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DIE DIE BILDER BILDER SIND SIND IM IM KOPF KOPF

KulturPolitik für

Franz Erhard Walther „Form M“, 1994, © Sammlung Franz Erhard Walther Foundation, Foto: Jens Rathmann Franz Erhard Walther „Form M“, 1994, © Sammlung Franz Erhard Walther Foundation, Foto: Jens Rathmann

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KulturPolitik für Stuttgart und Region Ausgabe 17 Aug./Sept. 2011

FRANZ FRANZ ERHARD ERHARD WALTHER WALTHER >> 11.09.–20.11.2011 >> 11.09.–20.11.2011

Stuttgart und Region

Ausgabe 17 Aug./Sept. 2011 Zivilcourage


DIE DIE BILDER BILDER SIND SIND IM IM KOPF KOPF

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Franz Erhard Walther „Form M“, 1994, © Sammlung Franz Erhard Walther Foundation, Foto: Jens Rathmann Franz Erhard Walther „Form M“, 1994, © Sammlung Franz Erhard Walther Foundation, Foto: Jens Rathmann

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KulturPolitik für Stuttgart und Region Ausgabe 17 Aug./Sept. 2011

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Stuttgart und Region

Ausgabe 17 Aug./Sept. 2011 Zivilcourage


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Schwerpunkt: Stuttgart und Region Kalender

Zivilcourage

Liebe SuR-Leserinnen und -Leser, man muss es leider zugeben, bisher war der Sommer – zumindest in Sachen Wetter – seines Namens nicht wert. Nichtsdestotrotz stiegen mancher Orten die Temperaturen, zumindest wenn über die in Stadt, Land und Bund anstehenden Themen diskutiert wurde. Dauerbrenner Stuttgart 21 ist eines davon. Dabei war für manch Wissenden manche Erkenntnis, die jüngst durch den Blätterwald rauschte, so neu nicht. Etwa jene, dass sich die Vertreter der Deutschen Bahn das Projekt schön gerechnet haben. Da verwundert auch kaum, dass sie hinter verschlossenen Türen irgendeinen Stress getestet haben ohne die Prämissen – wie in der Schlichtung besprochen – mit der anderen Seite abzusprechen. Wie lautet noch das berühmte Wort des einstigen britischen Premiers Winston Churchill? »Ich traue keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe.« Wer mit Statistiken, sei es in Sachen Feinstaubmessung oder Bevölkerung, zu tun hat, weiß: Man kann sie so oder so lesen, je nachdem wie man sich die Vorgaben hinschubst. Apropos Bevölkerung, aktuelle Studien zeigen – und das zieht sich durch alle Schichten –, die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger misstraut den Entscheidern in Politik und Wirtschaft grundlegend und traut ihnen nicht mehr zu, im Sinne des Gemeinwohls zu handeln.

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Entsprechend nehmen Proteste zu, die Bürger sind sie zunehmend gewillt, auf die Straße zu gehen. Andersherum haben die Kommunen erkannt, dass sie nicht ohne sie agieren können. Selbst in kleineren Gemeinden im Land wird mittlerweile aufgerufen, Arbeitsgruppen zu bilden, Ideen in diesem oder jenen Bauprojekt einzubringen. Das ist lobenswert, allein zeigt die Praxis, dass gerade in Baden-Württemberg echte Partizipation schwierig ist. In keinem anderen Bundesland sind etwa die Hürden für Volksinitiativen und Bürgerbegehren so hoch. Oder wie fragte ein hoher Beamter eines Regierungspräsidiums bei einer öffentlichen Diskussion? »Wie soll ich den Bürgern klar machen, dass sie per se nicht mitbestimmen können, ob der Weg von A nach B kommt, sondern nur, welche Deko er tragen soll?« Deshalb wird über mehr direkte Demokratie derzeit ebenso fleißig diskutiert. Auch wir wollen ein Schlaglicht auf Partizipation und dessen Teilgebiet Zivilcourage werfen, nicht zuletzt auch angesichts aktueller, tragischer Ereignisse. Dass indes Zivilcourage nicht immer spektakulär daher kommen muss, sondern sie auch bei vielen Entscheidungen im eigenen Alltag eine Rolle spielen kann, darüber berichtet unser Mitarbeiter Claus Dick. Dass die Bürger wahrhaftig etwas bewegen können, wenn sie ihr Gewicht denn nur in die Waagschale werfen, das wiederum hat Johannes Milla zum Einheitsdenkmal inspiriert. Und schließlich gibt es in Kunst und Kultur immer mehr Veranstaltungen, die das Thema aufgreifen. Und die bilden ein Baustein einer funktionierenden Partizipationskultur. Braucht es doch Kreativität, um die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam zu meistern. Zudem haben wir uns auch danach umgesehen, was Stuttgart und Region sonst noch im Hoch- und Spätsommer für Sie zu bieten haben – das Musikfest etwa oder den Galerienrundgang Art Alarm. Und auch in der Oper ist vieles neu. Aber lesen Sie selbst und nehmen Sie teil! Einen erholsamen sowie anregenden Sommer wünschen Ihnen die SuR-Herausgeberinnen Petra Mostbacher-Dix und Eva Maria Schlosser

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SCHWERPUNKT ZIVILCOURAGE 04 08 11 12

»Bitter, aber notwendig« Die Bürger und ihr Gewicht Der mit der Pfeife Jetzt musst Du springen

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»BITTER, ABER NOTWENDIG« Die Kultur der Partizipation

»Die Welt ist eine andere geworden«, konstatierte der Ulmer Baubürgermeister Alexander Wetzig Ende vergangenen Monats in Ulm auf dem Netzwerktreffen Süd der Bundesstiftung Baukultur. Das Thema »Baukultur ist Partizipationskultur« stand auf der Tagesordnung. In Ulm hat man zahlreiche lehrreiche Erfahrungen gemacht, was die Bürgerbeteiligung in Sachen Stadtplanung angeht. Sein Re-

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sümee: Man dürfe nicht erst mit den Bürgern reden, wenn die Pläne bereits ausgearbeitet sind und die Wettbewerbe schon laufen. »Wir als Verwaltung müssen von Anfang an mit den Bürgern über Programm, Ziele und Inhalte reden.« Dazu müsse man auch bereit sein, die eigenen Pläne zu verändern, wenn sie von der Bürgerschaft nicht akzeptiert werden würden. »Das sei manchmal bitter, aber notwendig«, sagte er. So viel Einsicht und klare Worte aus den Reihen der Politik überraschen immer noch, obwohl doch derzeit Bürgerbeteiligung in zahlreichen Kommunen, aber auch in Kulturinstitutionen auf der Tagesordnung steht. Noch nie gab es so viele Diskussionen zum Thema, noch nie zuvor haben sich so viele Städte und Einrichtungen gezielt an die Bürgerschaft gewandt wie heute, um die Stimmung im Volk zu erkunden. Denn die politische Auseinandersetzung scheint nicht mehr in den Parlamenten, sondern auf der Straße stattzufinden. Und das nicht allein in der Landeshauptstadt, sondern bundesweit, weltweit. Die »Basta«-Politik funktioniere nicht mehr, verkündete Heiner Geißler bei der Schlichtung um Stuttgart 21. Es bewegt sich was. Neue Formen der Selbstorganisation erobern die Bürgerschaft. Im Internet, in den sogenannten Social Media, via Twitter, Facebook oder SMS werden Massen mobilisiert, informiert – und manipuliert. Auch auf Bundesebene scheint man willig, das »Bürgerbegehren« nach Mitsprache ernst zu nehmen. Das zeigt etwa das von Bundespräsident Christian Wulff initiierte »BürgerForum 2011«, für das in 25 ausgewählten Städten und Kreisen, unter anderen auch Mannheim, rund 10 000 Bürgerinnen und Bürger in Diskussionsrunden eigene Ideen und Vorschläge für Politik und Gesellschaft entwickeln sollten. Vielleicht gab auch dies den Anstoß - neben den leeren Kassen, dem massiven Protest gegen Stuttgart 21 und anderen Protesten und Bürger(auf)begehren - dafür, dass immer mehr Kommunen sich mit dem Gedanken tragen, die Bürger auch beim Haushalt beziehungsweise den Entscheidungen, wer wie viel Geld bekommen soll, ein Mitspracherecht via Internet einzuräumen. So sind unter www.buergerhaushalt.org/karte/ sämtliche Kommunen verzeichnet, die sich

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derzeit auf das neue Abenteuer einlassen oder bereits seit einigen Jahren darauf eingelassen haben. In Landau beispielsweise wurden die Bürger schon im Jahr 2006 unter dem Motto »Bürgerhaushalt« befragt. In Freiburg im Breisgau können sie sich seit 2007 äußern. Viele andere Kommunen, darunter auch Stuttgart, haben in diesem Jahr nachgezogen. Gerade ist die Online-Aktion zu Ende gegangen, bei der sich jeder Ortsansässige der Landeshauptstadt äußern konnte. Ende Juni wurden mehr als 1700 Vorschläge und über 167.000 Bewertungen verzeichnet, trotz der kurzen Zeit, die dafür zur Verfügung stand. Wie man mit diesen Vorschlägen und Ideen dann tatsächlich umgeht und weiter verfährt, ist aber das eigentlich Spannende. Auch hier sind die Bürger selbst gefragt, diese Verfahren weiter zu verfolgen und sich ständig zu informieren. Das heißt, mit einmaligen Äußerungen ist es noch lange nicht getan. In wieweit die virtuellen Plattformen überhaupt legitimiert und glaubwürdig sind, darüber kann man sich zwar ernsthafte Gedanken machen. Klar ist, dass das Internet lediglich ein Baustein im Bemühen um eine echte Bürgerbeteiligung sein kann. Auch deshalb ist es wichtig, dass Künstler, Theatermacher und andere Kulturschaffende das Thema aufgreifen und in die Diskussion eingreifen. Wie etwa der Württembergischen Kunstverein, der seit geraumer Zeit regelmäßig Demokratie und Mitspracherecht aus unterschiedlichen Perspektiven thematisiert. Etwa mit der Ausstellung »Die Kunst, nicht dermaßen regiert zu werden«, welche im Frühjahr dieses Jahres an den aktuellen Diskussionen um Stuttgart 21 anknüpfte und als Archiv, Dokumentation und als künstlerische Gesamtinstallation fungierte. Und im Staatstheater wurde unlängst zum letzten Mal das Stück »Metropolis / The Monkey Wrench Gang« von Volker Lösch und Beate Seidel mit Texten unter anderem von Stuttgarter Bürgern aufgeführt. Überdies bietet eine Gruppe von Künstlern und Kulturaktivisten rund um das Begleitbüro SOUP (Stuttgarter Observatorium Urbaner Phänomene) in der Öffentlichkeit des Stuttgarter Schlossparks mit der offenen Veranstaltungsreihe »Unser!Pavillon« ein

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Forum für Äußerungen aller – nicht allein künstlerischer – Art. Und in Mannheim wählte das Nationaltheater für die 16. Internationalen Schillertage das unmissverständliche aber auch doppeldeutige Motto »Macht Geschichte!« Man wolle die Debatte um Partizipation am Weltgeschehen thematisieren, Bürgerbeteiligung sei der Begriff der Stunde, sagt Chefdramaturg Ingoh Brux in einem Interview mit dem Mannheimer Morgen. »Die Frage, wie wir es schaffen, den Bürgerwillen auch politisch umzusetzen, ist eines der großen Themen der nahen Zukunft - und schon im Moment bewegt sich wahnsinnig viel«. Diskutieren - in Persona - sollen die Bürger auch bei »Kultur im Dialog III« im Stuttgarter Rathaus. Ideen zur Kulturpolitik sind gefragt. Eine Arbeitsgruppe aus Gemeinderäten, sachkundigen Bürgern des Ausschusses für Kultur und Medien, Vertretern des Kulturamtes und der Bürgerstiftung soll den auf zwei Jahre angelegten Prozess steuern. Ziel ist die Entwicklung neuer kultureller Leitlinien. Noch beteiligen sich hier vorwiegend Kulturschaffende, zu wenig kulturinteressierte Bürger. Moderator Wolfgang Klenk von der Breuninger-Stiftung ist dennoch zufrieden: »Das öffentliche Aushandeln verschiedener Sichtweisen ist hier das spannende«, so Klenk. »Die Leute setzen andere Akzente und die öffentliche Verwaltung muss sich und ihr Tun erklären.« Das heißt aber auch, dass das berüchtigte Bekenntnis scheinbar geläuterter Politiker »wir wollen die Bürger mitnehmen«, welches nicht allein böse Zungen als ein »Mitschleifen« interpretierten, nun ersetzt werden soll durch ein Zuhören, Austauschen und vor allem auch Annehmen neuer Ideen aus dem Volk. Die heißt nur für die Bürger: Dranbleiben und mitmachen! Eva Maria Schlosser

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DIE BÜRGER UND IHR GEWICHT Johannes Milla, Geschäftführer und Mitinhaber der Agentur für Kommunikation im Raum Milla & Partner, über Bürger in Bewegung und Kreativität.

