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JusKnacker

Das Uni-Magazin der Studienvertretung Juridicum Salzburg

Die Stifte sind gespitzt, das Studium kann (wieder) starten! Mit uns erlebst du eine bunte und lebendige Uni!

SEPTEMBER 2015 Ausgabe 23


Mittwoch, 4. November 2015, 9 bis 16 Uhr Residenz zu Salzburg, Residenzplatz 1, 5020 Salzburg www.karriereforum.eu

Veranstalter:

unterst端tzt durch:


SABERA – SALZBURGERINNEN BERATEN

ASYLWERBERINNEN

D UDM CHTEST UÖ MÖCHTEST  Dich im Asylbereich engagieren, aber zeitlich flexibel bleiben?  Fachliche, soziale und interkulturelle Kompetenzen einbringen?  Dich mit NGOs in Salzburg und österreichweit vernetzen?  Deine Fremdsprachenkenntnisse sinnvoll anwenden?  Ein interdisziplinäres Arbeitsumfeld?

EMPFEHLUNG: WEITERLESEN

D ADSASB IGIBT E T E T D I R S AB E R A ’S BEI SABERA  Einblick in die Arbeitsweise und Praxis von NGOs und Verwaltungsbehörden!  Kostenlose Schulung im Asylrecht durch ausgebildete RechtsberaterInnen!  Dolmetsch-unterstützte Beratungen kennenlernen!  Teilnahme an Diakonie-internen Fortbildungen!  Sozialarbeiterische Fähigkeiten entwickeln! BLEIBT NOCH EINE FRAGE ZU KLÄREN!

W I EWTIER TREFFEN EFFEN W I R UNS U N S?? WIR Wenn du SABERA als BeraterIn, DolmetscherIn oder mit sonstiger Tatkraft unterstützen möchtest, freuen wir uns von dir zu hören! Ansprechperson: Lisa Macheiner

Diakonie Flüchtlingsdienst SABERA SalzburgerInnen beraten AsylwerberInnen Lehenerstraße 26 5020 Salzburg

Tel: +43 (0)664 88 58 89 11 Fax: +43 (0)662 234 66 25 30 Email: sabera@diakonie.at


Inhaltsverzeichnis Studium Was? Wann? Wie? Wer? Wo?.......................................................................... 7 Gut geplant ist halb gewonnen..................................................................... 8 Neu in der Fakultätsbibliothek für Rechtswissenschaften...................... 11

Uni-Politik Neues Semester, neuer Vorsitz, neues StV-Team..................................... 12 (M)Ein Blick auf die ÖH Wahl 2015.............................................................. 10 Fakultätsvertretung Juridicum................................................................... 15 Anmerkungen zur Organisation des Jus-Studiums.................................. 16 Wozu an einer Universität studieren?........................................................ 19

News Salzburger Juristische Gesellschaft............................................................ 23 Fachbereich Privatrecht – Summer School European Private Law......... 24 Fachbereich Sozial- und Wirtschaftswissenschaften – Prof. Moser...... 26


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Uni-Leben Ein Plädoyer für ein gemeinsames Europa................................................28 Russland zu Gast in Salzburg.....................................................................30 Bist du dabei?...............................................................................................34 Veranstaltungskalender..............................................................................35

Editorial Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde!

Willkommen im neuen Semester! An all jene, die heuer mit ihrem Studium beginnen: Servus und schönen Start ins StudentInnen-Leben! Wir hoffen ihr hattet schöne Ferien und konntet ohne Hitzeschock oder ähnliches den Sommer genießen! Nach der wohlverdienten Sommerpause sieht man seit einigen Tagen doch wieder StudentInnen an der Uni, die sich mehr oder weniger fleißig auf das neue Semester vorbereiten. Wer (wieder) einen Versuch startet, eine der Diplomund Fachprüfungen zu bewältigen, dem wünschen wir an dieser Stelle VIEL ERFOLG UND GLÜCK, es wird bestimmt klappen! Für den erfolgreichen Start und zum Aufwärmen für das kommende Wintersemester, bieten wir euch wieder leichte Kost zum Lesen. Denn – man staune und lese – wir konnten dieses Mal zwei Professoren aus dem Fachbereich Arbeits- und Sozialrecht für ein Gastkommentar gewinnen. Zum einen wird sich Univ.-Prof. Dr. Grillberger umfangreich und kritisch mit der Organisation des Jus-Studiums befassen, zum anderen wird von Univ.-Prof. Dr. Mosler der Frage nachgegangen, warum man an einer Universität studieren sollte und dann auch noch das Studium der Rechtswissenschaften. Weiters dürfen wir euch nicht nur das neue Vorsitz-Team der StV Juridicum vorstellen, sondern die Wahlergebnisse für die Mandate innerhalb der StV sowie der der Fakultätsvertretung und einen kleinen Auszug unserer Tipps für Erstsemestrige. Weitere spannende Artikel findet ihr beim Umblättern – viel Spaß beim Lesen!

Das Redaktionsteam wünscht euch noch einen schönen Start in das Wintersemester!

Liebe Grüße

Daniel Schwaighofer Chefredakteur JusKnacker

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Impressum Herausgeberin: Österreichische HochschülerInnenschaft an der Universität Salzburg Studienvertretung Juridicum Salzburg Chefredakteur: Daniel Schwaighofer Redaktion: Gülşah Akyazı, Mara Vanessa Meyfarth, Tobias Neugebauer, Hasan Özkan, Sadiye Topbas, David Unterberger, Julia Wechselberger Layout/Design: Tobias Neugebauer Lektorat: Julia Wechselberger Anschrift: Churfürststraße 1 | 5020 Salzburg Telefon: 0662 / 8044 - 6014 oder 0662 / 8044 - 6015 Fotos: Studienvertretung Juridicum Salzburg (sofern nicht anders angegeben)  /stvjuridicum.salzburg @ jusknacker@stv-juridicum.at oder office@stv-juridicum.at Offenlegung gemäß §25 Mediengesetz: JusKnacker – Das Uni-Magazin der Studienvertretung Juridicum Salzburg ist ein Magazin der Österreichischen HochschülerInnenschaft an der Universität Salzburg und steht zu 100 % in deren Eigentum. Der JusKnacker wurde klimaneutral auf 100 % Recyclingpapier gedruckt.

IMPRESSUM stv-juridicum.at


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Was? Wann? Wie? Wer? Wo? Wir begleiten StudienanfängerInnen bei ihren ersten Schritten durch das Studium - - - -

Montag, 7. September, 17 Uhr Donnerstag, 17. September, 16 Uhr Montag, 21. September, 10 Uhr Donnerstag, 1. Oktober, 14 Uhr

Damit wir ausreichend viele BeraterInnen zur Verfügung Zu Beginn gleicht die Uni oftmals einem Labyrinth. Damit du dich nicht verläufst und den richtigen stellen können, bitten wir um Weg durch dein Studium findest, steht dir die Studienvertretung das ganze Studium über mit Rat Anmeldung. Schickt dafür einund Tat zur Seite! fach eine kurze Mail mit eurem Namen, dem gewünschIn Kürze beginnt wieder ein neues Semester und ten Termin und eurer Studienrichtung an damit für viele die ersten Tage in ihrem Studium. beratung@stv-juridicum.at. Doch bevor sie sich selbst als „Student“ oder „Studentin“ bezeichnen können, müssen zunächst ei- Weitere Informationen wie zum Beispiel nige Hürden überwunden werden. eine genauere Lagebeschreibung unseDer erste Schritt ist die Inskription an der Uni, wo- res Büros findet ihr auf unserer Homepage bei diese eine Online Voranmeldung voraussetzt. www.stv-juridicum.at. Natürlich sind auch StudieHat man das geschafft und seinen ÖH-Beitrag be- rende aus höheren Semestern herzlich willkomzahlt, steht man vor der eigentlichen Herausfor- men, wenn noch Fragen zur Gestaltung des Studiderung: Welche Lehrveranstaltungen muss ich im ums offen sind. ersten Semester wählen? Wie melde ich mich an? Zudem bieten wir am Montag, 5. Oktober um 17 Was bedeuten all diese Abkürzungen wie STEOP, Uhr unser Erstsemestrigentutorium an. Bei dieser GK, VO, PS? Wo muss ich wann hin? Und muss ich Veranstaltung zeigen wir euch die wichtigsten wirklich hingehen? Orte im Juridicum. Neben einer Führung durch die Fakultät bekommt ihr auch die Gelegenheit, neue Damit niemand mit diesen Fragen allein gelassen Leute – eure StudienkollegInnen – kennenzulerwird, bieten/boten wir, die Studienvertretung Ju- nen. Um das noch einfacher zu gestalten, laden wir ridicum (StV), auch dieses Semester wieder eine euch im Anschluss an das Tutorium herzlich zu unErstsemestrigenberatung an. An mehreren Termi- serem Stammtisch ein. Treffpunkt für das Erstsenen lieferten und liefern wir sämtliche Informati- mestrigentutorium ist das Büro der StV im zweiten onen, die für den Studienanfang wichtig sind und Innenhof der Fakultät. Um die Planung für uns zu bieten die Möglichkeit alle Fragen zu stellen, um erleichtern, bitten wir auch hier um eine kurze Anden Einstieg in den Unialltag so leicht wie mög- meldung per Mail an beratung@stv-juridicum.at bis lich zu gestalten. spätestens 2. Oktober. Die Beratungen findet/fand im Büro der StV, im sogenannten „Toskanatrakt“ im 2. Innenhof, Chur- Wir freuen uns auch dieses Semester wieder auf viefürststraße 1, 5020 Salzburg an folgenden Termi- le neugierige Erstsemestrige und hoffen sehr, dass nen statt: wir euch mit unserer Beratung weiterhelfen können.

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Gut geplant ist halb gewonnen Ein gut geplanter Semesterstart ist ein wichtiger Schritt, um das Semester auch erfolgreich zu beenden. Dieser Artikel soll allen Studierenden helfen, das Semester angenehm zu starten und mit hilfreichen Tipps nützlich sein, um auch während des Semesters die Lernmotivation nicht zu verlieren, denn wie es so schön heißt: „ Gut geplant ist halb gewonnen“.

tungen bekanntgegeben. Im Plusonline kann man die Lehrveranstaltungstermine abrufen und falls Prüfungstermine bereits eingetragen sind, diese unbedingt notieren! Wenn die Prüfungstermine nicht eingetragen sind, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass der LV-Leiter # Checkliste Lernunterlagen die Prüfungstermine in der LehrveranMit guten Lernunterlagen kann jede staltung bekanntgibt. schwierige Prüfung gemeistert werden. Daher ist es wichtig, sich rechtzei- # Arbeitsgruppen bilden tig die erforderlichen Bücher, Skripten Ich durfte die Vorteile einer Arbeitsund die aktuellen Kodizes zu besorgen. gruppe selbst erproben, während ich Eine sehr kostengünstige und ziemlich mich für die Prüfung aus Makroökonosichere Methode ist es, mie vorbereitet habe. die erforderlichen BüAber auch für die jucher von der Bibliothek IF YOU FAIL TO PLAN ristischen Lehrverauszuleihen. Aber AchYOU PLAN TO FAIL anstaltungen wie die tung! Denn genau zum „Übung aus dem BürSemesterstart werden Benjamin Franklin gerlichen Recht“ oder die Lehrbücher in den für Kurse der wirtaktuellen Auflage vorschaftlichen Lehrvergemerkt und wer sich nicht rechtzeitig anstaltungen kann eine Arbeitsgruppe darum kümmert, kann sich in der Warte- einer Plattform für motivierendes und schleife befinden. unterstützendes Lernen gleich sein. Eine weitere Möglichkeit die Lehrbücher Man hat die Möglichkeit, die Übungsund Kodizes kostengünstig zu erhalten beispiele in einem geschützten Raum ist die Facebook Gruppe „Jus / Recht & zu besprechen und die anderen TeilWirtschaft Salzburg – Flohmarkt“. Hier nehmerInnen auf mögliche Fehler hinhaben alle Studierende die Möglichkeit zuweisen. Aber auch der WissensausBücher, Skripten etc., die nicht mehr be- tausch und der Wissenserwerb werden nötigt werden zu verkaufen. in diesen Lerngruppen forciert. # Prüfungstermine der LV notieren # Unterlagen austauschen Zu Semesterbeginn werden die Prü- Die Erfahrung hat gezeigt, dass es sehr fungstermine von vielen Lehrveranstal- hilfreich ist, Unterlagen mit anderen

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Foto: Privat

Auch, wenn eine große und wichtige Prüfung bevorsteht, auf das eigene Wohlbefinden darf man in der Lernzeit nicht vollkommen vergessen!

