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Neuerscheinungen FrĂźhjahr 2020

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Inhaltsverzeichnis

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser, 2 Altertumswissenschaften 16 Geschichte

33 Wirtschaftsgeschichte

37 Wissenschaftsgeschichte

41 Medizingeschichte

44 Philosophie 46 Rechts- und Sozialphilosophie 49 Geographie 50 Berufspädagogik 53 Musikwissenschaft 55 Romanistik 56 orientalistik 57 Kooperationen 58 Aus den akademien 60 Autorenverzeichnis

der Flughafen Berlin Brandenburg oder das Bahnprojekt Stuttgart 21 gelten heute als Synonym für Fehlplanung und Missmanagement – es ist aber bei weitem nicht das erste Mal, dass ein Großbauprojekt negative Schlagzeilen macht. Frank Uekötter widmet sich in „Der Deutsche Kanal“ (S. 24–25) einem ähnlichen Vorhaben: Bei der Eröffnung am 15. Juni 1976 noch als Jahrhundertbauwerk gefeiert, bricht der Elbe-Seitenkanal bereits fünf Wochen später an einer Unterführung und überflutet mehr als 1.000 Hektar Land. Was als Warnung hätte dienen können, wird einfach wieder aufgebaut. Zur Verantwortung gezogen wird niemand. Ein Buch über die Mythen der alten Bundesrepublik! In „Metalmorphosen“ (S. 22–23) nimmt Jörg Scheller ein gänzlich anderes Thema in den Blick und zeigt die überraschend komplexe Geschichte des Heavy Metal. Hinter der harten Fassade steckt mehr als auf den ersten Blick zu vermuten ist – nicht umsonst wird Heavy Metal heute auch ganz selbstverständlich für Werbezwecke eingesetzt. Aber warum ist die Apokalypse im Heavy Metal eigentlich so allgegenwärtig? Und was hat Heavy Metal mit der Kunst des Strickens zu tun? Die Autorinnen und Autoren von „Weimar und die Neuordnung der Welt“ (S. 26) legen den Fokus auf den Versuch, nach einer Katastrophe wie dem Ersten Weltkrieg gesellschaftliche, politische und ökonomische Systeme neu zu gestalten. Die Frage nach der deutschen Position in der internationalen Außenpolitik bildete dabei nur eines der Hindernisse der Zwischenkriegszeit. Mit „Ins Gedächtnis geschrieben“ (S. 17) von Elisabeth Schläwe erscheint außerdem der erste Band unserer neuen Schriftenreihe Transgressionen. Interdisziplinäre Studien zur Frühen Neuzeit. Mit herzlichen Grüßen Ihr

Dr. Thomas Schaber – Verlagsleiter –


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Altphilologie

Marco Palone

Le Etiopiche di Eliodoro Approcci narratologici e nuove prospettive PALINGENESIA – BAND 120

L’autore

Marco Palone, docente in Italia di lettere classiche nei licei, al momento insegna Italiano presso l’Università di Edimburgo, come lettore ministeriale. Si occupa di didattica delle lingue classiche e romanzo antico e teorie della ricezione.

Sull’ultimo e più complesso dei romanzi greci, le Etiopiche di Eliodoro, mancava ancora uno studio che facesse il punto, almeno in parte, sulla ricca messe di contributi che ormai si sono accumulati sull’argomento. Partendo da una disamina degli studi narratologici, fino a coinvolgere i più recenti studi di narratologia cognitiva e delle emozioni, con la presente ricerca si è cercato di dare un nuovo volto a un romanzo sorprendentemente complesso. Sulla base dell’interpretazione del testo e del vaglio di un’ampia letteratura, lo studio offre riflessioni sulle caratteristiche del romanzo, alcune delle quali finora trascurate, come le narrazioni concentriche (o racconti nei racconti), il valore dell’ekphrasis dell’ametista al centro dell’opera, il valore delle emozioni nel romanzo e il ruolo del lettore nella performance di lettura. Di fatto questa ricerca finisce per riconsiderare e mettere in discussione alcune interpretazioni consolidate sul romanzo greco in generale, ad esempio sulla composizione del pubbblico e sulla sua ricezione.

Sommario

Introduzione | Trama delle Etiopiche | Romanzo antico e narratologia | Aspetti ed espedienti narrativi nelle Etiopiche e nel romanzo antico | Metadiegesi | L’intermediazione dello ἀναγνώστης/lector | Il pubblico di Eliodoro e del romanzo greco | Conclusioni | Bibliografia | Indice

→ erscheint voraussichtlich April 2020 239 Seiten mit 9 Tabellen € 54,978-3-515-12624-3 e-book 978-3-515-12612-0 gebunden


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Altphilologie

Klaus Meister

Studien zur griechischen Geschichtsschreibung Von der Klassik bis zur Spätantike PALINGENESIA – BAND 121

der Autor

Klaus Meister hatte bis zu seiner Emeritierung 2005 den Lehrstuhl für Alte Geschichte an der Pädagogischen Hochschule und in der Folge an der TU Berlin inne. Zuvor war er in München, Saarbrücken und Köln tätig. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Thukydides einschließlich der Thukydidesrezeption und die hellenistische Geschichtsschreibung, insbesondere Diodor und Polybios.

→ erscheint voraussichtlich April 2020 346 Seiten € 66,978-3-515-12591-8 gebunden

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78 3 5 15 1 2 5 9 18

Der Band präsentiert eine Auswahl von 25 Aufsätzen, Buchkapiteln, Besprechungen und Originalbeiträgen von Klaus Meister, der sich als Spezialist für Thukydides und die folgende hellenistische Geschichtsschreibung einen Namen gemacht hat. Er spannt einen Bogen von den großen griechischen Historikern der klassischen Epoche (Herodot, Thukydides) über den Hellenismus (u.a. Pytheas von Massilia, Timaios, Polybios, Diodor) bis in die römische Republik und Kaiserzeit (u.a. Appian). Die politische und die Verfassungsgeschichte kommen darin ebenso zu ihrem Recht wie die Gattungsentwicklung, der Wandel der Geschichtsauffassung und der historischen Methode sowie die einzelne Historikerpersönlichkeit. Die Beiträge, entstanden in den fünf Jahrzehnten zwischen 1970 und 2018, wurden von Meister vollständig durchgesehen und, sofern sie nicht auf Englisch oder Deutsch vorlagen, ins Deutsche zurückübersetzt sowie mit Nachträgen zu seither neu erschienener Literatur ergänzt.

u.a. Mit folgenden Beiträgen

Stesimbrotos’ Schrift über die athenischen Staatsmänner und ihre historische Bedeutung | Die griechische Geschichtsschreibung, ein Überblick | Herodot von Halikarnassos | Thukydides von Athen | Thukydides versus Herodot: Eine ambivalente Beziehung | Der Einfluss des Redners und Sophisten Antiphon auf Thukydides| Das Recht des Stärkeren bei Thukydides | Hippias von Elis, ein verkannter Sophist und Antiquar | Die Fortsetzer des Thukydides: Xenophon, Theopomp, Kratippos


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Altphilologie

Alfred Lindl

Narrative Technik und Leseraktivierung Tacitus’ Annalen XIII–XVI HERMES – EINZELSCHRIFT 117

Der Autor

Alfred Lindl studierte Lateinische Philologie, Mathematik sowie Erziehungswissenschaft für Gymnasiallehramt an der Universität Regensburg und promovierte in Lateinischer Philologie. Neben der lateinischen Historiographie und (quantitativen) Narratologie widmet er sich der empirischen Fachdidaktik mit einem Forschungsschwerpunkt auf Kompetenzen von (Latein-)Lehrkräften. Derzeit ist er im Bereich Methoden der Empirischen Bildungsforschung tätig.

2020 537 Seiten mit 13 Tabellen € 70,978-3-515-12634-2 e-book 978-3-515-12632-8 kartoniert

9 783515 126328

Bis heute wird unser Bild des römischen Kaisers Nero und unsere Vorstellung von seiner Herrschaftszeit wesentlich von Tacitus geprägt. Besondere Faszination und Nachwirkung entfalten dabei Szenen wie die Ermordung der Kaisermutter Agrippina, der Brand Roms mit der anschließenden Christenverfolgung, die Pisonische Verschwörung oder der erzwungene Suizid des Stoikers Seneca, um nur die eindrucksvollsten anzuführen. Welche erzählerischen Mittel und Techniken Tacitus in seinen Nerobüchern (ann. XIII–XVI) einsetzt, war bislang jedoch weitestgehend unklar und wird nun erstmals unter reflektiertem Einbezug gegenwärtiger diskursanalytischer Theorien aus Narratologie und Spannungsforschung untersucht. Drei thematisch gegliederte Kapitel stellen die komplexe Erzählordnung, die abwechslungsreichen Perspektivenstrukturen und subtilen Abstufungen der narrativen Distanz sowie die verschiedenartigen Strategien der Leseraktivierung vor. Im Vordergrund stehen hierbei jeweils eine sorgfältige Identifikation und differenzierte Analyse der Phänomene, ihrer Funktionsfacetten und ihres Wirkungspotenzials.

