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Das

Geheimnis der

Schriftrolle Wie die Bibel zu uns kam ... spannende Geschichten • Rätsel • Mitmach-Ideen

Ein Abenteuer der „Roten Milane“ aus Winkelstädt (bekannt aus Kinderradio Doppeldecker)


Inhalt: Es ist Frühling ... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1 Wer sind die Roten Milane? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Kurze Zeit später ... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 Am nächsten Tag . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 Erstaunlich ... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 Entwicklung der Schrift/Schreibmittel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 Konnte Mose schon schrieben? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Papyrus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 Pergament . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 Das Alphabet . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 Die Funde in den Qumran-Höhlen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 Die Entdeckung des Lebens . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 Zwei super Erfindungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 Der mutige Mönch: Martin Luther . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 Die Bibel und DU . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22

Stiftung Missionswerk Werner Heukelbach 51700 Bergneustadt, Deutschland Auflage-Nr.: KH21 ?? 12?? 1 Konzept und Text: Ralf Kausemann unter Verwendung folgender Quellen für die Seiten 7 bis 20: Stefan Drüeke, Arend Remmers: Die Bibel – ihre Geschichte und Überlieferung (2010) Stefan Drüeke: Abenteuer Bibelentstehung – Die Geschichte der Bibel (2011) Stefan Drüeke: Schrift-Entdecker – Faszination Bibel (2011) (alle Hefte: Christliche Schriftenverbreitung, Hückeswagen und Museum für Bibelgeschichte, Wuppertal)

Zeichnungen: Lena Franke, Bergneustadt Gestaltung: rk-design, Bergisch Gladbach Druck: ??


Es ist Frühling. Die ersten warmen Tage locken die Kinder im kleinen Dorf Winkelstädt nach draußen. Die Ferien stehen vor der Tür – nur noch ein Schultag, dann ist es endlich soweit. Thomas und Alexander Stolzenstein können es kaum erwarten: zwei Wochen schulfrei! Da kann man allerhand unternehmen! Da keine Hausaufgaben mehr anstehen, dürfen sie sich heute verabreden. Natürlich treffen sie sich mit Anne, Leni, Eric und Sophie – ihren besten Freunden und Mitgliedern ihrer Kinderbande – die „Roten Milane“. Schon manches Abenteuer haben sie erlebt. Zusammen mit Pitt Diesel, dem Doppeldeckerpiloten, und Paul Engels, seinem Mitarbeiter, treffen sie sich oft auf dem Flugplatz „Schanzer Kopf“. Auch heute ist dort ihr Ziel …

Wer sind die „Roten Milane“?

Als sie schließlich auf dem „Schanzer Kopf“ ankommen, ist Pitt gerade auf Das erfährst du auf der nächsten Seite! einem Rundflug. Paul räumt im Hangar auf – das ist die „Garage“ für den Doppeldecker namens Lotte. Als er die „Roten Milane“ kommen sieht, legt er eine Pause ein und bietet seinen jungen Freunden ein Glas Saft und ein paar Kekse an. „Hallo zusammen! Schön, dass ihr uns besuchen kommt. Pitt ist zwar gerade unterwegs, aber ich kann jetzt meine Kaffeepause machen. Was habt ihr heute vor?“ „Och, wir schauen einfach mal vorbei – wir wissen auch noch nicht richtig, was wir heute machen sollen …“, antwortet Anne. „Na, das trifft sich gut! Wisst ihr was? Ihr kennt doch die Witwe von Brallbach aus der Buchenallee, oder? Die alte Dame hat mich gestern gefragt, ob ich jemanden kennen

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würde, der bei ihr im Keller und auf dem Dachboden beim Aufräumen helfen könnte. Da hab ich sofort an euch gedacht und ihr gesagt, dass ich euch mal frage … Ihr habt doch bald Ferien, oder?“ „Frau von Brallbach aus der Buchenallee?“, fragt Eric, „Das ist doch das steinalte Haus! Das wär' bestimmt interessant! Neben Spinnweben und Staubflocken gibt es da sicher alles Mögliche zu entdecken …“ „Ja, ich könnte mir auch vorstellen, dass das spannend wär'! Bis auf die Spinnweben und Staubflocken natürlich …“, lacht Sophie. „Also, abgemacht: Wir besuchen Frau von Brallbach! Danke, Paul, für den Tipp!“ „Gern! Und ich ruf Frau von Brallbach an und sag ihr, dass ihr auf dem Weg zu ihr seid …“

Wer sind die „Roten Milane“?

„Lotte“, der fröhlich-gelbe Doppeldecker Pitt, der freundliche Doppeldeckerpilot

Matze

In diesem Heft lernst du die „Roten Milane“ kennen, eine Gruppe Kinder aus dem kleinen Ort Winkelstädt. Sie erleben gemeinsam viele spannende Abenteuer, das wirst du schon beim Lesen dieser Geschichte feststellen. Auf der Seite 24 werden sie dir noch etwas näher vorgestellt. Leni

Schon gewusst? Von den „Roten Milanen“ gibt es jede Menge spannender Hörspiele, Flyer, ein Poster, Aufkleber, ein Hausaufgabenheft und eine Internetseite mit coolen Hörspielen! Schau doch mal auf Seite 25 und klick dich mal rein unter doppeldecker.info!

ldecker im

dio Doppe

Kinderra

Eric

2

Sophie

Professor Engels

Oberst Strunke

Alexander

Netz:

info peldecker.