// Gülşah Akyazı Gülşah Akyazı studiert

Studienkollegen auszutauschen, da gerade in stundenlagen Vorlesungen die Konzentration nachlassen kann und einige wichtige Aspekte versäumt werden können. Somit kann man möglicherweise die eine oder andere Prüfungsfrage nicht mitbekommen haben. Gerade für solche Fälle kann man durch den Austausch von Unterlagen, die eigene Mitschrift vervollständigen und die Ausarbeitung präzisieren.

Viele schwören auf die Wirkung der Energy Drinks. Bei vielen ist der morgendliche Kaffee ein Muss. Koffein verbessert die Konzentration und die Müdigkeitserscheinungen werden beseitigt. Darüber hinaus wird auch die Speicherfähigkeit des Gehirns erhöht. Als eure Studienvertretung bieten wir euch zu den Öffnungszeiten kostenlosen Kaffee an und Energy Drink um nur 1€.

# Stoffabgrenzung und Aufteilung auf Wochen Gerade die Fachprüfungen erfordern mehrere Wochen Lerneinsatz, da die Fachprüfungen das Bachelorstudium meistens aus Übungen und mehreren VorlesunRecht und Wirtschaft. Sie gen bestehen. Daher ist es wichtig den Stoff auf ist Sachbearbeiter im Bemehrere Wochen aufzuteilen. Die Aufteilung erratungsreferat der Studileichtert das Lernen und ermöglicht, dass komenvertretung Juridicum. # Konzentrationssteigerung, plexe Stoffgebiete auch verstanden werden. Daneben ist sie auch noch Energy Drinks & Kaffee als Bildungsbeauftragte Nun kommen wir zu einem # Stresssituationen vermeiden im Jugendrat der islamder wichtigsten Themen, Mache dir keine Gedanken darüber, ob dein Lerischen Glaubensgemeindas für uns alle von Bedeu- neinsatz für eine positive Note ausreichend ist. schaft - JIGGIÖ - tätig. tung ist. Kaffee und Energy Denn mit diesen Gedanken stresst du dich umso Drinks gelten als Brainfood, vor allem vor und mehr und konzentrierst dich auf das Ergebnis während Prüfungswochen. einer Prüfung, die noch bevorsteht. Behalte deidas Diplomstudium Rechtswissenschaften sowie

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Mit der richtigen Zeiteinteilung lässt sich auch der größte Bücherberg gut bewältigen!

ne positive innere Einstellung. - Diesmal werde ich bis zum Hier einige Beispiele der StuSchluss der Prüfung kämpdierendenberatung.at, wie man fen, ich will durchkommen negative Selbstaussagen durch positive ersetzen kann. # Einsichtsrecht und Zuhören bei mündlichen Prüfungen Negative Selbstaussagen: An einer mündlichen Prüfung - Die ganze „Lernerei“ bringt können die zukünftigen Kanmich nicht weiter didatinnen und Kandidaten als - Ich werde es ohnehin nicht Zuhörer teilnehmen. Das ist schaffen besonders wichtig, da man die - Ich weiß, ich bin ein Versa- Gelegenheit hat, zu erfahren, ger auf welche Frageweisen man sich einstellen muss und man Positive Selbstaussagen: kann den Ablauf einer mündli- Ich werde den Stoff oft ge- chen Prüfung kennenlernen. nug wiederholen, damit er Bei schriftlichen Prüfungen gut sitzt, das bringt mich hat man Einsichtsrecht. Das weiter Einsichtsrecht ermöglicht es - Ich will es schaffen und wer- dir, dich mit der unerwartet de alles tun, um die Prüfung schlechten oder guten Note zu bestehen auseinander zu setzen.

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Neu in der Fakultätsbibliothek für Rechtswissenschaften E-Book Platzhalter mit QR Code zu den Online-Volltexten in der Lehrbuchsammlung In der Lehrbuchsammlung der Fakultätsbibliothek für Rechtswissenschaften gibt es seit Sommer 2015 eine Erweiterung der besonderen Art. Lehrbücher, die auch als E-Book für Studierende zugänglich sind, wurden mittels Buchklemmstützen als Platzhalter „sichtbar“ gemacht.

Ziel des Projektes ist es, das Vorhandensein von digitalen Medien stärker in das Bewusstsein von Studierenden zu rufen. Gerade in der Lehrbuchsammlung, wo oft die aktuellste Auflage innerhalb kurzer Zeit vergriffen ist, macht es Sinn, auf digitale Quellen hinzuweisen. Dadurch kann eine größere Anzahl an Studierenden gleichzeitig auf aktuelle Literatur zugreifen. Eine Ausweitung dieses Angebot auf die Bestände im Lesesaal ist geplant.

Auf den Buchstützen befinden sich Informationen über den Titel, Autor und Auflage des E-Books. Studierende können schnellen Zugang zu den E-Books bekommen, indem sie den QR-Code, der ebenfalls auf den Buchstützen zu finden Mag.a Simone Pinnitsch und Mag.a Renate ist, nutzen. Um auf die digitalen Angebote Schönmayr, Fakultätsbiblothek für Rechtszugreifen zu können, müssen Studierende wissenschaften mit dem WLAN der Uni Salzburg verbunden sein oder einen der vorhandenen PCs Schnell das Handy oder Tablet rausholen, QR Code scannen vor Ort nutzen. Ein Foto vom QR Code – und schon erhält man Zugang zum Volltext des Buches. und schon wird man zum elektronischen Volltext des Buches weitergeleitet! Immer mehr Bücher an der Fakultätsbibliothek sind als E-Books verfügbar. Die Bibliothek macht nun mittels QR Code darauf aufmerksam!

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Neues Semester, neuer Vorsitz, neues StV-Team Ivana Ristic, Yasin Gülbas und Alexandra Mitterwurzer bilden das neue Vorsitzteam der StV Juridicum Salzburg Schweren Herzens hat der alte Vorsitz, bestehend aus Tobias Neugebauer (Vorsitzender), Dragana Stijakovic und Ludwig Seidl (StellvertreterIn), diese Funktion abgegeben, um sich ihren Jobs bzw. ihren Studien zu widmen. Sie werden unserem Team aber trotzdem noch erhalten bleiben und sich auch in Zukunft für die Rechte der Studierenden einsetzen. Zwischen dem 19. und 21. Mai diesen Jahres fanden die ÖH Wahlen statt. Im Zuge dessen wurde der neue Vorstand der Studienvertretung (StV) für die StV Rechtswissenschaften als auch für die StV Recht und Wirtschaft gewählt. Die MandatarInnen hierfür sind: StV Recht und Wirtschaft • Neugebauer Tobias, LL.B. oec • Seidl Ludwig • Huber Teresa • Schwaighofer Daniel • Brücker Manuel

Fischbacher Hannes, Großpötzl Andreas, Gülbas Yasin, Hafner Christoph, Henke Chiara, Herrwerth Stephanie, Jarosch Thomas, Kainzbauer Christina, Meyfarth Mara, Mitterwurzer Alexandra, Özkan Hasan, Rosegger Eva, Staudinger Isabel, Stijakovic Dragana, Tanzberger Stefanie, Topbas Sadiye, Traubenek Lisa, Ünal Hatem, Unterberger David, Wechselberger Julia, Weichslberger Christina. Die Studienvertretung besteht neben dem Vorsitzteam auch aus mehreren Referaten, in denen sich die Mitglieder engagieren können. Zusätzlich sitzt die StV in verschiedenen Gremien, dazu zählen beispielsweise die Fachbereichsräte und die Curriculakommission. Im Juni hat die Studienvertretung einen neuen Vorsitz gewählt. Dieser besteht seit 1. Juli aus Ivana Ristic (Vorsitzende) und Yasin Gülbas sowie Alexandra Mitterwurzer (StellvertreterIn).

Ivana Ristic (21), die neue Vorsitzende der StV Rechtswissenschaft StV Juridicum, stu• Neugebauer Tobias, LL.B. oec diert Rechtswissen• Seidl Ludwig schaften und Politik• Huber Teresa wissenschaften. Sie • Ristic Ivana arbeitet seit 2014 eh• Oblasser Paul renamtlich in der StV und ist Referentin des Daneben gibt es aber auch viele ehrenamtliche OrganisationsreferaMitglieder der StV Juridicum: tes und des MaterialAkargemse Mehmet, Akyazi Gülsah, Becker Tim, beschaffungsreferaBlum Marlen, Brandl Alexandra, Brücker Mates. Dieses Referat ist nuel, Demit Demet, Dhillon Simran, Eisinger unter anderen für das ProfessorInnenfrühstück, Barbara, Erlacher Katharina, Ernst Christina, die Glühweinstände, das Innenhoffest und andere

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Veranstaltungen zuständig. Ivana ist auch als daten auf unserer Homepage erneuert und unSachbearbeiterin im Bildungspolitischen Referat sere Studienführer aktualisiert und überarbeitet. der ÖH Salzburg tätig. Die Studienvertretung ist die Verbindung zwischen den Studierenden und den Lehrenden Yasin Gülbas (23), und dient als erste Anlaufstelle bei Problemen s t e l l v e r t r e t e n d e r und Fragen der Studierenden. Wir möchten in Vorsitzender der StV Zukunft unseren Service weiter ausbauen und Juridicum, studiert verbessern, die Bibliothek weiterhin bei der BeRechtswissenschaf- schaffung von Büchern unterstützen und unsere ten und ist seit dem internationalen Kontakte pflegen. Sommersemester 2015 ehrenamtlich in der StV tätig. Er hat Unsere Tipps für Erstsemestrige vor kurzem das Beratungsreferat über- Lehrveranstaltungen: Wir empfehlen die Lehrvernommen, welches anstaltungen regelmäßig zu besuchen und sich für Erstsemestrigen- für diese auch gut vorzubereiten. An der Univerberatungen, Erstsemestrigentutorien und Bera- sität ist es, anders als in der Schule, nicht mögtungsstände am Tag der offenen Tür der Univer- lich wenige Tage vor der Prüfung mit dem Lersität Salzburg zuständig ist. nen zu beginnen. Vielmehr muss man vor den meisten Prüfungen mehrere intensive LernwoAlexandra Mitterwur- chen einplanen. Daher empfehlen wir rechtzeizer (21), stellvertre- tig mit dem Lernen zu beginnen, in Übungen die tende Vorsitzende Fälle vorzubereiten und auch Lerngruppen zu der StV Juridicum, bilden. Diese Lerngruppen können sich als äustudiert Rechtswis- ßert hilfreich erweisen, da man so die Möglichsenschaften und ist keit erhält sich gegenseitig zu helfen und den seit dem Sommerse- Prüfungsstoff noch einmal gemeinsam durchzumester 2014 ehren- gehen. amtlich in der StV tätig. Alexandra hat das Lernmaterialien: In jeder Lehrveranstaltung gibt IT-Referat übernom- es Literaturempfehlungen seitens der Profesmen. Ihre Aufgaben sorInnen. Wir empfehlen diese nicht sofort zu bestehen darin un- kaufen! Unsere Bibliothek bietet die Möglichkeit sere Homepage www.stv-juridicum.at und unse- sich Bücher auszuleihen. Einer der Vorteile dare Facebookseite www.facebook.at/stvjuridicum. ran ist, dass man sich so in die verschiedenen salzburg zu betreuen. Lehrbücher einlesen kann und dadurch rausfindet welches Buch seinem Lerntypen am besten Wir sind nun seit 01.07.2015 in unserer neuen entspricht. Nachdem man sich für ein bestimmFunktion tätig und waren in den Ferien bereits tes Buch entschieden hat, passiert es leider oft, fleißig: Beispielsweise haben wir die Prüfungs- dass dieses Buch in der Bibliothek gerade ver-

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Das neue Vorsitzteam der Studienvertretung Juridicum Salzburg, bestehend aus Ivana Ristic (Mitte), Yasin Gülbas (rechts) und Alexandra Mitterwurzer (links) ist seit 1. Juli 2015 in seiner neuen Funktion tätig.

