Page 1

s c h u t z g e m e i n s c h a f t a lt b a m b e r g e . v .

Titelgeschichte: Verschont und abgebrochen - die Schleusenw채rterh채uschen auf dem Erba-Gel채nde

Jahresb ericht Ausgab e 2007-2010 1


2


DenkMalWeiter

ir haben uns zum 40. Vereinsjubiläum im Jahr 2008 eine Erweiterung unseres Logos um ein Motto geschenkt. Mit welchem Hintergedanken? Lesen Sie dazu einen Auszug aus der Rede unseres 1. Vorsitzenden, Dr. Jörg Händler, zum Gründungsjubiläum auf Seite 39

3


Impressum

Herausgeber: Vereinsleitung der Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e. V. Schillerplatz 9 96047 Bamberg Tel. 0951 – 20 25 21 Email: schutzgemeinschaft@altbamberg.de www.altbamberg.de Redaktion und Beiträge: Marion Dubler, Dr. Jörg Händler, Martin Pöhner, Martin Lorber, Dr. Claudius Eismann Fotos: Martin Lorber, Marion Dubler, Peter Berns Layout: Studio Linear, Graphische Arbeiten www.studio-linear.de V.i.S.d.P.: Dr. Jörg Händler, 1. Vorsitzender

4


Editorial

Denkmalschutz lebt Denkmalschutz wird gelebt it einem fragwürdigen

ich der Meinung, dass in der heutigen

Vorbedingungen gestellt werden bzw.

Brückenbau durch das

Zeit

muss

man eigentlich gar nicht miteinander

Elbtal

„Dialog

hatte

Marschrute

heißen

erscheint

reden will oder kann. Ich denke, dass

als

mir sinnvoller, frühzeitig und ggf. in

gerade die Beispiele Kloster Michelsberg

Weltkulturerbe aufs Spiel gesetzt und

der Öffentlichkeit die Auffassung des

und Schleusenwärterhäuschen zeigen,

verloren; Mitte Juni 2009 erkannte die

Vereins zu einzelnen Themen, Projekten,

welchen Erfolg das klare Vertreten einer

Unesco dem weltbekannten Dresdner

Baumaßnahmen etc. zu kommunizieren

Meinung und die Bildung einer starken

Elbtal seinen Status als Weltkulturerbe

und zu vertreten, um im Rahmen von

Gruppe aus Bürgervereinen bringen kann.

ab -

Gesprächen mit Verantwortlichen Einfluss

Wie jetzt seitens der Stadt Bamberg mit

seinen

Dresden

die

Status

wegen eines Verkehrsprojektes,

statt

Konflikt“.

Es

über dessen Notwendigkeit und Ange-

dem Denkmal St. Michael umgegangen

messenheit

wird, gibt dem Recht.

lange

gestritten

wurde.

In Stuttgart erleben wir derzeit das Gleiche. Auch hier streiten Politiker, verschiedenste

Unabhängig vom „wie“ ist es wichtig, dass

Interessengruppierungen um die Not-

Denkmalschutz und Denkmalpflege eine

wendigkeit und Erforderlichkeit eines

starke Verwurzelung in der Bevölkerung

Verkehrsprojektes und über die Zukunft

und in den Köpfen der Menschen haben

von das Stadtbild prägenden Gebäuden.

müssen. Denn wir Menschen bestehen

Die Pläne für „Stuttgart 21“ haben zwar

aus Bildern und aufgrund von Bildern. In

sämtliche

rechtlichen

ihnen und durch sie sind und werden wir.

Verfahren und sämtliche demokratisch

Wir erinnerten uns an nichts, würden wir

legitimierten

durchlaufen,

unsere Bilder verlieren. Ohne sie gäbe es

gingen aber augenscheinlich an den

die Welt nicht, gäbe es auch uns nicht.

Wünschen und Vorstellungen großer

Die unverwechselbaren Orte und Bilder

Denkmalschützer

und

notwendigen Gremien

Teile der Bevölkerung vorbei. In dieser

auf die Planungen zu nehmen und im

einer Stadt, die im kollektiven Gedächtnis

regte sich erheblicher Widerstand und

Einvernehmen gemeinsam Lösungen, die

niedergelegte erinnerte Vergangenheit,

Protest

und

für alle akzeptabel sind, zu erarbeiten.

sind die besten Begleiter aus dem Einst in

Blockadeaktionen gegen die beabsichtigte

Dies sollte sich insbesondere auf längere

das Demnächst, von der Vergangenheit

Baumaßnahme. Seit Wochen beherrschen

Sicht auszahlen, da dadurch das Ansehen

und aus der Gegenwart in die Zukunft.

Transparente,

Sitz-

und die Einschätzung unseres Vereins

Mit Orten werden den Menschen das

blockaden, Polizeieinsätze und Tränen-

als „verlässlicher Partner“ gestärkt wird,

Gedächtnis, ihre Erinnerung und ihre

gas die Medien und die öffentliche Wahr-

der Verein nicht nur in der Öffentlichkeit,

Geschichte geraubt. Friedrich Nietzsche

nehmung des Potestes gegen den Abriss

sondern auch bei den Verantwortlichen

hielt die Frage, bis zu welchem Grade das

denkmalgeschützter Gebäude.

innerhalb

oder

Leben den Dienst der Geschichte brauche,

mit

Demonstrationen

Menschenketten,

der

Stadtverwaltung

anderen Entscheidungsträgern größere

für eine der höchsten Fragen und Sorgen

Können solche Maßnahmen und diese

Wertschätzung erfährt als bei Protesten

im Betreff eines Menschen, eines Volkes,

Art des Protestes für den Denkmalschutz

und

einer Kultur. Daran sollten wir immer

Vorbild auch für Bamberg sein? In

bleibt abzuwarten, welchen Erfolg die

diesem Zusammenhang darf ich darauf

Protestbewegung gegen „Stuttgart 21“

hinweisen, dass unser Verein aus einer

haben wird, jetzt wo Fronten schon

Protestbewegung

gegen

den

Demonstrationen.

Im

Übrigen

Abriss

erheblich verhärtet sind und ein Schlichter

des Hauses zum Marienbild entstanden

von außen gerufen werden muss, der

ist und dass lautstarke Proteste und

dann sogar seine Schwierigkeiten hat,

Protestkundgebungen Teil der „Kultur“

die unterschiedlichen Parteien an einen

unseres Vereines waren. Dennoch bin

Tisch zu bringen, weil von jeder Seite

denken. Ihr

Dr. Jörg Händler

5


Pavillon

eit der Sanierung des nördlichen Pavillons hat die Schutzgemeinschaft die Verantwortung für dieses Kleinod im Michaelsberger Terrassengarten übernommen. Sie können den Pavillon für einen kleinen Empfang mieten. Wenden Sie sich an Frau Sylvia Buckel, Tel. dienstl. 0951 / 9 444 011, privat: 0951 / 40 78 130

6


Inhalt

DenkMal Weiter

3

Impressum

4

Editorial

5

Pavillon

6

Inhaltsverzeichnis

7

Jahreshauptversammlung 2007

8

Jahreshauptversammlung 2008

9

Jahreshauptversammlung 2009

11

Dr. Ingo-Fessmann-Preis 2007/2008/2009

12

Stellungnahmen

17

Geplantes Sanierungsgebiet Stephansberg

18

Vorbereitende Untersuchung

20

Bereich Aktive Mitte Kettenbrücke-Königstraße-Bahnhof

Bebauungsplan Bereich Jakobsberg,

Ecke Wildensorger Straße und Dr.-Remeis-Straße

Geplanter Hotelbau Mahrsbräukeller - Gemeinsame Stellungnahme zum

Vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahren Nr. 38 E II.

Nachverdichtung Universität Bamberg im Gebiet Markusstraße/Steinertstraße

28

Stellungnahme der Heimatpfleger der Stadt Bamberg zur Markusstraße

30

Landesgartenschau Bamberg 2012/Nordpark

32

Titelgeschichte

22 24

33

Der Kampf um das Schleusenwärterhäuschen auf der Erba-Insel

Erfolgreich - die Bürgerinitiative „Rettet den Michaelsberg“

36

Die Feier des 40. Gründungsjubiläums

37

39

Auszug aus der Rede von Dr. Jörg Händler

Spaziergänge

41

Spaziergänge am Klosterweiher, Zinkenwörth, Abtswörth, Fischerei und Klein Venedig

41

Ausflug durch die Bamberger Kinogeschichte

44

Veranstaltungen

46

City-Passage auf dem Prüfstand

46

Kornelkirschenfest 2007 und 2009

48

Visionen für das alte Hallenbad

51

Nachverdichtung im Haingebiet

52

Retrospektive - Gefährdete Denkmäler

54

Villa Reindl, Gartenhaus am Griesgarten, Untere Sandstraße 20, Hölle 12,

Organistenhaus, Untere Seelgasse 6, Färbergasse 13, Schrottenberggasse,

Strüpf‘sche Scheune und Raulinos Gartenhaus, Bruckertshof und Riegelhof

Bauten des 20. Jahrhunderts ... die Denkmäler der Zukunft

62

Jugendprojekt

66

In und um „St. Martin“

66

Welterbelauf

69

Mach dir ein Bild vom Welterbe Bamberg

70

Auflösung Bilderrätsel „Bauten des 20. Jahrhunderts“

71

Ausblick

73

7


Jahreshauptversammlung

Jahreshauptversammlung

2007

2. Vorsitzender Ingo Schmidt stellt die Ziele des Jugendprojekts vor

Prof. Achim Hubel wird für 25 Jahre Vereinszugehörigkeit geehrt.

Die angehende Architektin Hannah Jonas, die einem interessierten Publikum ihre Diplom-Arbeit über die Unteren Mühlen vorstellte.

Angeregte Gespräche beim geselligen Teil der Veranstaltung.

8


Jahreshauptversammlung Unsere Jahreshauptversammlung am 27. 11. 2008 stand ganz im Zeichen von Neuwahlen (und damit auch von Verabschiedungen). Die Schutzgemeinschaft ist ein wenig runderneuert

worden. Der Vorstand dankte sehr herzlich den scheidenden Beiräten, war erfreut über den

2008

Verbleib Altgedienter und begrüßte die neuen Aktiven.

erabschiedet Beiräte:

wurden

Rosemarie

als

Egger

(die sich weiter um den Garten am Schillerplatz 9 kümmern wird), Bernhard Metzner (er hatte bereits im Jahr 2006 aus beruflichen Gründen seinen

Abschied

genommen),

Gisela

Miekisch (ihr galt besonderer Dank für die jahrelange Tätigkeit als fleißige und zuverlässige Schriftführerin), Dr. Horst Miekisch (seine überaus erfolgreichen Spaziergänge wird er noch bis Ende 2010 weiterhin organisieren), Gabriele PfeffSchmidt (auf ihren Rat werden wir auch in Zukunft bauen können) und Matthias Prell.

Die Neuwahlen wurden von Dr. Ingo Fessmann geleitet.

Fröhliches Abschiedsbild, aber nicht ohne Wehmut bei allen Beteiligten! Die Schutzgemeinschaft muss nun ohne sie auskommen: Gisela Miekisch, Rosi Egger, Dr. Horst Miekisch, Gabriele Pfeff-Schmidt und Matthias Prell.

Im Hintergrund, als Teil der neuen Gestaltung des Versammlungsraums , die Bilder von Gerhard Schlötzer.

9


Jahreshauptversammlung

Jahreshauptversammlung

2008

esonders freute es Vorstand und

Die Auswahl fiel der Jury nicht leicht, denn

Beirat, dass erneut der Dr. Ingo

Frau Dr. Judith Bajorat hatte hervorragend

Fessmann-Preis verliehen werden

vorbereitet und dutzende Fotos von

konnte. In diesem Jahr war das Thema

wunderschönen Türdetails

„Engagement beim Erhalt historischer

(herzlichen Dank dafür).

angefertigt

Türbeschläge“ und ging zu gleichen Teilen von je 250 Euro an die Eigentümer der Häuser Pfarrgasse 3 und Kapuzinerstr. 12

Gabriele Pfeff-Schmidt im Gespräch mit unserer Ehrenvorsitzenden Dr. Christa Harth.

Die Kassenprüferin Frau Neff entlastet Werner Hottelmann.

Rosi Egger bei ihrer letzten „Amtshandlung“, dem Bericht zum Stand der Mitgliedschaften.

10


Jahreshauptversammlung

2009

Der neue Stadtheimatpfleger Ekkehard Arnetzl stellt sich der Mitgliederversammlung vor.

Beiratsmitglied Dr. Sandra Schlicht berichtet über das JugendprojektMalbuch (s. dazu ausführlichen Bericht auf Seite 66).

Die frühere Stadtheimatpflegerin Dr. Karin Dengler-Schreiber gab einen interessanten Überblick über ihr Tätigkeitsfeld als derzeitige Welterbemanagerin.

1. Vorsitzender Dr. Jörg Händler verleiht dem Ehepaar Leicht vom Bettenhaus Friedrich den Dr. Ingo-Fessmann-Preis 2009 (s. dazu ausführlichen Bericht auf Seite 15).

Gespanntes Zuhören und Abstimmen

Und am Schluss die Torte mit Schuss, zerteilt und serviert von Marion Dubler und Sylvia Buckel.

11


Dr. Ingo-Fessmann-Preis

Dr. Ingo-Fessmann-Preis für Details an historischen Häusern in Bamberg 2007/2008/2009 er Dr. Ingo-Fessmann-Preis konnte 2009 bereits zum 5. Mal vergeben werden! Mit der großzügigen Spende von insgesamt 500 Euro pro Jahr durch unser Vereinsmitglied Dr. Ingo Fessmann aus Berlin wurden also auch 2007, 2008 und 2009 wieder Besitzer für ihr Engagement an ihren Häusern geehrt. 2007 wurde der Erhalt (Dr. Norbert Ruß,

Herzog-Max-Str.

Sanierungsbereitschaft

1)

bzw.

(Robert

die Weiß,

Sandstr. 29) von Eingangstüren bedacht. 2008 waren Türbeschläge das Thema. Die

Häuser

Kapuzinerstr.

12

und

Pfarrgasse 3 wurden ausgewählt, und so konnte der Spender des Geldes in der Jahreshauptversammlung die Urkunden

Dr. Ingo Fessmann, Dr. Jörg Händler sowie Preisträger Dr. Norbert Russ (2007)

überreichen. 2009 erhielt das Ehepaar Leicht, Inhaber des Bettenhauses Friedrich, den Preis im Ganzen; damit wurde der Erhalt der Figur in Form eines Pfaus belohnt, dem sichtbaren Zeichen der früheren Nutzung des Gebäudes (s. Kasten Seite 15). Herr Dr. Fessmann hat angekündigt, den Preis auch im Jahr 2010 wieder bereitzustellen. Vorstand und Beirat sind ihm dafür im Namen der übrigen Mitglieder sehr dankbar. Bamberger Hausbesitzer in ihrer Leistungsbereitschaft beim Erhalt ihres Eigentums und ihrer Liebe zum Detail ein wenig zu unterstützen und ihnen Anerkennung zollen zu können, ist und bleibt ein Anliegen der Schutzgemeinschaft Alt Bamberg.

12

Die Verleihung an Robert Weiß , rechts im Bild (2007)


13


Das Ehepaar Hornung, Besitzer des Anwesens Kapuzinerstr. 12 (2008)

14


Dr. Ingo-Fessmann-Preis

ur Geschichte des Pfaus: 1536 übernahm ein Büttner das Anwesen in der Oberen Königstraße 43 und richtete möglicherweise die Braustätte ein, aus der sich die Brauerei zum Pfau entwickeln sollte. Bis 1876 wurde hier Bier gebraut, die Gastwirtschaft wurde bis 1954 betrieben. Der markante Pfau an der Fassade ist eines der letzten verbliebenen Erinnerungsstücke an diese traditionsreiche Bamberger Brau- und Gaststätte. Der Aushänger stammt vermutlich aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Bemerkenswert ist nicht nur die detailreiche Schönheit des Pfaus, sondern auch das Material: Tombak, eine heute kaum noch gebräuchliche Messingsorte. Anlässlich der kürzlich erfolgten Renovierung des, dem starken Verkehr ausgesetzten Anwesens, wurden alle Fassadendetails des Eckhauses zur Luitpoldstraße (Betten Friedrich) und der angrenzenden ehemaligen Gaststätte liebevoll erneuert. Darunter auch der Pfau, der damit auch weiterhin sein prächtiges Rad schlagen und von einem wesentlichen Teil der Geschichte des einst wichtigen Handelsweges künden darf.

Das Ehepaar Leicht vom Bettenhaus Friedrich (2009)

15


Dr. Ingo-Fessmann-Preis

Judenstraße 11 Obere Sandstraße 15

ür die Entscheidung zur Verleihung des Dr.-Fessmann-Preises 2008 machte sich die Kunsthistorikerin Judith Bajorat auf den Weg und lieferte uns bestes Fotomaterial. Hier eine kleine (!) Auswahl aus ihrer Sammlung. Unser herzlicher Dank für die gute Vorbereitung und Zusammenarbeit!

Eisgrube 2

Jakobsplatz 5 Oberer Stephansberg 1

Concordiastraße 9

16

Eisgrube 8

Dominikanerstraße 10 a


Stellungnahmen

Stellungnahmen ie Schutzgemeinschaft sieht es nach wie vor als eine ihrer Hauptaufgaben, zu den Planungen in der Stadt Bamberg Stellung zu nehmen. Nicht immer mit Erfolg, doch unermüdlich und dem Vereinszweck geschuldet. Zu folgenden Projekten wurde Stellung bezogen: Bebauungsplan mit integriertem Grünordnungsplan zum Neubau eines Einkaufsmarktes hinter dem Fischerhof in der Gaustadter Hauptstraße

Bebauungsplan mit Gründordnungsplan G 10B für das Gebiet der Landesgartenschau Bamberg 2012 / Nordpark Parkhaus in der Brennerstraße

Geplantes Sanierungsgebiet „Stephansberg“ vor St. Johannis Parkplatz für die Landesgartenschau an der Weide Bebauungsplan mit integriertem Grünordnungsplan, Bereich Jakobsberg, Ecke Wildensorger Straße und Dr.-Remeis-Straße Flächennutzungsplan, Landschaftsplan für das Gebiet der Landesgartenschau Bamberg 2012 / Nordpark

Vorbereitende Untersuchung Bereich Aktive Kettenbrücke-KönigstraßeBahnhof, Abschließende Betroffenenbeteiligung gemäß § 139 Baugesetzbuch in Verbindung mit § 4a Baugesetzbuch

Neugestaltung Wilhelmsplatz Bebauungsplan Mahrsbräukeller (eine gemeinsame Aktion mit der Stadtheimatpflege und betroffenen Vereinen, s. dazu nachfolgend) Neubauten im Hainviertel (s. dazu auch „Veranstaltungen“)

Auf den nachfolgenden Seiten eine Auswahl unserer Stellungnahmen:

Bebauungsplanverfahren mit integriertem Grünordnungsplan für das Gebiet Markusplatz, Markusstraße, Schiffbauplatz und Steinertstraße (Neubauten für die Universität Bamberg)

17


Stellungnahmen

Stellungnahme Geplantes Sanierungsgebiet „Stephansberg“ Bezug: Beteiligung der Betroffenen, der Behörden,

2.2 Gestaltung

der Träger sonstiger öffentlicher Belange und

Funktionsbereiche

weiterer Organisationen

Obwohl im Plan dies durch den Maßstab und die angewendete Grafik nicht eindeutig zu erkennen ist, ist wohl beabsichtigt,

Betrifft: Vollzug des Baugesetzbuches

eine Trennung zwischen den Bereichen „halböffentlicher Bereich

am Gehsteig“, „Vorplatz Kapelle“ und „Vorplatz Kindergarten“ in

Geplantes Sanierungsgebiet „Stephansberg“

Form von Pflastergliederungen vorzunehmen. Dies findet die Sehr geehrte Damen und Herren,

Zustimmung der SGAB.

zu dem vorliegenden Plan „Sanierungsgebiet Stephansberg“

Pflasterbelag

nimmt die Schutzgemeinschaft Alt Bamberg wie folgt Stellung:

Die Verwendung von Granitpflaster in der Größe 5x5 cm kann nicht befürwortet werden, da dieses Steinformat für eine Fläche dieser Ausdehnung ungeeignet ist. Es wird daher eine

1. Ausweisung des Sanierungsgebiets Die

Schutzgemeinschaft

Alt

Bamberg

(SGAB)

Pflastersteingröße von mind. 10x10 cm vorgeschlagen, diese begrüßt

vorzugsweise in Segmentbögen verlegt.

grundsätzlich die Entscheidung der Stadt, für die Aufwertung der

[Ergebnis nach unserem Einwand: Die Stadt hatte in ihrem

Freiflächen im Bereich der Kapelle St. Johannis tätig zu werden.

