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SOMMER 2012

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Die Broschüren von Sud de France können Sie auf www.sunfrance.com direkt herunterladen, oder über dieAnwendung Sud Languedoc-Roussillon für Ipad. Bleiben Sie auf dem Laufenden über die neuen Urlaubsangebote im Languedoc-Roussillon, indem Sie die E- Newsletter Urlaub im Languedoc-Roussillon und Prestige Languedoc-Roussillon auf www.sunfrance.com abonnieren.

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Burgen des Katharerlands, im Sturm auf die Zitadellen Uzès, mediterrane Lebensart Etang de Thau, die Leidenschaft für Austern

Gute Pläne

Ungewöhnliche Ideen für Ihre Unterkunft Die Causses und die Cévennes. Die 6. von der UNESCO in das Welterbe der Menschheit aufgenommene Stätte


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VORWORT

Foto einer: Paul Palau Modell: Studio IDM, Saint-Jean-de-Védas. Gedruckt in Europa: Hinterlegung von Pflichtexemplaren: Beim Erscheinen ISSN-Nummer: 2112-7468 Paritätischer Ausschuss: 0413K 90782 Midi Libre – Juni 2012©

EineFünfsternDestination

Das Languedoc-Roussillon ist eine der beliebtesten Urlaubsregionen. Denn diese Gegend hat sehr viel zu bieten! Von den Ost-Pyrenäen bis hin Lozère, von l'Aude bis Gard über Hérault, überall ist die enge Verbindung zwischen Landschaft und Architektur, Dörfern und Menschen spürbar. Die Natur, geschützt und zugänglich für alle, bildet das Bindeglied zwischen Vergnügen und Entspannung. Denn das Languedoc-Roussillon ist ein großes Gebiet voller Kontraste; vom Mittelmeer bis zu den Pyrenäen, von den Cevennen bis zu den Corbieren ist der Charme diéser Gegend mit 220km Mittelmeerküste unvergleichlich, ohne die vielen touristisch erschlossenen Flussküsten am Rhonekanal in Sete oder am Canal du Midi einzurechnen Mit nunmehr sechs eingetragenen Standorten (Causses und die Cevennen sind seit einigen Monaten zur Stadt Carcassonne, dem Canal du Midi, dem Pont du Gard, den Wegen von Jakob von Compostela und den Festungen von Vauban hinzugekommen) ist das Languedoc – Roussillon die Region mit den meisten Monumenten und den meisten von der Unesco anerkannten und als Welterbe der Menschheit eingetragenen Stätten. Aber dieser äußerst vielfältige Reichtum der Region geht noch viel weiter. Zwischen belebten Städten und Dörfern, die ihre Seele bewahrt haben, zwischen Herbergen, die stolz ihre Gastronomie anbieten und Weinbergen, die sich dem Önotourismus verschrieben haben, offenbart sich ein Kaleidoskop von Farben, Gerüchen und Genüssen. Da kann man nur bestätigen, dass der wahre Luxus darin besteht, einfach da zu sein!

vorwort

Sonderausgabe, herausgegeben von der Gesellschaft der Zeitung Midi Libre SA mit einem Kapital von 6 350 350 € Hauptaktionäre: GSO-SA - FCPE GMLA Firmensitz: rue du Mas-de-Grille 34430 Saint-Jean-de-Védas cedex Postadresse: 34438 Saint-Jean-de-Védas cedex Tel : +33 (0)4 67 07 67 07 Publikationsleiter: Alain Plombat Planung und Koordination der Ausgabe: Didier Thomas-Radux (Editionszentrale) E-Mail : dtradux@midilibre.com Texte: Anne Schoendoerffer, Didier Thomas-Radux, Marie Vanhamme, Anne-Pauline Principaud. Sowie: Christelle Zamora, Prisca Borrel, Géraldine Pigault, Claire Mondrian. Fotos: William Truffy, Paul Palau, Jean-François Salles, Serge Privat, Anne Schoendoerffer, Dominique Quet, Alexis Béthune, Julien Fitte, Nathalie Amen-Vals, David Crespin, Vincent Andorra, Franck Valentin, Christine Palasz, Olivier Got, BIM, Richard Hullessen, Alain Pernia, Harry Jordan, Marc Dantan, Bernard Liégeois, Christophe Fortin, Olivier Demols, Philippe Rouah, Chartreuse de Villeneuve-les-Avignon, Tourismuszentrale von Port-Vendres, Marie Vanhamme, Nicolas Guyonnet, Sensotek, Montozarbres, Cévennes Evasion, Bolquère 2000, Françoise Lacoste, Michel Pieyre, Garrigae, Rathaus von Gruissan, Serge Privat, François Privat, P. Eoche, Christophe Grilhe, Aline Périer Tourismuszentrale von Uzès und Uzège Y. Monahan, S. Breithaup.

Christian Bourquin Der Vorsitzende der Region Languedoc-Roussillon Senator

Der Alkoholmissbrauch ist gefährlich für die Gesundheit. Genießen Sie mit Mass. Languedoc Roussillon

SUDDEFRANCE - 1 -


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INHALTSÜBERSICHT SUD DE FRANCE Legende Das Erbe

4-5 - PRAKTISCHES

SUD DE FRANCE, TYPISCHE KÖSTLICHKEITEN VON HIER (4-5) FÜR IHRE REISEVORBEREITUNGEN (5)

7-19 - GLANZLICHTER

Zeugen der Antike

DIE 6 VON DER UNESCO ZUM WELTERBE DER MENSCHHEIT ERKLÄRTEN STÄTTEN IM LANGUEDOC-ROUSSILLON: DIE KALKSTEINPLATEAUS DER CAUSSES UND DIE CEVENNEN (8-9), DER CANAL DU MIDI (10-11), DER PONT DU GARD (14-15), DIE PILGERWEGE NACH SANTIAGO DE COMPOSTELA (16), DIE FESTUNGEN VON VAUBAN (17) UND DIE ALTSTADT VON CARCASONNE (18-19). • VOM EINEM KANAL ZUM ANDEREN : FLUSSTOURISMUS AUF DEM CANAL DU MIDI UND DEM RHÔNEKANAL NACH SÈTE (12) • 24 STUNDEN AUF DEM RÖMERRUNDWEG (13)

21-59 - MEDITERRANE DÜFTE

DAS MITTELMEER VON AIGUES-MORTES NACH PORT-VENDRES, DER ZAUBER DES GOLF DU LION (22-33) • UNTERWEGS MIT DEM FAHRRAD ZWISCHEN LAND UND WASSER IN DER PETITE CAMARGUE - WEINKUNDE - RUNDWEG (25) • DURCH DIE HÄFEN DER KÜSTE (28) • 24 STUNDEN AN CÔTE VERMEILLE (33) DAS TERROIR VON AUBRAC UND LA MARGERIDE BIS ZUM LAND DER KATHARER, DIE OFFENBARUNG EINES KULTURELLEN ERBES (34-45) • 48 STUNDEN IN DEN CEVENNEN (36) • DIE SANFTE MILDE DES DUCHÉ D’UZÈS - WEINKUNDE-RUNDWEG (38) • CORBIÈRES ZWISCHEN PRESTIGE UND MODERNE - WEINKUNDE-RUNDWEG (44) DIE STÄDTE VON CARCASSONNE NACH MONTPELLIER, LEBENDIGE GESCHICHTE (46-59) • STREIFZUG DURCH DIE SCHIEFERGEBIETE DES FAUGÈRES WEINKUNDE - RUNDWEG (49) • TAUSENDJÄHRIGE WEINTRADITION UND URGESCHICHTE IM ROUSSILLON WEINKUNDE-RUNDWEG (59)

61-71 - KÖSTLICHKEITEN

VON DER SÜSSZWIEBEL AUS DEN CEVENNEN BIS ZU DEN ANCHOVIS AUS COLLIOURE, EINWAHRES KALEIDOSKOP DER KÖSTLICHKEITEN • DAS GRÖSSTE WEINBAUGEBIET DER WELT (62-63) • PRODUKTE UND REZEPTE (64-71)

Inhalt

Stadt der Kunst

73-96 - BUNTE VIELFALT

KULTUR MUSEEN, WERTVOLLE SAMMLUNGEN UND EINZIGARTIGE FESTIVALS (74-77) TRADITIONEN VON DER SARDANA KATALONIENS ZUM STIERKULT DER CAMARGUE (78-81) KUNSTHANDWERK VON DEN SONNENDURCHTRÄNKTEN GEMÄLDEN KATALONIENS ZUM MUSEUM FÜR DIE HEUGABEL CONSERVATOIRE DE LA FOURCHE GARDOIS (82-85) AKTIVITÄTEN WANDERUNGEN FÜR JEDEN GESCHMACK UND BADEVERGNÜGEN AM MEER (86-92) UNTERKÜNFTE MASSGESCHNEIDERTER AUFENTHALT UND WELLNESSPROGRAMM (93-96)

Weitere Informationen

Thermalbad Gewässer Golf Tierpark Aquarium Bergstation Freizeithafen Flusshaltestelle Flughafen Bahnhof TGV Besonderer Garten Regionaler Naturpark Unternehmensbesichtigung Grüner Urlaubsort Schönstes Dorf Frankreichs Unesco Blaue Flagge

Um Ihre Informationen für die Erkundung des Languedoc-Roussillon zu vervollständigen, stellt Ihnen Sud de France Développement – Tourismus im Languedoc-Roussillon” verschiedene zusätzliche Instrumente zur Verfügung: Ein Iphone-App für den Cercle Prestige (“Sud Prestige”, downloadbar auf Itunes). Ein Ipad-App für den Download der Broschüren (“Sud LR” downloadbar auf Itunes). Eine Anpassung der Website sunfrance.com für mobile Endgeräte (sunfrance.mobi) Außerdem gelangen Sie mit dem QR-Code dieses kleinen schwarzen Vierecks direkt auf die Website www.sunfrance.com. Durch Einscannen des Codes über Ihr Smartphone sind Sie direkt mit der Startseite von Sud de France verbunden. Développement – Tourismus im Languedoc-Roussillon. SUDDEFRANCE - 2 -

JakobswegeFlüsse und Kanäle des Midi Via Domitia


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Die Kalksteinplateaus der Causses und die CevennenUnesco-Welterbe

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PRAKTISCHES SUD DE FRANCE

SuddeFrance,typische Köstlichkeitenvonhier

2006

hat die Region Languedoc-Roussillon eine Dachmarke zur Kennzeichnung ihrer regionalen Erzeugnisse eingeführt. Die Markeninitiative Sud de France entdeckt und kennzeichnet vielfältige, schmackhafte Erzeugnisse und vereint unter der Marke sowohl Produkte aus dem Weinbau - schließlich ist das Languedoc-Roussillon die größte Weinanbaufläche der Welt – als auch regionale Lebensmittelerzeugnisse. Das Languedoc-Roussillon ist für die Vielfalt der Produkte seines Terroirs berühmt und steht für wahrhaft genussvolle Lebensart. Die Markenkennzeichnung umfasst sowohl Aprikosen, Oliven, Erdbeeren, Spargel, Zwiebeln, Auberginen als auch Stier- und Kalbfleisch, den Ziegenkäse Pélardon, Nougat, Esskastanienkonfitüre, Honig, Anschovis und vieles mehr.Fast 2000 Unternehmen sind heute Mitglied der Markeninitiative. Rund 8000 Produkte zeugen von dem Engagement für Herkunft, überlie-

fertes Können und anerkannte Produktionsmethoden der Region. Sud de France ist eine Einladung zum mediterranen Genuss. Der Ansatz steht für das Bestreben der Region Languedoc-Roussillon, durch ihre exzellenten Produkte, ihre reiche Geschichte, ihre beindruckenden Naturlandschaften und

die Gastfreundschaft ihrer Menschen zu einem Markenzeichen zu werden. Alle Produkte werden von den nationalen Lebensmittelketten vertrieben und werden mit regelmäßigen Werbekampagnen in Frankreich und im Ausland bekannt gemacht. www.sud-de-france.com

“Das Potenzial der regionalen Marken ist noch längst nicht ausgeschöpft” Wie steht es um die Marke Sud de France, die derRegionalrat vor sechs Jahren eingeführt hat? Antwort des Marketingexperten Philippe Aurier, Professor am Institut für Unternehmensverwaltung in Montpellier 2, Leiter des Forschungslabors Montpellier für Managementforschung und Koautor von Das Marketing von Lebensmittelprodukten (Le marketing des produits agroalimentaires).

Glauben Sie, die Einführung von Sud de France war eine gute Idee? Bereits seit Mitte der 90er Jahre habe ich wiederholt die Einführung einer “gemeinschaftlichen Regionalmarke” (durch Forschungsprojekte) empfohlen, mit der die Leistungen der verschiedenen Erzeuger unter einem einzigen Banner gebündelt und wirtschaftlich genutzt werden können. Dieses gilt insbesondere für den Lebensmittelbereich, in dem regionale Unternehmen kleinerer Größe aktiv sind, was eine eigene Markenentwicklung

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erschwert. Da die Produkte dieser Unternehmen eng mit ihrer Herkunftsgegend (Terroir) verbunden sind, liegen die Vorteile einer gemeinschaftlichen Regionalmarke auf der Hand. Allerdings kann ich bezeugen, dass die Sichtbarkeit der Marke Sud de France in vielen Produktkategorien und anden Verkaufsorten gegeben ist. Eine Marke existiert eigentlich erst dann, wenn sie dem Verbraucher bekannt ist und die Verkäufer sie in ihre Regale stellen. Heute weist alles darauf hin, dass diese Bedingungen für Sud de France erfüllt sind.


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Welche sind die Grundlagen für den Erfolg einer solchen Marke? Die Marke muss verschiedene wirtschaftlich grundlegende Aufgaben erfüllen. Sie muss im Gedächtnis gespeichert sein: Die Verbraucher, aber auch die Verkäufer müssen die Marke kennen und sie muss im Moment der Auswahl gedanklich zur Verfügung stehen. Fachleute sprechen von der Zugehörigkeit zu der Menge der Marken, die der Käufer überhaupt in Erwägung zieht. Eine bereits bekannte Marke erleichtert die Einführung neuer Produkte am Verkaufsort. Die Verbraucher haben dann die Möglichkeit, sie aufzufinden, sie (wiederzukennen) und dann zu kaufen. Andererseits sollte eine Marke dem Produkt über die Bekanntheit hinaus auch ein Image und eine Aussage verleihen. Sie muss mit positiv besetzten und vom Markt hervorgehobenen Begriffen assoziiert werden wie Qualität, praktische Handhabung, Zuverlässigkeit, Geschmack, Freude, Träumerei, Gastlichkeit… In diesem Bereich besteht die Stärke einer gemeinschaftlichen Regionalmarke darin, das Produkt mit einem geografischen Gebiet zu assoziieren, das wiederum selbst Träger von Werten ist, so zum Beispiel für Authentizität im Falle Languedoc-Roussillons . Diese Werte werden also mit dem Produkt in Verbindung gebracht, das zu der Marke gehört, was dazu beiträgt, dass sein Marktwert steigt. Schließlich muss seine Marke dazu ermuntern, ihr treu zu sein und das Produkt immer wieder zu kaufen. Und wie findet man heraus, dass sie gut ist ? Letztendlich ist eine Marke “gut”, wenn sie es dem Erzeuger ermöglicht, sein Produkt zu einem höheren Preis zu verkaufen als ohne die Marke. Das ist dann die Belohnung für den Arbeitsaufwand und das Risiko des Erzeugers, die er bei der Entwicklung seiner Marke auf sich genommen hat. Der Aufpreis, auch

echte strategische Entscheidung.

“Premiumpreis” genannt, ermöglicht es, in die Bekanntheit und das Image der Marke zu investieren…und so die Erfolgsspirale zu starten. Damit dieses funktioniert, muss der Premiumpreis also höher liegen als der Anteil des Betrags, der in jedes über die Marke verkaufte Produkt investiert wurde. Hier liegt der Vorteil einer gemeinschaftlichen Regionalmarke, die eine große Anzahl von Produkten umfasst, da sie den Wert dieses Anteils verringert. Entgegen der herrschenden Vorstellungen, ist der Markt (Verbraucher und Verkäufer) sehr wohl bereit, diesen Aufpreis zu bezahlen, da die Marke ihm im Gegenzug einen realen Wert einbringt. Gibt es Grenzen bei den Bereichen, die mit der Marke abgedeckt werden können ? Hier sprechen die Fachleute von der Extensionsfähigkeit einer Marke sowie dem Risiko der Markenaufweichung bei einer Ausdehnung über ihr Kompetenzgebiet hinaus. Einerseits haben Marken den Vorteil, eine breite Produktpalette abzudecken und so Hebeleffekte freizusetzen: Die für die Markenentwicklung investierten Kosten verteilen sich auf höhere Umsätze und belasten so nicht die Rentabilität. Andererseits geht eine zu starke Diversifizierung von Marken mit dem Risiko ihrer Banalisierung, dem Verlust ihrer Legitimität und ihrer Aussage einher. Kurzum, die Gesamtheit der Produkte einer Marke muss in sich stimmig sein und mit den von der Marke vertretenen Werten im Einklang stehen. So stellte sich zum Beispiel für die Marke Sud de France die Frage, ob sie auf Lebensmittelprodukte begrenzt bleiben soll oder ob sie auf weitere Bereiche ausgedehnt werden kann. Dieses ist also eine

Immer mehr Regionen führen ihre eigenen Marken ein. Handelt es sich hier um einen grundlegenden Trend? Ganz offensichtlich handelt es sich nicht nur um eine Modeerscheinung, sondern um ein gemeinschaftliches ManagementInstrument wie bei den Handelsmarken von Unternehmen. Ein weiterer Trumpf der gemeinschaftlichen Marke über die genannten Vorteile hinaus ist, dass sie in doppelter Hinsicht wirkt. Sie verhilft den betroffenen Produkten kurzfristig zu höherem Wert und profitiert mittelfristig von den Erfahrungen des Marktes mit den Produkten, die unter ihr vertrieben werden. Diese nähren also die Regional-

marke… und verhelfen der Region zu mehr Bekanntheit und zum Aufbau eines Images. Wird das Zusammenspiel von Marke und Produkten in kohärenter Weise verwaltet, kann dies zu einer sehr vorteilhaften Dynamik führen. Die Produkte selbst werben so für ihre Herkunftsregion. Das lässt sich bereits anhand zahlreicher Produkte aufzeigen, insbesondere die Weinbranche geht in diesem Bereich zu voran. Tatsächlich ist das Potenzial von gemeinschaftlichen Regionalmarken noch längst nicht ausgeschöpft.

Für Ihre Reisevorbereitungen Sud de France DéveloppementTourisme en Languedoc-Roussillon 34000 Montpellier - France Tel.+ 33 (0)4 67 200 220 contact.tourisme@suddefrance-dvpt.com www.sunfrance.com Tourismuskomitee des Departements Aude Tel.+ 33 (0)4 68 11 66 00 www.audetourisme.com Tourismuskomitee des Departements Gard Tel.+ 33 (0)4 66 36 96 30 www.tourismegard.com Tourismuskomitee des Departements Hérault Tel.+ 33 (0)4 67 67 71 71 www.herault-tourisme.com Tourismuskomitee des Departements Lozère Tel.+ 33 (0)4 66 65 60 00 www.lozere-tourisme.com Tourismuskomitee des Departements PyrénéesOrientales Tel.+ 33 (0)4 68 51 52 53 www.tourisme-pyreneesorientales.com Vertretungen des Languedoc-Roussillon im Ausland www.suddefrance-developpement.com

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Das Languedoc-Roussillon zählt von nun an sechs Stätten, die für immer in das

GLANZLICHTER

Gedächtnis der Menschheit eingraviert sind. Außer dem Pont du Gard, der seit mehr als dreißig Jahren klassifiziert ist, dem Canal du Midi, den Jakobswegen, der Altstadt von Carcassonne und den Festungen von Vauban in Villefranche-de-Conflent und in Montlouis nahe der spanischen Grenze wurden 2011 die Kalksteinplateaus der Causses und die Cevennen in die Liste der Stätten aufgenommen, die jede Norm sprengen. Ein einzigartiges architektonisches Erbe, das trotz der Wirrungen der Geschichte selten gut erhalten ist. Vom antiken Rom bis zum Mittelalter und über die Religionskriege hinweg hat sich das Languedoc-Roussillon diese Zeugnisse der Vergangenheit erhalten, die die Welt von heute geprägt hat. Die vielen steinernen Königreiche des Welterbesder Unesco scheinen wie für die Ewigkeit geschaffen. Für weitere Informationen scannen Sie diesen QR-Code mit Ihrem Smartphone oder verbinden Sie sich direkt auf der Website : www.sunfrance.com/Unesco

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GLANZLICHTER CAUSSES UND CEVENNEN

DieKalksteinplateausderCausses unddieCevennen,herausragende KulturlandschaftenvonuniversalemWert

Causses und die Cevennen, die jetzt von der Unesco als Welterbestätten anerkannt wurden, vereinen grandiose Landschaften und aus der engen Beziehung von Mensch und Natur hervorgegangene kulturelle Traditionen.

D

as ausgedehnte Gebiet erstreckt sich über 3 000 km2 und ist auf vier Departements verteilt, von denen drei im Languedoc-Roussillon liegen: Die Departements Lozère, Hérault und Gard, die von den Städten Alès, Ganges, Lodève und Mende begrenzt sind. Die vielfältigen Landschaften sind sich an Schönheit ebenbürtig. Die Terrassen der Täler der Cevennen sind von Kastanienbäumen, Weinreben und Maulbeerbäumen gesäumt. Die zerklüfteten Granitkämme der Berge Aigoual und Lozère überragen Waldgebiete, Weideland und umerziehende Viehherden. Die Causses, riesige, von Felsen gespickte Kalksteinplateaus, bieten Wiesenflächen und schwindelerregende Schluchten… Die aus

der Allianz von Mensch und Natur hervorgegangenen und geschützten Landschaften der Causses und der Cevennen geben ein repräsentatives Bild der mediterranen Gebirgslandschaft, wie sie in Europa gefährdet ist und bieten einen Einblick in eine von Ackerbau und Viehzucht geprägte Landwirtschaftstradition ohne Maschineneinsatz. Als von vergangenen und gegenwärtigen Generationen geformte Kulturlandschaften, in denen sich eine Ackerbau- und Viehzuchttradition entwickelt hat, wurden sie im Juni 2011 zum Welterbe der Menschheit deklariert. Insgesamt bezieht sich die Klassifizierung auf 231 Gemeinden, von denen 86 im Departement Gard, 82 im Lozère und 28 im Hérault liegen. Die Plateaus der Causses und ihre weiten, mit Trockenwiesen überwachseSUDDEFRANCE - 8 -

nen Hügel sind das Ergebnis einer seit Generationen betriebenen und heute noch lebendigen Bewirtschaftung, in der das Schaf die wichtigste Rolle spielt. Während die veränderte Nutzung, ihr Rückgang (heute nicht mehr als 100 Bauern) und die größeren Nutzflächen die Praxis des Viehtriebs beeinträchtigen, werden Ackerbau und Viehzucht hier noch weitgehend traditionell betrieben.

Die Gebiete sind also Landschafts-, Natur- und Kulturerbe in einem.Während die Ziegen in den Schiefertälern der Cevennen weiden, werden die hochgelegenen Granitsteinlandschaften für die Rinderzucht genutzt. Der universale Wert dieser Landschaft ergibt sich aus der Weiter-


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Die Karte eines ausgedehnten Gebiets führung der verschiedenen, im Mittelmeerraum anzutreffenden Weidewirtschaftsformen, nämlich Ackerbau und Weidewirtschaft, Forst- und Weidewirtschaft, Transhumanz und sesshafte Weidewirtschaft. Das von der Unesco klassifizierte Gebiet umfasst den Nationalpark der Cevennen, den regionalen Naturpark der Grands Causses und Naturstätten von unbezwingbarem Zauber : Die Tarnschluchten mit ihrer schwindelerregenden felsigen Windungen, den Felsenzirkus Cirque de Navacelles (Foto), ein riesiger, von Meandern ausgehöhlter Canyon, den der Fluss Vis aufgegeben hat…Die internationale Anerkennung ermuntert die Besucher dazu, nicht nur die häufig besuchten Orte, sondern auch die unbekannten Pfade zu erkunden und das Natur- und Kulturerbe zu entdecken, das hier seit Generationen gepflegt wird… Abgelegene Gehöfte, zu kleinen Weilern zusammengedrängte Häuser, Schäfergewölbe, Keller, die Jasses- die Sommer-

schäfereien – Viehtriebpfade und die Lavognes – die natürlichen Wasserstellen zum Tränken der Herden - und die Brücken, die die Wasserläufe überqueren… Zahlreich sind die Stätten, an denen wir die immer noch lebendige Ackerbau- und Weidewirtschaftstradition kennenlernen können. Die mit Steinmauern verstärkten Terrassen an den Talhängen der Cevennen zeugen von der Notwendigkeit, der Natur Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung abzutrotzen. Auf dem Berg Lozère erinnert das in die Granitgrenzsteine geprägte Malteserkreuz an die Hospitalier des Malteserordens, die diese Flächen für ihre Viehzucht nutzten. Die Schafe der Causses, die Aubrac-Rinder und die Bergziegen, denen man in den Tälern der Cevennen, auf den Hochebenen der Causses und auf den Vorsprüngen des Aigoual begegnet, zeugen von dem Fortbestehen einer landwirtschaftlichen Nutzung, die diese Landschaften seit drei Jahrtausenden geformt hat.

Das auf vier Departements verteilte und von der Unesco klassifizierte Gebiet der Causses und der Cevennen birgt ein ein reiches und vielfältiges Kulturerbe und überraschend abwechslungsreiche Landschaften. Von den durch Täler und Schluchten zerklüfteten Kalksteinplateaus der Causses gelangt man zu den schroffen Kämmen und tiefen Tälern der schiefernen Cevennen und den Granitsteingipfeln der Berge Lozère und Aigoual. Eine Karte “Causses und Cevennen”, auf der das klassifizierte Gebiet dargestellt ist und in den 332 Stätten mit ihrer Lage verzeichnet ist, ist gerade erschienen. Sie ist gratis in den Fremdenverkehrsbüros und an den touristischen Sehenswürdigkeiten der Region erhältlich. www.caussesetcevennes.com

Auf den Pfaden des Viehtriebs Die Gebirge des Lozère und des Aigoual gehören zu den letzten Gebieten, in denen der sommerliche Viehauftrieb noch traditionell über die alten Viehpfade, die Drailles, praktiziert wird. Einige der von Steinmäuerchen eingefassten Pfade folgen dem Verlauf der alten Römerwege (so auf dem Mont Lozère), andere wurden zu Wanderwegen ausgebaut (der GR 60 auf der Grande Draille du Languedoc am Mont Lozère, oder der GR 6 auf einem Pfad von Pont-d'Hérault Richtung l'Espérou und Meyrueis). Die Drailles sind die Wege, die von den Hirten und ihren Herden benutzt wurden, um auf die Sommerweiden zu gelangen. Sie verbinden die Täler und Ebenen, die die Schaf- und Rinderherden im Frühling (meist Ende Mai) verließen mit den Hochplateaus, auf deren Weidegründen das Vieh bis Mitte Oktober graste. Obwohl heutzutage durch die veränderten Viehzuchtmethoden der Viehtrieb oft umgangen wird und einige Züchter ihre Herden mit dem Lastwagen transportieren, lebt diese Tradition fort. Einige wenige Herden begeben sich noch jedes Jahr auf diese lange Reise (mitunter länger als eine Woche) und die Tage des Viehtriebs bieten wie früher die Gelegenheit zu sommerlichen Festen mit Umzügen der zur Feier des Tages “herausgeputzten” Herden, Vorführungen der traditionellen Arbeiten wie der Schur und natürlich der Arbeit der Hütehunde… Der Viehtrieb spielt eine wichtige Rolle bei der Pflege der Landschaften und für den Erhalt der kleinen alten Bauten, die zum Schutz vor der Kälte errichtet wurden, der Lavognes, den natürlichen Wasserstellen und Brücken… Die durch die Unesco-Klassifizierung wachsende Aufmerksamkeit wird dazu beitragen, diese traditionellen Wirtschaftsformen zu erhalten. Fest zum Viehtrieb in l’Espérou (Gard) vom 18. bis zum 21. Juni. Informationen. Tel. 04.66.54.29.65 SUDDEFRANCE - 9 -


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GLANZLICHTER CANAL DU MIDI

CanalduMidi: DasParadiesder Freizeitschiffer Im Sommer zieht das zum Welterbe der Menschheit deklarierte Meisterwerk von Pierre-Paul Riquet wahre Menschenmassen an.

NeuePlatanen fürdiekommendenJahrhunderte Mit den Munitionskisten aus Platanenholz der der 1944 in der Provence gelandeten Gis ist der Schädling eingedrungen. Der Pilz Ceratocystis platani bedroht den Platanenbestand des Canal du Midi mit dem Platanenkrebs, für die von der Krankheit befallenen Bäume könne nur noch abgeholzt werden. Also Grund genug zur Sorge um die 42 000 Platanen, die den Kanal säumen. Seit 2006 stellt man fest, dass sich die Krankheit ausbreitet. Ende 2011 wurden in Trèbes im Departement Aude 160 gegen den Pilz resistente Platanen gepflanzt. Um das schätzungsweise 200 Millionen teure Programm zu finanzieren, müssen der Staat und die lokalen Körperschaften jeweils ein Drittel der Kosten beitragen. Das letzte Drittel soll von einem Sponsorenverein bereitgestellt werden.

M

uss man unbedingt seefest sein, um sich in die Abenteuer des Canal du Midi zu stürzen? Platanen spiegeln sich im Wasser des Canal du Midi, der sich zwischen Mittelmeer (Sète) und Atlantik über 241 Kilometer durch die Landschaft windet und ein Paradies für alle ist. Kahnfahrer, die das ganze Jahr auf dem Wasser wohnen, Touristen, Kapitäne ferngesteuerter Boote, alle trachten nach einem Platz auf dem von der Unesco 1996 zum Welterbe der Menschheit ernannten Kanal. Der Betrieb auf dieser friedlichen, ruhigen Strecke geht von April bis Oktober. Im Sommer suchen hier Engländer, Holländer und Russen ihr Ferienglück und nehmen dabei Unterricht in Geschichte! « Carcassonne und Montpellier kennen alle. Und das nur, weil der Kanal durch die Mitte verläuft », amüsiert sich Françoise Bousquet, Winzerin in Capestang im Minervois. Vom Ufer aus SUDDEFRANCE - 10 -

beobachtet die “Landratte” das ununterbrochene Defilee der vorbeiziehenden Kähne: « Im Hochsommer kommt alle drei Minuten einer vorbei ».

328 Bauwerke auf 241 Kilometern Das von Pierre-Paul Riquet von 1666 bis 1681 erbaute Meisterwerk, das die Garonne mit dem Mittelmeer verbindet (daher sein ursprünglicher Name “Kanal der zwei Meere”), verbirgt in seinen Windungen 328 Bauwerke : Tunnel, Schleusen, Wehre* , Brücken etc. Die damalige technische Herausforderung bestand darin, dass Wasser von der Montagne Noire bis zur Schwelle von Naurouze zu führen, dem höchsten Punkt des Kanalverlaufs. Der Bauingenieur Pierre-Paul Riquet hat es in 14 Jahren besessener Arbeit geschafft (eine Aufgabe, der der Baumeister sein Leben und seinen Reichtum opferte), diese Strecke fertigzustellen, deren technische Konstruktionen die Gesetze der Physik


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herausfordern und die zudem sehr schön sind. Unter den fast während des gesamten Kanalverlaufs zu bewundernden Meisterwerken befinden sich echte “architektonische Besonderheiten” wie die Rundschleuse von Agde und das Wehr von Gailhousty in den Canal de la Robine oder der Tunnel von Malpas, der den Kanal mit Béziers verbindet. Der bei Castelnaudary beginnende, im Languedoc gelegene Abschnitt verläuft über Marseillette, Homps, den kleinen Hafen von Colombiers und Portiragnes zum Étang de Thau. Man kann auch hinter Le Somail der Verbindung nach Narbonne über den Canale de la Robine folgen : Die von Schirmpinien gesäumte Strecke führt hier durch eine noch unberührtere Landschaft. Während die Fahrt auf dem Kanal gemächlich verläuft, bieten die Treidelwege eine malerische Abwechslung. Die ehemals von Pferden beschrittenen Wege verlaufen mal am rechten, mal am linken Ufer und bieten eine andere Perspektive auf das Treiben auf

dem Kanal. Trotz der Ruhe trifft man immer wieder auf lebhafte Flecken, denn überall gibt es Dörfer, Weinkeller, die zu einer Verkostung einladen und direkt am Wasser liegende Ausflugslokale, in denen man vor

dem Schlafengehen die Sommerabende genießen kann. www.sunfrance.com/canaldumidi

* Wehr (Épanchoir) : Bauwerk zur Regulierung des Überlaufs des überschüssigen Wassers im Kanal

Wassertreppe in Béziers Zauberhafte Aufzüge… man hat bei den Schleusen von Fonsérannes den Eindruck, sich nach Béziers (Hérault) abwärts zu bewegen, dabei geht es aufwärts ! Der Höhenunterschied zwischen dem Hügel und dem Fluss Orb beträgt 25 Meter. Ein echter Berg von Wasser, den der Ingenieur aus dem 17. Jahrhundert schließlich besiegt hat: Die Schleusen bestehen aus 9 Stauklappen, die sich nacheinander öffnen, 8 Schleusenkammern (ovale Becken) auf einer Strecke von 315 Metern, die außen von vierzehn Schleusentreppen flankiert sind.Pierre-Paul Riquet hat so für eine spektakuläre Einfahrt in seine Heimatstadt gesorgt. Die Schleusen von Fonsérannes locken jedes Jahr 320 000 Besucher auf die Wassertreppen. Die Durchfahrt durch die Schleuse, bei der die Becken abwechselnd gefüllt und geleert werden, bietet immer ein beeindruckendes Spektakel. Sie ist übrigens der am dritthäufigsten besuchte Ort in Languedoc-Roussillon, nach der Pont du Gard und der Altstadt von Carcassonne. Vor Ort gibt es einen Parkplatz, eine Informationsstelle und einen Erfrischungsstand.

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GLANZLICHTER CANAL DU MIDI

VoneinemKanal zumanderen

«O O

h Zeit, halte ein in deinem Flug», Flug» schrieb der Dichter Lamartine. Genau dieser Traum erfüllt sich bei einer Flussschifffahrt. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 8 km/h sieht das Leben gleich ganz anders aus. Die Fahrt auf dem Canal du Midi ist ein seltenes Abenteuer für die Sinne. Im Abschnitt des Languedoc hinter Castelnaudary versetzt ein 7 Hektar großes Becken ins Staunen, das wichtigste von Pierre-Paul Riquet geschaffene Bauwerk. Insbesondere auf dem Streckenabschnitt ohne Schleusen zwischen Argens und Béziers können sich die Schifffahrer dem friedlichen Wiegen hingeben. In Agde erreicht der Canal du Midi Sète über das kleine Binnenmeer des Étang de Thau, in dem Austern- und Muschelzucht betrieben wird. Hinter Sète verlässt man den von der Unesco klassifizierten Abschnitt des Kanals. Dank des Rhônekanals in Sète, der logischen Verlängerung des Werks von Riquet, geht das Abenteuer nun weiter. Mit dem Bau dieses neuen, vom damals erst kürzlich geschaffenen Tiefwasserhafen von Sète abgehenden Kanals wurde im 17. Jahrhundert begonnen. Die Strecke, die damals Canal des Étangs genannt wurde, endete in Mauguio bei Montpellier. Die Verbindung zu dem Hafen von Saint-Gilles wurde erst im Jahr 1789 gebaut. Erst 1811 wurde in Beaucaire die Verbindung zur Rhône eröffnet. Der in Rhône-Sète-Kanal umbenannte Kanal durchquert mehrere Étangs, passiert die bau-

lichen Überreste der Kirche von Villeneuve -lès-Maguelone, erreicht Graudu-Roi Port-Camargue und verläuft dann entlang der Mauern der Altstadt von Aigues-Mortes. Von hier geht es in Ruhe weiter bis nach Saint-Gilles, keine einzige Schleuse muss beachtet werden, vorbei an einer Flora und Fauna mit Schilfrohr, Reispflanzungen, Flamingos und Stieren. Dann stößt man auf die Gabelung zur Rhône, eine 29 Km lange Strecke, die am Hafen von Beaucaire in den Fluss mündet. Von dort öffnet sich der Weg in das europäische Kanalnetz, auf dem man bis in den Norden Europas fahren kann. Von Sète aus sind bis hier 101 Kilometer zurückzulegen.

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GLANZLICHTER 24 STUNDEN AUF DEM RÖMERRUNDWEG

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Lernen wie man Amphoren herstellt

Wiederentdeckung desHafens von Montpellier

Das Musée Amphoralis wurde 1992 an der Stelle einer gallo-römischen Töpferwerkstatt eröffnet. Im Sommer werden hier vielfältige Veranstaltungen geboten, bei denen es um die Herstellung, das Brennen und den Vertrieb der hier seit 2000 Jahren hergestellten Töpferwaren geht. InSallèlesd’Aude sind vierzehn Öfen in Betrieb, in denen Kacheln, Ziegel und vor allem Amphoren hergestellt werden. Sie dienten vor allem dem Transport des gallischen Weins. Amphoralis, Sallèles-d’Aude : 04 68 46 89 48. www.sallelesdaude.fr

In dem im Umland der Hauptstadt des Languedoc gelegenen Städtchen Lattes werden seit 40 Jahren mit viel Geduld die baulichen Reste einer damals an der Lagune gelegenen antiken Villa freigelegt. Zwischen den Lagunen und dem Vallée du Lez ließen sich Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. Menschen nieder, um dort die Hafenstadt Lattara zu gründen, die bis zur Römerzeit bewohnt war. Das zu der Stätte gehörende archäologische Museum lädt zur Erkundung des antiken Hafens und der Zivilisationen ein, die ihn einst nutzten. Lattara-Musée Henri-Prades, 390, avenue de Pérols in Lattes : 04 67 99 77 20. www.museearcheo.montpellier-agglo.com

Überquerung des Vidourle und Wandern auf der ViaDomitia

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Die Seele Roms in Narbonne Das 118 vor Chr. gegründete“ Narbo Martius” war die erste, von den Römern außerhalb Italiens gegründete Kolonie. Mit ihrer günstigen Lage an der Kreuzung der großen Verkehrswege erlebte die Stadt einen überwältigenden Aufschwung und wurde in der ausgehenden Antike zur Hauptstadt des westgotischen Septimaniens. Von dieser grandiosen Vergangenheit sind nur bauliche Überreste erhalten, darunter ein prächtiger gepflasterter Abschnitt der Via Domitia, der Hauptachse des von den Römern erbauten Straßennetzes, das den ganzen LanguedocRoussillon erschließt. Das archäologische Museum verfügt über eine beeindruckende Sammlung von Wandmalereien und Fresken. Die Eröffnung des künftigen Römermuseums Musée de la Romanité wird für 2016 erwartet. Archäologisches Museum von Narbonne, place de l’Hôtel-de-Ville : 04 68 90 30 54. www.mairie-narbonne.fr

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Als Adliger in Loupian

3 Nach einem Stopp in Nissan-lez-Ensérune im Oppidum, in dem die Überreste einer vorrömischen Siedlung gefunden wurden, geht es weiter nach Loupian zu einem Besuch der Museumsvilla. In der Nähe der Via Domitia an den Hängen der Talmulde des Étang de Thau wurde ein zunächst bescheidenes Landhaus errichtet, das dann einen rasanten Aufschwung erlebte. Während der römischen Kaiserzeit befand sich hier zudem ein Patrizierhaus mit eigenen Thermen. Die wichtigste wirtschaftliche Aktivität der Villa war der Weinanbau. Zu besichtigen sind hier heute die Zeugnisse dieser landwirtschaftlichen Nutzung sowie 13 freigelegte polychrome Mosaiken im Museum der Grabungsstätte. Oppidum d’Ensérune : 04 67 37 01 23. www.oppidumdenserune.com Die römische Villa von Loupian: 04 67 18 68 18. www.ccnbt.fr SUDDEFRANCE - 13 -

5 Zur Blütezeit des römischen Reichs war Ambrussum eine Zwischenstation an der Via Domitia. Die seit der Jungsteinzeit besiedelte Stätte wurde in der gallo-römischen Epoche zu einer befestigten Stadt mit Stadtmauern und Türmen ausgebaut. Von den elf Bögen des Pont Ambroix ist nur noch einer erhalten, der jedoch einen majestätischen Anblick bietet. Ein bewegendes Erlebnis ist die Wanderung auf dem zweitausend Jahre alten Pflaster der Via Domitia, auf dem einst die Händler und die römischen Legionen unterwegs waren. Die Stätte bietet eine angenehme “römische Wanderung” auf markiertem Weg von 1 h 30 Dauer sowie ein Museum. Archäologische Grabungsstätte und Museum von Ambrussum In Villetelle : 04 67 02 22 33. www.ambrussum.fr

Sich verlieren im kleinen Rom Nîmes, einst Hauptort der Civitas und eine bedeutende Kolonie mit römischem Rechtssystem, ist ein Schmuckstück der gallo-römischen Zivilisation. Der Magne-Turm, das Augustustor und der Dianatempel sind prächtige Bauwerke. Das Maison Carrée und das Amphitheater Les Arènes jedoch, die zu den am besten erhaltenen römischen Bauten der Welt gehören, sind von atemberaubender Schönheit und versetzen den Besucher augenblicklich in die Zeit der Gladiatoren. Das archäologische Museum ist voll von Alltagsgegenständen und römischen Inschriften. Archäölogisches Museum von Nîmes : 04 66 76 74 80. www.nimes.fr


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Das um 50 nach Christus erbaute Meisterwerk eines Aquädukts, der Pont du Gard, ist 50 km lang ist und diente der Wasserversorgung von Nîmes. Er ist ein majestätisches Zeugnis genialer menschlicher Schaffenskraft. SUDDEFRANCE - 14 -


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GLANZLICHTER DER VERGANGENHEIT PONT DU GARD

DerPont duGard,steinerner RieseinderGarrigue

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eit 2000 Jahren wacht dieser an der Departmentgrenze des Gard und in der Nähe von Nîmes und Avignon in die Höhe ragende steinerne Riese über den Gardon. Dieses Symbol der Genialität römischer Baukunst ist dabei nur ein kleines Teilstück des insgesamt 50 Kilometer langen Bauwerks, mit das Quellwasser des Flusses Eure nahe bei Uzès nach Nîmes geleitet wurde. Nîmes war im 1. Jahrhundert nach Christus eine der bedeutendsten Städte des römischen Reichs in Frankreich. Die mit dem Aquädukt herbeigeführten Wassermengen waren für den Bau weiterer Springbrunnen und Thermen in der Stadt vorgesehen, die das Prestige Nîmes im römischen Imperium vermehren sollten. Das Prachtstück dieses Ensembles ist nach wie vor die Brücke mit ihren 64 Bögen auf drei Etagen, die sich mit ihren 490 Metern Länge in 48,77 Metern Höhe über dem Fluss erhebt. Damit ist der Pont du Gard die höchste Aquädukt-Brücke des römischen Imperiums. Diese Höhe war notwendig, um ein Gefälle herzustellen, das das Fießen des Wassers in dem Bauwerk auch bei unregelmäßigen Neigungsverhältnissen gewährleistete. Den Römern ist mit diesem mehrere Millionen Tonnen schweren Bauwerk (allein das Gewicht der Brücke wird auf 50 000 Tonnen geschätzt) mit einem Gefälle von mindestens 25 Zentimetern pro Kilometer eine architektonische Heldentat gelungen… Dabei war

dieses großartige Konstrukt nur 140 Jahre lang voll in Betrieb. Sein Verfall begann bereits im 3. Jahrhundert, im 6. Jahrhundert wurde es endgültig aufgegeben und teilweise als Steinbruch benutzt. Die Brücke ist im Gegensatz zum Rest des Bauwerks wohl deshalb nicht zerstört worden, weil der ehemalige Viadukt zur Überquerung des Gardon genutzt wurde, obwohl die Einwirkungen der Zeiten und der Menschen seinen Erhalt mehrmals bedrohten. Erste Reparaturen wurden um 1700 durchgeführt, um den drohenden endgültigen Verfall zu stoppen. Die nächsten Instandsetzungsarbeiten fanden 1745 statt, 1840 wurde die Brücke in die Liste der bedeutenden Denkmäler aufgenommen. Der 1985 durch die Unesco zum Weltkulturerbe der Menschheit ernannte Pont du Gard wurde vor rund zehn Jahren vollständig instandgesetzt und ist heute ein Prachtstück inmitten eines 165 Hektar großen Naturgeländes der Garrigue, das mit Freizeit- und Kultureinrichtungen wie dem Museum der Brücke und des Aquädukts, einer Spielothek und einem Arboretum ausgestattet ist. Regelmäßig finden hier Veranstaltungen statt (Konzerte, Feuerwerk…). Jedes Jahr beschreiten eine Million Menschen die Brücke, die das meistbesuchte antike Denkmal Frankreichs ist. Denkmalstätte Pont du Gard, in Vers-Pont-du-Gard. Tel. 0 820 903 330. www.pontdugard.fr

Und es ward Licht Im Rahmen der umfassenden Umbauarbeiten am Viadukt Ende der 90er Jahre wurde an dem Aquädukt ein Beleuchtungssystem installiert. Den Überschwemmungen von 2002 konnten die Lichtinstallationen von James Turrell jedoch nicht standhalten. Aber seit 2009 erstrahlt der Pont du Gard dank der Installation von 211 LED-Projektoren auf allen drei Etagen des Bauwerks wieder in zauberhafter Beleuchtung. Ein magisches Erlebnis, das Sie nicht verpassen sollten, an allen Sommerabenden. Noch prächtiger wird der Pont du Gard im Juni von den berühmten Pyrotechnikern der Gruppe F – denen auch das Feuerwerk zum Jahreswechsel 2000 den Eiffelturm zu verdanken war - mit einem atemberaubenden Sound-, Licht- und Feuerwerksspektakel in Szene gesetzt. SUDDEFRANCE - 15 -

Ein Bauwerkin Bewegung Über 2000 Jahre haben Witterungseinflüsse und menschliche Einwirkung am Pont du Gard ihre Spuren hinterlassen. Während der Aquädukt Anfang des 6. Jahrhunderts zerstört wurde, verdankt der Pont du Gard sein Überleben der Verwandlung in…eine Brücke. Um die Überquerung des Gardon zwischen Uzès und Beaucaire, wo eine berühmte Messe stattfand, zu erleichtern, wurden Zugangsrampen und ein fast 1,80 Meter breiter Weg auf dem Aquädukt gebaut. Zu diesem Zweck wurden die Pfeiler in der zweiten Etage eingeschnitten, um die Brücke mit den Karren passieren zu können. Diese Einschnitte wurden erst 1698 wieder verschlossen. Obwohl die römischen Ingenieure den Aquädukt gegen die schlimmsten Überschwemmungen gesichert haben, droht der Brücke weiterhin eine andere Gefahr: Die Hitze. An der Süd-West-Fassade des aus 50 000 Tonnen Stein gebauten Werks kommt es durch die Sonneneinwirkung regelmäßig zu Ausdehnungen. An der anderen Seite, die sich Schatten befindet, kommt es nicht zu derartigen Auswirkungen, was wiederum zu einem Ausdehnungsunterschied von 5 mm am Tag zwischen den beiden Seiten führt. Ergebnis: Die Brücke ist leicht verzogen und hat sich in 2000 Jahren um fast 80 cm bewegt.


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GLANZLICHTER DIE JAKOBSWEGE NACH COMPOSTELA

Unterwegsauf denWegender Andacht Seit mehr als 1000 Jahren zieht die Wallfahrt nach Santiagode-Compostela die Pilger an. Aus religiöser Überzeugung, aber auch wegen der Schönheit der Strecke. Vier historische Wege führen zu den Reliquien des Heiligen Jakob in Spanien, zwei davon führen durch das Languedoc-Roussillon: Der Weg von Arles und und der Weg von Puy-en-Velay.

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ngesichts der Schönheit und der Kraft, die von diesen von einzigartigen Denkmälern und Stätten gesäumten Wegen ausgehen, hat die Unesco 1998 entschieden, die Jakobswege nach Compostela ins Welterbe der Menschheit aufzunehmen. Seit im Jahre 813 in Santiago de Compostela das mutmaßliche Grab von Jakobus dem Älteren gefunden wurde, begeben sich zahlreiche Menschen auf die Wege nach Santiago. Mit dem “Codex Calixtinus” d’Aimery Picaud aus dem 12. Jahrhundert wurden die spirituellen Wege, die aus ganz Europa zu den

Reliquien führen, schließlich hierarchisch geordnet. Die Via Podiensis von Puy-en-Velay nach Roncevaux und die Via Tolosana durchqueren den Languedoc-Roussillon von Ost nach West und sind Teil der vier großen Pilgerwege.Die Via Podiensis ist die älteste Strecke nach Compostela. Sie wurde 951 von Bischof Godescalc eingeweiht und ist 1530 Km lang. Sie führt unter der Bezeichnung GR 65 von Puy-en-Velay über über das im Departement Lozère gelegene Haut-Gévaudan Man erreicht das Departement Lozère in Aumont-Aubrac. Wahrscheinlich steht gerade dieser Streckenabschnitt mit seiner grandiosen Landschaft und dem GeSUDDEFRANCE - 16 -

Die ViaTolosana, Schmuckstück der Romanik Auf der Via Tolosana und dem Weg von Arles reisten die Pilger aus Mitteleuropa, aus der Provence und von der italienischen Halbinsel. Diese südliche Strecke, die teilweise entlang der früheren römischen Via Domitia verläuft, durchquert das Departement Gard, die Hauts Cantons des Hérault und führt dann nach Toulouse. Die erste Etappe im LanguedocRoussillon auf dem markierten Weg GR 653 führt zur Abteikirche von Saint-Gilles, einem Schmuckstück der Romanik, die für ihr gemeißeltes Portal mit Darstellungen aus dem alten und neuen Testament aus dem 12. Jahrhundert berühmt ist. Der Jakobsweg führt dann durch die landwirtschaftlich genutzten Landschaften der Petite Camargue und durch das Gebiet von Montpellier. In Montpellier selbst folgt ein mit Bronzenägeln versehener Rundweg einem Teil des alten Pilgerweges. Die Strecke führt dann zur berühmten Teufelsbrücke (Foto), der ältesten romanischen Brücke Frankreichs, die von den Mönchen zweier benachbarter Orden errichtet wurde. Die Abtei Saint-Guilhem- le-Désert, die zu einem der beiden Orden gehört, ist ebenfalls ein bedeutendes Etappenziel. Der Weg steigt jetzt an und führt in Richtung Lodève, dann weiter zum in den Ausläufern des Vorgebirges von Larzac gelegenen Arboras und schließlich zur Propstei von Saint-Michel de Grandmont. Danach verlässt der Weg das Languedoc-Roussillon und verläuft in Richtung Lauragais und in die Ebene von Toulouse.

fühl der Einsamkeit, das sie verströmt, für das Bild und den tieferen Sinn des Pilgerwegs. Die ausgedehnten Weiden, auf denen in der schönen Jahreszeit die Aubrac-Rinder grasen, lassen nichts von der beklemmenden Schönheit dieser Landschaft zur Winterzeit ahnen, wenn die Natur Trauer trägt. Zwischen Nasbinals und Saint-Chély-d’Aubrac führt der Weg auf 1368 Meter Höhe und erreicht damit einen der höchstgelegenen Punkte der ganzen Strecke. Und einen der schönsten. Dieser Streckenabschnitt gilt übrigens als symbolisches und historisches Glanzlicht der Jakobswege, die das Welterbes repräsentieren.


