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Asia Minor Tableware


Für meine geliebte Großmutter Kalíope


StĂŠlios Germalidis Industrial Design Thema: Objekte der Alltagskultur -Asia Minor TablewareSommersemester 2011 Betreuer/ PrĂźfer Prof. Dr. Ralph Schieschke Daniele Ferrazzano ID BA

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Hiermit erkl채re ich, Stelios Germalidis, dass ich die vorliegende Arbeit alleine, eigenst채ndig und ohne fremde Hilfe verfasst habe.

Stuttgart, 05.06.2011

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„

Sinnig zwischen beiden Welten Sich zu wiegen lass ich gelten Also zwischen Ost und Westen Sich bewegen sei zum besten! Goethe


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zur zeit als aus konstantinopel istanbul wurde


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Inhaltsangabe

11 Einleitung

77 79 81 89

Marktanalyse Die urform Der aktuelle markt Auswertung marktanalyse

13 Motivation, Intention, Idee & Zielsetzung 91 Moodboard & einflüsse 15 Asia minor begriffserklärung 95 die ideen 97 Konzept, formale aspekte und umfang

17 Kultur 19 21 25

Der kulturbegriff Kleinasiatische esskultur Imam bayildi rezept

27 Fazit „kulturverschmelzung“ 31 Die Epochen und ihre Objekte der Alltagskultur 33 Antike 35 Die bemassung der welt 37 Objekte der alltagskultur 41 43 45 47

Byzanz Strahlend in purpur und gold Objekte der alltagskultur Ikonen, mosaike, purpur und gold

51 53 55 57

Osmanisches reich Träume aus 1000 und einer nacht Objekte der alltagskultur Tughra und arabeske

99 Idee 1 „inside out“ 103 105 123 125 127

Idee 2 „all in“ Zeichnung Ideenkonkretisierung Funktions- und volumentests Formfindung

129 131 135 139 143 147 151 155

Gestaltung Kerzenständer Menagen Grosse Schüssel Suppenschüsseln Gläser Teller Mezeschale

159 Materialität 163 Visualisierung 173 Modellbau

61 Der kranke mann am bosporus 189 Fussnotenverzeichnis 63 Auswertung der objekte über die epochen 67 Die grundformen kreis und zylinder 71 Formfindung

191 Literaturverzeichnis / Bilderverzeichnis

73 Kulturgut keramik

193 Danksagungen

75 Steinvorkommen in kleinasien

inhaltsangabe 7


istanbul - blick auf den bosporus


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Durch den Akt der Integration von Kulturgütern (...) in mehreren Objekten der Alltagskultur soll ein Beitrag geleistet werden den Völkern (...) Gemeinsamkeiten aufzuzeigen (...).


Jeder Mensch definiert sich durch seine Identität bzw. kulturelle Zugehörigkeit, welche durch viele Faktoren konstituiert wird. Die eigene Geschichte, die Herkunft (geographisch und ethnisch), die Religionszugehörigkeit (ethische und moralische Wertvorstellungen), oder aber auch zum Beispiel die politische Gesinnung. Die Identitätsbildung eines Einzelnen oder einer Gruppe ist sehr stark von den gelebten und lebendigen Traditionen abhängig. Um zur Völkerverständigung beizutragen bedarf es Feinfühligkeit

und Selbstvertrauen, Verständnis für andere Verhaltensmuster und Denkweisen, Flexibilität, Respekt und Toleranz. Design ist aus den Bedürfnissen, seien es physische oder psychische, der Menschen entstanden. Für den (Design-) Prozess gibt es aber keine Faustregeln, vielmehr ist der Prozessablauf von den jeweiligen Interessen der Personen abhängig, denen die Gestaltung gilt. Design kann in diesem Fall als Brückenbauer und Vermittler dienen, als Medium, welches es ermöglicht, verschiedene Kulturen in einem

Objekt zu integrieren und somit einen gemeinsamen Nenner und eine künftige Basis für ein Miteinander schafft. Durch den Akt der Integration von Kulturgütern (Essgewohnheiten, Formensprachen etc.) in einem bzw. mehreren (Gebrauchs-) Objekten der , soll ein Beitrag geleistet werden den Völkern, die mitunter schon seit Jahrhunderten verfeindet sind, Gemeinsamkeiten aufzuzeigen und zu versöhnen. So ein Prozess bedarf viel Zeit und Mut, ein offenes Ohr und vor allem ein offenes Herz.

einleitung 11


„

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität in der globalen Welt des 21. Jahrhunderts.


Stelios ist mein Name und ich wurde in Deutschland geboren. Mein Vater heißt Zissis und wurde in Griechenland geboren. Mein Großvater heißt Theodoros und wurde in der Türkei geboren. Mein Urgroßvater hieß Minas und wurde im Osmanischen Reich geboren. Wir sehen uns als Griechen, Byzantiner, Romäer, oder nennen wir es im weiteren Verlauf doch einfach Hellenen mit christlich-orthodoxem Glauben. Die Endung unseres Nachnamens -idis verrät, dass wir aus Kleinasien stammen. Um konkreter zu werden aus Konstantinopel, dem heutigen Istanbul in der Türkei. Mein Ur-Ur- Urgroßvater ahnte von dieser Entwicklung nichts, die Osmanen bezeichneten ihn als Rum (zu dt. Romäer/ Ost- Römer) oder Yunan (zu dt. Ionier). Im 18. Jahrhundert noch hieß es wenn man gefragt wurde, wer man sei, etwa: „Mein Name ist Konstantinos, ich spreche griechisch, bin christlich-orthodox und mein Herr ist Sultan Abdullah“. Von Nationalität keine Spur. Der eigentliche Hintergrund für dieses Projekt war längst überfällig. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität in der globalen Welt

des 21. Jahrhunderts. Was oder wer bin „Ich“ und wodurch definiert sich meine Identität? Besagt ein Pass zu wem, oder was ich mich als Individuum zugehörig fühle? Oder sind es eher die Traditionen die man lebt, die Sprache die man spricht oder den Glauben den man hat? Ist es die Hautfarbe oder eine Subkultur der man sich zugehörig fühlt? Oder ist das mehr oder weniger nicht von Bedeutung?! Was habe ich mir „Fremdes“ angeeignet, was davon habe ich integriert, oder gar assimiliert in meiner Identität. Integration und Assimilation, diese beiden Begriffe sind diesertage in aller Munde, sie erhitzen die Gemüter der Republik und sorgen für explosiven Gesprächsstoff und heftige Debatten. Doch, haben Menschen nicht schon vor dieser Debatte friedlich miteinander gelebt und kulturellen Austausch betrieben? Gab es nicht schon davor Integration und Assimilation? Wie kommt es, dass zwei Länder sich zu unterschiedlichen Religionen bekennen, aber trotzdem gleiche Bräuche, Tänze und Essgewohnheiten haben. Kulturen können doch wohl nicht nur Nebeneinander

koexistieren, oder sich gar bekriegen, sie können vielmehr voneinander lernen und dabei wachsen. Mit dem Blick auf all das liegt es als angehender Designer nahe, die Möglichkeit zu nutzen und durch die Gestaltung Brücken zu bauen, Grenzen zu überwinden und verschiedene Kulturen in der Gestaltung eines Objektes zu integrieren. Die Grundidee des Projektes ist es eine Produktfamilie im Küchenbereich zu gestalten, konkreter im Geschirrbereich, inspiriert durch die Vielseitigkeit der Menschen und Bräuche Kleinasiens. Meines Ursprungs. Es soll auf die kulturellen Errungenschaften und Bräuche der Region eingegangen werden, die Traditionen der Menschen durchleuchtet werden und Maß an den Essgewohnheiten genommen werden. Die Summe all dieser Faktoren sollen letztlich das Design und die Funktionalität der Produkte bestimmen. Der Mehrwert des Projektes soll die Vergangenheitsbewältigung, Völkerverständigung und Überwindung von Vorurteilen - denen wohl jede Kultur ausgesetzt ist - sein.

motivation, intention , idee & zielsetzung 13


asia minor - kleinasien

Asia Minor ist heutzutage besser bekannt als “Anatolien“ nach dem griechischem „Anatolikon“ - Osten, oder Land des Sonnenaufgangs.


Die Region um den asiatischen Teil der heutigen Türkei wird seit den Römern Asia Minor, Kleinasien genannt. Asia Minor ist heutzutage besser bekannt als “Anatolien“ nach dem griechischem „Anatolikon“ - Osten, oder Land des Sonnenaufgangs1. Die kleinasiatische Halbinsel ist von drei Seiten mit Meeren umgeben. Dem Schwarzen Meer im Norden, dem Mittelmeer im Süden und dem Ägäischen Meer im Westen. Die Region ist geschichtlich und geographisch sehr abwechslungsreich. Sie ist der Geburtsort des Christentums und war das Kernland für zwei Weltreiche, Byzanz und das osmanische Reich.2

Der Bosporus (aus dem griechischen, “Rinderfurt“) gilt dabei seit der Antike als natürliche Grenze zwischen Europa und Asien, geologisch gesehen gehören aber Asien und Europa zusammen und zwar als zusammenhängender Kontinent Eurasien. Es gab viele wichtige Kultur- und Handelszentren in Kleinasien, so sind Ephessos, Trapezunt oder Antiochia zu nennen, doch keine dieser Städte ist und war mit der „Polis“ zu vergleichen. „Polis“, schlicht die „Stadt“, nennen die Hellenen sie heute immer noch, denn die schönste Stadt der Welt, sie braucht keinen Namen. Byzantion, Nova Roma, Konstantinopel, oder heute Istanbul. Bis 1453 war sie byzantinische und bis 1923 osmanische Hauptstadt3. Die Stadt ist durch die BosporusMeerenge in einen europäischen und einen asiatischen Teil geteilt. Heutzutage gibt es viele Verbindungen dieser beiden Teile, wie zum Beispiel die bekannte BosporusBrücke. Die zweite Meerenge zu Kleinasien bilden die Dardanellen (Hellespont) zwischen der europäischen Halbinsel Gallipoli und der Region von Troja. Genau hier ist der Punkt in dem alles zusammenläuft. Wo der Osten den Westen küsst.

istanbul und bosporusmeerenge

asia minor begriffserklärung 15


kultur 17


männer beim genuss einer narghile

Oder wie der deutsche Philosoph Bernhard Waldenfels treffend resümiert, Kultur ist – ähnlich der Seele bei Aristoteles – „auf gewisse Weise alles“


Kultur ist eigentlich alles, was landestypisch ist – egal ob Religion, regional bestimmte Sitten und Gebräuche, oder Musik und Tanz. Dabei gilt auch heute der bekannte – und wahre – Spruch: „andere Länder, andere Sitten“! Was bei uns in Europa als vollkommen normal gilt, muss nicht überall so sein. Der Kulturbegriff umfasst die Vollständigkeit des durch Menschenhand Erschaffenen. Die “Kultur“ beinhaltet sachliche Dinge (Gebrauchsgegenstände etc), geistige Errungenschaften (Musik etc.) als auch soziale Systeme in diesem Begriff. Konsequenter weise kann gesagt werden, dass der Kulturbegriff alles was durch menschliches Handeln erschaffen, verändert oder gestaltet wird, beinhaltet4. Oder wie der deutsche Philosoph Bernhard Waldenfels treffend resümiert, Kultur ist – ähnlich der Seele bei Aristoteles – „auf gewisse Weise alles“5.

