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JOYFUL VEGAN LIVING / 1. AUSGABE / 02, 2015 CUPCAKES OHNE KALORIEN / FAIR FASHION / VEGAN ESSEN UND EINKAUFEN / DER SEXY VEGANER


les gourmandises de

Miyuko

torten-massanfertigungen, miyuko gnüsser zmorge & tea time - alles auch vegan und glutenfrei

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INHALT Seite 04 Startschuss: Wieso ein veganes Magazin?

Seite 06 Mode & Lifestyle: Vegane Mode mit Herz & Style

Seite 08 Kosmetik & Pflege: Cupcake- & Pralinenseifen

Seite 10 Politik: Förderung veganer Angebote

Seite 11 Sport: Laufen mit Pflanzenpower

Seite 12 Nährstoffportrait: Eisen

MITWIRKENDE Sandra Weber Chief Editor info@vlowers.ch

Carolina Flores Art Director www.studio-libelula.ch

Seite 14 News: Local & Global

Seite 16 Der Mann von nebenan: Steffen Hiller

Seite 18 Tiere, Umwelt und Lebens(t)räume: Die Narren kommen!

Seite 20 Rebecca Rust

Kolumne: Der sexy Veganer

Freelance Illustrator

Seite 22 Isabel Jakob

Vegan Basics: Wichtige Label

Freelance Illustrator www.isabeljakob.com

Herausgeberin: Vlowers Sandra Weber, Zürich Auflage: 1000 Exemplare, deutsch Texte und Interviews: Sandra Weber Distribution: Auslage in Cafés, Geschäften, Bioläden, Coiffeursalons, Frühstückscafé Vlowers im Zürcher Gemeinschaftszentrum Wipkingen Preis: Vlowers steht den LeserInnen kostenlos zur Verfügung. © by Vlowers. Alle Rechte vorbehalten.

VLOWERS MAGAZIN

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V LO W E R S

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STARTSCHUSS

WIESO NOCH EIN WIESO EIN VEGANES NEUES MAGAZIN?

MAGAZIN ?

EINE IDEE AN EINEM LAUEN SOMMERABEND. EIN TEAM. VIEL ARBEIT. VIEL SPASS. MANCHMAL AUCH FRUST. DOCH JETZT IST ES DA: DAS NEUE MAGAZIN VLOWERS.

Von Highheels bis Rüeblikuchen, von Sport und Politik bin hin zum närrischen Lebenshof zeigen wir in dieser ersten Ausgabe, wie bunt und vielfältig sich „vegan“ heute präsentiert. Und welche interessanten Menschen hinter den Projekten jeweils stecken. Menschen, die sich mit Engagement, Freude und Charme für die Förderung eines modernen veganen

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Lebensstils einsetzen. Nicht zuletzt dank ihnen lautet unser Slogan: Joyful Vegan Living. Viel Vergnügen und gute Unterhaltung Sandra Weber Chief Editor

PS. Wie kommen wir auf den Namen „Vlowers“? Darum: Flowers ist der englische Begriff für Blumen, und Blumen sind Pflanzen. Eine vegane Ernährung ist eine pflanzliche Ernährung. Und „vegane Blumen“ sind dann eben Vlowers!

Bild : Vlowers Frühstückscafé, Carolina Flores

Die Schweiz braucht ein veganes Magazin. Denn unsere Begeisterung für Pflanzenpower möchten wir gerne weitergeben. So dachten wir und machten uns an die Arbeit. Das Resultat hältst du in den Händen: Die erste Ausgabe des Magazins Vlowers. Ein Magazin für alle, die sich für die vegane Ernährung interessieren. Und auch für diejenigen, die noch die Nase rümpfen. Oder kritisch sind. Uns ist vurst, ob du vegan lebst. Jedoch möchten wir dich mit Vlowers inspirieren, unterhalten und informieren.


VLOWERS DAS CAFÉ ZUM MAGAZIN. ODER UMGEKEHRT.

Vlowers gibt es auch als Frühstückscafé – jeden Sonntag von 10-13 Uhr im Zürcher Gemeinschaftszentrum Wipkingen. Jetzt musst du nur noch deiner Neugier nachgeben und frühstücken kommen.

VEGETARIAN VEGETARIAN

Der Begriff „vegan” geht auf den Engländer Donald Watson zurück, der 1944 die Vegan Society gründete, eine Abspaltung der englischen Vegetarian Society. Watson strich dabei kurzerhand den mittleren Wortteil „etari“ des Wortes „vegetarian“ durch, und zurück blieb der Begriff „vegan“. Im Gegensatz zu anderen Mitgliedern der Vegetarian Society leitete Watson den Begriff des „vegetarian“ nicht vom lateinischen „vegetus“ (lebendig, frisch, kraftvoll), sondern vom englischen „vegetable“ (Gemüse, pflanzlich) ab. Diese Auffassung vertritt die Vegan Society bis zum heutigen Tag. Aus der Zeit Donald Watsons (1910-2005) stammt auch diese immer noch gültige Definition: „Das Wort „vegan“ steht für eine Lebensweise, die versucht, soweit wie möglich und praktisch durchführbar, alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeiten an Tieren für Essen, Kleidung oder andere Zwecke zu vermeiden und darüber hinaus die Entwicklung tierfreier Alternativen zu fördern, was dem Nutzen der Tiere, der Menschen und der Umwelt dienen soll.”

