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winter 2016 | 2017

Das Magazin der Südwestdeutschen Philharmonie konstanz – gehört gelesen


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EDITORIAL

von rouven schöll

Liebe Konzertbesucherinnen und Konzertbesucher, bereits zum 10. Mal haben Mitglieder des philharmonischen Fördervereins Konstanz in diesem Jahr eine Kulturreise unternommen. Ziel war Franken. In Nürnberg haben wir unseren Ersten Gastdirigenten Marcus Bosch in der Oper erleben können, in Bayreuth haben wir das Festspielhaus besichtigt und zu Beginn der Reise war die Gruppe in Bamberg. Dort kam einem vieles bekannt vor. Bamberg hat 74.000 Einwohner, mit Umland 120.000. Der Universitäts-, Schul- und Wissenschaftsstandort hat eine vom Zweiten Weltkrieg nahezu unzerstörte Altstadt mit einer wichtigen Kirche – dem Dom – im Zentrum. Und die Schweiz ist auch da nicht weit, wenngleich es die Fränkische ist. Selbst beim Konzertbesuch konnte man Parallelen feststellen, denn das dortige Orchester hat Auslastungszahlen, die denen der Südwestdeutschen Philharmonie ähneln.

# iTunes

98 % Auslastung bei den Abonnement-Konzerten gab es schon Anfang der 1990er Jahre, ebenso einen eigentlich nicht geeigneten und zu kleinen Konzertsaal. Etwas über 3.000 Abonnenten hatten die Bamberger Symphoniker damals. 1993 war es dann soweit. Nach jahrzehntelangen Diskussionen wurde die Konzerthalle Bamberg mit einer höheren Kapazität und der immer noch besten Akustik Bayerns eingeweiht. Innerhalb nur eines Jahres konnte das Orchester seine Abonnementzahlen verdoppeln! Hätte Bamberg vor 1993 im bundesweiten Vergleich der Abo-Zahlen je Einwohner Platz zwei belegt (den heuer Konstanz einnimmt), sind die Symphoniker dort heute souveräner Spitzenreiter – exzellent eben. Ich wünsche Ihnen eine schöne Adventszeit und viel Freude mit unserer Musik!

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# spiegelei der Rettungsanker in der Single-Küche

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inhaltsverzeichnis

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Auf einen Blick Konzerte

Fischmarktzwei

  6 Festliche operngala Sonderkonzert   9 Als ich Maria War Sitzkissenkonzert 12 Melancholie und Lebenslust Kammerkonzert 18 Zauber Philharmonisches Konzert 24 Neujahrskonzert Sonderkonzert 30 Liebe Macht Nass Sonderkonzert 36 Provokation Philharmonisches Konzert 41 Wolfgang am See Sonderreihe 44 Musique pour faire plaisir Kammerkonzert 46 Phasnachtskonzert Sonderkonzert 49 Kaspar und die verschwundene Riechkugel Familienkonzert

  5 Meister der Verwunderung Kolumne Beat Fehlmann 10 Zwei Politologen und ein Cellist 15 Imperia – Violetta 17 Konzert zum Wintersemester 25 das jahr endet mit einem paukenschlag 28 Ein grandioser Konzertsaal am See Musikerportrait 35 Der leidenschaftliche Zeitgenosse 40 Von einem Anderen Stern Das Genie Mozart 47 Die Welt braucht Dirigenten Kolumne Tobias Bücklein 48 Taktzahl Herbst 50 Konstanz im »Konzert der Besten«

Wissen 16 Die Belchbläserpfütze Musipedia 26 Entdecke die Musik Seite für Kinder 51 PROGRAMMÜBERBLICK


fischmarktzwei

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Meister der Verwunderung Nach einer Aufführung eines Werkes der neuen oder neuesten Musik wurde ich schon oft mit der Aussage konfrontiert, dass man diese Musik nicht möge, weil man sie nicht verstünde. Nach einer Aufführung eines Werkes von Mozart habe ich eine solche Aussage noch nie gehört. Ist Mozart deshalb ein verständlicherer Komponist? Natürlich unterwandern zeitgenössische Komponisten oft Hörgewohnheiten und fordern uns mit einer veränderten Sichtweise auf die Klänge – aber ist das wirklich weniger verständlich als Mozart? Ich bin ehrlich gesagt sehr skeptisch bei dieser Aussage, denn mir ist Mozart immer noch und immer wieder ein großes Rätsel. Richtig, wir haben durch das mehrfache Hören diese Musik kennengelernt, auch haben sich Komponisten, chronologisch gesehen, nach Mozart auf sein Werk bezogen. Der Kanon der Musikgeschichte hat Mozart als besonderes Genie lokalisiert und seine Werke haben diesen Ruf über Jahrhunderte bestätigt. Wir können uns also sicher sein, dass Mozart mit seiner Musik recht hat, und wir müssen sie einfach lieben und vor allem verstehen. Aber noch einmal, ich gebe es offen zu, so richtig verstanden habe ich das trotzdem noch nicht. Während des Studiums habe ich seinen Stil gelernt. Ich habe versucht, Sonaten zu schreiben, die so klingen, als wären sie vom Meister selbst.

DAS VERSTEHEN STEHT DABEI GAR NICHT IM VORDERGRUND, EHER GEHT ES DARUM, EIN GEWISSES UNVERSTÄNDNIS ZU LOKALISIEREN UND DADURCH ZUM NACHHÖREN ANGEREGT ZU WERDEN.

KOLUMNE

von intendant beat fehlmann

Dass dies letztlich nie ganz funktioniert hat, lag sicherlich nicht an den Fähigkeiten meiner Lehrer. Wenn man sich so konsequent auf den Weg macht, verstehen zu wollen, erfährt man, dass bei großer Kunst letztlich nicht alles erklärbar ist. Das Verstehen steht dabei gar nicht im Vordergrund, eher geht es darum, ein gewisses Unverständnis zu lokalisieren und dadurch zum Nachhören angeregt zu werden. Ich glaube sogar, dass an dem Punkt, wo wir ein Werk durchschaut haben, es uns zu langweilen beginnt. Natürlich kann dabei auch immer die Anmaßung mit im Spiel sein, aber die Tatsache, dass wir in Werken wie von Mozart auch nach mehrmaligem Hören immer noch neue und ungeahnte Dinge entdecken können, spricht sicherlich für die herausragende Qualität dieser Musik. Ein effektives Verständnis stellt sich aber so nicht ein, sondern eher eine gewisse Spannung gegenüber dem Unbekannten. Natürlich haben es dabei Neutöner besonders schwierig. Aber jede Musik ist einmal neu und so hat auch Mozart in seiner Zeit immer wieder große Ablehnung erfahren. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrung scheint es mir so reizvoll, immer wieder neue Werke zu entdecken, auch um dabei den Blick auf Bekanntes zu verändern. So freue ich mich auf die nächsten Monate, mit ganz unterschiedlichen Werken und einem besonderen Fokus auf Mozart, dem Meister der Verwunderung und weniger des Verstehens.

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sonderkonzert

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FESTLICHE OPERNGALA Wolfgang Amadeus Mozart 1756 – 1791

Pietro Mascagni 1863 – 1945

Camille Saint-Saëns 1835 – 1921

aus Cavalleria rusticana

Ouvertüre zu Le nozze di Figaro Mon coeur s’ouvre à ta voix

Intermezzo Voi lo sapete o mamma

aus Samson et Dalila

Wolfgang Amadeus Mozart

Jacques Offenbach 1819 – 1880

aus Don Giovanni

Barcarole

aus Les contes d´Hoffmann Giuseppe Verdi 1813 – 1901

O tu Palermo aus I vespri siciliani

Gaetano Donizetti 1797 – 1848

Una furtiva lagrima aus L’elisir d’amore

Georg Friedrich Händel 1685 –1759

Lascia ch’ io piango aus Rinaldo

Gaetano Donizetti

Voglio dire Come Paride vezzoso aus L’elisir d’amore Giuseppe Verdi

Questa o quella Mindaugas aus Rigoletto

E strano … Ah! Fors’e lui. Sempre libera aus La Traviata

* Pa use *

Solisten der sic itur ad astra foundation Karsten Januschke dirigent

Madamina, il catalogo è questo Der Vogelfänger bin ich ja aus Die Zauberflöte Gaetano Donizetti

Allegro io son aus Rita

Léo Délibes 1836 – 1891

Viens, Mallika Dôme épais le jasmin aus Lakmé

Camille Saint-Saëns

Printemps qui commence aus Samson et Dalila

Charles Gounod 1818 – 1893

Salut! Demeure chaste et pure aus Faust

Giuseppe Verdi

Bella figlia dell’amore aus Rigoletto


sonderkonzert

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Sonntag, 4. Dezember 2016 | 18 Uhr | Milchwerk Radolfzell Karten: 24 · 21 · 18 Euro Weiteres Konzert am Donnerstag, 1. Dezember 2016  |  20 Uhr  |  Vaduzer-Saal (FL)

Brigitta Simon

Eglė Šidlauskaitė

sic itur ad astra foundation, kurz siaa foundation, ist eine kleine gemeinnützige Stiftung in Vaduz, die dem Vergil-Zitat entsprechend, junge SängerInnen auf dem steinigen und steilen Weg, hier zu den Sternen der klassischen Musik, begleitet. siaa foundation versucht dies über eine monatliche finanzielle Unterstützung unmittelbar an die Stipendiaten; durch Ausrichtung von jährlichen Workshops, mal schauspiel- mal tanzlastig, wobei sich die KünstlerInnen jeweils selbst finden und gemeinsam inszenieren; durch die Ausrichtung von siaa-Konzerten mit Dirigenten und Klangkörpern von Weltruhm in prestigeträchtigen Konzertsälen und nicht zuletzt durch den Versuch, ihre SängerInnen an guten Häusern weltweit zu platzieren.

Philippe Spiegel

Mindaugas Jankauskas

Cassandra Wyss

Florian Köfler

Sascha Emanuel Kramer

Karsten Januschke hat sich als Kapellmeister der Oper Frankfurt von 2010 bis 2015 ein umfangreiches Repertoire erarbeitet und konzentriert sich nunmehr auf Gastengagements. So folgten 2016 Debüts mit dem Münchner Rundfunk Orchester, dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien, dem Beethoven Orchester Bonn sowie Konzerte mit der Deutschen Radio Philharmonie und den Bochumer Symphonikern. Er übernahm die Neuproduktionen von Carmen an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München und von L’elisir d’amore bei den Opernfestspielen St. Margarethen in Österreich. Parallel zu seiner Opernkarriere folgte er Einladungen unter anderem von der Deutschen Radio Philharmonie, dem Staatstheater am Gärtnerplatz, dem Slowakischen Radio Symphonie Orchester, dem Stadttheater Klagenfurt und der Slowakischen Philharmonie. An der Los Angeles Opera war er First Assistant Conductor. In der Spielzeit 2016/2017 debütiert er mit dem MDR Sinfonieorchester im Gewandhaus Leipzig, mit den Bremer Philharmonikern, am Theater St.Gallen sowie am Pult der Klassischen Philharmonie Nordwest. Karsten Januschke absolvierte am Konservatorium Wien ein Dirigierstudium bei Prof. Georg Mark. Während seines Studiums arbeitete er an der Wiener Staatsoper als Solorepetitor und Dirigent von Kinderopern, am Theater an der Wien und bei den Bayreuther Festspielen, wo er Dirigenten wie Christian Thielemann und Kirill Petrenko assistierte.

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Johann Sebastian Bach

MAGNIFICAT Geistliches Konzert zum Abschluß der Bach-Wochen 2016

Lutherkirche Konstanz Sonntag 18.12.2016 17:00 Uhr Bach, Kantate 51 "Jauchzet Gott in allen Landen" Barbe, Canticum Simeonis Reger, Kantate "Vom Himmel hoch da komm ich her" Bach, Magnificat D-Dur Stefania Gniffke | Sopran 1 Nina Schulze | Sopran 2 Mechthild Seitz | Alt Bernhard Gärtner | Tenor Helmut Hänsel | Bass BACH-CHOR KONSTANZ Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben Claus Gunter Biegert | Leitung Eintritt: € 32 / 22 (nummerierte Plätze) € 12 (unnummerierte Plätze)

Vorverkauf: BuchKultur Opitz | St. Stefansplatz 45 | Konstanz Touristinformation | Bahnhofsplatz | Konstanz Über Internet: www.reservix.de


eduart-konzert

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Sonntag, 4. Dezember 2016  |  11 und 15 Uhr Wolkenstein-Saal im Kulturzentrum am Münster, Konstanz Karten: Erwachsene 10 ∙ Kinder 5 ∙ Familien 20 Euro Geeignet für Kinder ab 4 Jahren.

eduart

sitzkissenkonzert

Als ich Maria war nach einem Kinderbuch von Jutta Richter und Jacky Gleich Plätzchenduft und Sterne basteln, Weihnachtsmarkt und Krippenspiel … viele schöne Bräuche und Traditionen verbinden wir mit dem Weihnachtsfest. Aber Weihnachten ist nicht überall gleich. Feiert man im Norden, Osten, Süden und Westen anders Weihnachten? Oder vielleicht gar nicht? Wie ist Weihnachten für das Mädchen, das schon immer hier wohnt? Wie ist es für das Mädchen, das gerade erst hierher gezogen ist und sich noch fremd fühlt? Was ist überhaupt ein Fremder? Und wie ist Weihnachten in der Fremde? Zur Geschichte hören wir Weihnachtsmusik aus vielen Ländern: Bekanntes so verändert, dass es für uns fremd klingt und Fremdes, das uns auf einmal vertraut vorkommt. Denn so einfach ist das nicht mit dem Vertrauten und dem Fremden …

Prisca Maier Schauspielerin | Jessica Cuna Schauspielerin Margit Bonz Viola | Christine Baumann Harfe | Alexander Messmer Akkordeon

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Zwei Politologen und ein Cellist Aufgewachsen ist Eugen Bücheler sehr idyllisch in Meßkirch auf einem Bauernhof. Nach dem Abitur hatte er Lust, die Welt zu entdecken. Er absolvierte eine Lehre zum Koch mit dem Gedanken, nach der Ausbildung die Welt zu bereisen und unter anderem über das Essen Fremdes sinnlich aufnehmen zu können. Doch dann erkrankte sein Vater, was ausgedehnte Reisen unmöglich machten. Während der beruflichen Praxis und einem großen Engagement am elterlichen Hof, kam dann der Wunsch wieder näher nach einem weiterführenden Studium. Dazu zog Eugen Bücheler nach Konstanz, wo er Soziologie und Politologie studierte. Nach dem Studium war er einige Jahre in einer sozialen Institution in der Schweiz tätig. Der unvermittelte Tod seines Bruders, der mittlerweile den Hof übernommen hatte, führte zu einer Neuorientierung. Den landwirtschaftlichen Betrieb stellte er konsequent auf Bio um. Dies ist auch heute immer noch der Fall, eine Erweiterung der Tätigkeit findet dabei vor allem in Nischen statt. So stehen zum Beispiel der Anbau von Braugerste, Schwarzen Johannisbeeren oder Holunder im Moment im Fokus.

eine der g

roßen Ope rn der Welt! bühnen

La Bohème + Carmen + La Traviata

Teatro la Fenice Venedig für Liebhaber und Kenner!

