LS Lifestyle2019

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I.R.

Dezember 2019

Kaffeekultur in SĂźdtirol


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I N H A LT / I M P R E S S U M

Liebe Leserinnen, liebe Leser, „Hallo! Wie geht’s? Lust auf einen Kaffee?“: Im südtirolerischen Small-Talk ist diese Reihenfolge der Begrüßungsfloskeln recht typisch. Denn sich gegenseitig auf einen Kaffee einzuladen, gehört unter Arbeitskollegen, Freunden und Bekannten sozusagen zum guten Ton. Anderes Beispiel gefällig? Treffen sich zwei Personen zufällig zweimal unmittelbar hintereinander, dann heißt es oft: „Beim dritten Mal einen Kaffee, ok?“ Diese klitzekleinen kulturellen Gepflogenheiten sagen sehr viel darüber aus, welch fixen Platz der Kaffee und das Kaffeetrinken in unserer Gesellschaft einnehmen. Schließlich heißt es doch auch am Arbeitsplatz fix „Kaffeepause“, auch wenn in selbiger womöglich andere oder gar keine Getränke konsumiert werden. Um die kulturelle Bedeutung des Kaffees auch in Südtirol zu beschreiben und diesem Kult-Genussgetränk damit den ihm zustehenden Stellenwert einzuräumen, hat die „Zett“ heuer nach einem Jahr Pause wieder eine Beilage vorbereitet, die ganz der Kaffeekultur gewidmet ist. Darin finden Sie aktuelle Themen, aber auch Beiträge zur Geschichte des Kaffees sowie interessante Daten und Fakten. Zudem vereint das Heft jede Menge Tipps und Adressen. Und da der Kaffee für manche Menschen auch ein ganz persönliches Luxusgut sein kann, vervollständigen Artikel zu den vielen verschiedenen Arten von Kaffeemaschinen und zu den idealen Begleitern einer richtig guten Tasse Kaffee das Bild. In diesem Sinne, viel Freude bei der Lektüre – verbunden mit dem Wunsch, dass Ihre nächste Tasse Kaffee ganz besonders gut schmecken möge!

Foto: Shutterstock

Lukas Benedikter, Chefredakteur „Zett – Die Zeitung am Sonntag“

Inhalt Kaffeekultur in Südtirol

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Alps Coffee

4–5

Zahlen & Fakten

6–7

So gesund ist Kaffee

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Nivona 9 Julius Meinl

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Die besten Freunde des Kaffees

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Hausbrandt 13 Verschiedene Kaffeemaschinen-Arten

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IMPRESSUM Sonderbeilage zur „Zett – Die Zeitung am Sonntag“ vom 15.12.2019 Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich Lukas Benedikter lukas.benedikter@athesia.it Redaktion Johannes Vötter, Lisa Maria Kerschbaumer, zett@athesia.it Grafisches Konzept & Layout Elisa Wierer, Tanya Pechlaner

Anzeigenberatung Irene Kasal anzeigen.zeitschriften@athesia.it Druck Athesia Druck GmbH, Bozen Herausgeber „Zett – Die Zeitung am Sonntag“ Athesia Druck GmbH Weinbergweg 7, 39100 Bozen Ermächtigung Landesgericht Bozen 04/1989


K A F F E E K U LT U R I N S Ü D T I R O L

Foto: Shutterstock

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Flüssiges Luxusgut Genussmittel, gesellschaftliches Ritual, Verdauungsförderer: Das alles und vieles mehr ist Kaffee auch hierzulande. Doch damit nicht genug: Möglicherweise finden auch die Südtiroler in nicht allzu ferner Zukunft ein flüssiges Weltkulturerbe in ihren Espressotassen vor.

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ie Meldung ließ vor Kurzem nicht nur auf der italienischen Halbinsel aufhorchen, sondern weit darüber hinaus: Ein Konsortium setzt sich dafür ein, dass der italienische Espresso zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO erklärt werden soll. Dieser Vorstoß zeigt eindrücklich, welchen Stellenwert Kaffee in Italien besitzt – und auch in Südtirol. Denn wenn es um Espresso, Macchiato, Cappuccino & Co. geht, ist Bozen definitiv ein Teil Italiens. Denn klar ist: Auch in Südtirol gibt es jede Menge deutsche Filterkaffeemaschinen, und auch die neuerdings so modernen Kaffeevollautomaten mit Tabs, Pads und Ähnlichem haben längst bei uns Einzug gehalten. Trotzdem: Ob Bozner, Meraner oder Brixner, ob Pusterer, Vinschger oder Passeirer – in der Bar bestellen die meisten

Südtiroler dann eben doch einen klassischen Espresso oder einen seiner nächsten Verwandten. Der Espresso gehört auch hierzulande zu einem Teil der gastronomischen Kultur dazu, genauso wie Nudeln, Pizza und Tiramisu. Auch hier wird erkennbar, wie sehr sich Südtirol am Treffpunkt der gastronomischen Kulturen aus Nord und Süd befindet. Doch zurück zum Vorstoß aus Rom: Vor zwei Jahren hatte es Italien bereits geschafft, die Kunst der „Pizzaioli“, der neapolitanischen Pizzabäcker, von der UNESCO als Kulturerbe der Menschheit anerkennen zu lassen. Auch diese neue Initiative dürfte also gute Chancen haben. Umso mehr, als das nördliche Nachbarland bereits erreicht hat, wonach die Italiener noch streben. Und das dürfte so manchen stolzen „Kaffee-Schlürfer“ südlich

des Brenners ein wenig wurmen. Die Wiener Kaffeehauskultur ist nämlich längst UNESCO-Weltkulturerbe – und zwar seit 2011 (ebenso übrigens, wie der Türkische Kaffee seit dem Jahr 2013). Die Wiener Kaffeehäuser scheinen in eben jener Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf – und werden darin als Orte beschrieben, an denen „Zeit und Raum konsumiert“ werden könne, während man „nur für den Kaffee bezahlen“ müsse. Mit anderen Worten: Stress und Hektik sind in den Wiener Kaffeehäusern Fremdwörter. So groß also die Unterschiede in den einzelnen Kaffeegenuss-Ritualen zwischen einzelnen Ländern und Kulturkreisen auch sein mögen, eines wird in beiden Beispielen lehrbuchartig vorgeführt: Kaffee ist in jedem Fall ein Luxus-Gut, auch wenn er im konkreten Fall gar nicht

viel kostet. Das ist nämlich das Faszinierende am Luxus-Begriff. Dieser hat nicht zwingend mit Geld zu tun. Auch ein Genussmittel, das zu einem gesellschaftlichen Ritual wird und an einem angenehmen Ort in aller Ruhe (oder manchmal auch hektisch, wie in Italien) konsumiert wird, kann wahrer Luxus sein. Und so wird sich der Kreis wohl bald schließen – und nach den Wiener Kaffeehäusern und dem Türkischen Kaffee auch der italienische Espresso über kurz oder lang seinen Weg auf die Liste des immateriellen Weltkulturerbes finden. Dann wird ein Satz, der schon jetzt für Kaffee-Fans aller Altersgruppen und Gesellschaftsschichten gilt, noch mehr „offiziellen“ Charakter bekommen: dass nämlich ein Leben ohne Kaffee zwar durchaus möglich, allerdings um einiges ärmer an Genuss wäre.


