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Ausgabe 3/2010 - #13

Geräusche im BeduinenZelt Nacht in der jordanischen Wüste

Goodbye

FACEBOOK Diaspora als neuer Konkurrent KEINe ZEIT? 10 Tipps fürs Zeitmanagement NEU: www.sumomag.at – Dein Junges Online-Magazin


e n i Me sa n e M 1

Geöffnet von... Montag bis Freitag 08.00 bis 18.00 Shop in der Mensa Frühstücksbuffet

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3 Mittagsmenüs von 11.00 bis 14.00 täglich frisch

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Genussbar 24/7 geöffnet

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Bargeldlos bezahlen mit der Campus Card

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De ze m be r2 01 0

DMAX/DISCOVERY Channel

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knowhow

06 06 Interkultureller Austausch in verschiedensten Facetten 08 Hat die Uni Grund zu brennen? 10 Ach, du liebe Zeit! – Wie du endlich besser mit deiner Zeit umgehen kannst 12 Spendengala und dann? – Entwicklungshilfe einmal anders 14 Give Peace a Chance – Warum der Friedensnobelpreis von Bedeutung ist 16 English Diary – Christmas: It‘s all about getting what you want 16 Lebenslauf – Tipps für deine perfekte Bewerbung 18 Diaspora soll Facebooks Mankos bei Datenschutz ausmerzen

sparetime

20 20 Time to Spare – Süßer die Glocken nie klingen... 20 Die Ludolfs – Nichts als Schrott im Kopf 22 Indierock-Hoffnung aus Österreich – Wie die Newcomer-Band destroy, munich zu ihrem Vertrag gekommen ist 24 Was man gern macht, macht man besser – Warum Clemens Haipl trotz schlimmer Schulzeit glücklich ist 26 Nächtliche Geräusche im Ziegenhaarzelt 30 Weihnachtskekse – was steckt wirklich drin? 32 Rein in den Korb – Was Hermann Opoku (UBC St. Pölten) aus 24 Sekunden Basketball macht

sportcuts

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och nicht mal Weihnachten und SUMO verteilt bereits Geschenke: Um dir in Zukunft die lange Wartezeit zwischen unseren Printausgaben zu verkürzen, gibt es uns ab sofort auch als OnlineMagazin unter SUMOmag.at. Die jahrelange Vorbereitung ist abgeschlossen und wir hoffen, dir damit in Zukunft viel Freude zu bereiten. Also nutz die Chance und schau gleich mal rein ins neue SUMO-Packerl! Mit dem brandneuen Online-Magazin wollen wir unsere Onlinekommunikation weiter ausbauen, um mit dir nicht mehr ausschließlich über Facebook zu kommunizieren. Du bist noch kein SUMO-Fan? Dann werde doch einer, auch wenn Diaspora Facebook vielleicht bald ersetzen wird. Starke Konkurrenz herrscht auch auf dem Jobmarkt – SUMO gibt dir daher Tipps für den perfekten Lebenslauf für deine Bewerbung beim Europäischen Freiwilligendienst oder an einer FH, da Unis ohnehin so überfüllt sind. Kabarettist Clemens Haipl empfiehlt auf jeden Fall, das zu machen, was du gerne machst. Wie wär‘s beispielsweise mit Keksebacken für Weihnachten? Oder gute Noten heimbringen aufgrund unserer Tipps für besseres Zeitmanagement?

Vielleicht bedankt sich das elterliche Christkind dafür mit einer Reise nach Jordanien. Etwas preiswertere Geschenksideen sind das erste Album der Newcomer destroy, munich oder Tickets für den Kinofilm „Tartarus“. Liu Xiabo bekommt ein Geschenk der besonderen Art: den Friedensnobelpreis. Besonders tolle Preise warten auf die Teilnehmer des neuen SUMO-Kurzgeschichtenwettbewerbs. Alle Infos dazu gibt‘s natürlich auch auf SUMOmag.at. Frohe Weihnachten und viel Spaß mit der Ausgabe und unserem neuen Online-Magazin wünschen dir stellvertretetend für das gesamte SUMO-Team Elisabeth und Peter Sag uns deine Meinung und nimm direkt mit uns Kontakt auf! elisabeth.sonnleitner@sumomag.at | peter.hofbauer@sumomag.at

NEU: www.sumomag.at – Dein Junges Online-Magazin


SHORT CUTS Megamind – Animation

»» 08.12.2010

Nowhere Boy – Filmbiografie mit John Lennon

»» 16.12.2010

The Tourist – Thriller mit Angelina Jolie, Johnny Depp

»» 06.01.2011

»» 16.11. – 23.12.2010

Markt Weihnachtsmarkt am Spittelberg, Wien

»» 10.12.2010

Kabarett Thomas Maurer und Florian Scheuba: „Schall und Rausch“ Bühne im Hof, St. Pölten

»» 11.12.2010

Burlesque – Musical mit Kristen Bell, Christina Aguilera

Adventveranstaltung Manker Perchtenlauf Mank

»» 06.01.2011

»» 14.12.2010

Love And Other Drugs – Liebeskomödie mit Anne Hathaway

»» 21.01.2011

Woher weißt du, dass es Liebe ist – Liebeskomödie mit Reese Witherspoon

»» 28.01.2011

Dickste Freunde – Komödie mit Vince Vaughn, Winona Ryder

»» 28.01.2011

Hereafter – Das Leben danach – Thriller mit Matt Damon

»» 10.02.2011

»» 12.12.2010

Fettes Brot – Gasometer Wien

»» 13.12.2010

Lordi – Szene Wien

»» 15.12.2010

Christina Stümer – Orpheum Wien

»» 17.12.2010

Bauchklang und Gäste – Café Publik St. Pölten

»» 18.12.2010

Alkbottle – Gasometer Wien

Podiumsdiskussion Zum Thema „Gendern in Medien“ Fachhochschule, St. Pölten

»» 07.01.2011

»» 17.12.2010

»» 21.01.2011

Sportveranstaltung Tänze aus aller Welt Sportunionzentrum, Herzogenburg

»» 08.01.2011

Großstadtgeflüster – Szene Wien Good Charlotte – Gasometer Wien

»» 04.02.2011

David Hasselhoff – Stadthalle Wien

Ball Landeshauptstadtball VAZ, St. Pölten

»» 16.02.2011

»» 14.01.2011

James Hunter – Festspielhaus St. Pölten

Gullivers Reisen – Abenteuer mit Jack Black

Ball FH Ball – „7. Element“ Fachhochschule, St. Pölten

»» 18.02.2011

»» 29.01.2011

Friends With Benefits – Komödie mit Justin Timberlake, Emma Stone

KONZERTE

Sportveranstaltung Ortsmeisterschaften Schi und Snowboard Rabenstein an der Pielach

The Wombats – Gasometer Wien

»» 17.02.2011 »» 23.02.2011

Clueso und Band – Gasometer Wien

»» 27.02.2011

Katy Perry – Stadthalle Wien TEXT

Sumo gibt‘s jetzt auch online! Besuch uns auf www.SUMOmag.at 4 | shortcuts

Bauer, Hinzmann

www.loveanddrugsthemovie.com, pixelio.de – Dieter, Suarez, www.tartarus.at, wikimedia.com – pollock

»» 03.12.2010

EVENTS

FOTOS

KINO


Unnütz, Tartarus aber wissenswert

Aufschrei österreichischer Filmemacher

SCHREIB kurzGESCHICHTE

SUMO und Du, Texte zur EU

SCHREIB KURZGESCHICHTE

SCHREIB KURZGE

SCHREIB KURZGESCHICHTE SUMO und Du, Texte zur EU

DD Lettland lacht über Windows Vista. Grund: „Vista“ bedeutet auf Lettisch „Hühnchen“ oder „Alte Jungfer“. DD Die Mehrzahl von Oktopus ist Oktopoden, was „Achtfüßler“ bedeutet. DD Die einstige österreichische Kaiserin Elisabeth („Sisi“) hatte ein Tattoo, nämlich einen Anker auf ihrer Schulter. DD In der Schweiz ist es per Gesetz verboten, im Keller seines eigenen Hauses zu wohnen. D DDer Daumen hat die gleiche Länge wie die Nase. DD Der australische Meeresbiologe Lloyd Godson verbrachte zwölf Tage in einem Container auf dem Grund eines Sees. Algen, die er mit seinem Urin goss, sorgten in dieser Zeit für zusätzliche Sauerstoffzufuhr.

Spätestens seit den Oscar-Auszeichnungen für Stefan Ruzowitzky und Christoph Waltz ist eines klar: Der österreichische Film lebt. Mit seinem dritten Film „Tartarus“ wagt sich der Grazer Independent-Regisseur Stefan Müller in unbekanntes Terrain vor – den fantastischen Film. Ein entlegenes Dorf in Österreich-Ungarn, 1813: Jakob (Moritz Thate) und Veith (Martin Kroissenbrunner) sehen sich nach Ende des napoleonischen Krieges mit einem unbekannten und übermächtigen Feind konfrontiert. Dieser lauert in den Wäldern um Pahlbach und stellt unmenschliche Forderungen. Ob die beiden Kriegsheimkehrer diesen nachgeben, entscheidet nicht nur über deren Freundschaft, sondern auch über die Zukunft des ganzen Ortes.

DD Man kann sich nicht alle Videos auf Youtube anschauen, da man dafür über 600 Jahre bräuchte. Es ist auch nicht möglich, jeden Tag alle Uploads des Tages anzuschauen, da man bei 65.000 Videouploads täglich und bei einer durchschnittlichen Länge von vier Minuten pro Video circa 180 Tage bräuchte, also rund ein halbes Jahr.

„Tartarus“ ist Regisseur Stefan Müller zufolge ein „Aufschrei einer jungen Generation von Filmemachern, die sich in der österreichischen Filmlandschaft etwas mehr Abwechslung wünscht.“ Diesem Ziel ist er mit seinem Team der steirischen Filmgruppe Loom gerecht geworden: Science Ficition im 19. Jahrhundert ist ein Novum in der österreichischen Filmgeschichte, das mit gelungenen Kameraaufnahmen punktet.

DD Eine Kettensägenverletzung muss im Schnitt mit 110 Stichen genäht werden.

Mehr Informationen findest du unter www.tartarus.at

Du schreibst gerne Geschichten, liebst es, deine Meinung mitzuteilen und interessierst dich für die EU? Perfekt! Dann bist du genau richtig beim „SCHREIB kurzGESCHICHTE“–Kurzgeschichtenwettbewerb. Gesucht werden die Texter der Zukunft. Du glaubst, du gehörst dazu? Sei dabei und gewinne Mitmachen kann jede(r) SchülerIn der neunten bis dreizehnten Schulstufe aus Österreich. Für SchülerInnen der neunten bis zehnten sowie der elften bis dreizehnten Schulstufe gibt es je eine Preiskategorie. Doch damit nicht genug. Besonders extravagante Geschichten werden mit einem Sonderpreis prämiert. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, laden wir alle Nominierten ins EU-Haus in Wien ein. Die Gewinner erwartet eine feierliche Preisverleihung durch eine namhafte Jury. Selbstverständlich gibt’s ein cooles Rahmenprogramm und auch für das leibliche Wohl wird gesorgt. Die Siegergeschichten werden je nach Thema und Umfang in der SUMO-Printausgabe oder dem neuen Onlinemedium des Magazins veröffentlicht. Außerdem bietet SUMO dir die Chance, als Gastautor/in weitere Beiträge für das Studierendenmagazin zu schreiben. Haben wir dein Interesse geweckt? Dann sende uns deine Geschichte! Infos zur Teilnahme findest du unter www.sumomag.at/textezureu TEXT

hinzmann, Sonnleitner, Panhofer

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Advertorial

SUMO und Du, Texte zur EU


Schmackhaftes beim internationalen Kochabend

Austausch in den verschiedensten Facetten

„Dürfen wir um eure Aufmerksamkeit bitten?“ Die mehrsprachigen Unterhaltungen werden unterbrochen und die Getränke beiseite gestellt. Alle, die sich in der kleinen gemütlichen Bar im Multi-Kulti Viertel „Lavapiés“ im Zentrum Madrids eingefunden haben, wenden sich gespannt der Sprecherin zu. Nur spanische Musik und vereinzeltes Flüstern sind noch im Hintergrund zu hören.