Photo: Michele Crosera

4 Tage: 28.2.-3.3.2017

La Bohème

29.3.-1.4.2017

Carmen 1.Tag ________________________________________________________________________________________ Anreise mit Mittagsaufenthalt in Como.(2 Stunden Aufenthalt). Am Abend erreichen Sie Ihr schönes Hotel in Lido di Jesolo, nur ca. 100 m vom Strand entfernt. Abendessen im Hotel. 2.Tag ________________________________________________________________________________________ Heute Vormittag Schifffahrt über die Lagune von Punta Sabbioni nach Venedig. Venedig – eine der schönsten und faszinierendsten Städte der Welt! Überzeugen Sie sich davon bei Ihrer Stadtführung: der Markusplatz, die Markuskirche, der Dogenpalast, die Seufzerbrücke, der Canal Grande… Nach Ihrer Führung haben Sie Freizeit. Am Nachmittag Schifffahrt mit Reiseleitung in die Lagune zur – weltberühmt durch das „Murano-Glas“. Rückfahrt mit dem Schiff nach Punta Sabbioni. Abendessen im Hotel.

Murano

Insel

3.Tag ________________________________________________________________________________________

Vormittag zu Ihrer freien Verfügung! Nach dem Mittagessen im Hotel fahren Sie am Nachmittag mit dem Schiff nochmals nach Venedig. Zeit zur freien Verfügung. Am Abend erwartet sie der kulturelle Höhepunkt der Reise: das Teatro la Fenice. Das ist eine der großen Opernbühnen der Welt - mit einer bewegten Geschichte dazu… Nicht weniger als drei Mal hat das Opernhaus gebrannt! Das letzte Mal erst im Jahre 1996, hier fielen fast 80 % des Gebäudes einer Brandstiftung zum Opfer. Das jetzige Gebäude ist eine exakte Wiederherstellung der historischen Bausubstanz aus dem Jahre 1873, mit hochmoderner Theatertechnik, einer beeindruckenden Akustik und mit Platz für ca. 1000 Zuschauer. Nach der Aufführung Rücktransfer mit Schiff und Bus zum Hotel.

Teatro la Fenice

4.Tag ________________________________________________________________________________________ Rückreise mit einer Mittagspause in Bozen (2 Stunden Aufenthalt) der Südtiroler Landeshauptstadt mit ihrem wunderschönen Zentrum rund um den Waltherplatz. Abf.-Route: Radolfzell P - Überlingen - Meersburg - Friedrichshafen - Lindau P - Hohenems P

28.-31.5.2017

La Traviata

IM PreIS enTHaLTen: ✔ Fahrt und alle Transfers im bequemen Fernreisebus ✔ 3x Übernachtung/Frühstück in

Lido di Jesolo im 4****-Hotel eden (www.edenhoteljesolo.it) ✔ 2x abendessen im Hotel ✔ 1x Mittagessen im Hotel

✔ ✔ ✔ ✔

alle Schifftransfers laut Programm 1x Stadtführung in Venedig 1x Besichtigung Glasbläserei in Murano 1x Reiseleitung für den Ausflug nach Murano

✔ 1x eintrittskarte für das Teatro la Fenice, Kategorie Galleria oder Loggione, zentraler Sektor Nicht im obigen Leistungsblock genannte Eintritte nicht inbegriffen. In Italien erwägen einige Städte eine Übernachtungssteuer einzuführen. Sie ist ggf. vom Reisegast vor Ort zu entrichten.

achtung: Wegen früher Kartenabstimmung frühe Buchung ratsam!

T O U R I S T I K

ab

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449,-

Termin 28.5.: E 479,EZ-Zuschlag E 69,–

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So überraschend und schwierig diese Veränderung war, so hat sie immer mehr deutlich gemacht, dass bei allen Bemühungen die Ernährung eine sehr zentrale Rolle spielte. Als sich dann 2009 die Gelegenheit für ein Lokal in der Brotlaube eröffnete, hat sich Eugen Bücheler entschieden, konsequent ökologische Lebensmittel bis auf den Teller zu bringen. Ein großer Impuls zu diesem Schritt war natürlich auch die Unterstützung durch die Familie. Bezeichnend für diesen Weg ist sicherlich auch, dass die Mitstreiter, Albrecht Butler-Fink, Mitbegründer, Küchenchef und ebenfalls ein Politologe, oder etwa der Konditor Samuel, ein gelernter Cellist, nicht nur Essen, sondern eher eine Philosophie anbieten.

TÄGLICH FRISCH UND MIT VIEL LIEBE ZUM DETAIL. Es sind die Zufälle, die diese Biografien prägen und etwas so Besonderes entstehen lassen. Täglich frisch, mit viel Liebe zum Detail und mit einem hohen ökologischen Bewusstsein, darf man diese Bemühungen umschreiben. Dies umfasst die Produkte, deren Herstellung, aber zum Beispiel auch die Logistik. So wird darauf geachtet, dass pro Tag nur ein

LKW die Münzgasse anfährt und dabei sowohl Alnatura als auch das Eugens beliefert wird. Dabei geht es nicht um ökonomische, sondern um ökologische Effizienz. In den vergangenen Jahren wurde das Angebot zunehmend kompromissloser – zunehmend vegetarischer und geeignet für Menschen mit Lebensmittel-Unverträglichkeiten. Weniger, dafür aber gutes Fleisch und vegane/vegetarische Köstlichkeiten, bei denen auch dem Fleischesser nichts fehlt, kennzeichnen die Linie von Eugens Küche. Ökologisch, frisch und handwerklich zubereitet, sind die zentralen Stichworte für diesen Weg. Eine bewusste Ernährung als Lebensphilosophie und die Bemühung für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen lässt deutlich werden, dass der Weg von Eugen Bücheler, so zufällig er auf den ersten Blick erscheint, letztlich viele Aspekte seines Werdegangs vereinigen. Doch der Weg ist noch längst nicht zu Ende, neue Projekte betreffen die Patisserie, die Erarbeitung von Kochkursen oder den Ausbau des Catering-Angebots. Davon wird auch die Südwestdeutsche Philharmonie profitieren können. So wird am Fischmarkt ab dem kommenden Jahr an Probetagen des Orchesters ein gesunder Mittagstisch angeboten. Dies spart uns allen Zeit und ermöglicht uns gleichzeitig etwas Gutes für unser Wohlbefinden zu tun. Wir freuen uns drauf!

INTERNATIONALE

SCHLOSS

KONZERTE MEERSBURG

20.00 Uhr · Neues Schloss Meersburg, Spiegelsaal

26.12.16 WEIHNACHTSKONZERT „WINTERREISE“ von Franz Schubert | Thomas Gropper – Bariton und Maharani Chakrabarti – Klavier

Vorschau bis Mai 2017: So. 14.05.17, 18.00 Uhr Neues Schloss Meersburg

APOLLON MUSAGETE QUARTETT Werke u.a. von Joseph Haydn, John Adams, Edvard Grieg

So. 28.05.17, 18.00 Uhr Neues Schloss Meersburg

PINDAKAAS SAXOPHON QUARTETT UND FRANK DUKOWSKI Ballads of Good Life, Literatur-Musikprogramm

So. 28.05.17, 10.30 Uhr Vineum Bodensee

KINDERKONZERT mit dem Pindakaas Saxophon Quartett und Frank Dukowski, Schauspiel – „Die zauberhafte Welt des Herrn Alexander“

Stadt Meersburg, Abteilung Kultur und Museum Tickets: 07532/440 400, www.meersburg.de

Beat Fehlmann

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12 kammerkonzert

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MELANCHOLIE UND LEBENSLUST Ludwig van Beethoven 1770 – 1827

Streichquartett Nr. 4 c-Moll op. 18 Allegro ma non tanto Scherzo. Andante scherzoso quasi Allegretto Menuetto. Allegretto Allegro – Prestissimo

Béla Bartók 1881 – 1945

Streichquartett Nr. 3

Prima parte, Moderato Seconda parte, Allegro Ricapitulazione della prima parte, Moderato-Coda, Allegro molto

* Pa use * Robert Schumann 1810 – 1856

Streichquartett Nr. 3 A-Dur op. 41 Andante espressivo – Allegro molto moderato Assai agitato Adagio molto Finale. Allegro molto vivace

CIRCOLO QUARTETT Kyoko Tanino violine | Pawel Katz violine | Margit Bonz viola | John Wennberg violoncello


kammerkonzert

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Sonntag, 11. Dezember 2016 | 11.15 Uhr | Festsaal Inselhotel Konstanz Karten: 18  |  ermäßigt: 14 Euro Kombikarte Konzert und Essen: 48 Euro Kinder á la carte Veranstaltungsbüro des Inselhotels, Telefon: 07531 125-466

Unterhaltung unter vier vernünftigen Leuten Als Ludwig van Beethoven 1798 begann, eine Serie von sechs Quartetten zu komponieren, hatte er, der seit sechs Jahren in Wien lebte, sich vor allem mit Klaviersonaten einen Namen gemacht. Ein Quartett zu komponieren hatte der Schüler Haydns bis dahin noch nicht gewagt. In das Zentrum der erst 1801 vollendeten Quartett-Serie stellte er gemäß den Vorbildern seines Lehrers ein Quartett in Moll. Doch anders als in dessen Mustern führte Beethoven in op. 18 Nr. 4, dessen Entwürfe in seine Bonner Zeit zurückreichen, noch keine »Unterhaltung unter vier vernünftigen Leuten« (Goethe) wie sie für die Quartette der Wiener Klassiker so charakteristisch ist. Mit einer fast orchestralen Klangfülle, der konzertant-virtuosen ersten Violine und den »singenden« Themen weist dieses Quartett auf Einflüsse der Mannheimer Schule. Das Finale verzichtet noch auf die für seine späteren Werke so typische Inszenierung der Überwindung einer Molldurch ihre gleichnamige Dur-Tonart. Beethoven lichtet die letzten Takte fast unmerklich nach C-Dur auf.

Robert Schumann wandte sich nur zwei Monate seines Lebens, im Sommer 1842, der Komposition von Quartetten zu und legte eine dreiteilige Serie (op. 41) vor. An seinen Verleger schrieb er am 3. Dezember 1847, dass seine Quartette durch den Tod Mendelssohns, dem sie gewidmet sind, wieder eine besondere Bedeutung für ihn selbst gewonnen hätten. »Ich betrachte sie noch immer als mein bestes Werk der früheren Zeit, und Mendelssohn sprach sich oft in demselben Sinne gegen mich aus«. Der Kopfsatz des dritten Quartetts, das als das anspruchsvollste der Serie gilt, verknüpft Ritornellform und Variationenfolge miteinander. Im zweiten Satz treffen sogar zwei Satztypen zusammen, die einander wohl noch niemals in einem Satz begegnet waren: Scherzo und Variationenfolge. Der langsame Satz steht in seinem Aufbau den Vorbildern Mendelssohn Bartholdys nahe. Das Rondo-Finale erinnert im Ton an seine eigenen Klavierwerke – etwa die »Novelletten« und die Tänze des »Carnavals«. Sebastian Urmoneit

experimentierfreudig

Bartóks Streichquartett Nr. 3 (1927) stammt aus seiner »wilden«, experimentierfreudigen Zeit. Harmonische und rhythmische Elemente osteuropäischer Folklore, die er begeistert sammelte und archivierte, werden hier geschärft, verdichtet und in die kunstvollen Sphären klassischer Formen übertragen. So entstehen maximale Spannung und eine herbe, teils aggressive, aber vielfältig schillernde Klangwelt, die gespickt ist mit ausdrucksstarken Spieltechniken der Streicher. Nicht weniger kompromisslos ist die äußere Form: Das ganze Quartett besteht im Grunde aus einem einzigen Satz, dessen vier Teile in vielfältiger Variation des Materials aufeinander Bezug nehmen. Überhaupt gefällt sich die Musik im puren selbstbezogenen, dabei ökonomisch durchdachten Spiel der Mittel. Bartók schlägt so nach leichtgewichtigeren Kompositionen im Fahrwasser des Neoklassizismus die Brücke in eine neue Zeit, die geprägt ist von Schnelllebigkeit und aufregender Parallelität der Ereignisse. Kerstin Klaholz

ICH BETRACHTE SIE NOCH IMMER ALS MEIN BESTES WERK.