Aus dem Inhalt

Autor und Publikum einer frühkaiserzeitlichen Historiographie | Zeit, Thema und Raum in der Erzählung | Perspektivenstruktur und narrative Distanz | Textinhärente Strategien der Leseraktivierung | Abschlussfazit | Literaturverzeichnis | Indices


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Alte Geschichte

Patrick Brimioulle

Das Konzil von Konstantinopel 536 ROMA AETERNA – BAND 8

Der Autor

Patrick Brimioulle studierte Alte Geschichte, Mittelalterliche Geschichte und Katholische Theologie und arbeitete zu Themen aus dem Bereich der Spätantike und der alten Kirchengeschichte. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Entwicklung christlicher Dogmen im Hinblick auf die Christologie im 5. und 6. Jahrhundert.

2020 323 Seiten € 58,978-3-515-12667-0 e-book 978-3-515-12666-3 gebunden

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78 3 5 15 126 6 6 3

Im Jahr 536 wurde in Konstantinopel ein Konzil einberufen, auf dem Anthimos, der Bischof der Hauptstadt, nach nur einem Jahr Amtszeit abgesetzt und zahlreiche Bischöfe mit ihm als Häretiker verurteilt und aus der Stadt verbannt wurden. Bei diesem Ereignis handelte es sich um die jüngste Eskalation in den kirchenpolitischen Auseinandersetzungen, die nach dem Konzil von Chalkedon 451 die Kirche erschütterten – es sollte sich als Wendepunkt in der Kirchenpolitik Justinians (527–565) erweisen. Patrick Brimioulle rekonstruiert den genauen Ablauf des Konzils, seine Organisation und sein Verhältnis zur bisherigen kaiserlichen Kirchenpolitik sowie seine Einbettung in die kirchenpolitischen Auseinandersetzungen seiner Zeit. Brimioulle untersucht die gesellschaftlichen Dynamiken bei religiösen Streitigkeiten und beleuchtet damit erstmals die kirchenpolitischen Verwicklungen auch aus sozialgeschichtlicher Perspektive. Im Zentrum steht dabei, wie es zur Ausformung einer spezifischen eigenen Identität und zur Bildung unterschiedlicher Parteien unter Bischöfen, Mönchen und gewöhnlichen Gemeindemitgliedern kam.

Aus dem Inhalt

Einleitung | Die Kirchenpolitik des Anastasios (491–518) | Die kirchenpolitischen Entwicklungen unter Justin I. (518–527) | Die Kirchenpolitik Justinians bis zum Konzil von 536 | Das Konzil von Konstantinopel 536 | Zur Herausbildung kirchenpolitischer Identitäten | Ausblick – Die Reaktion Justinians auf das Konzil 536 | Quellen | Literatur


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Alte Geschichte

Karen Piepenbrink

Die Rhetorik des Aristoteles und ihr Verhältnis zum historischen Kontext HISTORIA – EINZELSCHRIFT 261

Die Autorin

Karen Piepenbrink ist Professorin für Alte Geschichte an der JustusLiebig-Universität Gießen. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen zeitlich das archaische und klassische Griechenland, die römische Republik und die Spätantike. Inhaltlich liegen die Schwerpunkte im Bereich der politischen Ordnungen und deren zeitgenössischer Perzeption, der antiken Philosophie und Rhetorik in ihrem historischen Kontext, dem antiken Christentum, der Transformation des Römischen Reiches in der Spätantike sowie der komparatistischen Betrachtung antiker und moderner Demokratien.

2020 244 Seiten € 52,978-3-515-12569-7 e-book 978-3-515-12564-2 gebunden

9 783515 125642

Die ‚Rhetorik‘ des Aristoteles ist von fundamentaler Bedeutung für die Geschichte der Rhetorik nicht nur der griechisch-römischen Antike, sondern auch der nachfolgenden Epochen bis in die Moderne. Gleichwohl handelt es sich bei ihr nicht etwa um einen Versuch, den Gegenstand zeitübergreifend zu fassen; vielmehr situiert Aristoteles die öffentliche Rhetorik in den Poleis seiner Zeit und den dortigen kommunikativen Settings. Allerdings bildet er diese nicht einfach ab, sondern positioniert sich hierzu in einem diskursiven Verhältnis. Karen Piepenbrink untersucht erstmals systematisch die Relation der Schrift zu ihrem historischen Kontext, speziell zur praktischen Rhetorik. Sie fragt hierbei nach Parallelen wie auch Differenzen und beleuchtet diese im Hinblick auf ihre Ursachen. Dabei nimmt Piepenbrink die Frage nach der Intention des Textes ebenso in den Blick wie soziopolitische und rezeptionsästhetische Aspekte, aber auch mögliche philosophische Prämissen des Autors.

Aus dem Inhalt

Vorwort | Einleitung | Die Konzeption der Rhetorik durch Aristoteles und ihre historische Verortung | Handlungsmotive und soziale Konfigurationen | Zum Umgang mit ‚nichtartifiziellen‘ Beweismitteln | Die Evokation von Emotionen und die Erwartungen des Auditoriums | Soziale Werte | Rednerische Inszenierung und Gestaltung der Rede | Zusammenfassung | Quellen und Literaturverzeichnis | Register


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Alte Geschichte

Alberto Cafaro

Governare l’impero La praefectura fabrum fra legami personali e azione politica (II sec. a.C. – III sec. d.C.) HISTORIA – EINZELSCHRIFT 262

L’autore

Alberto Cafaro collabora con le cattedre di Storia romana e Topografia antica dell’Università di Pisa, presso la quale ha conseguito il dottorato nel 2017. Ha trascorso periodi di studio a Strasburgo e Newcastle upon Tyne ed è coinvolto in progetti di ricerca in Italia e Turchia. I suoi interessi si concentrano sulla ricostruzione del paesaggio economico e politico italico e provinciale fra la Tarda Repubblica e l’Alto Impero, con particolare riferimento al ruolo delle élites locali nella costruzione imperiale e all’apporto dei collegia nella vita economica e sociale delle città antiche.

→ erscheint voraussichtlich Mai 2020 ca. 580 Seiten ca. € 86,978-3-515-12523-9 e-book 978-3-515-12522-2 gebunden

9 783515 125222

La praefectura fabrum era una posizione istituzionale affidata su base fiduciaria dai magistrati ‹cum imperio›, figure apicali della politica romana. Indipendentemente dalle mansioni dei prefetti, definite dai loro deleganti, l’incarico dimostrava l’esistenza di vincoli di lealtà personale e politica fra magistrati curuli e personalità dei municipi, delle colonie e delle province. Per profilo e funzioni, la prefettura era dunque uno strumento ideale per stringere e consolidare relazioni fra le classi proprietarie dell’Urbe e quelle della «periferia». Questo libro affronta in modo sistematico la documentazione relativa alla prefettura dei fabri, dalla sua più antica attestazione, nel II sec. a. C., all’età severiana e ne esamina l’evoluzione e la funzione all’interno del mutevole sistema istituzionale e politico romano. Il volume è arricchito da un ampio catalogo prosopografico dedicato ai prefetti attestati. Ampio spazio è dedicato al ruolo dei prefetti nel contesto socio-politico ad essi contemporaneo e alla posizione della praefectura fabrum nella cultura e nella prassi politiche delle élites (urbane e non), evidenziandone l’importanza per il governo dell’Impero.


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Alte Geschichte

Karl-Joachim Hölkeskamp

Roman Republican Reflections Studies in Politics, Power and Pageantry

The Author

Professor of Ancient History in the University of Cologne (1995–2019), now emeritus; formerly Moses and Mary Finley Fellow in Ancient History, Darwin College Cambridge (1987–91); Visiting Professor, University of Paris-Sorbonne (2008); publications on archaic Greek law and legislation; political, social and cultural history of the Roman republic, its institutions, procedures and rituals; comparative analysis of city-state cultures; theories and methods.

→ erscheint voraussichtlich Juni 2020 ca. 260 Seiten mit 25 s/w-Abbildungen ca. € 54,978-3-515-12703-5 gebunden

9 783515 127035

The international discussion on the political culture of the Roman republic, which began in the 1980s and is still going on, is one of the most vibrant and lively debates in the Classics. This collection of essays – all revised and updated – offers fresh approaches to central themes of the debate: Roman republican social and political order in scholarship in the 20th century; the origins and development of the aforementioned debate; the emergence of new questions, fields of research, theoretical and methodological approaches; the constitution of the ruling class; the concept of ‘political culture’; the importance of public oratory; the character and role of the ‘public’ in a ‘city-state’ – contio and comitia; the role of history and collective memory; the performative construction of hierarchy and ‘power’; performative media of self-presentation – processions and other rituals; monumental and other visual media of self-fashioning – temples, spoils and statues; the self-fashioning of prominent families – the Marcii and the Cornelii Scipiones.

contents

The Politics of Elitism | Fact(ions) or Fiction? | The Roman Republic as Theatre of Power | Self-Serving Sermons | The Self-Fashioning of the New Elite | History and Collective Memory in the Middle Republic | In the Web of (Hi-)Stories | Memoria by Multiplication | Bibliography | Indices


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Alte Geschichte

Jan Bernhard Meister / Gunnar Seelentag (Hg.)