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GLANZLICHTER DIE FESTUNGSANLAGEN VON VAUBAN

Der“eiserneGürtel” derPyrenäen Villefranche-de-Conflent wurde von der Unesco zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt und gehört zu den 14 ins Verzeichnis “Forts Vauban” aufgenommenen Stätten.

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illefranche (Pyrénées-Orientales) erkennt man an dem rosa Marmor seiner Bauten. Und natürlich an seinen Festungsanlagen, die den Ort umgeben und denen er seinen Beinamen zu verdanken hat, Villefranche, “die gut Bewachte”. Die mittelalterliche Stadt wurde 1092 vom Grafen der Cerdagne gedründet, um die umliegenden Täler vor Angriffen zu schützen. 1654 wurde der Ort von den Franzosen erobert. Die spanischen Mächte mussten sich zurückziehen. Die Festungsanlagen wurden also von den Untertanen des Königs von Frankreich niedergerissen. 1669 wurden neue Stadtmauern nach den Plänen eines gewissen Marquis de Vauban errichtet. Dieser wurde später von Ludwig XIV zum Marschall ernannt, dafür, dass er Frankreich mit einem “eisernen Gürtel” versehen hatte, ein Bild, das viele der Festungsanlagen hervorrufen,

die der Militärarchitekt gebaut hat, so auch in Villefranche. Dem Besucher vermittelt die Stadt beim Bummel durch ihre gepflasterten Gassen mit den mittelalterlichen Überresten einen Eindruck davon, wie sie damals aussah. Der Tour du Diable nahe der Kirche geht auf das Mittelalter zurück, ebenso wie die Porte du Roussillon und die Porte de France. Von Vauban sind die Festungsanlagen und das Fort Libéria erhalten. Das 1681 von dem Architekten entworfene Fort liegt außerhalb der Stadt an der Bergseite. Es thront über der Stadt, ist aber durch einem unterirdischen Gang mit ihr verbunden, der als die Treppe der “tausend Stufen” bekannt ist. Eigentlich sind es nur 73. Aber Legenden nehmen es nicht so genau…

Die Affäre der Giftmischerinnen Das Fort Libéria ist auch deshalb so bedeutend für die Geschichte Frankreichs, weil in seinen Kerkern einige berühmte Persönlichkeiten ihr Dasein fristeten. Mitte des 17. Jahrhunderts versetzte eine Serie von Giftmorden den Hof Ludwigs XIV in Unruhe. Eine gewisse Marie-Madeleine Dreux d'Aubray war in diese Angelegenheit verwickelt. Sie war zu dieser Zeit mit dem Marquis von Brinvilliers, Antoine Gobelin, verheiratet, war aber aber dem Charme eines Kavallarieoffiziers verfallen. Der Vater der jungen Frau war außer sich und ließ seine Verbindungen spielen, um den Liebhaber einzusperren und so den Skandal vergessen zu machen. Er hatte wohl nicht mit der Entschlossenheit der Marquise gerechnet, die sich von einem Zellennachbarn ihres Geliebten die Kunst der Giftmischerei beibringen ließ und den Vater und ihre beiden Brüder mit einer ordentlichen Portion Arsen umbrachte… Ihr werden noch andere Morde angelastet. Sie wurde 1676 hingerichtet. Nach ihrer Gefangennahme wurden mehrere Frauen der Mittäterschaft beschuldigt. Unter ihnen befand sich auch Anne Guesdon, die erste Kammerzofe der Marquise von Brinvilliers, die 1717 nach 36 Jahren Gefangenschaft starb. La Chapelain, die Kupplerin verbrachte 43 Jahre hinter diesen Mauern

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www.villefranchedeconflent.com www.mont-louis.net

Mont-Louis, die Festung im Roussillon Als Frankreich 1659 den Spaniern das Roussillon entriss und der Pyrenäenvertrag unterzeichnet wurde, der den Krieg beendete, wurde der Militärarchitekt Vauban damit beauftragt, einen neuen Platz für eine Festung im Conflent zu finden. Nach langer Suche entschied er sich für MontLouis (Pyrénées-Orientales), am Weg von Capcir in die Cerdagne an einem Verkehrsknotenpunkt des Conflent gelegen. 1679 wurde mit dem Bau wurde begonnen. Von der Zitadelle aus hatten die Soldaten die rivalisierende Festung von Puigcerdá im Blick, die auf spanischem Gebiet lag. Die unterhalb der Zitadelle gelegenen Wohnhäuser wurden erst einige Jahrzehnte bezogen. Mont-Louis hat heute 300 Einwohner. Mit ihrer Lage auf einer Höhe von 1600 Metern gilt Mont-Louis als die höchstgelegene Festungsstadt Frankreichs. Die Festungsanlagen gehören ebenfalls zum Welterbe der Unesco. Und sie beherbergen heute noch als eine der letzten, von Vauban entworfenen Militärbauten, militärische Einheiten : Hier befindet sich das staatliche Trainingszentrum der französischen Streitkräfte, in dem jedes Jahr um die 4 000 Soldaten geschliffen werden.


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GLANZLICHTER DER VERGANGENHEIT CARCASSONNE

DieAltstadtvonCarcassonne, mittelalterlichesSchmuckstück amFußederMontagneNoire Carcassonne, Oppidum in der Antike, wurde im 11. Jahrhundert zur Festungsstadt.

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ei der Ankunft vor dem großen Stadttor sind die Besucher regelmäßig ergriffen von dem Anblick des Labyrinths aus gepflasterten Gässchen. Die Stadt ist bekannt für das hier zum Abend des Nationalfeiertags am14. Juli entzündete, beeindruckende Feuer, genauso wie für für ihr Musikfestival. Dabei kommt die Geschichte dieses von der Unesco 1997 zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärten Denkmals manchmal zu kurz. Immerhin bevölkern jedes Jahr fast 3 Millionen Besucher die Stadt. Mit Spielschwertern und Schutzschildern mit Phantasiewappen bewaffnete Kinder zeugen davon, dass der Geist dieser Stätte auch die Menschen von heute noch fesselt. An jeder Straßenecke kann man bei aufmerksamem Hinsehen Gebäude erkennen, die als Verlies oder Kerker gedient haben, oder auch Schießscharten, die an die kriegerische Vergangenheit der Stadt erinnern. Trotzdem ist Carcassonne mehr als ein Freilichtmuseum. Rund hundert Menschen wohnen noch in seinen Häusern, die durch

3 Kilometer Mauerwerk und die 52 Türme vor jedem Angriff sicher sind.

Die geweihte Basilika und das Schloss des Grafen Es kommt gar nicht in Frage, die Stadt nur zu besuchen, um durch die Gässchen zu bummeln und das berühmte Cassoulet zu genießen, das zur Bekanntheit der Stadt beigetragen hat. Denn die Basilika SaintNazaire, deren Gemäuer im Jahre 1096 von Papst Urban II geweiht wurde, versetzt ihre Besucher in Verzückung. Vor allem mit ihren Fenstern. Das zauberhafte Fenster “Baum des Jesaja”, das die Kapelle der Jungfrau im nördlichen Arm der Basilika ziert, entstand Ende des 13. Jahrhunderts. Es stellt die genealogische Allegorie der Christen bis zur Auferstehung Jesus Christus dar. Weiterhin ist eine Orgel aus dem 17. Jahrhundert zu bewundern, sowie die romanischen Gewölbe unter dem Kirchenschiff und das hier vermutete Grab von Simon de Monfort, der zentralen Figur der Albigenserkreuzzüge. Ebenfalls unbedingt zu besichtigen ist das SUDDEFRANCE - 18 -

Die Altstadt von Carcassonne kann das ganze Jahr kostenfrei besichtigt werden. Das Schloss des Grafen ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt 8,50 € für Erwachsene, unter 26 Jahre Eintritt frei. Tel. 04 68 11 70 70 www.carcassonne.culture.fr Die Basilika Saint-Nazaire ist ebenfalls ganzjährig geöffnet. Sie befindet sich an der Place de l'église in der Altstadt. Wochentags von 9 bis 11.45 Uhr und von 13.45 bis 18 Uhr. Sonntags von 9 bis 10.45 Uhr und von 14 bis 17 Uhr. Eintritt frei. Das Musée de l'école ist von 10 bis 19 Uhr geöffnet. 3, rue du Plô. 3,50 €. Unter 12 Jahren Eintritt frei. Musée Mémoires du moyen âge (Mittelaltermuseum), nahe der Porte Narbonnaise, außerhalb der Altstadt.Täglich geöffnet von10 bis 12 Uhr. Eintritt: Erwachsene 5 €, Kinder 3 €. Centre culturel de la mémoire combattante (Schlachtenmuseum) in der Rue Trivalle 102. Geöffnet Montag bis Freitag von 9 bis 2 Uhr und von 14 bis 18 Uhr. Eintritt frei


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Restaurierung oder Verrat ?

Grafenschloss der Dynastie Trencavel, das 1150 erbaut wurde. Das Gebäude war auch herrschaftlicher Sitz.Während der Eroberung der Stadt durch die Kreuzzügler bauten die Seneschalle, die höchsten Beamten des Hofes, das Schloss zu einer wahrhaften Festung innerhalb der Festung aus. Heute beherbergt das Schloss des Grafen ein Lapidarium, in dem eine bedeutende Sammlung von Statuen, Sarkophagen und typischen Gegenständen der gallo-römischen Periode und des Mittelalters zu besichtigen ist.

1000 Jahre Geschichte und Eroberung Dieser touristisch bedeutende, über dem Tal der Aude thronende Ort geht auf eine gallorömische Gründung zurück. Am Ende des 1. Jahrhunderts vor Christus nahm Carcassonne die Gestalt einer kleinen Stadt an. Sie war damals römisches Oppidum und eine Art Rückzugsort, in sicherer Lage auf der Anhöhe eines Hügels gelegen. Ihre weitere Entwicklung verdankt die Stadt ihrer idealen Lage. Carcassonne lag tatsächlich an einer strategisch günstigen Achse, die den Landstrich des Laurageais, die Gebirgszüge der Corbières und den

Atlantik mit dem Mittelmeer verband. Durch ihre vielen Vorzüge weckte sie im Laufe der Jahrhunderte die Begehrlichkeiten verschiedenster Invasoren. Angefangen bei den Westgoten, die sich der Stadtmauern im 5. Jahrhundert bemächtigten. 1082 ging Carcassonne in den Besitz der Grafen Trencavel über. Aber diese Dynastie konnte die Stadt auch nicht lange halten. Zwei Jahrhunderte später wurde sie von den berühmt-berüchtigten Kreuzzüglern eingenommen, die den zweiten Mauerring bauten, der der Stadt ihre heutige Außenansicht verleiht. Im 18. Jahrhundert wurde sie aufgegeben, ein Schicksal, das sie mit vielen andern mittelalterlichen Bauwerken teilt. Ihre Häuser und Mauern verfielen. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts begann ein gewisser Eugène Viollet-le-Duc mit Instandsetzungsarbeiten, die die alten Gemäuer vor dem sicheren Verfall retteten. Auch heute zieht die Altstadt von Carcassonne Scharen von Menschen an… die aber eher wohlgesinnt sind. Weit und breit sind keine Angreifer zu sehen, nur Besucher, die die Pflastersteine, Türme und Bauwerke erkunden wollen, die die tausendjährige Geschichte der Stadt hinterlassen hat und die heute ihren unvergleichlichen Charme ausmachen.

Authentische Kulisse für großes Kino Die Stadtmauern der Altstadt sind ein bei Kinomachern beliebter Ort für Dreharbeiten, und das seit den Anfängen der Kinokunst. Beweis dafür sind die vielen Kinoplakate, auf denen die Stadt zu sehen ist. 1928 wählte Jean Renoir die Stadt als Kulisse für Teile seines Films “Un tournoi dans la Cité”. Auch für den Film “La merveilleuse vie de Jeanne d'Arc” aus dem Jahre 1929 von Marco de Gastyne wurden einige der Kampfszenen in Carcassonne gedreht, wo die Belagerung von Orléans nachgestellt wurde. Auch für den 1961 erschienen Film “Le Miracle des Loups” mit Jean-Louis Barrault, Jean Marais und Roger Hanin wurde hier gedreht, sowie für “Le corniaud” mit Bourvil und Louis de Funès. Vor noch gar nicht so langer Zeit, 1991, wurden einige Szenen von “Robin Hood” mit Kevin Kostner hier gedreht. Jean Reno, Christian Clavier und Valérie Lemercier waren für die Dreharbeiten von “Die Zeitritter – Auf der Suche nach dem heiligen Zahn” in der Stadt, dem Erfolgsfilm von Jean-Marie Poiré. Dabei geht es den Filmemachern meist gar nicht um die Stadt selbst. Aber diese stellt sich gerne zur Verfügung, auch wenn sie nicht der Mittelpunkt der Intrigen und Geschichten steht, wie im Mittelalterthriller “Das verlorene Labyrinth” von Kate Mosse.

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« Für mich sind die Männer des Vertrauensbruchs schuldig, die unter dem Vorwand die Altstadt zu restaurieren diese verschandelt und entstellt haben ». Dieses wenig liebenswürdige Urteil wurde fällte Baron François de Guilhermy in seinem Werk über Carcassonne, in dem er die ab 1912 erfolgte Restaurierung der in Ruinen liegenden Altstadt durch Viollet-le-Duc anprangerte, die sich über mehr als ein halbes Jahrhundert hinzog. Der Streit über die von diesem Architekten durchgeführten Arbeiten erhitzte damals die Gemüter. Außer der Zerstörung des romantischen Eindrucks der Ruinen wirft man ihm vor, die Schießscharten an allen Stadtmauern verschandelt zu haben, und vor allem, die Türme mit Schiefer verkleidet zu haben, obwohl in der Region Ziegel üblich waren. Im Rahmen jüngerer Restaurierungen wurden einige Veränderungen wieder zurückgeführt. Es stimmt aber, dass Violletle-Duc die Altstadt gerettet hat, auch wenn seine Vorstellung von einer Festung etwas zu idealisiert erschien. Übrigens hat sich Walt Disney von Carcassonne für sein “Dornröschen” inspirieren lassen.

WenndieAltstadt inFlammensteht Mehr als hundert Jahre sind vergangen – das erste Feuerwerk wurde 1898 anlässlich der Feierlichkeiten der Gascogne und des Languedoc veranstaltet. Jedes Jahr werden seitdem die Feuer angezündet, um die mittelalterliche Altstadt in majestätischem Licht erstrahlen zu lassen. Zum Nationalfeiertag am 14. Juli ab 22 h 30 bestaunen jedes Jahr 40 000 Besucher ehrfürchtig die grünen, gelben und roten Lichtbündel aus 20 000 Feuerwerksbouquets, die die Altstadt für mehr als zwanzig Minuten erleuchten. Ein Spektakel, von dem man nicht genug bekommen kann, vor einer einzigartigen Kulisse !


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MEDITERRANE DÜFTE

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Von den Cevennen bis zu den Corbières, vom Hochplateau Aubrac bis zum Gebirgszug der Montagne Noire, von der Camargue bis zur Côte Vermeille erstrecken sich die Landschaften des Roussillon und Languedoc, die Himmel und Erde, das Meer und die Berge vereinen. Überraschungen warten überall, selbst in den Gebieten, die auf den ersten Blick ähnlich wirken:Wie groß sind doch die Unterschiede zwischen Collioure mit seinen gelbbraunen Farbtönen und dem Camargue-Städtchen Aigues-Mortes, die doch beide am selben Mittelmeerbogen liegen. Welcher Kontrast zwischen dem stolzen, eleganten Uzès und dem Katharerdorf Minerve! Das temperamentvolle Montpellier und die Römerstadt Narbonne, das katalanische Perpignan und das widerständige Béziers, das rebellische Nîmes und das stille Städtchen Mende, die Vielfalt ist es, die hier den Ton angibt. Entdecken Sie die Landschaften, ihre verschiedenen Stimmungen und die Raffinesse ihrer tausendfachen Düfte.

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MEDITERRANE DÜFTE

MEDITERRANE DÜFTE

Das Königreich im Sand

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uch wenn der Küstenstreifen des Departements Gard im Vergleich zu denen der Departements Hérault, Aude und Pyrénées-Orientales nicht sehr lang ist – 17 Kilometer – ist er dank seines großartigen, von Dünen und Schirmpinien gesäumten Naturstrandes nicht weniger lohnenswert: Der Strand von Espiguette. Auf fast elf Kilometern erstreckt sich eins der schönsten Gebiete der Region mit kilometerlangen naturbelassenen Abschnitten. Ein im Sommer sehr beliebter Ort, dessen endlose Weite aber immer genügend Platz bietet, sich zu fühlen, als sei man allein auf der Welt. Das sumpfige, von Lagunen durchsetzte Gebiet der Petite Camargue erstreckt sich von Grau-du-Roi bis zum westlichen Ufer des kleinen Rhônearmes. Diese karge, naturgeschützte Region will erobert werden und ist nach wie vor schwer zugänglich. Seit Jahrtausenden sind die Menschen dieses Landstrichs damit beschäftigt, die mitunter ungestümen Gewässer der Rhône zu kanalisieren und gegen den ständigen Wind zu kämpfen, der das Land abträgt. Soweit das Auge reicht bieten sich dem Betrachter auf den 20 000 Hektar Spanisches Rohr und Reisfelder, sich durch die Ebene schlängelnde Kanäle und die weidenden Pferde und Stiere der Camargue. Die Petite Camargue ist das Königreich der Flamingos, Enten und Graureiher und verfügt über ein einzigartiges Ökosystem, über dessen Schutz ihre Einwohner, die Manadiers (Stierhüter), Sagneurs* (Schilfbauern), Fischer und Reisbauern aufmerksam wachen. Hier, wo die Menschen weiterhin den von ihren Vorfahren überlieferten Berufen nachgehen, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. In dieser abgelegenen Gegend werden die Traditionen aus einer vergangenen Zeit weiterhin mit Stolz und Leidenschaft gepflegt.

* Die Sagneurs (Schilfbauern) schneiden und sammeln das Schilfrohr, das vor allem zur Dachabdeckung genutzt wird. Für weitere Informationen scannen Sie diesen QR-Code mit Ihrem Smartphone oder verbinden Sie sich direkt auf der Website : www.sunfrance.com/mediterranee.

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DÜFTE AIGUES-MORTES - LE GRAU-DU-ROI Die Festungsstadt Aigues-Mortes (Gard) hat sich ihren einzigartigen Charme bewahrt. Die von Ludwig dem Heiligen erbaute mittelalterliche Stadt der toten Wasser lenkt nach wie vor alle Blicke auf sich.

Aigues-Mortes, dieköniglicheFestung

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n kaum einem anderen Ort musste der Mensch die Naturgewalten so bezwingen wie hier. Fischer und Salzbauern spielten bei der Entstehung der Altstadt eine wichtige Rolle. Mit ihren Türmen und Stadtmauern in der unbezähmbaren Landschaft der Camargue thronend wirkt sie nach wie vor uneinnehmbar, geheimnisvoll, wie ein Trugbild aus anderen Zeiten. Zeiten des

Die älteste Saline des Mittelmeerraums Zwischen Salzbergen und Meer gelegen, erstreckt sich unterhalb von Aigues-Mortes die älteste Saline des Mittelmeerraums, die einen wichtigen Bestandteil der Wirtschaftsaktivität der Stadt darstellt. Die Salzgewinnung in AiguesMortes geht bis auf die Antike zurück. Vor vierhundert Jahren schlossen sich die 15 kleinen Salinen unter der Leitung eines Geschäftsmannes aus Montpellier zusammen, um dann in der 1856 gegründeten Gesellschaft Salins du Midi aufzugehen. Die Salinen erinnern daran, dass die Camargue das wichtigste Zentrum der Salzgewinnung in Frankreich ist. Umweltschutz zählte hier schon vor seiner Zeit, entfaltet sich doch die wirtschaftliche Aktivität der Salinen in einem naturgeschützten Gebiet im Herzen der Camargue des Departement Gard und schöpft ihre Kraft aus den Elementen ihrer direkten Umgebung. Im Frühling verleiht die Salzblüte den Salinen ihre rosafarbene Tönung. Die Salzgewinnung trägt zum Erhalt der Feuchtgebiete und der Artenvielfalt bei. Das Salinengelände kann bei einer Fahrt mit einer Kleinbahn oder auch mit einem Jeep besichtigt werden. Salins du Midi, Aigues-Mortes. Tél. 04 66 73 40 24

Umbruchs, der Kriege und Kreuzzüge, die unsere Geschichte geprägt haben. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts wählte Ludwig IX, der spätere Ludwig der Heilige, die Stadt als Standort für einen Mittelmeerhafen. Zur Zeit als die Provence zum Heiligen Römischen Reich gehörte und das Roussillon den Königen von Aragon unterstand, wurde Aigues-Mortes gegen Ländereien nahe der Stadt Sommières ausgetauscht. Die Stadt der toten Wasser liegt an den Ufern einer riesigen Lagune und ist durch natürliche Kanäle mit dem Meer und durch die ausgedehnten Sumpfgebiete mit dem westlichsten Arm der Rhône verbunden. Ludwig IX ließ einen Straßendamm anlegen, der die einzige Verbindung von Aigues-Mortes, zum Festland darstellte. Der Verteidigung der Stadt diente zuletzt der Wehrturm Tour Carbonnière. 1248 brach der König zum siebten Kreuzzug auf und schiffte ein letztes Mal 1270, kurz vor seinem Tod, zum achten Kreuzzug in Aigues-Mortes ein. Aigues-Mortes entwickelte sich zu einem der wichtigsten Zentren für den Handel mit dem Morgenland. Zum Schutz des Hafens und der Stadt hatte der König die Tour de Constance – lange Zeit der einzige Verteidigungsposten der Stadt – erbauen lassen. Dieser Turm diente während der ReligionsFORTSETZUNG

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DÜFTE AIGUES-MORTES - LE GRAU-DU-ROI

Im Herzen der Petite Camargue

kriege als Gefängnis für die Protestanten von Nîmes. Darunter befanden sich der Anführer der Kamisarden, Abraham Mazel, dem 1705 von dort die Flucht gelang, zudem zahlreiche Frauen wie Marie Durand, die sich weigerte, ihrem Glauben abzuschwören und dort 38 Jahre lang gefangen gehalten wurde. Ein weiteres bedeutendes historisches Bauwerk der Stadt ist die Kirche Notre-Dame-des-Sablons, die ihren Namen dem sandigen Sumpfland verdankt, das die Stadt umgibt. An der im gotischen Stil erbauten Kirche wird der kundige Betrachter die Glasarbeiten der zeitgenössischen Künstler Claude Viallat und Bernard Dhonneur erkennen, bleilose Fensterscheiben aus mundgeblasenem, plastisch gearbeitetem Glas. Einen

Besuch lohnen ebenfalls die Kapelle der Weißen Büßer und die der Grauen Büßer, von denen die letztgenannte Xavier Sigalon zugeordnete Fresken sowie einige Werke von Auguste Glaize beherbergt, auf denen der Lebensweg der Heiligen Jungfrau dargestellt ist. Die die Stadt umschließenden Stadtmauern sind insgesamt 1634 Meter lang. Nicht zu vergessen ist der ebenfalls geschichtsträchtige Hafen von Aigues-Mortes. Ein Bummel durch die Stadt und ihre Kunstgalerien belohnt Auge und Gaumen, wimmelt es doch in Aigues-Mortes von Kunstschaffenden und guten Köchen. www.sunfrance.com/aiguesmortes www.ot-aiguesmortes.fr

Mit ihren Sumpfgebieten sind die Camargue und die Petite Camargue ein Gebiet jenseits aller Zeiten, in dem die Naturgewalten sich das Ihrige nehmen und in dem außergewöhnliche Kulturtraditionen fortbestehen. Die zwischen der Kleinen Rhône und dem Étang de Mauguio gelegene Petite Camargue erstreckt sich mit den wie Punkte am Horizont erscheinenden Städtchen Saint-Gilles et Aigues-Mortes zum größten Teil auf der Fläche des Departements Gard. Der König der Tiere ist hier der Stier der Camargue, ein Tier mit mächtigen Hörnern, das rund 400 Kilo auf die Waage bringt und nichts als die Freiheit kennt. Die Stiere wachsen in den Manades, den Herden heran, von denen es hier viele gibt. Von den Züchtern dieser Gegend werden die “Ferrades” organisiert, ein festliches Ritual, bei dem die Tiere getrennt werden und das die Gelegenheit bietet, mit der Gardianne de Taureau ein typisches Gericht der Region zu probieren. Sämtliche Dörfer der Gegend, die diesen Namen verdienen, veranstalten eine Course Camarguaise, den südfranzösischen Stierkampf. Die Veranstaltungen finden von März bis November statt und bieten Anlass für bunte Volksfeste.

Le Grau-du-Roi,Wasser,soweit das Auge reicht Das von Wasser umgebene Grau-du-Roi (Gard) verströmt eine volkstümliche, lebendige Atmosphäre. Die Bewohner dieses vom Heiligen Ludwig gegründeten königlichen Hafens werden mit einem lustigen Namen bezeichnet (die Graulier (Graulens) und die Graulierinnen (Graulennes). Und sie sprechen einen Akzent, der an Gesang erinnert. Das Städtchen rund um die ehemalige Fahrrinne, die einen Durchgang vom Meer (Grau) zum verlandeten Hafen von Aigues-Mortes bildet, ist für zwei Dinge bekannt: Als Badeort, für seinen 1968 im Rahmen des Plan Racine eingeweihten Jachthafen, der der größte Europas ist, und für seine lebendige Atmosphäre. Dieser von italienischen Einwanderern im 19. Jahrhundert gegründete Ort gelangte im Laufe der Zeit mit der Ansiedlung der aus der ganzen Region zugewanderten Fischer und Bauern zu Wohlstand. Mit dem Aufkommen der Badekuren im 19. Jahrhundert nahm das Schicksal des Dorfes jedoch erneut eine Wende : Die Ärzte priesen die Wohltaten der Meeresluft und der Salzwasserbäder, und mit den herbeiströmenden Kurgästen veränderte sich die Stadt. Das durch den Hafen bedingte Zusammentreffen verschiedener Kulturen sorgt das ganze Jahr über für Unterhaltung. Die Stimmung belebt sich mit der Rückkehr der Fischerboote: Das Leben spielt sich entlang des Kanals ab und folgt dem unablässigen Rhythmus der eintreffenden Fischkutter. Die Traditionen rund um das Meer bieten übrigens auch Gelegenheit für farbenfrohe Feste, die den Jahresablauf der Bewohner von Le Grau bestimmen : Das Fest des Wassersports im Mai, die Vogua mostra (mit Ruderdarbietungen und Feiern zu Ehren der Kulturen des Mittelmeerraums) und die Fête de la Saint-Pierre im Juni. Jedes Jahr versammeln sich die Fischer zu diesen religiösen und volkstümlichen Festen zu Ehren ihres Schutzpatrons und gedenken der auf dem Meer verbliebenen Seeleute. Die in der Altstadt gelegenen Herrenhäuser erinnern an die Anfänge des Sommerfrische-Tourismus. So ziehen das gegenüber der Kirche gelegene Haus des Thronfolgers (maison du dauphin), typisch für die “Architektur um 1900”, und die am rechten Ufer gelegene Villa Parry interessierte Betrachter an. Aber das Leben von Grau erstreckt sich auch vom linken Ufer über das Stadtzentrum hinaus in Richtung Palais de la Mer und Port-Camargue. Dies ist der bevorzugte Badeort für die “Badegäste” aus Nîmes, den Cevennen und dem nahen Vaucluse. Und ein Ort mit einem unendlichen Freizeitangebot, das mit Sonne, Geschäften und Restaurants und den benachbarten feinsandigen Stränden aufwarten kann. In Grau-du-Roi ist das Paradies in direkter Reichweite. www.sunfrance.com/legrauduroi - www.vacances-en-camargue.com SUDDEFRANCE - 24 -


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WEINKUNDE - RUNDWEG MIT DEM FAHRRAD ZWISCHEN LAND UND WASSER IN DER PETITE CAMARGUE Die Petite Camargue, 40 000 Hektar Land und Wasser mit einer erstaunlichen Flora und Fauna. Das Weinabugebiet Costières de Nîmes erstreckt sich über die sanften Hügel süd-östlich von Nîmes bis zur Rhône. Am besten lassen sich die Weinfelder zwischen den Ètangs und Gehöften per Fahrrad entdecken. Welche schöne Idee !

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Biolabel zertifiziert, erstrecken sich rund um die Étangs der Petite Camargue. Im Keller des Weinguts können Sie die Weine (etliche mit Auszeichnung) probieren, darunter ihren Rosé “Expression 2011”. Das Weingut ist an allen Tagen der Woche geöffnet! Château Beaubois, route de Franquevaux in Franquevaux. Tel. +33 (0)4 66 73 30 59. www.chateau-beaubois.com

den Weinen des Mas Neuf begleitet wird. Entdecken Sie die Weine direkt im Keller des Weinguts mitten in der Camargue. Täglich geöffnet, am Wochenende nach Terminabsprache. Mas du Notaire in Gallician. Tel. +33 (0)4 66 35 03 00. www.masdunotaire.com Château Mas Neuf, Mas Neuf in Gallician. Tel. +33 (0)4 66 73 33 23. www.chateau-mas-neuf.com

Für Naturliebhaber

Fahrradrundfahrt Dies ist die ideale Strecke, um die unverfälschte Petite Camargue zu erkunden (unbedingt in dieser Richtung fahren, um die Landschaft genießen und von der abfallenden Strecke zu profitieren). Die Orientierung ist ganz einfach, da das Verkehrsbüro von Costières die Strecke mit Meilensteinen gekennzeichnet hat. Sie starten in Beauvoisin in Richtung Générac. Kurz vor dem Dorfzentrum biegen Sie nach rechts ab in die Route de Franquevaux. Sie folgen nun den Wegen durch das Weinbaugebiet der Costières de Nîmes mit seinen mediterranen Wäldern und Hainen und genießen die Aussicht auf die Étangs. Unterwegs können Sie eine Rast im Domaine du Mas de Calet (zu Ihrer Rechten) einlegen oder kurz danach im Domaine de Bel Air La Cote (mit dem französischen Biolabel AB). Fahren Sie weiter auf der Straße nach Franquevaux (ganz an der Seite).

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Einkehr mit Geschmackserlebnis im Ancien Monastère In dem denkmalgeschützten Dorf Franquevaux befinden sich die baulichen Überreste einer der ersten “mittelalterlichen Abteien des Salzes” der Camargue sowie das Restaurant Ancien Monastère im Haus des ehemaligen CaféFeinkostladens. Gemütlicher Innenraum, schattige Terrasse, das Zirpen der Grillen inklusive. Der junge Küchenchef bereitet Ihnen sehr gute traditionelle Gerichte. L'Ancien Monastère, place du Monastère in Franquevaux. Tel. +33 (0)4 66 80 95 58.

Verkostung in den Gehöften in Gallician 1

Aperitif in Franquevaux Jetzt ist es Zeit für einen Aperitif im Château Beaubois. Dieses Weingut, das von den Geschwistern Fanny und François Boyer geführt wird, bringt frischen Wind in das Herkunftsgebiet. Ihre Weinfelder, jetzt im dritten Jahr mit dem

In Gallician, einem ehemaligen Fischerdorf, dessen Einwohner sich dem Weinbau zugewandt haben, halten Sie am hübschen Mas du Notaire und verkosten die mit großer Sorgfalt hergestellten Weine. Übrigens können Sie gerne wiederkommen, um hier einige erholsame Tage in einem der 5 bezaubernden Appartements zu verbringen. Charme und guter Geschmack. Der Winzer des Weinguts Château Mas Neuf gegenüber ist ein leidenschaftlicher Liebhaber des Weins und der guten Küche. Jérôme Nutile (2 Sterne im Castellas) hat Anfang des Jahres ein Feinschmeckermenu in Thailand kreiert, das von SUDDEFRANCE - 25 -

In Gallician folgen Sie der großartigen D779, die entlang des Schilfrohrs und des Étangs du Charnier bis zum regionalen Naturschutzpgebiet Scamandre führt, das sich am Ufer des Étang de Scamandre erstreckt. Weit und bereit ist hier kein Geschäft zu sehen und Sie werden nur einen Wunsch vespüren: Diese außergewöhnliche Fauna und Flora zu bewahren und dieses jedem Vorbeikommenden zu sagen. Drei Themenpfade werden angeboten. Geöffnet von Dienstag bis Samstag von 9 bis 18 Uhr. Eintritt frei, Infobroschüren (von 1,50 € bis 3,50 €) Centre du Scamandre, Route des Iscles in Gallician. Tel. +33 (0)4 66 73 52 05. www.camarguegardoise.com

Essen und Erholung zwischen Étangs und Weinfeldern Um sich von Ihrer Wanderung zu erholen, können Sie im Couleurs de Camargue 19, rue Saint-Marc in Beauvoisin. Tel. 04 66 01 97 33. www.couleurs-camargue.fr essen und übernachten oder zum Ancien Monastère zurückkehren (siehe oben). Gästezimmer gibt es auch beim Winzer des Mas neuf (sieh oben) und im Château Haute Cassagne in Saint Gilles. Tel. +33 (0)4 66 87 10 87. www.chateaudelahautecassagne.fr Falls Sie länger bleiben, bietet sich ein Aufenthalt in einem der drei schönen Appartements des Mas du Notaire an (siehe oben), oder in der ehemaligen Abtei l’Ancienne Abbaye de Franquevaux, place du Monastère in Franquevaux. Tel. +33 (0)4 66 51 05 75. www.ancienne-abbaye.com

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DÜFTE LA GRANDE-MOTTE - PALAVAS-LES-FLOTS

LaGrande-Motte, traumhafteArchitektur

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s ist kaum vorstellbar, dass das Gelände von La Grande Motte vor noch nicht einmal 45 Jahren eine riesige, von Mücken heimgesuchte Sumpflandschaft war, in der sich nur Flamingos, Pferde und Reiher wohlfühlten Um die Abwanderung der französischen Touristen an die spanischen Küsten zu stoppen, hatte der Staat in den 50er Jahren beschlossen, die 200 Kilometer Küste des Languedoc-Roussillon zu erschließen. Im Rahmen dieses immensen Vorhabens wurden fünf Badeorte geschaffen, darunter La Grande-Motte, das eine echte "Ferienstadt" werden sollte. Mit dem Projekt wurde der Architekt Jean Balladur betraut, der sich mit seinem Bauvorhaben von der damaligen funktionalistischen Ästhetik abheben wollte. Er verband unübliche

Formen wie Pyramiden harmonisch mit geschwungenen Elementen und gab dieser neuen Stadt mit der besonderen Plastik ihrer Gebäudeformen eine eigene architektonische Identität. Die Stadt hat sich dabei ein Stück Natur bewahrt, ein Drittel des öffentlichen Raums besteht aus Grünflächen. Die Gemeinde verfügt über ein breitgefächertes Unterkunftsangebot und eine vielfältige Freizeitinfrastruktur, darunter ein Hafen, ein Golfplatz, ein Thalassozentrum und Restaurants sowie 7 Km Strand mit zahlreichen strohgedeckten Strandbars. Dank der Nähe zu Montpellier und seinen Einwohnern herrscht in La Grande Motte das ganze Jahr über eine belebte Atmosphäre. www.sunfrance.com/lagrandemotte www.lagrandemotte-tourisme.com

Palavas, der Charme des Meeres für jedermann Palavas (Hérault), gerade mal zehn Kilometer von der Stadt entfernt, in der die Präfektur ihren Sitz hat, ist seit jeher Sommerresidenz für die Bewohner von Montpellier. Zwischen Meer und Lagunen gelegen, eingebettet in eine Naturlandschaft mit vielfältiger Pflanzenwelt, ist dieser Badeort am Ufer des Golfe du Lion für Einige das weniger beneidenswerte Sinnbild für Ferientrubel, für Andere hingegen der ideale Ort für Freizeitvergnügungen. Der Zeichner Albert Dubout hat diesen Badeort mit seinen Zeichnungen von gerammelt vollen Stränden zu einer Zeit bekannt gemacht, als sich bezahlter Urlaub zu etablieren begann. Mit Vorliebe zeichnete er die Kleinbahn, die bis 1968 in Betrieb war und zwischen Palavas und Montpellier pendelte, und Szenen,

Auszeichnungals VillePatrimoine 42 Jahre nach Ankunft der ersten Touristen wurde La Grande Motte 2010 mit dem Label “Patrimoine du XXe siècle” (Kulturerbe des 20. Jahrhunderts) ausgezeichnet und ist damit der erste Badeort, dem dieses vom Kulturministerium für herausragende Architektur der städtischen Bebauung vergebene Label verliehen wurde.

in denen die Bürger nachmittags oder nach einem Wochenende von ihren Bäderanwendungen oder Kasinoaufenthalten zurückkehrten. Der Campingplatz von Palavas, Aushängeschild für kostengünstige Ferien, galt lange als Symbol für die Gegend. In den siebziger Jahren verspottete der Sänger Marc Charlan den Ort sogar mit seinem Lied “Je me casse à Palavas”. Dabei kann dieses ehemalige Fischerdorf mit einem Charme ganz anderer Art aufwarten. Beginnen wir mit seinem 7 Kilometer langen, sanft abfallenden Strand, der ideal für Kinder ist. Rund um den Kanal, an dem die Sommergäste flanieren, bietet der Ort etliche Restaurants. Zudem gibt es Strohhütten, in denen man, die Füße im Wasser, wunderbar Meeresfrüchte genießen kann. Das weithin sichtbare Symbol des Dorfes, ein in den 40er Jahren erbautes ehemaliges Wasserschloss, wurde restauriert und beherbergt heute in der oberen Etage ein sich drehendes Restaurant mit einer einzigartigen Panoramaaussicht auf die Küste.Außerdem verfügt Palavas, das inzwischen über einen Radweg von Montpellier zu erreichen ist, über den einzigen Tiefwasserhafen für Freizeitzwecke im Mittelmeer, der Liegeplätze für mehr als 1 000 Boote bietet. www.sunfrance.com/palavas - www.palavaslesflots.com

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DÜFTE SÈTE

Sète-eineStadtund ihreinzigartigerHafen Das zwischen dem Étang de Thau und dem blauen Meer gelegene Sète hat sich eine ausgeprägte kulturelle Identität bewahrt und präsentiert sich äußerst farbenfroh.

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it seinen tanzenden Fischerbooten, Marktversteigerungen und den Markthallen voller Fischhändler profitiert Sète von seinem mitten in der Stadt gelegenen Hafen. Seinen Namen, der lange Zeit Cette lautete, verdankt Sète vielleicht der Form des über der Stadt thronenden Mont Saint-Clair, der in den Augen der Fischer an einen Wal erinnert. Denn “ceta” geht auf das lateinische “cetus” zurück. Die Lagunenfischer, die “petits métiers” (Kleinhändler), wie man sie hier nennt, leben in dem malerischen Viertel Pointe-Courte. Im Jargon von Sète bezeichnet man sie auch als “Pointus”, nach dem Namen ihres Viertels. Entlang der Ufermauern, an denen die Lanzenstecher festmachen, reihen sich Boote und Fischkutter aneinander. Wenn die Fischer herbeistürmen geht es laut zu und Jodgeruch erfüllt die Luft. Und dann gibt es noch die Bewohner des Hügels und die aus den besseren Wohnvierteln. Seit jeher war dieser Hügel ein Orientierungspunkt für die Seefahrer. Paul Valéry war der erste, der die Stadt als “l’île singulière”, als einzigartige Insel, bezeichnete. Ihre Entstehung verdankt die Stadt Sète drei Persönlichkeiten, wurde sie

doch 1666 nach dem Willen von Paul Riquet, Ludwig XIV und dem Ritter von Clerville gegründet. Der eine suchte nach einem Zugang zum Mittelmeer für den Canal du Midi, der andere brauchte einen Hafen für die Verschiffung der Waren aus dem Languedoc und der letzte bestimmte das Kap von Sète zum am besten geeigneten Ort. Und so entstand der Hafen. Seitdem beherbergt die zum Schutz der Hafeneinfahrt erbaute Mole Saint Louis die Boote. Schon 1666 fanden am Tag des Saint Louis die ersten Lanzenstecherturniere statt, eine Tradition, die noch heute in der Kultur der Stadt Sète ihren festen Platz hat. Zur Hochzeit des Weinhandels war der Hafen von Sète der weltweit wichtigste für die Verschiffung der Weinfässer, und Sète war eine blühende Stadt. Das heutige Théâtre de la Mer, das über eine bemerkenswerte Akustik verfügt, wurde in Folge eines englischen Flottenangriffs erbaut, bei dem die Stadt 1710 einer Eroberung nur knapp entging. Vierzig Jahre später vertrieb eine Hungersnot die italienischen Fischer der Hafenstadt Gaeta aus Italien. Viele von ihnen ließen sich in Sète nieder. Der Hafen, an dem sie sich ansiedelten, verdankt ihnen seinen farbenfrohen Charakter. Auch bereicherten sie die lokale Küche mit ihren Aromen. Einige der kulinarischen Spezialitäten sind die Bourride vom Seeteufel, die Fischsuppe Bouillabaisse, das Nudelgericht Macaronade und das Tintenfischgericht Rouille de seiches, und jede Familie hat ihre eigenen Rezepte! Sète pflegt seine reichen Traditionen. www.sunfrance.com/sete www.tourisme-sete.fr SUDDEFRANCE - 27 -

Ein Lido in voller Pracht ! Fünf Jahre nach Beginn der Umbauarbeiten hat sich das Erscheinungsbild des Lido, der sich zwischen dem Étang de Thau und dem Meer von Sète bis Marseillan erstreckenden Strandzunge, ziemlich verändert. Angesichts der in der Uferegion fortschreitenden Erosion haben die Behörden umfangreiche Investitionen getätigt, um der Abtragung des 12 Kilometer langen Strands entgegenzuwirken. Die oberhalb des Strands verlaufende Küstenstraße wurde an die Eisenbahnstrecke verlegt. Auf der Meerseite wurde die Dünenkette wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt und der Strand auf 70 Meter verbreitert. Vier kostenfreie Parkplätze wurden eingerichtet und Zugänge zum Strand angelegt. Nun stehen der Öffentlichkeit 35 mit Fußgängerstegen ausgestattete Zugänge zum Meer (barrierefrei) zur Verfügung, zudem wurde am Ortsausgang von Sète eine Promenade angelegt.Gewiss ist dabei etwas von dem wilden Charme vergangener Zeiten verloren gegangen, aber die Umbaumaßnahmen ermöglichen dafür jetzt einen besseren Zugang zum Lido, der diesen Namen vorher kaum mehr verdient hatte. Vor allem ging es aber darum, diese einzigartige Fläche dauerhaft und nachhaltig zu erhalten.


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RUNDWEG BER DIE HÄFEN DER KÜSTE •6 4 •

Am gestrandeten Dampfer in Barcarès

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1• Den Liebhabern des Farniente bietet das Languedoc-Roussillon 220 Km Sandstrände, die sich von der spanischen Grenze bis zur Provence erstrecken. Die meisten der Strände sind mit der blauen Flagge ausgezeichnet, darunter 12 als Naturschutzzone gelistete Gebiete. 60% der Mittelmeerküste ist in ihrem Naturzustand erhalten. Von Collioure bis Grau-du-Roi bieten 27 Häfen die Möglichkeit, ins tiefe Blau des Meeres zu stechen. Mit dieser Infrastruktur – acht der Häfen wurden schon in den 60er Jahren angelegt, aktuell stehen 30 000 Liegeplätze zur Verfügung - zählt das LanguedocRoussillon zu den führenden Regionen für den Bootssport, zudem werden zurzeit an zahlreichen Häfen Erweiterungen durchgeführt.

Am Fuße der Gebirgskette Les Albères in Argelès-sur-Mer

1 Der Hafen bietet sämtlichen Service (Nachschub und Betankung, Frachtumschlag, Bootszubehör etc.) sowie 790 Liegeplätze und lädt zu einem geruhsamen Zwischenstopp in bezaubernder Umgebung ein. Einige Seemeilen vom Cap Béar mit feier Aussicht auf die Gebirgskette der Albères ist dieser katalanische Hafen besonders einladend. Neben dem Hafen erstrecken sich 7Km lange Strände mit einem 12 Hektar großen Pinienhain. Im Süden finden Landschaftsliebhaber mit dem bei den Katalanen beliebten Strand “Racou” ein paradiesisches Eckchen.