Als Freiwillige in Madrid „!Hola! Me llamo Nadine. Ich freue mich, euch zu unserem Sprachaustausch begrüßen zu dürfen. Vor einigen Wochen bin ich als europäische Freiwillige nach Madrid gekommen. Seitdem arbeite ich gemeinsam mit einer deutschen und einer französischen Freiwilligen im Informationsbüro Centro Europa Joven San Blas. Dort leiten wir drei die wöchentlich statt-

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findenden Konversationsstunden und haben im Zuge unseres Projekts diese Veranstaltung organisiert.“ Während meiner Ansprache strahlen mir zahlreiche bekannte Gesichter aus der Menge entgegen. Sie haben auch am Ankunftsseminar vor einigen Wochen teilgenommen und sind wie ich als Freiwillige in der spanischen Hauptstadt. Damals berichteten sie über ihre Projektsuche, die Bewerbungsphase und den Beginn ihrer Mitarbeit in den verschiedensten sozialen oder ökologischen Projekten. Wie etwa Sarah, die in der Bibliothek in einem Zentrum für Migranten arbeitet und dort Spiele und Aktivitäten für Kinder organisiert. Oder Andrew, der in den nahegelegenen Bergen in einem ökologischen Zentrum arbeitet, UmweltWorkshops organisiert und auch schon mal mit einer Gruppe Jugendlicher Bäume pflanzt.

Auslandserfahrung durch EFD Der Aufenthalt der Freiwilligen wird durch den EFD ermöglicht. Beim Europäischen Freiwilligendienst handelt es sich um ein informelles Ausbildungsprogramm, das von der Europäischen Union finanziert wird. Jeder EU-Bürger

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I

nternationalität erleben, eine neue Sprache lernen, Freunde finden, unbekannte Arbeitsbereiche kennenlernen – das alles und noch mehr bietet dir der Europäische Freiwilligendienst (EFD).

„Wie geht es dir? Wie läuft dein Projekt?“, fragt mich Agnès, eine französische Freiwillige, während wir es uns auf zwei gerade frei gewordenen Plätzen auf dem braunen Ledersofa gemütlich machen. Ich erzähle ihr, dass alles so verläuft, wie ich es mir vorgestellt habe. Die Kollegen im Informationsbüro sind sehr sympathisch, aufgeschlossen, wir arbeiten gut zusammen und haben immer großen Spaß. Auch in der Kinderbetreuungsstätte bin ich bereits voll integriert. Die Kinder haben Vertrauen zu mir aufgebaut und haben Freude

Mittermüller, Cuevas, Peralta, Hofstadler

Interkultureller

hat die Möglichkeit, einmal an einem Projekt im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes mitzuarbeiten und so eine Vielzahl an sprachlichen und kulturellen Erfahrungen und Kompetenzen zu sammeln. Beispiele dafür sind die Pflege von Menschen mit Behinderung, die Gestaltung von Aktivitäten für sozial benachteiligte Kinder oder das Abhalten von Sprachstunden für Emigranten.

Ausgelassene Gespräche beim Kennenlernspiel


an den gemeinsamen Aktivitäten. Wenn dann doch Probleme auftreten, kann ich auf die Hilfe meiner Arbeitskollegen zählen. Natürlich besteht der Alltag von Freiwilligen nicht nur aus Arbeit. Ich etwa nutze die Zeit, um gemeinsam mit Freunden Ausflüge zu machen und das abwechslungsreiche Großstadtleben zu genießen.

Und schon wird flüsternd, damit die anderen Gruppen nichts hören, in die Runde gefragt: „Aus welchem Land, das zugleich eines der ärmsten Europas ist, kommt die schnellste Blasmusikkapelle der Welt?“ Die Frage ist zugleich eine der kniffligsten, aber die englische Gruppe schafft es innerhalb kürzester Zeit, alle Fragen richtig zu lösen und gewinnt das Spiel. Wenige Minuten später übergebe ich ihnen als Preis für ihren Sieg ein Europa-Set, das T-Shirts, aufblasbare Wasserbälle, Stifte und Pins beinhaltet. Zeitgleich tragen meine Arbeitskollegen abgedeckte Teller in den Raum.

Schnellste Blasmusikkapelle der Welt „Wir starten nun mit einem Spiel. Eure Aufgabe ist es, ein Europarätsel so schnell wie möglich zu lösen. Dafür müsst ihr euch mit Personen zusammenfinden, welche die gleiche Sprache sprechen wie ihr.“ Die Gruppenbildung passiert schnell, denn alle Teilnehmer tragen Sticker mit den Flaggen von Deutschland, England und Frankreich auf ihren T-Shirts. Diese stehen für die jeweiligen Sprachen, die eine Person beherrscht.

„Wie ihr seht, haben meine Kollegen gerade Teller mit typsich spanischen Häppchen hereingebracht. Greift zu und lasst sie euch schmecken! Hiermit beenden wir den offiziellen Teil des heutigen Abends, bedanken uns für euer Kommen und wünschen euch noch einen gemütlichen Ausklang! ¡Hasta luego!“ TEXT mittermüller

knowLEDGE Europäischer Freiwilligendienst – Wie? Wo? Was? �

für alle EU-Bürger zwischen 18 und 30 Jahren in allen EU-Mitgliedsstaaten, Island, Schweiz, Liechtenstein, Norwegen und ehemaligen Staaten der UdSSR

Projektdauer zwischen 2 und 12 Monaten

jeder Teilnehmer braucht eine Sendeorganisation

regionale Entsendeorganisation für jedes österreichische Bundesland (wie etwa Jugend:info Niederösterreich)

� Bewerbung für Projekte mittels Lebenslauf und gezieltem Motivationsschreiben �

Reise-, Transport-, Versicherungs- und Verpflegungskosten sowie Kosten für die Unterkunft werden aus EU- Geldern finanziert, aber es gibt keine Entlohnung für die Mitarbeit im Projekt

verpflichtende Teilnahme an 4 Seminaren vor, während und nach dem Freiwilligendienst

Wichtige Links: Österreichische Nationalagentur für das EU-Förderprogramm „Jugend in Aktion“: www.jugendinaktion.at Datenbank mit allen Projekten zum Europäischen Freiwilligendienst: http://ec.europa.eu/youth/evs/aod/hei_en.cfm

Puerta de Sol: Zu Silvester um Mitternacht essen hier tausende Spanier im Takt der Glockenschläge zwölf Weintrauben

Student Special Kebap + Getränk (0,33L)

3,50€ Handy: 0660/3439005 3100 St. Pölten | Herzogenburger Str. 46

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Hat die Uni Grund

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Ausgaben für Bildung

eit der berühmten ersten Besetzung des Audimax der Universtät Wien im Herbst 2009 stolpert man über viele verschiedene Statistiken, Fakten und Meinungen zum Thema Hochschulbildung in Österreich. Da ist es nicht leicht den Überblick zu behalten. SUMO hat für dich die wichtigsten Daten zusammengefasst, damit du dir selbst eine Meinung bilden kannst.

7,3 %

Dänemark 6,3 %

Schweden

6,1 %

Belgien Österreich

5,5 %

EU-Durchschnitt

5,5 %

Deutschland

4,8 %

Irland

4,7 %

Spanien

4,7 %

Studierende

4,3 %

Slowakische Republik 0

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Ausgaben für Bildung (in Prozent des Bruttoinlandsprodukts) im internationalen Vergleich Studierende

Noch vor wenigen Jahren klagten die österreichischen Medien über einen Akademikermangel. Dass die Anzahl der Studierenden innerhalb von vier Jahren um rund 25 Prozent steigen würde, dachte damals wohl noch kaum jemand. Im Wintersemester 2009/10 waren in Österreich insgesamt rund 332.000 Studierende inskripiert, der knappe Großteil, circa 54 Prozent, waren Frauen.

Fachhochschulen Fachhochschulen

Frauen Männer

Auch die Fachhochschulen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit: Starteten sie im Jahr 1994/95 mit knapp 700 Studierenden, so besuchten im Wintersemester 2009/10 bereits rund 36.000 Menschen Fachhochschul-Studiengänge – das sind knapp elf Prozent der österreichischen Studierenden insgesamt.

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Verteilung der Studierenden an Universitäten und Fachhochschulen

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80 %

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100 %

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Trotz stetig steigender Studierendenanzahl stagniert der Akademikeranteil an der österreichischen Gesamtbevölkerung bei 18 Prozent. Er liegt damit deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von 28 Prozent. Die Arbeitslosenquote von Hochschulabsolventen liegt bei rund 2,2 Prozent.

wikimedia.com – amidasu

Abschlüsse Universitäten (Öffentlich & Privat)


zu brennen?

So leer sind Österreichs Hörsäle selten. Im Wintersemester 2009/10 waren insgesamt rund 332.000 Studierende inskripiert

Lehrende

Finanzierung

Die Anzahl der Studierenden stieg rapide, doch die der Lehrenden blieb nahezu gleich. Im Wintersemester 2009/10 waren an den öffentlichen Unis Österreichs fast 50.000 Personen angestellt. Den größten Teil machte mit knapp 35.000 Personen das wissenschaftliche und künstlerische Personal aus. Dieses umfasst laut Universitätsgesetz 2002 Professoren, Dozenten und alle wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiter im Forschungs-, Kunst- und Lehrbetrieb. Darunter befanden sich rund 2.200 Professoren und rund 3.100 Dozenten. An den öffentlichen Universitäten ergab sch dadurch ein Betreuungsverhältnis von 1:124.

Im Gegensatz zur Studentenanzahl sanken die Ausgaben des österreichischen Staates für Bildung. Im Jahr 1995 betrugen die österreichischen Bildungsausgaben noch 6,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, damals musste sich der tertiäre Bildungssektor mit lediglich 1,2 Prozent zufriedengeben. Im Jahr 2006 wurden 5,5 Prozent für Bildung ausgegeben, insgesamt 1,3 Prozent kamen dem tertiären Bildungssektor zugute. Im europaweiten Vergleich befindet sich Österreich genau im Durchschnitt. An der Spitze stehen Dänemark mit 7,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, Schweden mit 6,3 Prozent und Belgien mit 6,1 Prozent. TEXT

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Ach, du liebe

Zeit! J

eder will sie, keiner hat sie. Zumindest erscheint es oft so, als würde die Zeit in Lichtgeschwindigkeit an uns vorbeirauschen und sich nicht (auf)halten lassen. Besonders in Prüfungszeiten ist dieses ein weit verbreitetes Problem. Menschen, die unter Prokrastination (Aufschieberitis) leiden, trifft es besonders schwer.

Wie ihr endlich besser mit eurer Zeit umgehen könnt

SUMO gibt dir zehn Tipps, wie du deine Zeit besser einteilen kannst und nicht mehr (so oft) unter Zugzwang kommst

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Mache dir als ersten Schritt zu einer besseren Zeiteinteilung bewusst, womit du deinen Tag zubringst. Und das am besten schriftlich. So siehst du schwarz auf weiß, wofür du wertvolle Zeit vergeudest (Stichwort Facebook). Du wirst um einen Zeitplan nicht herumkommen, wenn du dein Zeitmanagement optimieren möchtest. Es hilft bereits, bloß zehn Minuten in die Tagesplanung zu investieren. Dabei sollte auch gekennzeichnet werden, was die dringlichsten und wichtigsten Aktivitäten sind.