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ALPS COFFEE

ALPS COFFEE – der neue Markenauftritt der Kaffeerösterei Schreyögg Seit 1890 ist die Südtiroler Spezialrösterei Schreyögg Garant für beste Kaffeekompositionen aus mediterraner Leidenschaft und alpiner Gründlichkeit. Aus dieser langjährigen Erfahrung und Kontinuität ist nun die neue Schreyögg-Kaffeemarke Alps Coffee entstanden.

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or 130 Jahren nahm die Erfolgsgeschichte der Kaffeerösterei Schreyögg als „Spezereien- und Delikatessenhandlung“ ihren Anfang. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich daraus eine der führenden Kaffeeröstereien des Alpenraums, die ihren Kunden heute mit einer umfassenden Produktpalette Kaffeegenuss in exzellenter Qualität und einzigartiger Vielfalt bietet. 2019 schlägt das traditionsreiche Unternehmen nun ein neues Kapitel auf: Im Rahmen eines umfassenden Relaunches präsentiert sich die Kaffeerösterei Schreyögg mit einem neuen Corporate Design in frischem Gewand und mit klarer Linie. Der neue Markenclaim „Alps Coffee – Highest Quality Schreyögg 1890“ spiegelt geografischen Ursprung, Gründungsjahr und Qualitätsmaxime des Unternehmens ausdrucksstark wider und verleiht den bewährten, seit 130 Jahren gelebten Werten der Kaffeerösterei Schreyögg ein unverkennbares Gesicht.

Peter Schreyögg, Geschäftsführer der Kaffeerösterei Schreyögg

Der Berg als Kernelement des neuen Corporate Designs 130 Jahre Familientradition. 130 Jahre Kaffeegenuss, direkt aus den Südtiroler Bergen. Dafür steht der Name Schreyögg, dafür steht Alps Coffee. Für Leidenschaft und Qualität, für das Streben nach dem Höchsten. So ist es auch kein Zufall, dass gerade das Thema Höhe – versinnbildlicht durch den Berg – zum Symbol für den neuen kommunika-

tiven Auftritt der Kaffeerösterei Schreyögg wurde. Als identitätsstiftendes Element des alpinen Lebensraums ist der Berg Heimat, Tradition und unverfälschte, reine Natur. Als Bindeglied zwischen Himmel und Erde ist er auch Sinnbild für das Streben nach Vollen-

dung und Perfektion. Letztlich steht der Berg für all das, was die langjährige Familientradition der Kaffeerösterei Schreyögg rund um das Produkt Edelkaffee im Kern ausmacht: Ursprünglichkeit, Charakterstärke, Leidenschaft und ein kompromissloses Verständnis für Qualität. „Die Entscheidung, unserer Marke einen neuen Auftritt zu verleihen, ist ein langer Prozess vorausgegangen. Mit unserem neuen Erscheinungsbild und der Produktmarke Alps Coffee wollen wir die Überzeugungen und Stär-

ken, die uns seit jeher auszeichnen, noch besser und klarer nach außen kommunizieren. Seit dem Gründungsjahr 1890 steht der Name Schreyögg für Verlässlichkeit, handwerkliche Kompetenz und ein unbeirrbares Bekenntnis zur Qualität. Das beginnt bei der persönlich betreuten, strengen Selektion des Rohkaffees, führt über die Veredelung durch eine exakt auf das Produkt abgestimmte, sortenreine Röstung und findet schließlich in der Komposition des perfekten Aromas seine Vollendung“, erklärt Peter Schreyögg, Geschäftsführer der Kaffeerösterei Schreyögg.


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ALPS COFFEE

EIN BLICK HINTER DIE KULISSEN Gipfeltouren durch die Rösterei

Fotos: Kaffeerösterei Schreyögg

Führungen für echte Gipfelerlebnisse des Kaffeegeschmacks! Im Rahmen dieser Veranstaltungen erhalten Interessierte nicht nur Einblicke in die Kunst des Röstens, sondern auch interessante Informationen über Anbau und Aufbereitung des Naturprodukts Kaffee. COFFEE-EVENTS Teamausbilder Patrick Linser betreut alle Kurse, Events sowie den Detailhandel Aktuelle Termine finden Sie auf www.alps-coffee.it

Fokus nach wie vor auf Qualität und Nachhaltigkeit Für die Kaffeerösterei Schreyögg ist das Streben nach dem Höchsten seit 1890 gelebte Firmentradition. Höchste Ansprüche verfolgt das Unternehmen auch, wenn es um die Herkunft und die Anbau-

bedingungen des Rohkaffees geht: Ein intakter, gesunder Naturraum und faire Handelsbedingungen sind die Voraussetzung und Legitimierung für jeden Import. Um den wachsenden Anforderungen der Kunden zu entsprechen, wird in der Kaffeerösterei und im hauseigenen Kompetenzzentrum mit der Ausdauer eines Bergsteigers an zukunftsweisenden Lösungen und technischen Innovationen getüftelt. Die Erfolgsformel? Erlerntes Handwerk, gesichertes Können und der Einsatz moderner Technologien. Dazu kommt ein verstärkter Fokus auf Nachhaltigkeit und Wachstum.