Die Berliner nennen es Salatschüssel: Sie haben mit der Choreografin Sasha Waltz das Berliner Freiheits- und Einheitsdenkmal in Form einer Waagschale gestaltet. Es soll Bürger in Bewegung, zum Partizipieren bringen beziehungsweise Bewusstsein wecken. Wie ist der Entwurf entstanden? Das Denkmal trägt nicht von ungefähr den Titel »Bürger in Bewegung«. Wobei der inzwischen volksmundliche Begriff »Waagschale« auch in Ordnung geht. Die Skulptur, die einer nach oben geöffneten Schale ähnelt, steht nicht starr, versteht sich nicht als bloßes Objekt der Betrachtung. Sie soll begangen und bewegt werden. Möglich wird diese Bewegung, wenn sich die Besucher in einer größeren Gruppe verständigen. Der Entwurf versteht sich als »soziale Plastik«. Sie wurde in dem Geist geschaffen, dass jeder Mensch durch kreatives Handeln zum Wohl der Gemeinschaft beitragen und dadurch gestaltend auf die Gesellschaft einwirken kann. Sie gibt den Bürgern Gewicht. In ganz Deutschland gehen wieder mehr Bürger auf die Straße, um ihren Standpunkt Kund zu tun. Die grün-rote Landesregierung in

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Baden-Württemberg hat nun eine Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung. Waren derartige gesellschaftliche Tendenzen Inspiration für das Denkmal? Unser Entwurf ist der friedlichen Revolution von 1989 gewidmet und ausschließlich von dieser inspiriert. Aber zweifellos hat deren Gewaltfreiheit und Erfolg zahlreiche weitere Demokratie- und Bürgerbewegungen der letzten 22 Jahre weltweit angeregt und ermutigt – so auch schließlich die gegen Stuttgart 21, die gar jene von 1989 verbal und leicht anmaßend zitiert. Insofern wäre es nicht überraschend, wenn sich etwa Ägypter, Tunesier, Syrer in dem Denkmal der Deutschen Einheit jeder auf ihre Weise wieder finden – ohne dass es unsere Absicht war, uns auf diese zu beziehen. Die Besucher, die das gesamte Objekt in Bewegung setzen, werden zum aktiven Teil des Denkmals. Formuliert wird damit vor allem ein sich ständig wandelnder choreographischer Ausdruck für die friedliche Revolution von 1989. Der Umriss des Denkmals scheint aus dem Sockel des ehemaligen Denkmals für Kaiser Wilhelm I. herausgelöst, empor gestemmt durch die gemeinsame Kraft der Demonstranten – von der Vergangenheit in eine optimistische Zukunft. Die nach oben geöffnete Innenseite bietet Raum für die heutige Auseinandersetzung mit den Begriffen Freiheit und Einheit – ein Forum, das die Bürger von heute, die Besucher selbst in den Mittelpunkt stellt und von ihnen genutzt werden kann. Übrigens haben wir als statische Fachberater schon in der Wettbewerbsphase die Stuttgarter Ingenieure Leonhardt, Andrä und Partner hinzugezogen. Schiller sagte, dass der Mensch erst Mensch sei, wenn er spielt. Ist das Denkmal auch ein Spielplatz für Erwachsene, wie manche meinen? »Spielplatz« wird fälschlicherweise immer wieder als abschätziger Begriff verwendet. Spielen ist jedoch immer eine Form von Neugier, von Lernen, von Kreativität, von Freude, von Denken, und meist auch von der Begegnung mit anderen Menschen. Das Spiel – auch als Ge-

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dankenspiel – gehört als wesentliches Element zur Kreativität. Leute, die wissen, welche Bedeutung »Spielen« wirklich für die kognitive, kommunikative und soziale Entwicklung von Kindern – und auch der Weiterentwicklung von Erwachsenen - hat, kann diesen Begriff im Zusammenhang mit dem Denkmal von mir aus auch verwenden. Das schöne, einfache Wort »Denk-mal« bringt es allerdings viel besser auf den Punkt. Gemäß dem Deutschen Kulturrat kommen derzeit die meisten kreativen Impulse von der freien Tanz- und Theaterszene. Sie studierten Theaterwissenschaften und sind Vorsitzender des Produktionszentrums Tanz und Performance. Wie viel und welche Bewegung braucht es, um kreative Konzepte zu generieren? Da hat der deutsche Kulturrat sehr Recht. Aus denselben Gründen bin ich persönlich und beruflich sehr mit Tanztheater verbunden. Die Interdisziplinarität, die Risikobereitschaft, die Internationalität der auch in Stuttgart existierenden freien Tanztheaterszene ist vorbildlich für innovative Menschen und Berufsbilder. Eine eigene Spielstätte für die freie Tanz- und Theaterszene wäre insofern nicht nur für den Kreativstandort Region Stuttgart wichtig, sondern auch für den Wirtschafts- und Bildungsstandort. Übrigens: Nicht umsonst verwendet der Kulturrat nicht den eher museal ausgerichteten Begriff »Ballett«. Stuttgart ruht sich nun schon seit mehr als 30 Jahren auf dem kreativen Erbe von John Cranko aus. Apropos, wann ist denn ein Entwurf gut? Wenn er eine hohe Qualität in Gestalt und Wirkung hat. Wenn die Menschen sich auf eine intelligente, nachhaltige und freudige Weise angesprochen angeregt fühlen, und zwar auf Augenhöhe, nicht von oben herab. Wenn ein Entwurf weit über seine physische Präsenz hinaus wirkt und etwas bewirkt. Und für angewandte Arbeiten oder Auftragswerke gilt zudem: Wenn die Kommunikationsziele erreicht werden. Und wenn eine Budgetvorgabe eingehalten wird.

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DER MIT DER PFEIFE Mut zur Wahrheit

Wer Missstände im eigenen Unternehmen öffentlich macht, hat schnell die Kündigung in der Hand. Sind die Anschuldigungen berechtigt und gravierend, wurde gar zuvor versucht, sie im direkten Gespräch mit der Unternehmensleitung zu beheben, nennt man dies »Whistleblowing«. Ein Mensch wird »Whistleblower«, also einer, der in die Pfeife bläst, wenn er sich öffentlich gegen Unrecht erhebt - ohne Rücksicht auf persönliche Nachteile: gegen Korruption, Insiderhandel, Menschenrechtsverletzungen oder andere nicht tolerierbare Gefahren und Verstöße, die in allgemeinem Interesse sind. Mit diesem Aufstand aus Gewissensgründen macht er sich nicht nur Freunde. Häufig wird er gemobbt, denunziert, juristisch verfolgt, mitunter ist gar seine Existenz in Gefahr. Um das auszuhalten und Kontra zu bieten, ist viel Mut beziehungsweise Zivilcourage nötig. Eine Altenpflegerin etwa hatte in 2005 Anzeige gegen den Betreiber des Pflegeheims erstattet, in dem sie arbeitete. Grund: mangelhafte hygienische Zustände und die Unterversorgung der Hausbewohner. Der Frau wurde sofort gekündigt. Nun, sechs Jahre später, nachdem ihre Klage vom Landesarbeitsgericht und Bundesarbeitsgericht abgewiesen wurde, bekam sie vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Recht. Das wegweisende Urteil fordert von den Mitgliedsländern den Schutz für Whistleblowers ein. In Deutschland wird von der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) und der Deutschen Sektion der International Association of Lawyers Against Nuclear Arms (IALANA) seit 1999 zweijährig der internationale Whistleblower-Preis vergeben. Die erwähnte Altenpflegerin erhielt ihn – neben Ärzten, Naturwissenschaftlern oder Beamten. In diesem Jahr ging der Preis an einen Kernphysiker und an »Anonymus«. Letzterer brachte das Video »Collateral Murder« via Wikileaks in Umlauf. (eva) www.vdw-ev.de

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JETZT MUSST DU SPRINGEN Mut zur Information – ein Appell

»Sieben Männer schlagen Opfer krankenhausreif«, »85-Jährige rettet Kind vor Gewalttäter«, »Passanten ließen Prügel-Opfer liegen«, »Tod eines Streitschlichters – Ich stech dich ab, geh weg!« – Schlagzeilen der Themenseite »Zivilcourage« von Spiegel Online. Sie brennen sich ein, ermahnen dazu sich einzumischen, um anderen in Not mutig zu helfen. Wie es eben Dominik Brunner tat, der am 12.9.2009 in München durch 22 Schläge und Tritte starb. Das ist die plakative und erschütternde Seite, die Zivilcourage fordert. Die andere Seite, bei der sie angebracht wäre, bleibt oft verborgen oder wirkt weniger spektakulär. Zumindest auf den ersten Blick. Genauer betrachtet, sind hier gerade in unserem normalen, scheinbar friedvollen Umfeld nicht minder abscheuliche Gegebenheiten zu finden. Schokohasen und Kindersklaven. Smartphones und Selbstmorde.

Weiß denn ein Buchhalter bei einem Schokoladenhersteller, ob die Kakaobohnen im Ursprungsland von Kindersklaven gepflückt werden? Denkt ein Marketingmann eines Automobilzulieferers darüber nach, ob seine Firma vielleicht Komponenten für Kriegs-

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gerät herstellt, das auch in undemokratische Länder geliefert wird? Hat eine Bank-Sekretärin davon gehört, dass ihr Arbeitgeber milliardenschwere Spekulationen auf Nahrungsrohstoffe betreibt, die 8000 Kilometer entfernt Menschen verhungern lassen können. Die obendrein die Finanzkrise mitverursacht haben und Staaten wie Griechenland in die Massenarmut treiben könnten? Hat ein SmartphoneKäufer je mitbekommen, dass sich Arbeiter eines Zuliefererbetriebes seiner Lieblingsmarke wegen unwürdiger Arbeitsbedingungen in den Selbstmord stürzten? Und checken wir eigentlich, dass wir fähnchenschwenkend die Trauung eines Monarchenpaars verfolgen, dessen Staat nicht unumstrittenen Milliardären eine kuschelige Steueroase bietet? Die andere Seite der Zivilcourage also fordert, sich umfassend zu informieren. Und die gewonnene Erkenntnis in Handeln umzusetzen. Weisen wir Chef oder Firmenleitung konkret auf eventuelle Missstände hin? Fragen wir, ob Gewinne vielleicht auf unethische »Kosten« anderer gemacht werden? Unangenehm, gefährlich! Und falls: Begnügen wir uns dann mit Pauschalantworten ohne Faktencheck? Würden wir dann nicht eine indirekte Mitverantwortung oder Mitschuld tragen? Immerhin: Hierzulande kann man sich (noch) hervorragend und differenziert informieren. Vorausgesetzt, man nimmt sich genügend Zeit. Aber wollen wir überhaupt uns richtig informieren? »Ich habe das nicht gewusst. Das glaube ich nicht. Das ist bestimmt nicht so schlimm. Das wird doch bald abgestellt. Das kann man nicht so sagen. Das machen die anderen ja auch. Das ist doch rechtlich ok.« Derlei oder Ähnliches ist oft zu hören. Man kann zu anderen nur so ehrlich sein, wie zu sich selbst. Die Psyche schützt uns gerne vor allzu unangenehmen Wahrheiten. Doch just diese können den Schlüssel zu mehr Wahrhaftigkeit liefern und, mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, zu einer wenigstens etwas gerechteren Welt. Wenn man Zivilcourage zeigt und sich informiert – und nicht nur einfach eine Meinung hat. Claus Dick

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sitzen /stehen /liegen möbelbau und innen archit ektur an der k uns tak a demie s tu tt gar t von 1946 bis 1997 schneck / wiehl / hirche / witzemann / votteler / haussmann

24 . 07. – 13 .11. 2 011 mi – fr : 15–18 uhr sa : 13–18, so : 11–17 uhr 22.– 28.8. 2011 geschl.

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Der Ruf der Kunst Die Stadt im Griff Kunstspaziergang in Stuttgart Der Sinn kommt von innen Extreme Geflechte Das Unmögliche wagen Stuttgarts Villa Romana Plätschern und Säuseln

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DER RUF DER KUNST Auf zum Art Alarm 2011

Der Stuttgarter Art Alarm läutet nun schon zum 12. Mal den Galerienherbst ein – das Dutzend ist voll, so dass man das Event kaum noch vorstellen muss: Am 17. und 18. September kann der kunstsinnige Nicht-, Voll- und Halbstuttgarter im Shuttlebustempo über 20 Galerien ansteuern, um sich über die Kunst von der Klassischen Moderne bis in die Gegenwart hinein zu informieren, sich vielleicht zum Jahresende mit einem Kunstwerk zu beglücken oder einfach gleichgesinnte Menschen kennenzulernen. Die modernen Klassiker sind mit den Stuttgarter Hochschulprofessoren Adolf Hölzel, Willi Baumeister und der bis heute weit unterschätzte Bildhauer Otto Baum (Schlichtenmaier) vertreten, gefolgt von Rudolf Hoflehner (Rumig), der in Begleitung zweier Schüler, Gert Riel und Reinhard Scherer, gezeigt wird. Ein weiterer, einst in Stuttgart lehrender Klassiker ist der Informelle K.H.R. Sonderborg (Keim), dem als formbewusster Gegenpart Gisela Glucker an die Seite gestellt ist. Zu den jüngeren Lehrern an der Akademie gehört Reto Boller (Mueller-Roth), der mit Sprayarbeiten aufwartet und zugleich in der Nachbargalerie (Sturm) mit seiner Klasse präsent ist, wo außerdem Dieter Hacker und Carolin Jörg einen Mix aus politischem Engagement und umweltbewusstem »Multipicture« anbieten. Mit dem Pionier einer neuen figurativen Malerei Holger Bunk (Wehr) ist ein weiterer Stuttgarter Professor ›art-alarmiert‹. Dass die Region gut aufgestellt ist, zeigen beeindruckende Künstler wie Hans-Christian Brix (Dengler und Dengler) mit netzartigen Strukturen, Hannes Steinert (Merkle), dessen Homo-Thematik weit über die Szenegrenzen Fans hat, sowie Marc Dittrich und Uli Gsell (Schacher) und nicht zuletzt die Wahlstuttgarterin Karima Klasen (Artary) mit geometrischen Konstellationen. Der internationale Zuschnitt in der Stadt wird noch unterstrichen durch die famosen Zeichnungen der hier arbeitenden Japanerin Koho

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Mori-Newton (Franke). Der bunt schillernde Reigen bekommt zudem meisterliche Unterstützung durch William N. Copley (Friese), der sich postum vom Geheimtipp zum Megastar mauserte, Anne-Lise Coste (Hauff), Selene States (14-1), Alexis Harding und Jane Harris (Hollenbach), Antonio Mutandas (March) sowie die Leipziger Timm Rautert (Parrotta) und Steffi Schöne (Wahlandt). Die Art-AlarmGruppenschau gilt dem Krautrocker CAN mit rund 50 Beiträgern (Abtart), darunter Eberhard Havekost. Besonders empfohlen seien Amadors existenzialistische, zuweilen von antiken Mosaiken inspirierte Arbeiten (Harthan). (gb)

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Kunststiftung Baden -Württemberg, Gerokstraße 37, 70184 Stuttgart Tel. 0711/2 36 76 71, info@kunststiftung.de, www.kunststiftung.de


DIE STADT IM GRIFF Alle Ausstellung führen zur Aka

Ein Vierteljahrtausend ist schon mehr wert als ein, zwei Mal Sekt und Häppchen – 250 Jahre hat die Kunstakademie nun auf dem Buckel und zeigt so tatkräftig wie eindrücklich, dass vom Altern keine Spur zu erkennen ist. Mit rund 900 Studenten, etwa 50 Professoren und fast doppelt so vielen Mitarbeitern ballt sich am Weißenhof ganz schön viel künstlerischer Power, die die diesjährigen Ausstellungstätigkeiten in der Stadt deutlich prägen. Noch immer laufen der Rückblick (»Künstler als Professoren in Stuttgart 1761–1920«) und die gegenwärtige Positionsbestimmung (»Voilà – AKA Gastspiel« mit einer grandiosen Ausstellungsarchitektur) in der Staatsgalerie. Das Kunstmuseum ist mit Hölzel und Baumeister (»Kunst ist eine Wissenschaft«) noch im Rennen. Den Urgründen des Akademiebetriebs widmet sich das Landesmuseum »Mit Pinsel, Feder und Gießkanne«, sprich mit einer Studioausstellung über die Zeit Friedrich Schillers. Die nach vorn gewandte Galerie der Stadt Backnang, deren Ausstellungen allemal eine Reise wert sind, hat bis Mitte August fotorealistisch-verfremdete Aquarelle von Peter Holl auf dem Programm, der bei Baumgartl, Chevalier und Michou in Stuttgart studierte; im September gibt es hier dann Sinje Dillenkofer zu sehen. Spannung verspricht auch der Blick der Landesbibliothek auf den Hölzel-Kurator und Baumeister-Freund Karl Konrad Düssel, von 1916-35 Kulturkritiker beim Stuttgarter Neuen Tagblatt. Das Hauptstaatsarchiv richtet zudem sein Augenmerk

