Sumo Ausgabe 29

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Presse-und Medienförderung

Schon über

ÖsterreicherInnen nutzen George!

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Inhalt Geschichte der Presseförderung in Österreich

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Presseförderung: Europas Pioniere setzen Maßstäbe

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Publizistikförderung: Ein kleiner Kuchen, der viele ernähren muss

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VÖZ im Überblick

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Die „Wiener Zeitung", oder: Öffentlich-Rechtlicher Journalismus

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Verlagsförderung: Aufbruchsstimmung notwendig!

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Diversity in Redaktionen: Förderung von MigrantInnen und Frauen 27 Der Überlebenskampf der Freien Radios

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Arthouse-Kinos: „Die Zukunft ist nicht gesichert"

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Förderung privatkommerzieller Radios

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Förderung von Privatfernsehen: ein bewährtes System?

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Cover: Christina Guggenberger SUMO | 3


Presse-und Medienförderung

Editorial Liebe Leserin, lieber Leser! Wird morgen „Heute“ gefördert, obsiegt die Anzahl festangestellter RedakteurInnen oder inhaltliche Qualität als Bewertungskriterium – und fördern wir auch Onlinemedien? Eine Neuordnung der Presseförderung stand auf der Agenda der Bundesregierung. Welche Vorschläge die neu gewählte vorlegen wird, wissen wir nicht. Was wir aber wissen wollten in dieser SUMO-Ausgabe zum heiklen Thema staatlicher Mediensubvention: Welche Entwicklungen und Umbrüche gab es bei der Presseförderung in einem Land, dessen Medienstrukturen sich von anderen europäischen stark unterschieden? Welche Vergleichsmodelle ließen sich für eine Novellierung heranziehen? Unsere RedakteurInnen beleuchten außerdem die Förderungen von Radio und Fernsehen, Buch und Kino, sowie informellere Förderungen Personengruppen oder Vereine betreffend. Die AutorInnen sind wie stets bei SUMO, dem halbjährlich erscheinenden Fachmagazin des Bachelor Studiengangs Medienmanagement der Fachhochschule St. Pölten, auch diejenigen gewesen, die neben Redaktion für Sales, Produktion und Vertrieb verantwortlich zeichnen. Wir bieten Ihnen als unseren Zielgruppen – Führungskräfte aller Mediengattungen, Lehrende und Studierende der FH St. Pölten, SchülerInnen Berufs- und Allgemeinbildender Höherer Schulen mit Medienschwerpunkt – mehrere Vorteile: zu virulenten Themen der Medienbranche forschende, ExpertInnen befragende Studierende, Vernetzung zwischen Jungen & Jungbleibenden. SUMO hat einerseits die Funktion einer Visitenkarte für unsere Ausbildung des Führungskräfte-Nachwuchses für Medienunternehmen, andererseits ermöglicht es den Studierenden eine Referenzierung auf deren im Rahmen des Studiums erstellten Medienproduktionen.

FH-Prof. Mag. Ewald Volk Studiengangsleiter Bachelor Medienmanagement 4 | SUMO

Quelle: Ulrike Wieser

Quelle: Privat

Wir wünschen Ihnen eine förderliche Lektüre und freuen uns auf Ihr Feedback,

FH-Prof. Mag. Roland Steiner Praxislaborleiter Print Chefredakteur SUMO


Quelle: pixabay

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Geschichte der Presseförderung in Österreich Verfolgt die Politik mit der Presseförderung unter dem Vorwand der Vielfaltssicherung eigene Ziele? Warum polarisiert das Instrument – und ist gleichzeitig so notwendig? Josef Seethaler, stv. Leiter des Instituts für vergleichende Medienund Kommunikationsforschung, erklärt die Sachverhalte. In den 1960er- und 1970er-Jahren war der österreichische Zeitungsmarkt mit strukturellen Problemen und zunehmendem Konzentrationsdruck konfrontiert: eine beträchtliche Reduktion der Tageszeitungstitel folgte – und eine hohe Auflagenkonzentration der „Kronen Zeitung“. Die Lage der auflagenschwachen Zeitungen spitzte sich drastisch zu. Presseförderung als Retter in der Not? 1975 wurde ein Gesetz zur direkten Subventionierung von Zeitungen in Österreich erlassen. Offizieller Grund für die beschlossene staatliche Presseförderung war die Aufhebung der zwei Jahre zuvor eingeführten Umsatzsteuer auf Printmedien, deren Maßnahmen man abzufedern versuchte. Der wahre Grund für das Presseförderungsgesetz war ein anderer, politischer Natur: „De facto war es ein Ruhigstellen der JournalistInnen, damit sie die gleichzeitig beschlossene Parteienförderung nicht allzu sehr kritisieren“, konstatiert Josef Seethaler. Er analysiert schon lange die österreichische Presselandschaft, u.a. als stellvertretender Leiter des

Instituts für vergleichende Medien- und Kommunikationsforschung an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Im Vordergrund der ursprünglichen Presseförderung stand weder die Förderung der Vielfalt noch das Verhindern von Konzentration, sondern sie stellte ein reines Gießkannenprinzip dar. Nach diesem Modell wurden auflageschwache Zeitungen ebenso gefördert wie auflagestarke. In den folgenden zehn Jahren blieb das Fördersystem, abgesehen von kleineren Novellen bezüglich der Mittelberechnung in dieser Form bestehen. Gießkannenprinzip vs. Vielfaltsförderung 1985 führte eine Novelle zu grundlegenden Veränderungen: Neben der allgemeinen wurde zusätzlich eine „besondere Presseförderung“ eingeführt, die vor allem den finanzschwachen Titel zu Gute kommen sollte. „Damals wurde die Vielfalt zur obersten Maxime der österreichischen Medienpolitik“, resümiert Seethaler. Was aber verstand der Gesetzgeber unter Viel-

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falt? Im Sinne der besonderen Presseförderung sollten damals vor allem Tageszeitungen finanziell unterstützt werden, die eine wichtige Bedeutung für die politische Meinungs- und Willensbildung haben und keine marktbeherrschende Stellung einnehmen, um Marktmonopole auf regionaler Ebene zu verhindern. Betrachtet man den Hintergrund der Pressegeschichte, wird schnell klar, dass die Politik auch diesmal in erster Linie eigene Interessen verfolgte. Die Parteizeitungen gerieten in jener Zeit zunehmend unter Druck bzw. wurden eingestellt. Unter dem Vorwand der Vielfaltförderung hat die Politik in Wahrheit ihre Parteizeitungen stützen wollen – allerdings vergebens. Fördermittel im Sinkflug und Förderung unter Kritik Zu Beginn der Presseförderung waren die Mittel mit umgerechnet 5,9 Mio. € relativ niedrig bemessen, Anfang der 1990er-Jahre wurden sie stark angehoben und erreichten 1992 ihren Höhepunkt mit 21,6 Mio. €. Im Lauf darauffolgender Jahre sank die Förderung im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt wieder drastisch ab. 2016 betrug sie 8,5 Mio. €.

Im Jahr 2004 wurde eine besondere Förderung von 6,9 Mio. € ausgezahlt – seit 2013 beträgt diese nur mehr 3,2 Mio. €. „Mit dem Rückgang der besonderen Förderung, also der Vielfaltsförderung, hat sich die Presseförderung aus meiner Sicht selbst die Legitimationsgrundlage entzogen“, so Seethaler. Die besondere Förderung wurde im Jahr 2016 laut Angaben der KommAustria auf fünf Tageszeitungen verteilt, u.a. an „Presse“, „STANDARD“ und „Wirtschaftsblatt“. Das Einstellen letzterer konnte trotz Förderung nicht verhindert werden – ein Zeichen dafür, dass die Förderung nicht greift? Abgesehen von der Höhe der Förderung waren

Quelle: Eigene Darstellung auf Basis von Daten der RTR

„Das wirft die Frage auf, wie sinnvoll es ist, auf einem so niedrigen Level überhaupt zu fördern“, meint Seethaler. Viele Zeitungen, die über Jahre hinweg hoch subventioniert worden sind, mussten in der Zwischenzeit eingestellt werden

– etwa „Wirtschaftsblatt“, das jedoch in puncto Abo-Zahlen stets relativ schwach gelegen war. Auf diese Weise betrachtet, scheint die Presseförderung kaum ihren Zweck, die Sicherung der strukturellen Vielfalt, zu erfüllen. Allerdings variieren die Auflagenanteile bzw. die Marktanteile der geförderten regionalen Zeitungen stark mit der Höhe der Presseförderung. Mit dem Sinken der Presseförderung ist auch deren Auflage gesunken. Wäre die Presseförderung konstant auf dem hohen Niveau der 1990er-Jahre geblieben, hätte Österreich heute möglicherweise eine stärkere regionale Konkurrenz. „Die Presseförderung könnte also was bewirken, wenn man was bewirken will – nur dann muss man sie entsprechend ernst nehmen“, prognostiziert Seethaler.

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Johanna Schinnerl, Dr. Josef Seethaler, Christina Guggenberger / Quelle: Christina Guggenberger

die verschiedenen Grenzwerte für die Vergabe der besonderen Förderung immer wieder Streitpunkt vieler Diskussionen. Lange wurden Zeitungen, deren Anzeigenumfang mehr als 20 Prozent des jährlichen Seitenumfangs ausmachte von der Förderung ausgeschlossen. Der „STANDARD“ hat zum Beispiel in einem Jahr keine Förderung erhalten, weil seine Anzeigenschaltungen zu erfolgreich waren. Mit der Novelle im Jahr 2004 wurde die Anzeigengrenze auf 50 Prozent erhöht, um vor allem die Förderung der „Presse“ weiterhin sicherstellen zu können.

KommAustria hat die Aufsicht Seit der Restrukturierung der Regulierungsbehörde KommAustria liegt die Vergabe der Presseförderung nicht mehr in staatlicher Hand. Als weisungsfreie und unabhängige Behörde werden lediglich die Mitglieder vom Bundeskanzleramt (BKA) bestimmt, die formale Unterstellung dem BKA wirkt sich nicht auf die Vergabe aus. Im Zuge der Restrukturierung wurde auch eine neue Novelle im Presseförderungsgesetz verabschiedet: Besondere Förderung heißt nun „Qualitätsförderung und Zukunftssicherung“. Seethaler vermutet dahinter symbolische Politik, da im Vergleich zu den anderen Förderbudgets die Qualitätsförderung vernachlässigbar gering angesetzt ist. Das Förderbudget betrug 2016 rund 1,5 Mio. €, also 5,5% des ausgezahlten Presseförderungsbudgets. Zudem gehe ein nicht unerheblicher Anteil der Förderung an parteinahe Institute, die Journalistenausbildung wird nur mit einem geringen Förderbetrag bedacht.

Die verschiedenen Arten an Förderungen und die variierende Höhe der Budgets gestalten den Förderprozess immer unübersichtlicher. Die Vergabekriterien sind intransparent, die vergebenen Förderbeträge oft nicht nachvollziehbar. Der Evaluationsbericht von Hannes Haas empfahl bereits 2012 ein schlankeres Modell. So sollten die Vergabekriterien vereinfacht und Qualitätsstandards stärker fokussiert werden, Aus- und Fortbildung von JournalistInnen und die Vielfalt nicht strukturell, sondern inhaltlich gefördert werden. Auch die Förderung zur Selbstkontrolle der Presse gehört überarbeitet. Seit 2009 gibt es hierfür den fixen Förderbetrag von 150.000 € jährlich, der komplett an den Presserat geht. Ziel dieser Förderung ist die Gewährleistung der Unabhängigkeit des Presserates und die Sicherstellung, dass alle Aufgaben und Beschlüsse auch umgesetzt werden können. Seethaler: „Der Presserat ist ein weitgehend zahnloses Instrument, so wie er jetzt konstruiert ist: Es gibt keine verpflichtende Mitgliedschaft und er ist in seinem Wirkungsumfeld beschränkt. Die Konstruktion ist überholt. Aus Best-Practice-Beispielen geht hervor, dass funktionierende Medienräte in Europa unter Einschluss des Publikums arbeiten, weil zu Medien auch das Publikum gehört. Zuletzt hat er auch keine Sanktionsmöglichkeiten, nur eine moralische Funktion, die auch so gut wie möglich ausgeübt wird, aber die Rahmenbedingungen sind überholt, eine Neufassung ist dringend notwendig.“ Zurück zum Anfang? In der aktuellen Diskussion rund um die Reform der Presseförderung wurde auch die Förderung von Gratiszeitungen diskutiert, was stark an das ursprüngliche Gießkannenprinzip erinnert und einer Rückentwicklung gleicht: Die Diskussion europaweit geht in Richtung Qualitätsförderung, da Medien ein demokratiepolitisch wichtiger Faktor sind und sich auch auf diese Aufgabe berufen. Seethaler ist der Meinung, wer sich auf diese Aufgabe beruft, muss auch

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bereit sein etwas zu erbringen, was auch prüfbar ist: Es könne nur gefördert werden, was der Allgemeinheit nützt. Prüfbar etwa durch Studien, die man im Auftrag der Medienregulierungsbehörde erteilt. Dass durch Gratismedien wie „Heute“ und „Österreich“ MigrantInnen die deutsche Sprache vermittelt bekommen, ist zwar eine begrüßenswerte, jedoch keine förderwürdige Entwicklung. Der Rezeptionsakt von Gratiszeitungen selbst, unabhängig vom Inhalt, der rezipiert wird, stelle laut Seethaler keine demokratiepolitisch relevante Aktion dar. Online-Förderung Mehr als die Hälfte aller ÖsterreicherInnen nutzt laut „Reuters Institute Digital News Report“ 2017 ihr Smartphone, um Zugriff auf Nachrichten zu erhalten, rund ein Viertel verwendet Nachrichten-Apps, doppelt so viel wie im Jahr 2015. Internetplattformen, allen voran Blogs und Social Media, verzeichnen einen Anstieg in der Nachrichtennutzung. Obwohl Österreich ein zeitungszentriertes Land ist, muss auch hier die Förderung unter dem Gesichtspunkt der Qualitätsförderung auf Online-Medien ausgeweitet werden. Betrachtet man das Kriterium der Vielfalt nicht als strukturelles, sondern inhaltliches, erscheinen Online-Plattformen als förderungswürdig, wenn sie einem demokratiepolitischen Ziel dienen. Die Herausforderung besteht im Fixieren geeigneter Kriterien, die den Kreis der Förderanwärter einschränkt. Mit Hilfe von Messinstrumenten, die Relevanz feststellen können, sollte ein grundlegendes Kriterium festgelegt werden. Weiters liefert die Österreichische Webanalyse (ÖWA) hilfreiche Daten, um das Feld einzugrenzen. Seethaler ist auch der Meinung, dass es einer kritische Größe bei den MitarbeiterInnen bedarf, um eine Stimme in der Öffentlichkeit bilden zu können. Selbst bei der Presseförderung gilt die Regel, dass Redaktionen mit weniger als 12 Mitgliedern nicht gefördert werden.