Die Alps Coffee Kaffeevielfalt – neues Packaging, bewährter Inhalt Um den unterschiedlichen Vorlieben und Bedürfnissen der Kaffeeliebhaber gerecht zu werden, hat die Kaffeerösterei Schreyögg ihr Produktsortiment im Laufe der Jahre stetig angepasst und erweitert. So steht Alps Coffee heute für Kaffeegenuss nach Maß. Vielfältig, individuell, ehrlich. Mit EMPFANG & DETAILVERKAUF Im Detailverkauf finden Sie neben dem vielfältigen Kaffeesortiment auch nützliche Zusatzartikel, wie Milchkännchen, Tamper, Tampermatte uvm. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Öffnungszeiten: MO–FR 8.30 – 12 Uhr und 13 – 17 Uhr Eine große Auswahl an Kaffeespezialitäten der Kaffeerösterei Schreyögg sowie sämtliches Zubehör können Sie ganz einfach online unter www.alpscoffee.it/shop bestellen.

neuem Verpackungsdesign und bewährt hochwertigem Inhalt. „Wir haben in den vergangenen Monaten intensiv an den neuen Produktverpackungen getüftelt. Das Ergebnis ist ein prägnanter, visuell wie haptisch ansprechender Auftritt, der schon von außen erkennen lässt, welch hohe Qualität sich in der Packung verbirgt“, so Geschäftsführer Peter Schreyögg. Ergänzt wird der neue Markenauftritt der Kaffeerösterei Schreyögg um eine neue Website, die inhaltlich sowohl die Produktvielfalt des Alps Coffee Sortiments als auch die Philosophie und Werte des Familienunternehmens Schreyögg näherbringt.

Kaffeerösterei Schreyögg GmbH Cutraunstraße 62 | Rabland 39020 Partschins Tel. 0473/967700 info@alps-coffee.it www.alps-coffee.it


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Fotos: Shutterstock

Die Kaffeebohne ist eigentlich der Kern der Kaffeekirsche.

Das Kaffee-Einmaleins: Wussten Sie schon? Ob eine dampfende Tasse am Morgen, eine duftende Auszeit vom Bürostress oder ein gemütlicher Abschluss eines Abendessens: Viele könnten sich einen Tag ohne Kaffee gar nicht vorstellen. Dabei gibt es aber so einige Dinge, die Fans des schwarzen Wachmachers vielleicht noch nicht wussten. Kaffee – keine Bohne? Nein, denn die sogenannte Kaffeebohne ist eigentlich eine Steinfrucht. Sie ist nämlich der Kern der Kaffeekirsche. Diese wird in etwa 70 verschiedenen Ländern – vor allem in Afrika, Asien und Zentralamerika – angebaut.

Arabica vs. Robusta Insgesamt gibt es etwa 50 verschiedene Kaffeesorten auf der Welt. Aber nur zwei davon werden

für die Kaffeeproduktion verwendet: Arabica und Robusta. Zwar sehen sich die Bohnen der beiden bedeutendsten Sorten auf den ersten Blick sehr ähnlich, unterscheiden sich allerdings bedeutend in Anbau und Geschmack. Arabicabohnen wachsen auf bis zu 2000 Höhenmetern und sind äußerst anspruchsvoll. Durch ihre lange Reifezeit entfaltet die Arabicabohne außerdem besonders edle und vielfältige Aromen. Robusta-Plan-

tagen sind im Gegensatz sehr viel pflegeleichter, weisen allerdings ein bitteres Aroma auf. Mit einem Koffeingehalt von rund 1,5 Prozent ist die Arabicabohne sehr viel „leichter“ als die Robustabohne mit 2 bis 4,5 Prozent.

Kaffeeproduktion weltweit Während einige Länder – wie etwa Brasilien (32 Prozent) oder Vietnam (19,4 Prozent) – Kaffee als Massenware herstellen, ent-

steht in anderen Ländern die Kaffeebohne in kleinbäuerlichen Betrieben. Und während die Bauern in Äthiopien oder Kenia ihre Arabicabohne noch weitgehend mit der Hand ernten, passiert bei den Großproduzenten, die meist Robustabohnen anbauen, alles maschinell.

Fair-Trade-Kaffee Der Preis für die Kaffeebohne ist in den vergangenen Jahren immer


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weiter gesunken. Eine steigende Zahl von Kaffee-Bauern kann von ihrer Arbeit kaum mehr leben. Zahlreiche Kaffeeproduzenten initiieren deshalb vermehrt soziale Projekte, die den Kaffeebauern direkt zu Gute kommen. Zudem gibt es die Kennzeichnungen FairTrade- oder auch Direct-TradeKaffee. Diese garantieren, dass die Bohnen direkt vom Bauern an eine Rösterei übergegangen sind und faire Preise bezahlt wurden.

Kaffeehochburg Italien Obwohl Italien keinen eigenen Kaffeeanbau vorweisen kann, ist das braune Heißgetränk das Nationalgetränk schlechthin. Laut Statistica gingen 2015 insgesamt 4,78 Billionen Tassen Kaffee über italienische Bartresen. Auf dem Weltmarkt steht Kaffee mittlerweile auf Platz zwei des meistgehandelten Rohstoffes, gleich hinter Erdöl, mit Europa als Abnehmer Nummer eins. Diese Zahlen stellte eine Studie des Kaffeemaschinen-Herstellers „De’Longhi“ 2016 fest. Italien platziert sich im Europa-Ranking auf Platz neun der Länder mit dem höchsten Kaffee-Konsum. Auf dem gesamten Stiefel trinken 97 Prozent der Erwachsenen durchschnittlich vier Tassen Kaffee am Tag. Nur 3 Prozent der Bevölkerung geben an, keinen Kaffee zu trinken.

Kaffee – Droge oder Heilmittel? Im 18. Jahrhundert war Kaffee äußerst verpönt und wurde als „Dro-

ge“ bezeichnet bzw. die damaligen „Cafés“ auch schon mal als „Lasterhöhlen“. Das war nicht ganz falsch: Kaffee hat nämlich eine ähnliche Wirkung aufs Gehirn, wie etwa Heroin oder Kokain – jedoch in einer extrem reduzierten Form. Wer das braune Heißgetränk übertrieben oft zu sich nimmt, kann unter Umständen unerwünschte Wirkungen wie Unruhe oder auch Schlafprobleme verspüren. Allerdings belegen Studien, dass Kaffee, bei mäßigem Konsum, durchaus sehr gesundheitsfördernde Auswirkungen haben kann. So soll er vorbeugend gegen Parkinson wirken, außerdem unter anderem gegen Hautkrebs und Depressionen. Darüber hinaus senkt Kaffee das Diabetesrisiko.

Immer wieder verboten Das braune Heißgetränk stieß in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder auf Feinde. Im Laufe der Geschichte wurde Kaffee von verschiedenen Staatsoberhäuptern verboten. Bereits 1511 beschloss der Gouverneur von Mekka, alle Kaffeehäuser zu verbieten, da er diese als unsittlich erachtete. Seinem Beispiel folgte auch der englische König Charles II., der 1675 ebenfalls den Kaffee auf eine schwarze Liste setzen wollte. Die Bevölkerung widersetzte sich diesem Entschluss aber so eisern, dass er sein Vorhaben letztlich nicht in die Tat umsetzen konnte. Nur zwei Jahre später verbot auch der preußische König Friedrich der Große jeglichen Kaffee-Import. Er wollte verhindern, dass die heimische Trinkkultur von Malz und Gerste vom braunem Gold verdrängt würde. Trotzdem ist Kaffee heute das weltweit meist-konsumierte Getränk (abgesehen von Wasser).