Konkurrenz und Institutionalisierung in der griechischen Archaik

Die herausgeber

Jan B. Meister ist Inhaber einer SNF Eccellenza Professorial Fellowship an der Universität Bern. Er forscht zu Adelskonzepten in der griechischen Archaik sowie zur Kulturgeschichte des Politischen und Herrscherkörpern in der römischen Kaiserzeit. Gunnar Seelentag ist Professor für Alte Geschichte an der Leibniz Universität Hannover. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Institutionalisierung im archaischen Griechenland, das vorrömische Kreta sowie die Herrschaftsdarstellung im römischen Principat.

→ erscheint voraussichtlich April 2020 ca. 464 Seiten mit 40 s/w-Abbildungen ca. € 72,978-3-515-12510-9 e-book 978-3-515-12505-5 gebunden

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78 3 5 15 1 2 5 0 5 5

Die griechische Archaik war eine ausgesprochen dynamische Zeit: Ab dem 8. Jh. v. Chr. entwickelte sich die materielle Kultur in einem für vormoderne Gesellschaften rasanten Tempo, die Übernahme des Alphabets eröffnete völlig neue Möglichkeiten der Kommunikation und die zumeist kleinformatigen soziopolitischen Gemeinschaften der Poleis bildeten neue politische, soziale und religiöse Institutionen aus. Diese Entwicklungen nehmen die Autorinnen und Autoren aus althistorischer, archäologischer und philologischer Perspektive in den Blick – und verwenden dafür ein gemeinsames theoretisches Instrumentarium: Mit soziologischen Modellen von „Konkurrenz“ und „Institutionalisierung“ setzen sie Befunde ganz unterschiedlicher gesellschaftlicher Felder zueinander in Beziehung. An die Stelle traditioneller Narrative, die vom „Agonalen“ oder einer evolutionären „Staatsentstehung“ ausgehen, tritt dabei ein auf die Akteure fokussierendes Bild einer komplexen Wechselwirkung zwischen kulturellen Praktiken und Institutionalisierung, das neue Perspektiven auf das archaische Griechenland eröffnet.

Mit Beiträgen von

Jan B. Meister / Gunnar Seelentag / Christoph Ulf / Erich Kistler / Christoph Lundgreen / Peter Zeller / Stefan Frass / Fabian Schulz / Tanja Itgenshorst / Claas Lattmann / Winfried Schmitz / Nadin Burkhardt / Klaus Junker / Arlette Neumann-Hartmann / Elke SteinHölkeskamp


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Alte Geschichte

Eike Faber / Timo Klär (Hg.)

Zwischen Hunger und Überfluss Antike Diskurse über die Ernährung POTSDAMER ALTERTUMSWISSENSCHAFTLICHE BEITRÄGE – BAND 71

Die herausgeber

Eike Faber ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für die Geschichte des Altertums an der Universität Potsdam. Er forscht über die Geschichte und Religionsgeschichte der Spätantike, den Umgang mit Kriegstoten im archaischen und klassischen Griechenland sowie Amazonenmythen. Timo Klär ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Alte Geschichte an der Universität Saarbrücken. Seine Forschungsschwerpunkte sind das römische Hispanien, das ptolemäische Ägypten, das frühe Prinzipat, die Spätantike sowie Ernährung und Gesellschaft im Altertum.

2020 358 Seiten mit 15 s/w-Abbildungen € 59,978-3-515-12630-4 e-book 978-3-515-12628-1 kartoniert

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78 3 5 15 126 28 1

Die Ernährung in der Antike war vielfältig, regional verschieden und von der beginnenden Eisenzeit (ca. 1.000 v. Chr.) bis in die Spätantike (ca. 500 n. Chr.) sowohl erstaunlich stabil als auch neuen Einflüssen wie exotischen Gewürzen aus dem Fernhandel und sich ändernden, religiös motivierten Haltungen zu Essen und Gemeinschaft ausgesetzt. Wer aß welche Nahrung? Welche ist die richtige, welche die beste Ernährung? Und wer konnte sich welche Speisen leisten? Gab es Speiseverbote? Wie diskutierten die Menschen der Antike, welches Essverhalten für welchen Tischgenossen „standesgemäß“ sei? Und was verraten uns gemeinsame Mahlzeiten über die antike Esskultur und ihre gemeinschaftsstiftende Wirkung? Indem die Autorinnen und Autoren der Leitfrage nachgehen, wie Ernährungsweisen einen Spiegel der Gesellschaft darstellen, beweisen sie, dass die Ernährung der Antike und die antiken Ernährungsdiskurse uns im 21. Jahrhundert viel zu sagen haben.

Mit Beiträgen von

Werner Tietz / Anne Sieverling / Andreas Gutsfeld / Pedro Barceló / Heinrich Schlange-Schöningen / Isabelle Künzer / Mercedes Och / Peter Riemer / Giuseppe Squillace / Manon Houbre / Eike Faber / Christopher Degelmann / Bernadette Descharmes / Matthias Grawehr / Eva Baumkamp / Timo Klär / David Hernández de la Fuente


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Alte Geschichte

Claudia Beltrão da Rosa / Federico Santangelo (ed.)

Cicero and Roman Religion Eight Studies POTSDAMER ALTERTUMSWISSENSCHAFTLICHE BEITRÄGE – BAND 72

the editors

Claudia Beltrão da Rosa is Professor of Ancient History at the Universidade Federal do Estado do Rio de Janeiro (UNIRIO). Federico Santangelo is Professor of Ancient History at Newcastle University.

This book gathers eight papers devoted to specific aspects of Cicero’s engagement with Roman religion, and seeks to make a wider contribution to the understanding of Cicero’s work as historical evidence. By engaging with religion as a fundamental factor of social cohesion and political stability, both in his theoretical works and his speeches, Cicero shaped a wide-ranging and ambitious discourse around themes and images that were firmly located in first-century BCE Rome. His contribution also proved very influential in the centuries to come. The volume focuses on the relationship between law, religion, and religious authority in Cicero; the interplay between divine images, ritual contexts, and the conceptualization of the divine; Cicero’s construction of a Greek deity for a Roman audience; the role of religious elements in the shaping of a Roman political identity; the tension between ‘natural law’ and Roman pietas; the problem of divine and human foresight; the relationship between theoretical views of the gods and late Republican public cult; and the reception, use, and readaptation of Ciceronian theology in the English Enlightenment.

Contributors

Valentina Arena / Claudia Beltrão da Rosa / Patricia Horvat & Alexandre Carneiro C. Lima / María Emilia Cairo / Maria Eichler / Federico Santangelo / Greg Woolf / Katherine A. East

→ erscheint voraussichtlich April 2020 ca. 160 Seiten ca. € 39,978-3-515-12644-1 e-book 978-3-515-12643-4 kartoniert

9 783515 126434


Alte Geschichte

Acta Senatus | B Band 7

Il senatus consultum de Plarasensibus et Aphrodisiensibus del 39 a. C. Edizione, traduzione e commento A cura di Andrea Raggi e Pierangelo Buongiorno

Raggi | Buongiorno

Franz Steiner Verlag

Acta Senatus

Andrea Raggi / Pierangelo Buongiorno (ed.)

1817 gründete Heinrich Karl Abraham Eichstädt im Zusammenwirken mit den Ministern Johann Wolfgang v. Goethe und Christian Gottlob v. Voigt das philologische Seminar in Jena. Die Autorinnen und Autoren des Bandes stellen die historischen Umstände und politischen Voraussetzungen der Seminargründung dar und beleuchten diese neu. Anlass bietet der bislang unbekannte Nachlass

Il senatus consultum de Plarasensibus et Aphrodisiensibus del 39 a. C.

ISBN 978-3-515-12580-2

9 783515 125802

„Heinrich Carl Abraham Eichstädt – Lateinische Gesellschaft“, der 2006 aus dem Stadtarchiv Erfurt in das Universitätsarchiv gelangte. Dazu gehört auch die Einschätzung der Rolle Eichstädts bei der Konsolidierung der Universität in der von Napoleon ausgelösten Krise der Universitäten im Alten Reich und der damit einhergehenden Umgestaltung der deutschen Bildungslandschaft.

www.steiner-verlag.de

Universitäts- und Bildungslandschaften um 1800 Universitäts- und Bildungslandschaften

Il senatus consultum de Plarasensibus

AS|B.7

Alte Geschichte

27

Franz Steiner Verlag

Meinolf Vielberg (Hg.)

