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Trends

Eine Mobitare-Beilage in der NZZ am Sonntag

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JAN ALT: VORNEWEG Er prägt mit seinen Ideen die Kollektionen des Heimtextillabels Zoeppritz since 1828

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GROSSE RÄUME, WARME GEFÜHLE Loft-Ästhetik trifft Atelier-Romantik

BAUHOLZ: COOLES VOM ROHSTOFFKARUSSELL SEITE 10

Suchen Sie auch sonntags Ihre Möbel aus. Neuer Online-Showroom:

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.ch


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Eine Mobitare-Beilage in der NZZ am Sonntag

Intro

JAN ALT: VORNEWEG WOHNEN ALS YOGA FÜRS AUGE Sich zu entspannen, scheint zu einer Frage der Disziplin geworden zu sein. Der Erfolg eines Phänomens wie Yoga beweist, dass man sogar aus etwas eigentlich Angenehmem und für die Gesundheit Nötigem etwas machen kann, das zu unserem durchstrukturierten Lebensstil passt. Eben eine Disziplin-Übung. In den verschiedenen Kategorien von Wohn-Reportagen, die ich als Chefredaktor des Schweizer Wohnmagazins IdealesHEIM so zu Gesicht bekomme, sind jene Geschichten am leichtesten zu erzählen, in denen die beim Einrichten aufgebrachte Disziplin so gut wie möglich verborgen wird. In denen jemand mit leichter Hand seinem Geschmack nachgegeben zu haben scheint. Das ist natürlich nie der Fall; bewusst unordentlich, mit studentischem Flair angereichert sind zum Beispiel die Fotos, welche man in einem derzeit viel besprochenen Gegenstück von IdealesHEIM, dem spanisch-italienischen «Apartamento», zu sehen bekommt. Aber das Blatt will weniger zum Überdenken von Wohnsituationen anregen als dass es sich damit auseinandersetzt, wie gut man wohnen könnte, wenn man sich etwas mehr entspannen würde. Wobei hilfreich ist, wenn man zum Beispiel in Barcelona wohnt und nur ein paar Quadratmeter einzurichten hat. Das Expertinnenteam des Zürcher Büros Gustave hatte mehr einzurichten als das und schaffte trotzdem eine Atmosphäre der Entspanntheit; ein Flair der gediegenen Lässigkeit, wie es den beiden Frauen passend schien zur derzeitigen Stimmung der Menschen, die über Einrichtung nachdenken. Geniessen Sie die Bilder, welche bei dieser Entspannungsübung entstanden sind; vielleicht merken Sie dabei, dass auch in Ihren Wänden die Zeit gekommen ist, weniger streng zu sich selbst zu sein. Richtig gemischt, wird aus Ihrer neuen Einrichtung eine Yoga-Session für Ihre Augen – ohne Kopf- oder Handstände. Entspannende Lektüre wünscht Ihnen

Als Art Director des Heimtextil-Labels Zoeppritz ist Jan Alt unterwegs zwischen einer lebendigen Tradition und dem aktuellsten Zeitgeist.

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Die jährlich zweimal erscheinenden Textil- und Accessoires-Kollektionen des deutschen Herstellers Zoeppritz since 1828 haben stets wechselnde Leitmotive. Während eine eher punkig-urbane Kollektion vor zwei Jahren zum Beispiel «After the Party» hiess, lautet der Titel für Frühling 2011 «The Farmer is a Pig». Das Vintage-Hemd wird zum Kissen Verantwortlich für die Namen und Themen, aber auch für den Look der Produkte und die Atmosphäre der Kollektion ist der Münchener Kreative Jan Alt, Jahrgang 1969, seit 10 Jahren Designer und Art Director des erfolgreichen Labels. Jan Alt lässt bei der «Farmer»-Kollektion ein neues, modernes Landleben entstehen, spielt damit aber auch auf den «Zurück zur Natur»-Trend an, der sich derzeit mit einem wachsenden Bewusstsein für die Endlichkeit unserer Ressourcen zu einer Coffee-Tablekompatiblen Öko-Lifestyle namens LOHAS

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vermischt. Die wichtigsten Stücke der neuen Kollektion sind Kissen und Decken aus Vintage-Oberhemden. «Den getragenen Hemden wird ein zweites Leben eingehaucht, sie werden verarbeitet zu Kissen, Decken und sogar einem Daybed», sagt Jan Alt über die Kreationen im ironischen Landliebe-Look. Er selbst führe übrigens eher einen urbanen Lebensstil. «Es ist aber eine stilistische Bereicherung, diese ländlichen Elemente in eine städtisch geprägte Einrichtung einfliessen zu lassen.»