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Thomas

SPANNEND LE & HRREICH

Anne Paul Engels - Pitts Freund und Helfer


Kurze Zeit später steigen die sechs Freunde in der Buchenallee von ihren Fahrrädern. Die alte Villa duckt sich unter die noch älteren Bäume und wirkt recht verlassen. Doch der erste Eindruck täuscht – kurz nachdem sie geklingelt haben, öffnet die alte Frau von Brallbach die Tür. Sie hat die „Roten Milane“ schon erwartet. „Ah, die Kinder – Paul Engels hat mich schon angerufen! Schön, dass ihr mir helfen wollt. Kommt doch rein!“ „Guten Tag, Frau von Brallbach. Das passt echt gut heute. Wo könnten wir denn anpacken?“, fragt Thomas. „Oh, mein Keller und auch der Dachboden müssten schon lange mal ausgemistet werden. Da haben sich im Lauf der Jahre so viele Dinge angesammelt … Teilweise können die Sachen sicher auf den Sperrmüll – aber wer weiß, was wir da alles finden?“ Die alte Dame schlägt die Hände über dem Kopf zusammen und blickt die Kinder verzweifelt an. „Na, da sind wir doch genau die Richtigen, Frau von Brallbach! Morgen fangen unsere Ferien an, da haben wir Zeit.“ „Schön! Dann sagen wir: bis Morgen!“

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Am nächsten Tag stehen die „Roten Milane“ direkt nach der Schule in Frau von Brallbachs Garten. Die alte Dame hat sie schon sehnsüchtig erwartet … „Sagen Sie uns einfach, wo wir die Sachen hinbringen sollen und los geht's!“, meint Alexander. „Die ‚Roten Milane' stehen bereit!“ „Das ist lieb von euch, Kinder. Am besten wir bilden zwei Gruppen – nein, besser drei. Zwei von euch gehen auf den Dachboden, drei in den Keller und von den Mädchen hilft mir jemand, in der Küche eine Stärkung für alle vorzubereiten. Was meint ihr?“ Gesagt – getan. Während Thomas, Anne und Sophie im Keller verschwinden, klettern Alexander und Eric über eine alte Holzleiter auf den Dachboden. Leni geht mit Frau von Brallbach in die Küche. In den nächsten Stunden schleppen die „Roten Milane“ alte Kleinmöbel, Werkzeuge, Bücher, Kisten und Dosen in den Garten vor dem Haus. Sie stauben Regale ab, entfernen Spinnweben und sehen bald genauso eingestaubt aus, wie viele der Dinge, die sie im Verlauf der Aufräumaktion entdecken. Vor allem Alexander und Eric erzählen immer wieder begeistert, was sie alles auf dem Dachboden finden: ein altes Gemälde, steinalte Bücher, einen Reisekoffer aus längst vergangen Zeiten, Jacken, Mäntel und Schirme, die sicher mal einem Ururgroßvater der Witwe gehörten … Am frühen Nachmittag ist die Arbeit getan. Frau von Brallbach steht zufrieden vor einem riesigen Berg in ihrem Vorgarten und sortiert die Dinge aus, die sie behalten möchte – alles andere soll entsorgt werden. Selbstverständlich dürfen die „Roten Milane“ auch ein paar Sachen haben –

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vor allem solche, die sie in ihrem Bandenquartier, dem Baumhaus im Winkelstädter Forst, gebrauchen können. Und das ist natürlich einiges … Plötzlich entdeckt Eric in dem alten Reisekoffer etwas ganz Besonderes. „Hey, kommt mal alle her! Seht mal hier! Was ist das denn?“, ruft er seine Freunde zu sich. „Das müsst ihr euch ansehen!“ „Wow!“ „Cool!“ „Boa, eine alte Schriftrolle!“ „Sei vorsichtig, Eric! Pass auf, dass du sie nicht kaputt machst!“ So und ähnlich rufen die „Roten Milane“ durcheinander. Auch Frau von Brallbach schaut erstaunt auf den interessanten Fund des Jungen. Es ist ein langer, papierähnlicher Bogen, der zu einer Rolle aufgewickelt ist. Ein Lederriemen hält sie zusammen. Als Eric sie vorsichtig aufrollt, kommen sauber geschriebene, aber ihnen völlig fremde Schriftzeichen zum Vorschein. Die ganze Rolle ist voll davon. So etwas haben sie noch nie gesehen … „Merkwürdig, der Koffer gehörte einmal meinem Großvater. Der war auch oft im alten Orient … Aber was hat es wohl mit dieser Rolle auf sich?“, rätselt die alte Dame. „Wisst ihr was? Da gibt es nur einen, der uns helfen kann: Pauls Großvater, Professor Engels. Der kennt sich mit so alten Sachen doch bestens aus. Sollen wir zu ihm?“ Sophie hat sofort den richtigen Vorschlag parat. Aber Frau von Brallbach meint: „Nein, besser ich ruf ihn an. Er wohnt ja nicht weit und macht bei dem schönen Wetter bestimmt gern einen Spaziergang hierher …“ Gesagt – getan. Nur eine Viertelstunde später steht Professor Engels im Wohnzimmer der alten Villa und schaut ebenso interessiert auf die Schriftrolle wie die Roten Milane und Witwe von Brallbach.

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„Erstaunlich, wirklich erstaunlich!“, murmelt der alte Professor vor sich hin. „Höchst interessant!“ „Na, was ist, Professor Engels? Wissen Sie, was da drin steht? Wo kommt die Rolle her? Wie alt wird sie wohl sein? Ist sie wertvoll?“ Alexander kann sich kaum zurückhalten und schickt eine Frage nach der anderen in Richtung des alten Herrn. „Langsam, langsam, mein junger Freund, immer eins nach dem anderen …“, unterbricht ihn der Professor. „Diese Rolle scheint sehr alt zu sein. Doch dazu müsste ich sie im Labor näher untersuchen lassen. Was ich sicher sagen kann ist, dass die Schriftzeichen Hebräisch sind.“ „Und was steht drin?“, will Sophie wissen.

Deine Reise in die Vergangenheit beginnt auf der nächsten Seite!

