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Jahrgang 02 / Ausgabe 04 / Winter 2013/14

Zeitung aus Treptow-Köpenick für freiwilliges Engagement

Hingeschaut

Nachgefragt

Flüchtlingshilfe in Treptow-Köpenick Seite 1-3

Bürgermeister Oliver Igel im Interview Seite 5

Angekündigt

Veranstaltungshinweise rund ums Engagement Seite 7

Wo bleibt die Freiheit? Flüchtlinge sind auch Menschen Auf dem Oranienplatz in BerlinKreuzberg stehen sie schon seit einem Jahr – Zelte, die für zweihundert Menschen ein neues Zuhause sind, in einer Welt, in der sie Freiheit suchen. Wo aber bleibt die Freiheit? Vor dem Eingangsbereich dieses Flüchtlingslagers steht Victor. Er kommt aus Libyen und erzählt: „Ich habe als Konstrukteur gearbeitet und zu Hause selber Leute eingestellt. Dann kam der Krieg. Während eines Tages haben die Libanesen alles verloren. Nun stehe ich hier und bin auf die Hilfe Anderer angewiesen, nur weil ich als Flüchtling nicht arbeiten darf.“ Mit einem Boot hat er es auf die Italienische Insel Lampedusa geschafft und dann nach Berlin. Hier kämpft er um das Recht, sich frei zu bewegen und zu arbeiten, damit er weiter ein selbständiges Leben ohne

Unterstützung Anderer leben kann. Ob er das Gefühl habe, dass sein Protest in Deutschland gehört wird? Er hoffe, dass die Politiker helfen. „Deutschland ist das mächtigste Land in Europa und sollte ein Vorbild für andere Staaten sein. Wir sind keine Kriminellen oder Terroristen. Wir wollen uns nur in einem freien Land frei bewegen, leben und arbeiten“, wiederholt er

voller Überzeugung. Bis jetzt sorgen insbesondere Privatpersonen und Initiativen für Victor und seine

Mitstreiter. Hiesige Politiker haben den Flüchtlingen vom Oranienplatz ein Haus angeboten, damit sie den Winter im Trockenen verbringen können. Die Hilfe wird dankend angenommen. Auch in Köpenick gibt es inzwischen zwei Häuser für Flüchtlinge. Die Flüchtlinge erwarten trotzdem eine einfachere Lösung – Recht auf Arbeit und freie Bewegung, sowie keine Diskriminierung.

Lenka Houskova

Zahlen und Fakten (Binnen-)Vertriebene und Flüchtlinge weltweit: Asylanträge weltweit: Asylanträge in Deutschland:

44,2 Millionen 893.700 77.651

Asylanträge in Berlin:

8.226

Aufnahme Asylsuchender in Berlin:

3.200

Quellen: UNHCR, BAMF, LAGeSo (Stand Ende 2012); sh


Hingeschaut Helfer gesucht

InteraXion organisiert Flüchtlingshilfe in Treptow-Köpenick

So können Sie praktisch helfen: DolmetscherInnen werden für die Sprachen Arabisch, Kurdisch, Farsi, Urdu und Russisch gesucht. Das Büro InteraXion unterstützt die Ehrenamtlichen mit einer Handreichung.

Dazu gehört auch, Kontakte zu Sportvereinen, Kinder- und Jugendeinrichtungen herzustellen.

Sport

ist ein gutes Integrationswerkzeug. Gemeinsame Freizeitaktivitäten verbinden. Wer hätte Lust, ein gemeinsames Fußballtraining anzubieten? Aber auch Angebote für andere Sportarten sind erwünscht.

Es

mit anderen Engagierten einen Deutschkurs anbieten (z.B. 14-tägig). Das ist sehr wichtig, denn Sprache verbindet!

werden viele Spenden gebraucht, gerade auch Wintersachen und Kinderspielzeug, Schulmaterial usw.. Spendenannahmestelle ist das Büro InteraXion.

Nachhilfe für Kinder, damit

Wer organisiert (mit ande-

sie nach der Einschulung möglichst schnell den Anschluss finden. Auch Freizeitangebote für Kinder sind sinnvoll.

ren zusammen) ein Willkommensfest für die Flüchtlinge?

Gemeinsam

Foto © R. Gramatté

Carolina Tamayo Rojas leitet das Büro InteraXion (Träger: Offensiv'91 e.V.). Sie gibt Tipps für das ehrenamtliche Engagement in der Flüchtlingsarbeit.