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Medien, die wir brauchen Eine Besonderheit in der österreichischen Print-Landschaft offenbart sich erst bei genauem Hinsehen: die nichtkommerziellen Medien. Österreich verfügt über eine Fülle von ehrenamtlich geführten nichtkommerziellen Medien, die gerade im Bereich MigrantInnen und Randgruppen wichtige Arbeit leisten, in der Förderungsdiskussion jedoch außer Acht gelassen werden. Da das Reichweitenkriterium nicht mehr gilt, muss bei diesen Medien die demokratiepolitische Funktion ganz anders definiert werden. Man sollte alles in Relation zu den Mitteln, die eingesetzt werden, und den lokalen Kreis, der erreicht wird, betrachten. Greift hier die Publizistikförderung zu kurz? Seethaler kritisiert das Vorgehen der Politik: „Die, die das Geld brauchen, bekommen es nicht. Das sind ohne Gewinn arbeitende Redaktionen, die gerade in den letzten Jahren sehr viel zur Integration der Flüchtlinge und MigrantInnen beigetragen haben – völlig unbemerkt von der großen Öffentlichkeit. Das sind wirklich Medien, die wir brauchen!“ Die Diskussion rund um die Reform der Presseförderung ist überfällig. In den vergangenen 40 Jahren hat sich die Print-Landschaft in Österreich maßgeblich verändert, wodurch neue Rahmenbedingungen in der Vergabe dringend notwendig sind. Es ist nun die Aufgabe der Politik, ein System zu entwickeln, das würdigen Printmedien – und letztendlich den BürgerInnen – zugutekommt.

Christina Guggenberger Johanna Schinnerl


Quelle: pixabay

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Presseförderung: Europas Pioniere setzen Maßstäbe Seit Jahren ist die Presseförderung in Österreich Gegenstand heftiger Kritik. Die Höhe der staatlichen Subvention liegt jedoch keineswegs im europäischen Spitzenfeld. Im SUMO-Interview erklärt Medienexperte Manuel Puppis die Förderspezifika anderer Länder. In Europa ist die Förderung der Presse weit verbreitet, besonders in westeuropäischen Ländern wird sie indirekt durch Mehrwertsteuererleichterungen, aber auch direkt durch staatliche Subventionen unterstützt. Verglichen mit Österreich geben Deutschland und die Schweiz fast doppelt und die skandinavischen Staaten fünf bis sechs Mal so viel für ihre Zeitungslandschaft aus. Nicht nur Printmedien, sondern auch Onlinepublikationen werden teilweise mit öffentlichen Mitteln finanziert. Ziel dieser Förderungen ist es, die strukturelle Vielfalt der Presse zu erhalten oder zu fördern. Auch die Qualitätssicherung soll durch die Unterstützungen gewährleistet werden, denn ordentlicher Journalismus verkauft sich zwar, aber ohne staatliche Unterstützung lässt er sich nur schwer finanzieren. Zudem sind Tageszeitungen und Magazine auf eine Redaktion mit den nötigen Ressourcen angewiesen. Manuel Puppis, Professor an der Universität Freiburg und Autor des Standardwerkes „Einführung in die Medienpolitik“, konstatiert jedoch, dass ein Journalismus ohne Subventionen nicht aus-

zuschließen wäre. Neben Stiftungen, die in der Lage sind Medien zu unterstützen, könnten Startups neue Geschäftsmodelle finden. Dennoch befürwortet Puppis staatliche Subventionen, um die Vielfalt und Qualität der Presse zu sichern. Förderungen durch strikte Kriterien in der Schweiz Laut dem Schweizer Bundesamt für Kommunikation wird jährlich ein Subventionsbeitrag von umgerechnet 46 Millionen € für die ermäßigte Zustellung von Zeitungen und Zeitschriften ausgeschüttet. Davon gehen rund 27 Millionen an die Regional- und Lokalpresse, rund 18 Millionen an die Mitgliedschafts- und Stiftungspresse. Darunter fallen jene Zeitungen und Zeitschriften, welche laut dem Bundesamt dreizehn Kriterien erfüllen: unter anderem Tages- statt Frühzustellung, eine vorwiegende Verbreitung in der Schweiz, Abo-Exemplare und eine zumindest quartalsmäßige Erscheinung. Weiters gilt in der Schweiz ein reduzierter Mehrwertsteuersatz für Zeitungsausgaben

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von 2,5 Prozent anstelle von 8 Prozent. Lokalund Regionalzeitungen haben außerdem einen Anspruch auf verbilligten Vertrieb bei der Schweizerischen Post. Puppis ergänzt hier, dass die meisten Regionalzeitungen im Besitz von Großverlagen sind, was zur Folge hat, dass diese Unternehmen mehr Förderungen erhalten. Er nennt hierbei das größte Schweizer Verlagshaus „Tamedia“ als Beispiel. Weiters kommt es häufig dazu, dass Zeitungen erst am Nachmittag, und somit mit einer Aktualitätsverzögerung, zugestellt werden. Würde diese Förderung jedoch gestrichen werden, kämen vor allem kleinere Verlagshäuser in massive Schwierigkeiten. Die Wirksamkeit dieser indirekten Maßnahmen zur Vielfaltssicherung und -förderung wird aber – unter anderem vom European Journalism Observatory – als gering eingeschätzt. Puppis dazu: „Man muss dieses Thema etwas differenzieren, da es diese zwei verschiedenen indirekten Förderungen gibt. Mit der reduzierten Mehrwertsteuer profitieren alle Verlagshäuser, wobei natürlich größere durch ihre höheren Verkaufszahlen mehr Vorteile daraus ziehen als kleinere. Hierbei handelt es sich um eine massive Förderung, die weit über die Posttaxenverbilligung hinausgeht.“ Die Förderkriterien sind im Detail definiert, allerdings existiert keine Qualitätskontrolle. Als wichtigstes Kriterium gilt laut „HORIZONT“ eine minimale Auflagenzahl von 1.000 abonnierten Exemplaren und maximal 40.000 an total verbreiteter Auflage. Dies erlaubt eine weitgehend automatisierte Vergabe der Subventionen. Hierbei werden bereits seit 1996 Onlinemedien, die den Förderkriterien entsprechen, berücksichtigt und ebenfalls automatisch subventioniert. Presseförderung schon seit der Französischen Revolution In Frankreich wird die Presse schon seit 1789 durch geringere Posttarife staatlich gefördert. Derzeit bezieht sie jährlich mehr als eine Milliarde Euro an direkten und indirekten Förderungen. Laut „HORIZONT“ erhielten 2015 insgesamt 326 Titel 77 Millionen € als direkte Presseförderung. Durch diese Subventionen

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werden gezielt wirtschaftlich schwache Zeitungen gefördert, indem zum einen die Transportkosten der Zeitungen reduziert und zum anderen diverse Fonds zur Unterstützung bereitgestellt werden. Aus einem Modernisierungsfonds erhalten Verlage Subventionen oder zinslose Kredite, um in den Internetund Multimediabereich ihres Unternehmens zu investieren. Zudem existiert ein Fonds für Zeitschriften, deren Werbeeinnahmen 25% des Umsatzes nicht übersteigen und ein Hilfsfonds für die Entwicklung von Online Services der Presseunternehmen. Die Presseförderung kommt zu 93 Prozent den Tageszeitungen und Magazinen zugute, die restlichen sieben ergehen an Onlinemedien. Ein weit größerer Teil der Förderung erfolgt jedoch durch indirekte Finanzierungen. Zu diesen zählen etwa die reduzierte Mehrwertsteuer, die niedrigen Posttarife und eine Befreiung von der Gewerbesteuer. Zudem wird die Agence France Presse jährlich mit mehr als 100 Millionen Euro durch Abonnements staatlicher Einrichtungen unterstützt. Lokale Medien im Fokus Norwegens Das Land an der Spitze der Rangliste der Pressefreiheit fördert laut „medienwoche.ch“ hauptsächlich Monopolzeitungen und Zweitzeitungen, welche in einer Region mit bisher nur einem Anbieter hinzukommen. Der Grund dafür, letztere bereits seit 1969 zu fördern ist es, eine heterogene Zeitungslandschaft aufrecht zu erhalten. In Norwegen bemisst sich die Förderung nicht wie in vielen anderen Ländern an der Reichweite, sondern an der Höhe der verbreiteten Auflage (siehe Schweiz). Hierbei zählen zu den förderungswürdigen Lokalmedien all jene bis zu einer Stückzahl von 80.000 Exemplaren. Darunter fallen hauptsächlich Zeitungen für Minderheiten und auch finnischsprachige Ausgaben. Die Subventionen werden von einer Medienregulierungsbehörde vergeben, die dem Kulturministerium angehört. Im Jahr 2016 wurden rund 40 Mio. € ausgeschüttet. Der Hauptteil der norwegischen Presseförderung erfolgt direkt, allerdings gibt es auch eine indirekte Maßnahme anhand steuerlicher Vergünstigungen auf Zeitungsverkäufe.


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Deutschland setzt auf Unabhängigkeit In unserem Nachbarland gibt es anders als in Österreich lediglich indirekte Förderungsmaßnahmen. Diese sind laut „Presse“ doppelt so hoch wie die österreichischen. Nach Puppis profitieren Großverlage von den Förderungen mehr, da diese nicht selektiv ausgestattet seien. Sie resultieren in reduzierten Mehrwertsteuersätzen für Vertriebserlöse von 7 statt 19 Prozent. Weiters gibt es laut „bundestag.de“ vergünstigte Preistarife bei der Deutschen Post für Büchersendungen und Presseprodukte. Eine direkte Förderung steht derzeit nicht im Raum. So wollen die diversen Verlage nicht unter Einfluss der Politik geraten. Auch aus dem Medien- und Kommunikationsbericht der Bundesregierung 2008 geht hervor, dass Pressesubventionen vom Staat aus verfassungsrechtlicher Sicht zweifelhaft sind. Trotzdem gilt laut „bundestag.de“, dass Förderungen dann erlaubt sind, wenn damit Gefahren abgewehrt werden können, die bei einem freien Pressewesen aus der Bildung von Meinungsmonopolen entstehen können. Daher müssen bei jeder Art von Förderung die Einflussnahme auf den Inhalt und die Gestaltung, sowie Verzerrungen des publizistischen Wettbewerbs vermieden werden. Laut dem Bundesverfassungsgericht ist die freie Presse ein Wesenselement des freiheitlichen Staates. Qualität im Mittelpunkt der schwedischen Förderung Um die Qualität der geförderten Zeitungen in Schweden sicherzustellen, werden nur jene Zeitungen unterstützt, die größtenteils über Abonnements bezogen werden und deren Werbeanzeigen weniger als die Hälfte des Blattes einnehmen. Die Förderungen unterstützen auf zwei Arten: Einerseits existiert die betriebsbedingte Subvention, bei der jene Zeitungen gefördert werden, die an dem Ort ihrer Veröffentlichung nicht Marktführer sind. Andererseits werden Zeitungen, die auf eigene Vertriebssysteme verzichten durch die Absatzsubvention gefördert, was Wettbewerbsnachteile kleiner Betriebe ausgleichen soll. Durch eine Produktionsförderung werden nicht nur Zeitungen, sondern auch Onlinepublikationen unterstützt.

