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Unabhängige Studierendenzeitschrift der Universität Potsdam Aus g a b e N r . 11, V i e r t e r Ja h r g a n g. ko s t e n l o s.

Niedergemetzelte Hochschulen

Wie Fachhochschulen und Unis in Brandenburg kaputt gespart werden

Räume zum Träumen

Der Chef des Hans-Otto-Theaters über die Kunst, ein Künstler zu sein

Der groSSe Ersti-Sonderteil!

Potsdam- und Berlin-Tipps | FAQ für den Unistart | 6 Semester: Ein Rückblick


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Leute, wo seid ihr? Der Sommer

ist nicht wirklich dafür bekannt, dass Menschen ihren elf Monate lang ersehnten Jahresurlaub platzen lassen, nur um unentgeltlich und unter schlechten Arbeitsbedingungen an irgendwelchen ehrenamtlichen Projekten zu arbeiten. Bei der ist das ähnlich: Manche Leute sind von Heute auf Morgen verschwunden, andere brauchten einfach mal eine Auszeit. Doch trotz der Dezimierung des Teams, knapper Kasse und der ständigen Versuchung, einfach pennen zu gehen, hat sich auch in diesem Sommer eine kleine Gruppe zusammengetan, um für euch wieder eine prall gefüllte Sonderausgabe zu basteln. Wenn ihr sie schön lest, wissen wir: Die Opfer haben sich gelohnt!

INhaltsverzeichnis Seite 3 Fetzenseite

Seite 24 Erstsemester... und Ausländer_in?! Seite 26 6 Semester – was bleibt?

Seite 4 StuPa-Wahl: Jusos räumen ab Seite 7 Niedergemetzelte Hochschulen Seite 12 Potsdam hat keinen Platz für Nazis

Seite 30 „Räume zum Träumen sind ein Lebensmittel“ – Interview mit HOT-Intendant Tobias Wellemeyer Seite 34 (Un)gerechte Sprache: Why sexist Language Matters!

Unser grosses Ersti-Special 2012! Seite 14 FAQ für den Studienstart Seite 18 Der Potsdam-Guide Seite 20 Der Berlin-Guide

Seite 36 Aktuelle Termine Seite 42 Impressum


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JuraFaku ltät bleibt in Pots dam Die Juristische Fakultät der Universität Potsdam wird nicht geschlossen. Sie sollte mit der Jura-Ausbildung in Frankfurt zusammengelegt werden. Gegen diese Pläne gab es in Potsdam erhebliche Proteste von Studierenden und Dozierenden (siehe auch Seite 7). Künftig soll es in Potsdam und in Frankfurt auch die Möglichkeit geben, Jura als Bachelor mit anschließender Option auf das Staatsexamen zu studieren.

Tasse statt Pappbecher! Mit einer Plakatkampagne will das Studentenwerk Potsdam das Bewusstsein für den durch Einweg-Pappbecher verursachten Abfall. 26 Studierende aller fünf Hochschulen reichten insgesamt 52 Entwürfe für den Plakatwettbewerb ein. Die drei Siegerentwürfe werden im Wintersemester in den Mensen und Cafeterien für die Verwendung von Tassen und Isolationsbechern anstelle von müllintensiven Pappbechern werben.

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Un iOn lin ed ien st e zusam me ng eb ro ch en Im September waren zentrale Onlinedienste der Universität Potsdam für mehrere Tage gar nicht oder nur teilweise verfügbar. Wie der mitgeteilt wurde, gab es einen Stromausfall – ausgerechnet während der routinemäßigen Überprüfung der Notfallstromversorgung. Diese konnte den Strommangel nicht überbrücken, sodass das System zusammenbrach. Nach dem Neustart kam es zu Fehlern, die manuell behoben werden musste. Moodle, PULS und die Webmail-Funktion waren tagelang nicht erreichbar.

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Am 15. Oktober kannst du die Macher_innen der auf dem Marktstand in der Schiffbauergasse treffe n. Wer nett in unsere Kamera lächelt, komm t vielleicht ins nächste Heft. Wir freuen uns auf dich!

Im me r up to date bl eib en! Unter speakup.to findest du nicht nur die neue Ausgabe, sondern auch aktuelle Berichte direkt vom Campus. Schau mal rein, es lohnt sich wirklich!


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Stupa-Wahl 2012: JUSOS räumen ab In der ersten Juliwoche war es wieder so weit: Alle Student_innen der Universität Potsdam wurden zur 15. Studierendenparlamentswahl (StuPa) in die Wahllokale gebeten. Gleichzeitig wurden die studentischen Vertreter_innen im Senat und den Fakultätsräten gewählt. Es sollte eine spannende Wahl werden, da im Voraus unklar war, wie sich die Stimmenverteilung in diesem Jahr entwickeln würde, schließlich war die in den letzten Jahren stärkste Gruppe im StuPa, die GAL (Grün-Alternative Liste), als Folge aus Diskussionen um die freiLand-Kooperationen nicht angetreten. Doch auch ohne sie hieß es für viele Studis: an die Urnen, fertig, los! Von Fabian Lamster. Wahlsieger, -verlierer und -neulinge Sechs, fünf, fünf, vier, drei, zwei, eins, eins. Was für den Außenstehenden möglicherweise wie ein etwas misslungener Countdown wirkt, ist für diejenigen, die an der Hochschulpolitik der Uni Potsdam interessiert sind, mehr: nämlich die aus der Wahl zum Studierendenparlament 2012 hervorgegangene Sitzverteilung. Von den insgesamt 27 Sitzen gingen in diesem Jahr gleich 6 an die Juso-HSG (Juso-Hochschulgruppe), die damit das beste Wahlergebnis ihrer Bestehungsgeschichte feierte und im Vergleich zum Vorjahr einen weiteren Sitz hinzugewann. Doch nicht nur für die Jusos war es eine überaus erfolgreiche Wahl. Auch der RCDS (Ring Christlich-Demokratischer Studenten) darf insgesamt 5 statt der bisherigen 2 Plätze für sich reservieren und legt damit kräftig zu. Ebenfalls 5 Sitze gebühren der Liste Grüner Campus, die

somit ebenfalls 2 Plätze im Vergleich zum Vorjahr gutmacht. Eine gewisse Konstanz bei den Wählern untermauerte die Gruppe BEAT – Bildung jetzt!, die auch in diesem Jahr 4 Sitze beanspruchen darf. Als kleine Verlierer der Wahl zählen die SDS (Die Linke.SDS) und shineUP, die jeweils einen Sitz einbüßten und nun mit 2 (SDS) bzw. einem (shineUP) Platz im Studierendenparlament vertreten sind. Neu zur Wahl angetreten waren Die Unabhängigen und auch die Piraten meldeten sich nach einjähriger Abstinenz in der Hochschulpolitik zurück. Während Erstere lediglich einen Platz im neuen Studierendenparlament einnehmen, erfreuen sich die Piraten über ganze 3 Sitze.

Quo vadis, GAL-Wählerschaft? Was lässt sich nun aus den Ergebnissen ableiten? Trotz der dürftigen Wahlbeteiligung von 9 Prozent (im Vorjahr noch


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über 20 Prozent, wohl auch wegen der haupt nicht mehr zur Studierendenparlagleichzeitig stattfindenden Abstimmung mentswahl 2012 angetreten? über das Semesterticket) drängt sich die Ausgangspunkt des Rückzugs waren Annahme auf, dass nach dem Rückzug die Verhandlungen um eine 35.000 Euro der Grün-Alternativen Liste ein Groß- schwere Förderung des Potsdamer „freiteil der GAL-Wähler_innen Lands“ – einem noch jungen augenscheinlich zum RCDS jugend- bzw. soziokulturelViele einstige gewandert ist. Dies legt die len Projekt in der Friedrichweitere Vermutung nahe, GAL-Wähler_innen Engels-Straße zu Potsdam. scheinen zum dass die GAL in den letzten Als sich herausstellte, dass Jahren eher für konservative konservativen zwei mitwirkende RefeWähler_innen attraktiv war. rent_innen des Allgemeinen RCDS abgewanDa aber auch die Jusos, die Studierendenausschusses dert zu sein. Gruppe Grüner Campus und (AStA) auch gleichzeitig die Piratenpartei die 15. StuVorsitzende des zu förderndienparlamentswahl durchaus als Erfolg den Vereins waren, damit quasi in eigewerten dürfen und mehr Sitze im Parla- ner Sache warben, war massive Kritik am ment einnehmen, dürfte es sich bei der AStA die Folge. Die Kandidat_innen des GAL insgesamt um eine politisch bunt Referates hatten entsprechende Informagemischte Wählerschaft gehandelt haben. tionen bei ihrer Wahl vor dem Studierendenparlament zurückgehalten. Wahl ohne GAL: Warum eigentlich? Ans Tageslicht kam die Angelegenheit Doch warum ist die GAL als einstige auf ominöse Weise: Die am aktuellen stärkste Liste (im letzten Jahr erhielt sie AStA unbeteiligte GAL hatte sich über rund 28 Prozent aller Stimmen) über- eine eigene Referentin, die aufgrund ihrer

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6 Tätigkeit für die AStA-Montagskulturen Neue Sitzverteilung, neue Chancen im „freiLand“ Zugang zu deminternen E-Mail-Verkehr hatte, mit den brisanten Doch auch ohne die GAL wird Informationen eingedeckt und diese dann und muss eine Fortsetzung der öffentlich gemacht. Die schließlich gefor- Hochschulpolitik an der Uni Potsdam derte Unterlassungserklärung, so GAL- stattfinden. Mit der Juso-HSG reserviert Mitglied Jakob Weißinger, hätte nur dazu sich nun eine Gruppe die meisten Plätze gedient, alle Kritiker_innen des AStAs im neuen Studierendenparlament, die ,,mundtot zu machen“. für mehr Masterstudiengänge, mehr Die GAL sah dies als Einschüchte- selbstverwaltete Freiräume für Student_ innen und ein elternunabhängiges rungsversuch an, zog sich Bildungsgeld eintritt. als Konsequenz vor weiteren Es dürfte der GAL Inwieweit sie diesen Maßnahmen aus allen hochgerecht schulpolitischen Engage- bewusst geworden Versprechungen ments zurück. Es dürfte der sein, dass sie sich wird und sie in die Tat umsetzt, dürften die GAL aber auch ihre politiim politischen kommenden Wochen sche Abseitssituation bewusst Abseits befindet. und Monate zeigen geworden sein: Geplagt – die Verhandlungen von personellen Engpässen, über die Bildung eines wachsender Unzufriedenheit mit dem Vorstand und bei Abstimmungen gegen neuen „rot-roten“ AStAs und die liefen bei die AStA-stellende „linke Koalition“ mit Referatsbewerbungen Redaktionsschluss auf Hochtouren. den Jusos als tragende Liste stets chancenlos, hatte die GAL auch schon vor der Und im nächsten Sommersemester Diskussion um die „freiLand“-Förderung heißt es dann wieder für alle Studis: an mit Schwierigkeiten zu kämpfen. die Urnen, fertig, los!