InteraXion - Anlaufstelle für Migrant_innen | antirassistische Bildung Treptow-Köpenick Bürozeiten:

montags 10-18 Uhr, donnerstags 10-18 Uhr

Anlaufstelle:

mittwochs 10-14 Uhr und nach Vereinbarung

Die Gespräche können nach Anmeldung in mehreren Sprachen geführt werden. Tel./Fax: 030 65 48 72 93 carolina.t@offensiv91.de | www.zentrum-für-demokratie.de Besuchsadresse: Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick, Michael-Brückner-Str. 1/Spreestraße,

Christiane Hartmann-Kraatz

direkt gegenüber vom S-Bahnhof Schöneweide

Bunte Laternen leuchteten über Grenzen hinweg

Foto © S. Prieß

Der Fairness Kinder- und Jugendtreff lud am 11. November Groß und Klein zum gemeinsamen Martinsumzug in Altglienicke ein. Da leuchteten nicht nur die fleißig miteinander gebastelten Laternen, sondern auch viele Kinderaugen. Besonders aufgeregt und stolz hielten die Mädchen und Jungen aus Flüchtlingsfamilien, die derzeit in der Notunterkunft Grünau untergebracht sind, ihre farbenfrohen Werke in den Händen. Für sie war es die erste Einladung zu einem Sankt Martinsfest, welches sie in ihrer neuen Heimat gemeinsam mit anderen Kindern erleben konnten. So zog der bunt gemischte Martinszug 2

fröhlich singend bei Anbruch der Dunkelheit durch die Straßen von Altglienicke. Zum Abschluss wartete auf alle ein wärmendes Lagerfeuer, an dem der Abend gemütlich mit Liedern, Stockbrot und Kinderpunsch ausklang. Die Tradition des Sankt Martinsumzugs erinnert an die Geschichte vom Heiligen Martin: Ein reicher Mensch teilt seinen Mantel mit einem Bettler als Symbol der Menschlichkeit. Wie der Gedanke der Hilfsbereitschaft Wurzeln in unserem Alltag schlagen kann, zeigt die Arbeit des Kinder- und Jugendtreffs nicht nur mit der Organisation des Martinsumzugs. Das Team kooperiert mit der Notunter-

kunft für Flüchtlinge in Grünau mit dem Ziel, dass dort lebende Flüchtlingskinder die Freizeitangebote im Treff regelmäßig montags nutzen können. Die Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis zwölf Jahren können so ein Stück ihrer neuen Heimat und Kultur sowie dadurch ein anderes Umfeld außerhalb der Notunterkunft kennenlernen. Gern möchte der Jugendtreff seine Angebote, wie Spielen, Basteln, Malen, Kochen oder gemeinsame Ausflüge ausbauen und sucht dazu Freiwillige, die keine Scheu vor der Sprachbarriere haben. www.fippev.de/fairness Evelyn Mücke

SternenZeit


Hingeschaut Treptow-Köpenick sagt WILLKOMMEN!

Neue Wurzeln schlagen im Südosten von Berlin

D

as ehemalige Seniorenheim in der SalvadorAllende-Straße dient seit Mitte November als Notunterkunft. Die ersten von insgesamt 150 Flüchtlingen aus verschiedenen Krisengebieten, die ihre Heimat aufgeben mussten, finden dort kurz vor dem Winter einen sicheren Platz vor Krieg und Verfolgung. Die asylsuchenden und oftmals traumatisierten Menschen kommen derzeit hauptsächlich aus Ländern wie Syrien, Afghanistan, Pakistan, den ehemaligen GUS-Staaten und Serbien. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin (LAGeSo) rechnet in Berlin bis Ende 2013 mit ca. 5.000 Asylsuchenden, die auf die einzelnen Bezirke verteilt werden. Auch TreptowKöpenick leistet dabei seinen Beitrag zur Unterbringung. Das Bezirksamt informierte die Anwohner schriftlich im Vorfeld zur geplanten Einrichtung einer

Notunterkunft und lud mit zivilgesellschaftlichen Initiativen zu drei Informationsveranstaltungen ein, die rege genutzt wurden. Seitens der Anwohner war auf den Informationsabenden überwiegend eine große Hilfsbereitschaft zu spüren. Viele Unterstützungsangebote gingen ein, um den neuen Nachbarn ein ruhiges und willkommenes Ankommen zu ermöglichen. Bezirksbürgermeister Oliver Igel äußerte Verständnis für die Sorgen der Anwohner, die für sie mit der Ankunft der Flüchtlinge einhergehen. Gemeinsam mit der stellvertretenden Bezirksbürgermeisterin Ines Feierabend beantwortete er umfänglich Fragen, um Vorbehalte