griffen ist. In diesem Fall gibt es mehre- Verfügung. Die genauen Zugangsdaten re Möglichkeiten, um trotzdem noch an hierfür erhaltet ihr auf der Seite der das gewünschte Buch zu gelangen: Universität Salzburg. Eine sehr hilfreiche Seite ist die der ÖH 1) Wenn man das Buch nicht dringend Salzburg. Dort gibt es von der Wohbenötigt, kann man sich auch erst- nungsbörse über die Jobbörse auch Inmal online vormerken. Erfahrungs- formationen zu Euren Rechten als Stugemäß erhält man innerhalb kurzer dierende. Zeit eine E-Mail mit der Bitte, sich das Buch innerhalb einer Woche in Studienvertretung: Wir bieten euch die der Bibliothek abzuholen. Möglichkeit während unseres Journal2) Man versucht auf diversen „Floh- dienstes (genauer Wochenplan: auf unmarktseiten“ sein Glück. Auch die sere Homepage im Kalender und an unStV hat vor einiger Zeit auf Facebook serer Tür) gratis Snacks und Kaffee zu eine „Flohmarktgruppe“ gegründet. holen. Doch das ist nicht alles. Ihr könnt Ein Besuch dieser Gruppe lohnt sich. bei uns in der StV 30 Seiten pro Woche Denn oft kann man auf diesem Weg gratis ausdrucken und kopieren. Zurichtige Schnäppchen ergattern. sätzlich verkaufen wir Red Bull für nur 3) Man kauft sich sein Exemplar im Fa- 1€. Außerdem stellen wir euch laufend cultas Shop an der Uni oder anderen aktuelle Prüfungsfragen zur Verfügung. Buchläden. Das ist aber nur dann möglich, wenn Bei Kodizes empfehlen wir den Kauf auch ihr uns eure Prüfungsfragen an: im Facultas Shop, da man einerseits office@stv-juridicum.at schickt oder IMMER mit der aktuellsten Auflage diese persönlich in die StV bringt. Und arbeiten muss (Gesetze ändern sich das Beste daran: Es gibt dafür auch ständig) und man andererseits als eine Belohnung. StudentIn eine Vergünstigung erhält. Wir wünschen allen Erstsemestrigen einen guten Einstieg in das Unileben Internet: Den Studierenden steht am und allen anderen KollegInnen ein erganzen Unigebäude freies Wlan zur folgreiches Wintersemester.

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Vor dem Sommer wurde mehrfach gewählt! Im Juni 2015 wurden nicht nur die Bundesvertretung und die Universitätsvertretungen der Österreichischen HochschülerInnenschaft neu gewählt, sondern auch die Studienvertretungen. Die letztgenannten MandatarInnen hatten an der Universität Salzburg zudem die Möglichkeit, ihre Stimme bei der Wahl der Fakultätsvertretung abzugeben.

Fakultätsvertretung Juridicum Die Ergebnisse der FV Rechtswissenschaften stehen fest! Wie wir bereits im Juni angekündigt haben, veröffentlichen wir hier das Ergebnis der Wahl für die 9 MandatarInnen der Fakultätsvertretung an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät. Aktiv wahlberechtigt waren alle gewählten StudienvertreterInnen der Studienvertretungen Rechtswissenschaften, Recht und Wirtschaft sowie European Union Studies. Die Konstituierung der Fakultätsvertretung sowie die Wahl der Vorsitzenden bzw des Vorsitzenden und der StellvertreterInnen wird am Donnerstag, 9. Oktober, stattfinden.

Seidl Ludwig Gülbas Yasin Mitterwurzer Alexandra Neugebauer Tobias Winter Daniel Domokos Katharina Schwaighofer Daniel Ristic Ivana Weber Marlen Kainzbauer Christina Dankl Kay-Michael Fellner Christof (Vogl Elisabeth 1

(10 Stimmen) (8 Stimmen) (8 Stimmen) (8 Stimmen) (7 Stimmen) (7 Stimmen) (7 Stimmen) (5 Stimmen) (41 Stimmen) (4 Stimmen) (2 Stimmen) (2 Stimmen) (0 Stimmen)

Losentscheid bei Reihung

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Anmerkungen zur Organisation des Jus-Studiums von o. Univ.-Prof. Dr. Konrad Grillberger Nach beinahe 45 Jahren Lehr- und Prüfungstätigkeit im Arbeits- und Sozialrecht sowie im Bürgerlichen Recht möchte ich mir ein paar Anmerkungen zur Organisation des Jus-Studiums gestatten. Vielleicht ist manches davon gerade für die Studienanfänger von Interesse und Nutzen. Mit Organisation des Jus-Studiums ist gemeint: Was soll Inhalt des Studiums sein, also welcher Stoff bzw. welche Fächer soll ein Studierender lernen müssen und welche Reihenfolge der Prüfungen soll dabei sinnvollerweise eingehalten werden. Darauf ist eine einfache Antwort nicht leicht möglich. Das zeigt allein schon der Umstand, dass die Studienordnungen in den letzten 40 Jahren häufig und zum Teil tiefgreifend verändert wurden. Als ich in grauen Vorzeiten studiert habe, gab es drei Studienabschnitte. In den jeweils nächsten Abschnitt konnte man nur gelangen, wenn der vorherige positiv absolviert worden war. Der erste Abschnitt (zwei Semester) bestand aus einer Einführung in das geltende Recht. Den größten Anteil im ersten Abschnitt hatte die Rechtsgeschichte, also Römisches Recht, deutsche Rechtsgeschichte und Kirchenrecht. Der zweite, judizielle Abschnitt erforderte mindestens drei Semester und hatte Bürgerliches Recht, Handelsrecht, Zivilverfahrensrecht und Strafrecht zum Inhalt. Der dritte Abschnitt war dem Öffentlichen Recht, Völkerrecht und der Volkswirtschaftslehre gewidmet. Die Prüfungen waren alle mündlich, allerdings kommissionell. Man musste also zur gleichen Zeit den Stoff mehrerer Fächer parat haben. Der derzeitige Zustand unterscheidet sich von diesen Urzeiten offenkundig ganz gravierend. Die Anzahl der Fächer und damit der Lernund Prüfungsstoff hat bedeutend zugenom-

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men, die Prüfungen sind in bestimmten Fächern schriftlich und mündlich, in jedem Fall aber als Teilprüfung zu absolvieren. Der erste Abschnitt besteht – derzeit – aus einem Semester und ist als Studieneingangsphase konzipiert. Nach dem positiven Abschluss dieser Eingangsphase kann der Studierende die Reihenfolge seiner Prüfungen selbst bestimmen. Es ist also möglich, im 2. Semester des Studiums im Arbeitsrecht oder Unternehmensrecht etc. zur Fachprüfung anzutreten. Als Antrittsvoraussetzung wird nicht einmal die positive Absolvierung einer Übung verlangt. Der dritte Abschnitt dient der Abfassung der Diplomarbeit. Außerdem soll eine Vertiefung von Fächern durch die Absolvierung eines Fächerbündels erfolgen sowie Kenntnisse in Wirtschaftswissenschaften erworben werden. Wer es dann zum Magister geschafft hat, kann ein Doktoratsstudium anschließen. Dessen Ziel ist die Heranbildung eines wissenschaftlichen Nachweises. Erstaunlicherweise gibt es aber keine besonderen ZulassungsvoSoll der Zugang zum Doktoratsstudium Rechtswissenschaften erschwert und nur besonders „erfolgreichen“ Studierenden ermöglicht werden?


raussetzungen, d.h. vor allem keinen bestimmten Notendurchschnitt, der im Diplomstudium mindestens zu erreichen wäre. Das ist freilich ein Fehler, der dem Gesetzgeber zur Last gelegt werden muss. Die längste Zeit waren Studien, also nicht nur das Jus-Studium zentral, d.h. alle bundeseinheitlich durch Gesetze oder Verordnungen reglementiert. Davon ist man schrittweise abgekommen. Nunmehr ist man bei der vollständigen Autonomie jeder Universität gelandet. Die Studienpläne der // Konrad österreichischen Universitäten sind also nicht mehr Grillberger zwangsläufig einheitlich. Das kann einen Wechsel des Studienortes innerhalb von Österreich u.U. O. Univ.-Prof. Dr. Konrad mehr erschweren als einen Wechsel innerhalb der Grillberger wurde 1947 EU. Oder im historischen Blickwinkel: Es war in in Herzogsdorf/OÖ geder Monarchie leichter, von Lemberg nach Graz zu boren. Er habilitierte sich wechseln als derzeit von Salzburg nach Wien. für Bürgerliches Recht und Was soll man von diesen Entwicklungen halten? Arbeitsrecht (1981) an der Als Jurist ist man gewohnt zu sagen: Es kommt da- Universität Linz. Seit 1983 rauf an. Das ist aber offenkundig keine Antwort. ist er Ordentlicher Professor Man sollte wissen, worauf es ankommt. Das ist, wie am Institut für Arbeitsrecht schon gesagt, keine einfache Frage. Ihre Beantwor- und Sozialrecht der Univertung hängt nämlich davon ab, welche Fähigkeiten sität Salzburg. Er bekleidete und Kenntnisse das Studium idealerweise vermit- unter anderem das Amt teln soll. Vereinfacht gesagt: Soll es eher auf die des Dekans der RechtswisVermittlung von Kenntnissen ankommen, die auf senschaftlichen Fakultät, dem Arbeitsmarkt jeweils nachgefragt werden ist Mitherausgeber der oder soll vorwiegend das Verständnis für Grundla- Zeitschrift “Wirtschaftsregen und Zusammenhänge der Rechtsordnung das chtliche Blätter” und MitZiel sein. Berufsausbildung war noch niemals das glied im wissenschaftlichen vorrangige Ziel von Universitätsstudien. Auch das Beirat der Zeitschrift “Das derzeit geltende UG 2002 sieht Berufsausbildung Recht der Arbeit”. nicht als Aufgabe der Universitäten an, sondern spricht vom Streben nach Bildung und Autonomie des Individuums durch Wissenschaft. Was speziell das Studium der Rechtswissenschaft betrifft, wäre eine Berufsausbildung auch kaum möglich. Es gibt kein annähernd konkretes Berufsbild für Juristen. Das sieht auch der geltende Studienplan der Universität Salzburg für das Diplomstudium wohl nicht viel anders. Als Ausbildungsziel werden dort die kritisch denkenden, rechtsgelehrten und umfassend einsatzfähigen Generalisten genannt. Nicht die Anhäufung von Detailwissen, sondern ein gesichertes Grundwissen und methodische Kompetenz sollen im Zentrum stehen. Wer würde diese schönen Sätze nicht unterschreiben wollen? Sieht man freilich näher hin, wird es zweifelhaft, ob sich die Autoren des Studienplans in der Folge auch an ihre guten Vorsätze gehalten haben. Ein Grund für diese Skepsis ist sicherlich das System von Teilprüfungen. Das führt dazu, dass der einmal gelernte Stoff eines Faches nach abgelegter Prüfung sehr häufig und sehr schnell wieder vergessen wird. Ein fächerübergreifender Zusammenhang bzw. Überblick lässt sich deshalb nur schwer herstellen. Eine Forderung nach einer gemeinsamen Prüfung von mehreren Fächern ist aber wohl

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(Wo) Machen Voraussetzungsketten für Prüfungen Sinn? Kann man den Studierenden zumuten, selbst zu entscheiden, wie sie ihr Studium absolvieren wollen, oder braucht es gewisse Vorgaben, um die Qualität des Studiums sicherzustellen?

ganz unrealistisch. Das liegt aber nicht nur an den Studierenden bzw. ihrer Vertretung, sondern auch am organisatorischen Aufwand, der dann für die Abhaltung der Prüfungen zu betreiben wäre. Nicht so unrealistisch und sehr vernünftig wäre es aber, eine Reihenfolge von Prüfungen vorzugeben. Schon im 2. Semester kann man wie gesagt z.B. zur Diplomprüfung im Arbeitsrecht antreten. Zwar machen das die allermeisten nicht, stattdessen kommen sie im dritten Semester, das ändert jedoch freilich nichts daran, dass die Grundbegriffe des Bürgerlichen Rechts sehr vielen Kandidaten noch unbekannt sind: Wer z.B. nicht verstanden hat, was Vertragsfreiheit konkret bedeutet, kann auch nicht begreifen, warum es Arbeitsrecht überhaupt gibt oder geben soll. Ähnliches gilt für den Mechanismus von Vertragsabschlüssen und manche andere Grundsatzthemen des Zivilrechts. In den Vorlesungen des Arbeitsrechts fehlt die notwendige Zeit, derartige Dinge ausführlich zu behandeln. Ganz abgesehen davon, dass ja keineswegs alle Studierenden die Lehrveranstaltungen besuchen wollen oder können. Das Beste wäre, dass der Antritt zur Prüfung in Arbeitsrecht, aber auch in Unternehmensrecht oder im Zivilverfahrensrecht erst zulässig sein sollte, nachdem man das Bürgerliche Recht absolviert hat. Das wird auf den Widerstand bei den Studierenden bzw. ihrer Vertretung treffen, weil sie eine Verzögerung der Studiendauer befürchten. Das Mindeste wäre aber, eine Pflichtübung in diesen Fächern vorzusehen. Auch das führt freilich zu einem zusätzlichen Aufwand an Mühe und Zeit. Man kann allerdings mit gutem Grund daran zweifeln, ob der Studienplan nicht ohnehin eine Reduktion des Stoffes verträgt. Als Pa-