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Erstelle dir einen Wochenplan, den du täglich überarbeitest und aktualisierst. Die so genannte A-L-P-E-N-Methode bietet dazu eine nützliche Hilfestellung. A: Aufgaben festlegen, die zu erledigen sind. L: jeder Sache eine realistische Länge, das heißt Zeitdauer zuordnen. P: Pufferzeiten (Reservezeit) einplanen. E: Entscheidung treffen, was besonders wichtig oder dringend ist. N: Nachkontrolle durchführen.

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Gewöhne dir feste Arbeitszeiten an. Die eigene Motivation läuft nun einmal gerne nackt mit dem Cocktail in der Hand über die Wiese – sei streng zu ihr! Party gibt es später.

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Deine Power reicht dafür, dass du pro Tag etwa vier Stunden lang anspruchsvolle Tätigkeiten, vier Stunden lang halb anspruchsvolle Tätigkeiten und zwei bis drei Stunden lang wenig anspruchsvolle Tätigkeiten verrichten kannst. Man muss seine Aufgaben daher sinnvoll über den Tag verteilen.

Ein arbeitsreicher Tag muss nicht unbedingt Stress bedeuten. Stress kommt meist nicht von den Dingen, die man erledigt hat, sondern von dem, was man nicht erledigt hat. Und zu guter Letzt: übe, übe, übe. Wie bei so vielen Dingen im Leben kannst du besseres Zeitmanagement lernen, indem du es immer wieder probierst und aus Fehlern lernst. TEXT

Eichhorn

D e nn s ch o n Ko nf u „Wer ne u a z iu s s n f a ng ag t e : en w i ll , s ol d e nn lte e s e ine ü s ofo r t be r w u t un , nd e ne S chw i v e r me e r ig k e i idet h t und e r t ne u e .“

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Grabscheit - Pixelio.de

Halte deinen Plan ein. Denk erst gar nicht darüber nach, was du nicht alles anstelle der unliebsamen Aufgabe gerne tun würdest. Hinsetzen und anfangen, der Rest kommt oft fast von allein. Um Aristoteles zu zitieren: „Der Anfang ist die Hälfte vom Ganzen.“

Nutze deine geistigen Hochs. Vor allem ab acht Uhr bis hin zur Mittagszeit ist deine durchschnittliche Leistungsfähigkeit immens. Danach fällt die Leistungskurve rapide ab. Am späten Nachmittag bis zum Abend geht sie jedoch noch einmal in die Höhe. Natürlich können diese Zeiten individuell verschieden sein. Aber wahrscheinlich weißt du selbst ohnehin am besten, zu welchen Tageszeiten du am produktivsten bist.

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Spendengala –

und dann? Entwicklungshilfe einmal anders

Kinder aus dem indischen Dorf Pagandai Kootu Road freuen sich über den Bau einer Schule für sie

Don Bosco hat ein Ziel: die Entwicklung in ländlichen Gegenden von Indien voranzutreiben. Seine Arbeit konzentriert sich auf das Dorf Pagandai Kootu Road in der Provinz Tamil Nadu in Südindien. Seit über zwanzig Jahren leistet er Entwicklungshilfe in benachteiligten Gebieten Indiens. Obwohl Pater Don Bosco eigentlich ein katholischer Priester ist, sieht er seine Aufgabe nicht nur darin zu predigen. Stattdessen kümmert er sich um den Bau einer Schule und die Verbesserung der Infrastruktur in Pagandai Kootu Road im Rahmen der Initiative „Entwicklungshilfe in Indien“. Eva hat während ihres Aufenthalts gemeinsam mit Don Bocos Familie in seinem Haus gelebt. Die 20-Jährige möchte Menschen helfen und hat sich daher für Don Boscos Projekt entschieden.

Gemeinsam ist man weniger allein Bei sengender Hitze Ziegelsteine schleppen, Sand sieben und Werkzeug dort hinbringen, wo es gebraucht wird – das sind Evas Aufgaben auf der Baustelle. Die 20-jährige Niederösterreicherin gibt zu, dass es „schwere Arbeit“ ist, „schon allein deshalb, weil man die Hitze nicht gewöhnt ist.“ Antriebskraft gewinnt sie dadurch, dass sie sieht, wie der Bau vorangeht. „Ich weiß, dass ich den Kindern dort eine Chance auf Bildung ermögliche.“ Neben der Arbeit auf der Baustelle steht die Betreuung von Patenkindern im Mittelpunkt. Patenschaft bedeutet in diesem Fall die finanzielle Unterstützung eines Kindes. Durch die zusätzliche Hilfe vor Ort wird die sinnvolle Nutzung der Gelder gewährleistet. Oftmals können sich ärmere Familien keine Schulausbildung für ihre Kinder leisten, aber durch Patenschaften kann diesem Problem entgegengewirkt werden. Evas Familie selbst unterstützt das Projekt durch eine Patenschaft. So ermöglicht sie ihrem achtjährigen Patenkind Albert Sachin eine solide Ausbildung.

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Dankbarkeit einmal anders Helan möchte deshalb auch etwas zurückgeben und helfen, ebenso anderen Kindern die Chance auf eine gute und sichere Zukunft zu geben. Sie engagiert sich bei der Betreuung von Patenkindern und unterstützt Don Boscos Projekt. Neben ihm ist Helan mittlerweile die wichtigste Ansprechperson für Eva. Die 28-Jährige wird später die Nachfolgerin von Don Bosco, wenn er seinen Ruhestand antritt. Sie ist jedoch nicht die einzige, die mit so viel Engagement bei der Sache ist. Die meisten Patenkinder sind dankbar für die Möglichkeit eine Schulausbildung zu bekommen. Das zeigen sie durch ihre Mithilfe beim Bau der noch benötigten Schule. Es ist schwere Arbeit – aber sie machen sie freiwillig.

Die Hoffnung auf eine gute Zukunft lebt. Die Patenkinder verbringen ihre Freizeit auf der Baustelle, um zu helfen

Canfora

Handeln statt predigen

Die 28-jährige Helan etwa profitiert davon. Sie kommt aus einfachen Verhältnissen. Ihre Eltern und ihre Geschwister leben in einem kleinen Lehmhaus, das nur aus einem Raum besteht. In diesem wird gemeinsam gebetet, geschlafen und gegessen. „So etwas wie eine Waschmaschine, einen Mikrowellenherd oder ein Bett gibt es nicht. Sie leben in sehr einfachen Verhältnissen – ein Leben, das für Menschen aus der westlichen Welt nur schwer vorstellbar ist“, erzählt Eva von einem Besuch bei Helans Familie. Helan hat durch die Unterstützung von Pateneltern eine gute Ausbildung machen können und arbeitet jetzt als Lehrerin. Dadurch hat sie Unabhängigkeit in einer noch oftmals von Männern dominierten Gesellschaft gewonnen.

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eihnachten steht vor der Tür und damit beginnt wieder die Zeit der Spendengalas. Licht ins Dunkel und Co. kennen wir alle, aber was passiert eigentlich mit unseren Spenden? Wie und wo werden sie eingesetzt? Die 20-jährige Eva Canfora aus Purgstall hat sich mit ihrer Teilnahme an Pater Don Boscos Projekt „Entwicklungshilfe in Indien“ direkt vor Ort ein Bild gemacht.


Lebenserfahrung XXL

Entwicklungshilfe, die trotz schwerer Arbeit Spaß macht – das kennzeichnet Don Boscos Projekt

„Es ist eine großartige Erfahrung. Mir ist bewusst geworden, dass es nicht alle so gut haben wie ich und es wichtig ist anderen zu helfen. Den nächsten Sommer würde ich gerne wieder in Indien oder aber in Afrika bei einem ähnlichen Projekt verbringen“, schwärmt Eva von ihren Zukunftsplänen. Das Projekt „Entwicklungshilfe in Indien“ arbeitet noch immer eifrig an der Fertigstellung der Schule. Als nächstes ist der Bau eines Krankenhauses geplant, um die medizinische Versorgung in Pagandai Kootu Road und der Umgebung zu verbessern. Neben den Bauplänen werden auch weiterhin Paten gesucht, die die Entwicklung in diesem Gebiet unterstützen möchten. „Alle können mitmachen. Es ist eine tolle Erfahrung, die prägt und einem bewusst macht, wie privilegiert man eigentlich ist. Eines zeigt dieses Projekt deutlich: Alle können etwas bewirken, wenn sie nur möchten.“ TEXT

Deuretzbacher

Ein Besuch bei Helans Familie. Einen Esstisch gibt es nicht. Es wird traditionell auf dem Boden gesessen und gegessen

knowLEDGE � Das Projekt in Indien arbeitet mit der katholischen Entwicklungshilfe „Arbeitskreis 3. Welt“ zusammen �

Die Patenkinder werden auch mit Essen versorgt

Kosten für Hin- und Rückflug sowie für Impfungen sind selbst zu tragen

� Du hast Interesse selbst mitzumachen? Dann werde aktiv! Informationen zum Projekt selbst, Patenschaften und Kontaktdaten sind zu finden unter www.webb.co.at/indien/

DAS JUNGE ONLINE MAGAZIN Wir suchen RedakteurInnen, Foto- und VideoJournalistInnen für unsere Online-Ressorts Knowhow, Sparetime, Education und Opinion. Du bist StudentIn an der FH St.Pölten? Dann melde dich bei: sandra.hinzmann@sumomag.at

! .at DICH g a m o Sum ! nline-magazin

s Bring Leben in

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„In China verschwinden jährlich tausende Menschen von der Öffentlichkeit unbemerkt hinter Gitter. Denn sie kämpfen für das, was wir als normal ansehen – Freiheit.“ mundtot macht. Durch die Präsenz Xiaobos in den Medien weltweit steigt der Druck auf die chinesische Regierung, ihn freizulassen und Reformen einzuführen.

Werbung für den Frieden

Im Osloer Rathaus in Norwegen wird jährlich Anfang Dezember der Friedensnobelpreis verliehen

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reie Meinungsäußerung, Demokratie und Menschenrechte gelten in unseren Breiten als Selbstverständlichkeit. In China verschwinden jährlich tausende Menschen von der Öffentlichkeit unbemerkt hinter Gitter. Sie kämpfen für das, was wir als normal ansehen – Freiheit. Im Dezember bekommt ihr Anliegen wieder die Aufmerksamkeit, die es verdient: Dem chinesischen Demokratieverfechter Liu Xiabo wird der Friedensnobelpreis 2010 verliehen.