„Nun, das bedarf einer sorgfältigen Untersuchung. Aber ich will mich gern in den nächsten Tagen daran begeben … Heute würde ich euch viel lieber noch etwas über solche alten Rollen erzählen. Es gibt da ganz spannende Geschichten … Wisst ihr, dass die Bibel, das Buch, das am meisten über die Erde verbreitet ist, ganz viel mit solchen Schriftrollen zu tun hat?“ „Ja, das hat unser Reli-Lehrer auch mal erzählt. Aber so ganz genau weiß ich das nicht mehr. Jetzt, wo ich so eine alte Rolle vor mir sehe, würde es mich schon eher interessieren“, wirft Eric ein. „Ja, uns auch. Erzählen Sie doch mal, Herr Professor!“, rufen die anderen im Chor.

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„Gut, gut, dann machen wir es uns mal bequem. Los geht die abenteuerliche Reise in die Vergangenheit …“


Bis es dazu kam, dass Menschen Texte auf solche Schriftrollen geschrieben haben, war es ein weiter Weg. Die Anfänge der Schrift liegen in einem Gebiet, das wir „Mesopotamien“ nennen – ungefähr in der Gegend des heutigen Iran und Irak. Dort fließen zwei große Flüsse, Euphrat und Tigris. Das Gebiet zwischen und an diesen Flüssen nennt man auch „Zweistromland“.

alte Tontafel

An den Flüssen gab es viel Ton. Ton eignet sich hervorragend dazu, flache Tafeln herzustellen, in die man mit Hilfe eines Griffels Zeichen eindrücken konnte. Um Nachrichten festzuhalten und Botschaften zu übermitteln, drückte man also Bilder und Zeichen in den weichen Ton und ließ ihn dann in der Sonne hart werden. Damit hatte man ziemlich haltbare Tafeln, die man auch weitergeben konnte. Das waren die Anfänge des Schreibens …

Problematisch war nur, dass man eigentlich für jeden Begriff ein eigenes Zeichen brauchte. Diese Art Bilderschrift (heute nennt man so ein Bild „Piktogramm“) war also nur sehr schwer zu erlernen – tausende Bilder und Zeichen musste man kennen. Da half es auch nicht, dass diese Piktogramme im Lauf der Zeit wesentlich vereinfacht wurden … Die Bilderschrift der alten Ägypter nennt man übrigens „Hieroglyphen“. Mach mit! Solch eine Schrift kannst du dir übrigens gut als „Geheimschrift“ zulegen, die nur du und deine Freunde kennen! Vereinbart einfach bestimmte Zeichen mit einer Bedeutung. Es gibt im Bastelgeschäft Bastelton zu kaufen - vielleicht stellt ihr euch sogar eigene Tontafeln her - so, wie die Kinder im Altertum?

Prof. Engels Zeitinfo Wir befinden uns jetzt in der Zeit um mindestens 3.000 vor Christus!

Auf der nächsten Seite gibt es ein cooles Hieroglyphen-Rätsel! Kannst du es lösen?

ägyptische Hieroglyphen Bei vielen Hieroglyphen kann man die Bedeutung schon ahnen. Diese Hieroglyphe bedeutet zum Beispiel „Wasser“. Findest du „Schlange“, „Mund“, „Eule“ und „Korb“? (Lösung auf Seite 13)

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Da Hieroglyphen also eine Bilderschrift sind, kann man sie nicht mit unserem Alphabet vergleichen. Dennoch haben wir dir hier einmal eine Hieroglyphen-Alphabetschrift entworfen. Kannst du das Rätsel um die Hieroglyphen lösen? (Lösung auf Seite 13)

a=

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c=

d=

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g=

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j=

k=

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x=

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Lösung:

__ __ __ __ __

__ __ __ __ __

__ __ __ __ __ __

Achtung! Einige Hieroglyphen haben zwei Bedeutungen - hier musst du kombinieren, was richtig ist.

Irgendwann kam man dann jedoch auf die Idee, anstatt der Bilderschrift eine Art Silbenschrift einzuführen. Man malte also zum Beispiel für das Wort „Ziege“ nicht mehr eine Ziege sondern je ein Zeichen für die Silben „Zie“ und „ge“. Da diese Silben auch in einigen anderen Begriffen vorkommen (zum Beispiel „Zie“ bei „Ziegel“ oder „Ge“ bei „Geheimnis“), brauchte man künftig anstatt tausender Piktogramme „nur noch“ hunderte Zeichen für unterschiedliche Silben zu lernen. Zum Schreiben setzte sich sehr bald ein keilförmiger Griffel aus Knochen oder Holz durch. Mit ihm konnte ein guter Schreiber sehr schnell hunderte dieser Silbenzeichen in kleine Tontäfelchen eindrücken. Das sah dann aus wie viele kleine Keile - deshalb nennt man diese Schrift „Keilschrift“. Hier kannst du an zwei Beispielen sehen, wie sich die Schriftzeichen im Lauf der Zeit verändert haben: Piktogramme früh

gedreht

Keilschriften früh

später

Ochse Getreide

Prof. Engels Zeitinfo

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Wir befinden uns jetzt in der Zeit zwischen 3.000 und 2.000 vor Christus!

Mach mit! Auch die Keilschrift kannst du gut als „Geheimschrift“ nutzen. Dafür machst du dir jedoch das Alphabet zu Nutzen, sonst wird es zu schwierig. Entwickle deine eigenen Zeichen für die einzelnen Buchstaben. Natürlich darfst nur du und dein Freund diese Zeichen kennen ... Das könnte so aussehen: A= B= C= D= usw.