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radefach für das Verständnis von Grundlagen der Rechtsordnung kann etwa das Finanzrecht kaum angesehen werden. Seine relativ große Bedeutung ist mit den deklarierten Zielen im Studienplan nicht leicht zu vereinbaren. Eine Reorganisation und Reduktion des Stoffes sollte auch im 3. Abschnitt ins Auge gefasst werden. Insbesondere Anzahl und Ausgestaltung der Fächerbündel ist nicht besonders gelungen. Änderungen von Normen bewirken allein nicht zwingend eine Änderung der Wirklichkeit. Das gilt gerade auch für Studienpläne. Ohne Akzeptanz durch das Lehr- und Prüfungspersonal scheitern die besten Pläne. Und selbst der beste Unterricht nützt nichts, wenn sich die StudentInnen bloß passiv bzw. desinteressiert verhalten. Ein idealer Unterricht würde kleine Gruppen und entsprechende Mitarbeit bzw. Vorbereitung der Studierenden voraussetzen. Das lässt sich realistischer Weise wohl kaum organisieren. Was im Bereich des Möglichen liegt und zur Verbesserung beitragen könnte, wäre jedenfalls ein stärkeres Gewicht von Übungen. Die Mitwirkung der Studierenden könnte auch noch in anderer Richtung intensiviert werden. Verbesserungsvorschläge bzw. Kritik an der Art der Stoffvermittlung und an der Art der Prüfungen sind nicht verboten. Anregungen in dieser Richtung sind leider ganz selten. Die derzeit verwendeten Evaluierungsbögen sind für diesen Zweck jedenfalls nur sehr bedingt geeignet. Es wäre wohl auch eine Aufgabe der Vertretung der Studierenden über Alternativen nachzudenken. Für den Anfang könnte es auch ein elektronischer Kummerkasten sein, dessen Inhalt bei Bedarf den Lehrenden und Prüfenden zugänglich gemacht werden sollte.


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Wozu an einer Universität studieren?

Es gibt verschiedene Zugänge zur Studienwahl. Manche haben schon in der Sandkiste Konflikte geschlichtet und im Kindesalter gewusst, dass sie Richter/in werden wollen. Andere kommen aus einem Elternhaus, das sie entsprechend geprägt hat. Der Berufswunsch Rechtsanwalt/Rechtsanwältin und die Übernahme der elterlichen Kanzlei kann die Motivation für ein Studium der Rechtswissenschaften sein. Es gibt auch immer wieder Studierende, die sich umfassend über alle Möglichkeiten informiert und dann eine ganz bewusste Entscheidung getroffen haben. Manche wollen einmal viel Geld verdienen, andere sind nur interessengeleitet. Dann ist da noch die große Gruppe der Unsicheren und Zweifler/innen, die verschiedene Interessen haben und sich erst ganz zum Schluss doch für Jus und nicht für Politikwissenschaft, Wirtschaft, Psychologie oder ein anderes Studium entscheiden. Und schließlich gibt es auch Studierende, die sich wenig bis nichts überlegt haben und das Ganze einfach einmal anschauen wollen. Vermutlich die allermeisten haben jedenfalls keine konkrete Vorstellung, was sie im Studium erwartet und welchen Berufsweg sie einmal einschlagen werden. Ist es aber überhaupt sinnvoll, ein Jus-Studium zu beginnen? Die Jahrzehnte der Juristen/innen scheinen vorbei zu sein. Früher war ein Studienabschluss beinahe mit einer Jobgarantie verbunden, heute sind über 1000 Juristen/innen in Österreich arbeitslos. Statt sofort in einen juristischen Beruf einzusteigen, muss man sich oft mit schlecht oder nicht bezahlten Praktika an einen juristischen Job heranarbeiten und noch mehrere Fremdsprachen und Auslandsaufenthalte nachweisen. In der Vergangenheit waren Spitzenpositionen in Unternehmen vorzugsweise mit Juristen (weniger mit Juristinnen) besetzt, heute findet man verschiedene Berufsgruppen im Topbereich. Wozu dann die ganze Mühe auf sich nehmen? Um diese Frage beantworten zu können – was jede/r für sich selbst erledigen muss – sollte man sich zu-

nächst einmal ansehen, welche Ziele mit einem Jus-Studium überhaupt verbunden sind und welche Erwartungshaltung daher berechtigt ist. Der Jurist/Die Juristin beginnt dabei mit den einschlägigen Rechtsquellen. Im Universitätsgesetz 2002 (UG) sind die Ziele der öffentli- // Rudolf Mosler chen Universitäten allgemein festgelegt. Sie sind danach Ao. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Bildungseinrichtungen, die in Mosler wurde 1959 in VilForschung und in forschungs- lach geboren. Er habilitierte geleiteter akademischer Leh- sich für Arbeitsrecht und re auf die Hervorbringung Sozialrecht (1995) an der neuer wissenschaftlicher Er- Universität Linz. Von 2003 kenntnisse ausgerichtet sind bis 2011 bekleidete er das (§ 1 UG). Zu den Aufgaben Amt des Vizerektors für zählt die wissenschaftliche Lehre Lehre und PersonBerufsvorbildung (nicht die alentwicklung an der Uni Berufsausbildung) und die Salzburg. Neben seinen Qualifizierung für berufliche universitären Tätigkeiten ist Tätigkeiten, die eine Anwen- er unter anderem Schriftdung wissenschaftlicher Er- leiter der Fachzeitschrift kenntnisse und Methoden „Das Recht der Arbeit“ erfordern sowie Ausbildung sowie Mitglied im Hochsder wissenschaftlichen Fähig- chulrat der Pädagogischen keiten bis zur höchsten Stufe Hochschule. (§ 3 Z 3 UG). Mit pathetischen Mit 1. Oktober 2015 tritt Worten beschreibt der Studi- Rudolf Mosler die Professur enplan des Diplomstudiums (Nachfolge von Prof. GrillRechtswissenschaften an der berger) an. Universität Salzburg das Qualifikationsprofil: „Die Gesellschaft ist auch in der Zukunft auf universell ausgebildete und gebildete Juristinnen und Juristen angewiesen, die zu einem methodisch bewussten, kritisch reflektierenden und verantwortlichen Umgang mit den Rechtsproblemen einer modernen Gesellschaft befähigt sind und denen die Bedeutung des Rechts für die Er-

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... und dann auch noch Jus?


20 haltung und Entwicklung einer demokratischen Gesellschaft bewusst ist.“ Danach wird noch besonders auf den Erwerb von Schlüsselqualifikationen und eine generalistische Ausbildung hingewiesen.

dass jedes noch so kleine Teilgebiet des Rechts und jede Modeströmung im Studium vorkommen müssen. Der/Die fertige Jurist/in muss sich vielmehr im Studium die Basis dafür erwerben können, dass er/ sie mit Rechtsfragen generell umgehen Was ergibt sich aus diesen Vorgaben? kann, unabhängig davon, um welches Teil1. Das Ziel jedes universitären Studi- gebiet es sich handelt. Generalistentum ums ist die „wissenschaftliche Berufsvor- steht im Gegensatz zu Spezialistentum. bildung“. Das bedeutet einerseits, dass die Freilich kommt keine Ausbildung ohne Ausbildung nicht auf einen bestimmten eine gewisse Spezialisierung aus. Diese oder mehrere bestimmte Berufe ausge- darf aber nicht zu früh erfolgen, sondern richtet ist. Das Jus-Studium qualifiziert da- muss auf einer gesicherten Basis von allher nicht nur zum/zur Richter/in, Notar/in gemeinen Grundlagen erfolgen. Der in oder Rechtsanwalt/Rechtsanwältin son- den vergangenen Jahren zu beobachtende dern für eine Vielzahl unterschiedlicher Trend zu starker und frühzeitiger SpeziaBerufe. Es handelt sich zudem um keine lisierung bringt gerade für Juristen/innen Berufsausbildung, die unmittelbar für Nachteile für die Berufsentscheidung und bestimmte Berufe qualifizieren soll. Das am Arbeitsmarkt. universitäre Studium ist eine notwendige 4. Eine wissenschaftliche Ausbildung aber keine hinreichende Voraussetzung bedeutet, dass man einerseits systemafür die Berufsausübung. Bei den klassi- tisch aufbereitetes Wissen erwirbt, um schen juristischen Berufen gibt es Aus- Probleme zu verstehen und beurteilen bildungsvorschriften, die genau regeln, zu können, andererseits das methodische welche Qualifizierungsschritte nach dem Rüstzeug bekommt, um diese Probleme absolvierten Studium noch erforderlich auch lösen zu können (oder sich einer sind. Auch in einem Unternehmen tätige Lösung jedenfalls anzunähern). Der WisJuristen/innen werden in den seltensten sensanteil wird dabei meist zu hoch angeFällen ohne weitere Ausbildungsschritte setzt. Es ist weder sinnvoll Paragraphen sofort eine juristische Tätigkeit ausüben von Gesetzen auswendig zu lernen noch können. Skriptenwissen auf Knopfdruck zu repro2. Das Studium hat für wissenschaft- duzieren. Wissen ist die Pflicht, seine Anliche Tätigkeiten zu qualifizieren. Das be- wendung die juristische Kür. Der Großteil trifft insbesondere die Studierenden, die des Wissens ist heute elektronisch abeine universitäre rufbar. Mehr denn Karriere anstreje sollte daher ben. Sie müssen „Das Recht hat essentielle Bedeuder Schwerpunkt schon im Grundtung für die Erhaltung und Weiterauf die Methoden studium bestmögentwicklung der Demokratie. Das der Falllösung, lich darauf vormag pathetisch klingen, kann aber juristisches Arbereitet werden, in unruhigen Zeiten wie diesen nicht gumentieren, das danach ein Doktodeutlich genug betont werden.“ Verständnis des ratsstudium zu abRegelungszusamsolvieren und weimenhangs, den tere Karriereschritte (bis zur Habilitation Umgang mit der juristischen Sprache und bzw Professur) anstreben zu können. das Hinterfragen der Sinnhaftigkeit einer 3. Aus 1. und 2. folgt, dass die Ausbil- Regelung gelegt werden. dung eine generalistische sein sollte. Das 5. Die Lehre an der Universität ist heißt, dass das Recht möglichst universell forschungsgeleitet. Das soll bedeuten, und umfassend dargestellt und gelehrt dass an der Universität Forscher/innen werden muss. Umfassend bedeutet nicht, tätig sind, die ihre gewonnenen Erkennt-

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nisse an die Studierenden weitergeben bzw im Idealfall sogar mit Ihnen weiterentwickeln. Selbstverständlich ist dies in unterschiedlichem Ausmaß der Fall. Eine Einführungsvorlesung wird tendenziell weniger forschungsgeleitet sein als ein Dissertanten/innen-Seminar. Es macht aber generell einen großen qualitativen Unterschied, ob angelesenes Wissen oder selbst gewonnene Erkenntnisse weitergegeben werden. 6. Die Universität hat die Aufgabe, vor allem und in erster Linie die theoretischen Grundlagen eines Faches zu vermitteln. Wenn daher in den Medien oder in der Wirtschaft oft kritisiert wird, dass das juristische Studium zu wenig praxisorientiert sei, wird die Kernaufgabe eines universitären Studiums verkannt. Selbstverständlich kann gerade das juristische Studium nicht ohne Praxisanteil auskommen. Schon die Unterscheidung zwischen Theorie und Praxis ist oft schwierig, wenn man an die Lösung eines aktuellen Falles in einer Lehrveranstaltung denkt. Es ist natürlich auch wichtig, gewisse in der Berufspraxis erforderliche „Skills“ zu vermitteln. So ist es nützlich, angehenden Juristen/innen Grundbegriffe der Betriebswirtschaft zu vermitteln oder Praktiker/innen in Lehr-

veranstaltungen einzubeziehen. Für eine rein praktische Ausbildung braucht man aber keine Universität. Die könnte genauso gut am WIFI, BFI oder im Rahmen einer privaten Weiterbildungseinrichtung erfolgen. Der Mangel an theoretischer Ausbildung wird sich allerdings – sieht man von Tätigkeiten ab, bei denen man nur ganz eingeschränkte Spezialkenntnisse benötigt – gerade in der beruflichen Praxis niederschlagen. Ein universitäres Studium hat einen Wissens-, Erfahrungs- und Methodenfundus aufzubauen, von dem man idealerweise sein ganzes juristisches Leben zehren kann. 7. Die Universitäten (wenigstens die öffentlichen) sind Bildungseinrichtungen. Ein Studium dient daher der persönlichen Bildung auf möglichst hohem Niveau ohne konkrete Zweckbestimmung. Juristische Bildung ist nicht nur im Alltag nützlich, sie schärft ferner das analytische Denken und schult in korrekter Ausdrucksweise sowie generell im Umgang mit der Sprache. Es geht aber auch darum, den Zweck des Rechts zu erkennen. Recht hat ganz wesentlich eine Friedensfunktion in der Gesellschaft. Die Beschäftigung vor allem mit Grundlagenfächern wie Rechtsgeschichte und Rechtsphilosophie öffnet den Blick dafür.