Laut „HORIZONT“ soll das Presseförderungsgesetz 2018 novelliert und ein staatliches Onlinemedium gegründet werden. 500 JournalistInnen sollen für das mittlerweile vierte öffentlich-rechtliche Medium in Schweden arbeiten, in dessen Fokus die Abdeckung selten angesprochener Themen stünde. Komplettrevision in Dänemark Erst im Jahr 2013 wurde die dänische Presseförderung komplett neu aufgesetzt. Grund dafür war es, dass bis dahin Onlinepublikationen von Subventionen ausgeschlossen waren. Daher wurde die damalige Distributions- in eine Produktionsförderung umgewandelt. Gefördert werden nun Publikationen, welche mindestens zu 50 Prozent aus redaktionellen Inhalten bestehen und bei denen ein Sechstel der Inhalte von einer eigenständigen Redaktion verfasst wurde. Daraus ergibt sich, dass höchstens die Hälfte der Inhalte Werbungen sein dürfen und bis zu fünf Sechstel der Inhalte zugekauft werden können. Zudem müssen zumindest drei JournalistInnen angestellt sein, der Rest kann aus freien JournalistInnen bestehen. Die Förderung beträgt pro Jahr maximal 2,6 Millionen € bzw. 35 Prozent der Redaktionskosten. Eine weitere Neuerung bestand darin, dass der dänische Medienrat jährlich rund 61 Millionen € vergeben kann. Diese Summe stellt seither die gesamte Fördersumme dar. Dänemark besitzt außerdem einen Innovationsfonds für die Gründung neuer Medien, sowie einen Restrukturierungsfonds für Medien in wirtschaftlichen Notlagen. Dänische Presseerzeugnisse sind außerdem von der Mehrwertsteuer befreit. Europa steht vor notwendigen Revisionen Im Zuge der Digitalisierung und Konvergenz ist in den letzten Jahren im europäischen Vergleich ein deutlicher Trend hin zur Förderung von Onlinepublikationen zu erkennen. Um digitale Medien zu berücksichtigen, ist es notwendig, die bestehenden Förderungsmodelle zu überarbeiten. Ein Beispiel dafür ist die Posttaxenverbilligung, welche für Onlineprodukte nicht geeignet ist. Diese Maßnahmen könnten der Krise, in der sich die Journalismus-Finan-

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zierung befindet entgegenwirken. Besonders Dänemark und Schweden treten hier als positive Beispiele hervor, wobei Schweden vor einer Fördergesetzreform steht. Medienpolitikexperte Puppis fordert: „Eine Komplettrevision wäre in vielen anderen europäischen Ländern ebenfalls nötig.“ Ein weiterer Diskussionspunkt ist vielerorts die Förderung von Gratiszeitungen. Puppis findet dies höchst bedenklich, da jene rein werbefinanziert sind und keine besondere journalistische Leistung bieten. Bei der Gegenüberstellung der einzelnen Länder fällt weiters auf, dass Großverlage überproportional von indirekten Förderungen profitieren. Puppis hält dies für problematisch, da sich damit die Medienkonzentration nicht eindämmen lassen wird. Da die Finanzierung der Presse ohne staatliche Subventionen nur schwer möglich ist, befürwortet er direkte Förderungen und vor allem deren selektive Ausgestaltung.

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Quelle: flickr

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Publizistikförderung: Ein kleiner Kuchen, der viele ernähren muss Die Publizistikförderung hilft einer Vielzahl von Magazinen, wenn auch nur mit geringen Summen. Welche Bedeutung sie haben, erörtern Hans Georg Egerer, Geschäftsführer der Fußballzeitschrift „ballesterer“, und Evi Ruescher, Herausgeberin des Nachhaltigkeits-Magazins „Original“. 340.000 € betrug die Publizistikförderung im Jahr 2016. Ein kleiner Betrag, vor allem im Vergleich zur Presseförderung mit ihren 13,9 Millionen €. Die Publizistikförderung ist nur ein kleiner Topf, unterstützt wird durch sie aber eine Vielzahl an unterschiedlichen Magazinen. Die geförderten Magazine haben die mannigfachsten Themenbereiche im Fokus. Von der evangelischen Jugend über Feminismus bis zu historischer Kommunikationsforschung und Lateinamerika ist alles dabei. Gemeinsam ist ihnen, dass alle „ausschließlich oder vorwiegend Fragen der Politik, der Kultur oder der Weltanschauung (Religion) oder der damit zusammenhängenden wissenschaftlichen Disziplinen auf hohem Niveau abhandeln“, wie es im Publizistikförderungsgesetz heißt. Vielerlei Kriterien Laut Gesetz geht es dabei um Publizistik, welche „der staatsbürgerlichen Bildung dient“ – eine Formulierung, die Interpretationsspielraum zulässt. 76 Ansuchen erfüllten die Kriterien im Jahr 2016, sieben Ansuchen wurden aufgrund

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von Mängeln abgewiesen. Die Förderbeträge lagen zwischen 1.360 € und 11.860 €, wobei die höchsten Beträge von knapp über 10.000 € an die evangelische Kirchenzeitung „Saat“, die Zeitschrift „Behinderte Menschen“ und das „Reformierte Kirchenblatt“ gingen. Damit ein Ansuchen erfolgreich anerkannt wird, ist eine Vielzahl von Kriterien zu erfüllen. So etwa müssen Magazine mindestens vier Mal jährlich erscheinen, von der Auflage darf nicht mehr als die Hälfte gratis verteilt werden. Für Vereins- oder Organisationsnachrichten sind nicht mehr als 20% des redaktionellen Umfangs gestattet. Die Zeitschriften dürfen auch nicht nur von lokaler Bedeutung sein, sondern müssen in mehreren Bundesländern in angemessenem Ausmaß vertrieben werden. Ein medienökonomisches Kriterium ist, dass „die Förderung im Hinblick auf die wirtschaftliche Lage der periodischen Druckschrift erforderlich ist“. Dies bedeutet, dass das Magazin keinen Gewinn erzielt, beziehungsweise dies ohne Förderung nicht tun würde. Wer gut wirtschaftet


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und schwarze Zahlen schreibt, kommt für eine Förderung daher gar nicht in Frage. Der „ballesterer“ Mit 5.083 € wurde im vergangenen Jahr das Fußballmagazin „ballesterer“ gefördert. Der ballesterer bietet keine klassische Sportberichterstattung, sondern fokussiert auf Fußballkultur und geht vor allem auf Fanthemen stark ein. Entstanden ist das Magazin im Jahr 2000 und mittlerweile am Markt etabliert, wie auch Interview-Übernahmen durch den „STANDARD“ beweisen. „Am stärksten gewachsen sind wir zwischen 2004 und 2012. Die Zielgruppe ist aber begrenzt und irgendwann hat man seinen Zenit erreicht“, erklärt Geschäftsführer Hans Georg Egerer im SUMO-Interview. Die Auflage des zehn Mal jährlich erscheinenden Magazins beträgt 20.000 Stück. Chefredakteur Jakob Rosenberg, Stellvertretende Chefredakteurin Nicole Selmer sowie eine Person für die Abo-Verwaltung sind mittlerweile fix angestellt, der Rest der Arbeit wird auf Honorarbasis erledigt. Der „ballesterer“ wird bereits seit über zehn Jahren durch die Publizistikförderung unterstützt, laut Egerer stellen die rund 5.000 € Förderung aber nur einen sehr kleinen Teil des Umsatzes, die Bedeutung der Förderung für das Magazin ist demnach eher gering. 2015 waren es immerhin noch 7.500 €, warum der Förderbetrag nun gesunken ist, weiß man beim „ballesterer“ jedoch nicht so genau. Betrachtet man die Liste der geförderten Zeitschriften, so fällt auf, dass der „ballesterer“ gar nicht so wirklich hinein passt. Gefördert werden eher Organisationen, die nebenbei auch noch ein Magazin herausbringen. „Beim Antrag wird etwa gefragt, wie viel Prozent des Inhalts Organisationsnachrichten sind. Beim ‚ballesterer’ sind das eben 0%“, so Egerer. Das „Original“ Die Förderung ebenfalls gerne bekommen hätte Evi Ruescher vom Magazin „Original“, ihr Ansuchen wurde jedoch abgelehnt. Warum? „Das wissen wir gar nicht genau. Da gibt es keine Stellungnahme dazu, der Antrag wurde

einfach abgewiesen“, erklärt Ruescher. Sie hatte 2016 zum ersten Mal einen Antrag auf Publizistikförderung gestellt, versuchen will sie es aber trotz Absage dennoch erneut. Die Grafikdesignerin aus Vorarlberg gründete das Magazin vor drei Jahren gemeinsam mit ihrer Kollegin Judith Reichart. „Original“ stellt Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen in den Mittelpunkt. Das Magazin erscheint derzeit vier Mal jährlich mit einer Auflage von 10.000 Stück, neben Ruescher und Reichart sind noch zahlreiche freie AutorInnen und FotografInnen an der Erstellung einer Ausgabe beteiligt. „Die Entwicklung ist gut, wir steigern die Umsätze, können aber noch nicht davon leben, was eigentlich das Ziel wäre“, so Ruescher. Die Publizistikförderung wäre dabei eine wichtige Hilfe gewesen, aber auch andere Förderungen blieben den beiden Vorarlbergerinnen verwehrt. Ruescher ist dennoch überzeugt von der Bedeutung ihres Magazins. „Ich denke, dass wir etwas bewegen. Wir sind ein Nachhaltigkeits-Magazin und haben dadurch gesellschaftliche Relevanz. Dass da nicht mehr gefördert wird, finde ich eigentlich schade.“ Sie würde sich einen höher dotierten Topf wünschen, die 340.000 €, welche auf aktuell 76 Zeitschriften aufgeteilt werden, seien ihrer Ansicht nach zu wenig. Mit dieser Meinung steht Ruescher nicht alleine da, bereits in der Vergangenheit wurde immer wieder eine Erhöhung der Förderung gefordert. Etwa seitens des Österreichischen Zeitschriften- und Fachmedienverbands (ÖZV), welcher in seinem Arbeitsprogramm als ersten Punkt eine deutliche Erhöhung zur Qualitätssicherung der Zeitschriften und Fachmedien anspricht. Wirkung zeigten diese Forderungen bisher jedoch noch nicht.

Alexander Belinger

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Quelle: pexels

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VÖZ im Überblick Wie der Verband Österreichischer Zeitungen diese fördert, mit welchen Herausforderungen der Print-Markt konfrontiert ist und warum Boulevard nicht gleich Boulevard ist, erklärt Geschäftsführer Gerald Grünberger im SUMO-Interview. Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) gilt bis heute als wichtigste Schnittstelle zwischen Politik und Printmedien-Wirtschaft. Als Interessensvertretung für in Österreich käuflich erwerbbare Tages-, Wochenzeitungen und Magazine gilt er als Anlaufstelle bei Fragen zum Arbeitsrecht, zur fortschreitenden Digitalisierung in der Branche oder zu Entwicklungen im Werbemarkt. Mit über 50 ordentlichen Mitgliedern zählt der Verband zu einer der bedeutendsten Zusammenschlüsse in der Branche. Österreich als Print-Nation Rund 80 Prozent der ÖsterreicherInnen informieren sich laut CCS Austria 2014/15 täglich über das aktuelle Geschehen in Tageszeitungen. Um dieses Niveau hochzuhalten, versuchen Österreichs VerlegerInnen stetig das Leseerlebnis für RezipientInnen zu verbessern. Aus diesem Grund wurde 1946 der VÖZ gegründet, der eine Austauschplattform für alle Mitglieder darstellt. Gerald Grünberger veranschaulicht das Aufgabenfeld des VÖZ wie folgt: „Wir sind Kollektivvertragspartner und verhandeln die Löhne für JournalistInnen, 16 | SUMO

kaufmännische Angestellte, für die wesentlichen Personengruppen in den Verlagen von Arbeitgeberseite her und sind auch bei allen anderen Themen, die die Rahmenbedingungen der Zeitungs- und Magazin-Branche in Österreich betreffen, der erste Ansprechpartner.“ Der Verband organisiert sich auf mehreren Ebenen: Neben der Generalversammlung an der Spitze gibt es auch den Vorstand, der für die laufenden Geschäfte Beschlüsse fasst. Die Ebene darunter bilden die Ausschüsse, die sich fünf Themenbereichen widmen – Lesermarkt, Vertriebslesermarkt, Werbemarkt, Digitale Medien, Vereinbarungen mit kollektiven Partnern, dem Arbeits- und Sozialrecht sowie publizistischem und dem juristischen Beirat. Das Board „Digitale Medien“ hat besondere Bedeutung, da auch die digitalen Tochterunternehmen, also der Web-Auftritt der Printtitel, zum VÖZ zählen. Hier werden insbesondere Entwicklungen in der Online-Welt vorangetrieben, aber auch die Vernetzungen im Web betrachtet. In einer Zeit, in der Printangebote vermehrt auch oder nur online genutzt werden, zählen Entwicklungen in diesem Bereich zu den bedeutsamsten.


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Faire Rahmenbedingungen für alle Eine weitere zentrale Forderung des Verbandes ist es, gleiche Rahmenbedingungen für alle zu schaffen. In diesem Sinne trägt der VÖZ immer wieder Vorschläge an die Politik heran, um Herausforderungen im Interesse einer Branche zu lösen, beispielsweise im Förderbereich oder auch beim Medientransparenzgesetz. Neben dem Wettbewerb der privaten Medienanbieter untereinander stellt auch der ORF Konkurrenz dar; als öffentlich-rechtliches Medium stellt er vor allem online die fairen Rahmenbedingungen in Frage. Grünberger erläutert, dass sich die Angebote des ORF nachteilig für private Informations- und Medienangebote auswirken, vor allem beim Thema Paywalls oder Gebühren für Nachrichtencontent. Für österreichische Zeitungs- und Magazinherausgeber sei es problematisch, dass es einen – noch dazu den Marktführer – gibt, der aufgrund von Gebührenfinanzierung gratis und ohne Registrierungsvorgang Inhalte anbieten kann. Laut Grünberger sollten hier Maßnahmen gesetzt werden, um mehr Fairness am Markt zu garantieren. Zusätzlich zur Herausforderung der funktionierenden Bezahlmodelle kommt auch noch der Umstand hinzu, dass Programme des ORF vermehrt „Facebook“ einbezie-

hen. Dass die bereits stark polarisierende Plattform genutzt wird, um dort zusätzlich Content beispielsweise von Ö3-Radiosendungen zu veröffentlichen, kritisiert Grünberger: Die Einbindung von Usern in den publizierten Content sollte über die eigene Homepage und nicht über „Facebook" abgewickelt werden, die technischen Möglichkeiten seien vorhanden. Mit der Marktmacht, die der ORF innehat, würde noch zusätzlich Traffic auf diesen weiteren Abspielkanal geleitet. Seit 2013, als das Social Media-Verbot für den öffentlich-rechtlichen Anbieter vom österreichischen Verfassungsgerichtshof gekippt wurde, gibt es kein Regulativ für Social Media-Aktivitäten des ORF mehr.