Ein Leben für die Freiheit Der Chinese Liu Xiaobo stellte sein Leben schon früh in den Dienst der guten Sache. Während seines Literatur- und Pädagogikstudiums erkannte er schnell, dass es Dinge gibt, für die es sich zu kämpfen lohnt. So beteiligte er sich 1989 maßgeblich an Studentenprotesten zur Erlangung der Demokratie Chinas. Diese entwickelten sich zu einem Volksaufstand und Xiabo wanderte als Drahtzieher eineinhalb Jahre ins Gefängnis. Der Gefängnisaufenthalt tat dem Gerechtigkeitssinn Xiaobos aber keinen Abbruch. Wieder in Freiheit schrieb der 1955 geborene Xiaobo Artikel für ausländische Medien und

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war als einer der Hauptverfasser der Charta 08 aktiv an der Demokratiebewegung beteiligt. Die Charta 08 ist ein Manifest zu Meinungsfreiheit, dem Recht zu demokratischen Wahlen und der Einhaltung der Menschenrechte in China. Nur wegen Xiaobos Engagement bei der Verfassung der Charta 08 wurde er 2008 zu elf Jahren Gefängnis verurteilt. Im Herbst hat das Friedensnobelpreiskomitee bekanntgegeben, Xiaobo als diesjährigen Preisträger auserwählt zu haben. Damit wurde eine Lawine losgetreten. China reagierte empört auf die Entscheidung und kündigte Sanktionen gegenüber Norwegen an. Xiaobos Ehefrau Liu Xia steht seit der Bekanntgabe unter Hausarrest. Ihr Telefon wurde abgedreht und Mitarbeitern des Nobelpreiskomitees sowie Journalisten ist es nicht gestattet mit ihr in Kontakt zu treten. Der Nobelpreisverleihung Anfang Dezember in Oslo wird sie nach derzeitigem Stand auch nicht beiwohnen dürfen. So sieht das Leben einer freien, unbescholtenen Frau im heutigen China aus. Ihre Landsleute erfahren durch die zensurierten Medien nichts über die Auszeichnung Xiaobos. Der Rest der Welt sieht an seinem Beispiel genau, wie radikal China seine Querdenker

Kleines Land mit großer Preisträgerin In der über hundertjährigen Geschichte des Friedensnobelpreises haben nur zwölf Frauen den Preis überreicht bekommen. Die letzte Österreicherin, die den Preis entgegennahm, war gleichzeitig die erste Preisträgerin. Bertha von Suttner erhielt 1905 den Friedensnobelpreis für ihren öffentlichen Einsatz gegen die Kriegspläne der damaligen Großmächte. Dabei würde man in Österreich auch 2010 zahlreiche Friedensnobelpreisanwärter vorfinden. Eine davon ist die mittlerweile 68-jährige Ute Bock. Sie setzt sich seit Jahren für die Anliegen von Asylwerbern in Österreich ein und ist um deren Unterkunft, Verpflegung und Wohlbefinden bemüht. Der Friedensnobelpreis hat so manche Preisträger zu Legenden gemacht und ihre Visionen von einer besseren Welt wurden Wirklichkeit. Liu Xiaobo hält es nun in Händen, seinen Nobelpreis dafür zu verwenden, einer ganzen Nation Menschenrechte und Demokratie zu bringen. Gelingt dies, wird er ein Großer in der Geschichte des Nobelpreises und der Chinas werden. TEXT BAUER

Stief – Flickr.com

Warum der Friedensnobelpreis von Bedeutung ist

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Give Peace a Chance

Der von Alfred Nobel gestiftete Friedensnobelpreis ist unter anderem ein gutes Instrument, um Missstände aufzuzeigen. Der Erfinder des Dynamits legte testamentarisch fest eine Stiftung zu gründen, die Menschen mit außergewöhnlichen Leistungen in den Bereichen Literatur, Chemie, Physik, Medizin, Wirtschaft und Friedensbemühungen auszeichnet. Die Liste der Preisträger ist lang, darunter befinden sich Idole wie Martin Luther King Junior, Nelson Mandela, Michail Gorbatschow oder Mutter Theresa. Einige Entscheidungen des Komitees waren sehr umstritten, etwa die Wahl von Barack Obama im Vorjahr. Auch der Beschluss, dem palästinensischen Freiheitskämpfer Jassir Arafat den Friedensnobelpreis 1994 zu verleihen, stieß auf heftige Kritik. Arafat erhielt den Preis für die Friedensverhandlungen mit Israel. Doch die Entscheidungsträger sahen dezent über seine zahlreichen Gewalt- und Terroranschläge gegen Israeli in der Vergangenheit hinweg.


www.sauer.at

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Lebenslauf Persönliche Daten

Christmas

It’s All About Getting What You Want

I

ce-skating in front of the Rockefeller Centre, a Christmas tree made out of flat screens at Grand Central or listening to a Gospel choir in Harlem – I can hardly complain about spending Christmas in New York as an au-pair.

Geburtsort und -datum Familienstand Staatsangehörigkeit

Dorfhausen, 28.02.1985 Ledig Österreich

2004 – 2007

Fachhochschule St. Pölten Studium: Beispielstudiengang Abschluss: Bachelor

1995 – 2004

Gymnasium „Name des Gymnasiums“, Ort

1991 – 1995

Volksschule „Name der Volksschule“, Ort

07/2006 – 09/2006

Gruner+Jahr Werbeagentur Ferialpraktikant

07/2005 – 09/2005

Sony BMG München Ferialpraktikant

02/2005 – 07/2005

Fachhochschule St. Pölten Studentischer Assistent

07/2004 – 09/2004

E.ON Vertrieb Deutschland GmbH Ferialpraktikant

? Besondere Kenntnisse

nglish Diary

wengert – Pixelio.de

Werbeagentur Jung von Matt Junior-Projektmanager

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Next appointment: church

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Beispielstraße 1, 12345 Dorfhausen 0123-456789 max.mustermann@beispiel.at

Seit 09/2006

Ding-a-ling. The phone’s ringing. It’s my host dad. He won’t make it back home in time – he’s too busy at the office. Busy as a metaphor for “I don’t want my wife to make me go to church so I’ll pretend to be swamped with work.” Surprisingly, my host mum takes it with a smile and doesn’t start a fight about her husband rather working than spending time with his family – probably her contribution to the Christmas spirit. Or maybe it’s just the fact that we have to hurry if we want to find a parking spot. Otherwise we’ll have to walk – for a whole ten minutes!

sonnleitner

Adresse Telefon E-Mail

Berufserfahrung

I’ll be home for Christmas

TEXT

Max Mustermann

Ausbildung

“Deck the halls with boughs of holly. Fa la la la la, la la la la” My two host children and I surely made a poor impression when going Christmas caroling from house to house. I guess we only got cookies and candy because people thought this was the fastest way to get rid of us. Well, we didn’t mind – it was pouring anyway and we still had to build a gingerbread house. Never mind that the house was actually a train (houses were already out at Costco’s) and that the boys left me with all the work so they could watch TV upstairs before their mum would pick them up for church.

Most of the people inside St. Agnes Church are still in their business suits. They must have just got off the train from Manhattan. Some of them are still checking their e-mails on their Blackberries – in New York, work never stops. Not even on Christmas Eve. However, we enjoy the service because we all got what we wanted: My boys are allowed to play Nintendo DS so they won’t make a scene in church, my host mum gets to spend time with her children and therefore doesn’t feel like a bad mother for once and my host dad had it his way for a change. I’m happy, too – I’ll get the night off.

Name

Sprachen

Deutsch: Muttersprache Englisch: Verhandlungssicher in Wort und Schrift Spanisch: Grundkenntnisse

IT-Kenntnisse Führerschein

MS Office Komponente (Word, Excel, PowerPoint) B


Tipps für deine

perfekte Bewerbung Persönliche Daten Hier musst du dich an die vorgegebenen Daten halten. Diese sind nicht nur für den späteren Personalbogen wichtig, sondern auch ein Anhaltspunkt für den Chef, mit wem er es zu tun hat. Beginne mit deinem Namen, deiner Adresse und deinen Kontaktdaten. Zuletzt noch dein Geburtsort und -datum, dein Familienstand und deine Staatszugehörigkeit.

Ausbildung

Foto Dein Foto sollte von einem professionellen Fotografen und nicht aus dem Automaten kommen. Wichtig dabei ist, dass nur dein Gesicht und dein Oberkörper zu sehen sind. Die Kleidung auf dem Foto sollte jener entsprechen, die du tatsächlich in diesem Job tragen würdest. Der erste Eindruck zählt – achte auf ein gepflegtes Äußeres und ein nettes Lächeln.

Hier stellst du deine Schullaufbahn chronologisch dar. Auch abgeschlossene Berufsausbildungen finden hier ihren Platz. Gib dabei nicht nur deinen Arbeitgeber, sondern auch deine exakte Stellenbezeichnung an. Deine letzte Ausbildung steht ganz oben. Achte darauf, dass keine zeitlichen Lücken entstehen. TEXT

E

Hinzmann

gal, ob für deinen ersten Job nach der Schule oder ein Ferialpraktikum. Um einen Arbeitsplatz im Sommer zu ergattern, solltest du dich bereits jetzt bewerben. SUMO hat für dich einen Lebenslauf und wertvolle Tipps zusammengestellt, damit bei deiner Bewerbung nichts mehr schiefgehen kann.

Berufserfahrung Wichtig ist eine chronologische und lückenlose Ordnung mit dem aktuellsten Beruf am Anfang. Bei diesem Punkt kannst du alle beruflichen Erfahrungen, egal ob Nebenjob, Ferialpraktikum, freiwillige Tätigkeiten oder feste Anstellung auflisten. Der Chef sieht somit, welche Erfahrungen du bereits im Berufsleben gesammelt hast.

Besondere Kenntnisse An dieser Stelle listest du alles auf, was für deine Bewerbung zusätzlich von Vorteil sein könnte. Auf jeden Fall sollten sprachliche und technische Kenntnisse aufgelistet sein, da diese in vielen Berufen Voraussetzung sind. Wenn du möchtest, kannst du auch Hobbys angeben. Das ist zwar kein Muss, gibt dem Arbeitgeber aber einen Einblick in deine Persönlichkeit.

TEXT

Hinzmann

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1:0 bei Datenschutz für Diaspora

Goodbye

Facebook?

F

acebook boomt wie nie zuvor – jeder vierte Österreicher ist bereits angemeldet. Rund um diesen Hype bleibt aber ein Haken, der immer wieder für Diskussionen sorgt: Privatsphäre und Datenschutz. Diesen Negativpunkt wollen vier New Yorker IT-Studenten mit dem sozialen Netzwerk

des Projekts. Ob die Vorschusslorbeeren um Diaspora gerechtfertigt sind, hat SUMO schon jetzt für dich hinterfragt.

Fun-Features fehlen Das Konzept von Diaspora funktioniert ähnlich wie jenes von Facebook: Ein User

Im Datenschutz hat der Grundgedanke von Diaspora den Vorgänger-Netzwerken einiges voraus. Statt der Datenübertragung über einen zentralen Server wird die DiasporaSoftware beim Login jeweils auf dem eigenen Rechner installiert. Dies kann der eigene PC sein, oder ein gemietetes Konto bei einem Web-Hoster. Die Nutzerdaten werden also auf einem dezentralen Server gespeichert und können dort auch gänzlich gelöscht werden. Zudem steht kein einziger Datensatz frei lesbar auf einer Festplatte, allein die Fotofunktion besitzt momentan beim Hochladen noch keine Verschlüsselung. Darüber hinaus setzt Diaspora auf eine Signierung, die nachträgliche Manipulation unmöglich machen soll. Die Kommunikation mit Freunden ist

Diaspora soll Facebooks Mankos Diaspora ausmerzen. „Wir wollen Facebook nicht hinterherlaufen, sondern den Nutzern die Kontrolle zurückgeben“, legen die vier Studenten ihr Ziel fest. Mit der Veröffentlichung des Quellcodes dieser neuen Generation des sozialen Netzwerks wurde im September ein erster Schritt gesetzt. Verbesserung und Weiterentwicklung durch Experten stehen vorerst jedoch noch im Fokus

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kann Freunde adden, Fotos hochladen und kommentieren. Einzig Fun-Features wie Spiele oder Veranstaltungshinweise fehlen – noch. Einstellungen wie private Nachrichten, Tagging von Fotos oder ein Kalender sind geplant. Ein besonderes Special Diasporas soll eine Einstellung sein, die das Umsteigen von Facebook und Co. erleichtert. Dabei soll das Importieren von eigenen Daten aus bestehenden sozialen Netzwerken ermöglicht werden.

dezentral zwar sicherer, jedoch wird sie auch erschwert: Eine Verbindung zweier Server über Diaspora funktioniert nur mit dem Wissen der gegenseitigen Usernamen. Einmal gefunden, können Freunde über ausgewählte Daten des jeweils anderen verfügen. Diese Berechtigung kann jederzeit wieder entzogen werden. Facebook hat einen anderen Weg eingeschlagen. Hier laufen alle Nutzerdaten auf einem zentralen Server zusammen. Endgül-


SUMO on line: vernetz dich auf www.sumomag.at tiges Löschen ist praktisch unmöglich. Allein die Sichtbarkeit einer Information ist für den User zum Teil steuerbar. Durch Open Graph Protocols sollen Daten von einer vom Nutzer besuchten Website an Facebook weitergegeben werden. Dies findet vor allem bei der Speicherung und Verwendung von UserPräferenzen Einsatz.