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aller Serviceverbesserungen noch keine schulischen Verhältnisse. Man kann selbst entscheiden, ob bzw welche Vorlesung man besucht und wie man sich auf die Prüfung vorbereitet. Und das ist gut so: Gerade die Fähigkeit zur Selbstorganisation und das Treffen von Entscheidungen wird von Juristen/innen im Berufsleben verlangt.

„Man kann selbst entscheiden, ob bzw welche Vorlesung man besucht und wie man sich auf die Prüfung vorbereitet. Und das ist gut so: Gerade die Fähigkeit zur Selbstorganisation und das Treffen von Entscheidungen wird von Juristen/ innen im Berufsleben verlangt.“

8. Öffentliche Universitäten sind keine kommerziellen Ausbildungsstätten, sondern dem Staat und der Gesellschaft verpflichtet. Das Recht hat essentielle Bedeutung für die Erhaltung und Weiterentwicklung der Demokratie. Ein juristisches Studium hat das zu vermitteln und damit seinen Beitrag zu leisten, dass demokratiefeindliche Tendenzen zurückgedrängt und die Demokratie sowie der Rechtsstaat geschützt und gestärkt werden. Das mag pathetisch klingen, kann aber in unruhigen Zeiten wie diesen nicht deutlich genug betont werden. 9. Das Studium soll zur kritischen Reflexion erziehen. Unsere Gesellschaft braucht mehr kritische Köpfe, um sich weiterentwickeln zu können. Schließlich ist intelligente und gut argumentierte Kritik etwas, von dem alle Beteiligten profitieren. Es ist keineswegs unanständig, Aussagen in Lehrbüchern oder Aufsätzen in Frage zu stellen, sogar wenn sie von einem/r renommierten Autor/in stammen. Man darf auch dem/der Professor/in in der Lehrveranstaltung kritische Fragen stellen und ihm/ihr widersprechen. Nur Bravsein ist bestenfalls eine Sekundärtugend. Und zu viel Ehrfurcht gefährdet unsere Gesellschaft. 10. Universität bedeutet schließlich Eigenverantwortung der Studierenden. Auch wenn im Studienplan die zu absolvierenden Fächer und Prüfungen sowie die Anzahl der Stunden (ECTS), teilweise auch die Abfolge der Prüfungen vorgegeben sind, muss das Studium grundsätzlich selbst organisiert werden. Es gibt keinen fixen Stundenplan und trotz

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Nun wird man mir – teilweise zu Recht – entgegenhalten, das sind allenfalls Wünsche des Gesetzgebers bzw der Verfasser/innen des Studienplans, im studentischen Alltag läuft es ganz anders. Da werden doch Skripten abgeprüft und wörtliche Definitionen verlangt, die Lehre ist oft zu wenig forschungsgeleitet, für Bildung und kritische Reflexion bleibt schon wegen der vielen Prüfungen keine Zeit. Zweifellos können die angeführten Zielsetzungen bei hohen Studierendenzahlen, einer immer mehr anwachsenden Menge wichtigen Wissens, aber auch zu geringem Interesse und zu wenig Zeit von Studierenden (leider zum Teil auch von manchen Lehrenden) nur eingeschränkt erreicht werden. Das heißt aber nicht, dass die Ziele falsch sind oder sich überholt haben, sondern dass wir uns alle bemühen sollten, ihnen näher zu kommen. Gerade im schwieriger werdenden Berufsleben ist eine hervorragende Ausbildung von besonderer Bedeutung. Unsere Gesellschaft braucht nicht Halbgebildete und Wissensreproduzenten/innen sondern engagierte, gebildete und kritische Juristen/innen, um die großen Herausforderungen der Zukunft lösen zu können. Und was ist mit den zunehmenden Schwierigkeiten am Arbeitsmarkt? Die Arbeitslosigkeit von Juristen/ innen ist immer noch gering (ca 4-5 %), gute Leute werden oft händeringend gesucht und Topjobs immer noch häufig mit Juristen/innen besetzt. Gerade die generalistische Ausbildung ist gegenüber anderen Studienrichtungen ein unschätzbarer Vorteil, weil sie keineswegs nur für juristische Berufe qualifiziert. Es gibt also genügend gute Gründe, um auch heute noch Jus zu studieren. Ob es tatsächlich das „richtige“ Studium ist, muss jede/r für sich selbst beantworten. Die Entscheidung sollte spätestens nach dem ersten Studienjahr erfolgen. Es ist kein Beinbruch, wenn man entdeckt, dass man das falsche gewählt hat und dann die Konsequenzen zieht. Das ist jedenfalls besser als lange zuzuwarten und am Ende unglücklich zu sein.


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Salzburger Juristische Gesellschaft Vorträge im Wintersemester 2015/16 Die Salzburger Juristische Gesellschaft besteht seit dem Jahr 1970 und bietet seither ein attraktives Vortragsprogramm aus allen juristischen Teilbereichen, das Praktiker und Wissenschaftler in gleichem Maß ansprechen soll. Angeboten werden etwa acht Vorträge pro Jahr, zusätzlich werden in unregelmäßigen Abständen auch Tagungen veranstaltet. Einige Beispiele aus dem Vortragsprogramm der jüngeren Zeit seien hier genannt: • • •

Neue Judikatur des Obersten Gerichtshofs zum Amtshaftungsrecht Aktuelle Tendenzen in der Rechtsschutzversicherung Rechtsfragen der Doppelstruktur von Universitätskliniken

Die Vorträge finden jeweils um 18.30 Uhr s.t. im Hörsaal 207 (Zugang beschildert) des Fachbereiches Privatrecht der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg (Churfürststraße 1, Lift Nr. 2 od. 3, im 1. Stock) statt. Weitere Auskünfte unter: theresa.pfeifenberger@sbg.ac.at

Donnerstag, 22. Oktober 2015: Univ.-Doz. Dr. Markus JURANEK (Landesschulrat für Salzburg): “Die Schule, wo sie juristisch wird“ Die Schule sieht sich als pädagogische Wirkstätte. Trotzdem sind immer wieder rechtswirksame Entscheidungen zu fällen, mit denen sich Schule und LehrerInnen schwer tun. Wie können diese Entscheidungen eingefordert und bekämpft werden? Ein neues Widerspruchsverfahren hat zu Ersten Erkenntnissen der Bundesverwaltungsgerichts geführt.

Donnerstag, 19. November 2015: Ao. Univ.-Prof. Dr. Martin AUER (Universität Salzburg): “Abschichtung von Altgesellschaftern und Verbot der Einlagenrückgewähr – OGH 15.12.2014, 6 Ob 14/14y“ Der OGH hatte sich in dieser Entscheidung mit der Abschichtung von Altgesellschaftern aus Gesellschaftsmitteln vor dem Hintergrund des Verbots der Einlagenrückgewähr zu beschäftigen. Der Vortrag wird nicht nur diese Entscheidung, sondern auch die jüngere Judikatur zum Verbot der Einlagenrückgewähr analysieren.

Donnerstag, 11. Dezember 2015: Univ.-Prof. Dr. Rudolf MOSLER (Universität Salzburg): “Das unionsrechtliche Kartellverbot und seine Bedeutung für das Arbeitsrecht und das Sozialversicherungsrecht“ Art 101 AEUV enthält ein allgemeines Kartellverbot, das den freien Wettbewerb schützt und unmittelbar anwendbar ist. Kollektivverträge sowie Gesamtverträge der Gesundheitsdienstleister unterliegen allerdings dem Kartellverbot nicht, obwohl sie den Wettbewerb durch Preisbindung beschränken. Mit den Grenzen dieser faktischen Bereichsausnahme haben sich einige neuere Entscheidungen des EuGH befasst. Ihre Analyse steht im Mittelpunkt des Vortrags.

Donnerstag, 21. Jänner 2016: Univ.-Prof. Dr. Hannes SCHÜTZ (Universität Graz): “Strafrechtsänderungsgesetz 2015 – Änderungen bei den Delikten gegen Leib und Leben“ Das Strafrechtsänderungsgesetzes 2015 bringt tiefgreifende Veränderungen bei den Delikten gegen Leib und Leben. Bei den Fahrlässigkeitsdelikten ist vor allem von Bedeutung, dass als Voraussetzung für qualifizierte Strafbarkeit bei fahrlässigen Körperverletzungen und Tötungen der Begriff der groben Fahrlässigkeit eingeführt wird. Bei den vorsätzlichen Körperverletzungsdelikten gibt es zusätzliche Differenzierungen, die den Kreis der erfolgsqualifizierten Delikte erweitern und zum Teil auch Strafdrohungserhöhungen.

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Fachbereich Privatrecht Summer School European Private Law, 16th session Vom 29. Juni bis 11. Juli 2015 wurde vom Fachbereich Privatrecht, Bereich Prof. J. M. Rainer zum 16. Mal die Summer School European Private Law veranstaltet. Das Ziel der Summer School ist es, einen Einblick in die verschiedenen europäischen Privatrechtssysteme zu geben, sie miteinander zu vergleichen und das gegenseitige Verständnis zu fördern. In Workshops und Round Tables zu speziellen Themen werden die Studierenden dabei auch aktiv eingebunden. Besonders in den Problembereichen der Eigentumsübertragung, der Leistungsstörungen oder des Familienrechts lassen bei dieser Art der aktiven Rechtsvergleichung in den Workshops durch die Studierenden Gemeinsamkeiten und Unterschiede klar herausarbeiten. Neben den Einführungen in die verschiedenen Privatrechtssysteme werden aber auch Spezialveranstaltungen zur europäische Privatrechtsharmonisierung, dem europäischen Kaufrecht (CESL) oder der Rechtsprechung der Europäischen Gerichtshöfe angeboten. Als common language fungiert natürlich Englisch, manche Lehrveranstaltungen, wie etwa die Einführung in das französische Recht, werden aber parallel sowohl in der jeweiligen Landessprache als auch auf Englisch angeboten. Denn gerade die andere Rechtssprache ist oft für das Verständnis der rechtlichen Inhalte essentiell, was auch in der einschlägigen Round Table Law and Language besonders thematisiert wurde. Das Kennenlernen anderer europäischer Privatrechtssysteme sehen die Veranstalter als wesentliche Grundlage für eine sinnvolle Diskussion über eine europäische Rechtsvereinheitlichung. Europa wird

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allerdings nicht in // Johanna Filipeinem streng geo- Fröschl graphischen oder politischen Sinn Ass.-Prof. Dr. Johanna Filipaufgefasst, son- Fröschl lehrt Römisches dern es nehmen an Recht sowie Einführung der Summer School in die lateinische Sprache auch Länder teil, die am Fachbereich Privatrevon europäischen cht. Sie ist zudem MobilR e c h t s s y s t e m e n itätsbeauftragte des Fachbeeinflusst wurden, bereichs Privatrecht. wie etwa südamerikanische Länder (Argentinien, Brasilien, Puerto Rico), Kanada, Louisiana oder Südafrika, wo etwa Römisch-Holländisches Recht gilt. Ebenso nehmen Länder an der Summer School teil, die nicht Mitglieder der Europäischen Union sind, wie die Schweiz, Norwegen, die Türkei oder Russland. Das Programm der Summer School wird von den beteiligten Professoren stets neu überdacht und für die Studierenden möglichst gewinnbringend gestaltet. Besonderer Wert wird dabei nicht nur darauf gelegt, den auf das Römische Recht basierenden Civil Law – Systems jene des Common Law gegenüberzustellen, sondern auch die Besonderheiten der Länder mit einem Mixed Legal System (wie etwa Schottland, Malta, Südafrika oder Louisiana) aufzuzeigen. Die Vortragenden stammten diesmal aus folgenden Ländern: Argentinien, Belgien, Brasilien, Dänemark, Deutschland, England, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Kanada, Kroatien, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Nordirland, Polen, Portugal, Puerto Rico, Russland, Schweden, Schweiz, Schottland, Slowakei, Slowenien, Spanien, Südafrika, Tschechische Republik, Türkei, USA, Ungarn, Zypern und Österreich.