Entwurf versehentlich eine falsche Signatur verwendet und

Der Verein stellt allerdings zum wiederholten Mal fest, dass die

dies in der überarbeiteten Fassung geändert; es soll das größere

Grenzen auch dieses Sanierungsgebiets sehr eng gefasst sind.

Pflasterformat verlegt werden.]

Auf diese Weise können die privaten Anlieger leider nicht in den

Bei der Ortsbegehung wurde zudem festgestellt, dass die

Genuss von Fördermitteln kommen. Dies entspricht nach unserer

Pflastersteingröße 5 x 5 cm im Umfeld des Sanierungsgebiets

Auffassung nicht unbedingt den Intentionen des Gesetzgebers.

hauptsächlich zur Markierung von kleinteiligeren Eingangs-

2. Rahmenplan

bereichen verwendet wird. Daher erscheint eine Anpassung in dieser Hinsicht nicht angebracht.

Aus der Legende sind folgende Punkte nicht ersichtlich:

• •

• •

vorhandener bzw. abzubrechender Baubestand

Zugangsbereich

vorhandene und geplante Vorhaben bzgl. der

Derzeit ist der ehemalige Torbereich noch durch gemauerte

Freiflächen (Belag, Pflanzung, Möblierung)

Hinzufügungen an älterem Baubestand in seiner Durchfahrtsbreite

öffentliche und nicht öffentliche Freiflächen

verringert. Die im Rahmenplan dargestellte Durchfahrtsbreite

eine im Plan angewendete dritte Belagsart

scheint vergrößert. Da ein Tor anscheinend nicht vorgesehen

fehlt in der Legende

ist, sollte diese Verbreiterung nicht vorgenommen werden, da

2.1 Abbruch der Nebengebäude und Neugestaltung der Freifläche Die SGAB befürwortet den Abbruch der Nebengebäude, denn

eine schmalere Zufahrt zum öffentlichen Raum eine Art Grenze schafft, die dem „privaten“ Vorbereich eher dient und eine Art Verkehrsberuhigung zugunsten des Kindergartens mit sich bringt.

dadurch wird die Sicht auf die Kapelle St. Johannis wieder frei möglich sein und notwendiger Raum für den ruhenden Verkehr

Stützmauer zum Grundstück Fl. Nr. 1955

geschaffen.

Die vorhandene Stützmauer ist nicht im Plan eingezeichnet, obwohl ihr durch den Abbruch des Nebengebäudes eine wesentliche Bedeutung zukommt. Daher fehlen auch wichtige Aussagen über die Optik und die raumbildende Funktion dieser Mauer. Eine Nachtragung hält die SGAB für unerlässlich.

18


PKW-Stellplätze / Fahrradständer

Beleuchtung

Der 1. Stellplatz nach Betreten des Grundstücks sollte gänzlich

Die Positionierung einer Beleuchtung direkt an der Mauer der

entfallen, da er zum einen zu sehr in den Fahrbereich ragt, und

Kapelle erscheint störend und sollte daher nicht erfolgen.

zum anderen dieser Ort für die Platzierung der Fahrradständer günstiger erscheint als der Platz vor Kapelle. Diese Positionierung

Chorpolygon

direkt neben dem Zugang zur Kapelle wird übrigens dezidiert

Die Ecke zwischen dem Chorpolygon und dem Gebäude

von der SGAB abgelehnt.

des Kindergartens ist derzeit noch durch eine Abmauerung

[Ergebnis nach unserem Einwand: Die Fahrradständer fanden

zugesetzt. Im Rahmenplan ist diese kleine Dreiecksfläche

seitlich ihren neuen Platz.]

mit Granitpflasterung eingetragen. Sollte dies einer Planung unterliegen, so wird das vonseiten der SGAB begrüßt, da dadurch

Baumpflanzung

das Chorpolygon wieder deutlicher erkennbar gemacht wird.

Der Vorbereich erscheint nicht groß genug für 3 Bäume, zumal Kronen der Bäume auf dem benachbarten Gartengrundstück in

Streugutbehälter

den Luftraum ragen. Vor allem die Positionierung eines Baums

Der in der Legende aufgenommene Streugutbehälter im

vor der Kapelle wird von der SGAB nicht befürwortet. Dadurch

Gehsteigsbereich fehlt im Plan. Statt seiner ist eine Bank

wird der Blick auf die Kapelle wieder verstellt, obwohl er durch

eingezeichnet. Diese Idee gegrüßt die SGAB, da der Standort für

den Abbruch der Nebengebäude zunächst freigestellt wurde. Die

eine Ruhebank sehr gut geeignet ist.

beiden Bäume sollten im Übrigen so gesetzt werden, dass sie den PKW-Stellplatzbereich einrahmen. [Ergebnis nach unserem Einwand: Direkt vor der Kapelle ist in der neuen Planung kein Baum mehr vorgesehen..]

3. Abschließende Betrachtung Der Rahmenplan liegt in relativ detaillierter Ausarbeitung vor. Es

Ruhezone vor der Kapelle

besteht daher vonseiten der SGAB die Sorge, dass dieser Plan als

Der Bereich vor der Kapelle eignet sich gut für die Einrichtung

Vorentwurf für die Freiflächen verwendet werden könnte. Daher

einer kleinen Ruhezone mit Bänken. Dabei sollte jedoch nach

ergeht die Bitte, vor einer Umsetzung der Planung einen etwas

Meinung der SGAB darauf verzichtet werden, eine Bank direkt

ausdifferenzierteren Plan erstellen zu lassen. Das Areal hat es

an die Gebäudewand der Kapelle zu positionieren, da eine

verdient.

Ruhebank inhaltlich und funktional nicht zur Kapelle gehört. Es genügt, die Bänke im westlichen Abschnitt vor der Mauer

Mit freundlichen Grüßen

zum Nachbargrundstück anzuordnen. Zudem ist durch die Nachbarschaft zum Kellerabgang ein leichtes Übersteigen der

Dr. Jörg Händler

Brüstung möglich und birgt Unfallgefahr.

1. Vorsitzender

[Ergebnis nach unserem Einwand: Neben dem Kellerabgang befindet sich in der neuen Planung keine Bank mehr.]

19


Stellungnahmen

Stellungnahme Vorbereitende Untersuchung Bereich Aktive Mitte Kettenbrücke -Königstraße-Bahnhof Stadt Bamberg

1.2 Blockinnenbereich

Stadtplanungsamt

So attraktiv dieser neue Wohnstandort auch ist, schlägt die SGAB eine Verringerung auf zwei Geschosse vor. In keinem

Bezug: Abschließende Betroffenenbeteiligung gemäß § 139

Fall ist jedoch die Variante „Weiterentwicklung zu einer

Baugesetzbuch in Verbindung mit § 4a Baugesetzbuch

langfristig möglichen Erweiterung der Baustruktur“ auf den noch vorhandenen Gärtnerfluren akzeptabel. Sollte

Betrifft: Vorbereitende Untersuchung

sich langfristig eine Aufgabe der gärtnerischen Nutzung

Bereich Aktive Mitte Kettenbrücke -Königstraße-Bahnhof

abzeichnen, wäre es sicher möglich, die Flächen in eine Art Mietergärtenquartier umzuwandeln, so wie es hinter den nahe gelegenen Mietblocks in der Zollnerstraße 33-51 seit nun schon

Sehr geehrte Damen und Herren,

100 Jahren hervorragend funktioniert. Zudem würde damit die Gärtnertradition zumindest im Kleinen ihre Fortsetzung

zu o. g. Vorbereitenden Untersuchungen nimmt die Schutz-

finden.

gemeinschaft Alt Bamberg wie folgt Stellung: 2. Freiflächen Die Schutzgemeinschaft Alt Bamberg (SGAB) begrüßt die

Entscheidung der Stadt Bamberg, für das betroffene Gebiet weiter

Grundsätzlich stellt sich in einem derart gemischten Gebiet die

tätig zu werden und die bereits durchgeführten Untersuchungen

Frage nach der Notwendigkeit eines solchen Parks. Für das neue

(Bamberg Mitte und Städtebaulich-denkmalpflegerische Vor-

Wohnquartier wird es sicher wohnungsnahe Spielmöglichkeiten

untersuchung zu den Gärtnerflächen in Bamberg) durch die nun

geben. Auch ein Park als Aufenthaltsort scheint nicht nötig zu

vorliegenden Vorbereitenden Untersuchungen zu ergänzen und

sein. Eine Stadt wie Bamberg hält auf relativ kurzen Wegen

zu konkretisieren. Damit ist ein weiterer Schritt in Richtung einer

genügend vielfältige und attraktive Möglichkeiten bereit.

dringend nötigen Aufwertung dieses so wichtigen Stadtgebiets

Die SGAB macht den Vorschlag, die Nutzung dieses Platzes

gemacht worden.

variabel zu halten. Als Fläche mit Schotterrasen, am Rand mit

Das beauftragte Büro hat nach Meinung der SGAB seine Aufgabe sehr gut erfüllt. Die Qualitäten und Potentiale des Gebiets sind erfasst und herausgearbeitet, Missstände erkannt und die Ziele und die daraus resultierenden Nutzungskonflikte klar formuliert. Zu einigen Punkten nimmt die SGAB jedoch eine andere Haltung ein bzw. möchte Anregungen zur Verbesserung geben:

Quartierspark Klosterstraße

Bäumen bepflanzt, könnte sie weiter in verträglichem Maß als Parkplatz genutzt werden und nach Bedarf als eine Art Festplatz im Quartier, auf dem Veranstaltungen und kleine Märkte stattfinden könnten. 3. Grünordnungskonzept 3.1 Siechenkreuzung

1.

Art und Maß der Nutzung, hier: Blockbereich

Da die historische Situation an dieser Stelle ohnehin vor

Ludwigstraße/Luitpoldstraße/Heiliggrabstraße/

Jahrzehnten bereits aufgegeben wurde, ist die Neuordnung

Klosterstraße (siehe Abb. Seite 21)

in Form eines Kreisverkehrs sinnvoll. Mit dem Vorschlag, die

1.1 Ecke Ludwigstraße 27/Luitpoldstraße 55,

Anbauten des Autohändlers zurückzunehmen, eine Richtung

Norden gerückte Neubebauung mit II+D vorzusehen und davor

Bebauung in 2. Reihe zur Luitpoldstraße

Die bauliche Erweiterung in Form eines L-förmigen Anbaus sowie

eine Grünfläche entstehen zu lassen, wird die städtebauliche

die zweite Reihe zu den Gebäuden entlang der Luitpoldstraße

Wirkung der Ottokirche auf den Platz deutlich und positiv

erscheint als viergeschossige Bebauung zu groß dimensioniert.

verstärkt.

Auch wenn die Gebäude zukünftig die Bauten in 1. Reihe nicht

Die vorgeschlagene Grünordnung in Form eines „offenen

überragen, werden sie von der Kloster- und Heiliggrabstraße

parkartig gestalteten Grünraums“ wird jedoch abgelehnt.

aus zu massiv auf das Gesamtbild des Areals wirken. Außerdem

Aufenthaltsqualität ist hier weder zu erreichen noch nötig.

bestehen Zweifel am Bedarf und an der Nachfrage nach so viel

Daher ist der Ansatz „parkartig“ falsch. Hier besteht die

Raum für Dienstleistung und Handel.

Möglichkeit, Grünflächen in urbaner Weise zu gestalten und Bäume entsprechend zu setzen. Die geplante Neuordnung sollte

20


als Gelegenheit für einen kleinen städtebaulichen Wettbewerb

Bepflanzung der Böschungen vor und nach der Zollnerstraße

genutzt werden. Die im Rahmenplan bereits erfolgte Festsetzung,

verzichtet werden.

welche Bäume entfernt werden sollen und wo hinzugepflanzt

Auch die Auswahl der Baumarten sollte noch einmal überprüft

werden soll, geht daher nach unserer Meinung zu weit.

werden. Amerikanische Roteichen (bis zu 35 Meter Höhe) und Tulpenbäume (bis zu 40 Meter Höhe) sind Forst- bzw.

3.2 Anmerkungen zu den vorgeschlagenen Ergänzungen

Parkbäume, deren Verwendung im innerstädtischen Bereich

nicht angebracht ist.

des Baumbestands im Untersuchungsgebiet

An manchen Stellen ist ein gewisser „Übereifer“ bezüglich neu zu setzender Bäume erkennbar. So ist es nicht nötig, einen Platz

Abschließend möchte die SGAB ihre Haltung zum geplanten

wie den vor der Gangolfskirche noch zusätzlich mit 3 Bäumen 1.

Abbruch von Luitpoldstr. 18 darlegen: das Gebäude weist eine

Wuchsklasse (Spitzahorn!) zu bepflanzen, die bis zu 25 Meter hoch

deutliche, städtebauliche Qualität als bauliches Endstück der

werden, mit einem Kronendurchmesser von bis zu 15 Metern. Die

Bahnhofsbebauung auf. Da jedoch der Bahnhofsvorplatz mehr

über die Mauer des Pfarrgartens auf den Platz wirkende Bepflanzung

als dringend von den Regional-bussen befreit werden muss

sowie die Linden am Ende des Platzes sind raumbildend und

und ein Alternativstandort in unmittelbarer Nähe nicht möglich

grün genug. Eine neue Reihe mit Spitzahorn würde nach unserer

ist, wird vonseiten der SGAB der Abbruch zwar bedauert, aber

Meinung sogar die Sichtbezüge deutlich negativ beeinflussen.

als unvermeidbar angesehen.

Ebenso überflüssig sind neue Baumstandorte wie am Beginn der Mittelstraße (von der Siechenstraße aus kommend), die 7

Mit freundlichen Grüßen

Walnussbäume (?) gegenüber der Neubebauung in der Färbergasse, auf der „Insel“ zwischen Nürnberger- und Kunigundenruhstraße

Dr. Jörg Händler

sowie in der Heiliggrabstraße. Desgleichen könnte auf die

1. Vorsitzender

Ausschnitt aus dem Rahmenplan - Vorentwurf (siehe Stellungnahme Absatz 1)

21


Stellungnahmen

Stellungnahme Bebauungsplan Bereich Jakobsberg, Ecke Wildensorger Straße und Dr.-Remeis-Straße Betrifft: Bebauungsplan mit integriertem

diesem Abschnitt lässt sich der ursprüngliche Charakter des

Grundstücks noch ein wenig nachvollziehen. Die westlichen drei

Grünordnungsplan Nr. 20, Blatt 84 – 22.13

Stellplätze sollten daher auf einen anderen Platz innerhalb des Bereich Jakobsberg,

Grundstück verlegt werden (s. dazu auch Punkt 2.2). Dadurch

könnte auch der Silberahorn (Baum Nr. 132) erhalten werden,

Ecke Wildensorger Straße und Dr.-Remeis-Straße

der im Baumbestandsplan auch als „erhaltenswert“ eingestuft Bezug: Frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit gemäß

ist, im Bebauungsplan aber einfach „verschwunden“ scheint.

§ 3 Abs. 1 BauGB lt. Beschluss des Senats für Stadtentwicklung, Verkehr und Klimaschutz

2.2 Grünordnung

vom 21.01.2009

Bei der Aufstellung des Bebauungsplans wurde großer Wert auf die Grünordnung gelegt. Auch dies findet Zustimmung durch die SGAB, da es sich um ein Grundstück im ehemaligen Weichbild

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Stadt handelt, das ursprünglich in deren Kulturlandschaft zu o. g. Bebauungsplan nimmt die Schutzgemeinschaft Alt

lag. Diese noch erkennbaren Strukturen bedürfen daher eines

Bamberg wie folgt Stellung:

besonderen Schutzes. Allerdings erscheint es angesichts des umgebenden Grüns und des Grünbestands auf dem Grundstück selbst etwas überzogen, die drei Parkbuchten an der Dr.-Remeis-

1. Aufstellung des Bebauungsplans für das Areal

Straße mit insgesamt vier Bäumen mit einer Endhöhe > 20 m zu

Die Schutzgemeinschaft Alt Bamberg (SGAB) begrüßt die

versehen. Die Pflanzung würde sogar negative Auswirkungen

Entscheidung der Stadt, für das Areal einen vorhabenbezogenen

auf dem Baumbestand innerhalb des Grundstücks haben (hier

Bebauungsplan aufzustellen, um die im Punkt 1.8 der Begrün-

stehen im Randbereich hauptsächlich Obstbäume, die an die

dung formulierten Ziele umzusetzen.

ehemals gärtnerische Nutzung des Gebiets erinnern), da der Schattendruck der neu zu pflanzenden Bäume dauerhaft zu

2.1 Bauliche Nutzungen und Verkehr

groß wäre. Durch einen Verzicht auf diese Parkplatzbegrünung

Die Festsetzungen zu Art und Maß der Nutzung sind nach Meinung

könnte hier Platz für weitere drei Parkplätze entstehen.

der SGAB für das Grundstück und seine Umgebung verträglich. Die Baufenster und Baugrenzen, die sich nach dem Bestand und den Planungsabsichten der Grundstückseigentümerin richten, sind ebenfalls akzeptabel. Die ausführliche Beschreibung und Bewertung des Planungsgebiets und seiner Lage zur Stadt verdient

Anerkennung.