Jan Alt arbeitet mit Stoffen, die Chloé oder Ferragamo für Schuhe und Taschen verwenden. «Meine Inspirationen kommen vom Reisen, vom alltäglichen Leben und natürlich von den Modeströmungen in der Oberbekleidung», antwortet Jan Alt auf die Frage nach der Herkunft seiner immer überraschenden und oft unterschwellig humorvollen Ideen. Zoeppritz mache nun mal modische Heimtextilien, schon deswegen könne man diese Welt nicht ignorieren. Kissen und Decken sind schneller wechselnden Strömungen unterworfen als Möbel,

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weil sie leicht auszutauschen sind und doch wichtige Beiträge zur Stimmung eines Raumes leisten können; Heimtextilien folgen auch eher wechselnden Wohn- und Verhaltenstrends. Ebenfalls inspirierend für Jan Alts Arbeit bei einem Heimtextillabel wie Zoeppritz since 1828 ist, dass er für die zum gleichen Konzern gehörende, italienische Schwesterfirma Freetime als Geschäftsführer tätig ist. Er ist somit quasi von Haus aus verpflichtet, seine Kollektionen auf dem neusten Stand des Zeitgeistes zu halten und hat gleichzeitig Zugriff auf Stoffe, welche von Modelabels wie Chloé oder Ferragamo für Taschen und Schuhe verwendet werden. Lange Tradition als Luxus-Label Das Label Zoeppritz since 1828 gibt es seit bald zweihundert Jahren. Als Episode aus der Unternehmensgeschichte wird gerne auf die «Zeppelindecke LZ 127» verwiesen; deren Existenz belegt nicht nur die traditionelle Zugehörigkeit des Hauses zur Luxusbranche, sondern auch die Qualität der ZoeppritzProdukte. Denn als die Aussenwand des legendären Luftschiffes während eines Fluges im Oktober 1929 beschädigt wurde, setzte die Crew kurzerhand acht Zoeppritz-Decken ein, um den Schaden zu reparieren. Jan Alt ist ein Kreativer, der sich nicht in MarketingPlatitüden retten muss, wenn er seine Arbeit erklärt: «Wir konstruieren keine Themen und gehen nicht mal nach Marketingüberlegungen vor.» Hingegen könne man durchaus sagen, dass es jeweils einen Schlüsselmoment für die ganze Kollektion gebe. Dass halbjährlich eine

Kollektion erscheint, ist der Initiative von Jan Alt selbst zu verdanken. Bis diese Neuerung 2003 eingeführt wurde, gab es vom Label nur alle zwei Jahre eine Basiskollektion. Die wechselnden Trendkollektionen werden auf Messen in Frankfurt und New York genauso vorgestellt wie auf der Maison & Objet in Paris, wo Zoeppritz 2006 sogar einen Shop eröffnet hat, und zwar im schicken Stadtteil Saint-Germain-des-Prés. Für das neue Ladenkonzept «JAG Zoeppritz since 1828» gibt es seit Mitte Dezember im trendigen Münchener Schlachthofviertel in München und seit Januar im Pariser Marais zwei neue Flagship-Stores.

Überseekoffer und Serviertabletts Auch im Möbelbereich hat sich das Heimtextil-Label unter der kreativen Führung von Jan Alt erfolgreich einen Platz gesucht. Man habe sich für die Lancierung eigener Möbel nicht strategisch neu ausgerichtet: «Unsere Möbel verstehen wir als Accessoires», führt Jan Alt aus. «Das hat dann allerdings doch dazu geführt, dass wir die Treasure-Serie, eine Reihe von Überseekoffern mit schönen Bezügen in Zoeppritz-Stoffen, in die ständige Kollektion aufgenommen haben.» Und wie in der vorliegenden Ausgabe von «Trends» zu sehen ist, hat Jan Alt für seine neuste Kollektion auch das derzeit überall auftauchende Thema des Recycling in seine Ideenwelt aufgenommen. Für nächstes Jahr verspricht er noch weitere Kreationen aus dieser Ecke.

