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Deine Interessenvertretung Das AStA-Büro auf dem Campus Neues Palais im Haus 6 | Am Neuen Palais 10 | 14469 Potsdam Telefon 0331. 977-1225 | Telefax 0331. 977-1315 | info@asta.uni-potsdam.de | www.asta.uni-potsdam.de

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) ist Eure Studierendenvertretung. Wir vertreten die politischen Interessen der Studierenden in der Hochschule und darüber hinaus. Der AStA ist das gesetzliche Exekutivorgan der Studierendenschaft der Universität Potsdam und wird jährlich vom Studierendenparlament gewählt. Mit Euren Studierendenschaftsbeiträgen organisieren wir politische und kulturelle Bildungsangebote und fördern Eure eigenen Projekte aus einem eigens dafür eingerichteten Fonds. Der AStA sichert zum Beispiel Euer Semesterticket und betreibt darüber hinaus das Studentische Kulturzentrum [ ] Kuze in der Potsdamer Innenstadt. Auch bieten wir eine Fülle an Beratungsangeboten für (fast) alle Lebenslagen an. Der AStA besteht aus verschiedenen Referaten — allesamt Studierende wie Ihr — und seinen Angestellten. Wir treffen uns im Semester jeden Dienstag um 16.00 Uhr zur AStA-Sitzung in unserem Büro auf dem Campus Neues Palais.

Die AStA-Beratungen

mit dem Du zu einem von zwölf Mietervereinen Deiner Wahl oder auch dem Online-Mieterverein gehen kannst, um Dich beraten zu lassen. Kontakt: siehe oben.

BAföG- und Sozialberatung montags 9.00 bis 14.00 Uhr freitags 9.00 bis 14.00 Uhr Studentisches Kulturzentrum Hermann Elflein-Straße 10 Telefon 0331. 647 10 -11 und -12 Jobberatung Arbeitsrechtliche Erstberatung vom AStA und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) montags 18.15 bis 20.15 Uhr mittwochs 10.30 bis 12.30 Uhr Studentisches Kulturzentrum Hermann Elflein-Straße 10 Telefon 0331. 647 10 -11 und -12 Prüfungsrechtsberatung dienstags 12.00 bis 16.00 Uhr freitags 15.00 bis 18.00 Uhr Studentisches Kulturzentrum Hermann Elflein-Straße 10 Telefon 0331. 647 10 -11 und -12

Semesterticket-Servicestelle Beratung und Information zu Befreiungsund Förderungsmöglichkeiten donnerstags 10.00 bis 14.00 Uhr Studentisches Kulturzentrum Hermann Elflein-Straße 10 Telefon 0331. 647 10 -11 und -12

Noch mehr Beratungsangebote findest Du jederzeit auf unserer Homepage unter:

Mietrechtsberatung von AStA und Mietervereinen Wenn Du Beratungsbedarf hast, stellen wir speak Nr. Dir gern einen Beratungsgutschein aus,

UP

Sonstige Rechtsberatung durch Rechtsanwälte im Auftrag des AStA nach Vereinbarung per eMail an rechtsberatung@asta.uni-potsdam.de

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www.asta.unipotsdam.de/service


E D I TO R I A L

Alles neu! Für viele von euch beginnt in diesen Tagen ein neuer Lebensabschnitt: Mit Start des Studiums steht euch eine neue Welt offen, und auch die älteren Semester haben die jährliche Chance, ihre guten Vorsätze von einst wieder aufzupolieren. Auch sonst gibt es Erneuerungskuren, wohin das Auge reicht: Das Hochschulgesetz wird novelliert, auch im Hans Otto Theater haben wir neue Gesichter entdeckt. Und den Studierendenvertretungen würde es gut tun, wenn an der einen oder anderen Stelle frischer Wind durchfegen würde. Also: Alles auf Null! Und l asst euch aufs Neue ein – mit eurer druckfrischen speak UP! INHALT c a m pus A K T U ELL

Studiwohnheime gefährdet; Zukunft der Lausitz-Hochschule ungewiss; Uni prüft Urabstimmung — Seite 4. c a m pus P OLITI K

Aktuelles zur Novellierung des Hochschulgesetzes — Seite 6. Für eine neue Studierendenvertretung! Ein Kommentar — Seite 10. c a m pus LEBEN

Survivalguide für die Uni — Seite 16. Die populärsten Studi-Kneipen im Test — Seite 20. „Studieren war für mich eine Befrei-

ung“: Interview mit Bodenski — Seite 26. c a m pus K REATIV

Geld verdienen im Liegen: Christoph in der MRT-Röhre — Seite 34. Kolumne „Unser UNIversum“: Das Auslandssemester — Seite 36. c a m pus K U LT U R

„Theater lehrt uns, offen für das Neue zu sein“: Interview mit HOT-Schauspielerin Zora Klostermann — Seite 40. c a m pus TERMINE — Seite 44. IM P RE S S U M — Seite 25.

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c a m p u s AK T U E L L

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U n i - E x pa n s i o n am Neuen S t u d i w o h n h e i m e g e fä h r d e t Die Stadtverordnetenversammlung der Landeshauptstadt Potsdam hat auf ihrer Sitzung am 4. September der geplanten Erweiterung der Universität am Standort Neues Palais zugestimmt. Somit sind die planungsrechtlichen Grundlagen geschaffen, dass die Universität wie geplant in den kommenden 15 Jahren etwa 120 Millionen Euro investieren kann. Die Expansion der Philosophischen Fakultät sei erforderlich, um der gewachsenen Zahl an Neuimmatrikulationen zu begegnen. Der Plan hatte im Vorfeld zu Widerständen aus einzelnen Fraktionen geführt, weil im Zuge der Maßnahmen auch der Sportplatz abgerissen und die Studierendenwohnheime an der KaiserFriedrich-Straße in ihrer Höhe verringert werden sollen. Somit würden ohnehin knappe Wohnheimplätze weiter reduziert werden. Die Stadtverordnetenversammlung lehnte zwar einen Änderungsantrag

Pa l a i s :

von Linken und der „Anderen“ ab, den geplanten Rückbau der achtstöckigen Wohnheime auf Dreistöcker zu verhindern, beschloss aber, dass die Gesamtkapazität an Wohnungen nicht verringert werden dürfe. Das Studentenwerk Potsdam, das die Wohnheime betreibt, bemängelte auf seiner facebook-Seite, dass es nicht an der Erarbeitung der Verwaltungsvorlage beteiligt wurde. Ein eventueller Rückbau soll durch Ersatzbauten ausgeglichen werden. Das Studentenwerk plane selbst keine Veränderungen an der Anlage, erst kürzlich seien Fördermittel zum Erhalt der Anlage eingesetzt worden. Erst vor wenigen Tagen wurde die aus Eigenmitteln und Krediten bezahlte Sanierung von Wohnanlagen in der Breiten Straße abgeschlossen und die Anlage neu bezogen. Perspektivisch möchte das Studentenwerk mehr „bezahlbaren Wohnraum für Studierende“ schaffen. dn

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c a m p u s AK T U E L L

Zukunft der neu gegründeten LausitzHochschule weiter ungewiss Nach Ende der Eintragungsfrist für das Volksbegehren „Hochschulen erhalten“ gegen die Fusion der BTU Cottbus mit der Hochschule Lausitz bleibt die Zukunft der neuen „Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg“ weiter in der Schwebe. Kurz vor Redaktionsschluss dieser Zeitschrift war zunächst nicht damit zu rechnen, dass das Volksbegehren doch noch die benötigten 80.000 Unterschriften zusammen bekommen könnte: Zur Halbzeit des sechsmonatigen Eintragungszeitraums hatten sich knapp unter 12.000 Menschen für das Begehren ausgesprochen. Im Fall eines erfolgreichen Volksbegehren muss sich der Landtag erneut mit dem eigenen Beschluss auseinander setzen. Doch mit Abschluss des Volksbegeh-

rens ist der Rechtsstreit um die Hochschule noch nicht beigelegt: Die Klagen des Präsidenten, des Senats und einzelner Professor_innen der in der Fusion aufgegangenen BTU Cottbus sind bisher noch nicht entschieden worden. Die Kläger_ innen kritisieren, dass der Landtagsbeschluss nicht mit der verfassungsrechtlich gewährleisteten Autonomie der Hochschule vereinbar sei. Seit der Fusion sei die Zahl der Studienanfänger_innen rückläufig und die Streichung von Professuren geplant, gab Michael Apel, Pressesprecher des Volksbegehrens gegenüber der sp e a k U P an. Ein Eilantrag gegen den Beschluss war im Juni zurückgewiesen geworden: Auch im Falle seiner Rechtswidrigkeit könne der Beschluss noch nachträglich rückgängig gemacht werden. dn

U n i v e r s i tät prüft RechtmäSSigkeit d e r st u d e n t i s c h e n U r a b st i m m u n g Das Justiziariat der Universität Potsdam prüft derzeit die studentische Urabstimmung „Studentisches Leben Stärken – Studierendenschaft erhalten“ vom Juni auf Verfahrensfehler und somit auf eine mögliche Rechtswidrigkeit. Ein Mitglied des Studentischen Wahlausschuss (StWa) hatte im Juli Zweifel an der Durchführung der Abstimmung angemeldet und „als Privatperson“ die Rechtsaufsicht über die vermuteten Mängel informiert und um Klärung gebeten. Der Präsident hat in seiner Funktion als Rechtsaufseher den StWa daraufhin aufgefordert, eine Wahlprüfung durchzuführen. Der StWa hat jedoch keine Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Urabstimmung. Folglich muss

sich nun in nächster Instanz die Universität mit den Beanstandungen auseinandersetzen. Sollte sich herausstellen, dass die Urabstimmung tatsächlich nicht rechtens verlief, würde die Urabstimmung im Rahmen der Rechtsaufsicht annulliert werden müssen. Die Universitätsleitung wolle diesen Schritt aber nur gehen, wenn es keine andere Möglichkeit mehr gäbe. Die sp e a k U P hatte zuvor von möglichen Mängeln bei der Bekanntmachung der Urabstimmung berichtet. Sollte die Urabstimmung allen Beanstandungen zum Trotz für gültig erklärt werden, wäre diese erfolgreich gewesen und der Vorschlag des AStAs somit angenommen worden. dn

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2 . B b g HG - K o n f e r e n z f o r d e r t: S o z i a l e Hürden abbauen Die zweite Konferenz zur Novelle des Brandenburgischen Hochschulgesetzes (BbgHG) hat stattgefunden. Die Veranstaltung, die von der Brandenburgischen Studierendenvertretung (BrandStuVe) am 6. August ausgerichtet wurde, lief unter dem Motto „Soziale Hürden abbauen!“: Die BrandStuVe hat informiert, gefordert und angeregt. Jetzt liegt es am Ministerium, zu reagieren.

von Sarah E m m i n g h a us . Der Entwurf für die Novelle des BbgHG liegt ja nun schon länger vor – er wurde kritisiert, verteidigt, es wurde eingelenkt, wieder kritisiert. Verschiedene Gruppierungen von Brandenburger Studis waren dabei am lautesten – so auch die BrandStuVe, deren Reaktion und Kritik sich auf drei Konferenzen äußern sollte. Interessierte aller Statusgruppen (also Studis, Mitarbeiter_innen im Wissenschaftsbetrieb und Politiker_innen)

waren willkommen und zumindest auf den zwei Konferenzen, die bereits stattgefunden haben, vertreten. Die erste Konferenz fand am 26. Juli unter dem Titel „Wissenschaftliche Zukunft sichern!“statt (sp e a k U P berichtete). Dort konzentrierten sich die Workshops auf den freien Masterzugang, prekäre Beschäftigungsverhältnisse an der Uni und die Geschlechtergleichstellung. Der zweite Workshop im August hat nun auf weitere Kritikpunkte aufmerksam gemacht, die unter der Überschrift „Soziale Hürden abbauen!“ zusammengefasst wurden: Im Mittelpunkt der vier Workshops standen die Probleme von ausländischen Studierenden, das Thema Zwangsexmatrikulation, das Teilzeitstu-

