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Ausgabe 3/2013 – #22

Mission YouTube Von der gartenhütte ins Netz 05:12 / 20:13


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FoToS

creaVi PhoTograPhY.coM; berNhard grieSSler; ciNeMa ParadiSo

inhalt

Ausgabe 3/2013

02

FoToSTrecKe life in a Day

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MedieNreVoluTioN Mission YouTube

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doPPel-iNTerVieW „Wenn es keine Schule gibt, dann müssen wir uns eine bauen“

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croWdiNVeSTiNg Wenn alle bezahlen wollen

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KiNo: ciNeMa ParadiSo Rosige Zeiten für ein paradiesisches Kino

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PlaYSTaTioN 4 VS xbox oNe Kampf der Konsolengiganten

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olYMPiSche WiNTerSPiele Großes Stars und kleine Sterne von Sotschi

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urbaN exPloriNg Jäger der verlorenen Orte

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FilMTiPP Machete is back

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aluMNi-STecKbrieFe Nach der FH ... Was machst du eigentlich heute?

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geheiMTiPP Underground: Außen hart, innen zart

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do iT YourSelF Glow Jar

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KoluMNe: ZugbeobachTuNgeN Trainspotting

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FoToWeTTbeWerb Siegerbild zum Thema „Transport“

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iMPreSSuM

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14

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editorial Draußen ist es kalt und nebelig: Du sitzt im Warmen, klickst dich durch ganz schön amüsante YouTube-Videos und fängst auch beim x-ten Mal „Annoying Orange“ noch an zu lachen. irgendwann beginnst du dich zu fragen: Woher kommt dieses Obst? Auf Seite 6 findest du die Antwort. Und auch die Anleitung, wie du Obst, dich selbst und alles andere über YouTube zum Star machen kannst. Zeitvertreib kommt aber auch aus anderen Richtungen – zum Beispiel Baden bei Wien. Das St. Pöltner Programmkino cinema Paradiso hat dort ein neues Kino abseits des Mainstream eröffnet (S. 14). Wer sich zu dieser Jahreszeit lieber in Bars rumtreibt, bekommt nun einen echten Geheimtipp: eine Metal-Bar mit 60ies Musik,

selbstgemachten chili-leberkässemmeln und einem Besitzer zum Fürchten (S. 28). „Verabschiede dich von dem Gedanken, dass eine Karriere wichtig ist, um glücklich zu sein“, ist der Geheimtipp von lukas Hetzendorfer. Er hat an der FH St. Pölten studiert und bezieht Stellung zum leben nach dem Abschluss (S. 24). Nun aber wünschen wir schöne Wintertage und ein paar erhellende Stunden mit SUMO! doris & bernhard Schick uns deine Meinung zur neuen Ausgabe an office@sumomag.at!


2 SUMO

FOTO

Julia Neuhold


Life in a Ein Tag. Drei Tageszeiten. Drei Studenten. Ob Passion, Job oder Routine – was abseits des Studiums passiert, in Bildern festgehalten

Nikolas, 25 Media- und Kommunikationsberatung

21:00 Nachtschicht

SUMO 3


Hannes, 24 Medienmanagement

4 SUMO

21:00 Wellness

FOTOS

07:00 Morgen Journal

Julia Neuhold, Alexander Schroeder

15:00 Offroad


09:00 Katzenw채sche

18:00 Pumpen

Patrick, 23 Medientechnik 21:00 Aufsicht SUMO 5


>> Stars und Medienrevolution

Mission YouTube

Das beliebteste YouTube-Video hat knapp zwei Milliarden Aufrufe. Sein Urheber Psy ist nun reich und berühmt. Doch wie wird man YouTube-Star?

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ouTube wurde im Februar 2005 gegründet und ist heute das größte Video-Portal der Welt. Jeden Tag werden circa 65.000 neue Videos hochgeladen. Zu Anfang waren sie kurz und zeigten ein lachendes Baby, einen niesenden Pandabären oder eine Katze am Klavier. Heute hat sich die YouTube-Gemeinde weiterentwickelt. Es sind eigene Formate entstanden und damit auch eigene Stars. Wie wird man YouTubeStar? Und wie hoch stehen die Chancen dafür in Österreich?

Jenna Marbles, Annoying Orange und =3 Zuerst sei ein Blick auf die Vorbilder in Amerika geworfen. Zu ihnen gehört der New Yorker Ray William Johnson mit mehr als 11 Millionen Abonnenten. Seine Sendung „=3“ (Equals Three) erscheint zweimal pro Woche und zeigt drei besonders bemerkenswerte Videoclips aus dem Netz. Ray witzelt darüber, spottet, trollt seine Fans, ist explizit, auch mal politisch unkorrekt oder findet diese Clips auch mal auf originelle Art großartig. Er zeigt etwa ein Nachrichten-Video aus Hawaii. Dieses berichtet, dass Janice Keihanaikukauakahihuliheekahaunaele seit 20 Jahren einen Führerschein hat, auf dem ihr Name aus Platzgründen nicht vollständig geschrieben ist. „Ist das ein Zauberspruch von Harry Potter?“, fragt Ray. Auch unter den besten zehn Kanälen befindet sich die „Annoying Orange“ von Dane Boedigheimer. Animierte Früchte plaudern über ihre größten Ängste, stellen Szenen aus dem Film „Saw“ nach oder treffen Super Mario. Die Früchte begeistern über 3,3 Millionen Abonnenten. Währenddessen bloggen Jenna Mourey und ihre zwei Hunde auf dem Kanal „Jenna Marbles“. Ihre Videos beschäftigen sich auf humorvolle Art mit ihrem Alltag. Der

6 SUMO

Fokus liegt dabei auf Jungs, Partys und Alkohol. Eines ihrer beliebtesten Videos ist eine Anleitung, wie man sich am besten betrunken schminkt.

Die Regeln zum YouTube-Erfolg Die Herkunft aus dem YouTube-Gründerland Amerika ist nicht die einzige Gemeinsamkeit der drei Kanäle. Alle befolgen die „YouTubeRegeln“ (siehe 10 Tipps zum erfolgreichen Kanal). Ray William Johnson, Dane Boedigheimer und Jenna Mourey bedienen eins der vier beliebtesten Genres von YouTube: Comedy. Jeder hat sein eigenes Konzept, das es davor noch nicht gegeben hat. Das macht sie einzigartig. Sie gehen auf ihre Zuseher ein, indem sie Kommentare oder Fragen der Zuschauer im nächsten Video beantworten. Sie alle haben mittlerweile mindestens drei Jahre Erfahrung. In dieser Zeit haben sie von ihren Zuschauern gelernt und sind mit ihnen gewachsen. Vor allem bei Jenna sieht man, dass sie ohne teures Technik-Equipment Videos drehen kann, die viele Aufrufe bekommen. Alle haben einen festen Tag, an dem sie ihr neues Video veröffentlichen. So wissen Fans, wann sie mit Neuem rechnen können. Die Titel sind kurz und einprägsam. Niemand vergisst so schnell „Drunk Makeup Tutorial“ oder „Annyoing Orange – Pain-apple“. Sie erzielen viele Aufrufe: Rays „Don´t call me fat!!“ hat über 24 Millionen Aufrufe, Jennas „How to trick people into thinking you´re good looking“ über 54 Millionen und Danes „Annoying Orange – Orange nya nya style“ kommt auf über 62 Millionen Aufrufe. Sie alle sind YouTube-Partner. Dies führt dazu, dass sie an den Werbeeinnahmen ihres Portals beteiligt werden. Wie hoch das Gehalt eines YouTube-Stars sein kann, hält der Video-Kanal geheim.


Das Wall Street Journal schätzt Ray William Johnsons Jahreseinkommen auf eine Million US-Dollar.

10 Tipps zum erfolgreichen Kanal 1.

inhalt: Gestalte dein Video simpel und originell; eine eigene idee wirkt Wunder. 2. Technik: Du musst nicht das teuerste Equipment besitzen, um ein gutes Video zu drehen. 3. erkennungsmerkmal: Überlege dir, was dich und deinen Kanal einzigartig macht; entscheidend sind dein Humor und eigener Stil. 4. emotionen: Rufe bei deinen Zusehern Gefühle hervor. 5. Kanal- und abonnenten-Pflege: Bleibe mit deinen Abonnenten in Kontakt, lies die Kommentare und gehe auf Vorschläge ein. 6. Veröffentlichung: Wähle einen festen Tag, an dem du deine Videos hochlädst (z. B. jeden Sonntag). 7. Titel: Gib deinen Videos einen kurzen und einprägsamen Namen. 8. beliebte genres: Musik, Games, comedy, Tiervideos 9. Netzwerk: Schließt du dich einem Netzwerk an, kannst du viele neue Abonnenten gewinnen. 10. geduld: Bleib am Ball; es ist noch kein YouTube-Meister vom Himmel gefallen.

Die wahrscheinlich wichtigste Gemeinsamkeit der drei Kanäle ist, dass jeder in einem Netzwerk vertreten ist. Ein YouTube-Netzwerk kann man sich wie einen Fernsehsender vorstellen, der Sendungen mit diversen Inhalten vereint. Bei YouTube sind das die Kanäle. Der Vorteil ist, dass sich die Netzwerke um die Bereiche kümmern, mit denen der YouTuber meist nicht vertraut ist. Sie sorgen für klassische PR, helfen bei der Produktion der Videos, klären Rechte und gewinnen geeignete Werbepartner. Innerhalb des Netzwerkes liefern sich die Kanäle gegenseitig Abonnenten. Dadurch wird eine höhere Reichweite erzielt und der Erfolg beziehungsweise Verdienst gesteigert. Die großen Netzwerke kommen aus Amerika: Machinima, Maker Studios, VEVO und Fullscreen.

Die bösen „Ms“ Im Sommer diesen Jahres wurden die Vertragskonditionen der zwei „Ms“ Machinima und Maker Studios bekannt. Mit der Unterschrift bei Machinima tritt der YouTuber die Urheberrechte an seinem Video ab. Die Maker Studios forderten von Ray William Johnson einen neuen Vertrag. Inhalt: 40 Prozent der Werbeeinnahmen und 50 Prozent der Urheberrechte gehen an das Netzwerk. Die Folge: Der wichtigste YouTuber der Maker Studios kündigte und gründete eine eigene Produktionsfirma.