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Als besonderes Highlight gaben bei der offiziellen Eröffnungsveranstaltung der Summer School zwei auswärtige Richter an Höchstgerichten einen faszinierenden Einblick in ihre nationale Rechtssprechung: Judge Ola Zetterquist aus Schweden und Lord Thomas of Cwmgiedd, Lord Chief Justice of England and Wales. Letzterer war bereits zum dritten Mal bereit, bei dieser Veranstaltung mitzuwirken, da er von der Idee der Summer School besonders begeistert ist. Zum ersten Mal nahm auch eine Professorin aus Brasilien, Paula Wojcikiewicz Almeida, mit einer starken studentischen Gruppe an der Summerschool teil und referierte beim official opening zum gegenwärtigen Stand Brasiliens in Bezug auf die internationalen Organisationen. Trotz des abundanten wissenschaftlichen Programms, das in Hinblick auf die Vielzahl der verschiedenen Rechtssysteme einen sehr straffen Stundenplan und intensive Arbeit auch am Wochenende erforderlich machte, blieb auch Zeit für das soziale Programm, da die Veranstalter ebenso großen Wert auf die Förderung des gegenseitigen Kennenlernens und der internationalen Vernetzung der Studierenden Wert legen. So wurden auch diesmal wieder zahlreiche internationale Freundschaften geschlossen, die auch über den mittlerweile gegründeten „Summerschool Alumni - Club“ hoffentlich lange weiterbetrieben werden. Beim sogenannten „European Evening“, an dem die TeilnehmerInnen die Gelegenheit hatten, etwas Typisches ihres Landes zu präsentieren, haben die österreichischen Studierenden (großteils aus Salzburg) mit einer beeindruckenden musikalischen Darbietung die gesamte Summerschool überrascht und Österreich auf das Beste vertreten. Die 150 Studierenden kamen auch heuer wieder aus aller Welt: Argentinien, Belgien, Brasilien, Bulgarien, Dänemark,

Deutschland, England, Estland, Finnland, Frankreich, Italien, Kanada, Kongo, Kroatien, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Schottland, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Südafrika, Türkei, Tschechien und Ukraine.

Die nächste Summer School wird auch 2016 wieder in den ersten zwei Juliwochen (4. – 16. Juli) stattfinden. Unsere Studierenden aus Salzburg werden hier nicht nur die Möglichkeit haben, in kurzer Zeit einen internationalen Einblick ins Privatrecht zu bekommen und viele Kontakte zu knüpfen, sondern ebenso die Gelegenheit haben, etliche Professoren kennenzulernen, mit denen uns seit langem auch eine sehr erfolgreiche ERASMUS–Zusammenarbeit verbindet und so ihre etwaigen Auslandsaufenthalte schon mit ihren dortigen Ansprechpartnern zu planen. Die Summerschool richtet sich noch nicht an Studienanfänger. Um optimal von der Teilnahme profitieren zu können, sollten die Studierenden bereits über vertiefende Vorkenntnisse im Privatrecht verfügen. Für Informationen stehen die Mitarbeiter im Fachbereichsteil von Prof. Rainer gerne zur Verfügung.

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Fachbereich Sozial- und Wirtschaftswissenschaften Zuwachs an der Uni – mit 1. Oktober 2015 tritt Prof. Christoph Moser seine neue Stelle an der Universität Salzburg an Vor dem Beginn der ersten Vorlesung an der Universität Salzburg lohnt sich in meinen Augen nicht nur der Blick nach vorne, sondern auch der Blick zurück. Welche Schlüsselerlebnisse und glückliche Wendungen sind dem Ruf der Universität Salzburg, den ich mit Freude angenommen habe, vorangegangen? Mein Studium der Internationalen Wirtschaftswissenschaften (IWW) wurde, denke ich, seinem Namen gerecht. Mit Startpunkt Innsbruck, meiner Heimat, führte mich das Austauschjahr nach Südfrankreich und zwei Auslandspraktika nach Frankfurt und Buenos Aires. Dem Schritt zur Promotion nach Deutschland ging das erste Schlüsselerlebnis voraus: Die Diplomarbeit. Sie hat mich motiviert, nach einer Promotionsstelle zu suchen, bei der ich mein Interesse an Finanzkrisen und Länderrisiken vertiefen konnte. Wie so oft im Berufsleben ist eine erfolgreiche akademische Bewerbung das Zusammenspiel zwischen Leistung und einem Quäntchen Glück. Wer hat mir also den ersten wichtigen Joker zur Weiterbildung gegeben? Betreut von Prof. Beatrice Weder di Mauro konnte ich an der Universität Mainz nicht nur im Bereich Internationaler Ökonomik forschen, sondern mir auch erste Sporen in der Lehre (hauptsächlich im Bereich Makroökonomik) verdienen. Viel wichtiger: Ich bekam die Zeit, meine volkswirtschaftlichen Defizite (das IWW-Studium war an der

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Schnittstelle zwischen BWL und VWL) langsam aber stetig wettzumachen. Die Transformation zum Volkswirt hatte begonnen. Den zweiten wichtigen Joker zur Weiterbildung bekam ich von Prof. Jan-Egbert Sturm an der ETH Zürich. Meine dortige Postdoktorandenstelle hat es mir in den letzten Jahren erlaubt, mein Forschungs- und Lehrprofil zu schärfen. Wie überhaupt in der VWL ist das akademische Umfeld an der ETH Zürich besonders durch Wettbewerb und Konkurrenz geprägt, was auch meinen weiteren Werdegang stark beeinflusst hat. Der viermonatige Forschungsaufenthalt an der University of California, Berkeley, eingefädelt noch zu Mainzer-Zeiten und auf Einladung von Prof. Andrew Rose, zeigte mir, wie amerikanische Spitzendepartments funktionieren und was es heisst, sich im modernen Forschungsbetrieb zu behaupten. Immerhin zwei meiner bislang besten Publikationen hatten dort ihren Ursprung. Das bringt uns direkt zum Thema Forschung. Mein Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der Internationalen Ökonomik und Makroökonomik, wobei alle meine Arbeiten (mit KoautorInnen) einen starken wirtschaftspolitischen Bezug aufweisen. Auf der einen Seite stehen Fragen zur Globalisierung im Mittelpunkt. Diese Arbeiten an der Schnittstelle von Arbeitsmarkt und Außenhandel beschäftigen sich mit den Auswirkungen von Offshoring,


27 nomischen Implikationen der EU-Rechtsprechung sind oft folgenschwer, was bislang allerdings nicht systematisch untersucht wurde. Eine wesentliche Erklärung mag im interdisziplinären Charakter derartiger Fragen liegen, welche in einem Umfeld der zunehmenden akademischen Spezialisierung vordergründig als unattraktiv erscheinen. Das Centre of European Union Studies in Salzburg (SCEUS) setzt sich zum Ziel, europapolitisches Geschehen aus einer rechts-, politik- und wirtschaftswissenschaftlichen Perspektive zu untersuchen. Dies ist aus meiner Sicht auch unabdingbar, weil nicht nur Probleme des bestehenden Rechtsdesigns, sondern auch Lösungen für ein besseres Funktionieren des europäischen Einigungswerks aufgezeigt werden sollen. Wissenschaftlich erwarte ich mir von diesem Anspruch viele fruchtbare Diskussionen und Kooperationen, die auch in der eigenen Disziplin zu einem Mehrwert führen sollten. Die Vorfreude auf den Fachbereich Sozialund Wirtschaftswissenschaften der Universität Salzburg und das SCEUS ist auf alle Fälle groß. Wenn Sie zu Semesterbeginn diese Zeilen lesen, dann sind wir uns hoffentlich schon persönlich begegnet.

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Exporttätigkeit und Auslandsinvestitionen auf die Beschäftigung und Lohnverteilung und basieren auf detaillierten, verknüpften Personen-Betriebsdaten und aktuellen mikroökonometrischen Schätzmethoden. Auf der anderen Seite beschäftigen sich eine Reihe meiner Arbeiten mit internationalen Finanzen, Handelspolitik und politischer Ökonomie. Um ein abgeschlossenes und ein laufendes Projekt zu nennen: Wir untersuchen, wie die Aktienmärkte auf die Bekanntgabe von Freihandelsabkommen („Regional Trade Agreements“) reagieren. Die kurzfristigen Kursreaktionen spiegeln dabei die erwarteten Gewinne (oder Verluste) eines Abkommens für die aktiennotierten Firmen wider. Für den gesamten Aktienmarkt eines Landes finden wir, dass im Durchschnitt die erwarteten Gewinne (dieser Firmen) in ärmeren Ländern und für Abkommen mit „natürlichen Handelspartnern“ am größten sind. Einem weiteren wichtigen Aspekt wollen wir in einem aktuellen Projekt nachgehen: Während aus ökonomischer Sicht über die wohlfahrtserhöhende Wirkung von Handelsliberalisierungen weitgehend Konsens besteht, so ist es auch klar, dass Handelsliberalisierungen nicht auf alle Firmen eines Landes gleich wirken. Daher untersuchen wir explizit die Firmenheterogenität, um detailliertere Aufschlüsse über erwartete Gewinner und Verlierer eines derartigen Integrationsschrittes zu erhalten (z.B. momentan das transatlantische Freihandelsabkommen, TTIP). Ein spannendes und gleichermaßen ambitioniertes Integrationsprojekt ist in meinen Augen die Europäische Union (EU). Ökonomische Vorteile ergeben sich in erster Linie aus dem Abbau von Handelshemmnissen und der Schaffung einer gemeinsamen Währung. Diese und andere Aspekte der EU lassen sich als Ergebnis eines politischen Prozesses verstehen, dessen „Verhandlungsergebnis“ in belastbare Verträge zwischen den Mitgliedsstaaten gegossen ist. Die Einhaltung und Auslegung des EU-Rechts wird von nationalen und europäischen Institutionen, insbesondere dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) gewährleistet. Die öko-

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Ein Plädoyer für ein gemeinsames Europa Die EU ist das, was die Mitgliedsstaaten bzw. Bürger daraus machen! In letzter Zeit waren die Neuigkeiten aus Europa sehr von negativen Schlagzeilen geprägt – Griechenlandkrise, Schuldenkrise, Bürgerferne, Regulierungswahn, Flüchtlingskrise, Asylproblematik etc. Doch auch im Hinblick auf Krisen und diverse Kritiken kann man in einigen Bereichen Chancen und Erfolge erkennen. Bei genauerer Betrachtung der Tatsachen wird auch erkennbar, dass viele Kritikpunkte nicht berechtigt oder von den Mitgliedsstaaten selbst verschuldet sind. Die oftmals geschilderte Kritik, die EU sei von Bürgerferne geprägt, lässt sich mit folgenden Tatsachen entkräften. Neben dem bekannten Wahlrecht, den Grundrechten und den Rechten im Binnenmarkt, besteht auch noch das Recht auf eine europäische Bürgerinitiative. Die Voraussetzungen dafür sind die Gründung eines Bürgerkomitees mit mindestens sieben Mitgliedern aus sechs verschiedenen EU- Ländern, Wahl eines Vertreters und eines Stellvertreters, Online- Registrierung bei der EU und das Anliegen muss Themen betreffen, für die die EU zuständig ist. Die Bürgerinitiative darf aber nicht die Änderung der EU- Verrtäge zum Inhalt haben. Nach Überprüfung und Bestätigung der Registrierung von der Europäischen Kommission müssen innerhalb eines Jahres mindestens eine Million Unterschriftten gesammelt und bei der Europäischen Kommission eingereicht werden. Anschließend folgt eine EInladung, die Initiative bei der Europäischen Kommission und in einer öffentlichen Anhörung des Europäischen Parlament zu erläutern. In den folgenden drei Monaten wird dann die weitere Vorgangsweise beschlossen. Weiters besteht das Recht, sich an den europäsichen Bürgerbeauftragten zu wenden, falls man sich die durch Handlungen der EU- Verwaltung in seinen EU- Bürgerrechten verletzt fühlt (z.B. Diskriminierungen, Auskunftsverweigerungen, Unregelmäßigkeiten oder Nichtbeantwortung von Schreiben) oder um Missstände in EU- Institutionen aufzuzeigen. An den Bürgerauftragten können sich einzelne