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dium (das längst nicht bei allen In vielen Punkten Studiengängen möglich ist) und die versteckten Studiengebühren bleiben die von 51 Euro. Diese Konferenz St u d i s w e i t e r a u f war besser besucht als die erste, Zu g e s t ä n d n i ss e laut BrandStuVe-Sprecher Daniel d e s M i n i st e r i u m s Sittler „von allen Statusgruppen“. Außerdem wurde dort die ersangewiesen. te Konferenz ausgewertet; unter anderem von Wissenschaftsministerin Dr. Sabine Kunst kamen Themen sind schon seit Längerem Kernerste Reaktionen auf die Forderungen der anliegen der Kritiker_innen des aktuellen BrandStuVe, so Juliane Meyer, eine der BbgHG – blieben es allerdings auch noch Organisator_innen der Veranstaltung. nach Veröffentlichung des Entwurfs für Beispielsweise habe Kunst bei dem Thema die Novelle. Darunter gehört auch das des Masterzugangs eingelenkt: Die Mög- Problem, dass ausländische Hochschullichkeit einer Anerkennungsprüfung wur- zugangsberechtigungen in vielen Fällen de diskutiert. Würde dies durchgesetzt nicht von deutschen Universitäten und werden, könnten Studierende, die die Fachhochschulen anerkannt werden. Voraussetzungen eines bestimmten Mas- Dies müsse ausgeweitet und überdacht terstudienganges nicht erfüllen, trotzdem werden, findet die BrandStuVe. „Hier hat immatrikuliert werden. Sie müssten sich das Ministerium auch bereits Entgegenjedoch innerhalb des ersten Studienjahres kommen signalisiert, wenngleich dieses einer Anerkennungsprüfung unterziehen wahrscheinlich noch nicht so weit geht, und ihre Eignung beweisen. Dies sei ge- wie von uns erhofft.“, meint Sittler. Zu setzlich tragbar, da die Unfähigkeit eines dem Thema gehört auch, dass auslänBewerbers oder einer Bewerberin, einen dische Studis mehr auf das Studium in bestimmten Masterstudiengang zu absol- Brandenburg vorbereitet werden sollen: vieren, nachweisbar sein muss. Das könne Abhilfe schaffen könnte die Wiedereindurch das Modell der Anerkennungsprü- führung einer zentralen Institution mit fung gegeben werden. genau diesem Aufgabenbereich. Aus KosAuf der letzten Konferenz jedoch wur- tengründen wurde eine solche Institution de zunächst einmal einiges gefordert. Alle vor wenigen Jahren abgeschafft.

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campusPOLITIK

Die BrandStuVe fordert außerdem ein sent_innen attraktiver werden. generelles Verbot von ZwangsexmatrikuAuch hört man schon lange von vielen lationen. Sittler hält es für „nicht vertret- Studi-Gruppierungen, dass die 51 Euro, bar, dass Studierende von Hochschulen die offiziell als Verwaltungsgebühren exmatrikuliert werden, nur weil sie teilweise zwei Semester über d i e 51 - E u r o der Regelstudienzeit liegen. Wir „ V e r w a lt u n g s konnten in den Gesprächen sehr klar den Missbrauch der gesetzligebühr“ könnte chen Regelung einiger Brandenfa l l e n , w e n n d a s burger Hochschulen darstellen, F i n a n z m i n i st e r i u m da das Gesetz den Hochschulen e i n l e n k t. sehr viel Handlungsspielraum bezüglich der Fristen lässt“. Auch fügt Organisatorin Meyer hinzu, die Ministerin habe sich bereit erklärt, die bezeichnet werden, eigentlich versteckZwangsexmatrikulation nach einer gewis- te Studiengebühren sind. Erst kürzlich sen Semesterzahl in eine Zwangsberatung wurde eine ähnliche Gebühr in Berlin für umzuwandeln. Natürlich sei noch nichts rechtswidrig erklärt (sp e a k U P berichversprochen worden, aber Kunst habe tete). Deswegen wurde auf dem Workangekündigt, diese Idee im November shop der Konferenz propagiert, diese im Kabinett zu diskutieren. Das würde ersatzlos zu streichen. Sollte das Finanzbedeuten, dass Studierende, die die Re- ministerium gewillt sein, diese „Kosten“ gelstudienlänge erheblich überschritten zu übernehmen, würde das Ministerium haben, nicht direkt exmatrikuliert wür- einlenken, wie es am Tag der Konferenz den, aber gezwungen wären, sich einer bekannt gab. Beratung zu unterziehen. Dort könnten Mit den Ideen der BrandStuVe sind sieventuelle Gründe für die Verzögerungen cherlich die meisten Studis mehr als nur im Studium geklärt und bewertet werden. einverstanden. Dass diese Konferenzen „Teilzeitstudium“ ist für die meisten unter den Studis jedoch kaum AufmerkStudis ein recht abstrakter Begriff, so samkeit auf sich gezogen hatten, zeugt gefühlen sich viele doch ziemlich vollzeitbe- nauso von der üblichen Problematik der schäftigt. Letztlich hat auch hier nicht der Politikverdrossenheit wie von Mängeln Studi, sondern die Hochschule das letzte bei der Konzeption der VeranstaltungsreiWort: Noch dürfe sie Studiengänge näm- he. Die diskutierten Themen sind höchst lich als „nicht-teilzeit-geeignet“ erklären. relevant, teilweise werde sie täglich in der Damit wird der Handlungsspielraum der Zeit zwischen den Lehrveranstaltungen Studis in Bezug auf Nebenjobs, Familie, an der Uni diskutiert – dennoch gab es ehrenamtliche Arbeit und anderes erheb- im Vorfeld kaum wahrnehmbare Inforlich eingeschränkt. Deswegen fordert die mationen zu den Konferenzen wie auch BrandStuVe, dass jeder Studiengang auch im Nachhinein nur wenig Berichterstatin Teilzeit studiert werden darf. Sie argu- tung. Für viele Studis könnte am Ende mentiert, dass Hochschulen dadurch eher das Gefühl zurückbleiben, dass sie nicht Vorteile als Nachteile erhalten würden, ausreichend in den Prozess eingebracht zum Beispiel würden sie für viele Interes- wurden. speakUP Nr.

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Für eine neue St u d i e r e n d e nvertretung! Dass die Studierendenschaften das Recht auf Selbstverwaltung haben, ist ein Segen, die Ergebnisse der Arbeit sind häufig groSSartig. Doch zugleich läuft vieles schief, auch in unserem AStA und in der Brandenburgischen Studierendenvertretung. Anspruch und Realität klaffen nicht selten weit auseinander. Auch die Studis haben Fehler gemacht. Das könnte und müsste ganz anders sein! Ein Aufschrei.

K o m m e n ta r Von Denis Newiak. Regelmäßig ist von Missständen zu lesen, von vermeintlichen Verschwendungen, Größenwahnsinn und Unwissenheit in den Allgemeinen Studierendenausschüssen (AStA) der Republik. Solche reißerisch inszenierten Schreckensnachrichten finden sich nicht nur in einschlägigen Magazinen, sondern auch auf den Wahlkampfflyern von Hochschulgruppen, die die Studentische Selbstverwaltung am liebsten abschaffen würden (dass

sie sich zugleich um Teilhabe an diesen Institutionen bewerben, hat dabei etwas Zynisches). Doch lässt sich an den Studierendenausschüssen und -vertretungen nicht auch konstruktive Kritik üben, ohne gleich ihre Existenz in Frage zu stellen, die Qualität ihrer institutionellen Bedeutung kleinzureden? Sollte man nicht vielmehr ihre Unerlässlichkeit für die Studierenden und die politische Diskussion unterstreichen? Die Studierendenschaften sind zu wichtig für uns, als dass wir sie einfach „machen lassen“ könnten, ohne ihnen genau auf die Finger zu schauen. Es sind unsere Studierendenvertretungen, wir sind nicht ihre Studierendenschaften. Also: Was stimmt nicht mit unseren Studierendenvertretungen?

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Gerade die Mitglieder des AStAs an der AStA nach grobem Missmanagement und Universität Potsdam haben in den letzten gut dokumentierter Planlosigkeit einen Jahren immer wieder die Chance genutzt, überdimensionierten Schuldenberg hinan ihre Umwelt hohe Anforderungen zu terlassen, Leistungen des AStAs mussten stellen: Völlig berechtigt fordern unsere infolgedessen zum Teil gestrichen werVertreter_innen die Hinterfragung alter den, um das Defizit auszugleichen, wie Machtstrukturen in der Landes- und Bun- es im AStA-Onlinearchiv nachzulesen ist. despolitik, mehr Transparenz und Mitbe- Der gleiche Mensch ist nun dafür verantstimmung im politischen Prozess und eine wortlich, dass der AStA seine Forderunstärkere Berücksichtigung der zentralen gen rechtzeitig begleicht. Schwer zu glauThemen, die die Studis bewegen: Güns- ben, dass es an der Universität Potsdam tiger Wohnraum, gute Studienbedingun- mit hunderten Wirtschafts-Studierenden gen, soziale Absicherung, ökologische niemanden gegeben haben soll, der für Verantwortung. diese Position auch in Frage gekommen Dabei heißt es in einem chineWer andere sischen Sprichwort nicht grundlos: „Wenn du die Welt verändern dafür berechtigt willst, geh vorher dreimal durch k r i t i s i e r t, d i e dein eigenes Haus.“ Eine solche eigenen Leute institutionelle Selbstbegutachdurchzufüttern, tung sollte sich auch der AStA, der in diesen Tagen seine Arbeit m uss s i c h a n s e i aufnehmen (bzw. zum Teil fortnen eigenen Worsetzen) will, ganz oben auf die t E n m e ss e n l a ss e n . Tagesordnung setzen. Seit Jahren dreht sich das AStA-Personal um sich selbst: Jahr für Jahr zeigen sich in den Referatslisten Namen aus dem wäre. Die Stelle sei öffentlich auf der ASimmer gleichen „Dunstkreis“, einige zir- tA-Website ausgeschrieben worden – wie kulieren seit gefühlten Ewigkeiten durch viele Menschen sich aber dort regelmädie Organe der Selbstverwaltung, die zum ßig nach Stellenangeboten umsehen oder Teil gut dotierten Stellen oder Werkver- auch wirklich bewerben, bleibt ein wohlträge. Sie werden technische Leiter im behütetes Geheimnis. Studentischen Kulturzentrum, arbeiten Beispiele wie dieses ließen sich reichlich gut bezahlt andere technische Leiter ein finden, sie wurden in der Vergangenheit oder holen sich andere lukrative Aufträ- auch vereinzelt immer wieder kritisiert. ge am Palais in Haus 6 ab. Gelegentlich Ein Umdenken gab es nicht. Doch wer tauchen auch fast Vergessene wieder wie beispielsweise die FDP völlig berechtigt aus dem Nichts auf: So konnte sich bei- dafür kritisiert, im Entwicklungsministespielsweise der Finanzreferent aus der rium die eigenen Leute durchzufüttern, Legislaturperiode 2002/03 kürzlich über muss mit gutem Beispiel vorangehen und eine Anstellung im AStA freuen, ausge- sich an seinen eigenen Maßstäben messen rechnet in der sensiblen Finanzabteilung. lassen. Er darf nicht den geringsten VerWas viele schon verdrängt haben dürften: dacht wach werden lassen, dass er vielDer Auserwählte hatte seinerzeit dem leicht seine eigenen Ansprüche verraten speakUP Nr.