So sieht’s in Deutschland aus Bei unserem Nachbarn in Deutschland ist es seit 2008 möglich, eine YouTubePartnerschaft einzugehen und so Geld mit dem eigenen Kanal zu verdienen. So entwickelt sich seit fünf Jahren eine eigene Szene. Die größten

SUMO 7


CREAVI Photography.com FOTOS

Marc Heiduk beim Dreh in seiner Gartenh端tte 8 SUMO


Stars sind derzeit die Jungs von „Y-Titty“. Gestartet haben Phil (Philipp Laude), TC (Matthias Roll) und OG (Oğuz Yılmaz) ihren Kanal zum Spaß. Heute sind sie Gäste bei TV Total, zweimalige Gewinner des Preises „BRAVO Otto“ und beliebtes Thema bei BILD-Artikeln. Ihr Netzwerk: Mediakraft Networks. Laut eigener Angabe ist das Kölner Unternehmen „Deutschlands größter TV-Sender im Internet“ und bündelt über 200 Kanäle. Einer dieser Kanäle ist „NPack“ (Nintendo Package). Betrieben wird er vom Österreicher Marc Heiduk und seinem deutschen Kollegen Anton Porsche. Ursprünglich waren sie Autoren einer Internetseite. Nach den positiven Rückmeldungen auf ihre Videos zur Gamescom 2011 beschlossen die beiden regelmäßig auf YouTube zu senden. Sie starteten mit „Gameplay“ – zeigten die ersten Minuten von Spielen und kommentierten dabei. Diese Art von Video war nicht einzigartig. Viele andere User zeigten ähnliche Videos. Um sich davon abzuheben, überlegten sie sich das Format „NewsPack“ mit Nachrichten aus dem Bereich Gaming/Technik. Später folgte das (Gaming-) Battle „Anton vs. Marc“ und das Community-Format „ComPack“.

Mediakraft – das gute „M“? Seit August 2013 sind sie bei TIN („The Information Network“) – dem Nachrichten-Netzwerk von Mediakraft – unter Vertrag. Marc ist froh über die Unterstützung. Seit der Aufnahme hat „NPack“ in kürzester Zeit mehrere hundert Abonnenten dazubekommen. Mediakraft wird oft als

Purkersdorf’s next YouTube-Star Name: Alter: Sonstige Tätigkeiten: YouTube-Kanal: Bei YouTube: Erstes Video: Beliebtestes Video: Lieblingskanäle: Studio: Promi-Status: Sein Tipp für euch:

Marc Heiduk 22 Jahre Medienmanagement-Student, Verkäufer bei GameStop NPack Seit 2006 Furby in der Mikrowelle Nintendogs + cats 3DS Gamplay The Verge, Polygon, Ray William Johnson Gartenhütte Wird auf der Gamescom erkannt Abonniert uns!

Sekte kritisiert, in der man als YouTuber alles vorgeschrieben bekommt. Marcs Erfahrung kann das nicht bestätigen. Das Netzwerk betreibe zwar eine Kanalanalyse und gebe Empfehlungen. Es sei dem Betreiber jedoch freigestellt, ob er diese umsetzt oder nicht. Er sieht hinter solchen Behauptungen den Neid anderer YouTuber“ die wissen, wie hilfreich ein großes Netzwerk im Hintergrund ist. Auch die „Meine Gartenhütte ist Gaunerei der amerikanischen Ms betrifft mein Studio, wichtig ist Mediakraft nicht. Die Kanal-Betreiber geben der rote Stoff als Hintergrund, die Nutzungsrechte denn Holz kommt nicht gut.“ während der Vertragslaufzeit ab. Die Urheberrechte bleiben dort wo sie hingehören: bei den Machern der Videos. Nun ist noch interessant, wie viel das Netzwerk von den Werbeeinnahmen der Videos einbehält. „Da kann ich dir leider nichts dazu sagen. Das ist geheim. Aber eins darf ich schon sagen: Aktuell verdienen wir noch zu wenig, dass es für Mediakraft Relevanz hat“, schmunzelt Marc.

YouTube in Österreich Seit April 2013 kann auch jeder österreichische Kanalbetreiber YouTubePartner werden. Deswegen gibt es bisher nur wenige Kanäle. Das ist die Chance für alle Einsteiger, sich auf diesem neuen Markt zu etablieren. Österreich sucht den YouTube-Star. Doch wie muss man sich die VideoProduktion vorstellen und was benötigt man an Ausstattung? Marc schreibt ein Skript, wichtig dabei ist ihm der Einstiegs-Gag. Dann folgt der Gang in den Garten. „Meine Gartenhütte ist mein Studio, wichtig ist der rote Stoff als Hintergrund, denn Holz kommt nicht gut.“ Es wird gedreht. Die Beleuchtung erfolgt durch Soft-Boxen – den schwarzen Regenschirmen. Den Ton nimmt Marc mit einem MacBook auf, gefilmt wird mit der Sony Nex 5n, eigentlich eine Fotokamera. „Wichtig ist, dass du das Beste aus deinem Equipment rausholst. Das Teuerste ist nicht immer das Beste.“ Nach circa vier Stunden Schnitt ist das Video fertig und will sich sehen lassen. Sein Tipp an alle Einsteiger: „Einfach loslegen und Spaß daran haben!“ Aileen Stickelbrucks „YouTube ist das Fernsehen der Zukunft. Ich freue mich auf viele österreichische Kanäle.“

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>> Doppel-Interview: Bildung für alle

Wer darf zur Schule gehen? Daniel Landau und Sina Farahmandnia haben jeweils ein Bildungsprojekt initiiert. Sie diskutieren über das bedingungslose Recht auf Bildung und wem es in diesem Land zugutekommt.

Daniel Landau (l.) und Sina Farahmandnia (r.) im Talk

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Und Daniel, was hat dich dazu gebracht „Zukunft.Bildung“ zu starten? Daniel Landau: Das war ein längerer Prozess. Wahrscheinlich mein Gerechtigkeitssinn. ‚Kinderrechte sind unteilbar’ sind die schön gesprochenen Worte dahinter – wie das Recht auf eine Ausbildung, das wir allen Kindern zubilligen sollten, und das Recht dann einen Arbeitsplatz zu finden. Was sind die Ziele des Projekts „Zukunft.Bildung“? Landau: Wir sehen uns als Pressure-Group und regen den öffentlichen Diskurs an, wie man ein Schulsystem macht, das möglichst allen Kindern zu einer gescheiten Ausbildung verhilft. Das Recht dazu haben viele Kinder nicht. Davon ist ein ganz großer Anteil Asylwerber. Beim Schulsystem ist es wichtig, dass wir über Heterogenitäten lernen – uns also nicht nach Leistungsgruppen orientieren, sondern uns vielmehr auf ein Miteinander, also auf ein gesamtes Umdenken des Schulsystems konzentrieren. Farahmandnia: Wir hatten den gleichen Gedanken. Wir wollten diese Jugendlichen nicht separieren, sondern die Schule zu einer Art Begegnungszone machen. Diese jungen Leute kommen nach Österreich und erfahren von Anfang an Ablehnung, nur weil sie nicht so gut Deutsch sprechen. Die dauernde Negativperspektive: Die kommen her und wollen. Aber sie bringen auch extrem viel mit: Engagement, Motivation und Kreativität, sonst wären sie gar nicht hier her gekommen. Viele alleine, minderjährig, ohne ihre Eltern. Es ist relativ einfach gegen eine Gruppe von Menschen, die nicht aussehen wie genuine Österreicher, vorzugehen und damit Politik zu machen: „Ausländer kommen und nehmen uns was weg“. Asylbetrug ist jetzt viel populärer im Wahlkampfprogramm. Wir wollen zeigen, dass es Österreicher gibt, die anders sind. Wir begleiten unsere Klienten zu allen behördlichen Terminen. Sie merken, dass sie es wert sind, begleitet zu werden, dass man sie ernst nimmt, auch ihre Ängste.

marcin Górsky, Sabine Pichler, Julia Neuhold

Wenn es keine Schule gibt, Dann müssen wir uns eine bauen

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SUMO: Sina, was hat dich bewegt, „Projekt Schule für Alle“ anzugehen? Sina Farahmandnia: Als Bildungsberater war ich wiederholt damit konfrontiert, dass karitative Einrichtungen wie die Caritas und die Diakonie – die ja eigentlich dafür zuständig wären – Asylwerber aus dem Bereich „Erwachsenenbildung“ rausgestrichen haben, weil es womöglich nicht gefördert wird. Aufgrund einer möglichen Abschiebung könnten sie verlorenes Investment sein. Viele meiner Schüler sind nach Österreich gekommen mit der Hoffnung, dass man sie und ihre Bedürfnisse entsprechend ihrer Ausbildung ernst nimmt. Das einzige, was man ihnen gesagt hat, war: „Es ist kein Platz für euch da.“ Trotz kam in uns hoch. Wenn es keine Schule gibt, dann müssen wir uns eine bauen.


Landau: Der Alltagsrassismus in den Menschen ist noch ein viel größeres Problem, dem man nur proaktiv entgegen treten kann. Auch ich habe Schüler oft zu Behörden begleitet und dort ungeheuerliches Benehmen erlebt. Man muss sich klar und laut wehren und sofort nach den Vorgesetzten rufen.

wir die Klassenräume verwenden können. So banal es klingt, aber ohne einen Ort, an dem man sich treffen kann, gäbe es das Projekt seit März nicht mehr. Landau: Dankbarkeit ist eine seltsame Kategorie, vor allem, wenn sie von anderen eingefordert wird. Wenn jemand sagt: „Ausländer sind ja noch nicht mal dankbar“, möchte ich kotzen. Ich bin dankbar, dass ich in einer Situation bin, in der ich mich für Bildung einsetzen kann.