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auf die Kunstgewerbeschule Stuttgart unter der Leitung von Bernhard Pankok Anfang des 20. Jahrhunderts. Auch die Galerien feiern die Kunstakademie trotz mannigfaltigen Sommerpausen mit großem Engagement. Zum Teil auch Bestandteil des Art-Alarm-Programms (s. S. 16) sind die August- und SeptemberAuftritte von Künstlern, die durch Studium oder Lehrtätigkeit dazu gehören: Reto Boller (Mueller-Roth), Holger Bunk (Wehr), Filderbahnfreunde (Sturm), Rudolf Hoflehner (Rumig) oder Werner Pokorny (Schlichtenmaier). Aktuelle Informationen finden sich unter www. abk-stuttgart.de und www.250aka.abk-stuttgart.de. (gb)

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KUNSTSPAZIERGANG IN STUTTGART

Grenzgänger unter sich

»Keine Sommerpause« verspricht Anja Rumig in ihrer aktuellen Ausstellung. Die Daheimgebliebenen werden es danken in einer saisonal etwas ausgedünnten Kunstlandschaft. Die Galeristin schickt neun Künstler(innen) ins Rennen, unter denen Jörg Mandernach mit seinen rahmensprengenden Raumzeichnungen und collageartigen Gemäldezitaten neu im Programm ist. Fest verankert sind dessen ehemaliger Lehrer Wolfgang Gäfgen sowie Paul Breinig, der zeichnende Maler respektive malende Zeichner Tillmann Damrau, die Malerin Christine Gläser mit einer Neigung zum baulichen Element, der traumwandlerisch-kühne Zeichner Rainer Nepita sowie Markus F. Strieder, der Landschafts- und Stilllebenplastiker Willi Weiner und der Gratwanderer zwischen abstrakter und gestischer Abstraktion, Ernst Wolf. (gb) 13.8. – 3.9., Galerie Anja Rumig, www.galerie-anjarumig.de Indien und darüber hinaus

Globalisierung in der Kunst beginnt mit den Netzwerken. Sage und schreibe 500 Künstlerinnen und Künstler haben die internationale Vereinigung Khoj in Delhi seit 1997 gekreuzt, um diese Initiative

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kreativer Kräfte zur Institution werden zu lassen. Dass man sich davon eine Scheibe abschneiden kann, weiß keiner so treffend wie das Institut für Auslandsbeziehungen, das seine Einrichtung unter das Motto »Kulturen verbinden« gestellt hat. Dort sind nun Arbeiten von zehn »Khojianern« zu sehen: Bani Abidi hält der Gesellschaft mit seinen ironisch gebrochenen Fotos einen Spiegel vor; Zuleikha Chaudhari begegnet mit seinen Lichtinstallationen Texten von Hermann Hesse, Heiner Müller, Haruki Morakami und andere; Rohini Devasher spürt der Natur in der Natur nach, während Abhishek Hazras Textanimationen und sozialgeschichtlichen Interventionen das koloniale Indien im Visier haben; des weiteren sind der Performancekünstler Nikhil Chopre, das Projektduo Shilpa Gupta und Huma Mulji sowie die Installationsartistin Hema Upadhyay in der Auswahl dabei. Die Blickrichtung von außen nach Indien nimmt das Künstlerpaar Sylvia Winkler aus Österreich und der Deutsche Stephan Köperl ein. (gb) Bis 2.10., ifa-Galerie, www.ifa.de

Mit Farbe durch dick und dünn

Ingeborg van Loock wird in der Galerie Saby Lazi groß geschrieben – als oft und gern gesehene Künstlerin zeigt sie dort ihre abstrakt anmutenden Landschaftsbilder, denen Fotografien an die Seite gestellt werden, die so gekonnt verunklären, dass demgegenüber die realen Bezugsassoziationen in den Gemälde deutlicher zum Vorschein kommen. Im Anschluss an die Ausstellung folgt eine Schau mit Arbeiten des Baumeister-Schülers Hugo Barthel. (gb) Bis 31.8., Galerie Saby Lazi, www.sabylazi.de

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Kunst an der Schwelle

Erde am Tropf

Mit Bodenproben aus dem Gelände des heiß umstrittenen, vielleicht zukünftigen Stuttgarter Tiefbahnhofs, um auf ein selbst hier lebendiges Ökosystems mit Erde, Kleinstlebewesen, Bakterien, Gärungsgasen und Wasser hinzuweisen. (gb) 5.8. – 2.9., Galerie Zero Arts e. V., www.zeroarts.de

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Tilman Riemenschneider, Die heilige Anna und ihre drei Ehemänner, um 1505, SMB – SPK Inv. 2/2006, Foto: A. Voigt, Berlin

Im Anschluss an eine erste raumbezogene Projektausstellung im Galerienhaus zeigen die Galeristen Merkle, Schacher und Walz junge Positionen, die sich mit der gegenwärtig vieldiskutierten »Schwelle« – einem greif- und sichtbaren sowie einem theoretisch gedachten Übergang – befasst: Scheinarchitekturen, statisch wirkende Videosequenzen, transparente Fensterbilder, figurative Abstraktion und Konzeption. Außer Martina Geiger-Gerlach sind die Protagonist(inn)en in den späten 1970er und 1980er Jahren geboren, wie auch zwei der drei Kuratoren, Christina Reusch und Lea Dannenhauer, die von dem Essener Fotografen Ralf Raßloff unterstützt werden. »Benjamin« der so konzentriert wie spielerisch eingerichteten Schau ist der 1989 geborene Videokünstler Valentin Leuschel. (gb) Bis 6.8., Galerienhaus Stuttgart, www.galerienhaus-stuttgart.de

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Riemenschneider im chor Das Bode-Museum Berlin zu Gast in der Johanniterhalle Schwäbisch Hall 28. Juni 2011 – 8. Januar 2012 Di – So 11 – 17 Uhr Eintritt frei

Tilman Riemenschneider, Die heilige Anna und ihre drei Ehemänner, um 1505, SMB – SPK Inv. 2/2006, Foto: A. Voigt, Berlin

Johanniterhalle/Kunsthalle Würth Im Weiler 1, 74523 Schwäbisch Hall Fon +49 791 946 72-330 johanniterhalle@wuerth.com

Alle Aktivitäten der Johanniterhalle/Kunsthalle Würth sind Projekte der 23 & Co. KG. Adolf Würth GmbH

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DER SINN KOMMT VON INNEN Der neue Opernintendant Jossi Wieler über Potenziale und Neujustierungen im Musiktheater.

Ab der Saison 2011/2012 leiten Sie das Stuttgarter Opernhaus. Dort inszenieren Sie allerdings schon seit langem. Sind Sie nun im quasi heimischen Hafen angekommen? Ich kenne das Haus in der Tat gut. Im internationalen Vergleich hat es unglaubliche Kapazitäten und Potenziale – ein großartiges Staatsorchester, einen Chor, der mehrmals Opernchor des Jahres wurde, feine Werkstätten, extrem wache Mitarbeiter in der Technik. Und das Stuttgarter Publikum bringt eine große Offenheit mit. Wie wollen Sie diese Potenziale nutzen? Es geht darum, immer wieder neu nachzudenken, was Musiktheater

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heute bedeutet und wie man Oper, die wohl das Gesamtkunstwerk schlechthin ist, in der Jetztzeit gestalten könnte. Unsere sechs Premieren werden von mir und unserem Chefdramaturg beziehungsweise meinem Co-Regisseur Sergio Morabito, mit dem ich schon 17 Jahre kontinuierlich arbeite, sowie von unserer Leitenden Regisseurin Andrea Moses in Szene gesetzt. Das zeigt, um was es uns geht: Darum, das Haus von innen mit Sinn zu füllen. Es ist eine Rückbesinnung auf das Ensembletheater! Dass der Intendant inszeniert, war früher gang und gäbe. Doch nun gehen die Trendregisseure von Haus zu Haus ... Es geht um die Neujustierung des Opernbetriebs, die das Unverwechselbare für diese Stadt hervorbringt. Wir brauchen nichts von außen Übergestülptes, sondern eine Entschleunigung im Betrieb, die Chance, sich einzulassen auf Stücke und diese auf ihre heutige Relevanz zu durchleuchten. Der Regisseur ist ein Interpret, der tief in die Partitur hineinhören muss. Deswegen werde ich fürs Erste auch keine Zeit finden, am Schauspiel zu inszenieren. Ihr Fokus liegt auf dem Aufbau des eigenen Ensembles? Ja, man kann ein Opernhaus nicht als Durchgangsstation betreiben, indem man vor allem Stars von außen hinzuholt. Man muss Stars behutsam selbst aufbauen. Wir haben wunderbare neue Sängerinnen und Sänger, die sich in ihrer Unverwechselbarkeit beim Publikum einprägen werden. Einst war das Stuttgarter Opernhaus mehrfach Opernhaus des Jahres. Steuern Sie diese Auszeichnung an? Das steht nicht am Anfang - Musiktheater braucht eine lange Entwicklung. Preise sind für die Öffentlichkeit und Politik wichtig. Sie bedeuten, dass eine Qualität anerkannt wird und man sinnvolle Arbeit von innen heraus macht. Wir konzentrieren uns auf die künstlerische Qualität. (pam)

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EXTREME GEFLECHTE Drei Premieren der Freien Szene

Es war Heinrich von Kleists wohl am meisten diskutiertes Werk: »Penthesilea«. Goethe lehnte das 1808 erschienene Drama um die Amazonenkönigin ab, die rasend ihren Geliebten Achill zerreißen lässt, viele empfanden es als bühnenuntauglich. Erst nach Kleists Tod wurde es am 25. April 1876 in Berlin uraufgeführt. Nun inszeniert die WerkstattBühne Stuttgart mittels Berichten und Briefen aus des Dichters Leben »Heinrich Penthesilea von Kleist«. Regisseurin Ulrike-Kirsten Hanne fokussiert die innere Zerrissenheit der Amazonenkönigin, die sich – wider geltende Gesetze im Frauenstaat – in Achilles verliebt. Kleist thematisiert damit einen Konflikt zwischen dem Individuum und einer gesellschaftlichen Ordnung, die natürlibrook andrew, bill henson, paddy japaltjarri stewart, otto jungurrayi sims, rosemary laing, tracey moffatt, judy napangardi watson, mitjili napanangka gibson, alma nungarrayi granites, freddy west tjakamarra, patrick tjungurrayi, turkey tolson tjupurrula u.a.

27. mär z 2011 – 15. jan uar 2012

hängu ng #7 – kunst aus australien.

tradition und moderne mittwochs und sonntags von 11–16 uhr, und nach vereinbarung geöffnet

fred ward tjungurrayi, © Kayili Artists

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ayi li rra,

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chem Empfinden entgegensteht. Premiere ist am 26. August um 20.30 Uhr in der Petruskirche Stuttgart-Gablenberg. Weitere Vorstellungen: 1. bis 10. September im Theater am Olgaeck. Hochmut kommt vor dem Fall, so ist in der Bibel zu lesen. Und in der katholischen Morallehrer wird bekanntlich die »Superbia«, der Stolz, als eine der sieben Hauptlaster gelistet. So heißt auch die dritte Folge von »Das Leben ist kein Ponyhof – die 7 Todsünden«, jener Reihe, in der die Choreografin Nicki Liszta und ihr Team von backsteinhaus produktion den biblischen Lastern aus heutiger Sicht tanztheatralisch auf der Spur ist. Dabei führt sie das Beziehungsgeflecht des vorangehenden Stücks »Das Lux Protokoll« konsequent fort und untersucht die Auswüchse des Hochmuts in Extremsituationen: Der Schwiegersohn der Familiensaga wird Teil der Organisation der Superbianer, die einen Kult um das Orakel Superbia betreiben. Die Premiere ist am 28. September um 20.30 Uhr in den Wagenhallen Stuttgart, dort läuft das Stück zudem ist es am 29. September um 20.30 Uhr. An diesem Tag gibt es eine weitere Premiere im FITZ! Stuttgart: Das Ensemble Angria zeigt um 20.30 Uhr die Uraufführung von »Die Schwestern Brontë«. Regisseurin Jutta Schubert inszeniert mit den Figurenspielerinnen Stefanie Oberhoff und Antje Töpfer in der Dramaturgie von Katja Spiess die biografische Situation der britischen Schriftstellerinnen Charlotte, Emily und Anne Brontë, ihr literarisches Werk sowie ihre Beziehungen untereinander und deren Einfluss auf ihr Werk. So erfanden die Schwestern mit ihrem Bruder Branwell – inspiriert durch dessen Spielzeugsoldaten – fiktive Welten, erfanden Spiele und schrieben dafür Geschichten und Gedichte oder zeichneten Bilder. Sie schufen so die Sagen: »Angria« und »Gondal«. Und das, obwohl ihnen in der rigiden Moral des viktorianischen Zeitalters, abgeschieden in einem Pfarrhaus von West Yorkshire lebend, wenig Raum für Imaginationen zugestanden wurde. Im Stück geht es weniger um die Historie der Brontës, als darum die Quellen der Kreativität und Fantasie zu erforschen und die Frage, wie sich Kunst mit dem Alltag vereinbaren lässt. (pam) u.k.hanne@gmx.de, www.backsteinhausproduktion.de, www.fitz-stuttgart.de

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DAS UNMÖGLICHE WAGEN Pilobolus Dance Theatre im Theaterhaus

Es waren einmal vier Hippie-Studenten im US-amerikanischen Bundesstaat Connecticut, die neue Performance-Wege suchten. Ihre ersten Auftritte – eine Melange aus Singender Säge, mit Wasser gefülltem, zu beklopfendem Honigtopf und Tanz – beschrieb ein Kritiker der New York Times mit »cooler Tanz«, aber »Musik zum Vergessen.« »Wir dachten: Na gut, dann sind wir eine Tanzkompanie«, erinnert sich Robby Barnett, nun künstlerischer Leiter des daraus 1971 gegründeten Pilobolus Dance Theatre. Der Name stammt von jenem lichtempfindlichen Pilz, der seine Sporen mit 100 Kilometern pro Stunde in die Luft schleudert, sollte doch das Tanztheater radikal, innovativ, abenteuerlich und kraftstrotzend sein. Die gymnastischabstrakten, akrobatischen Bewegungen feiern längst in der Tanzwelt weltweit Erfolge. Allgemein bekannt wurde die Truppe, als sie 2006 in einem Werbespot aus Menschenknäuel ein Auto formte und bei der Oscar-Verleihung 2007 die nominierten Filme baute. Im ersten abendfüllende Programm »Shadowland« kreiert das Künstler-Kollektiv, das Hesses Satz »Man muss das Unmögliche wagen, um das Mögliche zu erreichen« zum Motto hat, aus Körpern Tische, Stühle, Elefanten, Monster und mehr: Sechs Jahre hat Pilobolus an diesem Schattentheater über das Erwachsenwerden eines Mädchens gearbeitet, dessen Traumwelten ohne Animationen allein mit Poesie und Akrobatik entstehen. Das Stück, so Autor Steve Banks, sei nach der PilobolusMethode per Improvisationen erarbeitet worden. »Shadowland« ist im Theaterhaus Stuttgart vom 10. bis 14. August zu sehen. (pam) 10.8., 20 Uhr, bis 14.08.2011, www.theaterhaus.de

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STUTTGARTS VILLA ROMANA Sigrun Lutz im Gespräch mit Kunststiftungsleiter Bernd Milla.

