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STUDiO

Style- Magazin Zwei.Punkt.Null.

LITTLE MISS S S E C I N PR

Kira Bergermann photographed by Michaela Hann


Studio

Editorial

2

We can take it, but can you give it?

Little Miss Princess – unser Cover-Modell Kira Bergermann wirkt wie in ihrem eigenen kleinen Prinzessinnen-Türmchen gefangen. Das ist bei uns natürlich ganz anders. Hier ist Mitmachen angesagt! Denn was ihr gerade vor euch seht, ist Magazinjournalismus zweipunktnull, ist die erste Ausgabe der Studio. Das neue Zuhause für Studenten und andere Kindsköpfe, deren Welt aus Modefotografie, Modedesign, Grafik und natürlich Musik besteht. Die Studio zeigt eine kleine Auswahl der Besten und Kreativsten unter euch. Eure Modefotos, eure Designs, eure Grafiken, und eure Musikprojekte. Natürlich ist auch passives Konsumieren nicht verboten. Über unsere Website www.stylemagazinzweipunktnull.de dürft ihr übrigens lesen, kommentieren, euch austauschen und konstruktive Kritik abgeben.


Studio 3

Doch zurück zu „Little Miss Princess“. Für unser Titelthema hat die Fotografin Michaela Hann, taufrische Absolventin der FH Bielefeld, unbekannte Models in Stangenware gesteckt und dann für die Kamera aufgestylt. Weitere Highlights dieser Ausgabe: Die ausgefallenen Kleiderkreationen von Beatrice Malburg, die sexy Modeillustrationen von Anna Schwarzer, der fettFunkRock von PAINT und vieles, vieles mehr. Viel Spaß beim Anschauen!

Mareen Herausgeberin


Studio

Content

4

REGULAR 2

Editorial

118 Impressum

ABLI T S E

SHMENT

COMMUNITY 38 Konzertsaal hinter Betonmauern 58 Meine Hochschule: Fachhochschule Kiel


60 Anna Schwarzer FASHION PHOTOGRAPHS 26 Heros

Studio

ILLUSTRATION

5

Michaela Hann

6 Fashion for friends Markus Mielek

44 I‘m on my way

YO

Sabrina Biermann

UN

G BLOO

D

96 Zürich Glamourshoot Christin Neckar

MEDIA DESIGNS 108

Kevin Zedzianowski

PAINTING 52 Nikolas Zagalak

COMMUNICATIONS DESIGN 78

Ideas are unique! Don‘t imitate! Viktoria Klang

STREETART 86 KEF! SOUNDS 72 PAINT

FASHION DESIGNS 16 sechsund20KOMMAfünf Beatrice Malburg


Studio 6

s s u k t t r h a c M a dee mMooßß r g


Studio 7

Markus Mielek ist in Recklinghausen aufgewachsen und seit über einem Jahr im nahe gelegenen Dortmund selbstständig. Mit seiner Fotoästhetik und dem Gefühl für den richtigen Augenblick wird er bald zu den ganz Großen gehören. Als Fotograf versucht er immer, der Persönlichkeit des Porträtierten gerecht zu werden. Seine Auftraggeber schätzen seine handwerkliche Professionalität und Arbeitsweise, nicht zuletzt wegen seines speziellen Ruhrpott-Charmes.► ►

*

Text & Interview | Mareen

Bohnsack


Studio

‚‚ 8

Nach dem Abitur zog Markus für seine

anderen Kreativen teilt, konnte damals noch

Ausbildung zum Werbefotografen für vier

niemand ahnen.

Jahre nach Münster und arbeitete dort in einem Großraumstudio, welches sich auf

Heute beweist der Dortmunder seine Stär-

den Interieurbereich spezialisiert hat. Auf

ken im Business-, Editorial- und Commercial-

die Ausbildung folgte direkt eine Anstellung

Bereich. Sein Stil ist kraftvoll und fragil,

als Fotograf in dem Studio. Doch das reichte

geradlinig und verspielt, emanzipiert und

ihm nicht, er wollte mehr: Menschen und

sinnlich – Markus‘ Fotografien sind weit

ihre Persönlichkeit zeigen. So entfloh er

mehr als künstliche, unterkühlte Modeauf-

dem trockenen Arbeitsleben, umgeben von

nahmen. Er möchte mit seinen Bildern Au-

Küchen und Wohnräumen, Still- und Interi-

genblicke für die Ewigkeit festhalten. Mar-

eurfotografie, und studierte in Dortmund

kus hat auch ein unwahrscheinlich großes

Fotografie. An der Hochschule lernte Markus

Talent, mit seinen Bildern Geschichten zu

die andere Seite des Fotografierens kennen.

erzählen. Dazu wählt er besondere Orte aus,

Ich mag keine glatten, porenfreien Gesichter, dagegen wehre ich mich. Ich retuschiere und lüge, aber ich versuche es nicht zu übertreiben.

Wo in der Berufsschule

die er zuvor mit seinem Fahrrad erkundet

noch das einzelne Bild

hat. Diese spielen dann die Kulisse für seine

reichte, mussten nun

Bilder, in der er die Models ganz besonders

ganze Bildstrecken

in Szene setzt.

und der dazugehörige konzeptionelle Hin-

Obwohl der 32-Jährige Photoshop liebt, re-

tergrund her. „Das war schon eine Umstel-

tuschiert er seine Bilder nur wenig, denn der

lung.“ Dennoch hat ihm die Ausbildung sehr

Mensch soll im Mittelpunkt stehen. „Ich mag

viel technischen Hintergrund vermittelt, die

keine extrem glatten, aufgebügelten, poren-

ihm das Studium erleichterten.

freien Gesichter, dagegen wehre ich mich. Ich retuschiere und lüge, aber ich versuche

Auch zeigte sich in seiner Kindheit schon,

es nicht zu übertreiben.“

dass Fotografieren mehr war als nur ein Hobby. Die Kamera wurde schon früh zu

Dass solche Bilder nicht jeder machen kann,

seiner steten Begleiterin. Seine ersten Fotos

wird einem sehr schnell klar. Nur die Wenigs-

machte Markus mit einer einfachen Kame-

ten haben solch ein Talent, denn auf solche

ra, darauf folgte eine Minox. „Da musste

Fotos muss man ja auch erst einmal kom-

man schon ein bisschen was einstellen, das

men. In Markus steckt eben ein ungeheures

hat mich schon ein wenig weiter gebracht,

Maß an Ideenreichtum und Kreativität. Um

was das Wissen über Fotografie angeht.“

sich selbst ein Bild machen zu können, emp-

Abgelichtet hat der Grundschüler alles, was

fiehlt sich ein Besuch auf seiner Website:

vor seine Linse kam. Dass er sich heute in

www.mielek.com. ▀

der Dortmunder Innenstadt ein Büro mit www.mielek.com


Photographer

Markus Mielek

Haare & Make Up Styling

Inka Klein (www. fashion- 4 -friends.de)

Bernadette Burow


Studio 16

s

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26,5

c

h

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u

n

designed by Beatrice Malburg

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2

0


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A

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Fashiondesign Beatrice Malburg Photographer Make Up

AndrĂŠ Poling

Anna-Sophia Haake Model

Nadja RĂźdiger


Studio

‚‚

„Mode muss nicht tra bar sein Mode muss nicht tragbar sein“

20

In einem kleinen Café in Hamburg-Eppendorf sitzt ein zierliches Mädchen in einem schwarz-weiß gepunkteten Kleid, ihr blondes Haar ziert eine schwarze Federspange, passend dazu ein Gürtel, ebenso mit Federn gespickt, der Ring in schwarz-weiß passend zum Kleid. Obwohl wir uns zuvor noch nie begegnet sind, fällt der Blick sofort auf sie. Mit einem offenen, aber leicht verschüchterten Lächeln empfangen, entwickelt sich ein belebtes Gespräch über Beatrice Malburgs selbst, über ihre Ideen, ihre Zweifel und ihre Hoffnungen, doch auch über die verrückte Welt der Mode an sich und über ihren Stellenwert in der heutigen Welt.

*

Text & Interview |

Miriam Linke

So verrückt wie die Modewelt, so beschreibt sich

Braut- und Abendmoden, um sich

auch Beatrice selbst. Für die heute 21-Jährige

weiterzuentwickeln und um auch

stand schon seit dem 14. Lebensjahr fest, an

in ihrer Freizeit mit dem Metier

der Akademie für Mode & Design in Hamburg

verbunden zu sein.

zu studieren und Modedesignerin zu werden.