Der Begriff Alltagskultur umschreibt hingegen die Traditionen (Gewohnheiten und Gebräuche) und Gegenstände des Alltags, die nicht als Kultur im Sinne von Kunst (Bildender Kunst, Musik und Literatur) angesehen werden. Umgangssprachlich wird auch der Begriff Massenkultur verwendet. Die materiellen Güter die von einer Kultur oder Gesellschaft hervorgebracht wurden, wie zum Beispiel Gerätschaften (Werkzeuge etc), architektonische Bauten, Kleidungsund Schmuckstücke oder Ähnliches, bezeichnet man als materielle Kultur6. Es sind Güter, die zum Nutzen menschlicher Bedürfnisse dienen und im Gegensatz zu den Investitionsgütern nicht als Produktionsmittel Verwendung finden. Man bezeichnet sie als Konsumgüter7. Unterschieden wird dabei zwischen langfristig nutzbaren Gebrauchsgütern (z. B. Essgeschirr oder Bekleidung) und Verbrauchsgüter (z. B. Lebensmittel), die nur zur einmaligen Nutzung zur Verfügung stehen.

Wohl kaum eine andere Region auf der Welt stand so einer Wechselwirkung und Beeinflussung von Kulturgütern gegenüber wie Kleinasien. Ein reger kultureller Austausch fand fortlaufend statt, sei es in der Architektur, der Sprache, der Musik oder dem Essen. Vieles wurde in die jeweilig eigene Kultur integriert, teilweise auch assimiliert und macht heutzutage die Magie und Vielfalt von Asia Minor aus.

der kulturbegriff 19


loukoumades

melomakarona

„ mezedes

baklavas

loukoumi

Alle ethnischen Gemeinschaften in Kleinasien kochen fast dieselben Mahlzeiten, auch wenn sie in religiĂśser, sozialer und kultureller Hinsicht unterschiedlich sind.


Esskultur ist ein Begriff der sowohl die regionalen Spezialitäten beinhaltet, als auch das gesamte kulturelle Umfeld der Ernährung des Menschen, wie zum Beispiel Tischsitten, Traditionen oder EssWerkzeug. Zudem dient es als kulturelle Identifikation, da jeder Kulturkreis seine Besonderheiten aufweist. Die beiden Meeresengen, Bosporus und Hellespont verbinden Anatolien und den Balkan durch das Marmarameer. Wie vorangegangen erwähnt ist die kleinasiatische Halbinsel von drei Seiten mit Meeren umgeben. Dem Schwarzen Meer, dem Mittelmeer und dem Ägäischen Meer. Die Meere leisten damals wie heute einen beträchtlichen Beitrag in der Esskultur der Menschen. Beide Gebiete zeichnen sich durch große Fruchtbarkeit aus, die es ermöglichen, zu jeder Jahreszeit Obst- Gemüse- oder Getreidesorten anzubauen. Fortlaufend soll aus allen Epochen die resultierende Esskultur durchleuchtet werden um somit einen Querschnitt der Essgewohnheiten der Menschen darzustellen. Alle ethnischen Gemeinschaften in Kleinasien kochen fast dieselben Mahlzeiten, auch wenn sie in religiöser, sozialer und kultureller Hinsicht unterschiedlich sind. Armenische und türkische Gerichte zum Beispiel tragen oft den selben Namen, wobei sich die Gerichte in der Zubereitung und den Zutaten unterscheiden. Zurückzuführen ist dies darauf, dass die Menschen in Byzanz und im osmanischen Reich im Laufe der Zeit gemeinsame Werte bildeten und vereinten8. Die wichtigsten Unterschiede in den

Essgewohnheiten der unterschiedlichen ethnischen Gemeinden in der Region werden zumeist durch religiöse Geboten bestimmt9. In Istanbul lebten Menschen aus jeder Religion und jeder ethnischen Gesellschaft zusammen. Somit bildeten sie eine Lebenskultur, die seit Jahrhunderten koexistierte und in ständiger Kommunikation zu einander stand. Zu den bedeutendsten kulinarischen Errungenschaften der Region dürfte wohl die Kultivierung der Olive durch die Hellenen zählen, wobei das daraus gewonnene Olivenöl beim bereiten der Gerichte bis heute einen wichtigen Platz zugestanden bekommen hat. Zur Zeit des osmanischen Reiches war es üblich, dass man den Gästen, bevor man sich zum Tisch begab, etwas Honig oder Marmelade anbot und mit den Worten ergänzte : “Essen und sprechen wir süß”10. Grundsätzlich kommt beim Essen immer eine Wasserkaraffe, Säfte und Gläser auf den Tisch. Beim Wasser wird natürliches, sprich ohne Kohlensäure versetztes bevorzugt. Die Säfte bestehen meist aus regionalen Früchten wie zum Beispiel Orangen, Zitronen, Rosen oder Veilchen. Jedes gemeinsame Gericht wird mit einer Suppe auf Basis von Fleisch- , Fisch-, Hühnerbrühe oder Joghurt begonnen. Weitere Zutaten sind unter anderem Reis, getrocknetes und frisches Gemüse oder Kräuter. Das Servieren der Suppe vor dem Essen hat die Funktion, den Nutznießer auf die folgenden Speisen vorzubereiten und somit eine leichtere Verdauung zu gewährleisten. Nach der Suppe wird gewöhnlicher Weise ein

Fleisch- oder Fischgericht serviert. Bei der islamischen Bevölkerung bestehen die Fleischgerichte zumeist aus Schafs-, Lamm-, Rind- und Hühnerfleisch. Bei den Christen kommt Schwein hinzu. Die Fleischgerichte werden langsam unter geringer Wärmezufuhr gegart. Natürlich werden auch der Backofen oder der Grill benutzt. Eine Besonderheit ist der Tandur-Backofen, ein in den Boden versenkter Tonkrug der wohl schon mit Alexander dem Großen aus Indien in die Region kam. Gerichte mit Eigelb und Zitronenwasser zu verfeinern, ist eine Spezialität, die von der griechischen Gemeinde übernommen wurde. Die drei Meeresregionen haben eine einzigartige Vielfalt an Fischen, sodass die Palette an Fischgerichten der des Fleisches um nichts nachsteht. Hinzu kommen die zahlreichen Seen mit den Süsswasserfischen. Fisch bildet aber auch oft die Grundlage für Suppen. Natürlich überwiegten früher in den Küstenregionen die Fischgerichte im Vergleich zu denen im Landesinneren, was aber mit der heutigen Infrastruktur kein Problem mehr darstellt. Als Beilage gibt es zu jedem Gericht Brot oder Reis, wobei der Reis gerne zu Pilaw verarbeitet wird. Pilaw ist ein orientalisches Gericht, welches bei allen Völkern Kleinasiens und des Balkans zu finden ist. Der Reis wird in einer Pfanne oder einem Topf mit Zwiebeln, Brühe und eventuell Fisch, Fleisch oder Gemüse zubereitet und anschließend im abgedeckten Topf gedämpft. Des weiteren serviert man in Klein-

kleinasiatische esskultur

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Die lebendige Geschichte der Region spiegelt sich in der Küche wieder, geprägt von (...) Handelskontakten in ferne Länder, und dem damit verbundenen Import von Zutaten.


asien auch gerne Vorspeisen, als Mezes bekannt, oder Pasteten11. Die Mezedes bestehen zumeist aus verschiedenen Vorspeisen, Oliven, Käse, kleinen Fischen oder gebackenem, rohem und eingelegtem Gemüse, letzteres auch “Trusi“ genannt. Salat hat in Kleinasien eine lange Tradition. Die Geoponika, eine gemüse- und landwirtschaftliche Textsammlung aus dem 10. Jahrhundert beschreibt wie die Kunst des Gemüseanbaus und die Weiterverarbeitung zu vollführen sind. Bis ins 15. Jahrhundert gab es in den Stadtmauern einen eigens für den Gemüseanbau vorgesehenen Platz. Die Teigspezialitäten werden meistens mit Hackfleisch, Gemüse oder Käse gefüllt und dienen auch oft als sättigende Hauptspeise. Als Nachspeise wird eine Süßspeise, verschiedene Gebäckarten, Obst der Saison in der Schale, hausgemachtes Speiseeis oder Joghurtspezialitäten

aufgetischt. Die Süßspeisen werden auch sehr oft aus Teig gefertigt. “Baklavas” zum Beispiel besteht aus mehreren hauchdünn ausgerollten Teigblättern, Butter, Zucker und Honigsirup. Gefüllt wird es unter anderem mit Nüssen, oder dickem Rahm und kommt anschließend in den Backofen. Als Abschluss des Mahls gibt es meistens einen Mokkakaffee oder Tee, wobei die Süßwaren und die Heissgetränke auch gerne über den ganzen Tag verteilt verköstigt werden. Die Wiege des Weinbaus und der Weingewinnung liegt ebenfalls in Vorderasien. Durch die Römer gelangte der Wein dann in viele Teile des heutigen Europas. Da unsauberes Wasser sich durch einen bestimmten Anteil von Wein sogar desinfizieren ließ, schrieben die Römer ihren Legionen den Konsum von Wein sogar vor. Anis-Spezialitäten, wie zum Beispiel Ouzo oder Raki, wurden in

der Region seit dem 14. Jahrhundert hergestellt. Die weitere Entwicklung der kleinasiatischen Küche ist eng verknüpft mit der Entwicklung des gesamten Kulturraums des östlichen Mittelmeeres. Bedingt durch die geografisch günstige Lage auch als Handelsknotenpunkt wurden unter anderem viele Gewürze und Produkte aus Europa, Asien und Afrika aufgenommen und in die Küche integriert. Die lebendige Geschichte der Region spiegelt sich in der Küche wieder, geprägt von Fremdherrschaften und Handelskontakten in ferne Länder, und dem damit verbundenen Import von Zutaten. Somit ist der Charakter der Küchen nicht nur von dem einzelnen Kulturverständnis (Religionszugehörigkeit, ethnische Zugehörigkeit, Sprache etc.), sondern auch von geographischen Gegebenheiten abhängig.

kleinasiatische esskultur 23


„Imam bayildi - Der Imam ist Ohnmächtig“! Die Legende besagt, dass ein Imam beim Kosten des Gerichts vor lauter Wohlgeschmack in Ohnmacht fiel und die Speise durch diese Begebenheit ihren Namen erhielt.


4 längliche Auberginen (etwa 1 kg), Salz, 2 große Zwiebeln, 4 Knoblauchzehen, 300 g Tomaten, 1 Bund Petersilie, 1/2 Bund Dill, 10 EL Olivenöl, gemahlener Pfeffer, 1 TL Zucker, 1 winzige Prise Zimtpulver, 4 eingelegte grüne Peperoni (mittelscharf) Schritt 1 Die Auberginen waschen, den Stiel abschneiden. Die Auberginen so schälen, dass ein Zebrastreifenmuster entsteht, also längs im Wechsel einen 1 cm breiten Streifen Schale abschälen, einen 1 cm breiten Streifen Schale dran lassen. In einer Schüssel Wasser mit Salz mischen, die Auberginen reinlegen und im Wasser schwimmen lassen, bis der Rest der Zutaten fertig ist. Schritt 2 Die Zwiebeln schälen, halbieren und in dünne Streifen schneiden. Den Knoblauch auch schälen und zuerst in Scheiben, dann in Stifte schneiden.