200 Jahre Philologisches Seminar in Jena Herausgegeben von Meinolf Vielberg

Wissenschaftsgeschichte Franz Steiner Verlag

Vielberg

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Altertumswissenschaftliches Kolloquium – 27

Universitäts- und Bildungslandschaften um 1800 200 Jahre Philologisches Seminar in Jena

Edizione, traduzione e commento ACTA SENATUS | B – BAND 7 Il senatus consultum de Plarasensibus et Aphrodisiensibus, emanato a Roma il 2 ottobre del 39 a.C., rappresenta a tutt’oggi la più lunga deliberazione senatoria tradotta in greco conservata epigraficamente, tanto da essere stata a suo tempo definita da Louis Robert «la perle des inscriptions d’Aphrodisias au point de vue historique», Il testo, estremamente articolato, contribuisce alla ricostruzione delle vicende storiche di Aphrodisias di Caria durante l’epoca triumvirale, fornendo informazioni sul suo status di civitas libera et foederata e sull’asylia concessa al tempio di Afrodite. Ci informa anche sugli aspetti procedurali dell’attività senatoria sul finire della repubblica. A seguito di un rinnovato esame autoptico del testo, si è proceduto all’allestimento di una nuova edizione, dotata di retroversione latina e di traduzione italiana, oltre che di apparati di commento di taglio interdisciplinare. A tale proposito, si è cercato di tener conto anche delle acquisizioni delle discipline antichistiche nel corso degli ultimi quasi quarant’anni di studi, sugli aspetti giuridici delle relazioni internazionali, sulle dinamiche politiche dell’età triumvirale, sulla struttura complessiva delle delibere senatorie, sui processi di archiviazione e di propositio dei testi.

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ALTERTUMSWISSENSCHAFTLICHES KOLLOQUIUM – BAND 27 1817 gründete Karl Heinrich Abraham Eichstädt im Zusammenwirken mit den Ministern Johann Wolfgang v. Goethe und Christian Gottlob Voigt das philologische Seminar in Jena. Die Autorinnen und Autoren des Bandes stellen die historischen Umstände und politischen Voraussetzungen der Seminargründung dar und beleuchten diese neu. Anlass bietet der bislang unbekannte Nachlass „Carl Heinrich Abraham Eichstädt – Lateinische Gesellschaft“, der 2006 aus dem Stadtarchiv Erfurt in das Universitätsarchiv gelangte. Dazu gehört auch die Einschätzung der Rolle Eichstädts bei der Konsolidierung der Universität in der von Napoleon ausgelösten Krise der Universitäten im Alten Reich und der damit einhergehenden Umgestaltung der deutschen Bildungslandschaft.

→ erscheint voraussichtlich April 2020

2020

ca. 248 Seiten mit 10 s/w-Abbildungen

203 Seiten mit 14 s/w-Abbildungen

€ 78,-

€ 44,-

978-3-515-12640-3 e-book

978-3-515-12582-6 e-book

978-3-515-12637-3 leinen

978-3-515-12580-2 kartoniert

78 3 5 15 1 2 6 3 7 3

9 783515 125802


Beate Klein

threatened the very existence of the Roman Republic as an imperial power. Central themes include the relationship between Rome and the Italians as unequal partners; the visual and architectural representation of these dynamics; the place of Italy within Roman concepts of imperial rule; and the gradual, contested transformation of the allied polities into regional communities of Roman citizens.

Der bunte Roman Der Farbgebrauch im antiken und christlichen Roman unter besonderer Berücksichtigung von Petrons Satyrica, den Metamorphosen des Apuleius und den pseudoklementinischen Rekognitionen

9

7835 1 5 090469

www.steiner-verlag.de

28

Franz Steiner Verlag

Klassische Philologie

Der bunte Roman

Aufgrund seiner Zugehörigkeit zur Mitgift ist der Mitgiftsklave (servus dotalis) eng mit dem römischen Mit­ giftrecht verknüpft – dies unterscheidet ihn von anderen Sklaven und macht sein Schicksal abhängig von schwer prognostizierbaren und potenziell widerstreitenden Interessen der Ehe­ leute. Benedikt Forschner untersucht Probleme, die aus diesem Spannungs­ feld resultieren: Welche Antworten fanden die römischen Juristen auf Fragen der Eigentumsverhältnisse, des Erwerbs und der Freilassung von Mit­ giftsklaven? Wie gestalteten sich die Zurückbehaltungsrechte des Eheman­ nes im Fall einer Scheidung? Hatte der Ehemann Ersatzpflichten gegenüber

ISBN 978-3-515-12513-0

Altertumswissenschaftliches Kolloquium | 28

Franz Steiner Verlag

Klein

ISBN 978-3-515-09046-9

Der bunte Roman

NNV-Dummy, U4-Text und Rückenstärke fehlt

Beate Klein

Alte Geschichte

Die Studie erschließt diese Themen­ felder erstmals in monographischer Form und zeigt auf, wie die römischen Juristen diese besondere Sklavenkate­ gorie in die Ordnung des Mitgiftrechts integrierten.

www.steiner-verlag.de

7835 1 5 1 25 1 30

Servus dotalis

44

Servus dotalis Forschungen zur antiken Sklaverei | 44

Geschichte Franz Steiner Verlag

Der Sklave in der Ordnung des klassischen römischen Mitgiftrechts

FORSCHUNGEN ZUR ANTIKEN SKLAVEREI – BAND 44 Aufgrund seiner Zugehörigkeit zur Mitgift ist der Mitgiftsklave (servus dotalis) eng mit dem römischen Mitgiftrecht verknüpft – dies unterscheidet ihn von anderen Sklaven und macht sein Schicksal abhängig von schwer prognostizierbaren und potenziell widerstreitenden Interessen der Eheleute. Benedikt Forschner untersucht Probleme, die aus diesem Spannungsfeld resultieren: Welche Antworten fanden die römischen Juristen auf Fragen der Eigentumsverhältnisse, des Erwerbs und der Freilassung von Mitgiftsklaven? Wie gestalteten sich die Zurückbehaltungsrechte des Ehemannes im Fall einer Scheidung? Hatte der Ehemann Ersatzpflichten gegenüber der Ehefrau bei dem Verlust, einer Verletzung oder einer Krankheit des Sklaven? Wer haftete für Delikte, die der Mitgiftsklave begangen hatte? Und wie sah das rechtliche Schicksal seiner Kinder aus? Ergänzend beleuchtet Forschner den Mitgiftsklaven aus sozialhistorischer Perspektive, insbesondere mit Blick auf Geschlechts- und Altersstrukturen, Bildung, Tätigkeiten und seine geographische Verbreitung. Die Studie erschließt die genannten Themenfelder erstmals in monographischer Form und zeigt auf, wie die römischen Juristen diese besondere Sklavenkategorie in die Ordnung des Mitgiftrechts integrierten.

ALTERTUMSWISSENSCHAFTLICHES KOLLOQUIUM – BAND 28 Die Rekonstruktion der Antike im kulturellen Gedächtnis der europäischen Moderne erfährt in den zeitgenössischen Medien eine starke Präsenz. Ein wichtiger Aspekt dieser Repräsentation ist das Element Farbe. Beate Klein beleuchtet Farbe und ihren Gebrauch im antiken Roman. Der Übersicht über den Forschungsstand folgen methodische Überlegungen und die eingehende Beschreibung des Farbgebrauchs in drei lateinischen Romanen: den Satyrica Petrons, den Metamorphosen des Apuleius und den pseudoklementinischen Rekognitionen. Klein vergleicht die Interpretationen und Ergebnisse ihrer Untersuchungen mit dem Farbgebrauch in griechischen Romanen und Beispielen aus der Epik und arbeitet Parallelen und Differenzen heraus. Weiterhin zeigt sie literarische Anspielungen auf und interpretiert diese. Das Element Farbe sieht sie als ein Mittel der narrativen Strategie und stellt es in seiner Funktionalität dar. Die Nutzung von Farbe als Leitmotiv und mnemotechnisches Element ist ein Stilmittel und trägt dazu bei, ein kohäsives Narrativ zu kreieren und den Rezipienten in den Bann des Geschehens einzubinden.

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Benedikt Forschner

Der Sklave in der Ordnung des klassischen römischen Mitgiftrechts

Franz Steiner Verlag

Der Farbgebrauch im antiken und christlichen Roman unter besonderer Berücksichtigung von Petrons Satyrica, den Metamorphosen des Apuleius und den pseudoklementinischen Rekognitionen 9

Benedikt Forschner

der Ehefrau bei dem Verlust, einer Verletzung oder einer Krankheit des Sklaven? Wer haftete für Delikte, die der Mitgiftsklave begangen hatte? Und wie sah das rechtliche Schicksal seiner Kinder aus? Ergänzend beleuchtet For­ schner den Mitgiftsklaven aus sozial­ historischer Perspektive, insbesondere mit Blick auf Geschlechts­ und Alters­ strukturen, Bildung, Tätigkeiten und seine geographische Verbreitung.

Servus dotalis

During the period between the end of the Hannibalic War and Octavian’s decisive victory in the battle of Actium in 31 BC, the Italian peninsula gradually evolved as the heartland of the Roman Empire as it was expanding across the Mediterranean. The international team of contributors to this book elucidates different aspects of the social, cultural and political tensions that erupted as part of this process, and which more than once

Alte Geschichte

Forschner

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→ erscheint voraussichtlich Mai 2020

→ erscheint voraussichtlich April 2020

ca. 148 Seiten

ca. 272 Seiten

ca. € 39,-

ca. € 49,-

978-3-515-11853-8 e-book

978-3-515-12514-7 e-book

978-3-515-09046-9 kartoniert

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Alte Geschichte

Christian Seebacher

Zwischen Augustus und Antinoos Tradition und Innovation im Prinzipat Hadrians STUDIES IN ANCIENT MONARCHIES – BAND 6

Der Autor

Christian Seebacher studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Geschichte an der Universität Konstanz und am Royal Holloway College (University of London). Promotion in Alter Geschichte an der Universität Konstanz, anschließend wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität Bochum. Seit 2018 Mitarbeiter an der Universität Vechta. Forschungsschwerpunkte: der römische Prinzipat (insbes. erstes und zweites Jahrhundert n. Chr.), Antikenrezeption (insbes. im Hollywood-Spielfilm), Gabentausch in antiken Gesellschaften (vergleichende Perspektive).