Besonders

positiv

vermerkt hat die SGAB den Erhalt der sog. Jägersruh. Die vor diesem Gebäude geplanten 12 Stellplätze rücken jedoch zu nah an das Haus, das deutlich höher liegt als das Niveau des Parkplatzes und bei so geringen Abstand nur durch eine Stützmauer von diesem getrennt werden könnte. Dadurch würde die Jägersruh künftig auf einem „Sockel“ stehen, ein Umstand, der das Grundstücksgefüge erneut negativ beeinflussen würde. Gerade an

22

Unsere Beiratsmitglieder in Aktion


Ebenfalls verzichtet werden sollte nach Meinung der SGAB auf die

Mit freundlichen Grüßen

Neupflanzung eines Baums > 20 m direkt zwischen der westlichen Mauerrundung und dem in die Mauer integrierten Gartenhäuschen.

Dr. Jörg Händler

Dessen Wirkung würde dadurch stark beeinträchtigt, zumal

1. Vorsitzender

sich dort bereits ein ausgewachsenes Exemplar der Thujahecke befindet.

Der zu beurteilende Bebauungsplan

23


Stellungnahmen

Zunächst mochte man kaum glauben, was man da zu lesen bekam‌

24


… doch dann war es nicht mehr zu übersehen: Das Ende des Mahrsbräukellers wurde geplant!

25


Stellungnahmen

Stellungnahme Geplanter Hotelbau Mahrsbräukeller - Gemeinsame Stellungnahme zum vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahren Nr. 38 E zwischen Oberer Stephansberg 36-38a und Untere Seelgasse 26-28 um

vorhabenbezogenen

Bebauungsplan

Mahrs-

Eine Umsetzung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans

unterzeichnenden

Stadt-

würde unweigerlich zur weiteren Verdrängung des alten,

und

identitätsstiftenden Kulturgutes Bierkeller beitragen: Die

Vereine gemeinsam Stellung. Hintergrund für die

ausgewiesene gastronomische Restfläche des bereits 1818

gemeinschaftliche

Über-

belegten Bierkellers ist derartig klein, und, da sie nach der

einstimmung in den Argumenten und in der Ablehnung des

gegenwärtigen Planung von Parkplätzen und Gebäuden eng

geplanten Vorhabens sowie der Wunsch, dieser Ablehnung durch

umstellt wird, derart unattraktiv, dass sie den Charakter eines

geschlossenes Auftreten besonderen Nachdruck zu verleihen.

Bierkellers nicht mehr aufweist und von den Bambergern in der

Der Beschluss zu dieser Stellungnahme wurde nach intensiver

Folge auch nicht angenommen werden würde. Die angebliche

Diskussion bei einer gemeinsamen Sitzung der Unterzeichnenden

Zahl von 140 Sitzplätzen wird auf den Plänen durch Bistrotische

am 8. März 2010 gefasst.

und Stühle in engster Reihung erzielt, was ebenfalls dem

bräukeller

nehmen

heimatpfleger,

die

Träger

öffentlicher

Stellungnahme

Belange ist

die

Bis zum Zweiten Weltkrieg gab es in Bamberg zahlreiche Bierkeller, allein 22 am Stephansberg; davon sind heute nur noch vier erhalten geblieben (Mahrsbräu, Spezial, Wilde Rose, Greifenklau). Die Keller sind jedoch, wie allseits bekannt, unverzichtbarer Teil der Bamberger Kultur und des gesellschaftlichen Lebens.

Charakter eines Biergartens widerspricht und in der Realität gar nicht durchführbar ist. Hinzu kommt, dass aufgrund der Freischankflächen eigenen Geräuschkulisse eine Kombination von Bierkeller und Hotelbetrieb nicht vorstellbar ist. Die Errichtung eines Hotelkomplexes am Stephansberg bedeutet

Laut § 1 Abs. 6 Nr. 5 Baugesetzbuch sind bei der Aufstellung

unweigerlich eine nicht wünschenswerte Nutzungsverdichtung,

der Bauleitpläne insbesondere die Belange der Baukultur, des

die in der Folge zu einer Zunahme von PKW-Verkehr im

Denkmalschutzes und der Denkmalpflege, die erhaltenswerten

Berggebiet führen würde. Eine Anfahrt von Hotelgästen per

Ortsteile, Straßen und Plätze von geschichtlicher, künstlerischer

Bus dürfte aufgrund der beengten Straßenverhältnisse zum

oder städtebaulicher Bedeutung und die Gestaltung des Orts-

zeitweiligen Verkehrskollaps führen – der Mahrsbräukeller

und Landschaftsbildes zu berücksichtigen. Die Überplanung des

befindet sich an der engsten Stelle der Straße. Diese zusätzliche

Mahrsbräukellers widerspricht dieser Zielsetzung diametral.

Verkehrsbelastung muss auf jeden Fall verhindert werden!

Der riesige Neubau, der quer und mittig im Biergarten stünde,

Bamberg ist eine Stadt, die von und mit dem Tourismus gut lebt.

wäre für den Stephansberg mit seiner kleinteiligen Bebauung in diesem Bereich unangemessen und störend. Innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile ist ein Vorhaben aber nur zulässig, wenn es sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt. Das Ortsbild darf nicht beeinträchtigt werden (§ 34 Abs. 1 BauGB). Der Hotelneubau würde wie ein langgezogener Riegel zwischen den alten Baumbestand im Westen und die Gaststätte einschließlich Biergarten geschoben, so dass der typische Gesamteindruck einer begrünten Freifläche komplett verloren ginge, der ja das Kennzeichen eines traditionellen Bierkellers ist. Laut Planung sollen von den vorhandenen vierzehn Großbäumen zwei gefällt werden. Nach Auskunft von Experten werden fünf weitere Bäume den Eingriff ins Erdreich nicht überleben. Damit gingen fünfzig Prozent des Baumbestandes verloren.

26

Der Reiz für Gäste besteht darin, mit Bamberg eine Stadt besuchen zu können, die ein hohes Maß an gewachsener kultureller Dichte und Authentizität besitzt. Zu den gewachsenen Institutionen gehört auch ein Traditionsort wie der Mahrsbräukeller. Wenn eine solche bodenständige Institution zugunsten einer touristischen Hotelvermarktung geopfert wird, bedeutet dies einen Verlust nicht nur für die Bamberger selbst, sondern auch für die Gäste, und damit ein Sägen an dem Ast, auf dem man sitzt. Aus den vorgelegten Plänen ist nicht ersichtlich, wie Flucht- und Rettungswege für den Hotelneubau untergebracht werden sollen. Eine Feuerwehrzufahrt durch den Bereich zwischen Saal und Gaststättengebäude (hier befindet sich derzeit die Küche) scheint aufgrund der geringen Breite unmöglich. Weitere Erschließungen würden einen massiven Verlust von Denkmalsubstanz bedeuten.


Nicht zuletzt bestehen Befürchtungen, dass der Hotelbetrieb bei

Mahrsbräukeller” abzulehnen. Wichtig erscheint es in diesem

der geplanten niedrigen Bettenanzahl nicht rentabel zu betreiben

Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass nach § 1 Abs. 3 S.

ist und das Hotel über kurz oder lang in eine Wohnanlage

2 BauGB kein Anspruch auf die Aufstellung von Bauleitplänen

umgewandelt werden könnte, was die letzten Reste des

besteht, und ein solcher auch nicht durch Vertrag begründet

Gastronomiebetriebes endgültig beseitigen würde.

werden kann.

Die vorliegende Planung macht nicht nur einen Bierkellerbetrieb

Mit freundlichen Grüßen

praktisch unmöglich, sondern degradiert die heutige Gaststätte

Bamberg, den 14. 03. 2010

zum Frühstücksraum des Hotels, da die bisherige Küche zwischen dem Gastraumbau des frühen 18. Jahrhunderts und dem

Hanns Steinhorst, Stadtheimatpfleger

Jugendstilsaal Gustav Haberles von 1910 abgebrochen werden

Ekkehard Arnetzl, Stadtheimatpfleger

soll. Mit der Küche würde auch ein Mansarddachanbau der zweiten Dr. Peter Ruderich, Freunde des Weltkulturerbes

Hälfte des 18. Jahrhunderts verloren gehen.

Bamberg e. V. Zu befürchten ist, dass letztlich erst durch die vom Investor angestrebte neue Bauleitplanung der Grundstückswert derartig

Michael Rieger, Bewahrt die Bergstadt e. V.

erhöht wird, dass die Erträge durch das Verpachten als Bierkeller nicht mehr ausreichen und ein wirtschaftlicher Zwang für eine

Dr. Jörg Händler, Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e. V.

Neubebauung erst künstlich geschaffen wird. Prof. Achim Hubel, Professur für Denkmalpflege Die

Unterzeichnenden

bitten

den

Stadtrat

daher,

den

bestehenden, rechtsgültigen Bebauungsplan nicht aufzuheben

Gerhard Will, Bürgerverein Stephansberg e. V.

und den beantragten “Vorhabenbezogenen Bebauungsplan

Wir bleiben dran!

27


Stellungnahmen

Stellungnahme Nachverdichtung Universität Bamberg im Gebiet Markusstraße/Steinertstraße Stadt Bamberg Stadtplanungsamt Betrifft: Bebauungsplanverfahren 107 C

mit integriertem Grünordnungsplan

Sehr geehrte Damen und Herren, zu o. g. Bebauungsplanverfahren nimmt die Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e. V. wie folgt Stellung:

Betrachtung der Historie des Areals: Im Urkataster der Stadt Bamberg aus dem Jahr 1822 ist das betreffende Gebiet in parallel liegende, nahezu gleich große und langgezogene Grundstücke parzelliert, die gärtnerisch genutzt sind. Erste Bebauungen (vermutlich handelte es sich um Nebengebäude zur gärtnerischen Nutzung) zeigen sich entlang der späteren Markusstraße; diese ist vorerst projektiert und führt noch nicht mit einer Brücke über den linken Regnitzarm. Auch die Grundstücke auf der gegenüberliegenden Straßenseite im vormaligen Stadtgraben sind Gärten und noch nicht bebaut. Insgesamt handelt es sich um eine typische Entwicklung von Flächen außerhalb ehemaliger Fortifikationen in der städtebaulichen Umbruchzeit des 19. Jahrhunderts. Im Katasterplan von 1898 zeigt sich ein gewandeltes Bild. Die

Im weiteren Verlauf wird nach 1900 im Bereich der Steinertstraße

stadtnahen Gartengrundstücke sind zu Erweiterungsflächen für

ein Komplex konzipiert, welcher ausschließlich zu Wohnzwecken

Wohnbebauung entwickelt. Vor allem die Grundstücksabschnitte

errichtete Gebäude auf dafür zugeschnittenen, deutlich

entlang der Markusstraße und des bereits ausgebauten

kleineren Grundstücken erhält. Heute zeigt sich das gesamte

Markusplatzes

versehen.

Gebiet zwischen der Konzerthalle, dem Markusplatz, dem

Dennoch ist die alte Struktur der langgestreckten Parzellen

Schiffbauplatz und der Markusstraße nach außen als typisches

noch weitgehend erhalten geblieben. Auffallend in diesem Plan

Gebiet der städtebaulichen Erweiterung der Zeit ab Mitte des 19.

sind vor allem der große und aufwendig gestaltete Garten von

Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg.

sind

mit

Blockrandbebauung

Markusstraße 6 und das mit schmalen, aneinander gereihten Bauten besetzte Grundstück der späteren Schreinerei Müller. Hier war trotz der engen Bebauung Platz für einen Garten in formaler

Stellungnahme zum Areal der ehemaligen Schreinerei Müller:

Gestaltung.

Die aufgezeigte historische Parzellenstruktur und Hierarchie der

Insgesamt liegt eine Bebauung vor, die sich sowohl von der

Gebäude ist in Teilabschnitten bis heute erhalten geblieben. Vor

Funktion als auch von der Höhe her von außen nach innen staffelt:

allem zeigt sich das am Grundstück der ehemaligen Schreinerei

entlang der Straßenzüge repräsentative Geschoßbauten, auf den

Müller. Dass heute, nach Aufgabe der Firma, nach einer anderen

Binnenflächen Nebengebäude, wohl zum Teil auch gewerblich

Nutzung des Grundstücks gesucht wird, ist verständlich und

genutzt.

legitim. Eine Bebauung in der nun projektierten Dimension ist jedoch als unangemessener Eingriff in die historische

28


Ablesbarkeit abzulehnen. Da die Gebäudereihe entlang der

Bebauung ist sowohl im Innern des Areals als auch von der

Straße „Schiffbauplatz“ in Hinblick auf einen mit Nebengebäuden

Steinertstraße aus, vor allem aber beim Blick vom Michaelsberg

bebauten Innenraum konzipiert wurde, würde ein Neubau, wie

abträglich. Großflächige Flachdächer sind nicht kompatibel mit

durch den Bebauungsplan nun möglich und sicher auch in naher

dem Gesamteindruck, der in erster Linie von der repräsentativen

Zukunft ausgeführt, diese Rangabfolge auflösen. Die Parzellen

Giebelgestaltung der ehemaligen Frauenklinik geprägt ist.

bekämen quasi in zweiter Reihe über eine Länge von mehr als 5

Selbst die auf drei Geschoße reduzierte Mensa beeinträchtigt

Grundstücken eine Innenblockbebauung, deren Traufhöhe von 10

die noch verbliebene Einheit aus Gebäude und Gartenfläche der

m sowie zwei Quaderbauten mit einer Traufhöhe von 12 Metern

ehemaligen Direktorenvilla.

das historische Maß des Quartiers sprengen würde. Zudem kann von einer „neuen durchgrünten Pufferzone“ nicht die Rede sein,

Zusammenfassend ergeht durch die SGAB die Empfehlung, den

da die negative Auswirkung eines solchen Gebäudekomplexes

Bebauungsplan zu überarbeiten und eine Planung vorzulegen,

kaum mit Bäumen zu kompensieren ist.

die Rücksicht auf die vorhandenen Denkmäler und die erhaltene Parzellen- und Binnenstrukturen nimmt und diese entsprechend

Stellungnahme zum Areal der Universität:

des Stadtdenkmals Bamberg auch würdigt.

Der SGAB ist die Bedeutung des Universitätsstandorts für die Stadt Bamberg sehr wohl bewusst und auch wichtig. Vor allem die positiven Synergieeffekte werden keinesfalls unterschätzt.

Mit freundlichen Grüßen

Die Höhenausmaße der geplanten Gebäude hält die SGAB

Dr. Jörg Händler

jedoch für überdimensioniert. Die Wirkung einer 4-geschossigen

1. Vorsitzender

Trotz

massiver

Einwände

vonseiten

der SGAB, der Heimatpflege und der Anwohner wurde der Bebauungsplan genehmigt. Der Hörsaalbau ist inzwischen fast fertig, der Bau der Mensa vorläufig aus Kostengründen vertagt. (siehe Seite 30 und 31)

Katasterplan um 1900

29


Stellungnahmen

Stellungnahme der Heimatpfleger der Stadt Bamberg DR. KARIN DENGLER-SCHREIBER HANNS STEINHORST Montag, 15. September 2008 Stellungnahme der Heimatpflege Bebauungsplan Nr. 107 C

In diesem Bereich liegen die Baudenkmäler Markusplatz 1 und

für das Gebiet Markusplatz, Markusstraße, Schiffbauplatz und

3 und Markusstraße 2 und 6 (Chefarzt-Villa mit parkähnlichem

Steinertstraße.

Garten). Das gesamte Areal steht unter Ensembleschutz (siehe Art. 1 Abs. 2 Denkmal-Schutz-Gesetz) Die parkähnlichen Freiflächen hinter der ehemaligem Frauenklinik (heute Universitätsgebäude Marcus-Haus - Markusplatz 3 und Markusstraße 6) sind auf beiden Luftbildern deutlich erkennbar. Die vollständig erhaltenen, niedrigen, gewerblich genutzten Nebengebäude im Hinterhof der ehemaligen Möbelfabrik Müller (Markusstraße 12b) sind charakteristisch für die Mischbebauung

dieses

Stadtquartiers.

Aus

Sicht

der

Heimatpflege ist diese Ablesbarkeit der Doppelnutzung von Wohn- und Gewerbebebauung schützenswert – vor allem weil der gesamte Häuserblock und die Blockrandbebauung, mit Ausnahme von zwei Störungen (Markusstraße 12 und Steinertstraße 15), seit 100 Jahren unverändert geblieben sind. Areal zwischen Markus- und Steinertstraße, Markus- und Schiffbauplatz,

Die ehemalige Staatliche Frauenklinik

Luftbild 1930

Was Grundfläche und Bauhöhe betrifft, fällt die ehemalige Staatliche Frauenklinik (Markusplatz 3) etwas aus der vorgegebenen Struktur heraus. Das 1904/1906 ausgeführte monumentale Gebäude wurde im Neorenaissancestil errichtet. Der Name Marcus-Haus erinnert an den bedeutenden Arzt Dr. Albert Friedrich Marcus, der 1789 der erste Direktor des Allgemeinen Krankenhauses wurde und dieses Amt bis zu seinem Tod 1816 ausübte. Ihm ist auch die Gründung der ersten Entbindungsanstalt (1804) in Bamberg zu verdanken. Die „Hebammenschule mit Entbindungsanstalt“ (Umbenennung in „Frauenklinik“ erst 1962), wurde im November 1904 begonnen und als Staatsbau vom Königlichen Landbauamt geplant und ausgeführt. „Der massive, traufständige Bau erhebt sich über drei Geschosse auf einem Sandsteinsockel, ist verputzt mit

Luftbild 2006

aufwendiger Werksteingliederung und schließt mit einem sehr hohen Satteldach ab. Den beherrschenden Schmuck bilden

Das vom Bebauungsplan Nr. 107 C betroffene Arial erstreckt

die unterschiedlich dekorierten Giebel, ein viergeschossiger

sich zwischen Markus- und Steinertstraße sowie Schiffbau-

Dreiecksgiebel mit reicher Werksteingliederung und zwei

und Markusplatz (siehe Luftbilder oben). Typisch für diesen

flankierende

Häuserblock ist die zwei- bis dreigeschossige Blockrandbebauung

Markusplatz, ein einfacher großer Giebel an der Rückfront,

des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Kennzeichnend für

die Dreiecksgiebel an den Schmalseiten. Die Entstehungszeit

dieses Stadtquartier sind Villen (vgl. besonders Markusstraße 6)

des repräsentativen und eindrucksvollen Baus nach der

oder villenartige Wohnhäuser in historisierenden Formen (vgl.