Weltoffenes Treptow-Köpenick Derzeit können sich Bürgerinnen und Bürger aus TreptowKöpenick online gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit aussprechen und Flüchtlinge und Asylsuchende in unserem Bezirk willkommen heißen. Dazu hat der Bezirk auf Initiative des Bündnisses für Demokratie und Toleranz und des Integrationsbeauftragten Sven Schmohl eine Online-Erklärung eingerichtet, zu deren Erstunterzeichnern Bezirksbürgermeister Oliver Igel zählt. Bisherig sind über 230 Unter-

seine Bewohner erfahren oder helfen möchte, kann sich auf der Website www.eaurich.de/ Welcome informieren. Evelyn Mücke

Aufbereitung gebrauchter Technik für guten Zweck

schriften zusammen gekommen. Es ist angedacht, die unterzeichnete Erklärung im März 2014 im Rahmen der Internationalen Woche gegen Rassismus der Berliner Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen Dilek Kolat zu übergeben. Unterstützen Sie die Initiative unter: www.berlin.de/ba-treptow-koepenick/beauftragte/ integration.php

Zeitung Für Freiwilliges Engagement AUS Treptow-Köpenick

abzubauen. Abschließend bat Oliver Igel darum, auf die neuen Nachbarn freundlich und tolerant zuzugehen. Wer mehr über das Heim und

Sandra Holtermann

Die Agenda21 Treptow-Köpenick bereitet in dem Projekt "REUSE" gebrauchte Technik auf, die gemeinnützigen Zwecken zur Verfügung gestellt wird. Daher bitten wir Sie einmal durchzusehen, ob in Ihrem Haushalt oder in Ihrer Firma Schätze lagern, die von der Agenda21 TK zum Einsatz gebracht werden können. Helfen Sie den Menschen, welche hierher vor Giftgas und Geschossen, wegen ihres Glaubens oder ihrer Freiheits-Vorstellungen geflohen sind. Auch

nicht-technische Ausstattung wird benötigt. Technische Spenden: Haus der Nachhaltigkeit, Rudower Straße 51, 12557 Berlin, Tel.: 65 57 56 1, Ansprechpartner: Christof Stöhr Alle weiteren Spenden: Zentrum für Demokratie, Michael-Brückner-Str. 1/ Spreestraße, 12439 Berlin, Tel.: 65487293, Ansprechpartner: Carolina Tamayo Rojas, Yves Müller Andre Schaal

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Nachrichten Teilhabe und Sinngebung

Die Veranstaltungsreihe „Engagement in Treptow-Köpenick: Hier bin ich dabei“ fand auch in diesem Jahr wieder großen Zuspruch. Viermal lud das Sozialamt auf Initiative von Stadträtin Ines Feierabend zu der Kooperationsveranstaltung mit dem STERNENFISCHER Freiwilligenzentrum Treptow-Köpenick an verschiedene Orte ein. Dieses Angebot richtet sich vor allem an ältere Menschen, die kurz vor dem Ruhestand stehen, und es informiert darüber, welche Möglichkeiten es im Bereich freiwilliges Engagement gibt. Sandra Maiwald, STERNENFISCHER Freiwilligenkoordinatorin, gibt Einblicke in die Arbeit der STERNENFISCHER und stellt aktuelle Engagementangebote aus verschiedenen Bereichen vor. Dieses Zusammentreffen ist stets eine gute Gelegenheit, um auch Fragen zu stellen und Gleichgesinnte kennenzulernen. 2014 werden wieder vier Veranstaltungen stattfinden. Ob in gemütlicher Runde in einem KIEZKLUB oder in dem tollen Ambiente im Rathaus Köpenick, das Thema ist immer dasselbe: Aktiv im Alter – durch Engagement! Angie Kanthak

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des

STERNENFISCHER Freiwilligenzentrum wünschen

Ihnen ein friedliches Weihnachtsfest, einen besinnlichen Jahresausklang und viele Lichtblicke im

JAHR 2014!

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Tagung fragte nach Möglichkeiten eines Engagements psychisch Kranker

Prof. Dr. Dr. Dörner war als führender Sozialpsychiater ein gefragter Gesprächspartner.