2020 443 Seiten € 72,978-3-515-12594-9 e-book 978-3-515-12586-4 gebunden

9 783515 125864

Nach dem Tod des Princeps Traian sah sich sein Nachfolger Hadrian mit einem schweren Erbe konfrontiert. Mehr noch als die Ungewissheit seiner Adoption machte die übermächtige Selbstdarstellung Traians als bester aller Principes seine Herrschaft prekär: Sie ließ Hadrian kaum Spielraum mit dem vorgeblich uneinholbaren Vorgänger gleichzuziehen. Aus diesem Grund änderte Hadrian die Parameter seiner Selbstdarstellung radikal. Einerseits betonte er den direkten Anschluss seiner Herrschaft an jene des Augustus und damit an die Anfänge des Prinzipats, andererseits wurden Rekurse auf Griechenland zu einem konstitutiven Teil der hadrianischen Imago. Christian Seebacher zeigt, auf welche Weise Hadrian diese auf den ersten Blick höchst widersprüchlichen Modi der Selbstbeschreibung zu einem stimmigen Bild seiner Herrscherpersönlichkeit und seines Prinzipats zu vereinen und nutzbar zu machen verstand. Damit liefert Seebacher auch einen Beitrag zur Diskussion um Kontinuität und Wandel im römischen Prinzipat.

Aus dem Inhalt

Vorwort | Einleitung | Hadrian und Augustus | Hadrian und Griechenland | Schlussbetrachtung und Ausblick: Die Prekarität des hadrianischen Prinzipats | Appendix: Heirat ist keine Designationsstrategie | Bibliographie | Register


During the period between the end of the Hannibalic War and Octavian’s decisive victory in the battle of Actium in 31 BC, the Italian peninsula gradually evolved as the heartland of the Roman Empire as it was expanding across the Mediterranean. The international team of contributors to this book elucidates different aspects of the social, cultural and political tensions that erupted as part of this process, and which more than once

Alte Geschichte

Marie-Laure Freyburger-Galland / Henriette Harich-Schwarzbauer (éd.) Die Erforschung der Geographie der Alten Welt ist eine interdisziplinäre Wissenschaft. Der Orbis Terrarum bietet den Raum für entsprechende Studien von Historikern, Philologen, Geographen und Archäologen. Das dabei abgedeckte Spektrum ist bewusst breit angelegt: Forschungen zum geographisch-topographischen Profil haben hier ebenso Platz wie Untersuchungen zur Wechselwirkung zwischen Mensch und Landschaft sowie wissenschaftsgeschichtliche oder methodologische Arbeiten. Die Beiträge dieser Ausgabe erstrecken sich chronologisch vom spätklassischen

Res novae

threatened the very existence of the Roman Republic as an imperial power. Central themes include the relationship between Rome and the Italians as unequal partners; the visual and architectural representation of these dynamics; the place of Italy within Roman concepts of imperial rule; and the gradual, contested transformation of the allied polities into regional communities of Roman citizens.

Bouleversements dans les sources humanistes du Rhin Supérieur / Umbrüche in den humanistischen Quellen des Oberrheins Édité par / Herausgegeben von Marie-Laure Freyburger-Galland et / und Henriette Harich-Schwarzbauer

Res novae

NNV-dummy, U4 nicht fertig

www.steiner-verlag.de

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Franz Steiner Verlag

Altertumswissenschaften

COLLEGIUM BEATUS RHENANUS

Franz Steiner Verlag

Freyburger-Galland / Harich-Schwarzbauer

ISBN 978-3-515-11524-7

Alte Geschichte

8

www.steiner-verlag.de

Res novae

Orbis Terrarum

Griechenland bis in die Moderne. Inhaltliche Schwerpunkte liegen u. a. auf der Untersuchung von Texten zur antiken Geographie und deren Rezeption, Oikumene-Konzeptionen oder griechischer Regionalgeschichte. Der Band bietet zudem Studien zum Potential von Raumerfassung durch Karten (speziell der sog. Agrippakarte und der Tabula Peutingeriana), zum Pontosgebiet, Osteuropa/Skythien und Nordafrika. Der Orbis Terrarum enthält einen umfangreichen Literaturteil mit Rezensionen von Neuerscheinungen zur historischen Geographie der Alten Welt.

Orbis Terrarum

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RBIS TERRARUM Alte Geschichte Franz Steiner Verlag

Franz Steiner Verlag

ISBN 978-3-515-12651-9

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7835 1 5 1 265 1 9

Band 17 (2019)

Internationale Zeitschrift für historische Geographie der Alten Welt Journal of Historical Geography of the Ancient World Revue internationale de la géographie historique du monde antique Rivista internazionale di geografia storica del mondo antico

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Bouleversements dans les sources humanistes du Rhin Supérieur / Umbrüche in den humanistischen Quellen des Oberrheins

Internationale Zeitschrift für historische Geographie der Alten Welt / Journal of Historical Geography of the Ancient World / Revue internationale de la géographie historique du monde antique / Rivista internazionale di geografia storica del mondo antico

COLLEGIUM BEATUS RHENANUS – BAND 8 Herausgegeben von Michael Rathmann unter Mitarbeit von Anca Dan und Frank Daubner

Dans le cadre d’un projet INTERREG IV Rhin Supérieur, «Patrimoine Humaniste du Rhin Supérieur» / «Humanistisches Erbe am Oberrhein» (2011-2015), réunissant des latinistes et hellénistes des Universités de Freiburg i.B., Strasbourg, Bâle et Mulhouse, nous avons voulu étudier les sources humanistes conservées dans la région en prenant comme thème d’approche, celui des «bouleversements». Ils ne manquent ni dans l’Antiquité ni à la fin du XVe siècle et durant tout le XVIe siècle. Nous sommes à la fin d’un monde tourné vers le passé, la tradition, le respect absolu des Anciens, et à l’aube des Temps Modernes, tournés vers l’avenir, croyant au progrès dans toutes les disciplines de l’esprit. L’invention de l’imprimerie, la découverte du Nouveau Monde, les bouleversements sociaux, politiques et religieux ainsi que les nouveaux modes de pensée et de transmission du savoir sont autant d’éléments qui, étudiés par les différents contributeurs de l’ouvrage, pourront intéresser le lecteur et lui permettre de mieux comprendre comment les deux ou trois générations humanistes du Rhin Supérieur ont vécu ce passage-charnière.

BAND 17/2019 Der Orbis Terrarum bietet Raum für Publikationen von Historikern, Philologen, Geographen und Archäologen. Das dabei abgedeckte Spektrum ist bewusst breit angelegt: Geographischtopographische Studien haben hier ebenso ihren Platz wie Untersuchungen zur Wechselwirkung zwischen Mensch und Landschaft sowie wissenschaftsgeschichtliche oder methodologische Arbeiten. Die Beiträge dieser Ausgabe erstrecken sich chronologisch vom spätklassischen Griechenland bis in die Moderne. Inhaltliche Schwerpunkte liegen u.a. auf der Untersuchung von Texten zur antiken Geographie und deren Rezeption, Oikumene-Konzeptionen oder griechischer Regionalgeschichte. Der Band bietet zudem Studien zum Potential von Raumerfassung durch Karten (speziell der sog. Agrippakarte und der Tabula Peutingeriana), zum Pontosgebiet, Osteuropa/Skythien und Nordafrika. 2020 370 Seiten mit 70 s/w-Abbildungen Einzelband: € 112,-

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→ erscheint voraussichtlich Juni 2020

Abonnement: € 101,40

ca. 200 Seiten mit 23 s/w-Abbildungen

Vorzugspreis für Mitglieder der

ca. € 44,-

Ernst-Kirsten-Gesellschaft: € 89,60

978-3-515-12699-1 e-book

978-3-515-12656-4 e-book

978-3-515-12698-4 kartoniert

978-3-515-12651-9 kartoniert

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Mit telalter

Andreas Bihrer / Miriam Czock / Uta Kleine (Hg.)

Der Wert des Heiligen Spirituelle, materielle und ökonomische Verflechtungen BEITRÄGE ZUR HAGIOGRAPHIE – BAND 23

Die Herausgeber

Andreas Bihrer ist Professor für die Geschichte des frühen und hohen Mittelalters sowie Historische Grundwissenschaften an der ChristianAlbrechts-Universität zu Kiel. Miriam Czock ist akademische Oberrätin in der Abteilung für die Geschichte des Mittelalters der Universität Duisburg-Essen. Uta Kleine ist Akademische Oberrätin am Lehrgebiet Geschichte und Gegenwart Alteuropas der Fernuniversität in Hagen.