Schritt 3 Aus den Tomaten den Stielansatz rausschneiden. Kochend heißes Wasser über die Tomaten gießen. Tomaten abschrecken, die Haut abziehen und die Tomaten klein würfeln. Die Kräuter waschen und trockenschütteln, die Stängel entfernen, den Rest fein hacken. Schritt 4 In einem Topf 2 EL Öl heiß werden lassen. Die Zwiebeln und den Knoblauch darin bei mittlerer Hitze ein paar Minuten braten, bis sie glasig aussehen. Dabei immer mal wieder durchrühren. Dann in eine Schüssel füllen, Tomaten und Kräuter dazugeben und alles mit Salz, Pfeffer, Zucker und Zimt abschmecken. Schritt 5 Die Auberginen abtropfen lassen und mit Küchenpapier abtupfen. Nochmals 4 EL Öl im Topf erhitzen und die Auberginen darin etwa 5 Minuten braten. Dabei immer wieder ein Stück weiter drehen, damit sie rundherum angebraten werden. Auberginen mit zwei Löffeln aus dem Topf heben.

Schritt 6 Jede Aubergine an zwei nebeneinander liegenden, geschälten Längsstreifen (sind nur durch einen ungeschälten Streifen getrennt) mit einem tiefen Schnitt versehen, etwas auseinander biegen und die Zwiebel-Tomaten-Masse einfüllen. Schritt 7 Die Auberginen mit der Füllung nach oben in den Topf setzen. Jede Aubergine mit 1 Peperoni belegen und das restliche Öl darüber träufeln. Falls Füllung übrig ist, neben den Auberginen verteilen. Schritt 8 150 ml Wasser seitlich in den Topf gießen. Den Deckel drauf und die Auberginen bei mittlerer bis schwacher Hitze (die Flüssigkeit soll nur leicht köcheln – immer mal wieder nachschauen) etwa 45 Minuten schmoren lassen. Sie sollen richtig weich werden. Die Auberginen im Sud kalt werden lassen, dann erst servieren.

imam bayildi rezept 25


die berühmte byzantinische agia sophia kirche wurde unter sultan mehmed zu einer moschee umfunktioniert. später unter kemal atatürk zu einem museum.

Vom Westen her das Abendland (...), vom Osten her das Morgenland. Wohl kaum eine andere Region auf der Welt war so einer Wechselwirkung (...) ausgesetzt.


Die Region um Kleinasien und somit auch seine polyethnischen Bewohner standen seit je her und bis tief ins 19. Jahrhundert im Spannungsfeld verschiedener Herrschaftseinflüsse. Vom Westen her das Abendland, mit Venedig, den Franken etc. und vom Osten her das Morgenland, mit den Persern, Osmanen etc., welche im ständigen Kampf miteinander standen, Gebiete eroberten, schnell wieder verloren und dadurch ihre kulturellen Spuren hinterließen12. Wohl kaum eine andere Region auf der Welt war so einer Wechselwirkung und Beeinflussung von Kultur(-gütern) ausgesetzt wie Kleinasien. Ein reger kultureller Austausch fand fortlaufend statt, sei es in der Architektur, der Sprache, der Musik oder dem Essen. Vieles wurde in die jeweilig eigene Kultur integriert und kam sogar über seine Grenzen hinaus. Heute kann man sagen dass sowohl Griechenland, als auch die Türkei, sich als Erben Byzanzs sehen und aufgrund dessen viele Gemeinsamkeiten in ihren Traditionen aufweisen.

fazit

kulturverschmelzung 27


„

Eine fremde Kultur ergrĂźnden zu wollen, ist wie der Versuch, den Horizont zu erreichen. Irgendwann steht man wieder an dem Punkt, an dem man begonnen hat doch der Blick zum Horizont ist ein anderer. Annette Bokpe


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die antike

„

byzanz

das osmanische reich

Grundlegend kann man Kleinasiens Geschichte in drei Epochen unterteilen. Die Antike, das byzantinische Reich und das osmanische Reich.


die epochen und ihre objekte der alltagskultur 31


Ein Alexanderkonterfei. Das klassische griechische Profil als Schรถnheitsideal in der antiken, hellenistischen Welt.


die bekannte welt im 2. jahrhundert nach chr.

antike 33


Die siegesgöttin nike von samothrake (um 190 v. chr)

Kunst, Wissenschaft, Staats- und Militärwesen, Schrifttum, (...) und vieles mehr machen Hellas zu einer der prägensten (...) Hochkulturen der Welt.


Die Wurzeln der Zivilisation reichen in Kleinasien bis ins 2. Jahrtausend v. Chr. zurück13. Zu dieser Zeit herrschten in Kleinasien die Protohethiter. Das Hethitische Großreich pflegte Beziehung mit den mykenischen Stadtstaaten, welche nahe Verwandte der Hellenen waren14. In der Zeit zwischen 1900 und 1600 v. Chr. wanderten indogermanische Stämme (Protogriechen) ein, die sich allmählich mit der ägäischen Bevölkerung und deren Kultur vermischten15. Nach 700 v. Chr. beginnen hellenische Stämme (Ionier, Dorer etc.) entlang der Ägäisküste Kolonien zu gründen. 546 v. Chr. erobert der Großkönig Persiens Kyros II. die hellenischen Städte an der Westküste Kleinasiens. Durch die Perserkriege fiel die Küste wieder an die Hellenen, wurde aber nach dem peloponnesischen Krieg dem Perserreich wieder einverleibt16.

334 v. Chr. setzte Alexander der Große über das Marmarameer, schlug die Perser vernichtend und expandierte sein Reich bis nach Indien, zum Hindukusch17. Doch anstatt persische Gebräuche und Sitten zu unterdrücken, startete er den Versuch sie mit der hellenistischen zu vereinen und zielte auf eine Völkervermischung. Bei der Massenhochzeit zu Susa zum Beispiel, ließ er 90 seiner Gefolgsleute und etwa 10.000 Soldaten mit Perserinen verheiraten. Alexander selbst vermählte sich mit Stateira, einer Tochter des Dareios und einer weiteren Perserin namens Parysatis18. Kleinasien wurde Teil des hellenistischen Alexanderreichs. Nach seinem Tod teilten Nachfolger und Konkurrenten Alexanders Reich unter sich auf. War Europa vor der Antike noch ein lose besiedeltes Gebiet von verschiedenen Stämmen, so ent-

stand im ägaischen Raum die erste Hochkultur. Hellas. Kunst, Wissenschaft, Staats- und Militärwesen, Schrifttum, Politikverständnis, organisierte Verwaltungssysteme, Handelskontakte und vieles mehr machen Hellas zu einer der prägendste und heute immer noch allgegenwärtigen Hochkulturen der Welt. Hellas gilt als das Fundament Roms, welches wiederrum das Fundament des heutigen europäischen Kulturkreises bildet. Die einzelnen (Stadt-)Staaten im hellenistischen Kulturkreis gingen später im römischen und anschließend im byzantinischen Reich auf.

antike

die bemaßung der welt 35


kylix

kantharos

amphore

teller

mastos tasse

alabastron

schalen fragment

krug und zweihenkeltasse

„ mastos tasse

amphore

marmor gefässe

kanne

Seit der geometrischen Periode (ca 900 – 675 v. Chr) entstanden die ersten Gebrauchsobjekte der Alltagskultur, die auch heute noch in ihren Grundformen zu finden sind.


Seit der geometrischen Periode (ca 900 – 675 v. Chr) entstanden die ersten Gebrauchsobjekte der Alltagskultur die auch heute noch in ihren Grundformen zu finden sind. Teller, Tassen, Schalen, Löffel und so weiter haben seit jener Zeit nur rein gestalterische Veränderungen erfahren19. Die Objekte wurden meist aus Ton oder Keramik und in verschiedenen Größen und Formen gefertigt. Man lagerte und transportiere zum Beispiel Öl, Wein, Honig, Milch oder Getreide damit. In dieser Vielfalt der Funktionen liegt auch wohl der Sinn der Henkel. Man verwendete sie aber auch für heidnisch-sakrale Rituale. Je nach Benutzer und Verwendung konnten die Amphoren aber auch aus Metall, Bronze, Silber oder Gold und umfangreich bemalt sein. Im Haushalt waren ebenfalls Utensilien aus unterschiedlichen Materialien zu finden. Je nach Reichtum des Besitzers konnten auch hier die Materialien variieren. Im normalen Haushalt jedoch bestanden die Töpfe und Pfannen meist aus verschiedenen Metallen, aus welchen nach dem Kochen gemeinsam gegessen wurde. Glas wurde für Karaffen, Parfümflaschen oder Gläser verarbeitet. Kleinere flache Keramiken wie zum Beipiel Teller hatten gerne auch ein Loch um sie platzsparend an der Wand aufhängen zu können. Gegessen wurde mit der Hand,

einem Löffel aus Holz oder einem Messer aus Metall, wobei das Messer die Funktion der heutigen Gabel mit übernahm. Als Unterlage benutzte man Teller mit einer Vertiefung in der Mitte aus Ton, ein einfaches Holzbrett oder gar nur das Brot20. Die Farbpalette pendelte zwischen schwarz, weiß, grau, rot, braun und gelb und war immer abhängig von der Mode der jeweiligen Zeit21. Dienten lange Zeit nur horizontale Bänder und geometrische Formen oder florale Muster als Dekoration, so begann man ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. verstärkt Menschen darzustellen22. Das Glasieren von Keramiken war schon seit den Babyloniern bekannt und diente dazu das Material wasserdicht und fettabweisend zu machen und der Oberfläche eine angenehmere Haptik zu geben23. Die Erfindung der schwarzfigurigen Malerei durch die Korinther ermöglichte es dann detailliert Menschen in Alltagssituationen darzustellen24. Eine fortschrittliche Tonverarbeitungskunst und die damit verbundene Vasenmalerei war für einen Staat wohl von großer Bedeutung, da die Vasen gerne exportiert wurden und man somit sich und seinen (Kultur-) Reichtum über die eigenen Grenzen hinaus berühmt machen konnte wohl eine frühe Form der Eigenwerbung bzw. Propaganda. Die Antike als heidnische und durch den Polytheismus geprägte Epoche

nahm gerne Stillleben, Heroenverehrungen oder heidnische Themen zum Gegenstand ihrer Vasenmalerei. Man stellte gerne Alltagsszenen dar und schmückte die Keramiken mit geometrischen Formen und ornamentalen Sujets25. Die Antike nahm oft die die Natur als Vorbild, so bei den Mastos-Tassen zum Beispiel. Sie waren der weiblichen Brust nachempfunden und hatten sogar eine Brustwarze26. Solche Elemente sollten beim Einzug des Christentums jedoch ihr Ende finden da man das für sittenwidrig erachtete.

objekte der alltagskultur in der antike 37


tempel der artemis in ephesos


von den gรถttern des olymps zum monotheismus 39


Für Byzanz und die orthodoxe Kirche steht der doppelköpfige Adler mit Schwert, Zepter und Kaiserkrone. Die beiden Köpfe sollen darauf hinweisen, dass der Blick von Byzanz in den Osten, als auch in den Westen gerichtet war.


maximale reichsausdehnung im 6. jahrhundert

byzanz 41


querschnitt der hagia sophia kirche in konstantinopel

Die Präsenz des byzantinischen Reiches im heutigen Europa ist überall zu spüren. Wir finden Spuren in der Architektur, (...) in den bildenden Künsten.


Das glorreiche Byzanz. Brücke zwischen Ost und West, strahlend in Purpur und Gold. Als Erbe der griechisch-römischen Antike schaffte es eine Brücke zwischen Antike und der Christianisierung zu schlagen. Während im mittelalterlichen Europa die Errungenschaften der Hellenen und Römer in der Dunkelheit verloren gingen, wuchs und gedeihte das byzantinische Reich zum Fundament unseres heutigen okzidentischen Kulturkreises. Die Präsenz des byzantinischen Reiches im heutigen Europa ist überall zu spüren. Wir finden Spuren in der Architektur, in den bildenden Künsten und sogar im europäischen Rechtsverständnis27. Der Grund, warum Byzanz aus dem modernen Bewusstsein der westlichen Hemisphäre verschwunden ist, liegt nach allergrösster Wahrscheinlichkeit darin, dass das Reich immer als übermächtiger und fortschrittlicher Konkurrent galt. Wahrscheinlich wirkt sich auch die Verehrung der hellenistischen Antike in der Neuzeit als Leitkultur Europas so negativ auf Byzanz aus, dass die Kirchenkonstitutionierung im heutigen Bewusstsein sofort mit dem dunklen Mittelalter assoziiert wird.