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könnte. Schon das Bekanntwerden von pikanten Einzelfällen könnte das ohnehin schon kaum messbare Interesse an der Studierendenvertretung auf ein histori-

bekommen, dass gar kein Generationswechsel gewollt ist. So hat sich in den vergangenen Jahren im AStA etwas verselbstständigt, wo ein_e Außenstehende_r kaum Einen uni-weiten noch etwas durchschaut. Wer beispielsweise in den Protokollen Au f r u f, s i c h f ü r des Ausschusses nach erläuterne i n AS t A - R e f e r a t den Anlagen oder Begleittexten zu bewerben, gab zu den vielen Anträgen sucht, e s n i c h t. ist ordentlich beschäftigt – weil er kaum etwas findet. Noch ernüchternder ist der Blick in die sches Minimum schrumpfen lassen. Unse- Brandenburgische Studierendenvertrere derzeitigen Vertreter_innen haben die tung (BrandStuVe): Auf der offiziellen Verantwortung, es nicht so weit kommen Seite fehlen seit Mitte 2007 die Protozu lassen und Schaden von der hohen kolle von Mitgliederversammlungen und Idee der Selbstverwaltung noch rechtzei- Vorstandstreffen völlig, auch einen Haustig abzuwenden. halt gibt es seit 2008 nicht mehr. Zwar Doch der „harte Kern“ lässt sich auch erscheinen aktuelle Pressemitteilungen, in dieser Legislaturperiode nicht in die Positionierungen und Einladungen zu Karten schauen: Kaum ein Studi dürfte Veranstaltungen und Sitzungen auf der mitbekommen haben, dass es nicht nur Homepage, aber selbst das nur für die die immer gleichen „üblichen Verdäch- letzten beiden Jahre. Informationen datigen“ sein müssen, die sich für die mit rüber, von welchen Hochschulen die attraktiven Aufwandsentschädigungen BrandStuVe wie viel Geld erhält, wofür und Machtkompetenzen ausgestatteten die Mittel verwendet werden und wer AStA-Referate bewerben dürfen: Einen darüber entscheidet, sind nicht zu finden universitätsweiten Aufruf, sich an der Bil- – auf Nachfrage soll man diese Informatidung des neuen AStAs zu beteiligen, wie onen bei den vielen Asten im Land Branes ihn vor drei Jahren einmal gab, sucht denburg einzeln zusammenkratzen, was man vergeblich. So verwundert es auch angesichts der oft nur bedingt nutzbaren nicht, dass für die wichtigen Schlüsselpo- Suchfunktionen eine kaum lösbare Aufgasitionen die Würfel wohl schon gefallen be ist. Über konkrete selbst durchgeführte sind – die mit echter Arbeit verbundenen Projekte berichtet die BrandStuVe kaum, „Kümmerer-Referate“ (z.B. Sozial- oder selbst zur zurückliegenden hochschulpoCampus-Politik) sind hingegen kaum litischen Konferenz findet sich kein benachgefragt. Die „Neuen“, die frisch und richtendes Wort. Besonders schmerzhaft: motiviert in den AStA hinzustoßen, füh- Auch die Ausschreibung eines mit 1.500 len sich zum Teil kaum in den Prozess der Euro dotierten Werkvertrages für die Verantwortungsübergabe eingebunden. Organisation der ersten Konferenz zur Manch eine Referentin nennt den Pro- Novelle des Hochschulgesetzes vom 26. zess „chaotisch“, andere durchblicken die Juni wurde gerade einmal drei Tage vor teilweise völlig verkrusteten Strukturen Bewerbungsschluss eingestellt. Wie viele kaum. Manch eine_r könnte das Gefühl Personen sich an dem BewerbungswettbespeakUP Nr.

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werb beteiligt hatten, war bei der BrandStuVe aus angeblich „datenschutzrechtlichen Gründen“ nicht zu erfahren. Daniel Sittler, einem von zwei Sprechern der BrandStuVe zufolge, sei bis 2007 eine Geschäftsführung für die Aktualisierung der Website verantwortlich gewesen. Seitdem diese weggefallen ist, würden nur noch projektbezogene Informationen veröffentlicht. Der Versuch, „mit einem Bündnis auf freiwilliger Arbeit zurecht zu kommen“, sei gescheitert, weshalb die vorhandenen finanziellen Mittel nun in bezahlte Aufträge investiert würden, um so für eine Arbeitsentlastung zu sorgen. Protokolle würden „in der Regel per E-Mail“ an die einzelnen Studierendenvertretungen verschickt. Die „freiwillige Arbeit“ wird dabei in den Studierendenvertretungen zum Teil immer weniger den Ansprüchen an ehrenamtliche Tätigkeit gerecht: Sittler selbst erhält für seine ehrenamtliche Arbeit bei der BrandStuVe von Mai bis Dezember 2013 eine Aufwandsentschädigung von 1.500 Euro vom AStA der Universität Potsdam. Sein Kollege wiederum ver-

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zichtet auf eine Aufwandsentschädigung seiner Hochschule in Brandenburg prinzipiell. Von ihm stammen auf der Website der BrandStuVe auch fast alle aktuellen Beiträge. Die meisten Menschen arbeiten in vergleichbaren Positionen unentgeltlich und nicht weniger hart – und erhalten für ihre Arbeit keinen Cent. Warum das an dieser Stelle anders sein sollte, erklärt sich nicht unmittelbar von selbst. Doch auch wenn man eine solche Aufwandsentschädigung als angemessen empfinden würde, müsste die damit vergütete Arbeit – Aktualisierung der Website, rechtzeitige Bekanntmachung von Sitzungen und Ausschreibungen usw. – einwandfrei sein. Wer sich so etwas nicht vorwerfen lassen möchte, muss aber zu allermindest seiner Rechenschaftspflicht gegenüber dem Studierendenparlament (wie es der AStA für die Zahlung der Entschädigung mit Beschluss vom 30. April auch voraussetzt) regelmäßig nachkommen, um nicht den Anschein der beliebigen Selbstbedienung vollends zu bestätigen. Die vielen Engagierten, die mit viel Kraft und Ausdauer

per SMS

E r h a lt e w i c h t i g e N e u i g k e i t e n k o s t e n l o s p e r S M S d i r e k t a u f d e i n H a n d y, durchschnittlich max. einmal in der Wo c h e , j e d e r z e i t a b b e st e l l b a r . J e t z t ko st e n lo s r e g i st r i e r e n :

„ S p e a k UP “ a n 01 6 0 / 3 2 71 9 8 9 ( e i n m a l i g n o r m a l e S M S-Ko st e n i n s D 1-N e t z ) .

A b b e s t e l l e n m i ts„psp ek ak sr to ea UuPp N . p 1“5 a n 01 6 0 / 3 2 71 9 8 9


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in ASten, Vereinen, Verbänden und Parteien viel Gutes bewirken, sollten solches Verhalten Weniger nicht mit ihrem guten Ruf bezahlen müssen. Die Aufwandsentschädigungen gehören zu einem der wenigen Lieblingsthemen, mit denen man den AStA der vergangenen Legislaturperiode in Verbindung bringen durfte, denn genau diese hat man sich per Beschluss des Studierendenparlaments satt erhöhen lassen (sp e a k U P berichtete). Die lang ersehnte Änderung der Satzung der Studierendenschaft scheint sich im Wesentlichen auf diesen einen Punkt zu reduzieren. Handlungsfähiger ist die Studischaft dadurch wohl kaum geworden. Stattdessen beschäftigt man sich häufig nur mit sich selbst, verwaltet lieber statt zu gestalten. Doch „Studentische Selbstverwaltung“ bedeutet nicht, dass sich unsere Vertreter_innen nur mit

Pressemitteilungen, wenig überzeugender Kritik an künstlerischen Liedtexten einer Punkband und der Rekonstruktion der Garnisonkirche. Solche Themen können ihre Berechtigung haben, über sie zu diskutieren ist Teil des politischen Auftrags der Studierendenschaften und zum großen Teil gerade angesichts immer einseitiger geratender Berichterstattung besonders wichtig. Doch es ist auch Aufgabe eines AStAs, sein eigenes fünfstellig kostendes Sommerfest so zu bewerben, dass auch die Studierendenschaft eine Chance hat, davon im großen Stile zu erfahren. Wer Kritik übt, hat es schwer: Informationen sind kaum zu bekommen, die Prozesse undurchsichtig, Befragte schnell eingeschnappt. Doch die Studierenden haben Besseres verdient. Und deswegen müssen sich die Studis auch ihrer eigenen Versäumnisse bewusst werden: Sie müssen sich beteiligen, wann immer D e m o k r a t i e h e i S S t : es nur möglich ist, müssen zu Sitzungen gehen, dort Anträge Wählen gehen, und unbequeme Fragen stellen, F r ag e n st e l l e n , müssen sich bewerben für Studierendenparlament, AStA und aktiv werden. Räte und so aktiv mitgestalten, S o n st b l e i bt vo n sie müssen jedes kleine Bisschen Politik nur an Gestaltungsspielraum am V e r w a lt u n g . Schopf packen und sich nicht darauf verlassen, dass sie irgendjemand schon irgendwie verwalihrer eigenen Selbst-Verwaltung beschäf- ten wird. Das Mindeste aber ist, dass man tigen sollen: Die Arbeit im AStA ist kein sich einmal im Jahr dazu durchringt, im Selbstzweck – häufig aber scheint es so. Wahllokal seine drei Kreuze zu machen, Natürlich ist das Ehrenamt im AStA und sich dabei die Mühe zu machen, den hart – wenn man es ernst nimmt. Doch Stimmzettel wenigstens einmal durchzueine Aufwandsentschädigung erscheint lesen. Niemand zwingt einen, immer die nur dann gerechtfertigt, wenn am Ende Oberen auf der Liste zu wählen. auch ein akzeptables Ergebnis steht. Die Wie es für uns alle gilt, gilt es auch zentralen hochschulpolitischen Themen hier: Wer Ansprüche hat, muss ihnen in der Öffentlichkeit zu verankern, war selbst gerecht werden. Sonst bleibt jede jedenfalls kaum gelungen – stattdessen las Tat wie jede Kritik nur hohle Phrase, die man in den Zeitungen nur von gefälschten nichts bedeutet. speakUP Nr.

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S u rv i va lg u i d e für die Uni Startstation: Erstsemester, Ziel: Abschluss. Und dazwischen? Jede Menge Fragen und Dinge, die einem an der Universität etwas Spanisch vorkommen. Da braucht es einen Leitfaden, der dir das Überleben in jeder Situation erl aubt.

D e rs pE e ax k Uk Pl N us r . 1 5i v e sp e a k UP


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Von N at h a l i e Wiechers.

die Mensa und Buchüberzugsgebühren in der Bibliothek sowie das Mittel, welches die Ausleihe der elementaren Buchwerke für das Heimstudium erlaubt. Auch sollten die Vergesslichen unter Euch immer bei Klausuren an sie denken, denn Eure wichtige Matrikelnummer ist hier ebenfalls vermerkt (diese muss immer wieder bei Klausuren angegeben werden). H a bt i h r H u n g e r ? Wartet nicht wie Tom Hanks in „Cast Away“, bis ihr einen Fisch oder eher Frosch im Teich auf dem Campus Golm fangen könnt! Ab mit der PUCK in die M e n s e n u n d Ca f e t e r i e n am Campus Neues Palais, Griebnitzsee und Golm. Zwischen 11 Uhr

Liebe Studienanfängerinnen und Studienanfänger! Herzlichen Willkommen im (wirklich) wahren Ernst des Lebens! Vergesst Abitur, Ausbildung und alles was davor war: Ab hier beginnt für Euch eine unvergessliche Zeit, auf die Ihr einmal wehmutsvoll und sehnsüchtig zurück blicken werdet und Euch alles gar nicht so schlimm vorkommen wird, wie jetzt zu Beginn. Aber bis dahin ist es allerdings GroSSe Schlangen: noch ein sehr langer Weg durch den mit Bürokratie verhangenen Z w i s c h e n 11 u n d 1 3 scheinbar undurchdringlichen U h r i st i n d e n M e nDschungel der Parallelwelt Uni. s e n R a u bt i e r f ü tManche von Euch werden dieterung. Doch das sen schweren Pfad sicher nicht bis zum bitteren Ende durchwanWa rt e n lo h n t s i c h : dern, aber für jene die gewillt A b 1 , 4 0 Eu r o k a n n sind, folgt hier der Survivalguide m a n M i t t a g e ss e n . für Erstsemester_innen und auch ältere Studierende an der Universität Potsdam. Was Ihr braucht, um die Herausfor- bis etwa 13 Uhr ist hier allerdings (auch derung Uni zu überleben, ist vor allem für Vegetarier_innen und auch Veganer_ Durchhaltevermögen (Wartezeiten beim innen) „Raubtierfütterung“: Wartezeiten Prüfungsamt), Beharrlichkeit (bei Anfra- beim Schlangestehen können hier meist gen bei Professor_innen und Dozent_in- nicht umgegangen werden und gehören nen nach Prüfungsergebnissen und der so unweigerlich zum Uni-Alltag wie lästiEintragung bei PULS) und eine große ger Kaugummi unter der Schuhsohle. Wer Portion Mut (beim Kampf um einen Platz aber erstmal das nötige Durchhaltevermögen an den Tag gelegt hat, wird reich in der Mensa während der Mittagszeit). Einpacken solltet ihr stets die belohnt: Schon für 1,40 Euro bekommt P U C K ( P ots da m e r U n i v e r s i - ihr ein warmes, frisches Mittagessen; jetätsC h i p K a rt e ) , sie ist neben Fahr- den Tag gibt es eine vegane Mahlzeit und karte auch aufladbares Zahlungsmittel für an den reichhaltigen Salat-Bars kommen

