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Stile

farben, formen, freiheit. Montana präsentiert puristische Modulsysteme aus Dänemark. Seite 2 WO FORMEN SPRECHEN. So wohnt Patrizia Moroso. Seite 10

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Hinsetzen und Ferien haben. SEITE 13

13%* Vorteil auf das gesamte Sortiment. Bis 7. April 2012. Exklusiv für Pfister à la card Member. *13 % Vorteil, inkl. 3 % Pfister à la card Bonus. Nicht kumulierbar.


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Intro

Der guten Form halber. Zwei Aussagen: Erstens, Design bildet Lebensgefühle ab. Zweitens, die Anschaffung von Design kann das Lebensgefühl beeinflussen. Die Aussagen widersprechen sich nur scheinbar. Wie ich im Rahmen meiner Tätigkeit als Chefredaktor des Schweizer Wohnmagazins IdealesHEIM immer wieder sehe, interessieren sich die Menschen für Trends im Design und in der Einrichtung, weil sie kollektive Gemütszustände erspüren und neue Entwicklungen vorausahnen wollen. Jemand, der das besonders gut kann, ist Patrizia Moroso, die Chefin des gleichnamigen Designlabels, auf das in der vorliegenden Ausgabe von «Stile» eingegangen wird. Auch die Leute hinter der dänischen Herstellermarke Montana lassen sich intensiv auf aktuelle Themen ein, um sie in ihrem Sortiment zu neuen Angeboten zu verdichten. Firmenchef Joakim Lassen, sein Vater Peter und die Farbgestalterin Pernille Kaagaard haben einen ganzen Fächer neuer Schattierungen konzipiert, um die raffiniert-schlichten und unbeschränkt kombinierbaren Module des Labels in einer zeitgemässen Stimmung präsentieren zu können. Aber alle Farben und Formen dieser Welt sind nur halb so schön, wenn man sie nicht in einem Raum auf einfühlsame Art zusammen spielen lässt, wie das die Stylistin Aleli Leal im «Erlengut» am Zürichsee gemacht hat. Die Bilder zeigen, dass es eine Idee von Lebensgefühl braucht, um Design und die Räume darum herum zur Wirkung zu bringen. Besonders beherzigen sollte man Aleli Leals Empfehlung, um die Möbel herum Platz für die Menschen zu lassen, denen der Raum eigentlich gehören sollte. Viel Inspiration wünscht

Hans Georg Hildebrandt

IMPRESSUM Herausgeber: Mobitare, Hochbordstrasse 4, CH-8600 Dübendorf, www.mobitare.ch Redaktion: Hans Georg Hildebrandt Konzept und Gestaltung: HESSKISSSULZERSUTTER AG Fotostrecke «Erlengut»: Thomas Grünert, Zollikon Fotostrecke «Moroso»: Fotos by Moroso

Montana: Farben, Formen, Freiheit Wenn ein Raum puristisch aufgeräumt und doch so individuell wie möglich wirken soll, ist das Modulsystem aus Dänemark eine logische Wahl.

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it einem Raster seiner Einrichtung grafisch wirkende Ordnung zu verschaffen: Das ist der Wunsch vieler Wohn-Ästheten. Zu streng darf der Raster allerdings nicht ausfallen, denn sonst nimmt der Wohnraum die Atmosphäre einer Kanzlei an. Am liebsten Raster, am liebsten ganz persönlich? Eigentlich ein unvereinbarer Widerspruch. Der 1930 geborene Designer Peter J. Lassen, Gründer des dänischen Labels Montana, beschäftigte sich vor über dreissig Jahren mit der Fragestellung und brachte schliesslich 1982 unter dem Namen Montana ein Modulsystem auf den Markt, welches heute in der ganzen Welt als Paradebeispiel für eine meisterhafte Kombination aus Entspanntheit und Konsequenz bekannt ist. Zu verdanken ist der Erfolg von Montana einerseits dem einfallsreichen Umgang mit Farben, andererseits der fortwährenden Erweiterung des Quadrat-Rasters in die verschiedensten Untermodule, die wiederum endlos mit dem grundlegenden Konzept kombinierbar sind. Gemeinsam sind den Modulen aus der Produktion in Haarby auf der ländlichen Insel Fünen die gerundeten Seiten- und Vorderkanten der einzelnen MDF-Platten. Die Rundung gibt den Kastenmöbeln, einmal montiert, an den Ecken eine spannende, Leichtigkeit ausstrahlende Struktur. Nach vorne wirken die runden Kanten harmonisch und angenehm zu berühren