Die kulturelle Identität Byzanz beruhte auf drei Säulen. Die erste war das Erbe der Antike, welches weiterentwickelt wurde - vom (Poly-) Theismus bis zum Rechtssystem. Es fand eine stetige Weiterentwicklung statt. Daneben das Christentum, das sich nach dem 4. Jahrhundert als Staatsreligion unter Kaiser Konstantin allmählich in alle Lebensbereiche ausbreitete. Die dritte Säule war die griechische Sprache: Griechisch galt im östlichen Mittelmeerraum schon seit je her als Hauptsprache. Während im Westen Europas durch die Kirche, Kriege und starke Völkerwanderung das dunkle Mittelalter Einzug hielt, schritt Byzanz unaufhaltsam und mit hohen Tempo der Zukunft entgegen. Man hatte über Jahrhunderte Frieden in der Region, besaß intakte Handelswege, emanzipierte Städte und ein solides Steuersystem28. All das basierend auf dem griechisch-römischen Erbe der Antike. Byzanz wurde dadurch zum Vorbild für den Rest Europas und zum Maß aller Dinge. Heute kann man sagen, dass Byzanz der Wegbereiter für das moderne Abendland, wie wir es heute kennen, war. Zudem war es das “Schutzschild“ Europas gegenüber den Persern und dem Islam, wobei ironischerweise, es diese Schutzfunktion nicht mehr verfolgen konn-

te, nachdem es die Kreuzritter 1204 um Hilfe gerufen hatte und diese Konstantinopel plünderten29. Gerade hier, vom Bosporus über den Balkan bis nach Süditalien, gen Osten bis zum heutigen Armenien und bis nach Nord-Afrika lebte in einer multikulturellen Gesellschaft die antike Tradition fast 1.200 Jahre lang weiter. Das Byzantinische Reich war ein polyethnischer Staat, in dem außer Hellenen auch Armenier, Illyrer und Slawen sowie Syrer und Ägypter lebten. Konstantinopel, die Hauptstadt des Reiches soll in seiner Blütezeit im Mittelalter bis zu 600.000 Einwohner gezählt haben30. Zahlreiche Handelsrouten verliefen durch das Gebiet von Byzanz, wobei Konstantinopel selbst als wichtiger Warenumschlagplatz fungierte, wodurch es einen starken kulturellen Austausch erlebte und schlussendlich davon profitierte31. Betrachtet man das Kernland Byzanzs, also Kleinasien, heute, dürften sich die Hellenen und die Türkei als Erben eben jenes fühlen. Spricht man aber von der Wirkung Byzanzs auf die heutige westliche Welt, muss man sagen, dass wir alle Erben von Byzanz und seiner Kultur sind.

byzanz

strahlend in purpur und gold 43


glas

räuchergefäß in form eines fünfkuppelbaus

menagen

teller

glasbehälter

löffel

miniaturgefässe aus glas

emaillebrosche

„ hausrat

silberkelch

spreckler

tonkrug

Schon zu Beginn des 10. Jahrhunderts ist dokumentiert, dass die Byzantiner sich zum Essen an einem Tisch traffen, wo sich auch das restliche Gesellschaftsleben abspielte.


Wie auch heute noch orientierte sich auch die Formensprache der Objekte in Byzanz an der klassischen Geometrie. Der Fortschritt aber ging ungebremst weiter. Die Produktpalette wurde erweitert, neue Materialien kamen hinzu. So kamen zum Beispiel Gläser für unterschiedliche Gebrauchsanforderungen hinzu. Salz, Essig und Öl gehörten auf jeden Tisch und so entstanden wohl auch die ersten Menagen32. Durch den technischen Fortschritt und Handelskontakten mit China kam als wichtiges neues Material das Porzellan hinzu33. In den Materialien und dem Esszubehör ist ein starkes Gefälle zwischen Elite und Bevölkerung zu bemerken. Benutzte der Kaiserpalast schon recht früh komplette Bestecksets und Geschirr in allen Größen, Formen und Materialien, so aß das Volk teilweise noch mit den Händen und aus einem Topf. Als erster Kulturkreis überhaupt nahm das Reich am Bosporus die Gabel in das Esszeremoniell auf34. Schon zu Beginn des 10. Jahrhunderts ist es dokumentiert, dass die Byzantiner sich zum Essen an einem Tisch trafen, wo sich auch das restliche Gesellschaftsleben abspielte. Gesessen wurde auf Stühlen, Bänken oder Hocker die aus Holz gezimmert waren. Auch heute noch ist es im hellenistischen und türkischen Kulturkreis üblich seine Zeit gemeinsam in der Küche und somit auch am Esstisch zu verbringen. Vor und nach dem Essen wusch man sich die Hände aus Schalen

die aus Holz oder Ton bestanden. Erweitertes Besteck, wie zum Beispiel Tischtücher, Servietten und Gabeln, wurden erst in spätbyzantiner Zeit benutzt und das auch eher von der Elite35. Dabei sind sehr viele umfangreiche Geschirrsets aus Edelmetallen oder Elfenbein und oftmals verziert mit Edelsteinen oder Ikonographien erhalten und zeugen von einer fortschrittlichen und ausgeklügelten Tischkultur. Zur Grundausstattung eines jedes Haushaltes und Esstisches gab es Salz. In welcher Form es aufbewahrt wurde ist nicht überliefert. Da es zu dieser Zeit natürlich keine Kühlschränke gab, wurden Lebensmittel gerne mit Salz konserviert und kiloweise in Säcken erworben. Das Wahrscheinlichste ist, dass kleine Schalen aus Ton benutzt wurden um beim Essen nachwürzen zu können36. Töpfe, Pfannen und sonstige Küchengerätschaften waren zumeist aus Metall, da sie von der Feuerstelle direkt auf den Esstisch kamen. Schon damals gab es Henkel und Griffe aus Metall, Holz oder aus beidem und waren oftmals mit Löchern am äußeren Ende des Griffes versehen um sie nach Gebrauch an der Wand platzsparend aufzuhängen. Die Teller bestanden meist aus Holz, Metall, Glas oder Porzellan. Getränke wurden gerne wie in der Antike in Keramik- oder Tonamphoren ausgeschenkt und aus Gläsern die aus Metall, Glas, Keramik, Porzellan oder Ton bestanden, getrunken. Wenn finanziell möglich, bevorzugte man Glas oder Silber.

Ersteres, weil es einen unverfälschten Geschmack wieder gab, Letzteres aus dem Glauben heraus dass das Edelmetall heilende Wirkung hätte37. Bei hohen Staatsbesuchen verschenkte man gerne Trinkgefässe und Schalen aus Glas, Bergkristallen oder Halbedelsteinen, wie zum Beispiel Achat oder Onyx. Das Emaillehandwerk nimmt in der byzantinischen Kunst einen großen Faktor ein. Emaile wurde nicht nur für Schmuck verwendet, sondern fand auch Gebrauch an kaiserlichen Wandverkleidungen, an Pferdegeschirren, oder an Präsenten für diplomatische Besucher38. Eine interessante Geschichte erzählt, dass eine byzantinische Prinzessin im 11. Jahrhundert in Venedig für Aufsehen sorgte, als sie zum Essen eine Gabel verwendete. Die Aufregung war so groß, dass es zum Aufstand in Venedig kam39. Interessant ist, dass zu Beginn des Kaiserreiches die Epochen vermischt wurden. Ein Fundstück aus der Anfangszeit des Reiches ist zum Beispiel eine feine, rot gebrannte Tonschale. Von außen wirkt sie wie ein klassisches römisches Geschirr, aber innen präsentieren sich drei Männerfiguren zwischen Flammen, was damals ein verbreitetes christliches Motiv war um Abtrünnige doch noch zu bekehren39.

objekte der alltagskultur in byzanz 45


ikonenmosaik in der berĂźhmten hagia sophia kirche

„ gold

dominierende farbe purpur

Gold und vorallem purpur dominieren(...) und geben ein unverfälschtes Bild des damaligen Zeitgeistes.


Um aber den Zeitgeist Byzanzs unverfälscht vermitteln zu können, müssen unbedingt die Ikonenmalerei und die Mosaiktechnik erwähnt werden. Wie schon in der Antike war das Mosaik in byzantinischer Zeit ein wichtiges Medium. Kirchen und Klöster wurden damit geschmückt, Fußböden, aber auch Wände waren mit Mosaiken dekoriert40. Das Mosaikhandwerk ermöglichte es ein großes, buntes, „drei-dimensionales“ Kunstwerk zu schaffen das haptisch erfahrbar war. Nicht nur in Kirchen, sondern auch in den gehobeneren Kreisen waren die Mosaike anzutreffen. Wände, Fussböden und großartige Ikonenbilder welche die Hagia Sophia Kirche schmückten, zeugen von großem künstlerischem Elan. Das Mosaik erfreute sich so großer Beliebtheit, dass sogar Haus-

rat, wie zum Beispiel Schmuckschattulen, mit Mosaikapplikationen verziert wurden. Während des 8. und 9. Jahrhunderts entfachte eine heftige Debatte über die Verehrung und den Gebrauch der Ikonen im byzantinischen Reich und somit auch in der orthodoxen Kirche. Der Bilderstreit fand seinen ersten Nährboden bei vielen Christen die im islamischen Einflussbereich lebten. Im Islam war und ist die Darstellung von Heiligen strengstens verboten. Die Ikonen in der Orthodoxie sollen aber nicht den Heiligen darstellen, sondern als Medium, als Tor zwischen dem Betrachter und dem Himmelsreich, dienen. Wohl durch den islamischen Einfluss stritt man sich um den richtigen Gebrauch und die Verehrung

von Ikonen. Der Kaiserstuhl und der Klerus spalteten sich in zwei Parteien, den Ikonoklasten (Ikonenzerstörer) und den Ikonodulen (Ikonenverehrer). Letztendlich siegten die Ikonenbeführworter und prägten dadurch entscheidend das Bild der orthodoxen Kirche41. Gold, dunkle Blautöne und vorallem Purpur dominieren die Ikonographie und geben ein unverfälschtes Bild des damaligen Zeitgeistes. Purpur war dabei nur besonders aufwendig herzustellen, musste es doch mühevoll aus den Fäden der Steckmuschel (sog. Purpurschnecke) gewonnen werden. Dementsprechend teuer war auch das Purpur und daher auch nur dem Klerus und den Vermögenden vorenthalten42.

ikonen, mosaike, purpur & gold 47


agia sophia mit minaretten im heutigen istanbul


vom kaiserstuhl zum sultanat 49


Der Halbmond, das Zeichen des Islams, ist auch heute noch in den Fahnen vieler muslimischer L채nder zu finden. Hier in einem wundervollen Tughra- Schriftzug.


maximale reichsausdehnung im 17. jahrhundert

osmanisches reich 51


„

alltag im osmanischen reich

Nachdem Mehmed II. Konstantinopel seinem Reich einverleibte, (...) ernannte er es umgehend zu seiner neuen Hauptstadt. Das osmanische Reich war geboren.