Welches Fazit ziehen Sie nach einem knappen Jahr? Nach zwei Jahrzehnten in Norddeutschland und Berlin bin ich sehr gerne wieder in Stuttgart. Ein guter Ort zum Arbeiten: Es gibt hervorragende Institutionen, durch meine früheren Tätigkeiten stehe ich mit vielen Professionellen bereits in Kontakt. Stets war Netzwerkbildung mein Ziel: Es ist für unsere Stipendiaten enorm wichtig, über die finanzielle Unterstützung hinaus Kontakte in das nationale und internationale Kunstfeld zu bekommen, damit sie zu Mitspielern im globalen Kulturbetrieb werden. Wir präsentieren die außerhalb lebenden Stipendiaten im Haus der Kunststiftung, die Stuttgarter werden möglichst nach außen vermittelt, um als »kulturelle Botschafter« über die Grenzen hinweg zu wirken. Es gibt erste Erfolge: Eine Gruppenausstellung im Kunstverein Göttingen im August, Soloshows von Katrin Ströbel im WhiteSpace Zürich und Gabriela Oberkofler in Berlin. Zudem gebe ich Editionen heraus. Den Anfang machte Peter Pommerer, im Juni erschien die erste Ausgabe unserer neuen Literaturedition erLESEN, für Herbst ist eine Audio-CD mit Jazz und Klassik geplant. Wo setzen Sie Ihre Schwerpunkte? Meine Arbeit prägt die Frage: Wie definiert sich die Rolle der Kunst in einem sich wandelnden gesellschaftlichen und ökonomischen Umfeld? Was kann Künstlerförderung leisten? Ein Schwerpunkt ist eine nachhaltige Künstlerförderung, die Kunststiftung ist dafür eine gute Plattform. Ich wünsche mir auch interdisziplinäre Stipendien – sie spiegeln neue Tendenzen in der aktuellen Kunstproduktion wider, immer mehr Künstler arbeiten spartenübergreifend. So wird der Musikbereich ergänzt mit einem Stipendium für neue Musikformen, das

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vom Populärbereich über elektronische Musik bis zu experimenteller Klangkunst alles umfasst. Zusätzlich wird es ein Kunstkritiker-Stipendium geben – das erste seiner Art in Deutschland. Herausfordernd ist es, eine jüngere Generation zukünftiger Förderer der Kunststiftung zurückgewinnen. Gerade für die Zielgruppe der Kreativwirtschaft könnten wir interessant sein. Eine Medien- und Technologiestadt wie Stuttgart braucht unbedingt ein kreatives Klima. Unser Stipendiatenprogramm kann hierzu beitragen. Das Haus in der Gerokstraße ist für mich die »Villa Romana von Stuttgart« – ein Ort des Austausches und Diskurses über Künstlerförderung, gesellschaftlicher Treffpunkt für Künstler und Kunstinteressierte. An solch einen attraktiven Ort sollten sich doch mehr Stuttgarter locken lassen! Dann will ich dem »Art Drain«, der Abwanderung nach Berlin entgegenwirken und im Netzwerk mit anderen Institutionen das kulturelle Kapital für Stuttgart und Baden-Württemberg zurück zu gewinnen. Kunststiftung und Kunstbüro – wie funktionieren diese beiden Einrichtungen? Das Kunstbüro als Abteilung zur Beratung und Professionalisierung von Bildenden Künstlern ergänzt das Angebot der Kunststiftung. Während sich die Kunststiftung vor Ort um ihr Kerngeschäft kümmert, bietet das Kunstbüro derzeit landesweit Workshops, Vorträge und Seminare an. Diese Arbeit verhilft dazu, dass die Kunststiftung ein breites Spektrum an Möglichkeiten der Künstlerförderung abdecken kann. Ist deren Finanzierung noch zeitgemäß? Die Arbeit der Kunststiftung habe ich über Jahre verfolgt. Ihr Modell, bei dem jeder für die Künstlerförderung gespendete Euro vom Land durch Komplementärmittel verdoppelt wird, halte ich für beispielhaft. Hier ist unmittelbares bürgerschaftliches Engagement möglich. Ist das etwa nicht zeitgemäß? Unser Sommerfest am vergangenen Wochenende zeigte mir erneut, wie wichtig und treu der langjährige private Förderkreis der Kunststiftung ist.

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PLÄTSCHERN UND SÄUSELN Musikfest Stuttgart 2011

Es gibt wohl kaum etwas Beruhigenderes als den Klängen des Wassers zu lauschen. Bereits im Jahr 2009 machte die KulturRegion Stuttgart die »Wasser des Neckar« mit zahlreichen Veranstaltungen und einer wunderschön gestalteten Internetseite (die heute noch im Netz steht unter www.kulturregion-stuttgart.de/die-Wasser-desNeckar) zum Thema. Hier kann man sich davon überzeugen, dass der Klang des Wassers unterschiedlicher nicht sein kann – perlende Geräusche einer Quelle, das Rieseln des sanften Regens, das Rauschen des Baches oder das Ploppen eines Regentropfen im Wasser – all das ist hier hörbar gemacht. Das Musikfest Stuttgart greift nun ebenfalls das Thema »Wasser« auf, nach »Licht« (2009) und »Nacht« (2010). »Wasser« beschließt damit die Trilogie elementarer Themen. Mit 70 Veranstaltungen vom 27. August bis 28. September verwandelt sich die Stadt in ein glucksend, gluckernd und plätscherndes Meer der Klänge. Nun ja, das ist freilich etwas übertrieben. Doch sicher ist für jeden etwas dabei: Etwa die Elgars Sea Pictures, Brittens Sea Interludes und Vaughan Williams‘ Sea Symphony mit dem European Union Youth Orchestra unter Vladimir Ashkenazys (11.9., Liederhalle), die vier Gesprächskonzerte zu Bachs Kantaten und Passionen mit Helmut Rilling (6.–9.9.) oder das Konzert auf selbstgebauten Instrumenten aus Eis des norwegischen Schlagzeuger Terje Isungset (Foto: Emile Holba, 5.9.). (eva) Mehr Infos unter www.musikfest.de/presse

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Lesestoff – nicht nur für den Urlaub Filmstills Ein dicker Kater, Federvieh und besondere Sommertage Das Lächeln der Aino Laberenz Das Herz des Blues

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LESESTOFF – NICHT NUR FÜR DEN URLAUB Was Ausstellungsmacher lesen Hans D. Christ, im Direktorenduo des Württembergischen Kunstverein

In »Panische Stadt« beschreibt Paul Virilio unter dem Eindruck des 11. Septembers die Stadt als Gefüge, das sich durch Sicherheitsbedürfnisse auflöst. Ein Kontrastprogramm ist Gayatri Chakravorty Spivak »Can the Subaltern Speak: Postkolonialität und subalterne Artikulation«: Sie erweitert die westliche Nabelschau der Sicherheitspositionen ins Globale. Marc Gundel, Direktor Städtische Museen Heilbronn / Kunsthalle Vogelmann

Anna Katharina Hahns Buch »Kürzere Tage« zeichnet sich durch eine packende Charakterisierung der beiden weiblichen Hauptfiguren ebenso aus wie durch die humorvolle und hintergründige Bestandsaufnahme der um 1970 geborenen Generation. Das wird gewürzt mit einem Schuss Stuttgarter Lokalkolorit – ein guter Roman! Sean Rainbird, Direktor der Staatsgalerie Stuttgart

Die Mahler-Jubiläen häufen sich: Im letzten Jahr sein Geburtstag, in diesem sein Todesjahr. Grund genug, sich Jens Malte Fischers umfangreiche Biographie »Gustav Mahler – Der fremde Vertraute« zu widmen. Die faszinierende Persönlichkeit Mahlers spiegelt sich nicht nur in seinem Leben als Komponist und Dirigent wider, sie erzählt auch von dem bewegenden Umbruch der Musik und des Theaters and er Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.

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WAS DIE SUR-MITARBEITER EMPFEHLEN Die hellen Tage

Drei Kinder er 60er Jahre in einer süddeutschen Kleinstadt: Wir begleiten sie durch ihr halbes Leben, bekommen die hellen wie die dunklen Tage mit. Zsuzsa Bánk erzählt schwerelos und poetisch von Freundschaft und Glücksmomenten, Verlust und Schmerz. Ein wehmütiger, unglaublich bezaubernder Roman! (S. Fischer 2011, 543 S., € 21,95) (hoc) Die sieben Leben des Felix Kannmacher

Jan Koneffke scheucht seinen Helden, einen sehr sympathischen Taugenichts, durch die wechselvolle Geschichte des letzten Jahrhunderts. Schicksal und Nazis haben den jungen Pommern nach Bukarest verschlagen. Lust am Fabulieren und überbordende Fantasie, gepaart mit historischer Genauigkeit machen diesen Roman zum großartigen Lektüreerlebnis! (Dumont 2011, 510 S., € 19,99) (hoc) Abgesang für ein Kleinod

Der Bildband »Hauptbahnhof Stuttgart« zeigt den Bonatzbau als frühmodernes Wahrzeichen der Stadt, dessen Schönheit sich aus historischen (Stauferturm, Sakralraum), funktionalen (Treppenhäuser) und technischen Elementen (Eisenkonstruktion) herleitet. (Jan Thorbecke Verlag, 160 S., € 19,90) (gb) Zeugen aus Chinas Gefängnissen

Dass gleich alle Liao Yiwus packendes Gulag-Buch »Für ein Lied und hundert Lieder« im Zug, in Cafés oder am Strand lesen, wäre utopisch. Aber wem ein Menschenleben mehr wert ist als die Wirtschaftsbilanz mit China, wird das elegisch beklemmende Werk nicht mehr aus der Hand legen. (S. Fischer Verlag, 592 S., € 24,95) (gb)

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FILMSTILLS Sex & Drugs & Rock’n’Roll – Hollywoods junge Wilde der 70-Jahre

Nach der Lektüre von Biskinds Buch »Easy Riders, Ranging Bulls« ist meine Hoffnung gewachsen, dass auch in Hollywood eine Art wellenförmige Auf- und Ab Bewegung existiert, ähnlich wie in der Mode, der Wirtschaft und der Politik. Vielleicht folgt den - was die Kreativität der Filme angeht - eher mauen Hollywood-Jahren wieder Innovation und Einfallsreichtum, sei es nun in formaler oder inhaltlicher Form. Ende der Sechziger standen Coppola, Scorsese und andere ebenfalls einer Biederkeit gegenüber. Die meisten Hollywood-Produktionen dieser Zeit lassen - wie heute - an eine altbewährte Keksform denken, in die man die bekannten Ingredienzien füllt - Doris Day, Pastell und vogelartige Musik mit Gesang -, sie bäckt und deren Inhalt wohlwollend aber unaufgeregt verspeist wird. Man konnte sich zurücklehnen, der Zweite Weltkrieg war vorbei, die Wirtschaft boomte, der Petticoat flog, die Rollen waren noch klar verteilt. Eben jene Phalanx von Regisseuren hielt das für unerträglich und fern jeglicher Realität (ähnlich die Autorenfilmer in Deutschland). Den Wandel läuteten sie mit »Bonnie and Clyde« (Athur Penn/Warren Beatty) ein, es folgte Dennis Hoppers »Easy Rider«, das Synonym für eine freie Generation, frei sowohl was Körper, als auch Geist anbelangte. Hollywood war in der Jetzt-Zeit angekommen. Man erlaubte es jungen Regisseuren eigenständig zu handeln, ohne Produzenten und enorme Investitionssummen im Nacken und man gab ihren Filmen Spielzeit. Es waren Künstler wie Robert Altman (»M*A*S*H«) oder Hal Ashby (»Harold und Maude«), denen es gelang sich gegen die Studios, die finanziell stark angeschlagen waren, durchzusetzen. Die Filme schockierten, waren aber zu einem guten Teil finanziell sehr erfolgreich. So ist es auch nicht wirklich erstaunlich dass dies zum Ende des New Hollywood führte: Man

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NIN KLA MA AND

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lernte den Erfolg zu kalkulieren. Läutete der »Weiße Hai« das Ende ein, so war die »Star Wars«-Triologie - der moderne Mythos für alle - der eigentliche Wendepunkt: Der Blockbuster war geboren. Die Produktions- und Werbekosten stiegen in so schwindelerregende Höhen, dass man sich Risiken nicht mehr leisten konnte und wollte: Adieu Kunst&Kino. Und heute? Muss der Wandel eine drogenumwobene, sexuell freie, gewalttätige und größenwahnsinnige Sache sein? Wer weiß. Klar ist, dass sich der Film selbst überflüssig machen wird, wenn weiterhin die Produktionskosten als Synonym für Qualität gelten und wenn er weiter bekannte Pfade abwandert: ZACK BUMM EXPLOSION! Nora Moschuering

18. JUNI – 23. OKTOBER 2011

ARS VIVA. LABOR NINA CANELL KLARA HOBZA MARKUS ZIMMERMANN ANDREAS ZYBACH

WWW.KUNSTMUSEUM-STUTTGART.DE

Nina Canell, Fellow Ribs, 2009, courtesy Konrad Fischer Galerie, Mother’s Tankstation & Galerie Barbara Wien, © Nina Canell

Die neue Reihe »Filmstills« schießt Momentaufnahmen der Filmgeschichte, macht historische Standfotografien: Was gab es damals und wie wirkt es noch heute auf den Film?