Es liegt der Gedanke nahe, dass

Was für viele junge Menschen blanken Irrsinn

man bei einem so anspruchsvollen

bedeuten würde, setzte Beatrice dann in die Tat

und zeitraubendem Studium einen

um. Sie bewarb sich auch nur dort und ergatterte

Ausgleich sucht und braucht. Über-

unter ca. 200 Bewerbern einen der 25 beliebten

raschenderweise ist das bei Beat-

Studienplätze, und kam ihrem Traum somit ein

rice nicht der Fall. Ganz im Gegen-

Stück näher.

satz: Sogar in ihren Ferien frönt sie ihrer Leidenschaft und erstellt zum

Mittlerweile studiert Beatrice im 4. Semester und

Beispiel aufwändige Papierkollek-

hat bereits einige Erfahrungen - auch außerhalb

tionen, die sie in mühsamer Klein-

der Hochschule - im Bereich der Mode gesam-

arbeit falten musste. Ihr Künst-

melt. So hat sie bereits Kleider für Absolventinnen

lerkopf scheint keine Pausen zu

entworfen und geschneidert. Neben dem Studium

kennen. Die Ideen bekommt sie

arbeitet die Modestudentin in einem Salon für

übrigens während sie schläft.

► ►


Studio

‚‚ 24

Nachts scheint ihre kreative Ader auf Hochtouren

Beatrice selbst kombiniert alles, was sie trägt,

zu laufen. Mode ist ihre Leidenschaft, ihr Leben,

mit Schwarz, und steht bunten Kombinationen

und sie beschäftigt sich mit Freude und Engage-

skeptisch gegenüber. Farblich passende Handta-

ment auch in ihrer freien Zeit damit.

sche und Schuhe komplettieren das Outfit. Sehr sympathisch, wie ich finde. Zeigt sie damit doch,

Voller Vorfreude und mit ein bisschen Aufregung

dass es durchaus erlaubt ist, stundenlang vor dem

tritt Beatrice im Herbst 2010 ein sechsmonatiges

Kleiderschrank zu stehen, um schlichtweg farb-

Praktikum in London bei Ada Zanditon, einer

lich aufeinander abgestimmte Kleidungsstücke

jungen ambitionierten Designerin, an. Sie möchte

herauszufischen. Dass dies oftmals bei Männern

diese Chance zudem auch dazu nutzen, um ihre

nicht der Fall ist, beweist vielleicht auch Beatrices

Englischkenntnisse aufzufrischen.

Ansicht, dass es kaum gut gekleidete männliche

Auf ihrer Website www.beatricemalburg.com

Wesen auf deutschen Straßen gibt. Eine waghal-

präsentiert sie neben der schon erwähnten Papier-

sige Behauptung, die die Männerwelt vehement

Mode muss nicht bequem sein. Die Hauptsache ist, es sieht gut aus und gefällt.

kollektion auch

bestreiten würde. Doch bei genauerem Hinsehen

Folienkleider. Was

werden sich zumindest viele Frauen Beatrices

sie von Anderen

Meinung anschließen.

unterscheidet, ist der Einsatz

Ist nun eine alles revulotionierende Männerkol-

von völlig verschiedenen Materialien, die sie mit

lektion von Beatrice Malburg zu erwarten, die der

großer Experimentierfreude umsetzt. Ihre bisher

Männerwelt zeigt, auf was wir Frauen wirklich

entworfenen Kollektionen können unter anderem

stehen? Nein, Beatrice widmet sich mit Vorliebe

auch als Mode-Kunst bezeichnet werden, die nicht

der Damenmode, und so trägt selbst ihr momen-

unbedingt tragbar ist. „Mode muss nicht bequem

tanes Semesterprojekt, eine Männerkollektion,

sein. Die Hauptsache ist, es sieht gut aus und

sehr feminine Züge. Pastelltöne und weiche Stoffe

gefällt.“

prägen hier ihren Stil.

Ihre Winterkollektion „sechsund20KOMMAfünf“

Nach ihrem Abschluss möchte die aufgeweckte

zum Thema „Zeit“ zeichnet sich durch kalte Farb-

Studentin weitere Erfahrungen durch verschie-

töne wie blau, grau und weiß aus. Schwarze

dene Praktika in der Modewelt sammeln. Der

Akzente komplettieren die Farbgebung. Die

Zukunft sieht sie optimistisch entgegen, auch

Kollektion bietet 26,5 Kombinationsmöglichkeiten

wenn sie sich darüber im Klaren ist, dass es

von Hosen, Kleidern, Mänteln und Ponchos. Die

zuweilen ein harter Kampf werden kann. Ein

Verwendung unterschiedlicher Materialien ist

Kampf, für den sie gewappnet ist, denn es gibt

auch hier Beatrices Wiedererkennungszeichen. Ein

nichts, was sie aufhalten könnte, gemäß den

Mix aus kantigen Formen, fließenden Stoffen und

Worten von Aurelius Augustinus: „In dir muss

der Einsatz von Draht zur Erstellung eines Kleides

brennen, was du in anderen entzünden willst.“

machen die Serie zu einer einzigartigen Kreation.

Selbstzweifel hat sie keine.

Ihr Stil wirkt schlicht, aber dennoch ausgefallen.

www.beatricemalburg.com

▀▀


Studio 26

Aufopferun n e n n i w g Ge a L e l r n e o d v M s e i i e N ew A

H

B r e D

ng


Studio 27

s 채 r t o y r e r r e Hebens

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Verlierer m

k a m p f best Tate Mut ehe n n

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n o i t a t s m u a r T


Studio

g r u b m a H n 31

Wer schon einmal mit dem Zug nach Hamburg gefahren ist, kennt den Moment, wenn am Fenster die Deichtorhallen vorbeiziehen. Die Bauten fesseln die Blicke der Reisenden mit ihrer eleganten Architektur. Sie sind natürlich auch immer ein Zeichen: Es sind nur noch wenige Meter bis zum Hauptbahnhof – das Ziel ist fast erreicht. Für viele Fotografen haben die Deichtorhallen genau diese Bedeutung; besonders dann, wenn ihre besten Bilder hier präsentiert werden. Keine Frage: Die südliche Deichtorhalle, besser bekannt als Haus der Photographie, ist eines der Traumziele für Fotografen.

*

‚‚

Text & Interview |

So auch für Michaela Hann, lieber Micky

Doch nicht von klein an lag hier ihre Leiden-

genannt, die nach ihrem Studium den großen

schaft. Ihr Kindheitstraum war es, Modedesign

Schritt gewagt hat und nach Hamburg ge-

zu studieren und sich in diesem Bereich frei zu

gangen ist, ohne zu wissen, was die zierliche

entfalten. Eines wird immer deutlicher, je mehr

Modefotografin hier erwartet. Ich treffe sie in

ich über sie erfahre: Sie ist unheimlich kreativ

einem kleinen Café in der Hamburger Innen-

und voller Fantasie und eigenen Ideen.

stadt. Der Einstieg ins Gespräch ist schnell gefunden. Sobald wir sitzen, sprudeln die Worte

Auch ihre Aufnahmeprüfung bestätigt ihr

aus der Wahl-Hamburgerin nur so heraus.

künstlerisches Talent. Nur mit einer Polaroidka-

Miriam Linke

mera bewaffnet, sollten sich die angehenden Micky war unter hunderten von Bewerbern

Studenten zum Thema „Begegnung“ kreativ

eine der Glücklichen, die einen Studienplatz

ausleben – und das in vier

an der Fachhochschule Bielefeld ergattert hat.

Stunden. Michaela, ohne

Hier ließ sie sich im Fach Gestaltung ausbilden

Geld zum Bewerbertag

und sammelte Erfahrungen in den Bereichen

angereist und vollkommen

Fotografie und Medien sowie Grafik und

nervös, machte sich auf den Weg. Sie ging in

Kommunikationsdesign. Ihren Schwerpunkt

Kaufhäuser, zog Faschingskostüme an (es war

setzte die heute 27-Jährige auf Fotografie.

Februar) und schminkte sich

Wie naiv und ahnungslos man damals Wie doch war.

► ►


passend dazu mal skurril, mal in dunklen Far-

Micky hat für ihre Foto-Reihe ganz bewusst

ben oder auch in Pastelltönen. Als Kosmetikar-

Anti-Helden gewählt: Gebrochene Figuren in

tikel verwendete sie die vielen verschiedenen

einer gebrochenen Welt. Sie zerstört damit

Probemakeup-Tuben, Pinsel und Lidschatten.

gewollt das makellose Heldenimage. Sie zeigt

Was hier chaotisch und verrückt klingt, sicherte

Menschen der heutigen Zeit, mit Fehlern,

Micky einen von 15 Studienplätzen. „Wie naiv

Ängsten, Zweifeln, die sich auf Seiten wie Fa-

und ahnungslos man damals doch war“, erin-

cebook nur versuchen, ein fehlerfreies Image

nert sie sich lachend.

zu verschaffen, und Menschen mit echten

Micky ist sowohl mit analoger wie auch digi-

Problemen, die sich bemühen, ihr Krönchen

taler Fotografie vertraut. „Als ich angefangen

zurecht zu rücken und Haltung zu bewahren.

habe zu studieren, gab es auch noch gar keine erschwinglichen, guten digitalen Spiegelreflex-

Ihre Inspiration holt sich die flippige Fotogra-

kameras. Also habe ich meine Bewerbungs-

fin aus Musik und Filmen. Beim Hören oder

mappe zum Beispiel analog machen müssen.“

Sehen entsteht ein bestimmtes Bild in ihrem

Mittlerweile fotografiert Micky jedoch aus-

Kopf, was sie sofort in ihrem Ideenbüchlein

chließlich digital. Einfach, weil es praktischer

niederschreibt. In ihrem Regal hat sie dicke

ist. „Man sieht sofort das Ergebnis, was einen

Kladden liegen, Notizbücher, in die sie Bil-

wiederum mehr experimentieren lässt.“ Sie

der aus Zeitschriften hineinklebt, in denen

hat neben den Arbeiten, die während ihres

sie zeichnet, entwirft oder in kleiner Schrift

Studiums entstanden, auch Fotos von Band-

Ideen aufschreibt. So etwas macht Micky nicht

aufritten gemacht, unter anderem für „Heavy

nebenbei, sondern konzentriert, beinahe jede

Current“, eine deutsche Band, deren Musik

Notiz und jeden Schnipsel, den sie sammelt,

sich aus Elektronik, Industrial und Alternative

verarbeitet sie auch. Irgendwo in ihren Bildern,

Rock zusammensetzt. Auch die Gestaltung von

als kleines Detail hier oder da.