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niedergemetzelte Hochschulen Bildung und Wissenschaft genießen in der brandenburgischen Landespolitik wieder einmal „Priorität“ – sie sollen „gestärkt“ werden, sogar „mehr Geld“ soll es geben. Solcherlei Ankündigungspolitik begegnet uns meist in Wahlkampfzeiten auf Bundes- wie Landesebene. Die deutschen, allen voran die brandenburgischen Hochschulen gelten im internationalen Vergleich dennoch weiterhin als chronisch unterfinanziert. Die Ausbeutung von Nachwuchswissenschaftler_innen über prekäre Beschäftigungsverhältnisse nimmt dramatisch zu. Ein Gastbeitrag von Enrico Schicketanz. „Priorität“ dechiffriert: Platz 16 von 16 unterbieten? Mehr ureigene Landesmittel sind bisher nicht in Aussicht. Brandenburg belegt weiterhin mit großem Abstand im Bundesvergleich bei allen relevanten monetären hochschulstatistischen Kennzahlen den letzten Platz – und baut ihn durch reale Mittelkürzungen sogar noch weiter aus. Maßgeblichen Anteil daran hat zwar auch eine verfehlte, leistungslose Einkommen und Superreiche bevorzugende Steuerpolitik im Bund. Dennoch gibt kein anderes Land pro Kopf weniger Geld für seine Hochschulen aus als Brandenburg. Die Grundmittel je Studierenden sanken in den letzten 20 Jahren kontinuierlich. War Brandenburg 2000 bei der Betreuungsrelation nur leicht unter dem Bundesdurchschnitt, so hat sie sich danach drastisch verschlechtert, während sich alle anderen Länder im Schnitt langsam

aber stetig verbesserten. Oder pointiert: Nirgendwo gibt es mehr Absolvent_innen pro Dozent_in. Der Etat des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) steigt zwar derzeit in absoluten Zahlen (u. a. wegen Pensionen und Bundesmitteln), die Landesmittel für die Hochschulen sinken aber – trotz weiter steigender Studierendenzahlen. Hinzu kommt, dass in den nächsten zehn Jahren rund 300 Stellen – also fast jede Zehnte – von Wissenschaftler_innen weggekürzt werden sollen. Wie soll so die Qualität verbessert und soziale Gerechtigkeit ebenso wie mehr Bildungsteilhabe realisiert werden? Wo ist die versprochene „Priorität“?

Sinn und Zweck der Hochschulstrukturkommission Unter diesen Vorzeichen jedenfalls soll ein „Schwerpunkt“ der rot-roten Landes-


8 regierung unter Ministerpräsident Platz- (Wohnraum, Kulturangebote etc.) weitereck für die nächsten beiden Jahre sein, entwickelt werden müsste. die märkische Hochschulstrukturen für Fußend auf den Evaluationsergebnisdie Zukunft zu rüsten. sen, den Stellungnahmen der HochschuUm Handlungsempfehlungen zu be- len und interessierter Kreise soll es am kommen, aber auch, um einzelne ge- Ende einen verlässlichen Landeshochwünschte Leitgedanken besser legiti- schulentwicklungsplan für die nächsten mieren zu können, wurde 2011 eine Jahre geben. Hochschulstrukturkommission mit handverlesenen Sachverständigen beauftragt. Zwangsfusion der Hochschulen in Den Vorsitz führte der ehemalige Wissen- der Lausitz? schaftsstaatssekretär Prof. Dr. Friedrich Buttler, in dessen Amtszeit erstmals ein Im Februar legte die Lausitzkommission Landeshaushalt forderte, massiv Mittel ihren Bericht vor. Sie sprach sich für die und Stellen zu kürzen, woEigenständigkeit von BTU ran die Hochschulen noch Es gibt keine echte und HL aus, die aber ihre heute kranken. Ziele sind Kooperationen zu verstärMitbestimmung ken und gemeinsame Einu.a. mehr Effizienzsteigerung der Betroffenen. richtungen bilden sollten. und größere ökonomische Verwertbarkeit. Für die BTU Gleichzeitig eröffnete WisGeldmittel und Cottbus und die Hochschule Kapazitäten rei- senschaftsministerin Prof. Lausitz (HL) gab es zusätzDr. Sabine Kunst, ehemalige chen für die Auf- Präsidentin unserer Univerlich die so genannte Lausitzkommission, die explizit gaben weiter vorne sität Potsdam, die Debatte beauftragt wurde, weiter und hinten nicht. mit einem landesweit hörsinkende Landesmittel zu baren Paukenschlag: BTU berücksichtigen, aber „nicht vornehm- und HL sollen zu einer Universität „neulich unter dem Blickwinkel von Sparvor- en Typs“ zusammengelegt werden – per gaben“ Empfehlungen auszusprechen, Gesetz. sondern auch neue Kooperationsformen Massiver Widerstand formierte sich zwischen verschiedenen Hochschultypen gegen die Auflösung mit anschließenund der Wirtschaft auszuloten. der Neugründung der Hochschulen unDie spezifischen Fragestellungen von ter starkem Top-Down-Dirigismus des Studierenden oder Angestelltenvertre- MWFK. Es gibt keine echte Mitbestimter_innen fehlten in der Kommission. Es mung der Betroffenen. Kritiker_innen gab lediglich kurze Gespräche mit Ver- weisen stets darauf hin, dass es mittelfristreter_innen im Rahmen von Hochschul- tig um weitere Mittel- und Kapazitätsbegehungen. Es ging eben nicht darum, kürzungen geht. Wurde das im Frühjahr zu untersuchen, wie die Studien- und noch zugegeben, wird mittlerweile von Lebensbedingungen an allen Hochschul- Regierungsseite versucht, zu beschwichtistandorten verbessert werden können, gen. Trotz wolkiger Versprechungen, die wie die sozio-kulturelle Infrastruktur neue Technische Universität (TU) erhalte


Nr. 11 „mehr Geld“ und Garantien für fünf Jahre, ist Fakt: sie bräuchte rund 50 Prozent mehr Mittel als BTU und HL zusammen haben, um die Studienplätze auszufinanzieren. Dann wäre sie auch die rote Laterne der TUs los. Zudem soll es in den nächsten Jahren massiven Stellenabbau im Hochschulbereich geben. Bei den Gegner_innen der Zwangszusammenlegung gibt es kaum jemanden, der glaubt, es treffe diesmal nicht die Niederlausitz. Das Experiment soll nach dem Willen der Ministerin ein „Leuchtturm“ und Vorbild für die noch immer umstrittene Umsetzung der „Bologna-Reformen“ werden. Mit bundesweit schlechtester Finanzausstattung und den erwarteten Personalkürzungen ist das ein schlechter Witz. Erstmals gab es eine Volksinitiative „Hochschulen erhalten“, die bereits nach einem Monat das notwendige Quorum

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9 erreicht hat. Sie wird Ende Oktober formell angehört. Doch die Koalition hat bereits beschlossen, das Experiment durchzuziehen, mit dem unkalkulierbaren Risiko eines Verfassungsgerichtsurteils, weil die ohnehin ausbaufähige Hochschuldemokratie (Selbstverwaltung) ausgehebelt würde. Man brachte nicht einmal den geheuchelten Respekt auf, erst nach Anhörung der Volksinitiative zu entscheiden. Das Gesetz ist aber noch nicht beschlossen, es bleiben also noch Spielräume zur Kurskorrektur.

„Bewusste Prioritätsentscheidung“ Die Buttler-Kommission legte im Juni ihren Bericht vor. Gleich auf den ersten Seiten lieferte er eine unmissverständlich kritische Bestandsaufnahme nach 20 Jahren Hochschulfinanzierung in Brandenburg, wenn festgestellt wird, „dass die schlechte wirtschaftliche Ausstat-


10 tung der Hochschulen nicht allein Folge Vielleicht muss man sich bei dieser Poder Wirtschaftskraft des Landes“ sei. Es litik fortgeschriebener Unterfinanzierung handele sich vielmehr „um eine bewuss- eines ironischen Tricks bedienen? Für te Prioritätsentscheidung“. Brandenburg den Großflughafen BER sind kurzfristig biete „bereits heute kapazitär nur weit mehrere 100 Millionen Euro zusätzlich unterdurchschnittliche Bildungschancen im Haushalt möglich – für die Hochschuim akademischen Bereich und wird da- len angeblich nicht einmal 12 Millionen durch seiner Verantwortung im förde- Euro. Im Frühjahr passierte hingegen die ralen Kontext nicht voll gerecht“, weil Diätenerhöhung den Landtag ohne Ge„in keinem Land mehr Jugendliche zur genstimme in weniger als einer Minute. Aufnahme ihres Studiums das Land verlassen (müssen) Für den Flughafen Was passiert an der als in Brandenburg. Dies BER gab es Uni Potsdam? hängt einerseits mit dem kurzfristig mehrere begrenzten Fächerspektrum Auch an unserer Univer100 Millionen zusammen, das in Brandensität wird leidenschaftlich burg angeboten wird, ist aber über die Ergebnisse des ButtEuro. Für die andererseits auch auf die im Hochschulen aber ler-Berichtes und Vorhaben Vergleich zur relevanten Beder Uni-Leitung debattiert: fehlen selbst völkerungsgruppe geringen Es soll neue Studiengänge 12 Millionen. Studienplatzkapazitäten zugeben für Inklusionspädagorückzuführen.“ Der Wegzug gik und Jüdische Theologie. dieser jungen Menschen und Fachkräfte Der Senat befürwortete das – doch die wird regelmäßig bedauert, ist aber zum entsprechend notwendigen zusätzlichen Großteil politisch vermeidbar. Gelder des Landes werden noch angeButtler empfahl daher dringend, in der mahnt. Haushaltspolitik endlich umzudenken Heftige Proteste löste der Vorschlag und forderte 360 Stellen für renommier- des Buttler-Berichtes aus, die Jura-Auste Wissenschaftler_innen zusätzlich zum bildung in Potsdam abzuschaffen und in Status Quo, um eine weitere „Abwärts- Frankfurt/Oder zu konzentrieren. Der spirale“ zu vermeiden. Zwischenbericht sprach sich noch nicht Eine Reaktion auf diese Forderung gab dafür aus – eine dieser merkwürdigen es seitens der Regierung nicht. Stattdessen Diskrepanzen und Inkonsistenzen im gesoll sogar Personal abgebaut werden. Mi- samten Vorgang. Eine andere betrifft die nisterin Kunst nutzte das nicht als Steil- klare Ablehnung einer Zusammenlegung vorlage, um endlich anzufangen, öffent- von BTU und HL, die auch Buttler überlichkeitswirksam dafür zu kämpfen, dass nahm, um einige Seiten weiter aber für Brandenburg zum Bundesdurchschnitt in ein aus Regierungskreisen in die Debatte der Hochschulfinanzierung aufschließt, gebrachtes Holding-Modell mit Details obwohl sie dafür massive Unterstützung aus dem geplanten Errichtungsgesetz zu werben. in den Hochschulen bekommen würde.


Nr. 11 Zumindest scheint die Jura-Fakultät in Potsdam gerettet zu sein, wie die Tagespresse berichtete – die Juristenausbildung zieht nicht um. Des Weiteren möchte die Hochschulleitung zusätzlich Angebote mit der Abschlussvariante Bachelor und Master (z. B. Medienwirtschaftsrecht) konzipieren – eine gute Alternative zur Volljourist_in. Eine andere Baustelle ist die Informatik. Hier stellte bereits das Vorgängerpräsidium „Erwägungen zur Einstellung des grundständigen Informatikstudiengangs“ und für einen gemeinsamen Bachelor mit dem Hasso-Plattner-Institut (HPI) an. Im Falle unseres amtierenden Präsidenten war das besonders delikat, denn wie es ein Mitglied des Dozierendenkollegiums bei einer Informationsveranstaltung formulierte: „Ausgerechnet der Vorsitzende der Gesellschaft für Informatik (GI) will die Kern-Informatik abschaffen.“ Auch wenn er „seine“ Wirtschaftsinformatik weiter stärken wolle, fußte das im Grunde eher auf dem altbekannten Dilemma, das uns überall – hochschulintern wie deutschlandweit – begegnet: es fehlen ausfinanzierte Studien-, Lehr- und Forschungskapazitäten. Fachbereiche, Hochschulen und Mitgliedergruppen lassen sich gegenseitig ausspielen, während die übergeordneten politischen Ursachen-Zusammenhänge aus dem Blick zu geraten drohen. Mittlerweile gibt es einen Kompromiss: Es soll naturwissenschaftlich orientierte Bachelor und Master „Computational Science“ geben. Das Institut verliert eine Professur. Die Kombinationsmöglichkeiten bei den Lehrämtern weiter stark einzuschränken, wird zukünftige Studierende nicht begeistern – insbesondere, wenn wirklich traditionsreiche Kombinationen

11 wie Deutsch-Geschichte wegfallen. Sie werden für ihre Wunschkombination mit den Füßen abstimmen. Doch sollen und können hier nicht alle Baustellen, ob aus dem Buttler-Bericht stammen oder nicht, dargestellt werden.