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auch die „Nagetiere“ unter Euch auf Ihre Kosten. Gut gesättigt vom vollwertigen Mittag lässt es sich dann auch viel besser studieren als mit knurrendem Magen oder kalt-trockener Stulle mit Brot. Nach der ersten Vorlesung oder dem ersten Seminar werdet Ihr Euch vielleicht wundern, wenn Eure Kommiliton_innen (ja, so heißt das ab jetzt) nach dem Referat oder am Ende der Lehrveranstaltung statt in tosendem Applaus auszubrechen ein manchmal mehr, manchmal weniger sta r k e s g r o l l e n d e s K lo p f e n mit geballten Fäusten auf die Tisch-

platten des Raumes zum Klingen bringen. Als Tarnung empfiehlt sich hier für den Uni-Neuling einfach mal auf das sonst so übliche Klatschen zu verzichten und locker aus dem Handgelenk in das Klopfen der Tischnachbarn einstimmen. Um nicht allein im hart umkämpften Alltag der Uni im Chaos zu versinken, empfiehlt es sich, gleich zu Beginn offen auf andere „Uni-Überlebenskämpfer_innen“ zuzugehen und mit ihnen so gemeinsam Schlachtpläne für die kommenden Semesterendgegner (Klausuren, Prüfungen, Referate) zu schmieden. Denn Studieren heißt oft Teamwork, und das geht allein bekanntlich nicht ganz so leicht wie gemeinsam mit anderen Menschen. Am besten gelingt das Bekanntschaften-Schmieden neben der E r sts e -

m e st e r pa rt y am 14. Oktober 2013 im Waschhaus ab 21 Uhr, bei Eurem Engagement in Hochschulgruppen (wie z.B. im politischen Bereich, im Debattierclub oder auch bei der speakUP selbst) oder einfach mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht und einem flotten Spruch auf den Lippen im Hörsaal selbst. Denkt dran, am Anfang sind hier alle allein und jeder sucht nach Anschluss, um bei der „Raubtierfütterung“ in der Mensa die Beute nicht allein an einem Tisch verzehren zu müssen oder auch in der Bibliothek neben all den angestrengten lernwilligen Gesichtern ein einem wohlgesonnenes Antlitz zu erblicken. Wer beim U n i - S p o rt teilnehmen möchte, um sich günstig körperlich auf die harte Zeit der Prüfungen vorbereiten zu können und vielleicht auch die eine oder andere Freundschaft schließen will, muss zeitig aufstehen. Auf Grund des begrenzten Angebotes ist ab dem 4. Oktober das Kursangebot auf hochschulsportpotsdam.de einsehbar, ab 8. Oktober dann werden die Kurse nach 14 Uhr zur Buchung nach dem Alphabet gestaffelt freigeschaltet. Nicht zu vergessen ist die Frage nach der Unterkunft. Um das Campieren unter Brücken oder auf dem Uni-Campus selbst zu vermeiden, bietet sich der direkte Kontakt mit dem Studentenwerk an:

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Unter studentenwerk-potsdam. A m B e st e n m e i st e r t de könnt ihr die begehrten Plätsich der Überze, die in den Wohnheimen an l e b e n sk a m p f a n d e r den einzelnen Campi gelegen sind, ergattern. Allerdings sind Uni gemeinsam. diese meist auf Grund der hohen Nachfrage bereits zu Beginn des gerettet, denn kann es passieren, dass ihr Semesters vergeben. Alternativ empfiehlt sich die Recherche auf wg- im Wirrwarr der Uni verloren geht und gesucht.de oder auch an den Schwarzen dann schon einmal zwei Stunden am falschen Büro ansteht. Brettern der Uni. Ihr fühlt Euch mehr als verloren in Mitbewohner suchen. Der Wohnungsmarkt gehört nicht zum Aushängeschild den Wirren des alltäglichen Überlebensder Universitätsstadt Potsdam – lasst euch kampfes Uni? Keine Angst, auch Batman also nicht abschrecken, falls es beim ers- hat seinen Robin, und auch Ihr müsst das ten Anlauf nicht zum erhofften Erfolg bei Abenteuer Uni nicht alleine durchstehen. Professionelle Hilfe ist geboten durch die der Wohnungssuche kommt. Zu Beginn des Studiums Schwierig- Psychologische Beratungsstelle der Unikeiten mit Stundenplan basteln oder mit versität, mit der über die Internetseite der Fächerkombination? Auf zur Z e n - (uni-potsdam.de/zsb/psychberatung.html) t r a l e n St u d i e n b e r at u n g der gerne Kontakt aufgenommen werden Universität (uni-potsdam.de/zsb), die kann. Gerne könnt Ihr auch telefonisch Euch gerne den Weg durch das scheinbar und anonym bei der „Nightline Potsdam“ unüberwindbare Chaos weist. Wer lieber anrufen und Euch über Eure Ängste und den Kontakt zu gleichaltrigen Studie- Sorgen aussprechen. Nightline ist ein renden bevorzugt, sollte sich in solchen Projekt von Studierenden für StudierenFragen an die studentischen TutorInnen de, die für euch ein offenes Ohr haben. wenden, die Euch in der Einführungspha- Alle weiteren Infos dazu auf nightlinepotsdam.de. se zugeteilt worden sind. Liebe Studienanfängerinnen und StuBei F r ag e n z u P r ü f u n g s dienanfänger, wie Ihr seht, wird viel für l e i st u n g e n geht Ihr bitte unbedingt zum Prüfungsamt, welches euch bei allen Euch getan, damit Ihr das Survival-Camp Anliegen rund um Noten, Anrechnungen Uni erfolgreich als „Sieger“ abschließt. und Abschluss weiterhilft. Hier muss man Zwar winkt Euch am Ende keine Gewinnsich meist auf lange Wartezeiten einstel- summe von einer Million Euro, wie bei len. Wichtig für Neulinge: Ist der Raum einer TV-Quizshow und auch kein „olivrappelvoll und keine Schlange erkennbar, grüner Strickpullover“ wie bei Schlag den einfach „Wer war denn der Letzte bitte?“ Raab, doch werdet Ihr belohnt mit einer rufen – Antwort abwarten – und nach der aufregenden und prägenden Zeit, einem antwortenden Person ab rein zur Sachbe- hervorragenden Abschluss und vielleicht arbeiterin. Diese Überlebensstrategie hat einer erhöhten Chance, nicht als Dschunsich in den vergangenen Jahren an der gel-Camp-Bewohner_in in die WeltgeUni etabliert und hat so manchem Zeit schichte einzugehen.

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D i e p o pu l 채 r s t e n St u d i-K n e i p e n i m T e st

Nach Berlin fahren, nur um im Anschluss an Vorlesung, Bib und Kl ausur ein Feierabend-Bier zu zischen? Das muss wirklich nicht sein: Potsdam hat selbst genug zu bieten, wo man Leib und Seele gepflegt etwas Gutes tun kann. Deine speak UP-Redaktion war unterwegs, um Potsdams f체nf beliebteste StudiKneipen zu testen. Guten Durst!

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Hafthorn

KuZe-Kneipe

Friedrich-Ebert-Straße 90

Hermann Elflein Straße 10

0331-2800820

0331-6471014

hafthorn.de Getestet von V i n z e n z L a n g e In einem Hinterhof an der FriedrichEbert-Straße liegt etwas versteckt, aber altbekannt die Kneipe Hafthorn. Schon 1993 gegründet, finden die (Neu-)Potsdamer_innen hier täglich ab 18 Uhr ein rustikal-alternatives Ambiente und gemütliche Gastlichkeit. Im Sommer draußen im Hof auf Bierbänken oder im Innenraum an groben, großen und kleinen Holztischen, zwischen bizarren Eisenskulpturen an der Wand, können die Gäste Longdrinks, Cocktails, Whisky oder einfach gutes böhmisches Bier genießen und sich die Köstlichkeiten aus der Küche schmecken lassen. Es gibt Sandwiches, Nudelgerichte, Fingerfood, Suppen und Burger, groß und mächtig – vielleicht die besten und günstigsten der Stadt. Die Portionen sind immer überreichlich uns gut sättigend. Selbstverständlich finden sich auf der Karte auch vegetarische Alternativen. Der Laden ist sehr beliebt, darum solltet ihr immer sehr zeitig da sein, um noch einen guten Platz zu bekommen. Größere Gruppen sollten reservieren.

kuze-potsdam.de Getestet von D e n i s N e w i a k Das vom Studentenwerk Potsdam geförderte „KuZe“ ist natürlich mehr als eine Kneipe: Als Potsdams studentisches kulturelles Epizentrum, mitten im Herzen der sonst touristisch bevölkerten Innenstadt, bebt es förmlich vor Musik, Literatur und Theater (siehe auch ca m pus TERMINE ). Doch mit nüchternem Magen macht das Programm natürlich weniger Spaß. In der mehrstöckigen urigen Kneipe steht wie im ganzen Haus das Konzept im Mittelpunkt: Jede_r, der Zeit und Lust dazu hat, kann sich hinter den Tresen stellen und Schmackhaftes ausschenken. Das könnte noch besser funktionieren – leider ist die Kneipe viel zu oft zu. Wenn sie abends aber ihre Pforten öffnet, gibt es nichts auszusetzen: Etwas Gemütlicheres als die KuZe-Kneipe wird man in Potsdam kaum finden. Je nachdem, wonach man sucht, findet man eine Ecke für das persönliche Gespräch und den zweisamen Austausch genauso wie einen größeren Tisch für das Treffen mit seinen liebsten Kommiliton_innen.

Lage und Anbindung: 1,7

Lage und Anbindung: 1,7

Ambiente und Komfort: 1,3

Ambiente und Komfort: 1,0

Speisen und Getränke: 1,3

Speisen und Getränke: 1,3

Preis-Leistungsverhältnis: 1,3

Preis-Leistungsverhältnis: 1,3

Gesamtnote: 1,4

Gesamtnote: 1,3

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N i l St u d e n tInnenkeller Am Neuen Palais 10 planet-nil.de Getestet von Fa b i a n L a m st e r Nach der Lehrveranstaltung am Abend mit Kommiliton_innen noch ein erfrischendes Kaltgetränk konsumieren und weiter ins Gespräch kommen? Am Neuen Palais der Universität Potsdam kein Problem: Dort existiert mit dem Nil StudentInnenkeller seit 15 Jahren ein Plätzchen, das direkt neben Haus 11 (dem Philosophicum) liegt und alle Gäste zu Veranstaltungen unterschiedlichster Natur wie Filmabende, Lesungen oder ausgelassene Discoabende einlädt (siehe auch cam-

pusTermine). Besonders das Barangebot kann sich sehen (sowie trinken) lassen und versorgt alle Gäste mit vielfältigster alkoholischer wie unalkoholischer Flüssignahrung. Wasser kann man gänzlich kostenfrei erwerben. Etwas Festes zu Beißen findet man hier aber leider nicht. Ein Besuch im Nil StudentInnenkeller lohnt sich aber trotzdem: Speziell an Disco- und Partyabenden (meist donnerstags) platzt der Club aus allen Nähten und dann gibt es viel zu erleben. Lage und Anbindung: 2,0 Ambiente und Komfort: 2,0

Speisen und Getränke: 1,7 Preis-Leistungsverhältnis: 1,3

Gesamtnote: 1,7

Mehr

sp e a k U P

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Noch Mehr Lesefutter: Rezension: “Das k a lt e J a h r “ v o n Roman Ehrlich Warum es sich l o h n t, i n P o t s d a m z u st u d i e r e n

twit ter.com/ sp e a kup _ p d m

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So köstlich kann studentisches Nachtleben aussehen: Nil StudentInnenkeller.