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MODE & LIFESTYLE

VEGANE MODE MIT HERZ & ST YLE Mode soll Freude machen und gut aussehen. Die Fashionistas von heute erwarten aber mehr: Immer häufiger wollen sie auch wissen, wie das bunte Sommerkleid oder die Röhrli-Jeans hergestellt wurden. Welchen gesundheitlichen Preis zahlte die Näherin für die Herstellung der von uns gewünschten, eleganten Bluse – und welchen die Umwelt? Der Jungunternehmerin Claudia Simione sind die sozialen und ökologischen Seiten der Mode ein wichtiges Anliegen. Im letzten Herbst hat sie zusammen mit ihrer Nichte Sara den Online- Fashion-Shop V Angle gegründet. Bei der Zusammenstellung ihrer Kollektion achten die beiden Frauen besonders darauf, dass sie von Unternehmen einkaufen, die ihre Angestellten anständig behandeln und fair bezahlen. V Angle bevorzugt europäische Hersteller, kauft jedoch auch Produkte von Firmen ein, die in Asien produzieren lassen. Claudia Simione lässt sich schriftliche Nachweise über die Einhaltung ordnungsgemässer Arbeitsbedingungen geben und stellt diese aus Gründen der Transparenz auch auf die V Angle-Website. Als ein aus ökologischer Sicht besonders positives Beispiel nennt sie die Marke «Reet Aus» aus Estland. Diese arbeitet mit der modernen Fabrik Beximco in Bangladesh zusammen, deren Ausschussware wiederum zu den Kollektionen von Reet Aus weiterverarbeitet werden. Dank diesem Verfahren gelingt es dem Unternehmen, bei der Herstellung seiner Kleidungsstücke grosse Mengen an Wasser, Energie und CO2 einzusparen. Das V vor Angle steht für vegan. Claudia Simione, selbst Veganerin, möchte für ihre Freude an schöner Kleidung weder die Ausbeutung von Menschen, noch die von Tieren unterstützen: „Ich liebe Mode, aber dafür sollen keine Tiere sterben oder misshandelt werden.“ V Angle ist der erste 100% vegane Schweizer Onlineshop mit trendigen Kleidern, Schuhen, Taschen, Schmuck und Accessoires. Dabei kommen Materialien wie recyceltes

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PET, alte Veloreifen oder Kork zum Einsatz. Der Fokus von V Angle liegt momentan auf den Damen, künftig soll das Angebot aber auf Herren und Kinder erweitert werden. Ein Besuch auf ihrer Website zeigt: Die Simiones meinen es ernst in Sachen Style: Wunderbare Farben, fliessende Stoffe und tolle Schnitte verwöhnen das Auge beim Betrachten der Bilder. Der Shop präsentiert sich übersichtlich, elegant, transparent und informativ. Hier können Fashion Victims mit gutem Gewissen ihrer Leidenschaft frönen. Das Lager von V Angle befindet sich übrigens im Zürcher Seefeld. Dort werden die Bestellungen entweder direkt versandt oder auch mal persönlich von der Kundschaft abgeholt. Und was darf in Claudia Simiones Garderobe nicht fehlen? Extravagante Schuhe, meint sie, denn diese verliehen auch einem schlichten Outfit stets das gewisse Etwas. V Angle – your vegan fashion choice ★ ★ www.v-angle.ch

LINKS ZUM THEMA Erklärung von Bern: Existenzlohn-Kampagne www.fair-fashion.ch Peta Approved Vegan Fashion www.peta.de/petaapprovedvegan


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Vegane Schuhe (Beyond Skin) und eine Tunica aus zertifizierter Bio-Baumwolle (Inti Ferreira)

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KOSMETIK & PFLEGE

CUPCAKE- & PRALINENSEIFEN Das Badezimmer-Schränkchen ist für die meisten von uns ein Ort voller Mysterien. Denn was in den schönen Töpfchen und Fläschchen so alles drin ist, bleibt auch nach dem Etiketten-Studium oft unklar.

Wir cremen, schmieren, schäumen, rubbeln und spachteln was das Zeug hält. Damit wollen wir uns Gutes tun, schön bleiben und gepflegt sein. Leider ist es schwierig nachzuvollziehen, was in den Pflegeund Kosmetik-Produkten wirklich drin ist. Eigentlich wäre es ja schon gut zu wissen, was man so alles an seine Haut lässt. Wer aus ethischen Gründen vegan lebt, hat jedoch zuallererst zwei Fragen: 1. Enthält das Produkt tierliche Inhaltsstoffe? 2. Waren Tierversuche im Spiel? Zu den tierlichen Inhaltsstoffen können Abbauprodukte der Harnsäure, gewisse Aminosäuren, Fettsäuren aus Leber, Gehirn oder Drüsen sowie auch Fruchtwasser (!) gehören. Kurz: Schlachtabfälle. Pflanzliche Alternativen wären zwar im Normalfall möglich, die tierlichen sind aber meistens schlicht und einfach billiger. Betreffend Tierversuche sind sich heute wohl die meisten Menschen einig, dass diese für Pflege- und Schönheitsprodukte absolut inakzeptabel sind. Doch wie findet man’s raus? Zwar leisten einige Siegel Hilfestellung (s. S. 22), bei vielen Produkten verschafft aber nur eine Anfrage beim Hersteller Gewissheit. Einfacher ist... man besucht die Seifen Oper. In ihrer Manufaktur tüftelt Inhaberin Claudia Rindler an neuen Produkten, zaubert wundervolle Seifen in Schokolade- oder Kuchenformen und mixt natürliche Rohstoffe zu duftenden Gesichtscremes, Tonics oder Haarkuren. Man findet bei ihr fast alles für die Körperpflege vom Scheitel bis zur zarten Fusssohle. Mit Liebe von Hand gemacht, ohne Dünger oder Chemie, 100% vegan. Die Kräuter für ihre Produkte pflanzt Claudia Rindler sogar selber an.