IN ZUSAMMENARBEIT MIT DEM

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EIN DICKER KATER, FEDERVIEH UND BESONDERE SOMMERTAGE Kinderbücher und mehr Von Ina Hochreuther

Chester

Er ist knuddelig, rötlich gescheckt und extrem selbstbewusst: »Chester«, der Kater aus dem gleichnamigen Bilderbuch von Mélanie Watt. Doch – hm – handelt es sich hier wirklich um ein Werk der kanadischen Autorin und Illustratorin? Denn sie möchte eigentlich die Geschichte einer Maus erzählen. Aber Chester funkt immer wieder dazwischen, streicht aus, malt selbst und will vor allem eines, im Mittelpunkt stehen. In Text und Bild entspinnt sich ein witziger Wettstreit. Ein origineller Band für kleine wie große Gucker und Leser, die sich nicht genug beachtet fühlen und die Dinge lieber selbst in die Hand nehmen... A. d. Englischen von Yvonne Hergane-Magholder, Cecilie Dressler Verlag 2011, 32 S., € 12,95. Ab 6. Großvaters Hähne

Muntere Sommergeschichten aus der Vergangenheit: Karin Gündisch erzählt leichthändig von Rumänien in Diktatur-Zeiten. Jochen ist glücklich, für die Ferien dem heißen Bukarest zu entfliehen und

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bei den Großeltern in Transsilvanien beziehungsweise Siebenbürgen mit anderen Kindern herumstromern zu können. Das episodische Erzählen, illustriert von historischen Fotos, mischt Lausbubenstreiche mit Bestechungsversuchen der Erwachsenen, ohne die der Alltag nicht zu organisieren wäre. »Großvaters Hähne«, sein ganzer Stolz, müssen leider immer wieder der Bezahlung dienen. Ein quicklebendiges Stück Zeitgeschichte aus einem nahen, fernen Land! Schiller-Verlag (Wiederauflage) 2011, 91 S., € 9,70. Ab 10. Siebzehn Tage im August

»Lebe wild und gefährlich« könnte das Motto dieses Romans lauten. Nicks bester Freund Finn wird des Mordes an einem Schulkameraden verdächtigt. Nick, überzeugt von dessen Unschuld, will ihm helfen. Gemeinsam flüchten die Jungs in den Bayerischen Wald, tricksen immer wieder die Polizei und mit schlechtem Gewissen auch ihre Familien aus. Als sie die junge Studentin Laura kennenlernen, erleben sie gemeinsam Stunden voller Leichtigkeit und Zauber. »Siebzehn Tage im August« entpuppt sich als gelungener Genremix aus Krimi, Roadmovie und Adoleszenzroman. Günter Ohnemus hat ein gutes Gespür für die Gefühlswelt von Jugendlichen. Unterhaltsam, spannend und auch nachdenklich – eine prima Sommerlektüre! Fischer Schatzinsel 2011, 276 S., € 13,95. Ab 13

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DAS LÄCHELN DER AINO LABERENZ

Ein subjektiver Biennale-Rückblick von Marko Schacher

»Kommt Kunst noch von Können?«, fragt die »Bild am Sonntag« in ihrer Biennale-Berichterstattung. Und mutmaßt: »Oder geht es in der Art-Welt immer mehr um die Kunst, möglichst viele Bellinis (oder Wodkas pur?) stilvoll runterzukippen und als Gesamtkunstwerk auf einer Milliardärs-Party zu glänzen.« Wer zu den so genannten Preview Days der Kunstbiennale ein paar Tage vor der offiziellen Eröffnung nach Venedig pilgert, geht jedenfalls nicht nur wegen der Kunst hin. Sich ein wenig »wichtig« fühlen, schadet nie. Anfangs freut man sich schon, wenn einem HA Schult auf dem Markusplatz mit einer seiner jungen Musen entgegenstolpert. Wenn einem dann plötzlich Günther Uecker begegnet und man einer einsamen Nan Goldin bei der Eröffnung einer Foto-Ausstellung mit Venedig-Ansichten gegenüber steht, spreizt man seinen kleinen Finger am kostenlosen Prosecco noch etwas weiter ab. Sehr sympathisch: Christian Boltanski erkundet das Biennale-Terrain auf eigene Faust, genauso wie Katharina Sieverding. Auch nett: der herrlich süffisante Julian Schnabel bei seiner Pressekonferenz im Museo Correr. »Sie sollten sich die Werke

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ansehen, nicht mich«, grinst der in seinem Pyjama-Anzug herumstolzierende Star, als ihn ein paar Asiaten bei seinem Ausstellungskontrollgang hinterher glotzen, lässt sich dann aber doch bereitwillig mit jedem ablichten. »Pfff, Peanuts!«, pusten einem da echte Art-Groupies entgegen, die im Hotel Bauer neben Leonardo DiCaprio, Naomi Campbell, Courtney Love, Elton John und Jeff Koons getanzt haben. In dem ganzen Posing-Getue tut die schrecklich-schön anarchistische, zwischen Glas-Gießer-Go-Go-Show und Punk-Konzert changierenden Performance der österreichischen Künstlertruppe Gelitin unheimlich gut. Und die Kunst? Ja, die ist auch vorhanden. Es gibt viele Möglichkeiten, die Qualität der einzelnen Länder-Pavillons zu bewerten: Klar, nach dem Niveau der dortigen Präsentation wäre eine nahe liegende Option. Nach der Vorzüglichkeit der bei der offiziellen Pavillon-Eröffnung angebotenen Häppchen eine andere (Sieger: Österreich mit Wiener Würstchen und Almdudler). Weitere Alternativen: nach der Qualität der kostenlosen Umhänge-Beutel (Sieger: Uruguay mit goldenen Taschen) oder nach der Gediegenheit der Opening-Party (Sieger: die Schweiz mit ihren kulinarischen Köstlichkeitchen, ihrem Soul-DJ und einem gutgelaunten Thomas Hirschhorn im Ristorante Paradiso gleich am Giardini-Ausgang). Dass der Deutsche Pavillon mit der etwas theatralisch gewordenen Huldigung von Christoph Schlingensief mit dem Goldenen Löwen belohnt wurde, ist absolut verdient. Die im Kirchennachbau u.a. Röntgenbilder, Beuys-Hasen und Theaterausschnitte vereinigende Inszenierung lässt einen buchstäblich niederknien und mit einer Mischung aus Sentimentalität und Aufgewühltheit zurück. Schön: Bei der selbstbewusst in deutscher Sprache durchgeführten Pavillon-Eröffnung sieht man Aino Laberenz, die Witwe und Nachlassverwalterin Schlingensiefs, das erste Mal lächeln. Die Tage zuvor hat sich die zierliche Kostümbildnerin schüchtern im Schatten des Pavillons herumgedrückt. Dass ihr und der offiziellen Pavillon-Kuratorin Susanne Gaensheimer so viele Freunde und Fremde auf die Schulter geklopft haben, hat ihr sichtlich gut getan. Mehr als Milliardärs-Partys.

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DAS HERZ DES BLUES Otis Spanns »The Blues Never Die!«

Alles hoch diszipliniert zusammenhalten. Sich selbst auseinanderfallen lassen wie einen Berg Murmeln. Das waren die beiden Grundzustände von Otis Spann, das Paradoxon des besten Pianisten der Nachkriegs-Bluesszene von Chicago. Was dieser Mann bewirkt hat, verschwindet manchmal hinter der Logik seiner Arbeit. Seit Spann sich 1952 auf den Klavierschemel der Muddy Waters Band gesetzt hat, kann man sich voll entfalteten Chicago-Blues gar nicht mehr anders vorstellen als so. Mit dem Klavier als souverän verbindendem Element der jauchzenden und klagenden Einzelstimmen. Mit der linken Hand als virilem Generator der Boogie-Rhythmen, mit der rechten Hand als Kollektivgeist einer Gemeinschaft, als Stimme, die ständig das zu sagen weiß, was die auseinanderstrebenden, geltungsbedürftigen, durchsetzungsbereiten Individuen (Harmonika, Gitarren, Sänger, Saxophone) wieder versöhnt. Das Klavier als Utopie des Ghettolebens also. Das klingt, als müsse es immer schon so gewesen sein. Aber Spann, der im Studio und wohl auch die meiste Zeit auf der Bühne schlicht brillant war, verlor in dem Moment, in dem er vom Klavier aufstand, jeden Willen zur Selbstkontrolle. Er hurte, soff und pfiff sich alle greifbaren berauschenden Substanzen ein - als habe er täglich neu den unerschütterlichen Glauben in sich gespürt, die Welt werde sowieso in den nächsten Stunden untergehen.

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Der 1930 in Jackson, Mississippi, geborene Spann hat ein paar exzellente Solo- und Duoaufnahmen für das Kleinstlabel Candid eingespielt, ging auch hie und da mal als Bandleader ins Studio. Aber er blieb bis fast ans Ende seines kurzen Lebens – 1970 starb er an Leberkrebs - der Sideman von Waters. Ihm war wohl klar, dass seine anarchische Schludrigkeit jenseits des Klaviers eine selbstbestimmte Karriere zum Debakel machen würde. Als er sich 1968 von Waters löste, geschah das auf Drängen seiner als Bluessängerin so ehrgeizigen wie arg beschränkten Frau Lucille. Die erhoffte sich von einer eigenen Otis-Spann- Band große Auftrittsmöglichkeiten. Vielleicht kann man sich bei so einem Leben zwei Arten Musik gut vorstellen: die enorme Verdichtung des sonst Chaotischen zu den Energieeruptionen in der Band von Muddy Waters, und den gelegentlichen Blick in den Abgrund, die Vorahnung des eigenen Verlöschens. Was man bei Spann nicht vermuten würde, ist fröhliche Lässigkeit, souveräne Entspanntheit, das majestätische Dahingleiten knapp an der Grenze zum Strömungsabriss, die Seligkeit kurz vor der Müdigkeit. Aber auch diese musikalische Stimmung hat Spann beherrscht. 1964 hat er für Prestige mit seinen Kollegen aus der Waters-Band, unter anderem dem Harpspieler und Sänger James Cotton, dem Drummer S.P. Leary (und Muddy Waters selbst, der aus Rücksicht auf seinen Vertrag mit Chess Records als Dirty Rivers firmiert) eines der im besten Sinne lockersten Alben der Bluesgeschichte eingespielt: »The Blues Never Die!« (Prestige CD Die Herrschaften agieren hier nicht auf Selbstkopie bedacht für das weiße Retro-Publikum und jagen auch nicht den schwarzen Ghetto-Hörern hinterher, die sich in ihrer Mehrzahl längst Souligerem zugewandt hatten. Für einen Moment losgelöst von der nächtlichen Pflicht des Einheizens, scheinen die Rädchen der WatersMaschine einen Moment der Selbstvergewisserung zu genießen: Was ist das eigentlich, was wir da dauernd machen, was ist die Seele unserer Musik hinter dem mächtigen Geprotze und ausgelassenen Gejohle? Und man kann es nicht anders sagen: Sie haben nicht nur die Frage gestellt, sie haben eine noch immer überzeugende Antwort gefunden.

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Eine Marke der Daimler AG

Die Daimler Kunst Sammlung zu Gast im Mercedes-Benz Museum. Rund 250 Kunstwerke von etwa 120 deutschen und internationalen Künstlern.

Art & Stars & Cars 10.05. bis 25.09.2011 im Mercedes-Benz Museum 125 Jahre Automobil treffen auf moderne und zeitgenössische Kunst. www.mercedes-benz-classic.com/museum

Erfinder des Automobils

www.sammlung.daimler.com


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Mit Wanderstab zur Kunst Das Wunder von T端bingen Hinter die Gr端nde blicken Nibelungen 20.11 Kunstspaziergang in der Region

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MIT WANDERSTAB ZUR KUNST Skulpturenpfade in der Region

Die »Köpfe am Korber Kopf« feiern: Seit fünf Jahren machen Lokalpolitiker und Kuratoren dem Namen alle Ehre und lassen den Höhenzug mit künstlerisch gestalteten Häuptern schmücken. So entsteht ein Skulpturenweg, der jenseits der VIP-Parade auch Arbeiten von Bildungsinstitutionen wie der Bildhauerklasse der Kunstschule Unteres Remstal einbezieht. Unter der Regie des Bildhauers Guido Messer, der mit einem »Apollo chimico« – zum Jahr der Chemie – antritt, bekam die Korber Höhe zehn Kunstköpfe: allen voran die stählernen Trutzkolosse Wolfgang Thiels betitelt »Herr Schiller und Herr Goethe betrachten bei einem Besuch auf dem K(orber) K(opf) Schillers Fluchtweg«. Mit dabei: Bettina Bürkle, Jörg Failmezger, Thomas Putze, Reinhard Sigle und Daniel Wagenblast. (Bis 22.4.2012, www.korb.de) Weitere Pfade der jüngeren Skulpturengeschichte locken in Schorndorf (Bohnet, Hauser, Nadj, Pokorny u.a.) oder Heilbronn zum Wein-Panorama-Weg (Grzimek, Mohring, Schoenholtz u.a.), ins Stadtgebiet und zum Wertwiesenpark (von der Goltz, Hoffleit, Lenk, Schöpfer, u.a.). Auch der Kunstpfad der Universität Ulm (Bill, Heiliger, Otterbach u.a.) lohnt, der Skulpturenpfad Mannheim (Bernhard, Edoga, di Suvero u.a.) sowie der Skulpturenpark Heidelberg (Hartung, Gabino, Scholz von Reitzenstein u.a.). Reizvoll ist zudem der Kirchheimer Kunstweg (Thompson, Döring, Hofmann u.a.) oder den Skulpturenpark in den Strümpfelbacher Weinbergen mit Werken von Fritz und Karl Ulrich Nuss. Oft sind die Sammlungen Ankäufe aus Bildhauersymposien, wo man Bildhauer »live« erleben kann – etwa im September auf dem 3. Kenzinger Holzbildhauersymposion (12.– 18.9.2011, www.kenzingen.de). (gb)

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DAS WUNDER VON TÜBINGEN Die Kunsthalle feiert Geburtstag