Loyalität gegenüber Facebook Aber hat Diaspora wirklich das Zeug, Facebook vom Markt zu drängen? Kritiker gibt es genug – unter ihnen auch Alexander Preisinger, Hardware-Software-Design-Student in Hagenberg (OÖ). „Das Hauptproblem von Diaspora ist, dass die meisten ihre Kontakte auf Facebook pflegen“, analysiert Preisinger. Weiters läuft das neuartige Netzwerk vorerst

knowLEDGE DD Tagging – Social Tagging ist eine Form der Verschlagwortung (Indexierung), bei der Nutzer Inhalten Schlagwörter (Tags) mit Hilfe von sozialer Software zuordnen. DD Server – Ein Server bezeichnet entweder eine Software oder eine Hardware. Bei Diaspora handelt es sich um einen Software-Server. Dies ist ein Programm, das mit einem anderen Programm (Client) kommuniziert, um diesem Zugang zu speziellen Dienstleistungen zu verschaffen. DD Web-Hoster – Unter Webhosting versteht man die Bereitstellung von Speicherplatz sowie die Unterbringung (Hosting) von Webseiten auf dem Webserver eines Internetdienstanbieters. DD Open-Graph-Protocols – Diese erlauben jedem Site-Betreiber personalisierte Facebook-Inhalte auf seinen Seiten anzubieten. Beispiel: Betreiber einer Website können auf ihren Websites einen eigenen „Like“-Button einbetten. Diese Seiten tauchen dann in Facebook-Benutzerprofilen oder Suchergebnissen auf, aber auch der Website-Betreiber kann die Informationen weiterverwenden.

bei Datenschutz ausmerzen. nur auf Test – das jedoch schon fehlerhaft. Preisinger sieht hierbei die Gefahr, dass Diasporas potentielle User einen ersten negativen Eindruck entwickeln könnten, der langfristig nicht von Vorteil ist. Trotz aller Mängel unterstreicht der Waldviertler aber die Einzigartigkeit des Systems: „Im Internet veröffentlichte Daten zu löschen war bisher praktisch unmöglich. Diaspora öffnet in dieser TEXT Schmid Hinsicht neue Sphären.“

Diaspora Entwickler: Daniel Grippi, Maxwell Salzberg, Raphael Sofaer, Ilya Zhitomirskiy aus New York Testbetrieb seit: 15. September 2010 Finanzierung: Spenden gesammelt via Kickstarter (über 200.000 Euro innerhalb weniger Wochen) Ziel: Schaffung eines neuen Social Network-Standards Website zum Ausprobieren: http://openspora.com/login

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Nichts als Von Autoverwertern zu TV-Stars

Time to Spare

Dass mittlerweile schon im Oktober die Weihnachtsdeko ausgepackt wird, ist mir schlicht und einfach wurscht. Im Gegenteil, bei mir wird das feierlich zelebriert, wenn der erste Christbaum des Jahres gesichtet wird. Mich stört’s auch nicht, wenn schon zum tausendsten Mal „Last Christmas“ im Radio läuft. Nein, da sing ich einfach laut und falsch mit! Und mit einem feinen Punsch in der Hand steigt mein Wurschtigkeitspegel sowieso ins Unermessliche. Der S. wird als Mr. Grinch wahnsinnig, wenn ich pünktlich zum ersten Dezember meine Rock-Christmas auspack: Er mag Weihnachten nämlich gar nicht. S. findet das ganze Tamtam um den 24. Dezember lächerlich und würd sich wohl am liebsten ein Loch graben und darin verkriechen. Trotzdem rennt er mit mir von einem Christkindlmarkt zum anderen und stimmt brav in meine „Aaahs“ und „Ooohs“ vor den großen, beleuchteten Christbäumen ein. Jetzt werden mich sicher einige von euch für verrückt halten und mich in der Adventzeit eher meiden wollen, aber ich kann sogar erklären, woher meine kindliche Begeisterung für Weihnachten kommt. Am Land ist das nämlich noch ein bissi was anderes als in der (Groß)Stadt. Da ist der Schnee nicht komisch braun. Da geht man im Ort noch spazieren und schaut sich bei jedem Haus die Weihnachtsbeleuchtung an. Da steht man stundenlang mit Mama in der Küche und backt Lebkuchen und übt mit Papa Weihnachtslieder auf der Trompete. Da spannt man den Husky von der Freundin tatsächlich noch als Schlittenhund ein. Kurz gesagt, man bewahrt sich dort noch den Zauber der Kindheit. Und weil’s kindliche Leute wie mich eh viel zu wenige gibt, sagt der S. nichts und gönnt mir meine stille Nacht. TEXT Meidlinger

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D

Ruhiges Dörfchen – Fehlanzeige Dernbach im Westerwald, ein kleines, beschauliches 1.100 Seelen-Dörfchen zwischen Koblenz und der ehemaligen deutschen Bundeshauptstadt Bonn. „Hier sollen die vier Brüder zu Hause sein?“, fragen sich meine charmante Begleitung und ich, als wir das Ortsschild Dernbachs passieren. Das Navi führt uns durch ein Wohngebiet mit grauen Häusern aus den 1960ern und 1970ern. Noch 250 Meter. Langsam biegen wir ab und blicken erwartungsvoll nach vorne. Dabei staunen wir nicht schlecht: Eine große Traube von Menschen, schätzungsweise 70 bis 100 Personen aller Altersklassen, steht mitten auf der Straße. Brumm, brumm. Ein Reisebus bahnt sich den Weg durch das Wohngebiet. „Absolut irre!“, meint meine Begleitung und deutet auf das holländische Nummernschild des Busses. Jetzt sehen wir Uwe Ludolf. Er steht vor dem bekannten Tor in der Hofeinfahrt und unterhält sich mit einigen Fans. „Hallo, meine Süße!“, ertönt es auf einmal. Uwe kommt freudig auf uns zu. Ehe wir uns versehen, landet meine Begleiterin in seinen Armen. Auch ich werde herzlich mit einem Händedruck und den Worten: „Hallo, mein Kleiner!“ begrüßt – und das bei einer Größe von fast einem Meter neunzig. Nachdem wir uns vorgestellt haben, merke ich schnell, dass Uwe ein lockerer, offener und lustiger Typ ist. Meine anfängliche Anspannung lässt nach. Das Interview inmitten der Menschenmenge kann beginnen. Alles begann vor über zehn Jahren, als die Gemeinde Dernbach ihr 700-jähriges Bestehen feierte. Damals kam ein Fernsehteam, um einen Beitrag über die Ortschaft zu drehen. Auf

?

Anraten des Bürgermeisters wurde dieses zu den Ludolfs geschickt, „die angeblich nur Schrott im Kopf “ hätten „und das von morgens bis abends.“ Nachdem der Beitrag ausgestrahlt worden war, hörten die Telefone des Senders nicht mehr auf zu klingeln – die Zuschauer waren begeistert! „Dann lief alles von alleine“, erinnert sich Uwe.

Wo sind bloß die Regale? Sogar die ausländische Presse begann sich für die vier zu interessieren – denn bei den Ludolfs sucht man vergeblich nach Regalen. Vielmehr türmen sich die Ersatzteile auf mehreren meterhohen Bergen. Nur Peter, „The Brain“, kennt den genauen Lagerort. Sein System liegt darin, dass es für alle gleichen Bauteile einen eigenen Haufen gibt. So liegen zum Beispiel alle Blinker oder alle Auspuffe auf jeweils einem Berg. „Wir haben ihm schon den Vorschlag gemacht Regale aufzubauen, aber da hätte Peter uns umgebracht“, lacht Uwe. Auf die Frage, ob Peter nicht lieber eine hübsche Telefonistin anstelle seines Bruders Günter hätte, antwortet Uwe nur: „Nein, der Peter, der genießt seine Ruhe. Und wenn er eine hübsche Dame neben sich hätte, könnte er gar nicht mehr seine „Dienst-Nickerchen“ machen. Da würde er nervös werden.“

Das Ludolf sche ‘ Haufensystem: Nur Peter findet die Nadel im Ersatzteilehaufen „Wir sind ganz normale Menschen“ Mittlerweile gibt es die sieben Staffeln der Serie in fünf Ländern auf DVD zu kaufen. Während unseres Interviews sind seine Brüder mit Aufnahmen für Japan und Russland beschäftigt. Uwe ist heute eingeteilt, sich um die angereisten Fans zu kümmern. „Täglich kommen zwischen 500 und 2.000 Fans von überall her. Wir können

DMAX/DISCOVERY Channel

W

eihnachten steht vor der Tür. Ich gehör wohl zu den wenigen, die bei dieser Vorstellung keinen Ausschlag am Körper bekommen: Ich bin nämlich ein Weihnachtsengerl. Meine Mission ist, alle meine lieben Freunde davon zu überzeugen, wie super Weihnachten nicht ist und dass man sich da ganz doll lieb haben muss und tolle Sachen vom Christkindi kriegt.

ie vier Ludolf-Brüder Peter, Manni, Günter und Uwe – gestern noch Autoverwerter, heute TV-Stars. Man kennt sie aus ihrer Fernsehserie „Die Ludolfs“, ihrem Kinofilm „Die Ludolfs – Der Film – Dankeschön für Italien!“ oder Auftritten bei Stefan Raabs „Stockcar-Crash-Challenge“. Obwohl die vier Brüder bekannt sind wie bunte Hunde, wissen nur wenige, wie es zu dieser Erfolgsstory gekommen ist. SUMO hat sich mit Uwe Ludolf getroffen, dem Ältesten der Brüder. Was er uns verraten hat und welchen Auto-Tipp er für Studierende gibt, erfährst du hier exklusiv.

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Süßer die Glocken nie klingen...

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Schrott

Kopf

es manchmal kaum begreifen, dass die Leute so an uns hängen. Wir sind ganz normale Autoverwerter und ganz normale Menschen“, gesteht der 53-Jährige bescheiden. Verändert habe sich seit dem Medienrummel um ihre Personen nichts. Außer, dass sie jetzt mehr Freunde und Fans haben und mehr durch die Welt reisen. Auf die Frage, wie es gewesen ist einen eigenen Kino-Film zu drehen, antwortet er nur: „Es war einfach nur Urlaub. Und es war der Traum unserer Eltern, einmal nach Italien zu fahren. Wir mussten keine Miete bezahlen und bekamen das Essen gratis. Da dachten wir, wir fahren nach Italien, um den Traum unserer Eltern zu verwirklichen. Sie sind immer bei uns.“

Autotipps vom Profi Am Ende unseres Interviews wollen wir vom Autoprofi wissen, welches Auto er einem Studierenden empfiehlt. „Kauft euch auf jeden Fall ein kleines! Einen alten VW Golf oder einen kleinen Opel. Wichtig ist, dass das Auto wenig Elektronik hat. Da kann man selber noch dran rumbasteln. Wenn an der Elektronik etwas kaputt ist, dann wird es oft sehr teuer. Niemals ein neues Auto!“ Er selber stehe auf ganz alte, sportliche Automobile. Welche aus den 1950er-, 1960er- oder 1970er-Jahren. „Umso älter, TEXT Albiez desto besser. Das sind meine Traumwägen.“

Regale: Fehlanzeige!

Die Ludolfs

Vier Pfundskerle: Uwe, Günter, Manni und Peter zwischen Bergen von Ersatzteilen

Wer bei den vier Autoverwertern Peter, Manni, Günter und Uwe Ludolf nach Regalen sucht, der sucht vergebens. Mit dem „Haufensystem“ – alle Ersatzteile einer Bauart auf einem Berg – wurden sie weltbekannt. Ein wahrlich verrückter Haufen sind auch die vier Brüder. Mit ständig neuen Aktionen überraschen sie die Zuschauer ihrer Fernsehserie „Die Ludolfs – 4 Brüder auf‘m Schrottplatz“ immer mittwochs, 20:15 Uhr auf DMAX.