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Arabica und Robusta unterscheiden sich nicht nur in der Form, sondern hauptsächlich im Geschmack.

Der teuerste Kaffee der Welt

Kein Kaffee ohne Koffein

Der Luxuskaffee „Kopi Luwak“ ist die teuerste Bohne der Welt. Warum? Übersetzt heißt die Sorte „Katzenkaffee“ und das hat auch seinen Grund. Denn die nachtaktive Schleichkatze frisst die Kaffeekirschen, verdaut sie und scheidet die noch intakten Bohnen aus. Diese werden dann geröstet und zum teuersten Kaffee der Welt verarbeitet. Feinschmecker blättern hier schon mal 100 Euro für 250 Gramm Kaffee hin.

Auch wenn einige Kaffeetrinker immer wieder zum entkoffeinierten Bruder des braunen Wachmachers greifen, heißt das nicht, dass sie gar kein Koffein zu sich nehmen. Es ist bis heute nämlich unmöglich, das Koffein zu 100 Prozent zu entfernen ohne die Aromen und den besonderen Geschmack zu verlieren. Deshalb ist auch in entkoffeiniertem Kaffee bis zu 0,1 Prozent Koffein enthalten.


GESUNDHEIT

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Kaffee: Genuss für Körper und Geist Morgens weckt er die Lebensgeister, mittags regt er die Verdauung an: Kaffee. Er gehört zu den am weitesten verbreiteten Genussmitteln in Südtirol. Die geröstete Bohne enthält mehr als 800 Aromastoffe, aber nur circa zwei Kilokalorien pro 100 Milliliter. Nicht nur deshalb ist sie so beliebt. Ihr Verzehr soll auch positiv auf die Fotos: Shutterstock

Gesundheit wirken.

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ange galt Kaffee als ungesund. Er mache nervös, lasse das Herz pochen und verkürze sogar das Leben. Die These, dass Kaffeetrinker früher sterben, gilt inzwischen als überholt. In früheren Studien wurde nicht auf einen möglichen ungesunden Lebensstil geachtet, so sind Kaffeetrinker zum Beispiel häufig auch Raucher. Heute weisen die Ergebnisse zahlreicher Studien jedenfalls darauf hin, dass Kaffee mit einer niedrigeren Gesamtsterblichkeit einhergeht.

Der unangefochtene Wachmacher Unbestritten ist, dass Koffein, einer der zahlreichen Inhaltsstoffe im Kaffee, eine aufweckende Wirkung hat. Koffein verdrängt den körpereigenen Botenstoff Adenosin, der Müdigkeit auslöst – und entfaltet so seine anregende Wirkung. Bekannt ist auch, dass Koffein die Herztätigkeit beschleunigt, Harndrang auslöst, die Bronchien leicht erweitert und die Konzentration fördert. Manche Menschen re-

agieren auf den Wachmacher mit Schweißausbruch, zittern und sind nervös – vor allem, wenn sie selten Kaffee trinken und plötzlich größere Mengen Koffein zu sich genommen haben. Gefährlich wird der Inhaltsstoff allerdings erst in übertrieben großen Mengen. Ob Kaffee nun gesund ist, hängt also nach wie vor auch von der Menge ab, die täglich getrunken wird. Wie bei allem gilt: in Maßen, nicht in Massen. Als Faustregel sei gesagt, dass vier Tassen Kaffee pro Tag kein Problem darstellen und sich sogar positiv auf Gesundheit und Konzentration auswirken können.

Abnehm-Helfer & Diabetes-Vorbeugung Aufgrund der anregenden Wirkung von Koffein auf den Stoffwechsel und das zentrale Nervensystem gilt Kaffee als Abnehm-Helferlein. Denn er bewirkt, dass der Körper mehr Wärme produziert und dadurch mehr Energie verbraucht. Deshalb wird eine Tasse Kaffee

oder Espresso auch gern nach dem Essen konsumiert. Widerlegt ist inzwischen die These, dass Kaffee ein Flüssigkeitsräuber ist. Er hat zwar einen harntreibenden Effekt, doch dieser ist gering. Auf die Toilette müssen Kaffeetrinker vermutlich eher wegen der großen Menge Wasser, die sie pro Tasse zu sich genommen haben. Wissenschaftlich bestätigt ist wiederum, dass Kaffee das Diabetesrisiko senkt. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Kaffee in koffeinhaltiger oder entkoffeinierter Form konsumiert wird. Die positive Wirkung des viel konsumierten Getränkes dürfte auf Mineralstoffe oder Antioxidantien zurückzuführen sein, die in den Kaffeebohnen enthalten sind. Antioxidantien können außerdem Zellschäden vorbeugen und wirken somit frühzeitiger Alterung und chronischen Krankheiten entgegen. Die wertvollen Stoffe sind zwar auch in vielen Obst- und Gemüsesorten vorhanden, können vom Körper jedoch am einfachsten

über Kaffee aufgenommen werden. Sie bekämpfen freie Radikale im Körper und vermindern so das Risiko, dass diese Zellen schädigen und Tumore bilden können. In verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen wurde festgestellt, dass Kaffee das Risiko senken kann, an Darm-, Leber-, Prostata- und Hautkrebs zu erkranken.

Wellness für die Psyche Trotz all der positiven Effekte: Kaffeetrinker schätzen den Kaffee in erster Linie als Genussmittel. Wer Kaffee trinkt, regt die körpereigene Produktion verschiedener Hormone an, darunter auch die der Glückshormone Serotonin und Dopamin. Das sind die gleichen Transmitter, die auch beim Verzehr von Schokolade freigesetzt werden. Mithilfe von purem Kaffee erhalten wir den Glücksschub somit ganz zuckerfrei. Und wer seiner Psyche Gutes tut, pflegt dadurch auch den ganzen Körper!


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Von Kaffeegenuss und Kaffeevollautomaten Niemand brauchte NIVONA. Trotzdem gibt es das Unternehmen für Kaffeevollautomaten seit knapp 15 Jahren. Warum? Weil die Nürnberger viele Dinge anders als die Konkurrenz machen.