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Luziakonzert mit Barbara Auer

10. Dez., 20:00 h & 11. Dez., 16:00 h Konstanzer Münster

Silvesterkonzert Bavarian Brass Sextett 30. Dez., 20:00 h & 31. Dez., 22:00 h Konstanzer Münster

Bild © Janine Guldener


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Sonntag, 11. Dezember 2016 | 17.30 Uhr | Festsaal Inselhotel Konstanz Karten: 30 Euro ∙ ermäßigt 18 Euro (freie Platzwahl)

IMPERIA — VIOLETTA Zwei singende Kurtisanen Giuseppe Verdi 1813 – 1901

La Traviata Auszüge

Holmer Becker *1955

Impromptu

für vier Bläser und Streichorchester

Frédéric Bolli *1953

Imperia

Sinfonische Dichtung für Sopran und Orchester

Antonín Dvořák 1841 – 1904

Symphonie Nr. 7 d-Moll op. 70

Mechthild Bach sopran Stephan Schmidt dirigent

gegensätzlich

Überschäumendes Temperament und Vitalität, Wut und Verzweiflung zeichnen sowohl Imperia, Balzacs Heldin, als auch Violetta, Verdis Kameliendame, aus. Zu zarten, innigen Tönen sind die beiden Kurtisanen aber ebenso fähig. Diese breite Palette an Emotionen findet ihre Entsprechung auch in den rein instrumentalen Werken des Abends. Das Vorspiel zu Traviata ist ein lyrisches, auch geheimnisvolles Stück und eher introvertiert. Ihm folgt das Trinklied Brindisi: Extrovertiertheit pur! Mit dem Vorspiel zu Addio del passato gibt es wiederum einen ungeheuren Kontrast: eine intime, todtraurige Reminiszenz an die weltumspannende Macht der Liebe. Nach diesem Wechselbad der Gefühle ist eine Denkpause willkommen. Holmer Beckers Impromptu schlägt eine Brücke zwischen Addio del passato und Imperia. In der EnglischhornMelodie klingt die Oboe von Verdi noch nach. Eine symphonische Dichtung ist ein Orchesterstück, das mit instrumentalen Mitteln, also ohne Text, etwas Außermusikalisches schildert. Meine Imperia hält sich nicht an diese Regel. Zwar werden die Schönheit und der Stolz der Kurtisane (tutti), der Kardinal von Ragusa (Fagott), der Bischof von Chur (Tuba) und Philippe, der junge Priester aus Tours (Englischhorn), mit rein musikalischen Mitteln dargestellt. Imperia muss aber doch noch zu Wort kommen. Das tut sie mit zwei gegensätzlichen Monologen aus der Erzählung von Honoré de Balzac, einer Hasstirade und einer Liebeserklärung. Die steigenden Erfolge Antonín Dvořáks im Ausland brachten viele neue künstlerische und persönliche Kontakte mit sich, viele Einflüsse und Angebote, aber auch viele aufregende Probleme. Freunde aus dem Ausland versuchten dem Komponisten nahezulegen, er solle nach Wien oder nach Deutschland übersiedeln, von wo aus er bessere Wirkungsmöglichkeiten hätte. Der äußere Anlass zur Entstehung der Symphonie Nr. 7 war ein Auftrag der Londoner Philharmonischen Gesellschaft, die Dvořák auf Grund seiner zahlreichen außerordentlichen Erfolge in England 1884 zu ihrem Ehrenmitglied ernannt hatte. Als wichtigste Inspiration müssen jedoch Dvořáks innere und äußere Erlebnisse angesehen werden: der Tod der geliebten Mutter, aber auch das erregte nationale Klima rund um die anlaufende Tätigkeit des kurz vorher eröffneten Prager Nationaltheaters.  Frédéric Bolli

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16 wissen

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MUSIPEDIA Die Blechbläserpfütze Auf Italienisch wird sie »große Trompete, trombone« genannt. Die Posaune ist das Bassinstrument der Trompetenfamilie und ist vermutlich eines der ältesten Blechblasinstrumente überhaupt. Ihr Alter wird auf etwa 3.000 Jahre geschätzt. Damals sah sie noch sehr einfach aus und bestand aus einem einfachen geraden Rohr, das aus Bronze gegossen war. Erst im 16. Jahrhundert erhielt sie ihre Krümmung und den Namen sacqueboute. Er kommt aus dem Französischen und setzt sich aus den zwei Worten sacquer (ziehen) und bouter (stoßen) zusammen. Inzwischen sind zu dem einfachen Rohr ein Stimmzug und Ventile dazu gekommen. Nur durch hineinschieben und herausziehen des Stimmzugs lassen sich die Töne verändern. Somit ist die Posaune das einzige Blechblasinstrument, bei dem die Tonhöhe nicht durch die Ventile verändert wird.

Gelegentlich muss der Posaunist am Stimmzug eine Klappe öffnen, um angesammeltes Wasser aus den Rohren zu schütten. Dabei handelt es sich nicht um Spucke, sondern um Kondenswasser. Es entsteht durch den Kontakt des warmen Atems mit dem kühlen Blech. Die Posaune ist neben der Trompete in den verschiedensten Musikstilen wieder zu finden. So zum Beispiel im Jazz und auch in der Popmusik. Als Solo-Instrument ist sie allerdings eher selten zu LJ hören. 


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Montag, 6. Februar 2017  |  20.15 Uhr  |  Audimax der Universität Konstanz Vorverkauf ab dem 16. Januar 2017 bei BuchKultur Opitz, Stephansplatz (Telefon: 07531 1777)

KONZERT ZUM WINTERSEMESTER mit unserer Konzertmeisterin Kyoko Tanino

Gustav Holst 1874 – 1934

Symphonie F-Dur op. 8 »The Cotswolds« Felix Mendelssohn Bartholdy 1809 – 1847

Ouvertüre op. 26 »Die Hebriden« Max Bruch 1838 – 1920

Schottische Fantasie op. 46

Richentalchronik (c) Rosgartenmuseum Konstanz

für Violine, Harfe und Orchester

Universitätsorchester Konstanz Kyoko Tanino violine Ekatarina Afanasieva harfe Peter Bauer dirigent

2017 • PAPST MARTIN V. • JAHR DER RELIGIONEN ••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

600 JaHre KonSTanZer KonZIL 2014 - 2018

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14.01. - 12.03.2017

S P I r I T . ein ausstellungsprojekt zu Identität und kulturellen Prägungen Kulturzentrum, Wolkensteinsaal

18.01.2017 19.30 Uhr

Wo bLeIbT aufKLärung und ToLeranZ? - Prof. Mouhanad Khorchide im gespräch Auftakt der vhs-Reihe: Du kannst die Welt nicht verstehen ohne die Religion Bodenseeforum Konstanz

bis 06.02.2017 montags, 18.15 Uhr

KLoSTer und STadT Zur ZeIT deS KonSTanZer KonZILS - Öffentliche Ringvorlesung Speichersaal, Konzilgebäude

Konzilstadt Konstanz . Marktstätte 1 . D - 78462 Konstanz . Tel. +49 7531 363-27 0 . www.konstanzer-konzil.de

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18 philharmonisches konzert

ZAUBER Gioacchino Rossini 1792 – 1868

Ouvertüre zu Die diebische Elster Antonio Pasculli 1842 – 1924

Concerto sull’ Trovatore für Oboe und Orchester

Simpatici ricordi della Traviata für Oboe und Orchester

* Pa use * Camille Saint-Saëns 1835 – 1921

Danse macabre g-Moll op. 40 Peter I. Tschaikowski 1840 – 1893

Schwanensee op. 20a Ballett-Suite

Szene Walzer Tanz der kleinen Schwäne Pas d’action Ungarischer Tanz Spanischer Tanz Neapolitanischer Tanz Mazurka Finale

Christoph Hartmann oboe Ari Rasilainen dirigent

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philharmonisches konzert

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Mittwoch, 14. Dezember 2016  |  20 Uhr  |  Konzil Konstanz Abo A Freitag, 16. Dezember 2016  |  20 Uhr  |  Konzil Konstanz Abo C Sonntag, 18. Dezember 2016  |  18 Uhr  |  Konzil Konstanz Abo D Einführungsvortrag eine Stunde vor Konzertbeginn  |  Konzertdauer: ca. 100 min Karten: 48 · 38 · 28 · 18 Euro  |  Inklusive kostenlose - Benutzung zu den Konzerten

Lebende Legende Die diebische Elster Es gehört zu einem der merkwürdigsten Momente der Musikgeschichte, dass der 37-jährige Gioacchino Rossini 1829 nach der Vollendung seiner 39. Oper Guillaume Tell die eigene ungemein produktive Laufbahn als Opernkomponist abrupt beendete, obwohl er sein Handwerk bravourös beherrschte und wie kaum ein anderer Komponist in seinem Metier erfolgreich war. Zwischen seinem 20. und 27. Lebensjahr hatte Rossini noch im Durchschnitt drei bis vier Opern pro Jahr komponiert. Und obwohl er nach dieser Entscheidung immer mehr zur lebenden Legende und zum nicht mehr zeitgemäßen Klassiker stilisiert wurde, war er doch stets ein (laut Eduard Hanslick) »ohne Neid und Bitterkeit« beteiligter Beobachter dessen gewesen, was sich in der Musik um ihn herum ereignete. So hatte er nicht nur neue Entwicklungen im Schaffen Schuberts, Mendelssohns oder Liszts übernommen, sondern auch neue Impulse geben können, die bis zu Gabriel Fauré und César Franck reichten. Denn Rossini war eben nicht nur der berühmte Meister der opera buffa, sondern – mit seinem Moses in Egitto, Maometto II und Guillaume Tell – auch Wegbereiter der ernsten, französischen »Grand Opera«, zu deren bedeutendsten Vertretern schließlich Meyerbeer wurde. Wie sehr Rossini als Opernkomponist bewundert wurde – vor allem auch als Meister der kleinen Form der Ouvertüre – beweisen die Versuche des jungen Franz Schubert, mit seinen beiden Ouvertüren »im italienischen Stil« Rossini zu kopieren – den einstimmigen und sparsam begleiteten Verlauf der Melodien, die gleichmäßigen Wiederholungen der Perioden, die federnde Rhythmik, das kontinuierlich sich steigernde Crescendo und die mitreißende StrettaTechnik. Dass die Musik dabei nach stets demselben Formschema entfaltet wird, macht Rossini zum Meister des wohl kalkulierten Effekts: Einleitung (oftmals langsam mit maestoso-Charakter), schneller Hauptteil mit zwei Themen, welche sich (gekürzt und erweitert) frei entfalten und dann unvermittelt in einem Ritardando innehalten, bevor sie in eine alles krönende (Stretta-)Coda münden.

Dabei wird mit Wiederholungen und Sequenzierungen das musikalische Material nicht symphonisch verarbeitet, sondern aneinandergereiht, wodurch die Stücke eine flächige und überaus fesselnde Wirkung erhalten. Diese fesselnde Wirkung war auch notwendig, hatte die Ouvertüre im 18. und 19. Jahrhundert doch die Aufgabe, zu Beginn der Aufführung die Aufmerksamkeit des Publikums zu erreichen. Denn ein Opernbesuch in dieser Zeit diente vornehmlich dem angenehmen Zeitvertreib, bei dem man seinen gesellschaftlichen Verpflichtungen nachkam. Man traf sich im Foyer und empfing Freunde in den Logen, denn das Theater war zentraler Ort für allerlei Verabredungen – geschäftliche, amouröse oder konspirative. Und neben den Besuchern gab es eine Vielzahl von Bediensteten, die Waren zum Verkauf anboten, Nachrichten überbrachten, eine Person bespitzelten oder sich für derlei Tätigkeiten bereithielten. Überall wurde geplaudert und mit den Türen geschlagen, so dass zu Beginn und während einer Opernaufführung alles andere als andächtige Ruhe herrschte. So verwundert es wenig, dass die Ouvertüren kaum konkrete thematische Bezüge zu den nachfolgenden Opern aufweisen, weshalb Rossini manche von ihnen sogar mehrfach verwendet oder ausgetauscht hat (wobei er keine Unterschiede zwischen dem ernsten und heiteren Genre machte). Ein Beispiel hierfür ist die Ouvertüre zum Barbier von Sevilla (1816), bereits zuvor in zwei, sehr unterschiedlichen Werken verwendet (1813 als Introduktion zu Aureliano in Palmira und zwei Jahre später als Einleitung zu Elisabeth, Königin von England.) Auch die Ouvertüre zur Diebischen Elster nimmt auf den Charakter der nachfolgenden Tragikomödie kaum Rücksicht, da sie durchgehend heiter und beschwingt klingt. Auffällig an dem Stück ist allgemein ein überaus virtuoser Einsatz der Orchesterinstrumente sowie die ungewöhnlichen Farbkombinationen in den Bläserstimmen (etwa die kurzen Akzente in den Hörnern). Harald Hodeige

fesselnd

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Veritable Showstücke Concerto sull’ Trovatore und Simpatici ricordi della Traviata

Das gesangliche Potenzial der Blasinstrumente haben im Zeitalter der Romantik zahlreiche Komponisten zum Anlass genommen, berühmte Opernmelodien instrumental zu bearbeiten und auf die Konzertbühne zu übertragen. Auch der sizilianische Oboist Antonio Pasculli, ein Wunderkind, ja eine Art Paganini auf der Oboe, ist auf den Zug der Opernhighlights seiner Zeit aufgesprungen und hat sich selbst – sicher auch mangels adäquater Sololiteratur für sein Instrument – auf der Basis populärer Melodien so manches veritable Showstück in die Finger komponiert. Stets mündet die lyrische Melodie des instrumentalen »Sängers« dabei in virtuose Variationen, die dem Doppelrohr-Blasinstrument und ihrem Spieler wahrhaft artistische Kunststücke und Extravaganzen abverlangen. Für Pascullis Stil charakteristisch sind extrem schnelle, mit Trillern und Schleifern farbenreich verzierte Tonleiterpassagen und Akkordbrechungen, die dem Spieler kaum Zeit zum Luftholen lassen und die in der Tat ohne die Spezialtechnik der Zirkularatmung (das Einatmen durch die Nase, Luftspeichern in der Mundhöhle und Nachpumpen durch die Gaumen- und Wangenmuskulatur) kaum umsetzbar wären.

Zu den Zeitgenossen, aus deren Werk Pasculli sich bediente, zählen vor allem noch heute berühmte Namen wie Rossini, Donizetti, Bellini und Verdi. Mit seinen Opernfantasien mit Motiven aus Verdis La Traviata oder Il Trovatore, in denen er sein phänomenales Können gleichermaßen klangschön wie aberwitzig virtuos in Szene setzte, ließ Pasculli das Publikum jener Zeit in wahre Begeisterungsstürme ausbrechen. Durch die gelungene Gratwanderung zwischen Show und echtem poetischem Klangzauber bleiben seine Werke jedoch auch heute noch überaus hörenswert. Kerstin Klaholz

GELUNGENE GRATWANDERUNG ZWISCHEN SHOW UND ECHTEM POETISCHEM KLANGZAUBER.

Christoph Hartmann ist 1965 in Landsberg am Lech geboren, studierte in Augsburg bei Georg Fischer, bevor er bei Prof. Günther Passin an der Musikhochschule in München sein Studium fortsetzte und mit dem Meisterklassendiplom in den Fächern Oboe und Kammermusik abschloss. Christoph Hartmann errang Preise bei den internationalen Wettbewerben in Toulon, Genf und Tokio. Nach einem ersten Engagement bei den Stuttgarter Philharmonikern kam er 1992 zu den Berliner Philharmonikern. Seither unterrichtet er an der Herbert-vonKarajan-Akademie. Solistisch tritt Christoph Hartmann regelmäßig in Europa, Asien und Amerika auf. Seiner Liebe zur Kammermusik folgend, gründete er 1999 mit Orchesterkollegen das Festival »Landsberger Sommermusiken«, aus dem das im In- und Ausland konzertierende »Ensemble Berlin« hervorging.

Eine weitere Leidenschaft des Oboisten ist der Sport. Hartmann ist passionierter Marathonläufer und Rennradfahrer. Zusammen mit seinen Partnern des Berliner Fahrradladens »Bikeline« entwickelte er eine eigene Fahrradmarke: Pasculli. Hier schließt sich der Kreis zur Musik, denn es waren Manuskripte des italienischen Oboenvirtuosen, Antonio Pasculli, die Christoph Hartmann in einer italienischen Bibliothek aufstöberte und ihn veranlassten, der in Vergessenheit geratenen Musik wieder Gehör zu verschaffen. Die CD »Fantasia Italiana« mit Opernparaphrasen von Antonio Pasculli, die 2007 als Welt-Ersteinspielung bei EMI erschien, wurde zum großen Erfolg bei Kritikern und Publikum. Christoph Hartmann spielt eine Oboe der Firma Roland Dupin.