Wie wird „Prosa“ gefördert? Farahmandnia: Laut BMUKK ist unsere Zielgruppe nicht förderwürdig, weil sie dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung steht. Da wir Haben wir ein barrierefreies Bildungssystem? mittlerweile einige Leute mit positivem Bescheid Landau: Das größte Problem ist, dass oder subsidiärer Schutzberechtigung haben, in Österreich Bildung sozial vererbt wird. könnten wir alle Listen fälschen und behaupten, Man wird sich die Frage stellen müssen, ob diese Leute in einer Klasse es nicht von manchen zu unterrichten. Diese Gruppierungen gewollt „Das Arbeitsverbot für ist, dass man sozusagen Klasse wäre dann förderwürdig. Dem Projekt geht die Unteren auch unten Asylwerber ist es jetzt aber kontinuierlich lässt, um sich Vorteile zu einfach unwirtschaftlich sichern. Wir wissen, was besser, da sehe ich es nicht ein, wieso wir Listen junge Menschen brauchen, und unethisch.“ fälschen sollten. Wir haben um erfolgreich zu sein, uns dafür entschieden geben es ihnen aber nicht, ein Schulprojekt zu machen, weil es für dieses obwohl wir keine budgetären Probleme haben, Problem keine staatliche Lösung gibt. Und wir sondern nur Entscheidungsschwierigkeiten, wo sind davon abhängig, ob sich der gesetzliche wir das Geld einsetzen. Rahmen ändert, der jetzige ist sehr mangelhaft. Wir erfüllen alle Qualitätsstandards, nur sind Was ist eure Zukunftsprognose für das unsere Jugendlichen keine Österreicher. Bildungssystem Österreichs? Landau: Ich bin Berufsoptimist. Doch ich Sollten Asylwerber arbeiten dürfen? bin auch sehr ungeduldig, was UngerechtigFarahmandnia: Ich glaube, dass dieses keit betrifft. Ich stecke große Erwartungen in Arbeitsverbot in der nächsten Legislaturpe- die nächste Legislaturperiode. Das Problem riode fallen wird. Die Wirtschaftskammer hat beginnt zwar bei denen, die den politischen vor Jahren schon eine SROI-Analyse (Social Rahmen setzen, doch es liegt viel mehr an den Return of Invest) an Asylwerbern vollzogen. politischen Denkblockaden, die wir innehaben. Also: „Wie viel kommt zurück, wenn ich einem Farahmandnia: Mein Problem ist, dass Schüler einen Schulabschluss ermögliche, wenn meine Geduld zur Neige geht. Die Umstände er oder sie dann arbeiten gehen kann.” Und die müssen sich besonders für sozial Schwache, ob sind draufgekommen: „JA! Lasst sie arbeiten!“ Österreicher oder nicht, schlagartig verbessern. Wichtig wäre es zum Beispiel in der Kranken- Je länger wir uns in Geduld üben, desto länger pflege, in der es an Personal fehlt. Bei uns in den müssen auch andere mit diesen Umständen Kursen wollen viele Schüler Krankenpfleger leben. werden, dürfen es aber nicht. Landau: Es liegt an uns allen, auch an Landau: Das Arbeitsverbot für Asylwerber SUMO, Verbündete zu suchen und den Druck ist einfach unwirtschaftlich und unethisch. Wir von unten zu erhöhen. Wenn wir uns darauf wissen alle, dass es sich um junge, motivierte verlassen, dass lauter wohlmeinende Menschen Menschen handelt, die, wenn man sie nur ließe, in Machtpositionen Chancen eröffnen, können in den Arbeitsmarkt einsteigen wollen. Das wir lange warten. Dazu haben wir keine Zeit. Gerede von negativen Sozialkosten, die durch sie verursacht werden, ist ein Scheiß. Emil Höher Thema Dankbarkeit? Farahmandnia: Ich habe unseren Schülern verboten, sich zu bedanken. Ich mache das nicht für die Schüler. Als Projektleiter bin ich dem Gymnasium Rahlgasse sehr dankbar, da

„Wer helfen kann, sollte auch die Verpflichtung sehen dies zu tun.“

Daniel Landau Zukunft.Bildung Überparteilicher Diskurs und eine ideologiefreie Herangehensweise an elementarpädagogische Themen sind die Anliegen der Plattform „Zukunft.Bildung“. Sie schlägt eine Brücke zwischen NGOs wie der Caritas, der Diakonie, Greenpeace und hochrangigen Institutionen aus Industrie und Wirtschaft. „Zukunft.Bildung“ sieht sich als PressureGroup und macht sich zum Ziel, eine Bildungslobby zu etablieren. Daniel Landau ist erfahrener Lehrer der Mathematik und Musik, war Dirigent in hochrangigen Chören und viel viel früher auch einmal Taxifahrer. Er initiierte ein Bildungsvolksbegehren, war Kolumnist in Bildungsfragen für die Presse und ist heute eine der lautesten Stimmen in Sachen Schulsystemreform in Österreich.

Sina Farahmandnia Prosa - Projekt Schule für alle „Prosa“ ist ein zivilgesellschaftliches Schulprojekt, das jungen Asylanten Vorbereitungskurse für den Pflichtschulabschluss anbietet. Das Team besteht aus 25 ehrenamtlichen Lehrern und drei engagierten Sozialarbeiterinnen, die ihren Schülern zur Seite stehen. Dieses Jahr gewann „Projekt Schule für alle“ den Respekt.net-Award für herausragende Dienste an der Gesellschaft. Sina Farahmandnia, juristisch gesehen Schulabbrecher und früherer Bildungsberater bei der Diakonie, ist heute Projektkoordinator und Schulleiter von „Prosa“.

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>> crowdinvesting: 2 Minuten 2 Millionen

WeNN alle beZahleN WolleN

Vom Kredit zum Masseninvestment Wer ein Unternehmen finanzieren will, hat verschiedene Optionen. Neben der Beschaffung von Eigenkapital durch Business Angels, Venture Capital und Eigenmitteln kann der Gründer

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auch versuchen, Fremdkapital aufzutreiben. Eines der bekanntesten Crowdfunding-Beispiele Hier hält in vielen Fällen die Bank als Geldgeber kommt aus Hollywood. Zach Braff, bekannt aus her. Aber auch Leasing und Factoring sind als der US-Serie „Scrubs“, hat seinen Film „Wish alternative Finanzierungen denkbar. Seit einigen I Was Here“ über Crowdfunding finanziert. Jahren etabliert sich noch eine weitere Finanzie- Seine Fangemeinde spendete 3,1 Millionen rungsform: Crowdinvesting. Dabei beteiligen US-Dollar, zwei hätte er gebraucht. Betrachtet sich mehrere Personen mit einer Einlage an man die Summe, war es die dritterfolgreichste meist jungen Unternehmen (Start-Ups). Doch Kampagne der weltgrößten Crowdfundingnicht alle Jungunternehmen sind Start-Ups. Als Plattform Kickstarter. dieses gilt es nur, wenn das perfekte Geschäfts- Seine Unterstützer begrüßen die Chance mit modell noch nicht gefunden ist und als Ziel ihrer Investition Teil eines so erfolgreichen Filmrasantes Wachstum verfolgt wird. Weiß „Auch in Österreich werden Crowdfunding und das Unternehmen schon genau, wie es Crowdinvesting zunehmend bekannter. Nicht Geld verdienen will zuletzt durch die Plattform CONDA.“ und ist am Markt bereits etabliert, zählt es nicht mehr zu den Start-Ups. Crowdinvesting geschieht projektes sein zu dürfen, viele der Filmbranche meist über Online-Plattformen oder Firmen- verachten ihn dafür. Sie stellen sich die Frage, websites. Die Investoren werden am Gewinn warum Fans nun schon die großen Filmstudios Hollywoods finanzieren sollen. und Unternehmenswert beteiligt. Auch in Österreich werden Crowdfunding und crowdinvesting vs. crowdfunding Crowdinvesting zunehmend bekannter. Nicht zuletzt durch die Plattform CONDA. Sie ist vor Crowdinvesting bildet eine Unterform zum allem durch die PULS 4-Show in den Fokus Crowdfunding. Im Gegensatz zum Crowdinve- der Öffentlichkeit gerückt. Doch auch davor sting werden beim Crowdfunding nicht unbe- versuchten Unternehmen auf diesem Weg an dingt Unternehmen, sondern auch unterschied- Geld zu kommen, eines hat es mithilfe von liche Projekte und Produkte wie Filme oder CONDA geschafft – der Wohnwagon. Mehr als Alben unterstützt. Die Geldgeber erhalten meist 100 Investoren zahlten über 70.000 Euro. Mit kleine Geschenke oder andere Formen der Aner- dem Geld konnte das Projektteam aus Wien die kennung, aber keine Unternehmensbeteiligung. Vision eines Naturholz-Campers umsetzen. Er

FoToS

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ie Aufgabe: In 120 Sekunden so überzeugend sein, dass Investoren bereit sind, 2 Millionen Euro für die Umsetzung einer Idee zu zahlen. Das klingt fast unmöglich – und nach einer einmaligen Chance. Genau diese Chance bekommen 50 Jungunternehmer in der Fernsehshow „2 Minuten 2 Millionen“ auf PULS 4. Am 25. November startete der Privatsender seine Show. 50 Jungunternehmer haben zwei Minuten Zeit, um fünf Jury-Mitglieder dazu zu bekommen, in ihr Start-Up-Unternehmen zu investieren. Sogenannte Business Angels vergeben insgesamt eine Million Euro in Cash und eine Million als Media- und Werbebudget für die TV-Sender ProSieben Austria, SAT. 1 Österreich, PULS 4, sixx Austria und kabeleins Austria. Sie sind selbst erfahrene Unternehmer und wollen sich mit Kapital und Know-How in die jungen Unternehmen einbringen. Abseits der vier Sendungen kann auch das Publikum die Ideen der Jungunternehmer unterstützen. In einem Voting wurden aus neun Publikumsprojekten vier ausgewählt. Sie kämpfen nun auf der Crowdinvesting-Plattform CONDA um Investitionen. Hier kann jeder in die Projekte investieren.

PulS 4

crowdinvesting kann jede idee finanzieren. Und jeder darf mitzahlen. Was ist also dabei, übers internet Geld für sein Unternehmen zu sammeln?


Bei „2 Minuten 2 Millionen“ auf PUlS 4 kämpfen 50 Kandidaten um das Geld der investoren

bedient sich großteils natürlicher Materialen wie Holz und passt sich mit einer Photovoltaikanlage, eigenem Ofen und Bio-Klo den Gegebenheiten der Natur an. Der Versuch, das Projekt über Schwarmfinanzierung zu realisieren, ist geglückt, der Wohnwagon ist finanziert. Doch nicht alle Versuche verlaufen wie gewünscht. Studierende der FH haben es über die CrowdfundingPlattform mySherpas versucht und wollten ihren Kurzfilm „Dressed As A Girl“ mithilfe von Sympathisanten finanzieren – sie sind gescheitert. Das war jedoch kein Grund, den Film nicht fertigzustellen. Er wurde umgesetzt und erhielt sogar ein Förderstipendium der Fachhochschule St. Pölten für herausragende Projekte.

Fürsprecher Wirtschaft Auch die österreichische Wirtschaft hat das Potential erkannt, das in der Finanzierungsform steckt. Der Wirtschaftsbund Niederösterreich präsentierte im Frühjahr 2013 ein regionales Crowdfunding-Projekt. Er will damit Klein- und Mittelbetrieben die Finanzierung erleichtern. Die Wirtschaftskammer Niederösterreich befürwortet Crowdinvesting, indem sie als Partner die Show „2 Minuten 2 Millionen“ unterstützt. „Das Bewusstsein, sein Unternehmen auf diese Art zu finanzieren, ist in Österreich leider noch nicht so vorhanden, wie wir (Junge Wirtschaft) es gerne hätten. Zudem müssten unserer Meinung nach noch rechtliche Hürden beseitigt werden. Aber ich gehe davon aus, dass es in Zukunft eine immer stärker werdende Rolle in

der Unternehmensfinanzierung spielen wird, besonders bei stark wachsenden Unternehmen“, ist Mag. Dieter Bader, Leiter des Gründerservice an der Wirtschaftskammer NÖ, überzeugt. Er rät aber nicht allen Jungunternehmern automatisch zu Crowdinvesting. Zuallererst muss sich der Unternehmer im Klaren darüber sein, was er erreichen möchte. Erst wenn grundlegende Fragen geklärt sind, kann diese Möglichkeit in Betracht gezogen werden. Mit Sicherheit muss man dabei aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen aber mit einer längeren Umsetzungszeit rechnen.

