: »Ich bin draußen wie meine Dritten …« (eva) www.enkelschreck.de

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S 18

Neues Kommunales Kino 20

Szene mit brennenden Fragen 21

Vernachlässigtes Land 22

Kunstspaziergang in Stuttgart 26

»Bildung und Kultur, Hand in Hand« 28

Kreativität hoch 100 29

Melodien für die Opfer 30

Neu in der Galerienlandschaft 31

Computer, Comic, coole Kunst 32

Der Sprung über den Schatten 34

TanzTheaterSzene 36

Die Aufreger 17


NEUES KOMMUNALES KINO DIE PLÄNE NEHMEN GESTALT AN

Kommunale Kinos haben eine Tradition, die bis in die 70-er Jahre zurückgeht. Grundsätzlich unterscheiden sie sich durch ihr Programm, das sich nicht am Markt ausrichtet sondern am Mehrwert für die Gesellschaft. Hier werden auch Filme gezeigt, die in kommerziellen Kinos keine Chance hätten, Festivals finden ihre Spielstätte und lokale Filmschaffende ihre Bühne. Kulturelle Bildung – insbesondere auch für Kinder – steht im Vordergrund. Das Stuttgarter Kommunale Kino gehörte mit zu den ältesten im Land. Seit Sommer 2008 indes ist die Landeshauptstadt ohne Koki. Zahlreiche Persönlichkeiten aus der Kulturszene wollten dies nicht hinnehmen. Einige haben sich zum Verein Neues Kommunales Kino zusammengeschlossen, um sich für ein »Haus der Film- und Medienkunst in Stuttgart« stark zu machen. Christian Dosch von der Film Commission Region Stuttgart ist einer davon. Herr Dosch, der Verein ist eine Initiative von 19 Institutionen. Kann man denn nicht auch als engagierter Privatmensch bei Ihnen Mitglied werden? Wir haben für die Startphase eines Neuen Kommunalen Kinos bewusst eine Form gewählt, die die Mitgliedschaft von gemeinnützigen Institutionen und Ausbildungseinrichtungen vorsieht. Uns war es wichtig, eine Struktur zu wählen, in der wir vorhandenen Potentiale vernetzen und bündeln. So können wir einen stabilen Start gewährleisten und die Arbeit bleibt im Ehrenamt leistbar. Engagierten Privatmenschen steht die Fördermitgliedschaft offen, mit der wir im Moment allerdings noch nicht aktiv werben. Einfach weil wir das Marketing erst beginnen wollen, wenn wir Fördermitgliedern auch einen wirklichen Mehrwert und eine Partizipationsmöglichkeit bieten können. 18


Welche Funktion soll der Verein erfüllen? Der Verein will ein Neues Kommunales Kino in Stuttgart als Filmund Medienhaus schrittweise aufbauen. Dazu haben wir 2010 ein Konzept veröffentlicht und die vier Leitlinien »Zugänge schaffen – Film und Vermittlung«, »Welten bereisen – Film und Interkultur«, »Geschichte(n) entdecken – Film und Kontext« sowie »Bilder entwickeln – Film und Innovation« definiert. Das geplante Film- und Medienhaus soll weit mehr sein als ein dunkler Kinosaal, nämlich eine Schule des Sehens, eine Galerie für die Filmkultur, ein Schaufenster der Filmwirtschaft, ein Labor für neue Film- und Medienformen und ein lebendiger Treffpunkt der Kulturen. Gibt es mittlerweile einen Finanzierungsplan? Wir haben im August einen Antrag auf institutionelle Förderung ab dem Doppelhaushalt 2012/13 bei der Stadt Stuttgart eingereicht. Denn wir sehen das Kommunale Kino hier im Kontext von Museen, Theatern, Bibliotheken und Soziokultur-Zentren, also als eine von der Stadt zu verantwortende Kultur- und Bildungsaufgabe und bieten hier unsere Starthilfe an. Wie sieht der aus? Der Antrag sieht den Aufbau eines Film- und Medienhauses ab 2012 über einen Zeitraum von fünf Jahren vor. Die Jahre 2012/13 sind als Startphase/Aufbauphase gedacht, in der eine professionelle Struktur aufgebaut und die Spielangebote an verschiedenen, thematisch passenden Orten in Stuttgart verwurzelt werden. Ziel ist ein eigenes Haus. Was bringt die nahe Zukunft? Unser Schwerpunkt liegt momentan im Dialog mit den Gemeinderäten der Stadt. Die kommenden Wochen sind entscheidend. Wir blicken gespannt auf die Haushaltsberatungen Mitte Dezember. Fragen von Eva Maria Schlosser

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SZENE MIT BRENNENDEN FRAGEN

17. FILMSCHAU BADEN-WÜRTTEMBERG

Es ist mal wieder so weit: Die Szene trifft sich, um sich zu präsentieren und auch ein bisschen selbst zu feiern. Vielleicht ist den Initiatoren deshalb der rote Teppich so wichtig. Immerhin, in diesem Jahr werden mehr als 50 Filmproduktionen von Filmemachen aus Baden-Württemberg gezeigt. Mittlerweile ist auch die Zahl der Preise auf sieben angestiegen. Dokumentationen, Spiel-, Kurzspielfilme und Animationen werden je in einem Wettbewerb laufen. Der Jugendfilmpreis für Nachwuchsfilmer hat ebenfalls einen eigenen Wettbewerb – mit dem Katholischen Jugendmedienpreis. Und in diesem Jahr kommt noch der Baden-Württembergische Ehrenfilmpreis dazu, der als besondere Auszeichnung an Persönlichkeiten aus der Filmbranche im Südwesten vergeben werden soll: Gudrun Schretzmeier, Kostümbildnerin und Ausstatterin aus Stuttgart, wird als erste ausgezeichnet. Für Filmemacher ist indes nicht nur die Teilnahme an den Wettbewerben attraktiv, sondern auch das Rahmenprogramm, das Workshops und Diskussionsrunden zu einschlägigen Themen bietet. Etwa zu so brennenden Fragen wie die nach der Filmförderung, die für Filmemacher ein wichtiger Bestandteil der Finanzierung ihrer Projekte darstellt. In einem Gespräch (30.11., 17 Uhr in der Bar »5«, Bolzstr. 8, Stuttgart) mit Christiane von Wahlert, Geschäftsführerin der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO), will Kunststaatssekretät Jürgen Walter (Grüne) die Situation erörtern und Stellung dazu nehmen. Walter ist Aufsichtsratsvorsitzender der MFG kraft Amtes, seit 2008 sitzt er im Rundfunkrat des SWR. Für Filmemacher könnte das Gespräch spannend werden. Denn Walter hat angekündigt, konkret zu erläutern, »welches Entwicklungspotenzial er für das Filmland Baden-Württemberg sieht und mit welchen Maßnahmen er es zur Geltung bringen will«. (eva) www.filmschaubw.de

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VERNACHLÄSSIGTES LAND

LEIH-FOTOGRAFIEN VON »GEGENLICHT 21«

Der Fahrplan leuchtet in Gelb neben dem ovalen Sprechfensterchen. Darunter ist ein Zettel angebracht, auf dem zu lesen ist, dass die »Filiale in Storzingen« ab dem 15.12.2002 geschlossen ist. Michael Latz’ Fotografie ist ein Eindruck von vielen, die die Fotografen des Netzwerks »Gegenlicht 21« abgelichtet haben: die oft traurigen Zustände der Bahnhöfe im ländlichen Baden-Württemberg. Wolfram Janzer hat etwa nur noch geschlossene Rollläden vorgefunden, Juliane Spitta rostende Fenstergitter mit einem alten, ausgebleichten Werbeschild dahinter, Rose Hajdu wiederum abgeblätterte Schindeln oder einen zerstörten Bahnübergang, dessen Treppen ins Nirgendwo führen (Foto). Insgesamt 20 Fotografen haben sich an der Kunstaktion beteiligt und 20 »Coole Koffer« geschaffen: Die Abbildungen wurden auf wetterfeste Folie gedruckt und auf Sperrholzkoffer kaschiert. Diese können von engagierten Bürgern ausgeliehen werden, um sie überall im Land zu zeigen. »Unsere Bilder fordern auf, genau hinzusehen, was die Bahn tut«, betont die Gruppe,»die Bahn vernachlässigt die flächendeckende Versorgung und will gleichzeitig Milliarden für Stuttgart 21 vergraben«. Sind sie nicht auf Reisen, lagern die Koffer im Württembergischen Kunstverein, dort sind zudem Postkarten der Motive zu finden. Die Ausleihe kann über http://volksabstimmung-s21.org gebucht werden. (pam) 21


KUNSTSPAZIERGANG IN STUTTGART NEUE BLEIBE GESUCHT Das Atelierhaus Nordbahnhofstraße und die Galerie Op-Nord stehen vor dem Aus: Bis Ende 2012 suchen die rund 20 Künstler neue Atelierräume, weil die Mietverträge nicht verlängert werden. Mit dem Atelierraum verschwände auch die »Schutz- und Trutzburg gegen den Kommerz und die Hektik des Kunstbetriebs«, so der Mitinitiator Gerhard Friebe. Ihren Hilferuf an die Öffentlichkeit haben sie mit zwei Ausstellungen verknüpft – nach der im November zu Ende gegangenen Schau »Von uns aus im Herzen« mit Mona Ardeleanu, Martina Geist und anderen ist nun »Von uns aus in der Lunge« zu sehen, im Titel bezogen jeweils auf die künftigen Wunschorte in Stuttgart. Die teilnehmenden Künstler(innen) sind Anne Bammerlin, Kristof Georgen, Ilka Götz, Stefan Heller, Gabriela Oberkofler, Rudolf Reiber, Kerstin Schaefer, Julia Wenz und Andrea Zug. Im Rahmenprogramm winkt ein Los mit der Gewinnchance auf ein Gemälde. (gb) Galerie Atelierhaus Nordbahnhofstr. 45, bis 18.12., www.op-nord.de

VOM LACHEN BIS ZUM ABWINKEN

Heute schon gelacht? Dann nichts wie hin ins Galerienhaus: Die Galeristentroika Merkle, Schacher, Walz & Co. zeigen im Dreierpack die humorige Seite der Kunst, nicht ohne ihre Schattierungen auszusparen oder deren schrägen Abseitigkeiten auszuleuchten: Thomas Putzes »Arschkriecher« oder Justyna Koekes »Furzende Gundula« sind da nur die derben Eckpunkte. Weit22


aus köstlicher sind etwa die bitterbösen Bilder von Oliver Wetterauer (Foto), ein fast selbständiger Koffer auf Reisen oder die hintergründigironischen Wachsarbeiten Gert Wiedmaiers. Alle rund 25 Teilnehmer der Witzparade, die heiter bis wolkig, aber nicht zwingend lustig daherkommt, sind Absolventen oder Mitarbeiter der Aka Stuttgart. (gb) Galerienhaus Stuttgart, bis 4.2., www.14-1-Galerie.de, www.galerie-merkle.de, www.galerie-schacher.de

ENERGIEGELADENE EINKEHR IN STAHL UND ÖL

Der Natur in ihrer abstrakten Verdichtung begegnet man in der Galerie ABTart, jenem schönsten aller Galeriegebäude in Stuttgart. Auf 600 Quadratmeter Fläche sowie einem beneidenswerten Skulpturen23


hof verhelfen die eigens angeworbenen Kuratoren den Künstlern zu einer musealen Präsenz: Für den Jahreswechsel hat der renommierte Ex-Documenta-Chef Jan Hoet, bei ABTart bestens eingeführt, Arbeiten des Landschaftsmalers Jan Kromke (Foto) und des Stahlbildhauers Markus F. Strieder im Gepäck – eine schwere Ladung, die auf der Leinwand eine Luftigkeit und im Guss eine Leichtigkeit vorgibt und so den gebannten Blick auf sich lenkt. Kromke kann sich zu den Neoromantikern zählen, dessen Farbräume eine Präsenz entfalten, als sei Caspar David Friedrich zur Jahrtausendwende widerauferstanden. Strieder stapelt tonnenschwere Stahlkörper aufeinander, als seien es Knetbatzen, oder er verknäuelt Stahlfäden, als seien es Wollreste. Seine Kreisel und Ringformen überzeugen durch ihre gebändigte Energie, wie sie auch durch die Tiefen der Gemälde strömt. (gb) Galerie ABTart, bis 28.1., www.abtart.com

DIE HOHE KUNST DER CHRYSANTHEME Ichizu Hashimoto und Izumi Yanagiya entführen den Betrachter der Ausstellung »KIKU« im Treffpunkt Rotebühlplatz in die faszinierende Welt der Kalligrafie. Der Pinsel erweist sich dabei sichtbar als energiegeladener Mittler zwischen Geist und Papier: Dieser energetische Geist (»ki«) vereint sich im körperlichen Denkakt (»ku« heißt geben) zum Phantasiebild einer Chrysantheme, die – nicht ganz zufällig – »kiku« bedeutet. Wo sich die Schrift zum Bild steigert, spricht man übrigens von der Kunst des Sho. (gb) Treffpunkt Rotebühlplatz, bis 31.1., www.treffpunkt-rotebuehlplatz.de

LICHT, FORM, KÖRPER Die Galerie Reinhard Hauff zeigt drei Positionen gegenwärtiger analoger Fotografie, die sich mit Licht und Schatten, Gestalt und Raum befasst. Özlem Altin setzt aus Fotografien, Kopien und grafischen Arbeiten anonymisierte Installationsflächen zusammen. Talia Chetrit lehnt sich in ihren durchkomponierten Stillleben an konstruktivistische Muster an. Die atmosphärischen Arbeiten von Bernhard Kahrmann täuschen Abbilder vor, die tatsächlich in Überlagerungen und 24


durch verknitterte Oberflächen entstanden sind. Alle Positionen spielen mit dem Schein und Sein der Wahrnehmung. (gb) Galerie Reinhard Hauff, bis 29.1., www.reinhardhauff.de

ARTIFICIAL WORLD Weniger bierernst (Romane Holderried Kaesdorf) als ironisch-doppelbödig (Hans Pfrommer) geht es auch bei Rainer Wehr zu, der seine Galerieausstellung in Anlehnung an die unvermeidlichen Feiertage mit »Oh du künstliche« überschrieben hat. 18 Künstler, von Mona Ardeleanu und Holger Bunk über den hinreißend stillen Ralf Jurzo bis zu Rosalie und Georg Winter, geben sich die Ehre und zeigen nicht nur künstliche, sondern durchaus kunstvolle Arbeiten: ab und zu fröhlich, wenig selig, kaum gnadenbringend, aber mit einem leidenschaftlichen Bezug zur Wirklichkeit, der mindestens so vielfältig ist wie ihre Positionen in der Ausstellung. (gb) Galerie Rainer Wehr, bis 10.2., www.galerie-rainer-wehr.de

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»BILDUNG UND KULTUR, HAND IN HAND« DER TREFFPUNKT ROTEBÜHLPLATZ WIRD 20.