Am 24.09.2013 fand in Berlin die Tagung „Teilhabe und Sinngebung“, veranstaltet von STERNENFISCHER, DPW Berlin und USE gGmbH, statt. Von besonderem Interesse waren die Thesen von Prof. Dr. Dr. Dörner: Helfen sei eine Wechselwirkung. Wir reden viel von Hilfs-

bedürftigkeit, jedoch sei jeder Mensch auch helfensbedürftig. Selbstbestimmtes Leben sei ein Geben und Nehmen, Unterbelastung könne auch Krankheitsquelle sein. Seit Tausenden von Jahren arbeiten die Menschen in der Nachbarschaftshilfe miteinander, unabhängig davon, ob je-

mand Kohlen brauche wegen eines Gipsbeines oder Vergesslichkeit. Alle seien nach ihren Möglichkeiten aktiv gewesen. In den letzten Jahren sei ein Anstieg der Zahl psychischer Erkrankungen zu verzeichnen. Könne dies auch an der Erweiterung der Palette von Krankheitsbildern (wie z. B. Burnout) liegen? In Workshops diskutierten Betroffene mit Haupt- und Ehrenamtlichen die Thematik. „Jeder braucht seine Tagesdosis an Bedeutung“, so Dörners Fazit, „und die Nachbarschaft von morgen benötigt zur Bewältigung zukünftiger Herausforderungen alle Menschen.“ Andre Schaal

Ein guter Ort für Wohltäter Bürgerstiftung Treptow-Köpenick gegründet Die Atmosphäre ist feierlich unter den 30 Anwesenden an diesem Abend im Ratssaal Köpenick. Bürgermeister Igel spricht in seiner Begrüßung von einem historischen Moment. Im Raum versammelt sind Visionärinnen und Visionäre, die den Bezirk Treptow-Köpenick stärken wollen. Sie haben über zwei Jahre Zeit in die Vorbereitungen der Bürgerstiftung investiert, die nun gegründet wird. Vor Ort sind auch die Stifter - diejenigen also, die Geld geben für das Gründungskapital, das schon jetzt bei weit über 90.000 € liegt. Alle Stifterinnen und Stifter unterzeichnen die Stiftungserklärung, mit der die Gründung besiegelt wird. In der Zukunft wird die Bürgerstiftung

Foto © S. Beerbaum

Engagement in Treptow-Köpenick

ehrenamtliches Engagement in Treptow-Köpenick fördern. Denn oft, so Schirmherr Oliver Igel, fehle es Engagierten an kleineren Beträgen, um Großes zu bewirken.

ter und Spender. Kontakt: Karin Geißler, Tel.: 030-671 44 98 Marko Schreiter, Tel.: 030-486 25 879, Dr. Klaus Ulbricht, Tel.: 0171-52 77 745; www.buergerstiftung-treptow-koepenick.de

Die Stiftung sucht weitere Stif-

Stefanie Beerbaum

SternenZeit


Nachgefragt Flüchtlinge freundlich empfangen Bezirksbürgermeister Oliver Igel im Interview mit STERNENZEIT-Redakteurin Franziska Pfeil

Treptow-Köpenick wird in nächster Zeit ca. 500 Flüchtlinge aufnehmen. Wer legt die Zahlen und die Verteilung auf die Bezirke fest? Nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel werden Asylbewerber auf die Bundesländer verteilt. Berlin nimmt demnach etwa 5 % der Menschen auf. Innerhalb Berlins hat der Rat der Bürgermeister auf Vorlage des Senats ein Modell beschlossen, nach dem Asylbewerber gleichmäßig über die Stadt verteilt aufgenommen werden. Das heißt aber nicht, dass in allen Bezirken gleich viele Menschen untergebracht sind. In Spandau sind es derzeit 1.300 Asylbewerber, in Lichtenberg mehr als 1.000. Wir nehmen einen vergleichsweise kleineren Teil auf.

Aus

welchen Ländern kommen die Menschen? Das ändert sich ständig. In diesem Jahr kommen die meisten aus Russland, Syrien, Serbien und Afghanistan.

Wie

können Sie den Beschluss des Integrationsausschusses und der BVV unterstützen, Flüchtlinge in kleineren Gruppen unterzubringen? Das Bezirksamt favorisiert möglichst kleine Unterbringungseinrichtungen mit 100-150 Menschen. In anderen Bezirken wurden Einrichtungen mit bis zu 600 Menschen an einem Ort geschaffen. Wir halten das für zu viel. Einfluss hat das Bezirksamt darauf jedoch nicht. Für die Unterbringung der Flüchtlinge ist das Landesamt für Gesundheit und Soziales

(LAGeSo) zuständig. Wir haben jedoch dem LAGeSo nur kleinere Objekte zur Nutzung vorgeschlagen.