Gerald Grünberger / Quelle: VÖZ

Der publizistische Beirat hingegen bespricht aktuelle und künftige Brachenstandards im Zeitungs- und Magazinjournalismus und setzt Maßnahmen: Erst im Mai wurde die Initiative barrierefreiemedien.at ins Leben gerufen, die Medienschaffenden eine Informationsplattform für den korrekten medialen Umgang mit Menschen mit Behinderung bieten soll. „Das ist ein Projekt, das wir gemeinsam mit dem Bundeskanzleramt aufgesetzt haben, wo Empfehlungen und Best-Practice-Beispiele angeführt werden, wie man journalistisch mit dem Thema Inklusion und Behinderung umgeht“, erklärt Grünberger.

Der Markt in der Krise? Obwohl der „Reuters Digital News Report“ von 2017 aufzeigt, dass Österreich zu einer der stärksten Print-Nationen weltweit zählt und auch die höchste Zeitungsnutzungsrate Europas aufweist, titeln Medien wie „News“ oder „Horizont“ wiederholt, dass der PrintMarkt in einer Krise stecke. Diese Aussagen stimmen nur teilweise, Zahlen der Österreichischen Auflagenkontrolle (ÖAK) und der Österreichischen Webanalyse (ÖWA) besagen: Während die Auflagenzahlen der Print-Titel über die Jahre rückläufig sind, kann online ein Anstieg in der Nutzung der digitalen Print-Angebote wahrgenommen werden. Laut Grünberger liege das ProbSUMO | 17


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lem nicht in der Nutzung, sondern in der Monetarisierung der Angebote: Was in der Print-Werbung verloren geht, könne online nicht 1:1 wieder verdient werden. Diese Erlöse-Diskrepanz verstärke den Druck auf die Personalsituation in Verlagsunternehmen, denn der größte Kostenfaktor bildet nach wie vor die Personalausstattung. Indem Medienunternehmen sich parallel zum Print-Geschäft aktiv mit ihren Online-Angeboten auseinandersetzen, kann dem Trend entgegengewirkt werden. Betrachtet man, was heutzutage verstärkt online abgerufen wird, kann man Prozesse und Bedürfnisse der RezipientInnen nachvollziehen und dort entsprechend Erlöse generieren, „sodass wir den Kern unserer Produkte, nämlich Journalismus, weiterfinanzieren können.“ Zukunftssicherung durch Qualität Ein wichtiger Punkt des VÖZ ist das Kriterium der Qualität, welche die Mitglieder aufweisen sollen. Um sich im Wettbewerb von anderen Medienangeboten zu unterscheiden, wird in Aus- und Fortbildungen sowie in Qualitätsmanagementsysteme investiert. 2010 war der Verband maßgeblich an der Neugründung des Presserats beteiligt, der der redaktionellen Qualitätssicherung dient und auf dem Prinzip der Freiwilligkeit beruht. Grünberger ist der Meinung, dass Selbstregulierung besser sei als Fremdregulierung und dass es für eine entwickelte Demokratie opportun sei, wenn die Presse genügend Selbstkritik auf-

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bringt. Zudem zählt er eine Mitgliedschaft beim Presserat auch als Qualitätsausweis: Der Umgang mit Fehlern wird transparent gemacht, man zeigt, dass Probleme korrigiert und gelöst werden, und dass man eine Fehlerkultur beherrsche. Mit der Fehlerkultur weiß auch die „Kronen Zeitung“, Mitglied des VÖZ, umzugehen, bestätigt Grünberger: Ein seriöser Umgang mit Quellen zählt ebenso zu den Qualitätskriterien wie das Beachten von Persönlichkeitsrechten oder das Wahren der Unabhängigkeit von politischen Einflussnehmern. Obwohl in gewissen Medien die Notwendigkeit besteht, verstärkt im Boulevard-Stil zu publizieren, sind am Boulevard immer noch deutliche Qualitätsunterschiede zwischen den Medienprodukten erkennbar. Abschließend lässt sich sagen, Boulevard ist besser als sein Ruf: „Letztendlich kann man Qualität nicht zwingend darin definieren, dass nur sogenannte Qualitätszeitungen diese Qualität erbringen – Qualität gibt es am Boulevard auch.“

Johanna Schinnerl


Quelle: pixabay

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Die „Wiener Zeitung“, oder: Öffentlich-Rechtlicher Journalismus In ihrer 314-jährigen Geschichte gab es demgemäß viele Veränderungen. Jüngere und künftige Entwicklungen der staatlich zu 100 Prozent geförderten, weil im Besitz der Republik befindlichen Zeitung diskutieren Univ.-Prof. Fritz Hausjell (Publizistik-Institut Wien) und Prof. Paul Vecsei („Wiener Zeitung“). 1703 erschien unter dem Namen „Wiennerisches Diarium“ die erste Ausgabe mit nur wenigen Seiten. Eine Zeitung zu gründen war damals nicht einfach, zuerst musste man dazu mit den notwendigen kaiserlichen Privilegien ausgestattet werden. Das war damals nicht nur in Österreich so üblich, sondern wurde praktisch in ganz Europa so gehandhabt. Doch das „Wiennerische Diarium“ hatte nicht nur die kaiserlichen Privilegien, es wurde sogar auf Initiative von Kaiser Leopold I. gegründet. Die „Wiener Zeitung" war viele Jahre in privater Hand, stand aber dennoch dem kaiserlichen Hofe nahe. Dies sollte alleine schon durch die Betonung Wiens im Zeitungskopf unterstrichen werden. Dennoch wollte die Redaktion unabhängig berichten, was durch die damalige Zensur kein einfaches Unterfangen war. 1781 wurden die generellen Zensurbestimmungen vorübergehend gelockert, doch für den Inlandstei war dies nicht relevant, benötigte doch der

Hof ein Organ zur Veröffentlichung seiner politischen Entscheidungen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts nahmen die Versuche, sich in die redaktionellen Belange einzumischen ein massiveres Ausmaß an. Vor allem Fürst Metternich galt als Feind der Zeitung, die sich stets gegen die Zensurversuche des kaiserlichen Hofes wehrte. 1812 wurde das Amtsblatt eingeführt, die „Wiener Zeitung" damit offizielle „Verkünderin aller Gesetze und Verordnungen der Staatsverwaltung, aller Verfügungen der n.ö. Landesregierung, aller Politischen und Justiz-Nachrichten.“ 1857 ging die Zeitung dann auch in das Eigentum des Staates über. Als Hofzeitung wollte man dennoch nicht gelten: Die Redakteure hatten stets das Ziel, möglichst objektiv zu berichten. Als Konsequenz aus eigenen Ansprüchen und der Hof-Zensur wurde immer weniger über Innenpolitik berichtet, stattdessen vermehrt über Weltereignisse, Kunst und Kultur. 1940 wurde die Zeitung eingestellt, SUMO | 19


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1945 wiederbelebt. Sie fristete ein etwas biederes Dasein und besaß ihre Relevanz hauptsächlich durch das Amtsblatt. 1990 gab es sogar Überlegungen, die „Wiener Zeitung“ einzustellen. Die Pläne wurden jedoch verworfen und die Zeitung als GmbH, welche weiterhin zu 100% im Besitz des Staates ist, ausgegliedert. Die Finanzierung der Zeitung erfolgt nun hauptsächlich aus dem Amtsblatt, dafür gibt es aber keinen einzigen Cent Presseförderung. Vom Amtsblatt zur Zeitung Paul Vecsei sieht deren Entwicklung in den letzten Jahrzehnten als durchaus positiv. Vecsei begann 1973 als freier Mitarbeiter im Lokal-Ressort der „Wiener Zeitung“, später war er etwa für „Profil“ tätig und Gründungsmitglied des „STANDARD“. Zudem wirkte er langjährig als Vizepräsident der Journalistengewerkschaft. Seit 2012 ist er wieder dort, wo er begonnen hat: bei der „Wiener Zeitung“. „Die ‚Wiener Zeitung’ ist eindeutig von einem Amtsblatt zu einer Zeitung geworden“, meint Vecsei. Früher sei sie eher Verlautbarungsorgan und dementsprechend trocken gewesen, statt Kommentaren und Analysen seien ausschließlich Berichte im Fokus gestanden. Große Verdienste am Wandel der Zeitung hat laut ihm Andreas Unterberger, Chefredakteur von 2005 bis 2009: „Ich teile seine politische Einstellung zwar nicht, aber denke, dass er ein guter Chefredakteur war. Rein organisatorisch hat er sehr viel zur Entstaubung der Zeitung beigetragen.“ Medienhistoriker Fritz Hausjell findet, dass aus den vorhandenen Ressourcen sehr viel geschöpft wird. Ihm gefällt vor allem die Ausführlichkeit und Hintergrundtiefe in der Berichterstattung. Das Redaktionsstatut Neben der publizistischen Entwicklung wurde im vergangenen Jahr auch ein wichtiger organisatorischer Schritt getan: Die „Wiener Zeitung“ bekam ein Redaktions-

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statut, und zwar ein „lange ausverhandeltes und letztlich sehr gut ausformuliertes“, wie Hausjell meint. Beim Symposium zum 300-jährigen Jubiläum ging man laut Vecsei mit der Idee des Redaktionsstatuts an die Öffentlichkeit und die Journalistengewerkschaft unterstützte die Forderung – doch „die Beamten haben dann lange glaubwürdig erklärt, dass dies rechtlich gar nicht möglich ist“. 2016 bekam die Zeitung dann doch ihr Redaktionsstatut, das den politischen Einfluss einschränken soll. „Natürlich ist es ein Manko, wenn Chefredakteure in der Vergangenheit ohne Ausschreibung bestellt wurden. Durch das Redaktionsstatut gibt es nun zumindest interne Mitbestimmung.“ Dies heißt, dass ein/e neue/r Chefredakteur/in mittels einer Zwei-Drittel-Mehrheit der RedakteurInnen abgelehnt werden kann. Vecsei erhofft sich für die Zukunft eine Erweiterung interner Mitbestimmung und Kontrollgremien. Der ORF als Vorbild? „Im Gegensatz zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk hat die ‚Wiener Zeitung’ keine Kontrollgremien. Ich sehe es als Nachteil, dass es nichts Vergleichbares zu einer Hörer- oder Sehervertretung wie beim ORF gibt.“ Öffentlich-Rechtliches Fernsehen kennt man aus vielen Ländern, öffentlich-rechtliche Zeitungen jedoch nicht. Vecsei gefällt die Idee, dass der Staat Journalismus als öffentliche Aufgabe begreift. „In einer Zeit des Zeitungssterben, weltweiter Boulevardisierung und Fake-News werden verlässliche Information und Qualitätsjournalismus immer wichtiger und sollten daher unterstützt werden“, fordert Paul Vecsei. Fritz Hausjell kann mit Vecseis Ideen einiges anfangen. „Große qualitätsorientierte Printmedien sind wesentlich für das Funktionieren einer demokratischen Gesellschaft. Man muss sich überlegen, in welcher Form man diese Leistungen mittelfristig sicherstellen kann.“ Das Modell der „Wie-


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ner Zeitung“ findet Hausjell inkonsequent: „Sie wird wesentlich durch das Amtsblatt finanziert, im Grunde sind die Veröffentlichungen dort Pflichtinserate und bilden die Grundlage des Geschäfts. Daraus ergibt sich die Frage, wie so ein Medium eigentlich inhaltlich zu führen ist. Es kann kein Regierungsblatt sein, sondern nur eines, welches große politische Breite beinhaltet.“ Der ORF hat einen öffentlichen Auftrag, bei der „Wiener Zeitung“ aber gibt es nichts Ähnliches. Hausjell fände es interessant, wenn die Zeitung einen publizistischen Auftrag bekommt oder sich diesen selber gibt und sich etwa ähnlich wie der ORF verpflichtet, Minderheiten ausreichend zu berücksichtigen. „Solche Medienprodukte schauen dann anders aus als die von jemanden, der einfach nur möglichst viele Exemplare absetzen will, um möglichst viel Gewinn zu machen“, meint der stellvertretende Vorstand des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft in Wien. Ungenutztes Potential Einen ausführlichen, bis ins kleinste Detail geregelten Programmauftrag wie beim ORF hält Hausjell nicht für sinnvoll. Zudem gibt es zwischen ORF und der „Wiener Zeitung“ eklatante Unterschiede bei den Ressourcen. Ähnliche Strukturen wären möglich, aber der Verwaltungsaufwand müsse sich in finanziellen Grenzen halten. „Gewisse programmatische Grundsätze müssten reichen. Die Frage der Evaluierung und der Erfüllung des Auftrages kann man getrost den publizistisch Verantwortlichen im Medium überlassen“, meint Hausjell. Zudem könne man etwa systematisch Leserkonferenzen abhalten und Kontrollinstanzen selbst installieren.