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Tanzende Skelette Danse macabre

ekstatisch Camille Saint-Saëns war einer der bedeutendsten französischen Vertreter der Sinfonischen Dichtung – einer kompositorischen Gattung und eines Konzepts also, das außermusikalische Themen, Gedanken und Geschichten in purer Instrumentalmusik umsetzte. Seine Danse macabre basiert auf dem gleichnamigen Gedicht von Henri Cazalis (1840 – 1909) und löste bei der Uraufführung 1875 in Paris turbulente Reaktionen zwischen Schock und Begeisterung aus. Franz Liszt erstellte bereits 1876 seine nicht minder berühmt gewordene hochvirtuose Klavier-Soloversion des Stücks, nicht ohne in einem Brief an den hochgeschätzten französischen Kollegen zu bekennen, dass es »unmöglich war, die ungeheure Farbigkeit der Partitur auf das Klavier zu übertragen«.

SIE RUFEN UM MITTERNACHT DIE LEICHEN AUS IHREN GRÄBERN. Das besagte Gedicht bietet der Danse macabre also die außermusikalische Inspiration, ja es liegt ihr programmatisch zugrunde. Zwölf Glocken- beziehungsweise Harfenschläge stehen als »Ruhe vor dem Sturm« am Beginn: Sie rufen um Mitternacht die Leichen aus ihren Gräbern, denen anschließend der Tod in klanglicher Gestalt einer discordierten Violine zum Tanz aufspielt. Das Verstimmen des Saiteninstruments macht dabei einen auffälligen Effekt: Der Ton gewinnt an Schärfe, und gerade im Kontrast zum gewohnt weichen Streicherklang im Orchester wirkt das Solo »schräg« und aus der Bahn geraten. Makaber und morbid ist auch der melancholisch überzeichnete Walzercharakter; das hier erstmals überhaupt im Orchester eingesetzte Xylophon evoziert zudem das Klappern tanzender Skelette, und das zunehmend ins Panische gesteigerte Geflecht der Stimmen mündet am Ende des Hauptteils in ein »Dies irae«-Zitat. Immer ekstatischer wird der Tanz, bis der »Hahnenschrei« der Oboe den Tagesbeginn verkündet und dem spukhaften Treiben ein Ende bereitet. Kerstin Klaholz

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Zeit, eine Braut zu wählen Schwanensee »Musik ist keine Illusion, sie ist Offenbarung. Und darin besteht ihre sieghafte Kraft, dass sie eine Schönheit offenbart, die uns in keiner anderen Sphäre zugänglich ist und uns mit dem Leben versöhnt.« So schrieb Peter I. Tschaikowski im Dezember 1877 an seine Förderin und Seelenfreundin Nadeschda von Meck – wenige Monate nach der Moskauer Uraufführung seines Balletts Schwanensee, das das für den Komponisten und seine Kunst so charakteristische Zusammenwirken von Genuss, Sinnlichkeit und Melancholie in Reinform verkörpert. Schwanensee handelt von dem jungen Prinzen Siegfried, der am Vorabend seiner Volljährigkeit ein unbeschwertes Fest feiert. Seine Mutter jedoch erklärt ihm, dass es Zeit sei, eine Braut zu wählen. Als der Prinz sich wenig später auf der Schwanenjagd befindet, offenbart sich ihm die

märchenhaft

Schwanenkönigin Odette: Sie und ihre Gefährtinnen seien vom Zauberer Rotbart und ihrer bösen Stiefmutter in Schwäne verwandelt worden. Nur nachts erhielten sie ihre menschliche Gestalt zurück: ein Fluch, der nur durch die Liebe und Treue eines Mannes gebrochen werden könne. Wenn der Geliebte sie dagegen betrüge, so müsse Odette sterben. Siegfried ist entschlossen, sie zu heiraten. Auf der prunkvollen Geburtstagsfeier, an der Abgesandte aus verschiedensten Ländern teilnehmen, soll Siegfried unter sechs Prinzessinnen wählen. Der böse Rotbart erscheint mit seiner Tochter Odile, einer schwarz gekleideten Doppelgängerin Odettes. Siegfried hält


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sie für Odette und stellt sie seiner Mutter als seine Braut vor. Entsetzt muss der Prinz jedoch seinen Irrtum erkennen, durch den er seine Geliebte unwissentlich betrogen hat. Er eilt zum See, doch gerade als er Odette um Verzeihung bitten will, erscheint eine riesige, von Rotbart geschickte Welle, die ihn zu ertränken droht. Odette stürzt sich in die Flut, um den geliebten Prinzen zu retten. Das Ende der Geschichte ist, je nach Inszenierung und musikalischer Fassung, variabel: Entweder stirbt Odette in den Armen des Prinzen, oder der Prinz ertrinkt und sie bleibt allein und unerlöst zurück. Nur in der St. Petersburger Happy End-Version leben beide glücklich bis an ihr Lebensende und die Liebe triumphiert. Dass Tschaikowski selbst der tragische Ausgang näher gelegen haben dürfte, verrät nicht zuletzt die Musik, deren Pathos im nachkomponierenden Triumph-Finale wahrhaft pathetisch wirkt.

» … ZUSAMMENWIRKEN VON GENUSS, SINNLICHKEIT UND MELANCHOLIE … «

Die Doppelrolle der Odette/Odile zählt zu den attraktivsten, zugleich aber auch tänzerisch und darstellerisch anspruchs­ vollsten des klassischen Ballettrepertoires. Der Kontrast zwischen Reinheit und Düsternis, zwischen Gut und Böse, prägt selbstverständlich auch Tschaikowskis vor Fantasiereichtum und melodischer Fülle regelrecht übersprudelnde Musik – Tänze, die die märchenhafte Geschichte brillant illustrieren, die zugleich aber auch jenseits der Bühnenhandlung mit Charme und Spritzigkeit als pure Instrumentalmusik begeistern. Daneben stehen szenisch dichte Nummern, in denen die Handlung ihre innigsten, aber auch ihre dramatischsten Momente erlebt. Das Tüpfelchen auf dem i sind schließlich die durch die illustren Geburtstagsgäste aus aller Welt bedingten »national« gefärbten Tanzformen wie ein Czardas, ein russischer, ein spanischer und ein neapolitanischer Tanz. Sie erweitern die ohnehin schon mitreißende Vielfalt herrlicher Melodien und vitaler Rhythmen, die Schwanensee durch eine zauberhaft differenzierte Harmonik und durch Tschaikowskis brillante Instrumentation auch zu einem Highlight des Konzertrepertoires machen. Kerstin Klaholz

Im Winter am geöffnet Wochenende

Die aufregende Welt des Weines erleben! Von den Anfängen bis zur Gegenwart, von den Meersburger Reben zur internationalen Weinwelt. Ein schillernder Rundgang durch die Kulturgeschichte des Weines. Ein Museum für alle Sinne.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11:00 – 18:00 Uhr Öffnungszeiten ab November 2016: Samstag und Sonntag/Feiertag 11:00 – 18:00 Uhr Geschlossen: 23./24./30./31. Dezember Vorburggasse 11 | 88709 Meersburg Tel.: +49(0)7532-440260 | www.vineum-bodensee.de

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Mittwoch, 4. Januar 2017 | 20 Uhr | Milchwerk Radolfzell | Abo Radolfzell Freitag, 5. Januar 2017 | 20 Uhr | Konzil Konstanz Karten: Konzil 54 · 43 · 31 · 20 Euro  |  Milchwerk 24 · 21 · 18 Euro Weitere Konzerte: Sonntag, 1. Januar 2017  |  19 Uhr  |  Graf-Burchard-Halle Frickingen Samstag, 7. Januar 2017  |  20 Uhr  |  Stadthalle Singen

NEUJAHRSKONZERT — SPORTS ET DIVERTISSEMENTS Franz von Suppé 1819 – 1895

Eduard Strauß 1835 – 1916

Leroy Anderson 1908 – 1975

Julius Fucik 1872 – 1916

Ouvertüre zu Dichter und Bauer The Irish Washerwoman The Minstrel Boy The Rakes of Mallow The Wearing of the Green The Last Rose of Summer The Girl I left behind me * Pa use *

Bahn frei!

Winterstürme Walzer

Josef Strauß 1827 – 1870

Eislauf Polka

Franz Lehár 1870 – 1948

Gold und Silber Walzer

Josef Strauß

Vélocipède

Polka Schnell op. 259 Joseph Hellmesberger 1855 – 1907

Leichtfüssig Polka schnell

Carl Michael Ziehrer 1843 – 1922

Sport Marsch op. 519

aus der Operette Der Schätzmeister Ronan Hardiman *1961

Lord of the dance Marije Nie stepptanz Beat Fehlmann moderation Kevin Griffiths dirigent | Benjamin Lack dirigent (in Frickingen)


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Liebe Bürgerinnen und Bürger, oberbürgermeister liebe Musikerinnen und Musiker, uli burchardt liebe Freunde der Südwestdeutschen Philharmonie, auch im Jahr 2016 war die Südwestdeutsche Philharmonie ihren Gästen wieder für viele Konzertstunden Heimat. Ein Ort, an dem man ankommen, den Alltag loslassen und durchatmen kann. Immer mehr Musikfans entdecken die Philharmonie für sich – das freut mich sehr. Und auch die Bundesrepublik Deutschland hat die Qualität unseres Orchesters gewürdigt. Das Jahr endet für die Südwestdeutsche Philharmonie mit einem Paukenschlag: 5 Jahre Exzellenz-Programm samt Förderung aus Berlin, eine kleine Sensation! Mit dem neuen Chefdirigenten Ari Rasilainen beginnt zudem eine neue Ära in der Südwestdeutschen Philharmonie. Der Finne gilt heute als einer der herausragenden Dirigenten seiner Generation, und: er hat sich für Konstanz entschieden! Wir dürfen also gespannt sein.

DAS JAHR ENDET MIT EINEM PAUKENSCHLAG. Konstanz ist eine Stadt mit guten Zukunftsaussichten. Die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger, in der Stadt Konstanz zu leben, ist anhaltend hoch bis sehr hoch. Das bestätigen sowohl die 8. Konstanzer Bürgerbefragung als auch die Ergebnisse der im September veröffentlichten Urban-Audit-Umfrage. Wir als Stadtverwaltung arbeiten daran, dass das auch so bleibt. Mit der Eröffnung des Bodenseeforums Konstanz ging 2016 für viele Konstanzer der lang gehegte Wunsch nach einem Veranstaltungshaus in Erfüllung. Eine zweite gute Nachricht kam dieses Jahr aus Berlin: Mit der Baufreigabe für den Endausbau der B33 zwischen Konstanz und Allensbach kann ein Projekt vollendet werden, auf das Konstanz seit Jahrzehnten wartet. Im Bereich Bildung haben wir mit der größten Gemeinschaftsschule im Land ebenfalls einen Meilenstein gesetzt. Wie wichtig der Kinder- und Jugendbereich für uns ist, zeigt sich auch im Doppelhaushalt 2017/2018: auch in den kommenden Jahren wird viel in Kindergärten investiert.

Die Schaffung neuen Wohnraums ist aktuell die dringlichste Aufgabe für unsere Stadt. Dabei befinden wir uns auf einem guten Weg. Beim Handlungsprogramm Wohnen haben wir unsere Planziele übertroffen und wir drücken weiterhin aufs Tempo. Als wichtigen Schritt werden wir gemeinsam mit den Konstanzern im Gebiet »Nördlich Hafner« einen neuen Stadtteil entwickeln. Im bundesweiten Wettbewerb Zukunftsstadt, in dem wir es als eine von deutschen 20 Städten in die zweite Runde geschafft haben, entwickeln wird gemeinsam am Beispiel des Modellquartiers ChristianiWiesen kreative Lösungsansätze für eine effektive Nutzung von Wohnraum. Ziel ist es, die Wohnqualität zu steigern und gleichzeitig den Quadratmeterbedarf pro Person zu reduzieren. Es gibt in Konstanz also viele Bereiche und Gelegenheiten, aktiv anzupacken und die Zukunft mit zu gestalten. Hier tut sich viel, hier wird viel getan. Umso wichtiger sind die kleinen Auszeiten im Alltag. Daher: Ich freue mich auf die Konzerte, die die Philharmonie in dieser Saison für uns bereithält und wünsche den Gästen wie auch den Musikerinnen und Musikern ein aufregendes musikalisches Jahr 2017.

Ihr

Uli Burchardt Oberbürgermeister


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Entdecke die Freut ihr euch auch schon genauso auf den Winter und Weihnachten wie eduART? eduART hat drei Wünsche an den Weihnachtsmann: Er möchte unbedingt eine Pferdeschlittenfahrt machen, wie der österreichische Musikerfinder Wolfgang Amadeus Mozart sie vor 300 Jahren gemacht hat. Außerdem möchte er mit seinen Kolleginnen und Kollegen Trompetra, Posaunus, Hornella und Tubasius aus Blechhausen Plätzchen backen. Sie sollen am besten genauso zuckersüß schmecken wie die der Zuckerfee aus dem

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Ballett Der Nussknacker von Peter Tschaikowski. Sein dritter Wunsch ist, so gut Schlittschuhfahren zu lernen wie die Schlittschuhläufer bei dem Musikerfinder mit dem lustigen Nachnamen Waldteufel. Die Musik zu eduARTs Weihnachtswünschen könnt ihr euch auf unserer Homepage anhören: philharmonie-konstanz.de/education/hoerbeispiele.html

Die Zuck erfee von Peter Tschaikow Der Zuc ker glitz ski ert, g b

länzt un ei der Zu d funke ckerfee. lt nur so Aber we hat Tsch l c aikowsk hes Inst i für die rument verwend Zucker-M et, werd elodie et ihr eu Es kling ch siche t einem rlich fra Glocken ähnlich, gen. spiel zu noch da m V e z r w u echseln sieht es In Paris hatte da aus wie m e i a n ls Tscha Musikin Klavier. ikowski strumen e t i k n e neues Der Klan nnenge lernt, di g des In e s t C r e u dass er lesta. ments g extra ei efiel ihm n S s t o ü wollte e ck dafür gut, r der ers schrieb. te sein, A u seinem ßerdem der die Heimatla Celesta nd Russ einer Ta i n land vor ste setz stellt. M t man ei Bewegu it nen klei ng, der nen Ham auf eine mer in Metallp latte sch lägt.


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fer u ä l h u tsch eufel t i l h c Die S ile Waldt s Horn die von Ém inn, wie da en ruft?