Seit über 100 Jahren machen Wissenschaftler im Zweistromland interessante Entdeckungen. Man grub alte Städte aus und fand bei diesen Arbeiten Tausende Tontafeln mit Schriftzeichen. Das Gute dabei war: Sie waren bei der Eroberung dieser Städte durch Feuer regelrecht gebrannt und somit gehärtet worden – und damit für Jahrtausende haltbar gemacht. Und dass die Gegend seit jeher sehr trockenes Wüstengebiet ist, tat sein Übriges zu ihrer Erhaltung. Diese Tontafeln enthielten neben geschichtlichen Aufzeichnungen ganz alltägliche Dinge: Rechnungen, Lagerlisten, Briefe … Teilweise sind die Tafeln über 5.000 Jahre alt!

Foto: Dieter Schütz pixelio.de

Konnte Mose schon schreiben?

Lange Zeit wurde behauptet, große Teile des Alten Testamentes der Bibel wären nur mündlich überliefert worden – und deshalb fehlerhaft. (Klar, wenn über Jahrtausende einer dem anderen etwas weitererzählt, könnten sich schnell Fehler einschleichen: der eine vergisst etwas, der andere schmückt es aus, der dritte übertreibt …) Aber nun wurde plötzlich klar: Schon mindestens 800 Jahre bevor Abraham lebte (seine Geschichte wird in der Bibel ab 1. Mose 12 erzählt) konnStatue eines te man schreiben und lesen! Es ist also möglich, ägyptischen Herrschers dass zum Beispiel Mose (von ihm berichtet die Bibel ab 2. Mose 1; er lebte viel später als Abraham und hatte eine hohe Ausbildung am Königshof Ägyptens durchlebt) die Aufzeichnungen alter Zeiten in den Mosebüchern zusammenfasste. Dazu verwendete er vielleicht alte Handschriften (Keilschrifttafeln oder Ähnliches). So schrieb er unter der Leitung Gottes zum Beispiel das erste Buch Mose. Vielleicht war es aber auch so, dass Gott Prof. Engels Zeitinfo ihm diktierte, was vorher geschehen war. Sicher ist jedenfalls, Abraham lebte etwa in der Zeit um 1.900, Mose ca. 1.500 vor Christus! dass Mose Worte Gottes niederschrieb.

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Puh, wie gut, dass wir Hefte aus Papier haben!

Tontafeln sind sehr haltbar – das ist gut. Aber sie sind auch sehr schwer – das ist weniger gut. Stell dir vor, du müsstest deine Schulbücher als Tontafeln mitschleppen!

Irgendwann kam jemand auf die glänzende Idee, aus den Stängeln der Papyruspflanze beschreibbares Material („Papyrus“) zu machen. Papyrusstauden wachsen am Flussufer – vor allem am Nil in Ägypten (andere Papyrusarten taugen dafür nicht so gut). Das Innere dieser Stängel (das nennt man „Papyrusmark“) wird dazu in ganz dünne Streifen geschnitten – je dünner, desto feiner wird der Papyrus nachher. Die Streifen werden nebeneinander gelegt. Dann folgt eine zweite Lage quer darüber. Mit einem Holzhammer werden diese beiden Papyruspflanze Lagen leicht flach geklopft – dann Federkiel wird alles mit einem Brett beschwert und trocknet. So erhält man einen Bogen beschreibbaren Papyrus, auf den man mit einem angeschnittenen Federkiel mit Tinte und Farben schreiben und zeichnen kann.

ägyptischer Schreiber

Nun hatte man ein leichtes Material, das in langen Bögen (bis zu 60 Meter lang!) hergestellt wurde. Die Bögen wurden dann aufgerollt aufbewahrt. Brauchte man kürzere Stücke, schnitt man sie von der Rolle ab. Der Nachteil war, dass Papyrus nicht sehr haltbar ist. Lediglich in den trockenen Wüstengebieten ging es besser – dort hält sich Papyägyptische rus hervorragend. Aber Wasser und Feuer haben in jedem Fall schlimme Folgen … Das in Ägypten hergestellte PapySchriftzeichen rus war lange Zeit das beste Schreibmaterial, das es gab.

(“Hieroglyphen“)

Prof. Engels Zeitinfo

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Wir befinden uns jetzt in der Zeit um 3.000 vor Christus!

Mach mit! Stell dir deinen eigenen „Papyrus“ her: Schneide einen Bogen Papier in schmale Streifen. Lege mehrere Streifen nebeneinander und klebe dann eine weitere Schicht Streifen um 90 Grad versetzt darüber. So ähnlich sah ein fertiger Bogen Papyrus aus. Wenn der Kleber getrocknet ist, kannst du deinen Papyrusbogen beschriften.


um 170 v. Chr. Übrigens: Erinnert dich der Begriff Papyrus an etwas, das du aus deinem Leben recht gut kennst und wahrscheinlich täglich brauchst? Richtig: Unser heutiges „Papier“ hat seinen Namen vom Papyrus. Jetzt machen wir einen gewaltigen Zeitsprung - ungefähr ins Jahr 200 vor Christus. Wahrscheinlich in der Stadt Pergamon (in der heutigen Türkei) wurde ein neues Schreibmaterial erfunden: das nach der Stadt benannte Pergament. (Manche Forscher meinen auch, dass es Pergament schon wesentlich früher gab, aber in Pergamon stark verbessert wurde.) Wie auch immer: Letztlich ist Pergament hauchdünn geschabte Tierhaut. Sie ist biegsam und viel haltbarer als Papyrus. Schreiben kann man darauf ebenso mit Tinte. Und: Man kann sie öfter beschriften. Wenn man einen Text nicht mehr haben will, schabt man ihn vorsichtig von der Haut – und schon kann man das kostbare Pergament wieder benutzen! Die Herstellung ist allerdings aufwändig und Pergamentrolle teuer. Die Häute müssen mehrfach behandelt und bearbeitet werden, bis man brauchbares Pergament erhält. Mehrere Bögen wurden aneinPergamentherstellung ander genäht – so erhielt man lange Rollen. Später band man dann mehrere Bögen Pergament (Darstellung aus dem Mittelalter) zwischen zwei Holzdeckeln zusammen - das ganze nannte man „Kodex“. Der Kodex ist der Vorläufer unserer heutigen Bücher. Übrigens: Kennst du die Redensart „Das geht auf keine Kuhhaut“? Das sagt man heute, wenn einem etwas zu viel wird oder wenn man Unverständnis über eine Prof. Engels Zeitinfo Verhaltensweise ausdrücken will. Sie kommt aus der Zeit, als man Pergamente beWir befinden uns jetzt in der Zeit schrieb. War ein Text zu lang, ging er eben auf keine Kuhhaut ... ungefähr um 200 vor Christus!