Wandel nicht realisiert haben. Die Auflage liegt bei 24.000 Exemplaren, die Reichweite ist gering. Am Budget für ein wirksames Marketing fehlt es. „Es ist kein Medium, mit dem man – wenn man nicht relativ viel Geld in die Hand nimmt – bloß mit einem klugen Konzept erfolgreich ist“, so Hausjell, der die zuletzt immer geringeren Ressourcen anspricht. So fliegt die „Wiener Zeitung“ derzeit wohl unter dem Radar vieler ZeitungsleserInnen. Derzeit scheint sie trotz hochqualitativer Berichterstattung ihr Potential auf dem österreichischen Medienmarkt nicht auszunützen. Doch die „Wiener Zeitung“ hat so viele Veränderungen ausgetragen in ihrer 314-jährigen Geschichte und es sieht so aus, als würde – bei Mut – diese nicht zu Ende gehen.

Alexander Belinger

Dann wären vielleicht mehr Menschen bereit, für die Zeitung zu bezahlen, weil sie die Bedeutung journalistischer Qualität anerkennen, auch wenn sie nicht mit allen Meinungen im Blatt konform gehen. Denn: Ein Problem der Zeitung ist, dass viele ihren

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Verlagsförderung: Aufbruchsstimmung notwendig! Das Buch war totgesagt und mit der Grabesstimmung geriet auch die gesamte Branche unter Druck. Die Verlagsförderung sollte dem entgegenwirken – doch erfüllt sie ihren Zweck? Die Veränderungen im Handel und Vertrieb haben österreichischen Verlagen in den letzten Jahren verstärkt zugesetzt. Österreichische AutorInnen wechseln zu deutschen Verlagen, die höhere Auflagen ob reichweitenstärkerer Vermarktung, größerer Vertriebsstrukturen und internationaler Bekanntheit bieten können. Viele heimische Verlage haben es schwer, sich dagegen zu behaupten. Will man sich als lebendiges Kulturland definieren, hat der Staat die wichtige Aufgabe, Literatur- und Kulturverlagen effiziente Unterstützung anzubieten. Ein gewaltiger Sprung nach vorne Ein Fördersystem für österreichische Verlage wurde schon seit den frühen 1970er-Jahren diskutiert, um heimische Nischenprodukte wie Lyrikproduktionen zu sichern. Silke Rudorfer thematisierte in Ihrem Buch „Verlagsförderung in Österreich“ eingehend deren Entwicklung. Damals konnten Verlage demnach zwar Einzelprojekte einreichen

und fördern lassen, eine systematische Verlagsförderung wie heute gab es nicht. 1992 wurde schließlich die Verlagsförderung des Bundeskanzleramts ins Leben gerufen. Wichtige Treiber dafür waren unter anderem die Arbeitsgemeinschaft der Privatverlage und die Interessensgemeinschaft der Autorinnen und Autoren. Durch die Förderung sollten besonders schwer verkäufliche Produktionszweige mit hohem Kulturwert ermöglicht und die Verbreitung und der Vertrieb dieser Bücher gesichert werden. Doch welche Auswirkungen hatte die Förderung? „Aus heutiger Sicht hatte sie einen gewaltigen Effekt. Es hatte einen riesigen Sprung nach vorne bedeutet“, stellt Gerhard Ruiss, Geschäftsführer der IG Autorinnen und Autoren, im Gespräch mit SUMO fest. Auch andere Maßnahmen waren ausschlaggebend, dennoch: „Die Förderung hat dazu beigetragen, dass österreichische Verlagsmarken entstanden sind, die auch im deutschsprachigen Raum ein Begriff wurden.“ Diese waren zwar noch lan-

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ge nicht wirtschaftlich herausragende Unternehmungen, aber etliche österreichische Verlage spielten damals – wie heute – beim großen Deutschen Buchpreis eine Rolle. Österreichs Modell als Vorreiter Die Verlagsförderung ist entscheidend für eine lebendige Verlagsszene und eine vielfältige Buchkultur in Österreich. „Das Fördersystem in Österreich hat eine hohe Trefferquote“, so Ruiss. Beweis für den Erfolg ist, dass viele Länder, darunter auch die Schweiz, Österreich für dieses Fördersystem beneiden. „Ein schlechtes Fördersystem – und das ist in Österreich nicht der Fall – würde nur das auszeichnen, was überlebt hat.“ Eine gute Förderung muss also ein Marktkorrektiv sein und nicht die Erfolge der ohnehin starken Verlage verdoppeln. In Wahrheit handle es sich also um eine Programmförderung. Anstatt ein Wirtschaftsunternehmen zu unterstützen, geht es darum, ein bestimmtes qualitativ hochwertiges Programm und dessen Verbreitung zu sichern. Wie jede kulturelle Produktion abseits des Mainstreams wäre auch die literarische Produktion von Markt-erträgen alleine nicht lebensfähig. Der Markt allein kann die Qualität nicht gewährleisten (et vice versa). Förderungen des Bundes und der Länder Neben Subventionen durch den Bund besteht für österreichische Buchverlage auch die Möglichkeit, Zuschüsse aus dem Topf der Kulturförderung der Bundesländer zu erhalten, meist in Form von Druckkostenbeiträgen. Obwohl die Länder im Grunde die Kulturhoheit tragen – Kultur also Landessache ist –, liegt das Förderschwergewicht eindeutig beim Bund. Dr. Robert Stocker, Leiter der Kunstsektion II/5 (Literatur und Verlagswesen) des Bundeskanzleramts, gab SUMO genauere Auskunft über die Verlagsförderung: Die Verlagsförderung verläuft in drei Tranchen und wird demnach für das Frühjahrsprogramm, das Herbstprogramm und Werbe- und Ver-

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triebsmaßnahmen vergeben. Belletristik und Essayistik, Kinder- und Jugendliteratur sowie Sachbücher der Sparten Kunst, Kultur, Philosophie und Geschichte werden gefördert. Vorrang haben Bücher österreichischer AutorInnen sowie Bücher zu österreichischen Themen. In jeder Tranche kann ein Verlag in 10.000-er Schritten maximal 60.000 € erhalten. Die jährlichen Anträge der 45 bis 50 Verlage werden von einem Beirat überprüft. Wenn ein Verlag die formalen und wirtschaftlichen Voraussetzungen nicht erfüllt oder das Verlagsprogramm nicht der qualitativen Anforderung entspricht, wird eine Förderung abgelehnt. Die Ablehnungsquote liegt laut Stocker bei 10%. Den Verlagen, die keine Verlagsförderung erhalten steht jedoch weiterhin die Einzeltitelförderung für belletristische Projekte offen. Eine Frage der Objektivität und Transparenz „Es hängt sehr stark davon ab, wie die Jury entscheidet und wer in der Jury sitzt“, sagt Ruiss, der selbst in den Anfangsjahren Mitglied im Beirat war. „Es muss sich um eine Fachjury handeln und Selbstbegünstigung muss ausgeschlossen sein, obwohl es natürlich immer Beteiligte oder Betroffene gibt.“ Er selbst habe in zwei Fällen, wo er betroffener Autor war, die Sitzung verlassen, um sich weder an der Diskussion noch an der Abstimmung zu beteiligen. Und wie versucht man die Transparenz der Entscheidungen zu wahren? „Die Richtlinien und der Kriterienkatalog sind bekannt, seit 2016 werden auch alle Ablehnungen schriftlich begründet“, erklärt Stocker. Vor einigen Jahren wurden Hearings gemeinsam mit Beiratsmitgliedern und VerlegerInnen abgehalten, um die Entscheidungsgrundlagen der Verlagsförderung ausführlich zu diskutieren. Die Ergebnisse sind im jährlich erscheinenden Kunst- und Kulturbericht publiziert. Höchst geförderte Verlage sind demnach der „Paul Zsolnay Verlag“ mit 150.000 €, „Haymon“ mit 130.000 € so-


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Verlagsförderung unter Druck Die Absichten der Förderung sind über die Jahre hinweg im Grunde dieselben geblieben, der Buchmarkt und die Verlagsbranche haben sich jedoch verändert. „Die Verlagsförderung hat darauf mit der Adaption unserer Einreichbedingungen sowie einer Schärfung unserer Kriterien und Entscheidungsgrundlagen reagiert“, erklärt Stocker. Heutzutage gibt es jedoch viel mehr Bewerber um die Verlagsförderung als vor zehn Jahren. „Die Verlagsförderung kann letztlich – auch wenn sie noch so sehr möchte – nicht mehr den gleichen Bedarf decken wie in den Angangsjahren“, konstatiert daher Ruiss. Das sei in erster Linie eine Budgetmittelfrage. Die Verlagsförderung ist bis vor kurzem kein einziges Mal seit ihrer Gründung angehoben worden: Seit 2015 stehen 2,2 Millionen statt 2 Millionen € pro Jahr zur Verfügung. „Die Mittel sind knapper und knapper und die Effekte natürlich verringert worden.“ Vor allem neue Verlage hätten es dadurch besonders schwer. „Es wäre wieder an der Zeit, grundsätzlich über Marktentwicklungen, den Buchhandel und neue Vertriebsformen des Buches zu diskutieren. Wir stecken jetzt in einer größeren Debatte als damals“, sagt Ruiss. Eine Branche in Aufbruchsstimmung? Eine große Branchendebatte mit allen Beteiligten an Produktion und Vertrieb des Buches erscheint notwendig. Besonders dazu aufgerufen sind der Hauptverband des Buchhandels, sowie die IG Autoren und Autorinnen, der Verlegerverband, aber auch die öffentliche Hand. „Wir sind in laufendem Kontakt mit diesen Fachleuten und diskutieren auch regelmäßig aktu-

elle Fragen der Buch- und Verlagsbranche im Beirat, sodass wir auf Veränderungen am Buchmarkt rasch reagieren können“, betont Stocker gegenüber SUMO. Schon seit längerem plädiert Ruiss auch für einen österreichischen Schwerpunkt auf der Leipziger Buchmesse, um wieder eine öffentliche Auseinandersetzung anzuregen. „Die gesamte Förderung ist in einer Aufbruchsstimmung in den 1980er- und den frühen 1990er-Jahren entstanden. Eine solche Aufbruchsstimmung wäre heute dringend notwendig.“ Infolgedessen könnten auch die Förderungsinstrumente auf ihre Brauchbarkeit überprüft werden oder ob sie inhaltlich zu modifizieren seien. Genauere Durchgangsbestimmungen wären denkbar und auch weitere Hearings könnten abgehalten werden. Gerhard Ruiss / Quelle: Dieter Scherr IG Autorinnen Autoren

wie der „Czernin Verlag“, „Droschl“, „Jung und Jung“ und „Picus“ mit je 120.000 € an Verlagsförderung. „Jung und Jung“-Titel konnten seit 2005 immerhin zweimal den Deutschen Buchpreis gewinnen, den im deutschsprachigen Raum wohl größten Treiber an Aufmerksamkeit und Gewinn.

„Das Buch ist nicht tot.“ Und wie sieht es mit dem Medium Buch selbst aus? „Das Buch war totgesagt, doch es lebt und zwar höchst vital. Es hat sich behauptet in einer Art und Weise, die eigentlich überraschend ist“, stellt Ruiss klar. Doch die Frage ist: Wer liest heutzutage noch Bücher und – ebenfalls wichtig – wer liest welche? Die Einführung der Verlagsförderung hatte laut Autorin Silke Rudorfer einen großen Anstieg der Produktion literarischer und kulturpolitischer Titel zur Folge. Doch obwohl es einfacher wurde, ein derartiges Buch zu publizieren, war es nicht unbedingt leichter, KäuferInnen zu finden. Der Verdrängungswettbewerb wurde stärker. Wenn das Lesen an sich und somit auch

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Bücher wieder attraktiver wären, würden sich viele Probleme der Branche von selbst lösen. Man müsste also schon bei der Leseförderung ansetzen: mit sanftem Druck ins Elternhaus, mit Lesen in Kindergärten und Volkschulen. Dadurch würden Kinder einen selbstverständlicheren Umgang mit Büchern erlernen. Bildungs-, Kulturund Medienpolitik spielen ineinander. Alle Förderungen helfen nicht, wenn niemand mehr liest, weil die Bildungspolitik nicht greift. Dennoch zeigt sich Ruiss zuversichtlich: „Wenn man einmal erlebt hat, welche Welten man aus Büchern bauen kann, dann wird man lesen wollen – nicht in jedem Lebensalter gleich, aber es wird einen nie loslassen.“

Christina Guggenberger

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Diversity in Redaktionen: Förderung von MigrantInnen und Frauen Eine ausgeglichene Berichterstattung funktioniert nur, wenn Frauen und MigrantInnen stärker in den Redaktionen vertreten sind? So äußern sich Rebecca Beerheide vom deutschen Journalistinnenbund und Alexandra Stanic von der „biber“-Akademie in Wien im SUMO-Interview. Doch warum sind diese Gruppen überhaupt unterrepräsentiert und wie gehen beide Organisationen gegen den Missstand vor? Anfang 2015 lebten etwa 1,4 Millionen ausländische Staatsangehörige in Österreich. Das geht aus dem österreichischen Migrations- und Integrationsbericht 2016 hervor. Das sind etwa 15 Prozent der österreichischen Gesamtbevölkerung und etwa 122.000 zugezogene Menschen mehr als noch im Jahr davor. Dennoch sind sie in den Medien unterrepräsentiert. Dabei spielen sie eine entscheidende Rolle für die Vielfältigkeit der Berichterstattung. Eine in den Redaktionen ebenfalls schwach besetzte Gruppe sind Frauen – zumindest in leitenden Positionen. „Die österreichische Medienlandschaft sollte die österreichische Gesellschaft widerspiegeln“, sagt Alexandra Stanic, Leiterin der „biber“-Akademie in Wien. An der seit 2011 bestehenden Akademie beginnt alle zwei Jahre ein Lehrgang mit rund 20 StipendiatInnen. „Das Besondere an der ‚bi-

ber’-Akademie ist, dass wir Menschen mit Migrationshintergrund die Chance geben in der Medienlandschaft Fuß zu fassen“, so Stanic. Für eine vielfältige Berichterstattung sei es unbedingt notwendig, MigrantInnen mit dem angezielten Berufsfeld Journalismus zu stärken. Die Akademie gehört zum „biber“-Verlag, der das gleichnamige Magazin herausgibt. Ein Crashkurs im Journalismus Zwei Monate lang erhalten die StipendiatInnen oder „AkademikerInnen“, wie Stanic sie nennt, einen Einblick in möglichst viele Bereiche des Journalismus. „Wir versuchen von A bis Z alles zu machen“, so die Akademieleiterin. Die StipendiatInnen lernen, wie man die besten Ergebnisse beim Fotografieren erzielt, das Verfassen von Textsorten wie Reportagen und Kommentare, lernen aber auch grundlegende journalistische Inhalte wie die 6 W´s und