Da das osmanische Reich nahtlos an das Byzantinische angeknüpfte, fanden diese in Kleinasien eine bereits Jahrtausende alte und fortschrittliche Kultur vor. Staatssysteme, Staatsaparate, Bürokratie, Krankenversorgung, Armenküchen, Handelsbestimmungen wurden einfach 1:1 adaptiert. Die Seldschuken, die Vorreiter der Osmanen, schafften es 1071 in der Schlacht von Manzikert das byzantinische Reich zu besiegen und leiteten damit die Besiedlung Kleinasiens durch die Turkstämme ein43. Mit 400 Jahren seit der ersten Siedlung in Kleinasien standen die Turkvölker in regem kulturellen Kontakt mit den Einheimischen, so ist es schwer verallgemeinernd von einer osmanischen Kultur zu sprechen. Der byzantinische Einfluss auf die Kultur der Osmanen ist jedoch einfach nicht von der Hand zu weisen. Es gab zum Beispiel regionale Gegebenheiten, die ihnen bis dahin unbekannt waren. Der Fischverzehr zum Beispiel oder der domestizierte Salat, die ein wichtiger Bestandteil der byzantinischen und somit auch der kleinasiatische Küche waren, waren den türkischen Steppenstämmen völlig fremd.

Konstantinopel fiel nach 54 - tägiger Belagerung am 29. Mai 145344. Nachdem der osmanische Sultan Mehmed II. es seinem Reich einverleibte, verlegte er seinen Sitz von Edirne nach Konstantinopel und ernannte es umgehend zu seiner neuen Hauptstadt45. Das osmanische Reich war geboren. Konstantinopels Vorreiterrolle in allen Belangen war Sultan Mehmed II. bewusst. Er versuchte die alte Bevölkerung – hauptsächlich Hellenen, Juden und Armenier – zum Bleiben zu bewegen und Neue anzusiedeln. Er setzte alteingesessene hellenische Adelsfamilien in hohen Positionen ein, wie zum Beispiel als Botschafter für die Hohe Pforte46. Viele wichtige Bereiche wie zum Beispiel der Außenhandel waren weiterhin in hellenischer Hand. Die beindruckende Hagia Sophia (gr. “heilige Weisheit“) wurde zur Moschee Ayasofia umfunktioniert. Man installierte mehrere Minarette und entfernte, teils mit brachialer Gewalt, alle christlichen Zeugnisse. Als letztes eroberte der Sultan 1460 Morea (Peloponnes) und 1461 das Kaiserreich Trapezunt an der Schwarzmeerküste. Kleinasien war somit unter osmanischer Hand und dem islamischen Kulturkreis einverleibt47. In seinem 600-jährigen Bestehen entwickelte sich das osmanische

Reich zu einem multikonfessionalen Gemeinwesen und mit dem sogenannten Millet-System führten sie ein Rechtsordnung auf islamischer Basis ein, welches den Status der verschiedenen Religionen regelte. Durch das Millet-System musste sich das osmanische Reich neu organisieren, wobei, zwar nicht aus heutiger Sicht, aber zu seiner Zeit es ein sehr tolerantes Zusammenleben sicherte48. Seinen Ruf als tolerant festigte es dadurch, dass es in Europa verfolgten Volksgruppen Asyl gewährte, wie zum Beispiel 1492 den aus Spanien vertriebenen sephardischen Juden49. Gegen Mitte des 17. Jahrhunderts jedoch musste sich das Reich außenund innenpolitischen Krisen stellen, die das Reich schwächten. Zu seiner Endzeit war das Sultanat so geschwächt, dass es nicht mehr seiner Zeit voraus war, sondern hinterher hinkte - nach und nach, immer mehr hinterher. Nachdem sich ab dem 18. Jahrhundert immer mehr Teile abspalteten und Staaten nach französischem Beispiel entstanden, putschten die Jungtürken unter Kemal Atatürk und riefen 1923 die Cumhürriyet Türkiye - die Republik Türkei aus. Das osmanische Reich war Geschichte50.

osmanisches reich

träume aus 1000 und einer Nacht 53


fayenceteller mit wellenrand

flasche mit zwiebelbauch

langhals-teekanne

teller

feldbecher

löffel

wasserflasche und trinkschale aus silber

karaffe mit deckel

„ humpen

schale

fayence- karaffe

siegelampel

In der Fayencekunst (...) erreichten die osmanischen Künstler ein einzigartiges Niveau.


Durch ihr kulturelles Erbe im Osten ist bei den Osmanen eine starke Hinwendung zu chinesisch-persischen Dekormustern und Dekortechniken zu erkennen. Nach der Eroberung Konstantinopels wächst aber eine Symbiose zwischen der christlich-byzantinischen und islamische-seldschukischen Kultur. Die osmanischen Sultane standen den byzantinischen Kaisern in der Prunksucht in nichts nach. Gerne wurden einfache Haushaltsobjekte mit Edelsteinen oder feinen Seidenstoffen aus der eigenen Fertigung in Bursa verziert. Hier erkennt man wieder das starke chinesische kulturelle Erbe der Osmanen. Durch den regen Kontakt mit China schon zu byzantinischer Zeit, war Porzellan das beliebteste Material. Anfangs erst als Import aus China und Europa und nur der Elite vorenthalten, dann aber auch aus der eigenen Porzellanmanufaktur in Iznik (Nikäa)51. In der Fayencekunst, sprich der Kunst von Porzellanobjekten, die mit weißen oder farbigen Zinnglasuren überzogenen und mit Unterglasurfarben oder Muffelfarben dekoriert sind, erreichten die osmanischen Künstler ein einzigartiges Niveau. Die osmanischen Keramikmanufakturen mit ihren einmaligen

Gespür für Schönheit, Vielfalt und Eleganz sind auch heute noch weit über ihre Grenzen bekannt und beliebt. Über zwei Jahrhunderte konkurrierten die Osmanen mit den Chinesen in der Porzellanfertigung. Jedoch setzte gegen Mitte des 17. Jahrhunderts der Niedergang der Porzellanfertigung im Reich ein, da das kränkelnde Reich nun mehr damit beschäftigt war seine Grenzen zu sichern und innenpolitisch zu stabilisieren, als sich auf das Kunsthandwerk zu konzentrieren52. Blau, Türkis, Violett, Bolus-Rot und Schwarz sind die Farben die für die osmanischen Porzellanfertigung am repräsentativsten sind. Die Formensprache der Objekte verblieb weiterhin, wie schon in der hellenistischen Antike und in Byzanz, geometrisch. Neue Verbraucherbedürfnisse, wie zum Beispiel der Teegenuss, erforderten neue Objekte mit neuen Funktionen. Der neue Zeitgeist jener Epoche brachte aber auch zum Beispiel die bekannten wellenförmige Tellerränder hervor. Die Haushaltswaren, wie zum Beispiel Töpfe oder Pfannen, bestanden wie schon in den Epochen zuvor, aus verschiedenen Materialien, wie Metall, Bronze oder Kupfer. Auch hier war es üblich gemeinsam aus einem Topf und mit den Händen

zu essen. Obstschalen, Aufbewahrungsbehältnisse und der gleichen wurden vorzugsweise aus Zinn, Emaille oder Glas gefertigt. Einfache Keramiken aus Ton waren in der Bevölkerung immer noch sehr präsent53. Gegen Ende des Reiches und somit zur Zeit der Öffnung des Reiches gen Westen, zogen immer mehr westliche Standards in jedem Haushalt ein.

objekte der alltags kultur bei den osmanen 55


„

Ineinander geschlungene Schriftzeichen und ornamentale Verzierungen sind aus dem osmanischen Kunsthandwerk einfach nicht wegzudenken.


Verzierungen sind ein Hauptmerkmal der islamischen und osmanischen Gestaltungskultur. Ineinander geschlungene Schriftzeichen und ornamentale Verzierungen sind aus dem Kunsthandwerk einfach nicht weg zudenken, vielmehr ist es ein starkes Identifikationsmerkmal des Reiches und seiner BevĂślkerung.

Eine Tughra ist vergleichbar mit einem Siegel westlicher Herrscher. Zu Beginn noch handgeschrieben und gemalt, wurden Tughras später aber auch in Reliefs eingearbeitet. Die Tughra verwendet die arabische Schrift und vereint den Namen des amtierenden Herrschers und dessen Vater mit Titeln, die aus dem persisch-mongolischen Erbe entlehnt wurden54.

Arabeske sind ornamentale Dekore in der islamischen Kunst. Sie bestehen aus ineinander verschlungenen Linien und streng stilisierten floralen Mustern. Arabeske finden Verwendung an Wänden, als Stuck oder als Dekor in der Buchmalerei55.

tughra & arabeske 57


die sultan - ahmed - moschee, auch blaue moschee genannt, in istanbul.


von den osmanen zu den jungtuerken 59


eine der letzten bekannten aufnahmen sultan abülhamids aus dem jahre 1908

Am 24. Juli 1923 wurde der "Vertrag von Lausanne“ (...) geschlossen, der den entgültigen Exodus von Millionen Hellenen und anderen Ethnien aus ihrer Heimat bedeutete.


Als kranker Mann am Bosporus wurde im 19. Jahrhundert das geschwächte Osmanische Reich, aus dem später die Türkei hervorgehen sollte, bezeichnet56. Nach der französischen Revolution schwappte auch ein Nationalbewusstsein zu den Hellenen, die sich auf ihr kulturelles Erbe zurückbesonnen und leisteten den ersten Schritt zum Zerfall des osmanischen Reiches. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gewann die von einigen Europäern (Philhellenen) unterstützte Unabhängigkeitsbewegung in Griechenland an Dynamik. Nach und nach zerfiel der osmanische Flickenteppich. 1821 rief man in Hellas einen unabhängigen Nationalstaat aus. Weitere Ethnien des osmanischen Reiches ließen nicht lange auf sich

warten. Die Serben rangen den Osmanen eine weitgehende Autonomie ab57. Der ägyptische Vizekönig riss die Macht an sich. Letztendlich waren es Griechenlands Expansiontsbestrebungen die dazu führten, dass im Vertrag von Sevres im Jahre 1920 das osmanische Reich auf die kleinste Größe in seiner Geschichte schrumpfte. Ein weitaus wichtigerer Grund aber war wohl, dass die europäischen Großmächte eigene Interessen verfolgten und sie durch den Zerfall des osmanischen Reiches ihre Globalisierungspläne haben ausbauen können58.

mit dem Vertrag von Sevres ab, putschen gegen das Sultanat und riefen die türkische Republik mit Ankara als Hauptstadt aus. Durch den Sieg im griechischtürkischen Krieg 1922 konnten nun die Jungtürken die Bestimmungen des Vertrags von Sèvres revidieren. Am 24. Juli 1923 wurde der „Vertrag von Lausanne“ nach türkischen Vorstellungen geschlossen, der den entgültigen Exodus von Millionen Hellenen und anderen Ethnien aus ihrer Heimat - Kleinasien bedeutete59.

Die Freimaurerischen Jungtürken unter Kemal Atatürk, Talat und Enver Pasa strebten ebenfalls eine Republik nach europäischem Vorbild an. Sie aber gaben sich nicht

mustafa kemal atatürk (mitte, erster türkischer präsident) und eleftherios venizelos (links, griechischer premierminister) oktober 1932.

der kranke mann am bosporus 61


„

Die geometrischsymmetrische Formensprache aus der Antike ist bis heute so in Gebrauch und dominiert das menschliche Gestalten in allen Bereichen.