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Diese müssen für die Weiterverarbeitung manchmal wochenlang in Öl eingelegt, oder aber an jedem freien Platz zum Trocknen aufgehängt werden. Letzteres kann in der klinisch sauberen Manufaktur vorübergehend durchaus den Eindruck einer sympathischen Hexenküche erwecken! Einige Ingredienzien kauft Claudia Rindler auch von extern zu. Dabei ist sie kompromisslos: Es kommen ausschliesslich Lieferanten in Frage, die ihr schriftlich bestätigen, keinerlei an Tieren getestete Produkte zu vertreiben. Denn Claudia Rindlers Tierliebe hört nicht bei ihren beiden Hunden auf, nein, sie liebt auch alle anderen Tiere und möchte nicht, dass diese für den Profit ausgebeutet werden. Darum lebt sie vegan und empfindet es als sehr beglückend, dass sie mit der Seifen Oper ihre Ideale und Kreativität ausleben und gleichzeitig ihre Kundschaft mit wunderbaren, tierleidfreien Produkten erfreuen kann. Die Kundschaft ist übrigens vorwiegend weiblich. Manchmal suchen jedoch auch Männer nach einem hübschen Geschenk für ihre Partnerin, so Claudia Rindler. Zu besichtigen und kaufen gibt es die Seifen OperProdukte online oder im Ladengeschäft in der Winterthurer Altstadt. Betritt man dieses, wähnt man sich auf den ersten Blick in einer Confiserie oder einem Cupcake-Store. Doch bevor schon beim Gedanken daran die Hose kneift: Hier gibt es keine Zucker-Kalorien, dafür ein anderes, ebenso intensives Festival der Sinne. Eins für die Augen und die Nase. Und ein späteres für Haut und Haar.


KALORIENFREI: KOSMETIKMANUFAKTUR SEIFEN OPER IN WINTERTHUR Bild: Claudia Rindler

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Ein St체ck Torte gef채llig? Claudia Rindler in ihrem Laden in Winterthur. | Bild: Glenn Butler

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POLITIK Im Herbst 2013 wurde Sentience Politics als Projekt der Denkfabrik „Giordano Bruno Stiftung Schweiz“ lanciert. “Sentience” bedeutet Empfindungsfähigkeit, insbesondere das Empfinden von Glück, Schmerz, Freude und Leid. Diese Eigenschaft teilen Menschen mit nicht-menschlichen Tieren.

SENTIENCE POLITICS CO-Projektleiter Philipp Ryf von Sentience Politics im Vlowers-Interview: Philipp Ryf, wofür setzt sich Sentience Politics ein? Sentience Politics setzt sich für das Wohl aller empfindungsfähigen Wesen ein. Die negativen Auswirkungen des aktuellen Tierkonsums für den Menschen sowie das Leid sogenannter “Nutztiere” sind beträchtlich. Deshalb fördert Sentience auf politischer Ebene die Ausweitung des Angebots pflanzlicher Nahrung in der Schweiz. Zudem soll die Bevölkerung über die Folgen des Konsums tierlicher Lebensmittel informiert und die vegetarische und vegane Ernährung in der Aus- und Weiterbildung von KöchInnen stärker in den Fokus gerückt werden. Wie nehmt ihr konkret Einfluss in die Schweizer Politik? Im Sommer 2014 wurde die erste Sentience-Initiative im Kanton Basel-Stadt lanciert. Diese verlangt eine allgemeine Ausweitung des vegetarischen Angebotes sowie ganz konkret mindestens ein veganes Menü in allen öffentlich-rechtlichen Institutionen. Ob die Forderung zusätzlich zu einem bestehenden Angebot erfüllt oder dieses ganz oder teilweise ersetzt wird, soll den betroffenen Institutionen selber überlassen bleiben. Bereits jetzt haben wir mehr als die Hälfte der benötigten 3000 Unterschriften beisammen. In der Stadt Bern haben PolitikerInnen ein Postulat im Stadtparlament eingereicht, das Forderungen von Sentience aufnimmt und weiterführt. Wieviele Leute arbeiten für das Projekt Sentience? Momentan umfasst das Team eine zweiköpfige Projektleitung, eine Teilzeitmitarbeiterin sowie eine Praktikantin. Desweiteren übernehmen Leute der Giordano Bruno Stiftung Schweiz kleinere Arbeiten. In Zürich prüfen ausserdem rund 15 Freiwillige mögliche lokale Vorstösse.