– in Wohnräumen eine entscheidende Qualität, besonders im Gegensatz zur technisch inspirierten Planbarkeit des Raster-Konzepts. Varianten ohne Ende Genau diese Planbarkeit ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Ganz nach den individuellen Bedürfnissen des Kunden – und unterstützt von einer Software – lassen sich mit den 42 unterschiedlichen Regal-Elementen in vier unterschiedlichen Tiefen die unterschiedlichsten Möbel kombinieren, sei das eine simple, wandmontierte Konsole mit klassischer


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Farbberaterin Pernille Kaagaard stockten Peter und Joakim Lassen im vergangenen Jahr den bestehenden Farbfächer um 32 veränderte oder neue Töne auf heute 49 Farben und Oberflächen auf. Weil die Module erst auf Bestellung gefertigt werden, kann der Kunde seine persönlichen Vorlieben im Farbbereich noch mehr einbringen und überdies sicher sein, sich in der Farbgebung auf der Höhe der Zeit zu befinden. Spannende Schwarz- und Weiss-Nuancen kamen ebenso neu hinzu wie drei unterschiedliche Holzfurniere für einen naturnahen Look, wie bei der Produktion wird auch bei den Lacken auf maximale Schonung der Umwelt geachtet. «Wir liessen uns auf Reisen von Architektur, Kulinarik, Filmen und Musik inspirieren», erklärt Joakim

42 unterschiedliche Elemente in 4 Tiefen und 49 Farben und Oberflächen: Man rechne die Möglichkeiten aus. Tür/Griff-Kombination, eine offene, wandfüllende Bibliothekswand oder eine Lösung für die Präsentation einer Skulpturensammlung. Eine neue Generation Seit mit Peter Lassens Sohn Joakim die zweite Generation am Steuer von Montana steht, wird das Modulkonzept mit viel Kreativität um neue Ideen erweitert, seien das besonders hochwertige Lautsprecher als Ergänzung fürs Kino zuhause, Beine aus Aluminium-Druckguss, um die Montana-Möbel unabhängig vom Grundriss im Raum statt an der Wand platzieren zu können, oder seit Anfang 2012 eine grifflose Tür mit unsichtbarem Tip-Open-Mechanismus für die beliebten Kastenmodule. Zusammen mit

Lassen den Hintergrund der neuen Farbwelt mit klangvollen Bezeichnungen wie «Ginza Pink», «Umami Green» oder auch «Black Snow». Neben den modularen Möbeln für kluge Stauraumlösungen führt Montana eine ganze Reihe weiterer Möbel mit dänischem Design-Erbgut, so die Tische «Monterey» oder «Position», aber auch einen Stuhl und ein weiteres Modulsystem vom legendären Verner Panton. Noch bevor Peter Lassen, ein ehemaliger Kapitän der dänischen Marine, die Führung der Firma an seinen Sohn Joakim abgab, wurde dessen eigene Firma Djob mit Montana fusioniert. Joakim Lassen ist heute CEO eines Möbelherstellers, der sowohl Lösungen für Stauräume wie auch komfortable Sitzmöbel und Schreibtische anbietet.

Joakim und Peter J. Lassen mit ihren Farben


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ALELI LEAL Aleli Leal wurde 1977 in Buenos Aires geboren und zog 1982 nach Zürich. Nach abgeschlossener Lehre als Dekorationsgestalterin bei Grieder ist sie seit nun 8 Jahren selbständige Interieurstylistin für verschiedene Magazine und Möbelhersteller. Unter anderem für das «der:die:das:Magazin», NZZ Z, Gentlemens Report, Möbel Pfister und Vitra. www.alelileal.com

«Möbel sind dann gut, wenn man sie behalten will.»

Wie Aleli Leal die Räume einer historischen Villa mit dem Geschmack von heute einrichtet und eine unverwechselbare Stimmung erzeugt.

