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Rückblick auf das Jahr 2005 Unser zweiter Abend stand unter dem Titel:

„Bamberg - eine Stadt im rechten Licht“ Dazu der Fränkische Tag am 5. November 2005: Auf Einladung der Schutzgemeinschaft Alt Bamberg fand am 28.10.2005 ein Vortrag über einen Lichtmasterplan für Bamberg statt. Die 1. Vorsitzende Gabriele Pfeff-Schmidt freute sich über ein volles Haus. Sie betonte, dass die Schutzgemeinschaft mit dieser Veranstaltung keineswegs den von der Stadt in Auftrag gegebenen Planungen für ein Beleuchtungskonzept der Innenstadt vorgreifen wolle. Vielmehr solle für ein solches Konzept geworben und den Bürgern die Möglichkeit der Information gegeben werden. Das Interesse der Schutzgemeinschaft Alt Bamberg liege ja vor allem im Erhalt des Stadtbildes und gleichzeitig in der Förderung der Lebendigkeit der Innenstadt. Deshalb zeigte sie sich erfreut, dass der in London ansässige Lichtplaner Christian Wendel für den Vortrag „Ein Lichtmasterplan für Bamberg“ gewonnen werden konnte. Christian Wendel hat sich im Rahmen seiner Abschlussarbeit im internationalen Studiengang „architectural lighting design“ mit diesem Thema befasst. Der Referent ging zunächst auf die Grundlagen von Licht und Beleuchtung, Lichtverschmutzung und die Ziele eines Lichtmasterplanes ein. In einer Bildschirmpräsentation analysierte er die Grundstruktur Bambergs sowie historische Zusammenhänge in der Stadt. Anschließend behandelte er die Beleuchtungssituation mit heute ungefähr 10.000 Lichtpunkten anhand vieler Beispiele in Bamberg, um auf dieser Grundlage einen Plan für die zukünftige Stadtbeleuchtung zu erarbeiten. Der von ihm entwickelte Lichtmasterplan basiert dabei auf drei wesentlichen Leitmotiven: den Belangen der Bevölkerung, der flexiblen Ausgestaltung des Lichtmasterplanes wegen seiner Laufzeit von bis zu 20 Jahren und Betonung der Attraktivität der Innenstadt mit ihren herausragenden Bauwerken. Konkret machte Wendel entlang der sogenannten barocken Achse zwischen Kettenbrücke und Dom insgesamt fünf sogenannte Blickpunkte mit unterschiedlicher Gewichtung aus. Diese gelte es auch nachts ihrer Bedeutung gemäß zu beleuchten. Generell schlägt der junge Lichtdesigner vor, für die wich-

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Jahresbericht 2006

tigen innerstädtischen Abschnitte wie die Fußgängerzone oder den Bereich um das Alte Rathaus im Rahmen eines Lichtmasterplanes übergeordnete Leitlinien auszuarbeiten. Diese machten grundsätzliche Aussagen zur Erscheinung der Leuchten bei Tag und Nacht. Beleuchtungsintensität und Lichtfarbe spielten genauso eine Rolle wie die Absicht der Beleuchtung. Als Beispiel hob Wendel hier die sehr differenzierte Illumination der Martinskirche hervor. Die gesamte Gebäudefront erscheine in einem warmen orangen Licht während Details wie die zurückliegenden Nischen durch kaltes weißes Licht betont würden. „Weitere Leitlinien müssten für die feinfühlige Beleuchtung der Fußgänger- und Autobrücken, die herausragenden Denkmäler Bambergs, die Flussufer und Plätze aufgestellt werden“ so der Lichtplaner, der den übergeordneten Charakter eines Masterplanes betonte. Wendel schloss seinen Vortrag mit zwei visualisierten Beleuchtungsbeispielen für Bamberg und ging dabei zum einen auf die Kirchen im Berggebiet, deren jeweilige Bedeutung für das Stadtbild durch unterschiedlich intensive Beleuchtung herausgestellt werde, abschließend dann auf die Kettenbrücke mit den dortigen Uferbereichen ein.

Abbildung aus dem Lichtmasterplan von Christian Wendel als Beispiel für die Uferbeleuchtung

Schutzgemeinschaft Alt Bamberg Jahresbericht 2006  

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