Die Fußballgemeinde wärmt gern ihr legendäres Wunder von Bern auf. Solche Anmaßungen sind der Kunstszene – ohne fassbare Gemeinde – unbekannt. Und doch hat sie eine Ära, die zumindest einem Wunder gleicht: jene der Tübinger Kunsthalle unter der Direktion von Götz Adriani. Zum 40-jährigen Bestehen des Musentempels richtet das Haus für ihren langjährigen Chef, der im vergangenen Jahr seinen 70. Geburtstag feierte, zwei Ausstellungen ein, die ganz unbescheiden »Ära Adriani« heißen. Als die Kunsthalle 1971 ihre Pforten öffnete, ahnte niemand, dass bald ganze Pilgerscharen gen Tübingen zur Kunstkontemplation aufbrachen. Denn die schlichte, lichtdurchflutete Architektur hatte nichts vom Glamour der sonstigen Prestigebauten – war sie als Zuhause für den malerischen Nachlass des 1948 gestorbenen, heute fast vergessenen Georg Friedrich Zundel gedacht. Götz Adriani zündelte als erster Direktor weniger mit dem malenden Bauern, dem er einen liebevollen Essay widmete. Sein Feuer lohte für die großen Meister der klassischen Moderne: Cézanne, Renoir, Picasso & Co. – so der Untertitel der ersten Retro-Schau im September. Selbst unter den »Co.«-Künstlern verbergen sich Größen wie Toulouse-Lautrec, mit drei Tübinger Ausstellungen Spitzenreiter, gefolgt von Degas und Rousseau. Dank derer startete die Generation der heute 50-jährigen einst einen Kunsttourismus, der manchem später suspekt wurde: Hunderttausende strömten in die Provinz, um von der großen Welt der Kunst zu träumen. Der zweite Teil der »Ära Adriani« befasst sich 2012 mit »Beuys, Warhol, Polke & Co.«, auch da mit renommierten »Co.«-llegen wie Kiefer, Nauman, Rauschenberg, Rückriem, Serra, Stella, Warhol oder auch Hanson und Segal, die in den Jahren ihrer Präsentation noch so »new« waren wie heute Evan Penny, dessen verzerrt-überzeichneten Silikonriesen noch den August über gezeigt werden. (gb) 17.9.2011–29.1. 2012, Kunsthalle Tübingen, www.kunsthalle-tuebingen.de

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HINTER DIE GRÜNDE BLICKEN Ingrid-Sibylle Hoffmann leitet die Galerie Stihl Waiblingen

Sie interessierte sich schon früh für Kunst. »Meine Eltern nahmen mich oft in Museen mit«, schmunzelt Ingrid-Sibylle Hoffmann, die seit 2009 die städtische Galerie Stihl Waiblingen leitet. »Ich wollte bereits als Kind klassische Archäologie studieren.« Das tat sie denn auch, indes als Nebenfach zu Erziehungswissenschaft. Im Mittelpunkt ihres Studiums in Heidelberg und Siena stand im Allgemeinen die Europäische Kunstgeschichte und im Speziellen die späte mittelalterliche Kunst. »Das hing mit meiner Professorin zusammen. Ihr ging es weniger um das Zählen der Gewandfalten, das übliche Handwerk, sondern sie hat vielmehr die Fragen gestellt, die mich am meisten interessierten: Wie werden Politik und Gesellschaft in der Kunst gespiegelt und werfen dies wieder auf die Gesellschaft und Politik zurück«, erinnert sie sich. Auch danach hat die 36-Jährige, die in München über spätmittelalterliche Tafelmalerei promovierte, ihr Augenmerk stets auf die gesellschaftlichen Kontexte gerichtet. Sei es als Mitarbeiterin des Ausstellungsprojekts »Kennst Du das Land. Italienbilder der Goethezeit« in der Neuen Pinakothek München oder des Projekts »Menschenbilder in der deutschen Kunst. 1450-1550« der Universität Trier.

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»Freilich gibt es auch unpolitische Kunst, aber jeder Künstler ist geprägt von seiner Zeit und seinem Umfeld, mich interessieren die Hintergründe, vor welchen Kunst entsteht.« Auch die Abstraktion in den 50er Jahren sei den geschichtlichen Ereignisse zuvor geschuldet. In der vergangenen Schau »Einrichten. Leben in Karton« hat Hoffmann gesellschaftspolitische Aspekte aufgegriffen. »Mich interessierten die neuen Formen des Wohnens, die in den 60er Jahren aufkamen, aber auch der Ökologieaspekt.« Dem sozialen, humanitären und politischen Engagement von Künstlern auf der Spur ist sie nun in der bis 25. September laufenden Schau »Phantasie an der Macht. Politische Künstlerplakate von Kollwitz bis Rauschenberg«. Mit dem Ausruf »Phantasie an die Macht!« unterstützte im Mai 1968 der Künstler Pierre Aléchinsky den Aufstand der Pariser Studenten. Phantasie hilft auch bei ihrer Aufgabe in der Galerie Stihl: Ein kulturelles Programm zu machen, das ein breites Publikum anspricht. »Auch in der klassischen Moderne sind immer neue, gesellschaftlich relevante Aspekte zu finden«, sagt sie. So schneidert sie für jede Schau ein Vermittlungskonzept auf Maß zu, über die Künstlerplakate werden die Besucher etwa mit Flugblättern informiert. Überhaupt hat es ihr Papier angetan. Im Ausstellungsprogramm will sie weiterhin die verschiedenen Facetten der Kunst auf und mit Papier zeigen: Im Herbst gibt es Albrecht Dürer, im kommenden Jahr sind Papierkleider zu sehen. »Die 500 Quadratmeter unseres wunderbar wandelbaren Raums passen sich auf jede Schau an«, schwärmt sie. »Das Grundkonzept lautet Spiel-Raum!« Ein absolut guter Schachzug des Gemeinderats sei auch gewesen, die Kunstschule nebenan einzubeziehen, so könne man viele Schüler an die Kunst heranführen. Deren Vermittlung sei ihr schon immer ein Anliegen gewesen. »Als bei meinem wissenschaftlichen Volontariat im Hessischen Landesmuseum Darmstadt unsere Betreuerin fragte, was wir später machen wollten, sagte jemand, sie wolle ein Museum leiten, ich sagte Kuratieren – hier habe ich die wunderbare Möglichkeit beides zu tun.« (pam)

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NIBELUNGEN 20.11 Die Bürger machen in Ludwigsburg Theater

Sie ist das Heldenepos des deutschen und nordischen Mittelalters: In der Nibelungensage geht es um Ehre, Kränkung, Rache, Vergebung, Verrat, Treue, Liebe und Hass. Menschliche Motive, die aktuell anmuten. Ist die Jetztzeit wirklich zivilisiert und frei von ihrer archaischen Vergangenheit? Im Tanztheater »Liebe, Ehre, Drachenblut – Nibelungen 20.11« setzt sich das BürgerTheater Ludwigsburg mit dem komplexen Stoff als paneuropäischen Mythos auseinander. Im Fokus: Die gedemütigten Frauen Brunhild und Krimhild, die als Ausweg aus ihrem Leid nur Rache kennen. Inszeniert wird das Stück spartenübergreifend mit rund 150 Mitwirkenden – Laien und professionellen Künstlern und Schauspielern, Graffitikünstler, Kinderdarsteller und Tänzer der Kunstschule Labyrinth, HipHopper, das Musikensemble X, der Chorioso-Chor der Jugendmusikschule. Das Publikum wird dabei im Kunstzentrum Karlskaserne mit auf eine Reise durch das Gelände und die Räume der einstigen Reiterkaserne genommen, deren Architektur das Bühnenbild prägt – erstmals am 15. September um 20 Uhr. Ein anderer Klassiker feiert zuvor unter freiem Himmel am 10. August um 19.30 Uhr Premiere: William Shakespeares »Der Widerspenstigen Zähmung« im Cluss-Garten beim Theatersommer Ludwigsburg. Bis 6. August ist Woody Allens »The Purple Rose of Cairo«, bis 3. September die Theaterversion von Cornelia Funkes Bestseller »Tintenherz« zu sehen. (pam) http://new.heimat.de/ttw/buergertheater/index.php, www.theatersommer-ludwigsburg.de/

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KUNSTSPAZIERGANG IN DER REGION Homo ludens, polychrom

Mit einer unglaublichen Leichtigkeit des Seins entfaltet der 75-jährige Frank Stella in Tuttlingen sein breit angelegtes skulpturales Universum. Der Bildhauer ließ sich in seinem jüngeren Werk inspirieren durch die Musik (Scarlatti), die Malerei (Malewitsch) und insbesondere durch die Literatur (Kleist, Melville), die zwar keine konkreten Spuren hinterlassen haben, aber im poetischen Klangbild intellektuell spürbar werden. Darüber hinaus zeigen die polychromen Reliefarbeiten auch eine enorm spielerische Qualität, die denkbar weit vom Minimalismus entfernt ist, mit dem Stella vor Jahrzehnten begonnen hatte, den Kunstmarkt zu erobern. (gb) Bis 11.9., Galerie der Stadt Tuttlingen, www.tuttlingen.de Grundkoordinaten des Seins

Möbelbau und Innenarchitektur sind nicht immer die Aushängeschilder einer Kunstakademie – allerdings jener in Stuttgart. Mit ihrer programmatischen Ausstellung »sitzen/stehen/liegen« will die Städtische Galerie Böblingen in der Zehntscheuer das Designer-Fach zum 250.

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Aka-Jubiläum ins Licht holen. Die präsentierten Objekte langjähriger Lehrer der Kunstakademie, deren Produkte Designgeschichte geschrieben haben, geben sich funktional (Karl Wiehl, Adolf Schneck), bauhauskonform (Herbert Hirche), elegant (Herta-Maria Witzemann), malerisch-verspielt (Robert Haussmann) oder ergonomisch (Arno Votteler). (gb) Bis 13.11., Städtische Galerie Böblingen Zehntscheuer, www.boeblingen.de Karlsruhe leuchtet

Die Glasmalerei hat schon nach Punkten gewonnen, wenn man ihr auch nur gegenübersteht: Die transparente Leuchtkraft spricht für sich. Nimmt man den neuen Boom dieser Kunst hinzu, der mit Namen wie Richter, Rauch oder Knoebel verbunden ist, darf man nicht zögern, nach Karlsruhe zu fahren. Im Schloss wartet eine Sonderausstellung mit spektakulären Beispielen aus der neueren Glasmalkunst auf den Besucher. In nächster Nähe kann man Arbeiten von Karl Schmidt-Rottluff über Johan Thorn Prikker bis hin zu Markus Lüpertz bestaunen. (gb) Bis 9.10., Badisches Landesmuseum, Karlsruhe, www.landesmuseum.de DDR-Feminismus

Literatur von DDR-Frauen fällt einem gleich ein, bei Künstlerinnen ist im Gedächtnis bald Sendepause. Dass es aber dort sogar eine feministisch-subversive, wenn auch inoffizielle Kunstszene gab, kann man nun – nach ein paar ostdeutschen Stationen – auch im Westen der Republik erleben, allerdings nur in Mannheim. Elf rebellische Künstlerinnen zeigen Filme und Fotos, Grafiken und Collagen, Installationen und Performances, die eine Entdeckungsreise lohnen, welche auch zu frühen Arbeiten von Cornelia Schleime führt. Im Begleitprogramm treten Autorinnen wie Irmtraud Morgner oder Christa Wolf auf. (gb) Bis 9.10., Kunsthalle Mannheim, www.kunsthalle-mannheim.eu


Pop-Feminismus

Weibliche Entdeckungen gibt es nicht nur im ehemaligen Ostblock zu machen, sondern auch im sogenannten freien Westen: Die Spurensuche, auf die sich die Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen gemacht hat, nennt sich kämpferisch »Power Up!«. Sie gewährt überraschende Einblicke in eine »Female Pop Art«, die nicht so viel anders wie die männlichen Kollegen ist, aber doch quer zum damaligen Frauenklischee steht. Unter den Teilnehmerinnen sind u. a. Marisol und Niki de Saint Phalle. (gb) Bis 9.10., Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen, www.bietigheimbissingen.de Leidenschaft am Holz

Otto Lange gehört zu den interessantesten Protagonisten im Umfeld des deutschen »Brücke«-Expressionismus. Hoch angesehen von seinen Zeitgenossen, konnte es der Dresdner Maler, Druckgrafiker und Professor für Ornamentik jedoch nicht verhindern, dass sein Werk in Vergessenheit geriet. Dem kann man in der Reutlinger Retrospektivschau entgegentreten, die insbesondere den Schöpfer einzigartiger Farbholzschnitte ehrt. (gb) Bis 9.10., Städtisches Kunstmuseum Spendhaus, Reutlingen, www. reutlingen.de Not und Tugend der Widerständigkeit ((bei Platznot am ehesten zu streichen))

Margit T. Schranner erhebt die Sprünge und Risse im Gussestrich des Bodenbelages in der Städtischen Galerie in Ostfildern zum Spielfeld für ihre installativen Figurenszenerien, die sich widerborstig mit den Befindlichkeiten und der Vergänglichkeit des Seins auseinandersetzen. (gb) Bis 27.9., Städtische Galerie Ostfildern, www.ostfildern.de

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14-1 ABTART ARTARY DENGLER UND DENGLER FRANKE KLAUS GERRIT FRIESE ANGELIKA HARTHAN REINHARD HAUFF ANDREAS HENN KUNSTHANDEL HOLLENBACH KEIM BRIGITTE MARCH MERKLE MUELLER-ROTH PARROTTA CONTEMPORARY ART ANJA RUMIG SCHACHER - RAUM FÜR KUNST 54 SCHLICHTENMAIER STRZELSKI MICHAEL STURM EDITH WAHLANDT RAINER WEHR


TERMINE & KALENDER 1. August bis 30. September 2011

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STUTTGART ABTART »Halleluhwah! Hommage à CAN«, 16.09. bis 05.11.11 Rembrandtstraße 18 www.abtart.com Architektur-Galerie am Weißenhof »Architektur und Automobil« 22.06 bis 18.09.11 Am Weißenhof 30 www.weissenhofgalerie.de Artary Galerie Ulrike Buck »Of Your Secret Destiny«, bis 19.08.11 Karima Klasen, »Geometric Constellations«, 16.09. bis 04.11.11 Wilhelmstraße 5 www.artary.de Bund Bildender Künstlerinnen Württemberg »Mobilität«, Jahresausstellung der BBK Mitglieder, bis 28.08.11 Eugenstraße 17 www.bbk-wuerttemberg.de f-75 Galerie für Architekturfotografie Jürgen Pollak »nine eleven«, 11.09.11, Claudio Zanon »autostrade«, Beginn 13.09. Filderstraße 75 www.f-75.de Galerie 14-1 Galerienhaus Selena States, »Frigidaire«, 16.09. bis 12.11.11 Breitscheidstraße 48 www.14-1-galerie.de Galerie ak1 »Ein Tag Deutschland.« Ein Projekt von 432 Fotografen, bis 28.08.11 Firnhaberstraße 1 www.galerie-ak1.de Galerie Bovistra Ralf Wehrle und Uwe Frank »Public Phantasies«, bis 25.09.11 Ludwigstraße 66 www.bovistra.com