Vor 20 Jahren öffnete der »Treffpunkt Rotebühlplatz« seine Türen für die Bürger. Seither arbeiten, wirken und gestalten vier Institutionen in gemeinschaftlicher Kooperation unter einem Dach. Nachdem die Mediothek der Stadtbücherei mittlerweile in die Bibliothek 21 gezogen ist, bilden nun die Volkshochschule (VHS), die Musikschule, der Treffpunkt Senior den Kern des Hauses. »Wir sind ein Kompetenzzentrum für Anregung und Impuls, Diskurs und Kommunikation, Rat und Tat, Muse und Aktion, Versuch und Irrtum, Arbeit und Spiel, Alltag und Fest, Kontinuität und Verlässlichkeit, Flexibilität und Innovation, Projekt und Experiment, Erfolg und Nachhaltigkeit«, heißt es beim Treffpunkt.Den Erfolg des Kultur- und Bildungszentrums belegt die Statistik der VHS. »Pro Semester verzeichnen wir zwischen 25.000 und 30.000 Einschreibungen«, legt die Abteilungsleiterin für Veranstaltungsmanagement und Programmleitung Gudrun Hähnel dar. »Das sind etwa 60.000 Besucher im Jahr und täglich 2500 bis 3000 Besucher.« Die stattliche Zahl an Studierenden werde in 57 Räumen bewältigt. Mit durchschnittlich 20 Teilnehmern pro Kurseinheit arbeiten die Dozenten und Kursleiter sozusagen in »Schichtarbeit«. Über 3000 Kursangebote offeriert die VHS allen Wissbegierigen und 26


aufgeschlossenen Anwärtern. »Besonders nachgefragt sind die Bereiche Gesundheits-, Berufs- und Sprachbildung«, erklärt Hähnel. 36 Sprachen werden insgesamt angeboten, auf Wunsch der Studierenden mit Abschlusszertifikat - oder ohne. Besonders stolz ist die VHS auf den »New Japanese Language Proficiency Test«. Diese internationale Standardprüfung für die japanische Sprache findet jedes Jahr weltweit am 1. Dezember statt. Neben Hamburg, Berlin und Düsseldorf ist Stuttgart das vierte Prüfungszentrum in ganz Deutschland. Die Klientel der Studierenden kann Gudrun Hähnel nicht eindeutig zuordnen. »Wir bedienen und bemühen uns um alle. Die Aufgabe ist, die breite Bevölkerung zu erreichen. Wir bieten einen hochwertigen Ort zu niedrigen Preisen« , so Hähnel. Die Erwartungen der Bevölkerung seien mit den Jahren gewachsen, »die Ansprüche hoch« . »Deshalb erfolgt in allen Bereichen eine permanente Weiterentwicklung am Zahn der Zeit«, erklärt die engagierte Abteilungsleiterin stolz. Die Vielfalt der Angebote des Bildungs- und Kulturhauses richten sich tatsächlich an alle und somit an die gewünschte »breite Bevölkerung«. Egal ob Akademiker oder nicht, musikalischer Migrant, politikinteressierter Pensionär, sprachenaffine Schwäbin oder diskussionsfreudiger Demonstrant – alle kommen auf ihre Kosten. Jeder kann sich mit seinen Interessen »aktiv auseinandersetzen«. So richtet der Treffpunkt alljährlich das Internationale Solo-Tanz-Theater Festival aus, renommierte Fotografen sind in der Vhs-Photogalerie (Foto: aktuell Andri Pol), zeitgenössische Künstler im Treffpunkt Kunstgalerie zu sehen. Den Auftakt der Veranstaltungen zum 20-jährigen Jubiläum macht der ehemalige Kulturstaatsminister: der Professor für Philosophie und politische Theorie, Julian Nida-Rümelin, spricht über Wirtschaft und Ethik. Am 18. Januar 2012 setzt er sich mit den Fragen « Wie wollen wir leben? Wie wollen wir in einer Gemeinschaft leben, die wir selbst gestalten, für die wir selbst Verantwortung tragen, kollektiv und individuell?« auseinander. Bildungsbeflissene und die, die es noch werden wollen, sind eingeladen, mit- und nachzudenken. »Wir sind ein Bildungs- und Kulturhaus, da Bildung und Kultur nur Hand in Hand gehen. Ein offenes Haus, für jeden der kommen möchte«, resümiert Gudrun Hähnel. (nd) 27


KREATIVITÄT HOCH 100

DEKUMO IM WILHELMSPALAIS – VIELLEICHT ZUM LETZTEN MAL? Sie kamen, sahen die vielen Kreativschaffenden und außergewöhnlichen Locations in Stuttgart – und beschlossen alles zu verbinden: Im Jahr 2004 hoben der Kommunikationsdesigner Björn Peters und der Architekt Oliver Scholz die DEKUMO aus der Taufe, eine Plattform der Kreativität, auf der Designer, Künstler und Modemacher sich präsentieren können. Über 100 Aussteller zeigen wieder vom 2. bis 4. Dezember ihre Werke – diesmal im Wilhelmspalais, das nach dem Auszug der Stadtbibliothek von Kreativen zwischengenutzt wird. Zu Peters und Scholz Konzept gehörte es von jeher, durch den Veranstaltungsort auf besondere oder unbekannte Gebäude aufmerksam zu machen. 2008 etwa nutzten sie die ehemalige Mercedes-Benz Niederlassung in der Türlenstraße, bevor diese vom Staatstheater bespielt wurde. Auch 2011 verfolgen die Macher das Konzept der GRÜNEN BÜHNE zur DEKUMO weiter: Aussteller mit nachhaltigen Produkten nutzen die Gelegenheit, um ihre Philosophie zu präsentieren.Was längst selbstverständlich scheint, ist indes das Ergebnis harter Arbeit und eines noch härteren Kampfes. Ändere sich die Denkweise der Stadt nicht grundlegend, so werde es die DEKUMO bald nicht mehr in Stuttgart geben, so Björn Peters. Mangelnde Kommunikation mit den Behörden und unbeantwortete Anfragen hätten es schwer gemacht, Genehmigungen zu bekommen. Peters wünscht sich Offenheit, Lösungen und finanzielle Unterstützung von der Stadt, die von der Messe profitiere. »Die DEKUMO ist eine Wirtschaftsplattform für junge Leute, die hier ihre Produkte zum ersten Mal zeigen können«, erklärt Björn Peters. »Wir versammeln unter einem Dach die kreativen Jungunternehmer Stuttgarts, so manche wären sonst unentdeckt geblieben.« (pb) www.dekumo.de

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MELODIEN FÜR DIE OPFER

HAUS DER GESCHICHTE ERINNERT AN 70. JAHRESTAG DER DEPORTATION DER JUDEN Am 1. Dezember 1941 startete ein Zug von Stuttgart Richtung Riga. Die Menschen, die er transportierte, waren zusammengepfercht, entwurzelt und verängstigt. 959 Juden aus Württemberg und Hohenzollern mussten auf Geheiß der Nazis ihre Heimat überstürzt, mit nur dem Nötigsten verlassen und wurden nach Riga in ein sogenanntes Arbeitslager gebracht. Wer die viertägige Fahrt überlebte, den erwartete das Grauen im Arbeitslager Jungfernhof. Von den 959 Menschen blieben nur wenige übrig. Die meisten wurden erschossen oder starben durch Entkräftung und Kälte. Wie Irma Bernheim, die Kinder Lothar und Erich Lemberger, die Mutter Rosa Lemberger, die komplette Familie Stern. Die Opfer haben Namen, Schicksale. Ihnen und an den Beginn der Judendeportation in Württemberg vor 70 Jahren will das Haus der Geschichte mit einer Klanginstallation des Komponisten Florian Käppler (Foto: Klangerfinder) gedenken. Käppler hat dafür jedem Buchstaben im Alphabet eine Note zugeordnet. So entsteht für jeden Namen eine ganz persönliche Melodie. Ein so programmierter Flügel wird die 959 Melodien spielen, rund vier Tage lang ohne Pause – etwa genauso lang, wie die Deportation von Stuttgart nach Riga dauerte. Mit der Klanginstallation soll auch ein weiteres Projekt angestoßen werden: Für die einzelnen Namens-Melodien lassen sich Patenschaften erwerben, als Anregung, den Lebensweg der Einzelnen genauer zu recherchieren. Eine Ausstellung im Dezember soll die Ergebnisse präsentieren. (eva) 1. bis 4. Dezember, im Haus der Geschichte "http://www.hdgbw.de/aktuelles/symphony-of-the-names

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NEU IN DER GALERIENLANDSCHAFT DIE GALERIEN BRAUN UND ROSS+ROSS

Klaus Braun hatte seine Kisten am Charlottenplatz gar nicht erst ausgepackt, die meisten Leinwände lehnten an der Wand – das Provisorium war beabsichtigt. Nach drei Jahrzehnten Kunsthandel in Stuttgart hatte sich der Galerist vor wenigen Jahren zurückgezogen. Seinen Wiedereinstand im Oktober betitelte er mit »Zu Hause angekommen« – in den eigenen vielen Wänden samt anregendem Treppenhaus-Charme. Er will nun den Boom der Wohnzimmergalerie nutzen, um zwanglos seine Künstler im heimischen Ambiente zu präsentieren, von denen ihm die meisten treu geblieben sind, darunter Matthias Lutzeyer. Über den Jahreswechsel bietet er ihnen und seinem abstrakten Programm ein festtäglich gestimmtes Forum. Wer einen Blick vom fünften Stock aus über die Dächer der Innenstadt hinweg genießen will, sollte sich nicht davon beirren lassen, dass man die Adresse suchen muss. Auf jeden Fall will Braun gar nicht erst streng »auf Galerie« machen: »Wer mich besuchen will, wird auch herfinden«. Ganz auf Außenwirkung ist die neue Galerie von Oana und Christian Ross ausgerichtet: zwei Schaufenster laden den Besucher in der Friedrichstraße zum Betreten der Galerie ein. Finanziell unabhängig – er ist praktizierender Zahnarzt, sie verwaltet einige Hotels – kann es sich das Paar leisten, am Mainstream vorbei Kunst auszustellen: »Am Profit sind wir nicht in erster Linie interessiert«, meint Christian Ross. Das erlaubt dem Galeristenduo, auch weniger bekannten oder noch jungen Künstlern eine Schau einzurichten. Die Stuttgarter Premiere gab es im Oktober für den 1974 im russischen Ghetlova geborenen und in Bukarest lebenden Künstler Roman Tolici, der in altmeisterlich realistischer Manier malt und zeichnet, bei durchaus eigenwilligen Kompositionen und Themenstellungen. Das programmatische Wagnis ist jedoch seriös abgesichert, denn die kunstliebenden Laien arbeiten mit Kuratoren zusammen. Aktuell zeigt das Galeristenpaar bis 20. Januar Plastiken des rumänischen Künstlers Remus Botar, bekannt als Botarro, der sich von Brancusi inspirieren, aber zugleich auch organische Vorbilder aus der Natur in sein Werk einfließen lässt. (gb) www.galerie-klaus-braun.de, Charlottenstr. 14; www.ross-galerie.de, Friedrichstr. 23b

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COMPUTER, COMIC, COOLE KUNST MICHEL MAJERUS IM KUNSTMUSEUM

Eigentlich begann die ganze Kopfüber-Aktion damit, dass die Leinwände von Michel Majerus so groß sind. Der Maler, der 2002, gerade mal 35jährig, bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, hatte keine Gelegenheit, ein Spätwerk zu schaffen. Doch er hatte das Zeug, ein reifes Frühwerk zu hinterlassen. Dieses schöpfte aus der Alltagskultur genauso wie aus den digitalen und den Comic-Welten oder auch aus dem kunsthistorischen Repertoire von Minimal bis Pop Art. Die Museumschefin und Kuratorin Ulrike Groos scheute sich jedenfalls nicht, für die rund 100 überformatigen Exponate den ganzen Bestand in Wallung zu bringen – man ahnt den doppelten Kraftakt, wenn man an einen Umzug von Wolfgang Laibs Wachsinstallation denkt. Die etablierte Kunst zog nämlich aus den unteren Geschossen zuoberst in den Kubus, um dem Jungstar Majerus ein seltenes Forum zu bieten, das alle Facetten des Gesamtwerks zeigen kann, und um gleich eine zweite Ausstellung oben drauf zu setzen, die sinnigerweise »180°« heißt. Der Aufwand ist gerechtfertigt: Michel Majerus schuf in rund zehn Jahren ein vielschichtiges Werk, das genügend Energie mitbringt, die 2500 Quadratmeter Ausstellungsfläche in seiner vollen Farbenpracht zu bespielen und den Raum mit all seinen Öffnungen und spannenden Zuschnitten zu durchdringen. Über das ganze Untergeschoss erstreckt sich etwa eine Textinstallation, die man wie andere Arbeiten auch regelrecht erwandern muss, um die Bezüge, Zitate und »mnemonischen Spuren visueller Eindrücke« (N. Bourriaud) zu erfassen und das kreative Sampling verschiedener Maltechniken und Materialien zu ergründen. Bis zuletzt setzte sich das Museum dafür ein, Majerus’ 46 Meter lange Skaterrampe auf den Schlossplatz stellen zu können – ein besseres Marketing für ein zugespitzt junges Publikum könnte man sich kaum vorstellen. (gb) Bis 9.4., Kunstmuseum Stuttgart, www.kunstmuseum-stuttgart.de

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DER SPRUNG ÜBER DEN SCHATTEN

Mit Lyman Frank Baums »Der Zauberer von Oz« sind viele Amerikaner aufgewachsen. Die Stuttgarter New York City Dance School (NYCDS) bringt das Märchen mit über 700 Kindern und Jugendlichen als Tanzstück auf die Bühne des Forum Ludwigsburg. Mit dabei als »Lyman Frank Baum« und »Zauberer«: Musicalstar Randy Diamond. Der ExSolist des Stuttgarter Balletts und NYCDS-Chefin Sabine Lynch über das Juniortanzprojekt des Vereins zur Förderung des Nachwuchses im Bühnentanz und Tanzsport Vaun e.V. Warum sollten Kinder tanzen? Lynch: Sie entwickeln Körpergefühl und Selbstbewusstsein. Es ist erstaunlich, wie es viele Kinder dann schaffen, vor über tausend Menschen aufzutreten. Sie lernen, über ihren Schatten zu springen, entwickeln Disziplin und Teamfähigkeit. Bei der Show können sie zeigen, was sie gelernt haben. Und das mit Profis wie Regisseurin Katajun PeerDiamond und Hauptdarsteller Randy Diamond. Von diesen lernen die Kinder. Diamond: Es macht Spaß mit Kindern zu arbeiten, wenn du merkst, dass sie sich auf die Sache zu konzentrieren. Gerade auch Jugendliche können durch so ein Projekt etwas für ihr Leben mitnehmen. Ich gebe da gerne meine Erfahrungen in den Sparten Tanz, Gesang und Schauspiel weiter. 32


Ist der »Wizard of Oz« eine neue Erfahrung? Diamond: Ja. Als Lyman Frank Baum halte ich gewissermaßen den roten Faden in der Hand und führe durch die Tanznummern. Warum haben Sie diese Geschichte gewählt? Lynch: Die Botschaft ist spannend: Alles, was man ins sich trägt, kann man hervorbringen, wenn man es will und seine Angst überwindet. Diamond: Und wenn du die Leidenschaft hast. Wichtig ist, an sich zu glauben. Ich habe sehr spät mit dem Musical anfangen – und konkurrierte dabei mit ausgebildeten Musicaldarstellern. Gesungen hatte ich zuvor beim Ballett in »On Your Toes« oder »On the Town«. Nach meiner Tanzkarriere konnte ich für das Musical »Jesus Christ Superstar« vorsingen – und wurde genommen. Fragen von Petra Mostbacher-Dix Termine: Premiere 17.12, 16 Uhr, 18.12., 12 und 15.30 Uhr www.forum.ludwigsburg.de

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TANZTHEATERSZENE

NEUES AUS DER PUPPEN-KISTE

Ein verpupptes Insekt in der Metamorphose wird mit dem griechischen Ausdruck Chryalis bezeichnet. Dieses letzte Entwicklungsstadium, bevor das geschlechtsreife Vollinsekt schlüpft, zeichnet sich durch Ruhe und keinerlei Nahrungsaufnahme auf. In ihrer Tanz-Performance »Chrysalis – Puppenstube« machen sich die Choreografin Antke Jetzky und der Musiker Ulrich Wedlich auf die Spuren der Verpuppung zwischen zwei Extremen: der Aggression des Herausdrängens und die Suche nach Schutz im Kokon von Kleiderschichten. Uraufgeführt wird die »Hängepartie zwischen Straucheln und Gelingen« in einer Puppenstube, zu dessen Teil der Betrachter wird, am 3. Dezember 2011 um 20.30 Uhr beim Festival Klangraum 2011 im Kunstraum 34. »Smiling Doors« heißt die Uraufführung am 16. Dezember um 19 Uhr im Kammertheater, in der krebskranke und gesunden Jugendliche aus dem Raum Stuttgart zusammen mit Element 3, Freiburg ihr eigenes, selbst komponiertes und getextetes Musiktheater über Trauer, Verlust und Einsamkeit, Hoffnung, Glück und den Glauben an die Zukunft präsentieren. Um den zum Fetisch erhobenen Begriff Freiheit, der manchen nicht mehr zu sein scheint, als die »sinnfreie Möglichkeit, aus einer Palette nahezu gleicher Produkte zu wählen«, geht es in Jan Neumanns Stück »Frey«, das am 17. Dezember im Nord um 20 Uhr erstmals zu sehen ist. Im neuen Jahr dann feiert im nahen Theaterhaus »Out of the Box III« am 12. Januar 2012 um 20.15 Uhr Premiere. Ein weiteres Mal erproben die Tänzer der hauseigenen Truppe Gauthier Dance ihre 34


choreografischen Fähigkeiten. Ihre Werke in den Ring werfen diesmal Anna Süheyla Harms, Marianne Illig, Garazi Perez Oloriz, Rosario Guerra und – mit einem Doppelpack – Armando Braswell. Zwei Arbeiten steuert auch Company-Chef Eric Gauthier bei: eine noch unbenannte mit Originalmusik von Stephan M. Boehme, dem Komponisten von Punk Love, zudem ein Stück für das ganze Ensemble. In Piano Particles verwandelt Gauthier die Bühne in eine physikalisch-choreographische Versuchsanordnung tanzender »Körper im Raum«. Die Musiker Simon Detel und Steffen Wick von WIDEMUSIC werden dazu ihre Komposition live am Piano und elektronisch intonieren. Sibin Vassilev wiederum erschafft die Klangkunst für die TanzPerformance CAFFEE, die einen Tag später, am 13. Januar um 20 Uhr, im Theater Rampe Premiere hat. Das post theater hat, koproduziert von der Schwankhalle Bremennacht, fünf Choreografinnen und Tänzerinnen – Bahar Gökten, Kira Senkpiel, Yui Kawaguchi, Diane Busuttil, Magali Sanderfett, Alexander Schröder – eingeladen, sich gemäß des berühmten Kanons »C-A-F-F-E-E – trink nicht so viel Kaffee« mit Koffein, Globalisierung und Exotismus auseinanderzusetzen. Diente doch Kaffee Jahrhunderte lang, und in mancher Werbung noch heute, als Projektionsfläche für Exotik und Fernweh. In Zeiten der Globalisierung ist Kaffee nach Erdöl das zweitwichtigste internationale Handelsgut. »Kaffeeexperte« Alexander Schröder führt durch den Abend und mit der Kaffeebohne um die Welt. Die Idee zu der humorvoll-kritischen Hommage an ein Genussmittel wurde mit dem Bremer Autorenpreis 2010 ausgezeichnet. (pam) 35


