iBücher

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DAS iBUCH Unser Festival setzt seit nunmehr 34 Jahren Zeichen: Toleranz Andersdenkenden gegenüber. Kulturvermittlung mit der „Schule des Zuhörens“. Wiederbelebung der ältesten Form menschlichen Ausdrucks, „Erzählen – Zuhören – Lesen“ ein DENK-MAL (im wahrsten Sinn des 571 Jahre hat das kaum ein anderes Kulturgut – so sollte es allein auf Grund seiner Historie geehrt und im Bewusstsein gehalten werden. Die überdimensionalen Bücher, und gefertigt von Jugendlichen, sollen demütig und nicht aufgeregt klagend erinnern: Was insbesondere Kinder und Jugendliche da gegen Facebook, Twitter, Instagram und Whatsapp eintauschen. Das Langsame gegen das Schnelle. Das Bestehende gegen das Flüchtige. Das Stille gegen das Laute. Aber – und auch das müssen wir „Alten“ verstehen – die Generation des 21. Jahrhunderts hat ein Recht zu wählen: Das Kommunikative (Verbundensein mit der Welt) gegen das Einsame (das Lesen eines Buches). Ein neuer, hyperaktiver Körperteil (das Smartphone) gegen das „Zur Ruhe kommen und Innehalten“ (um ein Buch genießen zu können). Das Digitale gegen das Analoge. Das iBUCH ist eine Schnittstelle zwischen diesen beiden Welten – LIVE Antworten auf Facebook. Es präsentiert zeitgenössische Kunst UND präsentiert die Kunstform „Selfie“ auf Instagram. Das iBUCH erzählt eine Geschichte von Metamorphose. Sichtbar gemacht wird diese Geschichte, wenn ihr zugehört wird – dazu laden wir DICH ein ...

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Die fantastischen Schüler Michael Kindler, Christoph Knapp, Daniel Graßmugg, Alexander Zettl, Sarah Zapf, Christoph Schinnerl, Christina Frewein, Patrick Ortler, Jakob Rinner, Dominik Kieler, Kevin Kreiner Die großartigen Lehrer Christian Schippl und Peter Gölles

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WER MICH GESCHAFFEN HAT

Die famose Direktorin Martina Adanitsch-Jakopeh

DIE ERZÄHLENDEN BÜCHER

Davon erzählt Folke am liebsten: Von 11 Tischlerlehrlingen, ihren beiden Lehrern und der Direktorin der Landesberufsschule der Tischler in Fürstenfeld. Die 9 Schüler und 2 Schülerinnen im Alter von 17–19 Jahren haben uns iBUCH Drillinge im Rahmen ihrer Abschlussarbeit geplant, gebaut, erschaffen. Eine zugleich fantastische und megaschwere Aufgabe. Die haben uns in jeder Hinsicht großartig hinbekommen, sodass uns auch in unserem 5. Lebensjahr, nach vielen Auf,-und Abbauten und Transporten von hier nach da, noch immer nichts fehlt und wir perfekt funktionieren! Aber Folke sagt, wir sollen auch von denen erzählen, die ebenfalls so begeistert waren, dass sie auch JA gesagt haben: Franz Mayr-Melnhof-Saurau, der sein Holz gab, Werner Loibner und seine ITEC, der für unsere Technik seinen Kopf anstrengte und Mario Obendrauf von BGD, der für uns immer wieder neue Kleider bereithält ...

grazERZÄHLTgeschichten – 2021


das facebook i BUCH

Ich bin vor allem eines: MULTIFUNKTIONAL. Ein cooles Teil. Ich bin anders. Und INNOVATIV. Ich rufe laut in Erinnerung, dass ein Leben ohne DAS BUCH (ohne Facebook) – zumindest im Moment – nicht vorstellbar ist. Ich bin ein lebendiger Organismus: Schauspielerinnen! Schreibende und Singende! Ich erzähle selbstständig Geschichten. Drück meine Knöpfe, Baby! Ich kleide mich in zeitgenössische Kunst und spiele Galerie. Heute ganz in Foto.