Galerie Dengler und Dengler Hans-Christian Brix »Vernetzung«, 17.09. bis 18.12.11 Rosenbergstraße 102A www.denglerunddengler.de Galerie Franke Koho Mori-Newton, 17.09. bis 05.11.11 Weberstraße 39 www.galerie-franke.de Galerie Angelika Harthan Amador, bis 17.09. bis 29.10.11 Gerberstraße 5c www.galerieharthan.de Galerie Reinhard Hauff Anne-Lise Coste, 16.09. bis 29.10.11 Paulinenstraße 47 www.reinhardhauff.de Galerie Andreas Henn Walter Rempp, bis 28.08.11 Sara F. Levin »Welten«, 17.09. bis 22.10.11 Eberhardstraße 31-22 www.henn-kunst.de Galerie Hollenbach Alex Harding, »Clockwise Stoppages«, Jane Harris »Leitmotiv« 19.09. bis bis 28.10.11 Ganghoferstraße 28 www.galerie-hollenbach.de Galerie INTER ART Hannes Pohle, 02.09.-24.09.11 Gert Fabritius, & Tom Fabritius, 30.09. bis 22.10.11 Rosenstraße 37 www.interart-germany.de Galerie Keim Gisela Glucker und K.H.R. Sonderborg »Form trifft Informel, eine Gegenüberstellung«, 17.09. bis 29.10.11 Marktstraße 31 www.galerie-keim.de Galerie Saby Lazi Ingeborg van Loock bis 31.08.11, Bopserwaldstraße 61 www.sabylazi.de Galerie Brigitte March Antonio Muntadas »Warning: Perception Requires Involvement«, 10.09. bis 08.10.11 Solitudestraße 254 www.artfacts.net/brigmarch


Galerie Merkle Hannes Steinert, Zeichnungen und Ölbilder, 16.09. bis 12.11.11 Galerienhaus, Breitscheidstraße 48 www.galerie-merkle.de

Hospitalhof Anna Kolodziejska, Patrycja German »Ich sehe was, was du nicht siehst…«, 23.09. bis 23.1.11 Büchsenstraße 33 www.hospitalhof.de

Galerie Mueller-Roth Reto Boller »Schilderung«, 17.09. bis 12.11.11 Christophstraße 6 www.galerie-mueller-roth.de

ifa-Galerie Stuttgart »connect. In Indien und weit darüber hinaus«, Khoj International Artists’ Association Delhi, 29.07. bis 02.10.11 Charlottenplatz 17

Galerie Anja Rumig Keine Sommerpause 1, 13.08. bis 03.09.11 Lehrer – Schüler: Hoflehner-Riel, Scherer. Eine Trilogie der Plastik. 15.09. bis 05.11.11 Ludwigstraße 73 www.galerie-anjarumig.de

Künstlerhaus Stuttgart Nilbar Güres & David Blandy »Künstlerische Dialoge II«, 08.09. bis 30.10.11 Reuchlinstrasse 4b www.kuenstlerhaus.de

Galerie Schlichtenmaier Werner Pokorny, bis 10.09.11 »Lust auf Formen – Adolf Hölzel, Willi Baumeister, Otto Baum«,, 15.09. bis 26.11.11 Kleiner Schlossplatz 11 www.schlichtenmaier.de

Kunstmuseum Stuttgart   »Ars Viva. Labor«, 18.06. bis 23.10.11 »Amy Siegel« Großprojektion, bis 23.10.11 Walter-Stöhrer-Stiftung, bis 04.09.11 Kleiner Schlossplatz 13 www.kunstmuseum-stuttgart.de

Galerie Michael Sturm Dieter Hacker »Alle Macht den Amateuren«, Carolin Jörg, 20.09. bis 12.11.11 Christophstraße 6 www.galerie-sturm.de

Kunststiftung Baden-Württemberg Patrick Panetta: »PROXY AFFAIRS (Make problems just sexy enough.) « bis 27.08.11 Gerokstraße 37 www.kunststiftung.de

Galerie Edith Wahlandt Bonies, Fruhtrunk, Geiger u.a., bis 03.09.11 Steffi Schöne »Mise en Scène«, Fotografie 17.09. bis 29.10.11 Hölderlinstraße 55 www.edith-wahlandt-galerie.de

Landesmuseum Württemberg LegendäreMeisterWerke. bis 2012 »Mit Pinsel, Feder und Giesskanne«, 10.06. bis 11.09.11 Geheimnisvolle Wunderkammer: Schatzsuche im Jungen Schloss, Schillerplatz www.landesmuseum-stuttgart.de

Galerie Rainer Wehr Holger Bunk »Optionen«, 14.09. bis 11.11.11 Alexanderstraße 53 www.galerie-rainer-wehr.de Galerie Z »Summer Selection«, bis 26.08.11 Im Kulturpark Berg, Teckstraße 66 www.galeriez.net/ Gedok e.V. Ina Schneider, »Beobachten Vermessen Dokumentieren«, 16.07.11 bis 06.08.11 Hölderlinstraße 17 www.gedok-stuttgart.de

Linden-Museum »Merhaba Stuttgart«, bis 18.12.11 »Fokus: Farbe und Fantasie«, bis 25.09.11 Hegelplatz 1 www.lindenmuseum.de Mercedes-Benz Museum »Art & Stars & Cars«, Werke der Daimler Kunst Sammlung, bis 25.09.11 Mercedesstraße 100 www.mercedes-benz-classic.com. Oberwelt e.V. Katja von Puttkamer »flat«, 09. bis 30.09.11 Reinsburgstraße 93 www.oberwelt.de


Parotta Contemporary Art Timm Rautert »Endliche Zeit«, 17.09. bis 11.11.11 Sebastian Gögel, »Kassierer«10.06. bis 30.07.11 Augustenstraße 87-89 www.parrotta.de Staatsgalerie Stuttgart »Die Akademie im Museum«, bis 21.08.11 »Kriegszeit«, 30.04. bis 07.08.11 »Voilà – Aka-Gastspiel in der Staatsgalerie«, bis 28.08.2011 »The Empty Plan«, Offenes Depot #01, bis 09.10.11 »Russ, Kohle, Bleistift«, Hermann Pleuers Eisenbahnzeichnungen, 17.09. bis 12.02.12 Konrad-Adenauer-Straße www.staatsgalerie.de Treffpunkt Rotebühlplatz Vhs Photogalerie Europäischer Architekturfotografie-Preis 2011 »Dazwischen | in between«, 29.09. bis 20.11.11 Rotebühlplatz www.vhs-photogalerie.de Uno Art Space Kurt Tong & Nancy Newbury: »For You«, bis 28.09.11 Liststraße 27 www.on-photography.com Wechselraum »125 Jahre Automobil und Architektur«, bis 19.08.11 Friedrichstraße 5 www.wechselraum.de Württembergischer Kunstverein »Urbanes Leben / Vervielfältigung«, Mitgliederausstellung 13.08. bis 11.09.12 »Die Chronologie der Teresa Burga«, 30.09. bis 01.01.12 Schlossplatz 2 www.wkv-stuttgart.de

REGION Backnang Galerie der Stadt Backnang Peter Holl, 14.08.11, Sinje Dillenkofer, 24.09.11 bis 13.11.11 Stiftshof 2 www.backnang.de Baden-Baden Museum Frieder Burda Neo Rauch, bis 18.09.11 Lichtentaler Allee 86 www.museum-frieder-burda.de Staatliche Kunsthalle »Geschmack – der gute, der schlechte und der wirklich teure«, 09.07. bis 09.10.11 Lichtentaler Allee 8a www.kunsthalle-baden-baden.de Bietigheim-Bissingen Städtische Galerie Liebesgeschichten, bis 09.10.11 »Power Up! Female Pop Art«, bis 09.10.11 Hauptstraße 60-64 www.bietigheim-bissingen.de Böblingen Städtische Galerie »sitzen / stehen / liegen«, bis 13.11.11 Pfarrgasse 2 www.boeblingen.de Donaueschingen Museum Biedermann David Nash, Werner Pokorny, Jinmo Kang, Unen Enkh »Back to the Roots«, bis 12.02.12 Museumsweg 1 www.museum-biedermann.de Eberdingen-Nussdorf Kunstwerk – Sammlung Klein »Hängung #7«, Kunst aus Australien – Tradition und Moderne, bis 15.01.12, Siemensstraße 40 www.sammlung-klein.de

Zero Arts e.V. Marinus van Aalst, »Zellspeicher – Block 03«, Stuttgart, 05.08. bis 02.09.11 Esslingen Ostendstraße 16 Villa Merkel – Galerie der Stadt Esslingen www.zeroarts.de Darren Almond, bis 21.08.11 Dieter Blum – Fotografien, 11.09. bis 23.10.11 Pulverwiesen 25 www.villa-merkel.de


Göppingen Kunsthalle Sara Pfrommer »Trace«, bis 28.08.11 Thomas Huber, Sammlung Hennig und Isolde Brod-Rickmann: »Das Bild als Bühne«, bis 28.08.11 Marstallstraße 55 www.kunsthalle-goeppingen.de Heilbronn Kunsthalle Vogelmann 50 Meisterwerke aus dem Kunstmuseum Bochum, 14.05. bis 21.08.11 »Die Bilder sind im Kopf« Franz Erhard Walther, 11.09. bis 20.11.11 Allee 28 www.museen-heilbronn.de Museum im Deutschhof Robert Förch, 05.06. bis 23.10.11 Deutschhofstraße 6 www.museen-heilbronn.de

Künzelsau Hirschwirtscheuer Walter Wörn »Arkadische Gegenwelten«, bis 06.11.11 www.kunst.wuerth.com Museum Würth »Aller Zauber liegt im Bild«, Laacher Bestand zeitgenössischer Kunst in der Sammlung Würth, bis 18.09.11 Reinhold-Würth-Straße 15 www.kunst.wuerth.com Leonberg Galerieverein Leonberg Gert Riel, Flächenspannung. Stahl- und Lackarbeiten, 18.09. bis 30.10.11 Zwerchstraße 27 www.leonberg.de Ludwigsburg Galerie Gudrun Fuckner Marietta Hoferer, Anne Schneider, Menja Stevenson, 16.09. bis 29.10.11 Am Marktplatz 4 www.galerie-fuckner.de

Karlsruhe Badischer Kunstverein Ana Roldán »Forms of Contemplation, Ideal Forms of Composition«, Janice Kerbek: »Kill the Workers!«, bis 11.09.11 Kunstverein Waldstraße 3 »The Dissolution of Time and Space« Irish www.badischer-kunstverein.de Video Art Singled Out , 04.09.bis 09.10.11 Wilhelmstraße 45/1 ZKM www.kunstverein-ludwigsburg.de Francesco Lo Savio und Tano Feste »The Lack of the Other«, 07.05. bis 07.08.11, Marbach »Lee Bontecou. Insights«, »Bill Bollinger – Die Literaturmuseum Retrospektive«, 27.05. bis 25.09.11 »Schicksal. Sieben mal sieben unhintergehbare »CAR CULTURE. Medien der Mobilität«, bis Dinge.«, bis 28.08.11 08.01.12. »Briefe an Ottla.« Von Franz Kafka und andeLorenzstraße 19 ren, bis 11.09.11 www.zkm.de »Ich liebe Dich!« Spuren eines Satzes 20.09.11 bis 29.01.12 Kornwestheim Schillerhöhe 8 Museen der Stadt Kornwestheim www.dla-marbach.de Wolfgang Neumann »VIVA NAVI NAIV«, bis 30.10.11 Ostfildern Stuttgarter Straße 93 Städtische Galerie www.kornwestheim.de Margit Schraner, 24.07. bis 27.09.11 Gerhard-Koch-Straße 1 Kraichtal www.ostfildern.de Ursula-Blickle-Stiftung DAS KABINETT DES JAN ŠVANKMAJER Schorndorf »Das Pendel, die Grube und andere AbsonderGalerien für Kunst und Technik lichkeiten«, 04.09. bis 16.10.11 Pavel Schmidt »Hängendes und Stehendes«, Mühlweg 18 bis 25.09.11 www.ursula-blickle-stiftung.de Arnoldstraße 1 www.galerien-kunst-technik.de


Schwäbisch Gmünd Museum und Galerie im Prediger »Quadratisch.Praktisch.Kunst«, die Sammlung Marli Hoppe-Ritter zu Gast, bis 09.10.11 Johannisplatz 3 www.museum-galerie-fabrik.de

Waldenbuch Museum Ritter »Positionen der 50er bis 70er Jahre«, »Antonio Calderara«, bis 18.09.11 Alfred-Ritter-Straße 27 www.museum-ritter.de

Schwäbisch Hall Kunsthalle Würth Niki de Saint Phalle »Spiel mit mir«, bis 16.10.11 Lange Straße 35 www.kunst.wuerth.com

Kalender

Johanniterhalle Riemenschneider im Chor, Das Bode-Museum zu Gast, bis 08.01.12 Im Weiler 1 www.kunst-wuerth.de

Vortrag und Präsentation, ifa-Galerie, 20 Uhr Sylvia Winkler / Stephan Köperl Im Rahmen der Ausstellung »in Indien und weit darüber hinaus« http://www.ifa.de/ausstellungen/dt/ifa-galeriestuttgart/

Schauwerk Imi Knoebel, bis 02.10.11 Eschenbrünnlestraße 15/1 www.schauwerk-sindelfingen.de Tübingen Kunsthalle Evan Penny, »Re Figured«, bis 04.09.11 Cézanne Renoir  Picasso & Co. 40 Jahre Kunsthalle Tübingen, 17.09.11 bis 29.01.12 Philosophenweg 76 www.kunsthalle-tuebingen.de Ulm Kunsthalle Weishaupt  Robert Longo, bis 25.09.11 Hans-und-Sophie-Scholl-Platz www.kunsthalle-weishaupt.de Untergröningen Kunstverein KISS 11. Kunst- und Kultursommer, »Professorale«, bis 02.10.11 Schlossgartenstraße www.kiss-untergroeningen.de Waiblingen Galerie Stihl »Phantasie an die Macht – Politische Künstlerplakate von Kollwitz bis Rauschenberg« 07.07. bis 25.09.11 Weingärtner Vorstadt 16 www.galerie-stihl-waiblingen.de