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Erinnerst du dich? Bisher wurde mit einer Art „Silbenschrift“ geschrieben – eine stark vereinfachte Art gegenüber der ursprünglichen Bilderschrift. Aber immer noch musste man über 600 Schriftzeichen lernen, um sich vernünftig auszudrücken. Ging das nicht einfacher? Doch! Irgendwann – man vermutet um 1.500 v. Chr. – kam jemand auf die Idee, die Laute seiner Sprache in Zeichen umzusetzen. Je nach Sprache waren das 20 bis 30 verschiedene Laute. Das klappte vorzüglich. Das Schreiben und Lesen wurde damit so einfach, dass es nun eigentlich jeder lernen konnte! Übrigens: Um 1.000 v. Chr. gab man im griechischen Sprachraum den verschiedenen Lauten auch noch Namen: „a“ nannte man „alpha“, „b“ wurde „beta“, „d“ hieß „delta“ und so weiter … Schon bald sprach man nur noch vom „Alpha-bet“. Bis heute bildet es die Grundlage für unsere Schrift! Die ersten Alphabete kannten noch keine Vokale (Selbstlaute: a, e, i, o, u). Den Sinn einer Aussage musste man also aus dem Zusammenhang schließen. Puh, ganz schön schwer, Alexander. Stell dir vor: keine Vokale. Das versteht doch niemand!

Wir können‘s ja mal probieren, Anne! Machst du mit?

Wie heißt dieser Satz mit Vokalen?

WR HTT GDCHT, DSS GSCHCHT S SPNNND SN KNN?

(Lösung auf Seite 15)

Prof. Engels Zeitinfo

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Wir befinden uns jetzt in der Zeit um 1.500 vor Christus!

Die Entwicklung d

Frühes Hebräisch Protosinaitisch ca. 1500 v. Chr.

Kanaanitisch ca. 1400 v. Chr.

Südarabisch ca. 300 v. Chr.

Phönizisch ca. 1000 v. Chr.

Siloah ca. 700 v. Chr.

Lachi ca. 586


Erst gut 500 Jahre nach Erfindung der ersten Alphabete fügten die Griechen die Vokale hinzu. Ein weiterer Schritt der zur Vereinfachung des Schreibens und Lesens.

der Schriftzeichen

h Hebräisch 1. Jh. n. Chr.

Latein

Interessant: Um 1.450 v. Chr. begann Mose unter der Anleitung Gottes, die Berichte über die Schöpfung, die Sintflut, den Turmbau zu Babel und die Geschichte der so genannten „Erzväter“ (Abraham, Isaak und Jakob) sowie Josefs aufzuschreiben. Als Grundlage dienten ihm bestimmt Aufzeichnungen der unterschiedlichsten Art und Zeit – jetzt hatte er die Möglichkeit, mit Hilfe eines frühen Alphabets alles auf Papyrusbögen zusammenzufassen. Immerhin hatte er seine Schulbildung am Königshof in Ägypten erhalten! Und so beginnt die Niederschrift des Alten Testamentes (erster Teil der Bibel) … Die Geschichten kannst du alle in der Bibel nachlesen sie sind spannend und zeigen dir eine Menge über Gott. Wenn du keine Bibel hast, melde dich einfach bei uns wir helfen dir gern weiter. Unsere Adresse findest du auf der letzten Seite dieses Heftes. Schreiber im alten Ägypten (Statue)

Prof. Engels Zeitinfo Wir befinden uns jetzt in der Zeit um 1.450 vor Christus!

Lösung von Seite 7:

Aramäisch ca. 450 v. Chr.

Klassisches Griechisch 5. Jh. v. Chr.

Lösung von Seite 8: JESUS LIEBT KINDER

isch v. Chr.

Frühes Griechisch 8. Jh. v. Chr.

13 Foto: Sebastian Fuss / pixelio.de


Die Funde in den Qumran-Höhlen

So sahen die Tonkrüge aus.

Ein Beduinenjunge hütet eine kleine Ziegenherde in den Bergen Südisraels. Ein Tier entwischt ihm und der junge Hirte macht sich auf die Suche. Ob sie vielleicht in eine der vielen Höhlen gelaufen ist? Immer wieder wirft er Steine in die Höhlen, um seine Ziege wieder zu finden. Da hört er plötzlich, wie im Innern einer Höhle ein Tonkrug zerbricht! Als er nachsieht, entdeckt er in einem Winkel einige solcher Krüge. Sie enthalten uralte Tierhautfragmente und –rollen mit seltsamen, alten Schriftzeichen. Er ahnt noch nicht, welchen Schatz er hier gefunden hat! Über einige Umwege gelangen diese Rollen schließlich zu Wissenschaftlern. Sie stellen fest, dass die Rollen alte Handschriften enthalten – unter anderem biblische Texte. Sie stammen aus der Zeit um das Jahr 100 vor Christus! Dieser Fund ist sensationell und zu dieser Zeit der älteste mit biblischen Handschriften. Durch genaue Untersuchungen der Höhlen und der Umgebung Prof. Engels Zeitinfo