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ir hätten den Laden nach mancher Vorhersage schon am ersten Tag direkt wieder zusperren können“, sagt Peter Wildner. Und der 54-Jährige muss es wissen. Er ist nicht nur der heutige Geschäftsführer von NIVONA, sondern gehörte auch zu den Gründern der Marke. NIVONA sollte die sympathische Alternative sein. „Man kann sagen, dass der Plan aufgegangen ist“, sagt Wildner. Die Gegenwart

könnte für das Unternehmen kaum besser aussehen: Auf knapp 2000 Quadratmetern arbeiten im Nürnberger Südwestpark zurzeit mehr als 40 Mitarbeiter. „Wir kommen an die Qualität eines Siebträgers“, sagt Wildner. Mit dem Aroma Balance System etwa: Damit haben die Nürnberger eine Technologie, die direkt Einfluss auf den Brühvorgang nimmt. Mit drei Profilen lässt sich aus jeder Bohne das Optimum für jeden Geschmack herausholen.

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Foto: Marketing NIVONA Nürnberg

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„Unsere Vollautomaten sollen so einfach wie möglich den besten Kaffee machen“, sagt Wildner. Nicht nur der Bezug von Cappuccino & Co soll unkompliziert ablaufen, auch die Reinigung der Vollautomaten soll selbsterklärend sein. Außerdem kann jeder Kunde die Brüheinheit aus seinem NIVONAKaffeevollautomaten entfernen und selbst reinigen.

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Fotos: Julius Meinl

JULIUS MEINL 10

JULIUS MEINL – Ihre Leidenschaft ist Kaffee? Unsere auch. Wir betrachten das Röstverfahren als eine Kunst – mit einem Hauch Wissenschaft. Es handelt sich um einen einzigartigen Vorgang, der leicht zu erlernen ist und dennoch Jahre über Jahre zur Vervollkommnung erfordert.

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eit über 150 Jahren ist die traditionsreiche Rösterei Julius Meinl aus der österreichischen Hauptstadt Botschafterin der Wiener Kaffeehaus-Kultur. Ihr Angebot an Tee- und Kaffeesorten wird in alle europäischen Länder sowie in zahlreiche Staaten der Welt exportiert. Mit leidenschaftlicher Hingabe vermittelt das familiengeführte Unternehmen seit jeher die grundlegenden Werte der Kaffeekultur in Zeichen der Tradition und Innovation – anhand vollkommener Mischungen, die sich durch ein einzigartiges Profil kennzeichnen. Zur Mission der Firma Julius Meinl gehört der Wille zur Gestaltung einer poetischeren Welt – in der Gegenwart und für die kommenden Generationen.

Das Prinzip der Nachhaltigkeit hat die Unternehmensgeschichte von Anfang an geprägt. Dazu gehören die Materialreduzierung und die Entwicklung innovativer Verpackungslösungen wie die biologisch abbaubaren Teebeutel und die ebenso biologisch abbaubaren, kompostierbaren Kaffeekapseln. Indem es die aus den Röstanlagen gewonnene Energie für die Stromversorgung des Bürogebäudes wiederverwendet, leistet das Produktionswerk in Italien einen konkreten Beitrag zum energieeffizienten Umweltschutz. Doch die Fokussierung auf Nachhaltigkeit beschränkt sich nicht allein auf die Umwelt. Mit dem „Colombian Heritage Project“ hat Julius Meinl in den vergangenen zwölf Monaten Maßnahmen zur

Unterstützung der kolumbianischen Kaffeebauer eingeleitet. Entstanden ist die Initiative mit dem Ziel, Anbauer aus 50 landwirtschaftlichen Betrieben der Region Tolima beim Ausbau der Fachkompetenzen und der Erlangung der UTZ-Zertifizierung zu unterstützen (UTZ ist das wichtigste Programm weltweit auf dem Gebiet des nachhaltigen Kaffeeanbaus). Das Projekt fördert die Landwirtschaft durch gezielte Fachtrainings und konkrete Hilfestellung im Zusammenhang der UTZ-Zertifizierung. Es sieht des Weiteren die Installierung von 25 Kaffeetrockneranlagen vor. Geplant ist ferner ein Schulförderprogramm zunutze der lokalen Gemeinschaft. „Poesia e Supreme UTZ“ sind die zwei Premium-Mischungen, die für das Projekt Colombian Herita-

ge stehen. Beide Mischungen enthalten kolumbianischen Kaffee und weisen auf sämtlichen Packungen ein entsprechendes Logo auf. Sie feiern die traditionsgebundene Kompetenz des Hauses Julius Meinl auf dem Gebiet der Kaffeeherstellung.

Christina Meinl (im Bild), designierte Präsidentin der weltweiten Specialty Coffee Association (SCA) und Leiterin des Bereiches Innovationen der „Julius Meinl Coffee Group“, im Gespräch über neue Initiativen. Warum ist Ihnen der Aspekt der Nachhaltigkeit gerade im Kontext der Kaffeeproduktion sehr wichtig?


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Christina Meinl: Nachhaltiges Unternehmertum ist für unser Haus seit Generationen ein wichtiges Thema. Mit vielen unserer Kaffeebauern und Kooperativen arbeiten wir bereits seit Jahrzehnten zusammen. Wir sind häufig vor Ort und sehen, dass der Kaffeeanbau durch den Klimawandel immer schwieriger wird. Immer höhere Lagen müssen für den Anbau von Arabica erschlossen werden. Es geht aber nicht nur um den Anbau, sondern auch um die Verarbeitung nach der Ernte. Wir sehen uns in der Verantwortung, unsere Bauern dabei zu unterstützen. Unser „Colombian Heritage Project“ ist eine erster, wichtiger Schritt, hier aktiv zu werden. Was bedeutet Ihnen persönlich das „Colombian Heritage Project“? C. Meinl: Es ist mehr als Verantwortung zu übernehmen, es ist eine Herzensangelegenheit. Seit 1862 – seit fünf Generationen – ist unsere Familie im Kaffee- und Teegeschäft. Auch ich kenne die Herausforderungen vor Ort. Das „Colombian Heritage Project“ unterstützt Kaffeebauern, bessere Qualitäten zu produzieren und damit höhere Preise zu erhalten. Unser Engagement ist vielschichtig, von Schulungen für den optimalen Anbau und die Verarbeitung der Ernte über Inves-

