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Was PanEco bewirkt

Jahresbericht 2015


2 | Editorial

Editorial 20 Jahre PanEco: sie vergingen wie im Fluge! Liebe Leserinnen und Leser Erlauben Sie mir, Sie kurz nach Sumatra zu entführen? Auch dieses Mal brauche ich wenig Zeit, mich an das feuchtwarme Klima Sumatras zu akklimatisieren, ist es mir doch seit 1973 vertraut, als ich zum ersten Mal meinen Fuss auf diese wunderbare Insel setzte! Heute morgen kam ich in Medan an und erreiche als erstes das Büro unserer Partner-Organisation YEL. Dort herrscht ein reges Treiben. Yves, der Zivi mit IT-Fachkenntnis fängt Graham ab, der soeben mit viel Drohnen-Gepäck das Büro verlassen will. Von den Drohnen-Waldüberflügen fallen fortlaufend ungeheure Datenmengen an, die Yves uns hilft, zu verarbeiten und sicher zu speichern. Dort sitzt Hendra, zuständig für unsere Websites, neben dem Zivi Gian, der uns bei der Erstellung neuer Websites unterstützt, damit uns auch ausländische Touristen sofort finden und in unsere Ecolodges kommen. Mein Blick schweift zum «Orang Utan Coffee»-Lab, wo ich drei junge Männer entdecke, die über Plänen brüten. Mohammed, der kräftige Bataker-Ingenieur ist der Counterpart von Lukas. Der junge Schweizer Zimmermann und Architekt baute zuerst als Zivi unser neues Bambus-Restaurant und ist heute der Projektleiter des «Orangutan Haven». Der Dritte im Bunde ist der Zivi Andi, ein Tiefbauingenieur, der gerade zur rechten Zeit kam, um uns bei der Strassenplanung im «Orangutan Haven» zu unterstützen. Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung von Schweizer Zivildienstleistenden! Ohne sie blieben viele Aufgaben liegen oder könnten nicht auf professionelle Weise ausgeführt werden. Nicht nur in Indonesien unterstützen uns Zivis, sondern auch im Naturzentrum Thurauen, im Rübis&Stübis, in der Greifvogelstation und im PanEco-Büro in Berg am Irchel. Die Zivis sind ausgezeichnete Vertreter unseres wichtigen Anliegens, den interkulturellen Austausch zu fördern. Ob in der Greifvogelstation in Berg am Irchel oder in der Ecolodge am Rand des

Dschungels: die Zivis fördern die Zusammenarbeit und die Verständigung zwischen verschiedenen Kulturen. Ihr Einsatz bei PanEco prägt sie für’s Leben und macht sie zu Botschaftern für unsere Anliegen. Haben Sie unsere animierten Kurzfilme schon gesehen? Der Zivi Fred hat sie geschaffen, kleine Kunstwerke, ideal geeignet, die Anliegen von PanEco auf eine charmante Art in die Welt zu tragen. Der eine Film befasst sich mit dem OrangUtan-Schutzprogramm SOCP und zwar speziell mit dem «Regenwaldfresser» Palmöl. Seit diesem Jahr muss das Palmöl auch in der Schweiz in allen Lebensmitteln deklariert werden. Sie leisten einen grossen Beitrag an eine effiziente Umsetzung dieser Deklarationspflicht, wenn Sie regelmässig nachfragen, sollte das Palmöl in einem Produkt nicht sauber deklariert sein. Ich vertraue auf Ihre Unterstützung! Zurück nach Sumatra, Indonesien, wo 1973 alles begann, der Boden, auf dem unsere Stiftung PanEco steht, die dieses Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiern darf. 1978 bis anfangs der 90erJahre entstanden in Indonesien die Umwelt-NGO «Grünes Indonesien» und drei Umweltbildungszentren. Erst 1996 dann PanEco, denn ich merkte, dass ich auch hier in meiner Heimat, im Zürcher Weinland, etwas bewegen wollte. Dass dieselben Naturschutzanliegen, für die ich mich in Indonesien einsetze, auch in der Schweiz dringend Unterstützung brauchen, und vor allem, dass in unserer globalen Welt alle Probleme miteinander verknüpft sind. Diesem ganzheitlichen Ansatz, der zur Gründung PanEcos führte, bleiben wir weiterhin treu. Ob Tieflandregenwälder, Auenwälder, Orang-Utans, Biber oder Greifvögel: sie alle brauchen zum Überleben das Verständnis für ganzheitliche Zusammenhänge, den Einsatz einer Vielfalt von Menschen, die, jeder auf seine Art, sich an diesem grossen Werk der Naturerhaltung beteiligt und die Last der Verantwortung mitträgt. Ich erhebe eine Tasse mit duftendem «Orang Utan Coffee», trinke auf 20 Jahre PanEco und danke Ihnen für Ihre treue, langjährige Unterstützung! Zusammen mit Ihnen freue ich mich auf die nächsten 20 Jahre PanEco mit vielen NaturschutzErfolgen, die einen Beitrag an ein lebenswertes Dasein für uns alle leisten!

Regina Frey, Gründerin und Präsidentin PanEco


Stiftungszweck | 3

Stiftungszweck PanEco Der Zweck der Stiftung liegt in der Förderung des ökologischen und sozialen Gleichgewichts, namentlich im Aufbau, der Bewirtschaftung und der Finanzierung von Projekten, Institutionen und Bildungsangeboten zur Förderung von Naturschutz, Umweltschutz und ökologischer Landwirtschaft in der Schweiz und im Ausland, insbesondere in Indonesien. Die Stiftung PanEco setzt sich deshalb in der Schweiz und im Ausland dafür ein, dass... R ...die Natur in ihrer Vielfalt bewahrt wird. R ...die Menschen verantwortungsbewusst

und achtsam mit der Umwelt umgehen.

R ...das Wohl der Menschen vor Ort als

unerlässlicher Bestandteil eines nachhaltigen Natur- und Umweltschutzes gefördert wird.

R ...die Ursachen des Klimawandels

bekämpft werden.

Inhaltsverzeichnis Editorial: 20 Jahre PanEco .......................................................................................................... 2 Stiftungszweck................................................................................................................................................. 3 Engagement................................................................................................................................................ 4–5 2015 in Bildern......................................................................................................................................... 6–7 Projekte Indonesien SOCP – Auffang- und Pflegestation........................................................................ 8–9 SOCP – Auswilderungsstationen...................................................................... 10–11 SOCP – Forschungsstationen ................................................................................ 12–13 SOCP – Regenwaldschutz ............................................................................................ 14–15 Umweltbildungszentren & «Orangutan Haven»...................... 16–17 Projekte Schweiz Greifvogelstation Berg am Irchel ..................................................................... 18–19 Naturzentrum Thurauen .................................................................................................. 20–21 Restaurant Rübis&Stübis............................................................................................... 22–23 Rück- & Ausblick vom Geschäftsführer.................................................. 24–25 Impressum......................................................................................................................................................... 25 Finanzbericht ....................................................................................................................................... 26–27 Jahresrechnung 2015........................................................................................................... 28–31 Leistungsbericht ...................................................................................................................................... 32 Team PanEco ................................................................................................................................................ 33 Partner & Unterstützer ..................................................................................................... 34–35


4 | Engagement

Wo engagiert sich PanEco? Was treibt uns an?

127 km

Die Thur ist lang und wurde Ende des 19 Jahrhunderts fast komplett begradigt. Auf den letzten 5 km wird sie nun renaturiert.

63%

aller Greifvogelund Eulenarten sind auf der Roten Liste.

90%

der Auen und somit des Lebensraums vieler Tier- und Pflanzenarten sind zerstört.

In den letzten 15 Jahren wurde auf Sumatra jährlich durchschnittlich Regenwald zerstört – eine Fläche fast so gross wie der Kanton Bern.

6000

km2

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Weltweit gibt es nur noch

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14'600

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Sumatra-Orang-Utans. In den letzten 75 Jahren nahm der Bestand um über ab.