CD-Covers fiel in ihren Aufgabenbereich.

Zur Zeit arbeitet die Fotografin auch an ihrer

Mickys breit gefächertes Können wird hier

Mappe weiter, denn die Ideen sind schließlich

deutlich; sie ist wandelbar, stellt sich Heraus-

da. „Glamourös“, „trashig“ und „avantgar-

forderungen offen gegenüber und zeigt damit

distisch“, so beschreibt Micky ihre Fotografi-

einen hohen Grad an Flexibilität.

en selbst. Sie spielt mit Widersprüchen und möchte mit ihrer Fotografie Menschen zum

www.michaela-hann.de

Für Micky dürfen Bilder nicht glatt poliert sein.

Nachdenken und Diskutieren anregen. Fotos

Fotos, die die Welt in Hochglanz abbilden und

von Terry Richardson haben für Micky eine

eine falsche Realität vermitteln, lehnt sie ab.

inspirierende und originelle Wirkung. Seine

Stattdessen ist ihr daran gelegen, die Welt so

Bilder provozieren: „Wenn die Leute deine

zu zeigen, wie sie ist. Dies hat sie auch in ihre

Bilder entweder lieben oder hassen, dann ist

Abschlussarbeit zum Thema „Heros“ einfließen

das die beste Reaktion.“, zitiert ihn die Frank-

lassen. Sie zeigt mit ihren Bildern nicht den

furter Allgemeine Sonntagszeitung. Besonders

typischen Helden, der, geprägt durch Herkules

die Kampagne für die Modefirma „Sisley“ hat

oder Robin Hood, in unseren Köpfen herum-

Micky sehr beeindruckt.

schwirrt. Die heutige Gesellschaft ermöglicht

Ich bin mir sicher, auch wir werden Micky

es jedem, ein Held zu sein, oder sich zumindes-

irgendwann einmal in den Deichtorhallen

tens für einen solchen zu halten: Durch Selbst-

bewundern können, doch bis dahin müssen

darstellungen auf Myspace oder Facebook ist

wir mit ihrer Website www.michaela-hann.de

es einfach, sich in Szene zu setzen.

vorlieb nehmen.

▀▀


Photographer Models

Michaela Hann

Kira Bergermann &

Jan Weisbrod


Studio

‚‚ 40

Das Uebel & Gefährlich vereint ausgeprägtes Stilbewusstsein mit einer einzigartigen Location.

*

Text & Interview | Paolo

Priotto

Plötzlich steht er vor uns. Grau, dunkel - und

Ausstellungen, und Filmnächte statt. Das

riesengroß. Richtig bedrohlich erhebt sich

Veranstaltungsteam legt Wert darauf, nicht

der alte Bunker mit seinen vier Flaktürmen

nur mit bekannten Künstlern den Laden voll

40 Meter hoch in die Hamburger Nacht. Wir

zu kriegen, sondern auch aufstrebenden

befinden uns im Herzen Sankt Paulis, und

Newcomern eine Plattform zu bieten.

Die meisten Bands, die das erste Mal hier sind, sind ziemlich geflasht. Wenn sie hier reinkommen, hat das so einen Burg-Charakter. Diese Bands haben schon in vielen Clubs auf der Welt gespielt, aber eben in einem Bunker noch nicht.

wollen die besondere At-

Dazu passt das praktische Raumaufteilungs-

mosphäre von Hamburgs

konzept: Das Uebel & Gefährlich verfügt

angesagtestem Club

mit dem Dachgarten unter freiem Himmel

ergründen. Der aber liegt

und dem sogenannten Turmzimmer gleich

dort oben in ebendiesem

über zwei Orte für intime Konzerterlebnisse.

unheimlichen Klotz.

Zusätzlich lässt sich der Hauptraum, der hier

Während wir mit dem

Ballsaal heißt, durch ein Vorhangsystem von

Aufzug durch meterdicke

900 auf 600 oder auch 350 Besucher anpas-

Wände in den vierten

sen, so dass auch kleinere Bands immer vor

Stock fahren, überlegen wir, was wohl The

vollem Haus spielen.

Gossip, MGMT, The XX, Hot Chip und all die

Am Wochenende aber wird meistens abge-

anderen Bands vor ihrem ersten Uebel &

danct: Mal zu Elektro, mal zu Indie, und mal

Gefährlich-Gig in diesem Fahrstuhl empfun-

zu Balkan-Beats. Dann tropft auch mal der

den haben.

Schweiß von der für einen Bunker irre hohen Decke, so wie es sich für eine gute Party

„Die meisten Bands, die das erste Mal hier

gehört.

sind, sind ziemlich geflasht. Wenn sie hier reinkommen, hat das so einen Burg-Charak-

Und das Ambiente, in dem hier dem He-

ter. Diese Bands haben schon in vielen Clubs

donismus gefrönt wird, ist dabei ziemlich

auf der Welt gespielt, aber eben in einem

einzigartig. Ein Großteil der verwinkelten

Bunker noch nicht.“ Stefanie Hochmuth, zu-

Räumlichkeiten ist mit golden schimmern-

ständig für Organisation und Durchführung,

den barocken Mustern tapeziert. An den

erwartet uns schon.

Wänden prangen Engel, Hasen und Schwä-

Sie erklärt uns, dass nicht nur solche großen

ne, ausgestattet mit Kalaschnikow, E-Gi-

Namen im Uebel & Gefährlich gastieren,

tarren oder Bomben - übel und gefährlich

sondern auch weniger bekannte Gruppen

eben. Stefanie erläutert: „Das ist uns auch

hier auftreten dürfen, wie etwa LaBrass-

sehr wichtig, dass es eben alles ästhetisch zu

Banda, oder Hamburger Gewächse wie Gary

einander passt und eine gewisse Sexiness hat

und Kapelle Herrenweide. Außerdem finden

und da noch so ein gewisser Wahnsinn mit

regelmäßig Lesungen, Theateraufführungen,

drin ist.“

► ►


‚‚

Sehr gut fügt sich in dieses Umfeld auch

„Medienbunker“. Neben dem Uebel &

das Mobiliar des Raucherzimmers ein. Dort

Gefährlich und einem weiteren Club be-

hängen über abgewetzten Sofas gerahmte

herbergt er Tonstudios, Design-Agenturen,

Bilder mit alten zoologischen Zeichnungen,

zwei private Medienhochschulen und einen

Kupferstichen und ähnlich skurrilem Tand.

Musikladen. Von hier aus sendet auch das in-

Ganz anders dagegen das Turmzimmer, das

novative Internetradio Byte.FM. Klingt nach

auf kleinere Konzerte und Clubabende aus-

einer Runden Sache.

Es ist einfach schön, wenn der Gast jedesmal hier reinkommt und neue Sachen entdecken kann.

gelegt ist: Dort werden

Um auch unseren Besuch abzurunden,

während unseres Besuchs,

besichtigen wir noch den „Dachgarten“

Dienstags kurz nach 23

des Uebel & Gefährlich. Dort oben auf der

Uhr, gerade die Lautspre-

Plattform, wo im Zweiten Weltkrieg das

cher komplett weiß ge-

Flugabwehrgeschütz stand, finden wir den

tüncht. Am Ende wird der ganze Raum kom-

Bunker gar nicht mehr so unheimlich. Denn

plett weiß sein. Derartige Umdekorierungen

die Aussicht über Sankt Pauli ist alles Andere

nimmt das Team immer wieder mal vor. „Es

als übel.

ist einfach schön, wenn der Gast jedesmal hier reinkommt und neue Sachen entdecken kann“, findet Stefanie. So entwickelt sich auch die Ästhetik des Uebel & Gefährlich langsam und stetig weiter. Eine eben fertig gestellte Bar weist die selbe Richtung wie das Turmzimmer: Ein bisschen schlichter als früher, aber elegant. Ortswechsel: Nobistor, ca. einen Kilometer Luftlinie entfernt, wir schreiben das Jahr 2005: Am Rand der Reeperbahn legt die Abrissbirne gleich vier Clubs in Schutt und Asche. Unter den obdachlos gewordenen Betreibern tun sich drei Männer zusammen und suchen sich eine neue Bleibe, „die man nicht so schnell platt machen kann“, wie Stefanie lachend bemerkt. Tatsächlich sollte auch der Bunker in der Feldstraße nach dem Zweiten Weltkrieg gesprengt werden, doch die benötigte Sprengladung hätte halb Sankt Pauli durchgeschüttelt. Heute steht der Koloss unter Denkmalschutz und heißt offiziell

www.uebelundgefaehrlich.com

▀▀


Studio 44

I‘m on my way


45

Studio


Fantastische Fotografie Wir kaufen sie gerne, wir tragen sie gerne, und wir reden gerne darüber: Fashion. Sabrina Biermann fotografiert sie gerne, und das außergewöhnlich und unglaublich überzeugend. Denn wenn die Fachhochschulabsolventin Mode fotografiert, werden Badewannen in den Wald gestellt, Klamotten in Bäume gehängt und Autos in Wiesen geparkt.