Marseillan Plage. Der kleine, familiäre Hafen liegt an der Mündung des Kanals von Pisse-Saumes, der das Meer mit dem Étang de Thau verbindet. Hafenaufsicht : +33 (0)4 67 77 34 93

Sète, Stadt der Fischer

2 Auf einem schmalen Landstreifen zwischen dem Étang und dem Meer ist im 17. Jahrhundert ein Fischerhafen entstanden, in dem einst die berühmten katalanischen Boote gebaut wurden. Der katalanische Seehafen Port-Barcarès erwachte mit der Umgestaltung der Küste zu neuem Leben. In den 60er Jahren wurde in einigen Kilometern Entfernung ein neuer Ferienort erbaut, dessen Galionsfigur dieser alte Dampfer aus den 30er Jahren ist, der das einzige gestrandete Schiff dieser Art weltweit ist. Es wurde zur Diskothek umgebaut und beherbergte lange Zeit ein Restaurant und ein Casino. Als touristische Attraktion wurde er von der Stadt übernommen, die dort heute geführte Besichtigungen anbietet. Hafenaufsicht : +33 (0)4 68 86 07 35

Die an den Hängen des Mont Saint Clair wie ein Ausguck auf den Étang de Thau und das Meer erbaute Stadt Sète wird wegen ihres Lichts und ihrer Farben auch als das “Venedig des Languedoc” bezeichnet. Als größter Mittelmeerhafen hat sich die Stadt ihren ursprünglichen Charakter bewahrt. Der Hafen, dessen Bau von Ludwig XIV beschlossen wurde, entstand zur selben Zeit wie der Canal du Midi. In Sète herrscht kein Mangel an Aktivitäten : Ein Besuch der Fischbörse und der quirligen Markthallen, ein Spaziergang zum Mont SaintClair mit einem Stopp auf dem Seemannsfriedhof, das Grab des berühmten Theaterregisseurs Jean Vilar, dessen hundertjähriger Geburtstag gefeiert wird, ein Spaziergang am Lido oder auf den Hafenkais, und im Sommer natürlich das Spektakel der Lanzenstecher am königlichen Kanal ! Achtung, der Hafen hat nur wenige Kapazitäten. Hafenaufsicht : +33 (0)4 67 74 98 97

Port Camargue, der “Gartenhafen”

Wunderbare Strände und Panoramarestaurant in Leucate Das von seiner Burg dominierte Leucate ist ein charmanter Ort zwischen Meer und Étang mit schönen Stränden und einem beeindruckenden weißen Felsen, der von einem Leuchtturm gekrönt ist. Mit 1500 Liegeplätzen ist Leucate einer der größten Freizeit- und Sporthäfen Europas. Vor der Küste bläst meist der Tramuntana-Wind, der den Ort zu einem bevorzugten Spot für Segler und Wassergleitsportarten macht. Jedes Jahr findet Ende April nicht weit von der Siedlung La Franqui die Mondial du Vent statt. Leucate ist ein ruhiger Badeort mit einfachen, aber einladenden Unterkünften und Hotels. Auf dem Felsen hat Alexandre Klimenko mit dem “Klim & Co” soeben ein ganz neues Panoramarestaurant eröffnet. Auf der Speisekarte stehen hier Meeresgerichte und eine atemberaubende Aussicht! Hafenaufsicht : +33 (0)4 68 40 91 24

Das friedvolle Licht am Kanal von Marseillan Das kleine friedliche Städtchen Marseillan am Ufer des Étang de Thau hat sich den paradiesischen Charme eines verschwiegenen Örtchens bewahrt. Die alten Gässchen dieses mediterranen Ortes verströmen einen unglaublichen Charme. Friedvolle Stimmung kommt auf beim Plätschern des Wassers im Kanal, ganz in der Nähe der Kellereien, in denen seit jeher der Aperitif NoillyPrat hergestellt wird (Besichtigung der Anlagen möglich). Der Hafen befindet sich im Strandort SUDDEFRANCE - 28 -

•6 Der an das alte Fischerdorf Grau-du-Roi grenzende Port-Camargue wurde Ende der 60er Jahre von dem Architekten Jean Balladur erbaut, der schon an den futuristischen Gebäuden von La Grande Motte beteiligt war. Als maritimer Treffpunkt Nordund Südeuropas verfügt der Hafen über 4 800 Plätze und eine windgeschützte Lage. Das gelungene Gleichgewicht der Wasser- und Grünflächen macht aus Port-Camargue einen wahren „Gartenhafen”. Port-Camargue ist zudem wegen seiner über dem Meer erbauten Ferienhäuser, den Marinas, erwähnenswert, die alle über eigene Bootanlegestellen verfügen. Ein Paradies für Seefahrer vor den Toren der Petite Camargue, ganz in der Nähe des naturbelassenen Espiguette-Strands. Weiterhin gibt es einige ausgezeichnete Restaurants, darunter das berühmte “Le Spinaker” von Jean-Pierre Cazals. Hafenaufsicht : +33 (0)4 66 51 10 45

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DÜFTE AGDE

Agde, dasKap

derBadefreuden

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anz dem Bild seiner Heimatstadt entsprechend, trägt er das Adamskostüm, und das seit... dem 4. Jahrhundert v. Chr.! Der Ephebe von Agde (Herault), die 1964 im Grau d'Agde gefundene antike Bronzestatue, zeigt ihr “Prinzenhinterteil” seit ihrer Rückkehr zu ihren Ursprüngen im Jahre 1986 wieder in ihrer Heimat (zwanzig Jahre lang war sie im Louvre ausgestellt). Das Original des Epheben befindet sich im eigens für diesen Zweck erbauten Museum, während seine Kopie den Autofahrern, die am Kreisverkehr der Umgehungsstraße entlangfahren, den Kopf verdreht. Das ist nur eine der Besonderheiten von Agde. Früher wurde die Stadt wegen ihrer Bauten aus schwarzem Basalt als die “Schwarze Perle des Mittelmeeres” bezeichnet. Die Altstadt wurde auf den Resten eines ehemaligen, vom Mont Saint-Clair dominierten Vulkans errichtet und verfügt in der Tat über vulkanisches Temperament! Die auf die Antike zurückgehende Hafenstadt (sie wurde im 6. Jahrhundert v. Chr. gegründet) hat sich mit dem Bau der Bade- und Feriensiedlung Cap d'Agde in den Jahren 1970-80 den Badefreuden zugewandt. Heute ist das Centre Héliotourisme, das ganz und gar der FKK-Kultur gewidmet ist, das Nudistenzentrum mit der größten Aufnahmekapazität weltweit. In dem FKKFeriendorf und an den ausschließlich dafür “reservierten” Stränden wird das gemeinschaftliche Nacktsein praktiziert. Aber Agde hat noch mehr zu bieten und verfügt über ein reiches kulturelles Erbe : Die Altstadt und

ihre Stadtmauern, die zu den ältesten in ganz Frankreich gehören, die Kathedrale St. Étienne, das Museum des Epheben und die Rundschleuse im Canal du Midi sind beliebte Besichtigungsziele. Nicht zu vergessen die feinsandigen Strände, paradiesisch im Hochsommer auch für die “Bekleideten” (diejenigen, die nicht unbedingt Anhänger der FKK-Kultur sind). Sanft abfallend erstrecken sie sich auf 14 Kilometer Länge von Ost nach West und sind ideal für Bade - und Wassersportaktivitäten : Die Strände Plage Richelieu, Plage du Môle,

Plage de Rochelongue, Plage de la coquille, der Muschelstrand, der von Muscheln übersät ist, der schwarzsandige Plage de la Conque… Die vor der Spitze des Kaps gelegene kleine Insel Brescou, ein Bassaltfelsen mit einer Festung gleichen Namens, ist ein beliebter Tauchspot, während sich die Wassersportfans oberhalb der Fluten beim Wellenreiten, Kite-Surfing und Segeln vergnügen können. www.sunfrance.com/capdagde www.capdagde.com

EinzigartigeTauchgründe Cap d’Agde ist den Fans des Sporttauchens ein Begriff. Als letztes Glied der Vulkankette der Auvergne ist die Landschaft vor 750 000 Jahren durch einen Vulkanausbruch geformt worden, aus dem auch der Mont Saint-Loup und die Tiefseelandschaft hervorgegangen sind. In 300 Meter Entfernung von der Küste im Süden der Grande Conque liegt der Tauchspot der Grandes Tables, der einst von Lavaströmen geformt wurde. In diesen Tiefseefelsen, den größten im Languedoc-Roussillon, haben zahlreiche Fischarten und wirbellose Lebewesen Zuflucht gefunden. Der Ort ist Lebensraum für die weiße Gorgonie, Seeanmonen und verschieden Schwammarten. Weniger wagemutige Meeresliebhaber können den Meeresgrund durch den transparenten Boden der Ausflugsboote betrachten und im Fort Brescou an Land gehen (Foto), einem ehemaligen staatlichen Gefängnis vor der Küste von Cap d’Agde. SUDDEFRANCE - 29 -


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DÜFTE LA CLAPE

LaClape,zwischen WeinfeldernundGarrigue Das Gebirgsmassiv von la Clape zwischen Narbonne (Aude) und dem Meer gelegen,zieht die Liebhaber wilder Naturlandschaften an. Und die des Weins, der wächst, soweit das Auge reicht…

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ieses kleine Gebirgsmassiv (17 km lang und 7 km breit), eine Verlängerung der Gebirgskette der Corbières, das mit seinen weißen Felsen bis ins Meer und die Ètangs (PisseVache, Ayrolle, Bages-Sigean) verläuft, war früher einmal eine Insel. Im 14. Jahrhundert trat die Aude über die Ufer und veränderte die Landschaft. Die römische Insula Laci wurde zu La Clape, vom okzitanischen clapas, was so viel bedeutet wie “Kieselsteinhaufen”. Dieser wird von den Bewohnern von Narbonne, Gruissan und der Umgebung gehütet wie ein Schatz. Ganz besonders von den Weinbauern, die seit langer Zeit einen Teil der 13 500 Hektar des kalkhaltigen Geländes kultiviert haben, auf dem seit mehr als 2000 Jahren Wein angebaut wird. Der Wein von La Clape hatte schon zu Zeiten des Römischen Imperiums einen besonders guten Ruf, sodass die römischen Bürger von Narbonne als eine der ersten in den Genuss des vom römischen Senat verliehen Privilegs des Anbaurechts kamen. Die Weine dieses Ausnahmeanbaugebiets, das von den Weinherstellern mit größter Aufmerksamkeit bedacht wird, werden regelmäßig mit Auszeichnungen versehen. Das staatliche Institut für Agrarforschung Inra hat hier sogar eine Weinbauforschungsstation eingerichtet. Das von Garrigue-Landschaft und einem Hain aus Aleppokiefern gesäumte Gebiet wurde 1973 zum Naturschutzgebiet erklärt und in den Naturpark Parc Naturel Régional de la Narbonnaise integriert. Es eignet sich ideal für Picknickausflüge und ist ein Paradies für Mountainbiker und Kletterer. Unterirdische Bäche haben zahlreiche Grotten und Tropfsteinhöhlen geschaffen. Ein Spaziergang in diesem Gebirgsmassiv belohnt Sie mit dem wunderbaren Duft von Thymian, wildem Fenchel und Ginster! Vom Pech-Redon aus, dem mit 214 Meter Höhe höchsten Punkt von La Clape, reicht der Blick nach Gruissan und über

70 000 Hektar Naturschutzgebiet

die Étangs, bis hin zum Blau des Mittelmeeres. Zu den lokalen Sehenswürdigkeiten, die einen Besuch lohnen, gehört der Seemannsfriedhof Cimetière marin de Notre-Dame-desAuzils, der das Ziel der Pfingstmontagsprozession ist. An diesem Tag besteigen die Fischer des Runddorfes Gruisson, das unten inmitten der ausgedehnten Salzseen liegt, ihren “Kieselstein”. Die Prozession geht über die Allee des Naufragés, einen abfallenden Weg, der von Stelen gesäumt ist, die zur Erinnerung an die auf dem Meer gestorbenen Seeleute errichtet wurden, und endet mit einem Gebet in der auf der Höhe gelegenen, 1634 erbauten Kapelle. SUDDEFRANCE - 30 -

Der sich über die Gebirgszüge des Corbières und die ausgedehnte Lagunenlandschaft der Mittelmeerküste erstreckende Naturpark Parc Naturel Régional de la Narbonnaise (70 000 Ha) ist eins der letzten Gebiete dieser Größe und Vielfalt und steht unter Naturschutz. “Sägeschrecken”, “gekielte Smaragdlibellen” und die Schmetterlingsart “Diane” fühlen sich hier zu Hause, aber auch Füchse, Hasen, Dachse und Wildschweine streifen durch die Strauchheideformationen der Garrigue mit der in La Clape endemischen Asternart Centaurea corymbosa, die von Mitte Mai bis Juli in voller Blüte steht. Es bietet sich ein Blick über die Weinfelder, die Städtchen und Dörfer sowie auf die lokale Landwirtschaft rund um die Étangs (Aalfischerei etc.). Dieses empfindliche, zwischen Feuchtgebieten und der Trockenheidelandschaft der Garrigue gelegene Milieu bedarf des besonderen Schutzes und wurde 2003 für die Dauer von 12 Jahren unter Naturschutz gestellt. www.parc-naturel-narbonnaise.fr


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DÜFTE LA CLAPE

Argelès,Allianz vonBlauund Grün

Gruissan,das runde Dorf Das zwischen den Étangs und dem Meer gelegene Dorf Gruissan (Aude) ist rund um einen kleinen Hügel herum erbaut, der von einer Burg gekrönt wird, die sich 35 Meter über dem Meeresspiegel erhebt. Von der Burg ist nicht viel mehr geblieben als der Barbarossa-Turm, der im 13. Jahrhundert erbaut wurde, um die Umgebung von Narbonne zu überwachen. Wie er zu seinem Namen kam, bleibt nach wie vor ein Geheimnis. Zu Füßen des Gebäudes ist nach und nach ein Dorf entstanden. Diese wenig bekannte Bauweise ist im Aude und im Hérault recht verbreitet, man stößt auf ungefähr fünfzehn Dörfer mittelalterlichen Ursprungs, die in dieser Form angelegt sind. Eine weitere Besonderheit von Gruissan sind die auf Pfählen stehenden Hütten an dem breiten Strand. Bereits seit mehreren hundert Jahren werden solche Bauten errichtet – heute gibt es davon 1300 – sie verbreiteten sich dann insbesondere im 19. Jahrhundert, wo sie zunächst den Fischern als Schutz dienten, und dann von den Badegästen aus Carcasonne und Narbonne als zeitweilige Bleibe genutzt wurden. Hier drehte JeanJacques Beinex den Kultfilm Betty Blue – 37,2 am Morgen mit Béatrice Dalle und Jean-Hugues Anglade. www.sunfrance.com/gruissan - www.gruissan-mediterranee.com

Der Doppelort Leucate Der Name des am östlichen Ende der Meerseite der Corbières gelegenen Leucate (Aude) geht auf das griechische “leukos” zurück, das “weiß” bedeutet und in der Mundart des Languedoc “Leucata” genannt wird. Hier sorgt der Nordwind für einen fast immer wolkenlosen Himmel. Das strategisch bedeutende Leucate war über fünf Jahrhunderte ein wichtiger Beobachtungsposten, der den Franzosen dazu diente, das Königreich von Aragon in Schach zu halten. Zwei Mal in seiner Geschichte, im 16. und im 17. Jahrhundert, konnte sich Leucate erfolgreich gegen die Angriffe der Spanier zur Wehr setzen. Der Charme von Leucate beruht auf seiner Vielfältigkeit (Leucate besteht aus den Strandorten Leucate-Plage, La Franqui und dem Hafen Port-Leucate) und seiner Verbindung zum Étang und zum Meer. Die ehemalige Insel Leucate liegt inmitten einer marinen Umgebung, die gleichzeitig auch die wirtschaftliche Grundlage des Örtchens ist. Bedeutend sind hier die Austernzucht (der Étang ist reich an Austern und anderen Schalentieren) und die Ansiedlung La Franqui, die dank des dort wehenden Tramuntanas die “Söhne des Windes” zu Tausenden anzieht, die sich beim Strandsegeln, Kitesurfen und Windsurfen mit den Elementen messen… Seit 15 Jahren treffen sich am Ende des Frühlings jedes Jahr hunderte Fans zur “Mondial du Vent” und bieten den 100 000 Zuschauern mit ihren tanzenden Segeln ein beeindruckendes Spektakel auf dem Étang. Die Gegensätzlichkeit dieses Ortes macht seinen besonderen Charme aus, im Süden erstreckt sich der in den sechziger Jahren erbaute Badeort, und Richtung Norden der makellose, unbebaute Strand Plage des Coussoles. www.sunfrance.com/leucate - www.leucate.fr.

Der berühmte Badeort Argelès liegt am Fuße des Massif des Albères, genau dort, wo die Pyrenäen ins Mittelmeer eintauchen. Das Dorf Argelès-sur-Mer (PyrénéesOrientales) gehört zu den bedeutendsten Ferienorten des Languedoc-Roussillon. Man muss zugeben, dass das Dorf durch seine Lage mit besonderen Vorzügen aufwarten kann: Es verfügt über einen 7 Kilometer langen Sandstrand, der sich vom naturgeschützten Gebiet Mas Larrieu bis zum Ortsteil Racou erstreckt, eine 2 Kilometer lange Felsküste sowie über einen 12 Hektar großen Pinienwald. Sowohl Entspannungssuchende als auch Wassersportfans kommen hier auf ihre Kosten. Das zwischen dem Blau des Himmels und dem Grün des Meeres gelegene Dorf mit seinen kleinen, schattigen Gassen hat sich dabei seine Ursprünglichkeit bewahrt und ist nach wie vor ein Ort farbenfroher Lebendigkeit und katalanischer Lebensart, nur einen Sprung entfernt von Collioure. www.sunfrance.com/argeles www.argeles-sur-mer.com

Peyriacde-Mer, ursprünglich wie eh und je Das am Étang von Bages und Sigean gelegene Peyriac, versteckt zwischen den ehemaligen Salinen und den Étangs gelegen, hat sich seinen verschwiegenen Charme bewahrt. Der kleine, zu den schönsten der Region zählende Hafen, in dem Freizeitschiffer und Aalfischer zusammentreffen, ist ein typischer Ort mit einem hübschen Springbrunnen, einer besfestigten Kirche aus dem 14. Jahrhundert und hübschen Häusern. Das Dorf scheint unberührt von den Zeiten und liegt mitten im regionalen Naturpark Parc naturel régional de la Narbonnaise. Bei einem rund 2 Kilometer langem Spaziergang kann man die ehemalige Saline erkunden, in der zahlreiche Vogelarten Zuflucht gefunden haben. www.peyriacdemer.org

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DÜFTE COLLIOURE

PYRÉ

DiePoesieeineskleinen katalanischenHafens Collioure, die Perle des Roussillon, scheint in einem blauen Schmuckkästchen zu schlummern.

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ie Felsen, die die kleine Bucht umgeben, verleihen dem Ort einen majestätischen Anblick, und das Hinterland zeigt sich in der jahreszeitlichen Farbenpracht der Weinterrassen. Das oft wegen seiner postkartenähnlichen Ursprünglichkeit hervorgehobene Dorf Collioure (PyrénéesOrientales) erinnert an die Dörfer Kretas oder Italiens und behauptet dabei seinen katalanischen Charakter. Es verfügt über eine unvergleichliche Atmosphäre voller Poesie, denn es scheint, als ob die kleinen, um den Hafen angeordneten Gassen der Altstadt uns ihre Geschichte erzählen, die schon immer mit der Kunst verbunden war. Die farbigen Häuser laden zu einem verträumten Bummel ein. Collioure, die Stadt der leuchtenden Farben des Fauvismus, hat die Maler mit seinem Licht inspiriert, denn die Vielfalt seiner Farbtöne und Umrisse ist einzigartig. Collioure, lebensfroh, lichtdurchflutet, erfüllt vom Gesang der Zikaden, ist ein Paradies. Die Häuser dieses ehemaligen Handelshafens leuchten in sanften Ocker-, Orange-

und Rosatönen. Wegen seiner Schönheit war das Städtchen von vielen begehrt. Im 12. Jahrhundert war es zunächst Sommerresidenz der Könige von Mallorca, bevor es in den Besitz der französischen Könige Ludwig XI und Karl VIII überging. Collioure unterstand nacheinander der Krone der Königreiche Aragon, Mallorca und ging schließlich an Frankreich über. Kurz bevor das Roussillon 1659 durch den Pyrenäenvertrag endgültig an Frankreich fiel, verlieh der Architekt Vauban Collioure seine heutige Gestalt. Auch wenn im Verlauf der verschiedenen Eroberungen das Schloss erweitert und die Stadt verändert wurde, finden sich im Stadtbild von Collioure heute noch die Spuren seiner mittelalterlichen Vergangenheit. Das als Meisterstück einer Verteidigungsanlage geltende königliche Schloss, das 1922 als historisches Denkmal klassifiziert wurde, wurde im Laufe des 13. und des 18. Jahrhunderts ausgebaut. Die Festung von SaintElme, die Kirche Notre-Dame-des-Anges, deren Grundmauern vom Wasser des Mittelmeeres umspült werden und der Wachturm Madeloc haben ebenfalls zur Bekanntheit von Collioure beigetragen. Die von Felsbuchten, einem Kiesstrand und dem kleinen Hafen und seinen katalanischen Bötchen umgebene Stadt mit ihren blumengeschmückten Gassen verfügt über unglaublichen Charme. Aber lassen Sie sich SUDDEFRANCE - 32 -

nicht verwirren ! In Collioure spricht man Katalan, geht auf Sardinenfang und sogar die Siesta wird hier noch eingehalten. Überall in der Stadt warten kleine Restaurants und Galerien auf neugierige Besucher. Ein wahres Schmuckstück der Côte Vermeille, in dessen kleinen Pensionen man gerne einige Nächte verbringt. www.sunfrance.com/collioure www.collioure.com


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RUNDWEG 24 STUNDEN AN DER CÔTE VERMEILLE

LES IENTA R O S ÉE PYRÉN

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Matisse und Derain hier den Fauvismus begründeten, in dem das hiesige Licht die Hauptrolle spielt. Bei einem Rundgang können 20 Reproduktionen besichtigt werden, die an den Orten angebracht sind, an denen die Künstler einige ihrer schönsten Gemälde schufen. Im Sommer werden Führungen angeboten. Espace fauve, avenue Camille-Pelletan in Collioure. Tel. +33 (0)4 68 98 07 16

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Port-Vendres, typisch mediterran Als größter Fischereihafen des Roussillon und bedeutender Umschlagplatz für aus Spanien und Nordafrika kommende Früchte zeigt sich das nur wenige Kilometer von Collioure gelegene Port-Vendres deutlich beschaulicher als der touristisch stark frequentierte Nachbarort. Die Stadt, die im 17. Jahrhundert neu gestaltet wurde, hat sich etliche Zeugnisse ihrer Vergangenheit bewahrt. Die Bauwerke Vaubans zeugen von seiner glanzvollen Vergangenheit. Der Obelisk aus rosa Marmor aus dem Roussillon, der zu Ehren Ludwigs XIV errichtet wurde, erhebt sich nahe des Hafens. Täglich zwischen 8 und 10 Uhr verkaufen die Fischer an der Ecke des Quai Pierre-Forgas ihre Sardinen. Nachmittags fahren die Fischkutter ein, und jede Woche kann man einer wahren Prozession von Tiefkühltransportern zusehen, die Früchte und Gemüse aus Marokko und Westafrika einladen. Gegenüber des alten Hafens ist das Denkmal zu Ehren der Toten des Bildhauers Aristide Maillol zu besichtigen, eine Darstellung der Venus, die den für das Vaterland Gefallenen die Siegespalme reicht. Fremdenverkehrsbüro von Port-Vendres Tel. +33 (0)4 68 82 07 54

2 Leuchtturm am Cap Béar führt (Dauer 4 Stunden). Hervorspringend und besonders spannend ist das Fort Béar, die Militärfestung von Vauban, die heute noch von der Armee genutzt wird. Ab hier verläuft der Weg entlang der Küste und führt hinunter zum Strand Plage Bernardi in die Bucht von Paulilles. Die Bucht verbirgt drei Strände. An dem mittleren Strand stand früher eine Fabrik für… Dynamit ! Das vom Generalrat vollständig neu gestaltete Gelände ist klassifiziert und frei zugänglich. Zurück geht es über Cosprons, durch die Weinfelder und über den Col des Mig. Das Museum von Pauilles, Maison du site de Paulilles : +33 (0)4 68 95 23 40 Eine Wegekarte für Wanderungen rund um Port-Vendres kann im Fremdenverkehrsbüro erworben werden.

Feinschmeckerpause an der Côte Vermeille Das an der Stelle der ehemaligen Fischbörse gelegene Restaurant “La Côte Vermeille” gilt an der ganzen Küste als wahre Institution. Auf der Karte natürlich viele Fischgerichte, darunter Filets von der Rotbarbe, vom Seeteufel und vom Wolfsbarsch, talentiert zubereitet, meist gegrillt auf der Plancha. Mit freier Aussicht auf den Hafen und mit Panoramaterrasse. La Côte Vermeille, Quai du Fanal in Port-Vendres. Tel. +33 (0)4 68 82 05 71

Auf dem Küstenweg nach Port-Vendres

Auf den Spuren der Maler in Collioure

Die Küste zwingt ihre Besucher regelrecht zu Spaziergängen. Das Fremdenverkehrsbüro bietet mehrere ausgeklügelte Broschüren mit verschiedenen Rundwegen (siehe unten) Der schönste: “Zwischen Bergen und Meer”, der zum

Mit seinem Kieselstrand und der direkt am Wasser stehenden Kirche besticht dieser Hafen mit einzigartigem Charme. Man kann nachfühlen, warum sich die Künstler auf den ersten Blick in den Ort mit seiner Altstadt verliebt haben und mit SUDDEFRANCE - 33 -

Die Kunst der Glasmacher bewundern In 15 Km Entfernung liegt in der Ebene des Roussillon das kleine Dorf Palau del Vidre. Seit fast 20 Jahren haben sich Künstler mit ihren Ateliers hier im Palast des Glases niedergelassen und verzaubern mit ihren Kunstwerken aus Glas. Die Künstler, die sich unter anderem der Herstellung von Tischkunstobjekten, der Restaurierung von Fenstern und der Glasschmelzerei widmen, haben dazu beigetragen, überliefertes Wissen und traditionsreiche Handwerkskunst zu bewahren. Jeden August verwandelt sich die Altstadt zum Festival der Glaskunst in die größte Galerie der Glaskunst Europas.

Übernachtung in einer Jurte in Sorède Vor drei Jahren hat Joëlle Lacoste neben ihrer ländlichen Herberge drei Jurten aufgebaut. Inmitten von Korkeichen, am Fuße der Albères mit Blick auf den Canigou bieten die wie das Mobiliar aus der Mongolei stammenden Jurten eine außergewöhnliche und faszinierende Abwechslung. Zahlreiche Aktivitäten werden angeboten, so Bogenschießen, Wellnessmassagen etc. Au soleil mongol, route d’Argelès-sur-Mer in Sorède. Tel. +33 (0)6 26 25 03 91

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DÜFTE DER REGION

REGIONALE DÜFTE

Das Aubrac und die Margeride zwischen Terroir und Tradition

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ie Landschaft des Aubrac erinnert mit ihren wüstenähnlichen Ansichten an die mongolische Steppe, ihr Klima und ihr vulkanischer Charakter lässt die Explosionen vergangener Erdzeitalter lebendig werden! Die am Ende des Tertiärs durch Vulkanausbrüche geformte Landschaft aus Basaltgestein ist das ideale Gebiet für Wanderer, Skifahrer und Angler. Hier, am Ende der Welt, entfaltet die grenzenlose Landschaft mit ihrer Schönheit einen unvergleichlichen Zauber. Jenseits der kleinen Sträßchen, die diese von tausendfachem Grün bewachsene Heidelandschaft durchqueren, wird die Landschaft nur von Trampelpfaden durchschnitten. Ab und zu verfängt sich der Blick außer an den frei herumlaufenden Kühen an merkwürdigen Steinhaufen, den im Laufe der Zeiten von den Elementen abgetragenen Menhiren und Dolmen. Lässt man den Blick noch weiter in die Ferne schweifen, erblickt man kleine Dörfer wie Nasbinals und Saint-Germain-du-Teil mit ihren einfachen Häuschen. Überall bieten sich ideale Unterkunftsmöglichkeiten, bequeme Herbergen und… köstliche Gerichte! Der Aubrac, für seine exzellente Küche berühmt, ist ein Landstrich voller Traditionen, in dem der Viehtrieb im Mai immer Anlass für farbenfrohe Feste bietet. Dabei werden die Herden von den Schäfern zu den Schäferhütten der Sommerweiden getrieben, wo sie den Sommer verbringen. Hier wurde früher der Frischkäse La Tome hergestellt und gelagert, der als Zutat bei einer der lokalen Spezialitäten nicht fehlen darf: Dem Gericht Aligot. Das angrenzende Hochplateau der Margarides bietet Naturansichten, die aussehen wie gemeißelt und deren Oberflächen im Erdzeitalter des Primär geformt wurden. Die ehemalige Grafschaft von Gévaudan, in der die “Bestie” von Gévaudan Ende des 18. Jahrhunderts ihr Unwesen trieb, bietet hingegen undurchdringliche, geheimnisvolle Wälder (Waldkiefern, Buchen und aufgeforstete Fichtengehölze). Auf dem Plateau gibt es mehrere Wildparks (den Wolfspark von Sainte-Lucie, den Bisonpark in Sainte-Eulalie, das Geier-Informationszenttrum mit Aussichtsturm in den Gorges de la Jonte) inmitten einer von Wildbächen und Flüssen durchzogenen Landschaft. Der hier am häufigsten anzutreffende Vertreter der menschlichen Spezies ist außer dem Angler… der Wanderer! Denn durch das Gebiet zieht sich der alte Jakobspilgerweg, der heute Fernwanderweg ist. Unbedingt sehenswerte Orte wie Aumont-Aubrac, Malbouzon, Rieutort-d’Aubrac, Marchastel, Nasbinals markieren die Hochebene entlang des Camino Francés und der Via Podiensis, bevor man im Département Aveyron wieder den Aubrac erreicht… Entdekken Sie eine Landschaft voller Wunder. Für weitere Informationen scannen Sie diesen QR-Code mit Ihrem Smartphone oder verbinden Sie sich direkt auf der Website : www.sunfrance.com/grands_espaces

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DÜFTE DIE TARNSCHLUCHTEN - CAUSSE MÉJEAN

Diemajestätischen SchluchtendesTarn Im Südwesten des Departements Lozère, zwischen der Hochebene von Méjean und Sauveterre, hat sich der Tarn in gewundenen, selten schönen Meandern sein Bett gegraben. Ein großartiger Flusslauf, der als Grand Site Naturel klassifiziert ist.

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er Abgrund ist gigantisch. Im Laufe von Jahrtausenden hat sich der Fluss, der weiter östlich des Mont Lozère entspringt, eine tiefe Furche gegraben und einen wahrhaftigen Canyon in den weichen Kalkstein der Grands Causses geformt. Die steil abfallenden Felswände sind bis zu 500 Meter hoch! Von Ispagnac bis Rozier fließt das klare Wasser des Tarn mal ruhig und still, um dann wieder reißend und schnell voranzustürzen. Eine Freude für die Liebahber des Rafting Ab Sainte-Enimie, das als eines der schönsten Dörfer Frankreichs klassifiziert ist, können auch die weniger Sportbesessenen eine Kanu-Kajak-Fahrt wagen. Die grandiose Landschaft mit der über 53 Kilometer langen, in Meandern gewundenen Schlucht ist auch der Lebensraum einer äußerst vielfältigen Flora und Fauna. Wanderer können hier vielleicht den Gelb-Frauenschuh entdecken, die größte wilde Orchideenart Frankreichs, oder sie haben das Glück, einen Gänsegeier, der an seinem weißen Flaum auf dem Kopf zu erkennen ist, bei seinem Flug zu erspähen, oder auch den dunkleren Mönchsgeier. Mit ihrer bei ausgebreiteten Flügeln fast 3 Meter großen Spannweite sind sie äußerst beeindruckend! Bei Rozier in der Schlucht der Jonte bietet das Geier-Informationszentrum “Belvédère des vautours” die Möglichkeit zur rücksichtsvollen Beobachtung dieser Greifvögel. Um die unglaubliche Landschaft dieser Schluchten zu bestaunen, in der auch zahlreiche Burgen zu bewundern sind, kann man der Schlucht auf der Route des Gorges (D907bis), die am rechten Ufer des Flusses verläuft, mit dem Auto folgen. Oder, mit

Die Mondlandschaft des Causse Méjean In großartiger Einsamkeit erstreckt sich der Causse Méjean über 33 000 Hektar in einer unbezwingbar anmutenden Landschaft. Die auf mehr als 3000 Meter Höhe gelegene Trockenrasensteppe ist von kleinen Weilern mit schiefergedeckten Dächern und den Cazelles, den kleinen Unterständen der Hirten, gesprenkelt. Im Untergrund dieser trockenen Landschaft gibt es zahlreiche Grotten und Karststeinhöhlen. Und einige erstaunliche geologische Besonderheiten. So das Felsen-Gewirr des Chaos de Nîmes-le-Vieux zwischen Florac und Meyrueis. Eine sonderbare Anhäufung von Kalksteinen, die an eine Ruinenstadt erinnert. Die erodierenden Kräfte von Regen, Frost, Sonne und Wind haben diese Landschaft geschliffen und den dolomitischen Kalkstein zu seltsamen, fantastisch anmutenden Gebilden geformt. Ab Veygalier führt ein Lehrpfad durch das Gewirr der Felsen zwischen den Weilern Hom und Gally. guter Ausrüstung, den schmalen Wanderweg nehmen, der den Windungen in der Tiefe des Tals folgt, oder man gönnt sich eine kleine Abfahrt mit dem Boot. Der engere Teil der Strecke zwischen La Malène und Les Vignes gilt als der schönste Abschnitt. Weiterhin gibt es zahlreiche Rundwege für Fußgänger, die für jedermann geeignet sind.Diejenigen, die keinen Abstecher zu diesen unglaublichen Orten außerhalb jeder Zeit machen konnten, sollten sich wenigstens auf den Point Sublime des Baumes am rechten Ufer begeben. Der 400 Meter über dem Fluss auf dem Kalksteinplateau von Sauveterre gelegene Aussichtspunkt bietet eine spektakuläre Aussicht auf die in das smaragdfarbene Wasser der Tarn eintauchenden Felsen. Von der hier fast rechtwinklig verlaufenden Biegung des Flusses kann man von zwei Seiten in die Schluchten blicken. www.gorgesdutarn.net SUDDEFRANCE - 35 -

Die Stalagmiten der Karsthöhle Aven Armand Nachdem Sie das kleine Dorf Meyrueis passiert haben, lassen die Straße zu den Gorges de la Jonte links liegen und nehmen die D 986. In kurzer Zeit nähern Sie sich der Karsthöhle Aven Armand, die mit ihrem Durchmesser von 10 bis 15 wie ein Trichter aussieht. Der Zugang zu dieser unterirdischen Höhle erfolgt mit einer Drahtseilbahn, die entlang des Felsens zu einem ovalen Schacht hinunterführt. In dieser riesigen unterirdischen Halle, in die die Kathedrale Notre-Dame de Paris ohne weiteres hineinpassen würde, können Sie die 400 Stalagmiten bewundern, die sich Laufe von Millionen Jahren dort geformt haben. Aven Armand, in Meyrueis. Tel. +33 (0)4 66 45 61 31. www.aven-armand.com


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RUNDWEG 48 H IN DEN CEVENNEN 5

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Mit der Dampfeisenbahn nach Saint-Jean-du-Gard

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Dampf und Asche spuckend fährt diese authentische Dampfeisenbahn auf der Eisenbahnstrecke, die einst Alès mit Anduze verband und die 1971 stillgelegt wurde. Die Bahn befährt eine Strecke von 13 Kilometern, passiert zahlreiche Kunstwerke und überquert eine 104 Meter hohe Eisenbrücke über den Gardon. Ein Stopp am Bambuspark von Prafrance ist möglich, wo mitten in den Cevennen 200 Bambusarten gedeihen! Nicht weit von Mialet in dem Geburtshaus des Kamisardenchefs Rolland erwartet Sie das das “Musée du désert”, das der Geschichte des französischen Protestantismus gewidmet ist. Bambouseraie Prafrance : +33 (0)4 66 61 70 47 Musée du Désert : +33 (0)4 66 85 02 73 Die Kleinbahn Petit train der Cevennen (von April bis Oktober) : +33 (0)4 66 60 59 00. www.trainavapeur.com

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GARD

Anduze, den Geist der Freiheit erleben

Auf der Hochstraße Corniche des Cévennes

Ab Alès ungefähr zehn Kilometer weiter in Richtung Anduze fahren. Das mittelalterliche Dorf Anduze am Gardon ist das Tor zu den Cevennen und war zur Zeit der Protestanten im 16. Jahrhundert ein wichtiger Anziehungspunkt. Die Kirche von Anduze mit ihrer nüchternen Fassade ist eine der größten Frankreichs. In diesem charmanten und lieblichen Dorf lässt es sich im Sommer gut aushalten. Bei einem Spaziergang können Sie sich von den berühmten Töpfereiwaren begeistern lassen oder sogar vielleicht dem letzten Oskargewinner und mit dem César ausgezeichneten Schauspieler Jean Dujardin und seiner Frau Alexandra Lamy begegnen, die hier geheiratet haben und ein Haus besitzen. Fremdenverkehrsbüro Anduze : +33 (0)4 66 61 98 17

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Im Sommer ist das Restaurant der Auberge geöffnet. Es ist ein besonderes Vergnügen, das Abendessen oder das Frühstück auf der Terrasse über dem Fluss einzunehmen. Auberge du Valgrand, Les Plantiers. Tel. +33 (0)4 66 83 90 11 www.auberge-valgrand.com

Im Ansturm auf den Mont-Aigoual Nach einem reichhaltigen Frühstück geht es über die steil abfallenden Straßen D193 und D10 Richtung Mont Aigoual, bevor man über die D 986 Richtung l’Espérou (wo im Juni der Viehauftrieb beginnt) und zum 1565 Meter hoch gelegenen Gipfel des Aigoual gelangt. Ein wunderbares Panorama erwartet Sie. Der markierte “botanische Rundweg” lädt zu einer einstündigen Erkundung fast aller Hänge des Berges ein. Nicht verpassen sollten Sie einen Besuch in der Wetterstation, die die letzte in Frankreich betriebene Bergwetterstation ist. Wetterbeobachtungsstation am Aigoual. Tel. +33 (0)4 67 82 60 01 (gratis)

Seidige Vergangenheit in Saint-Hippolyte-du-Fort

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Um in die Landschaft der Haute Gardonnenque zu kommen, nehmen Sie die D 260 in Richtung Pompidou. Schon sind Sie auf der der Corniche, der Hochstraße der Cevennen. Die strategische Straße wurde im 18. Jahrhundert ausgebaut. Auf ihr marschierten die Dragoner Ludwigs XIV bei ihrer Jagd auf die Kamisarden. Eine prachtvolle Landschaft. Schöner Aussichtspunkt mit Blick auf den Col de l’Exil, bevor Sie nach links auf die kleine D 39 abbiegen, um dann durch das Wildwasserevier und vorbei an den Bergkämmen der Cevennen zum Borgne-Tal in Richtung des kleinen Dorfes Les Plantiers zu fahren, wo einst Seidenraupen gezüchtet wurden. Das charmante Maison de l’eau ist ein Museum in einer ehemaligen Wassermühle. Von hier aus bieten sich zahlreiche Wanderungen an. Fremdenverkehrsbüro Vallée Borgne, Saint-André-de-Valborgne. Tel. +33 (0)4 66 60 32 11. www.vallee-borgne.org/fr

Übernachtung über dem Fluss In Les Plantiers und in den benachbarten Dörfern gibt es mehrere Gästezimmer. Umwerfenden Charme hat jedoch die Auberge du Valgrand, ein stattlicher Bau mit 3 Etagen und 5 Zimmern. SUDDEFRANCE - 36 -

6 Wir fahren den Mont Aigoual über Valleraugue wieder hinunter. In dem Weiler Villaret bieten die Jardins des Samburs einen Hafen der Ruhe mit einem blühenden Garten, in dem seltene Pflanzen mit bunten Feldblumen um die Aufmerksamkeit buhlen. Eine Mittagspause mit einem zünftigen Imbiss würde sich ebenso anbieten. Für den großen Hunger bietet sich in wenigen Kilometern Entfernung das “l’Abeuradou”, ein ungewöhnliches Restaurant im historischen Rahmen des Château du Rey in Pont d’Hérault. Oder man macht einen Umweg über Vigan, einer Cevennenstadt mit mediterranem Charakter. Zurück Richtung Alès geht es über Saint-Hippolytedu-Fort, wo man in die geschichtsträchtige Vergangenheit der Region eintauchen und eine ehemalige Seidenraupenzucht besichtigen kann, die heute ein Seidenmuseum beherbergt. Jardins des Sambucs in Villaret. Tel. +33 (0)6 82 49 59 19. L’Abeuradou in Pont-d’Hérault. Tel. 04 67 82 49 32. Seidenmuseum in St-Hippolyte-du-Fort. Tel. 04 66 77 66 47.


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DÜFTE UZÈS

Uzès,SchöneausStein Wie ein Juwel thront die herzogliche Stadt im von Weinreben und Olivenbäumen bewachsenen Hinterland des Gard. Und im Herzen der Touristen hat sie ihren festen Platz.

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zès gilt als das Saint-Tropez des Languedoc. Ganz nach dem Vorbild der Glockentürme, die dem Umland von St. Tropez die Stunde läuten, hat Uzès (Gard) seinen Tour Fenestrelle, den Glockenturm der Kathedrale Saint-Théodorit, der mit seinen gelb und grün glasierten Dachziegeln aus der Landschaft hervorsticht. Er ist das Wahrzeichen dieser kleinen Stadt im Languedoc, die mit ihren nur 8 000 Einwohnern als die “City des Languedoc” gilt, die man unbedingt gesehen haben muss. Aber absolut zu Recht! Uzès, 1965 unter Denkmalschutz gestellt, mit seinen von Arkaden und Springbrunnen umgebenen Plätzen, seinen Cafés und Restaurants, seinen mittelalterlichen, malerischen Gässchen, seiner lieblichen Lebensart und seinen Stars (der Schauspieler Samuel Benchetrit, Guy Lagache, der Moderator des Wirtschaftsmagazins Capital auf M6, Jean-Louis Trintignant etc.) hat das von Jean Racine an einen Pariser Empfänger gerichtete Bekenntnis voll verdient. Dieser schrieb aus Uzès : « Und unsere Nächte hier

sind schöner als Ihre Tage … » (Briefe aus Uzès). Uzès, das erste Herzogtum Frankreichs, kann noch mit einer weiteren Besonderheit aufwarten: Mit einer echten Herzogin und einem echten Herzog, Jacques de Crussol von Uzès, 17. Herzog von Uzès. Der international agierende Geschäftsmann mit einem MBA-Diplom der amerikanischen Columbia-University setzt sich als Mann von Stand seit zwanzig Jahren für die Restaurierung des herzoglichen Schlosses ein, zur großen Freude der Touristen. Diese strömen im Sommer jeden Samstagmorgen auf den Markt, auf dem regionale Produkte angeboten werden. Das in dieser Region verwurzelte Kunsthandwerk erlebt mit den Töpferwaren und Keramikerzeugnissen der Töpferei Saint-Quentin-la-Poterie eine wahre Renaissance. Zur Pont du Gard kommt man im Sommer, um die Frische zu genießen und um in dieser Gegend, die mit ihren Zypressen und Tälern ein wenig an die Toskana erinnert, die Seele baumeln zu lassen. www.sunfrance.com/uzes www.uzes-tourisme.com

Ein ungewöhnlich runderTurm Die nahe des Hôtel de Castille gelegene Kathedrale Saint-Théodorit überrascht mit ihren Proportionen. Sie wurde Ende des 11. Jahrhunderts am Standort eines ehemaligen römischen Tempels errichtet und seitdem mehrfach zerstört. Der heutige Turm stammt aus dem 17. Jahrhundert. Die Kathedrale wird zu ihrer Rechten vom Tour Fenestrelle flankiert, der durch seine Höhe und seinen runden Grundriss auffällt. Diese Bauweise ist in Frankreich selten zu finden und ist vielleicht von italienischen Glockentürmen inspiriert. Seine Überreste, die zu der ehemaligen romanischen Kathedrale gehörten, wurden im 12. Jahrhundert erbaut. Dies gilt auf jeden Fall für seinen unteren Teil und die “vis de Saint-Gilles”, eine Wendeltreppe, deren Stufen von einem schneckenförmigen Gewölbe getragen werden. SUDDEFRANCE - 37 -

DasKarthäuserkloster LaChartreuse,Herz derSpiritualität Wie ein Spiegelbild von Avignon an der anderen Seite des Flusses gelegen thront Villeneuve-lès-Avignon mit seinem Fort, das die Grenze des französischen Königreichs markierte, über der Rhône. Über seine Wehrarchitektur hinaus verfügt Villeneuve zudem über einen viel friedvolleren Schatz : Das Karthäuserkloster La Chartreuse Notre-Dame-du-Valde-Bénédiction, das auf dem Einflussgebiet von Etienne Aubert errichtet wurde, der 1352 in Avignon zum Papst ernannt wurde und unter dem Namen Innozenz VI bekannt ist. Vom 14. bis zum 17. Jahrhundert wurde das Gebäude immer weiter vergrößert bis es zu einem der reichsten Karthäuserklöster Frankreichs wurde, in dem fast hundert Personen lebten. Zu Revolutionszeiten wurde es zum Staatsbesitz, bis es zu Beginn des 20. Jahrhunderts wieder neu entdeckt wurde. In dem komplexen Bau der Chartreuse verbergen sich einige architektonische Schätze, so der Kreuzgang und das Grab von Innozenz VI. In den 70er Jahren wurde die Chartreuse, die besichtigt werden kann, zu einem Kulturzentrum, das seit 1991 das Centre National des Ecritures du Spectacle beherbergt. www.chartreuse.org


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WEINKUNDE - RUNDWEG DIE SANFTHEIT DES DUCHÉ D’UZÈS

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Uzès, sein herzoglicher Palast, und…seine Winzer, die alles dafür tun, die geschützte Herkunftsbezeichnung (AOP) “Duché d’Uzès” zu bekommen. Die Entscheidung wird dieses Jahr fallen. Bis dahin können Sie im Uzège spazieren gehen, dort wo die Reben in Nachbarschaft zu Olivenbäumen, Trüffeleichen und Obstgärten gedeihen, und dabei Augen und Gaumen verwöhnen.

icknick und Kutschfahrt in Airpaillargues

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Spaziergang und Verkostung in der Stadt Beginnen Sie den Tag mit einem Besuch auf dem Markt (am Mittwoch mit Erzeugern, noch besser am Samstag) und/oder der Erkundung von Uzès, das Sie mit seinen Plätzen und Arkaden, seinen Gässchen und Stadtvillen, dem herzoglichen Palast Duché und seiner Kathedrale verzaubern wird… Spazieren Sie dann zur Domaine Saint-Fermin im Stadtzentrum. Zwei Hektar Reben wachsen mitten im Dorf! Eintritt in den Weinkeller täglich (außer Sonntag) von 9 bis 19 Uhr. Domaine Saint-Firmin, rue Saint-Firmin in Uzès. Tel. 04 66 22 11 43. www.saint-firmin.com

Nachdem Emmanuel Pédeneau Ihnen gezeigt hat, wie die Pferde eingespannt werden entführt er Sie in einer seiner Kutschen in die Weinfelder, wo er Sie zu einem Picknick mitten in der Garriguelandschaft einlädt (Ausflug ca. 2 Stunden - 250 € für eine Kutsche für 6 bis 8 Personen). Vor Ort wird Ihnen ein Winzer Interessantes über das Terroir und den Wein erzählen. Sie können Ihren Imbiss selbst mitbringen oder die schmackhaften und gesunden Biogerichte von Laurent Maire probieren (Zwischen 17 und 45 € pro Person). Zahlreiche andere Menüangebote. Écurie Font Clarette (neben DeleuzeRochetin) - Emmanuel Pédeneau, in Arpaillargues. Tel. 06 24 07 42 62. www.ecuriefontclarette.com

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Ungewöhnlicher Weinkeller in Blauzac

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Kunst im Weinkeller Jean-Michel und Catherine Cathonnet und Bertrand Salzes empfangen Sie in ihrem angenehmen, modernen Weinladen (mit einem Bereich für Kinder) und laden Sie zur Verkostung ihrer hervorragenden Weine ein, darunter der “La Sarrazine”, der bei der Syrah du Monde mit der Silbermedaille ausgezeichnet wurde. In der ersten Etage befindet sich eine Galerie, in der Ausstellungen gezeigt werden und eine hübsche Terrasse. Besichtigen Sie auch den Weinkeller und bewundern Sie bei einem Spaziergang über das Gelände die Flora und Fauna, die Landhäuschen und Trockensteinhütten des Anwesens. Domaine Deleuze-Rochetin, route d'Uzès in Arpaillargues. Tel. 04 66 59 65 27. www.deleuzerochetin.com

Sonne, eine Terrasse und eine Aussicht auf die Weinfelder und die Cevennen erwartet Sie…Im kompromisslos modernen Weingut Domaine du Lys ist an alles gedacht. Verkosten Sie in dem ungewöhnlichen Weinkeller die dynamischen Weine, die frisch und fruchtig sind und über ein Bouquet delikater Aromen verfügen. Zusammen mit anderen Erzeugern werden hier regelmäßig Veranstaltungen organisiert. Aktuelle Informationen auf Facebook. Domaine Les Vignes du Lys, route d’Uzès in Blauzac. Tel. 04 66 03 16 37. www.les-lys.fr

Auf TrüffelEntdeckungstour Michel Tournayre hat sich einige spannende Lehrpfade ausgedacht, auf denen man Interessantes über die Trüffelzucht lernen kann. Auf einem unterirdischen Pfad können Sie die Böden und die Wurzeln erforschen. Verblüffend! Weiterhin gibt es ein Arboretum mit 11 verschiedenen Trüffelbäumen: Linden, Hainbuchen, Nussbäumen, Aleppokiefern, Bonsais… Abschließend empfängt Michel Tournayre Sie in der hübschen Boutique empfangen, die gleichzeitig Museum und Verkostungsraum ist, mit Trüffeln, Büchern, Produkten des Terroir, Weinen, und nicht zu vergessen, einem Photo seines Großvaters. Les Truffières d’Uzès, 830, route d'Alès in Uzès. Tel. 04 66 22 08 41. www.lestruffieresduzes.fr

Schicke Gästezimmer und überraschende Restaurants Hier eine Auswahl von Orten zum Wohlfühlen, an denen Design, Komfort und Hochgenuss an erster Stelle stehen ! Nutzen Sie die Gelegenheit zum Probieren anderer Weine wie die des Domaine Chabrier. • Gästezimmer und Feinschmeckerrestaurant - L'Artémise in Uzès. Tel. 04 66 63 94 14. www.lartemise.com • Gästezimmer und Kochkurse - Le Clos du Léthé in Saint-Médiers Tel. 04 66 74 58 37. www.closdulethe.com • Gästezimmer und Gasthaus - La Maison d'Ulysse in Baron. Tel. 04 66 81 38 41. www.lamaisondulysse.com

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DÜFTE ALÈS

Die an den Ufern des wilden Gardon gelegene Hauptstadt der Cevennen des Departements Gard erwacht zu neuem Leben.

Alès:Eine“Schwarze Alès: Eine “Schwarze Stadt”wirdgrün! Stadt” wird grün!

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ir befinden uns im Land der “Schwarzgesichter”, der “Weißhemden” (den Parpaillots*) und der grünen Wälder. Der untere Teil der Cevennen ist ein Ort für Leute, die den Trubel von Menschenmengen satt haben (so zum Beispiel Ysabelle Lacamp, Patrick Timsit, Charlie Watts, der Schlagzeuger der Rolling Stones, die Schauspielerin Bernadette Laffont etc.) und eine bei abenteuerlustigen Achtundsechzigern beliebte Gegend, eine Landschaft voller Zauber. Am Ende der Bergbauepoche, gegen Ende der 60er Jahre, wurde die Gegend zum Ziel der Zurück-zur-Natur-Bewegung, deren Anhänger sich hier im “Grünen” niederließen und diese durch die Landflucht geschwächte Region belebten. Alès war damals eine verwundete Stadt. Sie hatte ihren malerischen Place aux Arcades und die Auberge du Coq Hardi verloren, in der nach Erzählungen 1629 Richelieu den “Friedensvertrag von Alès” (Religionsfreiheit) unterzeichnet hat. Ein für die protestantische Stadt bedeutendes Ereignis. Mit der Schließung der letzten Minen 1982 und 1986 (die Tagebaugruben folgten zu Beginn der 2000er Jahre) verabschiedete sich die Arbeiterstadt nach und nach von ihrer Vergangenheit als Bergbaustadt. Immerhin beschäftigte Alès zu seiner Blütezeit 24 000 Bergbauarbeiter und förderte Kohle in 21

Stollen, die unter der Bezeichnung Houillères du Bassin des Cévennes (3 Millionen Tonnen Kohle wurden hier 1950 gefördert) zusammengefasst wurden. Die frühere “Schlafstadt” an den Ufern des eigenwilligen Gardon erwacht zu neuem Leben. Alès ist heute eine Stadt mit einem riesigen kulturellen Angebot. Die Besucher der Vorstellungen im Theater Le Cratère kommen aus den benachbarten städtischen Zentren (Nîmes, Montpellier, Arles), Kinoliebhaber nehmen noch längere Wege in Kauf, um das Kinofestival Itinérances (jedes Jahr im März) nicht zu verpassen. Vor allem setzt die Stadt auf Grün. Seit 2007 sammelt Alès regelrecht Umweltund andere Auszeichnungen: Staatliche Auszeichnungen für nachhaltige Entwicklung, die Auszeichnung als französische Hauptstadt der Artenvielfalt und die Marianne d'or (für bürgernahe Kommunalpolitik) etc. In Alès wird jedes Jahr im Juni der Himmelfahrtstag mit einer Feria begangen : Man pflegt die Traditionen rund um den Stier (Corridas und andere Spektakel), während in den Bodegas der Stadt gefeiert wird. * Okzitanisch für Papillon, Schmetterling. Pejorative Bezeichnung für die Kamisarden, die protestantischen Bauern, die weiße Hemden trugen und nachts lebten wie die Schmetterlinge.

www.sunfrance.com/ales www.villes-ales.fr

In Anduze (Gard), mitten in den Cevennen, liegt das Paradies aus Grün mit von Bambus gesäumten Alleen und duftenden Mammutbäumen, das den Besucher mit den Baumrinden und dem Blattwerk seines Bambuswaldes mit Exotik umhüllt. Für seine beeindruckend schöne landschaftlich Gestaltung wurde der Ort in die Zusatzliste historischer Denkmäler aufgenommen. Ein wunderbarer Gingko biloba-Baum thront über dem Drachental und ein Labyrinth aus verschieSUDDEFRANCE - 39 -

Das Musée du Désert:Religiöse Tradition im Mas Soubeyran

Der Clou der Besichtigung des Mas Soubeyran in Mialet im Departement Gard (es handelt sich um das ehemalige Haus von Rolland, dem Chef der Kamisarden) befindet sich in der Küche, und es handelt sich um… ein Versteck! Es ist bezeichnend für die ständige Heimlichkeit und Notwendigkeit, im Untergrund zu leben, die während der sogenannten Zeit der Wüste in den Cevennen, der Periode zwischen dem Widerruf des Edikts von Nantes (1685) und dem Erlass der Toleranzedikts (1787), ständig bestand. In dieser Zeit ist der französische Protestantismus entstanden. Es war eine Zeit der ständigen Kämpfe und des Fehlens jeglicher Freiheit (der Religionsfreiheit,Willensfreiheit und für die Gefangenen und Galeerenhäftlinge der Bewegungsfreiheit). In den Cevennen, der Landschaft der Berge und Verstecke, konnte sich die von den Kamisarden (den Aufständischen) angeführte Widerstandbewegung entwickeln. Zum Gedenken an diese Zeit zelebriert die protestantische Versammlung Assemblée du Désert seit 1911 an jedem ersten Septembersonntag unter den Eichen des Mas Soubeyran religiöse Handlungen, Hochzeiten und Taufen. Das angrenzende, der Geschichte des französischen Protestantismus gewidmete Museum lädt zur Besichtigung ein. Le mas Soubeyran in Mialet Tel. 04 66 85 02 72 www.museedudesert.com

denster Vegetation wartet auf den Spaziergänger. Ein kleiner Laden und eine Gärtnerei vervollständigen die Parkeinrichtungen. Bei einem Besuch des ca. 30 Hektar großen Parks können Sie das Projekt von Eugène Mazel, der das Gut Domaine de Prafrance 1855 erworben hat, selbst in Augenschein nehmen. Das ganze Jahr über sind dort ständige und temporäre Ausstellungen zu besichtigen.

www.sunfrance.com/parcs_jardins


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DÜFTE SAINT-GUILHEM - MINERVE

Saint-Guilhem-le-Désert (Hérault) empfängt jedes Jahr 700 000 Besucher, die sich vom Erbe seiner romanischen Abtei verzücken lassen.