Risikobereitschaft gefragt Ganz allgemein gilt: Will man es als Unternehmen mit Crowdinvesting versuchen, ist damit ein großer Aufwand verbunden, nicht zuletzt für die Vorbereitung und Vermarktung des Projekts über eine Crowdinvesting-Plattform. Dies kann zugleich aber auch schon am Beginn des Projektes die Bekanntheit fördern und Kunden gewinnen, was bei anderen Finanzierungsarten nicht immer so einfach ist. Baders Erfahrung nach wird ein Unternehmen meist mithilfe verschiedener Instrumente finanziert: klassische Bankfinanzierung, Förderungen und allenfalls ergänzende Finanzierungsformen sowie Crowdinvesting oder Crowdlending. Bei letzterem werden über das Internet Kredite von Privatpersonen vermittelt. Auch Investoren sollten sich gut überlegen, ob sie ihr Geld in Crowdinvesting anlegen wollen.

Ihnen muss klar sein, dass es vor allem bei jungen Unternehmen oft zu Verlusten kommt und ein hundertprozentiges Ausfallsrisiko besteht. Hat das Unternehmen aber Erfolg, wird man nicht nur am Gewinn, sondern auch am Unternehmenswert beteiligt. Im Falle, dass die erforderliche Summe für das Projekt oder Unternehmen von vornherein nicht zusammenkommt, wird das investierte Geld an die Geldgeber zurückgezahlt. Jetzt heißt es aber erst einmal, sich zurückzulehnen und zu genießen, wie junge Unternehmer versuchen, den Investoren in 2 Minuten Geld in Millionenhöhe abzuknöpfen. Der Mut, der dazu notwendig ist, zeugt bereits vor der Unternehmensgründung von großem Unternehmergeist. Für die Start-Up-Szene und den Geschäftsführer des Vereins AustrianStartups steht fest: „Der größte Fehler, den man machen kann, ist, erst gar nicht zu beginnen.“

DORiS lUMESBERGER „Von Business Angels abgelehnte ideen werden jetzt über die crowd finanziert. Das heißt es gibt mehr umgesetzte Projekte aber nicht mehr gute ideen.“

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>> Kino: Cinema Paradiso

Das Angebot des kleinen Programmkinos ist umfangreich. Nischenfilme wie Dokumentationen, Klassiker, Frühstücks- und Babykino, aber auch die aktuellen Filme aus Europa und US-Independents werden gezeigt. Ein vielfältiges Rahmenprogramm, wie Konzerte, Lesungen und Diskussionen sowie Club 3 und Cinema Bar laden mit Kaffee, Wein und Cocktails verschiedenste Zielgruppen zum Verweilen ein. Neben dem klassischen Kinosaal gibt es auch

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ein Beislkino, das nicht wie herkömmliche Kinoräume mit Sitzreihen ausgestattet ist. Hier kann während des Films an bereitgestellten Tischen sogar gemütlich gegessen und getrunken werden. Jede Woche verwandelt sich der Raum in einen Club mit Livekonzerten. Von Jazz bis Pop ist alles dabei.

20 Jahre Cinema Paradiso Angefangen hat diese Kinogeschichte vor knapp 20 Jahren, im Jahr 1994. Damals hielt die Gruppe Cinema Paradiso, ein Verein rund um die Kulturmanager Alexander Syllaba und Clemens Kopetzky, das erste St. Pöltener Open Air Filmfestival „Film am Dom“ ab. Ihr ehrgeiziges Ziel war es, Filme nach St. Pölten zu bringen, die, laut den Betreibern, „ihren Weg ansonsten wahrscheinlich nicht einmal nach Österreich gefunden hätten“. Die Veranstaltung entpuppte sich, in der damals noch leeren Landeshauptstadt, als großer Erfolg und wird auch heute noch umgesetzt. Die letzte Veranstaltung musste jedoch ausfallen, da am Domplatz archäologische Ausgrabungen stattfanden.

Neueröffnung in Baden Stirbt das Kino im Angesicht neuer Unterhaltungsmedien aus? Es gibt Anzeichen dafür, aber auch einige dagegen. Zum Glück bemühen sich

immer wieder Leute um deren Erhalt – Ende Oktober wurde das neue Cinema Paradiso Baden, als Zweigstelle des St. Pöltener Kinos, mitten in der Badener Innenstadt eröffnet. Als Räumlichkeit dient das Beethovenkino, das nach 70 Jahren Betrieb den Kampf um die Besucher gegen die großen Kinozentren verloren hat. Die Betreiber des Cinema Paradiso sind guter Dinge aufgrund ihres neuen Standortes, denn als sie in St. Pölten anfingen, war auch dort der Rathausplatz absolut unbelebt. Dass dies heute nicht mehr so ist, liegt laut Alexander Syllaba auch in der Verantwortung des Paradiso, denn im Jahr würden rund 100.000 Besucher allein wegen des Kinos kommen und die Innenstadt beleben. Eröffnet wurde das neue Badener Cinema mit einem dreitägigen Fest, begonnen mit einem Konzert des französischen Akkordeon-Weltstars Richard Galliano. Am zweiten Tag folgte ein Auftritt von Nino aus Wien mit Raphael Sas und PauT. Das Mitsingkino mit Villa Valium und der Kultfilm „The Rocky Horror Picture Show“ lieferten Filmhighlights. Einen ersten Höhepunkt der noch jungen Paradiso-Geschichte in Baden stellte der Besuch von Erwin Wagenhofer (Regisseur von „We Feed The World“ und „Let’s Make Money“) dar, der seinen neuen Film „Alphabet“ über das heutige Bildungssystem vorstellte und dem Publikum danach noch geduldig alle Fragen beantwortete. Doch ist es schwieriger, ein kleines Programm-

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an muss verrückt sein, in St. Pölten in Zeiten wie diesen ein Kino zu „ eröffnen... Muss man aber wirklich verrückt sein, zu versuchen seine Träume zu verwirklichen?“ Diesen Satz findet man auf der Website des Cinema Paradiso, wenn man nach dessen Entstehungsgeschichte sucht. Wie wir heute wissen, wurde aus diesem „verrückten“ Traum Realität. Heute ist das Paradiso ein gut besuchtes St. Pöltner Programmkino und wurde 2006 sogar zum „European Cinema Of The Year“ gewählt, somit also als bestes Kino Europas ausgezeichnet. Dies ist eine beträchtliche Leistung, denn insgesamt wurde aus 479 Kinos in 29 Ländern, unter anderem aus Multiplexen, gewählt. Das Cinema Paradiso konnte die Jury mit seinen Bemühungen, junge Menschen für den europäischen Film zu begeistern, überzeugen und gewann den Award in der Kategorie „Young Audience Incentives“.

Rollettmuseum/Stadtarchiv Baden, Cinema Paradiso

In Zeiten, in denen andere Kinos zusperren, feiert das Cinema Paradiso sein 20-jähriges Bestehen in St. Pölten – und nun mit einer Neueröffnung in Baden bei Wien.


Filmklassiker Open Air in St. Pölten

Cinema Paradiso als neuer Nightlife-Hotspot in Baden

Plakat des ehemaligen Beethoven-Kinos

kino direkt vor den Toren Wiens zu betreiben diese Kinos unterstützen sollen. als in St. Pölten? Für die zwei Geschäftsführer Manche sehen diese Unterstützung jedoch als Kopetzky und Syllaba wird sich das in naher ungerechtfertigt an. 2010 reichte das ebenfalls Zukunft zeigen. Das Konzept soll dasselbe sein in St. Pölten ansässige Hollywood Megaplex wie in St. Pölten, wo es nun seit elf Jahren gut Klage gegen das Cinema Paradiso ein. Verlangt funktioniert. Denn für die Geschäftsführer ist es wurde die Rückzahlung sämtlicher öffentlicher wichtig, ein Programm anzubieten, das für alle Fördergelder, mit der Begründung, dass das Zielgruppen geeignet ist. Cinema Paradiso aufgrund des Programms, Der Umbau und die Modernisierung des alten das laut Kläger zu viele Blockbuster enthalte, Beethovenkinos verschlingen eine Menge Geld mehr Kommerz- als Programmkino sei. – 500.000 Euro wurden investiert. Von der Stadt Diese Rückzahlungsforderung wäre für das wurden 84.000 Euro übernommen, das Land kleine Programmkino unmöglich realisierbar Niederösterreich untergewesen. Die Klage des stützt mit 100.000 Euro und Kinoriesen wurde jedoch jährlich werden 25.000 Euro „Programmkinos sind schon in erster Instanz Förderung zugesprochen. abgewiesen. Die Begrünein Gegenpol zu den Auch das Cinema Paradiso dung des Gerichts: „Im in St. Pölten wird vom Land Multiplex-Kinos, denn Wesentlichen entspricht das mit 270.000 Euro pro Jahr Programm der Beklagten unterstützt. Doch da große sie ziehen die Menschen aber dem anderer (geförSummen in den Ausbau derter) Kinos.“ Es liege in die Innenstadt.“ des Standortes investiert keine Wettbewerbsverzerwurden, schreibt das Cinema rung vor und der Bezug der Paradiso ein kleines Minus. Die Ausgaben sollen Beihilfen stehe im Einklang mit dem EU-Recht. jedoch spätestens in zehn Jahren wieder erwirt- Unterstützung kam auch von den Fördergebern. schaftet worden sein. Ein wichtiges Kriterium für diese ist der Die Konkurrenz untereinander Standortfaktor, denn Programmkinos sind ein Gegenpol zu den Multiplex-Kinos, die die Vor 15 Jahren entstanden die ersten Multi- Leute eher an den Stadtrand ziehen als in die plexe in Niederösterreich. Mittlere und große Innenstadt. Der vermutlich wahre Auslöser Kinos fielen dieser Entwicklung zum Opfer, des Rechtsstreites war die Tatsache, dass das weil sie das gleiche Zielpublikum ansprachen. Cinema Paradiso plante, einen dritten Saal zu Die Programmkinos blieben von der neuen bauen. Der dritte Saal ist gebaut und der RechtsKonkurrenz relativ unberührt, denn sie streit nun schon drei Jahre her. Dennoch ist die bedienen eine Sparte, die von kommerziellen Stimmung zwischen den Kinobetreibern eisig. Kinos kaum beachtet wird. Trotzdem ist das In einem Interview aus dem Jahr 2012 bewertet Leben als Betreiber eines Programmkinos Alexander Syllaba den Standort St. Pölten als nicht einfach. Daher gibt es Förderungen, die sicherlich einen der am meisten unterschätzten

Standorte in ganz Österreich. St. Pölten sei keine Großstadt, was es nicht einfach gemacht habe, hier anzufangen, dennoch seien die Menschen sehr froh, dass es hier so etwas wie das Cinema Paradiso gibt. Besonders stolz sind die Betreiber auf die Tatsache, dass sie es geschafft haben, durch den Mix an Angeboten Veranstaltungen zu haben, die 16-Jährige genauso gerne wie 80-Jährige besuchen. Doch wie rosig sieht die Zukunft der Kinos aus? Fakt ist: Die Besuchszahlen sind generell rückgängig, dafür verzeichnen Filmfestivals Zulauf. Es ist also wichtig aus jedem Kinobesuch ein Erlebnis zu machen. Das Cinema Paradiso schafft dies alljährlich durch das Sommerkino. Dieses Open Air Kino wird direkt vor dem Cinema Paradiso am Rathausplatz St. Pölten aufgebaut und erweitert das Paradiso um einen „Saal“. Im Juli und August wird jeden Abend bei Einbruch der Dunkelheit ein ausgewählter Film gezeigt. Zeitgleich findet am Rathausplatz auch das Sommerfestival statt, daher befinden sich viele Leute in der Innenstadt. Die perfekte Gelegenheit, um einen guten Film unter Sternenhimmel zu genießen. Bis zum Sommer bietet das Cinema Paradiso nun gleich an zwei Orten hochwertige Unterhaltung.