DIE AUFREGER

DIE ZWEIFEL BLEIBEN

2012 kommt – und die Europameisterschaft in der Ukraine. Das Land hat so einiges unternommen, um es den anreisenden Fußballfans so richtig gemütlich zu machen – oder das, was eben Politik und Verwaltung dort darunter verstehen. Anfangs war es nur ein Gerücht, dessen Spuren sich im Worldwideweb verflüchtigten. Angeblich wurden Filme aus Youtube entfernt, Kommentare empörter Tierliebhaber auf einschlägigen Fußballerseiten und gar auf jenen hiesiger Kickergrößen gelöscht. Ob aus Scham oder Gleichgültigkeit, ist belanglos. Durch das Engagement von Tierschützern in der Ukraine und Journalisten wurde die grausige Sache dennoch öffentlich und kam ins Netz. Die Rede ist von den brutalen Massentötungen freilaufender Hunde in der Ukraine. Rund 250.000 sollte es per Gesetz im Zuge der EM an den Kragen gehen. Gnadenlos, wie es so oft der Fall ist, wenn Menschen jegliches Gefühl für ihre Umwelt und anderen Lebewesen verlieren. Die Tiere stören, man lässt sie entsorgen oder entsorgt selbst – wie Müll: vergiftet oder betäubt in ein fahrendes Krematorium geworfen, bei lebendigem Leib verbrannt! Manche auch verbuddelt, oft noch halb lebendig. Zahlreiche Menschen haben sich für die Tiere eingesetzt, Petitionen unterschrieben und die Sache öffentlich gemacht. Darunter auch einige Fußballer und andere Persönlichkeiten. Wohl zum Ärger der Regierung. Die soll nun dem grausigen Treiben ein vorläufiges Ende gesetzt haben: Man verspricht das Bauen von Tierheimen und die Sterilisation der Straßenhunde. Doch einige zweifeln bereits jetzt, dass die Versprechen umgesetzt werden, denn die Korruption sei, so ein Bericht der ARD, groß. Was bleibt? Dran bleiben! Regierungen, die das Töten von Straßenhunden und -katzen erlauben, das Abschlachten von Robben oder die Tierquälerei in Massentierhaltungen, es so ungemütlich wie möglich machen und dabei nicht nur mit dem Namen abstimmen, sondern auch handeln. (eva)

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ERSTER FÖRDERANTRAG »KULTUR FÜR ALLE« ABGELEHNT Der Titel sagt viel. Die Initiative »Kultur für alle Stuttgart« ermöglicht seit Januar 2010 Menschen mit wenig Geld an Kulturveranstaltungen teilzuhaben. Das Prinzip: Beteiligte Kultureinrichtungen reservieren für jede ihrer Vorstellungen Freikarten in allen Preiskategorien – für Menschen, die eine Bonuscard + Kultur besitzen. Das sind jährlich über 65.000 Stuttgarter. Dafür erhält der Verein »Kultur für alle e.V.« 30.000 Euro. 20.000 Euro fließen in eine Stelle zur Verwaltung, 10.000 Euro gehen in ein neues Projekt: Damit sollen psychisch kranke oder in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen zu Kulturveranstaltungen, ins Theater oder Konzert, transportiert werden. Doch nun ist »Kultur für alle« in Gefahr. Der Antrag der SPD im Gemeinderat auf weitere Förderung wurde in der ersten Lesung abgelehnt. Begründung: Das »bisschen Namenslistenverwaltung« könne doch auch das Kulturamt übernehmen. Indes hat der Verein mehr Aufgaben, über ihn werden nicht nur die Website, sondern auch Ehrenamtliche, Austausch und Öffentlichkeitsarbeit betreut, außerdem Drittmittel eingeworben. Nun haben sich die Sachkundigen Bürger im Kulturausschuss dringend dafür ausgesprochen, die Förderung weiterzuführen. Noch ist alles offen, die nächste Lesung ist am 5. Dezember. »Es wäre unendlich schade, wenn der Antrag bei der Wiedervorlage keine Mehrheit bekäme« , so Peter Jakobeit, Geschäftsführer der Kulturgemeinschaft. »Schließlich profitieren von der Förderung viele Menschen, die sonst keine Kulturveranstaltung besuchen könnten, Kultur ist gesellschaftliche Teilhabe.« Um die Initiative zu unterstützen veranstaltet die Kulturgemeinschaft am Sonntag, 4. Dezember, im Beethoven-Saal/ KKL, um 19.00 Uhr ein Benefizkonzert der Stuttgarter Philharmoniker mit Bruno Canini. Zehn Freikarten liegen für Inhaber von Bonuscard + Kultur bereit. (pam)

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Blaue Notizen 43

Filmstills 44

Bildergeschichten 46

Kinderb端cher und mehr 48

Lesestoff 49

Weihnachtsgeschenktipps von SuR 54

Podcast-Tipps

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BLAUE NOTIZEN VON THOMAS KLINGENMAIER

THE RAW HARMONICA BLUES OF CHARLIE SAYLES

Es gibt romantische Konzepte, die sich nicht in Blümchen- und Schleifchen-Sprache ausdrücken lassen. Dies ist eines davon: Wenn ein Mann in einem Meer von Scheiße unterzugehen droht, ist der Blues der letzte Rettungsring, der ihn noch oben halten kann. Es könnte direkt aus dem Leben des schwarzen Mundharmonikaspielers Charlie Sayles stammen, der heute, mit fast viersechzig Jahren, noch immer zwischen Auslandstourneen und Straßeneckengigs im heimischen Washington, D.C. pendelt. Nein, Sayles, der am 4. Januar 1948 in Woburn, Massachussetts, geboren wurde, hat den Blues nicht mit der Muttermilch eingesaugt. Das erste Mal bewusst wahrgenommen hat er diese Musik, als er volljährig war. Da kroch er in Vietnam als Fußsoldat durch den Dschungel. Irgendwann im Camp hat er Aufnahmen des Harpmeisters Sonny Boy Williamson aus Chicago mit der britischen Milchbartband »The Yardbirds« gehört. »Da wusste ich, das ist das Ding für mich«, hat er seitdem oft erzählt. 40


Selbst in die Hand genommen hat Sayles eine Mundharmonika aber erst 1971 zuhause in den Staaten. Da befand er sich wie viele Veteranen im Kreislauf von Handlangerjobs, psychischer Auffälligkeit, Arbeitslosigkeit, Depression, Rage, selbstzerstörerischem Umgang mit dem eigenen Körper und dem bisschen Sozialraum um einen her. Bei einer Schlägerei mit Weißen hat er ein Auge eingebüßt. Er war kurz davor, zum archetypischen crazy guy zu werden, zum brabbelnden Obdachlosen. In dieser harten Zeit hat Sayles begonnen, zu spielen. Bis heute sagt er: »Das Beste für deine Musik ist es, wenn du nichts anderes hast im Leben.« Die Harp brachte ihm ein paar Münzen von Passanten, vor allem aber ein Ziel. Der Mann ohne Struktur schuf sich eine: acht Stunden jeden Tag üben, live vor anderen oder alleine. Sayles Stil war früh eine wunderliche Mischung. Zum einen war da das um feste Muster und Regeln wenig besorgte Downhome-Spiel der Countryblueser, die Lust, der Mundharmonika Töne abzuringen, die mehr mit expressiven Geräuschen als mit notierbaren Noten zu tun haben. Zum anderen brach sich Sayles‘ Bewunderung für die Virtuosen der ins urbane Combospiel integrierten Chicago-Blues-Harp Bahn. »Mississippi Saxophone« nennt er sein Instrument und einen seiner selbstgeschriebenen Songs. Als wichtiges Element kommt noch Sayles Versuch hinzu, nicht wie ein Großstadtspieler zu klingen, dem die Band abhandengekommen ist, sondern wie ein Mann, der diese Band vollgültig ersetzt. 1976 nahm Sayles seine erste LP auf. Ein englischer Bluesfan hatte Sayles zufällig auf der Straße gehört und wollte etwas mit ihm produzieren. Aber dessen Winzlabel Dusty Road Records konnte Sayles nicht über die Kreise der HardCore-Bluesniks hinaus bekannt machen. »The Raw Harmonica Blues of Charlie Sayles« ist heute ein teures Sammlerstück. Er selbst, hat Sayles neulich in einem Interview gesagt, könne sich längst kein Exemplar mehr leisten. Im Internet ist die Platte aber an verschiedenen Ecken zum Download erhältlich. 41


Regulär kaufen kann man »Night Aint Right« (1990), »I Got Something to Say« (1995) und den auf beiden basierenden Sampler »Hip Guy«, erschienen beim britischen Label JSP. Die frühen Neunziger schienen Sayles große Ära, sein Sound war moderner geworden, hatte Soul- und Jazzelemente aufgenommen. JSP versuchte, ihn einer breiteren Hörerschicht vertraut zu machen. Dann warf eine Scheidung Sayles wieder aus der Bahn. Ein Label hat er längst nicht mehr. Er behauptet, das kümmere ihn nicht, ihm sei anderes wichtig. Jahrelang etwa hat er mit Unterstützung des National Endowment for the Arts Gefängnisinsassen im District of Columbia das Harpspielen beigebracht. Der Blues, weiß Sayles besser als mancher andere, ist manchmal der letzte Rettungsring.

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FILMSTILLS

DER LETZTE NEUE DEUTSCHE FILM: SCHLINGENSIEF & FASSBINDER – KUNST & KINO

? Das Kino betrachtet Filme von bildenden Künstlern oft mit Skepsis, weil sie formal und inhaltlich ungewohnte Wege gehen und weil ihre Massenkompatibilität fraglich ist: Kino ist schließlich das erste große Geschichtenglobalisierungsprojekt. Kinofilme inspirierten Künstler aber schon immer und so ist es kein Wunder, dass sich der ein oder andere auf der großen Leinwand austobt, mit den Mitteln des Films Arbeiten schafft, die mehr Menschen erreichen als fünf angeheiterte Vernissagen-Besucher. Wie ein fein filetierender Schlachter schwingt der Künstler das Messer. Zum Glück, denn der Film braucht Menschen, die das Experiment lieben, die Möglichkeiten auskosten. Und die bildende Kunst braucht Künstler, die die Grenzen zwischen Kunst- und Normalpublikum einreißen. Man kann das so gefällig, aber auch zauberhaft machen wie Miranda July (»The Future«) oder so ergreifend und sinnlich wie Julian Schnabel (»Schmetterling und Taucherglocke») oder so trashig-anarchisch, auf den aktuellen deutschen Befindlichkeiten herumkauend, wie Christoph Schlingensief (»Die 120 Tage von Bottrop«). Schlingensief kämpfte einen Kampf gegen die Standardisierung in Kunst, Film und Alltag. Er ließ sich dabei ebenso von Happening, Fluxus, Pop Art, Dada, Beuys und den Wiener Aktionisten inspirieren, wie von Splatterfilmen, Fassbinder, Passolini und dem aktuellen Zeitgeschehen. Ein Wechselspiel von Kunst und Film, Alltag und Besonderem. Da wird der normale Bürger scheinbar ganz unnormal thematisiert und aktuelle Veränderungen werden blutbeschmiert auf dem Tablett serviert, zur allgemeinen Verköstigung, mit anschließendem Würgreiz. Gegenwartsdiagnose, neonfarbener Witz und schmerzvolle Interpretationsunsicherheiten. Kunst nicht nur als L’Art pour L’Art und Film nicht nur als bloße Unterhaltung. Nora Moschuering

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BILDERGESCHICHTEN VON OLIVER STENZEL

WANDELNDE UNTOTE: ZOMBIE-COMICS AUS DEN USA UND DEUTSCHLAND

Während bei den Superhelden von Bat- bis Spiderman stets eine Comicvorlage der Verfilmung vorausging, ist es bei den Zombies umgekehrt: die Untoten leerten erst auf Zelluloid das Gruseln, ehe Comicautoren sich ihrer annahmen. Dass das Horrorfilm-Subgenre Zombiefilm dabei bis lange auf die US-Popkultur beschränkt blieb, hängt auch mit der imperialistischen Vergangenheit zusammen: Der Begriff »Zombie« kommt aus dem Voodookult Haitis, das die USA von 1915 bis 1934 besetzt hatten. In der ursprünglichen Bedeutung handelte es sich um einen durch Magie wieder zum Leben erweckten Toten, der als Arbeitssklave diente. Der Appetit auf Menschenfleisch, vor allem Hirn, und das undekorative, weil in Verwesung begriffene Äußere ist wiederum eine genuine US-Erfindung: Diese Markenzeichen tauchen erstmals in George A. Romeros stilprägendem Streifen »Night Of The Living Dead« (1968) auf. Schon dieser Film machte übrigens deutlich, dass unter dem Gemetzel oft ein gesellschaftskritischer Subtext liegt; die willenlos und ferngesteuert wirkende Zombiemeute als Äquivalent zu den entfremdeten Massen im Kapitalismus zu sehen, ist dabei noch die banalste Interpretation. Im Blickfeld liegt eher die Frage, wie sich Menschen verhalten, wenn durch eine von außen hereinbrechende Gefahr die Institutionen der Zivilisation außer Kraft gesetzt werden, der Mensch also wieder in den Naturzustand zurückfällt. Hobbes hat hier 44


Hochkonjunktur, der Mensch ist des Menschen Wolf – Egoismus, Neid und Misstrauen verhindern meist, dass das weit mehr Erfolg versprechende Konzept »Kooperation« durchgängig angewandt wird. Den Versuchen, innerhalb einer Gruppe von Überlebenden nach der Zombie-Apokalypse dennoch ein neues gesellschaftliches Zusammenleben zu organisieren, widmet sich besonders intensiv die Comicserie »The Walking Dead« des US-Autors Robert Kirkman (bislang 14 Bände im Cross-Cult-Verlag, jew. ca. 150 S., 16 €). Inspiriert von Zombiefilmen, habe Kirkman immer wissen wollen, »wie es eigentlich nach dem Ende des Films weitergeht«. Das erzählt er seit 2002 zwar gelegentlich nahe an Soap-Kitsch, aber jederzeit packend und mit schlüssigen Charakteren, zudem souverän zeichnerisch umgesetzt von Charlie Adlard. Eine TV-Adaption läuft in den USA bereits. Weit weniger Mainstream ist die 2010 begonnene, von Christopher Tauber und Stefan Dinter konzipierte Comic-Reihe »Die Toten« beim Stuttgarter Independent-Verlag Zwerchfell (bislang zwei Bände, jew. 14 €). Die jeweils drei abgeschlossenen Episoden pro Band stammen von unterschiedlichen Zeichnern und Autoren, inhaltlich sind sie unabhängig voneinander, doch spielen sie alle in Deutschland, kurz nach Beginn einer Zombie-Epidemie. So unterschiedlich wie die zeichnerischen Stile sind dabei die Herangehensweisen, reichen von düsterem Horror bis hin zu derb-komischer Satire. Inspiriert von Peter Jacksons »Braindead« wirkt etwa Boris Kieselickis Episode »München« im ersten Band, in der zwei bayrische Bauernbrüder den Untoten rustikal mit Traktor, Pflug und Druckluft-Nagelmaschine zu Leibe rücken. In Andreas Völlingers und Till Felix' Episode »Hamburg« im zweiten Band wiederum sind es Senioren in einem Altenheim, die sich gegen die Zombies alleine zur Wehr setzen müssen – und sich nun wieder lebendig fühlen. Was bei aller erzählerischer Qualität ein wenig enttäuscht: Die meisten Geschichten könnten überall spielen, das Regionale bleibt oft nur Deko. Auch deshalb darf man besonders auf den demnächst erscheinenden dritten Band gespannt sein, in dem ausschließlich Journalisten und Literaten die Storys schreiben, die bislang nicht als Comic-Autoren bekannt waren: Dietmar Dath, Tilman Rau und Barbara Kirchner. (ol) 45


KINDERBÜCHER UND MEHR VON INA HOCHREUTHER

FASZINIERENDE HEXEN UND EIN ALLES VERÄNDERNDER AUSFLUG

DIE FABELHAFTE MISS BRAITWHISTLE Bei der Grundschulklasse 4a handelt es sich um eine echte Rasselbande. Eine Lehrerin ließ sich schon in die Flucht schlagen. Jetzt taucht »Die fabelhafte Miss Braitwhistle« auf. Sie verblüfft die Kinder mit ihrer englischen Gelassenheit – und durch gewisse magische Fähigkeiten. Sabine Ludwigs schwungvoller neuer Kinderroman macht Lust zu lesen und Lust auf Schule! Spritzig und alltagsnah sind die Streitereien der lieben Kleinen geschildert, aber auch ihre Begeisterungsfähigkeit und die Offenheit für Neues schwingen mit. Die treffenden, lustigen Zeichnungen von Susanne Göhlich steigern das Lektürevergnügen noch. Cecilie Dressler Verlag 2011, 208 Seiten, € 12,95. Ab 8.