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SPORT Auf Anfrage verrieten uns Katrin und Daniel von www.bevegt.de eines ihrer lauferprobten Rezepte:

QUINOA-MANDEL PROTEINRIEGEL 80 g Quinoa (ungekocht gewogen) 50 g ganze, ungeschälte Mandeln 10 Datteln 4 EL Süsslupinenmehl 1 EL Erdnussmus 1 Handvoll Cranberries Zubereitung: Quinoa gemäss Packungsanleitung kochen. Anschliessend mit den übrigen Zutaten im Mixer zu einer homogenen Masse verarbeiten. Mit einem Spatel die Masse auf ein Backpapier streichen (ca. 0,3 cm hoch). Die Riegelmasse für ca. 2 Stunden in den Kühlschrank stellen und danach mit einem Messer in die gewünschte Riegelform schneiden. Fertig! Bild: natureofmusic.net

TOPFITTER BLOG: WWW.BEVEGT.DE

LAUFEN MIT PFLANZENPOWER DER SELBSTVERSUCH

BESTZEITEN UND VORBILDER

Im Sommer 2010 starteten Daniel Roth (31) und Katrin Schäfer (36) ein Experiment: einen Monat lang sollte kein Fleisch auf den Teller kommen. Sie setzten sich mit den ethischen und ökologischen Aspekten der Ernährung auseinander, und bald war klar: Sie würden fortan nicht nur fleischlos, sondern komplett vegan leben. So führte der Selbstversuch zu einem neuen Lebensstil, und nur ein Jahr später gründeten sie beVegt, den mittlerweile grössten deutschsprachigen Blog über Ausdauersport und pflanzliche Ernährung.

Daniel lief 2001 seinen ersten Marathon, Katrin fünf Jahre später. Laufen ist das gemeinsame Hobby des Paares. Und auch wenn verschiedene Faktoren die Leistungsfähigkeit beeinflussen: Die beiden haben viele neue Bestzeiten aufgestellt, seit sie vegan leben. Zu ihren Vorbildern gehören der Freizeitsportler Matt Frazier mit seinem Blog „No Meat Athlete“ sowie vegane Top-Athleten wie der Ultramarathon Champion Scott Jurek oder der ehemalige ProfiTriathlet Brendan Brazier.

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NÄHRSTOFFPORTRAIT

EISEN TEXT ENTSTAND IN ZUSAMMENARBEIT MIT DER VEGANEN GESELLSCHAFT SCHWEIZ

Das Gute gleich vorab: Vegan oder vegetarisch lebende Menschen leiden nicht häufiger unter Eisenmangel als FleischesserInnen. Dies liegt einerseits daran, dass Fleisch nicht generell so viel Eisen enthält, wie oft angenommen und dass die Eisenaufnahme selber positiv beeinflusst werden kann.

HARTNÄCKIGER MYTHOS

AUFNAHME UND BEDARF

Der Mythos, vor allem rotes Fleisch sei für eine ausreichende Eisenversorgung unabdingbar, hält sich hartnäckig. Selbst viele Fachpersonen raten PatientInnen mit tiefen Eisenwerten immer noch, mehr Fleisch in ihren Speiseplan einzubauen. Abgesehen von heutzutage eher selten gegessenen Speisen wie Blutwurst oder Innereien (Niere, Leber etc.) ist Fleisch jedoch nicht besonders stark eisenhaltig. Viele Fleischerzeugnisse von der Kuh oder vom Schwein enthalten pro 100 g nur zwischen 1 bis 3 Milligramm (mg) Eisen. Mit solchen Werten können auch Linsen, Spinat oder getrocknete Früchte wie Feigen oder Pflaumen aufwarten. Deutlich mehr Eisen findet sich z.B. in Hirseflocken (9 mg/100 g), und Mandeln könnte man wegen ihres hohen Eisengehalts (14 mg/100 g) schon fast als Nägel verwenden! Aber Spass beiseite, schliesslich geht es um ein ernstes Thema.

Das Eisen im Fleisch liegt je etwa zur Hälfte als “Häm-Eisen” und als “Non-Häm-Eisen” vor. Das Häm-Eisen wird ca. doppelt so gut vom Körper aufgenommen als das Non-Häm-Eisen. In pflanz- lichen Lebensmitteln kommt ausschliesslich NonHäm-Eisen vor. Deswegen sollten Menschen, die kein Fleisch essen, knapp zweimal so viel Eisen zu sich nehmen wie FleischesserInnen. Erwachsenen Männern und Frauen, die sich vegan ernähren, wird eine tägliche Aufnahme von 20 mg empfohlen. Frauen VOR der Menopause haben aufgrund der Menstruation einen höheren Bedarf, dieser liegt bei 30 mg. Das Gute dabei: Die Aufnahme des NonHäm-Eisen lässt sich im Gegensatz zu der des Häm-Eisens positiv (jedoch auch negativ) beeinflussen. Ergänzt man eine Mahlzeit z.B. mit Vitamin C-haltigen Lebensmitteln wie Peperoni oder Zitrusfrüchten, wird das in der Mahlzeit enthaltene Eisen vom Körper besser absorbiert. Umgekehrt verschlechtern z.B. Produkte wie Kaffee, Schwarztee oder Milch die Aufnahme von Eisen, wenn sie in einem Zeitraum von 2-3 Stunden vor oder nach einer Mahlzeit konsumiert werden. Den verhältnismässig grössten Einfluss auf die Eisenaufnahme hat aber der Körper selbst: Ist der Eisenspeicher tief, kann er die Aufnahmerate steigern - in einer Mangelsituation bis zur 10-20fachen Menge!