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 Unser kurzer Animationsfilm: PanEcos Engagement in drei Minuten erklärt! http://paneco.ch/film


Schweiz

Engagement | 5

Umweltbildung für Kinder und Erwachsene

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Besucherzentrum mit Ausstellung und Erlebnispfad in Flaach

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Pflege und Auswilderung geschwächter oder kranker Greifvögel und Eulen

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Umweltbildungszentren UBZ

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Thema: Marine Ökosysteme

Thema: BioLandwirtschaft Thema: Tropischer Regenwald

EcoFarm

Lokale PartnerOrganisation YEL

Indonesien

betreibt zusammen mit PanEco

betreibt

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Gemeinschaftsprogramm von PanEco, ihrer Partnerstiftung YEL und der indonesischen Forstbehörde

YLH S UBZ Seloliman Java

YEL UBZ Bohorok Sumatra

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initiiert und betreibt zusammen mit YEL

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Ganzheitliches Schutzprogramm für Sumatra-Orang-Utans und deren Lebensraum, dem Regenwald

YLH P UBZ Puntondo Sulawesi

Forschung: Orang-Utan-Verhalten und Biodiversität des Regenwalds

Evakuierung, Pflege und Auswilderung gefangen gehaltener Orang-Utan

Auffang- und Pflegestation Batu M‘Belin

Auswilderungsund Forschungsstation Jantho

Auswilderungsstation Jambi

Schutz und Erhalt des tropischen Regenwalds

Förderung Rechtsdurchsetzung

Forschungsstation Sikundur

Forschungsstation Suaq Balimbing

Forschungsstation Batang Toru

Kampagnenund Informationsarbeit

Lobbying und Advocacy


6 | 2015 in Bildern

2015 in Bildern Feb

Mrz

Jan 5. Januar Die vormals blinde und bekannte Orang-UtanDame Gober und ihre Tochter Ginting wurden im geschützten Wald von Jantho ausgewildert.

5. Februar An einem sonnigen Wintertag liessen wir gleich mehrere «Hungervögel» frei, die in der kalten Jahreszeit geschwächt in die Greifvogelstation gebracht wurden.

5.–13. Februar Unser Partner, der Zoo Zürich, besuchte das Sumatra-Orang-UtanSchutzprogramm und lernte die Auffang- und Pflege- sowie die Auswilderungsstation kennen.

1. Mai Im Unterholz des Erlebnispfads ist im letzten Frühling ein Biber eingezogen. Mit etwas Geduld konnte man den Nager sogar beobachten.

10. Mai Am Tag der Naturzentren öffnete auch das Naturzentrum Thurauen seine Türen. Besucherinnen und Besucher erfuhren mehr über die Flussauen und deren Bewohner.

24. Juni Aufgrund des heissen Sommers fielen viele Greifvogelküken aus den Nestern. Ganze 60 Turmfalken wuchsen in der Greifvogelstation auf.

15. September Ein Präzedenzfall zum Thema Regenwaldschutz: Die Palmöl-Firma Kallista Alam wurde für illegale Brandrodungen letztinstanzlich verurteilt.

19. September In Borneo und auf Sumatra wüteten unzählige Waldbrände, mehrheitlich ausgelöst durch Brandrodungen für neue Palmölplantagen.

17. Oktober Zwei Sumatra-Orang-UtanBabys wurden in Malaysia konfisziert und wieder zurück in ihre Heimat gebacht, wo sie nun in der Aufnahme- und Pflegestation aufwachsen.

R 2014

2. Juli Jedes Jahr können Kinder mit den Rangern die Thurauen entdecken. Auch 2015 waren zwei Junior-Ranger-Gruppen regelmässig unterwegs.

Nov

Okt

Sep 7. September Die Grenzen für den geplanten «Orangutan Haven» wurde festgelegt. Das Projekt geht damit in die nächste Phase.

Jul

Jun

Mai

31. April Über 20 Eulenküken – sogenannte Ästlinge – wuchsen diesen Frühling in der Greifvogelstation auf.

2. März Das NaturzentrumTeam startete mit drei neuen Praktikanten in die Saison: Delia Huber, Thomas Ellenbroek und Yasmina Bounâaja ergänzten das Team.

11. November Die grösste und älteste Eiche der Thurauen fiel um und bietet seither als Totholz Lebensraum für viele kleine Tiere und Planzen.


2015 in Bildern | 7

Apr 22. März Zum Saisonstart des Naturzentrums Thurauen wurde eine ausführliche Sonderausstellung zum Thema Ringelnatter, dem Tier des Jahres 2015, eröffnet.

15. April Der Schweizer Chirurg Andreas Messikommer operierte mit dem lokalen Team die OrangUtan-Dame Santi an der Hüfte. Santi wurde im September ausgewildert.

5. Juli «Team-Building» am Mittag: Das Team der PanEco-Geschäftsstelle lüftet ihre Köpfe jeweils beim Ping-Pong-Rundlauf durch, bevor es wieder an die Arbeit geht.

7. Juli Die Webseiten der Stiftung PanEco, des Naturzentrum Thurauen, des Rübis&Stübis sowie der Greifvogelstation gehen in neuem Design und überarbeiteten Inhalten online.

17. August Bei unseren Forschungsstationen im Regenwald gingen uns gleich mehrere seltene Tiere in die «Fotofalle»: SumatraTiger, -Elefant und auch Orang-Utans.

16. April Im Frühling zog ein Habichtskauz-Paar in die neue Eulenvolière ein. Sie sind Teil eines Wiederansiedlungsprojekts dieser sehr seltenen Eulenart.

23. April Auf den Kiesbänken der Thurauen brüteten die Flussregenpfeifer – eine Vogelart, die dank der Renaturierung wieder in die Thurauen zurück gekehrt ist.

26. August Mit Stolz präsentiert das PanEco-Team den neuen Animations-Film, der PanEcos Engagement in knapp drei Minuten zusammenfasst und vorstellt.

28.–30. August PanEco lud zum Regenwald-Festival ein: Ein Wochenende mit spannenden Vorträgen, Entdeckungen in der Natur und Gaumenfreuden.

Aug

12. März Wie jedes Jahr besuchten auch 2015 angehende Tierärzte die Greifvogelstation, um hier die Anatomie und Pflege von Greifvögeln und Eulen zu lernen.

Dez

R 2016

29. November Zum Klima-Gipfel in Paris versammelten sich weltweit unzählige Menschen zum Aktionstag. Auch wir zeigten, was wir lieben und nicht verlieren wollen.

30. November Bis Ende Jahr konnten 13 Greifvögel und Eulen von der Hand ihrer Paten freigelassen werden. Ein schönes Erlebnis für die Gottis und Göttis, wie auch für den Vogel!

14. Dezember Dank dem neu konzipierten Training fand auch der Orang-Utan-Junge Ganteng – Gobers in der Station geborener Sohn – seinen Weg in die Freiheit.

20. Dezember Das neue Bambus-Restaurant der Ecolodge Bukit Lawang wurde eröffnet – eine architektonische Meisterleistung mit nachhaltigem Baumaterial.


8 | Orang-Utan-Schutzprogramm SOCP

«

2015 haben unsere Partner besonders viele Jungtiere unter zwei Jahren konfisziert und zu uns gebracht. Fast alle von ihnen mussten miterleben, wie ihre Mütter getötet wurden. In der Auffang- und Pflegestation wachsen sie sicher auf und bereiten sich vor für ihr freies Leben im Regenwald.

»

Dr. Yenny Saraswati, Senior Veterinärin in der Auffang- und Pflegestation

Projektziele 2015 R Beschlagnahmung und Pflege aller

gemeldeten Sumatra-Orang-Utans. R Total-Renovation des «Baby House»

und Betrieb der 24h-Betreuung für die zunehmend jüngeren Patienten. R Abschluss des Neubaus der «Male Cages» für starke, männliche Orang-Utans. R Entwicklung eines speziellen Trainingsprogramms für den Orang-Utan «Ganteng», der bei der Auswilderung seiner Mutter und Schwester in der Station zurück blieb.

Projektbudget 2015 CHF 264'770.–

Ausblick 2016 soll das Trainingsprogramm für Jungtiere ausgebaut werden und neben dem Sozialisierungsgehege ein Aussengehege für die sogenannte «Dschungel-Schule» entstehen.

25

2015 wurden 25 Orang-Utans aus illegaler Gefangenschaft konfisziert oder aus Palmölplantagen evakuiert und in die Station gebracht.


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Orang-Utan-Schutzprogramm

Auffang- & Pflegestation Nach der Konfiszierung der Orang-Utans aus illegaler Gefangenschaft ist die Auffang- und Pflegestation des Orang-UtanSchutzprogramms die erste Station auf dem Weg in die Freiheit. Dort werden die Sumatra-Orang-Utans untersucht und bei Bedarf medizinisch behandelt. Sobald als möglich werden sie mit anderen Orang-Utans sozialisiert. Jungtiere geniessen in den ersten Jahren im speziell eingerichteten «Baby House» eine 24h-Betreuung. In der Dschungel-Schule lernen sie alles, was sie für ein Leben in Freiheit wissen müssen.

53

Insgesamt 53 Orang-Utans wurden 2015 in der Auffang- und Pflegestation gepflegt und auf ihre Auswilderung vorbereitet.

17

2015 wurden 17 Jungtiere konfisziert, die unter zwei Jahre alt sind. Sie wachsen im neuen «Baby House» der Station auf, bis sie mit ca. 6 Jahren ausgewildert werden.


