Issuu on Google+

„Mein Papa liest vor!“

Für Kinder ab 4 Jahren!

Mein Bilderbuchschatz Von Tieren, Träumen und wahren Freunden

Helma legt los Ute Krause Dorothy Palanza

„Wieder nichts“, seufzte Helma. „Wieder bunt. Wie die anderen.“

Helma ging in die Hühnerschule, aber erst in Klasse C. Bald war Ostern und alle Hühner hatten zur Eierschau ihr erstes schneeweißes Ei mitgebracht. Nur Helma nicht. „Helma, morgen musst du aber auch ein Ei mitbringen“, sagte Frau Federkiel, die Lehrerin. „Damit du in die nächste Klasse kommst.“ Helma nickte stumm. Was sollte sie nur tun? 1


„Mein Papa liest vor!“

Als Helma wieder in ihrem Hühnerhaus saß, spannte sie ein weißes Laken, trank ein Glas weiße Milch, aß eine Schale weißen Reis und dachte ganz fest an etwas Weißes. Dann legte sie los. Sie legte Eier, was das Zeug hielt, aber ein weißes war wieder nicht dabei. Stattdessen steckte sie jetzt erst recht in der Klemme. Oje! Was sollte sie nur mit den vielen bunten Eiern tun? Da fiel ihr der Geräteschuppen ein. Zwischen vielen bunten Farbtöpfen fand sie schließlich ein Eimerchen mit etwas Eierschalenweiß. Gerade noch genug Farbe für ein Ei! Helma zupfte sich eine Feder aus und malte ein rotes Ei damit an.

Nun musste sie nur noch die anderen Eier loswerden. Helma hatte da auch schon eine Idee, aber dafür brauchte sie eine Verkleidung.

Leise rollte Helma die Schubkarre voll mit bunten Eiern über den Hof. Nach der dritten Fuhre ... ... kam Helma richtig ins Schwitzen! Und dann versteckte sie die Eier überall. 2


„Mein Papa liest vor!“

„Was machst du denn da mit den Eiern, Hase?”, brummte plötzlich eine tiefe Stimme. Helma verlor vor Schreck fast ihre Hasenohren. Neben ihr stand Mona, die Kuh, und blinzelte sie kurzsichtig an. „Ich verstecke sie“, nuschelte Helma. „Warum?“, fragte Mona. „Das ist eine besondere Osterüberraschung.“ „Und für wen?“, wollte Mona wissen. „Für den, der sie findet.“ Am nächsten Morgen zeigte Helma stolz ihr weißes Ei. „Sehr schön“, sagte Frau Federkiel. „Gratuliere, Helma.“ Da hörten sie von draußen aufgeregtes Schnattern und Blöken. Neugierig schauten die Hühner hinaus. Auf dem Hof war alles in Aufruhr! „Was macht ihr denn da?”, rief Frau Federkiel. „Wir suchen Eier!“, quiekte das Schwein. „Ostereier!“, brummte Mona und zeigte ihr den Korb. Frau Federkiel hielt ein Ei hoch. „So ein Ei habe ich noch nie gesehen“, sagte sie erstaunt. „Welches Huhn legt denn solche Eier?“ „Kein Huhn“, sagte Mona, „ein Hase hat sie gestern Nacht versteckt. Ein sehr merkwürdiger Hase!“ „Komisch“, sagte Frau Federkiel.

3


„Mein Papa liest vor!“

Plötzlich gab es einen gewaltigen Platzregen. Schnell rannten alle zur Scheune, um sich unterzustellen. Und da passierte es: Die weiße Farbe tropfte von Helmas Ei und sie stand in einer weißen Pfütze. Helma wurde rot – genauso rot wie das Ei.

Frau Federkiel plusterte sich auf. „Woher kommt das rote Ei?“ „Ich habe es gelegt“, flüsterte Helma. „Das kann nicht sein“, sagte Mona, „das war der Hase. Ich habe mit meinen eigenen Augen gesehen, wie er die bunten Eier versteckt hat.“ „Führ uns das doch mal vor, Helma“, sagte Frau Federkiel streng. Helma setzte sich und legte ein Ei. „Helma, das ist ja ein Ei der Klasse A!“, staunte Frau Federkiel. „Aber bunt ist es nicht“, sagte Mona. Am meisten überrascht über das wunderschöne, schneeweiße Ei aber war Helma selbst. „Also war's doch der Hase!“, schnatterte Otto, der Gänserich. „Mir reicht‘s. Ich geh wieder Eier suchen“, grunzte Marianne, das Schwein, und trabte hinaus. Die anderen sausten hinterher. Als Helma ganz allein war, legte sie vorsichtshalber gleich noch ein paar Eier. Tatsächlich! Sie waren alle schneeweiß. 4


„Mein Papa liest vor!“

Doch die Geschichte vom merkwürdigen Hasen sprach sich bald überall herum. Und als es wieder Ostern wurde, freuten sich alle Tiere schon auf die Eiersuche. Da wusste Helma, dass sie etwas tun musste. Am Abend vor Ostern spannte sie ein buntes Laken, besorgte sich lauter bunte Sachen und füllte ihr Häuschen damit. Dann dachte sie ganz fest an etwas Buntes und legte ... ... leider ein schneeweißes Ei, dann noch eins und noch eins. Oje. Es funktioniert einfach nicht, dachte Helma und seufzte.

Doch da fiel ihr der Schuppen mit den bunten Farbeimern ein. Und auf einmal hatte sie eine wunderbare Idee ...

5


„Mein Papa liest vor!“

6


„Mein Papa liest vor!“

Neugierig geworden? Sie können das Buch im Buchhandel erwerben oder in Ihrer örtlichen Bücherei ausleihen!

Sarah Haag (Hrsg.) Mein Bilderbuchschatz Von Tieren, Träumen und wahren Freunden Verlag Friedrich Oetinger ISBN: 978-3-7891-6610-5 Gebundene Ausgabe: 240 Seiten

Hat Ihnen unsere Geschichte gefallen? Wir freuen uns über Ihre Rückmeldungen; schicken Sie uns gerne auch die Meinungen Ihrer Kinder unter: meinpapaliestvor@stiftunglesen.de

7


Vorlesegeschichte