SAUERSTOFFTRANSPORT Die wichtigste Funktion erfüllt Eisen im Rahmen des Sauerstofftransports in der Blutbahn. Es ist ein Grundbaustein des Hämoglobins, mit dessen Hilfe die roten Blutkörperchen Sauerstoff an sich binden können. Wird dem Körper zu wenig Eisen zugeführt, können nicht genug funktionstüchtige rote Blutkörperchen hergestellt werden; es entsteht eine Blutarmut (Eisenmangelanämie). Die ersten Symptome sind Müdigkeit und eine blasse Haut. Die Vegane Gesellschaft Schweiz empfiehlt: “Wer diese Symptome an sich bemerkt, sollte sich an die Hausärztin oder den Hausarzt wenden. Von einer prophylaktischen Einnahme von Eisentabletten raten wir jedoch ab.”

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EISENQUELLEN Pflanzliche Nahrung bietet verschiedene eisenrei- che Quellen. Empfehlenswert sind Sojabohnen/ Tofu, Mandeln, dunkle Schokolade, Vollkornprodukte, Hirse und Amaranth. Eine gute Möglichkeit, die Eisenaufnahme zu fördern, sind Green Smoothies.


BEISPIELE NÄHRWERTE EISEN (ungefähre Durchschnittswerte in mg) Unser Tipp für Süssmäuler: Absolute Eisenpower steckt in Caotina Noir - wieso nicht gleich zum Frühstück einen leckeren Schokodrink mit Soja-, Haferoder Mandelmilch geniessen?

WEITERE REZEPTVORSCHLÄGE GIBT ES AUF WWW.VLOWERS.CH

Pflanzliche Lebensmittel Caotina Noir (20 g) mit 3dl Sojamilch

10 mg

REZEPT GREEN SMOOTHIE

Portion Sojafleisch/Tofu (150g)

8.1 mg

(ca. 10 mg Eisen)

Portion Seitan* (150g)

3.8 mg

Spinat, roh (100g)

2.7 mg

- 2-3 handvoll frischer Spinat (ca. 200g)

Eine Handvoll Mandeln/Nüsse (30g)

2.0 mg

- 1-2 Bananen - 1-2 Orangen (Vitamin C)

Fleischerzeugnisse Portion Fleisch (Durchschnitt, roh, 150g)

1.8 mg

Portion Kalbfleisch (150g)

1.7 mg

Portion Schweinefleisch (150g)

1.5 mg

*Produkt aus Weizeneiweiss (Gluten) mit fleischähnlicher Konsistenz Quelle: www.naehrwertdaten.ch

- 1 Esslöffel Sesammus (Tahini) - 1 Esslöffel Melasse (stark eisenhaltig) - Optional Agavendicksaft zum Süssen Spinatblätter, grob zerkleinerte Früchte und restliche Zutaten mit ca. 5 dl Wasser in einen Blender (Mixer) geben und alles zu einem cremigen Smoothie verarbeiten. Santé!

Illustration: Rebecca Rust

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NEWS

ELLE’N’BELLE LOCAL & GLOBAL ZÜRICH: POP UP STORE

ZÜRICH

VEGAN SHOE CAFÉ

EVA’S APPLES

Tolle Sneakers, heisse Heels, schöne Taschen und leckere Muffins – was will man mehr? Von Februar bis April 2015 betreiben Eva’s Apples und Vlowers gemeinsam einen Pop Up Store.

Fast wie bei Tante Emma: Der hübsche kleine Laden am Schaffhauserplatz überrascht mit einem grossen Sortiment an veganen Lebensmitteln und Körper- pflegeprodukten. Regelmässig finden Produkte- präsentationen statt, und gute Beratung ist ebenfalls inklusive – schliesslich lebt fast das ganze Team selbst vegan. Neu auch mit Onlineshop.

Rotbuchstrasse 16, 8006 Zürich (gleich neben dem Secondhand-Laden „The New New“)

Weinbergstrasse 168, 8006 Zürich www.evas-apples.ch

ISRAEL

VEGGIE LAND Verschiedene Online-Portale haben kürzlich darüber berichtet: Israel ist mit einem Anteil von rund 4% VeganerInnen (Schweiz ca. 1 %) wohl das „veganste” Land der Welt. Vor allem junge Menschen stellen in Scharen ihre Essgewohnheiten um.