10 | Orang-Utan-Schutzprogramm SOCP

«

Auswilderungen verlaufen so unterschiedlich, wie die Charakteren der Kandidaten verschieden sind: Einige Orang-Utans klettern sofort in die benachbarten Bäume, andere brauchen einige Tage, bis sie ihr Gehege verlassen. Doch irgendwann schwingen sich alle ehemals gefangenen Orang-Utans frei durch den Regenwald – das ist ein unbeschreibliches Gefühl für mich und meine Mitarbeiter!

»

Mukhlisin, Stationsleiter Auswilderungsstation Jantho

Projektziele 2015 R Erfolgreiche Auswilderung aller aus der

Aufnahme- und Pflegestation überführter Orang-Utans in der Station Jantho. R Erfolgreiche Auswilderung der «berühmten» Orang-Utan-Mutter «Gober» und ihren Zwillingen im Jantho-Naturreservat. R Bewilligung von der Behörde zur Wiederaufnahme der Auswilderungen in Jambi. R Vermehrte Sensibilisierungsarbeit zur Verhinderung von Konflikten zwischen Orang-Utans und der lokalen Bevölkerung.

Projektbudget 2015 CHF 164'846.–

Ausblick Es sind sogenannte «Satelliten-Camps» geplant, mit deren Hilfe auch ausgewilderte Orang-Utans überwacht und erforscht werden können, die sich weit von der Auswilderungsstation weg bewegen. Ausserdem werden 2016 wieder Orang-Utans in Jambi freigelassen werden können.

15

Im Jantho-Naturreservat wurden 2015 insgesamt 15 Orang-Utans freigelassen.


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Orang-Utan-Schutzprogramm

Auswilderungsstationen In den beiden Auswilderungsstationen im Bukit-Tigapuluh-Nationalpark in Jambi und im Jantho-Naturreservat werden OrangUtans sorgfältig auf ein Leben in ihrer natürlichen Umgebung vorbereitet. Sind sie bereit für ein Leben in Freiheit, werden sie schrittweise und unter ständiger Beobachtung freigelassen. Nach der erfolgreichen Wiederansiedlung im Naturreservat, werden die Tiere weiterhin überwacht sowie ihr Verhalten dokumentiert.

71

Seit der Eröffnung der Auswilderungsstation Jantho im Jahr 2011, konnte das dortige Team insgesamt 71 Tiere im Regenwald wiederansiedeln.

233

Seit der Gründung des Orang-UtanSchutzprogramms konnten insgesamt 233 Orang-Utans in geschütztem Regenwald ausgewildert werden.


12 | Orang-Utan-Schutzprogramm SOCP

«

Die Erforschung der frei lebenden Orang-Utans und insbesondere auch deren Lebensraum bildet die Grundlage für die erfolgreiche Wiederansiedlung von konfiszierten Orang-Utans.

»

Matthew Nowak, Leiter SOCP Forschung

Projektziele 2015 R Fortsetzung der Orang-Utan-Verhaltens-

forschung in den vier Stationen. R Fortsetzung der Datensammlung

zur Biodiversität und Phänologie des untersuchten Regenwalds. R Einrichten von Foto-Fallen zur Erfassung der terrestrischen Fauna. R Aufnahme und Begleitung der Forschung von nationalen und internationalen Studierenden in Suaq und Sikundur. R Fortsetzung und Auswertung der NestZählungen zur Bestandesaufnahme der Sumatra-Orang-Utans mit Hilfe von Drohnen.

Projektbudget 2015 CHF 146'894.–

Ausblick 2016 feiert die Auswilderungs- und Forschungsstation Jantho ihr fünfjähriges Bestehen. Die seit fünf Jahren gesammelten Monitoring-Daten werden 2016 ausgewertet und analysiert. In Suaq werden 2016 Zürcher Studierende ihre Forschung wieder aufnehmen, welche 2015 aus politischen Gründen pausieren musste.

239

In Sikundur wurden bei 239 Untersuchungen zu «Long-Calls» – die Rufe der Männchen – zwei bisher unbekannte Orang-Utans entdeckt.


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Orang-Utan-Schutzprogramm

Forschungsstationen Feldforschung bildet die Grundlage für erfolgreiche Wiederansiedlung von Orang-Utans und den Schutz ihres natürlichen Lebensraums. Unter dem Dach des Orang-Utan-Schutzprogramms von PanEco sammeln und analysieren Forschende seit über 15 Jahren wissenschaftliche Daten zum Verhalten der OrangUtans und zu ihrem Lebensraum. Jede der Forschungsstationen liegt in einem der vier für Sumatra-Orang-Utans typischen Habitaten. Dank den Erkenntnissen aus dieser Forschungstätigkeit können die Schutzprogramme gezielt ausgerichtet werden.

4

4 Studierende aus zwei britischen und einer amerikanischen Universität haben 2015 unser Forschungsteam in Sikundur unterstützt.

15

Eine Biodiversitätsstudie zeigt: Im untersuchten bedrohten Regenwald bei Batang Toru leben u.a. 15 Säugetiere, die auf der roten Liste stehen.


14 | Orang-Utan-Schutzprogramm SOCP

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Die Brände im Spätsommer 2015 zeigen, dass noch viel zu tun ist, wenn es um Regenwaldschutz geht. Doch mein Team und ich geben unser Bestes, mitzuhelfen, die Heimat der Orang-Utans und anderer gefährdeter Arten zu erhalten.

»

Graham Usher, Leiter SOCP Habitat Schutz

Projektziele 2015 R Lobbyarbeit und Bereitstellung von Beweis-

material (u.a. mit Hilfe von Drohnen) zur Mithilfe bei der Überführung illegal tätiger Palmölkonzerne. R Verstärkte nationale und internationale Informationsarbeit über das gefährliche neue Raumplanungsgesetzes der Provinz Aceh. R Stoppen der Trockenlegung der ehemaligen Kallista Alam-Konzession in Tripa durch Blockierung der Drainage-Kanäle. Einbindung der lokalen Gemeinden in die Renaturierung der Torfsumpfwälder.

Projektbudget 2015 CHF 36'256.–

Ausblick Die Lobby- und Sensibilisierungsarbeit betreffend der Palmölproblematik wird auch im nächsten Jahr auf lokaler Ebene, wie auch im internationalen Kontext fortgesetzt und ausgebaut. Zudem wird stark am dauerhaften Schutz des Lebensraums «Leuser Ökosystem» und somit dessen einzigartiger Artenvielfalt sowie den für die Lokalbevölkerung lebenswichtigen Ökosystemdienstleistungen gearbeitet.

26 Mio.

Der Konzern Kallista Alam wurde 2015 letztinstanzlich wegen illegaler Brandrodung zu einer Busse von 26 Mio. US-Dollar verurteilt.


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Orang-Utan-Schutzprogramm

Regenwaldschutz Um die gefährdete Art des Sumatra-Orang-Utans langfristig schützen zu können, verfolgt das SOCP einen integrierten Ansatz. Mit Kampagnen- und Lobbyarbeit, Umweltbildungsprogrammen, Einsitz in Behördengremien und Medienarbeit werden Bevölkerung und Behörden für das Thema Regenwald- und Artenschutz sensibilisiert. Zusätzlich werden lokale Organisationen u.a. mit umfangreichen Daten unterstützt, um rechtliche Schritte gegen illegale Tätigkeiten einzuleiten. So sollen weitere Holz- und Palmölkonzessionen verhindert oder aufgehoben, die Schutzgebiete ausgeweitet und der Schutz in bereits bestehenden Reservaten verbessert werden. Für diese Arbeit kann das Projektteam auf das über viele Jahre aufgebaute Netzwerk von PanEco zurückgreifen, um so zusammen mit anderen Organisationen mehr Druck erzeugen zu können.

105'000

Nach jahrelanger Forschungs- und Kampagnenarbeit wurden in Batang Toru 105'000 Hektaren Primärregenwald zum «Schutzwald» erklärt.

18

2015 wurden auf Tripa 18 DrainageKanäle im ehemaligen Kallista-AlamKonzessionsgebiet blockiert und somit die Trockenlegung gestoppt.


16 | Umweltbildung Indonesien

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In unserem neuen Restaurant «Kapal Bambu» verbinden sich Natur, Nachhaltigkeit und Kulinarik. Es ist eines der grössten Bambusgebäude Südostasiens und transportiert unsere Botschaft zur Förderung von Öko-Tourismus und Bambus als nachhaltiges Baumaterial weit in die Welt hinaus! Bobi Chandra, Leiter der Ecolodge Bukit Lawang

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Projektziele 2015 R «Orangutan Haven»: Landregistrierung des

48 Hektaren grossen Gebietes, Bio-Zertifizierung und Kultivierung von Gemüse und Früchten, Sicherung der Grenzen. R UBZ Bohorok, Ecolodge Bukit Lawang: Bau und Eröffnung des neuen BambusRestaurants «Kapal Bambu». R UBZ Bohorok, Ecofarming Centre: Ausbau Infrastruktur mit Bambusaula für Schulungen, «Farmhouse» zur Produkteverarbeitung und Biogas-Anlage. R UBZ Puntondo, Abfallbewirtschaftung: Kauf einer Maschine zur Blockpressung der Petflaschen zwecks späteren Verkaufs. R UBZ Seloliman: Renovation der Bungalows, Toiletten und Küche, Gastro-Personalschulungen.