Mehr zu den vier Brüdern findest du unter: www.ludolfs.de

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Indierock-

Hoffnung aus Öste

rreich

Wie die Newc om

er-Band ich zu ihrem Vertrag gekom men ist.

destroy, mun

destroy, munich chillt ganz entspannt nach einer gelungenen Probe

V

iele fangen als Garagenband an, doch nur wenige schaffen es, einen Plattenvertrag zu bekommen. Doch für die siebenköpfige Band destroy, munich ist dieser Traum wahr geworden. Die Niederösterreicher, die derzeit in Wien beheimatet sind, begeistern nicht nur mit E-Gitarren, Bass, Keyboard und Schlagzeug, sondern auch mit Cello und Geige. SUMO hat sich für euch mit Gabriel (Voice, Guitar), Patrick (Guitar) und Toni (Cello) getroffen.

„Wir sind froh, dass wir es geschafft haben.“

Schreibt ihr eure Lieder gemeinsam? Patrick: Wir schreiben die Musik gemeinsam, aber die Texte stammen von Gabriel. Mit sieben Leuten Texte zu schreiben wäre doch eine recht schwierige Aufgabe. Was ist bei euren Liedern wichtiger: Musik oder Text? Gabriel: Es entsteht zuerst die Musik und dann kommen die Texte. Beides sollte schon zusammenpassen und ist gleich wichtig. Was ist eure musikalische Inspiration? Gabriel: Für mich sind nicht berühmte Bands Inspiration, sondern befreundete Bands, die ich persönlich kenne und deren Herangehensweise ich besser mitverfolgen kann.

Seid ihr alle Profimusiker? Gabriel: Wir sind eine Mischung aus Autodidakten (Anmerkung der Redaktion: jemand, der sich etwa ein Instrument selbst beibringt) und Profimusikern. Unsere zwei Streicher spielen Geige beziehungsweise Cello seit frühester Kindheit. Es sind Leute dazugekommen und weggegangen, aber über die letzten drei, vier Jahre hat sich so ein Stock entwickelt, der recht fix ist.

Seht ihr eure Musik als Hobby, oder könnt ihr euch vorstellen, damit euer Geld zu verdienen? Patrick: Rein von Musik leben… Gabriel: …ist unmöglich. Wenn man zu siebt in einer Band ist, ist das unmöglich. Toni: Außer mit Schlager.

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ker Facts

Warum heißt ihr destroy, munich? Toni: Wenn man unserer Musik lange genug zuhört und auf genug Konzerten war, dann weiß man es. Patrick: Destroy, munich ist selbsterklärend.

Wie viele Leute kommen zu euren Konzerten? Gabriel: Von sieben bis 700. Aber meistens sieben. (lacht) Toni: Das kommt darauf an, wo wir spielen, ob in einem kleinen Beisl oder in einer kleinen Halle. Gabriel: Auf die Menge kommt es gar nicht an. Wir haben auch schon im vollen Flex (Anmerkung der Redaktion: Club in Wien, maximale Kapazität: 1.000 Leute) um Mitternacht gespielt. Das macht wahrscheinlich weniger Sinn als vor 40 interessierten Leuten.


„Wir sind ein Mischung au e Autodidakten s Profimusike und rn.“ Spaß steht für die sechs männlichen und das eine weibliche Bandmitglied von destroy, munich immer noch im Vordergrund Auch privat sind alle Bandmitglieder gute Freunde Gabriel: Ja, außer mit Schlager. (lacht) Patrick: Wir machen das zum Spaß. Wenn unsere Spritkosten gedeckt sind, wir einen halbwegs trockenen Platz zum Schlafen haben und etwas zu essen kriegen, sind wir schon zufrieden.

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diwisch; wendt

Wie seid ihr zu eurem Label gekommen? Gabriel: Hannes Tschürtz, der Manager von Ink music, und einige seiner Leute haben uns bei ein paar Konzerten in Wien gesehen und Interesse gezeigt. Wir haben ihnen unser Album gegeben, sie haben es sich dann überlegt und uns schließlich unter Vertrag genommen. Also recht unspektakulär. Die Konkurrenz am Musikmarkt ist groß. Warum habt ihr es geschafft? Patrick: Das kann man schwer beantworten, warum gerade wir. Wir sind froh, dass wir es geschafft haben, aber warum das so ist, obliegt nicht unserer Entscheidungsgewalt, sondern der des Labels. Gabriel: Ja, die sind wirklich überzeugt von uns und haben unser Potenzial gesehen, dass da noch viel kommen wird. Ink music ist auf die Entwicklung einer Band bedacht. Habt ihr Tipps für andere Newcomer? Gabriel: Das Wichtigste ist oft…. Patrick: …spielen. Gabriel: Oft auftreten vor allem. Toni: Präsent sein und bekannt werden. Gabriel: Irgendwo muss man sich einen gewissen Namen erspielen und TEXT venek dann sollte auch die Qualität kommen. Albumtitel: Don’t Forget The Birthday Cake Label: Ink Musik Website: http://destroy-munich.blogspot.com

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, t h c a m n r e Was man g r

e s s e b n a m mer macht aipl trotz schlim

ns H lich ist Warum Cleme Schulzeit glück

H

aipl hat sich bereits in der Schulzeit einen Namen gemacht. Wegen unerlaubten Karikierens des Geografieprofessors wird ihm das Taschengeld gestrichen, ein Nichtgenügend in Geografie verpasst und eine Disziplinarkonferenz angedroht. Er zeichnet trotzdem weiter und gewinnt Wettbewerbe.

Das Spiel des Engels Erschienen: April 2010 (4. Auflage) Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag Seiten: 710 Preis: 11,30 Euro Der junge David Martín verbringt sein Leben als Autor von Schauerromanen im Barcelona des frühen 20. Jahrhunderts. Als er eines Tages einen mysteriösen Brief mit einem Siegel in Engelsform erhält, nimmt sein Leben eine unvorhergesehene Wendung. Ein geheimnisvoller Verleger macht ihm ein unwiderstehliches Angebot. Doch David ahnt nicht, auf welch teuflischen Pakt er sich damit einlässt. Bald zieht sich eine blutige Spur quer durch Barcelona, die immer deutlicher zu dem jungen Autor zu führen scheint. Für David beginnt der Kampf seines Lebens.

Hörbuch geschenkt, aber ich hab‘s noch nicht angehört, weil ich den Coelho so fad find. Ich hab ein paar Sachen von ihm gelesen, die hab ich elend gefunden. Den Jakobsweg zu gehen kann ich mir schon vorstellen, aber darüber zu schreiben kommt nicht in Frage. Das ist einfach derartig inflationär, das interessiert mich nicht.

Heute ist der 41-Jährige als Musiker, Cartoonist (ORF, VIVA, ProSieben, Ö3, FM4, ProjektX), Autor und Schauspieler bekannt. In seinem neuen Buch „Sind wir bald da? Clemens Haipl sucht den Jakobsweg“ geht es um Selbstfindung für Fahrzeughalter und Fußmüde. Auf der Suche nach sich selbst packt er die Koffer und ist dann mal weg – nicht ohne sich vorher noch Zeit für ein Interview mit SUMO zu nehmen.

Düster, düsterer – Zafón!

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Paulo Coelho schrieb den Bestseller „Auf dem Jakobsweg – Tagebuch einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela.“ Was sagst du dazu? Das hat mir meine Schwiegermutter als

Was ist dein Erfolgsrezept? Ich hab Sachen gemacht, wo man kurzfristig mehr Geld verdient. Aber längerfristig hat immer das funktioniert, was ich gern mach. Das Schreiben, Musikmachen, oder ProjektX, das hab ich immer aus Spaß heraus gemacht. Das, was man gern macht, macht man besser.

dürnecker (Cartoon: Haipl)

Carlos Ruiz Zafón bereitet seinen Lesern mit seinem schaurig-schönen Stil eine Gänsehaut, die 700 Seiten lang andauert. Hat man das Buch einmal aufgeschlagen, wird man es so schnell nicht mehr aus der Hand legen können – die facettenreiche Handlung hat für jeden Geschmack eine überraschende Wendung parat. Auch Humor kommt nicht zu kurz: Viele Dialoge sprühen vor Charme und Witz und zaubern dem Leser ein Lächeln auf die Lippen. Selbst wenn das grundlegende Motiv des teuflischen Paktes schon seit Goethes Faust nichts Neues mehr ist, so ist es in „Das Spiel des Engels“ in einer sehr spannenden Geschichte verpackt, die den Leser garantiert mitreißt. TEXT Waculik

Lesestoff

Horror mit Herz

Clemens, du bahnst dir deinen eigenen Jakobsweg. Was hat dich dazu gebracht, dieses Buch zu verfassen? Mich interessiert der Alltag viel mehr als die exaltierten, ausgeflippten Sachen. Ich schreib gern, ich spiel gern mit Worten, ich beobacht gern normale Situationen und überhöh sie satirisch. Der Jakobsweg ist natürlich eine Suche nach irgendwas Sinnstiftendem. Es ist irrelevant, ob man nach Spanien zu Fuß geht oder beim Wirt ums Eck sitzt und nachdenkt. Nachdenken, ob man sein Leben besser machen kann – das geht jedem so. Das ist ein Weg. Ich hab einen Teil des Weges beschrieben. Aber Lösungen biete ich keine an.

Woher kommt deine Sprachgewandtheit? In der Schule war ich in Fremdsprachen verheerend. Ich hab immer ein Nichtgenügend gehabt. Bis zwölf hab ich täglich ein Buch gelesen. Seit ich erwachsen bin, lese ich viele Zeitungen, Internet, aber keine Literatur. Ich glaub – das klingt jetzt vielleicht deppert – es ist tatsächlich eine kindliche Prägung.

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Noch bis vor kurzem machte der Schriftsteller Carlos Ruiz Zafón vor allem mit Jugendbüchern auf sich aufmerksam. „Das Spiel des Engels“ ist erst sein zweiter Roman für Erwachsene. Mit seinem unverwechselbar spannenden Stil und einer einmaligen Geschichte zieht der Autor die Leser in seinen Bann. Wie in seinem Vorgängerroman „Der Schatten des Windes“ vereint er in seinem jüngsten Bestseller viele verschiedene Genres: Schauerroman, Liebesgeschichte, Thriller und Fantasy.


ich d lde s! e n M u i be

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Du bist... ... fleißig, engagiert,

Während der Lesung ein Tröpfchen Rotwein zur Stärkung

... schnell und auf der Sind wir bald da? Hast du diesen Satz schon oft gehört oder gesagt? „Sind wir bald da?“, „Ist es noch weit?“, „Ich muss aufs Klo!“ – ich spiel gerne mit Kindereiklischees. Schulzeit war für mich die absolute Hölle. Die wird mich verfolgen bis ans Sterbebett. Damit zurechtzukommen und zu verarschen, da kann ich nicht alt genug werden. Jeder Giftpfeil in Richtung Gymnasiumszeit ist ein guter.

Suche nach einem Job? 2

Wir suchen... ... Aushilfskräfte, ... Servierkräfte für Veranstaltungen

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Wir bieten... ... spannende Jobs, ... nette Kollegen und jede Menge Erfahrung!