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EU- Bürger aber auch Unternehmen, Vereine und Verbände mit Sitz in der EU wenden. Mit dem Recht auf Petitionen an das Europäische Parlament hat man als Bürger eine Möglichkeit gegen die Verletzung der EU- Bürgerrechte vorzugehen, zur Einreichung einer // Hasan Özkan individuellen Beschwerde und kann zu einem Thema Hasan Özkan studiert öffentlichen Interesses Stel- Recht und Wirtschaft lung nehmen. Auskunftser- (Bachelorstudium) und suchen und Kommentare zu ist Sachbearbeiter bei EU- Politik fallen nicht in den der StV Juridicum und im Petitionsbereich. Nach Geneh- Wirtschaftsreferat der ÖHmigung der Petition kann der Salzburg. Petitionsausschuss die Euro- Auch ist er Integrationsbotpäische Kommission dazu auf- schafter bei der Initiative fordern, den Petitionsinhalt „Zusammen:Österreich“ zu überprüfen, die Petition an und diskutiert bei Schulandere Ausschüsse weiterlei- besuchen mit SchülerInten, einen Bericht vorberei- nen über die Themen ten und dem Europäischen Integration & ZusamParlament zur Abstimmung menleben. Als Integravorlegen, eine Delegation zur tionsbotschafter für EuErforschung der Tatsachen in ropa setzt er sich für ein das jeweilige Mitgliedsland besseres Verständnis der senden, mit den nationalen Leistungen bzw. Chancen Behörden eine Zusammenar- der EU ein. beit starten oder andere allfällige zweckdienliche Schritte zur Behandlung des Anliegens einleiten. Weiters besteht noch das Recht auf Einsichtnahme in Schriftstücke. Im vom EU- Rat öffentlich geführten Dokumentenregister werden alle nichtvertraulichen (ca. 78% aller Ratsdokumente!) veröffentlicht. Für die übrigen Ratsdokumente und Dokumente der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlamentes und anderer EU- Institutionen kann elektronisch ein Antrag auf Einsicht gestellt werden.

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Können sich die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union auf eine gemeinsame Politik einigen, um mit den derzeitigen globalen Problemen fertig zu werden, oder droht das größte Friedensprojekt aller Zeiten daran zu zerbrechen?

Doch auch außerhalb der EU hat man als EU- Bürger Privilegien. Durch das Recht auf diplomatischen und konsularischen Schutz genießen Unionsbürger im Hoheitsgebiet eines Drittstaates, in dem der Mitgliedsstaat, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzen, nicht vertreten sind, diplomatischen und konsularischen Schutz von jedem anderem vertretenen EUMitgliedsstaat unter den gleichen Bedingungen wie Staatsangehörige dieses Landes. Neben diesen Rechten sind, trotz medialer Ignoranz aufgrund der Unattraktivität von „Good- News“, die europäischen Erfolge wie beispielsweise die ‚Gewährleistungsrichtlinie‘ (Verbesserung der Konsumentenrechte) und die kürzlich beschlossene Senkung der ‚Roaminggebühren‘ nicht zu vergessen. Auch im Hinblick auf die Flüchtlingswellen und Problematik der Aufnahme von Asylwerbern hat sich aufgrund aktueller Entwicklungen gezeigt, wie sehr eine gemeinsame europäische Flüchtlings- bzw. Asylpolitik von Notwendigkeit und Bedeutung ist. Eine gemeinsame europäische Flüchtlingsquote gemessen nach der Bevölkerungszahl wäre beispielsweise ein großer Schritt für eine effiziente bzw. gerechte Verteilung der Asylwerber. Zum einen müssten dann nicht einige wenige europäische Länder sich alleine dem Koordinationsaufwand stellen und andererseits wäre dadurch auch ein wichtiges Zeichen im Sinne der europäischen Solidarität gesetzt. Auch die Lage der Flüchtlinge würde sich dadurch mögli-

cherweise wesentlich verbessern, da durch klar festgelegte Quoten und Strukturen die Beherbung und Erledigung der Anträge effizienter laufen würde. Damit verbunden wäre dann auch die Optimierung der Bekämpfung von irregulärer Zuwanderung um die Quoten mit Menschen aus Kriegsgebieten und nicht mit Menschen mit unrechtmäßigen Aufenthalt zu füllen (z.B. gemeinsame Rückführungsflüge und gemeinsame Abkommen mit den Herkunftsländern über die Wiederaufnahme). In den letzten Jahren wurden bereits mehr als 150.000 Menschen jährlich in ihr Herkunftsland aufgrund unrechtmäßigen Aufenthaltes zurückgeführt. Warum die EU das ist was daraus gemacht wird, lässt sich auch mit der Betrachtung des ordentlichen Gesetzgebungsverfahrens relativ gut illustrieren. Vertreter aus allen Mitgliedsländern wirken an der Entstehung eines Gesetzes mit – somit trägt jeder Mitgliedsstaat eine Verantwortung bei der Erlassung eines Rechtsaktes. Daher kann keinesfalls von einer isolierten Handlung der EU die Rede sein, denn die EU ist das was daraus gemacht wird. Nicht nur im Hinblick auf das Gesetzgebungsverfahren der EU und dessen grafische Darstellung, sondern auch im Hinblick auf andere Themen rund um Europa und die EU bietet die Europainformationswebsite der österreichischen Bundesregierung www.zukunfteuropa.at ein breites Informationsangebot.

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Russland zu Gast in Salzburg Die Russische Sommerschule an der rechtswissenschaftlichen Fakultät Jedes Jahr wird die Russische Sommerschule in Salzburg veranstaltet, an der russische sowie österreichische StudentInnen anhand eines entsprechenden Programmes gemeinsam Inhalte erarbeiten. Gegründet wurde diese jährliche Veranstaltung 2001 zusammen mit unseren russischen Partneruniversitäten sowie Herrn Prof. Dr. Michael Geistlinger, deren Leitung seit 2014 Frau Prof. MMag. Dr.Wydra innehat. Somit fand die russische Sommerschule dieses Jahr vom 01. bis zum 17. Juli bereits zum 15. Mal statt. Dieses Jahr fand vom 01.07.15 bis 17.07.15 die 15. Russische Sommerschule. Diese alljährlichen Veranstaltungen selbst stehen immer unter dem Thema der aktuellen rechtlichen und politischen Beziehungen zwischen der EU und Russland. Internationale Experten aus der EU und Russland halten Vorträge, um Studierenden ein umfassendes Verständnis für beide Rechtsordnungen sowie für die derzeitige politische Situation zu vermitteln. Durch sogenannte EU-Russland-Cafés werden Interaktionen, Diskussionen und auch die aktive Mitarbeit der Studierenden angeregt. Ein Grund zur Teilnahme bestand für mich auch darin, dass sie - im Gegensatz zu z.B. der Sommerschule zum Internationalen Strafrecht –einen finanziell attraktiven Anreiz, da die Teilnahme kostenlos war. Darüber hinaus war die Veranstaltung auch 2015 von einer Vielzahl interessanter Vorträge geprägt, die Anlass für meine Teilnahme waren. Einer dieser Vorträge war z.B. „EU-Außenpolitik: recht-

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liche und politische Aspekte“ von Herrn Prof. Andreas Müller von der Universität Innsbruck. Andere Vorträge behandelten auch die Beziehungen der EU zu Russland, jedoch aus Sicht des Auswärtigen Dienstes der EU, welcher von dem hierfür beauftragen Michel Martino, der deshalb in der zweiten Woche angereist war, gehalten wurde. Doch fangen wir beim Anfang an. Als ich aufgrund meiner verspäteten Anmeldung mit Frau Prof. Wydra persönlich Kontakt aufnahm, bekam ich sofort von ihr ein Feedback und wurde auch unverzüglich angemeldet. Ebenso erhielt ich folgend einen Wochenplan über die geplanten Veranstaltungen samt Referenten und allen notwendigen Informationen für den mehr als 14-tägigen Zeitraum, was ich wirklich sehr positiv fand, insbesondere in Hinblick darauf, wie schnell und problemlos die Anmeldung erfolgte. Am Donnerstag, den 02.07.15, waren dann der eigentliche Beginn und die Vorstellung des Programmes für alle TeilnehmerInnen, russisch wie österreichisch. Insgesamt waren vierzig russische und sechzehn österreichische Studenten anwesend. Die geringe Anzahl der österreichischen StudentInnen mag auch daran liegen, dass diese Sommerschule kaum bekannt ist und sich möglicherweise auch viele davon abschrecken lassen, dass die Annahme besteht, sie sei nur für die Studenten der Rechtswissenschaftlichen Fakultät geeignet bzw. ausgeschrieben. Man könnte hier gegebenenfalls noch mehr Aufmerksamkeit für dieses interessante Event erzielen, wenn


in regionalen sowie nationalen Medien die Werbetrommel mehr gerührt würde, womit ein größerer Kreis an Interessenten, u.U. auch Unternehmen, Führungskräfte, u.ä. angesprochen und somit ein größerer Bekanntheitsgrad erzielt werden würde. Am Nachmittag folgte dann die erste Einheit des Crash-Kurses in russischer Sprache. Ich muss dazu sagen, dass ich an diesem Kurs nicht teilnehmen konnte, da ich gleichzeitig am Vormittag noch eine andere Lehrveranstaltung hatte, jedoch wurde mir von den anderen TeilnehmerInnen immer wieder positive Rückmeldung gegeben und bestätigt, dass dieser empfehlenswert gewesen sei. Ich persönlich hatte nur eine Unterrichtseinheit am Nachmittag, die sehr ungewohnt und eher zu schnell für mich war. Man wurde direkt ins kalte Wasser geworfen, um den von Prof. Sergej Sobolev „Sprachstress“, der zum schnelleren Lernen beiträgt, auszulösen. Danach wurde es aber besser und jeder lobte die Anfänger, da diese äußerst schnell sprachliche Fortschritte machten. Freitagnachmittag gab es dann das erste EU-Russland-Café, welches das aktuelle internationale Thema Griechenland behandelte. Jeder Tisch bekam Karikaturen aus den Tageszeitungen, die wir dementsprechend kommentieren sollten, woraufhin sehr interessante Gedanken der Teilnehmenden geäußert wurden. Die nächste Woche startete etwas chaotisch. Auch wenn die Planung von Frau Prof. Wydra andere Vorträge vorsah, wurde von den russischen Professoren für die nächsten drei Tage kurzer Hand und für uns Studenten unerwartet umdisponiert. Vorträge zum russischen Recht und zum russischen Unternehmensrecht wurden ausschließlich auf Russisch abgehalten und waren daher für die österreichischen Studenten, die jetzt erst Russisch zu lernen begonnen hatten, unverständlich. Selbst die ProfessorInnen, die versuchten für uns zu dolmetschen, kamen irgendwann nicht mehr mit. Diese Nachmittage waren – ehrlich gesagt – sinnfrei und hätten besser genutzt werden können. Ebenso wurde es auch als unschön empfunden, dass unsere Kommentare in den Diskussionen ins Russische übersetzt worden sind, aber die der