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Wir befinden uns jetzt im Jahr 1947 nach Christus!


stellte man fest, dass die Tonkrüge dort von frommen Juden vor der heranrückenden römischen Armee versteckt wurden – und zwar im Jahr 68 nach Christus. Über 40.000 Einzelstücke zahlloser Schriftrollen wurden geborgen. Ungefähr 250 Rollen davon enthalten Bibeltexte aus dem Alten Testament. Die Sensation dabei ist die vollständige Rolle mit dem Buch des Propheten Jesaja – über sieben Meter lang, auf 17 ledernen Einzelblättern angefertigt und aneinander genäht. Nun begann man, die Rolle zu entziffern. Bislang gingen viele Forscher davon aus, dass sich die alten Bibeltexte im Lauf der Jahrhunderte durch mehrfaches Abschreiben stark verändert hätten. Viele glaubten desTeilweise sind die halb, dass der Inhalt der Bibel nicht mehr der wäre, den Gott lange Zeit zuvor niederschreiben ließ. Aber Fundstücke sehr klein nun kamen sie aus dem Staunen nicht mehr heraus: Der Inhalt der hier gefundenen alten Jesajarolle – - wie bei einem Puzzlespiel werden sie dann und auch die vielen anderen Fundstücke mit biblischen Texten – stimmten fast hundertprozentig mit den zusammengesetzt. heutigen Bibeltexten überein! Das bedeutet: Wir dürfen ganz sicher sein, dass der Bibeltext, den wir heute lesen können, absolut derselbe ist, den schon die Menschen zu biblischen Zeiten in den Händen hielten. Und ein kleiner Hirtenjunge fand dafür die Beweise!

Ein Teil der Jesajarolle, die in Qumran gefunden wurde.

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WER HÄTTE GEDACHT, DASS GESCHICHTE SO SPANNEND SEIN KANN? Lösung von Seite 12:


Die Entdeckung des Lebens ... Konstantin von Tischendorf, ein junger Wissenschaftler aus Deutschland, erforscht alte Handschriften. Er ist viel unterwegs in Ägypten, wo es alte christliche Klöster gibt. Dort vermutet er alte Schriften, die seit Jahrhunderten in irgendwelchen Regalen verstauben. Im Mai 1844 kommt er ins SanktKatharinen-Kloster im Sinai-Gebirge. Dort darf er mit Erlaubnis der Mönche forschen. Er durchstöbert die ganze Bibliothek des Klosters, findet aber nichts von Bedeutung. Doch dann wühlt er in einem uralten Papierkorb – und wird fündig! Er findet insgesamt 129 Bögen einer uralten Handschrift und entziffert eine Übersetzung des Alten Testaments! Unglaublich: Die Mönche wollten sie alle nach und nach verbrennen! Tischendorf kann sein Glück kaum fassen. Doch die Mönche geben die Blätter nicht so einfach her. Es bedarf langer Verhandlungen, bis er etwas mehr als 40 Stück mitnehmen darf. Die restlichen schreibt er in großer Eile. Als er neun Jahre später wieder zum Kloster reist, sind sie alle verschwunden … Nach sechs weiteren Jahren reist er noch einmal ins Kloster am Sinai – die fehlenden Seiten lassen ihm keine Ruhe. Er sucht und forscht – vergeblich. Am Abend vor seiner Abreise zeigt ihm einer der Mönche noch eine alte Bibelhandschrift, aus der er selber zu lesen pflegt. Von Tischendorf kann es kaum glauben: Es ist die Bibel, aus der die 129 Blätter stammten, die er bei seinem ersten Besuch im Papierkorb fand! Prof. Engels Zeitinfo

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Wir befinden uns jetzt im Jahr 1844 nach Christus!

Das Sankt-Katharinen-Kloster im Sinaigebirge, wie man es heute besuchen kann. Foto: Rosel Eckstein pixelio.de


Es stellt sich heraus, dass die Handschrift aus dem Jahr 350 nach Christus stammt – sie ist bis heute die älteste bekannte (fast) vollständige Abschrift der Bibel. Später schenkt das Kloster sie dem russischen Zaren (Herrscher). Sie wird „Codex Sinaiticus“ genannt und kann seit 1933 im Britischen Museum in London besichtigt werden. Warum machte sich Konstantin von Tischendorf so viel Mühe, in alten, staubigen Klöstern nach Bibelhandschriften zu suchen? Ganz einfach: Er liebte die Bibel, Gottes Wort. Zu seiner Zeit begannen manche WissenTeil des „Codex Sinaiticus“ schaftler an der Glaubwürdigkeit der Bibel zu zweifeln. Ihr Argument war, dass durch die vielen Abschriften die ursprünglichen Texte verfälscht und verändert sein müssten. Tischendorf wollte das Gegenteil beweisen: Fände er eine Abschrift, die älter war als alle bisher entdeckten, könnten die Inhalte verglichen werden. Sein Fund im Kloster am Sinai war der bis dahin älteste! Und: Es gab kaum Abweichungen zu den heutigen Übersetzungen! Damit stand fest: Gottes Wort ist zuverlässig und unverändert überliefert worden.