Ăœber die Epochen zeichnen sich die Objekte durch ein harmonisches Stimmungsbild aus. Die geometrisch-symmetrische Formensprache aus der Antike ist bis heute so in Gebrauch und dominiert das menschliche Gestalten in allen Bereichen. Vielmehr sind es der Zeitgeist und die technischen MĂśglichkeiten, die die Handwerker und Gestalter dazu brachten und bringen Farben, Form und Funktion zu modifizieren.

auswertung der objekte Ăźber die epochen 63


Das Farbspektrum ist sehr breit, wobei man in Byzanz Purpur und im osmanischen Reich Blautöne preferiert. Die Objekte sind im allgemeinen farben- und dekorprächtig.


Holz, Metalle, Edelmetalle, Keramiken und Glas werden seit der Antike verwendet. Die Farben waren aber sehr begrenzt, da die Materialwahl die Kolorierung angab. Schwarz, grau, rot, braun und gelb, viel breiter war das Farbspektrum der Objekte nicht. Ein Meilenstein der Antike ist die Entdeckung der Geometrie und Symmetrie. Ein kompletter Kulturkreis baut nun seit der Antike darauf auf. In Byzanz und im osmanischen Reich jedoch kam das Porzellan

hinzu, welches auch heute noch das beliebteste Material für Geschirr darstellt. Beide letztere Epochen fallen durch starke florale Muster und Ornamente auf. Das Farbspektrum ist sehr breit, wobei man in Byzanz Purpur und im osmanischen Reich Blautöne preferiert. Die Objekte sind im allgemeinen farben- und dekorprächtig. Mit der Zeit wurde die Produktpalette erweitert und so kamen zum Beispiel schon früh in Byzanz Menagen auf den Tisch.

auswertung der objekte über die epochen 65


lekithos

kelch

laghalskanne

kylix

glasgefäß

flasche

alabastron

amphore

„ räeuchergefäß

albarello

gefäß

siegelampe

Der Kreis und der Zylinder als Hauptgrundkörper der Formensprachen ist über die Epochen zu erkennen.


zylinder

Ein Merkmal, welches sich quer durch die Epochen zieht ist, dass alle Objekte der Geometrie folgen. Der Kreis und der Zylinder als Hauptgrundkörper der Formensprachen ist über die Epochen zu erkennen. So weisen etwa alle Objekte ein unterschiedliches Flaschehalsen-

kreis

de auf. Ist es in Byzanz zulaufend, lassen die Osmanen das Ende sich floral öffnen. Die Zusammenhänge zwischen den Epochen sind deutlich zu erkennen, man sieht wie ein Kulturkreis auf dem Vorangegangenen aufbaut und ihn weiterentwickelt. Die Grundformen Kreis

und Zylinder bleiben, werden aber in jeder Epoche je nach Zeitgeist modifiziert.

die grundformen kreis & zylinder 67


die grundformen: kreis & zylinder 69


Bau von Modellen im Maßstab 1:2 um ein Gefühl für die Formensprache der jeweiligen Epochen zu bekommen.


formfindung

71


keramik- messer

glätteeisen mit keramikplatten

fahrzeugbremsen

ptc keramik

zahnkeramik

gelenke

computerchip

„ lampensockel

hörgerät

Keramik (...) wurde Jahrtausende lang nur dem Gebrauchsbereich der Alltagskultur zugeschrieben, so findet man es aber heute im Automobilbau, in Computern und sogar in Bleistiften.


Aller Anfang ist schwer, so auch das erste Gestalten einer Form und die dazu passende Farbwahl. Natürlich wurden die ersten Keramiken aus Notwendigkeit hergestellt. Der Mensch versuchte schon seit je her Abbilder und Personifikationen von seiner Umwelt zu machen, sei es in Form der Höhlenmalerei, oder der Gestaltung von Fruchtbarkeitssymbolen bzw Göttern. Dies war der Versuch seine Umwelt zu verstehen und ihr dadurch Respekt zu zollen. In einer Wechselwirkung hierzu sind wohl die ersten Naturreligionen entstanden. Keramik ist ein wichtiger Bestandteil in der Alltagskultur des Menschen. Wurde es Jahrtausende lang nur dem Gebrauchsbereich der Alltagskultur zugeschrieben, so findet man es heute im Automo-

bilbau, in Computern und sogar in Bleistiften60. Der Begriff geht auf das griechisch keramiké zurück, was so viel wie „Töpferei“61 bedeutet und umfasst in seiner Definition Produkte die aus einem anorganen, nichtmetallischen Rohstoff bestehen und durch Wärme zu Festmaterial geformt wurden. Der Rohstoff ist überall auf der Welt zu finden, wobei die älteste Methode um es zu gewinnen, die des Abbaus in oberirdischen Gruben war. Wurde es zu Beginn nur mit bloßer Hand geformt, änderte sich dies um ca 3500 v. Chr. durch die Erfindung der Töpferscheibe. Die Töpferscheibe ist neben dem Bohrer das einzige Werkzeug, das seit seiner Erfindung unverändert geblieben ist und heute noch genutzt wird62.

Ägypten und Mesopotamien können wohl als Geburtsstätte der Glasur gelten. Sinn und Zweck der Glasuren war den Objekten eine edlere Optik zu verleihen, die Haptik zu verbessern und das Material wasserund fettabweisend zu machen63. Das Dekor der ersten Keramiken waren meist Spiralen, Pflanzen oder Tiermotive, die in das noch weiche Material geritzt wurden. Anschliessend ist eine schnelle Entwicklung in Farbe und Formen zu erkennen, welche auf die Weiterentwicklung der Techniken zurückzuführen ist64.

kulturgut keramik 73


laokoon skulptur von der insel rhodos an der kleinasiatischen ägäis küste.

die vom parthenon in athen entwendeten "elgin marbles“ gehören zu den beeindruckensten marmorarbeiten der welt


Viele berühmten Kunstwerke der Menschheit wurden aus Steinbrüchen gefertigt, die in Kleinasien lagen oder in der unmittelbaren Nachbarschaft. Der prokonnesische Marmor ist ein fast weißer Marmor mit grauen Streifen. Er wird seit über 2.000 Jahren auf der Insel Marmara (griechischer Name Prokonnesos) abgebaut. Die prächtige Agia Sophia Kirche wurde unter anderem mit prokonnesischem Marmor geschmückt. Porphyr65 (altgr. ,purpurfarben’) ist ein weit verbreiteter Sammelbegriff für verschiedene vulkanische Gesteine, die große, gut ausgebildete einzelne Kristalle in einer feinkörnigen Grundmasse besitzen. Sie haben für gewöhnlich eine saure (quarzreiche) bis intermediäre Zusammensetzung und enthalten einen hohen Anteil an Feldspäten.

tetrarchenskultur aus porphyr

steinvorkommen in kleinasien 75


„

Welche Produkte gibt es auf dem Markt. Was fĂźr Innovationen haben sie und was zeichnet sie aus? Ein Querschnitt und eine Auswahl der besten Produkte.


marktanalyse 77


venus von willendorf

„

hellenische amphore

gläser von joe colombo

(...) Es ist aber wohl auch eine archaische Urform, die in der Motivation des menschlichen Daseins ihren Ursprung findet.


Die Urformen der Gebrauchsobjekte im Allgemeinen entstanden durch die Notwendigkeiten der Menschen. Es gab ein Problem für das eine Lösung her musste. Eine einzig richtige Lösung. Warum der Teller nun rund ist, ist bis heute immernoch nicht guten Gewissens zu beantworten. Am wahrscheinlichsten ist die These, dass die Erfindung der Töpferscheibe die Form angegeben

hat. Es ist aber wohl auch eine archaische Urform, die in der Motivation des menschlichen Daseins ihren Ursprung findet. Diese Urformen werden auch heute noch in ihrer Einfachheit verwendet. Optische Veränderungen wie in Farbe und Form hingen und hängen zumeist vom Zeitgeist und den gegebenen Materialmöglichkeiten ab. Durch technische Innovationen,

neue Materialien, kulturelle Veränderungen und Handelskontakten ist aber ein ständiger Fortschritt und Wandel der Bandbreite der Objekte in der Region zu vermerken.

entwicklung der tongestaltung von der prähistorie bis ins geometrische zeitalter der antike66

die urform 79


karl lagerfeld für rosenthal

patricia urquiola für rosenthal

stelton isolierkannen

lighthouse

joshua doherty - urban eating kit

misha olynuk - apt tableware

normann cph 58 degree salt & pepper

ceramic design tableware dedo | bosa

studio bouroullec für alessi

join cutlery - ding3000

marcel wanders - sky garden for flos

dupont - nucleo corian

Verschiedene Produkte für verschiedene Ansprüche. Klassische Formen, verrückte Ideen, Verbraucherfreundlichkeit und Innovationen sind zu finden.


standart menagen

maywerk menagen

reset - thomas feichtner

eco-friendly-designer-wood-bowls

fod friends von thomas eyck

jochem de wit

villeroy boch 1970

ilan sinai: sensuous tableware

t端rkisches teeglas

5 in uno glasses von joe colombo

gresline table-service complete set von ambrogio pozzi

wasara-paper-tableware

der aktuelle markt 81


lufthansageschirr (hans t. baumann)

jaime hayón für choemon

crystal candy Set | baccarat

the eleve dishes by tresypico makes

konstantin grcic für vodka absolut

petal sauce plates by reiko kaneko

pho-tableware-set

pique nique by patricia lee

rosenthal dreams of byzantine

royal vkb-slowcooker

shokki tableware by laurent corio

sieger für die fürstenbergmanufaktur


stelton brottaschen

simon hassan

john varvatos

tableware-ecocollection

b&b italia-lys

wmf

wasserflasche und trinkschale aus silber

schalen

littala-birds by klenell glass

bmood wedge

hans theo baumann

hans theo baumann

der aktuelle markt 83


patricia urquiola für rosenthal

Ein Tafelkonzept das vor allem durch sein fragiles Äußeres besticht. Auffällig am Tafelkonzept ist die Transparenz der Objekte die die Zerbrechlichkeit und Philigranität des Materials noch einmal hervorhebt.

rosenthal dreams of byzantine

Versace hat mit „Byzantine Dreams“ die Affinität des Reiches an Farben und Mustern perfekt ins 21. Jahrhundert transportiert. Die romantische Produktlinie wird durch ein weiches pink, klassisches Gold und florale Muster zum Leben erweckt.

petal sauce plates by reiko kaneko

Handgemacht in Staffordshire bestechen diese Salatschüsselchen durch ihre geometrische, an Blätter erinnernden Form.


ceramic design tableware dedo | bosa

Salz, Pfeffer, Paprika und Co kommen nun in einer geometrischen Menage auf den Tisch. Leichte Farbakzente verraten mehr als tausend Worte. Gestaltung und Funktion sind aufs Minimalste reduziert.

fod friends von thomas eyck

Aufeinandergestapelt öffnen sich die Schälchen wie eine Blume. Näher an der Natur kann man beim Essen nicht sein.

studio bouroullec for alessi

Klassisches Geschirr aus der Feder der Bouroullec Brüder. Ein Designklassiker auch heute schon.

der aktuelle markt auswahl

85


b&b italia- lys

Jakob Wagner gestaltet für b&b italia Kerzenständer die erst im Kerzenschein ihre ganze Pracht entfalten. Die reflektierende Oberfläche macht das Produkt zu einem Lichterspiel bei Nacht.

sieger für die fürstenbergmanufaktur

villeroy & boch 1970

Das Gold der Wände reflektieren ein prickelndes Funkeln im feinsten Porzellan. Die liebevoll gestalteten Reliefs vermitteln dem Benutzer etwas sehr besonderes in Händen zu halten. Es verleitet den Besitzer dazu diese Objekte wie einen Schatz zu hüten.