*

Text & Interview | Mareen

Die Fotografin Sabrina, Diplom-Absolventin der

grafin. Seither hat sie ihren eigenen Stil kreiert, der

Fachhochschule für Gestaltung in Bielefeld, lernte

sich mit ihren Vorbildern und Mentoren durchaus

ausgiebig von den Großen ihres Fachs. Als Prakti-

messen kann. Die vielversprechende junge, bislang

kantin schaute sie dem renommierten Mode- und

noch unbekannte Fotografin setzt sich über die

Beautyfotografen Kristian Schuller über die Schulter

konventionelle Modefotografie hinweg, folgt in

und assistierte unter anderem bei dem Fotoshooting

ihren Bildern konsequent einer ganz eigenen,

der dritten Ausgabe für „Germany’s Next Topmodel

persönlichen Vision. Sabrinas Prozess der Bildfin-

– by Heidi Klum“ in Salzburg. Dort musste sie neben

dung ist komplex und arbeitsintensiv. Die hyperreale

den angehenden Topmodels vor dem „Hangar-7“

Welt ihrer Fotografien veredelt sie mit einer Prise

zwar nicht posieren, aber assistieren. Keine leichte

Exzentrizität, so dass ihre Werke bei aller Eleganz

Aufgabe in Anbetracht des starken Windes, der

niemals konventionell sind. Was nach Collage

Kälte und des ohrenbetäubenden Lärms. „Es ist

aussieht oder digitalem Effekt, ist stets aufwändig

schon heftig, wenn der Wind so stark ist, dass man

inszeniert.

denkt man könnte mit dem Blitz wegwehen und unzählige Kameraleute und Fotografen würden

Die Bedarfsliste für die Produktion von „I´m on my

das filmen.“ Die toughe Sabrina nahm es gelassen.

way“ führt unter anderem unzählige Koffer, eine

Aber auch ein Praktikum in London ist in ihrer Vita

Badewanne, eine Leiter, eine Stehlampe, einen Mini-

zu finden. Das bekam sie über ein Absolventensti-

fernseher, sowie einen Wohnwagen und einen alten

pendium gefördert – ein großartiger Weg, um sich

Mercedes auf. Viele der Requisiten wurden auf dem

weiterzuentwickeln, nicht nur fachlich, sondern

Flohmarkt zusammen gesucht. So setzt Sabrina die

auch sprachlich, findet die angehende Modefoto-

Mode der Designerin Tanja Smilanova ganz

► ►

Bohnsack


Studio

‚‚ 48

besonders in Szene. Tanja ist selbst Absolventin der Fachhochschule Bielefeld, doch im Bereich Modedesign. Die beiden kreativen Köpfe haben sich zusammen getan, und diese wundervolle Modestrecke ist dabei herausgekommen. Schon als Jugendliche war Sabrina experimentierfreudig. So positionierte und knipste sie Freunde im selbstgebauten Fotostudio im heimischen Keller. Diese Idee kam der damals 16-Jährigen im Schulpraktikum, als der Chef ihr von seinem Heimfotostudio erzählte. „Das fand ich sehr spannend und wollte das auch haben. Ich hatte sogar eine Hintergrundrolle, die hatte mein Vater besorgt, lila Lederstoff: Ganz schlimm, zum Testen aber super, und

Das fand ich sehr spannend und wollte das auch haben. Ich hatte sogar eine Hintergrundrolle, die hatte mein Vater besorgt, lila Lederstoff ganz schlimm, zum Testen aber super und Baustellenscheinwerfer.

Baustellenscheinwerfer.“ Von da an wusste Sabrina ganz genau, was sie werden wollte, nämlich Modefotografin. Für diesen Traum arbeitet

sie sehr hart. Denn es ist nicht immer leicht, sich in einer Männerdomäne durchzusetzen. Doch mit viel Ehrgeiz und genialen Ideen kommt sie ihrem Traum, der Selbstständigkeit in Berlin, jeden Tag ein Stückchen näher. Ihr Stil ist ein verträumter Mix aus Fashion, Celebrity und Humor. Die Imagination der Bielefelderin trägt die Motive weit über den Standard der konventionellen Modefotografie hinaus: Nach ungewöhnlich aufwändigen Vorbereitungen schafft sie mit Models in wunderschönen Kleidern surreale Bilder, die vor oft atemberaubender Kulisse entstehen. Hier zeigt sich: Jedes ihrer Motive malt sich die talentierte Fotodesignerin in ihrer Fantasie tagelang, wenn nicht wochenlang aus. Je verspielter, je naiver, desto besser das Ergebnis. Ob Models als Dummies, rote Herzluftballons oder ein riesiges Schachbrett: Sabrina ist nichts zu außergewöhnlich, wie man auf ihrer Website www.sabrinabiermann.com sehen kann.

www.sabrinabiermann.com

▀▀


ann Sabrina Bierm ica en G el Mod va no ila Sm a nj Ta Fashion/ Styling ow er am up Svenja D Hair & MakeGoran C. Set Assistant n Schmidt Gessler & Bjรถr el ha ic M nt ta sis Photographer

Photo As


d l i B s e t s r e n i e m e ! b t f a u h a h k Ic r e v o r u E 0 5 , 2 f端r


Studio 54

Nikolas Zagalak ist 1986 in Wolfsburg geboren. Er hat schon früh seine Leidenschaft für die Malerei entdeckt, und obwohl er jetzt Modedesign in Hannover studiert, hat er die Malerei nicht aufgegeben. Im Gegenteil, er sieht es als Symbiose an, ohne Modedesign könnte er nicht malen und ohne Malerei könnte er nicht Mode machen – also ein riesiger Vorteil. Auch trägt seine Arbeit schon Früchte, er ist zweifacher Träger des artiPreises. In einem kurzen Interview hat der Künstler mir Frage und Antwort gestanden. Er erzählt von seinen Inspirationsquellen und seinen Vorlieben in Sachen Malerei.

*

Text & Interview | Mareen

Bohnsack


Studio 55

// Wie bist du zu dem Modestudium gekommen?

// Was für Materialien verwendest du?

Ich habe in Göttingen ein Semester Forst-

Mit 16 Jahren habe ich von meinen Vater

wirtschaft studiert, das war zwar interessant,

eine Staffelei mit Pinseln und Farbe bekom-

denn ich bin sehr naturverbunden, aber

men, seitdem sind Leinwand und Ölfarbe

dennoch viel zu wissenschaftlich. Nachdem

mein „favourite“. Aber eigentlich gehe ich

ich dann ein wenig durch die Welt getin-

kreuz und quer: Dann kommt der Bleistift

gelt bin, habe ich in Hannover angefangen

dazu und der Kugelschreiber, am Liebsten

Modedesign zu studieren. Eigentlich wollte

mixe ich alles, und manchmal dann auch

ich immer Kunst studieren, aber wurde nie

noch Pastellkreide. So entwickeln sich immer

angenommen. Aber ich bin jetzt glücklich

neue Stile.

mit dem, was ich mache. // Bist du jemals zufrieden mit deinen Bildern? // Bist du künstlerisch durch deine Familie

Man ist nie zufrieden. Ich könnte an jedem

vorbelastet?

Bild, das ich bis jetzt gemalt habe, noch fünf

Ich bin einer von vielen in der Familie, der

Jahre weitermalen, nur ein kleines Detail

zeichnet, meine Cousine ist einfach groß-

anders machen oder jetzt eine Inspiration

artig. Und mein Opa hat wunderschöne

mit einbringen. Aber darum geht es nicht,

polnische Aquarelllandschaften gemalt. Also

letztendlich ist es ein Zeitzeugnis. Deswegen

die künstlerische Ader wurde mir schon in

ist es nicht schlimm, wenn ein Bild nicht per-

die Wiege gelegt.

fekt ist, im Gegenteil: Es ist eher schön.

// Was inspiriert dich für dich deine Bilder?

// Wie viel Zeit benötigst du für ein Bild?