Ohne Moos nix los Wenn wir ein solide ausfinanziertes, sozial gerechtes und inhaltlich wie strukturell gestärktes Hochschulwesen für ein Brandenburg der Innovationen haben wollen, müssen alle daran Interessierten solidarisch kämpfen. Wer auf die Herausbildung mündiger Bürger_innen und auf gelebte, demokratische Partizipation abzielt, wer mehr Miteinander möchte, der muss bereit sein, entscheidungswirksame Beteiligung und weniger Dirigismus zuzulassen. TopDown-Management ist ein Irrweg, der auf Untertanenmentalität und „Herrschaft“ setzt. Eine reine Konzentration auf ökonomische Verwertbarkeits- und Konkurrenzlogik ist gesamtgesellschaftlich und auch ökologisch schädlich. Das sagt sich alles einfacher als es getan ist, die Zustände wirken verfahren und unveränderbar. Aber ein Auge sollte mindestens frei sein, über den eigenen Tellerrand zu schauen. Enrico Schicketanz macht gerade seinen Magisterabschluss in Geschichte und engagiert sich seit vielen Jahren gewerkschaftlich, hochschul-, sozialund finanzpolitisch. Er war 2009/10 Referent für Sozialpolitik im AStA der Uni Potsdam und 2010 bis Mai 2012 Landessprecher der Juso-Hochschulgruppen Brandenburg und deren Vertreter im Landesvorstand der Jusos.


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POTSDAM HAT KEINEN PLATZ FÜR NAZIS Ein für den 15. September von der rechtsradikalen NPD angemeldeter Aufmarsch in der Potsdamer Innenstadt konnte erneut verhindert werden: 2.500 Gegendemonstrant_innen besetzten die Lange Brücke und versperrten somit den zahlenmäßig chancenlos unterlegenen Neonazis den Weg ins Stadtzentrum. Die eingekesselten Rechten gaben schließlich auf und machten sich unter Polizeischutz davon. Ein Bericht von Denis Newiak. Neonazi-Parolen im Stadtzentrum verhindert, Toleranz gefeiert Es ist ein kräftiges Zeichen für die Wehrhaftigkeit der Demokratie in Potsdam: Während knapp 80 Anhänger_innen der sogenannten „Nationaldemokratischen Partei Deutschlands“ eingeschnappt auf den Tram-Bahnsteigen des Hauptbahnhofes festsaßen, feierte Potsdam das alljährliche „Fest der Toleranz“ mit einem fröhlichen Programm aus Musik,

Tanz und Spiel. 2.500 Neonazi-Gegner_ innen besetzten nicht nur die Lange Brücke, die vom Hauptbahnhof über die Havel direkt in die Stadtmitte führt, sondern versperrten auch alle anderen nahegelegenen Wege ins Zentrum und verhinderten so, dass die Rechtsextremist_innen mit ihren fremdenfeindlichen, antidemokratischen Parolen durch die Straßen Potsdams marschieren konnten. Die Polizei sah davon ab, die Brücke zu räumen, obwohl die demokratische Versammlung auch nach den kurzfristig genehmigten 90 Minuten den Protest gegen Rechts nicht aufgab. Ausgerechnet für diese Entscheidung der Polizei, die antifaschistische Demonstration nicht aufzulösen und so einen Neonazi-Marsch durch


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Potsdam zu verhindern, gab es absurd 2.500 große und anmutende Kritik seitens kleine Demonder Gewerkschaft der Polizei strant_innen (GdP): Der Gewerkschaftsversperrten den chef Andreas Schuster meinte, solange die NPD nicht verbo- Nazis den Weg ins ten sei, müsse ihr das allen deStadtzentrum mokratischen Parteien zugestandene Versammlungsrecht zugestanden werden, was durch die Polizei geschützt werden müsse – auch durch Sanktionierung von friedlichen Gegendemonstrant_innen. 1.500 Polizist_innen waren zu horrenden Kosten zusammengezogen worden, um die Demonstration der Nazis zu schützen. Nur durch das organisierte und mutige Engagement der Bürger_innen konnte dieser Aufzug verhindert werden.

Polizei-Gewerkschafts-Chef sieht Nazi-Rechte gefährdet „Dass dieser Erfolg jetzt seitens der Gewerkschaft der Polizei als Mitglied des DGB für rechtswidrig erklärt wird, ist für uns nicht nachvollziehbar, konterkariert das doch dass langjährige Engagement des DGB gegen Neonazismus und macht die GdP selbst zum Handlanger der NPD“,

13 griff Stefan Schmidtke, Referent für Antifaschismus im Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA), die Aussagen des GdPChefs an. Der AStA hoffe, dass sich das entschiedene Auftreten gegen Neonazis, wie es an diesem Samstag geschah, ein Modell auch für den Alltag wird. Nur so lässt sich zeigen, dass Neonazis in der Studierendenstadt Potsdam unerwünscht sind.


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FAQ für den Studienstart Jahr für Jahr zieht es mehr Student_innen an die Universität Potsdam. Doch zum Semesterbeginn schwirren vielen von euch noch unzählige Fragen durch den Kopf: Wie kann ich die Uni und ihre Initiativen kennenlernen? Wo kann ich günstig wohnen und gut essen? Wo kann ich feiern und mich entfalten? All diesen und weiteren Fragestellungen gehen wir in diesem Beitrag auf den Grund – die speakUP zeigt dir den Weg durch den Uni-Dschungel! Von Christoph Freytag. Zentraler Anlaufpunkt für all eure Fragen ist in jedem Fall erstmal eure Fakultät, wo ihr fachlich zu Hause seid. Auf der Website der Universität Potsdam finden sich erste Infos zum Überblick: www.unipotsdam.de.

Warmwerden mit der Uni Für ein persönliches Kennenlernen der Fakultäten, studentischen Initiativen und universitären Anlaufstellen bietet sich der Semesterauftakt der Uni Potsdam am 15. Oktober in der Schiffbauergasse an. Um 18.30 Uhr beginnt die Veranstaltung in der Waschhaus Arena mit der Vorstellung der fünf Fakultäten. Kommt in Kontakt mit euren Kommiliton_innen und Profs. Auf dem Marktplatz stellen sich von 18 bis 22 Uhr alle wichtigen Hochschulgruppen und Unternehmen vor, die irgendeiner Form mit der Uni zu tun haben vor (hier könnt ihr auch die speakUP treffen!). Von links-alternativ bis christlich-liberal hat die poltische Land-

schaft sogut wie alles zu bieten. Neben politischen und fachlichen Gruppen sind auf dem Marktplatz auch Unternehmen zu finden, die euch eine Antwort darauf liefern, wo man neben dem Studium arbeiten kann. Von Kellnern bis Zuarbeit auf dem Bau ist alles dabei. Ab 21 Uhr geht es los mit dem offiziellen Partyteil. Die Professor_innen werden auf den verschiedenen Partys auflegen und hoffentlich für ansprechende Beschallung sorgen. Lasst euch überraschen. Mehr Infos zur WarmUP!-Veranstaltung der Uni Potsdam unter uni-potsdam.de/ presse/erstsemester.

Wo kann ich wohnen? Für die wohl wichtigste Fragestellung, wo man Wohnen kann, sind die Studentenwohnheime die erste Anlaufstelle für euch. An allen Standorten der Uni Potsdam findet ihr Stundentenwohnheime – von günstig wie am Neuen Palais (ab 160 Euro), bis gehoben wie im neuen Stu-

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Nr. 11 dentenwohnheim „Zum Mühlenteich“ in Nähe des Campus Golm (220 bis 290 Euro) sind alle Facetten vertreten. Ansprechpartner für alle Wohnmöglichkeiten in Studentenwohnheimen ist das Studentenwerk Potsdam. Infos zum Wohnen findet ihr unter studentenwerk-potsdam. de. Da die Wohnheimplätze meist schnell vergeben sind, kann ein Blick auf Portale wie wg-gesucht.de z.B. nicht schaden. Ein kleiner Geheimtipp für die klassische Wohnungssuche in Potsdam sind die Wohnungsgenossenschaften. Nirgendwo sonst kann man so günstig wohnen. Einen recht vollständigen Überblick über alle Genossenschaften findet ihr auf potsdam-abc.de: bit.ly/QxJuQM. Nachteile sind eventuell lange Wartezeiten, bis ihr eine der günstige Wohnungen ergattern könnt und die meist recht hohen Genossenschaftsanteile, die aber nicht umsonst sind, sondern euch genossenschaftliche Mitbestimmung verschaffen. Wenn auch die vorher genannte Möglichkeit ausfällt, bleiben noch private und öffentliche Vermieter, z.B. die Gewoba oder Pro Potsdam. Geheimtipp Nr. 2: schaut auch auf die schwarzen Bretter an euren Unistandorten – oft werden dort Nachmieter_innen für Zimmer oder Wohnungen gesucht, die nicht immer im Internet zu finden zu sind. Manchmal hat man auch Glück, wenn man in kostenlose Anzeigenblätter wie die „events“ oder den Blickpunkt schaut.

Was gibt’s zu essen? Jedes Semester überweist ihr zusammen mit dem Beitrag für das Semesterticket

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15 u.a. auch den Studentenwerksbeitrag in Höhe von 40 Euro. Damit werden nicht nur preiswerte Wohnheime finanziert, sondern auch die Mensen und Cafeterien ermöglicht, die es an jedem Campus gibt. Staatlich unterstützt, werden euch hier kleine feine vegetarische und vegane bis herzhaft-deftige Speisen zum symbolischen Preis geboten. Zu jedem Hauptgericht gehört ein Dessert, z.B. ein Kompott, Obst oder kleines Glas Saft. In den Cafeterien kann man sich, wenn mal wieder wenig Zeit bleibt, mit Sandwiches, Snacks und Coffee to go eindecken. Wer das nicht nutzt, ist selbst schuld.

Wer hilft mir bei Fragen? Wenn ihr Fragen zum Stundenplan oder anderen Dingen rund ums Studium habt, ist die Zentrale Studienberatung an der Uni Potsdam die erste Anlaufstelle (uni-potsdam.de/zsb). Schneller und persönlicher bekommt ihr Hilfe über die studentischen Tutor_innen, die ihr in eurer Einführungsveranstaltung zugeteilt bekommt. Falls ihr mit dem Studium überfordert seid oder euch andere persönliche Probleme quälen, kann euch die psychologische Beratung eine erste Hilfestellung bieten (uni-potsdam.de/zsb/psychberatung.html). Wenn ihr eure Anliegen lieber anonym und mit anderen erfahrenen Studierenden teilen wollt, ist die Hotline von Nightline eine Alternative. Die Hotline wird während der Vorlesungszeit von Potsdamer Studis betreut und hilft euch bei persönlichen und akademischen Herausforderungen weiter. Mehr Infos unter nightline-potsdam.de und auf S. 42.


16 Wer vertritt meine Interessen? Irgendwann kommt der Punkt, wo ihr alleine nicht weiterkommt, z.B. wenn ihr bei einer Prüfung unfair behandelt oder von Unternehmen abgezockt werdet. In diesem Moment werdet ihr euch freuen, dass ihr Mitglied der Verfassten Studierendenschaft seid, was euch gerade einmal 10 Euro pro Semester kostet, denn dann kommt der AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) ins Spiel: Ob Fragen rund um PULS, das Semesterticket, das Einklagen eines Studienplatzes – bei allen möglichen Anliegen ist der AStA die sprichwörtliche eierlegende Wollmilchsau. Website: asta.uni-potsdam.de.