Konstantin von Tischendorf lebte von 1815 bis 1874

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Zwei super Erfindungen: Papier und Buchdruck Foto:

Jahrhundertlang wurde auf Papyrus und später auf Pergament geschrieben – gerade letztlich letzteres eine teure Angelegenheit. Jeder Bogen musste mühsam hergestellt und teuer bezahlt werden. Eine Erfindung der Chinesen sollte jedoch alles verändern. Schon im zweiten Jahrhundert nach Christus entdeckten sie die Möglichkeit, aus einem Brei aus Pflanzenfasern Papier herzustellen! Die Rohstoffe waren im Gegensatz zur Papyrusstaude oder zu den Tierhäuten extrem günstig! Aber bis diese geniale Erfindung nach Europa kam, vergingen über 1.300 Jahre …

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pixelio

Drucklettern aus Blei in einem Setzkasten

Und noch eine weitere Erfindung der Chinesen sollte die Welt radikal verändern: Um 1040 nach Christus erfanden sie die Druckmethode mit einzelnen Buchstaben, die man immer wieder neu anordnen und verwenden konnte. Zunächst wurden die einzelnen Buchstaben („Lettern“) aus Ton gebrannt oder aus Holz geschnitzt – diese Methode brachte ungeahnte Möglichkeiten mit sich. Ein Nachteil: Die Buchstaben gingen zu schnell kaputt. Im Jahr 1450 gelang es dem Deutschen Johannes Gensfleisch zur Laden (genannt Gutenberg), das Verfahren zu revolutionieren. Er erfand eine neue Technik: Lettern aus Metall. Dazu baute er eine Druckerpresse und entwickelte Druckerschwärze (Farbe). Das erste Buch, das Gutenberg druckte, war natürlich eine Bibel! Damit begann der Siegeszug des Buchs. Nach und nach wurden Bücher immer günstiger. Kostete ein Exemplar anfangs so viel wie ein Haus, kann sich heute jeder eine Bibel leisten. Gottes Wort erfuhr eine ungeahnte Verbreitung durch die Erfindung der Druckkunst. Prof. Engels Zeitinfo

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Wir befinden uns jetzt im Jahr 1450 nach Christus!

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Der mutige Mönch: Martin Luther Der junge Mann Martin Luther hatte in Erfurt Jura (Rechtskunde) studiert und war auf dem besten Weg Karriere zu machen. Doch im Jahr 1505 nahm sein Leben eine dramatische Wende: Die Pest – eine furchtbare Krankheit im Mittelalter – führte auch zum Tod eines seiner besten Freunde. Martin hatte Angst vorm Sterben – es quälte ihn der Gedanke an einen strengen Gott, dem niemand entkommen kann. Auf einer Reise geriet er in ein schlimmes Gewitter. Als neben ihm der Blitz in einen Baum einschlug, schwor Luther, dass er Mönch würde, wenn er dieses Unwetter überlebte. Er hielt sein Versprechen, wurde Mönch und später Priester – sogar Doktor und Universitätsprofessor. Er war bei seinen Studenten sehr beliebt – denn er lehrte auf Deutsch und nicht auf Latein, wie es damals üblich war. Aber Luther hatte eine wichtige Frage: „Wie bekomme ich Frieden mit Gott?“ Immer wieder durchsuchte er seine Bibel nach einer Antwort. Und dann verstand er plötzlich: Gott liebt die Menschen! Er schickte seinen Sohn Jesus Christus auf die Erde, damit er stellvertretend für die Menschen am Kreuz starb. Dort am Kreuz nahm er nämlich die Strafe für die Sünde auf sich – obwohl er selbst völlig schuldlos war! Luther begriff diese Wahrheit und glaubte. Dieser Augenblick veränderte sein ganzes Leben. Rettung hängt also nicht von einer Organisation ab, ioder von Menschen oder guten Taten – sondern allein vom Sohn Gottes, Jesus Christus. Luther bekannte Gott seine Sünden und bat ihn um Vergebung. Von jetzt an predigte Martin Luther die Erlösung durch die Gnade (unverdientes Geschenk) Gottes. Allerdings bekam er Probleme. Die Kirche brauchte damals viel Geld für den Bau eines riesigen Doms in Rom. Dafür verkaufte man so genannte „Ablassbriefe“ an die Menschen. Wer so einen Ablass kaufte, bekam angeblich seine Sünden (oder einen Teil davon) erlassen. Jetzt begriff Martin Luther den Irrsinn dieses Ablasshandels. Gottes Geschenk kann man doch nicht erkaufen! Gottes Gnade ist kostenlos – Jesus Christus hat nämlich am Kreuz Prof. Engels Zeitinfo schon mit seinem Leben dafür bezahlt. Wir befinden uns jetzt in der Zeit

Martin Luther nach einem Porträt von Lucas Cranach d. Ä., 1529

um 1520 nach Christus!

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Luther schrieb 95 Sätze (Thesen) auf ein Papier und nagelte es am 31. Oktober 1517 an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg. Darin verurteilte er den Ablasshandel der Kirche und andere Irrtümer aufs Schärfste. Diese Thesen verbreiteten sich rasend schnell im ganzen Land – ja, in ganz Europa. Die Menschen fingen an über all das nachzudenken und zu diskutieren. Eine Bewegung entstand, die nicht mehr aufzuhalten war. Endlich wurden Menschen innerlich frei – und zwar nur durch den Glauben an Gott und sein Wort.

Foto: Klaus Brüheim pixelio.de

Die damalige Kirche machte Martin Luther Ärger. Vor einem Gericht sollte er seine Thesen als Irrtum widerrufen – später auch vor dem Kaiser in Worms. Aber Luther machte deutlich, dass er nicht widerrufen kann, was er als Wahrheit erkannt hatte. Er sagte: „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders – Gott helfe mir!“ Das war gleichbedeutend mit seinem Todesurteil. Auf dem Rückweg von Worms wurde er überfallen und entführt. Jede Spur verlor sich – alle glaubten, Luther sei tot. Doch welcher Irrtum! Es waren Freunde, die ihn entführten und auf die Wartburg bei Eisenach brachten. Hier war Luther in Sicherheit und begann – getarnt als „Junker Jörg“ – seine wichtigste Arbeit: Die Übersetzung der Bibel die Übersetzung des Neuen Testaments aus dem Griechischen ins Deutsche. In nur elf Wochen hatte er das Neue Testament fertig. 1522 wurden die ersten 3.000 Exemplare auf der Leipziger Buchmesse verkauft. Gottes Wort verbreitete sich von da an rasend schnell.