Russen nicht für uns in deutsche Sprache. Ein weiterer Punkt war der „runde Tisch“ am Abend, der nur auf Russisch abgehalten wurde. Wenn, dann müssten alle Kommentare entweder wechselseitig // Mara Vanessa Meyfarth übersetzt werden, oder aber es muss für Mara Vanessa Meyfarth studiert solche Anlässe be- Rechtswissenschaft an der Univerziehungsweise auch sität Salzburg und ist SachbearbeitVorträge Englisch als ern im Beratungs- und JusKnackerSprache verwendet Referat. werden. Auch wären Handouts oder Zusammenfassungen von den russischen Vorträgen sehr praktisch gewesen, um auch nachhaltig Informationen zu erhalten, da die Themen im Prinzip sehr interessant sind. Was nicht nur mir alleine eher negativ auffiel, war das Verhalten der russischen StudentInnen. Sie wirkten bis auf wenige Ausnahmen, die sich wirklich an Diskussionen u.ä. beteiligten und immer mitredeten, sehr desinteressiert. Auch waren bei Diskussionen v.a. die österreichischen StudentInnen am Argumentieren und brachten sich aktiv ein, im Gegensatz zu unseren russischen KommilitonInnen. Das mag auch daran gelegen sein, dass es kaum Zusammenarbeit und Interaktionen mit ihnen gegeben hat. Wären die Gruppen bzw. TeilnehmerInnen zum Beispiel ausgelost worden, hätte man sich mehr miteinander auseinandersetzen müssen, so jedoch blieb jede Seite meist unter sich. Das Eis brach erst in der letzten Woche wirklich. Gerade beim EU-Gipfel wäre es dadurch sicher noch um einiges spannender geworden als es im Endeffekt schon war. Was auch sehr positiv und interessant war, waren kleine Ausflüge wie zum Landtag, der informativ war, einen völlig neuen Einblick gab und zudem sie auch gut organisiert war. Ebenso war der Vortrag von Michel Martino, dem zuständigen

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Beauftragten vom EAD, aufschlussreich. Ich finde, man könnte mehr internationale Vortragende für dieses Symposium einladen. Spannend wäre sicherlich auch die Sicht der russischen Seite gewesen, allein schon, um einen Vergleich zwischen den konträren Ansichten machen und auch beide Seiten besser verstehen zu können. Aber kommen wir zu dem Highlight der Sommerschule, der EU-Russland-Gipfel-Simulation. Es hat sich allein für diesen Gipfel gelohnt teilzunehmen, der mir sehr viel Spaß gemacht hat. Wir hatten verschiedene Gebiete, grob gegliedert in Politik (Krim, Ost-Ukraine-Konflikt, östliche Beziehungen) und Wirtschaft (Handel, Neues Abkommen, Mobilität, Energiebeziehungen). Bei allen Themen mussten jeweils drei bis vier Personen eine Seite, EU oder Russland, einnehmen und für diese argumentieren. Ich durfte in der Krim-Gruppe auf Russlands Seite teilnehmen, was höchstinteressant war. Überaus amüsant war auch, dass die russischen Studenten unbedingt mit uns tauschen wollten, damit sie für ihr Heimatland Russland argumentieren konnten. Ohne Zweifel kann ich heute behaupten, dass sich mein Horizont in Bezug auf diese Thematik erweitert hat und ich ein sehr viel größeres Verständnis durch die Parteistellung Russland erlangt habe, welches ich so nicht erhalten hätte, wenn ich die EU-Seite vertreten hätte. Durch die intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte, den Berichten, dem Material, welches uns zur Verfügung gestellt wurde, musste ich vieles hinterfragen und für mich neu begründen. Gemeinsam mussten wir eine Präsentation von etwa zwölf Minuten ausarbeiten und dann im Rahmen eines Kurzreferates präsentieren. Im Anschluss an alle Vorträge wurde dann noch diskutiert. Und zwar nicht nur Gruppe EU gegen Gruppe Russland zu dem jeweiligen Thema, sondern wirklich übergreifend. Das war auf der einen Seite äußerst spannend,

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da man automatisch begann, die vorher bekommenen Informationen zu verarbeiten und anzuwenden, soweit es möglich war, sondern auf der anderen Seite auch wirklich anstrengend. Man wurde schnell müde, da die Aufmerksamkeit sehr beansprucht wurde, um überhaupt der Diskussion zu folgen, aber auch um Argumente zu finden, um die der Gegenseite zu entkräften. Wir alle haben dadurch einen winzigen Einblick darin bekommen, wie solche Treffen wahrscheinlich ablaufen und auch wie sich die jeweiligen Beteiligten dabei fühlen. Konzentration ist ein kritischer Punkt und die Schwelle für die Aufnahme von Informationen und gleichzeitiger Verwendung ist oft niedriger als man es sich wünschen würde. Das war sehr lehrreich und hat zu einem neuen Verständnis geführt. Hinzu kamen auch noch die neue Fremdsprache sowie das Dolmetschen u.ä., das die Konzentration erschwerte. Ein Kritikpunkt muss hier geäußert werden: es wäre besser gewesen, wenn wir von Anfang an die Gruppeneinteilung und die Materialien gehabt hätten, um uns besser mit den Themen auseinanderzusetzen, eventuell auch, damit wir auch einen allumfassenden Einblick uns verschaffen hätten können. So hat sich jede Gruppe einzig und allein auf ihr Thema spezialisiert und nicht mit den anderen Themen, was ich persönlich allerdings als wichtig erachte, um das große Ganze zu verstehen. In der Diskussion allerdings haben wir oft auch Argumente zu Themen finden müssen, die wir gar nicht bearbeitet haben. Dem Laptop sei es gedankt, dass wir schnell an die groben Informationen kamen, die wir benötigt haben! Gemeinsam wurde am Schluss schließlich eine Zusammenfassung erarbeitet, zu welchen „Entscheidungen“ bzw. „Kompromissen“ Russland und die EU gekommen sind, die sogar noch dem EAD-Abgeordneten Michel Martino übermittelt wurde. Gespannt warte ich


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Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Russischen Sommerschule waren – sichtlich – begeistert vom geboteten Programm und konnten darüber hinaus auch viele neue internationale Kontakte knüpfen und voneinander lernen.

also auf seine Antwort, die hoffentlich darauf kommen möge. Am Freitag, den 17.07.15 waren dann die Zertifikatsverleihung und am Abend die Abschlussfeier. Es wurde gemeinsam zu Abend im „Raschhofer“ im Zentrum Herrnau gegessen und sich gut unterhalten, nur um noch als Abschlussgeschenk einen USB-Stick mit den Präsentationen, unserem Statement vom EU-Russland-Gipfel sowie auch einem Video mit den Fotos, die im Laufe der zweieinhalb Wochen geschossen wurden, ausgehändigt zu bekommen. Das darauffolgende Fortgehen mit den russischen StudentInnen in der Stadt brach dann so ziemlich das Eis, welches doch vorgeherrscht hatte. Mein Resümee zur Russischen Sommerschule sieht also wie folgt aus: Ich kann diese Veranstaltung wirklich empfehlen. Es mag Kritikpunkte geben, die man verbessern kann, aber es gibt viel Positives, was diese eindeutig aufwiegen. Wir erhielten einen Einblick in das russische Rechts- und Politiksystem, haben sehen dürfen, wie eng verflochten Recht, Politik und Wirtschaft sind und dass mit sehr viel Spitzengefühl und Diplomatie vorgegangen werden muss. Im Endeffekt kann man aber Po-

litik und Beziehungen nicht wirklich voneinander trennen, da sich beide gegenseitig bis zu einem gewissen Grad bedingen. Das macht die momentane Situation EU-Russland natürlich nicht leichter. Wir haben auch die Möglichkeit bekommen hinter das zu blicken, was uns die Medien gerne vermitteln, haben dadurch auch gelernt, Stereotypen, Klischees und Vorurteile leichter zu hinterfragen und eine eigene Meinung zu der Thematik zu entwickeln, die nicht politisch-medial gesteuert wird. Uns wurde die Chance geboten, auch einmal durch die „russische Brille“ zu schauen und nicht nur einseitig alles zu betrachten, sprich wir haben etwas mehr Objektivität für u.a. eine der wohl interessantesten historisch-gegenwärtigen Ereignisse erlangen können. Weiters wurde uns die Möglichkeit gegeben über rechtliche, politische und wirtschaftliche Themen zu diskutieren und nicht nur diese Themen einmal zu streifen - wir sind in die Tiefe gegangen. Oder um es auf einen Satz herunter zu brechen: Wir bekamen die einmalige Chance, unseren Horizont effizient zu erweitern, ein neues Verständnis zu entwickeln und über uns selbst hinauszuwachsen.

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Bist du dabei?

Die Onlineplattform wirsinddabei.at ist eine gemeinsame Aktion vom Österreichischen Integrationsfonds, Zusammen:Österreich und dem österreichischen Außenministerium. Auch Microsoft Österreich, dm Drogeriemarkt Österreich, der österreichische Gemeindebund und Sport Union unterstützen die Aktion. Die Plattform konzentriert sich dabei auf Aktivitäten im Bereich der gesellschaftlichen Integration, also auf alle Angebote rund um das Zusammenleben und die soziale Integration vor Ort. Dadurch haben Menschen nun die

Möglichkeit selbst die Initiative zu ergreifen und auf Migranten und Flüchtlinge zuzugehen. Durch freiwilliges Engagement, etwa Sprachunterreicht, gemeinsame sportliche Aktivitäten oder Kulturgenuss können Menschen einander näher kommen und das Zusammenleben verbessern. // Hasan Özkan Angebote können nach Registrierung auf der Website online gestellt wer- Hasan Özkan studiert den und können beispielsweise von Recht und Wirtschaft gemeinsamen Fußballspielen bis kos- (Bachelorstudium) und tenlosen Stadtführungen oder Deut- ist Sachbearbeiter bei schunterricht reichen. der StV Juridicum und im Wirtschaftsreferat der ÖHSalzburg. Auch ist er Integrationsbotschafter bei der Initiative „Zusammen:Österreich“ und diskutiert bei Schulbesuchen mit SchülerInnen

über

die Themen

Integration

&

Zusam-

menleben.

Als

Integra-

tionsbotschafter für EuGrafik: wirsinddabei.at

ropa setzt er sich für ein besseres Verständnis der Leistungen bzw. Chancen der EU ein.

UNI-LEBEN stv-juridicum.at

Foto: Privat

Grafik: wirsinddabei.at

Auch DU kannst helfen!


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Veranstaltungskalender Diese Veranstaltungen solltest du keinesfalls verpassen! Hier wird ein kurzer Monatsüberblick dargestellt, wann welchen Tagen/Monaten wieder Veranstaltungen der StV Juridicum Salzburg geplant sind. Genauere Daten über Zeit, Ort, Anmeldung etc findet Ihr immer zeitgerecht auf unserer Facebook-Seite https://www.facebook.com/stvjuridicum.salzburg oder auf unserer Homepage http://www.stv-juridicum.at im Terminkalender. Auf Euer kommen freut sich das gesamte StV-Team!

OKTOBER Donnerstag, 1. Oktober, 14.00 Uhr

Beratung für Erstsemestrige

Montag, 5. Oktober, 17.00 Uhr

Erstsemestrigentutorium – Informationsveranstaltung für alle StudienanfängerInnen

- noch kein Termin -

Breakfast with the lecturer

- noch kein Termin -

Herbstfest (nur bei Schönwetter)

NOVEMBER

Glühweinstand (geplant an zwei bis drei Abenden)

DEZEMBER

Glühweinstand (geplant an ein bis zwei Abenden)

JÄNNER

Rodelausflug auf die Strussingalm

MÄRZ

Breakfast with the lecturer

JUNI

Innenhoffest

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Mein Job mit Mehrwert

Regionalverkaufsleiter/in im Raum Salzburg/Oberösterreich

Da bin ich mir sicher.

• Ihre ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit für die Stärke in der Führung • Ihre Empathie für ein erfolgreiches und respektvolles Miteinander • Ihr ganzheitlicher Überblick für den wirtschaftlichen Erfolg unserer Filialen • Ihre Flexibilität für schnelles Handeln bei unseren abwechslungsreichen Herausforderungen • Ihr Engagement für das Erreichen gemeinsamer Ziele • Ihre akademische Ausbildung für Ihren umfassenden Verantwortungsbereich • Unser überdurchschnittlich hohes Gehalt* für Ihre Zufriedenheit • Unsere umfangreiche Einarbeitung für Ihre rasche Verantwortungsübernahme • Unser Führungskräfteprogramm für Ihre persönliche Entwicklung • Unser systematisches Talent Management für Ihre Karriere • Unsere Benefits wie Audi A4 und iPhone auch für Ihre private Nutzung Brutto-Jahresgehalt von € 65.800,– zum Einstieg

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Vorbehaltlich Satz- und Druckfehler.

Karl Sternberger Beruf: Regionalverkaufsleiter Hobby: Musiker

JusKnacker - Ausgabe 23, September 2015  

JusKnacker, das Magazin der Studienvertretung Juridicum Salzburg

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