Albers am Griebnitzsee Rudolf-Breitscheid-Straße 201 0331-7404288 albers.tv Getestet von C h r i sto p h F r e y tag Für Student_innen am Unicampus Griebnitzsee ist das Restaurant Albers nur einen Katzensprung entfernt. Gleich am S-Bahnhof Griebnitzsee gegenüber vom Unigelände gelegen, bietet es eine Mischung aus überwiegend deutscher und italienischer Küche. Während es in der Vorlesungszeit im Lokal vor allem abends gern mal voller wird, ist es während der vorlesungsferien Zeit überschaubarer. Das Ambiente lässt Parallelen zur der daneben liegenden Bahnhofshalle aufkommen: Sauber und aufgeräumt präsentierte sich der Gastraum mit dunkelbraunen Holzmöbeln und orange gefliestem Boden. Alte Plakate in einer Ecke stellen

mit Mühe die Verbindung zum Namensgeber der Kneipe, Schauspieler Hans Albers, her. Ein Blick auf die Karte offenbart Mittelklassepreise, die aber gerade beim Essen schon ein Loch in die studentische Geldbörse reißen können (Spaghetti Bolognese: 8,60 Euro). Die Getränke gehen preislich in Ordnung. Die bestellte Pizza Hawaii (6,90 Euro) war optisch und geschmacklich gut, doch die Soße deutlich zu flüssig und der Boden nicht ganz durchgebacken. Bei dem Preis könnte man etwas mehr erwarten. Dennoch: Die Nähe zum Campus und die Beliebtheit bei den Potsdamer Studis macht diese Kneipe zum Klassiker. Lage und Anbindung: 1,3 Ambiente und Komfort: 1,7

Speisen und Getränke: 2,0 Preis-Leistungsverhältnis: 2,3

Gesamtnote: 1,8

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Pub a la Pub Breite Straße 1 0331-240726 pubalapub.net Getestet von V i n z e n z L a n g e „Wollen wir uns heute im Pub treffen?“ – Diesen Satz werdet ihr öfter an der Uni zu hören bekommen, denn das Pub a la Pub ist eine der wichtigsten Studikneipen in Potsdam. Leicht zu erreichen, gleich an der Breiten Straße unter dem Studierendenwohnheim gelegen, findet ihr dort alles, was zu einem geselligen Abend dazugehört: Eine gute Auswahl von alkoholischen- und nichtalkoholischen Getränken, kleineren Snacks und einer einfach gehaltenen aber sehr gemütlichen Atmosphäre, die ihr an warmen Ta-

gen auch nach draußen verlegen könnt. Die Preise sind in der Karte sowohl für „Normalbürger“ als auch für Studis angegeben, also die PUCK nicht vergessen! Außerdem bietet das Pub auch unterhaltsame Veranstaltungen, wie Spieleabende, Speeddating oder zu jedem Wintersemester die Eröffnungsparty. Alles in allem ist die Kneipe ideal für ein freundschaftliches Zusammenkommen auch außerhalb der Uni. Die guten Plätze sind schon sehr früh vergeben, gerade am Wochenende rechtzeitig da sein! Lage und Anbindung: 1,3 Ambiente und Komfort: 2,0

Speisen und Getränke: 1,7 Preis-Leistungsverhältnis: 1,3

Gesamtnote: 1,5

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FÜR ERINNERUNGEN, DIE NICHT VERBLASSEN.

H O C H Z E I T S F O T O G RA F I E H O C H Z E I T S D R U C K S AC H E N V I D E O F I L M E TA N Z U N T E R R I C H T L I V E M U S I K

UNSERE-ERINNERUNGEN.DE


IM P RE S S U M sp e a k U P ist die Unabhängige Studierendenzeitschrift an der Universität Potsdam. Sie erscheint als Heft quartalsweise und im Internet unregelmäßig. Kostenlos.

Herausgegeben von der Redaktion der sp e a k U P : Sarah Emminghaus, Fabian Lamster, Vinzenz Lange, Katja Rink, Nathalie Wiechers, Christoph Freytag, Denis Newiak. Satz: Christoph Freytag, Denis Newiak. Layout: Denis Newiak. Verantwortlich für dieses Ausgabe ist die Chefredaktion: Denis Newiak (C.v.D.), Christoph Freytag (V.i.S.d.P.). Bilder: Seite 1: javier brosch – fotolia. com, Seite 16: hufnasi – fotolia.com, Seite 20: Bernd Kröger – fotolia.com, Seite 22: Fabian Lamster, Seite 26: Thomas Nitz, Seite 32: Daniel Kuehne – fotolia.com, Seite 35: Charité Berlin, Seite 36: ievavincer2 – fotolia.com, Seite 40: HL Böhme/HOT. Kontakt: sp e a k U P , Postfach 800150, 14427 Potsdam. redaktion@ speakup.to. Auflage: 5.000 Exemplare (1. Auflage) Druck: diedruckerei.de. Redaktionsschluss dieser Ausgabe: 29. September 2013. Die nächste sp e a k U P erscheint voraussichtlich am 3. Februar 2014. Diese Ausgabe wurde freundlicherweise unterstützt von der AG Studiumplus, der Universität Potsdam und dem Studentenwerk Potsdam. Die sp e a k U P bedankt sich ganz herzlich bei allen Unterstützer_innen!

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„St u d i e r e n war für mich eine Befreiung“

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Als DDR-Abiturient überraschte Michael „Bodenski“ Boden die Wende. Nachdem es mit dem Studium in Berlin erst nicht kl appt, werden nach der Wiedervereinigung die Karten neu gemischt. Das führt ihn an die eben erst neugegründete Universität Potsdam, an der er ein Magisterstudium der Germanistik und Soziologie beginnt. Nun traf sich die speakUP mit Bodenski, heute freischaffender Künstler und einer der Gründer der Potsdamer Musikgruppe „Subway to Sally“, und gewährte Einblicke in fast zwei Jahrzehnte zurückliegende Uni-Tage.

Interview Von Fa b i a n L a m st e r . sp e a k U P: Herr Boden, existierte zu ihrer Studienzeit eigentlich schon das gängige Klischée, dass sich in den Geisteswissenschaften nur zukünftige Taxifahrer_innen oder Imbissbuden-Mitarbeiter_innen sammeln? Bo d e n sk i : Natürlich. Aber es hat mich nicht weiter beeinflusst. Bei mir war die Motivation, zu studieren, eine ganz andere. Nach meiner Abiturzeit in der DDR, die 1984 endete, bekam ich keinen Studienplatz. Ich bewarb mich an verschiedenen Hochschulen, an denen es nicht klappte, weil meine Bewerbung nicht gut genug war. Daher probierte ich mich erst einmal im Berufsleben aus, war

Aufnahmeleiter bei der DEFA (Deutschen Film AG, Anmerk. d. Red.), arbeitete bei den Kulturhäusern Potsdam. Ich wusste nicht, wohin die Reise geht. Dann kam plötzlich die Wende – und bot mir neue Möglichkeiten. Darum versuchte ich es ein weiteres Mal, trotzdem ich 1992 zum Studienstart bereits 27 Jahre alt war, mit einem geisteswissenschaftlichen Studium. sp e a k U P: Sie sind schon seit über zwei Jahrzehnten mit „Subway to Sally“ aktiv. Die Gründung geht etwa auf den Zeitraum zurück, als Sie ihr Magisterstudium in ihrer Heimatstadt Potsdam begannen. Was führte Sie damals, trotz des Musikprojekts, an die neu gegründete Universität Potsdam? Bo d e n sk i : Als ich nach der Wiedervereinigung in Berlin mein DDR-Abiturzeugnis neu bewerten ließ, bewarb ich mich zunächst erneut an Berliner Hochschulen wie TU und FU – ohne Er-

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folg. Denn kurz nach der Wende wollte jede_r DDR-Abiturient_in dorthin. Und ich eben auch.

„ I c h w u s s t e n i c h t, wohin die Reise g e h t. D a n n k a m p löt z l i c h d i e W e n d e – u n d b ot mir neue Möglichkeiten.“

sp e a k U P: Da kam ihnen die neu gegründete Universität Potsdam also wie gelegen? Bo d e n sk i : Genau. Eine Bekannte machte mich darauf aufmerksam, dass sich in Potsdam, quasi vor meiner Haustür, eine neue Universität gründete und entwickelte. Anschließend fuhr ich zum Neuen Palais und fragte an, wie es mit einem Germanistikstudium aussieht und es gab schnell seitens der Uni grünes Licht. Ich reichte meine Unterlagen ein und bin sofort angenommen worden. Mit dem nächsten beginnenden Semester startete dann auch 1992 mein Studium an der Uni Potsdam. sp e a k U P: Wie ließen sich Musik und Studium vereinbaren? Bo d e n sk i : Da die Musik am Anfang noch nicht so dominant war, ließ sich das wunderbar vereinbaren. Dieses Konstrukt, ein Student zu sein und nebenbei erste Schritte im Musikbusiness

zu machen, war für mich ideal. Denn als Student genoss ich damals viele Freiheiten und konnte mir meinen Stundenplan großzügig zusammenbauen. Da ließen sich 1992 auch ohne Weiteres vielleicht 20 Auftritte im Jahr und eine Albumproduktion mit „Subway to Sally“ vereinbaren. sp e a k U P: Fühlten Sie sich beim Studienstart als „alter Hase“ unter vielen jüngeren Student_innen? Oder war das Plus an Lebenserfahrung sogar ein Vorteil? Bo d e n sk i : Ich glaube, dass das ein kleiner Vorteil war. Denn mit wenigen Ausnahmen waren die anderen Studis fünf bis sieben Jahre jünger. Gerade die Mädchen kamen meist direkt mit dem

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Abi in der Tasche an die Uni, während Auch die Geschichtswissenschaften, in bei den Jungs noch der Wehrdienst da- denen ich mich in meiner Anfangszeit zwischen war. Da trug mein Alter irgend- versuchte, waren ebenfalls schon am wie dazu bei, dass ich mit einem anderen Neuen Palais. Dennoch: So schön, wie es Selbstverständnis und einer anderen Le- dort heute ist, war es damals noch nicht benserfahrung ins Studium startete. Da- annähernd. mit besaß ich auch einen anderen Draht zu Dozent_innen, die teilweise „So schön, wie es nur wenige Jahre älter waren als ich selbst. a m N e u e n Pa l a i s

h e u t e i s t, w a r e s

An welchem damals noch nicht Campus waren Sie „zu Hause“? Bo d e n sk i : Ich war oft annähernd.“ draußen in Golm, da sich dort überwiegend die Germanistik abspielte, während die Sozialwissenschafsp e a k U P: Für die heutigen Studieten in Babelsberg waren. Da musste ich renden sind digitale Medien im Studibeim Stundenplanbau aufpassen, weil enalltag nicht mehr wegzudenken. Die pendeln angesagt war. Kurs- und Prüfungsanmeldung läuft zum Beispiel überwiegend online ab. Wie digisp e a k U P: Was war mit dem Neuen tal und elektronisch war ihre Studienzeit? Palais, wo sich heute die GeisteswissenBo d e n sk i : Daran war noch nicht zu denken. Es ging gerade langsam mit schaften wiederfinden? Bo d e n sk i : Das Neue Palais war Computern los. Bis zum Ende meines damals noch eine Baustelle, auf der zwar Studiums 1996 spielte das Internet an der schon vereinzelt Vorlesungsäle existier- Uni Potsdam für mich überhaupt keine ten, viel mehr aber noch nicht. Dort saß Rolle. Computer irgendwann allerdings allerdings schon die Uni-Verwaltung. schon, sodass ich auch meine Seminararsp e a k U P:

Wir brauchen dich! D e i n e sp e a k U P h i l f t d i r , i m P o t s d a m e r Campus-Dschungel den Überblick zu b e h a lt e n . D o c h v o n n i c h t s k o m m t n i c h t s : W i r b r a u c h e n d e i n e Sto r i e s , d e i n e K r i t i k , d e i n L o b . D a s k o s t e t d i c h g e n a us o v i e l w i e d i e s p e a kUP — k e i n e n C e n t .

Schreib uns: r e d a k t i o n @ sp e a kup. t o speakUP Nr.