Jahrhundertwende wird bei näherer Betrachtung an Beson-

Luftbilder oben).

derheiten offenbar, etwa an der asymmetrischen Lösung

Zwerchhäuser

an

der

Schaufassade

zum

der Ecke zur Steinertstraße, wo eine vorgelagerte Altane mit

30

Balustertreppe

und

Treppenturm

ein

malerisches


Ensemble bilden, oder an dem plastischen Schmuck des

Strukturen

prächtigen, in Muschelkalk ausgeführten Hauptportals. Dieses

Vorgegeben ist eine Unterordnung zwischen Vorderhaus

vereint reiche Renaissance-Ornamente mit ikonographischen

und Rückgebäuden, diese Hierarchie der Höhenerstreckung

Aussagen: Im Scheitel des Archivoltenbogens erscheint eine

wird nicht nur vernachlässigt, sondern der ins Auge gefasste

weibliche Kopfkonsole, die wohl als Krankenschwester zu

Neubau soll höher sein als die meisten der bestehenden Villen

identifizieren ist. Über ihr stehen in einem Rechteckfeld zwei

und Wohnhäuser. Die Grundfläche der Neubauten würde

Putten, von denen eine den Äskulapstab und eine ein Buch mit

außerdem die vorfindbare Parzellenstruktur stören und damit

heilbringenden Lorbeerzweigen hält; beide tragen

die Ablesbarkeit der ehemaligen Nutzungsstruktur auslöschen.

sie eine

Wappenkartusche, auf der eine von einer Schlage umringelte Arzneibüchse dargestellt ist. Die zur Medizin und zur ärztlichen Wissenschaft gehörenden Attribute werden ergänzt durch zwei Markus-Haus (ehem. Frauenklinik, Markusplatz 3 (Fakultät Pädagogik Philosophie - Psychologie).

des

historisch

gewachsenen

Baubestandes.

2. Der historische Baubestand ist durch Sattel- und Walmdächer gekennzeichnet (siehe Luftbilder), die geplanten großflächigen Flachdächer

würden

die

bestehende

Dachlandschaft

unerträglich stören. 3. Zum Baudenkmal Markusstraße 6 (ehemaliges Wohnhaus des Klinikdirektors) gehört ein Park/Garten, die in der Denkmalkartierung des LfD als historisch wichtige Grünfläche eingetragen ist. Die jetzige Planung beeinträchtigt diesen Garten in einer Weise, die aus heimatpflegerischer Sicht nicht

Markus-Haus Blick von Nordwesten auf die Seitenfront mit Altane und Treppenturm.

toleriert werden kann. 4. Im Bereich der Flurnummer 724 ist die Errichtung von Neubauten geplant, die den Abriss der bisherigen Gewerbebauten voraussetzen. Damit würde die Ablesbarkeit gewachsener Strukturen (Wirtschaftsgeschichte Bambergs) gefährdet, da die Möbelfabrik Müller zu den wenigen

Markus-Haus Hauptportal

charakteristischen Betrieben in Bamberg gehört, die im 19. Jahrhundert den Sprung vom traditionellen Handwerk

in die seitlichen Voluten eingebundene Delphine, die als Symbole

zum kleinen Industriebetrieb geschafft haben und einst

des Wassers wohl auf Reinlichkeit und Hygiene verweisen sollen.

überregionale Bedeutung hatte. Die Heimatpflege schlägt

In den Sockelfeldern des Portalbogens finden sich unten noch die

deshalb eine Nutzung des bisherigen Baubestandes vor, wie

Reliefs zweier Eichhörnchen als Symbole der Fruchtbarkeit.“ (zitiert

diese ja schon gegenwärtig praktiziert wird (universitäre

nach Hubel, Achim: Die Gebäude der Universität in der Altstadt:

Nutzung von Teilen der ehemaligen Möbelfabrik Müller). Eine

Baugeschichte und denkmalpflegerische Aspekte, in: Machilek,

Bestandsaufnahme der Gebäude wird empfohlen.

Franz (Hrsg.): Haus der Weisheit – von der Academia Ottoniana zur Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Bamberg: Universitätsverlag 1997, S.432f )

5. Die Ausbildung von Staffelgeschossen, wie dies im Bereich eines Baufensters an der Steinertstraße vorgesehen ist, würde erheblich von den lokalen Bauformen abweichen und ist

Angesichts der städtebaulichen Bedeutung des Marcus-Hauses

deshalb zugunsten traditioneller Dachformen (etwa Walmdach)

und des gesamten Stadtquartiers, das ein Teil des Stadtdenkmals

abzulehnen (siehe oben Punkt 2 der Einwände).

ist und damit zur Pufferzone des Weltkulturerbes gehört, muss bei einer weiteren Entwicklung des Areals, aus heimat- und denkmalpflegerischer Perspektive, Rücksicht auf die vorgegebene bauliche Struktur genommen werden, um einer Störung des gesamten Ensembles entgegen zu wirken. Dies umso mehr, als der gesamte Häuserblock einschließlich des Blockinneren aus der Blickachse vom Michelsberg her deutlich wahrnehmbar ist. Deshalb ist auch auf die Gestaltung des Blockinneren zu achten!

vorliegende

Planung,

die

aus

abzulehnen! Die Neuplanung sollte Rücksicht auf das historisch gewachsene Ensemble und die vorhandenen Baudenkmäler nehmen und in Kubatur und Formensprache den Baubestand respektieren. Auch auf eine Hierarchie von Vorderhaus und Rückgebäude ist zu achten. Die Zerstörung von historisch gewachsenen Gewerbebauten, die für das Verständnis der regionalen und überregionalen Wirtschaftsgeschichte wichtig sind, ist nicht hinnehmbar. Eine modifizierte und gemäßigte

Einwände gegen die vorliegende Planung: Die

Aus der Sicht der Heimatpflege ist die bisher vorliegende Planung

einem

Wettbewerb

Neuplanung ist dringend geboten!

hervorgegangen ist, leitet - aus heimatpflegerischer Sicht - nicht hinnehmbare Fehlentwicklungen ein: 1. Die Kubatur des geplanten viergeschossigen Neubaus im Blockinneren überschreitet die Maßstäbe der vorhandenen

Mit freundlichen Grüßen Dr. Karin Dengler-Schreiber Hanns Steinhorst, Akad. Dir. i.R.

31


Stellungnahmen

Stellungnahme Landesgartenschau Bamberg 2012/Nordpark Stadt Bamberg - Stadtplanungsamt Maxplatz 1 960479 Bamberg per E-Mail Stellungnahme als Träger öffentlicher

erhalten. Einem Abriss

Belange

eines

zum

Bebauungsplan

mit

Hauses

oder

Grünordnungsplan G 10 B für das Gebiet

beider Häuser stimmt

der Landesgartenschau Bamberg 2012/

die

Nordpark

Dementsprechend sind

Stellungnahme als Träger öffentlicher Belange

zum

Flächennutzungsplan,

Landschaftsplan für das Gebiet der Landesgartenschau

Bamberg

2012/

Nordpark

SGAB

nicht

auch beide Häuser im Plan als Bestand auszuweisen. Bei den beiden Anwesen handelt

es

sich

die

Denkmalliste

eingetragen

die Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e.V. (SGAB) nimmt zu den vorstehenden Plänen als Träger öffentlicher Belange wie folgt Stellung:

um

Einzeldenkmäler, welche in

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu.

sind.

Sie sind daher nicht nur aus Gründen des Denkmalschutzes,

son-

dern auch für die Bevölkerung zu erhalten.

daher die Wegeführung am bzw. um die

Die beiden Anwesen können und müssen

Häuser anzupassen.

1. Von Seiten des Vereins bestehen keine

in die Planungen der Landesgartenschau

Einwände hinsichtlich der Umwidmung

2012 integriert werden. Es ist möglich,

von Gewerbe- und Industrieflächen in

für

Grünflächen mit Darstellung des künftigen

Nutzungsmöglichkeit zu finden.

Fischpasses

sowie

die

Aufgabe

der

Gemeinbedarfsfläche an der nördlichen Inselspitze des ERBA-Geländes. Vor allem die Festschreibung der Gartenflächen an der Nordspitze als Dauerkleingartenflächen wird begrüßt. Allerdings

lehnt

die des

SGAB

den

Abbruch

zum

Schleusenwärterhaus

weiter

Nebengebäudes ab.

Beide

Schleusenwärterhäuser sind zu erhalten und in dem Plan als Bestand auszuweisen. Diesbezüglich verweisen wir auf die nachfolgende

Stellungnahme

zum

Bebauungsplan.

Eine

beide

Anwesen

Festlegung

führungen

in

eine

adäquate

bestimmter dem nicht

Wege-

Bebauungsplan erfolgen.

Wir

gehen entsprechend der Legende zum Bebauungsplan davon aus, dass die im Plan eingezeichneten Wegeflächen nur „Vorschläge“ sind. Die Wegeführung im Bereich

der

Schleusenwärterhäuschen

muss flexibel gestaltet werden, um diese der künftigen, noch offenen Nutzung eines Hauses bzw. beider Häuser anfassen zu können. Insoweit steht zumindest für das Haus des Schleusenwärters nicht nur eine

2. Die beiden Schleusenwärterhäuschen

Wohnnutzung, sondern gegebenenfalls

(Haus des Schleusenwärters und Haus

auch eine gewerbliche Nutzung im Raum.

des Schleusenwärtergehilfen) sind zu

Je nach Art der künftigen Nutzung hat sich

32

flexible

Gestaltung

des

Wegenetzes

möglich ist, nachdem der planende Landschaftsarchitekt bei Vorstellung seiner

darf gerade im Bereich der Schleusenwärterhäuschen

Die SGAB geht davon aus, dass eine

Pläne geäußert hatte, sein Plan sei nicht statisch, sondern jederzeit veränderbar. Falls der Erhalt der Schleusenwärterhäuser nur

geringfügige

Änderungen

des

Wegenetzes zulassen sollte, schlägt die SGAB vor, in diesem Bereich ein flexibles Wegenetz einzutragen, das veränderbar bleibt, so dass die Wegeführung in der Planung nicht als Argument für den Abbruch eines Gebäudes oder beider Gebäude herangezogen werden kann. Mit freundlichen Grüßen Dr. Händler 1. Vorsitzender


Titelgeschichte Der Kampf um das Schleusenwärterhäuschen auf der Erba-Insel

wie

Für Vorstand und Beirat war klar, dass

der Finanzsenat der Stadt

sein Nachbargebäude, das Haus des

zeitnah gehandelt werden muss, um den

Bamberg,

Schleusenwärtergehilfen (Fabrikbau 27 c)

schon beschlossenen Abriss der beiden

- es wäre einfach abgerissen worden.

Gebäude zu verhindern und die beiden

m

29.09.2010 das

beschloss Anwesen

„Am Fabrikbau 27 b“ zu verkaufen. Den Zuschlag bekam das Bamberger

Immobilienunternehmen

IFG GmbH, in dessen Händen nun das künftige

Schicksal

des

Schleusenwärterhäuschens

ehemaligen liegt.

Dass

es überhaupt zu einer Veräußerung und Sanierung bzw. dem Erhalt des Gebäudes gekommen ist, ist vor allem auch ein Verdienst unseres Vereins. Denn ohne den

Einsatz

der

Schutzgemeinschaft

für den Erhalt, die Sanierung und die künftige Nutzung des Gebäudes hätte wohl

das

Schleusenwärterhäuschen

das

gleiche

Schicksal

erfahren

Nachdem die Pläne für die Landesgartenschau 2012 auf der Erba-Insel bekannt geworden waren, wurde erkennbar, dass die auf dem Gelände stehenden Schleusenwärterhäuschen (Fabrikbau 27 b und 27 c) in den Gedanken der Planer keine Rolle spielen. Auf den Plänen tauchten diese Gebäude überhaupt nicht auf; ihre Standorte waren anderweitig überplant. Offensichtlich sollten beide Gebäude abgerissen werden, obwohl es sich zumindest bei dem einen um ein Einzeldenkmal handelt.

Kleinode auf der Erba-Insel zu erhalten. Wir suchten nach „Verbündeten“ bei anderen

Bürgervereinen,

Institutionen

und Vertretern im Bamberger Stadtrat. Wir machten die Bevölkerung durch Presseartikel auf die Situation aufmerksam und schrieben den Oberbürgermeister, die Fraktionen des Bamberger Stadtrates sowie die einzelnen Stadträtinnen und Stadträte an, um für den Erhalt der beiden Häuser zu werben und um deren Mithilfe zu bitten. Schnell zeigte sich, dass die beiden Häuser in der Bamberger

33


Stellungnahmen

Bevölkerung

große

Wertschätzung

Denkmalschutz stehende Wohngebäude

Erläuterung der nicht nachvollziehbaren,

genießen und dass einer Vielzahl von

mit Erker solle aufgrund seines historischen

aber

Bürgern an dem Erhalt der Häuser liegt.

Wertes und seiner Lage in den künftigen

vierungskosten

Wir

deshalb

auch

anfallenden von

insgesamt

Renogut

das

Nordpark auf der Erba-Insel integriert

750.000,00 € für die Gebäude. Wir wiesen

Bayerische Landesamt für Denkmalpflege

werden. Das andere Haus solle abgerissen

darauf hin, dass aus unserer Sicht beide

und den Landesdenkmalrat und baten

werden. In der Stadtverwaltung wurde

Anwesen zusammen gehören und gerade

beide Institutionen um ein Einschreiten;

diese Lösung als guter Kompromiss

im Ensemble besser genutzt und an private

schließlich gehe es vorliegend um den

zwischen

und

Interessenten zu besseren Konditionen

Abriss eines Einzeldenkmals bzw. den

wirtschaftlichen

sowie

veräußert werden könnten. Durch diese

Erhalt eines bedeutenden Zeugnisses

Belangen der Landesgartenschau ange-

weitere Initiative gelang es zumindest,

industrieller Zeitgeschichte.

sehen.

einen bereits feststehenden Abrisstermin

All dies führte dazu, dass der Bamberger

Für uns war dies nicht genug: Wir

Stadtrat am 30.07.2008 sich zu einer

setzten uns auch für den Erhalt des

„Kompromisslösung“ durchringen konnte

zum

und mehrheitlich dafür stimmte, eines

Hauses ein. Wir schrieben die Stadträte

der beiden Schleusenwärterhäuser auf

erneut an und führten Gespräche mit

dem Erba-Gelände zu erhalten. Das unter

der Stadtverwaltung. Wir baten um

34

informierten

angeblich

denkmalschützerischen

Abriss

Anforderungen

freigegebenen

zweiten

hinauszuschieben. Geholfen hat dies alles nichts: In einer Nacht – und Nebel-Aktion wurde das eine Schleusenwärterhäuschen abgerissen

und

dem

Erdboden

gleichgemacht. >>


Zumindest blieb aber das andere, eigentlich

darauf hin, dass wir bereit wären, das

schönere Haus stehen. Allerdings war auch

Anwesen zu kaufen, zu sanieren und später

insoweit lange Zeit unklar, was mit diesem

als Gaststätte oder öffentlicher Kulturraum

Haus eigentlich passiert. Der Stadtrat

zu nutzen und zur Verfügung zu stellen;

hatte zwar diesbezüglich beschlossen,

das Gebäude könnte anderen Vereinen für

das Anwesen zum Verkauf anzubieten

Veranstaltungen zur Verfügung gestellt

und durch einen privaten Interessenten

werden, aber auch als Ausstellungsraum

sanieren zu lassen. Angeblich betrieb

während

und

nach

der

Zeit

der

Landesgartenschau oder als Galerie dienen. Wir erklärten, dass ein Kauf für den Verein eigentlich nicht finanzierbar sei, dass man sich aber eine Lösung im Wege der Erbpacht vorstellen

könnte.

Bis

zuletzt blieben wir im Rennen der Kandidaten. Die Mehrheit im Stadtentwicklungssenat

ent-

schied sich dann aber doch gegen uns und beschloss den

Verkauf

an

eine

Bamberger Immobilien-,Finanzdienstleistungs- und Bauträgergesellschaft. Dem

zukünftigen

Be-

sitzer

wurden

aber

die Stadt Bamberg mit dem Beginn des

konkrete Vorgaben gemacht, so eine

Jahres 2010 ein Verkaufsverfahren. Auch

Sanierungsverpflichtung

unser Verein bewarb sich um den Kauf des

31.12.2011

Hauses und legte ein Nutzungskonzept vor.

Gastronomie mit Freischankfläche zur

Nachdem jedoch bis Mitte Juni 2010 kein

öffentlichen Nutzung.

Fortgang in der Sache zu erkennen war und

Sollte der Sanierungsverpflichtung nicht

die Verkaufsbedingungen nach unserer

nach-gekommen werden, so sieht sich der

Meinung Investoren und Interessenten

Besitzer einer möglichen Ersatzvornahme

eher abschreckten als anlockten, forderten

durch die Stadt Bamberg ausgesetzt.

wir die Stadt Bamberg erneut zum

Außerdem steht der Stadt Bamberg ein

zeitnahen Handeln auf; schließlich sollte

Wiederkaufsrecht zu, wenn das Anwesen

das Anwesen bis Anfang 2012 zumindest

anderweitig genutzt werden sollte.

und

der

bis

zum

Betrieb

einer

äußerlich saniert sein. Wir befürchteten – trotz des Stadtratbeschlusses – den Abriss

Insgesamt

auch des stehengebliebenen Häuschens.

sich unser Einsatz gelohnt hat und

bleibt

festzuhalten,

dass

nicht vergebens war. Ein bedeutendes Schließlich tat sich aber doch etwas.

Einzeldenkmal bleibt der Stadt und der

Wir

Bie-

Bevölkerung erhalten und auch – nach der

der

geplanten Nutzung – der Öffentlichkeit

Stadt Bamberg eingeladen, um unser

zugänglich. Wir gehen davon aus, dass der

Kaufangebot

neue Besitzer das Objekt denkmalgerecht

wurden

tergesprächen

zu in und

verschiedenen das

Rathaus

unsere

Nutzungs-

vorschläge zu konkretisieren. Wir wiesen

saniert und mit diesem pfleglich umgeht.

35


Michaelsberg

Erfolgreich - die Bürgerinitiative „Rettet den Michaelsberg“ m

Jahre

2007

die

des Klosters sowie die Pläne für die

und Forderungen beachtet und erfüllt

den

zukünftige Nutzung der Klostergebäude

werden. Die Bürgerspitalstiftung bleibt

Michaelsberg“ ins Leben gerufen.

vor. Danach wird noch im Jahre 2010

bestehen; auf dem Michaelsberg wird

Grund hierfür waren öffentlich

mit der kompletten und hochwertigen

weiter (im Prälatenbau) ein Altenheim

der

Sanierung des Galeriebaus, der Orangerie

und

Stadtverwaltung, das Klostergebäude an

und der Außenanlage begonnen. Die

Veräußerung bzw. Nutzung durch einen

Investoren zu veräußern oder zu verpachten.

Sanierung wird denkmalgerecht und

lediglich auf Gewinn zielenden Investor

Getragen wird die Bürgerinitiative von dem

denkmalverträglich durchgeführt werden.

wird nicht realisiert. Die Klosteranlage

Pläne für die zukünftige Nutzung der

Insbesondere werden in der Vergangenheit

Klosterräumlichkeiten

begangene

Ein Licht im Dunkeln durch die Bürgerinitiative „Rettet den Michaelsberg“

Bürgerinitiative

bekannt

gewordene

wurde „Rettet

Versuche

Altenpflege

betrieben.