Auch

in unserem Bezirk sind Menschen durch den Zuzug von Flüchtlingen in ihrer Nachbarschaft verunsichert. Sehen Sie Möglichkeiten, dem entgegenzuwirken? Die Verunsicherung ist verständlich, Angst muss aber niemand haben. Wir haben schon seit Jahren ein gut funktionierendes Heim in der Köpenicker Landstraße, bei dem es keine Probleme gibt. Auch in der Wassersportallee in Grünau haben sich die anfangs geäußerten Sorgen nicht bestätigt. Wir wollen den Sorgen und Ängsten durch eine enge Kommunikation zwischen Heimbetreiber und den einzurichtenden Runden Tischen mit den Anwohnern begegnen. Es gibt die Möglichkeit, Sprechstunden des Projekts InteraXion zu nutzen, und wir haben bei der Einrichtung neuer Unterbringungseinrichtungen Bürgerversammlungen durchgeführt. Durch den Runden Tisch unter Führung der Anwohner selbst gibt es eine ständige Institution, die bei Problemen aktiv werden kann.

Wie ist es um die Sicherheit der Flüchtlinge bestellt? In jeder Einrichtung gibt es einen Sicherheitsdienst. Es kommt aber auch sehr auf das zivilgesellschaftliche Klima an. Deshalb begrüße ich ausdrücklich das bürgerschaftliche Engagement, um Flüchtlingen zu helfen: seien es Kleiderspenden, Spielzeug, Hilfe bei

Zeitung Für Freiwilliges Engagement AUS Treptow-Köpenick

Erledigungen mit Ämtern und Behörden oder Unterstützung beim Deutschunterricht.

Sie haben sich gegen den diskutierten Standort Schöneweide ausgesprochen, da dort die rechtsradikale Szene zu stark sei. Was will der Bezirk dagegen unternehmen? Ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis organisiert den Kampf gegen Rechtsextremismus in Schöneweide: das Bündnis für Demokratie und Toleranz, das Zentrum für Demokratie, „Bunt statt braun“, „Schöner weiden ohne Nazis“, „Uffmucken“ und viele weitere sind am Ort aktiv und unterstützen die demokratischen Kräfte.

Wie

will der Bezirk den Flüchtlingen den Zugang zu unserer Gesellschaft ermöglichen? Auch hier wird die Zusammenarbeit mit den jeweils am Ort

tätigen Einrichtungen und Vereinen gesucht. Das geschieht auch im Rahmen der Runden Tische. Es muss jeweils nach den Möglichkeiten am Ort geschaut werden, welche Angebote unterbreitet werden können und welche geeignet sind. Dabei helfen auch die Sozialarbeiter, die in den Unterkünften tätig sind. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass Menschen, die aus Krisen- und Kriegsgebieten kommen, traumatisiert sind. Sie brauchen Zeit. Sie müssen ihre Ängste überwinden.

Was

möchten Sie den Treptow-Köpenickern für das Leben mit Flüchtlingen mit auf den Weg geben? Es kommen Menschen zu uns, die ihre Heimat aufgeben mussten. Sie benötigen unsere Hilfe, sie sind oft traumatisiert, verängstigt. Wir sollten sie deshalb friedlich und freundlich empfangen. 5


Vorgestellt Väterchen Frost steht vor der Tür Spendenaufruf für die eisige Jahreszeit Das Ende des Herbstes gibt dem Winter eine Steilvorlage. Es wird der Jahreszeit gemäß dunkel, kalt und nass. Die warmen und dicken Kleidungsstücke wie Jacke, Mantel und sonstige wärmende Utensilien vom letzten Jahr werden gesichtet und für gut oder nicht mehr tragbar erachtet. Doch manchmal ist das so mit den nicht mehr tragbaren Sachen – ein Anderer wäre sehr froh, wenn er dieses Kleidungs-

stück tragen dürfte. Er hat keine warmen Sachen und ist auf die Kleiderstuben der freigemeinnützigen oder kirchlichen Träger angewiesen. Bitte denken Sie daran: tragbare, saubere Winterkleidung muss nicht in die Mülltonne. Sie können damit anderen helfen und ihnen eine Freude machen. Geben Sie sie in der Kleiderstube ab. Nach telefonischer Absprache holen Hilfsorganisationen Spenden auch ab. fp

