__MAIN_TEXT__

Page 1

JusKnacker

Das Uni-Magazin der Studienvertretung Juridicum Salzburg

Abschluss und was nun?

Mag. Mustafa Durmuş berichtet als Regionalsekräter der Gewerkschaft für Privatangestellte (GPA-djp), Politiker und Perspektivenbotschafter.

JUNI 2017 Ausgabe 28


Inhaltsverzeichnis

Studium Die 29. Europäischen Notarentage.............................................................. 5 Wege zu mehr Diskussionskultur.................................................................... 6

Politik ÖH-Wahl 2017 – Warum sollte man wählen?............................................. 8 Was passiert eigentlich mit meinem Studienbeitrag?.............................. 10

Uni-Leben „Hofers Excellent Talent 2017‘‘.................................................................... 12 Keine Sitzmöglichkeiten an der Juridischen Fakultät................................ 14 Erfahrung, die man in die Arbeitswelt mitbringen kann, ist sehr wertvoll ....................................................................................................................... 16


3

Editorial

Lieber Leser und Leserinnen!

Nur noch einige Wochen bis zu den Ferien. Wir hoffen, dass viele von uns ein erfolgreiches Sommersemester hatten. Einen allgemeinen Überblick über die ÖH-Wahl gibt es in dieser Ausgabe nachzulesen. Gerade in Zeiten wie diesen werden wir mit vielen komplexen Themen und Fragen konfrontiert. Was eine richtige Diskussionskultur ausmacht, wurde von David zusammengefasst. Außerdem freuen wir uns über einen Bericht der 29. Europäischen Notarentage, die am 20. und 21.04.2017 in Salzburg stattgefunden haben. Unter dem Titel „Digitalisierung des Gesellschaftsrechts“ fanden diverse Vorträge und Podiumsdiskussionen statt. Zudem machen wir mit unserer Interviewreihe weiter. Diesmal ist Mag. Mustafa Durmus dran. Er ist derzeit als Regionalsekräter bei der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp) tätig und berichtet für uns über sein Aufgabengebiet, über die Herausforderungen und Erfolge im Studium und auch jetzt aktuell als Jurist und Politiker. Was in dieser Ausgabe wieder nicht fehlen konnte? Natürlich ein Bericht über die fehlenden Sitzmöglichkeiten an unserer Fakultät und über unser Gespräch mit Frau Dr.in Ursula Schachl-Raber und Mag.a Renate Schönmayr.

Viel Spaß beim Lesen!

Gülşah Akyazı Chefredakteurin JusKnacker

JusKnacker JUNI ‘17 Ausgabe 28


4

Impressum Herausgeberin: Österreichische HochschülerInnenschaft an der Universität Salzburg Studienvertretung Juridicum Salzburg Chefredakteurin: Gülşah Akyazı Redaktion: Leander Kraiger, Tobias Neugebauer, Daniel Schwaighofer, David Unterberger Layout/Design: Tobias Neugebauer Lektorat: Eva Wimmer Anschrift: Churfürststraße 1 | 5020 Salzburg Telefon: 0662 / 8044 - 6014 oder 0662 / 8044 - 6015 Fotos: Studienvertretung Juridicum Salzburg (sofern nicht anders angegeben)  /stvjuridicum.salzburg @ jusknacker@stv-juridicum.at oder office@stv-juridicum.at Offenlegung gemäß §25 Mediengesetz: JusKnacker – Das Uni-Magazin der Studienvertretung Juridicum Salzburg ist ein Magazin der Österreichischen HochschülerInnenschaft an der Universität Salzburg und steht zu 100 % in deren Eigentum. Der JusKnacker wurde klimaneutral auf 100 % Recyclingpapier gedruckt.

IMPRESSUM stv-juridicum.at


5

Die 29. Europäischen Notarentage Ein kleiner Einblick der vier teilnehmenden Studierenden

Auf Einladung von Herrn Univ.-Prof. Gruber bekam eine Gruppe von Studenten (Laurenz Schöppl, Michael Ofner, Christina Kohlstätter, Malina Münzberg) die Möglichkeit, an den 29. Europäischen Notarentagen am 20. und 21.04.2017 in Salzburg teilzunehmen. Unter dem Titel „Digitalisierung des Gesellschaftsrechts“ fanden diverse Vorträge und Podiumsdiskussionen statt, denen die Studenten beiwohnen durften. Referiert wurden hochaktuelle Themengebiete, wie beispielsweise, welche Rolle die Blockchain -Technologie (smart contracts) für Notare in Zukunft spielen wird oder die Online-Gründung von Einmann-GmbHs. Häufig diskutierte Probleme, welche sich hier ergeben können, sind folgende: Bei Online-GmbH-Gründungen würde n die persönliche Identifikations- u nd Präsenzpflicht sowie die Verpflichtung zur gesellschaftsrechtlichen Beratung unterbleiben. Wird eine Kapitalgesellschaft gegründet, erfolgt diese normalerweise im Zuge der notariellen Beurkundung. Ferner würde sich bei gänzlicher Abschaffung der körperlichen Anwesenheit das Risiko des Missbrauchs erhöhen. Dem Notar würde die Möglichkeit genommen werden, den Zweck der Gründung und die finanzielle Absicherung im Zuge der notariellen Beurkundung zu eruieren. Eine weitere Problemstellung, welche die Blockchain -Technologie mit sich bringt, ist, dass Notare zukünftig obsolet werden könnten, weil Verträge durch diese Technik vor Fälschung gesichert werden können und somit unter Umständen keiner Beglaubigung mehr bedürfen. Diese Fragestellungen wurden unter anderem von diversen Vertretern der Europäischen Institutionen sowie von Professoren aus München und Oxford erörtert. Abgerundet wurde Laurenz Schöppl (links), Malina Münzberg (mitte) und Michael Ofner (rechts) das Fachprogramm durch zwei unterhaltsame nahmen gemeinsam mit Christina Kohlstätter (nicht im Bild) an den 29. EuroAbendveranstaltungen. päischen Notarentage teil.