Projektbudget 2015 CHF 93'500.–

Ausblick 2016 wird für die drei UBZs sowie die drei Ecolodges je ein gemeinsames Web-Portal und neue attraktive Websites erstellt mit dem Ziel, Synergien zu nutzen, die Angebote breit zu kommunizieren und damit neue Zielgruppen anzusprechen. «Orangutan Haven»: Aufbau Projektteam mit Projekt- und Bauleiter, Erstellung eines Masterplans, Bambus-Werkstatt, Bambusbrücke und Werkstrasse.

450

In der offenen Bambus-Lounge im zweiten Stock des neuen Restaurants des UBZ Bohorok kann auf 450m2 den Klängen des Regenwalds gelauscht werden.


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Umweltbildung Indonesien

Umweltbildungszentren und «Orangutan Haven» PanEco unterstützt drei Umweltbildungszentren (UBZ) auf Sumatra, Java und Sulawesi, die von PanEco mitgegründet und nun von unabhängigen lokalen Partnerorganisationen betrieben werden. Lokale Schulklassen sowie einheimische und ausländische Touristen lernen hier die bedrohte Vielfalt des Lebensraums Regenwald, das fragile marine Ökosystem und die biologische Landwirtschaft kennen. Nebst günstigen Unterkünften für Gruppen, verfügt jedes UBZ über eine Ecolodge für Touristen, die als Profitzentren mit ihren Einnahmen die Umweltbildungsangebote querfinanzieren. Nach langer Planungsphase fiel 2015 der Startschuss für den Bau des «Orangutan Haven»! Das einzigartige Projekt liegt an der Touristenroute Medan-Tobasee und hat zum Ziel, auf 48 Hektaren den lokalen und ausländischen Besuchern das bedrohte Ökosystem tropischer Regenwald und die Vielfalt tropischer Nutzpflanzen näherzubringen sowie invaliden Orang-Utans, die nicht mehr freigelassen werden können, ein lebenswertes Dasein zu bieten. Nicht zuletzt wird der «Orangutan Haven» als Profitzentrum dem SOCP die nötige wirtschaftlich nachhaltige Basis verschaffen.

20'000

In 20'000 Arbeitsstunden bewirtschafteten lokale Bäuerinnen 6 ha Land im «Orangutan Haven» und produzierten 20% des Futters für die Auffang- und Pflegestation.

17'524

Insgesamt 17'524 Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen haben 2015 die Umweltbildungszentren auf Sumatra, Java und Sulawesi besucht.


18 | Greifvogelstation Berg am Irchel

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Die Greifvogelstatin Berg am Irchel hat sich in den letzten Jahren zu einer schweizweit einzigartigen und modernen Anlage zur Greifvogelpflege entwickelt. Hier bekommen diese geschützten Tiere die Pflege, die sie verdienen.

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Andreas Lischke, Leiter Greifvogelstation Berg am Irchel

Projektziele 2015 R Alle verletzt oder geschwächt eingelieferten

Greifvögel und Eulen gesund pflegen und wieder freilassen. R Verschiedene Zielgruppen für die Probleme der Greifvögel und ein umweltgerechtes Verhalten im Alltag sensibilisieren. R Stetige Optimierung der Pflegequalität und somit Erhöhung des Pflegeerfolgs. R Einzug des Habichtskauz-Paars für das Wiederansiedlungsprogramm in Österreich. R Einführung von Einzelvogel- und Pflegebox-Patenschaften

Projektbudget 2015 CHF 214'715.–

Ausblick 2016 feiert die Greifvogelstation ihr 60-jähriges Jubiläum – diese stolze Zahl wird gebührend gefeiert. Der Trend der zunehmenden Patientenzahlen wird auch 2016 fortgesetzt werden. Die Station ist für 350 Patienten im Jahr gerüstet und hat daher noch Kapazität.

181

2015 liess die Greifvogelstation nach erfolgreicher Pflege 181 Greifvögel und Eulen frei.


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Greifvogelstation Berg am Irchel

Wo Vögel wieder fliegen lernen Der Lebensraum von Greifvögeln und Eulen wird durch verschiedene Einflüsse immer mehr eingeschränkt. Die Greifvogelstation Berg am Irchel setzt sich in vielfältiger Weise für das Wohl und Weiterbestehen dieser Vögel ein. Sie nimmt verletzte oder geschwächte Greifvögel und Eulen auf und lässt sie frei, sobald sie wieder gesund sind. Zudem sensibilisiert sie Gross und Klein für die Bedürfnisse dieser Tiere.

225

225 Patienten wurden 2015 in der Greifvogelstation aufgenommen und gepflegt.

1900

Auf über 70 Führungen begrüsste die Greifvogelstation fast 1900 Besucherinnen und Besucher.


20 | Naturzentrum Thurauen

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2015 war die Ringelnatter Tier des Jahres. Unsere Besucherinnen und Besucher lernten diese heimische Schlange auf speziellen Führungen und in der Sonderausstellung kennen. Es ist uns gelungen, viele Besuchende für das scheue Reptil und die lebendige Flusslandschaft zu begeistern.

»

Petra Zajec, Leiterin Naturzentrum Thurauen

Projektziele 2015 R Unmittelbare Naturerlebnisse ermöglichen

und dadurch Wertschätzung für die Natur mit ihrer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt schaffen. R Information der Bevölkerung über die Renaturierung der Thur und Aufklärung über die Schutzverordnung. R Aufsicht und Information im Schutzgebiet, Besucherlenkung und Unterhalt der Infrastruktur durch den Rangerdienst. R Kinder und Erwachsene für eine nachhaltige, ökologische Lebensweise sensibilisieren und Handlungsmöglichkeiten im eigenen Alltag aufzeigen. R Bekanntheit regional und überregional steigern. R Nachhaltige Finanzierung sicherstellen.

Projektbudget 2015 CHF 711'591.–

Ausblick Aufgrund der grossen Resonanz wird die Ausstellung zur Ringelnatter in erweiterter Form um ein Jahr verlängert. Für das Jahr 2017 wird eine neue Sonderausstellung zum Thema «Regenwald – Auenwald» erarbeitet.

9132

2015 durfte das Team des Naturzentrums Thurauen 9132 Besucherinnen und Besucher begrüssen.


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Naturzentrum Thurauen

Mehr Natur für alle Das Naturzentrum Thurauen ist das Tor zum grössten Auenschutzgebiet des Schweizer Mittellandes. Für Besucherinnen und Besucher der Thurauen ist das Zentrum die Anlaufstelle für jegliche Informationen über das Schutzgebiet, die Renaturierung und Ausflugsmöglichkeiten. In der interaktiven Ausstellung und auf dem Erlebnispfad können Jung und Alt in die Lebensräume einer lebendigen Flussaue eintauchen und einige charakteristische Tiere und Pflanzen kennenlernen. Zudem bietet das vom Kanton Zürich unterstützte Naturzentrum ein vielfältiges Angebot an öffentlichen Veranstaltungen, Führungen und Workshops für Schulklassen, Organisationen und Familien an.

269

2015 wurden Gruppen aller Art auf 269 Führungen und Anlässen für die Natur der Thurauen begeistert.

20

20 Junior Ranger haben 2015 auf ihren Entdeckertouren die Thurauen mit ihren Besonderheiten kennengelernt.


22 | Restaurant Rübis&Stübis

«

Das Restaurant Rübis&Stübis durfte auch 2015 viele hungrige Gäste bedienen. Dank dem schönen, heissen Wetter war unsere Terrasse in den Sommermonaten oft voll besetzt mit Wanderern, NaturzentrumBesuchenden, Velo-Fahrern sowie Badi- und Camping-Gästen.

»

Charles Anthony, Küchenchef Restaurant Rübis&Stübis

Jahresziele 2015 R Unsere vielfältige Kundschaft in gastfreund-

licher Atmosphäre verwöhnen und mit saisonalen Gerichten begeistern. R Wo immer möglich biologische Lebensmittel von Produzenten aus der Region verarbeiten. R Mindestens sechs Themenbuffets durchführen. R Die Anzahl Bankett-Buchungen in der Nebensaison erhöhen.

Ausblick Die bei unseren Kunden sehr beliebten Themenbuffets werden auch im Jahr 2016 durchgeführt. Mit vermehrter Aquise von Gruppenbuchungen soll das Restaurant auch in der Nebensaison ausgelastet werden.

234

2015 durfte das Rübis&Stübis 234 Bankette – davon eine Hochzeit – durchführen.