DOWNTOWN, Regal, Linteloo, Stahl/Ebenholz, 134x85x146cm, 6‘090.– * SHANTO, Sessel, Rattan, braun, 79x72x95cm, 698.– * ZIG ZAG, Stehleuchte, Zoeppritz, Messing/Eisen, schwarz, H110cm, 390.– * GOLRAN, Teppich, Moroso, 265x187cm, 5‘450.– * 13 % Vorteil, inkl. 3 % Pfister à la card Bonus. Exklusiv für Pfister à la card Member. Dauer der Aktion bis 7.4.2012.

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FUN, Bücherregal, Bonaldo, Holz, 120x28x200cm, 2’470.– *, TWIGGY, Bogenleuchte, Foscarini, Glasfasern lackiert, weiss, H215cm, 1‘498.– *, THE DUKE, Pouf, Stoff, 110x80cm, 1’110.– *

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er gerne mit Design, Möbeln und Ästhetik zu tun hat, muss die Zürcher Stylistin Aleli Leal beneiden: Während rund 40 Wochen im Jahr tut sie nichts anderes als für Fotostrecken in Magazinen und Katalogen schöne Räume mit brandneuen Möbeln einzurichten. Vor kurzem auch für die hier gezeigten Bilder, für die Aleli Leal eine besondere Stimmung gezaubert hat: In den gediegenen, überhohen Räumen des «Erlenguts» in Erlenbach an der Zürcher Goldküste sorgt die Auswahl der Stylistin für eine zeitgenössische Atmosphäre, ohne im Kontrast mit dem prachtvollen Parkett oder den noblen Flügeltüren mühevoll trendbewusst zu wirken. Als sie für die vorliegende Fotostrecke angefragt worden sei, habe sie noch nicht gewusst, worauf sie sich einlasse. «Ich habe mir dann zuerst einmal das ganze Sortiment von Mobitare angesehen und suchte nach Stücken mit einer gewissen klassischen Ausstrahlung; oder zumindest nach neuen Entwürfen mit dem Zeug zum Klassiker»,

sagt die gesuchte Stylistin. Den nachvollziehbaren Ansatz führt sie aus: «Mir geht es dabei einerseits um Entwürfe von schlichten Formen und andererseits um Materialien mit einer Ausstrahlung von Dauerhaftigkeit, also vor allem Holz und Metall.» Akzente sorgen für Stimmung Das Streben nach einer gewissen Schlichtheit und das Beherzigen von Mies van der Rohes oft zitiertem Denkansatz, dass weniger mehr sei, ist ein zentraler Ansatz in dieser Strecke. Aber Reduktion reicht nicht aus, um Räumen Atmosphäre zu geben, richtig? «Es geht schon auch darum, dass man anschliessend mit bestimmten Accessoires und farbigen Elementen kraftvolle Akzente setzt», sagt Aleli Leal, deren Schwester Helve Leal übrigens ebenfalls eine bekannte Stylistin ist, allerdings im Bereich der Mode, wo sie für Zeitschriften und Werbeaufnahmen Models schminkt und frisiert – der gute Geschmack scheint in der Familie zu liegen. Wer die Stimmung spürt, die Aleli in den Räumen des

WOOOD, Sekretär, Moooi, Buche, 78x99x57cm, 1‘445.– * WIENER STUHL, Stuhl, Gebrüder Thonet, Buche, weiss, 580.– * BINIC, Tischleuchte, Foscarini, Polycarbonat, grün, H20cm, 172.– *


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THE DUKE, 4er-Sofa, Stoff, 260x100cm, 4‘155.– *, CONE, Stehleuchte, Tom Dixon, Stahl, schwarz, H180cm, 2‘633.– * TECTONIC, Beistelltisch, Bonaldo, Stahl lackiert, schwarz oder weiss, Ø51cm H35cm, 255.–

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13 % Vorteil, inkl. 3 % Pfister à la card Bonus.

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Exklusiv für Pfister à la card Member. Dauer der Aktion bis 7.4.2012.