Sarah Matura „Für mich zählen Kinobesuche mit Freunden, egal ob Programmkino oder Megaplex, noch immer zu meinen liebsten Freizeitaktivitäten.“

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>> Playstation 4 vs. xbox one

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KoNSoleNgigaNTeN Endlich ist die neue Konsolengeneration da. Darf sich Sony oder Microsoft die Krone aufsetzen, was wandert über den ladentisch und was spielst du?

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um jetzigen Zeitpunkt ist nicht ganz klar, wer das Weihnachtsgeschäft dominieren wird. Was nach Microsofts Konsolenvorstellung Ende Mai noch klarer war, ist mittlerweile wieder ganz anders. Damals patzte Microsoft gleich mehrmals. Gebrauchtspielsperre, Nutzerüberwachung über Kinect und die ständige Online-Aktivität wurden vom Konsumenten stark kritisiert. Aufgrund zahlreicher Beschwerden ruderte Microsoft ein Monat später im offiziellen XboxBlog zurück. Es werde weder eine Einschränkung bei Gebrauchtspielen, noch eine Nutzerüberwachung über Kinect geben. Online muss man bei einigen Spielen aber dennoch sein, wenn Rechenleistung oder Speicherplatz in die Cloud ausgelagert werden. Sony hingegen verhielt sich bisher unauffällig und sah Microsoft bei seiner „Selbstzerstörung“ zu. Bei Pressekonferenzen legte man den Schwerpunkt auf die kommenden PS4-Spiele und auf die PS Vita. Der bisher bescheiden verkaufte Handheld soll zukünftig auch Spiele der PS4 abspielen können und als Controller der Konsole nutzbar sein. Einen deutlich höheren Stellenwert sollen auch Indie-Entwickler bekommen.

Was du für dein Geld bekommst Die Xbox One kostet 499 Euro. Der Konsole liegt neben Kinect 2.0 auch „FIFA 14“ bei. Für Fußballfans, die „FIFA 14“ ohnehin kaufen würden, preislich kein allzu großer Unterschied zur PlayStation 4, die 399 Euro (ohne Zubehör) kostet. Allerdings wird auf Amazon ebenfalls ein Bundle angeboten: Die PlayStation 4 mit 2 Controllern, „Killzone: Shadow Fall“ und einer Kamera um 499 Euro.

Technisch unterscheiden sich Sony und Microsoft nur geringfügig voneinander. Beide sind nicht abwärtskompatibel, das heißt, es laufen keine Spiele der Vorgänger auf den neuen Konsolen. Bei Sony gibt es jedoch die Möglichkeit ältere Spiele zu erwerben und zu streamen. Die Kosten dafür sind aber noch nicht bekannt. Was früher eine reine Spielekonsole war, ist heute eine Multimediabox. Auf der Xbox One verschmelzen Gaming, Musik und TV-Inhalte, die über eine Sprachsteuerung aufzurufen sind. Auf Skype mit Freunden chatten oder die neuesten Filme sehen – die Xbox One macht es möglich. Mithilfe von Bewegungssteuerung und sozialen Features kann man aktiv am Spiel teilnehmen und Freunde daran teilhaben lassen. Zum Beispiel lassen sich auf der PS4 problemlos Gameplay-Videos aufzeichnen und per Knopfdruck auf Facebook laden. In der Spielelandschaft stehen zurzeit Indie-Games hoch im Kurs. Das hohe Maß an Kreativität und Freiheit in vielen Indie-Spielen stellt für die Konsumenten eine willkommene Abwechslung zu Ego-Shooter & Co dar. Durch die vereinfachte Architektur der PS4 soll das Entwickeln von Spielen jetzt einfacher sein als beim Vorgängermodell. Entwickler können die Inhalte direkt im PSN-Store publizieren und verkaufen.

Das Spieleangebot Bei den Games kann Sony aber noch nicht punkten. Der Release vieler Spiele wurde ins Jahr 2014 verschoben, daher gibt es bisher wenige Launchtitel. Fraglich ist, ob Sony mit den eher unbekannten Indie-Titeln die Spieler für sich gewinnen kann. Der größte Blockbuster ist wohl „Kill-

xbox one Dead Rising 3 Forza Motorsport 5 Killer instinct Ryse: Son of Rome „Watch Dogs“-Fans müssen sich noch gedulden. Der Start wurde auf Anfang 2014 verschoben.

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FoToS

Playstation 4 Flower Killzone: Shadow Fall Knack Minecraft

SoNY corPoraTioN, MicroSoFT, ubiSoFT

Wichtigste launchtitel:


xbox One: Skype und Kinect sind schon integriert zone: Shadow Fall“, aber auch das neue Jump’n’Run „Knack“. Microsoft ließ zum Start mit einigen Krachern aufhorchen „Dead Rising 3“, „Forza Motorsport 5“, das neue Remake von „Killer Instinct“ oder „Ryse: Son of Rome“ sind nur einige davon. Allerdings fehlen auch bei Microsoft noch Zugpferde wie etwa ein neues „Halo“. Wie bereits vorhin erwähnt, wurde die Veröffentlichung einiger Blockbuster auf nächstes Jahr verschoben. „Watch Dogs“ (Xbox One, PS4) wird im Frühjahr 2014 veröffentlicht, „Drive Club“ (PS4) kommt Anfang 2014, „Infamous: Second Son“ (PS4) im Februar nächsten Jahres, „The Witcher 3: Wild Hunt“ und „Halo 5“ werden ebenfalls erst 2014 erscheinen. Ob das Angebot zum Launch ausreichend ist, werden die nächsten Wochen zeigen. Sowohl Sony als auch Microsoft haben noch nicht die ganz großen Spiele auf dem Markt. Interessant wird auch zu sehen, ob Microsofts Image noch so angekratzt ist wie vor rund einem halben Jahr, oder ob die Gamer die Xbox One mit offenen Armen empfangen werden. Optisch wurde der Xbox One-Controller nur geringfügig verbessert. Das D-Pad reagiert jetzt schneller auf Eingaben und der Controller liegt besser in der Hand. Neu sind die Impuls-Trigger, die bei verschiedenen Aktionen im Spiel Feedback in die Finger übertragen, also vibrieren. Ein Erweiterungsanschluss sorgt für höhere Datenübertragungsraten, womit man zum Beispiel eine bessere Sprachqualität bei der Benutzung des Headsets erhält. Der neue Controller kostet 59,99 Euro. Der DualShock 4 von Sony besitzt viele neue Features und unterscheidet sich auch optisch sehr vom Vorgänger. Am auffälligsten ist wohl das Touchpad in der Mitte des Controllers, das auch bei Spielen zum Einsatz

PS4: Erstmals hat der controller ein eigenes Touchpad kommen kann. Ebenfalls neu ist der Share-Button, mit dem man Fotos und Videos auf Facebook und Twitter hochladen kann. Des Weiteren verfügt der DualShock4 jetzt über einen Options-Button und einen Kopfhöreranschluss. Der Controller ist in den Farben Schwarz, Rot und Blau erhältlich und kostet wie Microsofts Produkt 59,99 Euro.

Die Qual der Wahl Für welche Konsole man sich entscheiden soll, kommt darauf an was man sich von einer Konsole erwartet. Wenn man Wert auf Spiele legt und Indie-Games nicht abgeneigt ist, ist Sony zu empfehlen. Wenn man Multimedia-Funktionen schätzt, ist Microsoft die bessere Wahl. Letztendlich könnten einzelne exklusive Titel über die Wahl einer Konsole entscheiden. Anzunehmen ist, dass Sony die besseren Karten hat, da sie sich auf das Spieleangebot konzentriert haben. Skandale wie bei Microsoft sind ausgeblieben und die Spieler wurden auch nicht verärgert.

ROBERT BOiSiTS „ich freue mich schon auf die neue Konsolengeneration, auch wenn die ‚großen‘ Spiele noch nicht da sind.“

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>> Medien: Olympische Winterspiele

GroSSe Stars

und kleine Sterne Bei der Winterolympiade 2014 in Sotschi rücken besonders die bekannten Sportler in den Fokus der Medien. Doch was ist mit den Athleten abseits des Rampenlichts?

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erade bei uns in Österreich sind Sportarten wie Ski Alpin und Skispringen sehr populär und die großen Stars dieser Sportarten wie Marcel Hirscher und Gregor Schlierenzauer werden gefeiert und sind gern gesehene Gäste. Randsportarten wie Skeleton oder Shorttrack erlangen in den Medien dagegen kaum Aufmerksamkeit. Jedoch wird auch diesen Sportarten seit einigen Jahren vor allem durch Spartenkanäle wie ORF Sport+ mehr Berichterstattung eingeräumt. Sonst aber kommen sie medial kaum vor, nicht in den Kurznachrichten, in den Zeitungen oder bei den großen Galas. Nur bei den Olympiaden, einmal alle vier Jahre, wird dorthin geschalten, wenn gerade eine Top Ten-Platzierung oder vielleicht sogar eine Medaille ansteht. Über etwas mehr Beliebtheit durfte sich in der letzten Zeit das Skispringen der Frauen freuen.

Diese Disziplin wird 2014 in Sotschi das erste Mal bei den Olympischen Winterspielen vertreten sein. Auch Österreich darf sich hier berechtigte Medaillenhoffnungen machen. Daniela Iraschko, eine der erfolgreichsten Skispringerinnen, unter anderem mehrfache Gewinnerin des FIS Ladies Grand Prix (vergleichbar mit der Vierschanzentournee der Herren) und Weltmeisterin, wird die rot-weiß-roten Farben vertreten. Lediglich ihr Kreuzbandriss, den sie im Januar 2013 erlitt, könnte sie noch von der Teilnahme an den Winterspielen abhalten.