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Restaurant Rübis&Stübis

Frisch, regional, saisonal Das Rübis&Stübis empfängt eine bunte Gästeschar: Besucherinnen und Besucher des Naturzentrums Thurauen stärken sich nach einer Entdeckungstour auf dem Erlebnispfad. Badi-Gäste holen sich im Restaurants ihr Glacé vom Produzenten gleich auf der anderen Flussseite. Und Camping-Gäste gönnen sich ein edles Abendessen. Ausserdem hat sich das Rübis&Stübis als familienfreundliches Ausflugsrestaurant etabliert und verwöhnt seine Gäste mit Gerichten aus mehrheitlich regionalen und saisonalen Zutaten. Das Restaurant wird von PanEco als eigenständiges kommerzielles Projekt betrieben und finanziell unabhängig von den restlichen Non-Profit-Projekten geführt.

150

In der kurzen Spargel-Saison hat das Rübis&Stübis 150 kg Flaacher Spargeln verarbeitet.

177

Das indonesische Buffet lockte anlässlich des PanEco-Festivals 177 Personen in das Restaurant.


24 | Rück- & Ausblick

Rück- & Ausblick Interview mit Geschäftsführer Beat Schumacher Für den Geschäftsführer der Stiftung PanEco, Beat Schumacher, war 2015 ein spannendes und erfolgreiches Jahr. Was das PanEco-Team 2015 besonders beschäftigt hat, was PanEco erreicht hat und was er sich für das neue Jahr vorgenommen hat, verrät er im Interview. Beat Schumacher, was bleibt Ihnen von 2015 in bester Erinnerung? Da gibt es natürlich Vieles! Wir hatten verschiedenste Anlässe und unzählige Aktivitäten in den Projekten – und das meiste davon bleibt mir in sehr positiver Erinnerung. Lassen Sie mich ein paar wenige herauspicken: In der Auffang- und Pflegestation ging es zum Beispiel mit den Renovationsarbeiten in grossen Schritten voran: So konnten im vergangenen Jahr 17 neu konfiszierte, junge Orang-Utans in das neue «Baby House» einziehen und geniessen dort eine professionelle Pflege. In Jantho hat das Team wiederum 15 Orang-Utans erfolgreich ausgewildert. Auch in der Schweiz, in der Greifvogelstation, konnten wir dank dem Abschluss der Renovationsarbeiten unserer modernen Infrastruktur den Pflegeerfolg ein weiteres Jahr mit 82% sehr hoch halten. Was das Naturzentrum Thurauen betrifft haben wir in guten, konstruktiven Gesprächen mit dem Kanton Zürich die Leistungsvereinbarung erneuert und überarbeitet. Diese sichert uns unter anderem für die nächsten fünf Jahre einen jährlichen substantiellen finanziellen Beitrag zur Führung des Naturzentrums. Zusammenfassend gesagt konnten wir den Weg der Fokussierung und Konsolidierung, den wir 2013 eingeschlagen haben, auch 2015 konsequent weiter gehen. Dieser Weg und das letzte Jahr zeichnen sich für mich durch Stabilität und Kontinuität aus – insbesondere auch im Team. Diese Stabilität zeigte sich aber auch im Zusammenhang mit unserem Netzwerk, mit unseren Partnern. Ich möchte die Gelegenheit dazu nutzen, einem besonderen Partner von uns – dem Zoo Zürich – zu danken. Die Zusammenarbeit mit dem Zoo war, gerade im letzten Jahr, besonders eng und bereichernd für uns.

Was waren die Herausforderungen des vergangenen Jahres und wie hat PanEco diese gemeistert? Vor einer grossen Heraus-forderung stehen wir – wie jede andere Stiftung oder Firma auch – bezüglich dem Umgang mit knappen Ressourcen. Für all das, was wir machen wollten, haben wir zu wenig Ressourcen: sowohl personell, wie finanziell aber auch zeitlich. Dadurch waren wir auch 2015 gefordert, klare Prioritäten zu setzen, zu fokussieren und unsere Aktivitäten mittelfristig zu planen und anzugehen. Hinzu kommt, dass wir eine international tätige NGO sind. Wir führen unter anderem auf Sumatra das Orang-Utan-Schutzprogramm mit mehreren Teilprojekten und rund 80 Mitarbeitenden. Dies birgt natürlich Herausforderungen: von Schnittstellen und der Kommunikation über die Abstimmung bezüglich Kultur und Sprache bis hin zu Fragen zu unserer Präsenz vor Ort. Darum haben wir im letzten Jahr Wert darauf gelegt, dass gegenseitig ein reger Austausch stattfand und dieser auch stetig optimiert wird. Das ist eine Herausforderung, macht aber auch viel Spass! Eine weitere Herausforderung liegt bei der Kommunikation. Wir möchten unsere Positionierung und Bekanntheit gegen aussen weiter ausbauen. Es ist uns bewusst, dass da noch Potential vorhanden ist. Darum haben wir intensiv an diesem Bereich gearbeitet und beispielsweise neue Webseiten aufgebaut, einen monatlichen Newsletter lanciert und zusammen mit einem Zivildienstleistenden einen genialen Infographic-Kurzfilm über PanEco erstellt.

Was verstehen Sie – als Geschäftsführer einer global agierenden Naturschutzstiftung – unter Nachhaltigkeit? Ganz generell verstehe ich Nachhaltigkeit als ein Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung, wobei Stabilität und Konsistenz klar im Vordergrund stehen. Wenn wir darüber hinaus noch weiter gehen, hat Nachhaltigkeit für mich verschiedene Dimensionen: Einerseits gibt es die ökologische Nachhaltigkeit, bei der es wirklich darum geht, für unsere Welt Sorge zu tragen und für den Arten- und Naturschutz einen Beitrag zu leisten. Das Stichwort ist Langfristigkeit – Es ist unser Ziel, dass die Natur langfristig Bestand hat. Zweitens ist da die Umweltbildung: Nachhaltig handeln bedeutet auch, dass die Gesellschaft für Themen der Nachhaltigkeit sensibilisiert wird. Dass PanEco Wissen vermitteln kann und wir damit die breite Öffentlichkeit «mit ins Boot holen». Die dritte Dimension


Rück- & Ausblick | 25

ist für mich aber auch eine ökonomische. Wir müssen als Stiftung auch ökonomisch nachhaltig agieren, das heisst wirtschaftlich langfristig stabil stehen. Auch bei uns müssen sich Einnahmen und Ausgaben die Waage halten – Wir können nicht mehr ausgeben, als wir einnehmen. Die Rechnung ist schlussendlich ganz einfach: Wir wollen uns für die ökologische Nachhaltigkeit und die Umweltbildung einsetzen und dafür hart arbeiten. Für diese Aufgabe muss PanEco aber auch in Zukunft solide aufgestellt sein. Das erreichen wir nur, wenn wir auch die ökonomische Nachhaltigkeit leben.

Was steht bei PanEco im Jahr 2016 an? Welche Aktivitäten sind längerfristig geplant? Wir werden 2016 weiterhin daran arbeiten, die Qualität unserer Projekte auf einem so hohen Niveau zu halten, wie sie momentan ist. Dazu müssen wir uns weiter dafür einsetzen, die Einnahmenseite im Sinne der oben genannten ökonomischen Nachhaltigkeit breiter abzustützen. Mit zahlreichen kommunikativen Aktivitäten wollen wir uns darüber hinaus auch weiterhin im Namen

unserer Überzeugungen zu Natur- und Artenschutz positionieren und PanEco bekannter machen. Neben all der Arbeit wird es aber auch einige Gelegenheiten zum Feiern geben: PanEco feiert 2016 ihr 20-jähriges Bestehen, die Greifvogelstation sogar ihr sensationelles 60-Jahre-Jubiläum. Auch nächstes Jahr haben wir also viele Aktivitäten, Anlässe und Neuerungen geplant – wir freuen uns auf das kommende Jahr und es wird uns sicher nicht langweilig werden!

Impressum © Stiftung PanEco, Mai 2016 Redaktion, Text und Gestaltung: Irena Wettstein, Sarah Kohler Finanzbericht: Marcel Etterlin Editorial: Regina Frey Bilder: PanEco, Nick Lobeck, Craig Jones, Johanna Henning, Carsten Storm, Carlos Quilles, Fred Andres Druck: In der Schweiz Papier: 100% Recycling Sprachen: Deutsch und Englisch


26 | Finanzbericht

Finanzbericht Kommentar zur Jahresrechnung 2015 PanEco ist eine mehrheitlich spendenfinanzierte Stiftung und verwendet ihre Mittel für Natur- und Artenschutz sowie Umweltbildung in der Schweiz und in Indonesien.