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ZÜRICH

MARINA DEL REY, USA

ELLE’N’BELLE WORLD VEGAN SUMMIT Purer Rock’n’Roll! Das Restaurant im ehemaligen X-tra ist nicht nur umwerfend im Design, auch Food, Leute und Musik sind vom Feinsten! Unbedingt probieren: den veganen Döner „Daddy Cool“ – ein Leckerbissen. Limmatstrasse 118, 8005 Zürich

Vom 20.-22. März 2015 findet im südkalifornischen Marina del Rey ein dreitägiger veganer Gipfel statt. Jemand müsse den Planeten, die Tiere und die Menschen retten, so die Veranstalter.

www.ellenbelle.ch

www.worldvegansummit.com

CAMPBELLVILLE, CANADA

ESTHER THE WONDER PIG Ein Hausschwein mit über 250’000 Facebook-Fans. Mit ihren „Dads“ Derek Walter und Steve Jenkins gründete Esther kürzlich den Lebenshof Happily Ever Esther. Dafür wurden rund 400’000 kanadische Dollar per Crowdfunding gesammelt. www.estherthewonderpig.com www.facebook.com/estherthewonderpig

ZÜRICH

MARKTKÜCHE Essen mit Sti(e)l, so lautet der Slogan der Marktküche. Man setzt auf regionale Zutaten von erlesener Qualität. Von selbst gebackenem Brot bis hin zu hausge- machten Teigwaren – Genuss ohne Kompromiss wird gross geschrieben. Mit einem Fokus auf leichten und schnellen Mittagsgerichten sowie einer bewusst klein gehaltenen, monatlich wechselnden Abendkarte will das Lokal ein urbanes Publikum ansprechen. Feldstrasse 98, 8004 Zürich www.marktkueche.ch

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Illustrationen: Rebecca Rust

STEFFEN, 41, LANDSCHAFTSARCHITEKT, WOHNT UND ARBEITET IN ZÜRICH

STEFFENS RÜEBLIKUCHEN

Zubereitug: Karotten schälen und fein raffeln. Ei-Ersatz mit Wasser anrühren. Zucker, Vanillezucker, Zimt, die abgeriebene Schale der Zitrone sowie deren Saft dazugeben und alles schön schaumig schlagen. Geraffelte Karotten, Haselnüsse, Kokosraspel, Mehl, Backpulver und Salz dazumischen. Die Masse in eine gefettete Springform (∅23 cm) geben und glattstreichen. Im vorgeheizten Ofen bei 180° ca. 1 Stunde backen. Nach dem Erkalten mit Puderzucker bestäuben.

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Bild : Carolina Flores

Zutaten: 300 g Karotten 200 g gemahlene Haselnüsse oder Mandeln 50 g Kokosraspel 160 g Rohrzucker 1 Päckli Vanillezucker 150 g Vollkorn- oder Halbweissmehl ½ Päckli Backpulver ½ Teelöffel Zimt 1 Zitrone 6 Ei-Ersatz (erhältlich im Bioladen) 1 Prise Salz Puderzucker


DER MANN VON NEBENAN

STEFFEN EIN FILM HILLER GAB… … STEFFEN DEN REST. UND ER MAG KUCHEN UND SCHÖNE SCHUHE.

Steffen, seit wann lebst du vegan? Und warum? Seit Anfang 2011. Nach fast 20 Jahren Vegetarier- Dasein wurde ich hellhörig, als immer öfter das Wort “vegan” in den Medien erschien. Auch stieg das vegane Angebot in Reformhäusern und Supermärkten merklich an, und plötzlich gab es in Zürich mit der vegan kitchen and bakery* sogar ein veganes Restaurant! Dies waren für mich Auslöser zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Veganismus und mir wurde bewusst, dass ich den Weg noch nicht zu Ende gedacht hatte. Wie meinst du das? Ich musste mich von dem Glauben verabschieden, dass ich als Vegetarier kein Tier töten würde. Wirklich den Rest gab mir der bekannte Film “Earthlings” von Shaun Monson. Danach stand mein Entschluss fest: Ab jetzt vegan - für immer. Es war die logische Fortsetzung meiner ethischen Motivation, aufgrund derer ich bereits Vegetarier geworden war. Wie hast du die Umstellung gemeistert? Den Übergang von vegetarisch auf vegan empfand ich nicht besonders schwierig, da ich mich schon zu Vegetarier-Zeiten an Sojamilch & Co. herangetastet hatte. Die grösste Hürde war, unterwegs zurechtzukommen. Wir sind uns gewohnt, dass immer und überall alles zur Verfügung steht, wonach einem gerade gelüstet. Da musste ich mich als Veganer schon etwas umorganisieren, und auch mal etwas von zu Hause mitnehmen. Ich sah dies aber auch als Befreiung vom ständigen Konsumzwang. Und jetzt, fast vier Jahre später, hat sich das Angebot bedeutend weiterentwickelt, und ich kann mich auch unterwegs mit veganen Leckereien eindecken. Kaufst du auch Pflegeprodukte bewusst ohne tierliche Inhaltsstoffe? Und wie sieht es bei Bekleidung aus?

Vegan zu leben bedeutet für mich, möglichst nichts zu kaufen, wofür ein Tier ausgebeutet oder gequält wurde. Deshalb schaue ich darauf, dass meine Pflegeprodukte vegan und tierversuchsfrei sind. Leider ist das nicht immer ganz einfach zu erkennen. Deswegen bevorzuge ich Produkte mit Vegansiegel. Bei Kleidung verzichte ich auf Materialien wie Leder, Wolle und Seide. Hast du ein Lieblingsgericht, dass du gerne selbst zubereitest? Ich liebe Kuchen und Torten jeglicher Art. Seit ich vegan lebe, backe ich ab und zu auch mal selber. Ganz besonders mag ich den Klassiker Rüeblikuchen.