Mehr Beachtung, mehr Sponsoren Seit der Einführung von Spartenkanälen wie etwa ORF Sport+ ist es zumindest teilweise möglich geworden, den Randsportarten mehr Platz einzuräumen. Denn so gern einige Zuseher auch auf den größeren Kanälen

„ihre“ Sportart verfolgen würden, muss sich ein Fernsehsender und jedes andere Medium natürlich hauptsächlich daran orientieren, was die Mehrheit gerne sehen möchte. Da es nicht unendlich Zeit und Aufmerksamkeit gibt, ist es beinahe von selbst gegeben, dass einige wenige Sportarten die meiste Zeit der Berichterstattung über Sport erhalten. Was dann in einem Land als Königsdisziplin gilt, wird in einem anderen schnell zur Randsportart. Schwankungen lassen sich dabei auch in Österreich beobachten, noch deutlicher war die flatterhafte Zuneigung zu bestimmten Sportarten in den letzten Jahren in Deutschland zu sehen: Eine Zeitlang wurden die verschiedensten Skisprung-Bewerbe auf den großen Kanälen übertragen, solange Sven Hannawald und Martin Schmitt Goldmedaillen gewannen. Biathlon, Eisschnelllauf oder Slalom waren dann in jüngerer Zeit beliebter. In Russland ist Langlauf wichtig, in Fernost Shorttrack

Olympische Winterspiele 2014: Austragungsort: Sotschi, eine Stadt an der „russischen Riviera“ am Schwarzen Meer in Russland Disziplinen:

Dauer:

7. - 23. Februar 2014

Motto:

Hot. Cool. Yours

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Tickets: Die Preise reichen von 16 Euro für das Damenfinale im Skeleton bis 1147 Euro für die Eröffnungsfeier

www.sochi2014.com

Biathlon, Bobsport, Curling, Eishockey, Eiskunstlauf, Eisschnellauf, Freestyle-Skiing, Rennrodeln, Shorttrack, Skeleton, Ski Alpin, Skilanglauf, Skisipringen, Nordische Kombination, Snowboard

Im neuen Olympiastadion finden bis zu 40.000 Besucher Platz 18 SUMO


und in Skandinavien natürlich die nordischen für Sportler in Randsportarten über WerbeeinDisziplinen. Wirklich einig wird man sich internahmen auch bessere Trainings- und Arbeitsnational wohl nur bei der überragenden Bedeubedingungen bedeuten. Durch momentan noch tung des Eishockey-Turniers, des 50-Kilometerfehlende Sponsoren sind einige Sportarten für Langlaufs oder der Ski-Abfahrt. die Sportler als Privatpersonen kaum erschwingJedoch sind Sportarten wie Freestyle-Skiing oder lich. Ski- und Snowboardausrüstung, die in auch verschiedene Bewerbe des Snowboarding Freestyle-Bewerben bei Tricks oft sehr schnell nicht mehr nur in den USA kaputt geht, der Bau von Schwerpunkt – wo diese entsprechenden Halfpipes „Jedes Medium muss sich oder anderen Rampen, Sportarten schon lange beliebt sind –, sondern auch die neuesten daran orientieren, was die aber zeichnen sich auch bei uns Techniken an einem Bob Mehrheit sehen möchte.“. sind Dinge, die man nicht immer mehr als Trendsportarten ab. Also bleibt mal eben mit dem Gehalt für die Sportler und Fans aus einem Nebenjob dieser Disziplinen noch immer eine beträchtbezahlen kann. Denn was natürlich außer Frage liche Chance, dass besonders in Spartenkanälen steht, ist, dass die Trainingsbedingungen für wie ORF Sport+ oder etwa auch EuroSport 2 Randsportarten oftmals noch schwieriger sind als mehr über sie berichtet werden wird. für Teilnehmer der Ski-Alpin-Disziplinen. Auch Mehr Aufmerksamkeit durch die Medien würde dadurch erhöht sich der Trainigsaufwand enorm.

Auch wenn vielen der genannten Randsportarten noch immer wenig Aufmerksamkeit durch die Medien zuteil wird, könnte sich dies durch Erfolge zumindest ein Stück weit ändern. Für die olympischen Winterspiele in Sotschi 2014 ist insbesondere den österreichischen Teilnehmern ein verletzungsfreier Wettkampf zu wünschen, bei dem alle ihr Bestes zeigen können, ob es nun eine Platzierung im hinteren Drittel des Teilnehmerfeldes oder auf dem Stockerl wird.

CHristina Slomka „Ich hoffe sehr für Randsportarten, dass ihre große Zeit auch irgendwann kommt, da diese Sportler es genauso verdienen, im Rampenlicht zu stehen.

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J채ger der verlorenen orte Sie bezeichnen sich als moderne Arch채ologen. Unerschrocken treibt sie der Reiz nach den besten Fotomotiven in atemberaubende Kulissen.

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Die Beweggründe der Urban Explorer sind unterschiedlich. Einige sehen in ihrem Hobby die späte Erfüllung des Kindheitsinstinkts seine Umgebung zu

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erkunden. Für andere wiederum stehen der Nervenkitzel und die Abenteuerlust an erster Stelle. Ein Großteil der Community hat allerdings einen ganz anderen, romantischen Zugang zu seiner Passion gewählt. So beschreiben viele das Betreten alter, verlassener Gebäude als einen Eintritt in eine Parallelwelt, einer Welt „Lasse nichts zurück, aus einer anderen Zeit. Ihre Bemühungen gehen dahin, außer Fußspuren.“ den Charme des Maroden zu konservieren. Der unberührte Verfall dieser Ruinen wird dabei meist in ein mystisches und zugleich glanzvolles Licht gerückt. Dennoch, ob Adrenalinjunkie oder verträumter Romantiker, schlussendlich gilt es für alle Stadterkunder die einzigartige Stimmung und die besondere Ästhetik der verschiedenen Orte fotografisch festzuhalten. „Viele gehen jeden Tag

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rban Exploring, zu Deutsch „Stadterkundung“, ist die private Erschließung unzugänglicher Plätze, verlassener Ruinen, leerstehender Gebäude, maroder Villen oder dem zum Verfall freigegebener Fabriken. Fernab der Eintönigkeit des Stadtlebens erklimmen Urban Explorer Kräne und Brücken, verschaffen sich Zutritt zu weitläufigen Tunnelsystemen und sichern sich einzigartige Aus- und Einblicke. Jeder Schritt stellt ein Wagnis dar und dennoch sind es diese abgeschiedenen Orte, an denen sie die Motive für ihre Bilder finden. Die florierende, internationale Szene erfreut sich auch in Österreich immer größerer Beliebtheit. Mit ihrer Kamera erkunden sie Orte, die dem alltäglichen Blick verborgen bleiben. Ihre Ergebnisse präsentieren sie im Internet oder auch in Ausstellungen.

siehe Artikel

>> Urban Exploring


Ehemalige Lagerhalle in einem aufstrebenden Viertel in Wien

Der Charme eines einstigen Freudenhauses in der Wiener Innenstadt lässt sich nur mehr erahnen

an diesen Gebäuden vorbei, ohne die geringste Ahnung zu haben, was sich hinter diesen Fassaden alles verbirgt“, so ein langjähriger Urban Explorer, der aus Angst vor rechtlichen Konsequenzen anonym bleiben will. In der Tat handelt es sich bei diesem Hobby um eine Beschäftigung in einer rechtlichen Grauzone. Erwartungsgemäß zeigen sich viele Eigentümer den Fotoaktionen auf ihren Grundstücken gegenüber wenig erfreut. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass das Eindringen in Gebäude in vielen Fällen illegal ist und eine Straftat darstellt. Dazu unser Informant: „Wegen Hausfriedensbruch kam es bei Bekannten bereits immer wieder zu Anzeigen oder Verhaftungen“. Dabei sind die Stadterkunder eigentlich auf einer friedlichen Mission, wollen sie doch die schöne Seite des Verfalls dokumentieren. Darüber hinaus besagt der international gültige Urban-Explorer-Kodex: „Nimm nichts mit außer Fotos, lasse nichts zurück, außer deine Fußspuren“.

Dem Kodex entsprechend haben sich Urban Explorer ihrer Fotolandschaft mit der nötigen Neugier und dem nötigen Respekt zu nähern. So ist beispielsweise das gewalttätige Eindringen in eine Location laut internationalem Kodex strengstens untersagt. Es sind jedoch nicht die Eigentümer oder die Exekutive, die den Stadterkundern das Leben schwer machen. Letzten Endes wird Urban Exploring ein Opfer seiner eigenen Popularität und das Auffinden unentdeckter Orte immer mehr zu einer schier unmöglichen Aufgabe. Mathias Hadwiger & Alexander Schröder „Neugierde, ein Hang zur Nostalgie und das Kratzen an der Legalität haben uns im Selbstversuch den Geist des Urban Explorings näher gebracht.“

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>> Filmtipp

Machete is back Der Mexikaner schwingt seine Klinge im Auftrag des Präsidenten zur Rettung der Welt

Blutiger Wettlauf mit der Zeit Inhaltlich gibt es eine neue Story. Im Drogenkrieg verliert Machete seine große Liebe, Ex-Federal Agent Sartana Rivera. Lange Zeit für Trauer bleibt ihm jedoch nicht. Der amerikanische Präsident, verkörpert von „Two And A Half Men“-Star Charlie Sheen, hat einen Tötungsauftrag für Machete im Gegenzug für die amerikanische Staatsbürgerschaft. Sein „Opfer“ ist der mexikanische Kartellboss Mendez, der eine Nuklearrakete auf Washington abfeuern will. Der Zünder der Bombe ist mit Mendez‘ Herz verbunden. 24 Stunden bleiben Machete, um die Katastrohe zu verhindern. Der Waffendealer Luther Voz scheint seine einzige Rettung zu sein. Nur er kann die Bombe entschärfen. Schon bald muss Machete jedoch erkennen, dass dieser eine weitaus größere Gefahr darstellt. Auch abseits des haarsträubenden Plots knüpft „Machete Kills“ weitgehend an Teil eins an. Mit seiner Machete und unheimlicher Überlebenskraft

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ausgestattet, tötet der mexikanische Ex-Federal Agent seine Widersacher. Dabei besticht er vor allem mit seiner ausdrucksvollen Mimik. Worte sind überflüssig. Neben viel Blut sind Sex und nackte Haut zu sehen. Frauen sind keine Opfer, sondern gleich stark wie die männlichen Charaktere.

Topstars so weit das Auge reicht Trotz Low Budget Produktion glänzt „Machete Kills“ mit einer Riege von Topdarstellern. Neben Hauptdarsteller Danny Trejo ist wieder Michelle Rodriguez in der Rolle seiner treuen Wegbegleiterin Luz zu sehen. Charlie Sheen legt zum ersten Mal seinen Künstlernamen ab und verwendet seinen bürgerlichen Namen Carlos Estevez. Mel Gibson spielt einen Bösewicht in Bondmanier. Und Lady Gaga gibt ihr Leinwand-Debüt. Ihr Part in „Machete Kills“ ist nicht minder schillernd als ihr Bühnenauftritt. Rodriguez zeigt in „Machete Kills“ High Speed Entertainment vom Feinsten. Der Story und den Schauspielern sind keine Grenzen gesetzt. Es gibt keine Regeln. Neben rollenden Köpfen und heißen Ladies kommt auch der schwarze Humor nicht zu kurz. Es handelt sich hier um einen erstklassigen Trashfilm. Darüber hinaus zeichnet er sich durch eine packende Story aus. Machete stellt sich als ein durchaus sympathischer Held heraus, mit dem man mitfiebert und mitleidet.