Ertrag Mit Einnahmen von über CHF 4,5 Millionen konnte PanEco die Erträge gegenüber dem Vorjahr leicht erhöhen. Dies verdanken wir unserem Kreis von sehr treuen und grosszügigen Spenderinnen und Spendern, deren Anzahl 2015 weiter angewachsen ist. Daneben sorgt auch das Netzwerk von Förderstiftungen, privaten Gönnern und dem Kanton für eine solide Finanzierungsbasis. Erfreulich für das Finanzjahr 2015 war, dass der Kanton Zürich erstmalig das Naturzentrum Thurauen auch finanziell unterstützt hat.

Herkunft der Mittel Über die Hälfte unserer Erträge kommt von privaten Spenderinnen und Spendern. Ein weiterer grosser Teil wird durch Projekterträge erwirtschaftet. Ein Beispiel dafür sind Einnahmen aus Führungen und Workshops im Naturzentrum und in der Greifvogelstation. Ein weiterer Teil wird von Förderstiftungen getragen. Das Naturzentrum Thurauen wird darüber hinaus auch vom Kanton Zürich finanziell unterstützt.

Verwendung der Mittel für unsere drei Hauptprojekte Der grösste Betrag fliesst in das ganzheitlich ausgestaltete Orang-Utan-Schutzprogramm nach Indonesien. Nicht nur werden dort neue Populationen dieser bedrohten Tiere aufgebaut, sondern auch deren Regenwald-Habitat geschützt und viel Forschungsarbeit geleistet. Etwas geringer sind die Kosten für das Naturzentrum Thurauen in Flaach und die Greifvogelstation in Berg am Irchel. Lediglich 10% unserer Mittel wird in die Administration, Mittelbeschaffung und Kommunikation investiert.

Ergebnis PanEco schliesst das Jahr wie in den Vorjahren mit einem ausgeglichenen Resultat ab.

Projektausgaben PanEco verwendet ihre Mittel grundsätzlich für die folgenden drei Hauptprojekte: – Orang-Utan-Schutzprogramm in Sumatra, Indonesien; – Greifvogelstation in Berg am Irchel, Schweiz; – Naturzentrum Thurauen in Flaach, Schweiz. Die Verwendung zweckgebundener Spenden fiel im vergangenen Finanzjahr geringer aus als im Vorjahr, wobei zu beachten ist, dass diese Beiträge oft mit einer überjährigen Projektlaufzeit verbunden sind.

Fundraising, Kommunikation und Administration Die Kosten konnten gegenüber dem Vorjahr stabil gehalten werden. PanEco ist bestrebt, die Organisationsstrukturen effizient zu gestalten, sodass der grösstmögliche Anteil von jedem Spendenfranken für Projekte verwendet werden kann. Bei der Mittelbeschaffung orientieren wir uns an den ethischen Richtlinien von Swissfundraising.

ZEWO-Gütesiegel Als gemeinnützige Stiftung mit Sitz in der Schweiz untersteht PanEco der Stiftungsaufsicht des Schweizerischen Departements des Inneren. Die Buchhaltung wird von einer unabhängigen Revisionsgesellschaft geprüft. Das ZEWO-Gütesiegel belegt zudem, dass PanEco ihre Spenden zweckbestimmt und wirksam einsetzt.

Rechnungslegung Die Rechnungslegung wurde nach Swiss GAAP FER 21 durchgeführt. Der hier dargestellte Finanzüberblick stellt einen Zusammenzug der revidierten Jahresrechnung 2015 dar. Die detaillierte Jahresrechnung kann bei uns bestellt werden.


Finanzbericht | 27

Projekterträge

Private Spenden

Herkunft der Mittel

25%

56% 7%

Kantonsbeiträge

12%

Förderstiftungen

Administration, Mittelbeschaffung, Kommunikation

Orang-Utan-Schutzprogramm

43%

10% Greifvogelstation Berg am Irchel

Verwendung der Mittel für unsere drei Hauptprojekte

18%

29% Naturzentrum Thurauen

Mittel aus öffentlicher Hand Kanton Zürich

Herkunft der Mittel: Privat und Öffentlich

7%

93%

Mittel aus privater Hand Private Spenden, Förderstiftungen und Erträge


28 | Jahresrechnung

Bilanz PanEco

31.12.2015

31.12.2014 Veränderung

CHF CHF

AKTIVEN Umlaufvermögen Flüssige Mittel

1 088 822.51

573 595.81

90 %

Forderungen

13 576.70

24 460.30

–44 %

Übrige Forderungen

69 030.00

127 239.00

–46 %

Vorräte

18 166.51

17 436.76

4%

Aktive Rechnungsabgrenzung

72 768.55

93 050.00

–22 %

Total Umlaufvermögen

1 262 364.27

835 781.87

51 %

Anlagevermögen

4 044 156.67

4 787 217.49

–16 %

Total Aktiven

5 306 520.49

5 622 999.36

–6 %

Verbindlichkeiten

113 105.51

99 569.35

14 %

Passive Rechnungsabgrenzung

258 923.65

263 472.75

–2 %

Total kurzfristiges Fremdkapital

372 029.16

363 042.10

2%

549 000.00

2 410 000.00

–77 %

Darlehen von nahestehenden Personen

3 656 000.00

2 610 000.00

40 %

Total langfristiges Fremdkapital

4 205 000.00

5 020 000.00

–16 %

691 150.81

201 616.29

243 %

Einbezahltes Kapital

10 000.00

10 000.00

0%

Erarbeitetes freies Kapital

28 340.97

28 340.97

0%

Total Organisationskapital

38 340.97

38 340.97

0%

5 306 520.94

5 622 999.36

–6 %

PASSIVEN Kurzfristiges Fremdkapital

Langfristiges Fremdkapital Darlehen

Zweckgebundene Fonds Organisationskapital

Total Passiven


Jahresrechnung | 29

Betriebsrechnung PanEco

31.12.2015

31.12.2014 Veränderung

CHF CHF

ERTRAG Ertrag aus Geldsammeltätigkeiten

3 104 454.15

3 346 167.57

–7 %

Ertrag aus erbrachten Leistungen

1 480 410.60

1 086 493.30

36 %

Total Ertrag

4 584 864.75

4 432 660.87

3%

AUFWAND Projektaufwand Umweltbildung Schweiz

–2 027 949.02

–2 056 304.87

–1 %

Umweltbildung Indonesien

–104 281.88

–165 985.67

–37 %

Umwelt- und Naturschutz Schweiz

–452 781.89

–415 149.12

9%

–1 031 647.28

–1 239 025.90

–17 %

Umwelt- und Naturschutz Indonesien Partner- und weitere Projekte Total direkter Projektaufwand

–45 474.71

–72 717.75

–37 %

–3 662 134.78

–3 949 183.31

–7 %

–187 304.54

–176 454.97

6%

Zentrale Dienstleistungen Kommunikation und Fundraising Administration

–210 023.67

–261 075.08

–20 %

Total zentrale Dienstleistungen

–397 328.21

–437 530.05

–9 %

–4 059 462.99

–4 386 713.36

–7 %

525 401.76

45 947.51

1043 %

262.92

232.61

13 %

Total Aufwand für Leistungserbringung Betriebsergebnis Finanzertrag Finanzaufwand inkl. Kursdifferenzen

–43 783.96

–17 592.11

149 %

Finanzergebnis

–43 521.04

–17 359.50

151 %

7 653.80

–94 823.49

–108 %

489 534.52

–66 235.48

–839 %

Zuweisungen

–2 191 238.12

–2 021 771.36

8%

Verwendung

1 701 703.60

2 088 006.84

–19 %

Ergebnis zweckgebundene Fonds

–489 534.52

66‘235.48

–839 %

Zuweisungen

0.00

0.00

0%

Verwendung

0.00

0.00

0%

Ergebnis Organisationskapital

0.00

0.00

0%

Ergebnis nach Fonds- und Kapitalbewegungen

0.00

0.00

0%

Ausserordentlicher Aufwand/Ertrag Ergebnis vor Fonds- und Kapitalbewegungen


30 | Jahresrechnung

Geldflussrechnung PanEco Ergebnis vor Fonds- und Kapitalbewegungen

31.12.2015

31.12.2014 Veränderung

CHF CHF 489 534.52

–66 235.48

425 060.82

457 505.13

(Zunahme) Abnahme Forderungen

10 883.60

–473.10

(Zunahme) Abnahme Übrige Forderungen

58 209.00

–111 280.28

–729.75

10 497.68

Berichtigungen Abschreibungen Anlagevermögen Veränderung des betrieblichen Umlaufvermögens