JusKnacker JUNI ‘17 Ausgabe 28


6

Wege zu mehr Diskussionskultur „Braucht es mehr als präzise Argumente für eine gute Diskussion?” Wenn ich mir eine Diskussion im Fernsehen, auf youtube, im Kommentarbereich einer Online-Zeitung oder sonst wo ansehe, drängt sich mir oft folgender Gedanke auf: „Geht das wirklich nicht besser?“ Zugegebenermaßen gibt es hier Variationen im Niveau, aber die Probleme und möglichen Lösungen, die ich im Folgenden aufzähle, sind gleichermaßen für alle Arten von Diskussionen relevant. Ich halte das Thema Diskussionskultur für enorm wichtig: Die Aufarbeitung vieler gesellschaftlicher Probleme scheitert meiner Meinung nach heute nicht an einem Mangel an Lösungsansätzen, Ideen, Experten oder Fachwissen, sondern schlicht daran, dass es die involvierten Personen nicht schaffen, ein sachliches Gespräch zustande zu bringen.

gebrachte Argument verzerrt dar, um es leichter angreifen und vorgeblich widerlegen zu können. Strohmann-Argumente sind ein dermaßen fixer Bestandteil unserer Diskussionen, dass wir sie meist nicht einmal bemerken – zumindest, wenn wir sie selbst einsetzen, die Strohmann-Argumente der Gegenseite fallen uns sofort auf. Mehr Bildung und Expertise helfen hier nur begrenzt, denn auch ein gediegenes Strohmann-Argument bleibt, was es ist. Selbst grundsätzlich differenzierte Diskutanten verzerren Argumente des Öfteren in eine Richtung, die für sie selbst günstig und den Gegner schlecht ist, nur eben auf eine sehr subtile Weise. Abgesehen von der argumentativen Präzision würde sich hier Wohlwollen und ein Verstehen-Wollen des Diskussionspartners positiv auswirken. (Weitere logische Fehlschlüsse in Diskussionen sind 1. Weniger Strohmann-Argumente einsetzen knackig dargestellt auf yourlogicalfallacyis.com zu Hierbei stellt man das von der gegnerischen Seite finden)

Gelebte Diskussionskultur?

STUDIUM stv-juridicum.at


7

2. Richtiger Umgang mit Fakten Oft streitet man sich in einer Diskussion darüber, wie es mit einer Sache weitergehen soll, obwohl die Diskussionsparteien von einer unterschiedlichen Faktenlage ausgehen. Wie soll man jemals gemeinsam eine Lösung finden, wenn man von einem unterschiedlichen Grundproblem ausgeht? Wenn man zB über die Maßnahmen zur Bekämpfung einer Krankheit diskutiert, sollte vorher Einigkeit darüber bestehen, ob die Krankheit tödlich oder ungefährlich ist. Hier wäre es also schlau, sich zuerst über die grundlegenden Fakten zu einigen und erst in einem zweiten Schritt über die daraus zu ziehenden Schlüsse bzw. nötigen Maßnahmen zu reden. Bei der Klärung der Faktenlage sollte es keine Tabus, dafür aber genügend Zeit geben. 3. Soziale Blasen verlassen Seit wir uns bewusst wurden, dass die Feed-Funktionen1 sozialer Netzwerke zu einseitiger Informationsverteilung führen, heißt es immer wieder: „Er oder sie lebt in einer Blase!“ Wenn wir uns die Funktionsweise der Feeds bewusst machen, müssen wir uns eingestehen, dass dieses Phänomen jeden betrifft, also auch uns selbst, nicht nur unsere Diskussionsgegner. Dies beschränkt sich natürlich nicht nur auf soziale Netzwerke im Internet: Wenn jemand bestimmte Eigenschaften hat, wird er auch im realen Leben entsprechende Menschen um sich scharen, die eine objektivere Sicht auf die Welt verstellen. Man kann diese Blasen-Bildung nie ganz verhindern, das einzige, was man tun kann, ist, dass man bewusst Informationen und Menschen aufsucht, die die eigene Einstellung herausfordern.

1 Jene Funktion, die dem Benutzer an seine Präferenzen, seine „Freunde“ und sein Click-Verhalten angepasste Informationen in den Browser spült.

4. Ehrlichkeit Wer kompetent ist, Bescheid weiß und einen fixen Standpunkt hat, kommt in einer Diskussion besser an, dies hat zur Folge, dass Diskussionsteilnehmer ihr Nichtwissen, ihre Unentschlossenheit und Ratlosigkeit verbergen. Ganze Gespräche verkommen so zu Theaterstücken. Dabei würde genau das Eingestehen dieser Aspekte die Diskussion in den meisten Fällen nach vorne bringen. Wenn jeder seine Unklarheiten eingesteht und Fragen offenlegt, kann man im Anschluss gemeinsam nach einer Lösung suchen. Damit dies im großen Stil passieren kann, müssen wir aber lernen, Ehrlichkeit zu ertragen und zu schätzen. Könnten wir einen Verantwortlichen ertragen, der sagt „Ich habe bis jetzt noch keine optimale Lösung für unser Problem gefunden, aber ich versuche X und Y?“ Oder würden wir ein „Das ist die Lösung!“ bevorzugen, selbst wenn nichts dahinter ist? Letztlich läuft es darauf hinaus, dass man sich eine gesunde Portion Skeptizismus zulegt – in Bezug auf die eigenen Gedanken natürlich, beim Diskussionsgegner macht man es ja sowieso. Dies heißt auch, dass man sich eingesteht, wie hoch-komplex gesellschaftliche Sachverhalte sind – so komplex, dass es mehr als eine plausible Deutung dafür geben kann und keine Deutung frei von Lücken sein wird. Es kann durchaus etwas Befreiendes haben, sich Ungewissheit einzugestehen. // David Natürlich soll man es mit dem Unterberger Skeptizismus nicht übertreiben und alle eigenen Positio- David Unterberger studiert nen aufgeben. Im Gegenteil: das Diplomstudium RechtsJe mehr man seine eigenen wissenschaften. Er ist SachAnsichten herausfordert, des- bearbeiter im JusKnackerto entschiedener kann man sie Referat der Studienvertrevertreten. tung Juridicum Salzburg.