Birgit Samer „Rodriguez macht Trash auf höchstem Niveau.“

SUMO; UNiversum Film GMBH

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t’s Machete“: Mit diesem Satz meldet sich die mexikanische Legende beim amerikanischen Präsidenten. Nach knapp drei Jahren kommt „ mit „Machete Kills“ das Sequel von Tarantino-Intimus Robert Rodriguez‘ „Machete“ ins Kino. Teil eins war ein Überraschungserfolg. Weltweit spielte der Film 44 Million US Dollar ein. Laut Rodriguez fehlte aber „noch etwas. Irgendein Knaller“. Kurzerhand beschloss der Regisseur zwei Sequels anzukündigen: „Machete Kills“ und „Machete Kills Again ... In Space!“ Man nahm also gleich einmal den Sequelwahn Hollywoods auf die Schaufel. Rodriguez hat bereits reichlich Erfahrungen mit exquisitem Filmtrash gesammelt. Er macht modernes Exploitation-Kino, das sich seiner Mechanismen bewusst ist und sie gegen sich selbst wendet. Trotzdem machte ein Sequel für Rodriguez nur dann Sinn, wenn es dem Stoff eine vollkommen neue Richtung geben würde. Gesagt, getan.

Machete im Auftrag des Präsidenten

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Neben viel Blut sind Sex und nackte Haut zu sehen


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>> Alumni-Steckbriefe

Nach der FH ...

Was machst du eigentlich heute? Hast du dich schon gefragt, was dir ein Abschluss an der FH später einmal bringt? Ehemalige Absolventen packen aus, erzählen von ihren Erfahrungen und ihren Traumjobs.

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Lukas Hetzendorfer Alter: 26 Abschlussjahr: 2009 Media- & Kommunikationsberatung Werbeplaner bei MediaCom, derzeit in Bildungskarenz (Master-Studium) Unterschätzt habe ich, wie wichtig EDVKenntnisse sind: PowerPoint, Outlook, Excel. Ein guter Umgang damit spart jeden Tag mindestens eine Stunde Arbeitszeit und ermöglicht somit eine Stunde mehr Freizeit. Da jede Erfahrung irgendwo hängen bleibt, gibt es nichts, was man nie wieder braucht. 1

Es war leicht. So wie die meisten aus meinem Studiengang wurde ich auch direkt aus dem Pflichtpraktikum für eine Fixanstellung übernommen. 2

3 Ja, absolut. Während der Studienzeit wollte ich bei MediaCom arbeiten – und so geschah es auch.

Bitte verabschiede dich von dem Gedanken, dass eine Karriere wichtig ist, um glücklich zu sein. Vergiss Karrierepläne („Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“) und alles, was damit zusammenhängt. 4

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NIKI Fuchs

Flexibilität und „Carpe Diem“ sind viel wichtiger als die Suche nach dem nächsten Praktikum, der fünfzehnten Fremdsprache und dem siebzigsten Business-Kontakt. Genieße stattdessen dein Leben, deine Studienzeit, denn so frei wirst du nie wieder sein. Die aufregende Arbeitswelt kommt früh genug. Und: Mach ein Auslandssemester. Wenn dir etwas Spaß macht, tu es. Alles andere (Job, Karriere, Geld) kommt dann automatisch. Spaß steht über guten Noten, guter Bezahlung und guten Job-Perspektiven. Habe ich damals nicht geglaubt, gehört aber jetzt zu meinen wertvollsten „lessons for life“. 5

6 Ein paar Blamagen bei wichtigen Präsentationen. Und das eine oder andere Werbemittel, das früher als geplant in Zeitungen oder auf Plakaten war und somit für viel Wirbel sorgte. 7 Sehr wichtig, man sieht sich einfach immer zwei Mal im Leben. Freunde aus der Studienzeit bleiben auch später Freunde, die dir eines Tages einen Job geben, deine Kunden werden oder Eintrittskarten in die weite Welt sind. Abgesehen davon macht es immer Spaß ehemalige Studienkollegen zu treffen.

Alter: 29 Abschlussjahr: 2006 Medienmanagement Moderatorin und Eventmanagerin

Am wenigsten: leider wirklich alles (schmunzelt). Am meisten: Marketing und Finanzwesen/Controlling 1

Nicht so schlimm. Wenn man sich durch viele Praktika durcharbeitet, ist alles möglich! 2

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Ja!

4 Pass mehr in der FH auf und feier weniger! (lacht) 5

Believe in your dreams.

6 Keine, da mich alles immer weitergebracht hat. 7 Kaum, aber es ist immer nett ehemaligen Studienkollegen über den Weg zu laufen.

Max Taylor; Privat

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Was hast du an der FH gelernt, das du nie wieder gebraucht hast? Was am meisten? Wie schwer war es, einen Job zu finden (auch deinen heutigen)? Entspricht dein Job dem Traum, den du damals an der FH hattest? Wenn du dich vor fünf Jahren anrufen könntest und 30 Sekunden Zeit hättest, was würdest du sagen? Was war der beste Tipp, der dir an der FH gegeben wurde? Was war die schlimmste Joberfahrung nach der FH? Wie wichtig sind die Netzwerke aus der FH-Zeit für dich heute?

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berNhard MeireiTer Alter: 32 Abschlussjahr: 2006 Medienmanagement TV-Research und Prognose Manager

1 Nie in Anwendung gekommen sind die Systemtheorie von Luhan und Kommunikationstheorien von McQuail. Fachwissen in der Kommunikation ist wertlos, wenn es nicht zur Anwendung kommt. Bei Projektarbeiten mit Studienkollegen habe ich am meisten gelernt, was ich im Job jetzt anwende. Es ist wichtig zu verstehen, wie Teams funktionieren und welche Rolle man selbst einnimmt. Das Studium lässt Experimentieren, aber auch Fehler machen zu. Solche Erfahrungen erkauft man sich später dann recht teuer. 2 Meinen ersten Job in einer Mediaagentur habe ich recht schnell über eine Bekannte

4 Folge deinem Herz und bleib dir treu. Keine bekommen, die dort damals gearbeitet hat. Ich wusste zwar nicht, was genau eine Medi- Scheu vor Veränderungen. aagentur ist, es hörte sich aber spannend an. Letzter Tipp: Finger weg vom schnellen Geld Sieben Jahre später arbeite ich nun in der mit osteuropäischen Aktienfonds. vierten Mediaagentur. Zwischen Nr. 3 und Nr. 5 Authentisch bleiben. Nach einigen Präsenta4 gab es eine Auszeit mit einer längeren Reise in Südostasien. Als ich auf der Suche nach tionsseminaren und auch Arbeitsjahren tendiert etwas Neuem war, hat mir meine ehemalige man dazu, Standardpräsentationen abzuhalten. Chefin die Rutsche für Lege mehr Wert auf deine einen Job in Zürich Person und dein Gefühl, „Das Studium lässt gelegt. Nun bin ich dort. als auf Standards.

Experimentieren, aber machen zu.“

Ich wollte gleich nach auch Fehler dem Studium international arbeiten und nach etwa zwei Jahren Zeit und Geld für ein weiteres Studium haben. Mein erster Job war dann in Wien, wo ich zwar namhafte Kunden hatte, allerdings die gesamte Arbeit im Büro stattfand. Statt des Studiums wechselte ich Abteilung, Firma und Positionen. Das internationale Parkett betrat ich erst wirklich vor einigen Monaten. Es hat lange gedauert und entspricht in Zügen sogar auch meinen damaligen Vorstellungen. 3

6 Mein vorheriger Job als ich als Teamleiter ein unterbesetztes und relativ unerfahrenes Team führen musste. Der Job zerrte an mir, sodass ich auch bald kündigte. Ich konnte aber auch in dieser schwierigen Zeit am meisten für den Beruf lernen. 7 Nach dem Studium sind die Netzwerke besonders wichtig, um den ersten Job nach dem Studium zu reflektieren. Später dann ist es schön zu sehen, wie sich die Kollegen entwickelt haben.

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>> Geheimtipp: Underground

AuSSen Hart, INNEN ZART Das Underground gilt als Geheimtipp des St. Pöltner Nachtlebens.Wir haben uns in die Höhle des Löwen begeben und den Besitzer interviewt.

Zufall, früher hatte ich ein Underground in Melk. Das Hotel, in dem sich der Keller befunden hat, ging jedoch in Konkurs. Ich war überzeugt mit dem Underground in St. Pölten eine Nische zu füllen, fern von Hitparadenmusik. Musiktradition ist mir sehr wichtig.

SUMO: Guten Tag Herr Göbel! Walter Göbel: In meiner Bar siezt mich keiner! Ich bin der Walter (lacht).

Wodurch zeichnet sich das Underground aus und was unterscheidet diese Bar von anderen? Walter: Das Underground hat ein sehr familiäres Flair, ein breit gefächertes Angebot an Musik und eine persönliche Betreuung, sowohl musikalisch als auch trink-technisch. Es ist dunkler, lauter und schärfer als andere Lokalitäten St. Pöltens. Mehr wird nicht verraten, herkommen und sich selbst ein Bild davon machen ist die Devise.

Die wichtigsten Facts zum Underground Adresse: Josefstraße 1, 3100 St. Pölten Öffnungszeiten: Di-Sa: 19:00 – Open End Selbstgemachte Specials: Chili-Vodka, Chili-Leberkässemmel Goodies: Dart, Tischfußball

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Preisliste: Bier Krügerl Cola Whiskey Kurze Mischungen Chili-Vodka Chili-Leberkässemmel Met: 1/8 Met Flasche

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Welche Musik hörst du persönlich gerne? Walter: Je nach Befindlichkeit, von zart bis hart, von Jazz und Blues bis hin zu Metal ist alles dabei. Ich habe früher selbst aufgelegt, zum Metal bin ich erst später gekommen. Das war eigentlich die letzte Sparte, in die ich eingestiegen bin. Da geht nämlich die Post ab. (lacht) Und wen würdest du gerne hier auftreten lassen? Walter: Einer meiner Lieblingsgitarristen ist Joe Bonnamassa, der ist aber leider nicht erschwinglich. Hat sich das Publikum in den letzten Jahren verändert? Walter: Unsere Gäste wechseln alle zwei bis drei Jahre. Schüler und

Bernhard GrieSSler

Für viele Jugendliche ist das Underground ein Fixpunkt des St. Pöltner Nachtlebens. Warum hast du diesen Standort gewählt? Walter: Das Underground ist nicht nur für Jugendliche. Die Hauptkundschaft ist zwischen 18 und 40 Jahre alt. Der Standort selbst ist reiner

Wie lange gibt es das Underground schon und wie erhält man so eine Bar am Leben? Walter: Das Underground wurde im April 13 Jahre alt. Eine Bar wie diese zu erhalten, ist ein Kampf. Es erfordert viel Arbeitseinsatz und Idealismus. Man muss authentisch bleiben. Die Gäste wissen Ehrlichkeit zu schätzen.