LILITH PARKER – INSEL DER SCHATTEN Weil ihr verwitweter Vater einen wichtigen Auftrag im Ausland erhält, ist Lilith dazu verdonnert, solange bei ihrer Tante Mildred zu leben. Bizarrerweise handelt es sich um die erste Begegnung der beiden und die findet zudem auf einer reichlich seltsamen Insel statt. Deren Attraktion besteht nämlich darin, täglich eine Art Halloween für Touristen zu gestalten. Das Mädchen ahnt im Unterschied zu ihrem ebenfalls neu 46


hinzugezogenen Freund Mat bald, dass es hier weniger um schaurige Inszenierungen geht als vielmehr um wirkliche Hexen und Vampire. Doch wie eng Liliths Leben mit dem der Inselbewohner verknüpft ist, muss sie ohnehin allein herausfinden und für sich entscheiden, was Heimat, Herkunft und Tradition für sie bedeuten. Die in der Nähe von Heilbronn lebende Autorin Janine Wilk hat mit »Lilith Parker – Insel der Schatten« einen sympathischen, spannenden Fantasy-Roman über Familienbande, Treue und Freundschaft geschrieben. Planet Girl Verlag 2011, 364 S., € 14,95. Ab 10.

EIN TAG OHNE ZUFALL

»Lass dich bloß auf niemanden ein«, lautet Destinys Credo. Kein Wunder, scheinen ihre Eltern sie doch nach der Geburt des kleinen Bruders abgeschoben zu haben. Seitdem tourt sie von einem Internat zum anderen und hält es nirgendwo lange aus. Doch es geht in »Ein Tag ohne Zufall« um einen Tag, an dem das Mädchen selbst gesetzte und äußere Regeln bricht. Gemeinsam mit drei Klassenkameraden bricht sie spontan zu einem heimlichen Ausflug auf. Am Ende der Fahrt kann sie Nähe besser aushalten und stellt sich der Wahrheit. In manchen Momenten unwirklich, fast traumhaft schwebend erzählt Mary E. Pearson von einem Mädchen und seinem Schicksal. Ein zarter, eindrucksvoller Roman über Trauer und Freundschaft. A. d. Amerikanischen von Gerald Jung und Katharina Orgaß, Fischer Schatzinsel 2011, 318 S., € 14,95. Ab 12

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LESESTOFF

WAS KULTURMACHER LESEN PETER KLEIN, KUNSTWERK – SAMMLUNG ALISON UND PETER KLEIN EBERDINGEN-NUSSDORF »Ich habe gerade zwei Bücher gelesen, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Gary Shteyngarts »Super sad true love« beschreibt den amerikanischen durchtechnisierten Alltag der nahen Zukunft – komisch, überspitzt und satirisch. Die Geschichte spielt in New York und da ich dort fast die Hälfte des Jahres lebe war mir vieles in Shteyngarts Beschreibungen vertraut. In Yi Muniols Buch »Der entstellte Held« dagegen hat mich das fremde, das andere Denken fasziniert.« Im Kunstwerk wird bis 15. Januar 2012 »Hängung #7 – Kunst aus Australien. Tradition und Moderne« präsentiert. Zudem sind Werke von Sascha Weidner, Preisträger des Stiftungspreisträgers für Fotokunst 2011, zu sehen. HOLLE NANN, LEITERIN STÄDTISCHE GALERIE OSTFILDERN »Ich möchte nicht verraten, was mich aktuell berührt und fesselt, aber augenzwinkernd auf ein Büchlein hinweisen, das ich als Studentin in die Hände bekam: »Eristische Dialektik" von Schopenhauer. Seither macht mir Streiten Spaß! Ich versuche jedoch, es nicht zum letzten von 38 »Kunstgriffen« kommen zu lassen:‚ad personam’ - werde persönlich. Schließlich soll eine Diskussion in erster Linie bereichern und nicht nur zum Sieg führen, sondern auch zum Gewinn.« In der Städtischen Galerie Ostfildern sind bis zum 31. Januar Arbeiten der Ludwigsburger Künstlerin Noa Jordan »looking for cy – befinden, bewegen, begegnen« zu erleben, die darstellende Kunst mit der Musik und dem Tanz verbindet. 48


WEIHNACHTSGESCHENKTIPPS VON SUR BÜCHER Obst kann tückisch sein, genauso wie manche harmlos erscheinenden Mitmenschen. Das findet jedenfalls die Erzählerin aus Schwarze Orangen (Scherz Verlag, 16,95 €). Martina Brandls Roman spielt in einer Kleinstadt. Mit Sinn für Komik berichtet sie aus dem Alltag von Zugezogenen und Alteingesessenen – und führt uns als Leser gekonnt an der Nase herum. (hoc).

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Das Wörterbuch hilft bei Wolfram Malte Fues’ Gedichtband dual digital (Passagen Verlag, 15,90 €) kaum weiter: Be-greifen kann man seine Bild-, Klangund Silbenfraktale nur assoziativ – die Sogwirkung ist garantiert. (gb)

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neuster Streich erzählt von der Steinfest-Fans bereits bekannten Figur Lilli Steinbeck, und anderen Figuren, die der gebürtige Wiener und Wahl-Stuttgarter liebevoll wie detailliert beschreibt sowie von Begebenheiten, die zwar unglaublich anmuten, die der Leser dennoch zu schlucken gewillt ist. Grund: Die Haischwimmerin (Piper, 19,99 €) ist – klar – ein Krimi, liest sich aber so kurzweilig wie ein poetischer Abenteuerroman. (eva) Heinrich Steinfests

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Zufällig trifft Patrick Bauer seinen Grundschulfreund Ahmed in BerlinKreuzberg wieder. Ihre Lebensläufe sind auseinandergedriftet. Als der Autor anderen Klassenkameraden nachspürt, merkt er, dass nur die Akademikerkids weitergekommen sind. Mit seinem erzählenden Sachbuch Die Parallelklasse – Die Lüge von der Chancengleichheit (Luchterhand, 14,99 €) klagt er nicht an, sondern beschreibt und wirft Fragen auf. Authentisch, amüsant und beunruhigend – lebendige Migrationsgeschichten statt seelenloser Statistiken. (hoc). Max Kruse,

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der große Mann wunderbarer Bücher für Kleine, ist heuer neunzig geworden. Daher finden sich all seine autobiografischen Schriften in dem schwer gewichtigen, höchst interessanten Band Im Wandel der Zeit (Thienemann Verlag, 19,95 €). Wie aus dem Sohn der be49


rühmten Puppenherstellerin Käthe Kruse quasi der »Vater« des ulkigen »Urmel« wurde, lässt sich hier anekdotenreich nachlesen. Vor allem faszinieren die nachdenklichen Betrachtungen über eine Welt, die sich immer schneller dreht. (hoc).

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Den den aktuellen Krimi des Stuttgarter Autors Wolfgang Schorlau »Denglers sechster Fall« muss man lesen! In Die letzte Flucht (Kiepenheuer & Witsch, 8,99 €) verschlägt es den privaten Ermittler nach Berlin, wo er die Wahrheit über einen Arzt und vermeintlichen Kinderschänder herauskriegen soll. Erweist sich bei mancher der früheren Geschichten um Dengler vor allem Schorlaus Nachwort als äußerst spannend, steckt die Lust an politischer Aufklärung hier schon im Roman selbst. Niemand blickt nach der Lektüre noch unbefangen auf unser Gesundheitssystem. (hoc)

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Anderwelt – alles was bleibt (Primero-Verlag, 9,90 €) nennt sich eine Sammlung

von zehn Kurzgeschichten, die Studierende der Filmakademie BadenWürttemberg verfasst haben. Die Texte sind mal traurig, mal poetisch, mal herb oder absurd-humorvoll, immer aber mit einem dramaturgischen Spannungsbogen versehen, der Hoffnung auf zukünftige Filmproduktionen macht. (eva)

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»Es ist gar nicht so leicht, für ein Buch übers eigene Land den richtige Ton zu finden«, schreibt Hermann Bausinger gleich im ersten Kapitel seiner vierten überarbeiteten und erweiterten Auflage von Der herbe Charme des Landes – Gedanken über Baden-Württemberg (Klöpfer & Meyer, 16

Koketterie ist es nicht, die den emeritierten Professor für Empirische Kulturwissenschaften, der unlängst 85 wurde, umtreibt. Eher Ernst, gepaart mit heiterer Ironie. Er erklärt Geschichte, Vorurteile und religiöse Erscheinungsformen, zeichnet Stadtporträts, erzählt von Dichtern, Denkern und Tüftlern. Zudem beleuchtet er den zeitgenössischen Status Quo und blickt in das Mögliche, Machbare und Notwendige. (eva) €).

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Es ist keine Kleinigkeit, in Europas größtem Dreispartenhaus die Oper zu leiten. Das hat Albrecht Puhlmann in fünf Jahren Stuttgarter Operintendanz zu spüren bekommen. Zum Ende seiner Amtszeit im Sommer 2011 hat er daher aufgezeichnet: Staatsoper Stuttgart – Kristallisationen (avedition, 39, 90 €) ist eine Chronik mit Inszenierungsfotos u.a. von Calixto Bieitos »Parsifal«, Stefan Herheims» Rosenkavalier«, und Herbert Wernickes »Actus Tragicus«, einem Essay über die Intendanz und Statements von Sängern, Regisseuren und Dirigenten. (pam)

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Das vom Stuttgarter Ballett und der John Cranko Gesellschaft herausgegebene Stuttgarter Ballett Annual bietet mit Porträts, Interviews, Hintergrundtexten und vielen Farbfotos einen Streifzug durch drei Spielzeiten sowie einen Blick auf das 50. Jubiläum (Theatershop, Opernhausfoyer, Buchhandlung Wittwer, 29,90 €). (pam)

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zeigt das Essl MuFür die Ewigkeit gibt es keinen Katalog, sondern eine unterhaltsame, poetisch-prosaich-dramatische Textanthologie zu Kounellis, Quinn & Co. (gb) Schönheit und Vergänglichkeit (Edition Sammlung Essl, 32 €) seum bei Wien.

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Ob er auf einen Panzer kraxelt, mit Skiern eine Rolltreppe herunter brettert, sich zwischen US-Wachmännern einreiht oder undercover als US-Militärpilot bewirbt: Stets tut dies Tobias Greiner unter – oft waghalsigem – persönlichem Einsatz. »More And War – disembedded journalist how to become a peace ambassador«, nennt er seinen üppigen Katalog voller Aktionsfotos, Skizzen und Arbeitssituationen. Ein grandioser Blick in die Welt eines, der auszog, um journalistische und künstlerische Arbeitsweisen zu verquicken! (Hrsg. Akademie der Bildenden Künste) (pam)

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Nach Glück strebt jeder Mensch. Es gibt zahlreiche Ratgeber dazu – und nun einen weiteren. Doch dieser sticht heraus, weil es nicht vornehmlich ums Essen und die Psyche geht. Peace Food (Gräfe und Unzer, 19,90 €) vom Arzt und Psychotherapeuten Rüdiger Dahlke stellt die These auf, dass Ernährung, Lebensweise und Nutzung der Sonne die Ge51


sundheit in höchstem Maße beeinflusst. Freilich ist das nicht neu, doch bei Dahlke radikal und erhellend. Sein Rezept: Völliger Verzicht auf Fleisch und Milchprodukte. (eva)

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Zu Beginn zitiert Robert Harris aus Mary Shellys Frankenstein. Es geht um Großmannssucht und die Gefahr, die davon ausgeht. Jedes seiner Kapitel in Angst (Heyne, 19,99 €), einem ausgeklügelten und erschreckend realistisch anmutenden Thriller, leitet der britische Autor ähnlich düster ein, die Zitate atmen den Untergang. Computer beherrschen den Markt, skrupellose Hedgefond-Manager die Welt, die ihnen nichts wert ist, außer dem Geld, dass sie in ihre Taschen spült. Schaurig. (eva)

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Claudia Schiffer in einem raumgreifenden Ballkleid im CamouflageMuster, eine Gothic Lolita mit Piercings im Hausmädchen-Outfit, ein gefallener Engel in Schwarz im biederen Wohnzimmer – die Grenzen zwischen Mode und Kunst sind fließend. Derlei Grenzüberschreitungen respektive die Störungen des Gewohnten in der Mode erforscht das Buch Fashion Out of Order (Arnoldsche, 29,80 €) mit Beiträgen unterschiedlicher Kulturschaffenden. Lesens- und sehenswert, ersteres allerdings nur für Anglophile – die Texte sind auf Englisch. (eva)

Filme Sonnenschein und Reggae-Musik kommen als spontane Assoziationen, hört man den Namen der Karibikinsel. Doch im Alltag dominieren Drogenhandel und Schießereien: Jamaica hat eine der höchsten Kriminalitätsraten der Welt. Silke Stürmer und Stefan Adam zeigen in ihrer sehenswerten Dokumentation Jamaica – no problem www.evmedienhaus.de, 37 Min., 13,90 €) Menschen, die ihr Land wieder lebenswerter gestalten wollen – Geschichten von Hoffnung. (hoc).

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Präzise, unsentimental und doch zutiefst berührend: Regisseur Rodrigo Garcia zeigt in seinem Spielfilm Mütter und Töchter (Universum Film, 122 Min., ca. 14 €) drei Frauen in Lebenskrisen. Eine (Annette Bening) leidet darunter, dass sie als Jugendliche ihr Kind zur Adoption freigegeben hat. 52


Die andere (Naomi Watts) will nur Karriere und wird schwanger, die dritte kann kein Kind bekommen und hofft auf Adoption. Alle finden eine Art inneren Frieden. Indes ganz anders, als es jede für sich erhofft hatte. (hoc). Musik Neben den Fleet Foxes lassen neue Protagonisten der New-Folk-Welle aufhorchen: Sonore Vocals, Cello, Geige, harmoniesüchtige Refrains und ein feines Gespür für minimalistische Songstrukturen machen Other Lives‘ Tamer Animals (Play It Again Sam/rough trade, 15,99 €) zum wärmenden Winter-Begleiter. (cd)

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Liveauftritte der Isländer gelten als mit- und hinreißende Events. Mit Inni (Pias/rough trade, ab 15,99 €) launchen Sigur Ros nun ein packendes Oeuvre ihrer Performance von 2008 im Londoner Alexandra Palace: Ein mysthisches, abgründiges und zärtliches Konzerterlebnis auf Doppel-CD, LPs und/oder DVD in Monochrom-Ästhetik. (cd)

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Nein, Max Prosa ist nicht der Bruder von Marie Lyrik. Der 21-jährige Berliner entwirft auf Die Phantasie Wird Siegen (Columbia/Sony Music, 11,99 €) kleine, sprachgewandte Geschichten wie »Visionen von Marie«, fernab von penälerhafter Pubertätspoesie und klingt wunderbar erwachsen, hier und da gar dylanesk. Erscheint am 27.01.2012. (cd)

Kalender sich ein Kalender, der sich um S 21 dreht. Parkschützer-Gründer Klaus Gebhard hat die schönen Fotografien insbesondere vom Stadtpark sowie die Texte gemacht. Sie setzen sich mit den Folgen einer Realisierung von S21 auseinander. Nach der Volksabstimmung ein Muss! (eva) Fortschrittsgedanken 2012 nennt

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Zwar begeht die preisgekrönte Theaterhaus-Company Gauthier Dance, erst ihr Fünfjähriges im Jahr 2012, aber den Kalender dazu gibt es schon: Lucky Seven versammelt Regina Brockes Fotografien des gleichnamigen Tanzabends. (Theaterhaus Stuttgart, 20 €) (pam) 53


PODCAST-TIPPS

ALT WERDEN UND JUNG BLEIBEN Vielleicht wollen sich die beiden unsterblich machen, jedenfalls lautet der Titel der Internetseite von Christian Schmidt und Gunnar Lott, beide in der Spielbranche tätig, »Stay Forever«. Auf der Seite finden sich Links zu zahlreichen Podcasts, die in einem Sample zu Anfang wissen lassen, dass es sich hier um ein Gespräch über »alte Spiele von zwei alten Männern« dreht. Der Titel der Homepage bezieht sich auf das uralte Computerspiel Impossible Mission von 1984. »Die gekrächzten Begrüßungsworte durch den Oberbösewicht Dr. Alvin Atombender, »Another Visitor. Stay awhile, stay forever«, waren für die meisten von uns die allerersten von einem Computer gesprochenen Wörter, die wir hörten.« So lassen die beiden alten Männer wissen. (eva) www.stayforever.de