Beg nd amm ihr zu läufer zus e herbei u t r ö H si uh ttsch e strömen einander. i l h c S eis mit ecken t d w t g n n e e r e r e ufg und Scha ie ren a n sie e e i t m u eht. D ngvoll um g t f disk s u r a e wu lich v der Mond n sch e Plötz n n m i . a ngs r beg leiten g u wie la huhläufe z he ttsc isfläc E e t Schli t la die g über

wissen

Bastel dir dein eigenes Posthorn Dafür brauchst du drei Dinge: ein Stück Gartenschlauch ca. einen Meter lang, einen Trichter und etwas Kordelband.

Das Stück Gartenschlauch windest du zu einer Schleife und bindest es mit der Kordel zusammen. Auf das eine Ende des Schlauches steckst du den Trichter und in das andere bläst du hinein. Beim Hineinblasen ist es wichtig, dass du die Ober- und Unterlippen nach innen einrollst und dann die Luft ausströmen lässt, so dass die Lippen sich bewegen und in Schwingung versetzt werden.

Die Kolleginnen und Kollegen der Südwestdeutschen Philharmonie wünschen euch frohe Weihnachten.

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KURZVORGESTELLT

ilya ryabokon stv. solo-cellist

Ein grandioser Konzertsaal am See Woher kommen Sie und seit wann sind Sie bei der Südwestdeutschen Philharmonie beschäftigt? Ich komme ursprünglich aus Kiew, bin jedoch russischsprachig und seit September 2013 bei der Südwestdeutschen Philharmonie. Was schätzen Sie besonders an Ihrer Arbeit? Das gemeinsame Streben nach einem möglichst perfekten Klangergebnis einerseits und andererseits auch der Raum, der für eigene musikalische Ideen und Emotionen bei der Probenarbeit bleibt. Außerdem macht die Arbeit meist Spaß und es bleibt immer noch genügend Freizeit.

OSTERFESTSPIELE in Salzburg! Erleben Sie musikalischen Hochgenuss mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden, die im Großen Festspielhaus die „Walküre“ und drei Konzerte spielt! Und freuen Sie sich auf den barocken Charme der Mozartstadt. Castellani Parkhotel****, 5 Übernachtungen / 6 Reisetage, 4 Festspielkarten, speziell qualifizierte Studiosus-Reiseleitung Unser Preis p.P. ab

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Was faszinierte Sie an klassischer Musik …? Als Teenager war ich sehr gegen klassische Musik eingestellt und sie musste mir regelrecht »aufgezwungen« werden, ebenso das Cellospielen. Erst später habe ich verstanden, dass die klassische Musik sozusagen die Urquelle für alle Musikrichtungen ist, die wir heute haben und es unglaublich viel zu entdecken gibt. Meiner Meinung nach ist sie qualitativ die »beste« Musik mit den meisten Ausdrucksmöglichkeiten. Zuhause höre ich allerdings selbst kaum klassische Musik. Ich entspanne mich lieber bei Hip-Hop oder Jazz. Haben Sie ein »heimliches« Hobby? Ich will ja jetzt nichts Falsches sagen, aber wahrscheinlich sind es Videospiele. Der Klassiker: Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen? »Gespräch eines Betrunkenen mit einem nüchternen Teufel« von Anton Tschechow. … das muss auch sein: Ihr Lieblingskomponist ist …? Es ist schwierig, sich hier festzulegen, aber ich würde entweder Tschaikowski oder Schubert sagen.

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Warum? Beide haben eine sehr emotionale, poetische und musikalische Sprache. Wenn ich diese Musik höre, dann entstehen Bilder vor meinen Augen und ich verstehe sofort, was Tschaikowski oder Schubert damit ausdrücken wollten. Bei Tschaikowski kommt natürlich auch die gemeinsame Herkunft hinzu und der nahe Bezug zur Folklore. Einen Tag lang sind Sie Oberbürgermeister in Konstanz: Welche Entscheidung werden Sie fällen? Diese Frage ist einfach. Natürlich würde ich mich für einen grandiosen Konzertsaal am See einsetzen! Die bucklige Wendelgard erfüllt Ihnen einen Wunsch – welcher soll es sein? Sowas ist ja immer von der aktuellen Lebenssituation abhängig. Im Moment würde ich mir eine unschlagbar günstige Baufinanzierung für eine Wohnung in Konstanz wünschen.

Das Gespräch führte Lena Jaeger

Entfliehen Sie dem Alltag nicht, entschweben Sie ihm!

Das hier ist der Ausblick vom Säntisgipfel. Genauso grenzenlos sind auch die Freizeit-Möglichkeiten, die Ihnen der Säntis und die Schwägalp-Region bieten. Fernab des Alltags erwarten Sie hier echte Erlebnisse in unverfälschter Natur. Der Säntis auf einen Blick – 2502 m ü. M. – Panorama-Rundsicht über sechs Länder – Grosse Aussichtsterrassen – Zwei Panorama-Restaurants – Mineralien-Ausstellung «Gwönderfitzig» – Appenzeller Wesenswege mit «Appenzeller Streichmusik, Witz und Volksweisheiten»

Säntis-Zmorge: Frühstücksbuffet inkl. Berg- und Talfahrt Erwachsene ab 16 Jahren CHF 55.00 | EUR 50.00; Kinder ab 13 Jahren, Halbtax / GA CHF 47.00 | EUR 42.75; Kinder ab 6 Jahren CHF 37.00 | EUR 33.65 Veranstaltungen in höchsten Höhen Traumhafte Vollmondfahrten, traditionelle Folklore-Abende und mehr. Alle Informationen auf www.saentisbahn.ch

saentisbahn.ch Säntis-Schwebebahn, CH-9107 Schwägalp Säntis , +41 71 365 65 65, kontakt@saentisbahn.ch

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LıEBE MACHT NASS

nach William Shakespeares »Die ganz außergewöhnliche und beklagenswerte Tragödie von Romeo und Julia«

Unter anderem mit Werken von:

Tschaikowski, Dvořák ung grieg

LiEBE MACHT NASS ist nach #Mittsommer in der Großraumdiskothek MAEX33 bereits die zweite außergewöhnliche Kooperation zwischen dem Theater Hochschule Konstanz und der Südwestdeutschen Philharmonie. Mit der Bodensee-Therme Konstanz wurde ein spannender und ungewöhnlicher Ort gefunden. Dabei ist eine grandiose Partnerschaft entstanden: Musik und Spiel treffen auf das Element Wasser.

Felix Strasser Regie Fridolin Weiner Dramaturgie Fridolin Weiner, Manuela Breucker, Stefan Topf und Felix Strasser fassung Theater Hochschule Konstanz schauspiel Vokalensemble Konstanz Steffen Schreyer dirigent


sonderkonzert

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Mittwoch, 11. Januar 2017 | 21 Uhr | Bodensee-Therme Konstanz Freitag, 13. Januar 2017 | 21 Uhr | Bodensee-Therme Konstanz Samstag, 14. Januar 2017 | 21 Uhr | Bodensee-Therme Konstanz Vorstellungsdauer: ca. 70 Minuten Karten: 30 Euro ∙ ermäßigt 18 Euro  |  Studierende 6 Euro oder Kulturticket 30 Minuten vor Beginn der Vorstellung

Amanns Herzensprojekt Roman + Julia

Moosbrugger und Amann heißen die beiden mächtigen Familienclans, die das Leben im südbadischen Konstanz bestimmen und ihre Feindschaft seit mehr als 600 Jahren öffentlich austragen. Anlässlich des zehnjährigen Geburtstags der BodenseeTherme Konstanz, lässt es sich der Clan der Amanns nicht nehmen, ein philharmonisches Charitykonzert in der Therme zu veranstalten, um für ein Herzensprojekt zu werben: Ein Konzerthaus für Konstanz. Natürlich wollen die Amanns ein für alle Mal klar stellen, wer Macht und Einfluss in der altehrwürdigen Konzilstadt besitzt. Klar, dass die Moosbruggers das nicht auf sich sitzen lassen können. Die gehen auf die Barrikaden und versuchen die Veranstaltung mit allem, was ihnen zur Verfügung steht, zu stören. Ihre Haltung zu einem Konzerthaus ist eindeutig: Wer braucht schon ein Konzerthaus – was in Konstanz wirklich fehlt, ist Wohnraum für alle. Roman, ein junger Moosbrugger, und Julia, eine Amann, begegnen sich bei diesem Charitykonzert in der Therme und haben keine Ahnung, wen sie da vor sich haben – verlieben sich unsterblich ineinander, nicht ahnend, dass die Fehde der beiden Konstanzer Familien stärker ist.

Wichtige Information für die Besucher:

Insgesamt stehen an allen Abenden genügend trockene Sitzplätze zur Verfügung. Sie können die Zeit während der Vorstellung aber auch im Wasser verbringen. Bitte tragen Sie in jedem Fall »dem Bade angemessene Kleidung«. Das bedeutet: Minimal Badebekleidung, maximal empfehlen wir Shorts, T-Shirt und

Von der berühmten Szene auf der Wasserrutsche über nasse Duelle im großen Becken der Therme, Mord und Täuschung im Restaurant Seelig bis hin zum Ende zweier Menschen: Ein Abend über die Frage, was in unserem Leben wirklich zählt und wofür oder für wen es lohnt sich einzusetzen. Felix Strasser

WAS IN UNSEREM LEBEN WIRKLICH ZÄHLT.

Bademantel. In der Therme ist es warm genug, damit Sie sich auch bei winterlichen Temperaturen wohlfühlen werden. Jeder Gast erhält an der Abendkasse einen Schlüssel für seinen eigenen Umkleide-Spind. Bitte vergessen Sie nicht ihr Handtuch.

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Fotos von den Proben zu …

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Sonntag, 19. Februar 2017  |  18 Uhr  |  Wolkenstein-Saal im Kulturzentrum am Münster, Konstanz Karten: 18 · ermäßigt 14 Euro

DER LEIDENSCHAFTLICHE ZEITGENOSSE Ein Abend für Roger Willemsen

»Das Leben kann man nicht verlängern, aber man kann es verdichten«, hat Roger Willemsen einmal gesagt. Kein anderer deutscher Schriftsteller und Intellektueller vereint wie Roger Willemsen Humor und Geisteskraft, den liebenden und den scharf analysierenden Blick, Übermut und Realitätssinn. Am 7. Februar 2016 ist dieser sprühende, lebenslustige und nicht nur leidenschaftliche, sondern auch liebenswerte Zeitgenosse in seinem Haus bei Hamburg nach kurzer Krankheit gestorben. Seitdem fehlt er vielen. Es ist die Aufgabe dieser vielen Weggefährten, Leser und Zuhörer, sein Werk und seine Persönlichkeit in der Erinnerung, im Erzählen und Lesen lebendig zu halten. Einmal mehr tun wir das am heutigen Abend, wenn Schauspielerin und Sprecherin Marion Mainka aus den Werken von Roger Willemsen liest und Branislava Tatic (Violine), Constanze Faißt (Viola), Johanna Kreuzhuber (Violoncello) und Karoline Renner (Flöte) musikalisch mit Werken von Ludwig van Beethoven, Aaaron Copland, Kazuo Fukushima und Tigran Mansurian antworten.

»DAS LEBEN KANN MAN NICHT VERLÄNGERN, ABER MAN KANN ES VERDICHTEN« ROGER WILLEMSEN

Branislava Tatic violine Constanze Faißt viola Johanna Kreuzhuber Violoncello Karoline Renner flöte Marion Mainka lesung Insa Wilke Textauswahl

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36 philharmonisches konzert

PROVOKATION Joseph Haydn 1732 – 1809

Symphonie Nr. 94 G- Dur Hob I »Mit dem Paukenschlag« Adagio cantabile – Vivace assai Andante Menuetto. Allegro molto Finale. Allegro di molto

Nino Rota 1911 – 1979

Posaunenkonzert Allegro giusto Lento, ben ritmato Allegro moderato

* Pa use * Dmitri Schostakowitsch 1906 – 1975

Symphonie Nr. 9 Es-Dur op. 70 Allegro alla breve Moderato Presto Largo Allegretto – Allegro

Fabrice Millischer posaune Mikhail Agrest dirigent

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philharmonisches konzert

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Mittwoch, 18. Januar 2017  |  20 Uhr  |  Konzil Konstanz Abo A Freitag, 20. Januar 2017  |  20 Uhr  |  Konzil Konstanz Abo B Sonntag, 22. Januar 2017  |  18 Uhr  |  Konzil Konstanz Abo E Einführungsvortrag eine Stunde vor Konzertbeginn Konzertdauer: ca. 90 min. Karten: 48 · 38 · 28 · 18 Euro  |  Inklusive kostenlose - Benutzung zu den Konzerten

Mit Pauken gegen Musikfeinde Symphonie mit dem Paukenschlag

überraschend Am 23. März 1792 stellte Joseph Haydn in London seine Symphonie Nr. 94 vor. Ihr sensationeller Erfolg beruhte vor allem auf einem einzigen Takt, dem 16. des zweiten Satzes. Zuvor tragen die Violinen eine volksliedhafte Melodie vor, wiederholen sie noch sanfter. Doch plötzlich zerstört ein Fortissimo-Schlag des Orchesters die Idylle – fürs erste zumindest, denn danach fahren die Musiker so unschuldig fort, als wäre nichts geschehen. Wollte Haydn womöglich die »Konzertschläfer« unter den Zuhörern wachrütteln? Danach befragt, antwortete er seinem späteren Biografen Griesinger: »Nein, sondern es war mir daran gelegen, das Publikum durch etwas Neues zu überraschen und auf eine brillante Art zu debütieren, um mir nicht den Rang von Pleyel, meinem Schüler, ablaufen zu lassen.«

Haydn war von dem Impresario Johann Peter Salomon für einige Konzerte in der englischen Hauptstadt engagiert worden. Mit dieser Reihe rivalisierten allerdings die »Professional Concerts«. Im Wettstreit um die attraktivste Musik heuerte das Unternehmen den Haydn-Schüler Ignaz Pleyel an und streute das Gerücht, Haydn selbst sei müde und ausgelaugt. Dieser setzte sich jedoch durch – mit höchster kompositorischer Kunst, großer Aufgeschlossenheit gegenüber den Bedürfnissen der einfachen Musikliebhaber und immer neuen, überraschenden Einfällen. Über dem Knalleffekt, der seiner Symphonie Nr. 94 die Beinamen »mit dem Paukenschlag« und »Surprise« einbrachte, sollte man allerdings nicht die Qualitäten der übrigen Sätze vergessen. Der erste gefiel den Londonern wegen seines tänzerischen Charakters. Das Menuett nähert sich durch sein rasches Tempo einem Scherzo an, und das Finale beeindruckt gleichermaßen durch raffinierte Form und virtuose Brillanz. Jürgen Ostmann

Mikhail Agrest wurde in Sankt Petersburg geboren und studierte bei Josef Gingold an der Indiana University

School of Music in den USA, bevor er seine Dirigierstudien bei Ilya Musin und Mariss Jansons in Sankt Petersburg verfeinerte. Mit dem Orchester des Mariinski-Theaters, bei dem er seit 2001 als Dirigent tätig ist, ging er im selben Jahr auf Tournee nach Europa, Japan, Großbritannien, in den Fernen Osten und die USA. 2003 debütierte er an der Metropolitan Opera New York und am Royal Opera House Covent Garden in London. Sein Operndebüt gab Mikhail Agrest 2008 an der Königlichen Oper Schweden, woraufhin im selben Jahr Don Giovanni an der Opera Australia und The Rake’s Progress an der Opera de Oviedo folgten. 2009 stand er am Pult der Glimmerglass Opera. Als Gastdirigent dirigierte Mikhail Agrest an der English National Opera und am Royal Opera House Covent Garden. Mikhail Agrest trat mit Orchestern weltweit auf, unter anderem mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Orchestre de la Suisse Romande, dem London Philharmonic Orchestra, dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, dem City of Birmingham Symphony Orchestra, dem BBC Symphony Orchestra, den Sankt Petersburger Philharmonikern sowie den Orchestern der Komischen Oper Berlin, dem Opernhaus Zürich, der Königlichen Oper Schweden, der Opéra de Lyon und dem Teatro San Carlo in Neapel. Mikhail Agrest dirigiert regelmäßig Vorstellungen des Semperoper Balletts.