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s ist 21.00 Uhr als wir das Underground in der St. Pöltner Josefstraße betreten. Wir hatten von der „Metal-Bar“ schon einiges gehört und waren auf harte Musik eingestellt. Doch alles kam anders: Eine bunt bemalte Decke und mit CDs und Postern geschmückte Wände überraschten uns. Die Bar wurde auch nicht wie erwartet von Cannibal Corpse oder Black Sabbath beschallt. Vielmehr schickte man uns auf eine Reise in die 60ies. Feinster gitarrenlastiger Blues von B.B. King war zu hören. Wir haben den sympathischen Besitzer gebeten, uns mehr über das Underground zu erzählen


Studenten werden mit ihrer Ausbildung fertig, ziehen weg oder heiraten. Dann kommt wieder ein neuer Schwall an Kundschaft. Natürlich gibt es auch einige Stammgäste. Welches kulinarische Angebot habt ihr und was wird am meisten verkauft? WAlTer: Bier wird am meisten verkauft. Wir haben aber auch unsere besonders scharfen Hausspezialitäten, wie unsere Chili-Leberkässemmel und den hausgemachten Chili-Vodka. du scheinst ein gestandener Mann zu sein. Bist du so hart wie du aussiehst oder gibt es einen weichen Kern? WAlTer: (lacht) Wie gesagt, von zart bis hart ist alles drin. Ich bin ein Teddybär mit Handschlagqualitäten. Was willst du den leuten, die das Underground für eine reine MetalBar halten, mitteilen? WAlTer: Das Underground spielt Musik fern von kommerziellen Hitparaden. Wir haben auch Liveauftritte und Jamsessions. Jeden Donnerstag ist das Underground frei von Metal. Von Jazz bis Klassik wird alles gespielt, was gefällt und zur Stimmung passt.

cHRiSTOPH RAUcHBERGER „Wer spätnachts an dieser Bar vorbeischlendert, muss die Eingangstür öffnen und erlebt einen dieser Abende, von denen man später seinen Freunden berichtet.“

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>> diY: glow Jar

do iT YourSelF Ganz egal, ob nun der Geldbeutel nicht ganz so locker sitzt oder du einfach gerne hämmerst oder bohrst – mach es selbst! glow Jar Das „Glow Jar“, oder auch Leuchtglas genannt, leuchtet, aber braucht keine Energie. Weder eine Kerze noch Strom sorgen für den sanften Glanz – es verbreitet Licht nur mithilfe einer ganz besonderen Farbe. Das Leuchtglas sollte auch auf keiner Studenten-, Grillparty etc. fehlen.

Für das „glow Jar“ brauchst du: 1 ausgewaschenes Marmeladeglas 1 Pinsel leuchtfarbe

anleitung: Mit dem Pinsel verteilst du gleichmäßig die Leuchtfarbe auf der Außenseite des Glases und lässt das Ganze circa eine Stunde trocknen. Der Vorteil der Leuchtfarbe ist, dass die Leuchtkraft nicht verloren geht, da sie sich durch das Tageslicht immer wieder auflädt. Das eignet sich besonders, um seinen Gästen subtile Botschaften ins Unterbewusste zu schicken, indem man Herzen oder „Küss mich“ reinpinselt. Das „Glow Jar“ kannst du auch aus einer großen Glasvase machen und diese anschließend nach Belieben befüllen.

1. Richte alle deine Materialien her

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3. Fasziniere deine Freunde mit einem leuchtglas

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2. Streiche die Farbe auf die innenseite des Glases


Kolumne: Zugbeobachtungen <<

TraiNSPoTTiNg Züge kann man beobachten, doch noch viel interessanter sind die Menschen darin. Eine Geschichte aus dem unendlichen Fundus der Typen, charaktere, Figuren und Gestalten im Zug.

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ugabteile sind etwas ganz Spezielles. Man teilt sich mit wildfremden Menschen ein paar wenige Quadratmeter, kann ihnen in die Laptops schauen und in ihre Taschen, selbst wenn man das nicht unbedingt will. Ausweichen geht nicht. Es entsteht eine Nähe, die selten zu verhindern ist. Interessant, wen man da so kennenlernt, ist es jedoch allemal. Manchmal entwickeln sich daraus stille Freundschaften, nicht fürs Leben, aber für eine halbe Stunde.

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Julia Neuhold

Nehmen wir den „Ist-mir-doch-wurscht“-Typ. Egal, wie voll das Abteil ist, er zieht seine schwarzen Sneakers aus und lagert die Füße hoch. „Sicher doch. Lass dich nicht stören. Du kannst sie auch gerne auf meinen Schoß legen.“ Dass das ganze Abteil plötzlich die Luft anhält, bemerkt er nicht. Egal wie sehr man mit den Augen rollt, laut seufzt, es wird gekonnt ignoriert. Da kann der Sitznachbar noch so oft sagen, wie stark es hier nicht riecht – diesem Typ ist das wurscht. Irgendwie bewundernswert, finde ich. Von seinem Selbstvertrauen kann man sich eindeutig etwas abschauen. Dann gibt es diese ultrabeliebte Person mit den vielen Freunden. Ihr Handy läutet, fiept und sagt einem dauernd, wie viele Leute gleichzeitig etwas von ihr wollen. Zuerst ein ernstes Gespräch mit Tom und anschließend wird mit Kathi über Tom gelästert. Dann lacht man mit Susanne über diesen lustigen Abend letztens, bevor man Mama erzählt, was für eine anstrengende Woche man nicht hatte. Zwischendurch wird getextet. Ein zufriedenes Kichern, ein angestrengter Stöhner. Soll man ihr Handy aus Neid aus dem Fenster werfen oder leise weinen, weil man selbst längst nicht so beliebt ist? Hin- und hergerissen hört man hilflos den Geschichten zu. Doch wenn man ehrlich ist, klingt dieser eine Abend letztens wirklich lustig. Und was Tom gemacht hat, war echt nicht ok. Unauffällig kichern wir also mit und nicken unterstützend – Real Life Reality-Show im Zug von oder nach St. Pölten. Besonders pikant kann es auch mit Studienkollegen werden. Da gibt es die, die ich „die Meister der Ausweichung“ nenne, wenn Small Talk

droht. Während man sich noch unruhig mit der Jacke beschäftigt, hat er in Schnellgeschwindigkeit seine Zeitung ausgepackt. Man starrt also auf die Titelseite einer Fachzeitschrift und fühlt sich besonders unwichtig. „Nein, es stört mich nicht, wenn du liest. Ich habe sowieso auch etwas sehr Wichtiges zu tun.“ Das Handy auszupacken in dieser Situation geht nicht. Das wirkt dann so als würde man nur auf Facebook surfen. Wenn man noch dazu keinen Laptop dabei hat, bleibt einem nur eines übrig: Terminkalender rausholen, herumblättern und willkürlich Sachen hineinkritzeln. „Dem Ausweicher“ habe ich ganz viele tolle Zeichnungen und mit Blumen verzierte To-Do-Listen in meinem Kalender zu verdanken. Außerdem habe ich angefangen Fachzeitschriften mit mir herumzutragen. Einen besseren Weg meine Kreativität zu fördern und meine Motivation zur Weiterbildung zu steigern, gibt es glaube ich nicht. Meine Lieblings-Zugabteil-Nachbarin ist jedoch eindeutig „die Kuschelige“. Vielleicht liegt es daran, dass ich diese Menschen verstehen kann, weil ich selbst zu dieser Gruppe gehöre. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass es schlichtweg sympathisch ist. „Die Kuschelige“ wird schon nach drei Minuten Fahrtzeit von der ruhigen Bewegung des Zuges und den gleichmäßigen Geräuschen überwältigt. Sie hat den Kopf nach hinten gelegt, die Augen geschlossen und den Mund offen. Sanft schnarchend nähert sie sich immer weiter dem meist fremden Sitznachbarn, bis sie irgendwann schon so nah ist, dass sie gleich an der Schulter dösen könnte. Einfach sympathisch, sie legt dir ihre Füße nicht auf den Schoß, sie hat auch nicht den Mund offen. Im schlimmsten Fall hinterlässt sie kleine Sabber-Tröpfchen auf dem Jackett des Sitznachbars. Aber selbst dabei verbreitet sie Gemütlichkeit. Die kurze Zugfahrt nach St. Pölten kann also ganz schnell auch kurzweilig werden. Offen bleibt, was man mit der neu gewonnenen Nähe macht. Ich bevorzuge das Kuscheln.

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>> Fotowettbewerb: gewinner

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Pakistanische Kinder in ihrem Transportmittel

Dwin Mardigian studiert Medientechnik und war für ein Filmprojekt in Pakistan. Dort sind ihm Kinder begegnet, die sich völlig anders fortbewegen als er es zu tun pflegt. Mit seinem Foto hat er die SUMO-Jury überzeugt. Herzliche Gratulation zum Sieg! Mach mit beim nächsten Fotowettbewerb und schick uns dein Foto zum Thema „Grenzen“ an bildredaktion@sumomag.at. Einsendeschluss ist der 25.2.2014.

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impressum

Medieninhaberin/herausgeberin: Fachhochschule St. Pölten, Matthias CorvinusStraße 15, A-3100 St. Pölten. E-Mail: office@fh-stpoelten.ac.at, Tel.: 02742/313 228 Geschäftsführung: Dr. Maria Gabriela Ondrejkovics-Fernandes, DI Gernot Kohl, MSc Ausbildungsmedium SUMO Bei uns fallen Medien und Kommunikation ins Gewicht Studentische Geschäftsführung: Bernhard Kasberger office@sumomag.at Studentische redaktionsleitung: Doris Lumesberger redaktion@sumomag.at Stellvertretende redaktionsleitung: Nicole Krischker

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Die FH St. Pölten lädt zur märchenhaften Ballnacht

17. Jänner 2014

Ort: FH St. Pölten Einlass: 20 Uhr

Beginn: 21 Uhr Musik: Pepe Allstar Band Pavel Pipovic _ray Bono Goldbaum Just Phil

Schätzspiel Tombola

Wedding Chapel

Kartenpreis: VVK: € 17,-| AK: € 19,- | Ermäßigt*: VVK € 14,- | AK: € 16,- (*StudentenInnen, Zivil- u. Präsenzdiener, SchülerInnen) Karten erhältlich im Campus Service Center der FH und in der Buchhandlung Schubert Mehr Infos unter ball.fhstp.ac.at


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