(Zunahme) Abnahme Warenvorräte (Zunahme) Abnahme Aktive Rechnungsabgrenzung

20 281.45

–77 627.05

Zunahme (Abnahme) Verbindlichkeiten

13 536.16

–40 896.25

Zunahme (Abnahme) Passive Rechnungsabgrenzung

–4 549.10

142 852.79

1 012 226.70

314 343.44

(Investitionen) Desinvestitionen in Sachanlagen

318 000.00

–223 365.86

Geldfluss aus Investitionstätigkeit

318 000.00

–223 365.86

–1 861 000.00

–25 000.00

1 046 000.00

–120 000.00

–815 000.00

–145 000.00

462 %

515 226.70

–54 022.42

–1054 %

Flüssige Mittel per 1. Januar

573 595.81

627 618.23

Zunahme (Abnahme) flüssige Mittel

515 226.70

–54 022.42

Flüssige Mittel per 31. Dezember

1 088 822.51

573 595.81

Geldfluss aus Betriebstätigkeit

222 %

–242 %

Zunahme (Abnahme) Darlehen gegenüber Dritten gegenüber nahestehenden Personen Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit Geldfluss Gesamtorganisation Zunahme an Zahlungsmitteln

90 %


Jahresrechnung | 31

Rechnung über die Veränderung des Kapitals

Anfangsbestand

Zuweisung

Verwendung

1.1.2015

Endbestand 31.12.2015

ZWECKGEBUNDENE FONDS Umweltbildung Schweiz

54 367.68

654 595.39

–655 753.63

53 209.44

0.00

452 547.10

–452 547.10

0.00

126 899.46

1 084 095.63

–593 402.87

617 592.22

20 349.15

0.00

0.00

20 349.15

201 616.29

2 191 238.12

–1 701 703.60

691 150.81

Einbezahltes Stiftungskapital

10 000.00

0.00

0.00

10 000.00

Erarbeitetes freies Kapital

28 340.97

0.00

0.00

28 340.97

Total Organisationskapital

38 340.97

0.00

0.00

38 340.97

Umwelt-/Naturschutz Schweiz Umwelt-/Naturschutz Indonesien Übrige Projekte Totel zweckgebundene Fonds ORGANISATIONSKAPITAL

Revisionsbericht Die Jahresrechnung 2015 wurde am 2. März 2016 von der Consultive Revision AG geprüft. Sie entspricht Gesetz und Statuten. Der Revisionsbericht und die komplette Jahresrechnung kann bei unserer Geschäftsstelle bestellt oder auf unserer Webseite heruntergeladen werden. Auszug aus dem Bericht der Revisionsstelle: «(...) Bei unserer Revision sind wir nicht auf Sachverhalte gestossen, aus denen wir schliessen müssten, dass die Jahresrechnung kein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in Übereinstimmung mit Swiss GAAP FER 21 vermittelt und nicht Gesetz und Statuten entspricht. Ferner bestätigen wir, dass die gemäss Ausführungsbestimmungen zu Art. 12 des Reglements über das ZEWO-Gütesiegel zu prüfenden Bestimmungen der Stiftung ZEWO eingehalten sind.» Winterthur, 2. März 2016, Consultive Revisions AG


32 | Leistungsbericht

Leistungsbericht Organisation & Team Die Biologin Regina Frey hat, nach jahrzehntelangem, persönlichem Engagement für den Regenwald und die OrangUtans auf Sumatra, 1996 im Zürcher Weinland die Stiftung PanEco gegründet. Das Spektrum der Aktivitäten von PanEco hat sich seither stetig erweitert. Das Ziel ist bis heute dasselbe geblieben: Der Schutz für bedrohte Tiere und Lebensräume sowie die Förderung von Umweltbildung in der Schweiz und in Indonesien. Um dies zu erreichen, betreibt PanEco eigene Programme, arbeitet bei Gemeinschaftsprogrammen mit lokalen Partnern zusammen und unterstützt zielverwandte Organisationen fachlich und finanziell. Stiftungsrat Das oberste Organ von PanEco ist der Stiftungsrat. Er trägt auf strategischer Ebene die Gesamtverantwortung und besteht aus folgenden acht Mitgliedern: Dr. Barbara Dubach, Regina Frey, Samuel Frey, Dr. Uma Grob, Margret Hoz (nicht auf dem Bild), Karin Koch, Claudia Lutz und Dr. Adriano Viganò. Vorsitzende ist die Stiftungspräsidentin und Gründerin Regina Frey. Der Stiftungsrat hat 2015 fünfmal getagt und arbeitet ehrenamtlich.

Mitarbeitende Die Stiftung PanEco beschäftigte im Berichtsjahr 25 festangestellte Mitarbeitende in der Schweiz und sechs in Indonesien – die meisten mit Teilzeitpensen. Über die Partnerstiftung YEL arbeiten weitere 80 Personen auf Sumatra. Die festangestellten Mitarbeitenden wurden unterstützt von insgesamt 32 Zivildienstleistenden sowie von vier Praktikantinnen und Praktikanten. Das Naturzentrum und die Greifvogelstation verfügen über Freiwilligen-Teams, deren Mitglieder die Programme bei Bedarf bei grösseren Anlässen und bei diversen anfallenden Arbeiten unterstützen.

Organisationsstruktur PanEco legt grossen Wert auf den effizienten Einsatz der personellen und finanziellen Ressourcen. Die langjährigen professionellen Projektpartner, wie auch engagierte und breit qualifizierte Mitarbeitende ermöglichen eine sehr schlanke Administration am Geschäftssitz. Die Geschäftsstelle von PanEco liegt in Berg am Irchel, im Zürcher Weinland. Die beiden Schweizer Programme, das Naturzentrum Thurauen und die Greifvogelstation Berg am Irchel liegen in der gleichen bzw. in der Nachbargemeinde. In Indonesien betreibt PanEco das Orang-Utan-Schutzprogramm auf Sumatra und unterstützt drei Umweltbildungszentren auf Sumatra, Java und Sulawesi.

Der Stiftungsrat ist zuständig für die Bestimmung der strategischen Ausrichtung und die Ernennung der Geschäftsleitung von PanEco. Er genehmigt die Jahresrechnung und das Jahresbudget. Im Geschäftsjahr 2015 wurden Projektausgaben von gut 4 Millionen Franken bewilligt.

PanEco betreibt das Naturzentrum Thurauen (im Auftrag des Kantons Zürich) und die Greifvogelstation Berg am Irchel. Das von PanEco initiierte Orang-Utan-Schutzprogramm SOCP ist ein Gemeinschaftsprogramm von PanEco, ihrer lokalen Partnerorganisation YEL und der indonesischen Naturschutzbehörde. Die Verantwortlichen des Naturzentrums und der Greifvogelstation sind Teil des Kernteams der PanEco-Geschäftsstelle. Die verschiedenen Bereiche des Orang-Utan-Schutzprogramms werden von ausgewiesenen Fachpersonen in Medan geleitet, die in Indonesien z.T. seit Jahrzehnten verankert sind. Sie sind direkte Mitarbeitende von PanEco und stehen in engem Kontakt mit der Geschäftsstelle in der Schweiz.

Geschäfts- und Bereichsleitung

Projektmanagement

Der operative Leiter von PanEco ist der Geschäftsführer Beat Schumacher. Er wurde 2015 unterstützt von den Bereichsverantwortlichen Marcel Etterlin (Finanzen & IT; Stellvertretender Geschäftsführer), Andreas Lischke (Greifvogelstation), Ian Singleton (Orang-Utan-Schutzprogramm), Reto Urech (Fundraising), Irena Wettstein (Kommunikation) und Petra Zajec (Naturzentrum).

Im Projektmanagement und -controlling hält sich PanEco an die ZEWO-Richtlinien sowie an international akzeptierte Qualitätsstandards. Die Rechnungslegung erfolgt nach den Grundsätzen von Swiss GAAP FER 21 für gemeinnützige Nonprofit-Organisationen (NPO).