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titionen in Trocknungssysteme bis zur UTZ Zertifizierung. Wir schaffen so ein Umfeld, in dem Familien wieder vom Kaffeeanbau leben können, die Kinder in die Schule gehen und die Jugendlichen nicht mehr in die Städte abwandern. Wie würden Sie die im Rahmen dieses Projektes entstandenen Premium-Sorten „Poesia“ und „Supreme UTZ“ beschreiben? Was macht diese Produkte aus? C. Meinl: Die beiden Premiumsorten vereint höchste Qualität. Poesia zeichnet sich durch ein mildes, süßes und besonders samtiges Aroma aus. Ihr lang anhaltender, leicht würziger Geschmack erinnert an edle Schokolade und wird von einer eleganten, blumigen Note begleitet. „Supreme UTZ“ ist eine delikate Mischung, die durch ihr reichhaltiges Aroma beeindruckt. Genießer schätzen die klare Zitrusnote, die in einem frischen, süßen Nachgeschmack endet. Welche besonderen Bedürfnisse haben die Kaffeebauern in jenen Gegenden, aus denen das Unternehmen Meinl seine Kaffeebohnen bezieht? C. Meinl: Nehmen wir das „Colombian Heritage Project“ als aktuelles Beispiel. Es ist eine klein strukturier-

te Landwirtschaft. Zu vergleichen mit unseren Bergbauern. Das Gelände ist sehr anspruchsvoll und die Bearbeitung eine Herausforderung. Der Klimawandel hat die Lage noch verschärft. Um gute Qualitäten zu erzeugen braucht es nicht nur den richtigen Boden und das perfekte Klima, sondern auch das Wissen und das notwendige Equipment. Das ist die Voraussetzung, um vom Kaffeeanbau leben zu können, Kinder in die Schule zu schicken und ihnen eine Perspektive bieten zu können. Ist das nicht möglich, wandern ganze Familien ab oder die Jugendlichen gehen in die Städte. Hier spreche ich auch als SCA-Vizepräsidentin; die Industrie ist gefordert, zu helfen und zu unterstützen. Das Unternehmen Meinl legt großen Wert auf die eigenen Wurzeln und die eigenen Geschichte. Wo sehen Sie das Unternehmen in 25 Jahren? C. Meinl: Seit 1862 – also seit 157 Jahren – stehen wir für höchste Qualität und bestes Service. Julius Meinl I., mein Ur-Urgroßvater, begrüßte seine Kunden immer mit den Worten „Womit kann ich

dienen?“ Dieser Satz bestimmt unsere Unternehmensgeschichte bis heute. Unseren Kunden immer das Beste und das für sie maßgeschneidert anzubieten. Heute kann man in 70 Ländern Julius-Meinl-Kaffee genießen. Ein Vierteljahrhundert ist eine lange Zeit. Ich wünsche mir, dass man Julius-Meinl-Kaffee in 25 Jahren überall auf der Welt genießen kann.

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DIE BESTEN FREUNDE DES KAFFEES

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Fotos: Shutterstock

Ziemlich beste Freunde: So peppen Sie den Kaffeegenuss auf Die Kombination macht’s: Kaffee lässt sich auf vielerlei Art intensiv genießen.

Puristen stehen auf Espresso oder schwarzen Kaffee ohne nichts. Aber nicht jeder ist zum Puristen geboren. Insofern ist es nur legitim, dem Geschmackserlebnis nachzuhelfen − die richtige Kombination vorausgesetzt. Milch und Zucker, aber immer in Maßen Um den Zucker im Kaffee ranken sich Geschichten und Klischees ohne Ende. Doch wie immer macht die Dosis das Gift, so wie bei sämtlichen süßen Genüssen. Wichtig ist, sich die Wirkung des Zuckers vor Augen zu halten: Je mehr Zucker in einem Getränk, umso schneller werden die anderen Inhaltstoffe vom Körper aufgenommen. Daher gilt für einen nachhaltigeren KoffeinEffekt: Weniger Zucker ist mehr! Zudem wird der Eigengeschmack des Getränks so nicht verdeckt. Ganz im Gegenteil: Zucker ist ein Geschmacksträger, verstärkt also das Gaumenerlebnis. Ob dann Rohrzucker zum Einsatz kommt oder brauner Zucker, ist hier aus chemischer

Sicht irrelevant. Allerdings weckt das Knacken der braunen Zuckersteinchen im Milchschaum mehr Emotionen. Apropos, seit Kaffeegedenken gehen Milch und Kaffee Hand in Hand. Die Spielarten sind im Zeitalter des globalisierten Genusses schier unübersichtlich geworden, doch im Grunde geht es um genau zwei Ansätze: Milch pur oder aufgeschäumt? Daraus ergeben sich dann die klassischen Bezeichnungen wie Caffé Latte, Latte Macchiato, Espresso Macchiato oder Cappuccino. Was sich mit der Milch ändert, ist aber nicht nur das Geschmackserlebnis, sondern auch die physiologische Wirkung. Über die schlechtere Verdaulichkeit streitet die Forschung weiterhin hinlänglich, allerdings ist der höhere Kalorieneffekt aufgrund des höheren Fettanteils unbestritten. Und wer die Crema beim Espresso nicht zerstören will, sollte die Milch lieber im Kühlschrank lassen.

Nur für Erwachsene: Alkohol als „Geschmacksverstärker“

Kaffee-Cocktails boomen, am bekanntesten sind „Irish Coffee” und „Espresso Martini”.

Auch bei diesem Thema scheiden sich die Geister, zumal der Umgang mit Alkohol immer ein hohes Maß an Selbstverantwortung mit sich bringt. Aber es ist beileibe kein Verstoß gegen die hohe Kaffeekultur, hier auch

die Kombination des „braunen Gol- Dick Brasell für ein weltbekanntes des“ mit edlen Tropfen zu wagen. Die Supermodel. Für wen genau, dieses Basis ist hierzulande der „Espresso Geheimnis nahm er dann mit ins Corretto“, also eine Tasse Espresso Grab. mit einem Schuss (!) Grappa, Digestif oder Likör. Allerdings sollte bei Der dunkle Tabu-Klassiker: Letzteren der hohe Zuckergehalt Tabak und Kaffee mitberücksichtigt werden. Wer Wert Des Kaffees bester Freund ist aber auf mehr Qualität und unterschiedli- noch immer der Tabakgenuss, che Geschmackserlebnisse legt, der trotz verhängter Rauchverbote und verfeinert die dunkle Basis unzweifelhafter gesundhingegen mit Brandy, heitlicher Bedenken. Cognac oder gar Im Gegensatz zu Whisky, wenn es den verrauchten ein „Irish Coffee“ Buden der Vergangenheit hat sein soll. Hierbei legen versierte Bardie unschlagbare keeper Wert darauf, Kombination nun eher junge Brände die edlen Salons erreicht. Kaffeesomals gereifte zu verwenden. Denn der meliers sind dort geBewährtes Duett, wenn nauso zuhause wie Kaffee-Geschmack auch umstritten: Kaffee und kann die feinen NoGenussraucher, und Tabak harmonieren immer. ten nach jahrelanger statt billiger ZigaretLagerung „übertönen“. Sehr gewagt ten werden hier edle Raucherwasind auch Kaffee-Cocktails, wobei es ren zu Espresso & Co genossen. Für eigentlich nur einen echten Klassiker Pfeifen- und auch Shisha-Raucher gibt: den „Espresso Martini“. Doch hingegen gibt es eigene Kaffeeanders, als der Name vermuten lässt, Tabak-Mischungen, teilweise sogar ist der alkoholische Grundstock ein aus Fair-Trade-Anbau. Doch eines Wodka. Zu diesem kommen dann sollte man bei diesen beiden besnoch ein Teil Kaffeelikör und ein Es- ten Freunden im Kaffeereich nicht presso. Entwickelt hat diesen Drink, vergessen: Genießen bedeutet auch, der „aufputscht und abfuckt“, in den daraus ein seltenes Vergnügen zu 1990er-Jahren die britische Bar-Ikone machen!