Wo gibt‘s Partys und Kultur? Über den Unialltag hinaus will man ab und an auch abspannen, Partys feiern und Kultur genießen. Potsdam hat da viel zu bie-

ten, z.B. die Schiffbauergasse mit Theater, Tanz, Konzerten und Film. Auch dem Lindenpark, dem Nikolaisaal und dem Thalia Arthouse sollte man mal einen Besuch abstatten. Das Studentische Kulturzentrum (kuze-potsdam.de) wird von Studierenden selbstverwaltet. Hier finden Kurse, Theateraufführungen und Workshops aller Art statt. Aber auch die Uni selbst hat zahlreiche Gruppen, die euch ermöglichen, euren Interessen nachzugehen – sei es beim studentischen Radio „funkUP“ (funkup.me), der speakUP (speakup.to) als wichtigstes studentisches Medium, dem Uni Orchester, dem Debattierklub usw. Eine Übersicht über das kulturelle Angebot der Alma Mater gibt es unter uni-potsdam.de/kultur. Und wer es von euch sportlich mag, findet unter hochschulsport-potsdam.de die zahlreichen preiswerten Kurse des Unisports. Aber hier heißt es schnell sein – viele Kurse sind zum Semesterstart sehr schnell belegt.

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Das Organigramm der Organigramme: Ausschneiden und auswendig lernen!

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Der Potsdam-Guide Potsdam. Es könnte eine wunderschöne Studentenstadt sein, wie etwa Heidelberg, Göttingen oder Marburg. Dieser Status wird der Stadt an der Havel verwehrt, denn sie liegt viel zu nah an Berlin. Doch Pendler und Neuankömmlinge aufgepasst, nicht nur in Berlin, auch in Potsdam gibt es was zu erleben! Ob einen Ausflug ins Grüne, an den See, oder in den Filmpark – der folgende Guide soll den Einstieg ins Potsdamer Leben erleichtern. Von Lisa Büntemeyer. Kneipen Das Beste zuerst: In Potsdam können Studenten_innen noch billiger ausgehen als in Berlin. Es gibt mehrere Kneipen, die vom Studentenwerk gefördert werden und deshalb preiswerte Getränke auf der Karte haben. Im Pub á la Pub am Studentenwohnheim in der Breite Straße kostet ein Cocktail 2,50 Euro, ein großes Bier 1,50 Euro. Ähnliche Preise und eine charmante Kelleratmosphäre bietet das Nil am Campus Neues Palais und das KuZe in der Hermann-Elflein-Straße. In diesen Kneipen finden außerdem regelmäßig Konzerte, Länderabende, Spiele-

und Fußballabende statt. Auch empfehlenswert ist das Hafthorn am Nauener Tor, wo es leckere Burger zu günstigen Preisen gibt.

Shoppen Geht am besten in der Brandenburger Straße, wo viele Ketten wie H&M, Görtz, Karstadt usw. vertreten sind. Lohnenswert ist ein kleiner Abstecher in die Seitenstraßen, wo es kleine Boutiquen, Cafés und Kneipen gibt. Eine kurze Busfahrt entfernt ist außerdem das Stern Center, das überdacht ist und noch einige weitere Geschäfte beherbergt.

Party Ja, auch in Potsdam gibt es Clubs, man muss nicht extra nach Berlin fahren. Jeden Dienstag spielen beim ‚Rubys Tuesday’ Bands im Waschhaus an der Nuthebrücke und auch am Wochenende ist hier immer etwas los. Studierendenpartys und Konzerte finden des Weiteren regelmäßig im Lindenpark in Babelsberg statt.

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Sommer Dank der Havel und vieler schöner Seen finden Badefreund_innen in Potsdam jede Menge geeignete Stellen, um sich im Sommer abzukühlen. Im Park Babelsberg gibt es einen kleinen Strand an der Havel, an dem man für 2,50 Euro Eintritt Volleyball spielen oder in Strandkörben sitzen kann. Wem das zu teuer ist: Direkt hinter dem abgezäunten Strand kann man umsonst schwimmen. Auch der Heilige See lockt mit seinen Wiesen, die selbst bei großem Andrang im Hochsommer nie überfüllt sind. Wer etwas aktiver sein möchte, kann auf der Freundschaftsinsel Tret- und Ruderboote leihen. Am südwestlichen Zipfel von Potsdam am Templiner See Windsurfen und in Großbeeren – außerhalb Potsdams und per S-Bahn, Bus oder Regionalbahn erreichbar – kann man sein Können am Wasserskilift testen. Beachvolleyballfelder, ein Skatepark und Fußballplätze gibt es im BUGAPark. Hier muss man 50 Cent Eintritt zahlen, dafür ist der Park sehr gepflegt und sauber.

barer UniNähe – ist der Park Sanssouci mit dem gleichnamigen Schloss und dem Neuen Palais. Der Park ist allerdings auch die größte Touristenfalle in Potsdam und wirkt sehr konstruiert. Also lieber etwas abseits der Hauptwege spazieren, denn auch hier gibt es jede Menge Bauwerke und Gärten zu entdecken. Wer es lieber etwas natürlicher hat, dem sei der Park Babelsberg empfohlen. Und ja, auch hier gibt es ein Schloss. Nahe der Fachhochschule, auf dem Belvedere am Pfingstberg, gibt es einen schönen Überblick über Potsdam und Umgebung.

Sightseeing Potsdam ist eigentlich ein überdimensionales Museum. Sage und schreibe 16 Schlösser gibt es in Potsdam, dazu kommen zahlreiche Parks und unendlich viele Statuen. Am bekanntesten und definitiv einen Besuch wert – zumal in unmittel-

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Hinweis: In Ausgabe Nr. 7/2011 ist dieser Artikel schon einmal erschienen. Wir haben ihn in dieser Ausgabe für euch aktualisiert und wieder mit reingenommen.


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Der Berlin-Guide „Lecker, Berlin“, sagte einst ein Bekannter, kurz bevor er einen Besuch in der Hauptstadt antrat. Und er hat nicht Unrecht: Hier gibt es zu jeder Uhrzeit alles mögliche zu essen, trinken und entdecken. Berlin, die Stadt der unendlichen Möglichkeiten. Wer hier Langeweile bekommt, ist selber Schuld. Um einen Überblick in die Flut der Angebote zu bekommen, haben wir einige Tipps für euch rausgesucht. Von Katja Rink und Lisa Büntemeyer. Unis und Bibos Obwohl die Studierenden der Universität Potsdam vor Ort schon einiges an Lektürestoff, Sprach- und Lernangeboten sowie Uni-Sportkursen finden können, ist es für diejenigen, die ihren festen Wohnsitz in Berlin haben, doch recht umständlich, auch an den Uni-freien Tagen die lange Fahrt nach Potsdam auf sich zu nehmen. Auch die Berliner Unis haben einiges für uns UP-ler_innen zu bieten. Die Technische Universität (TU) beispielsweise bietet günstig Kurse in 31 verschiedenen Sprachen an, der Uni-Sport und viele universitätsinterne Bibliotheken sind auch mit dem Studierendenausweis der UP zugänglich und unweit vom Potsdamer Platz „verbirgt“ sich noch ein besonderes Highlight: Die Staatsbibliothek. In der Stabi (so die Berliner Abkürzung) befinden sich Fachliteratur und viele weitere Werke zum Ausleihen oder vor Ort reingucken. Für die Nutzung der Stabi ist eine Jahresgebühr von 25 Euro fällig, die sich aber im Hinblick auf die sich dort befindenden Schätze auf jeden Fall lohnt.

Eine günstigere Alternative ist das Grimm-Zentrum von der Humboldt-Uni, unweit der S-Bahn Station Friedrichstraße. Hier können sich Potsdamer Studierende kostenlos anmelden.

Sightseeing Wer der deutschen Geschichte des letzten Jahrhunderts ins Gesicht schauen möchte, der ist in Berlin genau richtig. Neben der East Side Gallery (BerlinerMauer-„Museum“ an der Warschauer Straße), dem Checkpoint Charly (in der Friedrichstraße, Nähe U-Bhf. Kochstraße) oder dem Holocaust-Mahnmal in der Nähe des Brandenburger Tors gibt es noch viel mehr zu entdecken. Wem es nicht reicht, die Denkmäler nur zu betrachten, sondern wer gerne noch ein paar zusätzliche Informationen möchte, der kann an einer auf Trinkgeld basierenden Stadtführung teilnehmen. Einige solcher Touren starten z.B. täglich um 11 Uhr am Brandenburger Tor oder von Donnerstag bis Sonntag um 10 Uhr am Potsdamer Platz Nr. 10, vor dem Bal-

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zac Coffee Shop. Diese Touren nehmen auch die Wahrzeichen Berlins mit ins Programm, das Brandenburger Tor, die Siegessäule und den Fernsehturm. Und um die Politik nicht zu vernachlässigen, sollte auch ein Abstecher zum Reichstag gemacht werden.

Shopping

Läden wie H&M und Co. befinden sich in fast jeder Shoppingmall, beispielsweise am Kurfürstendamm und sogar zwischen den Designerlabelgeschäften in der Friedrichstraße. Und bei wem das Geld am Ende des Monats mal knapp ist, der wird bestimmt in einem der SeBei wem das Geld condhandläden fündig (z.B. Humana). am Ende des

Berlins Vorzeigekaufhaus Monats knapp ist, Kunst und Kultur ist das KaDeWe. Im Kauf- der wird in einem haus des Westens bekommt Sachen Musik, Literader Secondhand- turInund man fast alles, was das Herz Kunst hat Deutschläden fündig. begehrt, vom teuren Desilands Hauptstadt viel zu gneroutfit bis zur seltenen bieten. Zahlreiche Künstler_ Tropenfrucht. Gemessen am Durch- innen mit internationalem oder lokalem schnittsgeldbeutel eines Studierenden Bekanntheitsgrad geben hier Konzerte, heißt es jedoch für Unsereins dann leider lesen aus ihren neuesten Werken vor oder doch nur gucken. Aber Berlin ist groß öffnen die Türen zu ihren Ausstellungen. und auch kleinere Klamottenläden und Bei Konzerten lohnt es sich, direkt auf Berliner Labels sprießen aus dem Asphalt. den Seiten der Künstler_innen zu schau-

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22 en, denn Berlin bietet viele geeignete Lo- nur eine kleine Auswahl aus dem Berliner cations. Oft sind die kleineren Konzerte Club-Repertoire. in Clubs oder Bars. Internationale Superstars à la Kylie Minogue oder Coldplay Sommer füllen dann meist die O2-World an der Kaum kitzeln die ersten SonnenstrahWarschauer Straße. Ein paar Räumlich- len alles von der Spitze des Fernsehturkeiten, die man im Auge behalten soll- mes auf dem Alexanderplatz bis zu den te: Lido, SO36, Kulturbrauerei, Tempo- Eingängen der U-Bahnschächte, löst sich drom, Astra… der graue Großstadtflair Um auch in puncto Ausstelund das Leben der Ab 23 Uhr öffnen auf lungen und Lesungen auf dem Städter_innen verlagert die Diskotheken sich nach draußen in die aktuellsten Stand zu sein, ist es empfehlenswert, sich ab und und auch hier ist zahlreichen grünen Parks an in einer der Stadtzeitschrif- die Auswahl groß. oder an die Spree. In den ten zu informieren (z.B. zitty größeren Parks wie dem oder 030) der auf Aushänge Volkspark Friedrichshain an Bahnhöfen und Anzeigen im Berliner oder in der Hasenheide öffnen die FreiFenster (U-Bahn-Fernsehen) zu achten. luftkinos. Im Tempelhofer Park (ehemals der Flughafen Tempelhof) kann man auf Nachtleben den Landebahnen Inlineskaten und Kiteskaten oder man trifft sich an dessen In Berlin wird, zumindest am WochenNordseite zum Grillen mit Freund_innen. ende, die Nacht zum Tag erklärt. GeAbends warten zahlreiche Open-Airs startet wird meist in einer der unendlich auf Tanzwütige (z.B. im Treptower Park) vielen Bars in Kreuzberg (Oranienstraße, und jeden Sonntag gibt es im Mauerpark in der Nähe des U-Bahnhofs Kottbusser (U-Bahnhof Eberswalder Straße) ein beTor), Friedrichshain (rund um den Boxsonderes Highlight. Ja, der Flohmarkt ist hagener Platz zum Beispiel) oder am Prenzlauer Berg (Kastanienallee und Um- auch ganz schön, aber ab den ersten Temgebung am U-Bahnhof Eberswalder Stra- peraturen über 20 Grad, wartet ab ca. ße), um nur drei Stadtviertel zu nennen, 15 Uhr der Karaoke-Mann auf die ganz in denen man gut ausgehen kann. Ab ca. Mutigen unter euch, die vor überfüllter 23 Uhr öffnen dann die Diskotheken und Tribüne ein Ständchen zum Besten geben wollen… Einfach nur Zuhören ist natürauch hier ist die Auswahl groß. lich auch erlaubt. Wer gerne Elektro hört, geht z.B. ins Berghain oder ins Watergate. Für die Indiepop-Hörer_innen gibt es z.B. das Hinweis: In Ausgabe Nr. 7/2011 Magnet oder das White Trash, für Regist dieser Artikel schon eingae-Fans z.B. das Yaam, und wer gerne zu mal erschienen. Wir haben ihn in dieSchlagern mitgrölt, ist in der Hafenbar ser Ausgabe für euch aktualisiert und bestens aufgehoben. Und das ist wirklich wieder mit reingenommen.