Hans Georg Hildebrandt

IMPRESSUM Herausgeber: Mobitare, Dübendorf Redaktion: Hans Georg Hildebrandt Konzept und Gestaltung: HESSKISSSULZERSUTTER AG Fotos: Thomas Grünert

Alle diese Accessoires und Möbel finden Sie bei Mobitare und auf unserer neuen Website: www.mobitare.ch


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DIE LOFT WIRD IM ATELIER AUFGEWÄRMT Der Begriff des Wohn-Trends ist aus der Mode gekommen. Statt dessen sucht man nach einem persönlichen Ausdruck. Dabei kann schon mal etwas entstehen, das man bis vor kurzem als «romantisch» abgetan hätte.

OFFCUT, Hocker, Tom Dixon, Eiche, Ø45cm H44cm, 300.–

TERRA, Vase, Terracotta, H65cm, 249.–

DINGKLIK, Hocker, Teak, 42x45x45cm, 190.–

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prechen Sie trendisch? Seien Sie beruhigt, falls nicht: Was im Vorfeld von Design- und Möbelmessen jeweils als neuer Trend ausgerufen wird, sind in aller Regel mit viel Aufwand erfundene Kunstbegriffe, welche dazu dienen sollen, bei den Medien und mit viel Glück auch bei den Konsumenten das Interesse an den allerneusten Neuheiten zu wecken. Ausgewertet werden für die Findung solcher Begriffe jugendlich ausgerichtete Medien, das Design von öffentlichen Lokalen, Mode, neue Kommunikationsmittel und ihre Begriffswelten sowie der niemals versiegende Strom der kleineren und grösseren Blogs zu Design- und Wohnthemen. Komplexe Begriffe werden geprägt Wenn es ein paar Beispiele sein dürfen: Das «Trendboard» der IMM Köln, dieses Jahr übrigens ein grossartiger Anlass mit Herstellern, Käufern und nicht zuletzt Designern in Hochstimmung, ortete im Vorfeld der international ausgerichteten Möbelmesse Trends wie «emotional austerity», «surprising empathy», «re-balancing» und «transforming perspectives» als wichtige Stimmungen in den massgebenden Welten. Zu diesem Trendboard gehörten Leute wie Marco Velardi, Herausgeber des szenigen Wohnmagazins «Apartamento», Martin Leuthold, Textildesigner und Gewinner des Design Preis Schweiz, oder die spanisch-

stämmige Stardesignerin Patricia Urquiola. Solche Trendforscher sind auch andernorts am Werk. Martin Reymond, Gründer der 2001 gegründeten Denkfabrik Future Laboratory ortete anlässlich der diesjährigen Frankfurter Heimtextil-Messe – für Trendspotter wichtig, da eine der ersten Messen im Jahreszyklus – Begriffe wie «Sobriety», «Mix Mash», «Utility» und «Wilderness» als wichtige Wegmarken. So lange es «aufregend» ist … Wer sich die Begriffe genauer ansieht, kann daran ablesen, dass sie – auf poetische und attraktive Weise – auf den Punkt bringen, was der Fall ist: Unter bestimmten Voraussetzungen geht mehr oder weniger alles. Wenn im Kölner Trendreport im Abschnitt zu «Emotional Austerity» zu lesen steht, dass man den Formen und Linien «die Leidenschaft der Macher und Besitzer für Details und Qualität» ablesen könnte: Müsste das nicht eigentlich für jedes einzelne Stück gelten, welches wir in unsere Besitztümer aufnehmen? Kaum jemand in unseren Breitengraden wird sich darüber beklagen, zu wenig Material in seinem Haus zu haben; die Kunst ist vielmehr, Dinge auszuwählen, die uns aufgrund ihrer soliden Machart und ihrer Schönheit über lange Zeit Freude machen. Darauf sei eine weitere grundsätzliche Forderung basiert, die man an Design und an Objekte stellen sollte; sie ist