Ich bin sehr an urbanen Kulturen interes-

Man kann es nicht in Stunden sagen. Wenn

siert, vor allem Berlin hat es mir angetan,

man micht explizit zu einem Bild fragt, kann

aber auch Natur, wie Menschen leben, wie

ich sagen wieviele CDs ich dazu gehört habe.

Häuser aussehen, Design, Musik, andere Künstler – es ist soviel, was mich inspiriert.

// Wie würdest du deine Bilder in fünf Worten beschreiben?

// Was machst du, wenn du mal in einem

Oh, das ist schwer. Also ich versuche es mal:

“Kreativloch” steckst?

Intuitiv, emotional, menschlich, ästhetisch

Mit der Zeit lernt man, sich nicht unter

und frei.

Druck zu setzen, sondern loszulassen. Dann kritzele ich einfach drauf los, auf große

// Hast du einen Ort, an dem du am liebsten und

Flächen, manchmal vier Stunden, einfach

kreativsten arbeiten kannst?

kritzeln, das hat sich zu einer Art Kunst-

Ich male da, wo ich bin. Wenn ich einmal

form bei mir entwickelt – es sind dann keine

viel Geld habe, dann habe ich ein Atelier, wo

detaillierten Sachen, eher grafisch, und dann

ich alles vollklecksen kann.

entstehen Motive, aus denen sich ein Bild zusammenbaut – daher bin ich nie lange in

// Wer sind deine Lieblingsmaler?

einem Kreativloch gefangen.

Der mich fasziniert, aber nicht inspiriert,

► ►


Studio 56

ist Picasso, seine Herangehensweise ist toll.

// Du bist arti-Preisträger? Was ist das?

Er wollte immer so naiv wie ein Kind malen,

Der arti-Preis ist für Künstler, die in und um

und das ist das Schwerste. Aber ansonsten

Wolfsburg leben. Vor vier Jahren holte ich

lasse ich mich von allen Künstlern inspirie-

den dritten Platz. Dieses Jahr habe ich es

ren, da bin ich nicht so wählerisch.

auf den zweiten Platz geschafft. Das ist eine tolle Erfahrung, denn es ist recht groß und

// Was zeichnet dich als Künstler aus?

sehr viele Medienvertreter sind da.

Mich zeichnet die Technik aus und ich nehme konstruktive Kritik an. Ich bin ein radika-

// Wie reagiert dein Publikum auf deine Arbeiten?

ler Typ, der sich keine Zwänge auferlegt. Ich

Mein Publikum reagiert immer sehr positiv,

erwecke echte Emotionen beim Betrachter,

auch wenn vielleicht etwas Schreckliches auf

nur duch meine Bilder, das ist das Schönste,

meinen Bildern zu sehen ist. Das regt sogar

was man erreichen kann.

eher zur Diskussion an, es macht Spaß, ganz nah mit dem Publikum über meine Bilder zu

// Wer ist dein größter Kritiker?

diskutieren. Wenn ein Bild schön aussieht,

Ich!

dann bekommt man das Feedback, dass es schön ist; wenn es schockierend ist, dann

// Hast du schon Auftragsarbeiten?

werden sie richtig nachdenklich, das ist

Viele kleine! Meist Portraits mit Kohle, aber

besser.

alles sehr realistisch! Ab und zu auch mal ein Graffiti. Letztens hatte ich mal etwas

// Hast du schon ein Bild verkauft?

Größeres, mit einer befreundeten Künstlerin

Von Auftragsarbeiten abgesehen, habe ich

zusammen für das Mobile Open Air-Theater

bis jetzt ein einziges Bild verkauft. Das war

in Hannover. Wir haben Planen besprüht, die

vor etwa sechs Jahren auf dem Flohmarkt

zum Theaterstück passten, als Vorhänge im

für 2,50 Euro. Ich glaube, das war meine

Foyer. Die waren riesig, 27x6 Meter, einen

erste Leinwand. Ich habe keine Ahnung, wie

Monat haben wir jeden Tag knüppelharte

die Menschen aussehen, die ein Bild von mir

acht Stunden im zehn Quadratmeter großen

haben. Das ist krass.

Hinterhof die Planen besprüht. Wir mussten uns Meter für Meter vorarbeiten. Eine sehr

// Wo siehst du dich in 5 Jahren?

schöne Erfahrung, man fühlte sich wie ein

In 5 Jahren sehe ich mich in einer Stadt am

arbeitender Künstler. Wir haben auch kein

Meer oder in Berlin. Mein Geld verdiene

Geld dafür bekommen, sondern das aus un-

ich mit der Malerei oder in einer schönen

serer künstlerischen Überzeugung gemacht.

kleinen Firma als Modedesigner, wo mir aber

Etwas Großes zu schaffen ist doch der An-

der Stil gefällt. So dass ich mir ein gutes

spruch eines jeden Künstlers, das war für uns

Leben leisten kann.

die kleine sixtinische Kapelle.

▀▀


www.myspace.com/nikolaszagalak zagalakattack.blogspot.com http://negrobrillante.mygall.net


Studio 58

Meine Hochschule: Fachhochschule Kiel Eine Hochschule ist ein Ort, an dem junge Menschen auf hohem Niveau ausgebildet werden, an dem Wissen weitergeben und geschaffen wird, an dem geforscht und entwickelt wird. So auch an der Fachhochschule Kiel. Doch was macht diesen Ort zu einer ganz besonderen Fachhochschule?

*

Text | Mareen

Bohnsack

Fragt man einen Erstsemester, warum er

Die vielen Projektarbeiten ermöglichen den

sich für die Fachhochschule Kiel entschieden

Studierenden einen frühen Einblick in den

hat, wird man wohl die maritime Lage und

bevorstehenden Berufsalltag. Und Erasmus-

das praxisorientierte Studium als Antwort

Programm und European Project Semester

bekommen. Und genau hier liegt der Kern

machen es einem leicht, einen Teil seines

der Sache.

Studiums an einer von über 100 Partnerhochschulen in 40 Ländern zu vebringen. Kein

Im hohen Norden Deutschlands, direkt am

Wunder also, dass sich z.B. der Bachelor-Stu-

Ufer der Kieler Förde, bieten die sechs Fach-

diengang Multimedia Production vor Bewer-

bereiche Agrarwirtschaft, Informatik und

bern kaum retten kann.

Elektrotechnik, Maschinenwesen, Medien, Soziale Arbeit und Gesundheit sowie Wirt-

Zudem stellen die Neuankömmlinge schnell

schaft der Fachhochschule Kiel hervorragen-

fest, dass nicht nur das praxisorientierte

de Bedingungen für das Studium. Mit ihren

Studium mit seinen vielen Orchideenfächern

rund 5.400 Studierenden ist die FH Kiel auch

etwas Besonderes ist, sondern auch der

die größte in dem kleinen Land Schleswig-

Fachhochschul-Campus: Wie viele Fachhoch-

Holstein.

schulen liegen schon direkt neben einem internationalen Güterhafen? Wieviele

www.fh-kiel.de

Seit die Lehranstalt 1998 in den Stadtteil

Fachhochschulen erreicht man täglich per

Neumühlen-Dietrichsdorf umgezogen ist,

Fähre statt per U-Bahn? An wievielen Fach-

kann sie sich auch eine Campus-Hochschule

hochschulen kann man beim Mittagessen in

nennen, und verfügt direkt auf dem Campus

der Mensa den Segelbooten im Hafen beim

über einen einzigartigen Studententreff in

Schaukeln zusehen? Das geht nur ganz oben

einem umgebauten Hochbunker.

im Norden, nämlich in Kiel!

▀▀


a

Ann

AS Sc hw a

rze r


n o i t a r t s u l l Mode-I

‚‚

Wenn es darum geht, wer die graziösesten Illustrationen macht, dann ist Anna Schwarzer ganz sicher eine Kandidatin für Platz 1. Ihr Portfolio ist einfach nur exzellent und auf einem Niveau, wie es nur wenige erreichen. Qualität pur, die jedes Auge entzückt aufblitzen lässt.

*

Text & Interview |

Mareen Bohnsack

Sie sehen aus wie Zwillinge, nur die Farben ihrer

oft mit modischen Accessoires. Für Anna ist es

Kleider und die Frisuren machen sie zu Individuen.

das Allernormalste, schöne Frauen zu zeichnen,

Die Figuren scheinen zu schweben, fließen ohne

obwohl im Augenblick der Wunsch in ihr fruchtet,

Widerstände. Die 26-jährige Illustratorin Anna

sich an Männer- und Kinderillustrationen zu

platziert die flächigen Frauenkörper auf Papier

wagen.

und stellt sie vor einen zarten Hintergrund; ihre Körper nehmen den sie umgebenden Hintergrund

Anna stammt aus Viernheim und hat an der Fach-

in sich auf, die Haut scheint als Grenze durch-

hochschule Trier Modedesign studiert. Für das

lässig geworden, auf ausschmückendes Ambi-

Erotikmagazin Alley Cat darf sie Illustrationen

ente oder erklärendes Milieu verzichtet Anna. Die

erstellen. Diese Artikel kommen komplett ohne

Ich glaube nicht, dass es die perfekte Illustration von mir gibt. Ich denke immer, da geht noch mehr, aber den Ansporn brauche ich, um mich weiterzuentwickeln.

hellen, freundlichen Pastell-

Fotografien aus, so dass Anna zeigen kann, was

töne von großer Tiefe und

sie drauf hat. Und dass das nicht wenig ist, ist

Farbigkeit haben eine beru-

auch auf ihrer Website www.annaschwarzer.com

higende und zugleich stimu-

zu bewundern. Ihre unterschiedlichen Tätigkeits-

lierende Ausstrahlung. Die

felder beeinflussen und inspirieren sich gegen-

Pinselstriche sind filigran.

seitig, und sie genießt die Herausforderung, mit

Annas Figuren haben dünne

jedem Projekt weiter dazuzulernen.

