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FILM Birgit Minichmair gibt die verständnisvolle Freundin, die Romy – mal auch erfolglos – zu bremsen versucht, Charly Hßbner den bemßhten Fotografen, der im Zweifel bedenkenlos das tolle Foto erhaschen will, und der unnachahmliche Robert Gwisdek den bohrenden Fragesteller, der zwischendurch auch die sich immer mehr Üffnende Romy warnt und ihr immerhin den fertigen Artikel zur Genehmigung schickt, was seinerzeit keineswegs ßblich war. Romy gibt es frei, vielleicht weil sie gerade in Deutschland von ihrem Sissi-Image loskommen mÜchte. Doch auch mit diesem wenig schmeichelhaften Interview schafft sie es nicht. Ihr engelsgleiches Gesicht will einfach nicht zu dem verruchten Rollen passen, die sie in Frankreich angenommen hat. Auch fßr Marie Bäumer gab es eine Enttäuschung: Obwohl sie von vielen fßr ihre ßberzeugende Darstellung favorisiert war, ging sie bei der Bären-Verleihung in Berlin leer aus.

Š Peter Hartwig/Rohfilm Factory/Prokino

ÂťIch bin nicht Sissi!ÂŤ

Claus Wecker

Âť3 Tage in QuiberonÂŤ von Emily Atef

3 TAGE IN QUIBERON von Emily Atef, D 2018, 115 Min.

mit Marie Bäumer, Birgit Minichmayr, CharEinmal musste es ja passieren. Marie Bäumers Ă„hnlichkeit mit Romy Schneider ist ly HĂźbner, Robert Gwisdek, Denis Lavant, einfach zu verblĂźffend. Wenn die Maske noch ein wenig nachhilft, ist die Wiedergängerin Christopher Buchholz Biopic / Start: 12.04.2018 fĂźr eine Filmbiographie, heutzutage Biopic genannt, perfekt. Âť3 Tage in QuiberonÂŤ,  der Film, der gerade auf der Berlinale im Wettbewerb um den Goldenen Bären lief, hat aber mehr zu bieten als nur diese Attraktion. „Ein atemberaubend tanzender Film und Temperamentvolle, die Hoffende Sie habe sich bei den Dreharbeiten Franz Rogowski ist sein einzigartiger Tänzer.“ ARD TTT

nicht ständig bemĂźht, wie Romy Schneider auszuschauen, hat Marie Bäumer in einem TV-Interview gesagt. Dennoch muss man einfach gestehen: als Zuschauer will man das Ebenbild haben in so einem Film – ohne Wenn und Aber. Dass es in diesem Fall gelungen ist, liegt aber nicht nur an der äuĂ&#x;eren Erscheinung, sondern auch am einfĂźhlsamen Spiel der Darstellerin. Zudem hat sich Regisseurin Emily Atef (ÂťDas Fremde in mirÂŤ) bemĂźht, der Person, um die sich alles dreht, und nicht nur ihr, gerecht zu werden – was ihr vielleicht ein wenig zu repräsentativ und zu brav gelungen ist. FĂźr ihr Porträt hat sie einen Ăźberschaubaren Zeitabschnitt gewählt, in dem alles enthalten ist, was die Person Romy Schneider und das, was wir mit ihr verbinden, ausmacht: die Verletzliche und Verletzte, die Lebenslustige und

Š Peter Hartwig Rohfilm Factory Prokino

und Enttäuschte und eben auch die Deprimierte. Ein breites Spektrum von manisch bis depressiv. Romy zieht sich 1981 in ein Sanatorium an der bretonischen AtlantikkĂźste zu einer Entgiftungskur zurĂźck. Sie braucht dringend Ruhe, um vor allem ihre Beziehung zum heranwachsenden Sohn David zu entspannen, der lieber mit der Familie seines verstorbenen Vaters durch die USA fahren will, als sich auf Mutters Filmsets zu langweilen. Ihre langjährige Freundin Hilde (Birgit Minichmair) hat sie zur UnterstĂźtzung eingeladen. Die ist gar nicht von Romys Plan angetan, den ÂťSternÂŤ-Journalisten Michael JĂźrgs (Robert Gwisdek) fĂźr ein ExklusivInterview zu empfangen. Aber Romy vertraut besonders JĂźrgs’ Fotografen Robert Lebeck (Charly HĂźbner), der schon oft wunderschĂśne Schwarz-weiĂ&#x;-Bilder von ihr gemacht hat. GewissermaĂ&#x;en als Reminiszenz hat Kameramann Thomes Kiennast (ÂťDas finstere TalÂŤ) nun auch Âť3 Tage in QuiberonÂŤ in Schwarz-weiĂ&#x; gedreht. Zusammen mit dem breiten Scope-Format ergibt das einen interessanten Verfremdungseffekt, der mitten hinein in die Illustriertenwelt der damaligen Zeit fĂźhrt.

FRANZ ROGOWSKI PAULA

BEER

EINFILMVONCHRISTIANPETZOLD

FREINACHDEMROMANVONANNASEGHERS

PREVIEW  APRIL UHRHARMONIEIMRAHMENDESLICHTERFILMFESTS

abAPRILinden Strandgut 04/2018

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Strandgut 4/2018  

Kulturmagazin für Frankfurt am Main

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