Was verbindet das Buch und den Park und die Musik und die Natur und die Erzählerinnen und die Bäume: Es ist die Sehnsucht nach Stille, nach einer Zeit, die nicht mit dem Sekundenzeiger durchmessen wird, nach einem tief Ein- und einem tief Ausatmen, nach Zurruhekommen, nach Innehalten, nach Respekt und Wertschätzung. Deshalb bin ich hier gelandet.

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© Graz Tourismus – Harry Schiffer

Ich höre Dir zu: Schreib mir eine Nachricht auf Facebook und ich werde Dir antworten.

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das instagram i BUCH

Ich bin das weltweit erste interaktive Buch, das Geschichten erzählt! Wenn – für alle, die etwas zu sagen haben. Aber ich erzähle auch meine eigenen Geschichten. Auf Knopfdruck. Ich bin auch so Instagram. Lass uns in Und dann: Hashtag #lesenbeflügelt. Gepostet finden wir uns automatisch auf dem Bildschirm. ABER: Ich bin nichts, ohne DICH! DU kannst, sollst, musst mich zum Leben erwecken. Mit DEINER Fantasie. Deiner KREATIVITÄT. Mit DEINER Sehnsucht, dem Alltag, dem Gewohnten, dem Vorgegebenen zu entkommen. Lass mich zu DEINER Geschichte werden! Nebenbei: Auf meinem Touchscreen findest Du digitales Allerlei.

© Universalmuseum Joanneum – N. Lackner

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Für Dich bin ich inmitten musealen Treibens und Forschens gelandet. Schließe Deine Augen und höre die Gesänge der Benediktiner, für die 1665 dieser Hof erbaut worden war. Wenn Du sie wieder öffnest, bist Du umgeben von Botanik und Geologie, Mineralogie und Zoologie, versammelt hier seit 1811, als es der Erzherzog zum Landesmuseum Joanneum verwandelte.

grazERZÄHLTgeschichten – 2021


das kalender i BUCH

Ich will Dir ein Geschenk machen – pflück’ Dir meine Blätter vom Baum der Zeit. Um ein ganzes Jahr Kunstkalenderblätter geschenkt zu bekommen, musst Du nicht, wie Du es gewohnt bist, wischen, sondern: „Alea iacta est“, das wir neu (falsch …) übersetzen: Drehe den Würfel! Und nimm Dir alle Monate. Dich nicht nur der bevorstehenden, dahinrasenden Tage, sondern auch dieses Augenblickes zu erinnern. (Und nebenbei: Der Screen auf diesem iBUCH zeigt Dir alles, was mit Kultur in Deiner Nähe zu tun hat.)

Was in aller Welt schenkt man jemandem, der alles hat, zu seinem 50-jährigen Jobjubiläum? Ein neues Land? Einen Schlachtensieg? Konkubinen? Nein! Gott sei Dank hatte eine gar nicht kleinliche Stadt die grandiose Idee, dem Kaiser eine Oase der Kultur, des Feinsinns und weltgewandter Fantasie zu schenken! Am Donnerstag, den 12. April 1888 wurde genau hier eine Schaufel in die Erde gerammt und nur 545 Tage später, am Dienstag, den 17. September 1889, erbebten die neobarocken Mauern zum allerersten Mal unter Wagners Donnermusik. Und auch nach 132 Jahren immer noch unverändert, sind es die so wunderbaren Klänge und Stimmen, die mich anzogen, hier für Dich zu landen …

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© Graz Tourismus – Harry Schiffer

Auf mir und meinen beiden Geschwistern wirst Du an allen Wochenenden des Mai Töne und Worte erleben. Musik und Geschichten. Ihre Klänge werden sich auf mir niederlassen wie Vögel, die auf einem Baum landen, zu ruhen und zu rasten.

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