DINGKLIK, Esstisch, Teak recycled, 200x100x76cm, 1990.–, SOMALIA, Stuhl, Eisen ecru, 44x45x85cm, 139.–, BEAT, Hängeleuchte, Tom Dixon, Messing, Ø36cm H16cm, 490.– BEAT, Hängeleuchte, Tom Dixon, Messing, Ø52cm H50cm, 1440.–, BEAT, Hängeleuchte, Tom Dixon, Messing, Ø19cm H36cm, 490.–, AFRIKA, Kerzenständer, Mangoholz, H31cm, 25.–, H41cm, 45.– COW, Teppich, Kuhhaut, 300x300cm, 690.–, OLD, Tablett, Altholz, 39.–, STRIPE, Anrichte, Teak recycled, 140x35x75cm, 579.–


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FROM GUSTAVE WITH LOVE

Bild: Siro Micheroli

NEPAL, Tisch, Holz, Eisen weiss, 76x85x150cm, 598.–, ANGOLA, Hocker, Metall weiss, 45x45x43cm, 98.– CAGE ROCKET, Tischleuchte, Diesel for Foscarini, Glas geblasen, schwarz, 405.– GOLRAN, Teppich, Vintage, 203x300cm 5990.–, GHOST 05, Sessel, Gervasoni, Leinen, 1089.– OLD WOOD, Konsole, Altholz, 180x85cm, 1650.–, JACK, Tischleuchte, Tom Dixon, Polyethylen, 58x58x52cm, 615.–

«Wir haben kühle Loft-Ästhetik mit der Stimmung eines französischen Mal-Ateliers angereichert.»

ebenso leicht formuliert wie schwer einzulöse und wurde kürzlich vom Kölner Zeitschriftendesigner Mike Meiré an einem Symposium zum Thema Design wie folgt formuliert: «Es soll aufregend sein.» Da kann man sich nur anschliessen. Bloss: Gilt das nicht wie die anderen Anforderungen eigentlich immer? Trendisch zu sprechen, ist demnach weniger wichtig, als sich darüber Gedanken zu machen, was man genau möchte. Auf sich zu hören. Wer das kann, wird wie die Stil-Expertinnen von «Gustave» keine Mühe zeigen, einen Raum wie den für das Shooting dieser Ausgabe in kurzer Zeit einzurichten. Und was wirkt nun neu in dem exemplarischen Umfeld, den die beiden Frauen geschaffen haben? PAOLA, 3.5er-Sofa, Linteloo, Leinen,230x103cm, 4990.—

Die News: Gelb, Jute, Recycling, Real-Used Hier wird’s komplex, denn was neu ist, sieht nicht so aus. So hat der «used look» bei Textilien auf die Möbel übergegriffen; der Tisch vom dänischen Label Nordal sieht aus, als wäre er zehn Jahre in einem Mal-Atelier gebraucht worden. Neu ist, dass ein Hersteller edler Textilien wie Zoeppritz since 1828 auf den Philippinen aus den Seiten alter Modemagazine ausgerechnet – Serviertablette herstellt. Neu ist die Farbe Gelb, dieses Jahr seit langem wieder im Möbelbereich zu sehen. Neu ist, dass ein undefinierbarer Ballen aus Jute nicht mehr in einer stillgelegten Lagerhalle vor sich hin dämmert, sondern zum Sitzmöbel umfunktioniert Teil eines ausgeklügelten Stil-Mixes wird. Virginia Maissen und Elvira

Borbély von Gustave sagen dazu: «Die kühle Loft-Ästhetik wie man sie aus Geschichten über New York kennt, haben wir für dieses Shooting mit der Wärme eines französischen Mal-Ateliers angereichert, das schon lange Jahre in Betrieb ist.» Spontaneität und die Sehnsucht danach seien die Schlüssel-Emotion gewesen. Wer es lieber «surprising empathy» oder «mix match» nennen möchte, wird nicht falsch liegen. Aber bleiben wir spontan; die meisten anderen Begriffe werden auf die eine oder andere Art auch passen. So lange das Design aufregend ist und nicht morgen schon langweilt.