→ erscheint voraussichtlich Mai 2020 ca. 240 Seiten mit 15 Farb-Abbildungen ca. € 46,978-3-515-12681-6 e-book 978-3-515-12680-9 kartoniert

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Heiligkeit hat viele Dimensionen: Sie ist ethisches Ideal, numinose Kraft, kostbares Gut, rituelle Handlung und transzendente Größe. Sie konstituiert sich durch kulturelle Praktiken und Diskurse rings um heilige Personen, Ideen, Objekte, Orte und Institutionen und manifestiert sich in besonderen ‚Verdiensten‘ – lateinisch virtus oder merita. Hierbei handelt es sich zunächst um spirituelle Qualitäten. Dennoch zeigen die kultischen Praktiken, dass christliche Heiligkeit und heiliges Charisma nicht das schlechthin Unermessliche, sondern gestufte Qualitäten sind. Sie können in ganz handfester und substantieller Weise gedacht, gemessen, be- und gehandelt werden. In diesem Sinne ist Heiligkeit ein kulturell determinierter ‚Wert‘, dessen unterschiedliche Aspekte auf vielfältige Weise miteinander verflochten sind. Anknüpfend an semantische und kulturanthropologische Ansätze loten die Autorinnen und Autoren die vielfältigen Wertbezüge des Sacrum zwischen Spiritualität, Materialität und Ökonomie aus. Sie präsentieren ein breites Spektrum von Möglichkeiten der Be-, Um- und Verwertung des Heiligen im ekklesialen Feld.

Mit Beiträgen von

Miriam Czock / Claudia Alraum / Uta Kleine / Philip Zimmermann / Felicitas Schmieder / Stefan Esders / Franziska Quaas / Klaus Herbers / Cordelia Hess / Volker Leppin / Andreas Bihrer / Gia Toussaint / Stefan Laube / Ludolf Kuchenbuch


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Frühe Neuzeit

Elisabeth Schläwe

Ins Gedächtnis geschrieben Leben und Schreiben der Eleonora Wolff Metternich zur Gracht (1679–1755) TRANSGRESSIONEN – BAND 1

Die Autorin

Elisabeth Schläwe war bis 2019 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit der Universität zu Köln. Zurzeit absolviert sie das Referendariat für den höheren Archivdienst am Hessischen Staatsarchiv Marburg und an der Archivschule Marburg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind der rheinische Adel, die Sattelzeit und die Geschichte der Stadt Köln in französischer Zeit.

→ erscheint voraussichtlich Juni 2020 ca. 216 Seiten mit 16 Farb-Abbildungen ca. € 49,978-3-515-12713-4 e-book 978-3-515-12712-7 gebunden

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In vierzehn Schreibkalendern dokumentiert Eleonora Wolff Metternich zur Gracht die Zeit ihrer Vormundschaft über ihren minderjährigen Sohn. Die von ihr verfassten Einträge erlauben Einblicke in unterschiedliche Handlungsbereiche einer niederadligen Witwe in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Dazu gehören neben der praktischen Herrschaftsverwaltung und Prozessführung auch die Verbindungen zum Kölner Kurfürstenhof und die familiären Beziehungen zum Adelsgeschlecht der Schönborns – insbesondere zu Franz Georg von Schönborn. Alle vermerkten Aktivitäten verfolgen ein Ziel: Den Status und Besitz des Geschlechts zu erhalten und den Erben bestmöglich auf die Übernahme der Herrschaft vorzubereiten. Er und seine Ausbildung stellen dabei das einende Element aller Eintragungen dar, die aufgrund ihres sachlichen Stils wohl vor allem Rechenschaft über das vormundschaftliche Handeln ablegen sollten. Ganz selten wird dabei auch die Persönlichkeit ihrer Verfasserin sichtbar, die sich dank der für den rheinischen Adel einmaligen Quellen ins kollektive Gedächtnis eingeschrieben hat.

Aus dem Inhalt

Einleitung | Vormundschaftsantritt. Die Ausgangssituation | Lehrjahre des Stammhalters. Franz Josephs Schulische Ausbildung | Zu Gast beim Kurfürsten. Eleonora als Teil der Hofgesellschaft | Wahlkampf für den Lieblingsvetter. Das Netzwerk Wolff Metternich / Schönborn | Kostspieliger Triumph. Die Kavalierstour Franz Josephs | Herrschaftsverwaltung. Das Beispiel Burgau | Zähe Verhandlungen. Vor dem Reichskammergericht | Allmählicher Rückzug. Übernahme der Herrschaft durch Franz Joseph | Resümee | Quellen- und Literaturverzeichnis


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Frühe Neuzeit

Daniel Gehrt / Kathrin Paasch (Hg.)

Friedrich Myconius (1490–1546) Vom Franziskaner zum Reformator GOTHAER FORSCHUNGEN ZUR FRÜHEN NEUZEIT – BAND 15

Die Herausgeber

Daniel Gehrt ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsbibliothek Gotha. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Erschließung frühneuzeitlicher Handschriften, die Kirchen- und Bildungsgeschichte im 16. und 17. Jahrhundert und die Rezeption der Reformation. Kathrin Paasch ist Direktorin der Forschungsbibliothek Gotha und arbeitet zur Kultur- und Wissensgeschichte, insbesondere zur Bibliotheksgeschichte der Frühen Neuzeit und Neuzeit.

→ erscheint voraussichtlich April 2020 392 Seiten mit 8 s/w-Abbildungen € 66,978-3-515-12631-1 e-book 978-3-515-12626-7 gebunden

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Der ehemalige Franziskaner und evangelische Pfarrer Friedrich Myconius gehörte seit seiner Berufung nach Gotha im Jahr 1524 zu den führenden Akteuren der Wittenberger Reformation. Die Autorinnen und Autoren befassen sich mit dem Leben, Wirken und Werk von Myconius. Neben den Auseinandersetzungen der Franziskaner mit Reformbewegungen vor und nach 1517 und Myconius’ Beziehungen nach Wittenberg behandeln die Beiträge auch seine Bedeutung für die Organisation der evangelischen Kirchen in Thüringen. Ebenso werden seine kirchlichen und schulischen Aufsichtsfunktionen und seine Rollen bei überregionalen Religionsverhandlungen, der Reformation im albertinischen Sachsen sowie der Konfrontation mit den Täufern untersucht. Ferner bieten die Beiträge erstmals eingehende Studien zu Myconius’ Werken, etwa zu seiner Geschichte der Reformation und seinem weit bekannten Traum und dessen Rezeption. Abgerundet wird der Band durch eine Neuedition des einflussreichen Visitationsberichts von 1526, eine detaillierte Bibliographie und ein erweitertes Verzeichnis von Myconius’ umfangreicher Korrespondenz.

Mit Beiträgen von

Daniel Gehrt & Kathrin Paasch / Petra Weigel / Johannes Karl Schlageter / Christine Mundhenk / Dagmar Blaha / Andreas Dietmann / Stefan Michel / Friedemann Witting / Johannes Hund / Armin Kohnle / Michael Beyer / Harald Bollbuck / Sascha Salatowsky / Ernst Koch / Franziska König / Ernst Koch


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Frühe Neuzeit

Katrin Löffler (Hg.)

Wissen in Bewegung Gelehrte Journale, Debatten und der Buchhandel der Aufklärung BEITRÄGE ZUR KOMMUNIKATIONSGESCHICHTE – BAND 33

die herausgeberin

Katrin Löffler ist Mitarbeiterin im Projekt „Gelehrte Journale und Zeitungen als Netzwerke des Wissens im Zeitalter der Aufklärung“ (GJZ 18) der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Literatur der Aufklärung, autobiographisches Schreiben, DDR-Literatur und die Geschichte Leipzigs.

Aufklärung ohne Zeitschriften ist undenkbar. Vor allem die Gelehrten Journale stellten eine neue Form von Öffentlichkeit her, die dem allgemeinen Publikum Teilhabe am kritischen Diskurs bot. Mit ihren Rezensionen, Buchankündigungen, Nachrichten und Beiträgen schufen sie Debatten und normierten gelehrte Praktiken, besonders das Rezensionswesen. So bilden diese Periodika den gesamten Wissensaustausch im 18. Jahrhundert ab und eignen sich hervorragend, die Geltung von Autoren und Akteuren des Buchmarkts, die Genese und Zirkulation von Diskursen, Medien und Wissen nachzuzeichnen. Die Autorinnen und Autoren des Bandes behandeln u. a. die Kontroversen um Kometenerscheinungen, Kamtschatka-Expeditionen, Taufe und Taufexorzismus. Sie untersuchen Buchauktionen und -nachdrucke, die katholische Aufklärung im Journalwesen, die Acta Eruditorum im Kontext der Leipziger gelehrten Sozietäten, Albrecht von Hallers Exzerpier- und Rezensionspraxis und Gottscheds Ruhmgeschichte. Damit erschließen sie das noch wenig genutzte Potential dieser Periodika für die Aufklärungs- und historische Presseforschung.

mit Beiträgen von

Katrin Löffler / Maximilian Görmar / Claire Gantet / Simon Portmann / Flemming Schock / Andreas Müller / Kristina Küntzel-Witt / Thea Sumalvico / Doris Gruber / Anett Lütteken / Markus Christopher Müller / Nora Fischer / Arne Klawitter / Alexander Stoeger

2020 250 Seiten mit 9 s/w-Abbildungen und 4 Tabellen € 52,978-3-515-12595-6 e-book 978-3-515-12592-5 gebunden

9 783515 125925


Geschichte

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www.steiner-verlag.de

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Band 21 · 2019 Franz Steiner Verlag

Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte

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herausgegeben von

Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte

ISSN 1438-4485

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Briefmarken sind Träger, Symbole und Botschafterinnen der sie ausgebenden Staaten und damit eine beachtens­ werte Projektionsfläche der jeweiligen Geschichtspolitik. Von großem Inte­ resse sind hierbei die Motive der Brief­ marken, die einen langen zeitlichen Rahmen von der Antike über das Mit­

Jahrhundert

Achim Thomas Hack / Klaus Ries (Hg.)