Was ist dein Ziel? Glücklich sein. Natürlich hab ich Träume wie reich sein, Haus am Meer, Swimmingpool, no na net. Ich glaub, wenn man mit sich selber umgehen kann und einigermaßen zufrieden ist – und das bin ich manchmal tatsächlich – hab ich schon viel erreicht. Das Einzige, worum ich andere Menschen beneide, ist viel Geld. Aber um Karriere und Berufe nicht im Traum! Da bin ich schon froh, dass ich das so mach, wie ich es mach. Ich leb ja trotzdem fein. Super Kind, leiwande Frau, man kann es schlimmer erwischen. TEXT dürnecker Mehr Infos unter: www.clemenshaipl.at

Fachhochschule St. Pölten Meine Mensa Matthias Corvinus-Straße 15 A-3100 St. Pölten Tel.: (0664) 1242583 Fax: (02742) 31 32 28-859 fh@neuhauserkulinarium.at http://neuhauserkulinarium.at/ sparetime | 25


„Allein das Baby darf frei laufen!“ Und die sagen mir jetzt, dass ich noch weiterschlafen kann. Herr Hahn hat sich geirrt. Plötzlich zieht jemand an einer Zeltschnur. So stark, dass es den Anschein hat, als ob das zehn Meter lange Zelt gleich umgerissen werden 26 | sparetime

duinen in der Zu Gast bei Be en Wüste jordanisch

würde. Ein Stützpfosten neben mir bewegt sich bedenklich. Es scheint, als ob das Zelt ein Riesenschiff wäre, das im Wellengang schaukelt. Ich spitze die Ohren. Alle schlafen, keine Decke bewegt sich, nur das Ziegenhaarzelt wird hin und her gezerrt. Typisch: Die Beduinen ziehen sich die Decke über den Kopf, sehen und hören nichts, schlafen tief und fest. Und was, wenn das Zelt zusammenbricht? Sie können mich als Gast doch nicht mit dem Eindringling alleine fertigwerden lassen. Offenbar doch.

Wer schläft im Beduinenzelt? Neben mir liegen Hamde, die Zweitfrau des Scheichs Abu Muhammad, und daneben ihr jüngster Sohn Enad. Am Kopfende des vier Meter breiten Zeltes hat der blinde alte Scheich auf seiner Schaumstoffmatratze neben Futtersäcken seinen ständigen Platz. Seine paar Habseligkeiten, ein in einen Plastiksack eingewickeltes Radio, sein Tabakbeutel mit den von Hamde gedrehten Zigaretten, ein Gehstock und ein warmer Mantel liegen

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er Hahn kräht. Die Schafe kauen, rülpsen, furzen und scheißen. Das alles zwei Meter hinter meinem Kopf. Es ist dunkel, kalt – Nacht im Beduinenzelt. Wäre ich nicht mitten in der jordanischen Wüste, sondern in hörbarer Nähe eines Dorfes, würde man wahrscheinlich den ersten Muezzinruf zum Gebet hören. Es wird circa vier Uhr in der Früh sein. Zeit spielt hier für mich aber keine Rolle. Ich muss nicht wissen, wie spät es ist. Wozu auch. Die Sonne und mein Körper bestimmen den Tagesrhythmus.

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Kamele sind für Beduinen auch heute noch wichtig: als Einnahmequelle durch Zureiten, Kameltrekkingtouren, Verkauf von Tieren, Kamelrennen, als Transportmittel und die Kamelmilch als Potenzmittel für Männer


räuschenzelt Beduine

griffbereit neben ihm. Jetzt quält ihn kein Raucherhusten, kein Schnarchen. Außer mir sorgt sich kein Mensch um das wackelnde Zelt. Doch die Geräusche verraten mir jetzt den Täter. Alles klar, ich bin erleichtert.

„Zum Glück hat er mir bisher noch keinen nächtlichen Skandal gekläfft.“ Ganz normaler Backgroundsound eines Beduinenzeltes: Ein Kamel hat sich am Zeltseil gewetzt und gekratzt. Die vier erwachsenen Kamele und das fünf Wochen alte Kamelbaby schlafen nämlich in der Nacht neben dem Zelt ihres Besitzers. Abends kommen sie freiwillig aus der Wüste zurück. Sie haben unter Tags die kurzen Gräser und grünen Zweige der spärlichen Wüstenpflanzen

abgegrast. Damit sie nicht zu weit in die Wüste laufen, werden ihnen die Vorderbeine mit einem Strick so zusammengebunden, dass sie nur kleine Schritte machen können. Allein das Baby darf frei laufen. Es bleibt ohnehin immer bei seiner Mutter und würde nicht freiwillig weggehen.

WC mit Sternenbeleuchtung Mittlerweile ist es wieder ruhig am Kamelschlafplatz. Rhythmische Kaugeräusche sind hörbar. Jetzt ein Wasserstrahl aus ein Meter sechzig Höhe, Rülpsen, ein Riesenkörper plumpst in den Wüstensand. Gute Idee: Aufs Klo gehen, bevor ich noch eine Runde weiterschlafe. Leise schlüpfe ich aus meinem Schlafsack und steige vorsichtig zwischen den schlafenden Körpern, leeren Teegläsern und Schuhen hindurch an der kalten Feuerstelle vorbei ins Freie. Vor dem Zelteingang schläft Emad, der zweitjüngste Sohn. Ich schleiche barfuß an ihm, den halbwachen Kamelen und dem dösenden Hund vorbei. Nur nicht allzu weit weg vom Zelt gehen, sonst glaubt der Köter, ich sei eine sparetime | 27


Fremde, die sich dem Zelt nähert. Das könnte sehr unangenehm werden. So gut kennt mich der Hund nach zwei Wochen noch nicht. Zum Glück hat er mir bisher noch keinen nächtlichen Skandal gekläfft. Die Sterne leuchten hell. Ich liebe diesen weichen Sand, auch wenn er brutal kalt ist in der Nacht. Meine Fußsohlen haben sich noch lange nicht an die harten Felsen und rauen Steine im Sand gewöhnt. Ich stakse unbeholfen zwischen den harten Brocken hindurch, wehleidig und langsam. Die Kamele glotzen mich an, als ich nach verrichteter Sache zurückkomme. Sie wundern sich, wer hier nächtens herumschleicht. Schnell in den warmen Schlafsack zurück.

Die Enkelin Dena führt den blinden Scheich Abu Muhammad zum Nachbarzelt, damit ihm sein Sohn das kaputte Radio repariert

Tagwache zur Morgendämmerung Das Knistern des wärmenden Feuers weckt mich. Ich blinzle und sehe, wie Hamde Holz nachlegt, um das Teewasser zum Kochen zu bringen. Die Männer schlafen noch, oder tun zumindest so. Ich räkle meine steifen Glieder und setze mich auf. Jetzt erst bemerke ich im zögerlichen Licht der Morgendämmerung, dass ich mit einer zweiten Decke umhüllt bin. Oh, wie lieb von ihm! Emad hat mich heimlich zugedeckt, damit mir ja nicht kalt wird. Ich freue mich und schmunzle. „Sabah al-chayr“ – „Guten Morgen, Hamde!“ – „Sabah an-nur“, antwortet sie freundlich und bietet mir warmes Wasser zum Waschen an. Dann ruft sie ihre 14- und 21-jährigen Söhne, mütterlich verstehend und doch eindringlich zur Disziplin fordernd. Die beiden müssen aufstehen, um zur Arbeit und in die Schule zu gehen. Nach einigen Zurufen heben sich widerwillig ihre Decken, Enad und Emad schauen verschlafen hervor, wir lächeln uns zu und wünschen einander herzlich einen guten Morgen. TEXT dürnecker

Hast du Lust, selbst in die Beduinenkultur einzutauchen?

Wüstenklänge

Bevor die Kamele am Morgen in die Wüste ziehen, werden sie getränkt und mit Getreide gefüttert

Unsere Redakteurin Maria Estella Dürnecker hat drei Wochen mit Beduinen gelebt und ist in deren Clan aufgenommen. Sie organisiert „Wüstenklänge“, Reisen in Jordanien mit besonderen Einblicken in die Beduinenkultur – auf Kamelen vom Wadi Rum durch wunderschöne Wüstenlandschaften bis zur Weltkulturerbestadt Petra.

Übernachtung unter freiem Sternenhimmel und im Beduinenzelt, Lagerfeuer, leckeres Essen und authentische Gesänge sind weitere Höhepunkte dieser Reise für die Sinne.

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dürnecker

Frühlingstour: 18. – 27. Feb. 2011 Kosten ab/bis Aqaba: 1.190 Euro Anmeldung und Reisedetails: www.klangreisen.at

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– e s k e k s t h c a drin? Weihn h c i l k r i w t was steck

Bei Glucose-Fructosesirup etwa kann ein gesundheitliches Problem aus dem Grund entstehen, weil dieser Zucker mehrheitlich aus Fructose besteht. Dadurch wird er insulinunabhängig im Stoffwechsel verwertet. Das Ergebnis: Das Sättigungsgefühl, das normalerweise durch Insulin entsteht, bleibt aus. Da der übermäßige Verzehr von Fructose auch die Fettsynthese ankurbelt, kann Übergewicht entstehen.

Vanillekipferl, Lebkuchen, Zimtsterne und Nussbusserln begeistern zur Weihnachtszeit

Mittlerweile ist es bei sehr vielen Lebensmitteln üblich, dass anstatt der Bezeichnung des Lebensmittelzusatzes eine E-Nummer angegeben wird, wodurch Konsumenten oft nicht wissen, was sie da zu sich nehmen. Auch der Kaloriengehalt ist bei vielen Produkten nicht angegeben. Zu empfehlen ist aber, dies nicht als gegeben hinzunehmen, sondern zu hinterfragen. Dabei wäre gerade der mündige Konsument gut beraten, die Zutatenliste von Fertigprodukten zu prüfen. Rita B. (19), Studentin der Diätologie an der Fachhochschule St. Pölten, meint dazu: „Kekse gehören zur Weihnachtszeit dazu und man muss als gesundheitsbewusster Mensch auch nicht zwanghaft darauf verzichten. Aus ernährungsphysiologischer Sicht empfiehlt es sich natürlich, Kekse selbst zu backen, denn so weiß man, was wirklich drin ist. Mit dem Einsatz von Vollkornmehl und Vollrohrzucker kann man versuchen, die Weihnachtsbäckerei vollwertiger zu gestalten.“ In diesem Sinne wünscht dir SUMO gutes Gelingen und eine schöne Weihnachtszeit. TEXT

halbwachs

Zutaten: 250 g Mehl 700 g Staubzucker 220 g Butter (oder Margarine) 100 g geriebene Nüsse 2 Pk. Vanillinzucker (oder eine Vanilleschote) 1 Prise Salz Zum Bestauben: 4 EL Staubzucker 4 Pk Vanillinzucker Zubereitung: Mehl, Salz, Vanillinzucker (oder die Vanilleschote), Staubzucker geriebene Nüsse und die Butter (oder Margarine) zu einem glatten Teig verkneten, dann den Teig circa eine Stunde zugedeckt oder in Frischhaltefolie gewickelt an einem kühlen Ort ruhen lassen. Anschließend den Teig zu einer Rolle formen, in kurze Stücke schneiden und dann kleine Kipferl daraus formen. Die Kipferl auf ein mit Backpapier belegtes Backblech auflegen, dabei aber aufpassen, dass man sie nicht zu eng nebeneinander legt. Dann im vorgeheizten Backrohr bei rund 180 Grad circa zehn bis 15 Minuten backen. Die Kipferl nach dem Backen sofort in einer Mischung aus Staubzucker und Vanillinzucker vorsichtig wenden.

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Künstliche Kekse

Nachschauen und Nachdenken

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Schlecht schmecken sie nicht, aber kulinarische Höhepunkte sind etwas anderes – mit selbstgebackenen Keksen sind diese gekauften Exemplare oft nicht zu vergleichen. So manchem vergeht der Appetit aufs Weihnachtsgebäck, wenn er nachschlägt, was sich hinter oft geschönten Zutatenlisten wirklich verbirgt. Zucker wird an zweiter Stelle angeführt. Danach einige E-Nummern, die Lebensmittelzusätze nach europäischen Vorschriften kennzeichnen, Konservierungsmittel und Farbstoffe. Zusätzlich jede Menge Zucker in verschiedenen Variationen, zum Beispiel Invertzuckersirup und Glucose-Fructosesirup. Die wenigsten von uns wissen aber, was sich hinter diesen Bezeichnungen verbirgt, geschweige denn, wie diese Lebensmittelzusätze auf den Körper wirken können.

Bei der Nummer E 450, auch bekannt als Natrium-Di-Phosphat, kann die Aufnahme größerer Mengen zu Knochenschwund und Kalkablagerungen führen. Möglicherweise ist es eine Ursache für Hyperaktivität, die besonders Kindern oft zu schaffen macht. Ebenfalls beliebt als Kekszusatz ist E500, auch bekannt als Natriumhydrogencarbonat. Es kann in hohen Dosen Reizungen des Magen-Darm-Traktes hervorrufen.