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HAUSBRANDT

Der Geschmack von Tradition Seit über einem Jahrhundert steht die Marke Hausbrandt weltweit für erstklassigen Kaffee. Das 1892 in Triest gegründete Unternehmen exportiert italienischen Geschmack und Tradition in über 90 Länder und ist in den renommiertesten Cafés auf vier Kontinenten vertreten.

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Fotos: Hausbrandt

on der modernen Rösterei in Nervesa della Battaglia (Treviso) – im Herzen des nordöstlichen Italiens, wo sich auch der Hauptsitz des Unternehmens befindet – nimmt Hausbrandt eine bedeutende Position auf dem italienischen und internationalen Markt ein. Das neue Logistikzentrum der Firma Hausbrandt sorgt für eine optimale Lagerung und Verarbeitung von Röstkaffee, der – in ganzen Bohnen und gemahlen – in verschiedenen Ausführungen und Mischungen an Cafés und Kunden verteilt wird. Qualität und Kundenservice, handwerkliche Erfahrung kombiniert mit industrieller Kompetenz und einer großen Leidenschaft für das Produkt sind die Leitlinien, die Hausbrandt zu einem anerkannten Namen in der Welt des Kaffees machen. Hausbrandt präsentiert sich von nun an mit einem neuen Erscheinungsbild – dem Ergebnis einer neuen Produktarchitektur, bei der die Auswahl der Farbe eine grundlegende Rolle spielt.

Von Bitterkakao und Süßholzaromen Zu den Hausbrandt-Kaffeemischungen gehören unter anderem:

Gourmet Columbus, aus 100 Prozent Arabica-Bohnen, gekennzeichnet durch ein feines zitrusartiges und angenehm süßes Aroma; die sorgfältige Auswahl der besten Bohnen aus einem einzigen Ursprung ergibt dabei eine wertvolle Kombination aus bitterem Kakao und Süßholzwurzelaromen. Auch

Academia ist eine Mischung aus sorgfältig ausgewählten und gerösteten Kaffeebohnen: Der daraus gewonnene Kaffee hat einen weichen und intensiven Geschmack, mit einem angenehm fruchtigen Aroma und Noten von Bitterkakao. Dank seiner vielfältigen und exklusiven Auswahl zählt Hausbrandt heute weltweit zu den ersten Ansprechpartnern in Sachen Kaffee.

Hausbrandt Trieste 1892 SpA Tel. 0422/8891 info@hausbrandt.it www.hausbrandt.it


VERSCHIEDENE KAFFEEMASCHINEN-ARTEN

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Alles eine Frage des Geschmacks: So kommt der Kaffee in die Tasse Filter, Moka, Maschine oder gar Tabs? − Die Zubereitung des „braunen Goldes“ ist so vielfältig wie die Genussmöglichkeiten. Oberstes Gebot ist dabei das Wissen um die Unterschiede zwischen

Fotos: Shutterstock

Zubereitungsarten. Dann lassen sich die jeweiligen Gaumenfreuden formvollendeter genießen.

Die Kaffeezubereitung hat sich im Laufe der Jahrhunderte stark verändert − die Grundlage sind aber immer noch geröstete und gemahlene Bohnen.

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b mit der Kapsel in die Maschine, dann noch ein Knopfdruck! So einfach ist die Kaffeezubereitung geworden. Doch wie durchtechnisiert und verfeinert dieser Prozess auch sein mag, im Grunde geht es immer noch ums Gleiche: Wie wird aus Wasser und den unscheinbaren Bohnen ein geschmacksintensives (Heiß-)Getränk? Um das zu verstehen, ist ein Blick in die KaffeeGeschichtsbücher notwendig. Wahr oder nicht: Der Ursprung von Kaffee soll − darauf deutet der Name hin − in der Region Kaffa im südwestlichen Äthiopien liegen. Von dort verbreitete sich die Zubereitung der Bohnen ab dem 9. Jahrhundert über die Arabische Halbinsel bis in Osmanische Reich und mittels venezianischer Händler sowie nach den Türkenkriegen bis nach Europa. Dabei blieb das Verfahren lange Zeit fast unver-

ändert: Die Samen bzw. die Kerne der Kaffeekirschen wurden in Eisenpfannen geröstet, in einem Mörser zerstampft und dann mit Wasser (später kam noch Zucker dazu) in einem bauchigen Tonkrug aufgekocht. Eine Aufguss-Methode, die in der Moka-Maschine erhalten geblieben ist. Mit dem steigenden Kaffee-Konsum in Europa setzte aber nicht nur eine „Industrialisierung“ der Herstellung (Stichwort: Röstereien) ein, sondern auch in der Zubereitung. Ab dem 16. Jahrhundert wurden Mühlen entwickelt, die im Hausgebrauch verwendbar sein sollten. Diese bis heute handbetriebenen Mühlen funktionieren unabhängig von der Größe immer nach demselben Prinzip, wobei ein kegelstumpfförmiges Mahlwerk die gerösteten Bohnen zerreibt. Der Vorteil liegt darin, dass die Bohnen durch die geringe Dreh-

zahl beim Mahlvorgang kaum erhitzt werden und damit auch das Aroma besser erhalten bleibt. Heute haben Kaffeemühlen in der Küche nur mehr sentimentalen Wert, denn Kaffee-Liebhaber schätzen elektrische Kaffeemühlen, die es in zwei Kategorien gibt: Filterkaffeemühlen und Espressomühlen. Der Unterschied liegt im Mahlgrad des Pulvers, das mittels der Feineinstellung von Scheiben-, Propeller- oder Kegelmahlwerk bestimmt wird. So werden die Bohnen bei den Scheibenmühlen wie bei einem Mahlstein zwischen zwei Scheiben gemahlen, der Mahlgrad selbst ergibt sich aus dem Abstand der Scheiben. In der Propellermühle hingegen befindet sich ein Metall-Propeller, der die Bohnen zerkleinert und gleichzeitig erhitzt. Hat man das duftende Pulver dann vor sich, stellt sich eine wei-