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Airy, Zierkissen, Zoeppritz, 30x40cm, 45.– *

TECTONIC, Beistelltisch, Bonaldo, Stahl lackiert, weiss, Ø51cm H35cm, 255.– *

Tropic, Zierkissen, 50x50cm, 39.– *

TECTONIC, Beistelltisch, Bonaldo, Stahl lackiert, schwarz, Ø51cm H43cm, 295.– * SPOT, Beistelltisch, Tom Dixon, Eisen lackiert, weiss, Ø40cm H67cm, 475.– *

«Erlenguts» geschaffen hat, wird erkennen, wie das Styling der Wahlzürcherin funktioniert: Es zieht das Auge des Betrachters mit seiner Harmonie an statt mit Chiffren des Trendbewusstseins. «Zeitgemässes Einrichten bedeutet nicht, dass man ständig neue und modische Möbel kauft. Ein Sofa sollte man eigentlich zwanzig Jahre behalten wollen. Man sollte mit seinen Möbeln lange Zeit leben wollen.» Wichtig sind Materialien und Oberflächen Deshalb passt der Ansatz von Aleli Leal perfekt zu den Räumen der Villa in Erlenbach. Der diskrete und zeitlos wirkende Luxus der Räume passt perfekt zur zurückhaltenden Ästhetik der Entwürfe von Tom Dixon. «Labels sind mir allerdings gar nicht so wichtig», sagt die Stylistin. Worauf es ihr ankomme, sei das Material: Es sollen Möbel sein, die mit ihr leben und älter werden, darum spielten die Materialien eine wichtige Rolle: «Plastikoberflächen kommen da schon mal nicht in Frage. Besser sind Holz, Granit, Keramik, Materialien, an denen ich mein eigenes Leben ablesen kann.» Bei den Möbeln hat sie sich weitgehend auf Schwarz und Weiss beschränkt, um anschliessend mit wenigen Stücken in leuchtenden Farben eine persönliche und intime Stimmung zu erzeugen. Sie richte sich selbst klassisch und einfach ein, sagt die gesuchte Stylistin über ihr Zuhause. Eine wichtige Rolle spielten dabei Stühle in ausdrucksstarken, gerne auch mal exzentrischen Formen: «Die kann man nicht nur zum Sitzen, sondern auch als Ablagefläche für Bücher, Trouvaillen von Reisen und andere persönliche Dinge brauchen.» Sie kreiert so «Inseln der Gemütlichkeit im Raum.» Überdies seien solche Elemente rasch umplatziert, wenn man Lust auf eine Veränderung habe. Ein weiterer wichtiger Tipp betrifft den Raum um die Möbel herum: «Ich lasse bewusst viel Platz, um auch dem Menschen Platz zu geben, dem die Räume eigentlich gehören.»

ERLENGUT

Der Kernbau des heutigen Erlengutes wurde bereits 1770 als Sommersitz des Pfarrhelfers Franziskus Müller erbaut, der durch Heirat zu Vermögen kam. Heute ist das Erlengut in Erlenbach ein Ort der Begegnung mit lebendiger Vergangenheit. Es kann für Empfänge, Ausstellungen, Seminare, kulturelle Veranstaltungen und anderes mehr gemietet werden.

EGO STUD, Spiegel, Diesel, Leder schwarz, Ø49cm, 789.– *, SCREW, Tisch, Tom Dixon, Eisen/Marmor, Ø90cm H85cm, 1‘615.– * OVERDYED, Stuhl, Diesel, Holz, blau, 475.– *, ZIG ZAG, Tischleuchte, Zoeppritz, Messing/Eisen, weiss, H70cm, 290.– *


SLAB, Esstisch, Tom Dixon, Eiche gebürstet, 47x64x200cm, 2‘700.– *, PEG, Stuhl, Tom Dixon, Birke, schwarz oder weiss, 379.– *, SLAB, Stuhl, Tom Dixon, Eiche, schwarz, 560.– * TULIPANI, Stuhl, Linteloo, Birkenmultiplex, lackiert, weiss, 575.– *, CHAIR ONE, Stuhl, Magis, Aluminium/Titan, schwarz, 359.– *, CARPETS Nr. 16, Teppich, Moooi, 200x300cm, 1‘370.– *


Kaare Big, Hängeleuchte, Le Klint, Kunststoff weiss, 389.– *, 13 % Vorteil, inkl. 3 % Pfister à la card Bonus. Exklusiv für Pfister à la card Member. Dauer der Aktion bis 7.4.2012.

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Wo in Formen gesprochen wird Nur wenige Möbelhersteller pflegen so konsequent ein eigenes Formen-Vokabular wie die norditalienische Familienfirma Moroso. Wie Patrizia Moroso ihre ganz privaten vier Wände gestaltet, zeigt sie hier.