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Methoden, nach denen Interviews geführt werden. „Es ist also ein Crashkurs im Journalismus“, sagt Stanic. Während ihrer Zeit an der Akademie haben die StipendiatInnen die Chance sich auszuprobieren, Fehler zu machen und aus ihnen zu lernen. Einige ihrer Texte erscheinen im „biber“-Magazin. Nach Ablauf der zweimonatigen Ausbildung, die in kleinen Gruppen aus je vier TeilnehmerInnen stattfindet, folgt ein Praktikum, bei dem sie ein Monat lang Redaktionsluft schnuppern können. Die Redaktionen müssen den PraktikantInnen keine Vergütung zahlen, das übernimmt die Akademie. Das Stipendium ist mit 600 Euro monatlich dotiert. Das bringt den Vorteil, dass die StipendiatInnen größere Chancen haben bei einem Medium eine Praktikumsstelle zu erhalten: „Die Idee dahinter ist, dass die Medien schlecht nein sagen können, da sie nichts zahlen müssen.“ Ein beidseitiger Gewinn also. Unterrepräsentation von MigrantInnen Doch warum sind so wenige MigrantInnen in den Redaktionen aufzufinden, sodass eine solche Förderungsmaßnahme überhaupt notwendig ist? Alexandra Stanic hat dazu ein paar Theorien. Ein Hindernis stellten häufig mangelnde Deutschkenntnisse dar. Zwar sei man bei „biber“ nicht ganz so streng, doch werde es schwierig, sobald man zu einer Zeitung wie dem „STANDARD“ möchte. Ein weiterer Grund für die mangelnde Präsenz in den Redaktionen Österreichs kommt vonseiten der NeuösterreicherInnen selbst. Das oftmals geringe Interesse am Journalistenberuf liegt vor allem an den unsicheren Zukunftsperspektiven, mit denen angehende JournalistInnen zu kämpfen haben. Da sie häufig bereits das bisherige Leben in einer instabilen finanziellen Situation verbracht haben, „geht es nicht darum, den Beruf zur Berufung zu machen, sondern um die eigene Existenz zu sichern“, sagt Stanic. Und diese Sicherheit scheint der Journalismus nicht bieten zu können – zumindest nicht in der Form wie 28 | SUMO

in anderen Branchen. Auch vonseiten der Eltern sei der Journalismus kein besonders angesehenes Berufsfeld. Mit den Stipendien möchte die „biber“-Akademie diesen Menschen zumindest etwas finanzielle Absicherung geben: „Wir sehen es als unsere Aufgabe, ihnen zu helfen, damit sie daran glauben, dass sie es schaffen können“, so Stanic. Dass sich viele Medienunternehmen nicht die Mühe machen, MigrantInnen eine Chance zu geben und sie auszubilden, bedauert Alexandra Stanic: „Immerhin bringen sie ihre Geschichten mit“ – und tragen damit zu einer vielfältigen Berichterstattung bei. Frauen im Journalismus: Bilanz nach 30 Jahren Ebenfalls unverzichtbar, wenn es um das Thema Diversität geht, sind Frauen. Doch die sind, so Rebecca Beerheide, ebenfalls noch nicht ausreichend in den Redaktionen vertreten, zumindest nicht in leitenden Positionen. Beerheide ist Vorsitzende des deutschen Journalistinnenbundes, dessen Arbeitsgruppe ehrenamtlich ein Mentoringprogramm speziell für Frauen anbietet. Eines ist ihr und ihren Kolleginnen aufgefallen: In den 30 Jahren, in denen es den Bund gibt, hat sich im Großen und Ganzen noch nicht so viel verändert, wie es sich die Frauen gewünscht hätten. „Wir haben festgestellt, dass wir eine ‚Täglich grüßt das Murmeltier’-Erfahrung machen.“ „Unsere Forderung ist, dass Redaktionen paritätisch besetzt werden müssen.“ Das sei wichtig, um mit den Inhalten von Tageszeitungen, Radio- und Fernsehprogrammen verschiedene Gruppen zu erreichen. Denn Frauen, Männer, ältere und jüngere Menschen, sowie diejenigen mit anderen kulturellen Hintergründen machen Redaktionen – und damit redaktionelle Inhalte – bunter. Mit dem Mentoringprogramm will der Journalistinnenbund Frauen im Journalismus unterstützen, egal ob beim Berufseinstieg, -wiedereinstieg oder -umstieg. Das Alter spielt bei der Bewerbung also kei-


Jubiläumsfeier des Journalistinnenbunds / Quelle: Christian Morgen

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ne Rolle, dafür aber das Ergebnis, das sich die Bewerberinnen vom Programm erhoffen. Das sollte nämlich realistisch sein. Das Mentoringprogramm läuft in mehreren Phasen ab. Zuerst werden beim „Matching“ Frauen gesucht, die als Mentorinnen zu den Bedürfnissen der jeweiligen Bewerberin passen. Nach dem Ende der Bewerbungsphase entstehen so normalerweise zehn „Tandems“: zehn Bewerberinnen und ihre Mentorinnen, die sie ein Jahr lang begleiten, ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen und an der Umsetzung ihrer Ziele arbeiten. „In diesem Jahr haben wir jedoch 12 Tandems, weil wir zwei geflüchtete Frauen dabei haben“, so Beerheide. „Ich bin sehr gespannt darauf, sie kennenzulernen.“ Bei einem ersten Termin werden nochmal die Ziele und Rahmenbedingungen des Programms besprochen. Die weitere Zeitplanung ist von da an ganz den Tandems überlassen. In den Zwischentreffen, die von Zeit zu Zeit stattfinden, können sich alle austauschen. Nach einem Jahr endet das Projekt mit einem großen Abschlusstreffen. Neue Herausforderungen Rebecca Beerheide wünscht sich für die Zukunft, dass die Gesellschaft für die Arbeitsstrukturen in den Redaktionen sensibilisiert wird. „Ich denke aber, dass es ein langjähriger Prozess ist, weil viele Strukturen und Denkmuster festgefahren sind.“ Sie hofft in Bezug auf die gesellschaftlich vorgeschrie-

benen Rollenmuster auf eine Umorientierung innerhalb der jüngeren Generationen. Doch selbst, wenn sich dieses Problem auflösen würde, bleiben weitere Hindernisse. „Die Frage, die demnächst stärker aufkommen wird, ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf “, so Beerheide, „und da geht es nicht nur um Kinder, sondern auch um pflegebedürftige ältere Menschen.“ Da stelle sich die Frage: Wer legt seinen Job nieder, um sich um die Angehörigen zu kümmern: Frau oder Mann? So unterschiedlich die Förderangebote der „biber“-Akademie und des Journalistinnenbunds auch sind, so verfolgen sie doch beide dasselbe Ziel: die Vielfältigkeit der medialen Berichterstattung zu fördern. Und vielleicht spiegelt die mediale Berichterstattung irgendwann tatsächlich die Vielfältigkeit wider, die der Journalistinnenbund und „biber“ in die Redaktionen bringen wollen.

Sahra Amini

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Rainer Nowak Chefredakteur und Herausgeber

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Quelle: pixabay

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Der Überlebenskampf der Freien Radios

Wie finanzieren sich Freie Radios in Österreich? Geschäftsführerin Angelika Hödl erläutert in SUMO die Besonderheiten von „radio AGORA 105,5“ (kurz: AGORA) in Klagenfurt, Claudia Schreiner die Förderungen der RTR-GmbH für nichtkommerzielle Freie Radios. Die nichtkommerziellen Freien Radios sind laut Rundfunk- und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) ein wichtiges und werbefreies Komplementärangebot zu den öffentlich-rechtlichen und privaten, kommerziellen Programmen in Österreich. Seit 2013 erhält der Fonds drei Millionen Euro für diese besonderen Hörfunkveranstalter. Darin inbegriffen sind auch drei Community TV-Sender, welche Gelder aus diesem Fonds erhalten. Claudia Schreiner, Leiterin der Fonds und Förderungen der RTR: „Durch das KommAustria-Gesetz werden die Mittel immer gleichbleibend zugewiesen. Im Laufe der Jahre knabbert halt die Inflation daran.“ Im Gegensatz zu den Förderungen für den kommerziellen Bereich wird es beim Fonds für nichtkommerziellen Hörfunk (NKRF) jährlich knapp. Daher steht für Schreiner fest, dass in Zukunft über eine Erhöhung der Mittel zumindest nachgedacht werden müsste. Auch Angelika Hödl bezeichnet die Höhe der Förderungen als nicht ausreichend: „Man könnte mit etwas mehr

Förderungen in vielen Bereichen natürlich auch mehr Aktivitäten verwirklichen. So gelingt uns das nur in kleinen Schritten. Eine aktuelle Forderung des Verbands der Freien Radios Österreich (VFRÖ) ist daher auch die Verdoppelung des derzeitigen Förderansatzes aus dem NKRF der RTR von drei auf sechs Millionen Euro.“ Die Subventionen der RTR werden vor allem für die Erbringung eines vielfältigen und hochwertigen Angebots, zur Förderung der österreichischen Kultur und kulturellen Vielfalt, sowie zur Information und Bildung der Bevölkerung verwendet. Durchgesetzt werden konnte die Einrichtung des Fonds vom VFRÖ. Generell sind bis zu 90 Prozent der Kosten förderbar, solange keine Überförderung aufgrund anderer Förderquellen entsteht. Hierzu zählen allerdings keine freiwilligen Spendenbeiträge. Freie Radios in Österreich Insgesamt gibt es vierzehn Freie Radios, welche über das gesamte Bundesgebiet verteilt sind und regional unterschiedliche

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Reichweiten abdecken. Mittels Livestreams sind die Programme überall abrufbar. Im Jahr 2010 wurden von der RTR erstmals Mittel aus dem „Fonds zur Förderung des Nichtkommerziellen Rundfunks“ vergeben. Grundlage dafür war die 2009 durchgeführte Novelle des KommAustria-Gesetzes. Laut Schreiner werden seitdem alle Freien Radios jedes Jahr unterstützt.

Claudia Schreiner / Quelle: Julia Krammer

Um ihre Interessen besser vertreten zu können, haben sich die Veranstalter 1993 zu einem Verband der Freien Radios Österreich zusammengeschlossen, also lange vor der Legalisierung des privaten Rundfunks. Finanziert wird die Organisation über Mitgliedsbeiträge, verfolgt werden dabei sieben Leitlinien: Offener Zugang, Partizipation, Gemeinnützigkeit, Transparenz, Lokalbezug, Unabhängigkeit und ein antidiskriminatorischer Anspruch. Diese Prinzipien finden sich auch in den Richtlinien der RTR wieder, die laut Schreiner besonders häufig Nachrichtenformate fördert. Das reichweitenstärkste nichtkommerzielle Radio Österreichs ist „Radio Orange 94.0“ in Wien.