Saint-Guilhem-le-Désert, Gnade undSchönheit

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b der Autobahn A75 in der Umgebung von Gignac zeigt der Landstrich, welche Schätze er mit seinem Kreuzgang und der Kirche NotreDame-de- Grâce aus dem 17. Jahrhundert zu bieten hat. Der Legende nach hat hier die Jungfrau einem Blinden, der zudem taub und stumm war, seine Sinne zurückgegeben ! Auch die Touristen erheben den Blick zwangsläufig himmelwärts beim Anblick der Schönheit und Anmut dieses wunderbaren Tals mit seinen auf den Bergkuppen gelegenen, um Kirchen oder Schlösser errichteten Dörfern, die inmitten von grüner Pracht den Himmel zu berühren scheinen. Eins der zauberhaftesten unter ihnen ist das Dorf Saint-Guilhem-le-Désert, in dem sich die vergangenen Zeitalter seit der Epoche der großen mittelalterlichen Pilgerzüge zum Heiligen Jakob von Compostela widerspiegeln. Hier rasteten die um das Jahr 1 000 aus dem Orient und aus Italien nach Spanien ziehenden Pilger an der Abtei Gellone (804 erbaut), nachdem sie die Etappen von Saint-Gilles und Montpellier zurückgelegt hatten. Dieses Schmuckstück romanischer Baukunst, von dem einige Teile heute im Klostermuseum von New York (USA) zu besichtigen sind, beherbergt die Reliquien von Wilhelm dem Heiligen und echte Fragmente des Christuskreuzes (ein Geschenk von Karl dem Großen)! Die ihr Seelenheil Suchenden von heute haben ihre Pilgerstäbe gegen solide Wanderschuhe eingetauscht. Der Fernwanderweg GR 653 zieht Tausende von Touristen an, die auf der Via Tolosana (Strecke von Arles) durch die Garrigue-Landschaft und Olivenbäume

ziehen. 1999 wurde Saint-Guilhem-le-Désert als Teil des Jakobswegs in das Weltkulturerbe der Unesco aufgenommen. Und seit 2010 gehört das Dorf mit dem Cirque de l'Infernet, den Schluchten des Hérault und der Tropfsteinhöhle Clamouse zu den “Grands Sites de France", den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Frankreichs. Mit ihrer unglaublichen Vielfalt an Kalzitkristall - und Aragontiformationen gilt diese Höhle als eine der schönsten Frankreichs und verzaubert die Touristen, die auf ihren 900 Meter langen angelegten Galerien wandeln. Der Geist des Heiligen Wil-

helm, dem tapferen Gründer der Abtei, scheint über diesem Tal voller Legenden zu schweben, während die Umgebung von Saint-Guilhem ein echtes Paradies für Naturliebhaber ist. Sie haben hier die Qual der Wahl zwischen Wanderungen, Mountainbiketouren, Badevergnügen, Kanu- und Kajakfahrten und Angelausflügen zu den belebten Gewässern des Hérault, der sich unterhalb des Dorfes entlang schlängelt. www.sunfrance.com/stguilhem www.saintguilhem-valleeherault.fr

Die Brücke Pont du Diable einfach unverwüstlich Sie gilt als die älteste romanische Brücke Frankreichs. Die Hochwasser aus neun Jahrhunderten konnten diesem felsartigen Steinbauwerk nichts anhaben, das den Hérault am Übergang der Schluchten in die Ebene von Gignac überspannt. Die beiden Rundbögen, die ihre tragenden Teile darstellen, überspannen den “Gouffre Noir” (schwarzen Schlund), ein von der Erosion in den Jurakalkstein gegrabener, 70 Meter tiefer Abgrund. Der lokalen Legende nach ist diese Konstruktion (für die damalige Zeit eine architektonische und technische Meisterleistung) ein Werk des Teufels ! Die Brücke wurde im 11. Jahrhundert von den Mönchen der Abteien Gellone und Aniane erbaut, um den Pilgern den Weg von Aniane nach Saint Guilhem zu erleichtern. Ihr Bau soll auf einem Pakt beruhen, den der Heilige Wilhelm mit dem Teufel geschlossen hat : Der Heilige Wilhelm sollte seine Brücke bekommen, und der Teufel verlangte als Gegenwert für seine Mühen eine Seele zum Geschenk (die des ersten Passanten der Brücke). Der Teufel hatte aber nicht mit der List des Heiligen Wilhelm gerechnet, der einen Hund auf die Brücke schickte, woraufhin sich der Teufel vor Wut ins Wasser stürzte… Als Gegenstück zu dieser Brücke entwarf der Architekt Rudy Ricciotti den “passerelle des Anges”, den “Engelssteg”, der in direkter Nähe der Brücke gebaut wurde. Dieses Bauwerk aus hochbelastbarem Beton mit einer Spannweite von 72 Metern ist eine technische Meisterleistung und erleichtert die Anfahrt zum Pont de Diable und zum Informationszentrum Maison du Grand Site. SUDDEFRANCE - 40 -


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DÜFTE SALAGOU - HAUT LANGUEDOC

Salagou trägt Rot Die Landschaft, die den 1969 in einem ehemaligen Flussbett angelegten See Salagou umgibt, strahlt in Ockertönen, die allgegenwärtigen “ruffes”, eisenoxidhaltige Ablagerungen, verleihen den Gewässern eine rote Färbung.

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alagou, sein künstlich angelegter See und das Tal gleichen NamensFür den Bau der aus Basaltstein errichteten kleinen Talsperre am Flüsschen Salagou wurden einige Weiler überflutet. In der Gegend erzählt man, dass bei starkem Wind das Glockengeläut der überfluteten Kirche zu hören ist… 40 Jahre nach der Überflutung ist hier ein kleines Paradies entstanden. Der “Große Rote”, wie er hier genannt wird, der 1969 von der öffentlichen Hand zur Bewässerung des Tals angelegt wurde und die teilweise Umwandlung der Weinfelder in Plantagen ermöglichen sollte, hat inzwischen viele Liebhaber gefunden ! Dieses ockerfarbene Tal (durch die rote Tonerde, die reich an Eisenoxid ist), das an die Wüstenlandschaften Arizonas oder Afrikas erinnert, zieht immer mehr Besucher an, die sich an dieser wunderbaren Wasserfläche erfreuen. Der Lac Salagou ist mit seinen 125 Millionen Kubikmetern Wasser und 7,5 Kilometern Länge fast ein kleines Binnenmeer in einer Landschaft mit sonderbaren Hügeln, die ehemals Vulkane waren. Unter dem neugierigen Blick des Haubentauchers ragen Pappeln, Eschen und Weiden träge über die Röhrichtgewächse. In vierzig Jahren hat sich diese trockene Mondlandschaft zu einem bevorzugten Ziel für Naturliebhaber und Badefreunde entwikkelt. Zu den heißen Stunden des Tages strömen sie herbei, um hier Erfrischung zu finden (die Wassertemperatur erreicht im Sommer bis zu 28°). Auf der Wasserfläche, die immer von zwei kräftigen Winden umweht wird,

dem Tramuntana und dem aus Meeresrichtung kommenden Marin, wird eifrig gesegelt und anderen Gleitsportarten nachgegangen (Motoren sind hier verboten). Dieser bei Funboardern sehr beliebte Spot ist ebenso ein Königreich für Katamaransportler, Kleinbootsegler, Tretbootfahrer und Kanu- und Kajakfahrer! Die Gemeinde der Sportsegler trifft hier auf die der Angler, die es aus ganz Europa hierher zieht! Denn der Salagou ist ausgezeichnet zum Angeln geeignet, haben sich doch die von Menschenhand nach der Überflutung eingesetzten Fischarten hier wunderbar eingelebt : Raubfische wie Karpfen, Zander, Hechte, Barsche und viele andere “hübsche Burschen” vermehren sich heute in diesem Gewässer. Direkt daneben kann man zu Fuß spazieren

gehen oder Mountainbike fahren, die hier beliebteste Aktivität, für die die Geländebeschaffenheit dieses Tals ideale Bedingungen bietet: Bei den 8 nach vier verschiedenen Schwierigkeitsgraden abgestuften Rundfahrten kann die nahe Umgebung des Sees erkundet werden. Zudem bieten sich Streifzüge zu Pferd oder zu Fuß, um die die rote Landschaft mit ihrer besonderen Fauna und Flora kennenzulernen. Kleine Weiler, Kapellen, Trockensteinhütten und wunderbare Landschaften soweit das Auge reicht. In der Ferne zeichnen sich die grauen Kalksteinspitzen des Cirque de Mourèze ab, umgeben von ursprünglichen Dörfern wie Clermont l’Hérault, Liausson, Octon, Salasc, Celles und Le Puech, die zur Erkundung des Haut Pays d’Oc einladen.

Eine einzigartige Landschaft vollerVielfalt Was haben das Massif du Caroux, die Montagne Noire (Foto), die Gebirge Monts de Lacaune und Monts d’Orb, die Hochebene Plateau des Lacs, das Gebirgsmassiv Sidobre und die mediterrane Garrigue gemeinsam? Sie alle gehören zum Naturpark Parc Naturel Régional du Haut Languedoc, der 1973 in der Mittelgebirgszone gegründet wurde. Diese bemerkenswerte, zwischen der Region Midi-Pyrénées und dem Languedoc-Roussillon gelegene Landschaft unterliegt sowohl mediterranen als auch atlantischen Klimaeinflüssen. Vielfalt prägt diese Landschaft : Kastanienhaine, Moorgebiete, Heidelandschaft, Schluchten (insbesondere die des Héric), Seen und Flüsse laden zu immer weiteren Erkundungen ein. Die Berglandschaft des Haut Languedoc ist ein Ausnahmegebiet unter den touristisch interessanten Regionen Frankreichs und ein Paradies für Umwelttourismus, Wanderungen und kulinarisch interessierte Besucher (Pökelspezialitäten, Wurstwaren, Imkereierzeugnisse, Wein). www.parc-haut-languedoc.fr SUDDEFRANCE - 41 -


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DÜFTE PÉZENAS - LODÈVE

Teppiche für die Republik

Pézenas,die Sanftheit des Languedoc Pézenas, Stadtpaläste und Pflastersteinstraßen voller Geschichte…

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unst und Handwerk hatten in dieser Stadt, die die Familie Montmorency und der Prinz Conti, die Gouverneure des Languedoc, zu ihrer Hauptstadt auserkoren haben, schon immer einen hohen Stellenwert. Pézenas (Hérault) bietet die ganze Palette der Kunst: Tanz, Theater und Musik. Rund dreißig Künstler, Kostümbildner, Marionettenbauer, Mosaikkünstler, Kunstschmiede, Steinhauer und Kunsttischler sorgen heute für den Ruf der Stadt als Stätte der Kunst. Über die prächtigen Stadtvillen wie dem Hôtel de Peyrat hinaus wird in Pézenas das kulturelle Erbe der Theaterkunst hochgehalten und die Erinnerung an das Theater Molières und den Komponisten Boby Lapointe gepflegt. Die Stadt zieht zudem Antiquitätenhändler an, die hier zahlreich versammelt sind. Entsprechende Messen finden jedes Jahr von Mai bis Oktober statt. Berühmte Persönlichkeiten haben die Geschichte der Stadt geprägt.

Sie schmücken das Parkett der Ministerien, Auslandsbotschaften und des Elysée… die Teppiche aus Lodève (Hérault)! Seit die Werkstätten der ehemaligen Seifenmanufaktur “Savonnerie de Lodève” 1966 verstaatlicht wurden, werden hier ganz besondere Teppiche hergestellt, die für die Ausstattung staatlicher Gebäude vorgesehen sind. In Lodève arbeiten rund dreißig Weber an der Herstellung von Knüpfteppichen nach Entwürfen zeitgenössischer Künstler (Paulin, Hajdu, Lalane, Morellet etc.) oder fertigen Reproduktionen von Teppichen aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert. Die Wiederbelebung der Tradition der Hochweberei ist auch der Ankunft der Frauen der Harki zu verdanken, die kundige Weberinnen waren. 1964 wurde auf Veranlassung des Innenministeriums eine Weberwerksatt eingerichtet, um ca. 30 dieser Frauen zu beschäftigen. Ihre traditionelle algerische Webtechnik wurde nach und nach von der ebenfalls traditionsreichen Hochweberei abgelöst. Die Werkstatt von Lodève kann besichtigt werden. Manufacture Nationale de la Savonnerie Impasse des Liciers - 34700 Lodève. Tel. 04.67.96.41.34

Jean-Baptiste Poquelin alias Molière kam 1650 nach Pézenas. Er blieb zunächst drei Monate zur Unterhaltung der Generalstände des Languedoc. 1653 und 1656 kehrte er für zwei weitere Aufenthalte zurück. Die Stadt war eine wichtige Zwischenstation für diesen Theaterkünstler. Don Juan spiegelt zum Beispiel die Person des Prinzen Conti, der in Pézenas Molières Mäzen gewesen ist. Einige Persönlichkeiten aus Pézenas haben Molières Figuren inspiriert, so ist Abbé Rouquette, der Beichtvater des Prinzen, in der Figur des Tartuffe wiederzufinden. In den folgenden Jahrhunderten entstanden ganze Bewegungen zur Erinnerung an diesen Mann des Theaters, sogar Denkmäler wurden zu seinen Ehren errichtet. Molière und das Theater wurden zu zentralen Themen der städtischen Kulturpolitik. www.sunfrance.com/pezenas www.pezenas-tourisme.fr SUDDEFRANCE - 42 -

DieScénovision Molière 3D-Animationüber dasLebenMolières In dem wunderbaren Rahmen des Hôtel de Peyrat hat die Stadt einen mit der neuesten 3D-Technologie ausgestatteten, pädagogischen Spiel-Parcours über Molière eingerichtet. Das ereignisreiche Leben des Theaterkünstlers wird dort in fünf Akten präsentiert. Die Ausstattung jedes Saals greift eine Lebenssituation Molières und seiner Truppe auf und gibt einen Einblick in sein Jahrhundert. Die 55 Minuten dauernden Filme wirken mit ihrer 3D-Animation ein bisschen wie echtes Theater. Die perspektivische Vorstellung kann von der ganzen Familie besucht werden. Der ganzjährig geöffnete Ort ist auf Anmeldung auch für Personen mit Gehbehinderung zugänglich. Beginn alle 15 Minuten. Tel. 04 67 98 35 39 www.scenovisionmoliere.com


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MEDITERRANE DÜFTE DAS LAND DER KATHARER Die Burgen des Minervois und der Corbières scheinen immer noch die Katharer beschützen zu wollen, die die Geschichte und die Landschaften des Aude geprägt haben.

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ie christliche, ideologiekritische Glaubensrichtung der Katharer fand mit ihrer Verbreitung durch Prediger im Languedoc zahlreiche Anhänger und stieß auf die Zustimmung der Lehnsherren, so dass in Toulouse, Carcassonne, Albi und Agen Diözesen entstanden. Um dem Aufschwung dieser Religion, die sich gegen die Dogmen und die Autorität der katholischen Kirche auflehnte zu stoppen, unternahm Papst Onnozenz III 1208 den “Albigenserkreuzzug” Die Kreuzzügler mit Simon de Montfort an der Spitze töteten einen großen Teil der Bevölkerung Béziers. Die Städte Carcassonne, Minerve und Lastours fielen eine nach der anderen und der Graf von Toulouse wurde besiegt. Der Vertrag von Meaux (1229) beendete den Religionsktrieg, während die Inqusition die Jagd auf die Ketzer fortsetzte, die in die befestigten Dörfer des Minervois und der Corbières flüchteten. Der Katharerkrieg hatte sich zu einem Konflikt um die Unabhängigkeit des Südens vom Königreich Frankreich entwickelt und endete mit der Nirderlage der Festungen und dem Anschluss des Languedoc an das Königreich.Von diesen Zeiten erzählen uns die

DieOffenbarung eineskulturellen Erbes Schlösser der Katharer. Peyrepertuse, Puivert, Aguilar, Termes, Puilaurens und Quéribus gehören zu den Beeindruckendsten unter ihnen. Die sich in luftiger Höhe befindenden, gewaltigen baulichen Reste scheinen wie in einem fragilen Gleichgewicht in felsigen Bergspitzen zu hängen oder wirken wie ein Teil des Felsgesteins, an das sie sich zu klammern scheinen, während die zinnenbewehrten Mauern den Eindruck unbe-

zwingbarer Macht verströmen. Heute bietet die Route von Durban nach Lagrasse eine Reise in die Geschichte der “Guten Menschen” und die Besichtigung der Bauwerke des Katharerlandes.

Fremdenverkehrsbüro Office intercommunal de tourisme des Corbières Sauvages. Tel. 33 (0)4 68 45 69 40

DerPechdeBugarach, BerggipfelderLegenden… Lange Zeit war der Pech de Bugarach nur Wanderfreunden ein Begriff. Mit seinen 1230 Metern Höhe ist der felsige Berggipfel der höchste Punkt der Corbières, von dem man eine großartige Aussicht auf die Pyrenäen, das Hochtal und die Ebene der Aude genießt. Der Gipfel, der sich ohne jegliche Verbindung zu anderen Bergen in die Höhe erhebt, wurde früher “Pech de Tauzé” genannt und beeindruckt mit steinerner Erhabenheit, die durch den Kontrast mit den ihn umgebenden Wäldern und Garriguesträuchern besonders betont wird. Über den nicht weit von Rennes-le-Château befindlichen Berg kursieren schon lange die verrücktesten Phantasiegeschichten. So schwören einige, Ufos gesehen zu haben, die in den Berg hinein oder von ihm aufgeflogen seien. Legenden um den Bugarach gehen schon seit langer Zeit um. Seit zwei Jahren sind einige Menschen davon überzeugt, dass man von hier aus eines Tages das Ende der Welt beobachten kann. Tatsächlich kursiert im Internet ein verrücktes Gerücht, das sich auf den Kalender der Maya beruft, demnach für den 21.12.12, also am kommenden 21. Dezember, mit der Apokalypse zu rechnen sei, und dass nur ein einziger Ort verschont bleiben soll : Der Pech de Bugarach… Seitdem wird das 200-Seelen-Dorf am Fuße des Berges immer wieder von Esoterikern und anderen Exzentrikern in Erwartung des jüngsten Tages aufgestört, sehr zum Missfallen des Bürgermeisters. Ein Grund mehr, etwas in die Höhe auszuweichen…

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WEINKUNDE - RUNDWEG IM CORBIÈRES ZWISCHEN PRESTIGE UND MODERNE

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Das Land der Katharer fasziniert mit der rauhen Schönheit seiner Landschaften, seiner Geschichte und seiner Jahrtausende alten Weinkultur. Das Gebiet der Herkunftsbezeichnung Corbières erscheint wie ein riesiges geologisches Puzzle. Dank der Kreativität der Winzer entstehen hier Weine von außerordentlichem Charakter. Entdecken Sie prestigeträchtige und moderne Orte, wo der ehrwürdige Geist des Corbières mit frischem Wind erneuert wird.

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ÉES- S PYRÉN TALE ORIEN 2

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“Vavavoum!” und “Faut pas rouler les mécaniques”. Besichtigung und Verkostung im Keller : Täglich von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis18 Uhr. Cave de Castelmaure, route des Canelles in Embres-et-Castelmaure. Tel. 04 68 45 91 83. www.castelmaure.com

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Bioweinverkostung im Schloss

Die Spitzenküche des des Südens bei Goujon Weinverkostung und Motorsport esuchen Sie die beeindruckende, halb in die Erde gebaute Weinkellerei aus erdfarbenem Rohbeton, die die Form eines schiefen Quaders hat und durch ihre riesige Glasfassade eine zauberhafte Aussicht auf die Corbières bietet. Liebhaber des Nervenkitzels können im Herzen der Garrigue mit einem 4x4 Geländewagen, Quad oder Buggy auf Fahrt gehen. Weiterhin erwarten Sie ein Restaurant (2 Gabeln) und Gästezimmer. Château de Lastours in Portel-des-Corbières. Tel. 04 68 48 64 74. www.chateaudelastours.com

Herzlich willkommen in der Auberge von Gilles Goujon, dem berühmten 3-SterneRestaurant der Region, versteckt in den Corbières, wo man unter anderem das berühmte «Hühnerei vom Carrus-Hof gefüllt mit schwarzem Trüffel auf einem Champignonpüree an Sommertrüffel oder lauwarme Brioche genießen und Capuccino trinken kann». Umwerfend! Ausgezeichnete Weinkarte mit Weinen der Region und herzlicher Empfang. Sie werden gesättigt und glücklich abreisen.

5 Diese zusammenhängende, 135 Hektar große Anbaufläche liegt geschützt inmitten der 500 Hektar Garriguelandschaft, die ein reiches Ökosystem in einer einzigartigen Landschaft darstellt. Das Weingut ist der größte Bioweinerzeuger der Corbières. Die Weine sind elegant, samtig und delikat, wie der hier erzeugte “Solus 2010”. Verkostung im Schloss (ehemalige Dependance der Abtei Abbaye de Fontfroide) an allen Tagen der Woche und am Wochenende nach Terminvereinbarung. Château de Caraguilhes in Saint-Laurentde-la-Cabrerisse. Tel. 04 68 27 88 99. www. caraguilhes.fr

Die Seele der Corbières 3 L’Auberge du Vieux Puits, 5, avenue SaintVictor in Fontjoncouse. Tel. 04 68 44 07 37. www. aubergeduvieuxpuits.fr

Entspannung in den Gärten Jardins Saint-Benoît 1

Spaß und Weinverkostung in der Kooperative « Unsere Reben wachsen am Ende der Welt ».... gewiss. Aber der Besuch des im Dorfzentrum gelegenen Kellers (modern und nüchtern) der Kooperative ist ein “Must”. In diesem abgelegenen Tal ist der Wein kein Kind von Traurigkeit. Die in bunten Farben gestalteten Flaschen sind der Beweis. Probieren Sie den berühmten Cuvée “3” oder die beiden Neuheiten mit beinahe unaussprechlichen Namen,

Entspannen Sie in den Steingewölben des Spa Garrigae. Beheiztes Innenschwimmbad, Sauna, Hamam, Sprudelbad, Teeküche… Genießen und entspannen Sie mit den Massagen auf Basis regionaler Bioprodukte. Hmmm ! Les jardins Saint-Benoît, Route de Talairan in Saint-Laurent-de-la-Cabrerisse. Tel. 04 68 44 18 70. www.garrigaeresorts.com

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Genießen Sie die bezaubernden Landschaften der Corbières. In Villerouge-Termenes, einem mittelalterlichen Dorf mit einer imposanten Festung, inmitten der wildschönen Naturumgebung mit ihren rotschimmernden Hügeln und Weinfeldern. Lagrasse (ehemalige Hauptstadt der Corbières) mit der Abtei Abbaye Sainte-Marie. Etwas weiter, in Mayronnes, bietet sich ein Wanderweg mit Skulpturen, für eine Fußwanderung mit Kunstgenuss in freier Natur.

Essen und Übernachtung Orte für entspannende Abende und erholsame Nächte: • Gästezimmer und Restaurant : Château de Lastours in Portel-des-Corbières • Gästezimmer : Unterkunft Roquelongue in Saint-André-de-Roquelongue. www. demeure-de-roquelongue.com • Gästezimmer und Feinschmeckerrestaurant : L’Auberge du Vieux Puits in Fontjoncouse • Zimmer oder Häuser und Restaurant : Les jardins Saint-Benoît in Saint-Laurentde-la-Cabrerisse


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DÜFTE CANIGOU - DIE GELBE BAHN

DerCanigou, NaturschönheitKataloniens

Der Pic du Canigou ist das Juwel der katalanischen Pyrenäen und gipfelt auf 2784 m Höhe. Der Besucher findet hier zahlreiche Kuriositäten der Region.

U

m den Canigou (PyrénéesOrientales) ranken sich zahlreiche Legenden. Jedes Jahr zieht er Scharen von Besuchern an. Seine gewundenen Wege bieten eine große Auswahl an Wanderungen, sowohl für Sonntagsspaziergänger als auch für erfahrene Wanderer. Hier, in nur 5 Kilometern Entfernung zum Meer, stößt man auf etliche Zeugnisse des kulturellen Erbes des Roussillon, wie die auf 1096 Metern Höhe liegende Abtei von Saint-Martin-du-Canigou, die im 10. Jahrhundert von einem Grafen aus der Cerdagne gegründet wurde. Oder die Probstei von Serrabone, deren Empore mit ihren Skulpturen und

Details aus rosafarbenem Marmor als wahres Meisterwerk romanischer Baukunst im Roussillon gilt. Vor allem bietet sich von hier eine faszinierende Aussicht. Man erzählt, dass der Gipfel des Berges bei klarem Wetter von Barcelona und sogar von Marseille aus zu sehen ist. Eine der schönsten Traditionen, die am Wochenende vor dem Johannistag, also einige Tage vor dem 24. Juni, begangen wird, ist die Trobade, bei der sich alle Verliebten des Canigou versammeln. Sie steigen auf den Gipfel, beladen mit geschnürten Holzbündeln und versehen mit Botschaften der Hoffnung und des Friedens. Am Vorabend des Johannistages, am 23. Juni, bringt einer von ihnen die originale Fackel, die traditionell im Castillet in Perpignan aufbewahrt wird.

DerKanarienvogel der Cerdagne Der Train Jaune ist ebenfalls eine Institution im französischen Katalonien. Er fährt auf dem höchstgelegenen Gleis Frankreichs, und das ohne Zahnradantrieb. Die Bahn nahm 1910 ihren Betrieb auf, um die Berggebiete der Pyrénées-Orientales auf den Hochebenen der Cerdagne und des Capcir anzuschließen. Sie fährt über den Bahnhof von Bolquère, der auf 1592 Metern Höhe liegt und der höchstgelegene Bahnhof Frankreichs ist. Diese malerische Strecke beginnt in Villefranchede-Conflent, wo sie an das konventionelle Netz der SNCF angeschlossen ist. Dann bedient sie auf einer Länge von 62 Kilometern verschiedene katalanische Dörfer wie Mont-Louis, Odeillo-Via-Font-Romeu, Saillagouse und Osseja, um in Latour-de-Carol zu enden. Besonders im Sommer wird diese Bahn von zahlreichen Besuchern genutzt, die bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 km/h die majestätischen Landschaften an sich vorbeiziehen lassen. www.ter-sncf.com SUDDEFRANCE - 45 -

Um Mitternacht wird die berühmte Flamme des Canigou dann schließlich entzündet. Die Pilger verbringen die Nacht in herzlicher Stimmung unter dem Sternenhimmel. Das Feuer auf dem Gipfel ist von vielen Dörfern des Conflent aus zu sehen. Am Johannistag selbst nehmen die Wanderer die Fackel mit und bilden eine beeindruckende, leuchtende Prozession, die vom Gipfel herabzieht. Schließlich tragen sie die Fackel in die Dörfer, um dort die Johannisfeuer zu entzünden. www.sunfrance.com/canigou

Nach der gelben Bahn nun mit der roten Bahn ! Die ehemalige Verbindung Axat-Rivesaltes, die durch einen Teil des Katharerlandes und über das ganze Gebiet der Fenouillèdes führt, wurde ebenfalls wiederbelebt. Über 60 Km geht es in gemächlichem Tempo (ca. 3 Stunden) durch Weinfelder, Berge und Wälder, durch die charmanten Dörfer Lapradelle, Caudiès-de-Fenouillèdes, Maury, Estagel und Espira-de-l’Agly bis nach Rivesaltes bei Perpignan. Weiterhin werden Themenfahrten angeboten. Zug durch das Land der Katharer und das Fenouillèdes. Tel. 04 68 20 04 00 - www.tpcf.fr


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DÜFTE MENDE

Mende, Drehscheibe des Lozère

DÜFTE STÄDTE

I

m Hochtal des Lot in der Landschaft der großen Kalksteinplateaus liegt die von der Geschichte gezeichnete Stadt Mende (Lozère). Der erste Anblick, der sich bei Ankunft in dem Städtchen bietet, ist faszinierend: Die imposante, im Herzen der Stadt thronende Basilika - Kathedrale Notre-Dame-et-Saint-Privat (die im 14. Jahrhundertauf Wunsch von Guillaume de Grimoard erbaut wurde, der 1362 als Urban V zum sechsten Papst von Avignon wurde) steht in scharfem Kontrast zu den eng aneinander stehenden Häuschen mit ihren mit ihren mit Kalksteinschindeln und Schiefer gedeckten Dächern. Die heute übermäßig wirkende Größe dieses Baus lässt auf die große Vergangenheit der Stadt schließen, die bis zur Revolution Bischofssitz war. Im 16. Jahrhundert gehörte Mende zu den reichsten Diözesen des Languedoc. Aber die geistlichen Herrscher erlebten schwierige Zeiten. Obwohl sich Teile des Gévaudan der protestantischen Reformbewegung angeschlossen hatten, blieb Mendes dem katholischen Glauben treu. Das Motto der Stadt stammt übrigens aus dieser Zeit: « Die Finsternis ist nicht in mich gedrungen ». 1579 eroberten die Truppen des hugenottischen Hauptmanns Merle die Stadt, brannten sie ab und machten sie größtenteils dem Erdenboden gleich. Wer die Stadt heute erkundet, erlebt eine Überraschung. Die Bevölkerung wächst, Universitäten und Ausbildungszentren haben sich hier niedergelassen ebenso wie saubere Industriebetriebe. Infolge dieses Aufwärtstrends wurden die Boulevards und die Sträßchen mit ihren alten Häusern verschönert und Mende hat sich ein Image als “Stadt auf dem Lande” aufgebaut. Man profitiert hier von dem historischen Stadtzentrum und der Lage der Stadt am Fuße der Berge, aus denen sich zahlreiche Wasserläufe durch die Gärten und Wiesen der verstreut liegenden Landhäuser schlängeln. Die kanalisierten Wasserläufe speisen das unterirdische Wassernetz von Mende und treten an dem ehemaligen Waschhaus und den zahlreichen Springbrunnen der kleinen Gassen wieder an die Oberfläche. Mende ist ein idealer Ausgangspunkt, um die Gegend der Grands Causses und den Mont Mimat zu erkunden, der sich mit seinem dichten Schwarzkiefernwald über der Stadt erhebt. Zahlreiche Sportveranstaltungen finden in Mende statt : Die Trèfle lozérien (internationale Motocross-Rallye), Autorallyes, das große Sportfest (alle zwei Jahre Ende Juni) und der Halbmarathon Marvejols-Mende… www.sunfrance.com/mende - www.ot-mende.fr Für weitere Informationen scannen Sie diesen QR-Code mit Ihrem Smartphone oder verbinden Sie sich direkt auf der Website : www.sunfrance.com/villes

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DÜFTE NÎMES

Nîmes,dieStadt desSüdens, dieihreBesonderheitenpflegt Als Stadt mit einer glorreichen, antiken Vergangenheit und als bedeutender Schauplatz des Protestantismus ist Nîmes zu Recht stolz auf sein kulturelles Erbe und pflegt die ihm eigene Lebensart, die die Stadt so besonders macht.

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or die Wahl zwischen protestantischer Strenge und der überschäumenden Lebensfreude der Camargue gestellt, hat Nîmes (Gard) sich für einen eigenen Weg entschieden. Diese schillernde Stadt zeigt sich extrovertiert und geheimnisvoll zugleich. Nîmes blickt auf eine ereignisreiche, 2500 Jahre lange Geschichte zurück. Als Kolonie des römischen Kaiserreichs kam die Stadt zu vielen prächtigen Bauten, die von der damaligen Bedeutung dieser Stadt zeugen. Der Turm Tour Magne, die römische Stadtbefestigung, das Maison Carrée, ein Tempel, der das Forum der antiken Stadt überragte, der Diana-Tempel, die römischen Thermen, das Augustus-Tor und natürlich die Arenen sind die stummen Zeugen dieses goldenen Zeitalters. Nicht zu vergessen natürlich das Castellum, der

Endpunkt des Aquädukts in der Stadt, erbaut, um die für römische Städte typische großzügige Frischwasserversorgung zu gewährleisten, dessen Denkmal seinesgleichen sucht : Der Pont du Gard. Keine andere französische Stadt verfügt über ein Kulturerbe dieses Ranges. Die großartigen Überreste dieser eleganten Konstruktion sind der ganze Stolz dieser Stadt, die ihr Erbe zu nutzen weiß. Dies gilt auch für die Arenen, die im 1. Jahrhundert nach Christus erbaut wurden und in deren 133 Meter langen und 21 Metern hohen Mauern die antiken Spiele stattfanden. Auch heute noch, 200 Jahre später, schlägt hier das Herz der Stadt, wenn dort Opern und Konzerte oder die berühmten Ferias zu Pfingsten und im September veranstaltet werden. Mehr als 10 000 begeisterte Zuschauer drängen sich dann auf den steinernen Rängen, um die Corridas zu verfolgen. In den FORTSETZUNG

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Krokodile in Nîmes Wie kommt der Dinosaurier auf das Stadtwappen? Er geht auf eine in der gallo-römischen Epoche in Nîmes geprägte Münze zurück : Um den Sieg über Antonius und Kleopatra zu feiern, hatte Kaiser Augustus in seiner Provinz die Prägung einer Münze veranlasst, die auf der einen Seite sein Konterfei und das seines Schwiegersohns Agrippa und auf der anderen ein an eine Palme gekettetes Krokodil als Symbol der Unterwerfung Ägyptens zeigte. So ist das Krokodil seit 1536 das Wahrzeichen der Stadt und wurde dann zum Maskottchen ihrer Bewohner. Im Rathaus von Nîmes zieren seit ewigen Zeiten vier ausgestopfte Krokodile die Decke des Aufgangs der Ehrentreppe. Sogar die Fußballer der Lokalmannschaft tragen den Spitznamen “Krokodile”.


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DÜFTE NÎMES

Straßen der Stadt tummeln sich zu diesem Anlass Zehntausende, und das in einer ganz besonderen Stimmung, die spanisch und zugleich camarguetypisch ist. Nîmes, die lebensfrohe Römerin, ist mit ihren Cafés, über deren Terrassen hinweg man sich unterhält, ihren Markthallen mit hunderten von Händlern und Kunsthandwerkern, ihren von Zürgelbäumen und Platanen gesäumten Straßen, die zum Bummel einladen, seinen verschwiegenen Plätzchen wie dem Ilôt Littré eine Stadt südlicher Lebensart. Die Stadt zeigt sich anderorts auch durchaus zurückhaltend, so im Quartier de la Fontaine nahe des Parks gleichen Namens mit seinen eleganten Bauten aus dem 18. Jahrhundert, in denen die HSP, die Hohe Protestantische

Gesellschaft residiert, mit Hinterhöfen, deren Eleganz man von außen nicht vermuten würde. Das auf seine Vergangenheit so stolze Nîmes hat trotz seines reichen Erbes den Anschluss an die Gegenwart nicht verpasst und verfügt mit der Wohnanlage Nemausus von Jean Nouvel und dem kühnen Gebäude des Carré d'Art von Norman Foster, das als Gegenstück zum antiken Maison carrée gedacht ist, ebenso über moderne Bauten berühmter zeitgenössischer Architekten. Die Stadt schafft eine Symbiose aus Alt und Neu und der Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart wird hier ständig weitergeführt. www.sunfrance.com/nimes www.ot-nimes.fr

Kommt dieJeansursprünglichausNîmes? Gegen Ende der Renaissance ist Nîmes wie viele andere Städte der Region eine Stadt des Handwerks, in deren Hinterland Wolle produziert wird, um die sehr gefragten Tuchwaren zu herzustellen. Im 17. Jahrhundert begannen die Tuchmacher von Nîmes Baumwolle aus Ägypten zu importieren, um einen in Köperbindung gewebten Stoff herzustellen, der blau gefärbt wurde. Diese “Gewebe aus Nîmes” galt als besonders widerstandfähig. Fast so wie der seit dem 16. Jahrhundert in Genua gefertigte Stoff, aus dem damals Segel und Planen hergestellt wurden. 1853, als im Westen Amerikas das Goldfieber ausbrach, begann ein junger deutscher Einwanderer mit Namen Lévi Strausss Zelte und Planen aus diesem italienischen Stoff an die Goldsucher zu verkaufen. Bis er auf die Idee kam, auch Arbeitsanzüge und Hosen daraus zu schneidern. Schnell nahmen die Hosen den Namen des Stoffes an, aus dem sie gefertigt waren, nämlich Jeans, eine Verballhornung von Gênes, Genua. 1860 enstschied sich Lévi Strauss, den schweren Stoff durch einen weicheren mit einer Köperbindung aus Baumwolle zu ersetzen: Dem berühmten Gewebe aus Nîmes. Durch die Unterschiede der Aussprache wurde dieses Gewebe aus Nîmes dann schnell zu “Denim”, und erhielt so den Namen, mit dem dieser Stoff für die Herstellung der “Blue Jeans” noch heute bezeichnet wird.

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Ein “Quadrat” im Stadtzentrum Anders als es der Name erwarten lässt, ist die “Maison Carrée” gar nicht quadratisch! Denn der Bau ist 26 Meter lang und nur 15 Meter breit. Warum also dieser Name? Weil der lateinische Begriff lediglich eine rechtwinklige Form bezeichnet… Das in den ersten Jahren der christlichen Zeitrechnung errichtete Bauwerk war den “Prinzen der Jugend” gewidmet, insbesondere den Adoptivsöhnen des Kaisers Augustus, der erste römische Kaiser, der Nîmes zu einer Art Schaufenster der römischen Kolonien machte, indem er öffentliche Prachtbauten errichten ließ, darunter dieses ungewöhnliche Heiligtum. Das vom Apollo-Tempel in Rom inspirierte Maison Carrée gehört zu den am besten erhaltenen römischen Tempeln der Welt. Seinen Erhalt über die Jahrhunderte hat er der Nutzung durch seine jeweiligen Besitzer zu verdanken. Das seit dem 11. Jahrhundert ununterbrochen genutzte Gebäude war in Folge erst Konsulatssitz, Stall, Wohnung, Kirche und Lagerraum für die Archive des Departements. Beinahe wäre es im 16. Jahrhundert von der Gräfin von Uzès zu einem Mausoleum umgebaut worden! An dem seit 1823 als Museum genutzten Tempel, der auch den Bau der Kirche Madelaine in Paris inspiriert hat, wurden in den vergangenen Jahren in mühevoller Kleinarbeit Rückbauarbeiten durchgeführt, die Anfang 2011 beendet wurden. Die Wiederherstellung des reinen Ursprungszustands erlaubt eine neue Interpretation des Bauwerks. Heute kann man sich im Maison Carrée die 3D-Animation “les princes de la jeunesse” (Prinzen der Jugend) ansehen, mit der die Zuschauer in die 2000 Jahre alte, ereignisreiche Geschichte der Stadt eintauchen können, von der Zeit der Gladiatoren bis zu den Toreros von heute.


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WEINKUNDE - RUNDWEG

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STREIFZUG DURCH DIE SCHIEFERGEBIETE DES FAUGÈRES Die Herkunftsbezeichnung Faugères feiert dieses Jahr ihren 30. Geburtstag. Ein Anlass, die 7 Dörfer dieses Anbaugebiets mit seinem homogenen Schieferböden zu erkunden. 30% der Weingüter, die von einer aufsteigenden Generation junger Winzer betrieben werden, haben sich dem biologischen oder biodynamischen Anbau verschrieben und produzieren naturbelassene Weine.

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ULT HÉRA

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In Autignac bei der Präsidentin Von Béziers kommend das erste Winzerdorf des Herkunftsgebiets. Zu besichtigen: Die Übereste der alten Burg (Bastide), der Wehrgang und die Kirche Saint-Martin. Bei einem Treffen bei François und Nathalie Caumette wird Ihnen die Präsidentin des Herkunftsgebiets mit Leidenschaft von den Weinen des Faugères, dem Erhalt der Landschaften und vom nachhaltigen Bioanbau erzählen. (Vereinbaren Sie ein Treffen). Domaine l’Ancienne Mercerie, 6, rue de l'Egalité in Autignac. Tel. 04 67 90 27 02. www. anciennemercerie.fr

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Panoramablick in Cabrerolles Ein hübsches Dorf zwischen Ebene und Gebirge. Zu besichtigen: Das Lehnsgebiet von Cabrerolles und die Pfarrkirche von Saint-Armand. Eine ausgebaute Wegstrecke führt durch das Dorf hinauf zum befestigten Mauerring und der Kapelle Notre-Dame-de-la-Roque (Panoramablick). Dann geht es weiter Richtung La Liquière zu einem herzlichen Empfang im Weinkeller der Familie Vidal. Domaine Château la Liquière, in La Liquière. Tel. 04 67 76 90 66. www.chateaulaliquiere.com

Holzpresse in Caussiniojouls Die Gässchen dieses hübschen Dorfs mit seinen blühenden Gärten führen zum mittelalterlichen Schloss. Besichtigen Sie die Kirche Saint-Etienne aus dem 16. Jahrhundert am Ortseingang. Im Domaine de Cébène empfängt Sie Brigitte Chevalier in ihrem kleinen Weinkeller aus dem 19. Jahrhundert im Dorfzentrum. Nach Terminvereinbarung wird sie sich Zeit nehmen, um Ihnen von ihren ungewöhnlichen Anbauflächen in 300 Meter Höhe auf voller Nordseite, von der Arbeit mit der Schwerkraft und ihrer Holzpresse zu berichten. Domaine de Cébène, in Caussiniojouls. Tel. 06 74 96 42 67. www.cebene.fr

Wanderung und Weinverkostung in Faugères Das Dorf im Naturpark Parc Naturel Régional du Haut Languedoc verzaubert mit seinen verschachtelten Gässchen, sarazenischen Gewölben, Mühlen aus dem 16. Jahrhundert und seinen Trockensteinhütten (Unterstände der Hirten), die im Faugères Carabelles genannt werden. Ein zauberhaftes Panorama, mit Orientierungsplan und Picknickbereich. Vorschlag für eine leichte Wanderung von 1h30 rund um die Mühlen von Faugères: “Le petit chemin des Carabelles”. In einem Gebäude aus dem 19. Jahrhundert können Sie 20 Winzer des Herkunftsgebiets kennenlernen! Die Winzer Régine und Christian Gaudefroid führen hier im Faugères einen ausgezeichneten Keller (Domaine Les amants de la vigneronne). Reservieren Sie vorher, um die guten Metzger- und Käseplatten zu bestellen (12 €). Auch Gästezimmer mit Frühstück (79 € und ein eigenes Schwimmbad stehen zur Verfügung. Rens. Wanderung zum Verband der geschützten Herkunftsbzeichnung (syndicat d'initiative de l'appellation) Faugères Tel. 04 67 98 54 73 Celliers de la vigneronne, 18, route de Pézenas in Faugères. Tel. 04 67 95 78 49. www.lecellierdelavigneronne.com

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Panoramablick und Verkostung in Roquessels

5 Das wie ein Amphitheater angelegte Dorf liegt am Fuße eines steilen Felsens, auf dem sich die Ruinen einer Ritterburg aus dem 10. Jahrhundert erheben. Ein Wanderweg führt zur Kapelle Notre-Dame (wunderbare Aussicht). Château des Peyregrandes, chemin de L'Aire in Roquessels. Tel. 04 67 90 15 00. www.chateaudespeyregrandes.com

Fos, das blühende Dorf Spaziergang durch die blumenbepflanzten Gässchen des alten Marktstädtchens. Freier Zutritt zu der restaurierten Köhlerei, Zeugnis der vorindustriellen Wirtschaftstätigkeit, und zum “Clos de l’Aire”, einem Museum und Konservatorium für Rebsorten, in dem man in spielerischer Form ins Universum des Weins abtauchen kann. Gegründet und konzipiert wurde es von Luc und Françoise von dem Weingut Domaine Ollier Taillefert, das sie in fünfter Generation einer hier ansässigen Winzerfamilie bewirtschaften. Wirklich symphatisch! Domaine Ollier Taillefert, route de Gabian in Fos. Tel. 04 67 90 24 59. www.olliertaillefer.com

Tapas und Gästezimmer in Laurens Stärken Sie sich und ruhen Sie sich aus in der “Cité du laurier”. Die Abtei Sylva Plana. Verkostung im Weinkeller. Restaurant mit Tapaplatten für 15 € oder Menüs ab 20 € (In der Woche außerhalb der Saison zur Mittagszeit und donnerstags, freitags und samtags am Abend im Sommer). Auch Gästezimmer sind vorhanden (80 €). L’Abbaye Sylva Plana, 13, ancienne route de Bédarieux in Laurens. Tel. 04 67 93 43 55. www. vignoblesbouchard.com Die neogotische Burg Château de Grézan mit dem Spitznamen “kleines Carcassonne”. Probieren Sie: 04 67 90 27 46. www.chateau-grezan.fr Die Burg bietet auch Übernachtungsmöglichkeiten. (98 € mit Frühstück). Tel. 04 67 90 28 03. www.grezan.com


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Obwohl Montpellier im Vergleich zu seinen Nachbarstädten, die auf eine tausend Jahre längere Geschichte zurückblicken, jung ist, erlebte und erlebt diese Stadt ein ungewöhnliches Wachstum und zeichnet sich durch eine besondere Dynamik aus.

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rst im Jahre 985 nach Christus kommt es in dem einstmals aus kleinen ländlichen Marktflecken bestehenden Siedlungsgebiet in fünfzehn Kilometer Entfernung zu den gallo-römischen Städten Nîmes und Narbonne zur Gründung der Stadt Montpellier. Die nahe der Via Domitia und des Jakobswegs gelegene Stadt mit ihrem Hafen in Latte profitierte vom Handel und zog Reisende und Pilger an, die die kosmopolitische Tradition dieser Stadt begründeten. Vor diesem Hintergrund entwikkelte sich hier ein Ort des intellektuellen Austauschs. Hier wurde die erste medizinische Fakultät gegründet, sie genoss Weltruf und zählte Nostradamus und Rabelais zu ihren Studenten. Auch der an die Universität angrenzende Kräutergarten, der 1593 unter Henri IV angelegt wurde, um medizinische Heilpflanzen zu züchten, ist der älteste Frankreichs. Über zwei Jahrhunderte erlebte Montpellier einen stetigen Aufschwung, zunächst unter der Herrschaft von Guilhem, dessen Familie die Stadt gegründet hatte, und dann, dank der Heirat Maries von Montpellier mit Pierre II von Aragon, unter der Herrschaft des

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DÜFTE MONTPELLIER

Montpellier,glanzvolles Languedoc

Königreichs Aragon, das die Regierung der Stadt mit der Charta von 1204 an 12 gewählte Vertreter des Bürgertums übergab. Während des Hundertjährigen Krieges wurde die Stadt von Krisen gebeutelt und erlebte einen gewissen Niedergang. Unter dem 1441 zum Königlichen Kommissar der Stände des Languedoc ernannten Jacques Cœur, der die regionale Wirtschaft wiederbeleben sollte,

gelangte Montpellier zu neuer Größe. Die Religionskriege stellen ein weiteres schmerzhaftes Kapitel dar, bei dem die meisten Kirchen und religiösen Gebäude der Stadt in Brand gesetzt wurden. Das Jahrhundert der Aufklärung wirkte sich positiv auf Montpellier aus, vor allem dank des in Montpellier gebürtigen Jean-JacquesRégis de Cambacérès, der nach seinem Studium der Rechtswissenschaft Mitglied des Revoluti-

Die Hauptstadt des französischen Sports Mit dem BMX-Rad, Roller und Mountainbike fahren oder Slopestyle, das Sportangebot scheint sich jedes Jahr zu vervielfachen. Schon seit 16 Jahren findet in Montpellier das Internationale Extremsport-Festival statt, das FISE genannt wird. Über vier Tage treten an den Ufern des Lez die Champions der verschiedenen Disziplinen gegeneinander an und stehen bei Schnupperkursen unterstützend zur Seite. Denn Montpellier und der Sport, das ist eine Geschichte, die läuft. Der Stadt ist gerade der Titel “Sportlichste Stadt” des Jahres 2011 verliehen worden. Im Rugby und Handball haben die Teams aus Montpellier fast ein Monopol auf die Spitzenplätze. Im Basketball der Frauen und Wasserpolo gehört Montpellier ebenfalls zu den Besten. Das ist schon etwas Besonderes für eine Stadt, die übrigens mit der Arena und dem Stadion Yves-du-Manoir in hochmoderne Sportanlagen investiert hat. Schließlich hat das Fußballteam Montpelliers im letzten Mai vor Millionen Fernsehzuschauern geglänzt, als der MHSC nach einer außergwöhnlichen Saison den französischen Meistertitel in der 1. Liga gewann. SUDDEFRANCE - 51 -

onskonvents wurde und entscheidend an der Erarbeitung des Code Civil Napoléons mitwirkte. Die industrielle Revolution ging ein wenig an der Stadt vorbei, die Region blieb vorwiegend landwirtschaftlich geprägt, wobei der Weinbau ihr im 19. Jahrhundert einigen Wohlstand einbrachte. Nach dem zweiten Weltkrieg war Montpellier zunächst nur eine kleine Provinzstadt, bis zwei Ereignisse eine Weiterentwicklung anstießen : Zum einen die Repatriierung der “Pieds Noirs” (der bis dahin in Algerien lebenden Franzosen), die für einen demografischen Aufschwung sorgten, immerhin hat sich die Bevölkerung der Stadt in 40 Jahren verdoppelt, und zum anderen der Zuzug des Informatikriesen IBM, der mit dem Bau seiner europäischen Zentrale in Montpellier die Wirtschaft der Stadt belebt hat. Die Universitätsstadt mit dem sonnigem Klima und der Meeresnähe profitiert von ihrer Anziehungskraft und bleibt dabei doch überschaubar, was dazu beitragen mag, dass die Stadt hinsichtlich ihrer Lebensqualität regelmäßig Spitzenplätze belegt. Das historische Viertel Ecusson ist mit seinen begrünten Fußgängerarealen die Lunge der Stadt und lädt zum Flanieren ein. Das Musée Fabre, eins der schönsten Kunstmuseen FORTSETZUNG


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DÜFTE MONTPELLIER

Eine Hochburg der modernen Architektur Ricardo Boffil, Paul Chemetov, Christian de Portzamparc, Zaha Hadid, Jean Nouvel… man kann die Namen der großen Architekten kaum aufzählen, die ihre Handschrift in Form von bedeutenden architektonischen Zeugnissen in Montpellier hinterlassen haben. Initiator war natürlich der Katalane Ricardo Bofill mit seinem Anfang der 80er Jahre erbauten Viertel Antigone, dass mit dem Spiel der Symmetrie und der Achsen ganz offensichtlich eine Hommage an die Antike ist. Die Größe der Plätze wurde von dem Architekten nach den Gesetzen der geometrischen Proportionen und der Harmonie, dem berühmten “goldenen Schnitt” und entsprechend den geplanten Wohnungen berechnet. Das entlang einer ein Kilometer langen Fußgängerachse errichtete Projekt hat es der Stadt ermöglicht, sich wieder mehr in Richtung des in Palavas ins Meer fließenden Flusses Lez auszurichten. Zahlreiche Preisträger des renommierten Pritzkerpreises – sozusagen der Nobelpreis der Architektur – haben in den letzten 30 Jahren in Montpellier ihre Spuren hinterlassen und die Stadt ganz neu gestaltet.Zu den jüngsten großen Projekten gehört das berühmte Odysseum, der einzige Baukomplex im Mittelmeerraum, der eine Symbiose aus Einkaufzentrum und offener Mall mit Sport- und Spielangebot bietet, mit Eisbahn, einem berühmten Aquarium, Multiplex etc. Der jahrelang umstrittene Komplex ist inzwischen zu einem Symbol der neuen Herausforderungen im Bereich städtische Einkaufscenter geworden und zieht pro Jahr mehr als eine Million Menschen an.Die städtebauliche Entwicklung Montpelliers erfolgt heute entlang des Lez in Richtung Meer. Ein starkes Zeichen setzt das neue, beeindruckende Bürgermeisteramt, das von Jean Nouvel und François Fontès konzipiert wurde (Foto). Das ökologisch und technologisch moderne Gebäude hat die Farbe der Stadt – Dunkelblau - das je nach Sonneneinfall changiert. Gegenüber dieses Gebäudes, Symbol für die expandierende Stadt, ist ein ganzes neues Stadtviertel entstanden, das Port-Marianne getauft wurde und sich um das Bassin Jacques-Coeur und entlang der neuen Trambahnlinien erstreckt, die seit kurzem bis Portes de la Méditerranée führen.