Mögliche Annahmestellen (Auswahl): Kleiderstube der Arbeiterwohlfahrt Müggelseedamm 44, 12587 Berlin Tel. 030 6451945 Büro InteraXion Nähere Informationen: STERNENZEIT, Seite 2

Freiwillige für Vermittlung handwerklicher Tätigkeiten Warum sollten nicht Kinder und Jugendliche etwas über das Mittelalter durch praktisches Tun lernen? Gefragt, getan. Die Studienrätin Marlies Böttcher hat dafür mit anderen zusammen den Verein Zeitfluss gegründet. Auf dem Gelände der Gartenarbeitsschule in der Friedrichshagener Straße 7 werden ab 2014 mittelalterliche Häuser gebaut, in denen traditionelles Handwerk angesiedelt werden soll. Hierfür werden schon jetzt Freiwillige für die Vermittlung handwerklicher Fähigkeiten gesucht. Marlies Böttcher und ihre Mitstreiter möchten, dass die SchülerInnen das mittelalterliche Leben von der Pike auf kennenlernen. Dazu gehört auch

die entsprechende Gewandung und Arbeit. Die Kinder und Jugendlichen sollen für einen Tag bei einem Handwerker oder einer Handwerkerin in die Lehre gehen. In der Tischlerei, in der Weberei und in der Küche werden noch Sachkundige benötigt, die den Projektaufbau mitgestalten möchten. chk www.zeitfluss.eu

Startseite von www.zeitfluss.eu

Ronja Buggel

Foto © privat

tatkräftige Unterstützerin des Familienentlastenden KinderDienstes Einhorn gGmbH

Ronja Buggel

Ronja Buggel (20) engagiert sich seit Anfang 2013 ehrenamtlich als Kinderbegleiterin für die Einhorn gGmbH. Sie kümmert sich dort hauptsächlich um einen Jungen mit den Diagnosen Autismus und ADHS. Mit ihm und sei-

nen beiden Geschwistern verbringt sie viel Zeit auf dem Spielplatz, gestaltet deren Freizeit möglichst abwechslungsreich und versucht so, den alleinerziehenden Vater einmal in der Woche zu entlasten. Das Engagement bietet für Ronja

vor allem vielseitige neue Erfahrungen, das Kennenlernen neuer Strukturen, sowie neue Erkenntnisse für ihr Studium der Rehabilitationspädagogik. www.deinEinhorn.de ad

André Bernhagen

Foto © S. Maiwald

tatkräftiger Unterstützer des Abenteuerspielplatzes und Kinderbauernhofs „Waslala“

André Bernhagen

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André Bernhagen (48) engagiert sich seit Juli 2012 ehrenamtlich auf dem Kinderbauernhof „Waslala“. Er betreut dort unter anderem die Aktivitäten der Kinder, ist Ansprechpartner für große und kleine Sorgen und gibt Hilfestellun-

gen im Hüttenbaubereich. Im Tierbereich unterstützt er außerdem den Futterdienst und schaut auch gern am Wochenende nach dem Rechten. Seine Motivation ist es, dort den Kindern eine sichere und schöne Zeit zu ermöglichen

und dafür zu sorgen, dass diese kindgerecht und sinnvoll ist. Die kleinen Gäste sollen einfach eine unbeschwerte Zeit erleben können. www.aspwaslala.de ad

SternenZeit


Angekündigt

Aha ...

Veranstaltungshinweise für Treptow-Köpenick

von Franziska Pfeil

Dezember 2013 05.12.2013

13.12.-15.12.2013

Feierliche Verleihung des Deutschen Engagementpreises 2013, Würdigung des gemeinnützigen Engagements. Informationen unter: www.deutscher-engagementpreis.de

Zum zweiten Mal präsentieren in der barocken Atmosphäre der Schlossinsel Köpenick freie Träger des Bezirks weihnachtliche Angebote wie traditionelles Kunsthandwerk, Schmalz nach mittelalterlichen Rezepten und Bastelangebote für Kinder. Auf der Bühne wird ein weihnachtliches Programm angeboten. Die beliebte Tradition des abendlichen Turmblasens findet an allen drei Veranstaltungstagen um 18 Uhr statt.