Helen von Boch kreierte in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts ein kompaktes Geschirrset, das platzsparender nicht sein könnte. Ein 19- teiliges Tafelgeschir wird durch ein cleveres Stapelprinzip zu einer perfekten Kugel. Gestaltung par excellence.


hans theo baumann

hans theo baumann

jochem de wit

Jaime Hayón gestaltete für choemon ein puristisches Geschirrset, das durch seine neuinterpretierte Fayencen besticht. Plakative Dekore, mal symmetrisch, mal rein zufällig angeordnet, hauchen den Objekten Leben ein.

Ein unendliches Repertoire an Produkten kann Hans Theo Baumann aufweisen. Seien es spielerische Flaschen die mit einem Form-, Material- und Farbspiel bestechen, oder Massenprodukte wie das Geschirr für Lufthansa.

Jochem de Wit gestaltete für die DIY in Berlin ein Geschirrset, dessen Pattina an einen archäologischen Schatz erinnert. Archaische wirkend laden Sie zum Benutzen ein.

der aktuelle markt auswahl

87


funktional

simplizismus

dekorativ

„ edel

integrativ

BĂźndelt man alle Informationen (...) und kombiniert man sie, so kommt ein neues Produkt hervor, das unterschiedliche Ideen, Verfahren und Zeitgeiste in einem Objekt vereint.


Nimmt man die Informationen aus der Epochenrecherche und jene aus der Marktanalyse, so sieht man viele Ă„hnlichkeiten und Parallelen. Neue Materialien und neue VerbraucherwĂźnsche haben aber viele neue interessante Produkte hervorgebracht. BĂźndelt man alle Informationen, selektiert und kombiniert man sie, so kann ein neues Produkt kreiiert werden das unterschiedliche Ideen, Verfahren und Zeitgeiste in einem Objekt vereinen kann.

klassisch elegant

aha effekt

floral

auswertung marktanalyse 89


„

moodboard

Das Moodboard: Ein gewisses Stimmungsbild... Begriffe helfen, es verständlicher zu machen...


Nach der Themenvertiefung und der Auswertung der Informationen ist für die Gestaltung des Objektes eine Phantasie entstanden. Ein gewisses Stimmungsbild in welche Richtung das Projekt gehen soll. Begriffe helfen, es verständlicher zu machen, was die Gestaltungsobjekte am Ende vermitteln sollen.

licht

gemeinsamkeiten

geschichte

gold

geometrie strahlen

purpur zeit neuinterpretation brücke glanz fließend differenzen reminiszenzen

integration

moodboard & einflüsse 91


architektur

schöne Frauen

vorväter

humor

faschismus

„ urban lifestyle

andere kulturen

menschlicher stumpfsinn

die schönheit der logik

Was hat dieses Projekt sonst noch beeinflusst. Mit was war der Gestaltungsprozess sonst konfrontiert?


Was hat dieses Projekt sonst noch beeinflusst. Mit was war der Gestaltungsprozess sonst konfrontiert? Ob verst채ndlich oder subtil, es sind mehrere unterschiedliche Faktoren die dieses Projekt beeinflusst haben.

rembetiko musiker

kunst

der tod

fernsehen

kinder

moodboard & einfl체sse 93


die ideen 95


Kerzenständer

Menagen

Mezeteller

Gläser

Schüsseln

Teller

Salatschüsseln

Umfang, Design und Funktionalität der Objekte ergeben sich durch die Auswertung der Recherchearbeit.


Kleine Appetithäppchen, Suppen, phantasievolle Gerichte und Gewürze. Umfang, Design und Funktionalität der Objekte ergeben sich durch die Auswertung der Recherchearbeit. Inspiriert durch die Esstraditionen der Menschen in Kleinasien soll ein umfangreiches Produktsortiment an Ess-Utensilien geschaffen werden, welches jeweils vier Suppenteller, vier grosse Teller,vier Gläser plus Menagen, sprich Salz- und Pfefferstreuer und Essig und Öl- Flaschen, Kerzenständer, eine Meze- Platte und eine grosse Schüssel beinhaltet. Ferner soll auf die regiontypische Formensprache und Materialität eingegangen werden. Die aktuelle Marktanalyse dient dazu neue Ideen und Formen mit einfliessen zu lassen und somit den Sprung von der Vergangenheit in die Gegenwart zu meistern und eine Basis für die Zukunft zu schaffen.

konzept, formale aspekte & umfang 97


„

amphore (ant. - osm.)

Hat die HĂźlle des Objektes zum Beispiel eine ottomane Anmutung, so verweist das Innenleben auf sein byzantinisches kulturelles Erbe.


Eine Kultur besteht nicht nur aus eigenen Gütern, vielmehr baut sie auf vorangegangene Kulturen auf. Integriert oder assimiliert trägt sie diese Güter in sich und baut darauf auf. So auch diese Produktidee. Hat die Hülle des Objektes zum Beispiel eine ottomane Anmutung, so verweist das Innenleben auf sein byzantinisches kulturelles Erbe. Das ganze Objekt besteht aus Glas, sodass man hindurchschauen kann. Hier vereinen sich sichtbar der Facettenreichtum der beiden Kulturen zu einem Objekt, bleiben sich aber dennoch treu. Im Zusammenspiel mit Flüssigkeiten entsteht so ein interessantes und überraschendes Objekt das alle Blicke auf sich zieht.

idee 1 inside out

von innen nach außen 99


fl체ssigkeitsbeh채lter (byz. - osm.)

sch체ssel (byz. -osm.)


Eine schöne Idee für einzelne Objekte mit einem grossen Volumen. Bei flachen Objekten wie zum Beispiel Tellern aber nicht anwendbar. Die Schwierigkeit wäre eine einheitliche Formensprache auf eine komplette Produktpalette anzuwenden.

flüssigkeitsbehälter (ant. - osm.)

flüssigkeitsbehälter (osm. - byz.)

flüssigkeitsbehälter (byz. - osm.)

teller (byz. -osm.)

idee 1 inside out

von innen nach außen 101


Salz- und Pfefferstreuer, mehrere Schalen und Schüsseln, Teller und Gläser integriert in einem Objekt.


Die Idee ist, inspiriert durch eine alte Form, ein modernes Objekt zu gestalten, das ein komplettes Service integriert. Salz- und Pfefferstreuer, mehrere Schalen und Schßsseln, Teller und Gläser, alles in einem Objekt. Die Integrierung verschiedener formaler Objekte und ihrer Funktionen in einem Objekt verweist auf die Kulturverschmelzung der Menschen in Kleinasien. Ferner sollen nun verschiedene Ideen durchgespielt werden und Formensprachen aufgegriffen werden, evtl. kombiniert und in die Moderne transportiert werden.

explosionsdarstellung

idee 2 all in

von auĂ&#x;en nach innen 103


„

Am Anfang steht das leere weiĂ&#x;e Blatt. Durch die intensive Recherchearbeit jedoch haben sich Informationen, Bilder, Zusammenhänge und Phantasien gebildet die nur eine bestimmte Gestaltungsrichtung erlauben.


Am Anfang steht das leere weiße Blatt. Durch die intensive Recherchearbeit jedoch haben sich Informationen, Bilder, Zusammenhänge und Phantasien gebildet die nur eine bestimmte Gestaltungrichtung erlauben. Um dem ganzen ein Gesicht zu geben ist nun die Skizze der erste Schritt für die Gestaltung. Man wertet alle informationen zeichnerisch aus und lässt Informationen über Formensprache, Gewohnheiten und Bedürfnisse mit einfließen.

zeichnung 105


zeichnung 107


keramik


keramik

zeichnung 109


zeichnung 111


zeichnung keysketches

113


zeichnung kerzenst채nder

115


zeichnung menagen 117


zeichnung gl채ser

119


zeichnung musterung

121


zeichnerische problemlรถsungskonzepte


idee 2 all in

ideekonkretisierung 123


volumina anhand von tests


Ein komplettes Service mit Salzund Pfefferstreuer, mehreren kleinen Schalen, Suppenschüsseln, einer Salatschüssel, vier Tellern, vier Gläsern, vier Tassen und einer großen Schüssel kombiniert in einem Objekt das die Formensprache einer Epoche aufnimmt und sie in die Zukunft transportiert. Die Integrierung verschiedener formaler Objekte und ihrer Funktionen in einem Objekt verweist auf die Kulturverschmelzung der Menschen in Kleinasien. Ferner sollen nun verschiedene Ideen durchgespielt werden und Formensprachen aufgegriffen werden, kombiniert und in die Moderne transportiert werden.

grobe konturfindung anhand von papiermodellen

idee 2 all in

funktions- und volumentests

125


idee 2 all in

formfindung

127


1

2 3

4 5 6

7

querschnitt


1. Kerzenständer

Es gibt verschiedene Herangehensweisen zur Designfindung. Manche Designer haben für sich einen poetischen Weg entdeckt, andere hingegen finden den Weg über den Modellbau und wiederrum andere finden zeichnerisch eine Lösung. In diesem Fall werden verschiedene Möglichkeiten und Varianten der Funktionalität graphisch durchgespielt ohne dabei den Fokus auf die kleinasiatisch-inspirierte Formensprache zu verlieren.

2. Menagen

3. große Schüssel

4. Suppenschüssel

5. Gläser

6. Teller

7.Mezeplatte

idee 2 all in gestaltung

129


verschiedene varianten


idee 2 all in

kerzenst채nder 131


9.15

6.30 0.40

2.1

1.1 R2.00

45. 00°

R2.00

3.10

0.35

14.00°

5.35

R1.00

4.30 5.10

idee 2 all in

bemaßunkerzenstaender

133


gevierteilt


salz und pfeffer als halbkreise, die menagen halbiert

idee 2 all in menagen 135


105 51 41 5.5

° 14

29

R 80.00 °

°

72

141

4.5

45

26

4

R 1.50° 45 135

°

°

R2.00

R2.00

67 113

4

6 10

idee 2 all in

bemaßungen menagen 137


querschnitt


idee 2 all in

große schüssel

139


°

R 4.8 °

2.60

0.50

135

0.40

8.00

R1.80 R2.00

1.10 0.30

12.90

9.80

0.40

28.00 14.70 11.50 6.85

11 0

°

27.00 R 64.00 °

idee 2 all in

bemaßungen große schüssel 141


verschiedene varianten


verschiedene varianten

idee 2 all in

suppensch端sseln

143


0.45

0.40 0.20

1.20 3.95 0.25

11 0

°

12.10 21.15 21.45

idee 2 all in

bemaßungen suppenschüsseln 145


verschiedene varianten


verschiedene varianten

idee 2 all in gl채ser

147


5.15

4.20 0.80

1.70

4.20

0.80

2.80

4.70 5.00

idee 2 all in

bemaĂ&#x;ungen gläser 149


verschiedene varianten


verschiedene varianten

idee 2 all in teller 151


28.15

28.35

0.35

2.70

0.85

97°

49.

1.50

17.50

16.90 17.50

idee 2 all in

bemaĂ&#x;ungen teller 153


verschiedene varianten


idee 2 all in mezeschale 155


28.55 28.00 26.30 1.0

4.00

3.85

1.05

0

0.9

0.60

0.60 5.00 0.30

0

14.00

R 1.50

1.75

2.00

5

0.7

idee 2 all in

bemaĂ&#x;ungen mezeschale 157


materialit채t 159


stahl

„ holz

keramik

Für die jeweiligen Objekte wurden unterschiedlich und zu ihren Funktion passende Materialien ausgewählt. Ferner soll die Kleinasiatisch inspirierte Gestaltungslinie fortgeführt werden.


glas

materialit채t 161


idee 2 all in

visualisierung 163


Kerzenst채nder

Menagen

grosse Sch체ssel

Gl채ser

Suppensch체sseln

Teller

Mezeplatte

165


idee 2 all in

visualisierung

167


169


idee 2 all in

visualisierung 171


„

Der Prototypenbau erwies sich als sehr umfangreich, da das Objekt aus verschiedenen Materialien besteht.