Wer bekommt was? Die RTR veröffentlichte die Förderungsentscheidungen zum ersten Antragstermin 2017, in welcher für „Radio Orange 94.0“ 183.020 € für die Inhalteförderung und 32 | SUMO

28.330 € für die Ausbildungsförderung vorgesehen sind. Damit erhält der Sender den höchsten Betrag unter den nichtkommerziellen Hörfunkveranstaltern. Im SUMO-Interview erklärt Claudia Schreiner, dass jährlich der Großteil der Mittel beim ersten Antragstermin ausgeschüttet wird. Zu den Terminen können jeweils nur Projekte beantragt werden, welche noch nicht begonnen haben. Zur Förderung der Ausbildung konstatiert sie: „Wir fördern in diesem Bereich möglichst jeden eingereichten Antrag. Wenn allerdings keine Ansuchen gestellt werden, können wir diese auch nicht fördern. Wir ermutigen sogar zu Ausbildungsanträgen.“ Zusätzlich finanziert sich „Radio Orange 94.0“, wie viele andere Freien Radios, über Spendenbeiträge. Auf ihrer Website werden UserInnen um Unterstützung des Non-Profit-Radios gebeten. An zweiter Stelle steht mit einer gesamten Förderhöhe von 160.497 € für den ersten Antragstermin 2017 das „Radio FRO“ (Linz), gefolgt von der „Radiofabrik“ (Salzburg) mit 159.000 €. Den letzten Platz belegt in diesem Ranking das „Radio OP 98.8“ (Oberpullendorf) mit 83.360 €. „AGORA“ erhält 120.000 €, allerdings verfolgt dieser Sender auch noch einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt, nämlich die Versorgung der slowenischen Volksgruppe mit einem umfassenden slowenischsprachigen Programmangebot, und verbunden damit ist eine weitere Finanzierungsform. Viele Finanzierungswege sind denkbar Neben den Subventionen aus dem Nichtkommerziellen Rundfunkfonds generiert „AGORA“ mit einer technischen Reichweite von 460.000 in Kärnten und 10.000 in der Südsteiermark Einnahmen aus der Kooperation mit dem ORF, indem diesem Sendezeit auf den Frequenzen von „AGORA“ zur Verfügung gestellt wird. So wird es ermöglicht, den im ORF-Gesetz verankerten öffentlich-rechtlichen Versorgungsauftrag für die slowenische Volksgruppe erfüllen


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„AGORA“ gelangt so zu einem Finanzierungsbeitrag von rund 70 Prozent durch die ORF-Kooperation und circa 30 Prozent durch die Beiträge des Nichtkommerziellen Rundfunkfonds. Durch Mitgliedsbeiträge und freiwillige Spenden kommen laut Hödl keine großen Summen zusammen. Die Einnahmen des Radios werden hauptsächlich dazu verwendet, die RedakteurIn-

nen für das slowenischsprachige Programm zu bezahlen. Das Freie Radio aus Kärnten weist eine weitere Besonderheit auf. Im Gegensatz zu allen anderen Anbietern, die in ihren Sendegebieten über weitere Förderungsbeiträge verfügen, werden für „AGORA“ keine Finanzierungsunterstützungen vom Land Kärnten oder der Stadt Klagenfurt bezogen. Bis vor einigen Jahren wurde der Sender und besonders einzelne Projekte zusätzlich von der Republik Slowenien unterstützt. Da es allerdings zu Kürzungen im Kulturbereich kam, wurde diese Subvention eingestellt.

Angelika Hödl / Quelle: PUCH

zu können. Das Radio fokussiert speziell auf die slowenisch-deutschsprachige Bevölkerung in den Sendegebieten. Daher gibt es auch ein slowenisch-sprachig moderiertes Programm, das täglich von 6 bis 18 Uhr ausgestrahlt wird. Die Geschäftsführerin Angelika Hödl erklärt das seit 2004 laufende Modell: „Es werden täglich acht Stunden der Sendezeit vom ORF bespielt. In dieser Zeit gestaltet die slowenische Redaktion des ORF-Landesstudio Kärnten ein Programm für die Volksgruppe.“ Dieses Programm wird ähnlich wie die ORF-Bundesländerkanäle gestaltet. Der Fokus liegt hierbei auf Nachrichten, Servicemeldungen, Unterhaltung, Volksmusik und Schlager. Vier Stunden im slowenischsprachigen Tagesprogramm werden von „AGORA“ gestaltet. Um 18 Uhr beginnt anschließend das freie Radioprogramm im Offenen Zugang. Hierbei gibt es laut Hödl zwischen 35 und 40 verschiedene Sendungen, welche von durchschnittlich 60 freien RadiomacherInnen gestaltet werden. Diese Programme werden in Deutsch, sowie auch in spanischer Sprache, in Englisch, Russisch, Arabisch und Bosnisch-Kroatisch-Serbisch gesendet. Das Radio geht besonders aktiv auf für sie relevante Zielgruppen wie zum Beispiel MigrantInnen zu. Im Laufe der Jahre hat sich laut Hödl gezeigt, dass sich das Bewusstsein für die medialen Partizipationsmöglichkeiten im Rahmen eines Freien Radios in Kärnten noch immer nicht stark verbreitet hat. Mehr Anfragen für die Sendegestaltung von BürgerInnen und zivilgesellschaftlichen Initiativen wären wünschenswert.

Zwischen Randgruppenprogramm und Bürgerradio Das „Community Medien Institut für Weiterbildung, Forschung und Beratung“ nennt als einen der Ansprüche an die Freien Radios in Österreich, dass allen Personen die Möglichkeit zur unzensierten Meinungsäußerung gegeben wird. Vorrangig sind dabei soziale, kulturelle oder ethnische Minderheiten. Wo bleibt also die Trennung zwischen Randgruppenprogramm und Bürgerradio? Dass es sich um

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ein Programm „für alle“ handelt, zeigt sich unter anderem im offenen Zugang der Radios für alle Interessierten. Auch wenn die diversen, oft vielsprachigen Programme meist von lokalen und regionalen Communities produziert werden, haben sie sich die Vollversorgung der Bevölkerung zum Ziel gesetzt, was eindeutig für Bürgerradios spräche. Hödl sieht „AGORA“ sowohl als Randgruppenprogramm, als auch als Bürgerradio: „Freies Radio spiegelt immer das gesellschaftliche Umfeld in irgendeiner Form wider“. Die ProgrammgestalterInnen decken die verschiedensten Bereiche, nicht nur Randgruppenthemen ab. Der slowenische Bevölkerungsanteil, der durch das Programm erreicht werden soll, ist nicht besonders groß. Das Team des Senders muss daher sehr aktiv agieren, um relevante Zielgruppen darauf aufmerksam zu machen, Programme mitzugestalten. Die einzelnen Programme der Freien Radios haben die unterschiedlichsten Ausrichtungen und Zielgruppen. Ein interessantes Beispiel für ein Sendungsformat für eine kleine Bevölkerungsgruppe ist das „Radio Augustin“ von „Radio Orange 94.0“, welches für Obdachlose gestaltet wird. Das Programm versteht sich selbst als Sprachrohr und Lobby für marginalisierte Menschen, sowie als Informationsquelle für ge-

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sellschaftspolitisch Interessierte. Auch in diesem Medium finden Ausgeschlossene Chancen zur aktiven Mitgestaltung vor. Die Zukunft der Freien Radios Die nichtkommerziellen bzw. Freien Radios in Österreich werden sich auch in Zukunft Gedanken um neue Finanzierungsmöglichkeiten machen müssen. Obwohl die RTR die Sender gerne und durchgehend unterstützt, reichen diese Fördersummen oft nicht aus. Die einzelnen Anbieter müssen also in Eigeninitiative Wege finden, um weitere Einnahmen zu generieren. Dies wird in Zukunft durch die weiter steigenden Möglichkeiten von Internetdiensten und die dadurch erschwerte Möglichkeit der Einnahmen nicht einfacher werden.

Julia Krammer

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Quelle: Christina Guggenberger

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Arthouse-Kinos: „Die Zukunft ist nicht gesichert“ Es gibt sie noch, die Arthouse-Kinos, die ein Programm abseits des Mainstreams offerieren – doch wie (lange) behaupten sie sich gegen die Multiplexx-Kinos und wer fördert sie? SUMO blickt hinter die Kulissen der Programmkinos. Kino ist mehr als nur Filmsehen: Es ist Erlebnis und sozialer Ort zugleich. Programmkinos wie das Filmcasino in Wien haben hierbei eine ganz besondere Aufgabe: Sie schaffen eine Plattform für künstlerisch und gesellschaftlich bedeutende Filme und kulturellen Austausch. Film als Kulturgut „Ein wesentliches Merkmal der Arthouse-Kinos ist, dass sie Film als Kultur begreifen und Filme nach diesen Kriterien zeigen“, sagt Gerald Knell, Betriebsleiter des Filmcasinos, im Gespräch mit SUMO. Im Vordergrund stehen weniger die kommerziellen Interessen, wie es in Multiplexx-Kinos der Fall ist. In Arthouse-Kinos finden vor allem Filme von künstlerischer und gesellschaftskritischer Relevanz eine Heimat, wie beispielsweise der Dokumentarfilm. Das Filmcasino kann sich mit seinem vielschichtigen Programm und Fünfzigerjahre-Ambiente bereits seit 1989 als erfolgreiches Arthouse-Kino in Wien behaupten.

Leicht war und ist es nicht, denn die große Herausforderung liegt darin, für diese Art von Filmen das entsprechende Publikum zu finden. Die Massen, die in die Multiplexx-Kinos strömen, bleiben bei diesen Filmen gewöhnlich aus. Arthouse-Kinos müssen daher ein besonderes Augenmerk auf die Vermittlungs- und Zielgruppenarbeit legen. Kampf gegen das Kinosterben Das Bundeskanzleramt unterstützt Programmkinos seit Mitte der 1980er-Jahre. Vor allem seit dem „Multiplex-Boom“ gegen Ende der 90er-Jahre sind kleine Kinos stark auf diese finanzielle Hilfe angewiesen. „Die kleinen Kinos, die überlebt haben, haben sich auf Nischen spezialisiert. Darin sehen sie eine Chance, aber es ist wirtschaftlich dennoch schwierig“, sagt Knell. Auch die Digitalisierung vor einigen Jahren hatte ein weiteres Kinosterben zur Folge. 2011 lag der Förderschwerpunkt daher auf der Digitalisierung der Programm- und

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Gerald Knell / Quelle: Christina Guggenberger

Regionalkinos mit dem Ziel, weiterhin eine unabhängige Filmprogrammierung der Programmkinos zu ermöglichen und auch in ländlichen Regionen ein anspruchsvolles Kinoangebot sicherzustellen. Nach eigenen Angaben stellte das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur im Jahr 2011 österreichweit 500.000 € für die Digitalisierung der Programmkinos und weitere 500.000 für regionale und kleinere Kinobetriebe zur Verfügung. Mit dieser Initiative konnten damals 25 Programmkinosäle auf die digitale Projektion umgerüstet werden. Die Stadt Wien hat laut Filmwirtschaftsbericht 2011 ebenfalls 150.000 € in die Digitalisierung der Wiener Kinos investiert.

Die Spitzenreiter unter den Förderstellen Am wichtigsten für die österreichischen Programmkinos ist die Förderung des Bundeskanzleramts, von dem die meisten Programmkinos 35.000 € an Jahresförderung erhalten. Barbara Fränzen, Leiterin der Abteilung II/3 für Film im Bundeskanzleramt (BKA), gab gegenüber SUMO an, dass heuer 18 Programmkinos in Gesamthöhe von 456.000 € gefördert werden. Auf diese Weise sollen Kinos unterstützt werden, die im Sinne der Vielfalt auch eine Programmierung von künstlerischen, nicht rein dem

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Mainstream zuzuordnenden Filmen vorsehen. Wichtige qualitative Förderkriterien sind unter anderem ein hoher Anteil von österreichischen und europäischen Filmen, Originalfassungen, Sonderprogramme wie Filmfestivals, aber auch Filmvermittlungen wie Schul- und Kindervorstellungen. An zweiter Stelle steht die Förderung vom Netzwerk „Europa Cinemas“, dem derzeit 28 österreichische Kinos angehören. Die Mitglieder werden nach deren Anteil an europäischen Filmen im Programm gefördert und erhalten zusätzliche Zuschüsse für Initiativen, die sich an ein junges Publikum richten. Das Filmcasino erhält demnach jährlich zwischen 12.000 bis 14.000 € im Jahr, abhängig vom EU-Budget und dem Programm europäischer Filme, wobei nur Filme mit Provenienz außerhalb des jeweiligen Kino-Landes, also keine österreichischen Filme gefördert werden. Nachholbedarf auf Landesebene Kinoförderung ist in Österreich aber auch Landessache, es gibt eine hohe Anzahl wie auch Varianz föderaler Subventionen. Bezogen auf die regionale Förderung sehen viele Kinos Nachholbedarf. Das Filmcasino erhält – wie jedes Kino, das als förderungswürdig eingestuft wird – von der Stadt Wien jährlich 12.000 €. „Alle bekommen das gleiche – das klingt ja gerecht. Aber im Detail ist es wieder ungerecht“, konstatiert Knell. Da die einzelnen geförderten Kinos unterschiedliche Geschäftsmodelle betreiben und manche zum Beispiel mehr von Gastronomie leben, haben es einige leichter als andere. Eine individuellere Anpassung der Förderung für die einzelnen Kinos wäre in diesem Sinne wünschenswert. Zudem erhalten Ausnahmen wie das Gartenbaukino und das Stadt Kino, die zur „Viennale“ und somit der Stadt Wien gehören, deutlich mehr. Das empfinden andere Kinobetreiber als ungerecht, vor allem da 12.000 € für das ganze Jahr sehr niedrig bemessen sind.


Eigene Darstellung auf Basis der Filmwirtschaftsberichte 2012 - 2015

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Förderung im Überblick Fasst man nun alle österreichischen Förderstellen zusammen, wurden Kinos im Jahr 2015 laut Filmwirtschaftsbericht 2016 mit knapp 1,6 Mio. € unterstützt. Aufgrund der so gut wie abgeschlossenen Digitalisierung ist die Kinoförderung seit 2012 jährlich gesunken. Ob die Kinos deshalb weniger förderungsbedürftig sind, ist allerdings fraglich. „Ohne öffentliches Geld geht es nicht“ Programmkinos spielen für die Kulturversorgung und auch für die Innenstadtbelebung von Städten eine wichtige Rolle. Knell betont: „Der Politik muss klar sein, dass die Zukunft dieser Kinos nicht gesichert ist.“ Die Förderung ist für die meisten Programmkinos überlebenswichtig und hat wesentlich dazu beigetragen, dem Kino-

sterben entgegenzuwirken. Dennoch ist die Situation für viele Kinos schwierig. „Noch immer sperren Kinos zu oder stehen auf der Kippe. Ohne öffentliches Geld geht es nicht“, meint Knell. PolitikerInnen in der EU betonen die Gleichsetzung des Films als Kulturgut – dass dieses gerade in Kinos distribuiert werden kann, obliegt auch den (potenziellen) RezipientInnen.