JusKnacker JUNI ‘17 Ausgabe 28

Foto: Privat

Braucht es mehr als präzise Argumente für eine gute Diskussion?


8

ÖH-Wahl 2017 Warum sollte man wählen?

Daniel Schwaighofer

Warum sollte man wählen?

Foto: privat

// Daniel Schwaighofer

Vom 16. bis 18. Mai 2017 haben die ÖH-Wahlen stattgefunden. Ich möchte an dieser Stelle einerseits die Wichtigkeit der Abgabe eurer Stimme unterstreichen und euch andererseits einige kurze Fakten zur Wahl aufzählen.

studiert

das

Diplom-

Zur ÖH-Wahl gehört, neben der Wahl der Hochschaften sowie das Bachschul- und Bundesvertreelorstudium Recht & tung, auch die Wahl der Wirtschaft und ist SachMandatare der Studienverbearbeiter im JusKnackertretung (StV), also jene, Referat der StV Juridicum. die die Fakultätsvertretung Er ist zudem Vorsitzender entsenden, den StV-Vorsitz der Studienvertretung wählen und über die BeRecht & Wirtschaft sowie schlussfähigkeit der StVen Mandatar der Fakultätsbestimmen. Jede/r Studievertretung. rende an der rechtswissenschaftlichen Fakultät kann sich für ein Mandat aufstellen lassen. Eine vorherige StV-Mitgliedschaft ist keine Voraussetzung aber aufgrund der Arbeitserleichterung empfehlenswert. Formular und weitere Schritte findet ihr auf der Homepage der ÖH-Salzburg. Ihr könnt für die StV Juridicum (Rechtswissenschaft, Recht und Wirtschaft) pro eingetragenem Studium jeweils 5 Studierenden, sowie für das Studium European Union Studies 3 Studierenden eure Stimme geben. Die Studienvertretung ist erste bzw. direkte Anlaufstelle bei Anregungen zu ProfessorInnen, dem Studium und dem Rektorat. Mitarbeiter der StV sitzen in den Curricularkommissionen, Berufungs- und Habilitationskommissionen, Stiftungen und allen Fachbereichen der juridischen Fakultäten. studium

Rechtswissen-

UNI-POLITIK stv-juridicum.at

Die richtige Richtung wählen!

Seit der Reform des Hochschülerinnen- und Hochschülerschaftsrechtsgesetz 2014 (HSG) gibt es folgende Änderungen, die hier noch einmal zur Erwähnung kommen sollen: Nun kann man mit der Reform des HSG erneut direkt die Bundesverteretung wählen – bisher wurden die Mitglieder durch Entsendungen aus der Hochschulvertretung bestimmt. Damit soll die demokratische Legitimation der Bundesvertretung gestärkt werden. Gleichzeitig wurde aber die Anzahl der Mandate im höchsten Studienvertretungsgremium von 100 auf nur mehr 55 gesenkt, um die Arbeit im Gremium zu erleichtern bzw. effizienter zu gestalten. Erstmals konnten mit dieser Wahl aber auch die Studenten aus Fachhochschulen (FH), Pädagogischen Schulen (PH), Privatunis und der Donau-Uni Krems mitwählen. Außerdem werden nun an allen Hochschulen mit mehr als 1000 Studierenden HochschülerInnenschaften als Körperschaft öffentlichen Rechts etabliert.


9

Um wahlberechtigt zu sein, müssen der ÖH-Beitrag und eventuelle Studienbeiträge einbezahlt worden sein.

Natürlich werden auch Maßnahmen durchgeführt, um die Vertretungen an kleineren Hochschulen in ihren Rechten zu stärken und strukturelle Anpassungen durchzuführen. Die Wahlen aller Vertretungen erfolgen nun per Listenwahlrecht alle zwei Jahre zeitgleich im Zuge der allgemeinen ÖH-Wahlen. Auch Drittstaatsangehörige sind mit der HSG-Reform passiv wahlberechtigt. Bis vor der ÖH-Wahl 2015 waren Studierendende in Österreich, die nicht Staatsbürger eines EWR-Landes sind, im Rahmen der ÖH-Wahlen nur aktiv wahlberechtigt – sie konnten ihre Stimme abgeben aber nicht selbst für die Wahl kandidieren.

bei Verhinderung die Wahl per Brief in Anspruch nehmen. Die Studienvertretung darf aus Wahlgeheimnisgründen nicht per Brief gewählt werden. Um wahlberechtigt zu sein, müssen der ÖH-Beitrag und eventuelle Studienbeiträge rechtzeitig einbezahlt worden sein.