Der Prototypenbau erwies sich als sehr umfangreich, da das Objekt aus mehreren Bauteilen und Materialien besteht. Um die Ästhetik und die Funktionsweise des Projektes besser zu veranschaulichen wird ein Prototyp gebaut. Die Materialien werden so gewählt, dass sie an das Endprodukt so nahe kommen wie nur möglich. Für die große Schüssel und die Mezeplatte wird Wenge - Holz benutzt. Die Porzellanteile werden durch lackierten Gips dargestellt. Die Metallteile werden aus Aluminium gefräst und die Gläser werden aus Epoxid Harz gegossen.

modellbau 173


gipsen


F체r den Prototypenbau wurde Gips als Ersatz f체r das Porzellan gew채hlt. Glatt geschliffen und lackiert geben sie eine materialnahe Optik wieder. Die Menagen, die aus Metall bestehen, wurden aus Aluminium CNC gefr채st und bestehen somit aus original Material.

drehen

modellbau 175


drechseln


Die große Schüssel und die Mezeschale wurden im Originalmaterial, Holz gefertigt. Die Gläser wurden erst als Negativform in Silikon gefertigt und anschließend mit transparentem, blau gefärbtem Epoxidharz abgegossen.

giessen (harz)

modellbau 177


modellbau 179


modellbau 181


modellbau 183


185


modellbau 187


Fussnotenverzeichnis 1 Weinelt, S. 51 2 Angar/ Sode, S. 28 3 Schreiner in: Byzanz - Pracht und Alltag S.14 4 Heidemann 5 Assmann, S. 13 6 Fuchs, S. 11 ff. 7 Duden: KonsumgĂźter 8 Schreiner in: Byzanz - Pracht und Alltag S.22 9 Angar/ Sode, S. 137 f. 10 aufgerufen am 6.6.2011, http://www.kultur. gov.tr/DE/belge/3-6260/die-osmanische-kuche. html 11 Angar/ Sode, S. 137 ff. 12 Wamser, S. 21 ff. 13 Bengtson, S. 1 ff. 14 Bengtson, S. 7 f. 15 Bengtson, S. 1 ff. 16 Bengtson, S. 103 f. 17 Bengtson, S. 310 f. 18 Bengtson, S. 327 f. 19 aufgerufen am 6.6.2011, http://viamus.unigoettingen.de/fr/sammlung/aa_epochen/02 20 aufgerufen am 6.6.2011, http://www.ufg.unituebingen.de/sammlung-ma/glossar.php 21 Lorke, S.65 ff. 22 aufgerufen am 6.6.2011, http://viamus.unigoettingen.de/fr/sammlung/aa_epochen/02 23 Wedepohl, S.5 f. 24 Klein, S. 237 25 Paul, S. 125 26 Schiering, S. 151 27 Daim in: Byzanz - Pracht und Alltag, S. 10 f. 28 Daim in: Byzanz - Pracht und Alltag, S. 10 f. 29 Angar/ Sode, S. 27 30 Angar/ Sode, S. 31 31 Lilie, S. 106 32 Angar/ Sode, S. 38 33 Haussig, S. 198 34 Kazhdan, S. 22 35 Angar/ Sode, S. 141 f. 36 Angar/ Sode, S. 138 37 Wamser, S. 240 ff. 38 Angar/ Sode, S. 112 f. 38 Lilie/ Borgolte S. 31 39 aufgerufen am 6.6.2011, http://www.dradio. de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1130908/ 40 Grabar, S. 40

41 Wamser, S. 149 ff. 42 aufgerufen am 6.6.2011, http://www.purpura.de/purpura.html 43 Lilie, S. 201 44 Lilie, S. 70 45 Lilie, S. 69 46 Angar/ Sode, S. 181 47 Lilie, S. 70 48 Kehribar, S. 3 49 Angar/ Sode, S. 181 50 Faroqhi, S. 112 51 Petsopoulos, S. 7 52 Faroqhi, S. 178 53 aufgerufen am 6.6.2011, http://www.tuerkenbeute.de/sam/?vmSiteSession=2985559274 1a765dd76dfa7bf1175070 54 aufgerufen am 6.6.2011, http://www.tuerkenbeute.de/kun/kun_han/Tugra_de.php 55 aufgerufen am 6.6.2011, http://www.zentralasien.net/ornament/index.html 56 HĂśpp, S. 51 57 Faroqhi, S. 90 ff. 58 Faroqhi, S . 101 59 Kehribar S. 5 60 aufgerufen am 6.6.2011, http://www.planetwissen.de/alltag_gesundheit/werkstoffe/keramik/index.jsp 61 Rada, S. 7 62 Rada, S. 125 63aufgerufen am 6.6.2011, http://www.antonhaege.com/fl_l_1.html 64 Frotscher 65 aufgerufen am 6.6.2011, http://www. mineralienatlas.de/lexikon/index.php/ RockData?rock=Porphyr 66 Frotscher

fussnotenverzeichnis 189


Literaturverzeichnis Philosophische Reisen Anatolien Die Wiege Europas Hannes Weinelt in Abenteuer Philosophie 2 / 2006 Seite 50 ff.

Wener Lorke Vom Indigo zum Purpur. Farben der Antike in: Hoechst HighChem Magazin Nr. 8, S. 65 (1989) Karl Hans Wedepohl Glas in Antike und Mittelalter Geschichte eines Werkstoffs Schweizerbart`sche Verlagsgruppe, 2003

Byzanz Ein Schnellkurs Mabi Angar / Claudia Sode Dumont Verlag Köln, 2010

Wilhelm Klein Geschichte der Griechischen Kunst Erster Band: Die griechische Kunst bis Myron Severus Verlag Hamburg, 1904, 2011

Byzanz: Pracht und Alltag. Katalogbuch zur Ausstellung in Bonn, Bonn, 2010.

Ebehard Paul Griechische Vasenmalerei Edition Tusch Wien, 1982

Prof. Dr. Frank Heidemann: Vorlesung 1, Grundlagen 1: Ethnologie als Wissenschaft vom kulturell Fremden, Ludwig-MaximilianUniversität München

Wolfgang Schiering Die griechischen Tongefäße. Gestalt, Bestimmung und Formenwandel. Mann Berlin, 1983

Aleida, Assmann Einführung in die Kulturwissenschaft. Grundbegriffe, Themen, Fragestellungen, E. Schmidt Verlag, Berlin, 2008

Ralph-Johannes Lilie Einführung in die Byzantinische Geschichte Kohlhammer Urban, 2007

Max Fuchs Kultur Macht Sinn: Einführung in die Kulturtheorie Vs Verlag, 2008 Duden Wirtschaft von A bis Z: Grundlagenwissen für Schule und Studium, Beruf und Alltag. 4. Aufl. Mannheim: Bibliographisches Institut 2009. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2009. Ludwig Wamser: Die Welt von Byzanz - Europas östlichstes Erbe, München 2004 Hermann Bengtson Griechische Geschichte Von den Anfängen bis in die Römische Kaiserzeit, Verlag C.H. Beck München, 2002

Hans Wilhelm Haussig Kulturgeschichte von Byzanz Kröner, 1966 Aleksandr Petrovich Kazhdan Byzanz und seine Kultur Akademie Verlag Berlin, 1976 Ralph- Johannes Lilie Byzanz und das lateinische Europa in: Historische Zeitschrift Unaufhebbare Pluralität der Kulturen Beiheft 32, S. 19 - 39 Michael Borgolte, Claudia Modellmog Ouldenburg Wissenschaftsverlag, 2001 (zitiert Lilie/Borgolte) André Grabar Byzanz: Die Byzantinische Kunst des Mittelalters (vom 8. bis zum 15 Jh.) Holle Verlag Baden-Baden, 1964.

Pinar Kehribar Christliche Minderheiten in der Türkei Grin Verlag, 2010 Suraiya Faroqhi Geschichte des Osmanischen Reiches C.H.Beck, 2010 Yanni Petsopoulos Kunst und Kunsthandwerk unter den Osmanen C.H.Beck, München 1982 Suraiya Faroqhi Kultur und Alltag im Osmanischen reich: vom Mittelalter bis zu dem Anfang des 20. Jahrhunderts C.H.Beck, 2003 (zitiert Faroqhi: Kultur) Gerhardt Höpp „Allah ist gross“: Niedergang und Aufstieg der islamischen Welt von Abdul Hamid Ibn Saud Matthes & Seitz Berlin, 2002 Pravoslav Rada Die Technik der Keramik Verlag Werner Dausien Hanau, 1989 Sven Frotscher Keramik und Porzellan dtv- Atlas München, 2003.


Bilderverzeichnis

73226275&bmLocale=en

Alle nicht selbst fotografierten oder angefertigten Bilder in dieser Arbeit stammen von den Webseiten der entsprechenden Hersteller. Weitere Abbildungen sind solche aus den im Literaturverzeichnis genannten B端chern und den nachstehend aufgef端hrten Quellen aus dem Internet.

-http://www.khm.at/neue-burg/sammlungen/ ephesos-museum/

-Google Earth

-http://www.maggieblanck.com/Azarian/Photos.html

-http://www.ephesus.us/ -http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index. php/T%FCrkei

-https://www.kultur.gov.tr

-http://www.mayerundthiele.de/de/produkte/ index.html -http://heritagebooks.wordpress.com/ -https://pedago.univ-littoral.fr/campusnumerique/ganesha/groupes/groupe_86/site_Istanbul_gall/nouveau_site/litterature/actualite/ trajet_total.html -http://www.ixorcosmos.gr/ic1/el/enimerosi/ katalogos-i-stili-tou-baggeli-mpexi/940arxaia-istoria-sto-vitho-ton-sporadon-kai-toypagasitikoy

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-http://www.britishmuseum.org/

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-http://ancientglass.wordpress.com/page/2/

-http://www.louvre.fr/llv/oeuvres/detail_departement.jsp;jsessionid=NXXT1JFbslN5hc7fd7 6r39my6sFgCMt88864?FOLDER%3C%3Efol der_=1408474395181076&CURRENT_LLV_ DEP%3C%3Efolder_id=1408474395181076& FOLDER%3C%3EbrowsePath=140847439518 1076&CONTENT%3C%3Ecnt_id=101341986

-http://www.bible-history.com/ibh/ Bible+Customs/Household+Items/ Literaturauswahl: -http://e-cafe-kayali.over-blog.de/20-index.html -http://www.ooegeschichte.at/Gabel.804.0.html -http://wapedia.mobi/de/Essbesteck

literaturverzeichnis / bilderverzeichnis 191


in kooperation mit

DLF-DESIGN.COM

Danke an alle die mich unterstützt haben, mit mir Geduldig waren und mir Liebe gegeben haben über all die Jahrzehnte. Meine Familie und meine engsten Freunden. Entschuldigung an alle die Ich enttäuscht und verletzt habe.

Ein besonderes Dankeschön an Daniele Garfield Luciano Ferrazano der einen großen Teil zu dieser Bachelor Thesis beigesteuert hat. Und außerdem cool ist und so. Vielen Dankeschön.

Δεν ελπiζω τiποτα. Δε φοβaμαι τiποτα. Εiμαι λeφτερος.

danksagungen

193

ASIA MINOR TABLEWARE  

Bachelor Thesis Industrial Design Tableware inspired by the history of Istanbul

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