WIR F I N D E N A R OT T E VO L L K Du hast drei Wünsche frei bei der Vegan-Fee. Was soll es sein? Nur drei Wünsche sind eine echte Challenge für einen Veganer! Ich wünsche mir z.B., dass sich die Bekleidungsindustrie stärker in die vegane Richtung entwickelt und gleichzeitig auf unnötige Lederteilchen an Reissverschlüssen, für Labels etc. verzichtet. Zudem sollte die Auswahl an schönen veganen Herrenschuhen grösser sein. Und der dritte Wunsch: Ein veganes Café in Zürich mit einem grossen Angebot an süssem Gebäck. *Anmerkung der Redaktion: Die vegan kitchen and bakery von Lauren Wildbolz ist mittlerweile kein Restaurant mehr, sondern ein vielseitiges Event- und Cateringunternehmen. Kürzlich kam das Kochbuch „vegan kitchen & friends“ heraus. Check www.vegankitchen.ch.

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TIERE, UMWELT UND LEBENS(T)RÄUME

HOF NARR. DER LEBENSHOF MIT HAND, HERZ UND VERSTAND. Auf einem Lebenshof verbringen Tiere wie Schweine, Kühe, Ziegen oder Hühner ihr Leben, ohne etwas „nutzen“ zu müssen. Wer einen solchen Hof führen will, benötigt nebst Tierliebe und Gerechtigkeitssinn auch viel Idealismus. Denn Tiere, die nicht (mehr) als Fleisch-, Milchoder Eierlieferanten genutzt werden, bringen keinen Profit, sondern kosten viel Zeit und Geld für Essen, Unterkunft und Pflege.

Hof Narr | Bild: Carolina Flores

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Manchmal werden sie noch „Gnadenhöfe“ genannt. Orte, an denen Tiere behütet ihr Leben verbringen dürfen. Da wohl immer mehr Menschen der Ansicht sind, ein würdevolles Leben sollte selbstverständlich sein und nicht nur gnädig gewährt, spricht man heute zumeist von Lebenshöfen. Denn genau darum geht es. Um Leben. Ganz gemäss dem Zitat von Albert Schweitzer: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“ Im letzten Sommer habe ich selbst einen solchen Lebenshof besucht: Den Hof Narr in Hinteregg bei Zürich. Während drei Tagen habe ich auf dem Hof gelebt und viel Zeit mit den „Hof-Narren“ Sarah Heiligtag, Georg Klingler und Söhnchen Nils verbracht. Sarah, die Philosophie und Tierethik studiert hat, erkannte schon als Kind, wie sehr Tiere zur Befriedigung der menschlichen Konsumsüchte ausgebeutet werden. Gleichzeitig spürte sie die Sensibilität und Intelligenz der Tiere und war traurig über das entsetzliche Unrecht, das ihnen widerfuhr. Sarah beschloss, sich in ihrem Leben für die Rettung der Tiere einzusetzen. Diese Rettung sieht sie aufgestützt auf vier Hauptpfeilern, und nennt als erstes die Aufklärung: „Nur wenn wir darüber Bescheid wissen, welche individuellen Schicksale sich hinter den Mauern von Mastanlagen und Schlachthäusern verbergen, können wir unser Denken und Verhalten ändern.“ Zweitens müssten tierfreie Alternativen betreffend Ernährung, Kleidung und Körperpflege gefördert werden und drittens sieht sie Politik und Justiz in der Pflicht, die Rechte der Tiere gesetzlich festzuhalten und diese Gesetze auch durchzusetzen und zu kontrollieren. Und, als vierten Pfeiler, die Lebenshöfe. Diese könnten Tiere aus der Nutzung befreien und ihnen ein würdiges Leben ermöglichen. Zudem sei ein Lebens- hof ein Weg, die Menschen das Wesen hinter dem „Nutztier“ erleben zu lassen.


Tiere wahrhaftig zu erleben, spielt für Sarah Heiligtag eine zentrale Rolle: „Ich habe während meiner Zeit als Ethikdozentin oft die Erfahrung gemacht, dass pure Theorie nicht nachhaltig überzeugt. Wenn jemand aber beispielsweise ein Schwein persönlich kennenlernte, hat sich oft viel bewegt. Im Kopf, und auch im Herzen.“ Im Wissen, dass manche sie wohl für Narren halten würden, gründeten Sarah und Georg vor gut einem Jahr den Hof Narr. Auf diesem leben momentan vier Ziegen, zwei Laufenten, zwei Erpel, 36 Hühner und ein Hahn, sechs Pferde, vier Schweine, drei Hunde, zwei Katzen und insgesamt sieben Menschen – Töchterchen Indra Samira trägt seit Kurzem zum Familienglück bei, und auch Sarahs beste Freundin wohnt mit ihren beiden Kindern auf dem Hof. Wer die Narren unterstützen will, ist höchst willkommen, an einem organisierten Hoftag beim Heuen, Ernten und Stall misten zu helfen oder eine Patenschaft für ein Tier zu übernehmen. Zudem finden auch Workshops und Filmabende statt - vegane Köstlichkeiten inklusive. Die Hof-Narren versuchen so zu leben, dass sie anderen möglichst wenig Schaden zufügen. Sie plädieren dafür, sich gerade beim Konsum regelmässig zu hinterfragen: Wurde die gewünschte Hose irgendwo auf der Welt zu unmenschlichen Bedingungen hergestellt? Haben Kinderhände die Kakaobohnen für meine Lieblingsschokolade geerntet? Muss ich wirklich mit dem Flieger in die Ferien? Eine ethisch motivierte vegane Lebensweise sollte daher aus ihrer Sicht Hand in Hand gehen mit biologischen und fair gehandelten Produkten sowie einem schonenden Umgang mit der Umwelt. Sarah und Georgs närrische Vision ist eine Welt ohne Nutztierhaltung und Ausbeutung. Und natürlich träumen sie davon, dass „unsere Kinder die Schlachthöfe nur noch aus Geschichtsbüchern kennen!“ Eine wunderbare Vision, die ich gerne mit ihnen teile.