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as Designlabel Moroso zählt zu den wichtigsten Vertretern des italienischen «Design d’Autore» oder Autorendesign. Der Fall ist dies, seit Mitte der Achtzigerjahre des letzten Jahrhunderts mit Patrizia Moroso die zweite Generation des 1952 gegründeten Unternehmens ans Steuer kam. Die Bilder zu dieser Geschichte stammen aus ihrem Haus, das von der in Mailand lebenden spanischen Designerin Patricia Urquiola entworfen und eingerichtet wurde.

Wo Designerstars gemacht wurden Seit Patrizia Moroso beim Familienunternehmen die Führung übernahm, ist eine intensive Zusammenarbeit mit Designern aus der ganzen Welt Programm. Namen wie Ron Arad, Ross Lovegrove, Javier Mariscal und natürlich auch die heute allgegenwärtige Patricia Urquiola sorgten gleich zu Beginn für innovativen Schub, indem sie Materialien und Oberflächen ohne Rücksicht

auf Konventionen neu erforschten. In der Herstellung der meist gewagten Entwürfe kam das umfangreiche Gewusst-Wie des im nordostitalienischen Städtchen Cavallico di Tavagnacco angesiedelten Herstellers zum Tragen. Erworben hatten sich die Gründer des Unternehmens dieses Wissen vor allem als Möbelhersteller im Objektbereich – und zwar originellerweise im Schiffbau, also bei tiefen Stückzahlen oder gar Einzelanfertigungen. Man mag ahnen, dass hohe handwerkliche Qualität und eine gewisse Detailbesesessenheit deswegen zum Erbgut der Marke gehören. Vom Schiffbauer zum stilprägenden Label Patrizia Moroso bewältigte die Transformation vom Auftrags-Möbelschreiner im Schiffbau zum Hersteller spektakulären Autorendesigns mit Bravour. Die Kooperation mit den damals jungen Wilden führte zwar zu polarisierenden oder auch einfach nur schwierigen Entwürfen – aber geredet wird über Moroso seither immer.

PATRIZIA MOROSO


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Mehr als viele andere Möbelhersteller hat es Moroso geschafft, dem Design ein kulturelles Flair zu verleihen, und half an vorderster Front mit, Design in Popkultur zu verwandeln. Dafür sorgt das Label unter anderem alljährlich mit einem aufwändigen Stand am «Salone del Mobile» in Mailand – er gleicht jeweils eher einer Kunstgalerie und ist zuverlässig überlaufen mit Designfreaks aus der ganzen Welt. Ideen, die die Zeit überdauern Für Moroso entwerfen zu dürfen, gleicht aus Sicht des Designers einem Adelsschlag; die Liste der Kreativen, die ein Modell im MorosoKatalog haben, ist nicht besonders lang, aber desto exklusiver. Aus der Schweiz dabei sind Alfredo Häberli (mit dem Sessel «Take a Line for a Walk» hat er eine Ikone der Nullerjahre geschaffen) sowie der Nachwuchs-Name Philippe Bestenheider. Der Australier Marc Newson schuf mit «Gluon» einen melancholisch-futuristischen Evergreen, das mondäne Londoner

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Kreativpaar Nipa Doshi und Jonathan Levien kreierte mit «My beautiful backside» einen anrührenden Kommentar zum Thema der multikulturellen Beziehungen und wie sie sich im Wohnen abbilden. Neigung zum Skulpturalen Ein gelungenes Moroso-Möbel ist in aller Regel visuell ausdrucksstark, hat ein emotionales Thema und ist im Raum nicht nur zweckmässiges Möbel, sondern auch skulpturaler Blickfang. Im Ausstellungskatalog zur letztjährigen Designmuseum-Schau «Le fabbriche dei sogni» (Die Traumfabriken) in der Mailänder Triennale wird die Inspiration Patrizia Morosos auf die Comicähnlichen Welten des Architekten und Zeichners Massimo Iosa Ghini zurückgeführt, den sie während ihrer Ausbildung an der Kunsthochschule Dams in Bologna kennengelernt hatte. Er war einer der Akteure der Designgruppe «Memphis» und prägte mit dem «Bolidismo» gleich einen eigenen Designstil (das Wort «Bolide» gibt’s auch