Ärmchen und Beinchen, wirken sehr zart – eine verträumte Stimmung, die die Fantasie anregt,

Auf die Frage, wie sie denn die perfekte Mode-

Fantasien, die nur durch wenige Pinselstriche

illustration entstehen lässt, antwortet sie ganz

ausgelöst werden.

keck: „Ich glaube nicht, dass es die perfekte Illustration von mir gibt. Ich denke immer, da geht

In ihrem kleinen Zimmer, wo „hinterher immer

noch mehr, aber den Ansporn brauche ich, um

alles aussieht wie Sau“, zeichnet die Diplom-

mich weiterzuentwickeln.“ Als Illustratorin muss

Modedesignerin Models in zeitlosen Kleidern,

man immer dazu lernen wollen und sich

► ►


‚‚

r e i e r f l e ist vi verbessern wollen, deshalb arbeitet Anna mit

Was sie an Illustrationen so fasziniert? Die Illus-

ganz unterschiedlichen Materialien: „Meine

trationen sind kreativer, die Qualität der Linien

Hauptzutaten sind Aquarellfarben und Tusche,

und jeder einzelne Pinselstrich haben eine Bedeu-

manchmal experimentiere ich auch mit Make-up

tung. Sie tragen dazu bei,

und Kajalstiften.“ Anna zwingt sich selbst keine

wie die Kollektionen gesehen

Regeln auf, und das sieht man in ihren Bildern.

werden. Die Illustration soll die Stimmung der Kollek-

Meine Hauptzutaten sind AquarellMeine farben und Tusche, manchmal experimentiere ich auch mit Make-up und Kajalstiften.

Für die begabte Illustratorin bedeutet Modeillust-

tion vermitteln. Dazu müssen

ration mehr als nur die Dokumentation des Mode-

die Stücke nicht ganz, ja

wandels und der Kreativität der Couturiers. Sie

nicht einmal erkennbar sein. Die Arbeiten sind

versteht Modegrafik als eigenständige Kunstform,

viel expressiver und stilisierter und zeigen nicht

die – wie jede andere Kunst auch – alle ihr mögli-

den Charakter, der hinter der Kollektion steht,

chen Darstellungsformen nutzt und Stilrichtungen

sondern den des Illustrators oder gar des Models.

beeinflusst. Annas Stil ist außergewöhnlich. Die Kunden, Anna ist zukunftsorientiert, hat aber auch einen

die auf sie aufmerksam werden, wissen, was sie

Blick für die Vergangenheit. Sie bewundert die

bekommen: Qualität und Einzigartigkeit.

Arbeit von Antonio Lopez, dessen einzigartigen

▀▀

Stil, sowie die zeichnerische Perfektion. Auch, dass er sich immer neu erfunden hat und sich dabei treu geblieben ist.

www.annaschwarzer.com


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tusche

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รถOV freaky Felix

Die netten Jungs von nebenan

V

lucky Luke


Studio

Witzig Rüberkommen, professionell Arbeiten: Paint aus Lübeck beherrschen diesen Spagat perfekt.

75

*

Text & Interview | Paolo

Priotto

‚‚

Ein Getränkemarkt in Lübeck. Felix

Mischung nichts Anderes als derbe steil ge-

(Bass+Gesang) steht zwischen den Bier-

hen kann, weiß jeder, der die Jungs einmal

regalen und dreht sich mit ausgestreck-

live erlebt hat. Auf meinem ersten Paint-

tem Arm im Kreis. Irgendwann ruft Fabe

Konzert war ich einer von höchstens 40 Zu-

(Gitarre+Gesang), der sich die Augen zuhält,

hörern im zum Studententreff umgebauten

„Stop!“. Doch die auf diese Weise ausge-

Bunker der Fachhochschule Kiel. Von den 40

wählte Biersorte sagt den Beiden nicht zu,

aber stand kein einziger still. Anders neulich

und so wiederholen sie die ganze Prozedur,

auf der Kieler Woche, wo auch einige Neu-

bis Felix am Ende einfach schummelt.

gierige im Vorbeikommen nur für ein paar

Diese Szene stammt aus einem Video-Pod-

Songs stehen blieben. „Laufkundschaft“

cast von Paint, und sie beschreibt recht tref-

nennt Fabe das, und zeigt gleich, dass er

fend die Attitüde, die die vier Jungs auch in

das BWL-Vokabular mindestens genauso gut

ihrer Musik verkörpern: Spaß haben, Feiern,

drauf hat wie sein International Business-

alles schön locker sehen. Mit ihrer Karrie-

Bandkollege Felix:

re als Band aber meint es diese ehrgeizige

„Das ist auch so eine Mischkalkulation. Auf

Spaßtruppe richtig ernst.

Stadtfesten wie der Kieler Woche ist es wichtig, auch diese Leute zu erreichen, neben

Wir treffen die vier „FettFunkRocker“, wie

den Fans. Genauso kannst du auf einer Club-

sie sich selbst nennen, am Rande eines Vide-

tour zum ersten Mal, sagen wir, in einem

odrehs in ihrer Heimatstadt Lübeck. Schnell

Dorf in Baden-Württemberg spielen, dann

stellt sich heraus, dass wir es mit einer

ist es eben auch geil, wenn 15 Leute abge-

echten Akademiker-Truppe zu tun haben.

hen und hinterher auf unserer Homepage

Neben Felix (studiert International Business)

posten, uns Freunden

und Fabe (Musikdiplom) gibt es da noch

weiterempfehlen, sich die

Schlagzeuger/Sänger Thies (Kulturwissen-

CD kaufen, legen die auf

schaften) und Saxafonist/Organist Luke aus

ner Party ein usw... Es ist

Minnesota (Musikstudent).

ja nicht so, dass man de

Thies: „Wir brauchten unglaublich viel Zeit,

facto dann nur 15 Men-

um das zu machen was wir jetzt machen,

schen erreicht.“

und da bot sich das an zu studieren.“

Um noch mehr Menschen

Gleich zwei studierte Musiker in der Band,

zu erreichen, tingeln

muss man da zu sieben-achtel-Takten und

Paint zur Zeit im Rahmen

phrygischen Skalen abgehen, fragen wir

ihrer „Raketenjohnny“-

uns unwillkürlich. Zum Glück wissen wir es

Tour durch Norddeutschland, immer mit

besser: Paint haben den Funk im Blut. Den

einem Ziel vor Augen: „Wir freuen uns über

kleiden sie in ein rockiges Gewand und gar-

jeden Gig, wo hinterher Leute rausgehen

nieren das Ganze mit witzig-wahrhaftigen

und sagen, also die Band, die fanden wir

deutschen Texten. Die sind meistens fröhlich,

aber geil! Das ist auch der Grund, warum

nie aber platt. Dass man zu dieser fetzigen

das glaube ich überhaupt möglich ist, dass

Wir freuen uns über jeden Gig, wo Wir hinterher Leute rausgehen und sagen, also die Band, die fanden wir aber geil! Das ist auch der Grund, warum das glaube ich überhaupt möglich ist, dass man das nach Jahren immer noch macht, ohne dass man großartig davon leben kann.

► ►


Studio

‚‚ 76

man das nach Jahren immer noch macht,

beeindrucken durch eine breit aufgestellte

ohne dass man großartig davon leben

und durchgestylte Öffentlichkeitsarbeit. Ob

kann.“

bei MySpace, Facebook, YouTube, Twitter,

Die Jungs müssen es wissen, denn dieses

oder auf der eigenen Webseite – überall

Tingeln von Konzert zu Konzert, ob Stadt-

produziert die Band ständig medialen Out-

fest oder Clubgig, kennen sie nun schon seit

put, und überall taucht das charakteristische

zehn Jahren. Zwischendurch haben sie die

Orange auf, an dem man sie wiedererkennt.

eine oder andere EP aufgenommen, für ein

Die Jungs haben gecheckt, dass professionel-

komplettes Album reichte das Geld nie.

le Unterstützung besser ist, als alles selbst in die Hand zu nehmen, und so sieht man

Doch in den letzten Jahren hat die Karrie-

auf den ersten Blick, dass die befreundete

rekurve der Band einen Knick bekommen

Agentur Evenmedia aus Lübeck beim Styling

- und zwar nach oben. Mit Luke aus Minne-

des Bandauftritts geholfen hat.

sota stößt 2008 nicht nur ein Saxofonspieler

Doch auch die Musiker selber legen Wert auf

und Bandclown zu den „Malern“, sondern

eine gute Optik. Fabe erläutert: „Wir woll-

auch die Aussicht auf eine kleine US-

ten nicht einfach irgendwo Paint fünf Meter

Tournee. Und so machen Paint sich auf, die

groß über ein T-Shirt schreiben.“ Stattdessen

Wir vergleichen uns lieber mit Clueso oder Dendemann, die sich auch langsam und stetig hochgearbeitet haben, um dann auch lange und stetig im Business zu sein. Es muss nicht jeden Monat steil nach oben gehen, weil wir ganz konstant arbeiten, genau wissen, was wir da machen.

