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Photo: Marc Huth

Warum haben Sie einen eigenen Bachelor in Fotografie eingeführt? Leupold: Mit dem expliziten Studiengang Fotografie (B.A.) haben wir im Oktober 2010 begonnen. Die Fotografie selbst war bei uns allerdings schon seit 2006 in dem Studiengang Motion Design mit sechs Kursen sehr präsent. Zwar ist ein Bachelor für das Fach Fotografie nicht zwingend notwendig, aber er gewinnt im Zuge des Bologna-Prozesses zunehmend an Bedeutung und es hilft den Studenten, einen international vergleichbaren Abschluss zu haben. Glusgold: Die Vergleichbarkeit und die Offenheit gerade auch für ausländische Studenten - wir haben Studenten aus 26 Ländern - ist mit Sicherheit wichtig.Aber es gibt auch Nachteile. Das heutige Bachelor-System ist im Vergleich zu meinem eigenen Studium viel verschulter und die Studenten haben weniger Freiräume, um in Ruhe an eigenen Bildfindungen und größeren Serien zu arbeiten. Da es keine Fachklassen mehr gibt, können die Studenten nicht längerfristig von einem Dozenten betreut werden, was für die eigene Entwicklung am besten wäre. Welche Besonderheiten zeichnen den Studiengang Fotografie an der btk aus?

Leupold: In dem Studiengang sind sowohl künstlerische als auch theoretische Grundlagen stark verankert. Wir bieten Fächer wie Philosophie, Design- bzw. Medien-Theorie, Geschichte der Fotografie oder Filmwissenschaft an. In unserem Atelier können sich die Studenten mit künstlerischen Grundlagen wie Malerei oder Illustration beschäftigen. Eine breite Ausbildung ist uns sehr wichtig.Wer Fotografie an der btk studiert, der studiert das quasi im Verbund mit den anderen Designrichtungen wie Kommunikationsdesign, Motion Design und Interaction Design. Jeder Student muss zwei Module aus benachbarten Designstudiengängen belegen. Das ist unseres Erachtens wichtig im Hinblick auf die spätere Berufstätigkeit. Denn Fotografen gibt es ‚wie Sand am Meer‘ und es ist absehbar, dass Fotografen auch in anderen Bereichen ihr Geld verdienen müssen. Eine breite fachliche Ausbildung ist das eine, Auslandserfahrung das andere. Ist dies ein Thema an der btk? Leupold: Die btk gibt es jetzt seit fünf Jahren, da entwickeln sich solche Partnerschaften natürlich erst noch. Wir haben zum Beispiel eine Partnerschaft zu Bezalel, der bekanntesten Designschule in Israel. Aber es ist nicht so einfach, dorthin Studenten zu schicken, da man hebräisch können muss um

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