Eine

Historischen Verein, dem Verein „Bewahrt die Bergstadt“, dem Verein „Freunde des Weltkulturerbes“, dem Bürgerverein IV. Distrikt, unserem Verein sowie namhaften Experten und Persönlichkeiten wie Prof. Dr. Achim Hubel, Dr. Karin DenglerSchreiber und Dompfarrer Gerhard Förch. Ein Thesenpapier mit neun Forderungen zur Zukunft des Michaelsbergs wurde formuliert und der Stadtverwaltung sowie der Öffentlichkeit bekannt gemacht. Zwischenzeitlich wurden immer wieder Gespräche

mit

der

Stadtverwaltung

und der Sozialstiftung Bamberg als Betreiberin des Altenheimes auf dem Michaelsberg geführt. Immer wieder stellte

die

Sozialstiftung vor.

Bamberg Immer

„Bausünden“

rückgängig

wieder führte dies zu Diskussionen

gemacht und zum Beispiel Nasszellen

über die Verträglichkeit dieser Pläne

zurückgebaut. Anschließend werden Teile

mit dem Denkmalcharakter des Klosters

der Stadtverwaltung die Räumlichkeiten

Michaelsberg. Seit einiger Zeit wurde es

beziehen, wobei darauf geachtet wird,

bleibt der Öffentlichkeit auch in Zukunft

still um das Kloster und die zukünftige

dass es sich um Behörden handelt,

frei zugänglich. Die Klosteranlage wird

Nutzung. Seit etwa zwei Jahren steht der

die

„Galeriebau“ leer, nachdem die ehemals

Publikumsverkehr

dort untergebrachten Bewohner von der

wird sichergestellt, dass es zu keiner

insoweit

Sozialstiftung Bamberg auf andere Heime

Verdichtung des Verkehrs im Berggebiet

Rückbauten. Eine Nutzungsverdichtung

verteilt wurden.

kommt.

und

keinen

Die

bzw.

allenfalls

geringen

denkmalgerecht saniert und bleibt vor

haben.

Dadurch

weiteren Schäden bewahrt; es erfolgen

Sanierungsmaßnahmen

eine

sogar

denkmalgerechte

daraus

folgende

weitere

werden voraussichtlich im Jahre 2013

Verkehrsbelastung im Berggebiet werden

Jetzt zeichnet sich Licht am Ende des

abgeschlossen sein. Die Sanierung der

vermieden.

Tunnels ab: Oberbürgermeister Andreas

Gebäude wird dann im Bereich des

als

Starke und Finanzreferent Bertram Felix

Prälatenbaus weitergehen.

und

stellten den Vertretern der Bürgerinitiative

Damit ist zu konstatieren, dass die von

Die Initiative hat sich also gelohnt – ein

jetzt den Zeitplan für die Sanierung

der Bürgerinitiative aufgestellten Thesen

voller Erfolg.

36

Mit

Pächterin schonende

der ist

Stadt eine

Nutzung

Bamberg langfristige garantiert.


Gründungsjubiläum

Die Feier unseres 40. Gründungsjubiläums enau am 40. Jahrestag feierte

Nach einem Rückblick auf 40 Vereinsjahre

Dr. Christine Freise-Wonka an. Nachdem

die Schutzgemeinschaft ihr 40.

überbrachte

Oberbürgermeister

1. Vorsitzender Dr. Jörg Händler das

Gründungsjubiläum im festlich

Andreas Starke Glückwünsche und eine

neue Logo und die Festschrift vorgestellt

geschmückten Spiegelsaal in

gravierte Glasplastik. Historischer Verein,

hatte, unterhielten sich Gastgeber und

der Harmonie. Um 17 Uhr war

der Verein Bewahrt die Bergstadt, die

Gäste angeregt bei einem kleinen Imbiss.

zum

geladen,

Freunde des Weltkulturerbes und der

Ein gelungener Abend in angenehmer

bereits musikalisch untermalt von Tex

Bund Naturschutz schlossen sich mit ihren

Atmosphäre,

Döring. Eine halbe Stunde später begrüßte

Glückwünschen an. Zum Schmunzeln

Buckel zu verdanken war, die den Raum

Ingo Schmitt, der in Vertretung von Frau

und zum Nachdenken regten sowohl

zurückhaltend und elegant dekoriert

Gabriele Pfeff-Schmidt durch den Abend

Mundartdichter Dr. Gerhard C. Krischker

hatte.

führte, die zahlreich erschienenen Gäste.

als auch die Festrednerin des Abends, Frau

Sektempfang

der

die

vor

allem

Sylvia

Die Festschrift ist über unseren Verein und bei Buch-Hübscher für 5,00 € zu erwerben.

37


Gr체ndungsjubil채um

38


Auszug aus der Rede von Dr. Jörg Händler erehrte Gäste,

Etwa 10 Jahre nach diesen Überlegungen,

wir kommen zum Abschluss des

formellen

Teils

unserer

Veranstaltung. Ich möchte Sie hier nicht noch länger vertrösten, bis Sie das Buffet bzw. den Imbiss in Angriff nehmen können.

d.h. zu Beginn des neuen Jahrtausend entwickelten sich gegenläufige Meinungen; in dieser Zeit wurde statt einer Verstaatlichung vielmehr

des

darüber

Denkmalschutzes nachgedacht,

die

Denkmalpflege zu entstaatlichen, den Bürgern mehr Verantwortung zu geben,

Im ersten Teil meiner Ausführungen

Denkmalpflege und Denkmalschutz in

habe ich über die Vergangenheit der

private Hände zu legen.

Schutzgemeinschaft und ihre Tätigkeit bis

Auf die Frage „Kann Denkmalschutz

heute referiert. Ich möchte jetzt auf die

entstaatlicht werden, ohne dass dabei die

Zukunft unseres Vereins eingehen und mit

Denkmäler zugrunde gehen?“ könnte man

einem Zitat beginnen:

provokativ antworten: „ Sie gehen auch mit

„Die Denkmäler der Kunst, der Geschichte und der Natur sowie der Landschaft genießen den Schutz und die Pflege des

Denkmalpflege zugrunde und gerade mit ihr. Vielleicht ist die Denkmalpflege gerade

Objekt, desto größer der historische

der Denkmäler ärgster Feind?“

Spurenreichtum. Je älter Denkmäler sind,

Warum kann man zu solch einer Antwort

Staates.“ Diese Formulierung fand sich in Art. 150 der Weimarer Reichsverfassung – Denkmalschutz genoss im Bundesgebiet

kommen? Liegt es daran, dass zentrale Fragen der Denkmalpflege diskutiert werden müssen?

desto größer ist das allgemeine Interesse. Je neuer ein Denkmal ist, desto mehr interessieren sich nur Spezialisten dafür. Was will ich mit all dieser Theorie über

- Was ist ein Denkmal und wodurch wird

die Zukunft der Schutzgemeinschaft Alt

etwas ein Denkmal?

Bamberg sagen? Ganz einfach: so lange

- Wie eng oder weit soll der Kreis der

über

schützenswerten Gegenstände gezogen

und

werden? Was will man sich Denkmäler

damit diskutiert wird, hat unser Verein

Hessen und (natürlich) Bayern haben in

kosten lassen?

seine

Ihre Landesverfassungen einen ähnlich

Konfliktfelder bei der Beurteilung von

formulierten Artikel aufgenommen.

Denkmälern finden sich in mehreren

ehemals Verfassungsrang. Was aus dieser Weimarer Reichsverfassung geworden ist, ist allgemein bekannt – sie ist Geschichte. Denkmalschutz im Verfassungsrang aber nicht: Länder wie Baden-Württemberg,

Im Zuge der Wiedervereinigung, also

Bereichen:

Denkmalpflege, Denkmäler

und

Denkmalschutz den

Daseinsberechtigung,

gebraucht.

Solange

Umgang wird

er

unterschiedliche

Interessen aufeinanderprallen – Staat und Bürger, fiskalisch/wirtschaftliche und uneigennützige – braucht es Institutionen,

Anfang der 90er Jahre, wurde im Vorfeld

- Erlebnisqualität/Schönheit:

der Errichtung einer gesamtdeutschen

desto unmittelbarer – weniger intellektuell

Verfassung immer wieder gefordert, den

vermittelt – die Wirkung. Je jünger, desto

Denkmalschutz in der (neuen) Verfassung

weniger nachhaltig die Wirkung.

des Bundes zu verankern und neben Bund

- Nutzungsart/Gesellschaftlichkeit:

und Bundesländern auch die Gemeinden

der Nutzungsart hängt das mitgeführte

zum

verpflichten.

Ausmaß an Gesellschaftlichkeit. Eine Kirche

Auch hinsichtlich einer gesamtdeutschen

steht uns alleine deshalb näher, weil es der

Verfassung

dies

für uns kollektivste Raum ist, den es gibt.

ausgegangen ist: es gibt sie nicht; das

Eine Fabrik steht uns am fernsten, weil das

ergänzte Grundgesetz der Bundesrepublik

damit verbundene Kapitalinteresse uns

Weiter ist vieles im Fluss: die Debatte um

Deutschland

relativ gleichgültig ist.

Energieeinsparungen und um die Nutzung

Denkmalschutz wissen

gilt

zu wir,

weiter,

wie

ohne

dass

Je

älter,

An

die ausgleichen und vermitteln. Es braucht aber auch Institutionen, die auf bestimmte, vielleicht

nicht

von

allen

bedachte

Umstände, Vorstellungen und Wirkungen hinweisen und die – wenn es nötig ist – auch den Finger in die Wunde legen und aufrütteln. Das hat die Schutzgemeinschaft in der Vergangenheit getan, das wird und muss sie auch in Zukunft tun.

Denkmalschutz Verfassungsrang im Bund

- Schließlich

Anmu-

erneuerbarer Energien nimmt zu. Mit

bekommen hat.

tung: Alter wird prämiert. Je älter das

dieser Debatte und dem Konflikt zwischen

Alter/historische

39


Gründungsjubiläum Energiesparen

und

Denkmalschutz

Aber: die Schutzgemeinschaft hat Zukunft

kommen. Unsere Festschrift gibt einen

kommen neue Herausforderungen auf

und ist zukunftsfähig. Um dies zu zeigen,

Abriss über die bisherige Geschichte

Eigentümer denkmalgeschützter Anwesen,

haben wir unser Gründungsjubiläum

unseres Vereins. Frau Dr. Sandra Schlicht

die Behörden und uns zu. Hier wird es

zum Anlass genommen, einen Slogan zu

hat diese Festschrift erstellt und dafür

wieder darum gehen, auf bestimmte

entwickeln, der in Zukunft untrennbar

zahlreiche

Punkte hinzuweisen, zu vermitteln und

mit unserem Verein verbunden sein

Archiv durchforstet, Unmengen von Papier

zu überzeugen. Wir werden uns dieser

soll, zeigen soll, dass es uns nicht um

gewälzt und Informationen eingeholt. Für

Herausforderung stellen.

kurzfristigen

Aber wir müssen gar nicht so weit oder

Ihre Arbeit und Mühe möchte ich mich im Namen des Vorstandes, des Beirates und

für was die Schutzgemeinschaft steht:

aller Vereinsmitglieder herzlich bedanken

der

allgemein in die Zukunft sehen. Um auf

und Ihnen ein kleines Präsent überreichen.

Bamberg zu kommen: die Umnutzung des Klosters Michelsberg und die Um-

Bitte kommen Sie vor. „Denkmal, denk mal weiter!“

oder Neugestaltung des Berggebietes in diesem Bereich sind weiter aktuell;

Sie haben diesen Slogan bereits gesehen,

Herr Zistl-Schlingmann als Baureferent

wenn Sie unsere Einladungen genauer

der Stadt Bamberg hat neue Pläne für

angesehen haben. Sie sehen ihn heute in

die Umgestaltung des Maxplatzes; die

diesem Raum und Sie werden ihn zukünftig

Sparkasse

sehen, wenn sich die Schutzgemeinschaft

Bamberg

und

Investoren

planen eine neue „Citypassage“ zwischen Langer Straße und Franz-Ludwig-Straße bzw. Promenade. Hier kommt einiges auf uns zu.

unser

um

geht,

sondern

geführt,

beinhaltet,

Nachhaltigkeit

Protest,

Gespräche

zu Wort meldet oder etwas veröffentlicht. Sie finden ihn auch auf unserer Festschrift

Die Festschrift erhalten Sie nun am Ausgang. Außerdem kann sie bei der Buchhandlung Hübscher käuflich erworben werden. Bitte nehmen Sie sich ein Exemplar bzw. lassen sich ein solches aushändigen. Übrigens: den Titel ziert eine Zeichnung von Nina Gräfin von Stauffenberg der Fassade des Böttingerhauses, der ersten Versammlungsstätte des Vereins.

– und damit möchte ich zum Abschluss Abschließend – und damit komme ich endgültig zum Schluss – danke ich Sylvia Buckel für die Planung und

Koordination

des

heutigen Abends sowie die Dekoration des Saales und die Auswahl der Speisen. Auch insoweit darf ich Sie bitten, nach vorne zu kommen und ein kleines Dankeschön in Empfang nehmen. Und jetzt lassen Sie es sich schmecken. Ich wünsche Ihnen und uns guten Appetit, einen schönen Abend, gute Gespräche und viel Vergnügen. Herzlichen Dank.

40


Spaziergänge

Spaziergänge Spaziergang am Klosterweiher

Im Juli 2007

in

ehem.

Grundstück 2006 kauften und gemeinsam

dem ein Bassin eingebaut ist. Dieses

Benediktinerabtei St. Michael

Weiher

mit ihrem Sohn Jonas, einem gelernten

diente als Fischwinterung. Nach der

stand im Mittelpunkt des

Steinmetz, den Weiher mit großem Einsatz

Säkularisation nutzten Häcker mit kleinen

Spaziergangs

Schutz-

restaurierten. Zum Zeitpunkt der Führung

Landwirtschaften das Gelände. Um 1850

gemeinschaft am 28. Juli 2007. Unter

hatten die Arbeiten gerade begonnen. 500

mussten die Häckerhäuser dem Bau einer

sachkundiger Führung von Dr. Horst

Kubikmeter Schlamm mussten entfernt

Kuranstalt weichen, die ein Bamberger

Miekisch begaben sich die Teilnehmer

werden. Inzwischen (2010) ist der Weiher

Kaufmann

auf

früheren

vorbildlich wiederhergestellt und auch

Aus jener Zeit gibt es noch eine stark

Klosterlandschaft. Der Weiher liegt im Tal

das vermutlich aus dem 18. Jahrhundert

sanierungsbedürftige Tuffstein-Grotte und

zwischen Michaelsberg und Abtsberg.

stammende Wehr aufwändig restauriert.

Treppen, denn der Garten sollte nach dem

Dort soll es einmal eine ganze Weiher-

Familie Rieger sei an dieser Stelle besonders

Vorbild des heutigen Schlosses Seehof

Kette gegeben haben, in denen die

gedankt für ihr vorbildliches Engagement

gestaltet werden. Doch das Kur-Projekt

Karpfen für die Benediktiner auf dem

zur Erhaltung dieses bemerkenswerten

scheiterte nach einigen Jahren. Im 20.

Michaelsberg gehalten wurden, bis man

Einzeldenkmals!

Jahrhundert wurde das Gelände zuletzt von der oberhalb liegenden Gärtnerei genutzt.

Spurensuche

in

der

der

der

sie in der Klosterküche verarbeitet hat. Die meisten Teiche wurden nach der Auflösung des Klosters zugeschüttet und sind aus dem Landschaftsbild verschwunden. Der einzig verbliebene befindet sich zwischen der Ezzo-Straße und dem Maienbrunnen. Dieser drohte jedoch in den letzten Jahren zu verlanden und somit ebenfalls zu verschwinden. Vor diesem Schicksal bewahrten ihn aber Cornelia und Michael Rieger, die das

Horst Miekisch gab bei der Führung interessante Einblicke in die Geschichte des Weihers und seiner Umgebung. Die derzeit älteste bekannte Erwähnung des Fischteiches stammt aus dem Jahr 1739 und nennt ihn in Verbindung mit einem Weinberg und einem Garten. Aus der Klosterzeit gibt es neben dem Weiher auf dem Gelände noch einen in den Fels getriebenen Stollen, in

dort

betreiben

wollte.

Im Anschluss an die Erkundung des ehemaligen Fischweihers führte der Spaziergang noch zu den Stationen zwei und drei des neuen Schöpfungswegs am Kloster St. Michael, sowie zum Labyrinthgarten und dem Ottobrunnen unterhalb von St. Getreu.

41


Spaziergänge

Spaziergänge Spaziergang Zinkenwörth

Samstag, der 14. März 2009

er Zinkenwörth war früher

Durch den Theaterbau von Graf

- wie Geyerswörth und Abts-

Soden zu Beginn des 19. Jd.

wörth - eine Insel und eine

wurde der Stadtteil aufgewertet

Sondergemeinde

der

und der Platz 1859, zu Schillers

Stadt mit eigenem Gericht, die erst in der

100. Geburtstag, in Schillerplatz

Säkularisation eingemeindet wurde.

umbenannt.

Hier wohnten hauptsächlich Handwerker

Ein Rundgang mit Einblicken in die

wie Tuchmacher und Gerber, die oft als

bewegte Geschichte des Platzes und

Unruhestifter galten, z. B. während des

der einzelnen Häuser.

vor

Bauernkriegs. Auszug aus der Hausgeschichte Schiller-

Saales im ersten Dachboden, in den

platz 9, Schutzgemeinschaft Alt Bamberg

folgenden Jahren bis etwa 1984

(Quelle: Kunstdenkmäler von Bayern, Stadt

Umbau des gesamten Hauses […]

Bamberg, Innere Inselstadt): Das Haus steht hinter der heutigen Baulinie in der mittelalterlichen Platzflucht. […] Der bestehende Bau dürfte im Kern noch in die zweite Hälfte des 16. Jd. zurückgehen. […] 1868 Erneuerung der südöstlichen Giebelwand,

1978

Einrichtung

Seit 1977 ist das Haus im Besitz der Schutzgemeinschaft und wird heute als Zentrum für Denkmalschutz und

Denkmalpflege

sowie

zu

Wohnzwecken genutzt.

eines

Ausschnitt aus dem Plan von Petrus Zweidler, 1602, Staatsbibliothek Bamberg

Eine Augenweide: Unser Garten an dieser Stelle ergeht herzlicher Dank an Rosi Egger, die sich auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Beirat noch kompetent und unermüdlich um unseren Vorgarten kümmert!

42


Spaziergänge Samstag, der 11. Juli 2009

Spaziergang Abtswörth, Fischerei und Klein Venedig

ieses im Mittelalter insula abbatis genannte Gebiet war ursprünglich durch einen

Nebenarm

der

Regnitz vom Kranen bis zur Weide von der übrigen Inselstadt abgetrennt und hat eine Sonderentwicklung genommen.