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im Deutschen und erklärt, mit welchen Formen Iosa Ghini bevorzugt spielt). Eine wichtige Entwicklung in der Geschichte von Moroso war der Start einer Zusammenarbeit mit dem Modelabel Diesel vor fünf Jahren. Die Kreativmaschine von Diesel-Mastermind Renzo Rosso half dem Möbelhersteller, ein neues Käufersegment zu erschliessen; mit dem zusätzlichen Umsatz im Rücken konnte Patrizia Moroso noch mehr Engagement in die Zusammenarbeit mit neuen Designerinnen und Designern investieren. Auf kluge Art wurde die Fertigungsqualität Morosos in eine neue, jugendlich wirkende Formensprache übersetzt, welche die Rebellion als Vermarktungsmittel von Popkultur ironisch zitiert; Moroso-Möbel für Diesel sind die konsumierbarere Version des kulturell aufgeladenen Universums von Patrizia Moroso, wie es auf den Bildern aus ihrem Haus zu erleben ist.

Möbel aus dieser Fotostrecke sind bei Mobitare erhältlich.

Bei Mobitare finden Sie folgende Marken: Artemide, Belux, Bonaldo, Chinthay, Cini & Nils, Collection Hutter, Content by Conran, Desalto, Diesel for Foscarini, Driade, Flos, Fontana Arte, Foscarini, Frigerio, Gebrüder Thonet Vienna, Gervasoni, Indera, Ingo Maurer, KFF, Kymo, Lago, Linteloo, Luceplan, Magis, MisuraEmme, Montana, Moooi, Moroso, Nemo, Opinion Ciatti, Pilat & Pilat, Riva 1920, Santa & Cole, Tobias Grau, Tom Dixon, Valenti, Verpan, Zeus, Zoeppritz


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Hinsetzen und Ferien haben. Der «Acapulco Chair»: Ikone für drinnen und draussen

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öbel mit Ikonen-Wert sind selten. Begehrt ist der Designer, der eines davon zu schaffen versteht. Das Wort «Ikone» führt auf die Spur dessen, was ein solches Möbel wertvoll macht: Es ist seine Bildhaftigkeit. Denken Sie an das «Ei» von Carl Hansen: Es verheisst Schutz, Geborgenheit, Rückzug. Denken Sie an den Lounge-Chair von Charles und Ray Eames: Er steht für Weltbürgertum, Angekommensein, alles, was mit der Geste des Füssehochlegens sonst noch so zu tun hat. Und was bedeutet der Acapulco-Chair? Nicht nur verheisst sein Name Sonne, Urlaub und eine gewisse dralle Sexyness – er trägt das alles im Herzen. Denn die Schnüre, die von seinem Zentrum ausgehen und in die man sich lehnt, um sich von der Sonne küssen zu lassen, diese Schnüre wirken selbst wie die Zeichnung einer aufgehenden Sonne.

Hotel mit Bar. Die spektakuläre Bucht mit ihren Klippen, von denen sich waghalsige Athleten in die Meeresgischt stürzten, machte den Ort unverwechselbar und magisch. Wer hat’s erfunden? Im Gegensatz zu den allermeisten Möbeln mit Ikonen-Ausstrahlung wurde der Acapulco-Stuhl nicht von einem bekannten Designer entworfen; auch die gewieftesten Trendschnüffler fanden nicht heraus, wer die Sonne zum Draufsitzen erfunden hat. Anonymes Design, ein aktuell beliebtes Stichwort in der Szene, weil das Starsystem in der Designbranche an seine Limiten zu stossen scheint, findet hier einen seiner schönsten Ausdrücke. Warum die hier vorgestellte Ikone zu empfehlen ist, hat vor allem damit zu tun, dass der Stuhl in seiner heutigen Version sozial nachhaltig und aus einem PVC hergestellt wird, das ohne die unbeliebten Weichmacher und ohne Schwermetalle auskommt – aber trotzdem