Do, 4. August

Konzerte im Kulturzentrum Merlin, 21 Uhr Mit Audiac geht’s los: Das 22. Sommermu­ sikfestival im Merlin »Klinke 22«, das bis 10. September Bands aus Stuttgart und der Region zeigt. www.merlinstuttgart.de/

Fr, 5. August Vernissage, Galerie Zero Arts, 20 Uhr Marinus van Aalst: Zellspeicher - Block 03 Rauminstallation mit Bodenproben vom Bauge­ lände des Tiefbahnhofes Stuttgart 21. Showdown: Fr, 2. September, ab 20.00 Uhr. www.zeroarts.de

So, 7. August Film in der Staatsgalerie, 15 Uhr »DEFA - Filme zu Leben & Werk von Käthe Kollwitz« zur Finissage. www.staatsgalerie.de

Mi, 10. August Tanz im Theaterhaus, 20 Uhr Das Pilobolus Dance Theatre zeigt »Shadow­ land«, getanzte Träume aus Schatten und Licht, bis 14.08.2011 www.theaterhaus.de

Sa, 13. August Keine Sommerpause I, Galerie Anja Rumig, 12 bis 20 Uhr Ausstellung. Bis 3. September 2011. www.galerie-anjarumig.de


Sa, 20./21. August

Fr, 2. September

Konzert Schloss Solitude, 20 Uhr Abschlusskonzerte der Sommerakademie der Akademie Schloss Solitude: Das Ensemble SurPlus spielt Werke von Teilnehmern. www.akademie-solitude.de

Konzert Gedok-Galerie 17 Uhr Die Telemänner – das Internationale KinderBarockorchester spielt, am 3. September Abschlusskonzert im Linden-Museum. www.lindenmuseum.de

Do, 25. August

Mo, 5. September

Jamsession im Filmtheater, 19.30 Uhr Jam jenseits des Jazz: Roda di Choro

Fr, 26. August

Konzerte im Theaterhaus Zum 99.Geburtstag von John Cage: der »Wasserspaziergang«. Um 22 Uhr folgt die »Eismusik« mit Schlagzeuger Terje Isungset.

Musikcamp für Kinder und Jugendliche: „Die Telemänner“ – Internationales Kinder-Barockor­ chester. www.gedok-stuttgart.de

Tanzworkshop für Kinder, Staatsgalerie, 13.30 Uhr „Mit tanzenden Schritten durch Bühne und Bild“. Anmelden!

Premiere Petruskirche Stuttgart-Gablenberg, 20.30 Uhr Die WerkstattBühne Stuttgart gibt »Heinrich Penthesilea von Kleist«. Vom 1. bis 10.09.2010 im Theater am Olgaeck. www.theateramolgaeck.de/

Fr, 26. bis 28. August 30. Lab-Festival, Zelt bei den Berger Sprudlern, Unterer Schlossgarten Stuttgarts zweitältestes Festival wird 30 Jahre alt und feiert mit alten Wegbegleitern und jungen Bands – bei freiem Eintritt. www.laboratorium-stuttgart.de

Sa, 27. August bis 18. September Musikfest Stuttgart, verschiedene Veranstal­ tungsorte. In diesem Jahr findet die grandiose Veranstaltungs­reihe unter dem Motto »Wasser« an ungewöhnlichen Orten statt. www.musikfest.de

So, 28. August Sonderführung Staatsgalerie, 12 Uhr Komm, Israel, zum Schilfmeer! Zum Musikfest Stuttgart 2011 - Wasser. Karten Tel. 0711-61 921 61

Do, 1. September Führung Kunsthalle Vogelmann, Museum im Deutschhof, Heilbronn, 17 Uhr »20 Jahre Deutschhof – Die wichtigsten Ankäufe der Kunstsammlung« www.museen-heilbronn.de

Mi, 7. September Vernissage Künstlerhaus, 19 Uhr Die Ausstellung Künstlerische Dialoge II Nil­bar Güres & David Blandy, bis 30.10. www.kuenstlerhaus.de

Fr, 9. September 8. Stuttgarter Lyriknacht, 19 Uhr Poesie, Musik und Film – Literaturhaus, Schriftstellerhaus und Stadtbibliothek www.literaturhaus-stuttgart.de

So, 11. September Vernissage, BBK Atelierhaus, 11 Uhr Birgit Herzberg-Jochum; bis 10.10.11 Konzert Alte Pfarr, Wolfegg 11 Uhr Elisabeth Seitz und die »Farben des Psalte­riums«. Theater im Theaterhaus, 19 Uhr Die Aufsteiger - Ein Gastspiel von Theater Spezial, ist ein Stück über die Entstehung einer besonderen Geschäfts-Freundschaft mit Daniel Irschik, und Markus Klemenz.

Mo, 12. September Vortrag im Hospitalhof, 20 Uhr »Was wir sind und was wir sein können – Ein neurobiologischer Mutmacher« Prof. Dr. Gerald Hüther. www.hospitalhof.de

Di, 13. September Vernissage Galerie Rainer Wehr, 20 Uhr Holger Bunk »Optionen«, www.rainer-wehr.de


Lesung, Württembergische Landesbibliothek, 18 Uhr „Adolf Hölzel und Karl Konrad Düssel: Dokumente einer Freundschaft.” Lesereihe der Adolf Hölzel-Stiftung, www.wlb-stuttgart.de

Mi, 14. September Vernissage, Galerie Anja Rumig, 19.30 Uhr Lehrer – Schüler: Hoflehner – Riel, Scherer, Eine Trilogie der Plastik. Vernissage, Galerie Hollenbach, 18 Uhr Alexis Harding »Clockwise Stoppages«, Jane Harris »Leitmotiv« www.galerie-hollenbach.de

Do, 15. September Tanz, Kunstzentrum Karlskaserne, Ludwigsburg, 20 Uhr Das BürgerTheater bringt »Liebe, Ehre, Drachen­blut – Nibelungen« auf die Bühne. new.heimat.de/ttw/start/index.php Vernissage, Galerie Fuckner, 5räume, Marktplatz 4, 19.30 Uhr Marietta Hoferer, Anne Schneider, Menja Ste­venson, Einführung: Susanne Jakob, Kunstverein Neuhausen. Bis 29.10.2011 www.galerie-fuckner.de Vernissage Galerie Schlichtenmaier, 19.30 Uhr »Lust auf Formen – Adolf Hölzel, Willi Bau­ meister, Otto Baum« www.schlichtenmaier.de Vernissage Akademie Schloss Solitude, 20 Uhr Ausstellungseröffnungen der Stipendiaten

Fr, 16. September Vernissage, ZKM Foyer, 19 Uhr »The Global Contemporary. Kunstwelten nach 1989« Mit Eröffnungsfestival. Bis 05.02.2012 www.globalartmuseum.de/site/home

Sa, 17. September Art Alarm, 12. Stuttgarter Galerierundgang, 11 bis 20 Uhr www.art-alarm.de Benefiz-Konzert, Louis-Bührer-Saal der Kreis­ sparkasse Ludwigsburg, 20 Uhr Wolfgang Dauner: »Tribut to the Past«;

Zuguns­ten von Live Music Now Stuttgart. www.livemusicnow-stuttgart.org Eröffnung der neuen Theaterkasse der Staatsthe­ ater Stuttgart, Theaterpassage, Königstraße 1B, ab 11 Uhr »Türen auf« Mit den Intendanten, Sängern der Oper Stuttgart, des Opernstudios sowie ein Blechbläserensemble des Staatsorchesters Stuttgart. www.staatstheater-stuttgart.de Spielzeiteröffnung: »Auftakt!«, ab 12 Uhr Das neue Leitungsteam um Operninten­dant Jossi Wieler stellt sich vor. Gemischtes Programm im Theater Rampe, 20 Uhr Uwe Schenk trifft ... einen musikalischer Gast, zwei Moderatoren, eine dreiköpfige Hausband www.theaterrampe.de

So, 18. September Art Alarm, 12. Stuttgarter Galerierundgang, 11 bis 20 Uhr Wiederaufnahme, Opernhaus 19.30 Uhr »La Traviata« unter der Regie von Ruth Berghaus! Matinee in der Arena, 11 Uhr Zum Spielzeitauftakt stellt sich Intendant Hasko Weber mit Team vor. www.staatstheater.stuttgart.de/schauspiel

Di, 20. September Buchpremiere, Literaturhaus, 20 Uhr Wolfgang Schorlau: »Die letzte Flucht« Moderation: Heinrich Steinfest; Musik: Wolfgang Kallert www.literaturhaus-stuttgart.de Vernissage, Literaturmuseum der Moderne, Marbach, 19 Uhr »Ich liebe Dich!« 66 + 6 Beispiels für die Geschichte der Formel »Ich liebe Dich!« von Goethe bis Gernhardt. http://www.dla-marbach.de

Mi, 21. September Lesung und Gespräch, Literaturhaus, 20 Uhr Hanns-Josef Ortheil: »Liebesnähe« Vortrag und Diskussion Kunstmuseum, 19 Uhr Zum Automobilsommers 2011 unter­sucht der aed die Wechselwirkung von Stadt und Automobil. Wiederaufnahme Opernhaus, 19.30


Der Fliegende Holländer von Regisseur Calixto Bieito landet in Stuttgart an.

Fr, 23. September Ballett im Opernhaus, 19 Uhr Mit John Neumeiers „Kameliendame“ startet das Stuttgarter Ballett in die Saison 2011/2012. www.staatstheater.stuttgart.de/ballett/ Vernissage, ZKM_Foyer, 18 Uhr »Hiroshi Kawano. Der Philosoph am Computer, im ZKM | Medienmuseum, Projektraum. Bis 08.01.2012 Vernissage Hospitalkirche, 20 Uhr Anna Kolodziejska, Patrycja German, »Ich sehe was, was du nicht siehst…« Vernissage, Galerie der Stadt Backnang »Sinje Dillenkofer«, bis 13.11.2012 Uraufführung in der Werkhalle, 20 Uhr »30. September«: das Chorprojekt von Ulrich Rasche zum Tag, der für Viele zum Einschnitt wurde. Bis 30.09.2011

Sa, 24. September Premiere im Nord, 20 Uhr Frühlings Erwachen von Frank Wedekind – mit der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Theater im Theaterhaus, 20.30 Uhr Joseph Roths »Die Legende vom Heiligen Trin­ ker« wird von Silvia Armbruster inszeniert.

So, 25. September Familienführung und Mini-Tanzworkshop, Opernhaus, ab 11 Uhr Das Angebot der Festwochen wird vom Stuttgarter Ballett fortgesetzt. Für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren. Kindertheater im Treffpunkt Rotebühlplatz, 16 Uhr Überraschung für Victorius: Die Stromer spielen eine Komödie für Kinder ab 4 Jahren.

So, 26. September Vortrag und Diskussion Theaterhaus, 19 Uhr. Der Neue Montagskreis Mehr Bürgerbeteiligung Erwartungen, Hoffnungen, Möglichkeiten mit Gisela Erler, Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung.

Mo, 27. September Roberto Cordone. Bis 29. Oktober 2011 Premierenlesung, Literaturhaus, 20 Uhr Heinrich Steinfest: »Die Haischwimmerin«. Moderation: Wolfgang Schorlau

Mi, 28. September Vernissage VHS Photogalerie, 19 Uhr »Dazwischen | in between« Architekturbild, Euro­ päischer Architekturfotografie-Preis 2011 www.vhs-photogalerie.de Premiere im Klub, 20 Uhr Nichts Schöneres von Oliver Bukowski setzt Schauspielintendant Hasko Weber in Szene. Tanztheater-Premiere in den Wagenhallen, 20.30 Uhr Choreographin Nicki Liszta zeigt »Superbia«, in ihrer Reihe über die sieben Todsünden »Das Leben ist kein Ponyhof«. www.wagenhal­len.de/programm.html

Do, 29. September Lesung und Gespräch, Literaturhaus, 20 Uhr Irene Ferchl: »Geschichten aus Stuttgart« Uraufführung im FITZ! Stuttgart, 20.30 Uhr »Die Schwestern Brontë«. www.fitz-stuttgart.de

Die Gewinner unserer Bücher-Verlosung in Ausgabe 16 sind: Ingrid Weirather, Stuttgart; Reiner Hollerbach, Stuttgart; Ursula Hefter-Hövelborn, Backnang


SuR – KulturPolitik für Stuttgart und Region Herausgeber und Redaktionsleitung: Eva Maria Schlosser (V.i.S.d.P.) und Petra Mostbacher-Dix www.sur-kultur.net, mail: redaktion@sur-kultur.net Kontaktadressen: Eva Maria Schlosser Forststraße 180 70193 Stuttgart T 0711-636 28 29 Petra Mostbacher-Dix Eichenweg 1 / 2 70839 Gerlingen T 07156/434 512 Mitarbeiter dieser Ausgabe: Günter Baumann (gb), Claus Dick (cd), Ina Hochreuther (hoc), Thomas Klingenmaier (tkl), Sigrun Lutz (luz), Nora Moschuering www.sur-kultur.net redaktion@sur-kultur.net Grafik, Design und Anzeigen: Wessinger und Peng T 0711-66 48 00 38 grafik@sur-kultur.net www.wessingerundpeng.com Titelbild: Alex Kern, hallo@alexkern.com Fotos: Redaktion; Dmitry Sokolov – Fotolia, Claus Dick, John Kane, Milla & Partner / Sasha Waltz, A.T. Schaefer, Emile Holba, Jim Zimmermann, PR; Galerien und Museen; Verlage; Veranstalter Druck: UWS Papier & Druck GmbH Libanonstraße 72 a 70184 Stuttgart Auflage: 5.000 Exemplare Erscheinungsweise: alle zwei Monate Die nächste Ausgabe erscheint Ende September, Redaktionsschluss ist der 15. September, Anzeigenschluss und Kalenderschluss: 20. September SuR liegt an folgenden Stellen aus: Akademie der Bildenden Künste, Atelier am Bollwerk, Filmgalerie 451, Galerienhaus, i-Punkt, Literaturhaus, Rathaus, Rotebühlzentrum, Staatsgalerie, Theaterhaus, WKV, weitere Galerien und Kulturinstitutionen in Stuttgart und Region Mediadaten unter www.sur-kultur.net ... ...und immer wieder Neues auf:

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„Nicht alles, was zählt, kann gezählt werden, und nicht alles, was gezählt werden kann, zählt !“

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