N O CH H E U T E T I / ( Z I E G E N) G Ö T N ! G OT T I W E R D E

TE N SCH A F TE N IN FO S ZU TI E R- PA FI N DE ST D U H IE R: CH W W W.H O F - N A R R.

Gloria, Wallisser Berggeiss-Mischling und Mitbewohnerin auf dem Hof Narr. | Bild: Carolina Flores

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KOLUMNE

DER SEXY VEGANER DIE PFLANZENFRESSER KÖNNEN KOCHEN, HABEN SINN FÜR GERECH- TIGKEIT UND PFEIFEN AUF DIE NORM DES FLEISCHVERTILGENDEN MANNES. EINE KLEINE HOMMAGE AN DIE VEGANEN HERREN.

Ich kenne viele extreme VeganerInnen. Extrem nette, bewusste und mitfühlende Frauen und Männer. Und um letztere geht es heute. Um es gleich direkt zu sagen: Vegane Männer finde ich einfach extrem sexy! Wieso? Weil sie zu sich stehen. Zu einer Haltung, die in der Gesellschaft nicht als typisch männlich gilt. Das ist stark. Extrem stark natürlich. Zudem riechen Veganer besser als ihre fleischessenden Genossen. Sagt man. Immer noch hält sich ja die Mär - und wird durch die Werbung ordentlich zementiert - dass “ein richtiger Mann” ohne ein tellerüberlappendes Schnitzel unmöglich satt und zufrieden sein kann. Leider glauben das viele Männer (und Frauen) tatsächlich. Wen interessiert da schon die Geschichte des Schnitzels? Nicht so die veganen Herren. Die Pflanzenfresser. Sie haben sich bewusst für eine möglichst gewaltfreie und verantwortungsvolle Lebensweise

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entschieden. Was ich auch bemerkt habe: Die können alle kochen! Ob Lasagne, Thai Curry oder herzhafter Burger – flugs wird alles in veganer Version köstlich zubereitet. Heute braucht ein Mann abends nicht mehr mit dem erlegten Tier auf den Schultern heimzukommen. Wir leben jetzt ja bequem in Wohnungen und haben Supermärkte, in denen wir ebenso bequem aus einer Vielfalt von Früchten, Gemüse, Hülsenfrüchten, Getreide, Nüssen und Trockenfrüchten auswählen können. Und wer’s mag: Täglich entstehen neue, leckere und rein pflanzliche Milch-, Käse- und Fleischalternativen sowie weitere Convenience-Produkte. Aber zurück zum Thema. Die moderne Frau Veganerin bevorzugt einen Mann, der sanft, lustvoll und mit dem Antrieb von Empathie und Gerechtigkeit mit ihr durchs Leben schreitet. Und obendrauf noch extrem gut kochen kann.


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VEGAN BASICS

WICHTIGE LABEL Sind Produkte mit einem der untenstehenden Label der Vegan Society England oder der European Vegetarian Union gekennzeichnet, sind sie garantiert vegan. Die Label bieten somit eine tolle Unterstützung beim veganen Einkauf.

VEGAN SOCIETY ENGLAND Mit der Veganblume gekennzeichnete Produkte sind vegan, und auch die Produktionsprozesse sind tierbestandteil- und tierversuchsfrei. Nur die Vegan Society England ist befugt, dieses Gütesiegel zu vergeben. Auch in der Schweiz sind zahlreiche Produkte mit diesem Label gekennzeichnet.

V-LABEL DER EUROPEAN VEGETARIAN UNION Die mit diesem Label beschrifteten Produkte enthalten keinerlei Tierkörperbestandteile. Dies bezieht sich auch auf versteckte, nicht deklarationspflichtige Verarbeitungshilfsmittel wie z.B. Kälberlab im Käse oder Gelatine in Fruchtsäften. Das V-Label wird in der Schweiz durch die Organisation Swissveg herausgegeben (www.swissveg.ch). Auf den Zusatz „vegan“ achten, siehe Abbildung.

VLOWERS IM WEB WW W.VLO WE RS.CH

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Ruf Lanz

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Vlowers Magazin – Frühling 2015  

Die Schweiz braucht ein veganes Magazin. Denn unsere Begeisterung für Pflanzenpower möchten wir gerne weitergeben. So dachten wir und machte...

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