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beiten schon mit einem PC anfertigte und ausdruckte. Aber das Vorlesungsverzeichnis herunterladen, sich online für Kurse anmelden etc. – undenkbar. Auch der gesamte administrative Bereich war vollkommen analog.

von zehn Leuten drei Student_innen fehlten, gingen wir einfach in die Cafeteria und machten in entspannter Atmosphäre unser Seminar. Schließlich lebt die Literaturwissenschaft vom Gedankenaustausch im Gespräch – was natürlich auch dort ohne Probleme möglich war.

sp e a k U P: Wie lief die Anmeldung für Lehrveranstaltungen ab? Gab es Ansp e a k U P: Das heutige Studium ist meldelisten, auf denen immer das große geprägt vom Druck der Regelstudienzeit: Gedränge um die jeweiligen Lieblingskur- drei Jahre Bachelor, zwei Jahre Master. se begann? Bo d e n sk i : Bevor das Se„Ich kann mich mester startete, gab es ein in nicht erinnern, A5-Heften angelegtes Vorlesungsverzeichnis, aus dem man d a ss i c h m a l k e i n e sich seine Lehrveranstaltungen Zu l a ssu n g f ü r auswählte. Dann ging man zum einen Kurs Aushang an der Uni, schrieb sich e r h i e lt . “ ein – und die Sache war durch. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich mal keine Zulassung für einen Kurs erhielt. Gab es bei Ihrem Studium damals auch solche strengen Zeitvorgaben? sp e a k U P: Wie voll oder leer waren Bo d e n sk i : Es gab, trotz der entSeminare, Vorlesungen etc. überhaupt? spannten Studiensituation, schon einen Heute zwängen sich teilweise über 100 gewissen Zeitdruck. So sollte man in Studis in einen Seminarraum. vier Semestern sein Grundstudium und Bo d e n sk i : Zu meiner Studienzeit anschließend in weiteren vier Semestern war die Studierendenzahl an der Uni sein Hauptstudium absolvieren, um das Potsdam sehr entspannt. In den Kursen Studium dann mit der Magisterarbeit zu saßen maximal 15 bis 20 Leute, was sie beenden. In viereinhalb Jahren sollte das lehrreich und intensiv machte. So konnte damals theoretisch zu schaffen sein, was man in einen durchaus ideenreichen Aus- aber kaum der Fall war. tausch mit den Dozent_innen kommen. sp e a k U P: Und als die Zahl der KonKlar: Es gab auch langweilige Kurse oder solche, in denen man nur den Leistungs- zerte pro Jahr anstieg und ihre Karriere als schein haben wollte. In den Lehrver- Musiker ins Rollen kam, blieb keine Zeit anstaltungen, die ich mir allerdings aus mehr, um das Magisterstudium zu beenInteresse heraussuchte und in denen ich den. Bo d e n sk i : So war es. Die letzmit dem Herzen dabei war, konnte man wirklich gut arbeiten. Wir sind dann auch ten beiden Semester war ich schon eher gemeinsam im Kurs Kaffeetrinken gegan- nicht mehr anwesend. Dafür blieb dann gen, sodass sich ein konstruktives Verhält- neben der Musik keine Zeit mehr. Wie nis entwickelte. Wenn in einem Seminar auch? Mit 110 Konzerten im Jahr war

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ich vollkommen ausgelastet. Darum ließ ich mich exmatrikulieren, auch weil mein Lebensplan zu diesem Zeitpunkt ein anderer als zu Beginn meines Studiums war. Denn Musiker_in werden und davon zu leben, lässt sich damals wie heute ganz schwer planen. sp e a k U P: Sie befanden sich 1996 kurz vor der Zielgeraden ihres Studiums, als Sie sich exmatrikulierten. Heutzutage müsste man sich für fünf Jahre des Studiums mit anschließendem Abbruch vor manchen rechtfertigten, gar entschuldigen, weil man nach Jahren trotzdem ohne Abschluss dasteht. Beeinflusste der Studienabbruch ihre Karriere in irgendeiner Form negativ? Bo d e n sk i : Nein. Die Entscheidung für das Studium entstand für mich aus absoluter Freiheit heraus. Für mich war das Studium damals die Befreiung. Ich versuchte mich über Jahre im Berufsleben, wo mir Leute vorschrieben, was

ich zu tun und zu lassen habe. Im Gegensatz dazu war das Studium die Befreiung. Der Übergang in mein freischaffendes Musikerdasein vollzog sich dann parallel zu meiner Studienzeit, sodass ich die Exmatrikulation letztlich ganz allein mit mir selbst vereinbaren und mit meiner Entscheidung leben musste. Ansonsten bescherte mir das keinerlei Probleme. sp e a k U P: Würden sie heute noch einmal, wenn es die Musik nicht gäbe, ein geisteswissenschaftliches Hochschulstudium beginnen? Bodenski: Ja, absolut. Ich glaube, das geisteswissenschaftliche Studium macht heutzutage richtig viel Spaß, allein weil man ganz andere Recherchemöglichkeiten besitzt, einen viel schnelleren Zugriff auf Dinge erhält. Dadurch neigt man aber eventuell auch dazu, sich zu verzetteln – und mit dem Einhalten der Regelstudienzeit Probleme zu bekommen.

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erst einmal in dieser neuen Zeit zu samsp e a k U P: Woran erinnern Sie sich aus den fünf Jahren Studium noch heute meln und anzukommen. Trotzdem sollte gerne? man – früher wie heute – unbedingt darauf achten, dass man mit dem Herzen Bo d e n sk i : Irgendwann kam ein Sprachwissenschaftsdozent namens Pe- studiert, seinen Interessen folgt. Denn ter Eisenberg an die Uni, als ich mich nur daraus kannst du später etwas für schon auf Literaturwissenschaften spezi- dich ziehen. Nur das ist das, worauf du alisierte. Ich besuchte seine Vorlesungen im späteren Leben zurückgreifen kannst. – und war hin und weg, wie er auftrat, Pflichtmodule hin oder her: Wenn du sein Wissen vermittelte. Wäre er eher dort nicht vollkommen hinter deinem Studigewesen, hätte ich wohlmöglich ganz an- um stehst, kein wirkliches Interesse daran dere Schwerpunkte in meinem Studium hat, dann bringt es dich auch persönlich gesetzt. Einmalig waren außerdem auch nicht weiter. meine Hölderlin-Seminare auf „Wenn du nicht der Wiese. Die waren eigentlich Inseln der Glückseligkeit, wenn vollkommen man sich durch ein solch luxurihinter deinem öses Thema mühsam durcharbeiS t u d i u m s t e h s t, tete, was im Alltag fast niemandann bringt es den weiter interessiert.

dich auch

Das klingt nach persönlich nicht einer idyllischen Studienzeit. weiter.“ Bo d e n sk i : Man erinnert sich eben besonders an die schönen Dinge. Gemessen an den heutigen Verhältnissen kann man aber wohl schon sagen, dass es um einiges rusp e a k U P: Welche kreativen Werke higer, entspannter, vielleicht sogar idylli- von „Bodenski“ können die Potsdamer scher war. Trotzdem gab es natürlich auch Student_innen hören, sehen oder lesen? Bo d e n sk i : Neben „Subway to langweilige Sachen. Besonders schlimm waren meist die Vorlesungen, die nach Sally“ startete ich ab 2005 einige Solodem Mittagessen stattfanden, wo es im- projekte, da man in einer Band thematisch nicht alles umsetzen kann, was einen mer sehr schwer war, wach zu bleiben. sonst noch interessiert. Darum erschien sp e a k U P: Wenn Sie den heutigen zum Beispiel mein Gedichtband „innigStudierenden einen Tipp mit auf den Weg lich“. Zudem veröffentlichte ich 2012 geben könnten, der nicht schon in jedem das Soloalbum „Auto!“. Darauf aufbauStudienratgeber steht: Welcher wäre es? end würde ich gerne ein Nachfolgealbum Bo d e n sk i : Ich möchte ungern je- produzieren und das vielleicht auf die mandem einen Tipp geben. Zumal meine Bühne bringen. Genaueres dazu muss ich Biografie für Studierende absolut nicht mir allerdings noch überlegen. typisch ist. Wie gesagt: Das Studium war für mich persönlich ein Stück Befreiung sp e a k U P: Vielen Dank für das Interund die Chance nach der Wende, mich view. sp e a k U P:

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Geld verdienen im Liegen Pünktlich zum Semesterstart kommt für viele neue Student_innen nach dem Start die Ernüchterung: Wohnraum in Potsdam ist teuer, Partys kosten viel Geld, die Lebensmittelpreise steigen. Da freut sich jeder Studi über leichtverdientes Geld. Wir schauen uns im zweiten Teil der Reihe „Ungewöhnliche Student_innenjobs“ die Möglichkeit des Geldverdienens als medizinische_r Probant_in an.

Von C h r i sto p h F r e y ta g . Geld verdienen im Liegen? Ja, das ist möglich. Ich habe es im letzten Jahr ausprobiert. Immer wieder werden für medizinische und insbesondere psychologische Studien Proband_innen gesucht, die sich für Befragungen und komplette Interviews in einen Magnetresonanztomographen (kurz MRT) legen. In der Magnetresonanztomographie werden mittels digitaler Schnittbilder, die durch starke magnetische Felder im Radiofrequenzbereich entstehen, Teile des menschlichen Körpers auf Erkrankungen untersucht. Beispielsweise wird dann ge-

schaut, ob ein Tumor vorhanden ist oder nicht. Im konkreten Fall hing im Herbst 2012 am schwarzen Brett der Mensa Griebnitzsee ein Zettel der Charité, wo Teilnehmer_innen gesucht wurden, die sich für einen einstündigen Test in einen MRT legen wollen. Im Anschluss wurden noch weitere Interviewfragen ohne MRT gestellt. Thema der Studie war „Neurale Korrelate der Panikstörung“. Zu Beginn füllte ich einige Fragebögen aus. Dann ging es ab in die Röhre. Platzangst sollte man nicht haben, die Röhre ist ziemlich eng gebaut. Ich legte mich vor dem Reinschieben auf eine Liege und bekam einen Kopfhörer aufgesetzt. Gleichzeitig war es ein Gehörschutz, dazu später mehr. Ich bekam auch eine Art Datenbrille auf die Augen, auf der die späteren Fragen und Bilder eingeblendet wurden.

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Zusätzlich wurde in die rechte Hand eine Art Spielekonsole gedrückt. Damit sollte ich während des Tests nach gezeigten Bildern oder gestellten Fragen eine Auswahl treffen. Es gab eine Skala, auf welcher ich bewerten sollte, wie stark ich Angst empfunden hatte – oder eben nicht. Zusätzlich zur Konsole gab es auch einen Schlauch, an dem ein Notfallknopf befestigt war, ich hätte laut Studienleitung ohne Angabe von Gründen aufhören können. Dann ging es ans Eingemachte. Die Ärzte, die die Studie betreuten, saßen hinter einer Glaswand in einem Nebenraum. Ich fühlte mich für einen Moment hilflos, aber ich kannte das schon aus einer anderen Studie der Freien Universität Berlin (FU), wo ich sogar zwei Stunden in so einer solchen Röhre steckte. Mittels Sprachansage wurde gefragt, ob es mir gut gehe, dann wurden die Fragen und Bilder eingeblendet. Anstrengend war in der Stunde über die Enge und vor allem die Lautstärke. Bestrahlt

und untersucht wurde der Kopf. Und so ratterte, surrte und brummte es die ganze Zeit wie verrückt. Nun stellt sich natürlich die Frage: Lohnt es sich finanziell? Als regelmäßiger Nebenjob – nein. Solche Studien sind recht selten zu finden. Stimmt das Geld? Jein, bei der Studie an der FU gab es 25 Euro für zwei Stunden, bei der Charité auch. Aber durch die weiteren Untersuchungen dauerte es dort fast sechs Stunden. Am Ende gab es als Schmankerl wenigstens eine CD mit Fotos vom eigenen Gehirn. Allerdings gab es von der Charité am Schwarzen Brett in den Potsdamer Mensen diesen Sommer wieder ein Gesuch, wo es um die 250 Euro für 3 Nächte im Schlaflabor gab. Das wiederum wäre eine lohnenswerte Sache. Fazit: Wer von Euch nicht nur kellnern gehen, sondern auch mal im Liegen oder im Schlaf Geld verdienen will, der ist bei Studien mit Magnetresonanztomographie an der richtigen Adresse.

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U n s e r U NI v e r su m : Das Auslandss e m e st e r

Unbekanntes L and, neuer Campus, fremde Leute: F端r manche ist das ein Traum, f端r andere eine Horrorvorstellung. Fast jede_r von uns, die oder der sich auf diesen Pfad begibt, muss sich jedoch in der einen oder anderen Situation selbst 端berwinden. Warum es sich trotz Muffensausen lohnt, ein Semester im Ausl and zu verbringen. Folge 5. speakUP Nr.