tere Frage: Wie kommt das Wasser da hindurch? Die Antwort findet sich in zwei ganz unterschiedlichen Verfahren, die letztendlich auch die heutigen Maschinen bestimmen: die Mazeration und die Perkolation. Ersteres Verfahren ist noch sehr nahe an der „Urzubereitung“, denn Mazeration bedeutet in diesem Fall „auslaugen“. Dafür wird das Kaffeepulver in kochendes Wasser gegeben und muss mindestens fünf Minuten ziehen. Türkischer Kaffee (also mit Kaffeesatz) wird bis heute so zubereitet. Viel gebräuchlicher ist aber − in sehr unterschiedlichen Ausformungen − die Perkolation geworden, also dass das Kaffeepulver von (fast) kochendem Wasser durchlaufen wird und die Geschmacksstoffe „ausgeschwemmt“ werden. Das gilt für den Filterkaffee genauso wie für den Espresso.


VERSCHIEDENE KAFFEEMASCHINEN-ARTEN

Weit verbreitet & sehr beliebt: der Filterkaffee Südlich des Brenners eher skeptisch betrachtet, ist der Filterkaffee ein Direktaufguss, wobei der gemahlene Kaffee mit Wasser von etwa 91 ° C direkt aufgegossen wird. In Mitteleuropa und Nordamerika ist diese Zubereitungsart weit verbreitet; die meisten Geräte arbeiten nach dem Prinzip, dass heißes Wasser tröpfchenweise das im Papierfilter befindliche Kaffeepulver durchläuft. Eine Unterart des Filterkaffees ist die Schwallmethode. Anders als bei einer üblichen Maschinenzubereitung wird das heiße Wasser (zwischen 90 ° C und 95 ° C) hier nicht tröpfchenweise in den Filter gegeben, sondern mittels eines Wasserkessels der Filter mit einem Wasserschwall ein- oder auch mehrfach vollgeschüttet.

Schnell & praktisch: die Moka-Maschine In Innsbruck kursierte in Studentenkreisen lange Zeit folgender Witz: „Woran erkennt man einen Südtiroler?“ – „Genau, an der MokaMaschine auf dem Herd!“ Mag sein, dass dieses Klischee heute von der Realität modernster Kaffeemaschinen verdrängt wurde, doch die „Moka“ ist südlich des Brenners noch immer eines der beliebtesten Geräte

im Haushalt. Dichte des Größen, ForPulvers gemen, Farben schmacks− ganz unentscheiabhängig von dend. In der Machart ist der Espressodie Methode bis maschine wird heute simpel und unWasser in einem verändert: Hierbei durch Gas oder Ob Filter, Maschine oder wird die Kanne auf elektrisch bedem Herd erhitzt, Espresso – die Kaffeezubereitung heizten Kessel ist sehr vielfältig geworden. wobei heißes Wasoder Wärmeser durch Dampfdruck von der un- tauscher auf etwa 90 ° C erhitzt teren Kammer der Kanne durch ei- und unter etwa 9 bar Druck durch nen „Puck“ (Portion) Kaffeemehl in fein gemahlenes Espressomehl den oberen Teil der Kanne gepresst geleitet. Der Druck wird entwewird. Das Prinzip ist also ähnlich der durch einen Hebel oder eine dem der Espressomaschine, das Er- elektrische Pumpe erzeugt. Um zu gebnis allerdings aufgrund der hö- verhindern, dass das Kaffeemehl heren Wassertemperatur sowie des in der Brühkammer aufgewirbelt niedrigeren Drucks (ca. 1,5 bis 2 bar und somit überbrüht wird, ist das gegenüber 9,5 bar in der Maschine) Kaffeepulver mit einem „Tamper“ ein deutlich anderes. Kaffee aus der (Kaffeestampfer) zu pressen. Bei Moka weist im Vergleich zu einem Vollautomaten übernimmt dies Espresso mehr Bitterstoffe auf und ein Stempel, aus dem gleichzeibesitzt wegen der geringeren Men- tig das Brühwasser kommt. Und ge gelöster Öle auch keine Crema. wer in das Lokal seines Vertrauen Übrigens: Die Moka-Maschine hat geht: Allein am Geschmack eines nichts mit der Bezeichnung Mokka Espressos erkennt man, wer ihn zu tun, denn diese leitet sich von gemacht hat. der Hafenstadt al-Mucha (Mokka) in Jemen ab und steht für den Tür- Praktisch: kischen Kaffee, zu dem auch der Kapsel, Pads & Co in die Tasse miteingeschenkte Da Espressomaschinen mitunter sehr pflege- und wartungsintensiv Kaffeesatz gehört. sind, hat die Industrie massentaugSchnell & stark: lichere Geräte entwickelt, die längst der Espresso in den Haushalten Einzug gehalWer es sich leisten kann ten haben. Was sich ändert, ist die und Wert auf intensiven „Mechanik“: In der Regel handelt Kaffeegeschmack legt, es sich um eine Portionsverder hat zuhause hin- packung (Kapsel) gegen eine Espres- mit der Menge somaschine. Hier ist Kaffeepulver das Zusammenspiel von für eine einWassertemperatur, Druck und zelne Tasse.

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Eine Methode, die 1976 von der Firma Nestlé patentiert und mittlerweile von diversen Herstellen „nachempfunden“ wurde. Umwelt- und Verbraucherschutzverbände kritisieren schon lange die problematische Entsorgung der Aluminium-Kapseln, weshalb diverse Hersteller nun an biologisch abbaubaren Kapseln arbeiten. Eine der Kapsel nicht unähnliche Methode stellt übrigens die Zubereitung per Kaffeepads dar. Hierbei wird ein vorgefertigter, mit fein gemahlenem Kaffee gefüllter und biologisch abbaubarer ZellstoffFilterbeutel in eine spezielle Maschine eingelegt, in der das Wasser dann hindurchgepresst wird. Allerdings ist der Druck niedriger als bei einer Espresso-Maschine und kann in der Regel auch nicht variiert werden. Dennoch bildet sich auch hier eine Crema.

Die letzte Lösung: der Pulverkaffee Löslicher Kaffee, eigentlich ein „Kaffeeextrakt“, ist nicht anderes als industriell hergestelltes Getränkepulver, das in heißem Wasser aufgelöst wird und ohne weitere Zubereitungsschritte getrunken werden kann. Löslicher Kaffee wird hergestellt, indem Kaffee nach einer der obigen Methoden zubereitet und dem zubereiteten Kaffee dann das Wasser wieder entzogen wird.


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