Rezept Vanillekipferl

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eit ungefähr Mitte Oktober versuchen die Supermärkte uns Weihnachtsstimmung mithilfe von entsprechender Dekoration zu vermitteln. Sie liegen seither in den Regalen: Kunstvolle, wenn auch ein wenig künstlich anmutende Weihnachtskekse. Die ungeübten Bäcker unter uns greifen da gerne zu. Dabei machen sich die wenigsten darüber Gedanken, was in diesen Keksen eigentlich drin ist.


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Hermann Opoku hat nur ein Ziel – den Ball im Korb zu versenken

Rein in den

Nervös ist er nicht mehr – der 24-jährige Basketballspieler Hermann Opoku spielt mittlerweile seit mehr als zehn Jahren Basketball. Einen Korb, mehr will er nicht. Er kann es kaum erwarten. Nur hat Joey Shaw von den Oberwart Gunners den Ball. Joey schlägt sich vor bis zur Drei-Punkte-Linie. Teamkapitän Martin Speiser versucht ihn zu blocken, aber der Gegner reagiert zu schnell – der Ball fliegt Richtung Korb. Hermann springt und reißt den Ball an sich – ein defensiver Rebound. Nicht umsonst beschreibt ihn Hallensprecher Stefan Jäger als einen, „der viel in der Luft unterwegs ist.“ 32 | sparetime

„Mein Körper ist wie ein Auto. Wenn er etwas Falsches tankt, funktioniert er nicht.“ Noch 24 Sekunden Ab jetzt hat Hermann 24 Sekunden. 24 Sekunden – gerade einmal genug Zeit, um eine Banane zu essen, eine SMS zu schreiben, oder seine Schuhbänder zuzuknüpfen. Gegessen hat der gebürtige Wiener seit zwei Stunden nichts – Nahrungsaufnahme unmittelbar vor einem Spiel macht schwerfällig. Sein Teamkollege Richard Poigner sagt sogar, dass er sich übergeben müsste, wenn er mit vollem Magen das Spielfeld betritt. Jeden Tag

Mc Donald’s, Kebap oder Hot Dogs sind für Hermann nicht drinnen. Stattdessen versucht er viel Obst zu essen. Nur Erdnussbuttersandwiches gönnt er sich zum Frühstück – das ist ihm von seiner Schul- und Studienzeit in den USA geblieben. Eines ist für ihn klar: Sein Körper ist wie ein Auto. Wenn er etwas Falsches tankt, funktioniert er nicht.

Ohne Vertrauen geht nichts 20 Sekunden. Joey Shaw kommt wie aus dem Nichts und verstellt Hermann den Weg. Ohne zu zögern passt Hermann den Ball vier Meter nach links. Er hat gar keine Zeit gehabt zu prüfen, ob Richard dort stehen wird. Er vertraut einfach darauf. Vertrauen – das ist das Zauberwort in jeder Teamsportart. Ohne es wäre das ganze Spielsystem dysfunktional. Hermann muss sich darauf verlassen können, dass seine Mitspieler dort stehen werden, wo er den

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rölende Fans, dröhnende Trommelschläge und quietschende Turnschuhsohlen – Hermann Opoku vom Union Basketball Club (UBC) St. Pölten bekommt nichts davon mit. Er weiß nur eines: Es bleiben ihm 24 Sekunden, um den Ball einzunetzen.

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Was Hermann Opoku (UBC St. Pölten) aus 24 Sekunden Basketball macht


T-Shirts für Aggressionsabbau 12 Sekunden. Richard gerät in Bedrängnis – Joey Shaw ist ihm dicht auf den Fersen. Hermann spürt seinen Atem im Nacken. Gleich wird er auf selber Höhe sein. Da holt Joey auch schon zum Angriff aus, seine Hand schnellt zum Ball vor – ein Steal., wenn er nicht verfehlen und Hermann auf die Hand schlagen würde. Der Ball springt gegen die Bande. Einwurf für die Gegner. Der Schiedsrichter hat das Foul nicht gesehen. Hermann gestikuliert wild, aber es hilft nichts. Er fühlt blinde Wut in sich aufsteigen, aber er weiß, dass er jetzt nicht unüberlegt handeln darf. Im Mentaltraining hat er gelernt, mit solchen Situationen umzugehen. Er knabbert an seinem T-Shirt, bis er sich wieder unter Kontrolle hat.

Heulen wie ein Baby Noch neun Sekunden. Plötzlich knickt Hermann um, der Schmerz geht durch und durch. Er beißt

die Zähne zusammen, er will nicht vom Spielfeld. Ihm ist bewusst, dass es etwas Schlimmes sein könnte. Verletzungen sind aber ein Risiko, mit dem er leben muss. Er weiß, dass er in seinem Beruf nicht alt werden wird – vielleicht 35. Danach ist Schluss, auch ohne Verletzung. Allerdings ist Hermann bestens vorbereitet für den Fall der Fälle: Mit seinem Abschluss in Sports Management an der George Washington University in Washington D. C. hat er sich eine Karriere abseits des aktiven Profisports gesichert. Angst vor dem Ende seiner sportlichen Laufbahn hat Hermann somit keine mehr. Trotzdem würde er zu heulen anfangen, sollte ihn der Arzt für immer als spielunfähig erklären. Drei Sekunden. Die Menge tobt, Hallensprecher Stefan Jäger helfen nicht einmal mehr seine Ohropax, weil sich die Trommler so ins Zeug legen. Hermann hört und sieht nichts mehr. Er hat die ganze Halle ausgeblendet. Alles, was er sieht, sind seine Mitspieler, die Gegner und der Trainer. Plötzlich steht Joey Shaw direkt vor ihm, aber er befindet sich zu nahe am Korb. Von da an läuft alles wie in Zeitlupe ab: Hermann springt vor ihm in die Höhe. Mit der Linken hängt er sich an den Basketballkorb. Die Rechte stopft den Ball hinein – ein perfektes Dunking. TEXT Sonnleitner Die Menge tobt.

Name: Hermann Kofi Opoku Geburtsdatum: 7. März 1986 Geburtsort: Wien Verein: UBC (Union Basketball Club) St. Pölten Größe: 206 Zentimeter Idole: Kevin Garnett, Dan Ford Hobbys: Musik hören (R’n’B, Hip Hop), Basketball schauen, Internet

Oboku Facts

Ball hinpasst. Schließlich üben sie bestimmte Spielzüge regelmäßig im Training. Da macht es auch keinen Unterschied, dass Hermann erst seit einigen Monaten beim UBC St. Pölten spielt. Schließlich lernt ein Spieler normalerweise in vier bis sechs Wochen die Spielzüge einer neuen Mannschaft.

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2010

Top(s) und Flops

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010 – Ein Fußballjahr mit positiven, aber leider auch negativen Überraschungen geht zu Ende. Aus diesem Grund meldet sich der Patriot nach über einjähriger Abwesenheit zurück, um einen wie gewohnt kritischen Blick auf die Lage des österreichischen Fußballs zu werfen.

SPORT CUTS

Wer hätte das gedacht? Nach den Herbstspielen der EM-Qualifikation liegt Österreich bei einem Spiel weniger und sieben Punkten ungeschlagen auf Platz zwei der Gruppe A. Diese Bestandsaufnahme lässt den österreichischen Fußballfan auf mehr hoffen. Allerdings warten mit den Spielen gegen die Türkei und den Gruppenfavorit Deutschland ja noch die schwierigsten Aufgaben auf die Mannen von Teamchef Constantini. Dieser verzichtet weiterhin auf die Nominierungen der beiden Legionäre Ivanschitz und Garics. Letzteren könnten wir jedoch dringend gebrauchen, da der Mangel an teamtauglichen Außenverteidigern Mitschuld an der Langzeit-Baustelle ist – der löchrigen Abwehr. Der Teamchef bleibt jedoch „seiner Linie“ treu und bedient damit das Klischee des sturen Tirolers nur zu perfekt.

60 Minuten am Limit Radcross in Prinzersdorf

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ährend sich der Straßenradrennfahrer im Winter von der Rennsaison erholt, befindet sich der Radcrossfahrer in Topform. Nicht ohne Grund: Am 6. Januar findet in Prinzersdorf mit dem dritten KöniXcross ein Crossrennen statt, das den Teilnehmern alles abverlangt.

Möge im Jahr 2011 den Fans wieder ein ansprechenderer Fußball in den heimischen Stadien geboten werden und der ambitionierten Nationalmannschaft endgültig der lang ersehnte TEXT hofbauer Durchbruch gelingen.

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Crossfahrer auf dem Parcours

Wenn die Tage kürzer und die Temperaturen kälter werden, ist die Radcross-Saison eingeläutet. Eiseskälte, schlechte Sichtverhältnisse und anspruchsvolle Parcours mit Hindernissen prägen Querfeldeinrennen wie das KöniXcross der Radsportunion Prinzersdorf. Dabei sollen die Teilnehmer den circa zwei Kilometer langen Rundkurs am Pielachstrand in Prinzersdorf innerhalb von einer Stunde so oft wie möglich absolvieren. Spannung verspricht das Rennen bis zum Schluss, da neben guter Form exzellente Fahrtechnik mitentscheidend ist. Michael Haydn, Sektionschef der Radsportunion Prinzersdorf, will mit der Austragung des Rennens ambitionierten Radsportlern aus ganz Österreich eine Herausforderung der besonderen Art bieten und gleichzeitig „potenziellen Nachwuchs an den Radsport heranführen.“ Radsportler, die auch im Winter ihre Fitness unter Beweis stellen wollen, können sich am Wettkampftag direkt im VVP-Haus in Prinzersdorf ab 9:30 Uhr anmelden oder online unter TEXT Renschke www.sportadapter.com.

Havran, Ramsaier - Flickr.com

Der Patriot

Mit einem anderen Vorurteil, das bislang breite Zustimmung genossen hat, kann nun endgültig aufgeräumt werden: Wenn es den drei Großklubs Rapid, Austria und Red Bull Salzburg gut geht, geht‘s auch dem Nationalteam gut. Sind wir froh, dass es diesmal nicht auf deren Hilfe angewiesen ist. Gurken doch die vermeintlichen Spitzenklubs hinter dem Herbstmeister Ried und Sturm Graz nur im Mittelfeld der Liga herum. Wirft man einen genaueren Blick darauf, sind die Probleme alle hausgemacht und wirken sich negativ auf deren sportlichen Erfolge aus. Bei Red Bull sieht man elf Akteure und einen scheinbar unantastbaren Trainer. Dieser empfindet es nicht als seine Aufgabe, aus dem von ihm gewünschten Spielermaterial eine spielstarke Mannschaft zu formen. Aber im Winter kann ja, um in Red Bull-Dimensionen zu sprechen, wieder der eine oder andere Euro für Neuverpflichtungen ausgegeben werden. Die Austria hat in den letzten Wochen wieder auf die Erfolgsspur zurückgefunden. Mit vier Niederlagen im eigenen Stadion braucht man sich nicht weiter wundern, warum die Austria trotz spielstarkem Fußball nur auf Rang vier steht. Bleibt Rapid mit Peter Pacult, der sich was Sturheit betrifft offenbar ein Battle mit dem Teamchef liefern will. Die Demontage der einstigen Nummer eins im Nationalteam Helge Payer gleicht schon an sportlichem Masochismus. Hinzu kommen der immerwährende Disput mit dem Sportdirektor und acht Punkte Rückstand auf den Tabellenführer Ried. Die blamablen Vorstellungen in der Europa League runden den sportlich desaströsen Herbst ab. Bleibt zu hoffen, dass sich das Team wieder fängt oder die „Pacult-raus“Rufe die Verantwortlichen zum Handeln zwingen.

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„Sportlicher Masochismus beim Rapidtrainer“

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