Frankreichs, ist mit Gemälden ersten Ranges wie denen von Courbet und Delacroix eine wahre Schatztruhe, ganz zu schweigen von dem wunderbaren, Soulages gewidmeten Saal, der seit seiner Wiedereröffnung bereits tausendeBesucher angezogen hat. Enge, von hübschen Stadtpalästen aus dem 17. und 18. Jahrhundert gesäumte Straßen führen ins Zentrum mit seinen großartigen Bauwerken wie der Kathedrale Saint-Pierre, zum Park Jardin du Peyrou mit seiner Aussicht ins Hinterland, zur charmanten Place Saint-Anne und der trubeligen Place de la Comédie mit ihren prächtigen Häusern im “Pâtissiersstil” aus dem 19. Jahrhundert. In direkter Nähe entlang der Arceaux treffen sich die Boulespielern im Schatten des Aquädukts, während die Viertel Boutonnet und Beaux Arts, die weniger “trendy” wirken, ihren dörflichen Charakter bewahrt haben. Von hier aus bietet sich ein beschaulicher Spaziergang zum Friedhof Saint-Lazare, wo die Königin von Italien begraben ist, die nach der Ausrufung der Republik im Jahre 1946 hier Exil fand und ihre Tage in Montpellier beschlossen hat. Das Liebenswerte an dieser modernen, und doch ein wenig ländlich geblieben Stadt ist ihr etwas träger Charme. In der Umgebung gibt es zudem einige berühmte Weingüter, ausgezeichnet mit der Herkunftsbezeichnung AOC Grès de Montpellier! Im berühmten, von Ricardo Boffil in den 80er Jahren erbauten Viertel Quartier d'Antigone trifft Klassizismus auf modernen Städtebau. Das Bauprojekt ist eine Hommage an die Antike und greift die Perspektive klassischer Formen auf, die hier aus kompaktem Beton gefertigt wurden. Seit dieser Zeit SUDDEFRANCE - 52 -

ist die Stadt zu einem Arbeitsfeld namhafter Architekten geworden: Christian de Portzamparc und Claude Vasconi haben in Montpellier gearbeitet, ebenso Jean Nouvel, der das neue Rathaus in Port Marianne gebaut hat. In zwanzig Jahren haben sich etliche neue Stadtviertel entwickelt, durch die sich das Stadtgebiet Richtung Meer ausgedehnt hat. Knallbunte Trambahnen, die von bekannten Designern gestaltet wurden (Garouste und Bonetti, Christian Lacroix), bedienen die neu entstandenen Gebiete. Montpellier ist eine Stadt in Bewegung, und das ist ganz wörtlich zu verstehen! www.sunfrance.com/montpellier www.ot-montpellier.fr

EineStadt in Reichweitedes Meeres Bis Ende der 60er Jahre pflegten die Einwohner von Montpellier sich mit der kleinen Dampfeisenbahn aus Palavas, die von dem Zeichner Dubout verewigt wurde, an das rund zehn Kilometer entfernte Meer zu begeben. Dann jedoch verlor Montpellier diese selbstverständlich gewordene Verkehrsverbindung zur Küste. Seit Kurzem verbinden die öffentlichen Verkehrsmittel die Stadt wieder mit dem Meer. Die neue Linie 3 der Trambahn bedient den Étang de l'Or in Pérols, der nur 2,5 Kilometer von Carnon und Palavas entfernt ist. Im Sommer kann die Strecke mit dem Buspendelverkehr zurückgelegt werden. Noch entspannter kann man das Meer von Montpellier aus mit den neuen Self-ServiceFahrrädern des Netzes Tam entlang der Uferböschung des Lez in weniger als einer Stunde erreichen. Ideal für einen kleinen Badeausflug oder ein Abendessen mit anschließender Party in einer der vielen privaten Strandbars der Petit und Grand Travers.


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DÜFTE BÉZIERS

Béziers,dieWiderspenstige In der über dem Orb und dem Canale du Midi thronenden Stadt, die im 19. Jahrhundert durch den Weinbau zu Wohlstand gelangt ist, liegen noch einige Schätze verborgen.

Die“Folies”,dieVerrücktheitender Weinbaugebiete Die "folies biterroises" sind die Zeugnisse der wirtschaftlichen Blüte, die Béziers dank des Weinanbaus erlebt hat. Während die Rebsorte “Saint Aramon” Ende des 19. Jahrhunderts vor allem für den Massenkonsum der Arbeiter aus der Bergbau- und Metallindustrie verarbeitet wurde, entstanden außerhalb der Stadt inmitten der Weinfelder die sogenannten “Palais de l’Aramonie”. Im Umland von Béziers wurden immer mehr von diesen “Weinschlösschen” gebaut, die sich hinsichtlich der Kühnheit ihrer Architektur Konkurrenz machten (die mitunter von schlechtem Geschmack zeugte). Man erzählt, dass der mit einer Weinernte erzielte Gewinn damals dazu ausreichte, den Bau eines solchen Schlösschens zu bezahlen. Die damals bekanntesten Architekten wurden mit dem Bau beauftragt, so Garros aus Bordeaux. Die Güter Baïssan, La Gayonne (Foto), La Devèze und Lirou sind Beispiele für diese “folies”. Unter ihnen ist das Château de Raissac das einzige, das seine Weine selbst vermarktet. Das vor 20 Jahren in dem unkonventionellen Stil seiner Besitzer Christine und Jean Viennet restaurierte Château de Raissac beherbergt heute ein Museum für Steingut. www.sunfrance.com/raissac

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on der Kanalbrücke aus betrachtet, die den Orb überspannt, wirkt Béziers (Hérault), das mit seiner majestätischen Kathedrale (Saint-Nazaire) in der Höhe thront und auf 2700 Jahre Geschichte zurück blickt, beinahe unzugänglich. Um zur dorthin zu gelangen, bietet sich Spaziergängern ein Aufstieg durch ein Gewirr von Geländern und Treppen, über das sie die 70 Meter, die den Fluss von den zwei Hügeln mit den Vierteln Saint-Jacques et Saint-Nazaire trennen, überwinden können. Die Stadt, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch den Aufschwung des Weinhandels zu Wohlstand gelangte, ist stolz auf ihre architektonischen Schätze. Hier ein gotischer Spitzturm, dort ein Renaissance-Fenster, und FORTSETZUNG

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DÜFTE BÉZIERS

überall die schweren Tore der prächtigen Stadtpaläste, Zeugen des “Weinfiebers”, von dem die Gegend von Béziers im 19. Jahrhundert ergriffen war. Zu dieser Zeit war “Tout Paris” in der Provinz anzutreffen. Von Mehltau und Rebläusen weitgehend verschont und mit den Transportmöglichkeiten des Canal du Midi und schließlich der Eisenbahn wurde Béziers zur reichsten Stadt des Languedoc. Passend zu ihrem Hang zur Übertreibung hat die Stadt sich selbst zur “Welthauptstadt des Weins” ausgerufen. Die in der Tradition von Haussman erbauten Boulevards sind Zeugnisse des Reichtums der Vergangenheit. Die Allées Paul-Riquet, die Hauptverkehrsachse der Stadt, wurde 1838 mit einem Denkmal (einem Werk von David von Angers) von Paul Riquet verziert und 1848 mit Platanen bepflanzt. An jedem Ende der Straße steht ein Symbol der damaligen wirtschaftlichen Blüte: Im Norden das prunkvolle, 1844 nach italienischem Vorbild erbaute Theater Bonbonnière, im Süden der schöne, in englischer Gartenkunst, nach Ent-

würfen von Bühler angelegte Park Plateau des Poètes. Die schattigen Allen sind gesäumt von Brunnen und sprudelnden Fontänen, die mit Scharen von Wassermolchen und Nixen an eine der berühmtesten Persönlichkeiten der Gegend erinnern, den Bildhauer Injalbert, der auch den monumentalen Titanenbrunnen gebaut hat. Jedes Jahr schlendern 700 000 Besucher die Allee in Richtung der römischen Arenen hinunter, die von den Häusern des Viertels Saint-Jacques und den moderneren, von der Bauweise der spanischen Arenen inspirierten, 1905 errichteten Bauten von Fernand Castelbon de Beauxhostes umgeben sind. Dieser war ein begeisterter Mäzen des Theaters und der Dichtkunst. Die Arenen sind die größten Frankreichs (13100 Plätze), hier finden auch die Corridas der berühmten Feria am 15. August statt. Die ehemalige Weinbaustadt ist zu einer Stadt der Kunst, des Theaters und der Kultur geworden, die ihr reiches Erbe wunderbar zu präsentieren weiß. Béziers, am Meer an einer wichtigen Verkehrsachse gelegen, die die A9 mit der A75 (die die Zufahrt zum Hochland erleichtert) verbindet und an das Netz des TGV angebunden, möchte sein Potential als wirtschaftliches Zentrum und Universitätsstadt weiter entwickeln. Außer dem Baumeister Paul Riquet, dem Résistanceanführer Jean-Moulin oder dem Maler Gustave Fayet haben viele andere große Persönlichkeiten zur Entwicklung der Stadt beigetragen. Die Geschichte selbst hat der Stadt zu der Bezeichnung “die Widerspenstige” verholfen, als Arnaud Amaury während des ersten Albigenserkreuzzugs (1209) ausrief: « Bringt sie um, denn der Herr erkennt die Seinen », ein Zitat, das in leicht abgewandelter Form berühmt geworden ist: « Tötet sie alle, Gott wird die Seinen schon erkennen ». www.sunfrance.com/beziers www.beziers-tourisme.fr

Spuren von Ufos? Nein, ein ausgetrockneter Étang!

Hier erstreckt sich eine der erstaunlichsten Landschaften des Languedoc, die man von der archäologischen Stätte von Ensérune bei Nissan bewundern kann.Von dort kann man auf den merkwürdigen, sich auf dem Boden abzeichnenden Kreis herabschauen, in dem man riesige dreieckige, gleichmäßige Parzellen erkennen kann, die von den Rebpflanzen gebildet werden, die an die Speichen eines Fahrrads erinnern. Dieser optische Eindruck ist den Gräben zu verdanken, die das Wasser in Richtung des Mittelpunkts der Talsenke führen, wo es zunächst über einen unterirdischen Wasserlauf von 1363 Metern und dann oberirdisch abfließt, bis zu den Étangs von Poilhes und Capestang und in die Aude. Der Étang von Montady, ist im 12. Jahrhundert durch die Verschmutzung seines stagnierenden Brackwassers ausgetrocknet. Er ist ein Wahrzeichen der mittelalterlichen Wasserbautechnik und bietet mit den changierenden Farben seiner Vegetation einen poetischen Anblick.

Und in derTiefe fließt der Orb… Der kleine Fluss, der im Naturpark Parc Naturel du Haut Languedoc zwischen den Bergen von Carroux und Espinouse entspringt und bei Valras ins Meer mündet, hat diesem wunderbaren Tal seinen Namen verliehen. Der Orb schlängelt sich über 135 Kilometer durch das Hinterland von Béziers und durchquert dabei wunderschöne Landschaften. Auf seinem Weg in die Schluchten liegen einige hübsche Dörfer: Lamalou- les-Bains, Hérépian, Bédarieux, Poujol-sur-Orb, Puisserguier… Alle sind sie einen Umweg wert.Von Vieussan nach Roquebrun erstreckt sich der tiefste Abschnitt des Flusses. Das erfrischende, grüne Wasser der Schluchten zieht im Sommer Kajakfahrer und Badefreunde an. Weiter unten liegt das wegen seines besonderen Mikroklimas als “kleines Nizza” bezeichnete Roquebrun zwischen den hohen Schluchten. In diesem Dorf gedeihen Mimosen und Orangenbäume im Überfluss. Die typisch mediterrane Vegetation kann im “Jardin méditerranéen” genauer betrachtet werden, ein echtes Museum für die duftenden, zum Teil medizinisch wirksamen Pflanzen. Weiterhin kann dort eine beeindruckende Sammlung von Sukkulenten, Kakteen und anderen exotischen Pflanzen besichtigt werden (4 000 Pflanzen, die 400 Arten repräsentieren), die hier dank der hingebungsvollen Pflege der Gärtner wunderbar gedeihen.

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DÜFTE NARBONNE

Narbonne,zwischenLand undMeer

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eine Auszeichnung als “Stadt der Kunst und Geschichte” verdankt Narbonne im Wesentlichen seiner römischen Vergangenheit, die das Stadtbild geprägt hat. Narbonne war die erste römische Stadt Galliens, und das sogar schon vor der Eroberung durch Julius Caesar. Die im Jahre 118 vor Christus gegründete Stadt war durch ihre geografische Lage nahe dem Meer und der Kreuzung der großen Römerstraßen ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Das römische Narbo Martius profitierte von seinem von den Römern ausgebauten Hafen und von seiner Lage nahe der Via Domitia (Via Domitiana), die zur Zeit der Stadtgründung gebaut wurde, um eine Verbindung zwischen Italien und Spanien zu schaffen. Sie diente dazu, den römischen Garnisonen das Vorankommen zu erleichtern, wurde aber dann auch bald von Händlern genutzt. Alle Wege führten also zwangsläufig an Narbonne vorbei. Nach der

Eroberung Galliens erlebte die Stadt einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung. Der Handel mit Wein, Getreide und Keramik entwickelte sich… Vor dem Rathaus ist ein Stück Pflaster der Via Domitia zu bewundern, das noch genauso aussieht wie 100 v. Chr. Diese Römerstraße führte ins Herz der Stadt und folgte dabei dem Verlauf der heutigen Rue de Lattre. Sie überquerte die Place Bistan, wo sich das römische Forum befand, und stieß dann auf die heutige Pont des Marchands, die über den Canal de la Robine führt. Man sagt, dass im Boden Narbonnes noch zahlreiche Schätze aus der Antike verborgen sind. Die meisten der römischen Bauwerke wurden zwar zerstört, aber Museen und Grabungsstätten halten die Erinnerung an die Kolonie Narbo Martius lebendig. Im Clos de la Lombarde wird seit 1974 gegraben. Die Archäologen sind dort auf ein ganzes römisches Wohnviertel gestoßen, mit Bädern, Straßen und Häusern. Etwas weiter befindet sich im erzbischöflichen Palast an SUDDEFRANCE - 55 -

der Place de l'Hôtel de Ville ein archäologisches Museum. Hier sind zahlreiche römische Fundstücke zu besichtigen: Freskenmalereien, Mosaike, Einrichtungsgegenstände und Sarkophage… Die Früchte langer Forschungsarbeiten und Grabungen. Ein anderer, unbedingt sehenswerter Ort ist das Lapidarium, das sich neben der alten Kirche Notre-Dame-de-Lamourguier befindet. 1300 Fundstücke aus den Häusern der antiken Stadt im römischen Gallien werden hier gezeigt. Schließlich bleibt noch das Musée de l'Horreum, das Kornspeicher-Museum, in dessen hinterstem Winkel das einzige unterirdische Warenlager der römischen Zeit in Frankreich zu besichtigen ist. Die Stätte ist erstaunlich gut erhalten. Begeben Sie sich auf eine Reise durch die Zeiten!

Musée archéologique 04 68 90 30 65. www.sunfrance.com/narbonne www.mairie-narbonne.fr


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DÜFTE NARBONNE

Die Seele der Markthalle Die Markthalle von Narbonne ist eins der neuralgischen Zentren der Stadt und viel mehr als ein einfacher Markt. Vor 110 Jahren erbaut, zu Zeiten, als es noch keine Einkaufszentren gab, ist dieser überdachte Markt heute lebendiger als je zuvor. Seine riesige Metallkonstruktion beherbergt rund 70 Lebensmittelhändler und gastronomische Einrichtungen: Fleischer, Metzger, Konditoren, Bars, Gemüsehändler, Restaurants… Dieser einzigartige Markt, der gleichzeitig Treffpunkt ist, ist ein Stück lokale Tradition. Er ist im Laufe der Jahre zu einer echten Institution geworden. Hier, in den Gängen inmitten der vielen Marktstände, sagt man, dass der Markt eine Seele hat. Die Stimmung ist freundlich und herzlich. Verlockende Düfte liegen über der 2 800 m2 großen Verkaufsfläche, auf der man sich von Gewürzen, Oliven, frischem Gemüse, Wurstwaren, und zu entsprechender Stunde von einem Pastis verführen lassen kann. Denn die Bewohner von Narbonne kommen zwar auf den Markt, um einzukaufen, aber auch um zu flanieren und sich in geselliger Stimmung mit Bekannten zu treffen. Ein Ort voller Charme, an allen Tagen des Jahres geöffnet, an dem man gerne einige Zeit verbringt…

Die Abtei von Fontfroide, vom Mönchsdasein zum Künstlerleben Die inmitten der Corbières versteckte Abbaye de Fontfroide gehört zu den bedeutenden Bauwerken des kulturellen Erbes der Region um Narbonne. Sie wurde im 11. Jahrhundert von Benediktinermönchen gegründet und schloss sich 1145 dem Zisterzienserorden an. Ihr Ruf reichte bald über die Grenzen des Aude hinaus. Sie gilt als eine der bedeutendsten Zisterzienserabteien des Christentums. Sie war eine Bastion des streng katholischen Glaubens in einem Landstrich, der den Ideen der Katharer eher aufgeschlossen gegenüberstand. Die Mönche wachten streng darüber. Hier wurde Wein hergestellt und es wurden Herden gehalten. Mitte des 14. Jahrhunderts, zu ihrer Blütezeit, nannte die Abtei einen Viehbestand von 20 000 Tieren ihr Eigen. Nach der französischen Revolution verlor sie nach und nach an Bedeutung, und die Mönche wurden immer weniger. Nachdem sie im Jahre 1791 aufgegeben wurde, zogen Ende des 19. Jahrhunderts nochmals einige Mönche ein, jedoch nur für kurze Zeit. 1901 wurde sie auch von letzten Mönchen endgültig verlassen. Dass sie heute so gut erhalten ist, ist hauptsächlich der Familie Fayet zu verdanken, die die verlassene Abtei 1908 erwarb. Frau Fayet verfiel dem Charme dieses alten Mauerwerks. Aber das Gebäude war stark verfallen. Gustave Fayet und seine Frau begannen mit Instandsetzungsarbeiten, die fast zehn Jahre dauerten. Das klösterliche Leben, dass sich hier noch bis vor einigen Jahren abgespielt hatte, wurde nun von der Kunst abgelöst, denn die Fayets machten die Abtei zu einem Ort der Kultur, an dem sich nacheinander der Maler Odilon Redon, der Bildhauer Aristide Maillol und der Komponist Maurice Ravel einfanden… Sie alle waren nahe Freunde von Gustave Fayet, der selbst Maler und großzügiger Mäzen war. Zwischen der Familie von Odilon Redon und den Fayets bestand eine enge Freundschaft. 1910 bat Gustave Fayet seinen Freund, die Bibliothek der Abtei mit seinen Gemälden auszustatten. Seitdem beherbergt sie die beiden wichtigsten Großgemälde des berühmten Künstlers. Das eine trägt den Titel “Der Tag” und das andere “Die Nacht”. Heute wird die Abtei von Nicolas d'Andoque weitergeführt, dem Enkel von Gustave Fayet. Abbaye de Fontfroide, täglich von 10 bis 12.15 Uhr und von 13.45 bis 16.45 Uhr. Eintritt: 3,50 € bis 9,50 €. Tel. 04 68 45 50 71. www.sunfrance.com/fontfroide

Olivia Ruiz,eine Audoiserin zum Anbeißen Die “Schokoladenfrau”, die mit ihrem swingenden Rock, ihren frechen Texten und ihrer warmen Stimme mit dem Akzent des Süd-Westens ein breites Publikum für sich gewonnen hat, ist in Marseillette bei Carcassonne geboren. In Narbonne begann sie sich im Alter von 15 Jahren dem Theater und der Musik zu widmen und hat ihre erste Rockgruppe mit dem Namen Five gegründet. Die Halbfinalistin der Star Academy hat sich schnell von diesem seichten Unterhaltungsformat entfernt, um sich zu einer echten Persönlichkeit voller Sensibilität, Energie und Lebensfreude zu entwickeln. Nach ihrem ersten Album, “J’aime pas l’amour”, das ihr eine Nominierung in der Kategorie “Révélation scène” bei dem Wettbewerb Victoire de la Musique 2005 einbrachte (den sie 2007 und 2010 wieder gewann), erlebte ihre Karriere mit der Diamantenen Platte (mehr als eine Million verkaufte Platten) “La femme chocolat” einen wahren Höhenflug. Die hübsche Audoiserin, die immer mehr Erfolg hat, steht zu ihren spanischen Wurzeln und zu ihrer Liebe zu Narbonne, der Stadt, in die sie kommt, um Kräfte zu sammeln und der sie mit dem Titel “La Petite Valse de Narbonne Plage” ein Zeichen gesetzt hat. Nach ihrem 3. Studioalbum “Miss Météores” unternahm sie mit dem Film “Un jour mon père viendra” von Martin Valente 2011 erste Schritte in der Welt des Kinos und wird uns dieses Jahr noch mit einem neuen Album erfreuen. SUDDEFRANCE - 56 -


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DÜFTE PERPIGNAN

Perpignan,Hauptstadt desfranzösischen Kataloniens Die katalanische Vergangenheit hat den Charakter Perpignans (Pyrénées-Orientales) geprägt. Die Stadt ist heute eine beliebte Zwischenstation auf dem Weg von Frankreich nach Barcelona

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erpignan kann mit einigen Trümpfen aufwarten: Mit seiner Mischung verschiedener Kulturen und Bevölkerungsgruppen, die die Stadt bereichert haben, seinem mediterranen Charakter und mit der Schönheit der Pyrenäen, die die Stadt umgeben. Die Stadt, die lange Zeit zu Spanien gehörte, erlebte ihr goldenes Zeitalter unter den Königen von Mallorca. Sie war die Festland-Hauptstadt des Königreichs auf der Insel Mallorca. Seine wichtigsten Bauwerke sind Zeugen dieser Zeit. Die Könige von Mallorca, die von 1276 bis 1344 über Perpignan herrschten, hinterließen der Stadt Bauwerke im Stil der Gotik, einen Palast und eine Kathedrale. Der Palast der Könige von Mallorca ist eines der Wahrzeichen dieser Stadt. Jakob II von Mallorca gab den Bau in Auftrag, der 1309 nach seinem Tod fertiggestellt wurde. Das Gebäude, das sowohl Palast als auch Festungsanlage ist, diente als Sitz der politischen Macht, als königliche Residenz und als Kapelle. Der im gotischen Stil erbaute Palast verfügt in seinen Befestigungsanlagen über einen blühenden Garten. Von hier aus bietet sich dem Besucher die Aussicht über die ganze Weite der Ebene des Roussillon. Dem Königreich von Mallorca ist noch ein weiteres, für das kulturelle Erbe der Stadt wichtiges Bauwerk zu verdanken: Die Kathedrale Saint Jean-Baptiste in der Rue

Salses-le-Château, die nördliche Grenze Kataloniens Die malerischen Étangs und die berühmten Fischerhütten, aber auch die riesige Festung machen einen Besuch des ca. 15 Kilometer nördlich von Perpignan gelegenen Dorfs Salses le Château absolut lohnenswert. Die Festung aus dem 15. Jahrhundert wurde auf Veranlassung von König Ferdinand II von Aragon und seiner Ehefrau erbaut, um die Angriffe der Franzosen abzuwehren, die das Roussillon zurückerobern wollten. Die Bauarbeiten fanden phasenweise zwischen 1497 und 1502 statt. Der Festungsbau musste seine Haltbarkeit mehrfach unter Beweis stellen… Für die damalige Zeit war der Bau revolutionär. Er wurde auf den Grundmauern einer mittelalterlichen Festung errichtet, verfügte aber über die technische Ausstattung damals moderner Verteidigungsanlagen, die den Metallkugeln und anderen Neuerungen der Artillerie standhalten konnten. Sie ist ein aufschlussreiches Beispiel für die Militärarchitektur der sogenannten “Transition”. Die Festung konnte 2000 Männer aufnehmen und ist 115 Meter lang und 90 Meter breit. 1886 wurde sie zum historischen Denkmal ernannt. Heutzutage ziehen jedes Jahr bis zu 100000 Besucher durch die Anlage. www.sunfrance.com/salses

de l'Horloge. Mit ihrem Bau wurde 1324 unter der Herrschaft der Könige begonnen. Ihre Grundmauern sind im gotischen Stil errichtet, und die ersten Pläne sahen den Bau von drei Schiffen vor. Der Bruderkrieg zwi-

schen den Königen von Mallorca und denen von Aragon und die Pestepidemie, die im Land wütete, verzögerten den Fortgang der Bauarbeiten beträchtlich. Im Laufe der Jahre wurden die Pläne dann geändert. Sie sollte FORTSETZUNG

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DÜFTE PERPIGNAN

schließlich nur mit einem großen Schiff gebaut werden, flankiert von Kapellen und mit einem Friedhofs-Kreuzgang, dem Campo Santo. Die erste Messe wurde dort 1509 abgehalten. Ein anderes Wahrzeichen der Stadt ist das Castillet. Es wurde 1368 unter den Königen von Aragon erbaut. Mit welchem Hintergedanken? In Perpignan über eine Festung zu verfügen, von der aus die Stadt gegen eventuelle Invasionen aus dem Norden verteidigt werden konnte. Nach der Unterzeichnung des Pyrenäen-Vertrags 1659 ging Perpignan an Frankreich über. Das be-

rühmte Fort aus rotem Backstein wurde nun als Gefängnis für die Regimegegner vor Ort benutzt und 1697 zum Staatsgefängnis erklärt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als man die die Stadt umgebenden Festungsanlagen abriss, um das Stadtzentrum besser für den Verkehr zugänglich zu machen, blieb das Castillet im letzten Moment verschont. Heute beherbergt es das Volkskundemuseum Musée Catalan des Arts et Traditions Populaires. www.sunfrance.com/perpignan www.perpignantourisme.com

DerBahnhofvonPerpignan: ZentrumderWelt? Der surrealistische Maler Salvador Dalì, der in Figueras geboren wurde, proklamierte eines Tages den Bahnhof zum “Zentrum der Welt”. Das war 1965. Zwei Jahre vorher hatte er eine außergewöhnliche kosmische Eingebung, die ihn auf die Idee brachte, seine Bilder in dreidimensionaler Stereoskopie zu malen. Der Künstler hatte zu einer neuen Maltechnik gefunden. Ab diesem Moment war Dalí davon überzeugt, dem Bahnhof die Inspiration zu seinen wichtigsten künstlerischen Ideen zu verdanken. « Immer am Bahnhof von Perpignan, wenn Gala die Bilder notiert, die uns im Zug folgen werden, kommen mir die genialsten Ideen meines Lebens. Schon einige Kilometer vorher, in Boulou, fängt mein Gehirn an zu arbeiten, aber die Ankunft im Bahnhof von Perpignan ist der Auslöser einer echten mentalen Ejakulation, die die größte und erhabenste Ebene der Spekulation erreicht », versicherte er. Dalís Bild mit dem Titel “Das Geheimnis des Bahnhofs von Perpignan” (1965) hat also hier seinen Ursprung. Der Bahnhof gehört zu den immer wieder auftauchenden Themen dieses Künstlers. Auch wenn seine Behauptungen komisch wirken, inspirieren sie nach wie vor die Bewohner von Perpignan. Dalí hat übrigens auch die Decke des Bahnhofs gestaltet. Und auf dem Bahnsteig kann man eine Inschrift in weißer Schrift lesen, die den Reisenden mitteilt, dass sie ihre Wartezeit hier im “Zentrum der Welt” verbringen.

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Die USAP,der Stolz einer Stadt Der Vorläufer der Union sportive arlequins Perpignanais blickt auf eine 110 Jahre lange Geschichte zurück. Der größte Klub der Rugbywelt kann seinen Platz in der Spitzengruppe der französischen Meister seit einem Jahrhundert halten. Nach einer Periode ohne nennenswerte Erfolge in den 70er und 80er Jahren hat der Klub seit seiner Professionalisierung in den 90er Jahren neue Höhen erklommen. Seitdem stand der USAP vier Mal im Finale der französischen Meisterschaften und hat im Spiel gegen Clermont-Ferrand 2009 einen historischen Sieg errungen (22 à 13). Der Klub USAP mit seinen regelmäßig in Frankreich für die Mannschaft ausgewählten Spielern trägt seit 1997 Trikots in den Farben der katalanischen Flagge und lässt die Herzen der Bewohner Perpignans höher schlagen. Er besitzt sogar eine Brasserie mit den Farben des Vereins im Stadtzentrum.Die Bezeichnung Harlekin hat ihren Ursprung in einer Zeit, in der die Spieler so arm waren, dass sie es sich nicht leisten konnten, ihre kaputten Trikots gegen neue auszutauschen und sie wieder zusammenflickten. Und dieses mitunter mit Stofffetzen in unterschiedlichen Farben. Daher die Ähnlichkeit mit einem Harlekinskostüm!


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WEINKUNDE - RUNDWEG TAUSENDJÄHRIGE WEINTRADITION UND URGESCHICHTE IM ROUSSILLON Das Roussillon ist ein kleines Gebiet mit unterschiedlichen Landschaften und zahlreichen Terroirs. Hier verweist man gerne darauf, dass die Weintradition Jahrtausende alt ist und behauptet, die Erde sei von den Göttern gesegnet. Entdecken Sie die wilde Naturlandschaft, die Kalkfelsen, die verschiedenen Terroirs, die sich wie die Flicken eines Patchworks imTal der ersten Einwohner Europas aneinanderreihen.

ÉES- S PYRÉN TALE N ORIE

Der Homo erectus, Vinis vitifera und Ausflüge zu Pferd

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Frühstück in den Wienfeldern in Baixas Seit drei Jahren gibt sich der Keller Dom Brial große Mühe, Klein und Groß einen angenehmen Aufenthalt zu bieten. Beginnen Sie Ihren Tag mit einem Winzerfrühstück oder besichtigen Sie den “Crest Petit”, das für das Hinterland typische Mosaik von Anbauflächen, wo der Wein an Rebpfählen wächst. Vor einer Trockensteinhütte können Sie mit einem Winzer das Esmorza, das katalanische Frühstück teilen und seine Weine probieren (freitags im Juli und August um 9 Uhr für 15 €, gratis für Kinder bis 12, Anmeldung erforderlich, Dauer: 2 Stunden Sie können auch auf eigene Faust auf dem markierten Weg losziehen, um die Wein- und Winzerkultur zu erkunden. Schilder und ein Audioguide (erhältlich über das Internet oder im Weinkeller) weihen Sie in die Geheimnisse der Reben und in die Arbeit des Winzers ein. Auf dem Höhepunkt des Weges genießen Sie die Aussicht auf die Ebene des Roussillon, das Meer, den Mont Canigou und die Pyrenäen. Gratis! Außerdem Winzer- und Verkostungsausflüge. Vignoble Dom Brial, 14, avenue Joffre in Baixas. Tel. 04.68.64.22.37. www.dom-brial.com

Erinnern Sie sich, "gerade eben" vor 450 000 Jahren lebten die Menschen in Höhlen und es gab noch keinen Wein! Aber heute nimmt man an, dass « Wein, sollte er damals an irgendeinem Ort gewachsen sein, sicherlich im Tal von Tautavel anzutreffen war». Analysen fossiler Pollen haben gezeigt, dass Wein zur Naturlandschaft des Tals gehörte. Um alles über unsere Ursprünge zu erfahren, besuchen Sie das Museum mit seinen sich über 2000 m2 erstreckenden Ausstellungsgalerien und modernen perspektivischen Multimediadarstellungen. Der Mensch von Tautavel wird Ihnen Ihnen sein ganzes Geheimnis enthüllen. Anschließend folgen Sie der einzigartigen Beschilderung aus mosaikförmigen Fresken auf dem Parcours “Vorgeschichte und Weinanbau”. Besuchen Sie den Keller “les Maîtres Vignerons” am Fuße des Museums (Verkostung und Wanderung durch die Weinfelder). Und wenn Sie Lust haben, sich im Galopp fortzubewegen, besuchen Sie die Ranch de Las Caneilles, die Ausritte durch das Anbaugebiet und rund um die Katharerburgen anbietet. Museum für Vorgeschichte, avenue Léon-Jean-Grégory in Tautavel. Tel. 04 68 29 07 76. www.450000ans.com Keller Les Maîtres Vignerons de Tautavel, 24, avenue Jean-Badia in Tautavel. Tel. 04 68 29 12 03. www.vignerons-tautavel.fr Ranch de Las Caneilles in Tautavel. Tel. 04 68 29 03 41. www.ranchdelascaneilles.com.

Mittagessen beim Gesang der Grillen

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Eine lange, von Weinreben, Zypressen und Olivenbäumen gesäumte Platanenallee führt nach Jau. Hören Sie schon den Gesang der Grillen? Seit 35 Jahren kann man hier in diesem idyllischen Rahmen mit seinen an die Toskana erinnernden Farbtönen dieselben einzigartigen und SUDDEFRANCE - 59 -

schmackhaften Mahlzeiten genießen, die für das Roussillon typisch sind. Alle Gerichte werden großzügig von den Weinen des Weinguts begleitet. Das Ganze für 31 €, Kaffee inklusive. Abends (im Juli und August): 39 €. Das Zentrum für zeitgenössische Kunst, dieses Jahr mit Werken von Olivier Masmonteil. Château de Jau in Cases-de-Pène. Tel. 04 68 38 91 38. www.chateau-de-jau.com

Augenweide - Aussicht auf den Cirque de Vingrau

4 Gönnen Sie sich diese Augenweide und fahren anschließend in Richtung Espira-de-l’Agly (wunderschöne Kirche aus dem 12. Jahrhundert) und bewundern Sie den Cirque de Vingau mit seinen weltweit einzigartigen Kalksteinformationen und einem Patchwork ausgezeichneter Terroirs. Wenn Sie das Glück haben, den richtigen Tag zu erwischen, nehmen Sie die Bahn “Train des vignes” (hin und zurück 2 h 30 mit Weinverkostung und Verkauf). Alle Informationen: www.tpcf.fr

Essen und Übernachtung in Rivesaltes oder am Meer Auberge du Domaine de Rombeau, 2, avenue de la Salanque in Rivesaltes Tel. 04 68 64 35 35. www.domaine-de-rombeau.com. Restaurant la table d’Aimé (Maison Cazes), 4, rue Francisco-Ferrer in Rivesaltes Tel. 04 68 34 35 77. www.cazes-rivesaltes.com Gästezimmer L’orangerie, 3T rue Ludovic-Ville in Rivesaltes Tel. 04 68 73 74 41. www.maison-hotes-lorangerie.com Falls Sie mehrere Tage bleiben, warum nicht mal ans Meer ins Château de Rey, route de Saint-Nazaire in Canet-en-Roussillon. Tel. 04 68 73 86 27. www.chateauderey.com SUDdeFrance - 59 -


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KÖSTLICHKEITEN

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Das Languedoc- Roussillon mit dem Mosaik

seiner Terroirsist ein Land der Kontraste. Von den Bergen bis zum Meer, von den

Hauts-Cantonsbis zum Mittelmeer und von

der Camargue bis zur Côte Vermeillewerden Unmengen von Spezialitäten angeboten,

die eine sonnige und raffinierte Küche formen. Selbst wer schon die PicholineOlive, das Cassoulet aus Castelnaudary und

Carcassonne, die Anchovis aus Collioure, die Austern aus dem Étang de Nîmes und dem Étang de Thau, das Stockfischgricht Brandade aus Nîmes, den Tintenfisch, die milden Zwiebeln der Cevennen oder das

süß-pikante Pastetchen Pâté de Pézenas probiert hat, kennt längst noch nicht alle Köstlichkeiten, die es hier zu entdecken gibt.

Unzählige Produkte zeugen von der Vielfalt

der Feinschmeckerkultur dieser Region,

während die Weine aus dem Languedoc-Roussillon, dem größten Weinanbaugebiet der Welt, die zu den besten der Welt zählen, einen nicht minder guten Eindruck hinterlassen! Für weitere Informationen scannen Sie diesen QR-Code mit Ihrem Smartphone oder verbinden Sie sich direkt auf der Website : www.sunfrance.com/saveurs

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2700JahreWeintraditionim größtenWeinanbaugebiet derWelt DerWeinkundetourismus,eine neue Form der Gastlichkeit

Das Languedoc-Roussillon ist eines der größten Weingebiet der Welt. Dank dem großzügigen Klima, der Reichtum und der Vielfalt der Landschaften ist diese Gegend ein äußerst fruchtbares, kreatives Weingelände geworden. Tagtäglich macht sich diese Region ihr traditionell überliefertes Fachwissen in einer Produktionstechnik an der Spitze des Fortschritts zu Nutze. Die Marke Sud de France ist die Unterschrift, die all dies für den Konsumenten zusammenfasst. Als regelrechte “Dachmarke”, zu der sämtliche Weine aus dem LanguedocRoussillon gehören, bringt sie die Herkunft, das Fachwissen und das ganz besondere mediterrane Umfeld zur Geltung.

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s war ein Wagnis, vor nunmehr dreißig Jahren diese beiden parallelen und jetzt so komplementären Wege zu gehen. Jeder Winzer kann heute die Marke “Sud de France” für sich beanspruchen und es ist eine allgemeine Appellation Languedoc entstanden, die im gesamten Weinbaugebiet des Languedoc-Roussillon

von Nîmes bis zur spanischen Grenze produziert wird. In einem Weinbaugebiet für Massenweine mit ertragsreichen Terroirs war es notwendig, die Gewohnheiten zu ändern und die produzierte Weinmenge pro Hektar zu reduzieren, um das heutige Qualitätsniveau zu erreichen. Eine Qualität voller Vielfalt in einer Region, in der Vins Doux Naturels (Muscats de Frontignan, Lunel, SUDDEFRANCE - 62 -

Seit der tiefsten Vergangenheit genießt die Weinkultur hier einen einzigartigen Stellenwert voller Bedeutung. «Die Völker des Mittelmeerraumes haben sich aus der Barbarei zu zivilisierten Völkern entwickelt, als sie lernten, Oliven und Wein anzubauen», behauptete der Geschichtsschreiber Thukydides vor 2500 Jahren., Als Erben eines Anbaugebiets außerhalb jeder Norm sind sich die Winzer des Languedoc-Roussillon der Bedeutung ihres Handwerks und ihrer Produkte sehr wohl bewusst und sind bestrebt, sie bekannt zu machen. Mit dem Monat April wird die Region zu einem Paradies für die Liebhaber des Weinkunde-Tourismus und bietet vielfältige Veranstaltungen, sei es in Form von Weinverkostungen an einzigartigen Orten oder Wein- und Feinschmeckerwanderungen in verschiedenen Etappen auf festgelegten Rundwegen. Im April organsiert Montpeyrouxdie Aktion “ Toutes caves ouvertes ” und Peyriac-de-Mer und Bages bieten ihren Spaziergang “Balade des Cinq Sens ”. Im Mai bietet das geschützte Herkunftsgebiet AOC Lirac seine traditionelle Feinschmeckerwanderung Balade gourmande des Jaugeurs, während AOC Costières de Nîmes zum Feinschmeckerspaziergang “Vignes Toquées” und die Winzer von La Clape zu ihren “Sentiers Gourmands” einladen. In den Pyrénées-Orientales bitten die Winzer des Dorfes CalceMitte des Monats zur Weinverkostung der “revoltierenden Weine, les Caves se rebiffent”. Über den ganzen Sommer reihen sich die Veranstaltungen rund um den Wein aneinander, so zahlreiche Winzer-Rundwanderungen wie die Circulades vigneronnes in der Region Terrasses du Larzac, die Vignes buissonnières in Pic SaintLoup, eine große Weinmesse in Uzès und vieles mehr. Das Sahnehäubchen auf der Torte dieses Jahr : Das geschützte Herkunftsgebiet Faugères feiert den ganzen Sommer über sein 30-jähriges Bestehen, der Höhepunkt der Feierlichkeiten ist das Dorffest Fête du Grand Saint-Jean inFaugères am 8.Juli. Freuen Sie sich auf die vielen Ereignisse einzigartiger Gastlichkeit.


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KÖSTLICHKEITEN WEINE AUS FRANKREICHS SÜDEN

Mireval, Saint-Jean-de-Minervois, Rivesaltes, Banyuls und Maury), Schaumweine (darunter die Blanquette und der Crémant de Limoux) und eine breite Palette an Rot, Weiß und Roséweinen erzeugt werden. Seinen aktuellen Bekanntheitsgrad verdankt dieses Weinbaugebiet den Menschen, die es mit innovativem Geist geformt haben. Hier haben sich Massenweine in Qualitätsweine verwandelt, Konzepte sind entstanden. Die Initiative des Hauses Skalli in Sète bestand darin, jede Rebsorte separat zu vinifizieren und den Verbrauchern rebsortenreine Weine wie Syrahs, Cabernets oder Sauvignons anzubieten. Trotz der Veränderungen bleibt die Region das größte Weinbaugebiet der Welt mit fast 240 000 ha Weinbergen, 25 000 Winzern und 2500 Privatkellereien. Seit fünf Jahren vereint die Marke “Sud de France” die gesamte regionale Angebotspalette unter ihrem Namen, um die Farben der Weine der Region in Frankreich und über die Grenzen des Landes hinaus zu fördern. Farben, die ebenso vielfältig sind wie die Schieferterroirs, die den Weinen aus SaintChinian, aus den Côtes du Roussillon und den Coteaux du Languedoc ihre Kraft verleihen, und ebenso reich wie die Kieselterroirs - auf Okzitanisch grés genannt - die die Weine der Domaine Puech Haut unvergesslich machen und die Appellation Grés de Montpellier ins Leben gerufen haben,

erfolgreich vertreten von der Domaine Clavel. Diese grés sind charakteristisch für die Corbières, würzige Rotweine aus einer der bedeutendsten Appellationen Frankreichs mit so bekannten Terroirnamen wie Lézignan, Boutenac und Lagrasse. Trotz Rodungskampagnen, der Konzentration ihrer kooperativen Wirtschaftsstruktur und des Drucks durch einen immer stärker werdenden négoce (Weinhandel) hat die Region die Umstellung ihrer Weinberge in Angriff genommen. Die Qualitätsinitiative des Languedoc-Roussillon wird von einer Umstellung der Weingüter auf den biologischen Weinbau begleitet, die mehr als 30 % der Rebflächen betrifft. Die Region ist in dieser Hinsicht beispielhaft : 12 000 ha Weinberge wurden bereits umgestellt und weitere 8 000 befinden sich in der Umstellung. Der Erfolg der Domaine d’Aupilhac in Montpeyroux ist das beste Beispiel dafür zusammen mit anderen dynamischen Bioweinerzeugern wie Château l’Hospitalet, Château de Cazeneuve und Villa Tempora.

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Renommierte Weine Die regionale Appellation AOP du Languedoc ist die Referenzgrundlage der Herkunftsbezeichnungen, deren wichtigste Rebsorten für Rot - und Roséweine Grenache, Syrah, Cinsault und Carignan und für Weißweine Grenache Blanc, Bourboulenc, Viognier, Picpoul, Marsanne, Roussanne, Vermentino und Ugni sind. In dem Konzept der Initiative Sud de France ist diese Appellation eine Brücke zwischen dem rebsortenbezogenen Ansatz der Vins de Pays d’Oc (g.g.A.) und der Typizität der Terroirs. In den Departements Aude, Gard, Hérault und Pyrénées-Orientales setzt sich das Weinbaugebiet des Languedoc aus 18 geschützten Ursprungsbezeichnungen (g.U.) zusammen : Cabardès, Clairette du Languedoc, Cornières, Corbières-Boutenac, Faugères, Languedoc, Limoux, Malepère, Minervois, Minervois la Lavinière, Muscats, Saint-Chinian, Muscat de Rivesaltes, Rivesaltes, Banyuls und Banyuls Grand Cru, Maury und Côtes du Roussillon.


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KÖSTLICHKEITEN VINS DOUX

Weltbekannte Aperitif-Marken Sie haben die Geschichte der Region geprägt und jenseits ihrer Grenzen Bekanntheit erlangt. Die im letzten Jahrhundert zu Berühmtheit gelangten Aperitifs Byrrh und Noilly Prat werden auch heute noch sehr geschätzt, ebenso wie einige der natürlichen Süßweine.

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ie Muscats de Mireval, de Frontignan, de Lunel, de Saint-Jeande-Minervois im Languedoc, der Banyuls, der Maury und der Rivesaltes im Roussillon… Dieses Mittelmeergebiet ist das Gebiet für die Produktion vielfältiger natürlicher Süßweine. Es war übrigens ein Sohn des Roussillon, Arnaud de Villeneuve, Arzt und Rektor der Universität von Montpellier, der 1285 das Verfahren ihrer Vinifizierung entdeckte. Bei der Mutage, dem "Stummmachen" des in Gärung befindlichen Weines, wird dem bereits gärenden Traubensaft Weinalkohol zugesetzt. Damit wird der Alkoholgehalt erhöht und der natürliche Zuckergehalt der Trauben erhalten. Nach dem zweiten Weltkrieg haben die Süßweine eine regelrechte Welle der Begeisterung ausgelöst und werden noch heute gerne als Apertif gereicht. Der Banyuls, der nach wie vor einige Kilometer von der französich-spanischen Grenze hergestellt wird,

steht dabei auf dem ersten Platz. Neben den Süßweinen sind die Aperitifs auf Weinbasis, mit denen das Erbe der aromatisierten Weine der Römer fortbesteht, typisch für die Region. Die aus einer Mischung aus Wein, Zucker, Rübenalkohol und Gewürzen hergestellten Aperitifs waren dem Hafen von Sète vorbehalten, wo sich die großen Häuser konzentrierten. Der Kräuterhändler und Weinkundler Joseph Noilly entdeckte, dass in den der Hitze und der Gischt ausgesetzten Fässern ein kräftiger Weißwein heranreifte. 1813 entschied er sich, diesen Reifungsprozess nachzuahmen und entwickelte in Marseillan den Wermut Noilly Prat, der durch Liebhaber wie Ernest Hemingway und Humphrey Bogart zu weltweitem zu Erfolg gelangte. Das Haus Noilly hat nach wie vor am Ufer des Étang de Thau seinen Sitz und kann besichtigt werden. Die andere bekannte Marke, der Byrrh, ist weiter südlich auf dem Gebiet des Roussillon beheimatet. Zwei Brüder erfanden hier ebenfalls

Und berühmte Mineralwasser! In den Pyrénées-Orientales stoßen wir auf das Sémillante, ein unterirdisch entspringendes, mikrobiologisch reines Quellwasser, das natürlicherweise im Herzen Kataloniens entspringt und seit einigen Jahren in Toulouges geschöpft und abgefüllt wird. Dieses Wasser ist die Grundlage der Sodas der Brasserie Milles und seiner berühmten Limonette. Im Hérault lernen wir das Wasser Salvetat kennen, ein schon 1868 klassifiziertes Mineralwasser, das im Herzen des Naturparks Parc Naturel du Haut Languedoc entspringt und arm an Salz, aber reich an Kalzium ist und zur Firma Danone gehört. Abgefüllt wird es in La Salvetat-sur-Agoût. Nicht weit von Lamalou-les-Bains entspringt nach einer langen Reise durch das Urgestein die Quelle des Vernière, ein Wasser mit natürlicher Kohlensäure. Das als von “öffentlichem Interesse” anerkannte Mineralwasser Vernière ist besonders reich an Bikarbonaten, Kalzium und Magnesium. Im Lozère, an der Kreuzung der Cevennen und der Causses, finden wir das natürlich sprudelnde und an Bikarbonaten, Sodium, Kalzium und Magnesium reiche Mineralwasser Quézac. Nach einer langen, durch die Tiefe führenden Reise entspringt es in einem kleinen Tal am Fuße des mittelalterlichen Dorfes Quézac. Und schließlich das weltweit bekannte Wasser Perrier, das im Herzen der Garrigue nahe Nîmes beheimatet ist. Aus der Quelle wurde bereits im Jahre 1863 Wasser gewonnen und der Ort entwickelte sich zum Thermalort. 1894 wurde sie Eigentum des Doktor Perrier, nachdem sie auch benannt wurde. Um alles über die kleine grüne Flasche und ihre sprudelnden Bläschen zu erfahren, werden Besichtigungen angeboten. La Salvetat : Office de tourisme de la Salvetat-sur-Agoût (Hérault). Tel. +33 (0)4 67 97 64 44 Vernière : Les Aires (Hérault). Tel. +33 (0)4.67.95.28.15 Sémillante : Brasserie Milles, Toulouges (Pyrénées-Orientales). Tel. +33 (0)4 68 54 44 66 Quézac : Syndicat de l’eau de Quézac (Lozère). Tel. +33 (0)4 66 45 47 15 Perrier : Source Perrier “Les Bouillens”, Vergèze (Gard). Tel. +33 (0)4 66 87 61 01 SUDDEFRANCE - 64 -

Die Vins Doux Naturels: ein Schatz! Die als südländische Spezialität geltenden Vins Doux Naturels (VDN) wie der Muscat de Frontignan oder der Muscat de Lunel stammen aus dem Languedoc-Roussillon und, was den Muscat de Rivesaltes, den Maury, den Banyuls und den Rivesaltes (bernstein/ziegelfarben…) angeht, vor allem aus dem Departement Pyrénées-Orientales. Diese Vins Doux Naturels sind gespritete Weine, deren Gärung durch den Zusatz von Alkohol gestoppt wird, was zu einem höheren Alkoholgehalt bei gleichzeitiger Bewahrung des natürlichen Traubenzuckers führt. Man kann durch die ganze Region reisen und die Orte besichtigen, in denen diese Weine erzeugt werden, wie zum Beispiel Lunel, Mireval, Frontignan, Saint-Jean-de-Minervois, Rivesaltes, Maury und Banyuls. Vor Kurzem wurde der Roséwein wieder in die Appellation Rivesaltes aufgenommen. Drei Kellereien erhielten die offizielle Genehmigung, während der Lese 2010 einen Rivesaltes Rosé herzustellen, darunter die Vignerons Catalans, ein bedeutender Erzeuger in den PyrenéesOrientales. im 19. Jahrhundert dieses Getränk auf der Basis des kräftigen Malagaweins aus Spanien, dem Chinarinde hinzugefügt wurde. In Thuir kann man immer noch den Keller mit einem riesigen Fass besichtigen, dass mit seinen 420 000 Liter Fassungsvermögen einen Rekord aufstellt, außerdem die von den Werkstätten Gustave Eiffels erbauten Laderampen. Noilly Prat, 1, rue Noilly, In Marseillan (Hérault). Tel. +33 (0)4 67 77 75 19. www.noillyprat.fr Caves Byrrh, 6, Boulevard Violet, in Thuir (Pyrénées-Orientales). Tel. 04 68 53 05 42. www.byrrh.com www.sunfrance.com/vins


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KÖSTLICHKEITEN AUSTERN - MUSCHELN

DerMann,derdie Gezeitenneuerschaffen hat,inMarseillan!