Hier

wohnten

und

arbeiteten Handwerker wie etwa die Gerber, aber vor allem die Fischer und Schiffer, deren Zunft sich bis 1409 zurückverfolgen lässt. Berühmte Rangschifferfamilien wie Kropf, Messerschmitt und Weyermann haben hier ihren Ursprung. Klein Venedig, 1962, Simon Müller, Bundesarchiv (Wikipedia)

Ausschnitt aus dem Plan von Petrus Zweidler, 1602, Staatsbibliothek Bamberg

43


Spaziergänge

Spaziergänge Einen ungewöhnlichen „Spaziergang“ bot die Schutzgemeinschaft in Gaustadt am 15. Oktober 2009: Einen Ausflug durch die Bamberger Kinogeschichte.

errit

Zachrich

und

Diana Linz (von den Odeon bzw. LichtspielProgrammkinos) umrahmten den bildreichen Vortrag von Martin Lorber mit stimmungsvollen Kurzfilmen. Der Vortrag selbst führte die zahlreichen

Zuhörer

durch

mehr als 100 Jahre bewegte Historie – von den fahrenden Kinematographen am Plärrerplatz, durch die Zeit der Stummfilm-Pioniere,

der

Propaganda der Nazis (eine Zeit, in der das Capitol mit „Führerbalkon“ entstand), der großen Blütezeit in den 50er Jahren (mit zeitweilig 14 Spielstätten), dem Niedergang durch Fernsehen und Video, bis zu den heutigen Tagen der Multiplexund Programmkinos. Ereignisse, wie ein Spiegel des 20. Jahrhunderts. Viele ehemalige Kinos sind heute vergessen, ihre Gebäude verloren, wie der Hainpalast anstelle des Ärztehauses; umgebaut, wie das Luitpold-Kinocenter oder dem schleichenden Verfall preisgegeben, wie die ehemaligen Eden-Lichtspiele in der Gartenstadt und die Berglichtspiele am Kaulberg. Auch die letzten Zeugnisse dieser spannenden, aber bisher kaum beachteten Facette Bamberger Populärkultur drohen für immer verloren zu gehen. Bemerkenswert

war

in

diesem

Notausgängen. Wir schenkten dem Bau

Zusammenhang der Veranstaltungsort:

ein würdiges Jubiläum mit voll besetzten

Das Sängerheim des Liederhortes Gau-

Rängen und einem Publikum das sich,

stadt, welches fast auf den Tag genau

wie einst das Premierenpublikum im Jahr

60 Jahre zuvor als kommunales Kino

1949, von der Faszination der bewegten

„Bavaria“ errichtet wurde. Heute der am

Bilder gefangen nehmen ließ.

originalgetreusten erhaltene alte Kinosaal Bambergs – von der Stoffbespannung an den Wänden bis zu den Türen an den

44

Annonce aus dem Jahr 1907


Kino Salon, Aufnahme von 1933

Eine Liste der Bamberger Kinos: 1. Kinematograph Bamberg (1907)

5. Astoria (1919-1922),

11. Rex, Rex-Erotica (1954-1992),

Regina (I) (1922-1924),

Residenz (1993-1995),

Wilhelmsplatz 1

Alhambra (1924-1958),

Lichtspiel (1995-heute)

Heutiger Zustand: zuletzt

Atrium (1958-1971)

Untere Königstraße 34

Gastwirtschaft „Kaiserdomstuben“

Obere Sandstraße 7

Heutiger Zustand: Programmkino

Heutiger Zustand:

Lichtspiel

2. Kino-Salon (1907-1919), Lichtschau(spielhaus) (1919-1960), Studio (1960-1961) Promenade 12 Heutiger Zustand: u.a. Supermarkt „Norma“

3. Tonbildtheater (1908-ca.1914), Luitpold-Lichtspiele (1920-1922), Kammer-Lichtspiele (1922-1924),

Diskothek „Live-Club“

6. Odeon (I) (1919-ca.1923)

12. Hain-Palast (1954-1976) Cinema-Lichtspiele (1955-1976)

Obere Königstraße 31

Hainstraße 3

Heutiger Zustand: Kleinläden

Heutiger Zustand: Ärztehaus

7. Apollo-Theater (1929-1976)

13. Camera (1955-1981)

Peuntstraße 9

Lange Straße 18

Heutiger Zustand: Zahntechniklabor

Heutiger Zustand: Spielsalon

8. Capitol (1938-ca. 1978)

14. Central-Palast (1956-1959),

Luitpold-Lichtspiele, Kino-Center

Heinrich-Weber-Platz 10

City-Palast, City-Kinozentrum (1959-

(1951-91), UfA-Center (1991-2000)

Heutiger Zustand: Geburts- und

2001), Odeon (II) (2002-heute)

Luitpoldstraße 17

Ärztehaus

Luitpoldstraße 25

Heutiger Zustand: Teppichhandel „Ariana“

9. Bavaria (1949-ca.1963) Aufbaustraße 16

4. Universum (ca. 1912-1927), Film-Palast (1927-1945), Roxy (1945-1953), Film-Palast (1953-1985) Grüner Markt 18 Heutiger Zustand: Schnellimbiss „Kochlöffel“ und Café im 1. Stock

Heutiger Zustand: Saal des Gesangsvereins Liederhort Gaustadt

10. Berglichtspiele (1950-1957), Regina (II) (1957-1958),

Heutiger Zustand: Programmkino Odeon

15. Eden-Lichtspiele (1956-1961) Zollnerstraße 197a Heutiger Zustand: Büros, Lagerraum

16. Cinestar (2001-heute)

Casino (1958-1961)

Ludwigstraße 2

Oberer Kaulberg 37

Heutiger Zustand:

Heutiger Zustand: Weinlager

Multiplex-Kinocenter

45


Veranstaltungen

Veranstaltung City-Passage auf dem Prüfstand Gemeinsame Informationsveranstaltung der Schutzgemeinschaft mit den Vereinen „Bewahrt die Bergstadt“ und „Freunde des Weltkulturerbes“ - die City-Passage, nun in „Quartier an der Stadtmauer“ umbenannt. Eine gut besuchte Veranstaltung, die sicher eine Fortsetzung finden wird, sobald die neuesten Pläne bekannt werden. Die Einladung im Fränkischen Tag Bamberg vom 30.01.2009: City-Passage auf Prüfstand Bei einer Informationsveranstaltung sollen Bedenken gegen die aktuellen Planungen zur Sprache kommen. n den Jahren 2002 bis 2005

„Von der City-Passage zum Quartier an

schließt sich an. Die Veranstaltung findet im

sorgten

der

der Stadtmauer – ein Einkaufszentrum in

Hörsaal 218 der Universität, Hochzeitshaus

Sparkasse Bamberg wegen der

der Bamberger Altstadt: Planungen und

(Am Kranen 12), statt. Alle Interessierten

Errichtung einer „City-Passage“

Probleme“. Eine allgemeine Diskussion

sind eingeladen.

die

Planungen

zwischen Lange Straße und Promenade/ Franz-Ludwig-Straße für ein kleines Erdbeben mit heftigen Diskussionen. Auf mehrfache Einsprüche der internationalen Denkmalpflegeorganisation Icomos hin wurde das Konzept 2005 aufgegeben. Zwischenzeitlich Sparkasse

zur

sich

die

Wiederaufnahme

entschloss

des

Projekts. Im September 2008 beschloss der Stadtrat, dass das Quartier grundsätzlich als Einzelhandelsstandort in Kooperation mit dem Investor entwickelt werden soll. Die

Bamberger

meinschaft

Vereine

Alt

„Schutzge-

Bamberg“,

„Bewahrt

die Bergstadt“ und „Freunde des Weltkulturerbes

Bamberg“

sehen

darin

gravierende Veränderungen des Stadtgebietes. Einschnitte Planung

Um

auf

durch

die die

hinzuweisen,

erheblichen beabsichtigte findet

am

Donnerstag, 5. Februar, um 20 Uhr eine Informationsveranstaltung unter dem Titel „City-Passage – Kahlschlag im Jüdischen Viertel?“ statt. Prof. Dr. Achim Hubel, Mitglied der Icomos-Monitoring-Gruppe, wird einen Vortrag halten mit dem Titel: Auszug aus dem farb. Urkataster von 1822 (Vermessungsamt)

46


Kahlschlag im jüdischen Viertel Artikel im Fränkischen Tag Bamberg vom 12.02.2009: ahlschlag im jüdischen Viertel?

dass die historischen Gebäude in das

ist derzeitig zwar noch im Gespräch,

Bei

neue Quartier miteinbezogen werden“,

aber die Investorengruppe ist äußerst

unterstrich Hubel.

bemüht sich mit der Situation vor

einer

Informationsver-

anstaltung zum „Quartier an der Stadtmauer“ gab es viele

Ort

erregte Stimmen. Einige der

Baureferent. Auch befinde man sich jetzt

auseinanderzusetzen“,

sagte

der

zahlreich erschienenen Bürger sehen sich

Denn laut der ihm vorliegenden Pläne

erst in der Optimierungsphase und so

von der Stadtverwaltung verschaukelt.

und mehrfachen Verhandlungen mit der

sei noch nichts definitiv entschieden.

Investorengruppe

Nach

Großes Interesse erfuhr die Informationsveranstaltung Einkaufszentrum

zum

geplanten

„Quartier

an

der

Stadtmauer“. Der Hörsaal im Hochzeitshaus, wohin

die

Schutzgemeinschaft

Alt

Bamberg, die Freunde des Welt- und Kulturerbes sowie die Initiative„Bewahrt die Bergstadt“ eingeladen hatten, platzte aus allen Nähten. Unter dem provokanten Titel „Kahlschlag im jüdischen Viertel“ wollten die drei Initiativen über den aktuellen Stand der Planungen berichten und sich vor allem für die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude einsetzen.

Hellerstraße mit der Hausnummern 11, 13 und 15 sind von großer historischer Bedeutung und dürfen auf keinen Fall dem Erdboden gleichgemacht werden“, forderte Prof. Dr. Achim Hubel in seinem rund einstündigen Vortrag. Zwar seien Fassaden

der

vorderen

Häuser

durchaus bis zu den Kellern abtragbar, die Rückgebäude, die unter anderem wertvolle geschichtliche Hinweise auf jüdisches Leben in Bamberg bieten, müssten auf alle Fälle erhalten bleiben und in die Planungen des neuen Einkaufszentrums einbezogen werden. Und nicht, wie Hubel betonte, nach derzeitigem Planungsstand abgerissen dritten

werden,

Ankermieter

um die

Development

mehrmaligen

Nachfragen

von

Germany GmbH sei ein Abriss der Häuser

Seiten der Anwesenden gab aber auch

geplant – lediglich die Mikwe soll in

der Baureferent zu, dass es durchaus zu

einer Kulturgrube sichtbar und zu einer

einer Entscheidung kommen könnte, die

ergänzenden Station des kulturhistorischen Weges zur jüdischen Geschichte

gemacht

werden.

„Es

reicht

nicht

aus,

die

alten aus

Stuckdecken den

Häusern

herauszunehmen und sie neben der Mikwe in einer Kulturgrube

„Besonders die drei Gebäude in der

die

Multi

einem

notwendige

Verkaufsfläche zu bieten. „Ich will an dieser Stelle klar stellen, dass ich mich nicht gegen das geplante Einkaufszentrum ausspreche. Vielmehr fordere ich nur,

aufzuhängen“ fordert Prof.

Achim

Und

überhaupt

Hubel. sei

es sehr bedauerlich, dass

bei

einem

geplanten

jüdischen

Kulturweg

vier

der

fünf Stationen bis auf Erinnerungsdenkmäler und kleinste Relikte

dann hieße: entweder Einkaufszentrum

nicht mehr vorhanden seien. In Bamberg

oder Erhalt der Baudenkmäler. Viele

sind nach Ansicht des Professors schon

der Anwesenden im Saal ließen sich

zu viele Baudenkmäler der Abrissbirne

damit nicht zufrieden stellen. So wurde

zum Opfer gefallen – dies dürfe hier nicht

gemurmelt, „die Stadt verschaukelt uns

wieder geschehen.

wieder“ und andere forderten offen von

Baureferent Hans Zistl-Schlingmann versuchte die Gemüter zu beruhigen und rief zu mehr Objektivität auf. In seinen Ausführungen betonte er, dass sich der Stadtrat eindeutig für die Schaffung von neuen Einkaufsflächen in der Innenstadt bekannt habe. „Der Abbruch der historischen Gebäude

der Stadtverwaltung, dass diese klare Auflagen zum Erhalt der Baudenkmäler stelle. Michael

Genniges

vom

Buch-

und

Medienhaus Hübscher forderte für den Fall einer Zustimmung für das Projekt im Gegenzug genügend Parkplätze.

47


Veranstaltungen

Veranstaltung Kornelkirschenfest 2007 und 2009

Alles bereit für die Gäste

echnet man die Veranstaltung

Auf Schautafeln konnten sich

zum

die Gäste über die Geschichte

„Tag

Denkmals“

des im

offenen

Jahr

2006

der Klostergärten, die Ver-

dazu, so kommt man bereits

wendung der Kornelkirschen

auf

und die historischen Obst-

insgesamt

drei

Feste

der Schutzgemeinschaft am nördlichen

baumsorten

Pavillon im Terrassengarten von St.

Michaelsberg informieren.

Michael.

Wer bis zum Aufräumen

Wie schon 2007 konnten wir uns auch 2009

blieb wurde nach einem

über reges Interesse, gut gelaunte Gäste

heftigen Regenguss mit

und (einigermaßen) gutes Wetter freuen.

einem wunderschönen

Im Jahr 2009 stand neben den immer

Regenbogen belohnt,

wieder reizvollen Abtsgärten der neu

der

angelegte Weinberg auf dem Programm.

Inselstadt bis zum

Passend dazu gab es im Pavillon Wein des

Domberg spannte!

Weinguts Bauerschmitt aus Ziegelanger. Martin Bauerschmitt wird in Zukunft den Weinberg St. Michael bewirtschaften und im Jahr 2012 den Jungfernwein auf den Markt bringen. Das Treppengeländer ist „geschmückt“ mit Informationstafeln zu den alten Obstsorten im Garten von St. Michael

48

sich

auf

von

der

dem


Jörg Händler (in Arbeitskleidung) kündigt den Beginn des Rundgangs an

Das Team im Einsatz an der Kuchentheke

Große Versammlung und Aufmerksamkeit im Abtsgarten

Jüngster Gast: Luis Händler

Auf dem Weinberg angekommen Ingo Schmitt und Werner Hottelmann beim Weinausschank (an Nachfrage herrschte kein Mangel)

Der Blick vom Weinberg unterhalb der Orangerie auf die Stadt

Entschädigung nach dem heftigen Regenguss: ein traumhafter Regenbogen!

49


Veranstaltungen

INFORMATIVES ZUR KORNELKIRSCHE

EIGENSCHAFTEN der KORNELKIRSCHEN

Die

Früchte

Fruchtsäuren

enthalten und

Vitamin

Mineralstoffe.

C, Sie

schmecken säuerlich, sind saftreich und können zu Saft, Gelee, Marmelade, Likör und Wein verarbeitet oder als „Oliven“ eingelegt werden.

Der Saft ist als

durstlöschendes Mittel bei fieberhaften Erkrankungen geeignet.

ERNTE Kornellen erst im fast überreifen, d. h. dunkel- bis schwarzroten Zustand ernten. Sie sind dann süßer, weicher und lassen sich besser pflücken. Auch die Steine lösen sich dann besser vom Fruchtfleisch. Da die Früchte im August/September nach und nach reifen, wird empfohlen, etwa alle drei Tage zu ernten, und zwar am einfachsten durch Schütteln des Stammes oder der Äste. Rohe Kornelkirschen lassen sich nur sehr schwer entsteinen bzw. entkernen, am besten kocht man die Kerne mit, danach lassen sie sich leichter ablösen. Für Kirschbrei, z.B. im Müsli oder Joghurt, dann einfach durch ein grobes Sieb streichen.

KORNELKIRSCHEN IN GEWÜRZESSIG

KORNELKIRSCHENMARMELADE

1 kg Kornelkirschen, dunkelrot gereift

1 Pfund Gelierzucker

1/2 L Rotweinessig

½ Liter Wasser

Gewürznelken

Die Kirschen im Wasser weich kochen,

1 TL Senfkörner

durchpassieren. Das Fruchtmark zum

1 TL Wacholderbeeren

Kochen bringen und den Zucker nach und

1 EL Salz

nach einstreuen. Immer gut rühren, vier

1 TL Zucker

Minuten brodelnd kochen lassen, in heiß

Kornelkirschen waschen und in

ausgespülte Gläser füllen.

2 Pfund reife Kornelkirschen

Einweckgläser füllen. Essig, Gewürze und Zucker vermengt über die Kornelkirschen

KORNELKIRSCHENEIS

gießen, verschließen. Mind. 2 Monate im

1 kg Kornelkirschen

Keller (oder Kühlschrank) ziehen lassen.

½ l Kirschsaft 200 g Zucker 200 g Portwein (rot) 2 Stk. Nelken, ½ Stk. Zimtstange Den Zucker im Topf hellbraun karamellisieren lassen, mit dem Kirschsaft ablöschen. Dann alle anderen Zutaten und die Kornelkirschen dazu geben, ca. eine ½ Stunde köcheln lassen. Die Gewürze heraus nehmen und alles durch ein feines Sieb streichen. Das Fruchtmark kalt stellen und danach in die Eismaschine geben.

50


Veranstaltung Visionen für das alte Hallenbad 1. Vorsitzender Dr. Jörg Händler dankt den beiden Vortragenden, Sebastian Körber (MdB) und Inge Aures (MdL)

Dem

gegenüber

rückte

Sebastian Körber eine universitäre Nutzung des Hallenbades für die Zukunft in den Mittelpunkt seines Vortrages. Er brachte das Prinzip Raumim-Raum ins Spiel, bei dem Unter der Überschrift „Abriss

das bestehende Gebäude

oder

als Hülle fungiert:

Umbau?“

lud

die

Schutzgemeinschaft Alt Bamberg

Auf

am Freitag, 25. Juni 2010 zu

derzeitigen Becken

einem Vortrags- und Diskussionsabend mit

würde Körber Kuben

hochkarätigen Referenten. Die Kulmbacher

einstellen, in denen

Architektin

jeweils ein Hörsaal

Inge

Aures

und

Landtagsabgeordnete

sowie

der

Forchheimer

die

beiden

untergebracht werden

Bundestagsabgeordnete und Architekt

könnte.

Sebastian Körber stellten die von ihnen

Weise ließen sich nicht

entwickelten Nutzungskonzepte für das

nur

Bamberger Hallenbad nach der Eröffnung

sondern auch die kunst-

des Erlebnisbades „Bambados“ Ende 2011

vollen Mosaiken an den

vor.

Wänden erhalten.