Danke an alle, die ihre Stimme abgegeben haben! Hoffentlich liegt bei der nächsten Wahl die Anzahl der abgegebenen Stimmen wieder ein wenig höher, denn im Vergleich zu den letzten Wahlen im diesen Jahres mit ca 24,5 % und 2015 mit 26% befindet sich die Wahlbeteiligung weiterhin eher auf dem absteigenNoch zu erwähnen ist die Einfüh- den Ast. rung der Briefwahl. Somit könnt Ihr

JusKnacker JUNI ‘17 Ausgabe 28


10

Was passiert eigentlich mit meinem Studienbeitrag?*

Studierende aus der EU, die länger als die Regelstudienzeit samt Toleranzsemester für ihr Studium bzw den betreffenden Studienabschnitt benötigen, müssen - abgesehen von einigen Ausnahmen - pro Semester € 363,36 an die Universität entrichten. Studierende aus Drittstaaten zahlen davon unabhängig sogar den doppelten Studienbeitrag in Höhe von € 726,72 pro Semester. Doch was passiert mit dem Geld? Die Universität Salzburg erhält jährlich in etwa € 1,8 Mio an Studienbeiträgen, die von den Studierenden gemäß der gesetzlichen Bestimmungen (§§ 91 und 92 UG 2002) sowie der Studienbeitragsverordnung zu entrichten sind. Die Universität verwendete diese Gelder, um damit den laufenden Betrieb mitzufinanzieren, schließlich machen diese Zahlungen bei einem Jahresbudget von etwa € 170 Mio (Stand 2015) etwas mehr als 1% des Gesamtbudgets aus. Die gängige Praxis muss jedoch einer kritischen Überprüfung unterzogen werden, denn die öffentlichen Universitäten in Österreich sind hier an bes timmte gesetzliche Vorgaben gebunden. Als der Bundesgesetzgeber im Jahr 2002 flächendeckend die Studienbeiträge ein-

UNI-POLITIK stv-juridicum.at

führte, legte er gleichzeitig fest, dass den Studierenden ein Mitbestimmungsrecht über die Verwendung dieser Budgetmittel zusteht. Dabei hat der Senat der jeweiligen Universität verschiedene Kategorien festzulegen, aus denen die Studierenden anschließend auswählen können. So sind die Studierenden zwar in ihrer Auswahl nicht vollkommen frei – da sie nur aus diesen Kategorien wählen können –, die StudierendenvertreterInnen im Senat haben jedoch das Recht, mindestens eine der Kategorien für die Zweckwidmung zu bestimmen.

Foto: Ludwig Seidl

Wie jährlich ca € 1,8 Mio im Globalbudget der Universität Salzburg „verschwinden‘‘

// Tobias Neugebauer Tobias Neugebauer, LLB. oec. studiert das Diplomstudium

Rechtswis-

senschaften sowie das Masterstudium

Recht

& Wirtschaft. Er ist Vorsitzender der Fakultätsvertretung

Juridicum,

Mandatar der Studienvertretungen Rechtswissen-

Theoretisch klingt das zwar schaften sowie Recht und schön und gut, praktisch Wirtschaft sowie Sachkamen und kommen die bearbeiter im JusKnackBestimmungen über die er-Referat der StudienJuridicum. Zweckwidmung an den öf- vertretung fentlichen Universitäten je- Daneben ist er unter andoch kaum zur Anwendung. derem 2. stellvertretender Zumindest an den „großen“ Vorsitzender des Senats Universitäten dürften die der Universität Salzburg. Studierenden ihrer Rechte beraubt werden, indem entweder nur eine Kategorie festgelegt wird (so an der Universität Wien), wodurch den Studierenden keine Auswahlmöglichkeit gelassen wird, oder die Festlegung der Kategorien durch den Senat erst gar nicht durchgeführt wird.

* Dieser Beitrag ist ebenso in der aktuellen Ausgabe der uni:press (Das offizielle Studierendenmagazin der ÖH Salzburg) #689, Juni 2017 zu finden.


11

Das vom Verband Sozialistischer StudentInnen Österreichs (VSStÖ) in Autrag gegebene Rechtsgutachten von Hochschulrechtsexperten Dr. Stefan Huber (Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati Rechtsanwälte GmbH) bestätigt die Vermutung, dass die Studierenden an öffentlichen Universitäten in der Vergangenheit selbst über die Verwendung der Studienbeiträge bestimmen hätten dürfen!

In Salzburg hat man sich – auf Druck der Studierendenkurie im Senat – dazu durchgerungen, die Zweckwidmung zumindest ab dem Kalenderjahr 2017 vorzunehmen. An anderen öffentlichen Universitäten sträubt man sich derzeit anscheinend noch dagegen, den Studierenden das gesetzlich vorgesehene Mitspracherecht zuzugestehen. Begründet wird dies meist damit, dass der Verfassungsgerichtshof im Jahr 2011 eine Bestimmung über die Zweckwidmung aufgehoben hat – daneben blieben aber weitere gesetzliche Regelungen über die Widmung der Beiträge durch die Studierenden bestehen. Ein Rechtsgutachten, das vom Verband Sozialistischer StudentInnen Österreichs (VSStÖ) in Auftrag gegeben wurde, bestätigt nun, dass die Universitäten unverändert zur Vornahme der Zweckwidmung verpflichtet sind. Um diese auch rechtlich durchzusetzen, haben Angehörige des VSStÖ bereits an fünf Unis Anträge beim Universitätsrat eingebracht. Damit soll die Festlegung der Kategorien für die Zweckwidmung erzwungen werden.