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ls Frucht der Technologie und der Natur ist die Auster “Seven” sozusagen das Nesthäkchen der Familie Tarbouriech, in der die Austernzucht am Étang de Thau nahe Marseillanseit 1963 Familientradition ist. Es gibt sieben gute Gründe, “Seven”, die letztgeborene Auster der Familie Tarbouriech, im Gedächtnis zu behalten : “Sea” für das Meer, “Sexy” wegen ihrer Kurven, “Sun” wegen ihrer warmen Farben, “Small” wegen ihrer geringen Größe, “Savoureuse” für die Qualität ihres Geschmacks, Sète” als Referenz an ihr Zuchtbecken und schließlich “Spéciale”, weil sie keiner anderen ähnelt. Florent Tarbouriech, der Chef von Médithau Marée, kann den Stolz auf seine jüngste Kreation nicht verhehlen. « Ihr Geschmack, ihr Aussehen überzeugen auch diejenigen, die bislang angesichts einer Auster das Gesicht verzogen haben, erklärt er, weil man bei ihr nicht mehr wirklich an eine Auster denkt. “Seven” überrascht im Mund mit ihrer Sanftheit, ihrer Milde und ihrem Biss ». Ein kurzer Produktionszyklus – zwei Jahre – senkt die Kosten des Erzeugers. Die seit 2012 geerntete “Seven” stellt bereits 50 % der Produktion der Austern- und Muschelzucht von Médithau Marée. Die beiden anderen ausgewählten Austernsorten müssen fast doppelt so lange im Wasser verbleiben. Die berühmte “Tarbouriech”, die 35% der Zucht ausmacht, gelangt erst nach drei Jahren zur Reife und

die große “Premium” muss sogar vier Jahre im Wasser gehegt werden. Alle Austern von Bouziguesgehören zur Art der “Pazifischen Felsenauster”. Aber wie verleiht man einer Auster ihren spezifischen Charakter? «Der Unterschied hängt von der Dauer der Trokkenlegungszyklen ab, das heißt von der Zeit, die die Auster in der Sonne verbringt! Früher wurden die Austern zwei bis drei Mal pro Jahr trockengelegt. Das war eine mühselige Arbeit, erklärt Florent Tarbouriech». Unser patentiertes Verfahren ermöglicht es, den Zyklus der Gezeiten beliebig oft und aus der Entfernung ablaufen zu lassen. Solarmodule über den Gestellen produzieren Energie, ein Motor veranlasst die Pfähle, die Position zur Trockenlegung einzunehmen. Unsere Mittelmeeraustern durchlaufen die Gezeiten, aber wir passen uns dabei an ihr Wachstum an. Ist Florent Tarbouriech der “Daniel Düsentrieb” der Austern- und Muschelzüchter des Bassin de Thau? Möglich ist es. Die kleine Bouzigueauster ist mit der Technologie der Tarbouriechs zu einer großen Dame geworden, die wir mit größtem Vergnügen probieren, sei es bei den Austernverkäufern oder vor Ort im Restaurant “Saint Barth”, in das die Kinder von Florent von Mai bis September einladen. Médithau Die Gezeiten in Marseillan www.medithau.com. Geführte Besichtigung des Austernparks mit Austernverkostung im “Saint Barth” von Mai bis September. Tel. +33 (0)6 10 79 49 85.

Muscheln:von Bouzigues bis Leucate Der schöne kleine Hafenort Bouzigues am See von Thau im Hérault ist ein Paradies für Feinschmecker. Das komplett der Muschelzucht gewidmete Dorf ist voll von Erzeugern, die Verkostungen am Ufer des Sees anbieten. Eine nette Idee, um die ausgetretenen Touristenpfade zu verlassen und mit Blick auf den Mont Saint-Blair Meeresfrüchteplatten, Brasucades (auf dem Holzfeuer gekochte Muscheln) und andere Spezialitäten zu genießen. Le Récantou, La Tchèpe, Demoiselles Dupuy, La Côte Bleue, Les Rives de Thau und rund fünfzehn weitere Restaurants bieten Muscheln und Krustentiere an. Ein schöner Hafen, ein kleines Museum und ein Glockenturm geben den Blick in die Ferne frei und erzählen die Geschichte der Muscheln des Sees. Entlang einer Austernstraße lassen sich die Hütten der Muschelzüchter entdecken. Die Auster feiert jedes Jahr Mitte August ihr Fest. Im Departement Aude zwischen Port-Leucate und Leucate ist die Kulisse ein wenig anders, der Empfang aber nicht minder herzlich. Der See ist von zahlreichen kleinen Hütten gesäumt, in denen die Erzeuger tagein tagaus Austern und Muscheln servieren. Erfrischend, hierherzukommen und sich zwanglos und entspannt an den Tisch zu setzen. Die Austern aus Bouzigues, Leucate und Gruissan sind von derselben Art, unterscheiden sich aber geschmacklich ein wenig. Die Hütten sind das ganze Jahr über geöffnet und bieten ein authentisches Ambiente. SUDDEFRANCE - 65 -


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KÖSTLICHKEITEN TINTENFISCH

OlivierAzaïs, Tintenfischfängerin Frontignan In Frontignan fangen noch einige wenige kleine Fischer einen Teil des Jahres Tintenfische, Seeigel, Kraken und den Drachenkopffisch. Olivier und Patricia Azaïs haben den Tintenfischfang zu ihrer Spezialität genacht.

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ieses lustige Tier mit zehn Armen trägt den Gattungnamen Sepia, der eine Vielzahl von Weichtieren umfasst. Die Tintenfische, die kleiner sind als Kalamare, zeichnen sich durch ihre Fähigkeit aus, Tinte auszustoßen. Als lokale Spezialität der Stadt Sète und ihrer Umgebung werden sie seit ewigen Zeiten in diesem Teil des Mittelmeeres gefangen und sind die Grundlage zahlreicher schmackhafter Gerichte wie der berühmten Rouille de Seiche (siehe nebenstehend). Olivier Azaïs geht seit über zwanzig Jahren auf Tintenfischfang. Mit seiner Frau Patricia geht er jeden Winter – denn der Tintenfisch wird im Januar und Februar gefangen – im Morgengrauen an Bord seines Schiffes Patolisa A Pas Peur, um sich dort mit viel Geduld einen halben Tag lang dem Fang zu

widmen. Den Blick in die Ferne gerichtet, sucht das Paar nach den Schwimmern der Netze, die sie drei oder vier Tage zuvor ausgelegt haben. « Je nach Wetter werfen wir die Netze aus oder holen sie ein, das bestimmt der Rhythmus des Meeres. Den Tintenfisch fängt man bei ruhigem Wetter », erklärt Patricia. In der drei Seemeilen umfassenden Zone, die den Kleinfischern vorbehalten ist, schwimmen die Tintenfische wenige Meter unter der Oberfläche.« Wenn man einen Tintenfisch fängt, muss man auf-

passen, denn er spuckt Tinte und kann mit seinem Schnabel durchaus zubeißen », erläutert Olivier in seiner gelben, von Tintenflecken übersäten Wachskleidung. « Der Fang von allen Krustentieren erfolgt vor allem bei Monddunkelheit (wenn der Mond nicht voll am Himmel steht). Nach Einbruch der Dunkelheit ist der Fisch verwirrt, was für den Fang von Vorteil ist ». Bei rund 30 Kilo am Tag spricht man von einem guten Fang. Der dann fangfrisch auf der Plancha gegrillt oder zur Rouille verarbeitet wird.

La rouille de seiche 1 Kg Tintenfische mit Köpfen (aber ohne Augen und Schnabel) 2 Zwiebeln - 2 Knoblauchzehen 2-3 Päckchen (250 g) Tomatenpüree 2 Eigelb Thymian - Salz, Pfeffer Die Tintenfische reinigen und in Scheiben schneiden. Den Tintenfisch mit dem Knoblauch und den Zwiebeln leicht anbraten, das Tomatenpüree hinzufügen und die zwei Eigelbe in einer Schale mit Tomate verrühren. Untermischen und 10 Minuten köcheln lassen. Wenn Sie die Sauce pikant mögen, fügen Sie eine Prise Cayennepfeffer hinzu. Reis vorbereiten. Doppelt so viel Salzwasser wie Reis zum Kochen bringen, wenn es sprudelt, den Reis hinzufügen. Dann den Reis abtropfen lassen und heiß servieren. SUDDEFRANCE - 66 -


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KÖSTLICHKEITEN PICHOLINE - LAMM

DiePicholineolive,die andereLeidenschaftNîmes Nîmes, die Römerstadt, ist die Heimat der Picholineolive, einer Olivenart, die seit mehreren Jahrhunderten im Gard gezüchtet wird.

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it seinen sich über fast 4000 Hektar erstreckenden Olivenplantagen ist das Departement Gard der größte Olivenproduzent im LanguedocRoussillon. Die Olive hat hier eine lange Geschichte, denn bereits vor 60 000 Jahren war sie im Mittelmeerraum beheimatet. Die Verbreitung des Olivenanbaus bis in den ganzen Süden Galliens ist den römischen Kolonisatoren zu verdanken. Schon im 16. Jahrhundert waren die Olivenplantagen des Departements und rund um den Golfe du Lion zu Berühmtheit gelangt. Im folgenden Jahrhundert ließen sich die beiden aus Italien stammenden Brüder Picholini in Saint-Chamas en Provence nieder, wo sie ein Rezept verbreiteten, mit dem sie die Olive genießbar machten, ohne dass sie ihre grüne Farbe verlor. Das Geheimnis besteht darin, die Oliven mit Asche zu vermischen, sie mit Wasser zu bedecken und sie dann in eine würzige Salzlake zu geben. Nachdem zunächst die provenzalischen Olivenarten so behandelt wurden, verbreitete sich das Verfahren

schnell bis in den Gard, wo die Olive nach den Erfindern dieser Zubereitungsart den Namen Picholine erhielt. Die fruchtige, grüne Picholine, die zwischen Garons, Sommières, Uzès und Beaucaire angebaut wird, ist knackig und bissfest, schmeckt leicht bitter und pikant und zeichnet sich durch ihr besonderes nussig-buttriges Aroma aus. Seit jeher erfüllte die Olive einen doppelten Verwendungszweck. So begann man Ende September mit dem Sammeln der Oliven und wählte zunächst die größten Früchte aus, die für den Verzehr vorgesehen waren. Am Ende des Jahres erntete man schließlich sämtliche Oliven der Plantagen, die dann der Ölgewinnung dienten. Zwei Drittel der im Departement Gard erzeugten Oliven sind Picholine-Oliven. Rund zehn Tonnen der hier erzeugten Oliven werden unter der Herkunftsbezeichnung “Olive de Nîmes” produziert und in den Markthallen von Nîmes, Avignon und auf dem Markt von Anduze verkauft.

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Ölemitvielfältigen Aromen Olivenöl ist ein gesundes Naturprodukt, das seit jeher zum Kurieren der verschiedensten Leiden und zum Erhalt der Gesundheit verwendet wird. Zahlreiche Olivenbäume der Region fielen dem großen Frost im Februar 1952 zum Opfer. Aber seit den 80er Jahren haben der Olivenanbau und die Olivenölherstellung dank der nun bekannt gewordenen Vorteile der mediterranen Ernährungsweise einen rasanten Aufschwung erlebt. Im Languedoc-Roussillon können Sie zahlreiche Erzeuger entdecken, die Olivenöle höchster Qualität produzieren, darunter: - Domaine de l’Oulivie in Combaillaux. Tel. +33 (0)4 67 67 07 80. - Olidoc in Clermont-l’Hérault. Tel. +33 (0)4 67 96 10 36 - L’oulibo in Bize-Minervois. Tel +33 (0)4 68 41 88 88. - Moulin de Villevieille. Tel.: +33 (0)4 66 80 03 69. - Moulin de Corconne. Tel. +33 (0)4 66 77 32 75. - Coopérative Oléicole La Catalane. Tel. +33 (0)4 68 57 28 67.

Die zarten Lämmer des Lozère und des Katharerlands Die mit nachhaltigen und kontrollierten Methoden im Rhythmus der Jahreszeiten gezogenen Lämmer des Lozère werden von Hirten gehalten, die ihren Beruf mit Leidenschaft ausüben und die traditionellen Bewirtschaftungsmethoden der Gebirgsregion achten. Das Lozère-Lamm ist ein junges Lamm, das aus reinrassigen Mutterschafen und Hammeln der rustikalen Rasse “Blanche du massif Central”gezüchtet wird. Es bleibt für maximal 130 Tage ununterbrochen an der Seite seiner Mutter und wird in dieser Zeit von ihr gesäugt. Gegen Ende der Mastzeit bekommen die Lämmer zusätzlich zur Muttermilch ein in der Umgebung erzeugtes Viehfutter auf der Grundlage von Getreide. Das Lozère-Lamm wird seit 2007 mit der geschützten geografischen Herkunftsbezeichnung (IGP) gekennzeichnet. Im Aude werden die Lämmer (Foto) 70 Tage lang von ihren Mutterschafen gesäugt, bevor sie in der Endphase ihres Wachstums mit Futter gemästet werden und eine Alter von 109 bis zu 120 Tagen erreichen. Das Departement hat die Gemeinschaftsmarke Pays cathare ins Leben gerufen, mit der nur die Lämmer gekennzeichnet werden dürfen, die den äußerst strengen Kriterien des Pflichtkatalogs entsprechen. SUDDEFRANCE - 67 -


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KÖSTLICHKEITEN DIE BRANDADE DE NÎMES

DieBrandadedeNîmes, GeschichteeinesTauschhandels toffeln, warm oder kalt und sogar mit Trüffeln zubereitet wie bei Michel Kayser, dem ZweiSterne-Koch des Restaurants Alexandre in Nîmes-Garons.

Wo man sie findet?

Das Stockfischpüree, das typische Gericht der Stadt Nîmes, hat ursprünglich nicht viel mit dem Gard zu tun.

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bwohl er viel in der Fastenzeit gekocht wird, ist der Stockfisch keineswegs verdrießlich. Derjenige aus Nîmes im Gard ist dafür bekannt, ohne Knoblauch gekocht zu werden, aber viele Köche und Köchinnen bereiten ihn mit Anchovis, Kartoffeln oder in Blätterteig zu. Im Süden liebt man ihn roh, ganz einfach geröstet. Was die Geschichte des Stockfischpürees, der Brandade de Nîmes, betrifft, so geht sie auf die berühmte Salzstraße zurück. Zu jener Zeit beschafften sich die Stockfischfänger im Westen das Salz, um den Stockfisch besser zubereiten zu können und haltbarer zu machen, im Salzhafen von Aigues-Mortes. Um die Händler zu bezahlen, tauschten sie einige ihrer Stockfischvorräte gegen Salzsäcke ein. Um das Jahr 1830 herum entstand die Brandade de Nîmes dank der Idee eines Einwohners von Nîmes, das Fleisch eines Stockfischs in einem Mörser zu zermahlen und mit Milch, Ölen und Gewürzen aus der umliegenden Garrigue zu vermischen. Das war die Geburtsstunde der Brandade oder Brandado. Ein gewisser Herr Durand aus Alès, Koch des Bischofs, machte sie bekannt und beliebt. So entstand der Beruf des brandadier und mit ihm Brandade-Unternehmen wie das 1879 gegründete Haus Raymond, das 1950 zu Raymond-Geoffroy wurde. Die Brandade entwickelte sich zu einer echten

Spezialität von Nîmes. Alphonse Daudet aus Nîmes war ihr Botschafter in Paris. Auch wenn man sie später mit verschiedenen Gewürzen in Verbindung brachte, wird die traditionelle Brandade de Nîmes ohne Knoblauch und ohne Kar-

Man kann sie fix und fertig bei Raymond Geoffroy, dem König der Brandade, kaufen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist seit jeher auf Stockfischpüree spezialisiert, dem historischen Vorzeigeprodukt der Marke, und stellt die Brandade de Nîmes auf traditionelle Weise her. Sie ist direkt im Maison des Producteurs erhältlich. Tel. +33 466 271198. Der zweite große Hersteller ist das 1936 gegründete Unternehmen Coudène in Saint-Christol-lez-Alès. Tel. +33 466 60 77 50.

Anchovis,das Symbol von Collioure Egal ob mit Salz, in Essig mariniert, mit Öl, als Creme oder als Tapenade, die Anchovis ist die Spezialität von Collioure im Departement Pyrénées-Orientales Collioure ist berühmt für seinen Hafen, seinen Glockenturm, den Fauvismus und seine Anchovis. Der rund zehn Zentimeter lange blaue Fisch bleibt ein Wahrzeichen von Collioure, das 1994 zum Site remarquable du Goût erklärt wurde. Zehn Jahre später erhielt die Anchovis aus Collioure das europäische Gütezeichen und wurde ein Produkt mit geschützter geografischer Angabe. Es sei anzumerken, dass man in dieser kleinen Hafenstadt an der Côte Vermeille Hinweise auf Anchoviszubereitungen aus dem Mittelalter gefunden hat. Es handelt sich um eine Spezialität, die seinerzeit bei Ludwig XIV. Anerkennung fand, der die Salzer aus Collioure von der gabelle, der Salzsteuer, befreite. Heute haben die europäischen Normen die Welt der Salzateliers reglementiert und verändert. Von zehn sind nur noch zwei übrig, diejenigen der Familien Desclaux und Roque, die allein jedes Jahr ca. dreihundert Tonnen verarbeitete Anchovis produzieren. Die Familien haben beide kleine Demonstrationsateliers in der Stadt und das Unternehmen Desclaux besitzt einen Ausstellungsbereich, der die Geschichte des Berufes präsentiert. Ihre jeweiligen Produktionsstätten liegen allerdings heutzutage außerhalb des Ortes. Die Anchovis-Saison dauert von Mai bis Oktober. Während dieses Zeitraums werden sie mit dem Netz gefangen. Damit sie die geschützte geografische Angabe (g.g.A.) Anchovis aus Collioure erhalten können, müssen einige Vorschriften eingehalten werden, wie zum Beispiel eine erste Salzung innerhalb von zwölf Stunden nach ihrem Fang. Nachdem sie frisch in die Werke transportiert wurden, werden die Fische gefroren und gesalzen, geköpft und von Hand ausgenommen. Dann kommen sie für die Reifung drei Monate bis ein Jahr lang in Lagen abwechselnd mit Salz in Fässer. Im Salz nimmt die Anchovis ihre Farbe, ihren Geschmack und ihren Duft an. Aus organoleptischen Gründen ziehen Liebhaber Anchovis aus dem Mittelmeer und von der Küste denjenigen von hoher See vor.

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KÖSTLICHKEITEN KLEINE PASTETCHEN

Daswunderbare Pastetchen ausPézenas Das im 18. Jahrhundert von einem englischen Lord erfundene Pastetchen gehört zu den ältesten kulinarischen Spezialitäten des Languedoc. Diese einzigartige Leckerei erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Aber nur ein einziger Bäcker stellt sie noch in traditioneller Weise her…

«D

as Rezept hat mein Mann im Kopf! ». Cathy Quatrefages, die hinter ihrer Ladentheke steht, erinnert stolz daran, dass das Rezept für die Herstellung dieser Pastetchen ein Familiengeheimnis ist, das vom Vater an den Sohn nur mündlich weitergegeben wird. Am Anfang der Rue Conti mitten im Zentrum von Pézenas, betreibt die Familie Quatrefagesnunmehr seit mehr als fünfzig Jahren ihr keines Geschäft namens “Au palais des délices”. Zu Beginn wurde es von Suzette und Maurice geführt. Nun, seit mehr als zwanzig Jahren, von Cathy und Bernard. Schon immer wurde diese Spezialität in dem Geschäft angeboten, deren Rezept ihm vom Hause Gravier vererbt wurde, das dieses Geheimnis

wiederum vorher gehütet hat. Dem ganz und gar vor Ort hergestellten kleinen Pastetchen schmeckt man an, das es von hier kommt, obwohl in Béziers eine zeitlang ein ähnliches Pastetchen hergestellt wurde. In Pézenas wurde es früher von einigen Bäckern angeboten, bis es nur noch bei den Quatrefages und bei Achille zu bekommen war. Letzterer verstarb, ohne das Rezept weitergegeben zu haben, und so ist der Bäcker in der Rue Conti der Letzte, der das Pastetchen noch so herzustellen weiß wie eh und je. «Erst wird das Mehl mit kochendem Wasser übergossen, um so einen Spritzteig herzustellen. Dieser wird in Streifen geschnitten, dann werden mit einem Locheisen die Deckel ausgeschnitten. Der Teig wird um ein kleines Stück Holz,die Bäckerrolle, gewickelt und mit Schafsfleisch gefüllt, das mit Rohrzucker und Zitronensaft vermischt wird. Dann muss die

Die Nîmer Pastetchen Unter den Nîmer Spezialitäten findet auch das Pastetchen viele Anhänger. Dieses hier ist ideal als Appetithappen. Es wurde im 19. Jahrhundert von einem Nîmer Bäcker erfunden. Nachdem das Rezept in Vergessenheit geraten war, wurde es vor rund fünfzig Jahren in den Markthallen von Nîmes (Gard) wieder hervorgeholt. Die mit Kalb- und Schweinefleisch gefüllte Pastete wird in Mürbeteig eingerollt, der eine helle Kruste bildet. Sie wird nur warm gegessen. Man findet sie in den Markthallen von Nîmes oder bei Christophe Brunetti, dem “König” der Nîmer Pastetchen, der einige Varianten kreiert hat wie zum Beispiel Pasteten gefüllt mit Brandade de Nîmes oder mit Entenstopfleber und Trüffeln aus Uzès. Letztere sind ein Riesenerfolg und selbst bei Fauchon in Paris zu haben. SUDDEFRANCE - 69 -

Pastete einige Stunden ruhen und wird im sehr heißen Ofen langsam gegart», erklärt sie. Was die Anteile der Zutaten angeht strengstes Geheimnis! Denn dieses gibt den Pastetchen ihren fast an Konfitüre erinnernden Geschmack. Kein Vergleich zu den halbindustriellen Fertigprodukten, die von einigen Firmen angeboten werden, die den guten Braten gerochen haben. Cathy Quatrefages verkauft jeden Tag fast 200 Pastetchen für 1€ das Stück. «Es gibt sogar Leute, die uns erzählen, dass sie extra von der Autobahn abgefahren sind, um bei uns zu kaufen», gesteht sie.

* Für den vollendeten Genuss der Pastetchen empfiehlt Cathy, den Ofen auf 180-200° vorzuheizen, ihn auszuschalten und die Pastetchen dann für 2 Minuten darin aufzuwärmen.


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KÖSTLICHKEITEN CASSOULET

DasmildeAromadesCassoulet Mehrere Gegenden beanspruchen die Erfindung des Cassoulet, des Symbols der okzitanischen Küche, für sich. Ein Blick auf ein Gericht, das subtiler ist, als man denkt.

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ass es sich um eine regionale Spezialität des LanguedocRoussillon auf der Basis von Trockenbohnen handelt, stellt sicherlich niemand in Frage. Dann wird die Angelegenheit allerdings komplizierter: kommt das echte Cassoulet aus dem benachbarten Toulouse, aus Castelnaudary oder aus Carcassonne? Denn im Pays Cathare kommt die Frage, von wem denn nun dieses heilige Rezept stammt, einem Religionskrieg gleich. Bei dem Streit geht es um die Herkunft, aber auch um die Zusammensetzung und die geschmacklichen Eigenschaften der Cassoulets aus jeder Stadt, die die Vaterschaft dieses traditionellen Gerichts für sich beansprucht. Im fernen Toulouse bereitet man es mit Entenconfit zu. Das Cassoulet aus Castelnaudary besteht aus weißen Bohnen aus dem Lauragais (LingotBohnen), Gänseconfit, Schweinshaxe oder Schweineschulter, Wurst und Schwarte sowie einer Karotte, einer mit zwei Nelken gespickten Zwiebel und einem Bouquet garni. Das Cassoulet aus Carcassonne kann hingegen Rothuhn und ein Stück Schaffleisch enthalten. Der Legende nach geht der Ursprung des Gerichts auf die Besetzung von Castelnaudary während des Hundertjährigen Krieges zurück, als die hungrigen Dorfbewohner alle verfügbaren Nahrungsmittel zusammentrugen, um ein gigantisches Ragout für die Besetzten zuzubereiten. Nach dieser Kräftigung sollen sie die Engländer in die Flucht geschlagen haben. Diese recht patriotische und von dem Koch Prosper Montagné verbreitete Legende hält der Analyse jedoch nicht lange stand, denn die aus Südamerika stammenden Bohnen kamen erst im 16. Jahrhundert nach Europa. Sicher ist allerdings, dass dieses herzhafte, in einem Tontopf gekochte Ragout ein okzitanisches Gericht ist, das « aus Notwendigkeit von Bauern erfunden wurde, um lang geköchelte Reste in ein kräftigendes und sättigendes Gericht zu verwandeln », erklärt

Jean-Claude Rodriguez, ein Koch aus Carcassonne und Gründer der Académie Universelle du Cassoulet. Seit einigen Jahren erlebt das Cassoulet einen neuen Aufschwung, es wird mit mehr Sorgfalt gekocht und ist subtiler, als es erscheint. Während sich die Académie in Carcassonne wachsender Beliebtheit erfreut, wurde in Castelnaudary eine Route du Cassoulet ins Leben gerufen, an der sich

Bohnenerzeuger, Gastwirte, Winzer und Konservenhersteller beteiligen. Académie Universelle du Cassoulet. Tel. +33 468 71 09 53. www.academie-du-cassoulet.com Route du Cassoulet de Castelnaudary. Tel. +33 468 23 05 73. www.castelnaudary

Der Aligot,das Gericht der Aubrac mit Symbolcharakter In dieser Gegend mit von Steinmauern umgebenen Weiden ist dieses rustikale Gericht aus Kartoffeln und frischem Tomme-Käse entstanden. Der idyllischen Landschaft dieses Teils des Departements Lozère sollte man nicht trauen. Denn Schönheit geht hier Hand in Hand mit Strenge. Die Aubrac, ein Plateau auf einer Höhe von mehr als 1 000 m über dem Meeresspiegel, ist eine anspruchsvolle Gegend, die Kraft erfordert. Und der Aligot besitzt genau die stärkende Wirkung, die hier gefragt ist. Die Mönche der Aubrac servierten dieses Gericht, das ursprünglich mit Brotstücken und frischem Tomme-Käse zubereitet wurde und dessen Entstehung auf das 12. Jahrhundert zurückgeht, den Pilgern, die diese Bergregion durchquerten, um über die Via Podiensis nach Santiago de Compostela zu gelangen. Heute ist der Aligot ein einfaches Familiengericht, das mit Kartoffelpüree zubereitet wird, unter welches man Sahne, Butter, frischen Tomme-Käse und ein wenig Knoblauch rührt. Die Schwierigkeit besteht lediglich darin, den Dreh herauszubekommen und die nötige Geduld aufzubringen, um den Aligot so lange zu rühren und zu ziehen, bis er einem feinen Schleier gleicht. Ein spektakulärer Vorgang, den Spezialisten in Kochkesseln mit 30 kg Kartoffeln durchführen! Die Bezeichnung Aligot ist eine Ableitung des lateinischen Wortes aliquod mit der Bedeutung “etwas”. Und nach einem guten Aligot ist es eindeutig, dass man etwas Schweres im Magen hat! SUDDEFRANCE - 70 -


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KÖSTLICHKEITEN DIE MILDEN ZWIEBELN DER CEVENNEN

DiemildeZwiebelder Cevennenwurdemit dem Geschmackslabelfür bemerkenswerten Geschmackausgezeichnet Vor einigen Monaten wurde der milden Zwiebel der Cevennen offiziell das Qualitäts- und Geschmackslabel “Site remarquable du goût” verliehen, mit dem überliefertes Wissen der Erzeuger, die Qualität eines Produkts und der Reichtum eines kulturellen Erbes ausgezeichnet werden.

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hr perlmuttschimerndes, seidiges Aussehen unterscheidet sie von der herkömmlichen Zwiebel. Geschmort ist sie süßlich und saftig und entfaltet zartschmelzende Aromen von Kastanien, die ebenfalls in der Region wachsen. Die milde

Zwiebel der Cevennen, die an den Südhängen der Cevennen zwischen dem Mont Aigoual und der Garrigue des Languedoc angebaut wird, ist zu einem regelrechten Star geworden. In den 70er Jahren wurde sie von einigen wenigen Bauern vor dem Vergessen bewahrt, die sich zusammengeschlossen haben, um ihre qualitativ hochwertige Produktion zu sichern. 2003 erhielt sie die kontrollierte Herkunftsbezeichnung AOC und 2008 die die geschützte Herkunftsbezeichnung AOP. Die Auszeichnung zeugt von dem Bestreben der Menschen dieses Landstrichs, die Qualität traditioneller

Krapfen mit den milden Zwiebeln der Cevennen 500 g milde Zwiebeln der Cevennen AOP 125 g Kichererbsenmehl 1 Esslöffel Sesamkörner ½ Teelöffel Gewürze Ihrer Wahl 1 Prise Salz 1 Esslöffel feingehackter Koriander und 100 ml Wasser

Die Zwiebeln in Hälften und dann in Scheiben schneiden. Geschnittene Zwiebeln mit dem Salz vermischen und 5 Minuten ruhen lassen. Kicherbsenmehl, Sesamkörner, Gewürze und Koriander hinzufügen und vermischen. Unter Rühren Wasser hinzufügen und weiter vermischen bis eine zäher Teig entsteht. Bratfett erhitzen und esslöffelgroße Teigportionen in dem Fett 5-6 Minuten lang backen, ab und zu wenden. Wenn die Krapfen goldbraun sind, diese auf Küchenpapier abtropfen lassen und heiß servieren. SUDDEFRANCE - 71 -

Erzeugung zu erhalten und die Harmonie der Landschaft zu achten, deren Angelpunkt das kleine Dorf Saint-André-de-Majencoulesist, und in dem man seit mehr als einem Jahrhundert stolz auf die milde Zwiebel ist. Die Verleihung des Labels “Les terrasses de l’Aigoual, oignon doux des Cévennes AOP” an dieses für die Cevennen symbolhafte Produkt ist auch eine Anerkennung der Bedeutung ihres Anbaus für die Pflege der Landschaft. Die Zwiebeln werden auf den im Mittelalter auf verschiedenen Ebenen von Mönchen angelegten Terrassen angebaut, wo sie an den Südhängen von der Sonne und einer idealen Belüftung profitieren. Die von Trockensteinmauern eingefassten, rechteckigen Terrassen von einigen hundert Metern Größe sind prägend für das Landschaftsbild und garantieren das köstliche Aroma dieser berühmten Knolle. «Um ihren köstlichen Geschmack und ihre Herkunftsbezeichnung zu erhalten, muss sie auf granit- und schieferhaltigen Böden angebaut werden. Auf einem Kalboden würde dieselbe Zwiebel einen Teil ihrer Qualitäten einbüßen», erklärt ein Erzeuger. Zart und fein und dabei widerstandsfähig und aufstrebend wie jeder gute Einwohner der Cevennen sei die Zwiebel. Sie wird von Juli bis September geerntet und wird eingemacht, im Zwiebelkuchen Pissaladière oder als Grundlage von Gerichten verzehrt. Auch in Teig gebacken schmeckt sie ausgezeichnet!


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Das mit seinen halbwilden Naturlandschaften der Causses und den Dünengebieten bis vor fünfzig Jahren noch wenig bekannte Languedoc-Roussillon hat sich seinen Charakter bewahrt und ist heute ein Reiseziel, das seinesgleichen sucht. Außer dem klassischen Angebot an Unterkünften mit einer Vielfalt an Hotels und Gästezimmern verfügt die Region auch über eine Auswahl an luxuriösen Häusern, die unter dem Label „Cercle Prestige“ zusammengefasst wurden;

FARBEN

diese zeichnen sich durch ihre ServiceQualität und ihren bezaubernd schönen Rahmen aus. Das Wellnessangebot des Südens übertrifft wie die Orte und Landschaften alle Erwartungen und bietet Thalassotherapie und Pflegeanwendungen in traumhaften Spas. Von der Authentizität der Region zeugen die lebendige kulturelle Identität und die gelebten Traditionen. Das Kunsthandwerk und die Feste an einzigartigen Orten wie der Altststadt von Carcassonne oder das Amphitheater von Nîmes machen das Languedoc-Roussillonzu einem Synonym für Kreativität und Lebensfreude. Sportbegeisterte finden ein breites Angebot an Aktivitäten in freier Natur, vom Kitesurfen, Golf über Kanufahren bis zum Segeln, die Vielfalt ist unendlich !

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DIE BUNTE VIELFALT DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST

Von der Abstraktion zur Art modeste

BUNTE KULTUR

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ünstler wie Les Viallat, Dezeuze, Devade, Dolla, Bioulès und andere haben die 60er Jahre geprägt, und alle hatten es sich ausnahmslos zum Ziel gesetzt, das künstlerische Objekt durch ihr Spiel mit den verschiedenen Techniken, die sie zu dessen Gestaltung verwendeten, zu entmystifizieren. Zwanzig Jahre später gründeten Hervé und Richard Di Rosa, Combas, Blanchard, Boisrond bei Ben Vautier in Nizza die neue Bewegung La Figuration Libre (“Freie Figuration”). Weit entfernt von der konzeptuellen Kunst der anderen Künstler des Südens aus der Epoche der 60er Jahre hatte die berühmte Ausstellung “Finir en Beauté” (“In Schönheit sterben”), eine gemeinsame Ausstellung der Künstler Robert Combas und Hervé Di Rosa wie anderen, die im Jahr 1981 in einer Pariser Wohnung präsentiert wurde, die Geschichte dieser Bewegung besiegelt. Bilder im Rock-Stil oder arabistischen Stil, Scherenschnitte im Stil eines afrikanischen Matisse, Comics, Graffiti, eine absichtlich “rüde” oder “schlechte Malerei” (“bad painting”) erregten Aufsehen. Auf diese Weise sprengten sie nach Dubuffet die Grenzen der rohen Kunst, und im Fahrwasser von begründete Hervé Di Rosa die bescheidene Kunst und gründete das “Miam” - das “Musée International des Arts Modestes” (“Internationale Museum der Bescheidenen Künste”) in Sète. Seit 2002 erinnern die 17 Buntfenster der Kathedrale Villeneuvelès-Maguelone, signiert von dem Amerikaner Robert Morris, an die Erfindung des Konzepts der Anti-Form der 60er und 70er Jahre; eine Arbeit, die den 104 Buntfenstern der Abteikirche von Conques, die der Künstler Pierre Soulages zwischen 1987 und 1994 geschaffen hat, sehr ähnelt. Und möglicherweise hat er auch den Künstler Claude Villat inspiriert, der sich dann zwischen 1990 und 1996 der Restaurierung der Fenster der Kirche NotreDame-des-Sablons in Aigues-Mortes gewidmet hat. In Sérignan ergänzte der internationale Künstler Daniel Buren in den 2000er Jahren den Bau des modernen Theaters “La Cigalière” mit seinen externen Kunstwerken. Und diese Art von lebendiger Kunst erinnert nicht zuletzt auch an die Epoche der Avantgarde-Bewegung BMPT, in der der Künstler in den 60er Jahren mit Olivier Mosset, Michel Parmentier und Nièle Toroni assoziiert war. Die monochromen Bilder des Sèter Künstlers Pierre Soulages, die auf der Reflektion des Lichts und der Beschaffenheit einer schwarzen Oberfläche beruhen, wurden bereits im Pariser Centre Georges-Pompidou und im Museum der Eremitage in St. Petersburg ausgestellt, und seit 2007 ist dem Künstler auch im Musée Fabre in Montpellier dank einer Gabe von zwanzig Werke seiner Sammlung an die Stadt ein Raum gewidmet. Aber außer den Künstlern werden auch die Museen stets aufgewertet. Seitdem das “Musée de Sérignan” zum “Musée Régional d’Art Contemporain” – zum “Regionalen Museum der Zeitgenössischen Kunst” (MRAC) – geworden ist, gehört es neben dem “Musée de Céret”, dem “Centre Régional d’Art Contemporain” (“Regionalen Zentrum für Zeitgenössische Kunst” – CRAC) von Sète, dem “Carré d’Art” von Nîmes, dem “Fonds Régional d’Art Contemporain” (“Regionalen Fonds für Zeitgenössische Kunst”) und dem “Musée Fabre” von Montpellier zum Netz der großen und bedeutenden Museen der Region.

Für weitere Informationen scannen Sie diesen QR-Code mit Ihrem Smartphone oder verbinden Sie sich direkt auf der Website : www.sunfrance.com/musees

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BUNTE VIELFALT DER MUSEEN

Courbet und Soulages in Montpellier Die Architektur des Musée Fabre ist seit seiner Restaurierung im Jahr 2007, ebenso wie die hier ausgestellten Werke, eine Kombination von alter und zeitgenössischer Architektur. Das Musée Fabre umfasst Kunstwerke von der Renaissance bis in die heutige Zeit, mit 800 Gemälden, 900 Gravuren und über 3 000 Zeichnungen, die auf einer Fläche von über 9 000 m2 ausgestellt sind. Die Räume beherbergen Werke der großen Meister der europäischen Malerei wie Allori, Veronese oder Ribera, Werke von François-Xavier Fabre, Ingres, David sowie moderne, zeitgenössische Sammlungen - von Delacroix bis Courbet. Auch Impressionisten wie Bazille, Staël oder Van Dongen sind hier ausgestellt. Das Museum wurde um ein neues Gebäude bereichert, mit einer Glasfassade, die nachts beleuchtet ist; ein Gebäude ist den Werken des 20. Jahrhunderts, darunter den bedeutendsten Künstlern der Gruppe Supports/Surfaces und vor allem dem regionalen Künstler Pierre Soulages (Foto), der im Übrigen mit der Konzeption der Gebäude selbst beauftragt war, sowie dem Künstler Simon Hantaï gewidmet.

Musée Fabre, 39, boulevard Bonne-Nouvelle, Montpellier. Tel. +33 (0) 4 67 14 83 00

Vom CRAC bis zum MIAM in Sète:

Die junge Kreation im FRAC

Das “Centre Régional d’Art Contemporain“, das als Ort der Forschung und des künstlerischen Schaffens konzipiert wurde, hat sich die Kreation und die Verbreitung von zeitgenössischer Kunst zur Aufgabe gemacht. Es präsentiert seine Tätigkeit mit einem jährlichen Programm an Ausstellungen, Veröffentlichungen und Vorträgen für ein möglichst breites Publikum. Hier finden die ersten Ausstellungen einer Reihe von Künstlern statt - ein wesentliches Bindeglied in der lokalen Szene der zeitgenössischen Kunst. Das Programm wird abgerundet durch Vorträge, Ausstellungen und Begegnungen. Die Stadt Sète verfügt auch über das “Musée International desArts Modestes” (MIAM), eine ungewöhnliche und erfrischende Interpretation der marginalen und populären Kunst von Bernard Belluc und dem einheimischen Künstler Hervé Di Rosa.

Nach “Chauffe Marcel !” im Jahr 2006, “La dégelée Rabelais” 2008 und “Casanova forever” 2010 plant das FRAC seine nächste große regionale Wanderausstellung für 2012. Alle zwei Jahre initiiert das FRAC eine zugleich regionale und thematische Sommerausstellung. Über diese Veranstaltung hinaus, das in einem Netz von Ausstellungsorten in der gesamten Region präsentiert wird, verfügt das FRAC über eine öffentliche Sammlung der zeitgenössischen Kunst, deren Anliegen die Unterstützung und Verbreitung des künstlerischen Schaffens ist. Somit entsteht hiermit ein jährliches Programm mit Ausstellungen über die Kunst von heute und die junge Kreation im Innenraum und Außenbereichen. Diese Sammlung von rund tausend Werken, die die Aktualität der Kunst der heutigen Zeit repräsentiert, vereint Künstler aller Nationalitäten.

CRAC-LR, Centre Régional d’Art Contemporain Languedoc-Roussillon, 26, quai Aspirant-Herber à Sète. Tél. 04 67 74 59 57 MIAM, Musée International des Arts Modestes, 23 quai Maréchal-de-Lattrede-Tassigny à Sète. Tél. 04 99 04 76 44 www.crac.lr.free.fr - Tél. 04 67 74 94 37 www.miam.org - Tél. 04 99 04 76 44

FRAC-LR, 4-6, rue Rambaud et FRAC-LR, 12, rue Castillon, Montpellier. www.fraclr.org

Von Picasso bis zu Tapiès in Céret Das “Musée de Céret”, das auf die Gründung der beiden Maler Franck Burty und Pierre Brune im Jahre 1948 zurückgeht, ist aus der Modernen Kunst entstanden. Vorrangig sind hier Werke von Picasso und Matisse ausgestellt. Doch erst mit der Übernahme durch Claude Massé im Jahre 1966 nahm das Museum seine echte Wende hin zur zeitgenössischen Kunst. Dieser hatte während der drei Jahre, die er der Leiter des Museums war, eine Ausstellung veranstalt, die sehr junge Künstler in den Vordergrund stellen sollte. Als das Museum 1987 renoviert wurde, zeichneten sich bei der Wahl der Kunstwerke des neuen Komplexes zwei Haupteinteilungen ab. Die aktualisierte Sammlung sollte sich künftig einer wissenschaftlichen und kulturellen Überlegung über die Perioden der Künstler in Céret und deren Interesse am Verfassen der “Bilderseiten” der Stadt widmen, während die restaurierte historische Sammlung um die Epoche von 1910 bis 1950 mit in Céret geschaffenen Werken bereichert wurde. Hier sind heute die Malereibewegungen Südfrankreichs mit Künstlern wie Vincent Bioulès, Daniel Dezeuze oder Claude Viallat vertreten. Außerdem sind hier große und berühmte Namen der katalanischen Malerei wie Tapiès, Brossa, Perejaumees ausgestellt

Musée d’Art Moderne de Céret, 8, bd Maréchal-Joffre, Céret. Tel. +33 (0) 4 68 87 27 76. www.musee-ceret.com SUDDEFRANCE - 75 -

Das “Carré d’Art” von Nîmes Ist auf der letzten Etage des sehr eleganten Gebäudes gegenüber vom Maison Carré eingerichtet, das eine Konzeption des britischen Architekten Lord Norman Foster ist; die Sammlung dieses Museums der Zeitgenössischen Kunst ist rund um eine Ausstellungsfläche angelegt, die Werke von den 60er Jahren bis in die heutige Zeit umfasst. Die drei Hauptthemenbereiche umfassen einen großen Überblick über die französische Kunst und ihre Bewegungen, die mediterrane Kunst und schließlich die angelsächischen und germanischen Strömungen – mit insgesamt rund 400 Werken. Das Museum präsentiert das ganze Jahr über ständig wechselnde Ausstellungen.

Carré d’Art, Musée d’Art Contemporain, 16, place de la Maison-Carrée, Nîmes. Tel. +33 (0) 4 66 76 35 70

Moderne Kunst in Sérignan In Sérignan ist die zeitgenössische Kunst allgegenwärtig, angefangen mit dem modernen neuen Bau des Theaters “La Cigalière“, dessen Außenbereich in Zusammenarbeit mit dem Architekten Nicolas Guillot mit Werken des zeitgenössischen Künstlers Daniel Buren gestaltet wurde. Das “Musée d’Art Contemporain“ von Sérignan wurde im Jahr 2010 zum Rang eines “Regionalen Museums“ erhoben. Es bietet dem Besucher einen Einblick in das künstlerische Schaffen der Epoche der 60er Jahre wie der zeitgenössischen Periode, wobei Perioden wie die abstrakte Landschaftsmalerei, Bewegungen wie La Figuration Libre, Supports/Surfaces, die konzeptionelle Kunst und die Künstlerszene von heute besonders hervorgehoben werden. Das Museum erstreckt sich über eine Ausstellungsfläche von 2 500 m2, auf der ständige Sammlungen und wechselnde Ausstellungen präsentiert werden. Die Fläche ist rund um ein Kabinett der graphischen Künste, einen VideoRaum, experimentelle Vitrinen, einen Salon mit Bibliothek und einen Buch-u Andenkenladen herum konstruiert.

MRAC, Musée Régional d’Art Contemporain Languedoc-Roussillon, 146, avenue de la Plage, Sérignan. Tel. +33 (0) 4 67 32 33 05


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BUNTE VIELFALT DER MUSEEN

Das “Musée des Beaux-Arts” in Nîmes

Dieses Museum in der Nähe des Amphitheaters erinnert mit Werken von Bassano und Lelio Orsi an die italienische Kunst des 14. bis 18. Jahrhunderts. Es beherbergt flämische und holländische Gemälde aus dem 16. und 17. Jahrhundert von Rubens, Fabritius, Coeke sowie französische Malereien aus dem 17. bis 19. Jahrhundert von Subleyras, Sigalonet oder Delaroche. Das Atrium zeigt Gemälde aus dem Zyklus der Geschichte von Mark Anton und Kleopatra von dem Künstler Charles Natoire (18. Jh.). Außerdem beherbergt das Museum auch das wunderschöne römische Mosaik “Les Noces d’Admète”, das im Jahre 1883 in Nîmes entdeckt wurde. Auch unbedingt anzusehen: die FoulcMadonna, eine Madonna aus Keramik von Andrea della Robbia aus dem 15. Jahrhundert.

Musée des Beaux-Arts - Rue de la Cité-Foulc, Nîmes. Tel. +33 (0) 4 66 67 38

Das “Musée Fleury” in Lodève Lodève, die alte Tuchmacherstadt, bietet das Musée Fleury, das in einem alten Patrizierhaus, dem einstigen Haus von Cardinal Fleury, Hofmeister von König Ludwig XV., untergebracht ist. In den letzten Jahren ist das Museum für seine Sommerausstellungen bekannt geworden. Das Museum hat seine Räumlichkeiten für zahlreiche wechselnde Ausstellungen zur Verfügung gestellt, darunter Sonia Delaunay, Kees Van Dongen, mit denen diese Veranstaltung erstmals eingeführt wurde. Als ständige Sammlung zeigt das Museum eine Ausstellung in zwei Teilen, zum einen bestehend aus Sammlungen, die die Stadt Lodève ab der Zeit vor 540 Millionen Jahren bis zur gallo-römischen Periode zeigen, und zum anderen eine Sammlung aus Werken zeitgenössischer Künstler.

Musée Fleury, square Georges-Auric, Lodève Tel. +33 (0) 4 67 88 86 10

Das “Musée Fayet” und das “Musée du Biterrois” in Béziers Das “Musée du Biterrois”, ein Museum der Geschichte, Archäologie und Ethnologie, das in der ehemaligen Kaserne Saint-Jacques aus dem 18. Jahrhundert eingerichtet ist, erzählt die gesamte Geschichte von Béziers, vom Altertum bis in die Neuzeit. Zwei weitere Museen, die in stattlichen Patrizierhäusern eingerichtet sind - das “Musée Fayet’ und das “Musée Fabrégat” beherbergen alte Malereien. Das “Musée Fayet” zeigt eine Sammlung der modernen Kunst, die einst Jean Moulin gehörte und die unter anderem Werke von Chirico, Soutine und Dufy umfasst. Das “Musée Fabrégat” präsentiert Skulpturen von Jean-Antoine Injalbert (1845-1933), gebürtig aus Béziers.

• Musée du Biterrois, Caserne Saint-Jacques, rampe du 96e, Béziers Tel. +33 (0)4 67 38 81 61 • Hôtel Fabrégat, Place de la Révolution, Béziers, Tel. +33 (0) 4 67 28 38 78 • Hôtel Fayet, rue du Capus, Béziers Tel. +33 (0) 4 67 49 04 66

Das “Musée Aristide-Maillol” Der Künstler Aristide Maillol - gebürtig im Jahre 1861 in Banyuls - ist für seine Skulpturen von Frauen mit galanten, großzügigen Formen bekannt. Zu seinen Werken gehören die Statue “La Méditerranée” (siehe Foto gegenüber), aber auch Keramiken, Bronzeskulpturen und zahlreiche Gemälde. Ein Besuch der Meierei des Künstlers, die auf einem einsamen Bauernhof im Tal der Roume in Banyuls-sur-Mer eingerichtet war – führt von seinem Atelier zu seinem täglichen Leben. Etwa vierzig Bronze-und Terracotta-Statuen sowie Gemälde und Zeichnungen sind hier ausgestellt. In Banyuls kann der Besucher sein Werk “La jeune fille allongée” (“Das liegende Mädchen”), und in der Allee, die seinen Namen trägt, das Friedensdenkmal hinter dem Rathaus bewundern.

Musée Maillol - Vallée Roume in Banyuls-sur-Mer - Tel. +33 (0)4 68 88 57 11 SUDDEFRANCE - 76 -

Und außerdem… Zahlreiche Museen widmen sich der Geschichte der Region. In Mialet in den Cevennen erwartet Sie das Museum Musée du Désert und lässt in dem Geburtshaus eines Kamisardenchefs den Krieg der Hugenotten gegen die königliche Armee aufleben. In dreißig Kilometern Entfernung, in Saint Jean de Valériscle, zeigt das Wappenmuseum Hunderte von historischen Wappen, Waffen, Rüstungen und Wappenrollen. Das in den Pyrenäen des Aude gelegene Museum Quercorb ist der Geschichte und der Wirtschaft der Umgebung gewidmet und erweckt die Troubadoure mit ihrer mittelalterlichen, volksnahen Musik wieder zum Leben. Weiterhin können Modelle der berühmten Katharerburg von Puivert besichtigt werden. Das Museum für Vorgeschichte in La Cauna de Belvis zeigt Zeugnisse aus der Altsteinzeit, die in den Höhlen von Sault gefunden wurden. Im Museum der Cerdagne kann man mit temporären Ausstellungen die facettenreiche Geschichte und Identität der Region der Cerdagne erkunden. In Dorres widmet sich das Granitmuseum dem Leben der Steinmetze. Und diese Liste ist noch längst nicht vollständig!

• Das Kamisardenmuseum Musée du Désert Le Mas Soubeyran in Mialet (Gard). Tel. +33 (0)4 66 85 02 72 • Musée du blason. Rue de la Tournelle in SaintJean-de-Valériscle (Gard). Tel. +33 (0)4 66 25 65 42 • Musée du Quercorb in Puivert (Aude). Tel. +33 (0)4 68 20 80 98 • Musée de la Préhistoire in La Cauna Belvis (Aude). Tel. +33 (0)4 68 20 37 62. • Musée Cerdagne. Cal Mateu in Sainte-Léocadie (PyrénéesOrientales). Tel. +33 (0)4 66 04 08 05 • Musée du Granit in Dorres (Pyrénées-Orientales). Tel. +33 (0)4 68 04 60 69. • Musée des Beaux-Artsin Perpignan. Tel. +33 (0)4 68 35 43 40. • Musée d’art Moderne in Collioure, Villa Pams (Pyrénées-Orientales). Tel. +33 (0)4 68 82 10 19. • Le Musée Pierre-André-Benoit in Alès (Gard). Tel. +33 (0)4 66 86 98 68.