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Kolumne Von K a tj a R i n k .

zen oder ohne. Die Sprache stellt bislang aber nur einen kleinen Stolperstein unter vielen dar und führt zu einer weiteren Problematik: Ohne Sprache keine Sozialisation. Zugegeben: Ganz so drastisch ist es nicht. Auch wenn mein Englisch ein wenig eingerostet ist, reicht es doch zur grundlegenden Kommunikation aus. Und das darf man dann den ganzen Tag unter Beweis stellen – in den Seminaren, der Mittagspause und beim Feierabendbier in einem der campuseigenen Pubs. Man ist schließlich erstmal ganz alleine hier. Es sei denn man hat „zufällig“ denselben Platz wie der beste Freund oder die beste Freundin ergattert. Also lautet das Motto: Be outgoing! Komm raus aus deiner Komfortzone und gib dich dem Unbe-

Einige von uns haben es schon hinter sich, anderen steht es noch bevor. Manche sind vielleicht gerade mittendrin. So auch in meinem Fall. Nachdem ich letzten Winter fast den Bewerbungsschluss verpasst hätte, während des Semesters dann etliche Formulare ausgefüllt und meine Semesterferien damit verbracht habe, mich um Unterkunft, Krankenversicherung und sonstigen organisatorischen Firlefanz zu kümmern, bin ich nun endlich an der Universität meiner Wahl angekommen – der University of Limerick in Irland. Obwohl ich Nur Zwei Prozent vor 3 Wochen mit Schwung und d e r I r e n sp r e c h e n voller Vorfreude in das Semester Gälisch, die meisgestartet bin, stellen sich mir nun laufend kleine Hürden in den ten kommunizieren Weg. auf Englisch. „HowdoyoulikeitinIrelandsoAber was war das farisitgreatcraic?“, fragte mich eben? Gänglisch? an meinem ersten regulären Tag ein irischer Kommilitone. Nur etwa zwei Prozent der Iren kommunizieren untereinander auf Gälisch. kannten hin! Die ersten Kommiliton_inDer Rest der Bevölkerung spricht im nen, die man kennenlernt sind meist dieAlltag Englisch. Aber was war das jetzt jenigen, die im selben Boot sitzen, wie gerade eben? Gänglisch? Mein Schuleng- man selbst: die anderen Erasmus-Studielisch reicht wohl nicht aus, um die spezi- renden. Doch je länger man hier ist, deselle Aussprache der Iren zu verstehen und to leichter wird auch beispielsweise der mit ihrem Sprechtempo Schritt zu halten. Umgang mit den ansässigen Studierenden Und das letzte Wort? Hat der mich gerade in Seminaren oder Referatsgruppen. Und gefragt, ob ich hier Crack geraucht habe? so erweitert sich die eigene Komfortzone Netterweise wurde der Satz auf meine nicht nur um etliche Leute, sondern auch Nachfrage hin wiederholt und erklärt: um zahlreiche Länder und vielfältige KulWie mir Irland denn soweit gefalle und turkreise. ob ich denn Spaß hätte hier. Aha! Spaß Aber bei so viel Interkulturalität also, egal ob mit aufheiternden Substan- kommt es auch immer wieder zu MissspeakUP Nr.

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3 8 WERBUNG c a m p u s KREA T I V EFLettre113x156-2Turkey:EFVortragGrafton5 20.09.13 22:02 Seite 1

! e d u a g e r e p mecken h c S a s a d r S Übe e n s c h l i c h e n W a h r n e h m un g s r e i he zu r m g n u t l a t e ra n s am E in e V gli o Potsd

S i n n e i c Bo n f i omin Potsdam D n: D o i ß t p ze s Kro Diaconu Wien a i Ko n h t Mat Ma˘ da˘ lina urg und r Regensb e er: d l m e f h e ch ich Teiln er H i rs ann Lütt m f f h o t G u n r i a v o n H a g en o enh Vikt øller Kop neburg M Lü P e r d L em k e r re al Har Stumme sreiter Wien ja bl e S o n arti n Ha nd M

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verständnissen. Wer zahlt zum Beispiel die nächste Runde „Pints“? Oder wie gibt man höflich zu verstehen, dass man das Stück „Pudding“, eine irische Variante der deutschen Blutwurst, partout nicht essen möchte? Für manche Deutschen mag es auch schwierig sein, mit der irischen Herzlichkeit umzugehen. Und dann sind da noch die spanischen, französischen, amerikanischen, schwedischen, chinesischen… Sitten und kulturellen Unterschiede, die man ebenfalls erlernen und beachten sollte. Die zahlreichen ErasmusPartynächte sind die optimale Gelegenheit hierzu. Vor meiner Abreise wurde ich mit eben jenem Klischee mehrfach konfrontiert: „Du gehst ins Ausland? Na dann hast du jetzt ja ein halbes Jahr Semesterferien und kannst unbegrenzt feiern.“ Das mag sich in bestimmten Fällen als richtig herausstellen. Will man sich an seiner Heimatuniversität jedoch Punkte und möglichst gute Noten anrechnen lassen, so gestaltet sich die erträumte Freizeit um in Leseund Lernzeit. Und da kommt noch einmal die Sprache ins Spiel: In einer fremden Sprache liest es sich einfach nicht so leicht und schnell wie in der Muttersprache, aller Speedreading-Techniken zum

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Trotz. Dementsprechend wird die Feierei in meinem Semester wohl Nebensache bleiben. Und doch lohnt es sich – trotz des ganzen Aufwands und der Hindernisse – ein Semester in einem anderen Land zu verbringen: All die Schwierigkeiten, die man zu Anfang vor Augen hat, sind bald keine Schwierigkeiten mehr, sondern Herausforderungen. Herausforderungen wie das Erlernen einer Sprache, das Überwinden der eigenen Barrieren um neue Freundschaften zu schließen, das Handeln im unbekannten Raum und in unbekannten Sozialstrukturen und das Akzeptieren der Tatsache, dass so manche Erwartungen auch enttäuscht werden können. Jede einzelne der genannten Aufgaben ist lösbar und trägt dazu bei, unsere Sichtweise auf die Umwelt und die eigene Welt zu erneuern und zu erweitern. Und ohne Zweifel lernt man etwas dazu, ob man das Semester nun auf diversen Partys oder gemeinsam mit den Kommiliton_innen in Büchern stöbernd verbringt. Falls mich also heute jemand fragt „How do you like it in Ireland so far? Is it great fun?”, würde ich wahrscheinlich folgendes erwidern: „Yeah, it’s great craic!”

sp e a k U P b e i f u n k U P D e i n e St u d i e r e n d e n z e i ts c h r i f t i st i m N ov e m b e r w i e d e r z u G a st b e i m C a m pus r a d i o P o t s d a m . S c h a lt d o c h e i n f a c h l i v e r e i n b e i R a d i o F r r a p o a m 4 . N o v e m b e r u m 21 U h r ( 9 0 , 7 MH z P OT S DAM + 8 8 , 4 BERLIN ) o d e r lade dir ab 6. November die MP3 runter:

f supn up. e ak kU P N r .m 1 5e


„T h e a t e r l e h r t uns, offen für das Neue zu sein“ Schauspielerin Zora Klostermann ist in Fröndenberg im Ruhrgebiet aufgewachsen. Dort leben gerade mal 21.000 Menschen, so viele wie an der Uni Potsdam studieren. Eben das Studium beendet, spielt sie jetzt als neues festes Ensemblemitglied am Hans Otto Theater – und trifft in Potsdam auf eine andere Welt. Wir haben uns mit ihr unterhalten über die Eigenarten des Schauspielstudiums, ihr neues Zuhause und die Macht des Theaters.


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Interview Von Denis Newiak. sp e a k U P: Bist du zum Theater gekommen – oder ist es zu dir gekommen? Zo r a K lo st e r m a n n : Meine Mutter war Dramaturgin am Musiktheater in Gelsenkirchen, da habe ich bereits als Kind etwas von Oper und Ballett mitbekommen. Dann hat sie freiberuflich als Theaterpädagogin gearbeitet und an unserer Schule eine AG geleitet. Dort war ich für das Licht und den Ton verantwortlich – mit 11 Jahren. Als plötzlich eine Mitschülerin krank wurde, bin ich eingesprungen und habe ihre Rolle übernommen. Das war ein Schlüsselerlebnis für mich. Ich dachte nur: Ja, das fühlt sich gut an, das will ich machen. sp e a k U P: So läuft das im Idealfall. Und dann hast du auch nichts anbrennen lassen: Schauspielhaus Bochum, Studiobühne Lindenbrauerei, „theater narrenschiff“ – noch bevor du an die Kunsthochschule gegangen bist. Ein pathetischer Mensch würde sagen: Du hast von Anfang an deinen Traum gelebt. K lo st e r m a n n : Ja, Theater ist tatsächlich das, was mir immer Spaß gemacht hat, was ich gern gemacht habe. Und eigentlich will ich auch gar nichts anderes machen. sp e a k U P: Das heißt, du hattest keinen „Plan B“? Gewagt in dem Business! Naja, irgendwann dachte ich, vielleicht wäre Grundschullehrerin besser. Geregelte Arbeitszeiten und freie Wochenenden sind mit Familie natürlich günstiger. Ich dachte an Deutsch und Kunst als Fächer

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und bin zur Vorbereitung zu einem „Mappenkurs“ gegangen, um die Bewerbung für die Kunsthochschule vorzubereiten, aber schnell habe ich gemerkt: Dafür bist du nicht gemacht, das kannst du dir abschminken. sp e a k U P: Aber bei der Kunst bist du schon geblieben. Im Februar hast du dein Schauspielstudium in Essen beendet. K lo st e r m a n n : Ja, schriftliche Arbeiten und stures Auswendiglernen liegen mir einfach nicht. An der Schauspielschule lag das Gewicht glücklicherweise auf Körper-, Sprech- und Rollenunterricht. Aber auch dort gab es natürlich Prüfungen, auf die wir lange hingearbeitet haben. Für die Abschlussprüfung zum Beispiel haben wir drei Monate geprobt. sp e a k U P: Die Studienzeit liegt noch ganz frisch hinter dir. Was vermisst du am meisten und wovon sagst du: „Gott sei Dank ist das Studium vorbei!“? K lo st e r m a n n : Jetzt beim ersten Stück am Hans Otto Theater war es schon schön, niemanden mehr im Rücken zu haben, der einem sagt: „Denk an das ‚sch‘!“ – aber zugleich ist man auf sich selbst gestellt. Das bedeutet zwar Freiheit, aber der Abschied von meinen Kommiliton_innen in Essen fiel mir schon schwer. Vier Jahre habe ich mit diesen zehn Leuten in meiner Klasse den Großteil der Zeit verbracht! Das ist ja für Schauspielschulen etwas Typisches, dass man viel Lebenszeit miteinander verbringt und richtig zusammenwächst. Jetzt nach dem Abschluss sind wir über alle vier Ecken Deutschlands verstreut, da sieht man sich nicht mehr so häufig. Aber zugleich gibt es jetzt so viel Neues und Spannendes zu entdecken! sp e a k U P:

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In Potsdam zum Beispiel:


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Hier sind die Menschen streitlustig und auch – im positivsten Sinne! – etwas eigensinnig. Wie kommst du damit klar? K lo st e r m a n n : Es ist hier von der Mentalität her wirklich völlig anders als im Ruhrgebiet. Ich bin da ja aufgewachsen, habe dort studiert – und bin jetzt das erste Mal richtig weg von Zuhause. Ich diskutiere da oft mit meinem Vater, wenn ich ihm sage, dass ich hier ein anderes Gemüt spüre: Das Ruhrgebiet habe ich immer in seiner Arbeiter_innenTradition gesehen, da ist das Proletarische stark. Hier in Potsdam fahre ich manchmal ins Stern-Center, um davon etwas zu spüren. (lacht) sp e a k U P:

müssen.