Die Bedeutung der Zweckwidmung darf dabei nicht unterschätzt werden. Wenn alleine an der Universität Salzburg knapp € 1,8 Mio in die Kassen der Hochschule fließen, ergibt dies hochgerechnet auf alle öffentlichen Universitäten mehr als € 20 Mio jährlich, über deren Verwendung die Studierenden derzeit nicht oder nicht rechtskonform entscheiden dürfen. Grund genug um tätig zu werden. In den letzten Wochen haben die SpitzenkandidatInnen des VSStÖ an der Universität Innsbruck, Linz, Graz, Salzburg und der Wirtschaftsuniversität Wien Anträge an den jeweiligen Universitätsrat gestellt, um die Zweckwidmung rechtlich durchzusetzen. Denn wenn schon gezahlt werden muss, müssen die Studierenden auch ein Recht haben mitzubestimmen, wofür ihr Geld verwendet wird! Das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft plant indessen, die Zweckwidmung der Studienbeiträge abzuschaffen. In den Erläuterungen des bereits in Begutachtung geschickten Gesetzesentwurfs wird die Streichung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen als „legistische Bereinigung“ bezeichnet. Ob sich Laut dem Rechtsgutachten des Rechtsanwalts das Ministerium mit Hilfe des Rechtgutachtens und ausgewiesenen Hochschulrechtsexperten noch umstimmen lässt, ist fraglich. Die Zeichen Dr. Stefan Huber sind die Unis verpflichtet, „die deuten eher darauf hin, dass die noch bestehenZweckwidmung der Studienbeiträge durch die Stu- de Regierung die Mitbestimmungsrechte der dierenden vornehmen zu lassen und sich bei der Studierenden noch stärker einschränken will, als Mittelverwendung auch an diese Zweckwidmung zu dies die schwarz-blaue Regierung zu Beginn der halten“. 2000er-Jahre bereits getan hat.

JusKnacker JUNI ‘17 Ausgabe 28


12

„Hofers Excellent Talent 2017‘‘: Immer und überall dabei Vielseitige Aufgabengebiete, Eigenverantwortung übernehmen und einen Blick hinter die Kulissen werfen: Thomas Lindenbauer, Dissertant an der Universität Salzburg, hatte hohe Erwartungen an sein Managementpraktikum bei Österreichs beliebtestem Lebensmitteleinzelhändler. Wie diese mehr als erfüllt wurden, hat er JusKnacker verraten.

schiedlichen Entscheidungsträgern in Kontakt treten und dabei gleich einen positiven Eindruck hinterlassen. Andererseits habe ich wertvolle Einblicke in die Arbeitswelt, die vielfältigen Aufgabengebiete sowie die Hierarchie- und Unternehmensstruktur von Hofer erhalten: Vom Kommissionieren in der Logistik über die tägliche Arbeit in der Filiale bis zur Disposition im Einkauf “, erzählt der Salzburger begeistert von dieNach dem Studium ist vor dem Berufsein- ser spannenden Zeit. stieg – anders bei Thomas Lindenbauer. Der 27-jährige Student lernte im Rahmen „Ich gehe jetzt mit anderen Augen durch von „Hofers Excellent Talent“ die Han- die Filiale“ delsbranche schon während seiner Aus- Neben einem generellen Einblick ins Unbildung kennen. Die Vorteile des mehr- ternehmen umfasst das Ausbildungsprowöchigen Managementpraktikums liegen gramm auch das 3-wöchige Begleiten für den engagierten Praktikanten auf der eines Regionalverkaufsleiters bei seinen Hand: „Einerseits konnte ich mit unter- täglichen Aufgaben – ein anspruchsvol-

„Ich gehe jetzt mit anderen Augen durch die Filialen und schätze die tagtägliche Leistung der Mitarbeiter noch mehr.“ - Thomas Lindenbauer, Hofers Excellent Talent 2017

UNI-LEBEN stv-juridicum.at


13

Thomas Lindenbauer bekam die Chance, während seines Praktikums in die Welt von Hofer einzutauchen.

ler Job mit Verantwortung und direktem Einstieg ins Management nach Abschluss des Studiums, wie der Halleiner begeistert erklärt: „Hofer hat meine Erwartungen an das Praktikum auf jeden Fall mehr als erfüllt. Ich gehe jetzt mit anderen Augen durch die Filialen und schätze die tagtägliche Leistung der Mitarbeiter noch mehr.“

kaufsleiter im Rahmen einer achtmonatigen Einarbeitungsphase verkaufsrelevantes Know-how auf und wachsen dabei schrittweise in ihre übertragene Verantwortung hinein. Neben einem breit gefächerten Aufgabenspektrum steht in diesem Training on-the-job vor allem die Zusammenarbeit im Team im Vordergrund, um danach mit den erforderTraining on-the-job lichen Fach- und Führungskompetenzen Der Einstieg zum Aufstieg: Dem ehema- an Bord, wirtschaftlich für fünf bis sieben ligen Praktikanten stehen bei Hofer alle Filialen mit bis zu 100 Mitarbeitern verTüren für eine Karriere im Management antwortlich zu sein. offen. Ganz gleich ob über ein ManageDer direkte Weg mentpraktikum oder „Hofer hat meine Erwartungen Interessiert, mehr direkt in der Position an das Praktikum auf jeden über die vielfältigen, des RegionalverkaufsFall mehr als erfüllt.“ nationalen und inleiters – die Einstiegsternationalen Mögund Entwicklungsslichkeiten im Hoferzenarien sind vielfältig bei Österreichs Management zu erfahren? Nähere Inbeliebtestem Lebensmitteleinzelhändler. formationen finden sich online unter So bauen beispielsweise Regionalver- karriere.hofer.at.

JusKnacker JUNI ‘17 Ausgabe 28


14

Ein Wohnzimmer für Studierende - wie wir es früher mal hatten - zum Jausnen und Ausruhen würde ein Schritt in die richtige Richtung sein.

Foto: Ludwig Seidl

Keine Sitzmöglichkeiten an der Juridischen Fakultät Wir brauchen einen Aufenthaltsraum zum Ausruhen und Entspannen.