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BUNTE FESTE

Im Süden tanzt man durch das Leben! Die sonnige Region des Languedoc-Roussillon ist ein Schmelztiegel der Kulturen und bietet das ganze Jahr über zahlreiche kulturelle Events. Im Sommer wird die Region zum Gastgeber unzähliger Festivals, die die Kultur im Rahmen einzigartiger Orte in vollem Glanz erstrahlen lassen. Das majestätische Amphitheater der Arenen von Nîmes, die Altstadt von Carcassonne, der Zauber des Théâtre de la Mer in Sète und der Hof des Herzogspalastes Duché in Uzès sind nicht zu übertreffen. Unzählige einzigartige Orte für einzigartige Augenblicke. In dieser Saison wird die Umgebung des Golfe du Lion zum größten Veranstaltungsort Frankreichs. Veranstaltungen aller Art sind auf dem Programm, von französischen Chansons, Lyrik,Tanz und Techno über Theater, Operette, Jazz und Rock bis hin zu Reggae und humorvollen Darbietungen. Rund hundert Festivals geben den Rhythmus des Sommers vor und zeugen davon, das der Süden ein wahres Land der Gastfrendschaft ist.

Radio France Montpellier, ein Muss! Dieses große Festival der klassischen Musik ist für alle Musikfreunde unumgänglich geworden, denn es bietet alles – vom Jazz über klassische Musik bis hin zu Electro und Musik aus aller Welt. Jedes Jahr im Monat Juli hebt es die Stadt Montpellier auf eine einzigartige musikalische Ebene empor, die meist noch nicht ihresgleichen gefunden hat. Einen Monat lang finden im Großraum Montpellier, in der Stadt selbst und in der “Domaine d’O” zahlreiche Veranstaltungen statt. Das Programm ist gespickt mit Vorträgen, Begegnungen und Musikfilmvorführungen in ganz Montpellier, und bisweilen über seine Grenzen hinaus.

www.radiofrancemontpellier.com

Montpellier, für musikfreunde

Nîmes - Ein Festival der zeitgenössischen Musik

Dieses Festival ist in seinen dreißig Jahren des Bestehens in der Geschichte des Tanzes weitgehend bekannt geworden, weil es sich mit markanten Choreographen hat assoziieren können. Als eines der ältesten Festivals der Stadt glänzt es durch sein sorgfältig ausgewähltes und eklektisches Programm. Beim Festival “Montpellier Danse” standen immer sehr stark das Thema AIDS, die 80er Jahre, die Gestik von Merce Cunningham oder Pina Bausch, der konzeptuelle Tanz, der “Nicht-Tanz” und die Bagouet-Jahre im Mittelpunkt. Die diesjährige Ausgabe des Festival, das nunmehr seit dreißig Jahren läuft, steht unter dem Thema Zirkus.

Seit vierzehn Jahren hat das Festival von Nîmes sich ein kleines Ansehen in der Welt der Großveranstaltungen erworben, und das nicht nur, weil es in einem außergewöhnlichen Rahmen, dem Amphitheater von Nîmes, stattfindet, sondern auch, weil es die Begegnung der zeitgenössischen Musik ist und alle Stile vertreten sind. So waren hier bereits berühmte Namen wie Bjork, Placebo und David Bowie vertreten, sodass diese Veranstaltung mittlerweile zu den unumgänglichen Begegnungen unter dem sommerlichen Sternenhimmel des Départements Gard gehört.

www.montpellierdanse.com

www.festivaldenimes.com

Musik aus aller Welt in Sète Im Théâtre de la Mer, einer ehemaligen, zu einem Amphitheater umgebauten Militärfestung am Fuße des Mont Saint-Clair am Meer, ist eine frische Brise garantiert! Von Juni bis August reihen sich die Festivals aneinander und wecken Begeisterung und Lebenslust. In dem einzigartigen Rahmen und in einem stets entspannten Ambiente eröffnen die erfinderischen Künstler das Festivals « Quand je pense à Fernande » mit dem Festival des französischen Chansons traditionell im Juni die Saison. Es folgt das Jazzfestival in Sète im Juli mit seinem stets lohnenswerten Programm. Den Reigen schließt dieFiest’A in Sète mit ihrer mitreißenden, begeisternden Weltmusik (Foto). www.quandjepenseafernande.fr - www.fiestasete.com - jazzasete.com SUDDEFRANCE - 77 -

Das Gesicht der Welt in Perpignan Innerhalb von 23 Jahren ist das “Visa pour l'image” - Festival in Perpignan zum Eldorado des Fotojournalismus geworden. Die Begegnungen und Auszeichnungen für die besten Clichés des Jahres werden ergänzt durch Fotoausstellungen und Vorführungen im berühmten Kreuzgang des Campo Santo. In der ganzen Stadt laden die Einrichtungen zur Entdeckung des (bisweilen grauenhaften!) aktuellen Geschehens in aller Welt ein. Die meisten Veranstaltungen im Rahmen dieses Festivals finden im Kloster “Couvent des Minimes” statt; einige finden aber auch im Palais des Corts, Le Castillet oder in der Dominikanerkirche statt. Somit bietet dieses Festival die Gelegenheit, die größten zeitgenössischen Fotoreporter kennenzulernen. Die Ansicht von bisweilen so düsteren Clichés wie von Santley Greene, der auf Konfliktgebiete spezialisiert ist, von Alexandra Boulat und ihren Kriegsreportagen oder die poetischen Bilder von Willy Ronis laden zum Nachdenken über die Geschichte unseres Jahrhunderts ein.

www.visapourlimage.com

Carcassonne, einfach umwerfend Als größtes Event im LanguedocRoussillon erwartet Sie das Festival von Carcassonne, das jedes Jahr von Juni bis August stattfindet. In jedem Fall ist es das längste Festival der Region. Das Programm bietet schon immer die unterschiedlichsten Genres, von der klassischen Oper über zeitgenössischen Tanz bis hin zu Theater- und Zirkusvorstellungen. In dieser ereignisreichen Zeit kommen jeden Abend die bekanntesten Künstler und die unterschiedlichsten Nationalitäten zusammen.

www.festivaldecarcassonne.fr


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BUNTE TRADITIONEN

BUNTE SARDANA

Die Sardana, die Königin des Balls

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ieser traditionelle Tanz, Symbol der Einheit und des Zusammenhalts der Katalanen, hat die Jahrhunderte überdauert. Alle Bälle im Roussillon, die dieses Namens würdig sind, bieten dem öffentlichen Publikum eine Sardana, die nach allen Regeln der Kunst ausgeführt wird. Wer ist nicht schon einmal am späten Nachmittag bei einem lokalen Fest auf dem Dorfplatz einem Kreis von Tänzern begegnet, die sich Hand in Hand, die Arme hoch, langsam, in kleinen Schritten, drehen… Traditionnell werden die Tänzer von einer Musikgruppe, “la cobla” genannt, begleitet, die aus einem flaviol (Art Flöte), einer Trommel und mehreren Blasinstrumenten besteht. Die berühmte Sardana, das ist der Tanz der Katalanen. Manche behaupten, er habe seine Ursprünge im griechischen Altertum. Experten haben jedoch Zeugnisse aus dem 14. Jahrhundert gesammelt, in denen dieser berühmte Rundtanz, der heute für die Kultur des Roussillon so typisch ist, beschrieben wird. Im 17. und 18. Jahrhundert war dieser Tanz bei der lokalen Aristokratie und der Aristokratie von Nordspanien sehr begehrt. Während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geriet er auf der französischen Seite ein wenig in Vergessenheit. Aber paradoxerweise wurde die Tradition unter der Diktatur Frankos, von 1940 bis 1975, wieder lebendiger, denn er hatte sie verboten. Dieses ausgeprägte Symbol der katalanischen Kultur galt als ein Affront gegen die spanische nationale Identität. Somit lebte die Tradition auch im französischen Katalonien zur gleichen Zeit, im Anschluss an die “Retirada“, wieder auf. Ihr Symbol der Einheit und des Zusammenhalts hat sich verstärkt. Heute ist die Tradition der Sardana, auch wenn sie zur Kategorie der Volkstänze gehört, lebendiger denn je.

Für weitere Informationen scannen Sie diesen QR-Code mit Ihrem Smartphone oder verbinden Sie sich direkt auf der Website : www.sunfrance.com/traditions

SUDDEFRANCE - 78 -


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BUNTE DAS LANZENSTECHEN - TAMBOURIN - DRAC

Lanzenstechen nach Tradition des Languedoc - titanische Kämpfe!

Seit der Einweihung seines Hafens im Jahre 1666 ist Sète (Hérault) alljährlich im Sommer Schauplatz des großen Lanzenstechens auf dem Wasser geworden. Rund um den “Cadre Royal” (den Hauptkanal der Stadt) sind die Turniere nach wie vor Begegnungen zwischen unentwegten Einheimischen und Neulingen, die von diesem Schauspiel mit zwei gegnerischen Booten alle ganz in den Bann gezogen werden, wenn sie zu den Klängen von Oboen und Trommeln, die in ihrem Bug gespielt werden, zum Kampf gegeneinander anlaufen. Ganz in weiß, mit geschärfter Lanze und dem Schild fest angelegt, stehen die beiden Gegner oben auf der verlängerten Spitze ihres Bootes und treten so vor der erregten Menge in den Kampf, bis einer von ihnen ins Wasser fällt. Der Sieger ist offensichtlich derjenige, der es nach dem Kampf geschafft hat, oben zu bleiben. Traditionsgemäß soll vor jedem Turnier auch eine Prozession der Lanzenstecher stattfinden. So stehen die Straßen von Sète, wenn der Umzug der Teilnehmer mit ihren Canotier-Hüten und mit den Lanzen in der Hand vorbeizieht, ganz im Zeichen dieser alten Tradition. Doch seinen Höhepunkt erreicht dieses durch und durch südfranzösische Volksfest mit dem Grand Prix von Saint Louis, der seit seiner Gründung im Jahre 1743 jedes Jahr Ende August stattfindet und mit dem großen Turnier der “lourds” (der “Schweren”) endet, wobei der Name des Siegers auf einem Schild, im Lanzenraum des Musée Paul Valéry, eingraviert wird. So finden sich an diesem Tag, der in der Lagunenstadt Sète ein Feiertag ist, zu beiden Seiten des Kanals über 10 000 Zuschauer ein, die dieses Ereignis feiern und den heldenhaften Kampf hautnah miterleben. Nach dem Beispiel von Mèze oder Marseillan besitzt auch Le Graudu-Roi seine eigene Lanzenwerferschule, und zwar für Kinder. Zwischen Meer und Binnensee wird diese heimische Tradition auch in der Camargue gefeiert, insbesondere im Rahmen des Fests des Meeres im Juni. Somit repräsentieren die Lanzen, weit mehr als nur ein reiner Sport, einen Aspekt der Identität des Languedoc, der tief in der Kultur dieses Mittelmeerraums verwurzelt ist.

“Tambourin” - ein Spiel zwischen Tennis und “Jeu de Paume” Das “Tambourin”-Spiel, das im Härault seit Mitte des 19. Jahrhunderts sehr beliebt ist, ist eine sportliche Disziplin, deren Ursprünge bis aufs 12. Jahrhundert zurückgehen. Diese Disziplin, die sich aus dem Jeu de Paume entwickelt hat, ist eine Ballsportart, die dem Tennis ähnlich, aber dennoch komplexer ist. Die Teams bestehen aus jeweils fünf Spielern und begegnen sich auf einem Platz ohne Netz; das Ziel des Spiels besteht darin, den Ball so zu platzieren, dass der Gegner es nicht schafft, ihn zurückzugeben. Dieses ist ein weißer oder roter Gummiball mit einem Gewicht von 78 Gramm, der eine Geschwindigkeit von 250 km/h erreichen kann… Die Spieler haen einen Tambourin, dessen Rahmen ursprünglich aus Holz war und der von Küfern aus Mèze gefertigt wurde; er hat einen Durchmesser von 28 Zentimetern und einen Griff aus Leder; dieses Objekt wird als Schläger eingesetzt. Somit erfordert dieses Spiel Geschick und schnelles Reaktionsvermögen. Das Spiel ist eine echte Sportart, die in Orten wie Pignan, Pézenas oder Gignac sehr verbreitet ist; es gibt auch einen Verband und Meisterschaften, bei denen die Einheimischen aus dem Hérault die größte Teilnehmerzahl ausmachen, denn das Département zählt 85 % der 5 000 in Frankreich gezählten Betreiber dieses Sports! Seit jüngster Zeit gibt es sogar eine sogenannte “tambourithèque” - einen Kodex, um die Regeln und Geschichte dieses Spiels zu erklären.

Tambourithèque de Gignac, 100, chemin Galtier. Tel. +33 (0) 4.67.42.50.09 SUDDEFRANCE - 79 -

Ein Drache in den Straßen von Beaucaire Im Monat Juni schallen die Schreie von Kindern, die von dem Ungeheuer zugleich erschrocken und fasziniert sind, durch die Straßen von Beaucaire (Département Gard). Denn man sagt, der “Drac”, so sein Name, sei eine beeindruckende Bestie! Der Legende nach, die auf das 12. Jahrhundert zurückgeht, soll ein Drache sich den Menschen unsichtbar gemacht haben und Mädchen und Jungen verschlungen haben, die das Pech gehabt hatten, dem Ufer zu nahe zu kommen, und die Ufer der benachbarten Rhöne unsicher gemacht haben. Doch eines Tages habe er sich einer jungen Frau angenähert, die ihre Wäsche wusch. Er habe sie ergriffen, um sie zur Ziehmutter seines Weibchens zu machen, das gerade ein Drachenbaby zur Welt gebracht hatte. Sieben Jahre lang habe die junge Frau sich um den Drachen gekümmert, doch

eines Tages, nachdem sie sich zufällig die Augen mit der Salbe gerieben habe, die sie auf das Tier hätte auftragen sollen, habe sie das Ungeheuer plötzlich sehen können. Befreit sei sie nach Hause in ihre Stadt Beaucaire heimgekehrt. Eines Tages, als sie den Drachen auf dem Marktplatz von Beaucaire erblickt habe, sei sie hinaus gegangen, ihn zu begrüßen. Der Drache, irritiert, dass er vor ihren Augen nicht mehr unsichtbar war, habe ihr dann einen Hieb mit der Pranke verpasst und sei wieder im Fluss untergetaucht, und so ward er nimmermehr gesehen und hatte fortan keinen Menschen mehr verschlungen... Jedes Jahr begleiten die Kinder, mit Laternen in der Hand, die Umzüge des Monsters aus Pappmaschee durch die Straßen der alten Marktstadt, die im 17. Jahrhundert mit ihrem Magdalenenmarkt eine internationale Ausstrahlung hatte.


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BUNTE SANCH - GEVAUDAN - GARGANTUA

Wenn in Langogne Fiktion und Tradition nach Lust und Laune vermischt werden…

Die “Sanch”- Prozession: ein Tribut an die Passion Christi

Die Prozession der Sanch, die in Katalanien jedes Jahr am Karfreitag stattfindet, ist ein beeindruckendes Ereignis. Sie findet in Perpignan, Collioure und Arles-sur-Tech statt. Diese Tradition hat sich seit dem Jahre 1416 mit derselben Inbrunst fortgesetzt und ist ein Tribut an die Passion Christi. Sie verdankt ihre Ursprünge dem spanischen Dominikaner St. Vincent Ferrier. In jenem Jahr wurde in der Kirche Saint-Jacques in Perpignan die Bruderschaft des “Kostbaren Blutes unseres Herrn Jesus Christus” (“Précieux Sang Notre Seigneur Jésus-Christ”), auch “Sanch” genannt, gegründet. Diese beruht auf drei Zielen: der Perfektionierung der frommen Praktiken ihrer Mitglieder, dem Gedenken an die Passion Christi und der Hilfe für die zum Tode Verurteilten. Historisch hatten die Mitglieder der Bruderschaft es zur Aufgabe, die Verurteilten, die leicht der Einsamkeit zum Opfer fallen konnten, vor ihrer Hinrichtung zu unterstützen. So begleiteten sie, in demselben Habit gekleidet wie sie selbst, bis zum Schaffott; dieses nannte sich “Caperutxa” und war ein langes schwarzen Gewand mit einer spitzen Kaputze. Das Ziel: jegliches öffentliche Lynchen zu verhindern. Heute tragen die Mitglieder der Bruderschaft bei der Prozession scharze und rote Caperutxas, um die Büßer und Verurteilten zu repräsentieren. Im Verlauf der gesamten Prozession tragen sie auf ihren Schultern die “Misteris”, lebensgroße Darstellungen der einzelnen Szenen der Passion. Und sie defilieren zu den Klängen der “Goigs”; das sind Gesänge, die dem Leiden der Jungfrau Maria und dem Christus gewidmet sind. Eine beeindruckende Tradition !

Die Legende der Bestie des Gévaudan - Erzählung über eine ausgeprägte wilde Natur

Im Jahre 1764 wurde ein junges Mädchen im Alter von vierzehn Jahren von einer wilden Bestie in Hubacs, ganz in der Nähe von Langogne (Lozère) getötet, gefolgt von etwa hundert weiteren Todesfällen, die im Osten des Gévaudan vermutet wurden und die das gesamte Gebiet erschreckten und in Aufruhr versetzten.Während die Untersuchung der geköpften und ausgebluteten Leichen recht ungewöhnliche Verletzungen von Fleischfressern ergaben, zeichneten die königlichen Behörden das Porträt eines Tieres von der Größe eines jungen Stiers, “der den Gévaudan heimsuchte”, wobei er hauptsächlich Frauen und Kinder angegriffen und zu seiner Beute gemacht haben musste. Darauf gingen die verrücktesten Gerüchte über die Natur dieser wilden Kreatur um: von einem wütenden Werwolf bis hin zur Hypothese eines Komplotts mit einer Hyäne, die von denjenigen von Rang und Namen im Lande aufgestellt wurde… nichts schien ausgeschlossen. Trotz der von Drachen angeführten Treibjagden geschahen die Massaker noch über drei Jahre lang und wurden von den Würdenträgern der Kirche einer Plage gleichgestellt. Die wilde Bestie soll am 20. Juni 1767 schließlich offiziell vom Jäger Jean Chastel erlegt worden sein. Über zahlreiche Stiche der Epoche hinaus ist diese Geschichte durch ihren ausgeprägten, ungewöhnlichen Charakter zu einer Legende geworden (so sehr, dass als Sinnbild für das Wappen von Paulhac-en-Margeride sogar zwei Wölfe gewählt wurden). Die Geschichte der Bestie des Gévaudan, die ans Fantastische grenzt, wurde im Laufe der Jahrhunderte vor allem mündlich überliefert und wurde überall im Lozère in zahlreichen bedeutenden Darstellungen repräsentiert. Neben der Stele, die zu Ehren von Jean Chastel in seinem Heimatdorf La Besseyre-Saint-Mary errichtet wurde, wird die schreckliche Legende auch in einem Museum über die Bestie des Gévaudan in Saugues erzählt, und in den Städten des Départements thronen zahlreiche Statuen mit dem Bildnis des Tieres, so in Marvejols, in die es allerdings nie eingedrungen ist. Darüber hinaus ist die so faszinierende Legende dieser Bestie auch zum Gegenstand mehrerer literarischer Werke und Kreationen mit Ton und Bild geworden. Im Juli ist sie auch das Thema der theatralisierten Wanderungen in der Gemeinde Langogne. SUDDEFRANCE - 80 -

Seit 1884 wird in der Gemeinde Langogne (Lozère) an jedem letzten Wochenende im Juni de Gargantua, der nimmersatte Riese aus dem gleichnamigen Roman von Rabelais, gefeiert. Denn man glaubt, dass dieser ungeschickte Demiurg die Erde durch seinen Auftritt so gerüttelt und geschüttelt haben soll, dass heute noch in ganz Frankreich unauslöschliche Ortsnamen vorhanden sind. Doch im Lozère, und insbesondere rund um Langogne (Nordosten des Départements) sind die Spuren seines legendären Auftritts noch allgegenwärtig, so in Grizac, wo er aus dem Kalkschlamm, der auf den Causses an seinen Riesenschuhen hängengeblieben sein soll, kleine Inselchen geformt haben soll; in Villeneuve sollen die Steine des Riesen keine anderen sein als die, die er unter den Armen getragen haben muss, und in den Gorges du Tarn soll die Höhle von Rocheblave entstanden sein, nachdem er den Boden mit einer Säule geprüft haben soll, die er gerade von den Felsen abgebrochen hatte. So war es ganz natürlich, dass die Bewohner des Lozère diesem zugleich tollpatschigen und fantastischen Riesen, der aber dennoch auch ein wenig Topograph war, seine Ehre erweisen. So steht der imaginäre Gargantua jedes Jahr im Juli bei einem heiteren und lebendigen Fest mit Mittelaltermarkt, Folkloregesang, einem Umzug in den Kostümen der Epoche und Vorführungen des Handwerks jener Zeit im Mittelpunkt. Somit ist dieses Fest eine Mischung von Fiktion und Wirklichkeit, insbesondere bei den nächtlichen Essen in geselliger Atmosphäre - ein wahrhaftes Tribut an diesen einzigartigen Helden, der durch das Ohr seiner Mutter in die Welt gekommen sein soll… bei einem Bankett!

Office du Tourisme Langogne. Tel. +33 (0) 4 66 69 01 38


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BUNTE CORRIDA - BOUVINE

Ein sorgfältig gepflegtes Ritual und heiße Feste Zwar gehen die ersten Corridas (Stierkämpfe) in ihren Anfängen aufs 9. Jahrhundert zurück, als sie im Rahmen der von den Königen der iberischen Halbinsel gehaltenen Feste veranstaltet wurden, doch handelt es sich um ein Ereignis, das sich im Laufe der Jahrhunderte stets weiterentwickelt hat. Im Languedoc erschien die Corrida erstmals im 19. Jahrhundert, und seither erweckt sie die Begeisterung eines immer eifriger gewordenen Publikums, umsomehr als die feria vor allem ein Straßenfest ist. Die ferias, die seit April 2011 ein fester Bestandteil des kulturellen Erbes des Languedoc sind, finden meist im Frühjahr und im Sommer in den Départements Gard und Hérault, aber auch in den östlichen Pyrenäen statt. Bei diesen Festen, die Höhepunkte des lokalen Lebens sind, stehen die Pferde und die Stiere eine Woche lang ganz im Mittelpunkt: in Nîmes finden sich die Zuschauermengen zu Pfingsten und zur Weinlese zur großen feria in den Straßen ein, ebenso wie in Béziers, Céret, Palavas oder Alès. So werden diese Tage, die ganz im Zeichen des bunten, lebendigen Treibens stehen, minutiös ritualisiert: die corrida findet am späten Nachmittag für die Liebhaber in

Der Stier im Mittelpunkt der Traditionen Die “Bouvine” ist nichts anderes als die generische Bezeichnung, die alles zusammenfasst, was mit der Zivilisation der Camargue und ihren traditionellen Spielen rund ums Pferd und um den Stier zu tun hat. In diesen Sumpfgebieten diente das Pferd oftmals zur Eskorte und fand seinen Platz in den lokalen Festen

den Amphitheatern statt, die, wie in Nîmes, geschichtsträchtige Orte sind. Dann folgt ein Apéritif, ein geheiligter Augenblick, in dem die aficionados und die Besucher sich verbrüdern, wobei sie ganz nach Lust und Laune von einem Punkt zum nächsten

weiterziehen Zu diesem Anlass stellen die Bars ihre Theken ins Freie, und es gibt unzählige bodegas (Weinkeller), während Konzerte und Straßenunterhaltung Tausende von Besuchern anziehen.

der Gebiete des Gard und des Hérault. So sind die sogenannten abrivados und Stierkämpfe der Camargue ein fester Bestandteil einer stark ausgeprägten lokalen Identität und bestimmen den Rhythmus der Feste im Languedoc ab dem Frühjahr. Wenn der Ausdruck abrivado einst das Treiben der Stiere von den Weiden in die Arenen der Stadt bezeichnete, so handelt es sich heute um eine rein festliche Nachahmung, bei der das Pferd und der Stier den Tanz anführen. So werden die Stiere, umringt von einem Dutzend Reitern (den gardians) auf weißen

Camargue-Pferden im Laufschritt durch die Straßen der Stadt zur Arena getrieben. Ein Spektakel, bei dem Stimmung garantiert ist! So sehr, dass heute sogar abrivados-Kämpfe veranstaltet werden, bei denen die “Fänger” die meisten Stiere mit sich zurückbringen. Nach dem Eintritt der Stiere in die Arena, der durch ein “l’èr di biou” angekündigt wird, beginnt der Kampf nach der Tradition der Camargue. Ein Spiel der Geschicklichkeit ohne Tötung und ohne Pferde, das aber dennoch nicht minder spannend ist, denn das Prinzip besteht darin, dass ein kleiner, lebendiger Stier der Camargue, dem zuvor eine Kokarde und eine weiße Quaste mit Fäden oder Schnüren an die Hörner gebunden wurde, von einem “raseteur“ gejagt wird, der ihm diese entreißen muss. Während des “rasets“ zeigen die weißgekleideten Kämpfer also all ihr Geschick, um sich dieser kostbaren Attribute zu bemächtigen. Und richtig verwirrend wird’s erst, wenn’s darum geht, zu begreifen, wer wen jagt - der Mensch den Stier oder der Stier den Mensch - denn die wildesten Stiere drängen den “raseteur“ ohne Probleme bis an die Barriere! In Nîmes erwarten die afeciounas (die Stierkampfbegeisterten) alljährlich den “Goldenen Biou” und ermutigen ihre künftigen Sieger mit aller Leidenschaft. Im Übrigen werden die Regeln dieses zünftigen Sports auch von einem französischen Verband des Stierkampfs der Camargue mit Sitz im Département Gard überwacht.

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BUNTE KUNSTHANDWERK

BUNTE VIELFALT KUNSTHANDWERK

Töpferei und Keramik zwischen Moderne und Tradition

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aint-Quentin-la-Poterie war schon im Mittelalter ein Zentrum für die Herstellung der besonderen grauen und leichten Töpfereiwaren. Das nur wenige Kilometer von Uzèsgelegene alte Städtchen zählte im 18. Jahrhundert 42 Töpfer und Pfeifenmacher zu seiner Bevölkerung. Im folgenden Jahrhundert wurden die Pflastersteine für den Papstpalast in Avignon hier hergestellt. Die damals in SaintQuentin hergestellte Töpferware war ausschließlich für Gebrauchszwecke vorgesehen, wohingegen die heute dort ansässigen Töpfer modern-künstlerische Keramik fertigen. Die 25 Keramikwerkstätten werden von der Galerie Terra Viva ergänzt, die der zeitgenössischen Keramikkunst gewidmet ist. Das alljährlich stattfindende Keramikfestival Terralha (vom 19. bis zum 22. Juli 2012)lädt zu einem Bummel durch das Dorfzentrum ein, wo zu diesem Anlass alle Orte in Ausstellungsflächen verwandelt wurden, um die zeitgenössischen Keramikkunstwerke, darunter die der hier niedergelassenen Künstler, zu zeigen. Weiterhin gibt es ein Museum für die Töpferei des Mittelmeerraums, in dem man auf den Spuren der Vergangenheit von Saint-Quentin-la-Poterie und seiner Töpferwarenherstellung wandeln kann und eine Fachbuchhandlung zum Thema. Dieser unverwechselbar, robuste, runde Vase mit ihrem wulstigen Rand und der Girlandendarstellung hat Anduzeberühmt gemacht. Das als Topf für Zitronenoder Orangenbäumchen vorgesehene Gefäß diente einst als prächtiger Schmuck für die europäischen Gärten und Parks sowie die luxuriösen Häuser am Mittelmeer. Das Gefäß hat Jahrhunderte überdauert und wird bis heute in vielen Werkstätten noch in dieser Form gefertigt. Die ursprünglich flammenden Farben, eine Verbindung aus Honiggelb, Olivgrün und Brauntönen, hat inzwischen weitere Nuancen angenommen : Weißlich, gealtert, mit einer Patina in bläulich-grün und bordeauxrot…Aber Achtung, die Girlande mit ihren drei Bögen und die siegelartigen Abzeichen mit der Signatur des Töpfers beweisen seine Echtheit.

Die Vasen von Anduze Fremdenverkehrsbüro Tel. 04 66 61 98 17. www.vases-anduze.com Saint-Quentin-la-Poterie. Fremdenverkehrsbüro Tel. 04 66 22 74 38. www.officeculturel.com Für weitere Informationen scannen Sie diesen QR-Code mit Ihrem Smartphone oder verbinden Sie sich direkt auf der Website : www.sunfrance.com/artisanat

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BUNTE STOFFE - VIGATANES

Farbenprächtige Stoffe In der Manufaktur des Grenzdorfs Saint-Laurent-deCerdans (östliche Pyrenäen), eine Autostunde über eine bezaubernde Straße von Perpignan entfernt, werden seit dem Jahre 1873 Stoffe gewebt. Und die Weberei muss man als Beruf gelernt haben. Vor achtzehn Jahren übernahmen Françoise und Henri Quinta die Manufaktur “Les Toiles du Soleil”, die allerletzte Textilmanufaktur im Roussillon. Sie produzieren Stoffe mit bezaubernden Mustern für Tischwäsche, Babywippen und Möbelstücke. Die Manufaktur setzt eine mehrere Jahrhunderte alte Tradition fort, denn die Weberei hat sich als Kunsthandwerk in Katalanien ab dem 19. Jahrhundert entwickelt, als Saint-Laurent-deCerdans zum Dorf der Espadrilles wurde. Die Textilfabrik war von den Familien Sans & Garcerie, die damaligen Gesellschafter, gegründet worden. Zu jener Zeit war die Weberei von kleinen Breiten ausreichend, um die benachbarten Werkstätten mit dem gewebten Stoff und den Sohlen der Espadrilles zu beliefern. In den 40er Jahren nahm die Manufaktur die Produktion von Tischwäsche auf, doch 50 Jahre später kämpfte sie ums Überleben. Von der Schließung bedroht, wurde die Manufaktur dann schließlich mit neun ihrer Angestellten von Françoise und Henri Quinta übernommen. Diese Übernahme war für das Leben des Dorfes ein glücklicher Wendepunkt, denn so wurde die Manufaktur vor der endgültigen Schließung bewahrt. Heute führt die Manufaktur “Les Toiles du Soleil” zweihundert Artikel. Ihre Stoffe in katalanischen Farben werden in alle Welt exportiert, und keine Stoffe, auch nicht die Uni-Stoffe, werden in ein Bad getaucht, denn nur das Garn wird gefärbt, und für manche Breiten sind mehrere Tausend Fäden nötig. Heute führt die Marke fünf exklusive Boutiken in Japan und hat auch vor kurzem einen neuen Laden in New York eröffnet. Außer der Pariser Verkaufsstelle in der rue du Bac im vornehmen 7. Arrondissement gibt auch auch in zahlreichen Hotel-Restaurants der Region, im Maison Quinta in Perpignan und einem gewissen Maison Pic in Valence (von Michelin mit drei Sternen ausgezeichnet) weitere Verkaufsstellen. Les Toiles du Soleil, avenue Jean-Jaurès, Saint-Laurent-de-Cerdans, Tel. +33 (0) 4 68 39 50 02

Die traditionellen Espadrilles Vigatanes, ein Erbe Kataloniens Saint-Laurent-de-Cerdans (östliche Pyrenäen) war einst das Zentrum der katalanischen Espadrilles, auch als “vigatanes“ bekannt. Diese weichen, flexiblen Schuhe, manchmal zum Schnüren, werden für die Sardana getragen und waren mehr als ein Jahrhundert lang das Aushängeschild der Industrie des Départements. Dieser Schuh, der ursprünglich aus dem südlichen Katalonien in der Nähe von Barcelona stammt, kam Mitte des 19. Jahrhunderts durch Schmuggler in das Dorf. Auch wenn die Produktion von Espadrilles heute nicht mehr das ist was sie einst im Lande war, so ist sie dennoch fester Bestandteil des industriellen Erbes. Seit 2008 ist die handwerkliche Produktion für Besucher geöffnet. Die “vigatane“, aus Seil, Leinengarn und Baumwollstoff, gehört zur katalanischen Tradition.Auch das “Maison du patrimoine et de la mémoire André Abet“ („Haus des kulturellen Erbes und Gedenkens“) in Saint-Laurent-de-Cerdans, das in den ehemaligen Räumen einer EspadrillesFabrik der Union Sandalière eingerichtet ist und in dem die Geschichte dieses Erbes erzählt wird, ist einen Besuch wert.

Création Catalane Chemin du Baynat d'en-Pouly, Saint-Laurent-de-Cerdans. Tel. +33 (0) 4 68 54 08 68 www.espadrille-catalane.com

Granat, der Schatz von Perpignans

Seit mehr als zwei Jahrhunderten ist der Granat ein Juwel der katalanischen Schmuckstücke und ist Symbol für eine luxuriöse kunsthandwerkliche Produktion im Roussillon. In Perpignan, dem einzigen Ort in ganz Frankreich, wo eine Methode des Stanzens und des kompletten Einschlusses beibehalten wurde, haben einige Kunsthandwerker, die diese Technik heute noch aufrechterhalten, sich in der Granat-Gilde zusammengeschlossen. Diese Technik, die aus den Techniken des 17. und 18. Jahrhunderts hervorgegangen ist, ermöglicht dem Schmuckstück eine optimale Anpassung zwischen Stein und Gold, eine Garantie für die Qualität. Dieses Verfahren ist überall sonst jedoch zugunsten der Schmelzverfahren ausgestorben. Zu den Schmuckstücken der katalanischen Stadt gehören das für den Languedoc-Roussillon typische “croix de badine” - ein Kreuz aus Gold und Granaten - und der MarquiseRing, der übrigens häufig in sogenannter “perpignan”-Größe gefertigt wurde, d.h. unten flach und oben facettiert. Der Granat von Perpignan wird auch in Armreifen, Halsketten, Ohrringen, Broschen oder Anhängern verarbeitet. Heute findet alljährlich im Dezember das Katalanische Granat-Fest zu Ehren des Hl. Eloi statt. Hinweis: Von der Touristeninformation Perpignan und der Firma Furet Company wurde eine neue Smartphone-App zum Thema Schmuck entwickelt. Der Granat, das ist verrückt!

Institut du Grenat et de la bijouterie traditionnelle; 22, boulevard Wilson, Perpignan www.institutdugrenat.com SUDDEFRANCE - 83 -


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BUNTE VASEN - HEUGABELN

Ein Konservatorium für die Heugabel von Sauve Das bezaubernde Dorf Sauve (Gard) hatte ein Geheimnis, das zehn Jahrhunderte lang bestens gehütet wurde, und zwar das Geheimnis der Fabrikation der Heugabel mit drei Zacken aus Zürgelbaumholz. Seit nunmehr acht Jahren erzählt das Museum des Dorfs über diese vorväterliche Tradition. Hier kann der Besucher sich in Ruhe alle Räume und Galerien anschauen und sich anhand von Säulen und Wänden mit Bildern über dieses Thema informieren, wobei er in die Geheimnisse der Zürgelbaumzucht und der Fabrikation der Gabeln aus seinem Holz eintaucht. So wird die Tradition in diesem Museum mit einer Werkstatt für die Fertigung von Gabeln aus Zürgelbaumholz fortgesetzt; diese werden übrigens nach wie vor an Fachleute verkauft, die sie in der Landwirtschaft und Viehzucht verwenden. Privatleute kaufen sie eher als dekorative Objekte für rustikale Einrichtungen; andere Fachleute kaufen sie für Rekonstruktionen jener Zeit. Wir weisen ab jetzt auch darauf hin, dass diese Heugabeln gebrannt werden.Alljährlich Ende Mai findet im Dorf ein Fest der Kirsche und der Heugabel statt.

Vallabrègues und seine Korbflechterei Der Name des Dorfes am Ufer der Rhône bedeutet “Vallée des Brigands” (“Tal der Banditen”). Dieses ist das emblematische Dorf der Korbflechterei des Départements Gard, denn hier wird die Tradition heute noch von einem einzigen der einst vierhundert Korbmacher fortgeführt:

Conservatoire de la fourche, rue des Boisseliers, à Sauve. Tel. 04 66 80 54 46. www.lafourchesauve.com

Die Perlhühner von Lussan Das in der ganzen Welt vertriebene, schöne und stumme Perlhuhn aus Lussanist der unbestrittene Star der Stadt… Es die Königin der Ateliers ! Das Perlhuhn… Sein feiner, im Vergleich zum üppigen Körper kleiner Kopf, seine stilisierten Formen mit den handgemalten grafischen Motiven, die von dem Gefieder des Geflügeltieres inspiriert sind. Geschaffen wurde es von Heidi Caillard. Der ausgebildeten Grafikerin mit dem Diplom einer angesehenen Schweizer Keramikhochschlule ist die Idee zu diesem Modell gekommen, als sie die in ihrem Garten herumlaufenden Perlhühner betrachtete. Noch heute ist sie fasziniert von ihrer Form und dem abstrakt wirkenden Anblick ihres Gefieders. Der hübsche exotische Vogel war nicht auf Anhieb erfolgreich, aber nach 15 Jahren und mehreren, in verschiedenen Zeitschriften veröffentlichten Artikeln erfreut er sich zunehmender Beliebtheit. «Es war, als würde eine Lawine hereinbrechen», erinnert sich Heidi Caillard, die sich den Erfolg ihres Geflügeltieres aus Keramik mit «seiner Eleganz, die sich überall einfügt, in eine rustikale Küche wie in ein gestyltes Loft – mit seinem freundlichen Aussehen und seinem zum Liebkosen einladenden den runden Rücken » erklärt. Um der schnell steigenden Nachfrage nachzukommen, hat ihr Sohn Adrien das von seiner Mutter vor zwanzig Jahren in Lussan gegründete Atelier 1994 übernommen und ausgebaut. Die Keramikwaren aus Lussan werden nach wie vor in kunsthandwerklicher Arbeit hergestellt, aus roter Tonerde geformt und mit der Hand bemalt. Verschiedene Techniken werden eingesetzt, für die Tierdarstellungen kommen insbesondere Gießformen zum Einsatz. Hühner, Küken und Wachteln haben sich inzwischen zu dem berühmten Perlhuhn gesellt. Alle Modelle werden von Heidi Caillard selbst gezeichnet, die mit ihren 80 Jahren das Heft nicht aus der Hand gibt und weiterhin Dekorateuren beibringt, wie sie ihrem lieben Geflügel diesen symphatischen Ausdruck verleiht, «denn das Schwierigste ist es, diesen naturgetreu umzusetzen», erklärt sie.

Les Céramiques de Lussan - Mas de Fan in Lussan Tel. 04 66 72 90 92 - www.ceramique-de-lussan.com SUDDEFRANCE - 84 -

eine Position, die dem Korbmacher Daniel Benibghi in diesem Dorf heute den Hauch eines “Überlebenden” mit einer “Schicki-Micki”-Note verleiht; zwar liegt das Dorf sehr nahe an der Provence, doch bleibt es, historisch gesehen, nach wie vor mehr der Camargue verbunden, denn dort fuhren die Korbmacher regelmäßig zur Weidenernte hin. Diese Weidenruten die jährlichen neuen Weidentriebe dienten ihnen zur Fabrikation von Körben für den Transport von Lebensmitteln und vor allem des Obstes aus der heimischen Produktion. Die Korbflechterei war jahrhundertelang die Lebensgrundlage des Dorfes und hat seine Geschichte geprägt. Um über die Geschichte dieses Handwerks mehr zu erzählen, hat das Dorf Vallabrègues in einem alten Café ein Museum eingerichtet. Dieses beherbergt eine beeindruckende Sammlung von alten Werkzeugen, die zugleich zur Ernte und zur Verarbeitung der Weidenrute verwendet wurden. Ein Besuch zum Lernen, bei dem erklärt wird, wie Objekte aus Weide, Binsen oder anderen pflanzlichen Materialien gefertigt werden.

Musée de la Vannerie Grand Café du XIXe siècle Vallabrègues Tel. +33 (0) 4 66 59 48 14.


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BUNTE GEIGENBAUERKUNST - SCHREINEREI

Montpellier, die Metropole der Geigenbauerkunst

Die “Stradivarius”, das ist die “Königin der Violinen”. Wenngleich Montpellier auch weit von der “Wiege der Geigenbauerkunst”, Cremona in Italien, entfernt ist, so haben sich die Geigenbauer in Frankreich diese Stadt als Zentrum ihres Handwerks auserkoren. Montpellier gilt als die größte Stadt der Geigenbauer in Frankreich. Mit etwa einem Dutzend Geigen - und Bogenbauerateliers im Stadtzentrum zeichnet die Stadt sich durch ihre Konzentration von Fabrikanten aus. Innerhalb von kaum dreißig Jahren hat, nachdem nur einige wenige ursprünglich angefangen hatten, ein außergewöhnlicher Kunsthandwerkszweig einen neuen Aufschwung erfahren, sodass ein vier Jahrhunderte altes Handwerk heute weiter fortgeführt wird. Inmitten der Gerüche der Lacke, Kleber und Essenzen seltener Hölzer (Hartahorn, der für den Boden der Instrumente verwendet wird, Holz aus dem Balkan für die Stege und den Hals, Fichte oder Rottanne aus den Alpen für den Resonanzboden) wird in den Ateliers ständig gewerkt. Es werden nicht nur Geigen, sondern auch Violoncellos und Bratschen angefertigt. Dieses Metier mit seiner seltenen Konzentration, durch das die Stadt Montpellier in aller Welt berühmt geworden ist, öffnet sich zu einer Begegnung mit der Allgemeinheit. Dieses Jahr haben die Geigenbauer des Viertels Sainte-Anne, darunter Frédéric Chaudière, ihr erstes Fest der Geigenbauer im Écusson eingeführt, um den Beruf des Instrumentenbauers bekannt zu machen, und hier wird vom ALADFI (Verband der Geigen - und Bogenbauer für die Entwicklung des Instrumentenbaus) künftig eine Ausstellung über den zeitgenössischen Geigenbau veranstaltet. Das Fremdenverkehrsamt Montpellier bietet regelmäßig Besichtigungen ihrer Ateliers an. www.ot-montpellier.fr

Serge Ivorra,der Schreiner und Kunsttischler, der das Holz befragt Dieser Kunsttischler, der in Adissan, der Wiege des ClairetteSchaumweins geboren wurde, hatte Pézenasim Alter von siebzehn Jahren verlassen, um auf seine Reise als Handwerksbursche durch Frankreich zu gehen, doch sollte er sieben Jahre später mit besseren Voraussetzungen zurückkehren. Seit 35 Jahren lebt und arbeitet er in Pézenasund unterrichtet an der Schule für Architektur in Montpellier. Serge Ivorra ist seit nunmehr etwa 20 Jahren der einzige Schreiner und Tischler des Hérault, der auf die Restaurierung historischer Bauten spezialisiert ist. Er hat also die heikle Aufgabe, an denkmalgeschützten Bauwerken zu arbeiten. So erstaunt es nicht, dass seine kleine Firma mit dem Label „Entreprise du Patrimoine“ („Unternehmen für lebendiges Erbe“) ausgezeichnet wurde. «Das bedeutet, nach den Regeln der Kunst zu arbeiten, wie man es vor anderthalb Jahrhunderten getan hat. » Nur eine Handvoll Unternehmen in der Region kann sich mit dieser Auszeichnung schmücken. Sie alle verfügen über ein spezifisches Know-how, und blicken mitunter auf eine Jahrhunderte lange Geschichte zurück. In seinem Arbeitsanzug und mit seinen wirrem Haar untersucht er mit natürlicher Selbstverständlichkeit jedes Stück auf sein Alter und seine Machart, forscht nach seiner Herkunft und seinem Schicksal und weist seine Geschichte nach. Er zieht für seine Arbeit lokale Hölzer den exotischen vor –ist er doch ein vehementer Verteidiger der Platane. Seine Neugier scheint unstillbar, sein besonderes Interesse gilt der Kunstgeschichte, dem Zeichnen und der Musik. Es verwundert ihn, dass diese Fächer, die seiner Meinung nach eine Synthese des Berufs darstellen, nicht fester Bestandteil der Lehre des Schreiners sind. Und die Lehre unser Schreinermeister weiß, was das bedeutet! In seiner Werkstatt beschäftigt er ständig vier Lehrlinge, Handwerker auf der Walz und Praktikanten. Er leitet mitunter sogar Kreativprojekte an Grundschulen – in Zusammenarbeit mit Sema, einem Verein zur Förderung der Kunsthandwerksberufe, und ist immer wieder erstaunt über die Kreativität der Kinder. SUDDEFRANCE - 85 -

Blasen aus Glas in Claret

Die heißglühende formlose Matiere wird geblasen, um daraus ein subtil-elegantes Objekt zu formen. Das ist der Zauber der Glasbläserei, einer mehr als 3000 Jahre alten Handwerkskunst. In Claret, nicht weit von Montpellier haben sich mehrere Kunsthandwerker dieser Kunst verschrieben. Sie betreiben ihr Handwerk rund um die Halle du Verredes Städtchens, die eine Mischung aus Museum, Galerie und Atelier rund um die Glaskunst, ihre Techniken und ihre Geschichte damit einzigartig in Frankreich ist. Das geschichtsträchtige Handwerk befindet sich in ständiger Weiterentwicklung, da sich die Arbeit mit dem Glas verändert hat. So arbeitet der Glasbläser Gérard Attardmit einem Schweißbrenner. Eine Kunst, die höchste Geschicklichkeit und große Sorgfalt erfordert. Seit einigen Jahren begeistert er sich für Glasperlen, die man einst für die Herstellung falscher Zuchtperlen produzierte. Er arbeitet mit den speziellen Werkbänken, die die Frauen der Bauern einst benutzten, um diese feinen Glasperlen herzustellen, mit denen sie sich ein zusätzliches Einkommen verdienten. Mit seinen Girasol-Rundstäbchen, mit denen das Material geblasen wird, versucht er sich an der Herstellung dieser Perlen, die anschließend in ein Gemisch aus Mika-Puder. Titan und Harz getaucht werden, um ihnen das Aussehen natürlicher Perlen zu verleihen.

Verrerie d’art de Claret 37, Avenue du Nouveau-Monde in Claret - verrerie.art.free.fr Halle du verre 50, avenue du Nouveau-Monde in Claret www.cc-grandpicsaintloup.fr


BUNTE VIELFALT AN AKTIVITÄTEN

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BUNTE VIELFAT IM FREIEN

Höhlen und Wanderungen für jeden Geschmack

E

inige Meter unter der Erde weist die Region mit ihren unzählige Tropfstein-und Karsthöhlen das größte unterirdische Netz in ganz Frankreich auf. Etwa fünfzehn dieser Höhlen mit kuriosen Formationen, engen Stollen oder riesigen unterirdischen Hallen sind für Besichtigungen erschlossen. Diese Höhlen bieten beeindruckende Formationen wie die “Hunderttausend Soldaten” der Höhle von Trabuc oder die “Mutter Gottes mit Kind” der Höhle der Demoiselles. In der Höhle von Labeil taucht ein Wasserlauf auf, während in den Höhlen von Armand und Dargilan, im Herzen des Lozère, sekulare Schätze verborgen liegen. Die Höhle von Trabuc, ganz in der Nähe, vor den Toren von Anduze, ist unbedingt zu besichtigen, während die Höhle von Cocalière, am Rande des Départements Gard, eine der drei schönsten Tropfsteinhöhlen in ganz Frankreich ist. Die Clamouse in Saint-Guilhem-le-Désert – die Höhle, die als “pittoreske Forschungsstätte” klassifiziert wurde – bietet eine Saison lang den Rahmen für ein Spektakel mit Klang-und Lichteffekten, während die Höhlen von Les Canalettes und Fontabiouse die Möglichkeit zu einem Einblick in Stollen jenseits von Zeit und Ewigkeit bieten. Einige der großen Fernwanderwege durch die Region folgen legendären Routen – wie etwa der Jakobsweg nach Santiago de Compostella oder der nach dem schottischen Schriftsteller Robert Louis Stevenson benannte Weg – sowie die Routen durch den Aubrac, die Cévennen und bis nach Le Canigou in den katalanischen Pyrenäen nahe an der Mittelmeerküste. Auch die Dolmen und Menhire von Hortus, in der Nähe von Montpellier, sind für einen Besuch unumgänglich. Außerdem bietet die Region auch zahlreiche Reitzentren und Reiterhöfe wie in La Goutarende, dem Dorf der Pferde im Département Aude, ganz in der Nähe der Stadt Carcassonne. Comité Régional de la Randonnée Pédestre L.R., Parc Club du Millénaire – Bât 31, 1025, av. Henri-Becquerel, Montpellier. Tel. +33 (0) 9 72 19 52 86 Für weitere Informationen scannen Sie diesen QR-Code mit Ihrem Smartphone oder verbinden Sie sich direkt auf der Website : www.sunfrance.com/activités

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Golfplätze auf jedem Gelände Mit den rund zwanzig von der Regionalliga geführten Golfplätzen verfügt das Languedoc-Roussillon über alle Vorzüge, die Amateure und professionelleSpieler verführen. Der aus Schottland stammende Sport, der sich zurzeit höchster Beliebtheit erfreut, wird bei der Olympiade 2016 in Rio als Disziplin vertreten sein. Er wird in freier Natur ausgeübt und vereint ein strenges Regelwerk mit technischem Können, erfordert Disziplin, Konzentration und bietet dabei Entspannung. Wird Golf auf einem abgegrenzten Gebiet gespielt, spielt die umgebende Landschaft eine wichtige Rolle. Beim Abschreiten des Fairways kommen gut 6 bis 8 Kilometer Fußmarsch zusammen, und ein blauer Himmel und und eine bezaubernde Umgebung machen dieses zu einem ganz besonderen Erlebnis. Aber über diesen gemeinsamen Nenner hinaus sollten wir hinzufügen, dass kein Golfplatz ist wie der andere…Der von Carcassonne zum Beispiel, der am Fuße der mittelalterlichen Altstadt liegt, bietet einen großartigen Panoramablick auf die Pyrenäen und den Montagne Noire und verfügt mit einem seiner Löcher (das Loch Nr. 9) über eines der originellsten in Europa. Der von den Architekten Morandi & Harradine angelegte Golfplatz des Klubs Nîmes Campagne ist berühmt für die Schwierigkeit seiner Greens und seine engen Fairways, die von einem vielfätigem Baumbestand gesäumt sind. Der Golfplatz von Cap d’Agde bietet einen anspruchsvollen Parcours entlang des Meeres, der von Olivenbäumen, Palmen und Schirmpinien gesäumt ist. In den Cevennen des Lozère, in der Nähe der Tarnschluchten und des Aubrac, erwartet Sie der Golfplatz von La Canourgue in einem bewaldeten Tal mit einem wegen der Enge seiner Fairways und vielen Neigungen technisch anspruchsvollen Parcours. Unmöglich scheint es, auf dem Golfplatz von Font-Romeu zu schwingen und dabei mit beiden Füßen fest auf dem Boden zu stehen. Der Platz bietet einzigartige Spielsituationen in einer wahren Postkartenumgebung mit den Gipfeln der Pyrenäen vor dem strahlend blauem Himmel des Mittelmeeres. Der ebenfalls in den Pyrénées Orientales gelegene Platz Domaine de Falgos gehört zu den schönsten. Eine atemberaubend schöne Landschaft und ein schwieriger, aber ansprechender Parcours erwarten Sie. Die landschaftliche Vielfalt der Golfplätze mit ihrer Lage am Meer, in der Landschaft des Lozère und in der Höhe der Pyrenäen zieht jedes Jahr mehr und mehr begeisterte Golfliebhaber aus Frankreich und aus dem Ausland an.