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ERSTSEMESTER… UND AUSLÄNDER_in?! Seit nun drei Jahren findet knapp einen Monat vor Vorlesungsbeginn eine sogenannte Vorphase mit zahlreichen Intensivkursen zum Studieneinstieg für ausländische Studierende statt, die in der Universität Potsdam, aber auch in den Fachhochschulen Brandenburgs und Potsdams oder der Hochschule für Film und Fernsehen beziehungsweise für nachhaltige Entwicklung immatrikuliert sind. Von Marie-Julie Jacquemot. Mittwoch, 12. September 2012. 10.15 Uhr, Neues Palais, Haus 8, Hörsaal 0.58. Vorlesung über das Potsdamer Universitätslehr- und Studienorganisationsportal (PULS). Rund 20 Student_innen hören aufmerksam zu. Diese Veranstaltung ist nur ein kleiner Teil des Programms, das seit dem Wintersemester 2010 jedem ausländischen Studenten angeboten wird. Die Teilnehmer_innen der Vorphase werden nach Studienfachrichtung getrennt. Egal ob Wirtschaftswissenschaft, Geisteswissenschaft, egal ob man ein philologisches Studium machen möchte oder eher in die Naturwissenschaften oder Sozialwissenschaften gehen will. Kurse sind da genug im Angebot. Frau Dr. Rita Helbig, Dozentin für Mathematik und Informatik (und insgesamt eine von etwa 10 Dozenten der Vorphase) freut sich, ausländische Student_innen vor deren Studienbeginn begleiten zu können. Eigentlich sei die Vorphase nur ein kleiner Teil des Angebots des Zentrums für Sprachen und Schlüssel-

kompetenzen (Zessko), dass weit über das Semester hinaus reicht. Während der Vorphase lernen die Studierenden die verschiedenen Standorte, aber auch (und vielleicht viel wichtiger) den für das Studium erforderlichen Wortschatz kennen. Wer nicht weiß, wie man auf Deutsch „subtrahieren“ oder „addieren“ sagt, kann kaum in einer Mathematikvorlesung sitzen. Die Gruppen sind sehr klein, meistens umfassen sie zwischen sieben und zwölf Student_innen. Dazu kann man in dieser Zeit drei Leistungspunkte für die Schlüsselkompetenzen erwerben, wenn man es in den fünf Intensivwochen schafft, eine Facharbeit zu schreiben. Frau Dr. Helbig bedauert aber, dass nur wenige ausländische Studierende die Angebote der Vorphase wahrnehmen. Es gäbe viel mehr Student_innen, für die dieses Programm eine große Hilfe wäre, allerdings weiß der oder die Student_in nur wenigen Fällen kurzfristig Bescheid, dass es überhaupt einer Vorphase gibt. Mit der Zulassung wird eine Einladung

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zu dem Programm geschickt. Dies wird sich einfach nur zu trauen, irgendetwas von vielen nicht wahrgenommen, da sie zu sagen. Wenn man in der Vorphase sitzt, sich zum Beispiel teilweise noch in ihren hat man kaum Angst, Fehler zu machen, Heimatländern aufhalten. da alle hier selbst Ausländer_innen sind. Alina Rimmer aus Russland, Sarah Wovor man als Ausländer_in im ErstseHollis aus den USA und Egbal Rezayi aus mester Angst hat, ist zunächst, dass man dem Iran sind dieses Jahr dabei. Alle drei sicherlich weniger partizipieren wird, haben schon in ihren Heimatländern ein wenn man in einem Seminarraum mit Studium abgeschlossen. Allerdings wollen Deutschen sitzen wird. Die Dozent_innen sie in unserer Universität einen Bachelor und Kommiliton_innen reden schnell, anfangen. Für Alina wird es man muss fix reagieren, in der Richtung der PathoMan sollte keine um sich melden zu können linguistik sein, Sarah Biolo- schlechte Note be- oder vielleicht wird man gie und Egbal Englisch und einfach eine schlechte Note kommen, nur weil bekommen, weil man nicht Ethik auf Lehramt. Warum sie in Deutschland und be- man Probleme mit alles verstanden hat. Diese sonders in Potsdam studieren der Sprache hat. Ängste verschwinden aber wollten, könnte unterschiednach und nach. Die organilicher nicht sein. Alina kam vor einigen satorischen Sachen wie der Studienplan Jahren nach Deutschland und wurde von oder PULS usw. sind für alle Erstis und der Ausländerbehörde als Migrantin in selbst für Nicht-Erstis ziemlich kompliPotsdam angemeldet, deshalb bewarb sie ziert. Dafür sind aber (zum Glück) viele sich auch hier. Sarah folgte ihrem Herz Ansprechpartner_innen da. Als Auslänund kam nach Berlin. Das Studium in der_in akzeptiert man, dass einem das Potsdam bot sich an, weil es viel günstiger Studium schwerer fällt als Einheimischen. ist als in den USA – nämlich kostenlos. Was die Universität Potsdam von anderen Dazu hat die Universität einen guten Ruf. deutschen Universitäten unterscheidet, ist Egbal hat im Iran schon als Lehrer gear- die besondere Bereitschaft der Dozenten, beitet und zehn Jahre lang Geld gespart, einem zu helfen. Auch das Akademische um sich ein Studium in Europa leisten zu Auslandsamt (AAA) steht den Student_inkönnen, welches nicht vom Staat bzw. der nen hilfsbereit und unglaublich nett zur Religion kontrolliert wird. Seite. Sicher ist, dass, wenn Probleme Für alle drei ist die Vorphase eine gute auftauchen, man sofort Hilfe bekommen Sache. Sie wissen es zu schätzen, lernen kann. Unter den ausländischen Student_zu können, wie eine Hausarbeit aussieht innen ist deshalb eines klar: Die Universioder wie man auf Deutsch ein Referat tät Potsdam lohnt sich. hält. Die Kurse frischen die Kenntnisse auf (wie der Mathematik-Kurs), helfen Mehr Infos zur Vorphase unter: den Studierenden aber auch Deutsch zu uni-potsdam.de/zessko reden, am Studium teilzunehmen oder

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6 SEMESTER – WAS BLEIBT? Für tausende Studierende beginnt in diesen Tagen mit dem ersten Semester an der Uni Potsdam ein neuer Lebensabschnitt – und für wieder andere tausende Studis ist dieser am 30. September zu Ende gegangen. In drei Jahren entwickelt man Erwartungshaltungen und Hoffnungen, zugleich verwirft man naive Vorstellungen und Träume. Meistens kommt dann am Ende doch alles ganz anders. Denis Newiak blickt zurück auf sechs Semester – ohne übertriebene Euphorie, aber auch frei von Pessimismus. Oktober 2009. Am Tag der Einführungsveranstaltung setze ich mich in dem bereits knackig gefüllten Seminarraum auf den einzigen verbliebenen Platz neben eine freundlich daher blickende junge Dame, die ich nun meine „Kommilitonin“ nennen darf. Irgendwie habe ich in dem Moment geglaubt, dass mich mit meinem „Erstkontakt“ eine drei Jahre andauernde Freundschaft verbinden würde. Wer weiß. Die Kolonnade am Neuen Palais ist eingemummt – und die „alten Hasen“ machen einem keine großen Hoffnungen, dass die Sanierungsarbeiten jemals abgeschlossen würden, auf jeden Fall nicht in den nächsten drei Jahren. Während das Audimax von erbosten Studis besetzt ist, sitzen in Mäntel eingepackte Leute in einem beheizten Großzelt auf dem Sportplatz. So sieht also mein Campus im Ausnahmezustand aus. In meiner ersten Übung wird eine Anwesenheitsliste nach der anderen weggemampft – die weltweiten Studierenden-

proteste (die sich unter anderem gegen die Anwesenheitspflicht richten) sind hungrig. Seit dem Verschwinden der Listen scheinen weniger übermüdete Studierende in den Veranstaltungen zu sitzen. Logisch: Zu Hause kann man sich ja auch besser einkuscheln. November 2009. Ich glaube, hier bleibe ich. Unser Prof erklärt uns, warum wir immer eine Kopie unserer Leistungsscheine im Sekretariat des Studienganges aufbewahren sollen: „Wenn Ihre Wohnung abbrennt, haben Sie wenigstens noch die Duplikate in der Uni. Und wenn die Universität in Flammen aufgeht, haben Sie noch die Originale. Und wenn Uni und Ihr Zuhause abfackeln“ – demütig und mit zitternder Unterlippe – „ja, … dann brauchen Sie eigentlich auch nicht weiterstudieren“. Er hat Recht. Die Uni ist jetzt wie ein zweites Zuhause. Juli 2010. Schulzeit und Studium sollen angeblich die schönste Zeit im Leben sein. Das haben uns die Eltern zumindest immer einreden wollen. Doch inzwischen

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deuten alle Zeichen darauf hin, dass sie Großbritannien leben) erzählt, dass man Recht behalten dürften: Wann wird man das alles nicht nur kostenlos bekommt, sondern fürs Schlauerwerim Laufe seines Lebens wohl wieder ein selbstgestaltetes Zwischen Credit- den auch noch monetäre und ideelle Förderung Filmfestival ausrichten, über den „Mythos des Westerns“ Point-Bulimie und kriegt, wird man sich erst anhand von Beispielen dis- Verwaltungsirrsinn bewusst, wie wertvoll das ist. Bei allen Verrücktheiten kutieren, bei einem Mittag vergisst man für 1,20 Euro mit seinen manchmal, was des Bologna-Prozesses, zwiKommiliton_innen über die schen Credit-Points-Bulimie ein kostenloses und Verwaltungsirrsinn, Gegenwart und Zukunft der Medien debattieren können Studium wert ist. vergisst man das manchmal zu leicht. und dabei noch ganz nebenbei verstehen, was menschliche Kultur Mai 2011. Gerade mal im vierten Seeigentlich ist? Wenn man manchen Leu- mester und der Bachelor soll schon fast ten (die zum Beispiel in den USA oder in zu Ende sein? Was ist denn das für ein