Unter dem Namen «Gustave» begeistern die Style-Expertinnen Elvira Borbély und Virginia Maissen seit 2008 eine rasch wachsende Anzahl von Auftraggebern für einen ganzen Fächer von Dienstleistungen. Zu ihnen gehören visuelle Konzepte und deren Umsetzung ebenso wie die Produktion redaktioneller Lifestylegeschichten, Szenografie und Interior Design. Derzeit sind sie unter anderem beauftragt, für die Café-Bar «Le Central» am Bahnhofplatz in Basel ein neues Interiorkonzept zu verwirklichen und den visuellen Gesamtauftritt für den Neuentwurf des legendären «Patent Ochsner»-Abfallkübels zu kreieren. Die von «Gustave» für Mobitare eingerichteten Räume sind auf den Seiten 4 bis 9 des vorliegenden «Trends»-Spezialbundes zu sehen. Bei viel Engagement fürs Detail entstand eine Stimmung der Entspanntheit, indem Farben und übereinander geschichtete Materialien oder Themen zu dichten Atmosphären verwoben wurden. Zu oft erlebt man in der Wirklichkeit bewohnte Räume, in denen viele Emotionen zuhause sein mögen, ausser einem Gefühl des Zuhauseseins. Gustave belebt Bilder und Räume mit authentischer Lockerheit und wird trotzdem hohen Ansprüchen gerecht. www.gustave.ch


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LADDER, Leiter, Bambus, H152cm, 149.–, CHICAGO, Bank, Holz, 180x30x50cm, 790.–, STICK LAMP, Stehleuchte, Zoeppritz, Holz und Stoff, H190cm, 135.–, GHOST 05, Sessel, Gervasoni, Leinen, 1089.–, WOODY, Wurzelball, Teakholz, in Jute verpackt, Øca. 50cm, 559.–, FORK, Stehleuchte, Diesel for Foscarini, Stoff elfenbein, B40cm H186cm, 978.–, PAPER SIDE TABLE, Beistelltisch, Moooi, Holz, Karton weiss, 40x40x60cm, 495.–

ROMANO, 3er-Sofa, Linteloo, Stoff Siena, 240x105cm, 5149.–, BODY AND SOUL, Teppich, Kymo, Leder silber, 170x240cm, 3640.–, LADY, Sessel, Stoff beige, 75x100x67cm, 2395.– BAUHOLZ, Kubus, Altholz, 40x40x100cm, 490.–, BAUHOLZ, Kubus, Altholz, 40x40x80cm, 420.–, CONE, Stehleuchte, Tom Dixon, Alu, Chrom schwarz, 3080.–


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BAUHOLZ: COOLES VOM ROHSTOFF-KARUSSELL Der deutsche Möbelhersteller «Bauholz design» aus Münster ist eines der erst wenigen Labels, welche Designmöbel aus wiederverwerteten Rohstoffen begehrenswert machen.

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utositze aus PET, Trinkflaschen aus Joghurtdeckeln: Die Wiederverwendung wertvoller Rohstoffe geschieht heute in grossem Stil, aber bisher mehrheitlich ausserhalb unseres direkten Blickfeldes. Dank der Einsicht immer weiterer Bevölkerungskreise und dank gross angelegter Werbekampagnen gelten Dinge aus wieder verwendetem Material heute nicht mehr als minderwertig, sondern als Beitrag zum Umweltschutz und werfen ein positives Licht auf ihren Käufer. Durch Alter vor Verwitterung geschützt Im Idealfall machen sie sogar durch ihre ganz eigene Ästhetik Freude. Einer der ersten und noch sehr wenigen Möbel-Hersteller, welche diesen Ansatz auf ihre Produkte anwenden, ist das in der deutschen Stadt Münster in Westfalen ansässige Label «Bauholz design». Der Name der Firma bringt die Herkunft ihres Rohstoffs auf den Punkt: Für «Bauholz design»-Möbel werden ausgediente Gerüst-Bohlen verwendet. Also Holz, das über zehn bis dreissig Jahre

hinweg auf dem Bau verwendet wurde. Holz, auf dem Bauarbeiter mit schwerem Schuhwerk marschierten, das mit allerlei Werkzeug malträtiert und mit Farbe befleckt sowie dem Wetter ausgesetzt war und welches durch all diese Vorgänge vor weiterer Verwitterung geschützt ist. Durch einen gründlichen Schliff von Hand werden die ca. 4,5 Zentimeter dicken und ca. 27 Zentimeter breiten Bohlen für ihre Zukunft als Designmöbel vorbereitet. Anschliessend werden sie ebenfalls von Hand nach Entwürfen des internen Bauholz-Designteams oder externer Kreativer zu Tischen, Sesseln und Sofas verbaut; und zwar ohne weitere Behandlung. Entsprechend der hohen Belastungsfähigkeit von Gerüstbohlen gibt es seit vergangenem Jahr sogar eine OutdoorKollektion mit wetterfesten Polstern. Ein Konferenztisch, entworfen von der Münchener Designerin Regine Remy wurde im Jahr 2009 mit dem «Design Plus» Award ausgezeichnet und war ist sogar für den diesjährigen Designpreis der Bundesrepublik Deutschland nominiert.