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Vielfarbiger Stilmix Posaunenkonzert

alpenländisch Federico Fellini ließ seine Filmmusiken 25 Jahre lang ausschließlich von einem Mann schreiben: Nino Rota. Doch auch andere bekannte Regisseure wie Lucchino Visconti, Franco Zeffirelli oder Francis Ford Coppola wussten seine Dienste zu schätzen. Seine rund 140 Filmmusiken machten den italienischen Komponisten weltberühmt – dass er daneben eine ganz normale »seriöse« Laufbahn verfolgte, Symphonien, Opern und nicht zuletzt 13 Solokonzerte schrieb, ist weniger bekannt. Rota selbst sagte dazu: »Ich glaube nicht an eine Unterteilung in verschiedene Musiksparten. Filmmusik oder andere Musik: Ich bin immer mit dem gleichen Eifer dabei«. Allerdings wurde Rota von manchen Kollegen auch abgelehnt, nicht nur wegen seiner cineastischen Erfolge, sondern vor allem, weil seine Musik unzeitgemäß erschien: Charakteristisch für sie sind Anleihen bei verschiedensten älteren Stilen. Musikdetektive können

ICH BIN IMMER MIT DEM GLEICHEN EIFER DABEI.

in seinen Werken Rossini ebenso finden wie Ravel, Casella (einen seiner Kompositionslehrer), Strawinski (mit dem er befreundet war) oder Volksund Trivialmusik. Beispiele für diesen vielfarbigen Stilmix finden sich auch im Posaunenkonzert aus dem Jahr 1966. Während wenige schroffe Motive des Soloinstruments den knapp gefassten ersten Satz dominieren, stoßen im breiter ausgeführten zweiten Satz unterschiedliche Charaktere aufeinander. Den Anfang beherrscht ein Trauermarsch. Dann folgen fließendere Melodien der Posaune über PizzicatoBegleitung, ein elegischer Dialog zwischen den Instrumentengruppen und die Rückkehr zum Trauermarsch. Noch abwechslungsreicher gestaltete Rota das Finale. Hier wechseln sich etüdenhafte Tonleiterpassagen mit energischen Fanfaren ab, sentimentale Streichermelodien mit alpenländisch anmutenden Dreiklangsbrechungen. Jürgen Ostmann

Fabrice Millischer begann seine musikalische Ausbildung am Konservatorium in Toulouse. Seine Liebe zur

Musik begann für das Kind einer Musikerfamilie am Klavier, sehr bald galt sein Interesse dem Violoncello und der Posaune – beide Instrumente studierte er am Konservatorium in Toulouse und beendete sein Studium mit Bestnoten. 2006 gründete er das Posaunenquartett »Quartbone«, das sich vor allem der Entwicklung der Posaune vom Barock bis heute widmet. Fabrice Millischer konzertiert regelmäßig mit bekannten Barockensembles wie Le Concert des Nations, Sacqueboutiers und dem Insula Orchestra. Als gefragter Solist gastiert er bei renommierten Orchestern wie dem Wiener Kammerorchester, dem SWR-Radiosinfonieorchester Stuttgart, der Philharmonie Baden-Baden oder dem Orchester »Hermitage« aus Sankt Petersburg. Von 2008 bis 2013 war Fabrice Millischer Solo-Posaunist der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern. Neben dem Gewinn des ARD-Wettbewerbes ist Fabrice Millischer auch Preisträger weiterer zahlreicher internationaler Wettbewerbe. 2011 gewann er den »französischen Echo« – den »Victoires de la Musique« in der Gattung bester Nachwuchskünstler und den EchoKlassik Preis 2014 für die Konzerteinspielung des Jahres. Trotz seines jungen Alters ist Fabrice Millischer darüber hinaus bereits ein gefragter Lehrer seines Instruments – ein Bereich, der ihm persönlich sehr am Herzen liegt. Seit 2008 unterrichtet er am Konservatorium Paul Dukas in Paris, seitdem ist er Professor für Posaune an der Hochschule für Musik Freiburg.


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Parteiamtlich getadelt Symphonie Nr. 9

Wer sich in älteren, vor allem sowjetischen Büchern über Schostakowitsch und seine 9. Symphonie kundig machen will, findet widersprüchliche Angaben. Da liest man, das Opus 70 sei schnell und mit leichter Hand im August 1944 entstanden; an anderer Stelle, der Komponist habe Ende 1944 seine »Neunte« erst geplant – und zwar mit Soli und Chor – und das Werk sei im Sommer 1945 fertig geworden. Wieder ein anderes Buch behauptet, »gleich nach Beendigung des Krieges (bekanntlich 8. Mai)« habe die Uraufführung stattgefunden. Das genaue Datum ist aber der 3. November. Hinter diesen Jahreszahlen scheint eine staatsverordnete Wahrheitskorrektur zu stehen: Erstens durfte ein vaterländischer Komponist im grausam-heroischen Kriegsjahr 1944 keine symphonische Lustbarkeit entworfen, skizziert oder gar vollendet haben; zweitens war nach der heldischen 7. (»Leningrader«) und der tragischen 8. Symphonie etwas zumindest Erhabenes zu erwarten; drittens war das Werk überhaupt suspekt. Der Komponist wurde ihretwegen in die kunstdiktatorische Mangel genommen, so sehr, dass er seine nächste Symphonie erst neun Jahre später zu schreiben wagte. Vorher versöhnte er Stalin mit dem Jubel-Oratorium Das Lied von den Wäldern (1950) – und der Diktator sich mit dem Komponisten durch die Verleihung des Stalin-Preises. Schostakowitschs »Neunte« gehört zu den meistgespielten seiner 15 Symphonien, vielleicht gerade aus den Gründen, derentwegen man sie parteiamtlich getadelt hatte: Bürgerlich-dekadenter Neuklassizismus, Formalismus, mangelnde Volkstümlichkeit. Dem Komponisten ist mit dem Opus 70 seine heiterste Symphonie gelungen, zugleich eine mit so emotionalen Kontrasten, dass der zuweilen gewagte Vergleich mit Prokofieffs Symphonie classique der Komposition nicht gerecht wird.

SCHOSTAKOWITSCHS »NEUNTE« GEHÖRT ZU DEN MEISTGESPIELTEN SEINER 15 SYMPHONIEN. Formal ist der erste Satz der klassischen Sonatenform verpflichtet. Das mit einem fallenden Dreiklang und leisem »marcato« einsetzende Thema I erfüllt die Regel der Achttaktigkeit, das Thema II wird mit Posaunen-Quarte angekündigt, doch dann kommt kein blechernes Pathos, sondern ein pfiffiges Solo der Piccoloflöte. Der ModeratoSatz in h-Moll ist ein tieftrauriges Idyll. Über einem Pizzicato-Ostinato klagt ein Klarinettenlied, bald schließt sich imitatorisch die zweite A-Klarinette an, die große Flöte übernimmt, am Ende vergeht es im Piccolo-Adagio. In der Mitte des Satzes (freie, dreiteilige Arienform) klagen Streicher und Hörner in chromatischen Dreiklangsparallelen – expressive Melancholie mit ganz stillem Dur-Ende. Im pausenlos sich anschließenden Presto-Satz wird plötzlich aus der trauernden eine Tarantella tanzende Klarinette. Ein orchestrales Bravourstück im Sechsachteltakt mit Skalen, Sprüngen, Blechsynkopen. »Attacca« folgt die GegenEmotion: scharf punktiertes Unisono des tiefen Blechs, ein Beckenschlag, und über einem Sextakkord der tiefen Streicher intoniert das Solo-Fagott ein lyrisches Lamento bis zum Ersterben. Dann noch einmal der Gefühlsumschlag und das gerade noch so traurige Fagott setzt mit Staccato zu einer übermütigen Galoppade an. Ein turbulentes Rondo mit Holzbläser-Witz, rhythmischer Ekstase über dem Bassthema und stolpernden Taktwechseln erreicht nach vielen Klangund Tonartabenteuern überraschend das Anfangs-Es-Dur. Archiv

heiter

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VON EINEM ANDEREN STERN Was macht das Genie Mozart aus?

Bleibt eine Erscheinung wie Wolfgang Amadeus Mozart, so wie es Johann Wolfgang von Goethe gegenüber Johann Peter Eckermann im Gespräch äußerte, immer »ein Wunder, das nicht weiter zu erklären ist«? Von dem Wunderkind Mozart sind in der Tat die wundersamsten Dinge überliefert. Mit fünf Jahren schrieb er seine ersten Menuette, mit elf sein erstes Bühnenstück, mit vierzehn soll er dann Gregorio Allegris zweichöriges a-cappella-Stück »Miserere« in Rom gehört und wenige Tage später aus dem Gedächtnis korrekt aufgeschrieben haben. Und seine Ouvertüre zu Don Giovanni hat Mozart mit 31 Jahren am Tag vor der Premiere der Oper in Prag in einem Zug niedergeschrieben. Und doch ist nichts irreführender als die Legende um Mozart als einem Günstling der Götter, dem alles zugefallen sei. Wenn Harnoncourt in seiner Rede zu Mozarts 250. Geburtstag den Komponisten für ein Genie erklärte, das von einem anderen Stern komme, so erhellt dies nichts.

FRUCHT EINER LANGEN, MÜHEVOLLEN ARBEIT.

Mozart hat, nachdem er 1782 durch den Baron van Swieten mit Werken des alten Bach vertraut gemacht wurde, vor allem dessen Fugen studiert und seinen eigenen Kontrapunkt grundlegend geändert. An der Komposition seiner sechs Haydn gewidmeten Streichquartette saß er über zwei Jahre. Als er die Partitur dem Freunde schließlich übergab, sprach er von der »Frucht einer langen, mühevollen Arbeit.« Und wenn der so reich beschenkte Haydn, nachdem er drei der Quartette gehört hatte, dem Vater gegenüber Mozart den größten Komponisten nannte, den er persönlich kenne, weil er Geschmack habe und »überdieß die größte Compositionswissenschaft«, so hat er den Kern des Genies Mozart auf den Punkt gebracht. Wenn dieser seine letzte Symphonie auf das Finale hin ausrichtete, schuf er das Muster, an dem sich das ganze 19. Jahrhundert orientierte. Mozart, der sich im Grunde totgearbeitet hat, wusste sich am Ende seines Lebens durchaus selbstbescheiden einzuschätzen, als er beklagte, jetzt abberufen zu werden, wo er doch eigentlich mit seiner Arbeit erst am Anfang stehe. Sebastian Urmoneit


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Freitag, 27. Januar 2017 | 20 Uhr | Festsaal Inselhotel Konstanz Einführungsvortrag eine Stunde vor Konzertbeginn Karten: 38 · 28 Euro  |  Mozart Trio (Wolfgang am See I bis III): 63 · 47 Euro

WOLFGANG AM SEE I Übermütig

Wolfgang Amadeus Mozart 1756 – 1791

Serenade Nr. 13 KV 525 »Eine kleine Nachtmusik« Allegro Andante Menuetto Allegro

Symphonie D-Dur KV 504 »Prager« Adagio – Allegro Andante Presto

Exsultate Jubilate KV 165 Voi avete un cor fedele KV 217 * Pa use *

Katja Stuber kommt aus der Oberpfalz und studierte in München und Saarbrücken bei Christian Gerhaher und Ruth Ziesak. Als Konzertsolistin musiziert sie mit Orchestern wie dem Münchner Symphonie- und Rundfunkorchester, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem NDR Sinfonieorchester, den Bamberger Symphonikern, dem Swedish Radio Symphony, Concerto Köln, dem BalthasarNeumann-Ensemble und Akamus Berlin. Im Sommer 2011 feierte Katja Stuber ihr viel beachtetes Debüt bei den 100. Bayreuther Festspielen unter der musikalischen Leitung von Thomas Hengelbrock und war in den Festspielsommern 2012 bis 2014 unter Christian Thielemann und Axel Kober zu hören. In der Saison 2009/2010 war Katja Stuber am Bayerischen Staatstheater am Gärtnerplatz in München engagiert und ist seit der Spielzeit 2014/2015 Ensemblemitglied im Hessischen Staatstheater in Darmstadt.

Katja Stuber sopran Philipp von Steinaecker dirigent

Philipp von Steinaecker ist in der deutschen

Romantik gleichermaßen zu Hause wie in der zweiten Wiener Schule, hat aber auch für die Musik des Barocks und der Wiener Klassik ein sehr detailliertes und spezifisches Stilempfinden entwickelt und mit Musica Saeculorum sein eigenes Originalklang-Orchester gegründet. Er studierte Cello an der Juilliard School in New York und am CNSM in Paris. Als Mitglied des Mahler Chamber Orchestras spielte er viel unter Claudio Abbado und arbeitete als Solocellist eng mit Sir John Eliot Gardiner zusammen. Bereits Mitglied im MCO, studierte Philipp von Steinaecker Dirigieren an der Musikhochschule in Wien. Seitdem hat er eine schnell wachsende Zahl von Orchestern dirigiert und sprang mehrmals für Claudio Abbado beim Orchestra Mozart in Bologna ein.