Team | 33

Team PanEco: Stand Mai 2016, in alphabetischer Reihenfolge

Geschäftsstelle und Greifvogelstation Dominique Bärtschi (Fundraising), Eberhard Dilger (Fundraising), Marcel Etterlin (Leiter Finanzen), Regina Frey (Stiftungsratspräsidentin/ Verantwortliche Projekte Indonesien), Esther Kettler (Sachbearbeiterin Rechnungswesen), Sarah Kohler (Praktikantin Kommunikation), Andreas Lischke (Leiter Greifvogelstation), Beat Schumacher (Geschäftsführer), Reto Urech (Leiter Fundraising), Irena Wettstein (Leiterin Kommunikation)

Naturzentrum und Rangerdienst Thurauen Annemarie Brennwald (Rangerin), Sonja Falkner (Praktikantin), Simon Fuchs (Ranger), Beat Gisler (Leiter Rangerdienst), Cornelia Jenny (Verantwortliche Shop Naturzentrum), Luis Lietha (Praktikant), Heribert Rappolt (Hauswart), Tobias Ryser (Ranger), Nicole Steiger (Praktikantin), Lena Willimann (Stv. Leiterin Naturzentrum, Verantwortliche Veranstaltungen), Petra Zajec (Leiterin Naturzentrum)

Orang-Utan-Schutzprogramm Jennifer Draiss (Programmkoordinatorin SOCP), Gabriella Fredriksson (Programmkoordinatorin Batang Toru), Matthew Nowak (Leiter SOCP Forschung), Ian Singleton (Gesamtleiter SOCP), Graham Usher (Leiter SOCP Habitat Schutz)

Restaurant Rübis&Stübis Charles Collin Anthony (Küchenchef), Oliver Eberle (Verkauf und Administration), Push Krishnan (Chef de Service)


34 | Dank

Alex Rübel, Direktor Zoo Zürich

Herzlichen Dank! Partner & Unterstützer Ohne die grosszügige Unterstützung von Gönnern, Paten, Mitgliedern sowie zahlreichen Spenderinnen und Spendern wäre das Engagement von PanEco nicht möglich. Unser Dank geht auch an die hier aufgeführten Partner, Geberstiftungen und Organisationen, die unsere Programme grosszügig unterstützen und an alle Zivildienstleistenden und Volontäre, ohne die wir nicht das wären, was wir sind! Unsere Partner Yayasan Ekosistem Lestari YEL Die Stiftung für ein nachhaltiges Ökosystem YEL wurde in Sumatra von PanEco gegründet. Zusammen mit YEL setzt PanEco das OrangUtan-Schutzprogramm um. Yayasan Puntondo & Yayasan Seloliman Die beiden indonesischen Stiftungen führen auf Sulawesi bzw. Java die beiden von PanEco unterstützten Umweltbildungszentren. Bungerthof Der Bungerthof ist ein biologisch bewirtschafteter Hof, der von der PanEco-Stiftungspräsidentin betrieben wird. Er beliefert das Restaurant Rübis&Stübis mit lokalen Produkten. Universität Zürich – Anthropologisches Institut Institut zur Erforschung der Evolution des Menschen und seines Verhaltens. PanEco betreibt zusammen mit dem Institut die Forschungsstation Suaq auf Sumatra.

Diana Kosmanto, Geschäftsführerin der Partnerorganisation YEL

«PanEco ist unser Naturschutzpartner im Bereich Regenwald- und Orang-UtanSchutz auf Sumatra. Mit PanEco haben wir eine Partnerin, die sich seit vielen Jahren ganzheitlich und professionell für unser gemeinsames Anliegen in Sumatra engagiert.»

Universität Zürich – Tierspital Enge Zusammenarbeit der Greifvogelstation mit dem Tierspital der Universität Zürich. Komplizierte medizinische Fälle werden im Tierspital behandelt und zur Reha und Auswilderung in die Station zurückgebracht. Zusammenarbeit bei der Ausbildung angehender Veterinäre in der greifvogelspezifischen Wildtiermedizin. Zoo Zürich Das Orang-Utan-Schutzprogramm von PanEco ist eines der sechs vom Zoo Zürich unterstützten Naturschutzprojekten. Ausserdem haben PanEco und der Zoo Zürich bei der Ausstellung zum Thema Regenwaldschutz im Affenhaus zusammen gearbeitet. Baudirektion Kanton Zürich Die Baudirektion des Kantons Zürich ist die Auftraggeberin für den Betrieb des Naturzentrums und trägt massgeblich zu deren Finanzierung bei. Sie leitet das Renaturierungsprojekt in den Thurauen (Hochwasserschutz und Auenlandschaft Thurmündung). Tierrettung Tierheim Pfötli Enge Zusammenarbeit der Greifvogelstation mit der Tierrettung. Alle Transporte der Greifvögel – vom Fundort in die Station oder von dort in den Tierspital – werden von der Tierrettung übernommen. Vogelwarte Sempach Zusammenarbeit der Greifvogelstation mit der Vogelwarte Sempach im Bereich Umweltbildung und Beringung von Vögeln. Netzwerk Schweizer Naturzentren

«Durch die enge Zusammenarbeit zwischen YEL und PanEco konnten wir viele Ziele erreichen betreffend dem Schutz der Orang-Utans und deren Lebensraum.»

Das Naturzentrum Thurauen ist Vorstandsmitglied des 2011 gegründeten nationalen Netzwerks der Naturzentren mit rund 20 Mitgliedern. Ziel: Bessere Vernetzung und mehr Aufmerksamkeit für die Schweizer Naturzentren, zum Beispiel durch den nationalen Tag der offenen Türen.


Dank | 35

Christina Filthaut, Greifvogel-Patin

Gemeinden Flaach und Berg am Irchel Flaach und Berg am Irchel im Zürcher Weinland sind die Standortgemeinden des Naturzentrums und der Greifvogelstation. TCS Der TCS betreibt den Campingplatz gleich neben dem Naturzentrum auf der Steubisallmend. Wir arbeiten in Sachen Geländeunterhalt, Abfallentsorgung, Velovermietung, Mietunterkünfte und einzelnen Veranstaltungen zusammen. Indonesische Naturschutzbehörde PanEcos SOCP basiert auf einer Vereinbarung mit der Indonesischen Naturschutzbehörde, das dem Programm die volle Unterstützung der Regierung gewährt. Zusammen mit der Behörde führt SOCP Konfiszierungen von illegal als Haustiere gehaltenen Orang-Utans durch. Zoologische Gesellschaft Frankfurt Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt ist eine international agierende Naturschutzorganisation, die sich für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzt. Sie leitet und unterstützt finanziell die Orang-Utan-Auswilderungsstation Jambi. Orang Utan Coffee Das «Orang Utan Coffee»-Projekt fördert Bauern, die ihre Kaffeeplantagen ökologisch bewirtschaften und auf Rodungen des Regenwaldes verzichten. 50 Eurocent pro Kilo «Orang Utan Coffee» geht zur Unterstützung des Orang-UtanSchutzprogramms an PanEco.

Bernhard Trachsel, Stiftungsrat der Haldimann Stiftung

«Die Haldimann-Stiftung unterstützt die Greifvogelstation Berg am Irchel, weil hier die Tiere nicht nur professionell betreut und behandelt werden, sondern die vorübergehende Pflege wildtierbiologisch sinnvoll erfolgt und im Dienst von Nachhaltigkeit und der Erhaltung der Biodiversität steht.»

«Ich fand diesen wundervollen Vogel verletzt am Strassenrand. Die Polizei brachte ihn zur Greifvogelstation und dank der professionellen Pflege durfte ich bereits eine Woche später meine «Taipa» in die Freiheit entlassen. Es war einer der schönsten Momente, den ich erleben durfte.» Unsere Unterstützer Aktiebolaget Furuviksparken Annette Ringier-Stiftung Arcus Foundation Baudirektion Kanton Zürich: Amt für Landschaft und Natur (Fachstelle Naturschutz) Bernd Thies-Stiftung Boguth-Jonak-Stiftung Eliseum Stiftung Ellen Frederik-Stiftung Else v. Sick Stiftung Erlenmeyer-Stiftung Europäische Tierschutzstiftung Galerie Vita Georg und Bertha Schwyzer-Winiker-Stiftung Grütli Stiftung Zürich Haldimann Stiftung I:Collect AG Jean Wander Stiftung Malou-Stiftung für Tierschutz Monique Gallusser-Lafont-Stiftung Orang-Utan Regenwald GmbH Orang-Utans in Not e.V. Pancivis Stiftung Rudolf und Romilda Kägi-Stiftung Schweizer Tierschutz STS Steffen Gysel-Stiftung Stichting Monkey Business Stiftung Binelli & Ehrsam Zürich Stiftung Carl und Elise Elsener Stiftung Corymbo Stiftung Regenwald Stiftung Salud y Vida Stiftung Symphasis Stiftung unaterra ‚Stop poaching‘ Stiftung Tierhilfe-Stiftung von Herbert und Dora Ruppanner tierschutz.ch-Stiftung Universität Zürich Vollzugsstelle für den Zivildienst Vontobel-Stiftung Vrenjo-Stiftung Zoo Zürich


36 |

Stiftung PanEco Chileweg 5 CH-8415 Berg am Irchel Tel. +41 52 354 32 32 info@paneco.ch www.paneco.ch

PanEco ist eine international tätige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Berg am Irchel. Unsere Arbeit konzentriert sich auf die Bereiche Natur- und Artenschutz sowie Umweltbildung in Indonesien und der Schweiz. Wir verfolgen dabei eigene Projekte und unterstützen lokale Partner fachlich wie finanziell.

www.sumatranorangutan.org www.naturzentrum-thurauen.ch www.greifvogelstation.ch www.ruebisundstuebis.ch IBAN: CH27 0900 0000 8400 9667 8

Bild Titelseite: Die beiden neu ausgewilderten SumatraOrang-Utans «Hutan» und «Ganteng» klettern im Regenwald des Jantho-Naturreservats.

PanEco Jahresbericht 2015  
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