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Die Wartburg, auf der Luther die Bibel ins Deutsche übersetzte.


„Wow, das ist ja voll interessant und spannend!“ Die Roten Milane kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wie gebannt haben sie Professor Engels die ganze Zeit zugehört. Was der alte Mann alles weiß! „Wer hätte gedacht, dass Schreiben und Lesen so interessant sein können!“, meint Alexander. „Bisher kam mir der Deutschunterricht immer total langweilig vor …“ „Ja, und Geschichte erst! Das ist ja voll gut! Die Entwicklung der Schrift und des Schreibmaterials … Echt spannend!“ Auch Sophie ist ganz begeistert von den vielen Informationen. „Mann, wenn ich überlege: Die Beschriftung einer Keilschrifttafel ging ja fast so flott wie das Tippen einer SMS auf meinem Handy! Aber wie gut, dass wir heute keine Tontafeln im Schulranzen schleppen müssen!“, lacht Thomas bei dieser Vorstellung. „Ja, ja, Kinder … das ist schon richtig“, wirft Professor Engels ein. „Wir sollten echt dankbar sein, dass wir heute so einfache und günstige Möglichkeiten haben, lesen und schreiben zu können! – So, und jetzt muss ich mich auf den Weg machen. Soll ich die alte Schriftrolle mal mitnehmen und untersuchen? Was meinen Sie, Frau von Brallbach?“ „Ja, sicher, Herr Professor, machen sie das. Ich bin mal gespannt, was drinsteht!“, antwortet die alte Dame geheimnisvoll. Ja, da sind alle gespannt. Wer hätte gedacht, dass ihre Aufräumaktion bei der Witwe von Brallbach ein solches Abenteuer geworden wäre?

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Die Bibel und DU Echt spannend! Ist dir aufgefallen, dass Menschen im Lauf der Geschichte immer wieder vollen Einsatz zeigten, um die Bibel – Gottes Wort – zu erforschen und zu verbreiten? Teilweise taten sie das unter Lebensgefahr. Ihnen haben wir es zu verdanken, dass heute in vielen Ländern der Erde jeder eine Bibel haben kann. Das taten sie nur deshalb, weil die Bibel mehr als nur ein „normales“ Buch ist! Sie ist Gottes Wort – sein „Brief“ an uns.

Foto: Helene

lio.de Souza / pixe

Am Beispiel Martin Luthers (siehe Seite 19) wird deutlich, was Gott uns in seinem Buch mitteilt und warum die Bibel so wichtig ist: Luther erkannte, dass Gott uns lieb hat. Er fragte sich, wie ein Mensch zu Gott kommen kann – und er erkannte, dass uns die Sünde (all das Schlechte in unserem Leben) von Gott trennt. Doch wie kann ein Mensch Frieden mit Gott bekommen? Jesus Christus, der Sohn Gottes, kam auf die Erde. Gott schickte ihn zu uns. Er war ohne Sünde und ließ sich trotzdem vor den Toren Jerusalems auf dem Hügel Golgatha kreuzigen. Das tat er an unserer Stelle. Als das geschah, nahm er die Strafe auf sich, die uns hätte treffen müssen. Er lud unsere Schuld und Sünden auf sich, damit wir nicht mehr von Gott getrennt sein müssen. Dazu war er bereit, weil er uns so liebt! Die Bibel macht deutlich: Wer das glaubt und Jesus Christus um Vergebung seiner Schuld bittet, dem schenkt Gott Vergebung und ewiges Leben bei ihm im Himmel.

Prof. Engels letzte Info:

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Achtung - Geheiminformation für alle Spürnasen: Tja, was steht wohl in der Schriftrolle? Später konnte ich es entziffern - es ist ein Text aus der Bibel, nämlich Jesaja 53 Verse 4-6! Dort sagt der Prophet Jesaja voraus, dass Jesus Christus für die Menschen sterben wird. Lies es einmal in deiner Bibel nach!


Doch auch schon hier auf der Erde ist das Leben mit Gott eine spannende Sache. Er hat uns lieb wie ein guter Vater seine Kinder. Er möchte uns durchs Leben führen und uns begleiten. Vertrau ihm doch. Lies die Bibel, um seinen Willen für dein Leben zu entdecken! Triff dich mit anderen Christen, um gemeinsam zu beten und Neues über Gott zu lernen! Du wirst sehen: Das ist eine super Sache! Wenn du keine Bibel hast, dann schreib uns! (Unsere Adresse findest du auf der Rückseite dieses Heftes.) Wir schicken dir gern eine zu. Niemand soll ohne Gottes Wort sein. Zum Schluss haben wir dir noch zwei Bibelverse aufgeschrieben. Sie zeigen dir, was Gottes Worte in deinem Leben bewirken können und möchten.

Gottes Wort schenkt dir Freude. Du kannst in der Bibel forschen und viele unbekannte Dinge entdecken:

Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute findet. (Psalm 119,162)

Dein Bibel macht dein Leben hell und schenkt dir Orientierung für dein Leben:

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg. (Psalm 119,105)

Es lohnt sich, in der Bibel zu lesen - machst du mit?

23 Foto: Viktor Schwabenland / pixelio.de


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Das Missionswerk Heukelbach arbeitet überkonfessionell, distanziert sich von allen Sekten und hat als Grundlage allein Gottes Wort, die Bibel. Allein die gute Nachricht von Jesus Christus soll verbreitet werden. Dieses Heft ist unverkäuflich und darf nur kostenlos weitergegeben werden. Hinweis für Verteiler: Vor der Weitergabe in privaten und öffentlichen Einrichtungen ist bitte grundsätzlich eine Erlaubnis einzuholen.

Das Geheimnis der Schriftrolle  
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