Das Bamberger Hallenbad wurde zwischen

Den Vorträgen schloss

1963 und 1967 nach den Plänen von Hans

sich eine lebhafte Dis-

Rothenburger, bis 1982 Baudirektor und

kussion

Die

Ge-

Bambergs „Architekt der Moderne“, erbaut.

staltungsvorschläge

der

Wie eine mögliche Nutzung des unter

beiden Referenten wurden

Denkmalschutz

von den Zuhörern einhellig

stehenden

Gebäudes

Auf diese

die

Glasfassade,

an.

nach der Zeit als Hallenbad aussehen

begrüßt,

kann, ist bislang offen.

weil sie das Gebäude in

Inge Aures präsentierte drei verschiedene

seiner Substanz und seinem

Nutzungsvarianten, die alle drei sehr

Erscheinen

schonend mit der Bausubstanz umgehen:

gab aber auch die Meinung,

Das Gebäude könnte als Eislaufbahn,

dass

Turnhalle oder Ausstellungsraum genutzt

wäre, wenn das Hallenbad

werden. Gerade eine Eislaufbahn könne sie

auch in Zukunft als solches

sich für Bamberg vorstellen, erklärte Aures,

weiter

weil es ein solches Angebot in der Region

könnte, zum Beispiel für

Bamberg noch nicht gibt. Die nächste

die Schulen.

insbesondere

es

bewahren.

Es

wünschenswert

genutzt

werden

Eislaufhalle befindet sich in Haßfurt.

51


Veranstaltungen

Veranstaltung Nachverdichtung im Haingebiet Die Nachverdichtung im Haingebiet - ein Thema, das immer wieder auf den Nägeln brennt und durch zwei Bauanträge wieder hochaktuell wurde. Obwohl die Zustimmung durch den Stadtrat nicht mehr umkehrbar war, veranstaltete die SGAB dennoch eine Podiumsdiskussion mit einem vorangestellten Impulsreferat von Dr. Jan Wilhelm.

Interview Fränkischer Tag vom 02.06.2010 Wie soll sich das Haingebiet entwickeln? Wilfried Krings, ehemaliger Professor für historische Geographie, vermisst für das Viertel ein klares Konzept. Im FT-Interview spricht er über die besonderen Strukturen dieses vor rund 150 Jahren entstandenen Quartiers. Bamberg Ab Mitte des 19. Jahrhunderts dehnte sich Bamberg vom Schönleinsplatz aus in Richtung Hain aus. Von einigen Bausünden abgesehen haben sich die ursprüngliche Erschließung und Architektur bis heute erhalten. Neubauten wie die vom Stadtrat genehmigten in der Schützenstraße 20 (Garten des ehemaligen Stauffenberg-Grundstückes) und im Innenhof der Herzog-Max-Straße 38 bedrohen nun aus Sicht von Stadtheimat- und Denkmalpflegern den noch typischen Charakter des Gebiets. Wir sprachen darüber mit Wilfried Krings, Professor für historische Geographie.

52

Villenviertel gibt es in vielen Städten. Was zeichnet das Bamberger Haingebiet aus? Wilfried Krings: Das Besondere am Haingebiet ist, dass es von Anfang an nicht als reines Wohngebiet entwickelt wurde, sondern von gewerblichen Einrichtungen und entsprechenden baulichen Anlagen durchsetzt war. Es ist noch immer ablesbar, was eine nach der Ständeordnung des 19. Jahrhunderts vorgenommene Stadterweiterung ausmacht. Obwohl gehobene Dienstleistungsfunktionen in Bereiche mit „guten Adressen“ eingedrungen sind, fehlte in Bamberg die Dynamik, die

beispielsweise das Frankfurter Westend ergriffen hat: Dort ist der alte, von Villen und Parks bestimmte Charakter, weitgehend zerstört und den Hochhäusern von „Mainhattan“ gewichen. Woher rührt das Nebeneinander von herrschaftlicher Architektur an der Straße und bescheidenen Hinterhof-Gebäuden im Hain? Für dieses Neben- oder besser Hintereinander gibt es zwei Gründe. Im 19. Jahrhundert war es zumindest bei kleinen und mittleren Unternehmen üblich, Eigentümer-Villa und Betriebsgebäude auf dem gleichen


Grundstück zu errichten. Die Hopfenhändler, die besonders an der Hainstraße das bauliche Erscheinungsbild mitgeprägt haben, benötigten Lagerkapazitäten und Darrvorrichtungen. Darren bedeutete, die Hopfendolden mit Hilfe künstlich erzeugter Wärme zu trocknen. Die Darröfen wurden mit Steinkohle beschickt, die entsprechenden Gebäude waren an ihren hohen Schornsteinen erkennbar. Die Schornsteine sind längst verschwunden, die mehrgeschossigen Lagerhäuser meist für Wohnzwecke umgenutzt. Dann gab es weitere gewerbliche Betriebe wie die Druckerei Meisenbach an der Hainstraße, die Magenbitterfabrik (Schmidt‘sche Fabrik) in der Amalienstraße, sie stellte nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 „Die deutschen Siegestropfen“ her, jährlicher Umsatz 300 000 Flaschen, ferner die Mechan. Schäftefabrik M. Horn, ebenfalls in der Amalienstraße, die Closettpapierfabrik Kailing & Co. in der Schützenstraße, die Eisengießerei & mechan. Werkstätte Gramss & Thomas im Kaipershof. Der zweite Grund: Große Anwesen der Oberschicht konnten nur mit Personal unterhalten werden, das wie heute zum Teil noch erkennbar ist seinen eigenen Eingang samt Treppenhaus hatte. Für Garten oder Park gab es den Gärtner, für die individuelle Mobilität den Kutscher, und selbstverständlich mussten Kutsche samt Kutschpferden auch untergebracht werden. Viele dieser Nebengebäude stehen leer, während Bamberg über einen Mangel an Bauland klagt. Warum sollte die Stadt die Flächen nicht besser nützen, Stichwort Nachverdichtung? Ob es tatsächlich einen Mangel an Bauland gibt, möchte ich bezweifeln. In Bamberg sollte Vorrang haben, leer stehende Räume und Gebäude zu nutzen. Davon gibt es dem Augenschein nach etliche. Wie es auch aus anderen Städten bekannt ist, scheitert eine sinnvolle Nutzung oft an den

Eigentümern, die nicht daran interessiert sind, an Fremde zu vermieten. Grundsätzlich ist die Nachverdichtung zur Minderung des so genannten Landschaftsverbrauchs zu befürworten, so lange nicht besondere Faktoren dagegen sprechen. In Bamberg gehört die schon in alten Beschreibungen hervorgehobene Weitläufigkeit der Stadt zu diesen besonderen und meiner Meinung nach beachtenswerten geschichtlich bedingten Faktoren. Können Sie das näher erklären? Bamberg war nie in einen Festungsgürtel eingezwängt. Die Folge: großzügige Ausstattung mit Freiflächen, Haus- bzw. Villengärten ebenso wie mit Nutzflächen des traditionellen Erwerbsgartenbaus. Davon abgesehen: In Bamberg sollten alle Planungen nicht zuletzt dem Umstand Rechnung tragen, dass das derzeit noch militärisch genutzte Gelände samt einer großen Zahl von Wohnungen nicht „auf ewig“ aus der Stadtentwicklung ausgeklammert bleiben wird. Sie plädieren also für den Erhalt der Hinterhofbebauung. Wie könnte man sie zeitgemäß nützen? Haben Sie eine Idee? Soweit eine Nutzung für Wohnzwecke nicht infrage kommt, wäre an kleine Büros, Werkstätten oder Ateliers zu denken. Nicht der einzelne Grundstückseigentümer, wohl aber das Viertel würde insgesamt davon profitieren, wenn es junge, kreative Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor anzöge. Voraussetzung wäre, dass die Räumlichkeiten bezahlbar sind. In der Startphase muss dieser Kostenfaktor minimiert werden. Luxussanierungen erweisen sich langfristig oft als kontraproduktiv. Unabhängig von denkmalpflegerischen Maßgaben sollten demographische und ökonomische Überlegungen für das gesamte Haingebiet im Vordergrund stehen: Was soll die zukünftige Bestimmung sein? Die Attraktivität kann dauerhaft nur

dann gesichert werden, wenn die Alleinstellungsmerkmale als Potenzial erkannt und behutsam weiterentwickelt werden. Die so genannte Hainsatzung reglementiert Veränderungen für das Gebiet südlich der Ottostraße. Tatsächlich findet man die schlimmsten Bausünden allen voran das „Herold“-Hochhaus knapp jenseits dieser Linie. Wie sinnvoll finden Sie diese Grenzziehung? Als Geograph habe ich mit Grenzziehungen grundsätzlich erhebliche Probleme. Es gibt nur wenige Fälle, wo Grenzen passen. Das „Herold“-Hochhaus empfinde ich zwar auch als „Bausünde“, möchte aber zu bedenken geben, dass durch die seinerzeitige Expansion des Dienstleistungssektors in das Haingebiet in diesem speziellen Fall meines Wissens kein Baudenkmal geopfert wurde. Das (Wohn-) Hochhaus blieb zudem ein Ausnahmefall. Für zahlreiche alte Villen wurde überhaupt erst durch die Nachfrage nach Praxis- und Büroräumen eine verträgliche Nutzung gefunden und damit ihr Erhalt gesichert. Schließlich kann nicht jeder repräsentative Altbau wie die Villa Dessauer als Museum überleben. Was die „Hainsatzung“ betrifft, so muss ich zu meiner Schande bekennen, dass sie mir unbekannt ist; auf der Webseite der Stadt Bamberg habe ich sie nicht gefunden. Offensichtlich ist das Schicksal eines solchen Instruments, dann ausgegraben zu werden, wenn es im jeweils gewünschten Sinn anwendbar ist. Die Fragen stellte unser Redaktionsmitglied Jutta Behr-Groh. (c) InFranken - Elektronische Medien GmbH & Co. KG

Geplante Neubauten im Haingebiet links: das Areal der ehemaligen Stauffenberg-Villa rechts: die Rückbebauung in der Herzog-Max-Straße

53


Retrospektive

Retrospektive zur Serie „Gefährdete Denkmäler“ Die Serie „Gefährdete Denkmäler“ wurde vom 30. August 2002 bis zum 8. Januar 2004 in lockerer Folge zusammen mit dem Verein „Freunde des Weltkulturerbes Bamberg e. V.“ herausgegeben und im Fränkischen Tag veröffentlicht. Insgesamt sind bisher zwölf Beiträge erschienen, zu denen wir eine Retrospektive zusammengestellt haben. Die Bilanz acht Jahre später könnte zwar besser sein, doch machen uns die erfolgten „Rettungen“ auch optimistisch.

30. August 2002:

2. Januar 2003:

„Lusthäuschen“ hoch über der Regnitz

Teil einer historischen Reihenhaussiedlung - Winziges Denkmal in der Schrottenberggasse

13. September 2002: Wäre die Attraktion im Sand Spätbarockes Gartenhaus verfällt seit

16. Januar 2003:

Jahren

Bemerkenswertes Ensemble mitten im Neubaugebiet an der Weide

28. September 2002: Über Stadtgraben erbaut - Nicht

28. April 2003:

spektakulär, aber erhaltenswert:

Sommersitz und Ausflugslokal - Nach

Hölle 12

300 Jahren Geschichte erwartet Bruckertshof Ungewissheit

1. Oktober 2002: Viele Veränderungen erlebt - Das

6. November 2003:

Organistenhaus der Oberen Pfarre steht

Uralter Gebäudekomplex - Aus der

auf Resten der Stadtmauer

Geschichte des früheren Riegelhofes an der Concordiastraße

17. Oktober 2002: Im Jahr 1372 erstmals erwähnt - Das

8. Januar 2004:

Haus Untere Sandstraße 20 verfällt

Ältestes Gärtnerhaus der Stadt

zusehends

- Anwesen Mittelstraße 72 seit Jahrzehnten dem Verfall

11. November 2002:

preisgegeben (Ohne Abbildung!)

Typisches Gärtnerkleinhaus - Das Anwesen Färbergasse 13 steht schon viele Jahre leer 30. Dezember 2002: Früher am Kirschenweg - Untere Seelgasse 6 sah schon bessere Jahre

54

Villa Reindl


Gartenhaus im Griesgarten Unser Artikel vom September 2002 schloss mit dem Satz: „Die seit fast 150 Jahren währende Gastwirtstradition könnte in Einheit mit den Barockbauten im Garten nach dringend erforderlicher Sanierung ein unvergleichliches Ambiente bieten…“ Sieben Jahre danach scheint es fast schon zu spät. Die Denkmalpflege hat das barocke Gartenhaus wohl aufgegeben. Dabei lässt das

Bayerische

Denkmalschutzgesetz

doch Möglichkeiten zu, einen Besitzer zur Instandsetzung zu veranlassen.

Auszug aus dem Bayerischen Denkmalschutzgesetz: II. Baudenkmäler Art. 4 Erhaltung von Baudenkmälern (1) Die Eigentümer und die sonst dinglich Verfügungsberechtigten mälern

haben

instandzuhalten, sachgemäß

zu

von

ihre

Baudenk-

Baudenkmäler instandzusetzen,

behandeln

und

vor

Gefährdung zu schützen, soweit ihnen das zuzumuten ist. Ist der Eigentümer oder der sonst dinglich Verfügungsberechtigte nicht

der

unmittelbare

Besitzer,

so

gilt Satz 1 auch für den unmittelbaren Besitzer, soweit dieser die Möglichkeit hat, entsprechend zu verfahren. (2) Die in Absatz 1 genannten Personen können verpflichtet werden, bestimmte Erhaltungsmaßnahmen ganz oder zum Teil durchzuführen, soweit ihnen das insbesondere unter Berücksichtigung ihrer sonstigen Aufgaben und Verpflichtungen

(3) Macht der Zustand eines Baudenkmals

Maßnahmen verpflichtet werden. Die

zumutbar ist; soweit sie die Maßnahmen

Maßnahmen zu seiner Instandhaltung,

Kosten der Maßnahmen tragen die in

nicht

haben,

Instandsetzung oder zu seinem Schutz

Absatz 1 genannten Personen, soweit

können sie zur Duldung der Maßnahmen

erforderlich, ohne daß eine vollstreckbare

sie nach Absatz 2 zur Durchführung der

verpflichtet

Entscheidungen,

Entscheidung nach Absatz 2 vorliegt, so kann

Maßnahmen verpflichtet wurden oder

durch die der Bund oder die Länder

die zuständige Denkmalschutzbehörde die

hätten verpflichtet werden können, im

verpflichtet werden sollen, bedürfen der

Maßnahmen durchführen oder durchführen

übrigen der Entschädigungsfonds (Art. 21

vorherigen Zustimmung der Obersten

lassen. Die dinglich und obligatorisch

Abs. 2).

Denkmalschutzbehörde.

Berechtigten können zur Duldung der

selbst

durchzuführen werden.

55


Retrospektive

Untere SandstraรŸe 20 & Hรถlle 12

56


Organistenhaus Als dieser Artikel am 1. Oktober 2002 erschien, war es laut Auskunft des Besitzers, der Kirchenstiftung „Unsere Liebe Frau“, eigentlich schon längst beschlossene Sache, das an so prominenter Stelle stehende Gebäude sanieren zu lassen. Schon vier Jahre zuvor, so die Aussage des Hausherrn Pater Titus Wegener, waren die ersten Anträge auf Fördermittel und Zuschüsse gestellt worden. Dass auch bei gutem Willen aller Beteiligten oft Jahre bis zur Vollendung eines solchen Vorhabens verstreichen können, wird bei diesem Projekt deutlich, denn erst im Frühjahr 2005 konnte es wieder bewohnt und genutzt werden. Nach aufwändigen Sanierungsarbeiten der aus mehreren Epochen stammenden Bausubstanz kann die Kirchenstiftung nun ein sehr reizvolles, multifunktionales Gebäude nutzen; im Erdgeschoss befinden sich drei Gruppenräume und eine Küche, das Obergeschoss ist zur Wohnung ausgebaut worden, die über einen Balkon verfügt. Die kleine Freifläche hinter der Mauer zur Straße ist ebenfalls neu gestaltet worden.

57


Retrospektive

Untere Seelgasse 6 & F채rbergasse 13

58


Schrottenberggasse

Färbergasse 13

Schön, dass es in Bamberg immer wieder Menschen gibt, die sich in Denkmäler verlieben, unkonventionell entscheiden und individuell “pro Denkmal” sanieren!

59


Retrospektive

Strüpf‘sche Scheune und Raulinos Gartenhaus Noch immer ist das Schicksal dieses Denkmals„im Doppelpack“ ungeklärt, und das 14 Jahre nach Erwerb durch die Stadt Bamberg! Das Thema bekam Mitte des Jahres 2009 zwar erneut Brisanz, als der Containerstandort der Kindertagesstätte untragbar wurde und der schon lang zugesagte Umbau der Scheune für die Tagesstätte schnellstens in Angriff genommen werden sollte. Im Baureferat der der Stadt hatte man sich jedoch inzwischen anders entschieden. Die Unterbringung eines Kindergartens in der denkmalgeschützten Scheune wurde als zu teuer und ungünstig befunden und ein Neubau wurde beschlossen. Zwar hatten sowohl die Leitung der Kindertagesstätte als auch der Elternbeirat der Scheune die Präferenz gegeben und stark pro Denkmal argumentiert, jedoch ohne Erfolg. Der Bauträger des Neubaus hat sich vertraglich zur Sanierung und Umnutzung des Doppeldenkmals verpflichtet. Wir bleiben dran!

Genehmigungsplan, 1850

60


Bruckertshof

Inzwischen wurden die Nebengeb채ude doch noch abgerissen - aber wozu? Die Firma hat ihre so dringlich gemachte bauliche Erweiterung nicht in die Tat umgesetzt, der Bruckertshof hat ein Notdach und wartet auf eine neue Nutzung, vielleicht sogar auf einen neuen Besitzer. Ohne die Nebengeb채ude allerdings scheinen seine Chancen noch geringer geworden zu sein.

Riegelhof

61


Bauten des 20. Jahrhunderts

Bauten des 20. Jahrhunderts ... die Denkmäler der Zukunft Das 20. Jahrhundert hat auch in Bamberg zahlreiche Zeugnisse seiner Zeit hinterlassen. Welche sind bedeutungslose Massenware? Welche sind erhaltenswerte Zeichen dieser bewegten Jahre?

1 s wird auch die Aufgabe der

Es wird eine spannende Aufgabe, sie zu

auf einer deutsch-polnischen Tagung den

Schutzgemeinschaft Alt-Bam-

erkennen...

Stellenwert der Weltarchitekturgeschichte

berg sein, mit einzuschätzen,

... die Denkmäler der Zukunft.

des 20. Jahrhunderts, um die Möglichkeiten einer Internationalen Initiative auszuloten.

was einzigartig genug sein könnte, um von den nachkommenden

Inzwischen gibt es Anregungen und Initi-

Denn das Erbe der Nachkriegszeit ist auf

Generationen als Relikt unserer Tage

ativen der wichtigsten deutschen Denkmal-

der Welterbeliste bisher so gut wie nicht

geschätzt zu werden.

schutzorganisationen zu diesem Thema. So

vertreten.