Christina Guggenberger

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Quelle: pixabay

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Förderung privatkommerzieller Radios

Welche Förderungen erhalten Österreichs privatkommerzielle Radios und sind diese ausreichend? Im SUMO-Interview erläutert Claudia Schreiner die Förderungen der RTR-GmbH für privatkommerzielle Radios. Ralph Meier-Tanos, Geschäftsführer von „88.6“, erklärt die Fördersituation aus Sicht des Senders. Die RTR-GmbH ist die wichtigste Förderungsinstitution für privatkommerzielle Radios in Österreich. Sie trägt mit ihrer finanziellen Unterstützung nicht für nur den Inhalt der Sendungen, sondern auch für die Aus- und Weiterbildung der Programm gestaltenden, rundfunktechnischen und kaufmännischen MitarbeiterInnen sowie für Marktforschung und Qualitätssicherung einen großen Teil zu Österreichs Radiolandschaft bei. Beim ersten Antragstermin 2017 wurden insgesamt 4.651.409 € Fördermittel ausgeschüttet. Damit privatkommerzielle Radiosender jedoch eine Förderung erhalten, müssen zuerst eine Reihe an Kriterien erfüllt werden. Vor allem Nachrichtensendungen, Reportage-Sendungen und -magazine, Dokumentationen, Diskussionssendungen und Live-Übertragungen werden gefördert. Laut Claudia Schreiner (RTR) wird zuerst kontrolliert, inwiefern der Antrag des Fördererwerbers realistisch ist und als umsetzbar gilt. Seit Jahren blieben die Fördernehmer annähernd gleich, nur selten kommen neue Formate hinzu.

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Fokus auf Regionalität Grundsätzlich werden die Rundfunkveranstalter der Größe nach aufgeteilt: Radios mit einer technischen Reichweite größer als 300.000, kleiner als 300.000 und kleiner als 100.000. In diesem Zusammenhang erhalten kleinere Radiosender eine höhere Förderquote als die Major-Sender, wobei ein Sender auch mehrere Förderungen beziehen kann. Die Festsetzung der Förderhöhe wird damit begründet, dass mit zunehmender Größe der Radiosender auch die Kosten steigen. Allerdings ist hier trotz kleineren Prozentsatzes die Fördersumme hoch: Besonders gerne werden kleine Radios gefördert, wie zum Beispiel „Radio Osttirol“, das weniger als 100.000 potenzielle HörerInnen hat. Die kleinen Radios zeichnen sich dadurch aus, dass sie ihrer Zielgruppe diverse regionale Formate anbieten. Die werden wiederum häufig gefördert, denn Vielfalt ist ein hohes Anliegen seitens der RTR. Bei großen Sendern herrsche ein zunehmend gleicher Programmablauf in puncto Information und Musik.


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Förderungen und Programmfokus Der Radiosender „88,6“ ist einer der erfolgreichsten Privatradios in Wien, Niederösterreich und Burgenland. Geschäftsführer Ralph Meier-Tanos bestätigt, dass die RTR durch ihre Förderungen den Sender in der Vergangenheit gestärkt hat. Dennoch: Diverse inhaltliche Projekte des Radiosenders hätten auch ohne Förderungen durchgeführt werden können. Grundsätzlich erhält „88.6“ für drei Bereiche finanzielle Unterstützung: bei der Ausbildung bis zu 70%, bei der Marktforschung 75% und bei Inhalten 30-40% der Kosten. Laut der Homepage der RTR, wo alle Entscheidungen über die Fördersummen veröffentlicht werden, hat 88.6 beim ersten Antragstermin 2017 insgesamt eine Summe von 305.998 € Fördermittel erhalten. Im Vergleich zu beispielsweise „Antenne Kärnten" ist dies ein sehr hoher

Betrag, dieser Radiosender erhielt nämlich 175.996 €. Somit wirke die RTR unterstützend, die Förderungen entscheiden aber nicht darüber, ob der Sender und somit seine Sendungen bestehen. Das Programm stünde im Vordergrund, nicht die Fördermöglichkeit – nur so könne wirtschaftlich effizient gearbeitet werden. Rückerstattung von Förderungen Manchmal käme es vor, dass Fördersummen zurückgezahlt werden müssen. Claudia Schreiner begründet dies damit, dass in der Vergangenheit solche ab und zu für Sendungen beantragt wurden, die letztendlich nicht umgesetzt wurden. Dies kann zum Beispiel bei Sendungen geschehen, die stark auf eine/n Moderator/in zugeschnitten sind, welche/r dann aber plötzlich den Betrieb verlässt. Im Fall eines Konkurses

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Quelle: pixabay

Presse-und Medienförderung

seitens der Förderungsnehmer werden die bereits ausbezahlten Beträge zurückgeholt, falls keine Leistung vom Radiosender erbracht wurde. Auch Rückflüsse entstünden, wenn ein Sender das im Fördervertrag vereinbarte Programm nicht im vollen Umfang produziert. Bei „88.6“ mussten laut Ralph Meier-Tanos noch nie Fördersummen zurückerstattet werden. Der VÖP und die RTR als bedeutende Institutionen Der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) ist eine seit 1993 bestehende Institution, die sich für einen fairen Wettbewerb zwischen öffentlich-rechtlichen und privat-kommerziellen Radiosendern einsetzt. Für „88.6“ ist der VÖP ein wichtiges Instrument, da es eine immense Schieflage zwischen beiden Gruppen gebe. Meier-Tanos, der auch im Vorstand des VÖP ist, gibt an, dass es wichtiger denn je sei, Institutionen zu haben, welche sich dafür einsetzen, ein Gleichgewicht im Wettkampf herzustellen. Im Laufe der Jahre hat sich das Förderungssystem der RTR als sinnvoll bewährt. Claudia Schreiner könnte sich vorstellen, dass man sich in Zukunft von der starren Aufteilung von Radio und Fernsehen entfernt und vielmehr ein Fördermodell für alle Medien kreiert. Mit diesem solle sich die Mittelvergabe vielmehr Content-basierend

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gestalten, also Förderungen für die Herstellung von Content in Print, Radio und Fernsehen vergeben werden. Außerdem sieht sie Bedarf, noch mehr in die Ausbildung von JournalistInnen zu investieren. Meier-Tanos wünscht sich mehr Unterstützung für Privatsender, da diese im Vergleich zu öffentlich-rechtlichen Sendern weniger Förderungen erhalten. Außerdem erhofft er sich eine einfachere Handhabung bezüglich Einreichung, Abrechnung, Zwischenabrechnung und Endabrechnung, da hierbei allzu viele Ressourcen in Bürokratie gebündelt seien. Die volle Zufriedenheit wird es nie geben. Aber Vorschläge in die Richtung sehr wohl.

Nadine Trocki


Quelle: pixabay

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Förderung von Privatfernsehen: ein bewährtes System? Jährlich stellt die RTR 15 Mio. € für die Unterstützung des Privatfernsehens zur Verfügung. Ob die Qualität der Sender sichergestellt wird und welche Formate besonders gerne gefördert werden, erklärt Claudia Schreiner, Leiterin der Fonds und Förderungen der RTR, im SUMO-Interview. Um die österreichischen Privatfernsehsender finanziell zu unterstützen, stellt die Rundfunk und Telekom Regulierungs GmbH (RTR) jährlich 15 Mio. € für insgesamt drei Fördertöpfe (Inhalts-, Ausbildungs- und Studienförderung) zur Verfügung. Dieser Fonds soll die Vielfalt des privaten Fernsehens sicherstellen, das Programmangebot die österreichische Kultur, kulturelle Diversifikation sowie Information und Bildung der Bevölkerung fördern. Antragsberechtigt sind Rundfunkveranstalter, deren Programme einer Zulassung des Audiovisuellen Mediendienste-Gesetzes bedürfen. Die Vergabe der Fördermittel erfolgt auf Grundlage der gesetzlichen Bestimmungen sowie aufgrund der genehmigten Richtlinien der RTR. Besonders gefördert: Nachrichtenformat Gemäß Richtlinien sollen die geförderten Sendungen, Sendereihen oder Projekte der Erhaltung, Stärkung und Weiterentwick-

lung der österreichischen, insbesondere der regionalen und lokalen Identität im europäischen Kontext sowie der kulturellen Vielfalt dienen. Diese müssen mindestens einem der folgenden Bereiche zuzuordnen sein: Information, Kunst und Kultur, Bildung, Wissenschaft und Forschung, Wirtschaft und Technologie, Soziales, Generationen und Gesundheit, Politik, Religion und Geschichte, Gleichbehandlung, Brauchtum oder Sport. Besonders gerne werden aber Nachrichtenformate gefördert. „Alles was Information beinhaltet. Bei den Kabelrundfunkveranstalter sind das die Wochenprogramme, bei den bundesweiten TV-Veranstaltern sind das Nachrichten“, so Claudia Schreiner. Laut RTR erhalten im Allgemeinen kleinere, lokale und regionale TV-Veranstalter, welche im Regelfall einmal oder mehrmals in der Woche ein neues Informationsprogramm anbieten, meist geringere Förderun-

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gen, als von ihnen beantragt. Bundesweite TV-Veranstalter hingegen verzeichnen einen wesentlich höheren Aufwand und bringen meist regelmäßige Informationssendungen, vielfach auch mehrmals täglich. Die bundesweiten TV-Veranstalter bekommen daher die bei weitem höchsten Förderungen aus dem Privatrundfunkfonds. Ausbildung sorgt für Qualität Schreiner ist überzeugt, dass durch die Förderung der Ausbildung der JournalistInnen die Qualität des Programms ebenfalls steigt. Neben der finanziellen Unterstützung der Ausbildungen werden ebenso besonders herausragende Sendungen gefördert. Damit Inhalts- und Projektanträge der Rundfunkveranstalter angenommen werden, müssen alle Kriterien erfüllt, die Anzahl und der Umfang von Nachrichtensendungen sowie Qualitätssendungen ausgebaut oder Ausbildungsmaßnahmen getroffen werden. „Ob das qualitativ hochwertig ist oder nicht, überprüfen wir aber nicht nach einem Schema. Das Urteil ob uns das gefällt oder nicht, wird in der Form bei den Förderentscheidungen nicht gefällt.“ Untersucht wird das Maß an Qualität in einer nachprüfenden Kontrolle der RTR. „Es werden Stichproben in das Programm gemacht und so wird kontrolliert, ob das, was wir fördern wollten auch tatsächlich so umgesetzt wurde“, erklärt Schreiner. Förderungen im Überblick 2017 gingen 9.338.217 € an Fernsehveranstalter um Inhalte zu fördern, 176.577 an Ausbildungen und 90.530 an Studien. Insgesamt werden bundesweit sechs und regional 43 Sender unterstützt. Der höchste Förderbetrag ging mit 1,7 Mio. € an „PULS 4“, mit 1,5 Mio. liegen „ATV“ und „ATV 2“ knapp dahinter. Regional erhält der Sender „W24“, der im Besitz der Wien-Holding (und somit der Stadt Wien) ist, die höchste Förderung und das, obwohl Sender im Eigentum von Parteien oder unmittelbaren Einflussbereich juristischer Personen

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des öffentlichen Rechts keine Förderungen erhalten dürften. Geschäftsführer Marcin Kotlowski betonte in einem „profil“-Interviews die Rechtmäßigkeit des Förderbezugs, da der Sender vielfältigen regionalen Content bieten würde und die Kriterien der Richtlinien erfülle. Gefördert wird unter anderem das Comedy-Format „Soso’s Comedy Club“, obwohl Comedy sich in den Förderrichtlinien nicht wiederfindet. Das Format greift jedoch kulturelle Unterschiede und Rassismus-Erfahrungen auf und konnte damit überzeugen. Denn immerhin soll die Förderung der RTR einen Beitrag für das europäische Bewusstsein leisten. System hat sich bewährt Trotz der jährlichen Förderungen ist die Qualität publizistischer Inhalte in den Programmen der privaten Fernsehveranstalter in Österreich erheblich von deren wirtschaftlichen Verhältnissen geprägt, konstatierte eine Studie der RTR. Die größeren Veranstalter, die bundesweit sowie regional fungieren bieten meist vielfältigere Informationen als mittlere und lokale mit geringeren Werbeeinnahmen. Jedoch liefern kleinere private Fernsehsender einen besonderen Beitrag zur regionalen Vielfalt. Umso wichtiger sei es also, die Förderungen des privaten Fernsehens so beizubehalten. Auch Schreiner hält das Fördersystem für gut bewährt, jedoch sei künftig die Ausbildung der JournalistInnen besonders wichtig, denn eine hochwertige Ausbildung sorge – wie erwähnt – für qualitätsvolle Inhalte.

Emma Riedl


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Impressum Medieninhaberin: Fachliche Leitung FH-Prof. Mag. Roland Steiner E-Mail: office@sumomag.at Telefon: +43(2742) 313 228 -425 Fax: +43(2742) 313 228 -409

Quelle: Claudia Mann

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Das Team der Ausgabe 29 Selina Koller, Dana Radl, Emma Riedl, Julia Krammer, Nadine Trocki, Sarah Amini, Nadin Nitschke, Alexander Belinger, Johanna Schinnerl, Christina Guggenberger, Roland Steiner SALES: Riedl, Krammer, Trocki, Schinnerl, Amini PRODUCTION: Guggenberger, Belinger COMMUNICATION: Radl, Koller DISTRIBUTION: Riedl, Krammer, Trocki, Nitschke RELEASE: Radl, Koller SUMOMAG: Guggenberger, Schinnerl Drucken Sie auf Nummer sicher.

Porträtfotos: Workshop mit Claudia Mann an der FH St. Pölten

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