Das Liebesleben der Generation 60 plus war bislang offiziell nicht existent. Andreas Dresen hat mit seinem Spielfilm »Wolke 9« (2008) ein großes Tabu gebrochen, indem er zwei betagte Menschen bei ihrem Liebesglück zeigte. Der Film schlug Wellen und sorgte tatsächlich dafür, dass Sexualität der älteren Generation zum Thema wurde. Etwa im SWR2-Feature »Sex im Alter«. Hier diskutieren ein Psychoanalytiker, Psychotherapeutin und ein Medienwissenschaftler über Liebe, Lust und Bedürfnisse und wie alles mit allem – auch mit der Zeit, in der wir erwachsen werden – zusammen hängt. (eva) www.podcast.de/episode/2350699/Sex%20im%20Alter

Die 3-Sat-Sendung »Scobel« beschränkt sich hingegen nicht allein auf einen Aspekt des Alters, sondern geht dem Phänomen, das die meisten Lebewesen betrifft allgemein auf den Grund. Jedes zweite Kind, das gerade geboren wird, wird 100 Jahre alt werden, hören wir da. Und, dass wir das Altern beeinflussen können. Das hört doch jeder gern. Wie das gehen kann, darf sich jeder selber anhören, unter: www.podcast.de/episode/1243502/Mehr%20Wissen%20über:%20das%20Altern

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Wessinger und Peng Kommunikationsdesign FangelsbachstraĂ&#x;e 28b 70180 Stuttgart T +49 (0)711/66 48 00 38 www.wessingerundpeng.com info@wessingerundpeng.com

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Mit eigener Handschrift 60

Volles Haus in Ludwigsburg 61

Kunstspaziergang in der Region 64

Das Staunen lehren

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MIT EIGENER HANDSCHRIFT Der Musikwissenschaftler, Autor und Dramaturg Lucas Reuter, neuer Künstlerischer Leiter des Forums am Schlosspark, spricht mit Sigrun Lutz über seine Ziele. Sie waren Dramaturg bei den Schlossfestspielen – ein Vorteil für Ihre jetzige Position? Ja, ich kenne Stadt und Region schon. Rückblickend dauerte es sicher ein halbes Jahr, um Ludwigsburg in seiner kulturellen und soziologischen Dimension zu verstehen. Dieser Prozess setzt sich bis heute fort – als Künstlerischer Leiter kommuniziert und verantwortet man Programmatik und gestalterische Idee noch viel stärker in der Öffentlichkeit als dies etwa ein Dramaturg tut. Ich führe mit den Menschen und Kulturschaffenden viele Gespräche, um Impulse aufzunehmen und Ideen für gemeinsame Projekte zu entwickeln. Wie sieht ihr Programm aus? Schwerpunkt sind die Abonnement-Reihen in den Sparten Tanz, Schauspiel und Konzert. Es gilt, einen spannenden, abwechslungsreichen Spielplan zu gestalten aus ausdrucksstarken Produktionen auf höchstem Niveau. Facettenreicher wird unser Programm mit Veranstaltungen, die die Grenzen eines klassischen Konzerts überschreiten oder sich speziell an junge Leute richten. Eine einzigartige Stellung in BadenWürttemberg verschafft uns das Profil unserer Tanz-Reihe mit international renommierten Kompanien des zeitgenössischen Tanztheaters – Besucher reisen dafür von weither an, gar aus dem Ausland. Mein 58


Vorgänger Christoph Peichl hat hier hervorragende Arbeit geleistet und ein gut bestelltes Haus übergeben. Gibt es Herausforderungen? Ludwigsburg hat enormen Zuspruch durch Besucher aus dem Umland, während sich nicht wenige Ludwigsburger „Städter« nach Stuttgart hin orientieren. Auch diese möchte ich für unser Programm begeistern, das sich quantitativ mit dem Angebot Stuttgarts nicht messen kann, qualitativ aber den Vergleich in keinem Punkte scheuen muss. Da Ludwigsburg anders als ähnlich große Städte in der Region wie Esslingen, Tübingen, Reutlingen, Pforzheim oder Heilbronn kein eigenes Ensemble hat, das durch beständiges Wirken vor Ort Identifikation mit der Stadt schafft, setze ich in meiner Spielplangestaltung bewusst auf höchst individuelle Künstler und Ensembles mit eigener Handschrift. Jede Produktion soll für Ludwigsburg einzigartig sein. Und das Budget? Unser städtischer Programmzuschuss beträgt rund 260.000 Euro. Das ist im deutschlandweiten Vergleich sehr wenig, auch im Verhältnis zu den Ticketeinnahmen, die wir erwirtschaften müssen, um das Programm in dieser Bandbreite finanziell stemmen zu können. Mit den Krisen wurden die Kulturzuschüsse in Ludwigsburg als Solidarbeitrag um durchschnittlich fünf Prozent gekürzt. Wegen der bereits vorher stagnierenden Zuschüsse wurde die Veranstaltungsanzahl seit 2009 um vier bis fünf reduziert. Wenn wir die künstlerische Vielfalt und Qualität erhalten wollen, gibt es also keine Einsparmöglichkeiten. Die Kalkulationen der Produktionen sind bereits auf Kante genäht. Ein Abonnement besteht zurzeit aus fünf Vorstellungen. Das ist die Untergrenze: Sonst wäre es kein Abonnement mehr, der strukturelle Aufbau unseres Kulturprogramms würde zusammenbrechen. Aber inhaltlich sehe ich großes Potential, die Aufführungszahl wieder zu steigern. Viele wünschen sich mehr Veranstaltungen pro Abonnement. Mittelfristig müssen wir uns gegen die großen Programmangebote und -reihen in Stuttgart behaupten, das Forum als dezidiertes Theater- und Konzerthaus nicht nur erhalten, sondern profiliert in der Gesellschaft positionieren. 59


VOLLES HAUS IN LUDWIGSBURG

DIE GALERIE FUCKNER ZEIGT IHRE KÜNSTLER

Am liebsten hätte Gudrun Fuckner die Arbeiten für ihre Ausstellung, deren Titel »Full House« Fülle andeutet, einfach an den Wänden angelehnt, um die Besucher zu animieren, sich ihre Wunschpräsentation selbst zu organisieren. »Leider sind einige sensible Kunstwerke dafür nicht geeignet«, gibt die Galeristin zu, »und nicht jeder Künstler würde sich darüber freuen«.Sie packt gerade vorsichtig eine im gläsernen Panoramagehäuse geborgene Landschaftszeichnung von Ulrike Heydenreich aus: hyperrealistisch-zarte Bleistiftfiktionen der Bergwelt. Weniger Sorge müsste wohl Anne Schneider mit ihren faszinierenden Beton-Artefakten haben, deren Herstellungsspuren zuweilen eine anfälligere Stofflichkeit suggerieren, die einen Zugriff scheuer Galeriegäste grundlos verhindern könnte. Ohne ihre 17 ausstellenden Künstler(innen) starr an die Wand zu bannen, machte Fuckner aus der Not eine Tugend und gab einmal eine lockere Hängung vor oder legte Arbeiten auf provisorischen Tischen auf Holzböcken aus: Draußen erwärmen sich die Menschen am Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt, drinnen in der Galerie lockt ein Gabentisch anderer Art. Von Kirstin Arndt bis Timm Ulrichs füllen minimalistische Objekte, feine hintergründige Zeichnungen, fotografische Arbeiten und Lichtinstallationen das Haus. Es dominieren unaufdringliche, abstrakte Positionen, die gerade in der besinnlichen Jahreszeit auf offene Augen stoßen sollten. Markus Merkle reflektiert Kunst, indem er zurückhaltende, doch regelrecht überbordende Zeichnungen über einer Tapete aus kopierten, gleichen Zeichnungen platziert. Marietta Hoferer zeigt in ihren ›getapeten‹, also gittermäßig geschichteten Papierarbeiten, feinste Übergänge zur plastischen Gestalt. Liegt hier der Reiz in der spannungsgeladenen Reduktion, fasziniert die Fotografin Menja Stevenson mit gewitzten Aufnahmen, Hedi Schwöbel überzeugt mit Brandzeichnungen zum Thema Vergänglichkeit und Tod, und Rita Hensen entlockt dem spröden, wenn auch farbig lackierten Sperrholz gar sinnliche Qualitäten. Weitere acht Künstler bieten überraschende Entdeckungen. (gb) Bis 22.12., Galerie Fuckner, Ludwigsburg, www.galerie-fuckner.de

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KUNSTSPAZIERGANG IN DER REGION DÜRER ALS GENIE, MARKE UND VORBILD

Albrecht Dürer ist – ungeachtet seines großartigen malerischen Werks – der bedeutendste deutsche Grafiker aller Zeiten und eines der ersten Marketinggenies der Neuzeit. Grund genug für die Galerie Stihl, nicht nur 65 Originalgrafiken Dürers auszustellen, sondern ihnen auch ein paar Handvoll Arbeiten aus der Rezeption des 16. und 17. Jahrhunderts sowie rund 40 moderne Auseinandersetzungen mit dem Meister an die Seite zu stellen. So wird nicht nur der erste dokumentierte Urheberrechtsstreit sichtbar, sondern auch die enorme Wirkung, z. B. auf Baumgartl, Beuys, Dalí, Droese, Finsterer, Grieshaber, Hrdlicka, Janssen, Mields, Prechtl, Staeck. (gb) Galerie Stihl, Waiblingen, bis 22.1., www.galerie-stihl-waiblingen.de

WIR SIND WALD Die Urkunde ist noch fast druckfrisch, auf der die deutschen Buchenwälder als Weltnaturerbe ausgewiesen werden, zudem ist das Jahr 2011 von der UNO zum Internationalen Jahr der Wälder ausgerufen. Wer würde da noch sagen wollen, die Würth-Ausstellung »Waldeslust« wäre unzeitgemäß? In der Sammlung fanden sich denn auch 150 Arbeiten von Lucas Cranach über Liebermann, Beckmann, Kiefer bis Stephan Balkenhol, Herbert Brandl oder Volker Tannert, die sich dem Thema Baum und dem Mythos des Waldes widmen. Die Höhepunkte sind eine zusammen fast 20 m lange Jahreszeitenserie von David Hockney und eine verpackte Hainbuche von Christo (Foto), die er vor einem Vierteljahrhundert bereits geplant und nun für die Mega-Wald-Schau realisiert hat. (gb) Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall, bis 15.4., www.wuerth.com

DER STOFF, AUS DEM DIE KUNST IST Baumwolle, Filz, Flachs, Garn, Kokosfaser, Loden, Perlon, Plüsch, Satin, Seide, Tüll, Vlies, Watte, Wolle usw., die Bandbreite möglicher Stoffe in der Kunst war noch nie so umfangreich wie in der Gegenwart 61


– und täglich scheinen neue hinzuzukommen. Erstaunlich ist weniger dieser Stoff-Enthusiasmus unter Künstlern als die Tatsache, dass dessen Einsatz so spät Einzug in die Kunst gefunden hat. Denn Textilien sind seit Beginn der Zivilisation zum Schutz und zur Wärmung oder selbst als Reiz der zweiten Haut selbstverständlich, ganz zu schweigen vom schlichtweg sinnlichen haptischen Empfinden. Die Städtische Galerie Karlsruhe zeigt nun Textilien in der Kunst seit 1960. Mit dabei sind Beuys, Bourgeois, Brodwolf, Graubner, Kippenberger, Oberkofler, Polke, Trockel u.a.m. (gb) Städtische Galerie Karlsruhe, bis 12.2., www.staedtische-galerie.de

JAPAN-REISEN ANNO DAZUMAL Anlässlich des 150jährigen Bestehens der offiziellen »Freundschaft Deutschland – Japan« haben die Geschwister Reiß ihre Truhen geöffnet und über 200 Fotografien ausgewählt: Ergebnis ist die schöne, stille Schau »Ins Land der Kirschblüte – Japanische Reisefotografien des 19. Jahrhunderts« (Foto). Für den Besucher gilt es eine Terra incognita zu entdecken, da sich der ostasiatische Inselstaat damals weitgehend abgeschottet und erst Mitte dieses Jahrhunderts nach Westen geöffnet hatte. Heute kann man auf den Spuren des wohlhabenden Reisetouristen Einblicke nehmen in ein bis dahin unbekanntes und daher sagenhaftes Land. Themen der Ausstellung sind die Landschaft, die Städte mit ihren Sehenswürdigkeiten und der Mensch in seiner Lebenswelt. (gb) Reiss-Engelhorn-Museen, Museum Zeughaus C5, Mannheim, bis 12.2., www.rem-mannheim.de

MIT FEUER UND FLAMME Die Technik der Keramikherstellung gehört zu den ältesten Kulturgütern des Menschen. Das Museum Villa Rot hat sich der Rezeption historischer Volkskünste verschrieben und verfolgt das neuaufkeimende Interesse an traditionellen Techniken, und so ist es kein Wunder, dass es in der aktuellen Ausstellung Keramiken zeitgenössischer Künstler versam62


melt hat, nicht ohne einen Rückblick in die reichhaltige Geschichte der Brandwaren zu wagen. Star der international besetzten Keramikschau ist der chinesische Künstler Ai Weiwei, der etwa eine alte Urne mit dem Coca-Cola-Schriftzug versehen hat. Aus Deutschland sind u.a. Otto Piene, Norbert Prangenberg und Thomas Schütte (Me Memorial, Keramik 2007-2009, Foto: Nic Tenwi) sowie die aus Italien gebürtige Edith Plattner vertreten, Anne Wenzel tritt hier für die Niederlande an. Die japanische Künstlerin Leiko Ikemura, die als Professorin in Berlin lebt, zeigt wunderbar poetische Arbeiten, z. B. einen Vogelbuddha und einen Comic-Buddha. Des weiteren sind Richard Deacon, Andrew Livingstone, Ivan Albreth und Louise Hindsgavl zu nennen. (gb) Museum Villa Rot, Burgrieden-Rot, bis 5.2., www.villa-rot.de

WELTREKORD IM SCHEITERN Premiere heißt ein Ausstellungsformat in der Mannheimer Kunsthalle, in dem etablierte Künstler ihre jüngsten Projekte vorstellen. Nach Enrique Marty (2010) ist der Video- und Aktionskünstler Nasan Tur aus Offenbach der zweite Protagonist der Reihe. Bekannt auch für seine entlarvenden, prozessualen Versuchsanordnungen an der Grenze zur soziologischen Feldforschung, hat er sich mit seiner mehrteiligen Videoinstallation »Breaking Records« mit aberwitzigen Wetten einschlägiger Medien auseinandergesetzt, in denen er selbst vergebens versucht, einige Weltrekorde zu brechen. (gb) Kunsthalle Mannheim, bis 19.2., www.kunsthalle-mannheim.de

RUSSISCHE SEELE ZUM SCHMUNZELN Das russische Kollektiv »Chto Delat?« (was übersetzt »Was tun?« bedeutet) befasst sich programmatisch mit der Politik Russlands, die die Gruppe kritisch hinterfragt. Bezugnehmend auf Bert Brechts Lehrstücke präsentiert die Aktivistentruppe ausgefeilte, aber nicht immer ernstgemeinte Singspiele in eigens entworfener Ausstellungsarchitektur. (gb) Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, bis 12.2., www.kunsthalle-baden-baden.de

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DAS STAUNEN LEHREN

COMPAGNIE MONTALVO-HERVIEU IN LUDWIGSBURG

Fröhlich springen virtuelle Menschen von überdimensionalen Buchrücken ins Wasser. Reale wiegen indes vor dieser Projektion ihre Hüften, pfeifen zu brasilianischen Rhythmen – bis sie zu barocker Musik wild zu rocken beginnen. Zu Christoph Willibald Glucks Oper »Orfeo ed Euridice«, Claudio Monterverdis »L’Orfeo« oder dem Minimalismus von Philip Glass hat das Choreografenduo José Montalvo und Dominique Hervieu ein Tanztheaterspektakel jenseits aller Grenzen kreiert. Neun Tänzer, sieben Sänger und Musiker begeben sich in »Orphée« – am 9. und 10. Dezember im Forum Ludwigsburg – auf eine fantastische Reise durch Musik- und Tanzstile von Bossa und Ballett über Hip Hop bis Artistik, von Oper über Tanz bis Theater. Geht es doch Montalvo und Hervieu in ihrer Version des antiken Mythos um die Kräfte, Magie und Charme des Orpheus. Bewegung und Musik sind ein Vehikel, Handicaps und Unterschiede zu überwinden: Dieser Orphée hat nur ein Bein, kann aber HipHop, dass es unter die Haut geht. Gott Hades kommt auf pneumatischen Stelzen daher, während ein Countertenor tanzt. Aus der Inszenierung spricht die Lust an der rubensartigen Opulenz des Bildes. Es ist eine Hommage an die Vielfalt des Lebens: Aus 700 Bewerbern wurden Tänzer, Zirkuskünstler, Sänger und Musiker gecastet. Dazu Christoph Peichl vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, der ehemals als Leiter des Forums die Kompanie buchte: »Aus dem Werk spricht – ohne jegliches Pathos – eine Grundhaltung der Menschenliebe und Respekt vor der Schöpfung. Ihre Welt zwischen Realität und Traum lehrt uns im positiven Sinne das Staunen.« (pam) www.forum-ludwigsburg.de