06.12.2013

Fachtag „Mit 66 Jahren - Demografie und Ehrenamt“ Im Fokus stehen Bedarfe älterer Menschen im Ehrenamt. Wie kann ein generationsumfassendes Engagement funktionieren? Vor welchen Herausforderungen stehen Vereine und Initiativen? Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung per Mail an: anmeldung_66jahre@bpb.bund.de oder per Fax an 030-254504478. Jerusalemkirche, Lindenstraße 85, 10969 Berlin

KÖPENICK, die Weihnachtsinsel

18.12.2013

Preisverleihung „Helfende Hand“ Mit dem Förderpreis, der durch das Bundesministerium des Inneren jährlich vergeben wird, werden Mitglieder von Hilfsorganisationen ausgezeichnet, die sich ehrenamtlich im Bevölkerungsschutz engagieren. Abstimmung möglich bis zum 18.12.2013. Weitere Informationen unter www.helfende-hand-foerderpreis.de.

Foto © privat

Nachruf auf Hans Joachim Koppe „Erst wenn ich Hand angelegt habe, bekomme ich ein Gefühl für die Ausgabe. Mit den Computerprogrammen geht das nicht, ich setze die Zeitung per Hand“, sagte Herr Koppe mir in einem unserer letzten Telefonate im Juli diesen Jahres. Er war Journalist der alten Schule, Journalist mit Leib und Seele und Ehrenamtlicher voller Leidenschaft. Man kennt und schätzt ihn in Treptow-Köpenick. Seit 1998 leitete er die Köpenicker Seniorenzeitung, ein ehrenamtlich erstelltes Blatt. Als Profi hatte er stets alle Beiträge im Blick, redigierte ausführlich, ließ aber immer einen großen journalistischen Spielraum für „seine“ Redakteurinnen und Redakteure. „Die Freude am Schreiben bei den anderen entfachen und dafür sorgen, dass alle diese behalten“, so beschrieb er einmal seine Hauptaufgabe als Chefredakteur. Dabei hat er nicht nur die Redaktion, sondern auch uns als Kooperationspartner begeistert. Hans Joachim Koppe ist tot. Unser Beileid gilt seiner Familie. Aber sein Geist wird, davon bin ich überzeugt, noch lange in der Treptow-Köpenicker Ehrenamtsszene und vor allem in „seiner Zeitung“ spürbar sein. Danke für die intensiven Begegnungen. Danke für unsere Zusammenarbeit. Und danke, dass auch ich von Ihrem Wissen und Ihren Erfahrungen lernen durfte. Stefanie Beerbaum, Projektleiterin STERNENFISCHER Freiwilligenzentrum Treptow-Köpenick

Zeitung Für Freiwilliges Engagement AUS Treptow-Köpenick

Foto: © privat

Internationaler Tag des Ehrenamtes

Haben Sie schon mal im Ausland auf einem Bahnhof gestanden? Der Zug fährt ein, Sie steigen aus. Sie verstehen die Sprache nicht, die Schriftzeichen sind Ihnen unbekannt. Die Menschen bewegen sich wie Sie, aber Aussehen, Kleidung und ihr Umgang miteinander ist irgendwie anders. Es ist fremd. Sie selbst werden angeschaut wie das 7. Weltwunder. Sie fühlen sich unwohl. Eigentlich möchten Sie nicht so angeschaut werden, sondern unbeachtet Teil der Masse sein. Doch Sie fallen auf. Wenn Sie das nicht mögen, können Sie in den Zug steigen und wieder nach Hause fahren. Es gibt Menschen, die nicht zurück können. Sie kommen als Flüchtlinge in unser Land, in dem sie die Schrift nicht lesen und die Sprache nicht verstehen können. Sie kommen aus extremen Lebensumständen, die wir uns nicht vorstellen wollen und können. Furchtbare Erlebnisse verfolgen sie und lassen sie nicht mehr los. Lassen Sie uns daran denken, wenn wir das nächste Mal einem Fremden begegnen. 7


Mein Tipp

Ehrenmal im Winterlicht

Foto © R. Gramatté

Für einen Spaziergang an einem verschneiten Winternachmittag empfehle ich Ihnen einen Abstecher nach Alt-