Mas d’Huston, im Zeichen des Golfsports Einige Golfplätze ergänzen ihr Sportangebot durch die Möglichkeit eines komfortablen Aufenthalts. So zum Beispiel der Domaine du Golf Saint Cyprien , im Badeort Saint-Cyprien an der katalanischen Küste des Roussillon, der sich über 200 Hektar inmitten eines Vogelschutzgebietes erstreckt. Der von den schottischen Architekten Tomlinson & Wright angelegte Platz bietet einen Parcours für die Qualifikation zu den European Tours, Typ Links Course (2 mal 9 Loch über 6 475 m). In einem bezaubernden Rahmen inmitten von Pinien, Eukalyptusbäumen und Ölweiden, in denen Eichhörnchen ihre Kapriolen treiben und Vögel singen, werden Einführungskurse, Kurse zur Perfektionierung und Turniervorbereitung von professoinellen Golfspielern angeboten. Nach der sportlichen Anstrengung können Sie im Schwimmbad mit Panoramablick auf den Golfplatz und im Spabereich entspannen, bevor Sie sich im Restaurant Le Mas stärken, wo Sie der Chefkoch Julien Boy zu Köstlichkeiten der mediterranen Küche erwartet. Die hartgesottenen Fans der keinen weißen Kugel sollten nicht die Golfwoche verpassen, die vom 16. bis zum 20. Juli nun im 22. Jahr in Folge stattfindet.

Hôtel Mas D'Huston Golf & Spa. 66750 St-Cyprien - Tel. 04 68 37 63 63. www.hotel-mas-huston.com SUDDEFRANCE - 87 -

20 GOLFPLÄTZE IM LANUEDOC-ROUSSILLON

BUNTE GOLF • Carcassonne. 18 Loch- 71 Par 5 758 m. Tel. 06.13.20.85.43 www.golf-de-carcassonne.com • Narbonne Sainte Rse. Trainingscenter und Golfplatz Pitch & Putt” mit 18 Loch - 1200 m. Tel. 04.68.27.37.99 www.golfsterosenarbonne.com • Alès Ribaute. 6 Loch - 19 Par 1 000 m. Tel. 06.08.24.24.10 www.golg-ales-ribaute.fr • Nîmes Campagne. 6 135 m 18 Loch 72 Par. Tel. 04.66.70.17.37 www.golfnimescampagne.com • Golf de Nîmes Vacquerolle 18 Loch - 72 Par - 6.185 149 m Tel. 04 66 23 33 33 www.golf-nimes.com/ • Uzès. 9 Loch - 36 Par, 2 955 m. Tel. 04.66.22.40.03 www.golfuzes.fr • Cap d'Agde. 18 Loch 72 Par 6 279 m. Tel. 04.67.26.54.40 www.golf.ville-agde.fr/ • Coulondres (Saint-Gély-du-Fesc). 18 Loch - 73 Par - 6 149 m Tel. 04.67.84.13.75 www.coulondres.com • Fontcaude. 18 Loch - Par 6 250 m Tel. 72 - 04 67 45 90 10. www.golfhotelmontpellier.com • La Grande-Motte. 18 Loch 72 Par 6 200 m und 18 Loch 58 Par - 3 200 m. Tel. 04 67 56 05 00 www.lagrandemotte.fr/ • Lamalou-les-Bains. Golf mit 9 Loch 35 Par - 2 600 m. Tel. 04.67.95.08.47 www.golf-lamalou-les-bains.com • Montpellier - Massane. 18 Loch 72 Par - 6 081 m. Tel. 04 67 87 87 87 www.massane.com • Saint-Thomas (Béziers). 18 Loch 72 Par - 6 131 m. Tel. 04 67 39 03 09 www.golfsaintthomas.com • Domaine de Barres (Langogne). Golf 9 Loch - 36 Par - 2 700 m. Tel. 04 66 46 08 37 www.domainedebarres.com/ • La Garde-Guérin (Villefort) 9 Loch - 32 Par - 1 864 m. Tel. 04 66 46 91 90 • Le Sabot-La Canourgue. 18 Loch 71 Par - 5.452 081 m. Tel. 04 66 32 84 17 www.golf-desgorgesdutarn.com/ • Falgos Golf Resort (St-Laurentde-Cerdans) 18 trous 70 Par de 5 177 m Tel. 04.68.39.51.42. www.falgos.fr • Font-Romeu. 9 Loch - 36 Par 2 517 m. Tel. 04 68 30 10 78. www.golf-font-romeu.fr • Saint-Cyprien. 18 Loch - 73 Par 6 475 m. Tel. 04 68 37 63 63. www.saintcyprien-golfresort.com • Montescot (Perpignan) 9 Loch 36 Par - 3 027 m. Tel. 04.68.82.79.29 www.golfclubdemontescot.com/ Ligue de Golf du LanguedocRoussillon. Tel. : 04.66.68.22.62 www.liguegolflanguedocroussillon.org


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BUNTE PARKS VON FREIZEIT

Seilbahn über dem Wasser in Saint-Jean Stellen Sie sich eine Seilbahn vor, die 170 Meter lang ist und knapp über die Wasseroberfläche führt. Die gibt es im Abenteuer- und Freizeitpark für die ganze Familie in Saint-Jean-Pla-de-Corts, 20 Minuten von Perpignan. Außerdem gibt es mehrere Baumkletterparcours, von 3 Meter bis 20 Meter Höhe über dem Boden. Die erdverbundeneren Besucher können in dieser im Sommer idealen Umgebung Bogenschießen üben.

Les Aventuriers de Saint-Jean in Saint-Jean-Pla-de-Corts. Tel. 06 71 60 37 44

“Abracadabranch” In einem kleinen Dörfchen namens Le Moina mitten in den Cévennen erwarten den Besucher im Abracadabranche-Park spielerische Abenteuer in luftiger Höhe: Ein Abenteuer-Parcours durch die Bäume, und dazu die Welt eines Bauernhofs, mit allem was dazu gehört! Ein Tag, der eines Filmes wie einem Emir Kusturica würdig ist, mit Badewannen in den Bäumen, musikalischen Milchkanistern, und anderen Kuriositäten. In diesem Freizeitpark, zwischen Anduze und Lasalle, stehen den Besuchern nunmehr in der sechsten Saison mehrere Parcours mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden zur Auswahl. Außerdem gibt es auch einen Parcours für Kinder ab 2 Jahren, mit nicht weniger als dreißig Stationen. Seilbahn, Laufnetz, Kletternetz und eine Baumstammbrücke sind die Welt der Kleinen! Der Hof liegt an einem Flussufer. Auch die Erwachsenen haben ihre Parcours, mit ganzen 70 Stationen! Der Park eignet sich auch für einen Tagsausflug mit Picknick am Ufer der Salendrinque.

Parc Abracadabranche - Le Moina, Thoiras, Anduze. Tel. +33 (0) 4 66 85 04 71

Ein As des Rennsports sein! Das “Pays des Carrioles”, das seit zwei Jahren eröffnet ist, ist in ganz Frankreich einmalig. Und aus gutem Grund, denn sein Schöpfer ist Professor für Automechanik, einer von denen, die man ein As des Rennsports nennt! Hier kann man sich also seine Seifenkiste leihen - ein ökologisches Spiel, anhand dessen man sein Verständnis der Geschwindigkeit und der Laufbahnen entwickeln kann. Um es zu vermeiden, später zu einem “Rowdy” zu werden, ist das ein guter Anfang. Hier werden verschiedene Arten von Fahrzeugen angeboten, die je nach Alter an die künftigen Fahrer angepasst sind. Mädchen und Jungen steigen schon mit fünf Jahren in die Kisten! Die Kleineren versuchen’s mit den Autos zum Schieben oder dem Ziegenkarren, der tatsächlich von dem Tier gezogen wird... Das wäre zu dumm, sich dieses Vergnügen entgehen zu lassen!

Au Pays des Carrioles, Mas Amadou, La Boissière. Tel. +33 (0) 4 67 59 64 14

Aux Petits Sabots, ein Familienausflug Im Eselgestüt“Aux Petits Sabots” inBerlou, einem kleinen Winzerdorf im Vorgebirge der Cevennen, werden provenzalische Esel gezüchtet. Für Familien bieten sich vielfältige Aktivitäten wie Wanderungen an, man kann aber auch die Eselzucht besichtigen und die Kosmetikprodukte kennenlernen. Außerdem gibt es Rundwege für Themenwanderungen von 2 bis zu 6 Tagen Dauer. Die Esel tragen die kleineren Kinder und Ihr Gepäck. Auch als Pensionsgäste sind die Kleinen willkommen, denn der Hof bietet die Aufnahme von Schulklassen, aber auch zu Geburtstagen und zu Aufenthalten mit den Eseln sind sie hier gern gesehen. Ein facettenreicher Bauernhof mit einem beispielhaften pädagogisch-spielerischen Angebot.

Ganzjährig geöffnet, Reservierung erforderlich. Aux Petits Sabots - 34360 Berlou - Tel. 06 32 41 80 50 SUDDEFRANCE - 88 -

Labyrinth in Villeneuve Das gegenüber dem Abenteuerpark “Les Rochers de Maguelonne” gelegene Labyrinth bietet rund fünfzig Spiele für die ganze Familie. Weite Lichtungen laden zur Erkundung der Welt der Ritter und ihren Festungen ein. Schilder erklären das Leben eines Edelmanns im Mittelalter, die Sprache der höfischen Liebe und das Benehmen des Ritterstands. In den verschiedenen Bereichen des Parcours können die Rasenritter auf die Suche nach dem heiligen Gral gehen und eine Trophäe gewinnen, wenn sie alle Fragen richtig beantworten.

Le Labyrinthe, Mas d’Andos in Villeneuve-lès-Maguelone. Tel. 04 27 04 44 44

Kängurus in Carcassonne Der seit fast 10 Jahren bestehende australische Tierpark ist ein Freizeitpark, der den Tieren Australiens gewidmet ist ! Der Park ist aus der Leidenschaft seiner Gründer hervorgegangen, die hier dazu einladen, Ozeanien mit seinen Tieren, Kängurus und Wallabys und den Traditionen der Aborigines, den ersten Bewohnern Australiens, zu entdecken. Schließlich wartet ein Bereich für die Lehrlinge der Goldwäscherei auf die Goldsucher ! Ein erstaunlicher Park, der sehr gut für Kinder geeignet ist.

Le Parc australien, chemin des Bartavelles in Carcassonne Tel. 04 68 25 86 83

Die Abenteuer der Maya in Roquemaure Flüsse mit Krokodilen, Labyrinthe, Safaris, Dschungeldurchquerungen und die Suche nach dem verlorenen Schatz…Der Abenteuerpark Amazonia entführt in die abenteuerliche Welt der Mayas und bietet vielfältigen Wasserund Badespass. Ideal für Kinder von 3 bis 12 Jahren.

Parc Amazonia in Roquemaure Tel. 04 66 82 53 92


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BUNTE VIELFALT TIERPARKS

Das afrikanische Tiergehege von Sigea Das afrikanische Tiergehege von Sigean, zwischen Narbonne und Perpignan, beherbergt nahezu 4 000 Arten auf einer Fläche von 300 Hektar. Seit nunmehr fast 20 Jahren pflegt der Park Beziehungen mit der Welt der Forschung und dem Artenschutz. Der natürliche Lebensraum ist hier so gut nachempfunden, dass die Arten eine Fortpflanzung fast wie in ihrem ursprünglichen Milieu genießen. Zahlreiche Forscher führen hier ihre ersten Beobachtungsprojekte über die großen Primaten durch. Es gibt zwei Varianten für einen Besuch: Sie können entweder eine Rundfahrt durch das Gelände mit dem Auto machen, oder das Gehege zu Fuß erkunden. Ruhe und die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften sind Pflicht. Auf Wunsch können auch Führungen organisiert werden.

Réserve de Sigean - RD 6009 - Sigean. Tel. +33 (0) 4 68 48 20 20 www.reserveafricainesigean.fr

Die Unterwasserwelt der Haie

Gévaudan: Auf den Spuren der Wölfe Dieser Park der Wölfe im Lozère – dem Département mit der “unberührtesten Natur” in ganz Frankreich – hatte vor kurzem sein 25 jähriges Jubiläum! Die Präsenz der Wölfe in diesem zugleich legendären und wilden, unberührten Gebiet ermöglicht es Forschern, diese Beutejäger in einem natürlichen Lebensraum zu beobachten, während die Besucher sich mit dem “großen bösen Wolf” vertraut machen können. Gérard Ménatory, Journalist bei Midi Libre, soll die zwei ersten Wölfe des Parks aus Polen eingeführt haben. Heute sind im Park der Wölfe des Gévaudan etwa hundert Tiere heimisch. Darüber hinaus bietet der Park ein Ausstellungsprogramm und entwickelt thematische Vorträge für die Allgemeinheit. Für Kinder werden ganzjährig pädagogische Tage, Grimassen- und Skulpturen-Workshops und Erzählungen angeboten.

Parc des loups de Gévaudan, Sainte-Lucie, Saint-Léger-de-Peyre.Tel. +33 (0) 4 66 32 09 22 www.loupsdugevaudan.com www.loupsdugevaudan.com

Das Seaquarium von Le Grau-du-Roi, im Palais de la Mer, bietet Einblicke in die bedrohten Arten und zeigt Meeresschildkröten und Seepferdchen. Und seit jeher ist dieses Aquarium auch das erste in Europa, das einen “Tunnel der Haie” hat! Außerdem bietet das Aquarium auch heute einen Parcours für Kinder, und die jüngste Ergänzung ist ein Themenbereich mit dem Namen “Muséo Tortues”. Auch das “Requinarium” ist sehr beeindruckend! Hier kann man eine Replika des “großen weißen Hais” bestaunen. Auch kann man hier dem Ammenhai begegnen. Seehunde und Seelöwen spielen hinter den Scheiben des Observatoriums. Das Seaquarium ermöglicht die Beobachtung von fünfundzwanzig Arten lebendiger Haie und bietet anhand von Modellen, Filmen und Illustrationen einen Einblick in das Verständnis ihrer Entwicklung.Anhand von interaktiven Säulen und Spielen lässt das Thema sich auch spielerisch erforschen.

Seaquarium - Port-Camargue, Le Grau-du-Roi. Tel. +33 (0) 4 66 51 57 57

Der Tierpark von Casteil Der im Naturpark Parc Naturel régional des Pyrénées Catalanes gelegene verblüffende Park bietet Natur zu 100% und wurde vor mehr als zwanzig Jahren von Dominique Cases und seiner Familie gegründet. Auf zwanzig Hektar und entlang eines Parcours von 3,5 Km können Sie Löwen, Damwild, Lamas, Saarlooswolfshunde, Yaks, Affen und sogar ein Kamel beobachten! Eine sehr sympathische Arche Noah.

Parc animalier, in Casteil. Tel. 04 68 05 67 54

Mare Nostrum Das vor fünf Jahren in Odysseum - dem neuen und kürzlich erweitertem Stadtviertel Montpelliers - eröffnete Aquarium Mare Nostrum entführt den Besucher zunächst in eine Nachbildung der unterseeischen Höhlen des Mittelmeeres. Dreihundert verschiedene Arten und dreißigtausend Meerestiere sind hier zu Hause. Diese erst vor Kurzem fertiggestellte Kulisse eröffnet eine intelligent durchdachte und neue Perspektive auf das Meeresleben. Entlang des gesamten Besichtigungsparcours gibt es speziell für Kinder vorgesehene Bereiche. Die animierte perspektivische Darstellung erinnert an “20 000 Meilen unter dem Meer”.

Mare Nostrum - Odysseum in Montpellier. Tel. +33 (0)4 67 13 05 50 SUDDEFRANCE - 89 -

Das Tal der Schildkröten in Sorède Wussten Sie, dass das Massif des Maures und die Albères eines der letzten europäischen Rückzugsgebiete für die Hermann-Schildkröte bieten? Und das die Region von Banuylsdas letzte Refugium in Frankreich für die Schildkröte Mauremys leprosa ist? Wenn Sie das Tal der Schildkröten besuchen, das inmitten eines baumbestandenen Parks liegt, können Sie die rund dreißig Schildkrötenarten aus der ganzen Welt, die zwischen den Steineichen herumkrabeln, nicht übersehen.

La Vallée des tortues in Sorède Tel. 04 68 95 50 50

Zoo und Treibhaus in Montpellier Im Zoo trifft man Bären, ein Tapirpärchen, Ohrenrobben, Brüllaffen, Rehe, Zebras und kann in einen Löwengraben schauen. Erklärende Tafeln sind im ganzen Park aufgestellt und anhand von Abdrücken kann man die Spuren der Tiere erforschen. Der Eintritt in den Zoo ist gratis. Direkt nebenan erwartet Sie das AmazonienTreibhaus, das einzigartig in Frankreich ist. Hier sind die Wälder Amazoniens, 500 Tire und 3 500 tropische Pflanzen zu entdecken.

Zoologischer Park und Treibhaus Parc zoologique et serre 50, avenue Agropolis in Montpellier. Tel. 04 67 54 45 23

Le Ranch Randals Bison Anfang der 90er Jahre hat der Bauernhof Ferme des Randals seine ersten Bisons aus Amerika importiert, um sie in den Cevennen im Departement Gard zu züchten. Der Hof hat sich dann bald dem Tourismus zugewandt und bietet WesternWochenenden und geführte Besichtigungen der Bisonzucht. Achtung, die Ranch ist nur am Wochenende geöffnet.

Randals Bison in Lanuéjols. Tel. 04 67 82 73 74


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BUNTE CANOË/RAFTING

Rafting, Canyoning oder Kanu, wir werfen uns in die Fluten!

Die Wassersportbegeisterten haben eine schier unbegrenzte Wahl zwischen den unzähligen Seen, Flüssen und Wildbächen, die die Region zu bieten hat, und sie haben die Wahl zwischen Kanu, Kajak, Rafting oder Canyoning… Es gibt für jeden etwas! Emblematisch für den Languedoc-Roussillon ist die Schlucht der Gorges du Tarn, das Ausflugsziel für die Erfrischung im Sommer! In dieser engen Schlucht, die stellenweise einem echten Canyon ähnelt, hat der Fluss sich, gleich einem langen türkisblauen Band, in die Kalkfelsen eingegraben. Hier ist das Wanderkanufahren von jeher die meistbetriebene Wassersportart. Doch es gibt auch andere geeignete Orte für Wildwassersportarten, denn im Hinterland gibt es unzählige Flüsse und Wildbäche; fast überall hat das Wasser sich sein Bett durch das Kalkgestein geformt, ob in den Causses oder in der Ebene. Familien suchen eher die erfrischende Stille der Hochgebirgsseen wie dem See von Villeneuve-de-laRaho, dem See von Les Bouillouses in den östlichen Pyrenäen, dem See von Naussac im Lozère oder dem künstlich angelegten See von Le Salagou im Hérault, die alle sehr bekannt sind. Aber man kann ihnen auch die Frische der Bäche und Flüsse wie dem Gardon bei Uzès vorziehen, der wie ein friedliches Band unter den Bögen des Pont du Gard dahinfließt… Oder den Gorges de l’Hérault von Ganges (Gard) bis nach Saint-Guilhemle-Désert (Hérault): dieser Fluss ist ein Eldorado für alle Kanubegeisterten, die ihn auf den grünen Wassern an Felsen vorbei hinunterfahren; und die kompakten JuraKalksteinbänke laden die Badenden ein, hier die warme Sonne zu genießen... Aber die Liebhaber von spannenderen sportlicheren Herausforderungen werden der “gemächlichen” Fahrt eher eine Fahrt auf einem Wildwasserfluss vorziehen. Doch Achtung! Manche Flüsse, die Wildwasser führen, sind nur erfahrenen Paddlern bzw. in Begleitung eines Wildwasserführers zugänglich! Die kombinierte

Disziplin des Canyoning - eine Kombination zwischen Speleologie, Tauchen und Klettern, um sich den Fluss hinunter zu bewegen - gehört zu den neuen, modernen Disziplinen derjenigen, die auf ein sportlicheres Abenteuer aus sind. Doch es gibt auch Gelegenheiten zum Rafting, Hydrospeed oder zum Baden in diesen Wildwasserbächen. Wenngleich die Region Lozère, die auch oft “das Wasserschloss” in Frankreich genannt wird, mehrere bekannte Flüsse (Tarn, Lot, Allier) bietet, so ist jedes der Départements ein Ziel an sich. Im Département Gard sind die wesentlichen befahrbaren Flüsse die Cèze, der Vidourle und der Gardon. Im Hérault sind die Flüsse Hérault und Orb sehr beliebte Ziele. Der Fluss Aude bietet den Sportlern mit seiner Vielfalt, je nach Fließgeschwindigkeit und dem gewünschten Schwierigkeitsgrad, mehrere Abschnitte an, während die Paddler sich in den östlichen Pyrenäen auf zwei küstennahe Flüsse, den Tech und die Tet, konzentrieren. Im Übrigen eignen die

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Gorges du Llech in diesem Département sich auch ideal zum Rafting. An den meisten dieser Flüsse kann man sein Boot mieten und sich selbständig auf den Weg machen, während das Canyoning und das Rafting Disziplinen sind, die stets in der Gruppe oder in Begleitung eines qualifizierten Wildwasserführers praktiziert werden. Von den Ausschüssen der Départements für Kanu und Kajak wurden mehrere topographische Führer herausgegeben, wobei für jeden Bach oder Fluss der allgemeine Schwierigkeitsgrad und die schwierigsten Passagen angegeben sind. Auskünfte beim Regionalausschuss für Kanu u. Kajak des Languedoc-Roussillon “Comité Régional de Canoë-Kayak du Languedoc- Roussillon“ Tel. +33 (0) 4 67 82 16 63 www.sunfrance.com/eauxvives


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BUNTE KITE - VOILE - VTT

Die grünen Routen, 100% Natur Sie durchziehen die Region und scheinen kein Ende nehmen zu wollen, zum Vergnügen der Mountainbikeund Rollerfahrer und anderer nicht motorisierter Wanderer. Sie führen auf sicherem Wege zu den Stränden, umrunden die Étangs (Voie Verte du Lez, Montpellier-la mer, 6 km) und folgen dem Kanal im Schatten der Platanen (von Béziers nach Portiragnes, 15 km). Andere verlaufen entlang der Küste, so die Strecke von Narbonne nachSaint-Pierre-la-Mer (29 km), die entlang der Kanäle verläuft- insbesondere der Treidelpfad des Canal du Midi – und um den Ètang de Gruissan, während der Weg von Carnon nach La Grande-Motte, (6 km) entlang der Strände verläuft. Weiter im Land führt die Strecke durch Obstplantagen und Weinfelder und verleitet zur Erkundung der Camargue (von Vauvert nach Gallician, 7 km) oder zum Besuch charmanter, kleiner Dörfer (Voie verte de l’Agly, 14 km), den Canigou immer im Blick. Die längste Strecke, die Voie verte du Haut-Languedoc, “Passa Païs”, führt über einen 59 Km langen, in einem ehemaligen Gleisbett angelegten Weg. Im Hérault führt sie in das Tal des Jaur, der am Fuße des Mont du Somail und entlang der Bergkette der Espinousefließt. Im Herzen der Garrigue, durch grüne Eichen, Steineichen, Zistrosen und Heidekraut und feuchte Wälder, Kastanienwälder und Weinfelder windet sie sich hinauf bis nach Mons-la-Trivalle und überquert nach einem obligatorischen Halt in Olargues, einem mittelalterlichen Dorf mit dem Label “Schönste Dörfer Frankreichs” den Pont Eiffel. Die Strecke verläuft durch den Naturpark Parc naturel régional du Haut-Languedoc und führt zu zahlreichen sehenswürdigen Stätten : Zur Grotte vonLa Devèze, zum Museum für Vorgeschichte der Region in Saint-Pons-de-Thomières, zum Haus und zur Kirche des Hospitalierordens von Saint-Jean de Jérusalemin Saint-Vincent d’Olargues…

Und wenn der Wind weht… Flysurfing, Kitesurfing, Kiteboard, Kitebuggy… Nun, gleich wie sie auch alle heißen, das Kitesurfing wurde erstmals an den Stränden des Languedoc erfunden, genauso wie man es heute überall in aller Welt betreibt! Die bunten Flügel der Kitesurfer, die das azurblaue Meer bevölkern, sind heute die Wahrzeichen der Strände an der Küste des Languedoc geworden. Wenn es auch schwierig ist, die Ursprünge des Kitesurfing genau nachzuvollziehen, so machten die ersten recht stabilen Prototypen hier erstmals im Jahr 1996 ihren Auftritt. Das Konzept der Navigation auf dem Wasser, gezogen von einem Drachen, welches in den 80er Jahren von den Brüdern Legaignoux erfunden wurde, erfreut sich zunehmender Beliebtheit: schon bald erhoben sich die ersten “Testpiloten” dieser Disziplin, die sich nicht damit zufriedengeben wollten, nur übers Wasser zu gleiten, in der

Rudern auf dem “Mare Nostrum” Das Mittelmeer, das von den Seeleuten ebenso gefürchtet wie verehrt wird, und der Golfe du Lion vor der Küste des Languedoc-Roussillon insbesondere, bietet ein riesiges “Spielfeld” für alle Liebhaber des Segelsports. Drehende Winde, Sonnenschein das ganze Jahr über und warme Wasser im Sommer... der Languedoc-Roussillon ist mit seinen 21 Jachthäfen, darunter Port Camargue, dem größten in Europa, ein wahres Segelparadies.Verleihe von Segel-oder Motorbooten, mit oder ohne Skipper, Hafenanlagen, die für Jachten geeignet sind, touristische Aktivitäten in der Nähe für diejenigen, die zu einem Landgang anlegen wollen, Regatten im Sommer wie im Winter, Wassersportkurse, sportliche Wettkämpfe nationalen und internationalen Ranges, die Präsenz großer Segelprofis... All dieses sind Attribute, die den Languedoc-Roussillon eindeutig zu einem “Land” des Meeres machen!

SUDDEFRANCE - 91 -

Region in die Lüfte! Heute gibt es in Frankreich rund 50 000 KitesurfingBegeisterte, und schätzungsweise 5 000 betreiben diese Sportart an den Stränden von Südfrankreich. Diesen neuen Kitesurfing-Fanatikern begegnet man von der Landspitze von L’Espiguette in der Camargue bis nach Saint-Cyprien in den östlichen Pyrenäen. Im Hérault reichen die beliebtesten Strände für das Kitesurfing vom herrlichen Strand von L’Espiguette über Port-Camargue, Carnon, Palavas, Les Aresquiers und Cap d’Agde bis nach Sète. Die einzige Einschränkung für die Begeisterten dieser Disziplin sind die Badegäste an den Stränden während der Sommerzeit. Doch seit einigen Jahren haben die Kitesurfer ihre besonderen Bereiche: Villeneuve-lès-Maguelone, L’Espiguette, und ab diesem Sommer auch einige Quadratmeter der Strände von Le Petit Travers (Carnon) und Le Grand Travers (La Grande-Motte).


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BUNTE VIELFALT STATIONS VERTES - DIE GRÜNEN ORTE

Die Skistation

en Pyrenäen

Im Sommer in den Bergen, ein wahrer Genuss Die Wintersportstationen sind im Frühling nicht geschlossen… Sie tauschen ihr Weiß gegen Grün, und Sie Ihre Skier gegen Wanderschuhe, Mountainbikes oder Esel… Die Bergorte bieten eine Vielfalt von Aktivitäten in freier Natur in einer Landschaft, der die blühende Vegetation eine wilde, erfrischende Schönheit verleiht! So bietet die Bergstation Bolquère-Pyrénées2000 im Herzen des Naturparks Parc naturel régional des Pyrénées Catalanes Wanderungen entlang der Seen wie dem Lac des Bouillouses (Foto oben rechts) oder dem Lac de Matemale, umrahmt von den Gipfeln, von denen man mehr als ein einzigartiges Panorama genießen kann. Eine Gelegenheit zur Erkundung der Gebirgsflora oder auch eine Chance, Gämsen, Auerhähnen, Mufflons, Murmeltieren oder Lämmergeieren zu begegnen ode reine Gelegenheit zum Gleitschirmfliegen, Canyoning oder Rafting in den klaren Wassern des Massif du Canigou und zur Erkundung einer der schönsten Canyons Kataloniens. Nur wenige Schritte von den Stränden des Mittelmeeres lädt die Station Espace Cambre d’Aze zu ruhigeren Sportarten ein, Angeln, Höhlenerkundungen, und nicht zu vergessen, zu einem Besuch der Warmwasserbäder in Llo oder in Saint Thomas. Der Lac de Belcaire der im Aude gelegenen Bergstation Camurac lädt zum Baden ein, während zahlreiche Wanderwege für Fußgänger oder Mountainbikefahrer die Landschaft des Saultdurchqueren, auf denen man prächtige Wälder und die wilden des Schluchten Rébenty passieren kann. Es sei denn man bevorzugt es, die vielen westgotischen Burgen zu erkunden, bevor man sich auf den Weg der Katharer begibt, der das Pays de Sault von Belvis nachComusdurchquert und durch den Wald Forêt

de Picausselführt. Die in den Cevennen gelegene Bergstation Bleymard - Mont-Lozère ist ideal, um sich auf den von Robert Stevenson beschrittenen Weg zu begeben, der hier 1878 fast 252 Kilometer mit seiner Eselin Modestinezurücklegte. Eselvermietung und geführte Wanderungen stehen auf dem Programm, denn der große Wanderweg (GR70), der die Gipfel des Mont Lozère, die Landschaft des Gévaudanund die Täler der Cevennen passiert, kann mit dem Pony oder zu Fuß und in Teilstrecken zurückgelegt werden. Die Thermalstationen bieten Entspannung und die Wohltaten der Gebirgswasser, und die Gasrtonomie, die zu Spezialitäten im Überfluss einlädt, sorgt für die Freuden, die einen Aufenthalt rundum gelingen lassen. www.sunfrance.com/montagnes

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• Les Angles. 1600-2000 m. Tel. +33 (0)4 68 04 32 76 • Bolquère - Pyrénées 2000. 1800-2250 m. Tel. +33 (0)4 68 30 12 42 • Camurac. 1400-1800 m. Tel. +33 (0)4 68 20 31 77 • Cerdagne Puigmal. 18002700 m. Tel. +33 (0)4 68 04 72 94 • Espace Cambre-d’Aze (Eyne Saint-Pierre-dels-Forcats). 1600-2400 m. Tel. +33 (0)4 68 04 08 01 • Espace Nordique du Capcir. 1500-2400 m. Tel. +33 (0)4 68 04 49 86 • Font-Romeu. 1600-2250 m. Tel. +33 (0)4 68 30 68 30 • Formiguères. 1500-2400 m. Tel. +33 (0)4 68 04 47 35 • Porté-Puymorens. 1600-2500 m. Tel. +33 (0)4 68 04 82 41 • Puyvalador. 1700-2400 m. Tel. +33 (0)4 68 04 44 83 • La Quillane. 1600 m. Tel. +33 (0)4 68 04 22 25

Cévennes • Aubrac Sud - Bonnecombe 1350-1470 m. Tel. +33 (0)4 66 32 39 53 • Le Bleymard-Mont-Lozère. 1400-1700m. Tel. +33 (0)4 66 48 66 48 • Les Bouviers - Grandrieu. 1400-1500 m. Tel. +33 (0)4 66 47 41 54 • Laubert-Plateau du Roy. 1200-1450 m. Tel. +33 (0)4 66 47 71 37 • Mas de la Barque. 1340-1680 m. Tel. +33 (0)4 66 46 92 72 • Mont Aigoual, Prat-Peyrot. 1200-1500 m. Tel. 04 67 73 19 80 • Nasbinals. 1400-1500 m. Tel. +33 (0)4 66 32 55 73


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BUNTE UNTERBRINGUNG

BUNTE PRESTIGE BUNTE VIELFALT PRESTIGE

Ein Aufenthalt nach Maß

K

lassisch oder im oberen Segment, die Hotels des Languedoc setzen auf höchste Vollkommenheit. Die weite, vielfältige Landschaft des Languedoc-Roussillon bietet einerseits die Küste des Golfe du Lion und andererseits ein grünes, von Tälern durchzogenes Hinterland voller großartiger Orte, die ein Sinnbild für die lokale Lebensart sind. Hier hört man auf, sich woanders hin zu wünschen. Vor allem ist das Unterkunftsangebot äußerst vielfältig. So wird ein Aufenthalt in einer “Gîte”, einer einfachen Herberge, alle bezaubern, die sich in einer intimen Atmosphäre in alten Häusern in traditionellem Stil wohlfühlen; diese wurden von ihren Gastgebern, den bevorzugten “Botschaftern” der Region, liebevoll eingerichtet. An der Küste bieten Feriendörfer, luxuriöse Hotels oder Campingplätze sowie Ferienclubs die ideale Lösung, um gleichzeitig das Leben am Strand und alle modernen Einrichtungen wie Swimmingpool, Spabereichoder Fitness-Raum zu genießen. In diesen Häusern, die das Gütesiegel Sud de France tragen, können Sie also in Ruhe Ihre Koffer abstellen und in aller Gelassenheit in der Region ankommen. Außerdem bietet die Region etwa fünfzig Unterkünfte, die aufgrund der Exzellenz ihres Services unter dem Gütesiegel “Cercle Prestige“ zusammengefasst wurden, das vom Sud de France Développementfür Hotels von außergewöhnlicher Qualität eingeführt wurde. Die Region bietet eine Vielzahl an möglichen Reisezielen: Einen Ausflug ins Grüne zu einer echten Festung, eine mystische Nacht in den Mauern eines Benediktinerklosters, einen Abend unter dem Sternenhimmel in einem Restaurant am katalanischen Golf, eine genussvolle Weinverkostung in einem Weingut etc. Die Quintessenz der Raffinesse, die jeden Wunsch nach neuen Entdeckungen zu befriedigen vermag, denn dieses ist die Garantie für einen unvergesslichen Aufenthalt!

Für weitere Informationen scannen Sie diesen QR-Code mit Ihrem Smartphone oder verbinden Sie sich direkt auf der Website : www.sunfrance.com/prestige und

SUDDEFRANCE - 93 -

www.sunfrance.com/qualite


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BUNTE VIELFALT GÄSTEZIMMER

Augenblicke der Verzückung « Ich habe aufgehört, mich woandershin zu wünschen », sagte sich André Breton eines Tages, und hatte den Ort seiner Träume gefunden. Unter den zahllosen Gästezimmern der Region wird es den Besuchern schwer fallen, zu entscheiden wo es am ihnen an besten gefällt. In fünfzig Jahren hat sich das Konzept der Gästezimmer entscheidend weiterentwickelt. Erfunden hat es in den 50er Jahren der Franzose Emile Aubert, um den weniger Begüterten zu ermöglichen, ihre Ferien bei Bauern auf dem Land zu verbringen, die selbst wiederum auch nicht reich waren. Auch wenn die wichtigsten Erwartungen wie Erholung, gute Luft, Ruhe und gesundes, reichliches Essen nach wie vor aktuell sind. Heute gibt es neben den mit den Qualitätslabeln Gites de France” und “Clévacances” ausgezeichneten Zimmern noch die Zimmer der spezialisierten Netze, insgesamt zählt man heute mehr als 3 000 Häuser, die in den fünf Departements des Languedoc-Roussillon Gästezimmer anbieten. Das Angebot reicht vom einfachen Zimmer ohne Schnörkel bis zu überwältigenden Orten, die an das Paradies auf Erden denken lassen. Zauberhafte Orte für einen einzigartigen Abend oder eine unvergessliche Woche, verschwiegene und wunderschöne Häuser, die man da entdeckt, wo man es am wenigsten erwartet hätte. In Carcassonne im Aude hat ein Pärchen, beide Dekorateure, das “La Maison Coste”, ein großartiges Gästehaus in einer niedrig gebauten Villa eröffnet, in der fünf Zimmer und zwei Suiten zur Verfügung stehen. In Anduze im Gard bietet “Le ferme de Cornadel” gemütliche Zimmer, die die Namen von Weinreben tragen, in einem ehemaligen Speicher, der mit viel Raffinesse ausgebaut wurde. In Fontans zwischen Aubrac und Margeride im Lozère hat ein Paar vor zwei Jahren das Haus “La Grange d’Emilie” eröffnet, das ein Hafen der Ruhe ist und mit seinen modern gestalteten Zimmern, in denen die Spuren der Vergangenheit geschickt erhalten wurden, sehr

gute Qualität bietet. In Montpellier haben Eleganz und Raffinesse ihr Zuhause im Hotel Baudon de Mauny gefunden, einer ehemaligen Stadtvilla im Stadtzentrum, in der die Familie de Bordas (Foto) seit vier Jahren luxuriöse Gästezimmer anbietet. Die Zimmer mit den ungewöhnlich hohen Decken verbreiten einen schnörkellosen, natürlichen Charme, die harmonischen Farben verschmelzen in den stilvollen Zimmern, die den Duft von Stein verströmen.

Garantiert eine gelungene Abwechslung Eher Jurte, Hütte oder Unterkunft mit Bio-Öko-Ambiente ? Seit einigen Jahren folgen viele Gästezimmer und Ferienhäuser einem thematischen Konzept. In Planès, einem auf 1500Meter Höhe gelegenen Dorf der Pyrénées-Orientales, befindet sich das “l’Orri de Planès”, ein einzigartiges Ferienhaus, das Geschmack, Komfort und ökologischen Anspruch vereint. Im Tal des Orb im Hérault ist die “ Ferme d’Art” ein lebendiger Bauernhof mit 3,5 Hektar Land, der sich mit erneuerbaren Energien versorgt. Abtauchen in ein anderes Ambiente ist heute das Schlüsselwort. In Creissan im Hérault lädt “La Combe Mouis” zur Übernachtung im Planwagen ein, mit Blick auf die Weinfelder von Saint-Chinian. In Sorède in den Pyrénées-Orientales bietet das, “Au soleil Mongol” die Möglichkeit, in einer echten mongolischen Jurte in einem Korkeichenwald mit Blick auf die Pyrenäen zu übernachten. Noch mehr ungewöhnliche Abwechslung bieten die Baumhütten, die der neueste Trend sind. Im Lozère bietet das “L’Oustaou eine zwischen den Ästen eines Kastanienbaums versteckte Hütte mit einer unverstellten Sicht auf die Cevennen. In Castries nahe Montpellier verfügt der Domaine Saint-Jean de l’Arbousier über zwei Hütten, von denen man sowohl die Aussicht auf das Meer als auch auf die Ausläufer der Cevennen genießen kann. In Prats-de-Mollo in den Pyrénées-Orientales in MontOZ’Arbres kann man tagsüber Seilbahn fahren und unter dem Sternenhimmel in einer inmitten von Pinien gelegenen Hütte übernachten. Unvergesslich.

Qualité Sud de France Dieses Label steht für einen herzlichen Empfang, Qualität und Komfort in den mehr als 700 Einrichtungen und touristischen Stätten der Region. Ob Hotels und andere Unterkunftsanbieter, Restaurants, Weinkeller für Weinproben, Verkaufsstellen für heimische Erzeugnisse, touristische Sehenswürdigkeiten oder Stätten von kulturellem

Interesse, alle verpflichten sich zu einer strengen Einhaltung der Qualitätskriterien. Alle unter diesem Gütesiegel zusammengefassten Etablissements beherrschen die Grundlagen, um ihre Gäste in englischer Sprache zu empfangen und um die Unterbringung von Gästen mit körperlichen Behinderungen zu erleichtern, ganz zu schweigen von SUDDEFRANCE - 94 -

einer festen Verpflichtung zu klaren und effizienten Informationen über alle kulturellen Angebote und Freizeitaktivitäten, die im Languedoc-Roussillon zur Auswahl stehen. Für weitere Informationen siehe: www.sunfrance.com/qualite


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13 THERMALSTATIONEN

BUNTE THERMALSTATIONEN

Badekurort im Plural Im Languedoc-Roussillon befinden sich 12 Badekurorte. Hier haben Sie die Qual die Wahl für maximale Wellness. Seit ungefähr einem Jahrzehnt werden außer den klassischen medizinischen Badekuren auch Wellness- und Entspannungsprogramme angeboten. Massagesäle, Schönheitskuren, Schlammkuren, Sprudelbecken, Saunen stehen zur Verfügung, um den Anforderungen einer neuen Kundschaft zu genügen, die sich Wohlbefinden und angenehme Erfahrungen wünscht, und dies in einer bezaubernden Landschaft! Es ist also kein Wunder, dass jedes Jahr um die 90 000 Kurgäste die Badekurorte der Region besuchen. In den Ostpyrenäen zwischen Céret und Arles-sur-Tech, in 30km Entfernung von der Mittelmeerküste, befinden sich die warmen Quellen von Amélie-les-Bains, die bekannt sind für ihren hohen Schwefelgehalt. Dort erbauten die Römer die ersten Thermen. Und heute eröffnen die Thermen, die auf den Fundamenten der antiken Bäder erbaut wurden, die Türen zu einem Universum der totalen Entspannung vor dem Ausflug auf die Gipfel des Albères- oder des CanigouMassivs... Le Boulou liegt in unmittelbarer Nähe der spanischen Grenze und ist gleichzeitig Badekurort und Urlaubsziel. Der Kurort befindet sich inmitten eines weitläufigen Geländes, dominiert vom duftenden Heideland, ideal für lange Spaziergänge zur Belebung nach dem Entspannen. Die Thermen in Molitg-les-Bains in der Nähe von Paracolls liegen eingenistet den Armen der Schluchten von Castellane, am Fuß der mittelalterlichen Festung von Paracolls, ganz in der Nähe des alten Dorfs. Schlammbad in Schwerelosigkeit, Massagedusche... Die Wellness- Thermen versprechen die höchsten Genüsse! Der Badekurort Prats-de-Mollo-la-Preste ermöglicht es Ihnen, die Badekur mit der Natur und einer Entdeckungsreise in das Kunstschaffen des katalanischen Lands zu verbinden. Im alten Dorf mit seinen geschichtsträchtigen Mauern können Sie die wohltuenden warmen (44°), schwefelhaltigen Quellen genießen und Ihre Müdigkeit und Ihre hartnäckigen Schmerzen dort zurücklassen. Im Hochtal der Aude in 310 m Höhe liegt der Badekurort Rennes-les-Bains, der schon in der Antike für seine Thermen bekannt war. Diese Tradition ist jetzt um einen Wellness- und einen Schönheitsbereich erweitert worden, die sich angenehm mit der Entdeckung des Hinterlands des Aude-Tals verbinden lassen. Im Departement Hérault bieten sich Lamalou-les-Bains oder auch Avène-les-Bains für eine Bekanntschaft mit dieser neuen Art von Badekur an, wie auch Allègre-les-Fumades in den Cevennen oder La Chaldette in Lozère. Zu diesen Thermen kommen auch die zahlreichen Thalassotherapie-Zentren in La Grande-Motte, Banyuls, Port-Barcarès, Caneten-Roussillon... hinzu.

Für weitere Informationen scannen Sie diesen QR-Code mit Ihrem Smartphone oder verbinden Sie sich direkt auf der Website : www.sunfrance.com/bien_etre

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• Alet-les-Bains - Dieser kleine Badekurort am Aude profitiert von einem angenehmen Mikroklima. Die warmen Quellen versorgen das Zentrum, wo Verdauungsund Stoffwechselprobleme behandelt werden. • Amélie-les-Bains - Eine der ersten Badekurorte in Frankreich in den Ostpyrenäen. Dort behandelt man Rheuma und Atemwegsbeschwerden. • Avène-les-Bains - Die Quelle Sainte-Odile von Avène im Departement Hérault ist auf dem neuesten Stand der Forschung, was die Behandlung von Hauterkrankungen angeht, vor allem große Verbrennungen. • Bagnols-les-Bains - In 21 km Entfernung von Mende in Lozère und in 900 m Höhe befindet sich dieser Badekurort mit einer 41.5° warmen Quelle. Sie eignet sich bei Hals-NasenOhrenbeschwerden und Rheuma, da sie reich an Fluor, Mineralsalzen und seltenen Gasen ist. • Allègre Les Fumades-les-BainsDas kalte, schwefel-, bicarbonat- und calciumhaltige Wasser machen diesen Badekurort in Gard zu einem speziellen Kurort für Hauterkrankungen und Atemwegsbeschwerden. • La Chaldette - Das 35.6° warme Wasser dieses Badekurorts in Lozère enthält Bicarbonat und Natrium, was beruhigend und entlastend wirkt und vor allem bei Hals-Nasen-Ohrenund Darmbeschwerden ideal ist. • Lamalou-les-Bains - Das metallarme und eisenhaltige Wasser dieses Badekurorts im Departement Hérault sind berühmt für die Behandlung von Schmerzen und Nervenerkrankungen. • Molitg-les-Bains - Der ideale Ort für die Behandlung von Hauterkrankungen, Atemwegund Rheumabeschwerden in den Ostpyrenäen ist Molitg. • La Preste - Dort, in den Ostpyrenäen, nahe der spanischen Grenze, hat das Vorhandensein von schwefelhaltigem, radioaktivem Wasser im 19. Jahrhundert den Bau eines Badekurorts ermöglicht. • Rennes-les-Bains - Das warme, schwefelhaltige Wasser dieses Badekurorts in Aude wird für die Behandlung von Rheuma eingesetzt. • Vernet-les-Bains - In dieser Stadt der Ostpyrenäen werden Hals-NasenOhrenbeschwerden und Rheumaleiden behandelt. • Balaruc - Balaruc grenzt an die Küstenregion von Hérault und ist der zweitgrößte Badekurort in Frankreich. Sein warmes Wasser, das Oligoelemente enthält, wirkt heilend auf Gelenke und schwere Beine. • Le Boulou - Le Boulou ist ein charmantes kleines Dorf in den Ostpyrenäen im Süden von Perpignan, wo Herzund Arterienprobleme und Verdauungsstörungen behandelt werden.


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BUNTE SCHÖNHEIT - SPA

Im Lozère, zwischen Therapie und Wellness

Spa und Massagen für einen entspannenden Aufenthalt In einer immer komplizierter werdenden Welt ist es zur Notwendigkeit geworden, sich um sein Wohlbefinden zu kümmern. Zwischen Perpignan und Nîmes laden zahlreiche Häuser gehobener Qualität zu einer Schönheitspause ein. «Zu unserer Philosophie gehört es, Haut und Körper eine Schönheitspause zu gönnen und dabei mit den Schönheitsriten unserer Vorfahren und der von den Dynastien Asiens überlieferten Lebenskunst zu arbeiten », erklärt Anna Koleva, die Gründerin des äußerst eleganten Spas Sensotek in Montpellier (Foto). In ihrem Institut werden Pflegeprodukte auf der Basis von energetischen Pflanzen und Wurzeln aus Asien sowie dynamisierenden Pflanzen aus Amazonien und der Kombuchapilz verwendet, der für die Fermentierung von Tee benutzt wird und dem starke antioxydative Kräfte nachgesagt werden. Aus den hier verwendeten natürlichen Produkten ist sogar eine ganze Serie kosmetischer Pflegeprodukte hervorgegangen. Ein Ort der vollkommenen

Erholung. Andere Spas bieten Pflege auf der Basis von Kieselerde, Algen, Schlamm, Sheanussbutter, Honig, Arganöl und Pflanzenpuder. Dieses Pflegesegment wächst und wächst. Denn die heilenden Eigenschaften dieser Produkte und Öle bieten dem Besucher bei sachkundiger Anwendung eine neue Dimension des Wohlfühlens. Ob mit Spa und Schwimmbad, Jacuzzi oder Sauna, alle diese Zentren stehen im Dienst des Wohlseins und bieten sowohl klassische Massagen als auch Techniken wie Shiatsu, Fußreflexzonenbehandlungen oder ayurvedische Massagen nach den Prinzipien der traditionellen indischen Philosophie. Alle sind gleichermaßen exotisch, einige der Hamams wie das berühmte Kräuterbad in Montpellier bieten Frauen altüberlieferte Schönheits- und Entspannungsrituale an, in stilvollem Rahmen bei einem Minz- oder Gewürztee. Ob man nun auf der Suche nach Entspannung oder dynamisierenden Kräften ist, ob es darum geht, zu relaxen oder abzunehmen oder sich einfach nur in Form zu bringen, Wohlsein zu erfahren ist ganz leicht!

Schönheit, ein Produkt des Südens! Schon lange ist das Languedoc-Roussillon führend in der Entwicklung und Herstellung von Wellness- und Schönheitsprodukten. Von den schon von den Römern genutzten Thermen bis zu der ältesten Universität für Medizin Frankreichs in Montpellier, man kann sagen, dass die Pflege des Körpers hier eine lange Tradition hat. Heute arbeiten hier zig Laboratorien an der Innovation und Entwicklung von Schönheitsprodukten und nutzen dabei den Reichtum der Natur der Region. An der Spitze dieser Produkte steht die Thermalwassermarke Avène, die den Namen der Thermalstation im Hérault trägt und von den Laboratoires Fabres betrieben wird und die eine Pflegeserie aus feuchtigkeitsspendenden Cremes und Körperpflegeprodukten

entwickelt hat, deren Bekanntheit immer weiter wächst. Andere Firmen wie Delrieu undVivaligne entwickeln ebenfalls Qualitätsprodukte. Und seit einigen Jahren, erlebt die Kosmetikherstellung auf der Grundlage biologischer und naturbelassener Produkte einen wahren Aufschwung. Bioreline im Gard entwickelt die Pflegeserie Végébiotique, die sich auf die Heilwirkung der Pflanzen stützt und ausschließlich Pflanzen aus biologischer Landwirtschaft verwendet. Das noch junge Bio-Laboratorium Little Big, das 2008 gegründet wurde, arbeitet an der Entwicklung einer Produktserie aus natürlichen und ethisch verantwortlich hergestellten Produkten aus Afrika und unterstützt so einen fairen Handel, der den Menschen und die Umwelt achtet. SUDDEFRANCE - 96 -

Die Thermaleinrichtung La Chaldette ist ein gelungenes Beispiel für die Synthese aus Thermalanwendungen und grünem Tourismus und vereint therapeutische Anwendungen mit Wellness in einer kühnen Architektur von Jean-Michel Wilmotte, einem weltberühmten Architekten, Stadtplaner und Designer, dem das Languedoc-Roussillon die MediathekAndré-Malraux in Béziers, den Umbau und die Renovierung des Flughafens, des Rathauses und des Theaters von Nîmes zu verdanken hat. Die auf 1000 Meter Höhe auf der Hochebene des Aubrac gelegene Station ist ideal für Wanderungen durch die Wiesen- und

Heidelandschaft, die Wälder und entlang der Seen, nur wenige Schritte entfernt von den Skistationen. Das Wasser der Chaldette sprudelt hier mit einer Temperatur von 35°C hervor und steht den Kurgästen über moderne Hydrotherapieanlagen zu ihrem Wohlsein zur Verfügung. Weiterhin gibt es ein breites Fitnessund Wellnessangebot. Während das Wasser der Chaldette salzig ist, enthält das Wasser von Bagnols-lesBainsSchwefel. Schon bei den Römern galten sie als die berühmtesten “a Aquae calidae”. Die am Fuße des Mont-Lozère in der Nähe von Mendes gelegene Station profitiert von einer Warmwasserquelle, die in den Bergen mit einer konstanten Temperatur von 41°C entspringt, sowie von einer Kaltwasserquelle. Sie wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts eröffnet und mehrfach renoviert und erweitert. Seit 1998 verfügt das Haus über einen vollständig vom Thermalkurbereich getrennten Fitnessbreich.


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Sud de France Eté 2012 DE  

Sud de France Eté 2012 DE

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