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TERMINE & KALENDER 1. DEZEMBER 2011 BIS 31. JANUAR 2012

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STUTTGART ABTART »Illusion und Interpretation von Landschaft in Malerei und Skulptur«, Markus F.Strieder, Jan Kromke, bis 21.1.12 Rembrandtstraße 18 www.abtart.com Akademie Schloss Solitude Reynold Reynolds »The Lost«, Sienna Shields »Arrigetch«, Bettina Lehmann und Sybille Neumeyer »1:x – The Invisible Part of the Iceberg«, bis 22.12.11 Solitude 3 www.akademie-solitude.de Amrei Heyne Dezemberschau #2: Frahm, Grossman, Lippold, Müller, Schubert, Sohn – Fotografie, Holzschnitt, Malerei, Skulptur, bis 17.12.11 Olgastraße 138 www.amreiheyne.com Architektur-Galerie am Weißenhof »Sunder-Plassmann Architekten – Museum der Unschuld«, bis 1.12. bis 29.1.12 Am Weißenhof 30 www.weissenhofgalerie.de Artary Galerie »Aurum«, Henning Strassburger & Fabian Hartmann, 9.12. bis 10.2.12 Wilhelmstraße 5 www.artary.de Bund Bildender Künstlerinnen Württemberg Agathe Baumann & Hildegard L. Heinzel, 20.11. bis 18.12.11 Eugenstraße 17 www.bbk-wuerttemberg.de f-75 Galerie für Architekturfotografie Anja Steinmann »Wildwechsel«, bis 15.12.11, Filderstraße 75 www.f-75.de Forum3 Stefan Krämer »was ihr wollt«, Malerei, bis 12.1.12 Gymnasiumstraße 21 www.forum3.de

Galerie 14-1 Galerienhaus »Heiter bis wolkig«, bis 04.02.12 Breitscheidstraße 48 www.14-1-galerie.de Galerie Bovistra Paul Revellio »Malerei«, bis 04.12.11 Ludwigstraße 66 www.bovistra.com Galerie Dengler und Dengler Hans-Christian Brix »Vernetzung«, bis 18.12.11 »SCHWARZ«, 12.1. bis 7.4.12 Rosenbergstraße 102A www.denglerunddengler.de Galerie Dorn Graphik-Biennale, Bildhauer der Galerie, bis 21.1.12 Planckstraße 123 www.galeriedorn.de Galerie Angelika Harthan Ingrid Hartlieb »Zeitinsel«, Holzskulpturen und Zeichnungen, bis 22.12.11 Gerberstraße 5c www.galerieharthan.de Galerie Reinhard Hauff »the light, the shape and the body«, Özlem Altin, Talia Chetrit, Bernhard Kahrmann, bis 28.1.11 Paulinenstraße 47 www.reinhardhauff.de Galerie Andreas Henn »Malerei, Skulpturen, Graphik«, bis 14.1.12 Eberhardstraße 31-22 www.henn-kunst.de Galerie Hollenbach »15 Jahre Galerie Hollenbach«, bis 20.1.12 Ganghoferstraße 28 www.galerie-hollenbach.de Galerie INTER ART Edith Jung, Malerei, bis 17.12.11 Rosenstraße 37 www.interart-germany.de Galerie Keim Andreas Heinrich, »Neue Arbeiten«, Brele Scholz »Holzskulpturen«, bis 14.1.12 Marktstraße 31 www.galerie-keim.de


Galerie Brigitte March Meistergraphik des 20. Jh., bis 31.1.12 Solitudestraße 254 www.artfacts.net/brigmarch Galerie Merkle »Humor – Graphic Novels«, bis 4.2.12 Galerienhaus, Breitscheidstraße 48 www.galerie-merkle.de Galerie Mueller-Roth Marinus Boezem, Gilberto Zorio, bis 21.12.11 Christophstraße 6 www.galerie-mueller-roth.de Galerie Anja Rumig Rudi Weiss »Riverside – Gedachte Landschaften«, bis 21.1.12 Ludwigstraße 73 www.galerie-anjarumig.de Galerie Schlichtenmaier Accrochage – Werke der Klassischen Moderne, bis 28.1.12 Kleiner Schlossplatz 11 www.schlichtenmaier.de Galerie Michael Sturm Lieven Hendriks, Martijn Schuppers & Mary waters: »SIE SIND HIER II.« Im Oberlichtraum Thomas Ruppel, bis 28.1.12 Christophstraße 6 www.galerie-sturm.de Galerie Edith Wahlandt »konkret«, Max Bill u.v.a., bis 17.12 Hölderlinstraße 55 www.edith-wahlandt-galerie.de Galerie Rainer Wehr »Oh du künstliche ... Alles Papier«, bis 10.2.12 Alexanderstraße 53 www.galerie-rainer-wehr.de

Hauptstaatsarchiv Stuttgart »Von Mantua nach Württemberg: Barbara Gonzaga und ihr Hof«, bis 6.1.13 Konrad-Adenauer-Straße 4 www.landesarchiv-bw.de/hstas Haus der Katholischen Kirche »Unterwegs fürs Seelenheil«, 6.12. bis 11.2.12 www.hdkk-stuttgart.de Hospitalhof Anna Kolodziejska, Patrycja German »Ich sehe was, was du nicht siehst…«, bis 23.1.11 Büchsenstraße 33 www.hospitalhof.de ifa-Galerie Stuttgart Kulturtransfers #3, »Political Patterns. Ornament im Wandel«, bis 18.12.11 Kulturtransfers #4, »Moscheen«, 27.1. bis 31.3.12 Charlottenplatz 17 www.ifa.de Institut Français Retour de Paris: Koho Mori-Newton – Paris und danach; bis 16.12.11 Diemershaldenstr.11 www.institutfrancais.de Künstlerbund Stuttgart »Zwei Positionen gegenständlicher Malerei«, bis 10.12.11 Café Künstlerbund, Schlossplatz 2 www.kuenstlerbund-stuttgart.de Kunstbezirk Aslimay Altay Göney, VBKW-Förderpreis, und weitere Künstler. Bis 10.12.11 Ab Januar 2012 »Eigenwilliges im Winter« Gustav-Siegle-Haus, Leonhardsplatz 28 www.kunstbezirk-stuttgart.de

Kunstmuseum Stuttgart Michael Majerus, bis 9.4.12 Galerie Z »180º: Die Sammlung im Kubus«, bis 14.10.12 Mandy Friedrich »Geh doch hin«, 9.12. bis 31.3.12 Kleiner Schlossplatz 13 Im Kulturpark Berg, Teckstraße 66 www.kunstmuseum-stuttgart.de www.galeriez.net Kunstraum Akademie Gedok e.V. Kunstmenü – »Die Nachspeise«, bis 22.1.12 TabuScript, bis 10.12.11 Tagungszentrum Hohenheim Hölderlinstraße 17 Paracelsusstraße 91 www.gedok-stuttgart.de www.akademie-rs.de/hohenheim.html Kunststiftung Baden-Württemberg Jens Braun: unter belgischen Frauen, bis 17.12.11 Gerokstraße 37 www.kunststiftung.de


Landesmuseum Württemberg Köpfe mit Charakter, Meisterwerke aus der Porträtsammlung, Mein Lieblingsstück!, bis 18.3.12 Unsere Musikinstrumente - Klangwelten mit Migrationshintergrund, Fruchtkasten Schillerplatz www.landesmuseum-stuttgart.de

Staatliche Akademie der Bildenden Künste Deeplohn' – Diplomausstellung Freie Kunst, Neubau, bis 6.12.11 »Glaskasten Obscura – Wie Zukunft entsteht« Fachgruppe Architektur, bis 4.12.11 Am Weißenhof 1 www.abk-stuttgart.de

Linden-Museum »Merhaba Stuttgart«, 50 Jahre deutsch-türkisches Anwerbeabkommen, bis 18.12.11 »Weltsichten. Blick über den Tellerrand«, Große Landesausstellung, Kunstgebäude Stuttgart, bis 8.1.12 Hegelplatz 1 www.lindenmuseum.de

Staatsgalerie Stuttgart »Russ, Kohle, Bleistift«, Hermann Pleuers Eisenbahnzeichnungen, bis 12.02.12 »James Frazer Stirling. Notes from the Archives«, bis 15.1.12 »Malvin Moti«, Offenes Depot #02, bis 4.3.12 Konrad-Adenauer-Straße www.staatsgalerie.de

Mercedes-Benz Museum Dauerausstellung Mercedesstraße 100 www.mercedes-benz-classic.com.

Stuttgarter Kunstverein »Am Abend de achten Tages«, Julia Schrade, bis 19.1.12 Filderstraße 34 www.stuttgarter-kunstverein.de

Oberwelt e.V. Ute Woracek, »Blaukraut bleibt Blaukraut«, bis 1.12. bis 19.12.11 Renate Liebel Oberwelt Unterholz aus der Serie »Plastikland« 14. bis 30.1.12 Reinsburgstraße 93 www.oberwelt.de op-Nord Von uns aus in der Lunge: Atelierhaus OP; 18.12.11 Nordbahnhofstr. 45 Parotta Contemporary Art »Korridor«, Thoma Janitzky, Inga Kerber, Jochen Plogsties, Anna Sartorius, 7.1. bis 28.1.12 Augustenstraße 87-89 www.parrotta.de Rathaus Das Gesicht des Gettos. Bilder jüdischer Fotografen aus dem Getto Litzmannstadt 1940 bis 1944, bis 16.12.11 Farbe bekennen, Malgruppe Aids-Hilfe Stuttgart, bis 23.12.11 Gabriela Oberkofler, bis 16.1.12 Marktplatz www.stuttgart.de Schacher – Raum für Kunst Eva Koberstein, Justyna Koeke, Oliver Wetterauer »Humor muss nicht immer lustig sein«,bis 4.2.11 Galerienhaus Breitscheidstraße 48 www.galerienhaus-stuttgart.de

SV Sparkassen Verlag Stuttgarter Künstler »StuttgART«, 1. bis 12.12.12 Tobias Rehberger, »Marsage«, bis 9.12.11 DSV Kunstkontor Industriestraße 68 www.dsvkunstkontor.de Theodor-Heuss-Haus »ZEIT/GESICHTER. Die Malerin Käte Schaller-Härlin«, bis 9.4.12 Feuerbacher Weg 46 www.stiftung-heuss-haus.de Treffpunkt Rotebühlplatz Vhs Photogalerie KIKU - Japanische Kalligraphie der Gegenwart, bis 31.1.12 Andri Pol »Where is Japan?«, bis 29.1.12 Rotebühlplatz www.vhs-stuttgart.de, www.vhs-photogalerie.de Uno Art Space Kyohei Abe »Imaginary Space«, bis 31.1.12 Liststraße 27 www.on-photography.com Wechselraum LAVA – Laboratory for Visionary Architecture »Tomorrow Never Dies«, 1.12. bis 2.2.12 Friedrichstraße 5 www.wechselraum.de


Württembergischer Kunstverein »Weltsichten. Blick über den Tellerrand«, Große Landesausstellung, bis 8.1.12 »Die Chronologie der Teresa Burga«, 30.09. bis 8.1.12 Schlossplatz 2 www.wkv-stuttgart.de Württembergische Landesbibliothek »Enfance, mon amour - Die Jugend in der französischen Literatur«, bis 8.1.12 Konrad-Adenauer-Straße 8 www.wlb-stuttgart.de Zero Arts e.V. James Schrade, »ПРОСПЕКТ«, Fotogafie, 2.12. bis 30.12..11 Ostendstraße 16 www.zeroarts.de

REGION Albstadt Städtische Galerie Ekkehart Rautenstrauch: »ZeichenRaumKlang Zwischen Klangbild und 3D«, bis 12.2.12 Kirchengraben 11 www.galerie-albstadt.de Backnang Galerie der Stadt Backnang »Das Schrimmen von Tink« Absolventen und Studenten der Klasse Roob, bis 5.2.12 Stiftshof 2 www.galerie-der-stadt-backnang.de Graphik-Kabinett »Passio und Compassio. Vom Leben und Sterben der Heiligen«, bis 5.2.12 Helferhaus, Stiftshof 8 www.backnang.de

Baden-Baden Museum Frieder Burda Anselm Kiefer, bis 15.1.11 Lichtentaler Allee 86 www.museum-frieder-burda.de Staatliche Kunsthalle Chto Delat?, bis 12.2.12 Lichtentaler Allee 8a www.kunsthalle-baden-baden.de

Bietigheim-Bissingen Städtische Galerie Der Zeichnung Raum geben, van Haaren, Linz, Waldach,
bis 8.1.12 Anja Luithle. Der Wolf hat rote Kreide gefressen, bis 4.3.2012 Hauptstraße 60–64 www.bietigheim-bissingen.de/Ausstellungen Böblingen Städtische Galerie Dauerausstellung Pfarrgasse 2 www.boeblingen.de Bönnigheim Museum Charlotte Zander »Tiere - Tiere - Tiere zu Lande - zu Wasser - in der Luft«, bis 5.2.12 Schloss Bönnigheim www.sammlung-zander.de Burgrieden-Rot Villa Rot »Mit Feuer und Flamme – Keramik in der Gegenwartskunst«, bis 5.2.12 www.villa-rot.de Donaueschingen Museum Biedermann »Back to the Roots«, bis 12.2.12 Museumsweg 1 www.museum-biedermann.de Eberdingen-Nussdorf Kunstwerk – Sammlung Klein »Hängung #7«, Kunst aus Australien – Tradition und Moderne, bis 15.1.12,Stiftungspreis für Fotokunst 2011; bis 15.1.12 Siemensstraße 40 www.sammlung-klein.de Esslingen Villa Merkel – Galerie der Stadt Esslingen Breitseite - Im Fokus: Raum, 6.11.11. bis 22.1.12 Pulverwiesen 25 www.villa-merkel.de Fellbach Galerie der Stadt Fellbach »Small World«, Installationen, Eva Paulitsch und Uta Weyrich. bis 12.2.12 Marktplatz 4 www.fellbach.de


Friedrichshafen Kunstverein Michael Sailstorfer »Crash«, bis 8.1.12 Buchhornplatz 6 www.kunstverein-friedrichshafen.de

Staatliche Kunsthalle »Von Schönheit und Tod
Tierstillleben von der Renaissance bis zur Moderne«, bis 19.2.12 Hans-Thoma-Straße 2–6 www.kunsthalle-karlsruhe.de

Zeppelin Museum Nevin Aladag, Stipendiatin der ZF Kunststiftung, bis 4.12.11 Roland Fuhrmann, 16.12. bis 26.2.12 Seestraße 22 www.zeppelin-museum.de

Städtische Galerie Marcel Frey - Retrospektive, bis 8.1.12 Kunst-Stoff. Textilien in der Kunst seit 1960, bis 12.2.12 Lichthof 10, Lorenzstraße 27 www.karlsruhe.de

Göppingen Kunsthalle Eckardt Sauer, Kunstverein Göppingen, bis 15.1.12 Marstallstraße 55 www.kunsthalle-goeppingen.de

ZKM »CAR CULTURE. Medien der Mobilität«, bis 08.01.12. »Hiroshi Kawano. Der Philosoph am Computer«, bis 8.1.12 »The Global Contemporary. Kunstwelten nach 1989«, bis 5.2.12 »Digital Art Works. The Challenges of Conservation«, bis 12.2.12 Lorenzstraße 19 www.zkm.de

Schloss Filseck »Eugen Wolff-Filseck. Ein Schwäbischer Impressionist«, bis 20.1.12 www.kunsthalle-goeppingen.de

Heidelberg Kunstverein »Übermorgenkünstler II«, Werke von Studierenden, bis 19.2.12 Hauptstraße 97 www.hdkv.de Kurpfälzisches Museum Kabinettausstellung
»Flanieren und Spazieren«, bis 8.1.12 »Quilt Art at 25«, bis 15.1.12 Hauptstraße 97 www.museum-heidelberg.de Kunsthalle Vogelmann »Heinrich Friedrich Füger (1751-1818) - Zwischen Genie und Akademie«, 3.12. bis 11.3.12 Allee 28 www.museen-heilbronn.de Museum im Deutschhof Keltische Funde im Heilbronner Land, bis 30.9.12 Deutschhofstraße 6 www.museen-heilbronn.de

Karlsruhe Badischer Kunstverein Mitgliederausstellung, 13.12. bis 8.1.12 Waldstraße 3 www.badischer-kunstverein.de