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Samstag, 28. Januar 2017 | 20 Uhr | Festsaal Inselhotel Konstanz Einführungsvortrag eine Stunde vor Konzertbeginn Karten: 38 · 28 Euro  |  Mozart Trio (Wolfgang am See I bis III): 63 · 47 Euro

WOLFGANG AM SEE II Ungetrübt

Wolfgang Amadeus Mozart 1756 – 1791

Ouvertüre zu Der Schauspieldirektor Klavierkonzert C-Dur KV 467 Allegro maestoso Andante Allegretto

Symphonie D-Dur KV 385 »Haffner« Allegro con spirito Andante Menuetto Finale Presto

* Pa use *

Danae Dörken klavier Philipp von Steinaecker dirigent

Danae Dörken wurde 1991 in Wuppertal geboren, wuchs in einer deutsch-griechischen Familie auf, erhielt im Alter von fünf Jahren ihren ersten Klavierunterricht bei Marina Kheifets und gewann nur sechs Monate später ihren ersten Klavierwettbewerb. Seitdem erhielt sie bereits zahlreiche Preise in nationalen und internationalen Wettbewerben. Beim »International Competition for Young Musicians« in Enschede, Niederlande, wurde eigens für ihre herausragenden Leistungen als jüngste Teilnehmerin des Wettbewerbs der »Prix Unique« eingeführt, der seitdem jedes Jahr vergeben wird. Obwohl erst 24 Jahre alt, hat Danae Dörken bereits Klavierkonzerte und Rezitale in den bedeutendsten Sälen, wie der Philharmonie Köln, der Philharmonie Essen, dem Gasteig München, dem Konzerthaus Berlin, der Laeiszhalle Hamburg, der Tonhalle Düsseldorf, der Alten Oper Frankfurt und dem Beethoven-Haus Bonn gespielt.


sonderkonzert

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Sonntag, 29. Januar 2017 | 18 Uhr | Festsaal Inselhotel Konstanz Einführungsvortrag eine Stunde vor Konzertbeginn Karten: 18 · 14 Euro  |  Mozart Trio (Wolfgang am See I bis III): 63 · 47 Euro

WOLFGANG AM SEE III Unheimlich

Wolfgang Amadeus Mozart 1756 – 1791

Figaros Hochzeit

In einer Bearbeitung für Bläser, Sopran und Sprecher

Barbara Zinniker Thalmann sopran Hans Helmut Straub sprecher Miroir quintett Gabriel Ahumada flöte Alexander Hanßmann oboe Erich Born klarinette Yuki Hanßmann fagott Hubert Renner horn

Barbara Zinniker thalmann erhielt ihre Ausbildung an der Schola Cantorum in Basel, wo sie ihre Studien 1989 bei Conrad Steinmann mit dem Diplom für Alte Musik abschloss. Sie studierte Gesang bei Elisabeth Zinniker und erhielt 1993 das Lehrdiplom mit Auszeichnung. Eine Vertiefung ihrer Studien, so wie Meisterkurse erfolgten bei Bodil Gümoes, Kopenhagen; John Norris, Berlin; Rainer Altorfer, Basel. Ihr vielseitiges Repertoire reicht vom Barock bis zur zeitgenössischen Literatur. Barbara Zinniker ist eine gefragte Konzertsängerin und mit den großen Oratorien und Konzertwerken bestens vertraut. Ebenso begeistert sie sich für die Kammermusik und den Liedgesang.

Seit 1996 spielen die fünf Solisten des Miroir Quintett in ihrer heutigen Besetzung. Durch kontinuierliches Zusammenspiel haben sie sich in den vergangenen Jahren ein bemerkenswertes Repertoire erarbeitet. Durch sein unbeschwertes Konzertieren unterstreicht das Miroir Quintett, dass künstlerisch anspruchsvolle Musik sehr wohl auch kurzweilige Unterhaltung bietet.

Hans Helmut Straub wurde in Lähn im Riesen-

gebirge, Schlesien geboren. Aufgewachsen ist er in Bayern. Er nahm Schauspielunterricht bei Ado Riegler in München und arbeitete seit 1962 als Schauspieler in wechselnden Engagements. Die wichtigsten Stationen waren Kassel, Neuwied, Kaiserslautern, Tübingen (LTT) und Freiburg. Seit 1985 war er am Theater Konstanz tätig, seine wichtigsten Rollen dort: Bruder Eichmann, Kreon, Bockerer, König Lear, Nathan, Shylock. Seit August 2006 ist er mit vielen Gastverpflichtungen im Ruhestand. Während der Konstanzer Zeit beschäftigte er sich auch mit Puppentheater, es entstanden mehrere eigene Stücke, die mit selbstgefertigten Puppen aufgeführt wurden.


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MUSIQUE POUR FAIRE PLAISIR Françoise Devienne 1759 – 1803

Quartett für Fagott und Streichtrio Nr. 1 C-Dur op. 73 Allegro spiritoso Adagio cantabile Rondo: Allegro moderato

François Devienne

Duo Concertant Nr. 4 B-Dur op. 3 Allegro Rondo

* Pa use * Antonín Dvořák 1841 – 1904

Streichquintett Nr. 2 G-Dur op. 77 Allegro con fuoco – Più mosso Scherzo. Allegro vivace – Trio. L’istesso tempo, quasi allegretto Poco andante – L’istesso tempo Finale. Allegro assai

Jean Françaix 1912 – 1997

Divertissement für Fagott und Streichquintett Vivace Lento Vivo assai Allegro

Kyoko Tanino violine | Pawel Katz violine | Berenice Guerrero Ogando viola Ilija Andrianov violoncello | Gabriele Basilico kontrabass | Mitsuo Kodama fagott

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kammerkonzert

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Mittwoch, 1. Februar 2017 | 19.30 Uhr | Planetarium Kreuzlingen [CH] Karten: 18 Euro · ermäßigt 14 Euro  |  16 CHF · ermäßigt 12 CHF

Augenzwinkernd

vital

Savoir vivre in Tönen Die französische Musik ist berühmt für ihren feinsinnigen Einsatz der Instrumentalcharaktere und für ihre Kunst, die individuellen Klangfarben zu vielfältig schillernden Gemälden zu kombinieren. Eine nonchalante Leichtigkeit, ein ausgesprochen kommunikativer Geist und oft auch ein gewitzt-verspielter Gestus zeichnen darüber hinaus französische Kompositionen quer durch die Jahrhunderte aus. Kurz: ein Laissez-faire und Savoir-vivre in Tönen! Der französische »Klassiker« François Devienne, selbst Flötist und Fagottist, hat ein umfangreiches Œuvre hinterlassen, in dem neben der Oper die Kammermusik eine bedeutende Rolle spielt. Ganz anders als in der klassischen Wiener Tradition, wo sich fast ausschließlich Werke weniger zentraler Kammermusikgattungen finden und in der Blasinstrumente die absolute Ausnahme bilden, hat Devienne die Bläserfarben – seinen eigenen Bedürfnissen, aber auch der Pariser Tradition folgend – ausgesprochen häufig und individuell eingesetzt und den Streichern praktisch gleichwertig gegenübergestellt. Allein dass er mehrere konzertante Duos für Cello und Fagott komponierte, die doch seinerzeit als Bassinstrumente vielmehr funktional als vordergründig solistisch zum Einsatz kamen, zeigt, wie Devienne mit einem Augenzwinkern versteckte Potenziale in der Musik aufzudecken suchte.

» … MUSIKALISCHER WETTSTREIT, VOR ALLEM ABER SPIELERISCHES GEBEN UND NEHMEN … «

Das unterhaltsame Dialogisieren der beiden Bassinstrumente, musikalischer Wettstreit, aber vor allem auch ein spielerisches Geben und Nehmen, lässt dabei durchaus auch aus heutiger Perspektive noch staunen. In den drei Quartetten für Fagott und Streichtrio stehen lebhafte Dialoge zwischen Quasi-Solo und MiniEnsemble im Mittelpunkt, wobei insbesondere im galanten Variationsfinale des C-Dur-Trios alle Instrumente sich mehrfach auch solistisch in Szene setzen dürfen. Dass rund 150 Jahre später Jean Françaix mehrere seiner Werke als »Divertissement« betitelte, sagt ungemein viel aus über seinen Anspruch an die Musik an der Schwelle zur Moderne. Nicht tiefsinnige Erbauung und eindrucksvolle Wucht waren jetzt gefragt, sondern vielmehr geistreiche Unterhaltung im besten Sinne, eine wache, vitale Musik, die in die Zukunft wies. Der Neoklassizismus war geboren, Klarheit und Durchsichtigkeit lebten in der Kunst wieder auf, und mit ihnen erlebte insbesondere die Kammermusik neue Höhenflüge. Dabei trat das Individuelle und das Charakteristische in den Vordergrund, und die Musik schillert ebenso facettenreich wie ihre Zeit. Françaix‘ Kompositionen sind von Eleganz, vitalem Esprit und rhythmischer Raffinesse geprägt. Von ihm stammt die Aussage, ihm gehe es in erster Linie darum, »musique pour faire plaisir« (Musik, die Freude macht) zu komponieren – Musik, die jedermann spontan zugänglich und doch voller spezifischer Reize ist. Musik, die gewitzt und mit gesundem Eigensinn Haken schlägt. Das Divertissement für Fagott und Streichquintett aus dem Jahr 1942 sprüht regelrecht vor dynamischer und rhythmischer Nuancen und Akzente. Der spezifische Klangcharakter des Fagotts verleiht der Musik dabei durchaus auch einen gewissen Slapstick-Effekt. Schmunzeln ist hier definitiv erlaubt! Kerstin Klaholz

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Montag, 20. Februar 2017 | 20.11 Uhr | Konzil Konstanz Dienstag, 21. Februar 2017 | 20.11 Uhr | Konzil Konstanz Karten: 54 ∙ 43 ∙ 31 ∙ 20 Euro

PHASNACHTSKONZERT DER SÜDWESTDEUTSCHEN FILHARMONIE Eine musikalische Fluchtbewegung

Wir schreiben das Jahr 2017. Die geopolitischen Aussichten, der Bundestagswahlkampf und die Parkplatzsituation in Konstanz sind an Trostlosigkeit nicht zu überbieten. Dirigenten schlagen mit Taktstöcken auf wehrlose Musiker ein. Und auch das Wetter ist schlecht. Die Konstanzer Bürger strömen in Massen zum Konzil und stellen Fragen: Wer gibt der Fonie ihren Sinn zurück? Wer bringt den nötigen Ernst ins Amüsical? Und wer heilt diese Welt endlich vom Operett-Syndrom? Einzig der Konstanzer Musiker und Moderator Tobias Bücklein bietet Orientierung in dieser schweren Zeit. Er organisiert eine radikale Flucht aus der Wirklichkeit in die Narretei und führt dabei sein Publikum natürlich wie immer hinters Licht und an der Nase herum.

Mit Tobias Bücklein leitung und Überraschungsgästen aus Finnland und anderswo


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Die Welt braucht Dirigenten! Von wem wollen wir uns führen lassen? Wem legen wir die Macht über unsere Entwicklung in die Hände? Diese Frage verdient immer reifliche Überlegung. Sei es für die Dauer einer Legislaturperiode oder einer Symphonie. Deshalb hat sich die Südwestdeutsche Philharmonie mit der Auswahl eines neuen Chefdirigenten ein Jahr lang Zeit gelassen. Deshalb bereisten im US-Wahlkampf die Kandidaten ebenso lange das Land. Je wichtiger das Amt, desto länger dauert die Auswahl. (Wobei es in diesem Zusammenhang verwundert, dass es für die Nachfolge von Bundespräsident Gauck wenige Monate vor der Wahl noch nicht einmal einen Kandidaten gibt.) Musikalische wie gesellschaftliche Anführer teilen das Schicksal, dass sie vom Volk immer wieder für wirkungslos und überflüssig angesehen werden. Nicht nur angesichts der Kosten einer Führungsperson liebäugelt deshalb so mancher mit der institutionellen Anarchie: Kommen wir nicht auch ohne Dirigenten sehr gut zurecht? Unser privater Alltag, die gesellschaftliche Kammermusik sozusagen, gelingt zumeist auch ohne Führung ganz gut. Wir suchen uns einfach eine Gruppe, mit der es harmoniert, und in der man sich über die Musik-Richtung einig ist. In den eigenen vier Wänden ist es egal, ob unsere Musik auch einen positiven Beitrag zur »Harmonia Mundi« leistet. Wir können zwischen Brahms und Punk frei wählen. Wer dagegen ohne Anführer in einer Gruppe von mehr als zehn Personen harmonieren will, muss gewisse Abstriche bei inhaltlicher Differenzierung und stilistischer Breite machen. Die entsprechende (Wut-)Bürgerbewegung oder die Fankurve im Fußballstadion wären da eine Möglichkeit. Denn um aus 50.000 Kehlen »Ihr könnt nach Hause fahrn, Ihr könnt nach Hause fahrn … « zu intonieren, braucht es weder einen Joschka noch einen Gotthilf Fischer.

POLITIKER WIE DIRIGENTEN WERDEN VOM VOLK GERNE NACH DEN PAAR MINUTEN IM RAMPENLICHT BEURTEILT. DABEI HABEN SIE 90 PROZENT IHRER ARBEIT LANGE DAVOR GELEISTET.

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von tobias bücklein KOLUMNE

Geht es aber darum, eine Mahler-Sinfonie aufzuführen oder die Probleme der Welt zu lösen, wird es ohne Dirigenten bzw. Präsidenten schwer: Dann braucht es jemanden, der die wichtigen von den unwichtigen Themen unterscheiden kann, einen Blick fürs Ganze hat und Schwierigkeiten erkennt, lange bevor die Proben beginnen. Gute Anführer können zuhören, entschieden handeln, sich im rechten Moment zurückhalten. Sie rauben dem einzelnen nicht die Selbstverantwortung, sondern schöpfen sie voll aus. Und sie stellen im besten Fall den Erfolg der Sache vor die eigene Wirkung. Nur so kann in kürzester Zeit ein kongruentes, harmonisches Zusammenspiel ganz unterschiedlicher Gruppen entstehen. Politiker wie Dirigenten werden vom Volk gerne nach den paar Minuten im Rampenlicht beurteilt. Dabei haben sie 90 Prozent ihrer Arbeit lange davor geleistet. Beide können alleine nicht viel Gutes bewirken. Sie brauchen dafür Intendanten, Konzertmeister, Stimmführer. Aber sie können alleine eine ganze Menge versauen. Mit zwei, drei falschen Entscheidungen, falschen Einsätzen, lässt sich selbst mit einem Profi-Ensemble jedes Weihnachtsoratorium in ein musikalisches Inferno verwandeln. Ich bin überzeugt: Bei vielen Personalentscheidungen kämen wir schneller voran, wenn wir die Kandidaten einfach mal vor ein Orchester stellen würden. Hier offenbaren sich die Despotin und der Richtungslose, der Selbstdarsteller und der Clown. Und das Beste: Wir können das Ergebnis sofort hören und sehen, und müssen damit nicht warten, bis die Krise eskaliert ist oder die notwendige Entscheidung wieder um Jahre verschoben wurde.