Staaten zu rocken – mit

haben sie gemeinsam mit der Agentur ein

Erfolg. Das amerikani-

Bandshirt entworfen, das mit seinen kryp-

sche Publikum lässt sich

tischen Symbolen, die für die vier Bandmit-

nicht abschrecken von

glieder stehen, sofort ins Auge fällt.

den deutschen Texten,

Auch sonst versuchen die Jungs immer

und schnell springt bei

wieder neue Wege zu gehen, wie das mp3-

den Konzerten der Funke

Armband beweist, das sie vergangenes Jahr

über, wie die Band stolz

herausgebracht haben. Darauf findet der

zu berichten weiß. Eine

modebewusste Fan alle bisherigen Tracks der

zweite, etwas größere US-

Band, zusammen mit verschiedenen Goodies.

Tour folgt, und ein Indie-Label aus Minneso-

www.paint-home.de

ta nimmt Paint unter Vertrag. Die jahrelange

Natürlich sind all diese Aktivitäten auch

Bandarbeit beginnt Früchte zu tragen.

Kalkül, um noch mehr Fans zu erreichen.

Also kein Grund, neidisch auf andere

Aber Paint haben eben gecheckt, dass das

deutschsprachige Bands zu sein, die inner-

Musikmachen nur einer von vielen Aspekten

halb kürzester Zeit durchgestartet sind, wie

im Bandalltag ist, neben Podcasts produzie-

Thies klarstellt: „Wir vergleichen uns lieber

ren, Facebook-Seite updaten, Gigs organisie-

mit Clueso oder Dendemann, die sich auch

ren, Abrechnung machen etc. Dieses ganze

langsam und stetig hochgearbeitet haben,

Drumherum zu meistern, das fehlende Geld,

um dann auch lange und stetig im Business

wie Felix, mit einer kleinen Musikagentur-

zu sein. Es muss nicht jeden Monat steil nach

Existenz und als Gitarrenlehrer reinzuholen,

oben gehen, weil wir ganz konstant arbei-

und bei all dem trotzdem kreativ zu bleiben,

ten, genau wissen, was wir da machen.“

das geht wohl nur, wenn man so verrückt

Das scheinen sie tatsächlich zu wissen. Paint

nach Musik ist wie diese vier Jungs.

▀▀


V O รถ f unky Fabe

รถOV

sleazy Thies


Studio 78

A I R O T K VI S ‘ G N E H A C I L E R N K

E E E N I D I LAW

Foto Sebastian Wankmüller


Studio

G I M Ă„ H C N E S B I U A L

79


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Für die einen ist es Vandalismus, für die anderen Kunst. Klar ist: Graffiti und Streetart sind nun auch im Ruhrgebiet salonfähig, wie uns der Aachener Künstler KEF! mehr als deutlich beweist.

‚‚

*

Text & Interview | Mareen

Bohnsack

Streetart kann mehr. Mehr bewegen, mehr

findet auf der Straße statt. KEF! hält seine

überraschen, mehr provozieren. In Museen

ganz besondere Streetart auch auf Leinwand

und Galerien sind die Regeln starr und die

mit Acryl, Spraylack und Strukturpaste fest.

Reaktionen eingeübt: Die Kunst hängt, liegt

Sogar Video-Aktionen gab es schon.

oder steht – der Betrachter sieht, staunt und geht. So nicht in der Streetart, wo die Straße

Der Künstler ist sich auch bewusst, dass er sich

zur Leinwand wird, die Stadt zum Abenteu-

als Produkt vermarkten muss, daher hatte er

erspielplatz. Zweckgebundene Stadtmöbel

schon diverse Ausstellungen und macht auch

werden zweckentfremdet. Jede Bushaltestel-

Auftragsarbeiten. Doch auch hier bleibt er

le, jede Sitzbank, jeder Pflasterstein ist ein

sich treu und verstellt sich nicht, „denn wenn

nächstes, potenzielles Kunstwerk. So auch für

ich male was ein anderer verlangt, dann bin

den 21-jährige Aachener, der in der Streetart

das nicht ich.“ Das spricht gegen seine Künst-

und der abstrakten Kunst zu Hause ist.

lerphilosophie.

Schon in der Schulzeit hat er mit Freunden

Und was bringt die Zukunft? In einem Jahr

traditionelle Graffitis gesprayt, aber es wurde

hätte er gerne noch ein paar Ausstellungen,

ihm auf Dauer zu monoton. Dann kam er in

vor allem eine Soloausstellung, und er würde

Berührung mit Streetart, die ihn sofort ein-

gerne mit anderen Streetart-Künstlern eine

sog. Er entwickelte daraufhin im Jahre 2005

riesige Wand bemalen.

Wenn ich male was ein anderer verlangt, dann bin das nicht ich.

www.kefart.tk

zwei Charaktere, mit denen er seither europäische Städte zupflastert.

Polizisten ignorieren seine Aktionen oft, man-

Seine Gedankenwelt setzt KEF!

chen gefallen sie sogar. Streetart ist nach wie

mithilfe gemischter Techniken so

vor illegal, aber sie wird mittlerweile größten-

um, dass Bilder entstehen, die voller Energie,

teils akzeptiert. Denn Streetart ist eh ver-

visueller Harmonie und starkem Ausdruck

gänglich. Durch Witterung, Überplakatieren

sind. Seine Werke sind spontan und spiegeln

oder Fans, die sich die Arbeiten der Künstler

sein tiefstes Unterbewusstsein wieder. Sobald

sichern, verändern sich die Oberflächen der

er darüber nachdenkt, was er malt, hört er

Stadt ständig. Aber KEF! stellt Fotos auf seine

auf, denn dann kommt es nicht aus seinem In-

Website www.kefart.tk, um die Arbeiten und

neren. Aber nur etwa die Hälfte seiner Kunst

deren Flüchtigkeit zu dokumentieren. ▀


Studio 96

Christin veredelt Mode In einem kurzen Interview hat uns die Wahlschweizerin Christin Neckar Frage und Antwort gestanden. Sie erzählt uns von ihrer Fotografie, ihren Inspirationsquellen und Vorlieben in Sachen Mode. Ihre Fotos stellt sie auf ihrer Internetseite www.cn-photography.com zur Schau. Viel Spaß! ► ►

*

Text & Interview | Mareen

Bohnsack


‚‚

Wo und was hast du studiert? Ich habe eine dreijährige Ausbildung an der Hamburger Kunstschule in dem Bereich Desktop-Publishing gemacht. Es ist eine staatlich annerkannte private Akademie für Gestaltung. Ich habe zwar hier das Hand-

werk gelernt, doch die Fotografie kam etwas zu kurz. So dass ich in meiner Freizeit viele Fotos gemacht habe und meine Freunde oft für Fotos herhalten mussten. Warum bist du in die Schweiz gegangen und wie gefällt es dir dort? Das hat nichts mit dem Beruf zu tun, sondern ich bin aus persönlichen Gründen in die

Aus dem anfänglichen Hobby wurde eine Leidenschaft. Es hat einfach gepasst und ich habe nichts anderes mehr in Erwägung gezogen. Und das Schöne ist, dass man jeden Tag etwas Neues dazulernt.

Schweiz gegangen. Ich fand es aber total spannend mal etwas anderes als Hamburg zu sehen. Ich bereue es auch nicht, denn mir gefällt es echt super gut. Obwohl ich am

Anfang kleine Sprachschwierigkeiten hatte, doch die Schweizer sind sehr nett. Und hier gibt es jeden Tag so viel zu entdecken. Wie bist du zur Fotografie gekommen? Ich bin rein zufällig zur Fotografie gekommen. Vor einigen Jahren habe ich mir eine Canon 350 gekauft und angefangen Landschaften zu fotografieren. Danach kam dann die People Fotografie. Aus dem anfänglichen Hobby wurde eine Leidenschaft. Es hat einfach gepasst und ich habe nichts anderes mehr in Erwägung gezogen. Und das Schöne ist, dass man jeden Tag etwas Neues dazulernt.


Studio

‚‚ 99

Welche Kamera benutzt du?

Was ist dein Lieblingsmagazin?