Staaten in ihrer Zeit wider. In beson­ derem Maße gilt dies für die zwischen 1949 und 1990 existierenden beiden deutschen Staaten, deren Streit um die Deutung deutscher Geschichte und die Inanspruchnahme positiver Traditionen sich auch in der Brief­ markenproduktion in vielfältiger Form

telalter und die Frühe Neuzeit bis

ausdrückte. Die Autoren untersu­

hin zur Moderne spannen. Sie zeigen,

chen am Beispiel der Briefmarken­

inwieweit sich die Deutung geschicht­

Motive, an welche Ereignisse und

licher Ereignisse und Personen in dia­

Personen durch Briefmarken erinnert

chroner Weise veränderte. Brief­

wird und in welchem Zusammenhang

marken spiegeln daher auch die Ge­

dies mit der jeweiligen Geschichts­

schichtspolitik der jeweiligen

politik steht.

Daniel Bellingradt Holger Böning

Geschichte zum Aufkleben

Patrick Merziger Rudolf Stöber

Herausgegeben von Daniel Bellingradt, Holger Böning, Patrick Merziger, Rudolf Stöber Redaktion: Wilbert Ubbens

73

43

42 ISBN 978-3-515-12538-3

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Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte

7835 1 5 1 25383

www.steiner-verlag.de

Geschichte

Franz Steiner Verlag

Franz Steiner Verlag

Hack / Ries

JbKG

Band 21 · 2019

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19.-21.

Geschichte zum Aufkleben

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ISBN 978-3-515-12658-8

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Geschichte zum Aufkleben Historische Ereignisse im Spiegel deutscher Briefmarken Herausgegeben von Achim Thomas Hack und Klaus Ries

7 83 5 1 5 1 2 6588

Historische Ereignisse im Spiegel deutscher Briefmarken

Briefmarken sind Träger, Symbole und Botschafterinnen der sie ausgebenden Staaten und damit eine beachtenswerte Projektionsfläche der jeweiligen Geschichtspolitik. Von großem Interesse sind hierbei die Motive der Briefmarken, die einen langen zeitlichen Rahmen von der Antike über das Mittelalter und die Frühe Neuzeit bis hin zur Moderne spannen. Sie zeigen, inwieweit sich die Deutung geschichtlicher Ereignisse und Personen in diachroner Weise veränderte. Briefmarken spiegeln daher auch die Geschichtspolitik der jeweiligen Staaten in ihrer Zeit wider. In besonderem Maße gilt dies für die zwischen 1949 und 1990 existierenden beiden deutschen Staaten, deren Streit um die Deutung deutscher Geschichte und die Inanspruchnahme positiver Traditionen sich auch in der Briefmarkenproduktion in vielfältiger Form ausdrückte. Die Autoren untersuchen am Beispiel der Briefmarken-Motive, an welche Ereignisse und Personen durch Briefmarken erinnert wird und in welchem Zusammenhang dies mit der jeweiligen Geschichtspolitik steht.

BAND 21/2019 Im „Forum für Kommunikationsgeschichte“ denkt James Raven über Sinneseindrücke wie Gerüche, Haptik und Geschmack als Elemente einer Geschichtsschreibung der Medienrezeption nach, Erik Koenen und Simon Sax stellen biographische Zugänge zur Kommunikationsgeschichte vor und Josef Seethaler plädiert für die Re-Integration der Kommunikationsgeschichte in eine sozialwissenschaftlich orientierte Kommunikationswissenschaft. Im Aufsatzteil widmet sich Kilian Spiethoff den Flugschriften von Georg Spindler aus den Jahren 1589/90 als Vorläufer politischer Zeitschriften, Doris Gruber vergleicht die Illustrationen in der Publizistik zu den Kometenerscheinungen von 1577/78, 1680/81 und 1743/44 und Rudolf Stöber gibt einen Überblick über die Phasen wechselnder Wertschätzung der Pressefreiheit in Deutschland von 1816 bis heute. Holger Böning stellt 34 Neuerscheinungen zum Dreißigjährigen Krieg unter der Fragestellung vor, ob es eine Öffentlichkeit des Kriegsgeschehens gegeben hat. Im Besprechungsteil folgen 84 Rezensionen und in der Bibliografie ca. 2.000 Nachweise kommunikationshistorischer Aufsätze aus internationalen Zeitschriften.

2019

9

343 Seiten mit 12 s/w-Abbildungen und 1 Tabelle

→ erscheint voraussichtlich Mai 2020

Einzelband: € 94,-

ca. 208 Seiten

Abonnement: € 83,-

ca. € 46,-

978-3-515-12548-2 e-book

978-3-515-12659-5 e-book

978-3-515-12538-3 kartoniert

978-3-515-12658-8 kartoniert

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Peter Borscheid

The American Way of Music Wie Pop und Rock die Welt eroberten STUDIEN ZUR ALLTAGS- UND KULTURGESCHICHTE – BAND 33

Der Autor

Peter Borscheid ist emeritierter Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Marburg und ehemaliger leitender Direktor des dortigen Instituts für Interdisziplinäre Gerontologie. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte des Alters, die Versicherungs- und Unternehmensgeschichte, die Geschichte der wirtschaftlichen und kulturellen Globalisierung sowie die Kulturgeschichte der Beschleunigung.

Popmusik und Musikindustrie haben die kulturelle und wirtschaftliche Globalisierung seit Mitte des 20. Jahrhunderts mit vorangetrieben. Peter Borscheid schildert, wie Jazz, Rock, Disco, Hip-Hop, Techno und EDM seit 1945 die Welt eroberten – gegen alle Widerstände. Denn die populäre Musik aus dem Westen hatte bei ihrer Weltumrundung sowohl mit politischer als auch mit kultureller Opposition zu kämpfen. Während des Kalten Krieges stieß sie in kommunistischen Ländern auf die Ablehnung der Politik, während es in islamisch geprägten Ländern oft religiöse Gründe waren, die teilweise drastische Abwehrmaßnahmen mit sich brachten. Der Siegeszug von Pop und Rock war jedoch nicht nur ein kulturelles Phänomen, sondern auch ein wirtschaftliches. Borscheid macht deutlich, wie der technische Fortschritt den Wandel der Tonträgerindustrie mit all seinen Krisen vorantrieb und welche Auswirkungen der Konzentrationsprozess in der Musikindustrie und sogar einzelne Musikstile auf andere Industriezweige hatten. Allein der Aufstieg von MTV sorgte für Umwälzungen auf den Musikmärkten in den USA, Südkorea und im arabischen Raum und der Boom der Live-Konzerte führte zum Aufstieg einer ganz neuen Konzert-Industrie.

Aus dem Inhalt

Vorwort | Im Zeichen des Jazz 1945–1965 | Im Zeichen des Rock ’n’ Roll 1955–1962 | Im Zeichen des Beats 1963– 1973 | Im Zeichen von Punk- und Hardrock 1973–1989 | Im Zeichen von Disco 1975–1985 | Im Zeichen der Digitalisierung 1973–2000 | Im Zeichen von Hip-Hop seit 1979 | Im Zeichen von Global Pop seit 2000 | Nachwort | Literaturverzeichnis 2020 520 Seiten mit 7 s/w-Abbildungen € 79,978-3-515-12593-2 e-book 978-3-515-12585-7 gebunden

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19.-21.

Jahrhundert

Heavy Metal – mehr als laute Musik

→ erscheint voraussichtlich Mai 2020 ca. 284 Seiten mit 15 s/w- und 16 Farb-Abbildungen ca. € 24,978-3-515-12639-7 e-book 978-3-515-12638-0 klappenbroschur

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19.-21.

Jahrhundert

Jörg Scheller

Autoreninterview

In Ihrem Buch erzählen Sie von einem Event, das Heavy Metal mit Stricken verbindet und Sie vergleichen die Stilrichtung mit der Epoche des Sturm und Drang: Ist Heavy Metal mehr als „Krach und Lärm“? Selbstverständlich! Heavy Metal ist eine vielschichtige, mehrdeutige Form der harten Popmusik. Im Ästhetischen ist Metal radikal, doch die wenigsten Musiker und Fans hängen radikalen Ideologien an. Metal verspricht Freiheit und Ekstase, aber auch Sicherheit und Kontinuität. Was musikalische Virtuosität und Härte betrifft, hat Metal neue Maßstäbe gesetzt und dabei den Spagat zwischen Experiment und Konservatismus gemeistert.