// Leander Kraiger

Endlich ist es nicht mehr so kalt. Endlich wieder mehr Sonne und Wärme. Endlich kann man sich wieder außerhalb von Lehrveranstaltungen an der Juridischen Fakultät aufhalten. Denn bis auf die neun Bänke in den zwei Innenhöfen lädt eigentlich nirgends etwas zum Verweilen ein. – Oder?

weichen. Nicht zu vergessen, dass man nur dort sein kann wenn die Mensa geöffnet ist. Sie erfüllt doch sehr eindeutig nicht den Zweck eines Aufert im 7. Semester das enthaltsraumes – dazu ist sie auch nicht gedacht. Diplomstudium RechtsIrgendwo über dem Facultas, im obersten Stock, wissenschaften. Daneben stehen ein paar Tische und Stühle. Im Winter sehr ist er ehrenamtlich bei der kalt, im Sommer heiß. Kein Raum, sondern KorriLebenshilfe Salzburg aktiv dor, Gang, direkt unter dem alten Dach mit niedund arbeitet seit Oktober rigen Decken. Es braucht hoffentlich keine nähediesen Jahres als juristischren Ausführungen um aufzuzeigen, dass dies auch er Mitarbeiter bei der NHP kein Aufenthaltsraum ist. Rechtsanwälte GmbH. In der Bibliothek finden sich im ersten und dritten In der Mensa kann man sich zwar ein wenig auf- Untergeschoss Sofas. Wie nett. Aufhalten geht halten, die Plätze sind allerdings begrenzt und zwar, aber genügen tut das nicht, essen darf man insbesondere um die Mittagszeit muss man den auch nicht. dort konsumierenden Kommilitonen und Gästen Leander Kraiger ist 22 Jahre

alt

und

UNI-LEBEN stv-juridicum.at

studi-


15

Die Sitzmöglichkeiten im Innenhof reichen vor allem im Sommer nicht aus!

Gab es nicht mal..? Es war einmal, vor langer, langer Zeit an der Juridischen Fakultät Salzburg. Da gab es einen Aufenthaltsraum für Studenten. Dort konnte man sich jederzeit treffen, rumsitzen, jausnen, ein kurzes Nickerchen halten, gemeinsam lernen etc. Aber das weiß ich selbst auch nur vom Hörensagen, denn das war noch vor meiner Zeit hier. Daraus wurde dann ein großes Büro samt Besprechungszimmer für einen unserer Fachbereiche. In der Sala Terena gab es auch einmal Stühle und Tische. Entfernt, damit keine Bettler und sonstige Obdachlose sich mehr dort aufhalten können. Hörsäle werden neuerdings auch versperrt. Mit ähnlicher Begründung. Unerbetene Gäste und Platzmangel sind also scheinbar die Gründe warum die Juridische Fakultät ihren Studenten keinerlei Aufenthaltsmöglichkeiten bietet. Kann es das wirklich sein? Wie gut, dass jetzt der Sommer kommt. Dann kann man wieder draußen in den Innenhöfen sitzen. Auf den neun Bänken für über 2500 Studierende. Auf Einladung von Fr. Dr.in Ursula Schachl-Raber (Leiterin der Hauptbiblio-

thek) und Mag.a Renate Schönmayr (Leiterin der Fakultätsbibliothek Rechtswissenschaften) haben meine Kollegin Gülşah Akyazı und ich folgende Themen besprochen: • Verlängerung der Öffnungszeiten der Hauptbibliothek in den Prüfungswochen
 • Mehr Garderobekästchen für den Bibliotheksstandort Juridicum
 • Mehr Aufenthaltsräume für Studis an unserer Fakultät
 • Die Verwendung von Körben in der Fakultätsbibliothek Ein Bericht über das Gespräch und über die Fortschritte, die erzielt wurden (und hoffentlich noch weiter erzielt werden) folgt in der nächsten JusKnacker-Ausgabe. Jedoch möchten wir hervorheben, dass das Gespräch sehr angenehm war und wir uns weiterhin für euer Wohlwollen und für studierendenorientierte Lösungen bemühen werden. Wir werden euch natürlich auf dem Laufenden halten!

JusKnacker JUNI ‘17 Ausgabe 28


16

Erfahrung, die man in die Arbeitswelt mitbringen kann, ist sehr wertvoll

Was macht man eigentlich nach dem Jus-Studium? Welche Berufswege kann man einschlagen? Genau diese Fragen haben wir uns als Redaktionsteam auch gestellt und haben uns dazu entschlossen einen Jus-Absolventen zu befragen? Wir freuen uns sehr, dass wir unsere Interviewreihe mit Mag. Mustafa Durmus fortsetzen können. JusKnacker: Du hast dein Jus-Studium mit Auszeichnung abgeschlossen und engagierst dich als Jungpolitiker, bzw. bist als Regionalsekretär bei der Gewerkschaft tätig. Was konkret sind deine Aufgaben und in welchem Ausmaß kannst du deine während dem Studium erworbenen Kompetenzen einbringen? Durmuş: Ich bin bei der Gewerkschaft der Privatangestellten als Regionalsekretär tätig. Mein Aufgabengebiet ist sehr umfassend und vielseitig. Zu meinen Kernaufgaben gehört die Betriebsbetreuung. Ich unterstütze BetriebsrätInnen und unsere Mitglieder insbesondere in allen arbeits- und sozialrechtlichen Belangen, von der Beratung bis hin zu rechtlichen Schritten. Des Weiteren wirke ich beim Abschluss von Betriebsvereinbarungen und Kollektivverträgen mit. Ich habe aus dem Studium analytisches Denken mitgenommen. Was im Berufsleben aber auch zählt, ist praktische Erfahrung. Zur Finanzierung meines Studiums habe ich unter anderem als Tankwart und Kellner gearbeitet. Zusätzlich habe ich auch in diversen Wirtschaftskanzleien und bei einer Bank Praxis-Erfahrung gesammelt und mich auch ehrenamtlich in Vereinen engagiert. Erfahrung, die man in die Arbeitswelt mitbringen kann, ist sehr wertvoll.