Treptow: Inmitten des Treptower Parks steht seit Mai 1949 das größte sowjetische Ehrenmal auf deutschem Boden,

eine Grabstätte von mehr als 7000 sowjetischen Gefallenen. Die monumentale, an dunklen Wintertagen durchaus surreal wirkende Anlage erreichen Sie durch einen Triumphbogen an der Puschkinallee. Zuerst fallen hohe, symmetrisch angeordnete, an die russische Tundra erinnernde Birken ins Auge, die die trauernde Skulptur „Mutter Heimat“ umgeben. Ihr steht am fernen Ende der Hauptachse auf einem Mausoleumshügel die 12m hohe Bronzestatue eines sowjetischen Soldaten ge-

genüber. Diese Pole stehen für Verlust einerseits sowie Befreiung von nationalsozialistischer Gewaltherrschaft andererseits – und sie erinnern uns daran, dass wir Faschismus heute und in Zukunft vehement begegnen müssen.

Ihre Sandra Holtermann

STERNEN - Rätsel - ZEIT Aus den unten angegebenen Silben sind Wörter mit folgenden Bedeutungen zu bilden: Das Rätsel ist gelöst, wenn alle Silben richtig verwendet worden sind. 1. Was wurde in Treptow-Köpenick zur Förderung von Engagement gegründet? 2. Welche Funktion übt Sven Schmohl im Bezirksamt Treptow-Köpenick aus? 3. Welchen Namen trägt die trauernde Skulptur am Treptower Ehrenmal? 4. Ein anderes Wort für Unterstützung: 5. Was können Flüchtlinge beantragen? 6. Weihnachten ist das Fest der ... 7. Beratungsstelle für MigrantInnen: 8. Die Flüchtlinge kommen aus ... 9. Wo können PCs abgegeben werden? 10. Russischer Winter (Person) a—a—auf—be—be—be—bie—bür—chen—der—frost—ge—ger—gra—hal—haus—hei—hilfs—in—in—keit—kri—lie—mat— mut—nach—on—ons—reit—schaft—sen—stif—syl—te—ten—ter—ter—ter—ter—ti—tig—trag—tung—vä—xi. Lösungen der letzten Ausgabe: 1. Er-werbs-ar-beit; 2. I-nes-Fei-er-a-bend; 3. Bür-ger-ge-sell-schaft; 4. Uff-muck-en; 5. Bun-des-frei-wil-li-gen-dienst; 6. Kaf-fee-ma-schi-ne; 7. im-Schloss-park-Kö-pe-nick; 8. Der-Deut-sche-En-ga-ge-ment-preis; 9. an-Mit-mach-ak-tio-nen; 10. Acht-sam-keit. Impressum Herausgeber: STERNENFISCHER Freiwilligenzentrum Treptow-Köpenick, Müggelheimer Str. 13, 12555 Berlin, Tel. 030-24 35 85 75, Fax 030-68 07 41 61, www.sternenfischer.org, www.facebook.com/STERNENFISCHER.Freiwilligenzentrum, STERNENFISCHER ist ein Projekt der Union Sozialer Einrichtungen gemeinnützige GmbH (USE gGmbH), Geschäftsführung USE gGmbH: Wolfgang Grasnick, Andreas Sperlich, V. i. S. d. P.: Stefanie Beerbaum, Projektleitung STERNENFISCHER, Chefredaktion: Stefanie Beerbaum (kommissarisch), Redaktion: Christiane Hartmann-Kraatz (chk), Lenka Houskova (lh), Wolfgang Kalaene (wk), Sandra Holtermann (sh), Evelyn Mücke (em), Annika Duft (ad), Andre Schaal (as), Franziska Pfeil (fp), Angie Kanthak (ak), Tel. 030-24 35 85 75, redaktion@sternenfischer.org , Fotograf: Reginald Gramatté, Herstellung: Union Sozialer Einrichtungen gemeinnützige GmbH (USE gGmbH). Gedruckt auf 100 Prozent chlorfrei gebleichtem Papier. Erscheinungsweise: quartalsweise, Auflage: 1.000 Stück, Redaktionsschluss der aktuellen Ausgabe: 12.11.2013, Hinweise: Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Spendenkonto: Union Sozialer Einrichtungen gemeinnützige GmbH, Konto-Nr. 3 165 909, Bank für Sozialwirtschaft (BLZ 100 205 00), Verwendungszweck: "Spende STERNENFISCHER", Spendenbescheinigung auf Wunsch.

STERNENZEIT, Ausgabe Winter 2013/14  

STERNENZEIT Zeitung aus Treptow-Köpenick für freiwilliges Engagement Schwerpunkt "Flüchtlingshilfe in Treptow-Köpenick"

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