Kornwestheim Museen der Stadt Kornwestheim »Von J. Sigle & Cie. zur Marke SALAMANDER«, bis 29.7.12 Janosch im Museum im Kleihues-Bau, bis 19.2.12 Stuttgarter Straße 93 www.kornwestheim.de Kraichtal Ursula-Blickle-Stiftung »Am Ende war das Wort«, Sprache als Medium der zeitgenössischen bildenden Kunst, bis 18.12.11 Mühlweg 18 www.ursula-blickle-stiftung.de Künzelsau Hirschwirtscheuer »Lila sind manche roten Punkte«, Kunst von besonderen Menschen, bis 9.4.12 www.kunst.wuerth.com Museum Würth »Malerische Schöpfungen. Emil Wachter zum 90. Geburtstag. Werke in der Sammlung Würth«, bis 29.1.12 Reinhold-Würth-Straße 15 www.kunst.wuerth.com

Leonberg Stadtmuseum »Drache, Bär und Akrobat«, bis 6.5.12 Pfarrstraße 1 www.leonberg.de


Galerieverein Leonberg Horst-Peter Schlotter, bis 15.1.12 Hermann Glöckner, 22.1. bis 25.3.12 Zwerchstraße 27 www.leonberg.de

Ludwigsburg Galerie Gudrun Fuckner »Full House«, bis 22.12.11 Am Marktplatz 4 www.galerie-fuckner.de Kunstverein »Zukunftsvision«, 11.12. bis 15.1.12 Wilhelmstraße 45/1 www.kunstverein-ludwigsburg.de

Marbach Literaturmuseum »Ich liebe Dich!« Spuren eines Satzes, bis 29.01.12 Schillerhöhe 8 www.dla-marbach.de Neuhausen/Fildern Kunstverein Rupert-Mayer Kapelle, Ruper-Mayer Str. 68 www.bewer.de/kvn/f_kvn.html Nürtingen Kunstverein Kristof Georgen
- lines and sounds -
bis 11.12.11 Mühlstraße 16 / Eingang Ecke Sigmaringerstraße www.kunstverein-nuertingen.de Sammlung Domnick Führungen jeden 1. Sonntag im Monat Oberensinger Höhe 4 www.domnick.de

Ostfildern Städtische Galerie Noa Jordan, »looking for cry« - befinden, bewegen, begegnen, bis 31.1.12 Gerhard-Koch-Straße 1 www.ostfildern.de Reutlingen Städtische Galerie und Kunstverein »JetztJetzt« – Studierende der Stuttgarter Kunstakademie, bis 29.1.12 Eberhardstraße 14 www.reutlingen.de

Kunstmuseum Spendhaus Benjamin Badock, »Hauskauf ist Vertrauenssache«, bis 8.1.12 Aspekte der Sammlung, »HAP Grieshaber. Der engagierte Zeitgenosse«, bis 6.3.12 Spendhausstraße 4 www.reutlingen.de

Schorndorf Galerien für Kunst und Technik Tillmann Damrau »The Ovidians«, bis 8.1.12 Rüdiger Penzkofer und Rainer Schall, »Reihe Heimspiel«, ab 16.1.12 Arnoldstraße 1 www.galerien-kunst-technik.de Schwäbisch Gmünd Museum und Galerie im Prediger »Wege zur Abstraktion«, Pleuer, Schober, Mahringer, bis 9.4.12 Johannisplatz 3 www.museum-galerie-fabrik.de Schwäbisch Hall Kunsthalle Würth Bäume und Wald in Bildern und Skulpturen der Sammlung: »Waldeslust«, bis 15.4.12 Lange Straße 35 www.kunst.wuerth.com Johanniterhalle Riemenschneider im Chor, Das Bode-Museum zu Gast, bis 08.01.12 Im Weiler 1 www.kunst-wuerth.de Kunstverein Schwäbisch Hall Peter Zimmermann, »Panorama« Malerei,
bis 8.1.12 Am Markt 7/8 www.kvsha.de

Sindelfingen Galerie der Stadt liberalis · die Freiheit betreffend ·, bis 15.1.12 Lützemuseum www.sindelfingen.de Schauwerk Lichtempfindlich, Zeitgenössische Fotografie aus der Sammlung Schaufler, seit 1.10.11 Eschenbrünnlestraße 15/1 www.schauwerk-sindelfingen.de


Tübingen Kunsthalle Cézanne Renoir Picasso & Co. 
40 Jahre Kunsthalle Tübingen, bis 29.01.12 Philosophenweg 76 www.kunsthalle-tuebingen.de Ulm Kunsthalle Weishaupt »Auf den zweiten Blick«, bis 3.6.12 Hans-und-Sophie-Scholl-Platz www.kunsthalle-weishaupt.de Kunstverein Ulm e.V. Markus Lüpertz, bis 8.1.12 Kramgasse 4 www.kunstverein-ulm.de Ulmer Museum »Wir, die erste Generation: 
Sisi von Schweinitz fotografiert die HfG Ulm«, bis Frühjahr 2012 »Aufgerissen
Gotische Architekturzeichnungen zum Ulmer Münster«, bis 12.2.12 Marktplatz 9 www.museum.ulm.de

Villingen-Schwenningen Städtische Galerie Friedrich-Ebert-Straße 35 www.villingen-schwenningen.de Waiblingen Galerie Stihl »Albrecht Dürer - Genie Marke Vorbild«, bis 22.1.12 Weingärtner Vorstadt 16 www.galerie-stihl-waiblingen.de Waldenbuch Museum Ritter Brigite Kowanz, Think outside the box Rita Ernst, Unterwegs im Kosmos, bis 15.4.12 Alfred-Ritter-Straße 27 www.museum-ritter.de Weil der Stadt Kunstforum Sabine Beyerle, bis 11.12.11 Hermann-Schütz-Straße 14 www.kunstforum-weilderstadt.de Wendlingen Galerie der Stadt Wendlingen Ingeborg Knigge, Fotografie, 23.11.11 bis 8.1.12 Weberstraße 2 www.galerie-wendlingen.de

KALENDER

Do, 1. Dezember

Vernissage Wechselraum, 19 Uhr Tomorrow never dies, LAVA – Laboratory for Visionary Architecture www.wechselraum.de Gemeinsames Gedenken, Gedenkstätte, „Zeichen der Erinnerung, 20,15 Uhr Zur Deportation der Juden vor 70 Jahren. www.zeichen-der-erinnerung.org/intro.htm Vernissage, Kunstverein und Städtische Galerie, Reutlingen, 19 Uhr 'JetztJetzt' – Studierende der Stuttgarter Kunstakademie. Bis 29.1.12 www.abk-stuttgart.de Wiederaufnahme, Opernhaus, 19 Uhr John Crankos Ballett „Schwanensee“ ist wieder da. www.staatstheater-stuttgart,de Weltpremiere, Filmschau, Metropol, 20 Uhr Boxer-Dokumentation: »Der Trainer«. www.filmbuerobw.de

1./2. Dezember

Operngala im Wilhelma-Theater, jeweils 19.30 Uhr Die Opernschule der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst mit »Kaiserinnen, Könige und ihre Narren« www.mh-stuttgart.de Konzert Staatsgalerie, 19,30 Uhr »Trieau« – Stirling Sounds – Musik und Raum in der Neuen Staatsgalerie. www.staatsgalerie.de

Fr, 2. Dezember

Dekumo, Ex-Stadtbücherei im Wilhelmspalais Plattform für Design, Kunst und Mode www.dekumo.de Vernissage, Galerie Zero Arts James Schrade: »ПРОСПЕКТ« www.zeroarts.de 29. Schorndorfer Kunstmarkt, Galerien für Kunst und Technik, ab 19 Uhr Bis 4.12. www.schorndorf.de


Sa, 3. Dezember

Tag der offenen Ateliers, Künstlermitglieder Nürtingen, 14 bis 18 Uhr Zum Beispiel: Anja Luithle: »Kaffeetisch«; mit Kaffee und Kuchen, im Stipendiatenatelier Nürtingen, Mühlstr. 16, 1 OG; auch am 4. Dezember Vorträge und Diskussion, Kunststiftung, 14 Uhr Kunst- und Künstlerkritik: Strukturen in der Kunstkritik, Medien und Arbeitsfeldern im Fokus. www.kunststiftung.de Konzert, Theaterhaus, 16 Uhr, 18 Uhr, 20.30 Uhr attacca - Geistesgegenwart Musik Alvaro Carlevaro: „Heliotrop X“, SWR Vokalensemble Stuttgart; 18 Uhr: drei Orchesterwerke, RadioSinfonieorchester Stuttgart des SWR. 20.30 Uhr: Olaf Nicolai »Escalier du Chant« Theater im Wilhelma-Theater, 20 Uhr »Harold und Maude«, Kammertheater Karlsruhe. Bis 7.12, 20 Uhr, sonntags 19 Uhr www.wilhelma-theater.de Editions-Präsentationen, Uni Art Space, 11–18 Uhr Spezialeditionen der Galerie: 10. Und 17.12. www.on-photography.com Premiere, Klangraum 34, 20.30 Uhr Antje Jetzky und Ulrich Wedlich zeigen zum Festival Klangraum die Performance „Chrysalis – Puppenstube.“  www.kunstraum34.de Premiere, FITZ!, 20.30 Uhr 20 Jahre Figurentheater Tübingen: „Hôtel de Rive“ Giacomettis horizontale Zeit. www.fitz-stuttgart.de

So, 4. Dezember

Kino im The Set, 19 Uhr »L'uomo che verrà« (Dt. Ein Mensch kommt in die Welt) OF Die achtjährige Martina wächst 1944 in in der rauen Bergwelt des Monte Sole auf. www.theset.de

Mo, 5. Dezember

Verleihung Baden-Württembergische Filmpreise, Filmschau, Metropol, 18 Uhr Kategorien: Spielfilm, Kurzspielfilm, Dokumentation, Animation sowie erster BadenWürttembergischer Ehrenfilmpreis. Lesung und Gespräch, Literaturhaus, 20 Uhr Martin Schäuble: »Black Box Dschihad« www.literaturhaus-stuttgart.de Dokumentarfilm, Staatliche Akademie der Bildenden Künster, 18 Uhr Portait: „Niklaus Troxler: Jazz in Willisau – Ein Leben mit Jazz und Grafikdesign“

Di, 6. Dezember

Liniewest Nr. 5, 18-20 Uhr Sneak Preview: Galerien Klaus Gerrit Friese, Reinhard Hauff, Sandro Parrotta, Künstlerhaus Stuttgart www.liniewest.de Weißenhof-Symposium 2011 „Ethics in Aesthetics?“ - Symposium, Staatlichen Akademie der Bildenden Künste. Thema: Wie können ethische Aspekte und Probleme mit Ästhetik verhandelt werden. Vortrag, Treffpunkt Rotebühlplatz, 20 Uhr Politologe und Friedensforscher Werner Ruf: „Arabische Revolten - mehr als ein regionales Ereignis?“ www.treffpunkt-rotebuehlplatz.de Literatur on Stage, Coworking Stuttgart, 18.30 Uhr Im Studiotheater wird Heinrich von Kleists „Prinz Friedrich von Homburg“ gezeigt, danach wird diskutiert. www.literaturlabor.de

Mi, 7. Dezember

Lesung und Gespräch, Stuttgarter Buchwochen, Haus der Wirtschaft, 20.15 Uhr Steve Sem-Sandberg: »Die Elenden von Łódź« www.buchwochen.de


Theater im Württembergischen Kunstverein, 19 Uhr Lokstoff! zeigt „Prometheus Reloaded 6.0“ zum 100-Jährigen des Linden-Museums in der Großen Landesausstellung „Weltsichten“. Zudem am 14. und 21.12. www.weltsichten-ausstellung.de Lesung und Gespräch, Literaturhaus, 20 Uhr Lisa-Marie Dickreiter: »Hulda und Hài«, Moderation: Astrid Braun. Sonderführung, Württembergischer Kunstverein, 19 Uhr Iris Dressler führt durch die Ausstellung Die Chronologie der Teresa Burga. www.wkv.stuttgart.de

Do, 8. Dezember

Doppel-Vernissage, Atelier Wilhelmstraße 16 e.V., 20 Uhr Savinov / Wolter: »The thing that should not be«, Claude Horstmann + 6 Gäste aus Straßburg bis 18.12.2011, Tel.: 0711 - 560533 Vortrag und Gespräch, Literaturhaus, 20 Uhr Winfried Nerdinger: »Engagierte Architektur – Bauen zur Veränderung der Gesellschaft«, Moderation: Roland Ostertag. Jubiläumsfeier, zwischenKunst Schauraum, Hohnerstr. 25, 18 Uhr »X-Mas-X-tra«: Aktuelles, Rückblick und Vorschau. www.soldan-komm.de Figurentheater im FITZ!, 20.30 Uhr "Mit riesengroßen Flügeln“: Figurentheater Tübingen mit ein phantastisch-surreales Spiel. Die Tübinger sind bis zum 11.12. Gast im FITZ! www.fitz-stuttgart.de Musik im Kunstmuseum, 19 Uhr »Cross Art 400«, Konzert zur Sonderausstellung »Michel Majerus« vom »ensemble cross.art«. www.kunstmuseum-stuttgart.de Lesung, Theaterhaus, 20.15 Uhr »Adieu, Bienzle« mit Felix Huby und DietzWerner Steck

Fr, 9. Dezember

Essay und Gespräch, Literaturhaus, 20 Uhr Feridun Zaimoglu, Jürgen Trabant: »Literatur und Sprache«, Moderation: José F.A. Oliver. Wiederaufnahme Opernhaus, 19 Uhr Vincenzo Bellinis „Norma“. www.oper-stuttgart.de Tanz im Forum Ludwigsburg, 20 Uhr Die Compagnie Montalvo-Hervieu mit „Orphée“ bis zum 10.2. www.forum.ludwigsburg.de Theaterpremiere in der Rampe, 20 Uhr Alvaro Schoeck zeigt Georges Bizets Beziehungsklassiker „Carmen“. www.theaterrampe.de

Sa, 10. Dezember

»Schwedentag« bei den Stuttgarter Buchwochen, Haus der Wirtschaft, 10–18 Uhr www.buchwochen.de Klavierabend, Stiftung Domnick, Nürtingen, 17.30 Uhr Soirée: Clemens Hund-Göschel www.domnick.de Auktion Künstlerhaus, 18 Uhr Künstlerhaus Support Auction & After Party www.kuenstlerhaus.de Theater-Gespräch, Studio Theater, 19.45 Uhr Nach Kleists Stück „Prinz Friedrich von Homburg“ stellt sich Regisseur Christof Küster dem Gespräch. www.studiotheater.de Poetry für Zwei, Rosenau 20 Uhr Neue Reihe mit multitalentierten Dichtern der Poetry-Slam-Szene: Jarawan + Fuck Hornisschen Orchestra. www.rosenau-stuttgart.de Kreolische Messe, Friedenskirche, Ludwigsburg, 20 Uhr Tanz- und Theaterwerkstatt präsentiert die lateinamerikanische »Misa Criolla y Navidad Nuestra« – Choreografie: Maria Carstanjen. www.tanzundtheaterwerkstatt.de


So 11. Dezember

Premiere, galerie ak1, Firnhaberstaße 1, 20 Uhr »Marke Mensch//Das Bildnis des Dorian Gray«: Das freie Ensemble SpielZeugen mit einem Experimentierfeld zum Thema Schönheit. www.galerie-ak1.de

Benefizmatinee, Opernhaus, 11 Uhr „Aktion Weihnachten“: John Cranko Schule und das Stuttgarter Ballett.

Film im Künstlerhaus, 19-23 Uhr Filmnacht „Double Act“

Konzert Gedok, 11 Uhr SINNLICH / BESINNLICH: Sopranistin Renate Brosch und drei Musikerinnen intonieren europäische Komponistinnen.

Das literarische Wohnzimmer, Merlin, 20 Uhr Reihe für Pop-Literatur: Nora Gomringer www.merlinstuttgart.de Konzert im Theaterhaus, 20 Uhr Jan Garbarek & The Hilliard Ensemble Officium Novum

Mo, 12. Dezember

Lesungen, Bilder, Film, Literaturhaus, 20 Uhr Hanns-Josef Ortheil: Veranstaltungsreihe »Ortheils Monologe IV – 10 Jahre Literaturhaus Stuttgart« Vortrag und Diskussion , Theaterhaus 19 Uhr Der neue Montagskreis: Wie weiter - was kommt nach der Volksabstimmung? mit Ministerialdirektor Hartmut Bäumer

Di, 13. Dezember

Filmabend, Staatsgalerie, 19.30 Uhr Ralf Michael Fischer, Kunsthistoriker der Universität Tübingen, führt in "Stirling at the movies: Architektur und Film. A Clockwork Orange“ ein.

Mi, 14. Dezember

Lesung, Bilderschau und Gespräch, Literaturhaus, 20 Uhr Péter Esterházy, Miklós Szüts: »10 Jahre Literaturhaus Stuttgart«, vhs Bürgerfoyer, Treffpunkt Rotebühlplatz, 18–21 Uhr Nach der Volksabstimmung spricht Gisela Erler, Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung.