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28 Anfänger-Studium? Gerade noch habe gnierenden Löhnen immer qualifiziertere ich das erste Mal Geld auf meine PUCK Fachkräfte bekommen, deren Ausbildung eingezahlt, und jetzt muss ich mir schon für die Wirtschaft gratis ist. Welche Irren erste Gedanken zur Abschlussarbeit ma- denken sich so etwas nur aus? chen? Und es ist ja auch schon an der April 2012. Jetzt ging plötzlich alles so Zeit, sich etwas für das „Danach“ zu schnell! Fünf Monate voller Hot-Dogs, überlegen! Dänisch-Stunden und Lars-von-Trier-FilUnbestritten: Im modularisierten Euro- me in Kopenhagen waren zu Ende, bevor pa rennen einem die Semester davon, als sie richtig begonnen hatten. Umso schögäbe es kostenlose Mate-Brause für alle. ner sind die Erinnerungen. Und jetzt sitze ich hier und soll meine Wenn man noch ein halbes Nach der Dispu- Bachelorarbeit anmelden. Jahr ins Ausland gehen will – was wohl nicht die dümmste tation könnte ich Von den Leuten, die hier auf dem Flur kichern und Entscheidung ist, wenn einem vor Glück alle nervös ihre hoffentlich Auslands-Bafög und ErasmusLeistungsPauschale im jeweiligen Land Bibliothekar_innen vollständigen scheine durchblättern, zum Überleben reichen – umarmen. kenne ich viele gar nicht, bleibt nicht viel Zeit, um in die Tiefe zu gehen, seine Spezialitäten zu die meisten habe ich Ewigkeiten nicht finden. Vielleicht ist das ja auch gar nicht gesehen. Manche sehen inzwischen ganz gewollt, schließlich wartet ja der soge- anders aus, als am ersten Tag im Oktober nannte „Arbeitsmarkt“ auf praxiswütige 2009. Wahrscheinlich sollte ich mal wieAbsolvent_innen. Komisch, dass die Un- der in den Spiegel schauen, um zu sehen, ternehmen immer weniger Steuern zah- wie ich mich selbst in den drei Jahren verändert habe. len müssen, während sie zu staJuli 2012. Die letzten Seiten. Ich habe noch nie so viel in so kurzer Zeit gelesen und geschrieben wie in den letzten Monaten. Und es hat Spaß gemacht, sich wirklich auf eine Sache voll und ganz einzulassen, das Gefühl für die Komplexität eines Themas, für die Komplexität der Kultur zu entwickeln. Das unbarm-

Wo sind all die Studis hin? Kurz vor

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Schluss allein im Lesesaal

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herzige Gefühl der chronischen Halbwissenheit ist dieses Mal nicht so stark ausgeprägt wie bei den Hausarbeiten, für welche einem der Bologna-Prozess jeweils nur 120 Zeitstunden eingeräumt hat. Und doch hat diese gute Erfahrung ihre Schattenseiten: 1. Man kann sie mit fast niemandem teilen, wenn man beim Betriebsschluss der Bibliothek der Letzte ist und in der Mensa nur Unbekannte umhergeistern. 2. Eigentlich wurde einem doch versprochen, dass das ganze Studium so reich an Erkenntnissen sein würde. Darauf hätte ich gefasst sein sollen. September 2012. Nach meiner Disputation (der mündlichen Verteidigung meiner Abschlussarbeit) hätte ich Bäume ausreißen können, so gut hat sie getan. Ich habe nicht nur meine beiden Prüfer überzeugt, sondern auch mich selbst. Nun freue ich mich, meine Bücher abgeben zu dürfen, einen Schlussstrich zu ziehen. Vor Erleichterung könnte ich alle Bibliothekar_innen umarmen – ein Glück für sie, dass ich stets den Schüchternen gebe. Mit meinem „Erstkontakt“ aus der Einführungsveranstaltung habe ich ein Jahr lang nicht mehr gesprochen. Dafür aber umso mehr mit denen, die ich im Laufe des Studiums schätzen gelernt habe. Jetzt merke ich erst, dass ich zumindest zu einigen wenigen Themen tatsächlich etwas sagen kann. Nach dem Master wird die Ahnungslosigkeit vielleicht noch weiter geschrumpft sein. Die Anwesenheitspflicht ist schon lange abgeschafft. Und selbst die Kolonnade am Neuen Palais hat sich inzwischen entblößt. Unglaublich! Es kommt manchmal eben doch alles ganz anders, als man ahnt.

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19. Internationales Theaterfestival Potsdam

30. Oktober --03. November 2012 Belgien Deutschland Frankreich Griechenland Italien Litauen Niederlande Russland Schweiz Tschechien

T-Werk | 0331-719139 www.t-werk.de | www.unidram.de


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„RÄUME ZUM TRÄUMEN SIND EIN LEBENSMITTEL“ Mit dem Wintersemester startet auch am Potsdamer Hans-OttoTheater die neue Saison. Auf das Publikum warten Komödien zum Sich-Wegschmeißen – und bitterernste Gesellschaftsdramen. Denis Newiak hat sich mit dem Intendanten Tobias Wellemeyer getroffen, um ihn zu fragen, warum man Theaterwissenschaft studiert statt Seefahrer zu werden, was es bedeutet, Künstler_in zu sein und was uns in der nächsten Zeit auf der Bühne des „HOT“ alles erwartet. : Wenn heute jemand Theaterwissenschaft studiert, tut man damit seinen Eltern in der Regel keinen Gefallen. Einen Job nach einem künstlerischen Studium zu bekommen, ist fast ein Glücksspiel. Warum haben Sie es trotzdem getan? Wellemeyer: Ich habe ja in den 80er Jahren studiert. Im Osten waren Theater und Kunst Räume der Freiheit und Räume, unverstellt zu kommunizieren. Das ist eigentlich eine gedankliche Verkehrung: eigentlich ist ja Kunst dazu da, etwas zu verstellen. Aber da wir in der DDR die Wirklichkeit selbst als verund entstellt empfunden haben, war das Theater ein Ort des Eigentlichen. Und eigentlich wollte da jede_r hin: Auf 150 Studienbewerbungen kam ein Dutzend Zulassungen. Das war ein großes Glück, dass ich die Chance hatte, Theaterwissenschaften zu studieren – und es war der richtige Weg. Über „Karrieremodelle“ wurde seinerzeit ohnehin nicht im heutigen Sinne nachgedacht. Vor dem Studium war ich schon als Bühnenarbeiter im Staatsschauspiel Dresden tätig. Das war

zu dieser Zeit das oppositionelle Theater überhaupt, der Intendant Gerhard Wolfram hat da Großartiges geleistet. Und dorthin konnte ich nach dem Studium 1988 mit dem Wunsch, Regisseur zu werden, auch zurückkehren – und erlebte aus dem Theater heraus die friedliche Revolution. Diese Zeit hat mich sehr geprägt, weil ich gelernt habe, dass es ein Lebensmittel ist, Räume zu haben, in denen man träumen kann. Das bedeutet Theater für mich: Nicht nur einfach die Gegenwart moderieren und aufquirlen, sondern soziale Perspektiven entwickeln. : Warum bewerben sich so viele Menschen an Kunsthochschulen – und sind dann so bitter enttäuscht, wenn sie abgelehnt werden? Wellemeyer: Die Entscheidung, Kunst zu machen, ist eine Entscheidung, die die gesamte Persönlichkeit fordert. Das hat mit Durchsetzungsvermögen, Glück und auch Begabung zu tun – wie auch auf anderen Gebieten. Doch Kunst bleibt letztlich, mehr als in anderen Berufen, ein Leben in Widersprüchen. Dafür muss man auch ein bisschen gemacht sein, viele hal-


Nr. 11 ten es nicht aus. 80 Prozent eines künstlerischen Lebens und Arbeitens hat mit Scheitern zu tun. Gleichzeitig ist es ein großartiger Beruf, weil die Kunst mit der faktischen Wirklichkeit eigensinnig und spielerisch umgehen kann. So hat man die Möglichkeit, sich eine eigene Welt neu zusammenzusetzen. Das kann andere mitreißen. Zur Schauspielerei gehört außerdem auch die Lust an der Selbststilisierung. Das fällt mir persönlich eher schwer… : Vielleicht ist Ihnen Ihre Selbststilisierung bloß noch nicht aufgefallen? Wellemeyer: Ich glaube, ich schätze das schon real ein. Ich bin ja auch nicht Schauspieler geworden. Der Regisseur bleibt eher im Hintergrund, organisiert, entwickelt Ideen, stößt Prozesse an. Stark ist an einer Inszenierung, wenn man gar nicht merkt, dass es einen Regisseur gibt, wenn es die Schauspieler wie aus sich heraus machen. Wenn man den Job lange macht, weiß man natürlich: Gutes Schauspiel bedeutet auch immer ein bisschen, dass der Regisseur gut war. (lacht) : Sie meinten einmal, wenn Sie nicht zum Theater gegangen wären, wären Sie zur See gefahren. Wellemeyer: Ja, ich war in der Jugend eher ein Naturwissenschaftler. In meinem Zimmer habe ich chemische Experimente angestellt, unter den dabei entstehenden Dämpfen haben die Katzen meiner Eltern ziemlich gelitten… Später wollte ich gern nautischer Offizier der Marine werden, habe mich ernsthaft mit Schiffen beschäf-

31 tigt und das Berufsziel richtig zielgerichtet verfolgt. Plötzlich waren Literatur und Theater wichtiger. Plötzlich war dieses Ziel vollkommen weg, vielleicht war es die erste Liebe oder sonst etwas. Und außerdem: Wegen unserer Westverwandtschaft wäre ich wahrscheinlich gar nicht für diese Studiengänge zugelassen worden. : Vorwarnung! Nun kommt als Übergang eine ganz platte Metapher: Zur See fahren bedeutet, Unbekanntes erkunden zu wollen, Risiken einzugehen. Als Sie 2009 ans Hans-Otto-Theater kamen, war die Euphorie nach der Eröffnung des „Neuen Theaters“ in der Schiffbauergasse verflogen. War das für Sie eine Chance, sich auszuprobieren, Neues zu wagen? Wellemeyer: Etwa zur Jahrtausendwende wurden in Brandenburg mehrere komplexe Mehrspartentheater abgewickelt, auch in unserer Stadt wurde der innere Aufbau der Theater völlig verändert. Da ist die Bindung der Potsdamer_innen an das Theater auch teilweise verloren gegangen. Um diese Begeisterung neu anzufachen und zu stabilisieren, braucht es eine lange Zeit, braucht es in einem Stadttheater kontinuierliche Arbeit. Zudem ist Potsdam sehr heterogen geworden. Die Stadt wächst rasant, viele Menschen ziehen hierher. Da hat mein Vorgänger, der Uwe Eric Laufenberg, gute Vorarbeit geleistet, die wir aber nicht nur einfach weitergeführt haben: Wir haben ein starkes Schauspielensemble aufgebaut, ein