Eine Erinnerung an die Sechzigerjahre Der Acapulco-Chair wird in Mexiko gemacht, wo die Ferienstation liegt, die ihm den Namen gegeben hat. In den Sechzigerjahren berühmt als Hotspot der Reichen und Schönen aus Hollywood und der US-Musikbranche – aufgebaut als Alternative zum revolutionierten Kuba – war Acapulco berühmt für Strandleben, Luxus und durchtrainierte Bodys unter tropischer Sonne. Der Schweizer Swingmusiker Teddy Stauffer liess sich in Acapulco nieder und führte ein eigenes

ebenso lichtecht wie wetterfest daherkommt. Produziert wird er in einem Stadtteil von Mexiko City, der nicht eben für seinen hohen Lebensstandard bekannt ist; die Hersteller «OK Design» aus Dänemark holten für die Produktion junge Leute von der Strasse, die seither endlich ihren Lebensunterhalt auf ehrliche Weise verdienen können. Das Schönste am Acapulco-Chair ist, dass er im Gegensatz zu anderen Möbel-Ikonen kein Vermögen kostet und seine Bildhaftigkeit bewahren wird, solange Ferien und Sonne zusammen gehören. Durch seine unbeschwerte Ausstrahlung passt er fast zu jedem Einrichtungsstil und sorgt mit seiner Farbe für Akzente. Der AcapulcoChair ist das Designmöbel der Stunde, und wo er steht, reichen sich eine nachhaltig orientierte Industrieproduktion und das Erbe der sexy Sixties mit einem ironischen Lächeln die Hand. Mehr kann man sich vom Sommer 2012 nicht wünschen.

Die Hersteller haben für die Produktion in Mexiko City junge Leute von der Strasse geholt, damit diese einer legalen und ehrlichen Arbeit nachgehen können.

13 % Vorteil, inkl. 3 % Pfister à la card Bonus.

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Exklusiv für Pfister à la card Member. Dauer der Aktion bis 7.4.2012.

Acapulco Chair, Stuhl, PVC/Stahl, diverse Farben, 90x77x88, 498.– *


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«EIN SOFA SOLLTE MAN 20 JAHRE BEHALTEN wollen.» ALELI LEAL Umso wichtiger ist es, sich für Qualität zu entscheiden. Entdecken Sie bei Mobitare, was eine lange Liebe ausmacht.

13%

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Vorteil auf das gesamte Sortiment. Exklusiv für Pfister à la card Member. * 13% Vorteil, inkl 3% Pfister à la card Bonus. Nicht kumulierbar. Dauer der Aktion: Bis 7. April 2012.

HUGGY, Matratzensessel, Lago,

Preisbeispiel

Patchwork, 67x60x160cm,

4‘776.–

1‘690.– *

statt 5‘490.– * ROMANO, 3er-Sofa, Linteloo, Stoff Leinen, 240x105cm,

IRIS, Sofa, Stoff, beige, 315x105cm, 5‘270.– *

PEAK, Eckkombination, Stoff, 319x262x98cm, 5‘960.– *

MISS SARAJEVO, 2er-Sofa, Moroso, Stoff, 240x102x85cm, 6‘620.– *


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NAVARONNE, 3er-Sofa, Leder,

VALENTINO, 4er-Sofa, Leder,

234x101x75cm, 3‘646.– *

266x111x74cm, 6‘156.– *

GHOST 12, 3er-Sofa, Gervasoni, Stoff Leinen, 220x85x80cm, 4‘540.– *

Preisbeispiel

2‘988.– statt 3‘435.– * FLOATER, Eckkombination, Stoff, 290x90x58cm,

NEBULA LINE, 4er-Sofa, Diesel, Stoff Leinen, 280x110x70cm, 7‘365.– *

BONGO, Hocker,

ANGOLA, Hocker,

Chin Thay, Mangoholz,

Metall, 45x45cm, 98.–

Ø30cm H45cm, 219.–

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UELI, Hocker, *

ISLAND, Hocker,

Chin Thay, Mangoholz,

Eisen, Kuhfell,

Ø30cm H45cm, 198.–

35x35x50cm, 330.– *

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Wärme, Licht, Romantik: KERZE NATIVE.

89.– statt 139.– *

KERZE NATIVE, von Zoeppritz, H40 cm, 89.– statt 139.– H50 cm, 98.– statt 159.–

Brenndauer 50 – 60 Stunden, für den Innen- und Aussenbereich, hergestellt aus Teakholz-Abschnitten. * Angebot gültig bis 7. April. Nicht kumulierbar. Mobitare im Wohnland Dübendorf, Hochbordstrasse 4, CH-8600 Dübendorf, www.mobitare.ch Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10.00 – 20.00 Uhr, Samstag 09.00 – 18.00 Uhr Alle Preise in CHF

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