Ich fotografiere nur digital, denn so kann

Vogue! Ich liebe die Vouge. Wenn ich mal

man gleich das Ergebnis sehen und die Nach-

keine Idee für ein anstehendes Shooting

bearbeitung fällt nicht so schwer. Im Augen-

habe, schnappe ich mir eine Vouge. Beim

blick fotografiere ich mit der Canon 7D.

Durchblättern kommen mir soviele Anre-

gungen. Manchmal sehe ich nur eine Pose Wer sind deine Lieblingsfotografen?

und schon sprudeln die Ideen nur so aus mir

Die ist Liste ist viel zu lang, um alle aufzu-

heraus. Das ist einfach toll.

zählen. Es wechselt auch ständig und ich möchte das nicht an einem Einzelnen fest-

Was ist momentan der beste Look für

machen.

Männer und Frauen?

Schwarz ist wohl immer noch am angesagWas inspiriert dich?

testen, genauso wie klassisch elegant. Damit

Oh, das ist ganz einfach: mein Leben!

ist man zu jedem Event richtig gekleidet.

Was genau willst du auf deinen Fotos

Wie kleidest du dich? Welche Designer und

festhalten?

Marken gefallen dir?

Neue Sachen und Inszenierungen die so

Ich kaufe viel bei H&M. Dort findet man

noch nie da waren. Ich liebe es zu insze-

immer ganz coole Sachen,

nieren. Bei jedem Foto steht man vor einer

die man zum Teil auch in

neuen Herausforderung. Das finde ich sehr

der Vogue sieht. Auch

spannend und so aufregend. Leider ist das

lassen sich die Klamotten

in der Auftragsfotografie schwierig, da man

gut mit anderen kombi-

oft genaue Vorgaben vom Kunden hat. Aber

nieren. Und man findet bei H&M für jeden

sobald ich privat Fotos mache, versuche ich

Anlass immer das Richtige.

Ich kaufe viel von H&M. Dort findet Ich man immer ganz coole Sachen, die man zum Teil auch in der Vogue sieht.

mich kreativ auszuleben. Wo siehst du dich in einem Jahr? Welche Rolle spielt Mode in deinen Fotos?

Ich denke im Bereich der Fotografie mehr

Mode spielt eine sehr große Rolle. Mode ge-

im Advertising Bereich. Und privat lasse ich

hört einfach zu meinen Fotos dazu, mit ihr

mich sehr gerne überraschen. Die Hauptsa-

kann man auch soviel ausdrücken. Dennoch

che ist aber, dass ich fotografiere und dabei

versuche ich in meinen Fotos nicht banal

glücklich bin.

und platt zu sein. Zum Schluss ein letzter Satz, den sich jeder Für wen arbeitest du?

angehende Fotograf zu Herzen nehmen

Das ist ganz unterschiedlich. Mal für kleine

sollte?

und mal für große Unternehmen, oft auch

Von nix kommt nix. Ganz einfach!

für Modelagenturen, Musikabels, Künstler,

▀▀

Sportler, auch hier ist die Liste sehr lang.

www.cn-photography.com


Photographer

Christin Necker Sandra, Eda

Model Marino,


Aus

meinem Kopf.

HA!

Es

A ! A ! A A A ! ! ! H A A H !H ! A H A H A H AA

H

HA!

H

spiegeln

H

sich viele

! ! A !!!!A!! HA H

HA! !!H H ! ! ! H H A H ! A ! !A!A H AA ! A A!! ! A!

! HA ! HAA H A H A A ! HAH HA ! HA HA! H ! HA A!HA HA! HAA !H !AH !!H!HHAH!AH HH A!A !HHAH A HA!! H H HA! H

HA!

HA!

politische

Aspekte in meinen Grafiken wieder. Da ich viele Freunde habe, die sich beispielsweise für

die

Emanzipation der Frau und

einsetzen

Entwic

klung

sarbeit

beeinflusst mich

das

natürlich. Das verarbeite ich

leisten,

Der Urberliner Kevin Zedzianowski alias chitchu design lebt und arbeitet heute in Berlin-Schöneberg. Das Computerprogramm mit dem er am Liebsten arbeitet ist InDesign, mit dem er Pfad für Pfad kleine Kunstwerke schafft. Jede neu entstandene Grafik ist ein Highlight und besticht durch die klaren Strukturen auf der einen, die Detailvielfalt und das gekonnte Farbgefühl auf der anderen Seite. Auf der Website www.chitchu-design.com findet ihr seine Glanzstücke, die belegen, wie viel dazu gehört, überhaupt eine exzellente Vektorgrafik zu zaubern. Ich durfte den Nerd, wie er sich gerne selber nennt, zu einem spannenden Interview treffen. Hier seine sieben nerdigen Antworten.

in

meinen

Bildern.

*

Text & Interview | Mareen

Bohnsack


Studio

Pfad

Pfad kleine für e k r e w t Kuns

// Wie bist du zu dem Traumberuf Grafiker

// Was fasziniert dich an deinen außerge-

gekommen?

wöhnlichen Grafiken am meisten?

Ich bin eigentlich gelernter Tief- und Straßen-

Wenn man mit dem Bleistift malt, ist es nicht so

bauer. Nach Rückenproblemen musste ich diesen

sauber, es ist dann keine glatte Fläche. Vektorgra-

Beruf an den Nagel hängen. Meine Freunde

fiken sind immer sehr sauber, sauberer geht ja gar

haben mir immer schon gesagt, dass ich gut

nicht, und man kann sie unendlich vergrößern,

zeichnen kann. Daraufhin habe ich mich zum

das ist unheimlich cool und der Grund warum ich

Mediengestalter für Digital- und Printmedien

mit Vektorgrafiken am liebsten arbeite.

mit dem Schwerpunkt Design, bei der GPB Berlin

109

A ! ! H H H A A A ! ! ! ! H !!H H A !!H ! A ! H H !H ! HA

animiert, mehr aus meiner Ausbildung zu machen,

H HA! HA! // Woher nimmst du deine tollen Ideen? HHHAA H H !H !AA ! HAH!AH! A!A !HHAA Aus meinem Kopf. [lacht] Es spiegeln sich viele HA!! HA!

deswegen bin ich zusätzlich noch in der Univer-

politische Aspekte in meinen Grafiken wieder. Da

sität der Künste in Berlin auf Typografiesemi-

ich viele Freunde habe, die sich beispielsweise für

nare gegangen. So habe ich mich langsam in die

die Emanzipation der Frau einsetzen und Entwick-

Materie reingefuchst

lungsarbeit leisten, beeinflusst mich das natürlich.

ausbilden lassen. Mein Meister hat mich dazu

HA!

HA!

A ! ! A AA !!!A!! AH!A

HA! !H H A

HA! H H AA! H HA HA! H

A!A!! A! HA ! H !A H HA AAH!A H A H A HA HA HA!

HA! HAH ! A!

Das verarbeite ich in meinen Bildern.

// Wie würdest du das Ausmaß deiner Leidenschaft zu dem Beruf beschreiben?

// Hast du einen Platz, an dem du am

Es ist keine Leidenschaft, es ist eine Krankheit. Ich

liebsten und kreativsten arbeiten kannst?

bin kein Nerd, sondern ein nerdiger Nerd. Wenn

Ich arbeite am liebsten zwischen Menschen, ich

man sein Hobby zum Beruf macht, ist das doch

mag es nicht zu Hause zu arbeiten, denn man

schon sehr krank. [lacht]

isoliert sich leider sehr oft, wenn man einen kreativen Beruf ausübt. Daher habe ich meinen PC

// Wie bist du zu deinem Namen chitchu

abgeschafft und mir einen Laptop geholt. So

design gekommen?

arbeite ich im Café, da bekommt man auch Inspi-

Oh nein, ich habe gehofft, diese Frage kommt

ration. Letztens war ich spontan mal in der Biblio-

nicht. Ich wollte einen außergewöhnlichen Namen

thek, das war auch eine coole, produktive Erfah-

haben. Nach einem halben Jahr der verzweifelten

rung, weil man dazu gezwungen wird leise und

Suche, kurz vor dem aufgeben, war ich bei einer

konzentriert zu arbeiten.

Freundin. Sie hat mich immer mit einem Stoffgorilla geärgert, und der hieß chitchu. Dann hat es

// Und zum Schluss noch die Frage, die jeden

bei mir so chitchu, chitchu, chitchu gemacht, und

immer interessiert: Welchen Tipp kannst du

das Wort hat sich dann in meinem Kopf einge-

angehenden Grafikern mit auf den Weg

brannt. Die Buchstabenkombination ist auch sehr

geben?

harmonisch, und ich konnte sogar mit dem i und

Viele Designer neigen dazu abzuheben. Bitte fühlt

dem t eine Ligatur herstellen. So bin ich zu diesem

euch nicht toll, nur weil ihr euch Designer nennen

affengeilen Namen gekommen.

dürft. Das verdirbt den Charakter.

▀▀ www.chitchu-design.com


Pixelschieber


Vom Gl端ck umgeben


Japanfrau


Typonaut


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