32 starkes Programm, großartige Veranstaltungsformate wie den „nachtboulevard“ entwickelt und die Schiffbauergasse zu einer kulturellen Drehscheibe gemacht. Wir sind darauf vorbereitet, dass Potsdam immer mehr mit Berlin zusammenwächst und können das neue interessierte Publikum genauso vielfältig ansprechen. : Im Interview mit der speakUP hat Ihre Schauspielerin Franziska Melzer gesagt, Sie müssten sich oft für die Besucher_innen-Zahlen rechtfertigen (Ausgabe Nr. 9). Warum hat es das HOT verdient, 10 Millionen Euro jährliche Fördermittel zu erhalten? Wellemeyer: Unser Theater hatte 2011 so viele Gäste wie seit vier Jahren nicht mehr. Es geht aber nicht nur um Zahlen, sondern vor allem um Inhalte und Qualität. Wenn in Potsdam 120 Leute zu einer Literaturveranstaltung kommen, ist das nicht wenig. Kunst spricht mit dem Einzelnen. Die Interessengruppen in den Städten werden immer heterogener, deshalb müssen wir viele differenzierte Angebote entwickeln. Diese Differenzierung ist aber gar nicht schlimm, sondern eine Chance. Das Stadttheater wird zur Drehscheibe und zur Plattform verschiedenster sozialer Perspektiven. : Welche Konzepte haben Sie in der kommenden Spielzeit für uns Studierende? Es gibt in dieser Saison einen Themenkreis, den nennen wir – frei nach Max Frisch – „Biografie. Ein Spiel“. Er zeigt, wie Lebenswege den Menschen beeinflussen. Zum Bespiel „Drei Mal Leben“ von Yasmina Reza, einer der meistgespielten zeitgenössischen Autorinnen. Ein Astrophysiker, der aus karrieretechnischen Gründen seinen Chef einlädt, bekommt

die Chance, den Abend mehrmals leben zu können. Eröffnet wird die Saison mit „Der Eisvogel“ von Uwe Tellkamp, eine Romanbearbeitung, die die Fragilität und die Kostbarkeit unserer Demokratie diskutiert. Auch hier steht eine Biografie im Zentrum: Ein junger begabter Mann verachtet seinen Vater, einen Finanzmanager, und wird in einen politischen Kreis gezogen, von dem er zu spät merkt, dass es eine „rechtsintellektuelle“ Terrorzelle ist. Das Thema Demokratie haben wir auch in „Ein Volksfeind“ von Henrik Ibsen: Ein Arzt entdeckt in einem Kurort, dass die Badequellen vergiftet sind. Als er das öffentlich machen will, stellt sich die Mehrheit der Bürgerschaft gegen ihn. Das führt den Arzt in eine persönliche Isolation und zu einer gefährlichen antidemokratischen Haltung. Eine spannende Debatte, die Ibsen da vor hundert Jahren schon geführt hat – schließlich geht es ja auch heute darum, wem unser Land, wem unsere repräsentative Demokratie eigentlich gehört: Dem Volk? Den Banken? Gibt es Alternativen? An diese Fragestellungen wollen wir rankommen. : Das klingt nach wichtigen Themen, aber auch bitterernst. Ist das ein Berufsrisiko, dass man da nicht immer glücklich ist? Wellemeyer: Ganz im Gegenteil: Theater ist sehr lustvoll, wir lachen viel. Und außerdem: viele unserer Stücke sind Komödien! Natürlich suchen wir immer nach einer Dimension. Einfach so Ballaballa machen wir hier nicht. : Was glauben Sie, was die Studierenden interessiert? Wellemeyer: Schwer zu sagen, total unberechenbar. Wir haben erlebt, dass die Studierenden massenhaft in „My Fair


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Lady“ gingen, da kommste nicht drauf! Das Studierendenpublikum ist genauso differenziert und komplex wie jedes andere auch. Aber man kann hier Leute kennenlernen, nach der Aufführung oft noch lange bleiben. : Wenn Ihr Vertrag im kommenden Jahr nicht verlängert wird – wie geht es dann weiter? Wellemeyer: Wir sind derzeit in guten Gesprächen mit dem Oberbürgermeister. Aber natürlich habe ich klare Vorstellungen davon, was wir hier gemeinsam verändern müssten. : Was müsste denn verändert werden? Wellemeyer: Was mir am Herzen läge, wäre die Weiterentwicklung unseres starken Künstler_innen-Ensembles. Auch im Bereich der ästhetischen Bildung und der Kinder- und Jugendarbeit würde ich gern mehr machen – aber da geht es natürlich auch um Geldfragen. Da weiß der Oberbürgermeister genauso wie ich, dass wir eine soziale Verantwortung haben – denn

was da an Gewinn herumkommt, lässt sich nicht in Geld messen, das sind andere Werte. Schon jetzt spielen wir fast die Hälfte aller Aufführungen für Kinder, das wissen die wenigsten. Schön wäre es, wenn noch mehr Gymnasien kämen. Genauso wichtig wäre mir, dass mehr Studierende zu uns ins Theater kommen. Viele fahren sofort nach Berlin, sobald sich auch nur eine freie Minute auftut – dabei liegt so vieles Gutes direkt vor der Haustür!

Frei karten zu gew inn en!

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Geh mit der kostenlos ins Hans-Otto-Theater! Gewinne 2 x 2 Karten für die Premiere von „Drei Mal Leben“ am 9. November. Schick einfach bis zum 31.10. eine SMS mit „HOT“ und deinem Lieblings-Träum-Ort an 0160/3271989, z.B. „HOT In der Krone eines hohen Baumes vor dem Palais“. Rechtsweg ausgeschlossen. Viel Glück!


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(UN)GERECHTE SPRACHE: Why sexist language matters! „Ok Guys, now let‘s turn right to Alexanderplatz!“ Diese Aufforderung drang mir neulich in die Ohren, als ich mit dem Rad in eine Truppe spanischer Tourist_innen geriet. Was mir auffiel war, dass in dieser fröhlich radelnden Masse maximal zwei Männer anwesend waren und ihr Guide sie trotzdem mit dem generischen Maskulinum, also als grammatikalisch männlich ansprach. Dieser kleine Vorfall stimmte mich nachdenklich. Von Juliane Fischer. Je nachdem wie Menschen angesprochen, bezeichnet oder eben auch sprachlich ignoriert werden, beeinflusst dies nicht nur die betroffenen Personen, sondern auch deren soziales Umfeld. Was also macht Sprache mit Menschen? Sie spiegelt das Verhalten zueinander wieder, reproduziert es und beeinflusst es unzweifelhaft auch. Dies gilt ebenfalls für das Verhältnis der Geschlechter. Ein interessanter und empfehlenswerter Aufsatz zum Thema Sprache und Sexismus wurde von Sherryl Kleinman verfasst. „Why Sexist Language Matters“ lautet der Titel und stellt mit unterhaltsamen Beispielen aus dem Alltag dar, warum geschlechterungerechte Sprache eben nicht egal ist und dieses Thema alle betrifft. Es geht hier nicht um Beschimpfungen oder andere offentsichtliche Formen der frauenfeindlichen Verwendung von Sprache, sondern um jenes alltägliches Ignorieren von Frauen, das vielen so normal erscheint. Denn Sprache spiegelt unsere Realität wieder, in welcher Frauen von einem männlichen Denken do-

miniert werden, sie in ihrer Entwicklung gehemmt und bei Beförderungen übergangen werden. Jede_r Sprecher_in bezieht mit ihrem Sprachgebrauch Position und nimmt somit aktiv Teil an der Gesellschaft, die nach wie vor geprägt ist von Stereotypen, Normen- und Rollenvorstellungen das Verhalten der Geschlechter betreffend. Sprache und Handeln sind eng miteinander verbunden und somit liegt die Schlussfolgerung nahe, dass mein Sprechen auch mein Handeln beeinflusst. Kleinman hält hierzu fest: “words are tools of thought“ und bringt somit die Bedeutung der Sprache treffend auf den Punkt. So untersucht sie zum Beispiel Berufsbezeichnungen, die eindeutig auf das Geschlecht des Bezeichneten verweisen, wie postman, congressman oder fireman. Vermutlich entstammen diese Bezeichnungen einer Zeit, in der diese Berufe nur von Männern ausgeführt wurden und daher gar nicht erst die Idee aufkam, Frauen in diese Berufe zu involvieren oder sie in diesem Bereich sprachlich einzubeziehen.


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Doch die Zeiten haben sich geändert. Einlassen auf neue Formulierungen, die Frauen sind in Wirtschaft und Politik ver- Suche nach Alternativen und den Umtreten, bekleiden Minister_innen-Posten gang mit der Sprache bewusster zu geund nehmen auch in bedeutenden Unter- stalten, ist gerade heute notwendig und gehört nicht zum alt-feminehmen Führungspositionen nistischen Stänkern. Denn ein. Es ist somit notwendig, Es müssen sich das Ziel ist es nicht, in der sie direkt zu benennen, um “feminist bubble“ vor sich diese veränderte Realität zu mehr Frauen in hin zu diskutieren, sondern reflektieren und sie nicht zu Führungsaktiv die Realität zu veränignorieren. positionen dern. Darüber hinaus sind wir vorwagen Wie konservativ und festuns wohl einig, dass sich gefahren das Denken bezügweitaus mehr Frauen, als die selbstbewussten Einzelfälle, in besag- lich der Sprache nach wie vor ist, stellt te Führungspositionen vorwagen sollten sich spätestens dann heraus, wenn das und Probleme, wie „gender pay gap“ Ansprechen einer gemischten Gruppe und „gläserner Decke“ noch lange nicht einmal anders erfolgt. Wenn, wie in (feGeschichte sind. Diese Verhältnisse müs- ministisch) bewusst denkenden Kreisen sen ausgesprochen und angesprochen üblich, diese Gruppe in der grammatiwerden, damit sie erkannt werden und kalisch weiblichen Form angesprochen somit weitere Schritte zur Veränderung wird, wie bspw. „liebe Teilnehmerinnen“, gegangen werden können. Gesprochene beginnt in vielen Köpfen eine VerwirSprache lässt sich jedoch schwerlich fest- rung, die sich in Kopfschütteln oder Gegesetzten Regeln unterwerfen und man kicher äußert. Hihi, der Junge wurde als kann jeden Tag beobachten, dass etwas Mädchen angesprochen, dabei ist er doch nicht mehr so oder so benannt wird, nur gar keins… Wieso aber ist es so normal, weil es bestimmte Gebote gibt. Das Sich- wenn es andersherum passiert?


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Ablenkungsmanöver Wer kennt das nicht: Während der Prüfungsvorbereitung ist die Wohnung bis in die Sterilität gereinigt, der facebook-Chat glüht vor Smalltalk und statt zu lernen, sehnt man sich nach Befreiung. Da hat die für euch vorgesorgt: Lenkt euch mal ordentlich ab mit den Events auf den folgenden Seiten und tobt euch aus – dann geht es auch bestimmt mit dem Studieren wieder leichter.

Dienstag, 16.10.12 21 Uhr

freitag, 19.10.12 19 Uhr

Semesteranfangsparty Nil StudentInnenkeller, Am Neuen Palais 10

Feuer, Wasser, Erde, Luft – Tanz der Elemente, Botanischer Garten, Maulbeerallee 2

www.planet-nil.de

www.botanischer-garten-potsdam.de

Freitag, 19.10.12 20 Uhr

Samstag, 20.10.12 10 – 22 Uhr

80 Jahre Antifaschistische Aktion

Die Biosphäre wird 10! Große Jubiläumsfeier, Biosphäre Potsdam

Vortrag mit anschließender Musik von Rocko Diamant & Schnapsikofski und Kalli Krawalli KuZe, Hermann-Elflein-Straße 10, Theatersaal

www.biosphaere-potsdam.de

www.kuze-potsdam.de

samstag, 20.10.12 22 Uhr

samstag, 20.10.12 21 Uhr

5 Jahre: Die offizielle Semestereröffnungsparty aller Studierenden der Universität Potsdam Lindenpark, Stahnsdorfer Straße 76

Pothead „Das wirklich wahre Leben“ Eine Leseschau Waschhaus, Schiffbauergasse www.waschhaus.de

www.lindenpark.de Für die Richtigkeit der Termine übernehmen wir keine Gewähr.