welche Höhen und Tiefen gab es während Deines Studiums? Ich erinnere mich gerne an die Zeit bei ELSA – The European Law Students’ Association – zurück, wo ich unter anderem als Secretary General und Vice // Mustafa Durmuş President von ELSA Austria ehrenamtlich Mag. Mustafa Durmuş ist Absolvent tätig war. Ich profitie- der rechtswissenschaftlichen Fakultät re heute noch von den der Karl Franzens Universität Graz. Er Dingen, die ich dabei arbeitet als Regionalsekretär bei der gelernt habe. Ich hat- Gewerkschaft der Privatangestellten, te nicht wirklich Tiefen Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp). im Studium. Wobei. Neben seinem politischen EngageEinmal musste ich eine ment ist er ehrenamtlich als PersFachprüfung wieder- pektivenbotschafter für Kinder aus holen. In so einer Si- bildungsfernen Familien und als Betuation ist es wichtig, währungshelfer tätig. nicht an sich selbst zu zweifeln und nicht die Nerven zu verlieren.

Du bist sozial sehr engagiert, vor allem beschäftigen dich Themen wie Arbeitswelt, Bildungsgerechtigkeit und Jugend. Gab es einen bestimmten Anlass oder eine wichtige Erfahrung in deinem Leben, die dich bewogen hat in die Politik zu gehen? Mir wurde Vertretung quasi in die Wiege gelegt. Seit meiner Kindheit unterstütze ich Menschen als Dolmetscher und bei Behördenwegen. In jungen Jahren war ich schon Klassensprecher und Schulsprecher. Heute engagiere ich mich ehrenamtlich als Bewährungshelfer, Perspektivenbotschafter für Kids aus Wenn du dich an die fünf Jahre Jus-Studium zurü- bildungsfernen Familien und als Botschafter für die ckerinnerst: Was hat dir am besten gefallen und Initiative ProjectXchange. Ich habe einen scharfen

UNI-LEBEN stv-juridicum.at

Foto: Privat

Mag. Mustafa Durmuş im Gespräch mit dem JusKnacker


17

Mustafa Durmuş engagiere sich ehrenamtlich als Bewährungshelfer, Perspektivenbotschafter für Kids aus bildungsfernen Familien und als Botschafter für die Initiative ProjectXchange. Auch sein (partei)politisches Engagement stellt er tagtäglich unter Beweis.

Gerechtigkeitssinn und möchte meinen Bei- tischen Arbeit sind mir Themen wie Bildungstrag für eine solidarische Gesellschaft leisten. gerechtigkeit aber auch eine gerechte ArbeitsUnter meinen KollegInnen war ich immer ein welt eine Herzensangelegenheit. Exot. Ich komme aus einer Gastarbeiterfamilie und mein Vater war Staplerfahrer. Ich habe Aufmerksam wurden wir auf dich , als du deifrüh gemerkt, dass in Österreich Bildung wei- ne ehrenamtliche Position als Integrationstervererbt wird. Kinder aus Arbeiterfamilien botschafter – ein Projekt initiiert von Außenhaben nicht dieselben Bildungschancen wie minister Kurz – aufgrund der Debatte über Kinder aus Akademikerfamilien. Ich kenne das das Kopftuchverbot zurückgelegt hast. Was eben aus eigener Erfahrung. sind die erforderlichen Maßnahmen für eine Ich hatte in meinem gelungene IntegratiLeben sehr viel Glück onspolitik? und möchte deshalb Statt tatsächliche Lö„Ich habe einen scharfen Geetwas zurückgeben. sungsvorschläge zu rechtigkeitssinn und möchte Auch neben meinem meinen Beitrag für eine solidaliefern, wird leider nur politischen Engagerische Gesellschaft leisten.“ Symbolpolitik auf dem ment. Mit der InitiatiRücken von Menschen ve „Working Hero“ biebetrieben. Dieses senten wir Kids aus wirtschaftlich benachteiligten sible Thema wird in der öffentlichen DebatFamilien kostenlose Nachhilfe durch Studie- te auf unwesentliche Dinge wie das Kopftuch rende an. Die Kids bekommen gratis Nachhilfe reduziert. Integration bedeutet für mich, dass und die Studis können sich diese Tätigkeit als Menschen, die zu uns kommen, sich mit der freies Wahlfach anrechnen lassen. Darüber hi- Kultur ihrer neuen Heimat auseinandersetzen naus besuche ich als Perspektivenbotschafter und die Sprache lernen, ohne aber ihre eigeSchulen, um Kids zu motivieren an sich selbst nen Wurzeln leugnen oder sich assimilieren zu glauben, ihre Stärken zu erkennen und ihre zu müssen. Wenn wir das nicht gewährleisten, Träume zu verwirklichen. Auch in meiner poli- tun wir weder den Migranten, noch unseren

JusKnacker JUNI ‘17 Ausgabe 28


18

Einheimischen einen Gefallen. Bei den Gemeinderatswahlen in Graz hast du viele junge Menschen für dich gewinnen können und warst mit unglaublichen 601 Vorzugsstimmen einer der beliebtesten KandidatInnen. Gab es dennoch Herausforderungen, die dir im Weg gestanden sind? Als ein österreichischer Politiker namens Mustafa Durmus wirkt man wie ein Magnet auf Hassposter. Viele dieser rassistischen und menschenverachtenden Postings kann man auf meiner Facebook-Page nachlesen. Ich habe mir die Zeit genommen meinen Hasspostern immer zu antworten, mich mit ihnen auszutauschen und auf sie zuzugehen. Einen Hassposter habe ich sogar persönlich getroffen. Er hat mir nach unserem Gespräch gesagt, dass er mich wählen wird. Einem „Musdorfer Thomas“ wäre das so nicht passiert. Vielen insbesondere jungen Menschen in unserem Land geht es tagtäglich gleich. Mit meinem Engagement möchte ich auch das aufzeigen.