Ob Zentralsaal, Kino Hainpalast oder

hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Freizeitwerk. Manches ist schon ver-

(DSD) im April d. J. den sogenannten

schwunden.

„Bonner

(S.

Hier eine wirklich kleine Auswahl an

Denn je neuer ein Gebäude ist, desto

63/64) und ICOMOS (International Council

Gebäuden und Details. Sie dürfen ein

größer ist auch die Gefahr, dass es verloren

on Monuments and Sites) diskutierte

bisschen rätseln, um welche es sich handelt.

geht, bevor man seinen Wert erkannt hat.

anläßlich der Denkmal 2010 in Leipzig

(Auflösung Seite 73)

Appell“

herausgegeben

3

2

4

5 6 7 62


Deutsche Stiftung Denkmalschutz Bonner Appell vom 29.04.2010 8 Bewahren - Vermitteln - Stiften Denkmalschutz auch für Zeugnisse der Nachkriegsarchitektur Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat

Gegenwärtig stehen allerorten die Bauten

anschließenden

sich seit ihrer Gründung im Jahre 1985

aus den 1950er und 1960er Jahren auf

sollen. Selbst der Vorwurf ihres planmäßig

für die Bewahrung des baulichen Erbes

dem gesellschaftlichen Prüfstand. Sie

und leichtfertig herbeigeführten Verfalls

aller Epochen der Geschichte unseres

sind - ob Denkmal oder nicht - angesichts

wurde mancherorts bereits erhoben.

Landes eingesetzt und seine Rettung

zahlreicher

und Erhaltung mit den ihr zur Verfügung

Wurzeln in kulturellem Unverständnis,

stehenden Mitteln gefördert.

in politischer Opportunität oder in allzu

Nach den verheerenden Verlusten im

kurzfristigem, wirtschaftlich motiviertem

Zweiten Weltkrieg und den gleichermaßen

Maßnahmen,

die

ihre

Gewinnstreben haben, oft unzureichend

Von

jeher

Abriss

erfüllten

rechtfertigen

Bauwerke

nicht

allein praktische Funktionen, sie sind zugleich auch Bedeutungsträger. Durch ihre

Einfügung

in

die

Umgebung,

die Sprache ihrer Materialien und die

verlustreichen Nachkriegsentwicklungen

geschützt und in ihrer Existenz akut

ist es jetzt dringend geboten, ernsthaft

gefährdet. Dabei ist es in vielen Fällen

von Wertorientierungen, von Ansprüchen,

darüber nachzudenken, ob unsere Ge-

gerade

Öffentliche

Tugenden und Untugenden der Ge-

neration ihren Enkeln ein von echten

Hand, die ihrer von der Gesellschaft

sellschaft. Sie verkörpern stets den Geist der

Geschichtszeugnissen weitgehend berei-

erwarteten Vorbildrolle nicht gerecht wird.

Zeit. Eine Gesellschaft, der Baudenkmale

nigtes Land hinterlassen will. Mit Interesse

Mangelhafte Pflege und unterlassene

als Dokumente ihrer Geschichte anver-

verfolgt die Stiftung deshalb die aktuellen

Bauunterhaltungsmaßnahmen

wecken

traut sind, hat das Recht, aber auch die

Debatten über Abriss oder Erhalt von archi-

den Eindruck, dass Verwahrlosungen

Pflicht, sie dergestalt zu erhalten und

tekturgeschichtlichen Zeugnissen des 20.

solcher Bauwerke und Denkmale bewusst

zu nutzen, dass der Aussagewert ihrer

Jahrhunderts.

in Kauf genommen werden und deren

Bauwerke nicht leichtfertig verfälscht wird.

die

sogenannte

Ausdruckskraft ihrer Formen erzählen sie

9

11 12

14 10

13

63


Bauten des 20. Jahrhunderts

Bauten des 20. Jahrhunderts Oftmals jedoch droht jegliches Gespür für den Wert des kulturellen Erbes der Geschichte verloren zu gehen! Zahlreiche Entscheidungen politischer Mandatsträger nähren zurzeit den Verdacht, dass sich die Verantwortlichen des baukünstlerischen Wertes der ihnen anvertrauten Denkmale nicht bewusst sind.

15

Die in der Deutschen Stiftung Denk-

19

malschutz seit Jahren tätigen Denkmalpfleger, Kunsthistoriker und Architekten, die aus jahrzehntelanger beruf-

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz

licher

und ihre 190.000 Förderer mit ihrer

Praxis

und

wissenschaftlicher

Arbeit mit den Fragen der Erhaltung und

Spenden-

Weiterentwicklung des baulichen Erbes

schaft können in diesem Zusammenhang

vertraut sind, stimmen in der Sorge um

nach 25 Jahren erfolgreicher Arbeit für

die Erhaltung dieser Bauwerke überein.

sich in Anspruch nehmen, als inzwischen

Sie sind sich einig, dass Denkmalpflege

größte Bürgerinitiative der deutschen

sich

Zeugnisse

Denkmalpflege die Repräsentanz der-

abgeschlossener Geschichtsepochen be-

jenigen Bürger darzustellen, die sich der

ziehen kann, sondern auch die Bauten

Erhaltung und Pflege der Denkmale in

der Nachkriegszeit umfassen muss, d.h.

Deutschland verpflichtet fühlen.

nicht

nur

auf

die

die Zeugen der sich nach der Katastrophe

16

des Zweiten Weltkrieges hoffnungsvoll darstellenden

jungen

demokratischen

Gesellschaft.

Verantwortungsbereit-

Alljährlich dokumentiert der Tag des Offenen Denkmals das überwältigend große

Interesse

einer

emanzipierten

Bürgerschaft an historischer Architektur.

Der Vorstand und die Mitglieder der

Dies steht in auffallendem Widerspruch

Wissenschaftlichen

zu

Deutschen

Kommission

Stiftung

der

politischen

Entscheidungen,

die

Denkmalschutz

den Eindruck erwecken, dass selbst

appellieren daher an das gesamtge-

herausragende öffentliche Bauten nicht

sellschaftliche

gegen

Verantwortungsbewusst-

sein der politischen und gesellschaftlichen

17

und

Funktionsträger, sie mögen ihre Planungsschritte und politischen Entscheidungen grundsätzlich im Bewusstsein der Achtung vor der Leistung ihrer Vorgänger treffen.

ihre

leichtfertige Vernichtung

geschützt sind. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz erwartet vor allem von den in Politik und Wirtschaft

verantwortlich

Handelnden

Sensibilität, Verantwortungsbewusstsein

Die teilweise öffentlichen und von einem

und Standfestigkeit im Umgang mit den

zunehmend positiven Medien-Echo be-

unter Denkmalschutz stehenden Bauten

gleiteten Debatten der vergangenen

- dies auch für die überdurchschnittlich

Monate, die die Gedanken eines zeitge-

gefährdeten Bauten unserer jüngsten

mäßen Denkmalschutzes deutlich formu-

Geschichte.

lierten, haben gezeigt, dass am kulturellen Leben unseres Landes interessierte Bürger

Prof. Dr. Dr.-Ing. E.h. Gottfried Kiesow

als emanzipierter Teil einer in Planungs-

Vorsitzender des Vorstandes

und Wandlungsprozesse eingreifenden Gesellschaft nicht bereit sind, nicht nachvollziehbare Entscheidungen über das

18 64

Schicksal von Baudenkmalen unwidersprochen hinzunehmen.

Dipl.

Ing.

Vorsitzender Kommission

Horst der

v.

Bassewitz

Wissenschaftlichen


21

20

22 23

24

25

26

27

28

29

32 30

31

65


Jugendprojekt

Jugendprojekt In und um „St. Martin“ Bereits Ende des Jahres 2008 haben wir in Zusammenarbeit mit der Kindertagesstätte St. Martin aus Bamberg ein Architekturprojekt gestartet, um auch Kinder für die Architektur ihrer Heimatstadt zu sensibilisieren. „In und um St. Martin“ nannte sich das Projekt schließlich bei dem sowohl die Martinskirche als auch die Umgebung der Kirche einmal genauer betrachtet werden sollten. eine

Die aktive Projektphase erstreckte sich

Vorbereitungsphase und eine

über etwa zwei Monate im Frühjahr 2009.

aktive Projektphase eingeteilt.

Jede Kindergartengruppe durfte an einer

Zunächst wurden auf Kosten

Turmführung der Martinskirche sowie

der Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e. V.

an einer Orgelführung teilnehmen. Die

für die drei Kindergartengruppen und

notwendigen Elternaufsichten wurden von

die Krippengruppe verschiedene Spiele

uns organisiert. Außerdem unterstützen

(Bamberg-Puzzles und Memories) sowie

uns Studentinnen der Uni Bamberg, denen

diverse Bücher (Stadtführer und Bamberg-

wir an dieser Stelle nochmals unseren Dank

Kinderbücher) angeschafft. Somit stand für

aussprechen möchten. Die Krippenkinder

die Erzieherinnen Material zur Verfügung

der KiTa, die im Alter von 1 bis 3 Jahre,

as

Projekt

war

in

mit dem sie die Kinder im Alter von 1 bis 6 Jahren spielerisch auf das Thema Architektur einstimmen konnten.

Anfang 2009 lagen dann die ersten Malvorlagen authentischer Architekturdetails und Stadtsilhouetten Bambergs zum Ausmalen vor. Diese wurden von den beiden Bamberger Künstlern Traudl Lehnert und Peter Maierhofer angefertigt. Bei Ortsbesichtigungen hatten wir uns auf die Motive geeinigt und so ent-standen ganz besondere Malvorlagen, sowohl von einzelnen Skulpturen, als auch von einem

durften ebenfalls an einer kindgerechten

Brauerei-Ausleger und dem Gabelmann.

Orgelführung teilnehmen. Die zunächst

Die Malvorlagen wurden zusammen mit

etwas ängstlichen Krippenkinder waren

erläuternden Texten von Sandra Schlicht

voller Begeisterung, als auf der Orgel das

schließlich als Malbuch und Kinder-

Lied „Alle meine Entchen erklang“. Die

stadtführer

ist

insgesamt 4 Orgelführungen übernahm

übrigens für 5 € käuflich zu erwerben am

allesamt die Organistin der Martinskirche,

Schriftenstand der Martinskirche oder bei

Silvia Emmenlauer, persönlich. Hierfür

der Schutzgemeinschaft.

bedanken wir uns ganz herzlich.

66

veröffentlicht.

Dieser

Nicole Först, Leiterin der Kita St. Martin, mit Kindern an der Orgel.


Bei den Turmführungen mussten wir die Kindergartengruppen aufteilen, so dass insgesamt 6 Turmführungen durchgeführt wurden, um eine optimale Betreuung der Kinder (für jedes Kind stand eine erwachsene Begleitperson zur Verfügung) zu gewährleisten. Während der erste Teil der Gruppe den Turm bestieg, unternahm Evelyn Strauch mit den wartenden Kindern eine Kirchenführung. Für die Unterstützung durch Frau Strauch bedanken wir uns!

Am 21. März 2009 nahmen wir am Kulturpädagogischen Tag in der Konzertund Kongresshalle Bamberg teil. An einem Stand

informierten

Beiratsmitglieder

der Schutzgemeinschaft über das Architekturprojekt. Auch die Erzieherinnen der Kindertagesstätte berichteten über das Projekt und die Umsetzung in der KiTa.

Ingo Schmitt (2. Vorsitzender) mit Christine Stubner (links im Bild) und Beate Dehler (Mitte), Erzieherinnen der Kita, an unserem Stand beim kulturpädagogischen Tag.

67


Jugendprojekt

Jugendprojekt In und um „St. Martin“ Am 17. Mai 2009 konnte pünktlich zum Pfarrfest der Pfarrei St. Martin das Malbuch mit dem Titel „In und um St. Martin“ erscheinen. Alle annährend 90 Kinder und das pädagogische Team der Kindertagesstätte St. Martin erhielten je ein Exemplar als Geschenk zum Abschluss des Projektes. An diesem Tag fand auch eine Vernissage der von den Kindern gestalteten Malvorlagen statt. Die Ausstellung wurde anschließend für ca. 6 Wochen in der Martinskirche gezeigt.

Am

23.

Mai

2009

waren

wir

am

Kleberstraßenfest beteiligt, um über das Projekt zu informieren. Das Fest, das in der Straße gefeiert wird, in der die Kita beheimatet ist, stand unter dem Motto „Amerika“. Passend dazu stellten wir, gemeinsam mit dem Elternbeirat und Erzieherinnen der Kita, die von den Kindern gestalteten Bilder des Indianerengels aus der Martinskirche vor. Auf dem Bild Marion Dubler (Beiratsmitglied) und Ingo Schmitt (2. Vorsitzender der Schutzgemeinschaft))

Am 7. Juni 2009 wurde das Projekt von Nicole Schlosser und Oliver Will vom Kulturamt der Stadt Bamberg (KS BAM) im Rahmen des Welterbetages vorgestellt. An einem Stand konnten Kinder die Malvorlagen, die im Rahmen des Projektes entstanden waren, ausmalen. Durch eine finanzielle Förderung von KS BAM konnte die Publikation des Malbuches unterstützt werden. Maltisch beim Welterbetag. Rechts im Bild Nicole Schlosser vom Kulturamt der Stadt Bamberg.

68


Jugendprojekt Welterbelauf WELTERBELAUF Am 2. Mai 2009 war die Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e. V., gemäß dem Motto „Denk mal weiter“ beim Weltkulturerbelauf mit am Start! Wir haben für jedes teilnehmende Kind der KiTa St. Martin die Startgebühr von 5 € übernommen. Die KiTa St. Martin war schließlich

sogar

die

teilnehmerstärkste

Kindertagesstätte beim Welterbelauf.

Am 6. Juli 2009 fand das vom Kultur- und Schulservice der Stadt Bamberg organisierte Forum kulturelle Bildung mit dem Thema „Kulturelle Bildung im Kindergarten?“ im Haus für Kinder und Kultur in Bamberg statt. Projektleiterin Sandra Schlicht hielt dort einen Vortrag über das Architekturprojekt „In und um St. Martin“. Bei der anschließenden Diskussion berichtete Erzieherin Florentine Tzschentke von der KiTa St. Martin auf dem Podium von den Erfahrungen bei der Umsetzung des Architekturprojektes.

69


Jugendprojekt

Jugendprojekt Mach dir ein Bild vom Welterbe Bamberg Neuer interaktiver Stadtführer für Kinder und Jugendliche erschienen

ls Teil unseres Jugendprojekts

gefördert vom Kulturamt der Stadt

hat

unser

Bamberg (KS BAM) und dem Zentrum

Dr.

Sandra

Beiratsmitglied Schlicht

einen

Welterbe Bamberg (ZWB).

Stadtführer mit integriertem Malbuch unter dem Titel „Mach dir ein

Weitere Buchdaten:

Bild vom Welterbe Bamberg“ verfasst, der

Titel: Mach dir ein Bild vom Welterbe

anlässlich des Welterbetags am 6. Juni

Bamberg. Ein interaktiver Stadtführer

2010 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Herausgeber: Schutzgemeinschaft Alt

Wieder mit dabei waren die beiden

Bamberg e. V.

Bamberger Künstler Traudl Lehnert und

Autorin: Dr. Sandra Schlicht

Peter Maierhofer.

Taschenbuch: 68 Seiten Verlag: GuideMedia GbR, Bamberg

Der Führer wurde vom GuideMedia Verlag

Sprache: Deutsch

Bamberg (www.guidemedia.de) verlegt,

ISBN-13: 978-3981269338

kostet 7,95 Euro und ist im Bamberger

sandra.schlicht@web.de

Buchhandel oder über Amazon erhältlich. Interessierte Schulen oder Organisationen können direkt mit dem Autor oder Verlag Kontakt aufnehmen. Das Projekt wurde

70

Im Bild von links nach rechts: Peter Maierhofer, Dr. Sandra Schlicht, Oberbürgermeister Andreas Starke, 2. Vorsitzender Ingo Schmitt, 1. Vorsitzender Dr. Jörg Händler, Traudl Lehnert und im Vordergrund Nike Schlicht.


Auflösung Bilderrätsel

Auflösung Bilderrätsel „Bauten des 20. Jahrhunderts“ Seiten 63 bis 65 1. Troppauplatz

17. Markusplatz Türdetail

2. Schönleinsplatz

18. Troppauplatz

3. Promenadenpost

19. Promenadenpost

4. Konzerthallensteg

20. Hospiz am Klinikum

5. Gartenstädter Markt

21. Kunigundenschule Uhr

6. Capitol, Heinrich-Weber-Platz

22. Arthur-Landgraf-Straße

7. Siechentraße

23. Luitpoldschule

8. Stauffenbergplatz

24. Memmelsdorfer Straße

9. Kleberstraße Türdetail

25. Frutolfstraße

10. Markusplatz Detail

26. Pestalozzischule

11. Haus Ducke an der Kettenbrücke

27. Villa Mayer, Pfeuferstraße

12. Haus Fischer am Heinrichsdamm

28. Kunigundendamm

13. Stauffenbergplatz

29. Pestalozzischule

14. Luftschutzraum Katharinenstraße

30. Pestalozzischule

15. Wandgemälde Heßlergasse

31. Kunigundenschule

16. Ottokirche

32. Kleberstraße

71


72


Ausblick

iebe Mitglieder! Für das kommende Jahr gibt es erst zwei feste Termine:

Unser Kornelkirschenfest am 17. September 2011, ab 14 Uhr im Terrassengarten von St. Michael Die Jahreshauptversammlung am 24. November 2011, 19 Uhr Wir haben aber mehr vor: es wird voraussichtlich wieder Vorträge in unserem Haus am Schillerplatz 9 geben, bitte beachten Sie dazu die Tagespresse und unsere Website: www.altbamberg.de Hier sind auch immer die Termine unserer Vorstandssitzungen zu ersehen. Wir tagen für unsere Mitglieder öffentlich und freuen uns, wenn Sie Interesse an unserer Arbeit zeigen und uns besuchen.

73


s c h u t z g e m e i n s c h a f t a lt b a m b e r g e . v .

Malbuch und Interaktiver Stadtf端hrer f端r Kinder - ein ideales Mitbringsel. Zu beziehen bei der Schutzgemeinschaft und im Buchhandel. Preis: Malbuch Euro 5,00 Stadtf端hrer Euro 7,95

SCHUTZGEMEINSCHAFT ALT BAMBERG E. V. Schillerplatz 9 96047 Bamberg Telefon: 0951 20 25 21 E-Mail: schutzgemeinschaft@altbamberg.de www.altbamberg.de

74

Schutzgemeinschaft Alt Bamberg Jahresbericht 2010  

Schutzgemeinschaft Alt Bamberg Jahresbericht 2010

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you