Do, 15. Dezember

Comic-Leseperformance, Stadtbibliothek am Mailänder Platz, 19.30 Uhr Felix Mertikat, Benjamin Schreuder: »Steam Noir«

Musiktheater im Opernhaus, 19.30 Uhr La Damnation de Faust von Hector Berlioz. Theater in der Box, 20 Uhr Zum letzten Mal: "Was ihr wollt" von William Shakespeare. BIX Geburtstags-Highlight, Jazzclub Bix, 20.30 Uhr Das BIX wird 5 Jahre alt! feat. Klaus Doldinger www.bix-stuttgart.de

Do/Fr, 15./16. Dezember

Theater im Wilhelma Theater, 20 Uhr Das Theater Lindenhof präsentiert »Heimwärts schnaufa.laufa.querfeldein«.

Fr, 16. Dezember

Uraufführung im Kammertheater, 19 Uhr „smiling doors“: krebskranke und gesunde Jugendliche haben mit Element 3, Freiburg ein eigenes Musiktheater entwickelt. www.schauspiel-stuttgart.de Vernissage, Galerien für Kunst und Technik, Schorndorf, 20 Uhr „Heimspiel“ zeigt Werke von Rüdiger Penzkofer und Rainer Schall. Führung Museum Vogelmann, Heilbronn, 12.15 Uhr Wolf Eiermann, Staatsgalerie Stuttgart, Cokurator, über „Füger, ein Nachahmer der Antike?“ www.museen-heilbronn.de

Sa, 17. Dezember

Konzert im Laboratorium, 20.30 Uhr Hiss: Balkan-Blues & Quetschen-Ska www.laboratorium-stuttgart.de


Uraufführung im Nord, 20 Uhr Jan Neumanns „Frey!“ setzt sich mit Freiheit zwischen Chance und Verpflichtung, Verheißung und Trug auseinander. Akademiekonzert 3, KKL, Beethovensaal, 19 Uhr Die Musiker der Bachakademie mit Bachs Weihnachtsoratorium u.a..Zudem 18.12. www.bachakademie.de KulturGourmet in Waldenbuch, 11.30 Uhr Nach einem Besuch im Museum Ritter folgt ein Vier-Gänge-Menü im Gasthof Krone, € 62, Reservierung erforderlich: Gasthof Krone: 07157 / 40 88 49 oder Museum Ritter

Mi, 21. Dezember

Cuisine et Cinema, FilmTheater, 19 Uhr Mit französischem Essen und dem Film »Le Concert«: Andrei Filipov, Ex-Dirigent des Bolschoi-Orchesters arbeitet als Putzmann. www.filmtheater-stuttgart.de

Do, 22. Dezember

Literatur, Museum Vogelmann Heilbronn, 12.45 Uhr »Literarischen Ausklang mit Friedrich Gottlieb Klopstocks Messias« und Rezitatorin Kerstin Müller . Musik in den Wagenhallen, 20 Uhr OpenWorldProject spielt Rhythmen der Welt .

Tanz im Forum Ludwigsburg, 16 Uhr „Im Zauberland Oz“: Juniortanzprojekt des VAUZ mit der New York City Dance School. Zudem: 18.12. um 12 und 15.30 Uhr. www.nycds.ce

Mo, 26. Dezember

So, 18. Dezember

Das Kunstkaufhaus, Wagenhallen, 11–22 Uhr Erster Wagenhalleneeihnachtsmarkt mit Design, Vintage und mehr. www.wagenhallen.de

Ballett-Gala, Festspielhaus Baden-Baden, 19 Uhr Das Mariinsky-Ballett St. Petersburg tanzt verschiedene Choreographien. www.festspielhaus.de

Mo, 19. Dezember

Mi, 28. Dezember

Di, 20. Dezember

»Herzensbrecher« im FilmTheater, 19 Uhr »Doktor Schiwago« – ein Klassiker der Filmgeschichte.

Familienoper, Opernhaus 17.30 Uhr Zum letzten Mal: „Pinocchios Abenteuer“ - ab 8 Jahren. Gespräch, Oberwelt, 20 Uhr "Punch - toune feuille là (work in progress): Performatives Gespräch von Sylvie Arnaud und Astrid S. Klein. www.oberwelt.de Musiktheater im Opernhaus, 19 Uhr Mozarts "Figaros Hochzeit". Vortrag Staatsgalerie, 19,30 Uhr Corinna Höper über: „Randale im Antikensaal“ - Abschluss des Jubiläums 250 Jahre Staatliche Akademie der bildenden Künste.

Oper/Ballett im Opernhaus, 14.30 Uhr Christoph Willibald Glucks „Orphée et Euridice“. Bis 12.2.

Di, 27. Dezember

Kino zur Weihnachtszeit, The Set, 16 Uhr »Mary Poppins«: Disneys Klassiker um ein ungewöhnliches Kindermädchen

Di, 29.12. Dezember

Musiktheater im Opernhaus, 19.00 Uhr Der Triumph von Zeit und Enttäuschung – von Georg Friedrich Händel, Calixto Bieito inszeniert.

Fr, 30. Dezember

Theater in der Arena, 19.30 Uhr »Mass für Mass« von William Shakespeare in einer Neuübersetzung von Paul Brodowsky. Zum letzten Mal am 31.12. www.schauspiel-stuttgart.de


Sa, 31. Dezember

Fr, 13. Januar

Opernhaus Galavorstellung, 18 Uhr Schwanensee Ballett in vier Akten von John Cranko

Bix Top Act, Jazzclub Bix, 21 Uhr Yara Linss »Poems«: Die deutsch-brasilianische Sängerin mit Lyrik von Dorothy Parker, James Joyce, Emily Dickinson u. a.

Silvesterfete im Laboratorium, 20.30 Uhr »Blueskraft«: Vier Musiker mit »erdig–klaren Sound, ohne elektronische Spielereien« www.laboratorium-stuttgart.de

Silvesterparty, Theaterhaus, 23 Uhr mit DJ Henster

Sa, 2. und So, 3. Januar Tanz Theaterhaus, 20 Uhr Gauthier Dance zeigt „Lucky Seven“. www.theaterhaus.de

Tanztheater-Premiere, Rampe, 20 Uhr „CAFFEE“: Das post theater mit fünf Tanzschaffenden. www.theaterrampe.de

Sa, 14. Januar

Vernissage Oberwelt, 19 Uhr Renate Liebel: "Oberwelt Unterholz aus der Serie "Plastikland".

Sa, 7. Januar

Premiere im Kammertheater, 20 Uhr Nicky Silvers „Die Altruisten“ in einer Übersetzung von René Pollesch.

Mo, 9. Januar

Pop Freaks Festival 2012, Merlin, 21 Uhr Auftakt des Festivals, an dem sich bis 28.1. junge innovative Bands präsentieren. www.merlin-kultur.de

Ballett im Forum Ludwigsburg, 19.30 Uhr Bolschoi Staatsballett Belarus: „Der Nussknacker“ Ballett im Forum Ludwigsburg. 20 Uhr Das Ballet Classique de Paris zeigt einen Klassiker: „Schwanensee“.

Mi, 11. Januar

Vernissage Dengler und Dengler, 19 Uhr Die Schau „Schwarz“ läuft bis 7.4.12 www.denglerunddengler.de

Do, 12. Januar

Tanzpremiere im Theaterhaus, 20.15 Uhr Gauthier Dance mit „Out of the Box III“ Choreografien von der Kompanie. Zudem 13. und 14.1. Vortrag, Staatsgalerie, 19.30 Uhr „Michael Wilford presents the Neue Staatsgalerie“: Stirlings Büropartner zur Geschichte und Bedeutung des Bauwerks, in Englisch.

Do, 12 bis 17. Januar

Warmup Filmwinter Stuttgart, an verschiedenen Orten www.filmwinter.de

So, 15. Januar

Einführungsmatinee Opernhaus, 11 Uhr Das jeweilige Regie-Team gibt einen ersten Einblick in die Konzeption der Neuinszenierung und beantwortet Publikumsfragen – hier zu „Die Nachtwandlerin“

Di, 17. Januar

Jubiläumskonzert, Theaterhaus, 20 Uhr Ein Kammerkonzert mit Werken des in Stuttgart lebenden Komponisten Wolfgang Ludewig. Mit dem Stuttgarter Solistenensemble von Mark Kysela

Mi, 18. Januar

Vortrag, Treffpunkt Rotebuehlplatz, 20 Uhr Ex-Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin spricht über „Wirtschaft und Ethik“ – Auftaktveranstaltung zum 20-jährigen Jubiläum des Treffpunkts.

Do, 19. Januar

Vernissage, zwischenKunst Schauraum, Hohnerstr. 25 »Die phantastischen Bildwelten von Matthias Jung« www.soldan-komm.de


Premiere FITZ!, 20.30 Uhr Antje Töpfers & Anne Peschkes „Titania tanzt für einen Esel“ ist eine (postfeministische) Annäherung an die weibliche Sexualität.

Mi, 25. Januar

Do, 19. bis So, 22. Januar

Tanztheater Kulturzentrum, Dieselstraße, Esslingen Christine Chu und Alexandra Mahnke zeigen beim tonArt-Festival für neue Musik einen „Cage-Abend“ – am Piano Jürgen Kruse. www.dieselstraße.de

25. Stuttgarter Filmwinter, Filmhaus Stuttgart Motto: »It’s a boy!« Es geht es einerseits um Rollenbilder von Männern und Frauen und wie diese in den Medien sowie in Film und Video behandelt werden. Andererseits schaut der Filmwinter selber zurück auf seine Geburt und dessen Folgen und gibt einen Ausblick in die Zukunft. www.filmwinter.de

Sa, 21. Januar

Lesung für Kinder und Jugendliche, Vaihinger Buchladen, 17 Uhr Thomas Thiemeyer: »Die Chroniken der Weltensucher« www.vaihingerbuchladen.de

Finissage Wechselraum, 19 Uhr Die Journalistin Amber Sayah moderiert die Architektentruppe LAVA Live.

Stuttgart-Premiere im Renitenz, 20 Uhr »Trude träumt von Afrika« – die Damentrommeltruppe zeigt das Beste aus den ersten 17 Jahren. Musik-Kabarett. 20 Uhr. www. renitenztheater.de

Fr, 27. Januar

Konzert Jazzclub Session `88, Schorndorf 20:00 Uhr Gitarrist Claus Boesser-Ferrari und Trompeter Thomas Siffling zählen zu den profiliertesten Aushängeschildern der Mannheimer MusikSzene. www.schorndorf.de

Ausstellungsrundgang mit Brigitte Kowanz, Museum Ritter, Waldenbuch, 15 Uhr Die österreichische Künstlerin führt durch ihre Ausstellung "think outside the box". Gespräch in der Rampe, 20 Uhr www.museum-ritter.de Uwe Schenk trifft wieder einmal einen Komponisten/Musiker in seinem improvisierten So, 22. Januar Studio – ein ungewöhnliches Live-TVPremiere im Opernhaus, 18 Uhr Programm von und mit Uwe Schenk, Andreas Vincenzo Bellinis La Sonnambula, Die Vogel und Uwe Kassai. Nachtwandlerin, wird von Jossi Wieler und Sergio Morabito in Szene gesetzt. Sa, 28. Januar und So, 29. Konzertmatinee, Festspielhaus Baden-Baden, 11 Uhr Die Preisträger des ARD-Wettbewerbs, darunter Herbert Schuch und David Alonso, geben sich die Ehre als Bläserquintett mit Mozart, Stamitz und Beethoven.

Di, 24. Januar

Tanz im Theaterhaus, 20 Uhr Egon Madsen & Eric Gauthier in Christian Spucks Don Q. – Eine nicht immer getanzte Revue über den Verlust der Wirklichkeit – muss man gesehen haben! Auch am 25.1.

Januar

Führung und Workshop, Opernhaus, 14 Uhr, 15.30 und 17 Uhr Das Stuttgarter Ballett bietet Familienführungen mit Mini-Tanzworkshops für 6- bis 12-Jährige. Akademiekonzert 4, KKL; Beethovensaal, 19 Uhr Die Musiker der Bachakademie spielen Ives, Poulenc und Strawinsky.

So, 29. Januar

KulturGourmet, Museum Ritter Waldenbuch, 11.30 Uhr Museumsbesuch mit Vier-Gänge-Menü, € 62 Reservierung: Gasthof Krone: 07157 / 40 88 49 oder Museum Ritter: 07157 / 53 51 140


Lyrik im Jazzclub Sessions `88, Schorndorf, 11 Uhr Reiner Kunze liest aus »Instandsetzung des Morgens« Nachtwandlerin, wird von Jossi Wieler und Sergio Morabito in Szene gesetzt. Konzertmatinee, Festspielhaus Baden-Baden, 11 Uhr Die Preisträger des ARD-Wettbewerbs, darunter Herbert Schuch und David Alonso, geben sich die Ehre als Bläserquintett mit Mozart, Stamitz und Beethoven.

Di, 24. Januar

Tanz im Theaterhaus, 20 Uhr Egon Madsen & Eric Gauthier in Christian Spucks Don Q. – Eine nicht immer getanzte Revue über den Verlust der Wirklichkeit – muss man gesehen haben! Auch am 25.1.

Mi, 25. Januar

Finissage Wechselraum, 19 Uhr Die Journalistin Amber Sayah moderiert die Architektentruppe LAVA Live. Tanztheater Kulturzentrum, Dieselstraße, Esslingen Christine Chu und Alexandra Mahnke zeigen beim tonArt-Festival für neue Musik einen „Cage-Abend“ – am Piano Jürgen Kruse. www.dieselstraße.de Stuttgart-Premiere im Renitenz, 20 Uhr „Trude träumt von Afrika“ – die Damentrommeltruppe zeigt das Beste aus den ersten 17 Jahren. Musik-Kabarett. 20 Uhr. www. renitenztheater.de

Fr, 27. Januar

Konzert Jazzclub Session `88, Schorndorf 20:00 Uhr Gitarrist Claus Boesser-Ferrari und Trompeter Thomas Siffling zählen zu den profiliertesten Aushängeschildern der Mannheimer MusikSzene. www.schorndorf.de

Gespräch in der Rampe, 20 Uhr Uwe Schenk trifft wieder einmal einen Komponisten/Musiker in seinem improvisierten Studio – ein ungewöhnliches Live-TVProgramm von und mit Uwe Schenk, Andreas Vogel und Uwe Kassai.

Sa, 28. und So, 29. Januar

Führung und Workshop, Opernhaus, 14 Uhr, 15.30 und 17 Uhr Das Stuttgarter Ballett bietet Familienführungen mit Mini-Tanzworkshops für 6- bis 12-Jährige. Akademiekonzert 4, KKL; Beethovensaal, 19 Uhr Die Musiker der Bachakademie spielen Ives, Poulenc und Strawinsky.

So, 29. Januar

KulturGourmet, Museum Ritter Waldenbuch, 11.30 Uhr Museumsbesuch mit Vier-Gänge-Menü, € 62 Reservierung: Gasthof Krone: 07157 / 40 88 49 oder Museum Ritter: 07157 / 53 51 140


SuR – KulturPolitik für Stuttgart und Region Herausgeber und Redaktionsleitung: Eva Maria Schlosser (V.i.S.d.P.) und Petra Mostbacher-Dix www.sur-kultur.net, mail: redaktion@sur-kultur.net Kontaktadressen: Eva Maria Schlosser Forststraße 180 70193 Stuttgart T 0711/636 28 29 Petra Mostbacher-Dix Eichenweg 1 / 2 70839 Gerlingen T 07156/434 512 Mitarbeiter dieser Ausgabe: Günter Baumann (gb), Pascaline Budow (pb), Natalie Deininger (nd), Claus Dick (cd), Ina Hochreuther (hoc), Thomas Klingenmaier (tkl), Sigrun Lutz (luz), Nora Moschuering, Oliver Stenzel (ol) www.sur-kultur.net redaktion@sur-kultur.net Grafik, Design und Anzeigen: Wessinger und Peng Mitarbeit Inken Wellpott T 0711-66 48 00 38 grafik@sur-kultur.net info@wessingerundpeng.com Titelbild: Alex Kern, hallo@alexkern.com Fotos: Fotolia: Human Aging © Grum, Alexander Frey, Laurent Philippe, Joachim Riederer, Redaktion; PR; Galerien und Museen; Verlage; Veranstalter Druck: UWS Papier & Druck GmbH Libanonstraße 72 a 70184 Stuttgart Auflage: 5.000 Exemplare Erscheinungsweise: alle zwei Monate Die nächste Ausgabe erscheint Ende Januar, Redaktionsschluss ist der 15. Januar, Anzeigenschluss und Kalenderschluss: 20. Januar SuR liegt an folgenden Stellen aus: Akademie der Bildenden Künste, Atelier am Bollwerk, Filmgalerie 451, Galerienhaus, i-Punkt, Literaturhaus, Rathaus, Rotebühlzentrum, Staatsgalerie, Theaterhaus, WKV, weitere Galerien und Kulturinstitutionen in Stuttgart und Region Mediadaten unter www.sur-kultur.net ... ...und immer wieder Neues auf:

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