BAUHOLZ, Tisch, Bauholz natur, gestell Metall lackiert, 180x80x76cm, 1990.–

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Beiläufig entstandene Geschäftsidee Das Label «Bauholz design» entstand mehr zufällig, als die heutigen Hersteller von Designmöbel 1999 eine Präsentationsmöglichkeit für ihr Sortiment von handgemachten KeramikObjekten suchten. Man verfiel auf die Idee, welche später selbst zum Geschäftsmodell wurde. Wer sich die Möbel von «Bauholz design» ansieht, merkt sofort, dass ihr Rohstoff entfernt an Materialien wie gekalkte oder geseifte Eiche erinnert – mit dem Unterschied, dass im Fall solchen Holzes ein früheres Leben nur suggeriert wird, während das Rohmaterial für «Bauholz design»-Möbel eben ein echtes, handwerklich geprägtes Leben führte, bevor es in die Form eines Designmöbels, vielleicht sogar einer Laden- oder Büro-Ausstattung im Used-Look geschreinert wurde. Und so gut einem das schlicht-zeitgenössische Design von «Bauholz design» gefallen mag: Ausgeführt in neuer Fichte, Eiche oder Nussbaum, wären die Stücke nur halb so aussagekräftig. «Bauholz design»-Möbel strahlen Echtheit und Willen zur Eigenständigkeit aus.

Das gilt auch für den ursprünglichen Geschäftsbereich des deutschen Unternehmens, welcher heute ein zweites Standbein darstellt; handgemachte Glas- und Keramik-Objekte. Die Keramik entsteht in vietnamesischen Töpfereien und wurde teilweise ebenfalls bereits über Jahre verwendet wie im Fall eines Pflanzentopfs, der früher ein Wassersammelbehälter war. Auch hier wird mit dem Authentizität schenkenden Flair des Gebrauchs und der Zeitspuren gearbeitet, um die Stücke zu individualisieren. Möbel von «Bauholz design» sind ein geglücktes Beispiel dafür, wie bei maximaler Schonung von Ressourcen ein geschäftlicher Erfolg gelingen kann, bei dem alle auf ihre Kosten kommen, die sich gerne ihrem ganz eigenen Geschmack entsprechend einrichten. Möbel von «Bauholz design» sind ab diesem Frühling bei Mobitare in Dübendorf erhältlich.

BAUHOLZ, Hocker, Bauholz, 40x40x45cm, 429.–

BAUHOLZ, Sideboard, Bauholz, 150x45x80cm, 4990.–,


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ARNALDO RICCIARDI

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Gesetzmässigkeiten erspüren zu können ohne voreilige Schlüsse zu ziehen, setzt einen möglichst freien verfügbaren Raum voraus. Dieser beginnt zu entstehen wenn ich mir keine Endvorstellung meiner Arbeit, kein vorbestimmtes Bild «ausmale».