und was kannst du besonders den StudienanfängerInnen für ein erfolgreiches Jus-Studium raten? Es ist klar, dass nicht jeder innerhalb der Mindeststudienzeit // Gülşah Akyazı fertig werden kann. Viele müssen ne- Gülşah Akyazı studiert benbei arbeiten und das Diplomstudium Resich finanziell selbst chtswissenschaften sowie erhalten. Es kommt das Bachelorstudium Reauch überhaupt nicht cht und Wirtschaft. Sie darauf an, wie lange ist Sachbearbeiter im man studiert, sondern Beratungsreferat der Stuwas man nebenbei dienvertretung Juridicum tut und welche Fä- und leitet das Referat higkeiten man in die Jusknacker Daneben ist Arbeitswelt mitbringt. sie in der BildungskomDeshalb rate ich allen mission der InterkulturelStudierenden sich eh- len Studienvertretung renamtlich zu enga- tätig. gieren, internationale und praktische Erfahrung zu sammeln und am allerwichtigsten: Nie das Ziel vor Augen zu verlieren.

Viele Studierende werden in der Mindeststudienzeit nicht fertig und beklagen sich, dass die Mindeststudienzeit schwer einzuhalten ist. Was sind denn für dich die drei Vielen Dank für das Gespräch! größten Fehler im Studium, die zu einer verlängerten Studienzeit führen können Das Interview führte Gülşah Akyazı

UNI-LEBEN stv-juridicum.at

Foto: Privat

Mag Mustafa Durmuş engagiert sich als Perspektivenbotschafter für Kinder aus bildungsfernen Familien.


Wir suchen keine/keinen

19

Märchenonkel (m/w)

die/der uns von einer Medienkrise erzählt. Wir suchen auch keine Person, die/der nur schwarz/weiß malen kann, die/der durch überbordende Selbstüberschätzung jeder/m seine Meinung aufs Auge drücken muss und auch keine/keinen, die/ der durch (gottgegebene) Allwissenheit die „einzige und wahre“ Politik vermitteln will. Die kennen wir nämlich alle schon aus anderen ÖH- oder Studierendenverbindungen nahe stehenden Zeitungen. Lieber wäre uns, fänden wir mit diesem Inserat eine/n (oder vielleicht sogar mehrere) engagierte NeoJournalistIn, die/der uns helfen möchte, unser kleines Medium mit qualitativem Inhalt zu füttern. Vielleicht auch juristisch und analytisch herangehende Kommentatoren zu unserem kleinen bescheidenen und manchmal auch nicht gesellschaftlich elitären Dasein. Für diese Aufgabe solltet Ihr idealerweise noch keine Praktika oder Arbeitserfahrung im journalistischen Bereich aufweisen. Bestenfalls studiert ihr an der Uni Salzburg, wenn nicht, ist das auch egal. Seid ihr absolut keine kontaktfreudigen Menschen: PERFEKT! Wir melden uns nur zweimal im Semester per E-Mail. Pro Ausgabe ist ein Artikel zu organisieren, falls ihr also nicht schreiben, aber immer jemanden davon überzeugen könnt, einen Artikel zu verfassen, reicht uns das völlig. Wir bieten weder ein sympathisches noch ein abwechslungsreiches Arbeitsumfeld. Wir bieten auch keine Bezahlung und solltet ihr keinen Artikel organisieren können, werdet ihr auch gleich wieder gefeuert. Zudem bekommt ihr auch kein Arbeitszeugnis und höchstens ein paar ECTS für freie Wahlfächer, aber immerhin bieten wir pro Jahr ein Toleranzsemester für Familienbeihilfeund SelbsterhalterstipendienbezieherInnen. Weiters können wir garantieren, dass wir nichts garantieren. Wenn euch das alles anspricht, laden wir euch gerne zu einer Erzählstunde ein. Bitte meldet euch mit einer nichtssagenden Bewerbung bei der Chefredakteurin Gülsah Akyazı, guelsah.akyazi@stud.sbg.ac.at, weil die anderen eh nichts zu sagen haben.

JusKnacker JUNI ‘17 Ausgabe 28


Mein Job mit Mehrwert

Regionalverkaufsleiter/in im Raum Salzburg / Oberösterreich Da bin ich mir sicher. • Ihre ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit für die Stärke in der Führung • Ihre Empathie für ein erfolgreiches und respektvolles Miteinander • Ihr ganzheitlicher Überblick für den wirtschaftlichen Erfolg unserer Filialen • Ihre Flexibilität für schnelles Handeln bei unseren abwechslungsreichen Herausforderungen • Ihr Engagement für das Erreichen gemeinsamer Ziele im In- und Ausland • Ihre akademische Ausbildung für Ihren umfassenden Verantwortungsbereich • Unser überdurchschnittlich hohes Gehalt* für Ihre Zufriedenheit • Unsere umfangreiche Einarbeitung für Ihre rasche Verantwortungsübernahme • Unser Führungskräfteprogramm für Ihre persönliche Entwicklung • Unser systematisches Talent Management für Ihre Karriere • Unsere Benefits wie Audi A4 und iPhone auch für Ihre private Nutzung Brutto-Jahresgehalt von € 66.000,– zum Einstieg

*

und € 106.000,– ab dem 8. Dienstjahr

Weil sich dabei sein auszahlt! Jetzt bewerben unter karriere.hofer.at

Marlene Bayer Beruf: Regionalverkaufsleiterin Hobby: Reiterin

chkeit Persönli riere trifft Kar

Vorbehaltlich Satz- und Druckfehler.

Profile for Studienvertretung Juridicum Salzburg

Jusknacker Juni 2017  

Abschluss und was nun?

Jusknacker Juni 2017  

Abschluss und was nun?

Advertisement