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montag, 22.10.12 21 Uhr

Freitag, 26.10.12 20 Uhr

Filmabend: Broken Lizard Abend Nil StudentInnenkeller, Am Neuen Palais 10

Ulla Meinicke – „Ungerecht wie die Liebe“ Lesung Lindenpark, Stahnsdorfer Straße 76

www.planet-nil.de

www.lindenpark.de

mittwoch, 24.10.12 20.30 Uhr

samstag, 27.10.12 20 Uhr

Calling - ein getanzter LiederabendKuZe, Hermann-Elflein-Straße 10 Theatersaal

Olli Dittrich „Das wirklich wahre Leben“ – eine Leseschau Waschhaus, Schiffbauergasse

www.kuze-potsdam.de

www.waschhaus.de

Je tz t Du!

gut, so lala oder sterbenslangweilig? Du findest die Du hast Ideen, wie wir besser Du willst Kritik oder Lob loswerden? r gestaltest du gern? werden können? Oder schreibst ode unser Team und hilf uns, Dann ran an die Bouletten: Komm in freuen uns auf dich! die nächste Ausgabe zu gestalten! Wir oder Ideen kannst du auch einfach Anregungen, Freude, Beschwerden mailen an: redaktion@speakup.to

Auch in diesem Wintersemester gibt es über Studiumplus wieder ein Einführungsseminar zum publizistischen Schreiben. Hier habt ihr die Chance, praktische Erfahrung zu sammeln, die neue aktiv mitzugestalten und dafür sogar noch Credits abzusahnen! Einfach über PULS in Veranstaltung Nr. 33389 einschreiben – wir melden uns bei dir!

hvollziehbar... ;)

Du kriegst nicht genug von uns? Nac

www.speakup.to


AnzEIGE

EINSTEIN FORUM Am Neuen Markt 7, 14467 Potsdam

M i ttwoch, 1 7 . O kto b er , 1 9 Uhr INgO SchUlze Schriftsteller, Berlin Marktkonforme Demokratie – Demokratiekonforme Märkte Im Anschluss Diskussion mit Dr. eDgAr MOSt und Prof. Dr. geSINe SchwAN, Berlin gesprächsleitung: Prof. Dr. SUSAN NeIMAN Don n erstag , 1 8. O kto b er , 19 Uhr DAN ArIely Professor of Behavioral economics, Duke University Restraining Order. The Art of Self-Control gesprächsleitung: Dr. lAel SchOOler weitere Informationen sowie die Ausschreibung für Künstler unter www.einsteinforum.de Di en sta g , 23 . O kto b er , 1 9 Uhr Dr. tyrell hABerKOrN research Fellow, Department of Political and Social change, Australian National University, canberra; z.zt. Albert einstein-Fellow, caputh Sisters in Sedition gesprächsleitung: ANNeMIe VANAcKere Fr eitag, 26 . O k to b er , 1 0 Uhr Symposium An den Grenzen – Werner Herzog Mit Beiträgen von VAlérIe cArré, Strasbourg; PAUl crONIN, New york; chrIStOPh hOchhäUSler, Berlin; DANIel KOtheNSchUlte, Köln; SABINe NeSSel, Berlin; chrIS wAhl, Potsdam Ort: Filmhaus am Potsdamer Platz, Berlin-tiergarten M i ttwoch, 7 . N o vem b er , 19 Uhr KArSteN D. VOIgt ehemaliger Koordinator für deutsch-amerikanische zusammenarbeit im Auswärtigen Amt, Berlin Die USA haben gewählt gesprächsleitung: Prof. Dr. SUSAN NeIMAN M i ttwoch, 28 . N o vem b er , 19 Uhr Dr. chrIStOPher ryAN Psychologist and Author, Barcelona Sex at Dawn gesprächsleitung: Dr. FANNy JIMeNez

Donne rst ag, 2 9. November, 19 Uhr wIllIAM e. ScheUerMAN Professor of Political Science, Indiana University Presidentialism and Emergency Government since 9/11 From Bush to Obama gesprächsleitung: Prof. Dr. BerND greINer Donne rst ag, 13.– Sams tag, 15. D ezember Zum Fest. Heyday of Emotions teilnehmer u.a.: ANNAlISe AcOrN, edmonton; Kelly ASKew, Ann Arbor/Berlin; wINFrIeD geBhArDt, Koblenz; MIchAel MAUrer, Jena; yVONNe NIeKreNz, rostock; JOe Perry, Atlanta; rOBert PFAller, wien; BIrgItt röttger-röSSler, Berlin; güNter ScheNK, Mainz; FrOMA zeItlIN, Princeton/Berlin Feste sind zentrale Ereignisse in unserem Leben. Indem wir feiern, werden Gefühle gebildet, gestaltet und kultiviert. Dabei entstehen zeitlich begrenzte emotionale Gemeinschaften, bei denen ein Band geknüpft wird, das kleine Gruppen ebenso zusammenhält wie die Gesellschaft als ganze. Die zentralen Gefühle unterscheiden sich aber von Fest zu Fest: Zu Weihnachten oder etwa bei Hochzeiten werden vor allem Vorstellungen von Liebe und Intimität aufgerufen; bei anderen wie Karneval und Silvester geht es um ekstatische und rauschhafte Entlastungen vom Alltag; bei Trauerfeiern versuchen wir unseren Trennungsschmerz und die Verlustempfindungen zu bewältigen; nationale Jahrestage und Siegesfeiern kultivieren bestimmte Gefühle des Stolzes. Donnerstag, 31. Januar – Freitag, 1. Februar Die Fünf Sinne: Tausendmal berührt… teilnehmer u.a.: gABrIele BrANDStetter, Berlin; Uwe gIeler, gießen; MArtIN grUNwAlD, leipzig; MIchAel heSeMANN, Düsseldorf; MArK PAterSON, Pittsburgh Die Haut, in der wir stecken, ist unser größtes, komplexestes und zugleich empfindlichstes Sinnesorgan, ausgestattet mit Milliarden von Rezeptoren, verteilt über die gesamte Körperoberfläche. Berühren und Berührtwerden formen unser Leibschema und Körperbild; sie stiften Identität durch begrenzende Lokalisierung und wecken zugleich in uns die Sehnsucht nach Verschmelzung mit anderen in intimer oder gesellschaftlicher Gemeinschaft. Im Unterschied zu allen anderen menschlichen Sinnen ist der Tastsinn für das Leben unverzichtbar – und doch wird er in der Forschung vergleichsweise wenig beachtet.

www.einsteinforum.de


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sonntag, 28.10.12 18 Uhr

mittwoch, 31.10.12 15 Uhr

Ärger nicht den gespaltenen ArschDer Pub à la Pub-Spieleabend Pub à la Pub, Breite Straße 1

El Dia de los Muertos Der Thementag im KuZe anlässlich des Tages der Toten. KuZe, Hermann-Elflein-Straße 10

www.pub-a-la-pub.de

www.kuze-potsdam.de

Montag, 29.10.12 21 Uhr Filmabend: Gangster-KomödienAbend Nil StudentInnenkeller Am Neuen Palais 10 www.planet-nil.de

Samstag, 03.11.12 20.30 Uhr Tanz im Foyer: Tangotanznacht Ein Abend für leidenschaftliche Tänzer mit dem Berliner Quintett bassa Nikolaisaal, Wilhelm-Staab-Straße 10-11 www.nikolaisaal-potsdam.de

dienstag, 30.10.12 19 Uhr PUBeye Halloween-Special Dunkles Pub, Popcorn und Spuk vom Feinsten Pub à la Pub, Breite Straße 1 www.pub-a-la-pub.de

Sonntag, 04.11.12 19 Uhr Ingo Appelt: „Göttinnen“ Nikolaisaal, Wilhelm-Staab-Straße 10-11 www.nikolaisaal-potsdam.de

30.10.12 – 3.11.12

Donnerstag, 8.11.12

unidram 2012 T-Werk, fabrik, Waschhaus, museum FLUXUS+ und Reithalle, Schiffbauergasse

Konzert der Band „spark denies fire“

www.unidram.de

Auftakt zu den Hochschultagen der ESG & SMD Potsdam (siehe auch S. 40) www.myspace.com/sparkdeniesfire


40 freitag, 09.11.12 19.30 Uhr

montag, 12.11.12 19 Uhr

Premiere: Drei Mal Leben Hans-Otto-Theater, Neues Theater Schiffbauergasse

Me And My Drummer Konzert Waschhaus, Schiffbauergasse

Gewinn 2 x 2 Freikarten! Alle Infos zur Verlosung auf Seite 33.

www.waschhaus.de

www.hansottotheater.de

12.11.12 – 15.11.12 immer ab 18.15 Uhr Hochschultage der ESG & SMD Potsdam: Podiumsdiskussion über gesellschaftliche Probleme und Referent_innenabende zur Moral in Sport, Politik und Naturwissenschaften www.smd-potsdam.de

AnzEIGE

dienstag, 13.11.12 20 Uhr Holly Cole (Kanada) „Night“ – Eine innige Liebeserklärung an die Nacht und ihre Magie mit Songs von John Barry, Captain Beefheart, Tom Waits u.v.a. Nikolaisaal, Wilhelm-Staab-Straße 10-11 www.nikolaisaal-potsdam.de


Nr. 11 freitag, 16.11.12 19.30 Uhr Ein Volksfeind Hans-Otto-Theater, Neues TheaterSchiffbauergasse

41 dienstag, 25.12.12 19.30 Uhr Drei Mal Leben, Hans-Otto-Theater, Neues TheaterSchiffbauergasse www.hansottotheater.de

www.hansottotheater.de

donnerstag, 29.11.12 20 Uhr

Montag, 31.12.12 18 Uhr

Sound Unlimited: Der Klang des Universums Nikolaisaal, Wilhelm-Staab-Straße 10-11

My Fair Lady Hans-Otto-Theater, Neues Theater, Schiffbauergasse

nikolaisaal-potsdam.de

www.hansottotheater.de

freitag, 30.11.12 20 Uhr Jochen Malmsheimer Wenn Worte reden könnten oder: 14 Tage im Leben einer Stunde Waschhaus, Schiffbauergasse

Montag, 31.12.12 23 Uhr Waschhaus Silvesterparty Waschhaus, Schiffbauergasse www.waschhaus.de

www.waschhaus.de

freitag, 07.12.12 20 Uhr Christmas in Swing Swing Dance Orchestra, directed by Andrej Hermlin Nikolaisaal, Wilhelm-Staab-Straße 10-11 www.nikolaisaal-potsdam.de

Montag, 31.12.12 18 Uhr „Tropicando - Tanz in den Tropen“ Silvesterparty in der Potsdamer Biosphäre Biosphäre Potsdam www.biosphaere-potsdam.de

Planst du selbst eine Veranstaltung, die auf diese Seite gehört? Dann immer her damit: Schick einfach eine E-Mail an redaktion@speakup.to!


Impressum ist die unabhängige Studierendenzeitschrift der Universität Potsdam. Sie erscheint quartalsweise und kostenlos. Herausgegeben von der Redaktion der : Lisa Büntemeyer, Juliane Fischer, Christoph Freytag, Marie-Julie Jacquemot, Fabian Lamster, Denis Newiak, Katja Rink. Layout: Christoph Freytag, Denis Newiak. Verantwortlich für dieses Ausgabe ist die Chefredaktion: Denis Newiak (C.v.D.), Christoph Freytag (V.i.S.d.P.). Bilder: Seite 1: Fotofreundin - fotolia.com; Seite 21: claudecastor86 - fotolia.com; Seite 22: philipk76 - fotolia.com; Seiten 12 u. 13: Marcel Piest; Seiten 17 u. 28: Denis Ne-

wiak; Seiten 18, 19 u. 35: Christoph Freytag; Seite 31: HOT/HL Böhme. Kontakt: , Postfach 800150, 14427 Potsdam. redaktion@speakup.to. Auflage: 5.000 Exemplare (1. Auflage) Druck: diedruckerei.de. Redaktionsschluss 3. Oktober 2012.

dieser

Ausgabe:

Die nächste erscheint voraussichtlich am 28. Januar 2013. Diese Ausgabe wurde freundlicherweise Weise unterstützt von der AG Studiumplus der Universität Potsdam und dem Studentenwerk Potsdam. Die dankt für die Großzügigkeit!


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ANDERS

ALS DIE ANDEREN!


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speakUP Ausgabe 11  

Zehnte Ausgabe der Studierendenzeitschrift „speakUP“ (Nr. 11), erschienen am 18.10.2012, erstellt von Studierenden der Universität Potsdam....

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