Tobias Bücklein ist Kabarettist, Musiker, Moderator und produziert seit vielen Jahren inspirierende Shows für Unternehmen, die Bühne und das Fernsehen. In seiner Portraitshow-Reihe ­inselDENKER erleben Sie ihn in nächster Zeit am 2. Februar (Gäste: Ralph Caspers und Antje von Dewitz).
 Tickets unter www.inseldenker.de.


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3071 verkaufte ABO’s in der Saison 2016 | 2017.

Im Vergleich zur Taktzahl Winter 2015 | 2016 wurden 352 Abonnements mehr verkauft. Der Spitzenwert der Orchestergeschichte ist damit wiederum gefestigt worden und unser neuer Philharmonischer Abo-Ring E fand im ersten Anlauf einen großen Zuspruch. Wir freuen uns!

Unsere Kollegin Agata Michalec, 2. Violine, hat im Sommer geheiratet.

WIR GRATULIEREN HERZLICH !

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eduart-konzert

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Sonntag, 19. Februar 2017 | 11 Uhr Festsaal Inselhotel Konstanz Karten: Erwachsene 12 ∙ Kinder 6 ∙ Familien 25 Euro Ein Konzert für Kinder ab 6 Jahren.

eduart

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Kaspar und die verschwundene Riechkugel Ein Abenteuer aus der Zeit des Konstanzer Konzils nach einem Kinderbuch von Chris Inken Soppa

Der 13-jährige Kaspar ist ein begeisterter Zauberkünstler und übt seine Taschenspiele, wo er geht und steht. Eines Tages wird er von einem reichen Kaufmann eingeladen, bei dessen Festmahl vor Gästen zu zaubern. Eine kostbare Riechkugel, die Kaspar verschwinden lässt, taucht nicht wieder auf, und Kaspar wird verdächtigt, sie gestohlen zu haben. Kreuz und quer durch Konstanz muss er fliehen und gleichzeitig den wahren Dieb aufspüren …

Chris Inken Soppa Textfassung Fabian Künzli Musik Yannick Zürcher Schauspieler Ari Rasilainen Dirigent Südwestdeutsche Philharmonie

Ein Auftragswerk der Südwestdeutschen Philharmonie in Kooperation mit der Konzilstadt Konstanz.

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TAKT  |  winter 2016 · 2017

Konstanz im »Konzert der Besten« Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz in Exzellenz-Programm des Bundes

Die Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz wird in ein neues Bundesprogramm zur Exzellenz-Förderung von Orchestern aufgenommen. Die nächsten fünf Jahre wird das Orchester damit mit bis zu 900.000 Euro jährlich aus dem Kulturetat des Bundes unterstützt. Von über 130 Berufsorchestern bundesweit kommen nur sechs in das Programm. Bislang erhalten ausschließlich die Berliner Philharmoniker Bundesmittel. Die Auswahl für das ExzellenzProgramm basiert auf innovativen und herausragenden Bemühungen dieser Klangkörper im künstlerischen sowie administrativen Bereich. »Konstanz spielt damit im Konzert der Besten«, freut sich Bundestagsabgeordneter Andreas Jung. »Exzellenz gibt es nicht nur in Berlin, sondern auch am Bodensee.« Durch diese ausgezeichnete Entwicklung und durch das langjährige Engagement von Stadt und Land sei die Aufnahme der Südwestdeutschen Philharmonie in das Exzellenzprogramm möglich geworden, so Andreas Jung. »Die konsequente Auseinandersetzung mit den regionalen Gegebenheiten hat in kurzer Zeit deutlich überregionale Strahlkraft erreicht.«, betont Beat Fehlmann. Schwerpunkt ist dabei die breite Verankerung von Philharmonie und klassischer Musik in Stadt und Region. Dies kommt durch zahlreiche innovative Projekte zum Ausdruck.

DIE AUSWAHL FÜR DAS EXZELLENZPROGRAMM BASIERT AUF INNOVATIVEN UND HERAUSRAGENDEN BEMÜHUNGEN DIESER KLANGKÖRPER IM KÜNSTLERISCHEN SOWIE ADMINISTRATIVEN BEREICH.

Oberbürgermeister Uli Burchardt freut sich, dass sich die »intensive, aber auch offene und transparente Arbeit der letzten Jahre« nun so auszahle. »Die heutige Entscheidung ist eine Bestätigung des Bekenntnisses der Stadt Konstanz zur Philharmonie – gerade auch in schwierigen Zeiten.« Es sei erstaunlich, welchen Weg Management und Musiker gemeistert hätten. Das werde nun durch die Bundesförderung gewürdigt. »Ich bin stolz auf unser Orchester«, so Uli Burchardt. Ausdrücklich heißt es in dem Programm, Ziel der Bundesförderung sei es nicht, fehlende strukturelle Mittel zu ersetzen. Vielmehr sollten »vorhandene Ressourcen« mobilisiert werden, um das Niveau weiter zu steigern. Wir freuen uns außerordentlich über die Aufnahme in das neue Exzellenz-Programm, das für uns nicht nur eine Auszeichnung der bisherigen Arbeit, sondern auch eine verantwortungsvolle Herausforderung in den nächsten fünf Jahren bedeutet.

 Das Magazin der Südwestdeutschen Philharmonie konstanz

impressum

Herausgeber  Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz, Fischmarkt 2, 78462 Konstanz  |  ausgabe  Winter 2016 · 2017 Redaktion  Beat Fehlmann BF, Rouven Schöll RS, Lena Jaeger LJ, Martina Kraus MK, Gesine Mayer-Herrbold gm Fotos  Anita Affentranger, HTWG, Patrick Pfeiffer Photodesign, Archiv  |  illustrationen eduart  Susanne Smajić gestaltung  albers | mediendesign Konstanz  |  Druck  Druckerei Konstanz GmbH  |  auflage 61.000 Exemplare Bild- und Tonaufnahmen der Konzerte durch jede Art elektronischer Geräte sind nur in Absprache und mit Genehmigung der Südwestdeutschen Philharmonie gestattet. Zuwiderhandlungen sind nach dem Leistungsschutz- und Urheberrechtsgesetz (UrhG) strafbar. Wir bitten Mobiltelefone im Konzertsaal auszuschalten sowie während des Konzertes auf Essen und Trinken zu verzichten.


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TAKT  |  winter 2016 · 2017

Dezember 2016

PROGRAMM  ÜBERBLICK

Donnerstag, 1. Dezember 2016  |  20 Uhr Vaduzer-Saal, Vaduz [FL] Festliche Operngala Solisten der sic itur ad astra foundation Karsten Januschke Dirigent Karten: www.tak.li Sonntag, 4. Dezember 2016  |  11 und 15 Uhr Wolkenstein-Saal im Kulturzentrum am Münster, Konstanz eduART-Sitzkissenkonzert

Als ich Maria War Kolibri-Quintett

Sonntag, 4. Dezember 2016  |  18 Uhr Milchwerk Radolfzell

Festliche Operngala

Solisten der sic itur ad astra foundation Karsten Januschke Dirigent

Sonntag, 11. Dezember 2016  |  11.15 Uhr Festsaal Inselhotel Konstanz Inselkonzert

Melancholie und Lebenslust Circolo Quartett

Sonntag, 11. Dezember 2016  |  17.30 Uhr Festsaal Inselhotel Konstanz Imperia Violetta Verdi: Traviata Preludio, Brindisi, Addio del passato Becker: Impromptu Dvořák: Symphonie Nr. 7 Stephan Schmidt dirigent Karten: www.philharmonie-konstanz.de

Januar 2017 Sonntag, 1. Januar 2017  |  19 Uhr Graf-Burchard-Halle Frickingen Montag, 2. Januar 2017  |  19.30 Uhr Tonhalle Zürich [CH] Mittwoch, 4. Januar 2017  |  20 Uhr  Abo Radolfzell Milchwerk Radolfzell Donnerstag, 5. Januar 2017  |  20 Uhr Konzil Konstanz

Neujahrskonzert

Marije Nie Stepptanz Beat Fehlmann moderation Kevin Griffiths Dirigent Benjamin Lack Dirigent (frickingen)

Freitag, 6. Januar 2017  |  20 Uhr Graf-Zeppelin-Haus Friedrichshafen Konzert zum Neuen Jahr Beethoven: Symphonie Nr. 9 Arcis-Vocalisten und Birnauer Kantorei Barbara Baier sopran Regine Jurda Alt Roman Payer Tenor Timothy Sharp Bariton Thomas Gropper dirigent Karten: www.gzh.de Samstag, 7. Januar 2017  |  20 Uhr Stadthalle Singen Neujahrskonzert Kevin Griffiths Dirigent Karten: Telefon: 07731 85-504

Mittwoch, 14. Dezember 2016  |  20 Uhr  Abo A Freitag, 16. Dezember 2016  |  20 Uhr  Abo C Sonntag, 18. Dezember 2016  |  18 Uhr  Abo D Konzil Konstanz

Mittwoch, 11. Januar 2017  |  21 Uhr Freitag, 13. Januar 2017  |  21 Uhr Samstag, 14. Januar 2017  |  21 Uhr Bodensee-Therme Konstanz

Rossini: Die diebische Elster Saint-Saëns: Danse macabre Pasculli: Concerto sull’ Trovatore Pasculli: Simpatici ricordi della Traviata Tschaikowski: Schwanensee Christoph Hartmann Oboe Ari Rasilainen dirigent

Felix Strasser Regie Theater Hochschule Konstanz Vokalensemble Konstanz Steffen Schreyer dirigent

Zauber

Freitag, 23. Dezember 2016  |  19.30 Uhr Tonhalle Zürich [CH] Weihnachtskonzert Maria Solozobova Violine Maximilian Hornung Violoncello Vladislav Bronevetzky Klavier Conrad van Alphen dirigent Karten: www.artemus.ch Samstag, 31. Dezember 2016  |  15 Uhr Herkulessaal München Bruckner: Te Deum Beethoven: Symphonie Nr. 9 Arcis-Vocalisten und Birnauer Kantorei Barbara Baier sopran Regine Jurda Alt Roman Payer Tenor Timothy Sharp Bariton Thomas Gropper dirigent Karten: www.arcis-vocalisten.de

Dez. 2016 Jan.|Feb.2017

Liebe macht nass

Mittwoch, 18. Januar 2017  |  20 Uhr  Abo A Freitag, 20. Januar 2017  |  20 Uhr  Abo D Sonntag, 22. Januar 2017  |  18 Uhr  Abo E Konzil Konstanz

Provokation

Haydn: Symphonie Nr. 94 Rota: Posaunenkonzert Schostakowitsch: Symphonie Nr. 9 Fabrice Millischer posaune Mikhail Agrest dirigent

Freitag, 27. Januar 2017  |  20 Uhr Festsaal Inselhotel Konstanz

Wolfgang am See I Übermütig

Mozart: »Eine kleine Nachtmusik« Mozart: Exsultate jubilate Mozart: Voi avete un cor fedele Mozart: Symphonie KV 504 Katja Stuber sopran Philipp von Steinaecker Dirigent

Samstag, 28. Januar 2017  |  20 Uhr Festsaal Inselhotel Konstanz

Wolfgang am See II Ungetrübt

Mozart: Der Schauspieldirektor Mozart: Klavierkonzert KV 467 Mozart: Symphonie KV 385 Danae Dörken Klavier Philipp von Steinaecker Dirigent

Sonntag, 29. Januar 2017  |  18 Uhr Festsaal Inselhotel Konstanz

Wolfgang am See III Unheimlich

Mozart: Figaros Hochzeit Miroir Quintett Hans Helmut Straub Sprecher Barbara Zinniker Thalmann Sopran

Februar 2017 Mittwoch, 1. Februar 2017  |  19.30 Uhr Planetarium Kreuzlingen [CH]

Musique pour faire Plaisir Kyoko Tanino Violine Pawel Katz Violine Berenice Guerrero Ogando Viola Ilija Andrinaov violoncello Gabriele Basilico kontrabass Mitsuo Kodama fagott

Sonntag, 5. Februar 2017  |  19 Uhr CongressCentrum Pforzheim Glinka: Ruslan und Ludmila Schostakowitsch: Cellokonzert Nr. 1 Schostakowitsch: Symphonie Nr. 5 Julian Steckel Violoncello Markus Huber Dirigent Karten: www.theater-pforzheim.de Freitag, 10. Februar 2017  |  19.30 Uhr Samstag, 11. Februar 2017  |  19.30 Uhr Sonntag, 12. Februar 2017  |  17 Uhr KKL Luzern [CH] A Circus Symphony Andreas Spörri Dirigent Karten: www.obrassoconcerts.ch Sonntag, 19. Februar 2017  |  11 Uhr Festsaal Inselhotel Konstanz eduART-Familienkonzert

Kaspar und die verschwundene Riechkugel Ein Auftragswerk der Südwestdeutschen Philharmonie Ari Rasilainen Dirigent

Montag, 20. Februar 2017  |  20.11 Uhr Dienstag, 21. Februar 2017  |  20.11 Uhr Konzil Konstanz

Fasnachtskonzert

Tobias Bücklein Konzept Ari Rasilainen Dirigent


EIN KONTRABASS FÜR DIE PHILHARMONIE Neue Töne für unsere Kollegin Seit beinahe einem Jahr ist Anna-Lena Cech unsere Kollegin. Sie ist Kontrabassistin und hat ohne Probleme ihr Probejahr bei der ­ Südwestdeutschen Philharmonie absolviert. In der Regel spielen die Musikerinnen und Musiker auf ihren eigenen Instrumenten. Lediglich diejenigen, die aufgrund ihrer Größe durch die Orchesterwarte zum Konzertort transportiert werden müssen, gehören dem Orchester selbst. Der Kontrabass gehört dazu.

Die Bassgeige, wie dieses größte Streichinstrument auch genannt wird, hat vier Saiten. Sie gibt es aber auch mit fünf Saiten, um den Tonumfang nach unten zu erweitern. Wir, die Südwestdeutsche Philharmonie, haben drei Bässe im Besitz, aber mit Anna-Lena Cech nun vier Kontrabassisten … Bisher spielt sie auf einem privaten Vier-Saiter. Wir benötigen aber einen weiteren Fünf-Saiter. Deshalb sammelt der Freundeskreis Philharmonie e.V. Spenden. Insgesamt etwa 40.000 Euro werden benötigt. Jeder Beitrag hilft. Herzlichen Dank!

Spenden für die Neuanschaffung eines 5-saitigen Kontrabasses: Freundeskreis Philharmonie e.V. IBAN: DE45 6905 0001 0000 0454 92 | SWIFT: SOLADES1KNZ Für Ihre Zuwendung erhalten Sie eine Spendenbescheinigung. Weitere Informationen: Telefon 07531 900-827.

Profile for Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz

Takt Winter 2016/2017  

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