Das wirst du ausführen

K lo st e r m a n n : Im Vergleich zur Innenstadt, wo viele Besserverdienende wohnen und Tourist_innen das Bild prägen, sieht man im Stern-Center, dass in Potsdam auch viele Menschen leben, die weniger Geld haben. Und die Atmosphäre dort erinnert mich stark an den Ruhrpott, an meine Heimat. Ich habe erst hier in Potsdam gemerkt, dass ich so etwas wie Sehnsucht nach meiner Heimat haben kann. Zum Beispiel hängt jetzt an meinem Kühlschrank ein Bild des Bochumer Förderturms. (lacht) Zugleich möchte ich neugierig bleiben auf das, was hier auf mich zukommt. sp e a k U P: Tausende Studis finden in Potsdam jedes Jahr ein neues Zuhause, gerade jetzt im Oktober. Musst du auch am Hans Otto Theater erst noch deinen Platz finden? K lo st e r m a n n : Ich fühlte mich hier von Anfang an sehr wohl. Das ganze Team ist sehr herzlich und es gibt eine angenehme, tolle Atmosphäre, die ich genieße. Potsdam selbst werde ich aber

noch besser kennenlernen müssen. sp e a k U P: Im Programmheft zur aktuellen Saison ergänzt du den Satzanfang „Eine gute Geschichte...“ mit „… ist nicht zu unterschätzen“. Jetzt übt ihr gerade für „Wie im Himmel“. Ist das auch so eine Geschichte, die man ernst nehmen sollte? K lo st e r m a n n : Na klar. In der Geschichte geht es um einen Stardirigenten, der nach einem Herzinfarkt für eine Auszeit in sein Heimatdorf zurückkehrt und dort einen kleinen Kirchenchor übernimmt. Damit löst er eine Aufbruchsstimmung aus, die nicht jedem gefällt. Ich spiele zum Beispiel eine junge Frau und Mutter, Gabriella, die im Verlauf der Geschichte lernt, sich gegen ihren gewalttätigen Mann zu stellen. Es ist also eine Geschichte über die Kraft der Musik und des gemeinsamen Singens, über Gemeinschaft und das Finden des eigenen Tones, der eigenen Stimme. sp e a k U P:

mit uns?

Was macht das Theater

K lo st e r m a n n : Es lehrt uns viel: Zusammenhalt, dass wir aufeinander achten müssen, gesellschaftliche Werte. Allein der ganze Theaterbetrieb zeigt: Man muss diszipliniert sein, muss aufmerksam sein, offen für das Neue und Unbekannte. Das ist natürlich auch für junge Zuschauer_innen und Schulklassen interessant, zu merken, dass hier jede_r eine bestimmte Rolle einnimmt, dass Theater nur miteinander geht und alle aufeinander Rücksicht nehmen. Das sind Dinge, die in Schulen und auch in immer mehr Familien heute eine geringere Rolle spielen. sp e a k U P: Mit 7,50 Euro pro Ticket ist der Theatereintritt für Studis so gut wie kostenlos – gemessen an dem unheimlichen Aufwand, der hier betrieben wird.

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Warum gehen die Menschen, „an meinem Kühlgerade auch junge Leute, heute schrank hängt ein trotzdem weniger ins Theater? Bild des Bochumer K lo st e r m a n n : Das Förderturms. Aber liegt, denke ich, daran, dass junge Menschen immer seltener ans ich möchte neuTheater heran geführt wird. Wir gierig bleiben auf haben zwar in der Schule Theadas, was hier auf terstücke gelesen, aber wir haben m i c h z u k o mm t . “ die Stücke nicht gesehen, nicht erlebt. Dabei sind doch diese Werke nicht dafür geschrieben, gelesen zu werden: Sie gehören ins Thea- darsteller ja die Kamera auf dem Kopf, ter, auf die Bühne, und da muss die Schu- die Geschichte wird aus seinen „Point le in ihrer vermittelnden Rolle viel stär- of View“ erzählt. Das heißt, ich konnte ker werden! Bei „Blauer als sonst“, ein meinem Spielpartner nicht einmal ins GeJugendstück über die erste Liebe, das ich sicht schauen. Das war zwar spannend, hier am Hans Otto Theater spiele, merke aber auch ziemlich merkwürdig. Außerich immer wieder, wie die Schüler_innen dem genieße ich es im Theater, einfach mitgehen, wie sie in der Geschichte völlig eineinhalb Stunden am Stück spielen zu aufgehen und sich von ihr mitreißen las- können, während im Film beim Darstelsen – das sind Momente, wo ich denke: len die Geschichte durch die Montage Gut, dass es das Theater immer noch gibt. förmlich zerhackt wird. sp e a k U P: In der laufenden Saison sp e a k U P: Reagieren junge Leute im werden wir dich noch in „Die Opferung Theater anders? von Gorge Mastromas“ und in wiederaufK lo st e r m a n n : Ja, völlig. Bei genommenen Repertoire-Stücken sehen. dem Stück sind es ja in der Regel Ju- Gibt es ein Stück, auf das du dich schon gendliche, die im Saal sitzen, und die ru- besonders freust? K lo st e r m a n n : Im Moment stefen dann auch mal zwischendurch rein: „Jetzt küsst euch doch endlich!“. Da hat cken wir so tief in den Proben für „Wie im man schon Angst, dass man schneller aus Himmel“, dass ich mich noch nicht mit der Rolle fällt. Zugleich ist es schön, dass den späteren Rollen genauer beschäftigen sich junge Leute trauen, sich vom Erleb- konnte. Aber ich kann versprechen, dass ten richtig mitnehmen zu lassen, zu kom- es sich lohnt, zu uns ins Theater zu kommentieren und auch mal zu lachen, wenn men! sp e a k U P: Dessen werden wir uns etwas schief geht. vergewissern. Vielen Dank für das Gespräch! sp e a k U P: Du hast ja auch außerhalb von Hochschule und Theater SchauspieGewinne mit der sp e a k U P 2x2 Karlerfahrung gesammelt: 2011 warst du im ten für „Wie im Himmel“ am 16. NovemFilm „Pixelschatten“ zu sehen. K lo st e r m a n n : Da ist spiele- ber im Hans Otto Theater: Schick uns eine risch wirklich alles vollkommen anders. SMS mit „Himmel“ an 0160/3271989. Gerade in diesem Film hatte der Haupt- Rechtsweg ausgeschlossen. Viel Glück! speakUP Nr.

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Bu n t e r H e r b s t Wenn die Bl ätter fallen und die Potsdamer StraSSen wieder gelbrötlich einfärben, steigert sich die Gemütsl age ins Maximale. Doch nicht nur drauSSen wird es wieder wunderbar bunt: Auch die Potsdamer Szene hat ein vielfältiges HerbstProgramm zusammengestellt, in welches wir wieder einen Einblick geben möchten. So kann man auch den Abschied vom Sommer viel leichter verschmerzen. Donnerstag, 17.10. 19.30 Uhr

Sonntag, 20.10. 16 Uhr

„Mann & Frau intim“ Die nackte Wahrheit, Kabarett Obelisk

Brahms Klarinettenquintett Nikolaisaal

Samstag, 19.10. 18 Uhr „Die lange Nacht des Kabaretts“, Kabarett Obelisk

19.30 Uhr Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs (Premiere), Hans Otto Theater

Samstag, 19.10. 20 Uhr Wandertheater Ton & Kirschen (D), „Hans im Glück“ von Berthold Brecht, fabrik Potsdam

20 Uhr Simone Kermes & Sonia Prina, Nikolaisaal

22 Uhr 5 Jahre Monochrom, Nil Student_innenkeller

Kabarett Potsdam

19.30 Uhr Der Turm, Hans Otto Theater

22 Uhr Jazz Lab, Konzert, fabrik Potsdam

17 Uhr Wie im Himmel, Hans Otto Theater Dienstag, 22.10.

Samstag, 26.10. 20 Uhr Selig & Filmorchester Babelsberg: „Magma“, Nikolaisaal

19.30 Uhr Das Wintermärchen, Hans Otto Theater

Sonntag, 27.10. 16 Uhr

Mittwoch, 23.10. 15.30 Uhr

Unter Siziliens Sonne, Nikolaisaal

Herbstkonzert der Volkssolidarität, Nikolaisaal

Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs, Hans Otto Theater

Freitag, 25.10. 19 Uhr

Montag, 28.10. 19.30 Uhr

Luxus+, Vernissage, Museum Fluxus Plus

20.30 Uhr Kira Skov Quintett, Nikolaisaal

19.30 „Wir schenken nichts“ (Premiere),

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19.30 Uhr

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Von Mäusen und Menschen, Hans Otto Theater

Dienstag, 29.10. 19.30 Uhr


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Festival Unidram: She She Pop (Berlin), Theaterperformance, fabrik Potsdam

Wie im Himmel, Hans Otto Theater

19.30 Uhr

Tangotanznacht, Nikolaisaal

Staatstheater Cottbus: Hoffmanns Erzählungen, Hans Otto Theater

21.30 Uhr

Mittwoch, 30.10. 19.30 Uhr „Friedrich, Freude, Eierschecke“, Kabarett Obelisk

19.30 Uhr Michael Hirte präsentiert: „Liebesgrüße auf der Mundharmonika“, Nikolaisaal

Hans Otto Theater

Mittwoch, 6.11. 19.30 Uhr

20.30 Uhr

Festival Unidram: Akhe (St. Petersburg), Visuelles Theater, fabrik Potsdam

Samstag, 2.11. 19.30 Uhr Der Widerspenstigen Zähmung, Hans Otto Theater

Sonntag, 3.11. 17 Uhr

Donnerstag, 31.10. 19.30 Uhr

My Fair Lady, Hans Otto Theater

Staatstheater Cottbus: Hoffmanns Erzählungen, Hans Otto Theater

Günther Fischer & Band, Nikolaisaal

20 Uhr Horst Evers, Nikolaisaal

Freitag, 1.11. 19.30 Uhr

20 Uhr

19.30 Uhr Wie im Himmel, Hans Otto Theater

Donnerstag, 7.11. 19.30 Uhr Außer Kontrolle, Hans Otto Theater

Freitag, 8.11. 19.30 Uhr Wellen, Hans Otto Theater

20 Uhr Elbtonalpercussion, Nikolaisaal

Dienstag, 5.11. 19.30 Uhr Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs,

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„Besser Wahlschlappen als gar keine Badelatschen“, Kabarett Obelisk

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Samstag, 09.11. 19.30 Uhr Minna von Barnhelm, Hans Otto Theater

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20 Uhr „El Male Rachamim“ – Gott voll Barmherzigkeit, Nikolaisaal

23 Uhr DJ Rengo Party, fabrik Potsdam

Sonntag, 10.11. 18 Uhr Alle sechzehn Jahre im Sommer, Hans Otto Theater

Montag, 11.11. 19.30 Uhr Von Mäusen und Menschen, Hans Otto Theater

20 Uhr Nacht der Operette, Nikolaisaal

Mittwoch, 13.11. 20 Uhr Stefan Gwildis, Nikolaisaal

Donnerstag, 14.11. 19.30 Uhr

Sonntag, 17.11. 17 Uhr

Drei Mal Leben, Hans Otto Theater

Das Wintermärchen, Hans Otto Theater

20 Uhr Johann König, Nikolaisaal

Donnerstag, 21.11. 19 Uhr

Freitag, 15.11. 19.30 Uhr

Minna von Barnhelm, Hans Otto Theater

Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs, Hans Otto Theater

Freitag, 22.11. 19.30 Uhr

20.30 Uhr Elektromonteverdi, Nikolaisaal

Samstag, 16.11. 19.30 Uhr

Außer Kontrolle, Hans Otto Theater

Bitte beachten! Die speakUP kann keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der hier aufgeführten Terminhinweise übernehmen. Haftungsansprüche jeglicher Art können nicht geltend gemacht werden.

Wie im Himmel, Hans Otto Theater

19.30 Uhr 3. Sinfoniekonzert, Nikolaisaal

D i e L o c at i o n s Biosphäre Georg-Hermann-Allee 99 biosphaere-potsdam.de

Botanischer Garten

Haus der Generationen und Kulturen

Nil StudentInnenkeller

Milanhorst 9 milanhorst-potsdam.de

Am Neuen Palais 10 planet-nil.de

Maulbeerallee 2 uni-potsdam.de/ botanischergarten

Kabarett Obelisk

Pub à la Pub

Charlottenstraße 31 kabarett-potsdam.de

Breite Straße 1 pub-a-la-pub.de

Bürgerhaus am SChlaatz

Kulturhaus Babelsberg

Studentisches Kulturzentrums

Schilfhof 28 buergerhaus-schlaatz.de

Karl-Liebknecht-Straße 135 kulturhausbabelsberg.de

Hermann-Elflein-Straße 10 kuze-potsdam.de

Fabrik

Museum Fluxus+

Waschhaus

Schiffbauergasse 10 fabrik-potsdam.de

Schiffbauergasse 4F kabarett-potsdam.de

Schiffbauergasse 1 waschhaus.de

Hans-Otto-Theater

Nikolaisaal Potsdam

Schiffbauergasse 11 hansottotheater.de

Wilhelm-Staab-Straße 10-11 nikolaisaal-potsdam.de

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Fünfzehnte Ausgabe der Studierendenzeitschrift „speakUP“ (Nr. 15), erschienen am 14. Oktober 2013, erstellt von Studierenden der Universität...

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