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Arnaldo Ricciardi malt abstrakte Bilder. Ungegenständlichkeit bedeutet jedoch nicht, dass der Inhalt eines abstrakten Bildes nichts mit unserer unmittelbaren Erfahrung und Lebenswelt zu tun hat. Im Gegenteil, die Nähe zur Wirklichkeit, die Verarbeitung von realen Eindrücken ist stets das Fundament gegenstandsloser Kunst. Ricciardis wichtigstes Gestaltungsmittel ist die Farbe. In seinen Bildern entwickeln sich die Farben sehr behutsam. Der Betrachter kann die Entwicklung und Veränderung der Farben unmittelbar nachempfinden. Meist gibt es eine dominante Farbe, die sich über andere Farbflächen legt, diese gleichsam zudeckt, je nach Transparenz und Stärke. Von der Peripherie her, an den Bildrändern ist die Genese, die Schichtung des Farbauftrags nachvollziehbar. Im Zentrum hingegen expandiert die dominante Farbfläche. Mit dem Durchschimmern übereinander liegender Farbenschichten entsteht ein diffuser, stets in Bewegung gehaltener Farbcharakter von hoher atmosphärischer Wirkung, der vom Betrachter sehr unterschiedlich erlebt und interpretiert werden kann. Zuweilen werden durch bewusstes Aussparen die darunter liegenden Farbschichten sichtbar und liefern spannende Farbkontraste. In einer Reihe weiterer Bilder ergibt sich eine gewisse Gleichrangigkeit mehrerer Farbflächen, deren Formen sich zumeist an orthogonalen Strukturen orientieren. Wesentlich ist vor allem der fliessende Konturenverlauf; eine Farbfläche gleitet sanft in die andere hinüber. Solche eng miteinander verwobenen farbigen Rechtecke bilden ein überschaubares, klar definiertes Ordnungsgefüge. Die Farbigkeit entwickelt sich entweder in einer stufenweisen Chromatik, etwa in den Bildern, in denen Grau und Weiss dominieren. Oder es entstehen kontrastreiche Farbdialoge, wie etwa in den Bildern mit kräftigem Rot, Blau und Gelb. Stets sind Ricciardis Farbkompositionen sehr überlegt aufgebaut. Seine Bilder sind reflexive Arbeiten, welche Ruhe vermitteln und den Betrachter zum Innehalten anregen. Trotz ihrer Abstraktion bieten die Bilder dem Betrachter Orientierung, aber auch vielfältigen Spielraum für die eigene Interpretation. Franz Smola, Leopold Museum, Wien Bilder von Arnaldo Ricciardi sind ab 28. März 2011 im Mobitare Dübendorf ausgestellt. www.arnaldo.ch BAUHOLZ, Tisch, Bauholz natur, Säulenfuss, 240x100x76cm, 2790.–

BAUHOLZ, Tisch, Bauholz natur, 240x100x76cm, 2490.–


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HELDEN DES WOHNZIMMERS

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Ein Wohnzimmer ohne Sofa ist wie ein Ofen ohne Wärme. Ein passendes zu finden jedoch ist meist eine Herausforderung. Soll es schön sein und bequem, oder einfach nur schön? Das Mobitare-Sortiment in Dübendorf umfasst zahlreiche ausgewählte Design-Objekte.

WOODY Hocker, Holz natur, 30x30x40cm, 149.–

SWEET 82 Daybed, Gervasoni, Stoff Lino weiss, 260x90x65cm, 4240.–

SUSHI 3er-Sofa, Moroso, Stoff, 250x105x74cm, 9600.–

BAMBOO Hocker, Bambus schwarz, 198.–

NEW YORK Sofa, Stoff weiss, 271x126x80cm, 3750.–

DARLINGTON Hocker, Geflecht, Ø38cm H44cm, 249.–

BONGO Hocker, Monkeywood schwarz, Ø30cm H45cm 219.–

HALEIWA 3er-Sofa, Leder ecru, 215x93cm, 9990.–

LOCAL Eckkombination, Stoff Atlante, 320x170x80cm, 5115.–

SWEET 14 3er-Sofa, Gervasoni, Stoff, 240x107x65cm, 4990.–

MANGO Sofa, Stoff, weiss, 356x109cm, 6780.–

LINNEA Eckkombination, Stoff natur, 323x203x100cm, 4690.–

OFFCUT Hocker, Tom Dixon, Eiche natur, Ø45cm H44cm, 300.–

ID. 105, Eckkombination, Stoff Boston toffee, 385x118x50cm, 6890.–

NAVARONNE 3er-Sofa, Leder braun, 234x101x75cm, 4120.– Noch mehr Design finden Sie bei Mobitare und auf unserer neuen Website: www.mobitare.ch


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Windlicht Flores – keins scheint wie das andere.

59.– statt 98.– FLORES Windlicht, Teakholz Ø30 – 40cm Jedes Exemplar ist ein Unikat mit unterschiedlichen Formen.

Angebot gültig solange Vorrat. Nicht kumulierbar. Mobitare im Wohnland Dübendorf Hochbordstrasse 4, CH-8600 Dübendorf www.mobitare.ch Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10.00 – 20.00 Uhr Samstag 09.00 – 18.00 Uhr Alle Preise in CHF


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