Metalmorphosen Die unwahrscheinlichen Wandlungen des Heavy Metal Wie ist Heavy Metal entstanden? Warum ist die Apokalypse im Heavy Metal allgegenwärtig? Was verbindet Heavy Metal mit Liberalismus? Inwiefern ist die Harmonik des Extreme Metal genderneutral? Was hat Heavy Metal mit der Kunst des Strickens zu tun und was mit tiergestützter Psychotherapie? Wo mündet Grindcore in Kosmetik? In Metalmorphosen zeigt Jörg Scheller die überraschend komplexe Geschichte des Heavy Metal – als verzerrtes Echo eines Jahrhunderts der Extreme, als nervösen Blues der Großstadt, als Schutzraum der Außenseiter, als Archiv von Religion und Gewalt. Seinen Erfolg verdankt er keiner starren Ideologie, sondern dem Wechselspiel von Wandel und Beständigkeit. Im Glutkern des Heavy Metal geht es um Freiheit. Mit musiktheoretischen Analysen von Dennis Bäsecke-Beltrametti und Interviews mit Sabina Classen (Holy Moses), Cronos (Venom), Ben Weinman (The Dillinger Escape Plan), Mille Petrozza (Kreator), Freddy Lim (Chthonic) und Prika Amaral (Nervosa).

Welche „Wandlungsform“ des Heavy Metals hat Sie am meisten erstaunt? Die Selbstverständlichkeit, mit der heute selbst solide schweizerische Unternehmen Heavy Metal für Werbezwecke einsetzen. Ein Buch nicht nur für MetalFans? Das Buch richtet sich sowohl an Fans als auch an Kulturinteressierte, die bislang wenig mit Metal zu tun hatten. Metalmorphosen bietet einen Einstieg in die Geschichte und die Ästhetik des Metal, vertieft musiktheoretische Betrachtungen sowie essayistische Exkurse zu Themen wie Metal und Religion, Metal und Politik, Metal und Gender.

© Annick Ramp, NZZ

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Der Autor

Jörg Scheller ist Professor für Kunstgeschichte an der Zürcher Hochschule der Künste. Gastdozenturen führten ihn unter anderem an die Kunstuniversität Poznań und die Taipei National University of the Arts. Er schreibt regelmäßig Beiträge für die Neue Zürcher Zeitung, DIE ZEIT, frieze magazine und als Kolumnist der Stuttgarter Zeitung. Bereits als 14-Jähriger stand er mit einer Metalband auf der Bühne. Heute betreibt er einen Heavy Metal Lieferservice mit dem Metal-Duo Malmzeit.


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19.-21.

Jahrhundert

Eine Flutkatastrophe ohne Folgen

2020 330 Seiten mit 21 s/w-Fotos und 5 s/w-Abbildungen â‚Ź 29,978-3-515-12610-6 e-book 978-3-515-12603-8 gebunden mit schutzumschlag

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19.-21.

Jahrhundert

Frank Uekötter

Autoreninterview

In Ihrem Buch beschäftigen Sie sich mit einem glücklosen Bauprojekt. Da denkt man heute an Stuttgart 21, die Elbphilharmonie oder den Berliner Flughafen. Was war das Charakteristische beim Elbe-Seitenkanal? Großprojekte sind oft ein Spiegel ihrer Gesellschaft, und das gilt auch für den Elbe-Seitenkanal. Die Probleme begannen lange vor dem ersten Spatenstich. Es gab etliche Warnungen, dass der Kanal eine Fehlinvestition sein würde. Und so war es dann auch.

Der Deutsche Kanal Eine Mythologie der alten Bundesrepublik Was passiert, wenn man ein dubioses Projekt in die bundesdeutsche Politik einspeist? Der Elbe-Seitenkanal war ein Testfall für ein politisches System, das gemeinhin als langweilig, aber grundsolide gilt. Die alte Bundesrepublik entpuppte sich dabei als System der organisierten Verantwortungslosigkeit. Die Frage nach dem Sinn des Projekts löste sich in langen Verhandlungen immer mehr auf, und als sich das Debakel abzeichnete, war plötzlich niemand mehr verantwortlich – selbst dann nicht, als der Kanal fünf Wochen nach der Eröffnung eine Flutkatastrophe verursachte. Die Geschichte des Elbe-Seitenkanals ist ein Menetekel für den bundesdeutschen Politikbetrieb und ähnelt scheiternden Bauvorhaben in der deutschen Gegenwart.

Was kann man aus dem Debakel lernen? Das Faszinierende an der Geschichte ist, dass das Scheitern ungemein folgerichtig war. Das politische System der Bundesrepublik funktionierte genauso, wie es von seiner Anlage her funktionieren sollte. Sichtbar wird eine Kultur der organisierten Verantwortungslosigkeit. Selbst nach der Katastrophe rollten keine Köpfe. Es wurden noch nicht einmal kritische Fragen gestellt. Welchem Leser würde Ihr Buch gefallen? Jedem, der mal einen Blick in den Maschinenraum der bundesdeutschen Politik werfen will.

© Frank Uekötter

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Der Autor

Frank Uekötter ist Dozent für die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Universität Birmingham. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Umwelt- und Agrargeschichte, die Geschichte von Wissenschaft und Technik sowie die geisteswissenschaftliche Umweltforschung. Er schreibt regelmäßig über umweltpolitische Themen für Focus Online.


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19.-21.

Jahrhundert

Andreas Braune / Michael Dreyer (Hg.)

Weimar und die Neuordnung der Welt Politik, Wirtschaft, Völkerrecht nach 1918 WEIMARER SCHRIFTEN ZUR REPUBLIK – BAND 11

die herausgeber

Andreas Braune ist Politikwissenschaftler und stellvertretender Leiter der Forschungsstelle Weimarer Republik an der Friedrich-SchillerUniversität Jena. Michael Dreyer ist Professor für politische Theorie und Ideengeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Vorstandsvorsitzender des Weimarer Republik e.V. und Leiter der Forschungsstelle Weimarer Republik.

2020 XIII, 326 Seiten mit 8 s/w-Abbildungen € 52,978-3-515-12684-7 e-book 978-3-515-12676-2 kartoniert

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Mit dem Ersten Weltkrieg endete die internationale Ordnung des 19. Jahrhunderts. Für Optimisten war nach den Erfahrungen des Weltkrieges die Zeit gekommen, Waffengewalt als Mittel der Politik auszuschließen. Die Realität aber sah ernüchternd aus: ökonomische Verwerfungen, fortgesetzte Kriege an den Rändern Europas und ein Friedensschluss, der für viele Beteiligte den Keim neuer Konflikte in sich trug. Doch auf dem Wege der Verständigung fand man Stück für Stück zueinander und die Konturen einer neuen, multilateralen Weltordnung wurden sichtbar. Trotzdem blieben Nationalismus und Autoritarismus, ökonomische Krisen und Misstrauen große Hindernisse. Der Liberalismus und seine Vorstellungen einer Völkerrechts- und Weltwirtschaftsordnung gerieten in eine existentielle Krise, die durch alternative Ordnungsentwürfe von links und rechts verschärft wurde. Die Autorinnen und Autoren zeichnen sowohl dieses Ringen um eine politische, völkerrechtliche und ökonomische Neuordnung der internationalen Beziehungen nach, als auch den Versuch der deutschen Außenpolitik, ihren neuen Platz in der Welt zu finden.

Mit Beiträgen von

Rainer Behring / Wolfgang Michalka / Elisabeth Piller / Karl Heinrich Pohl / Florian Greiner / Bernhard Roscher / Boris Barth / Markus Lang / Bernhard H. Bayerlein / Stefan Breuer / Jakob Zollmann / Gerhard Wegner / Roman Köster / Hagen Schulz-Forberg


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19.-21.

Jahrhundert

Daniel Führer

Alltagssorgen und Gemeinschaftssehnsüchte Tagebücher der Weimarer Republik (1913–1934) WEIMARER SCHRIFTEN ZUR REPUBLIK – BAND 12

Der Autor

Daniel Führer studierte Geschichte und Politikwissenschaften in Bonn, St Andrews und Kopenhagen. Er war Promotionsstipendiat der FriedrichEbert-Stiftung. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Alltagsgeschichte, die Geschichte der Weimarer Republik sowie die des Ersten Weltkriegs, des Nationalsozialismus und des Landes Nordrhein-Westfalens. Seit 2019 arbeitet er als Referent im Landtag Nordrhein-Westfalen und bereitet dort die Biografien der frühen nordrhein-westfälischen Landtagsabgeordneten wissenschaftlich auf.

→ erscheint voraussichtlich Mai 2020 ca. 380 Seiten mit 20 s/w-Abbildungen ca. € 54,978-3-515-12584-0 e-book 978-3-515-12583-3 kartoniert

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Zahlreiche Studien zur Weimarer Republik konzentrieren sich auf moderne Trends aus der Hauptstadt: Berlin mit seinen über vier Millionen Einwohnern stellte schon zur Zeit der Weimarer Republik einen modernen, urbanen Schmelztiegel dar, war jedoch keinesfalls repräsentativ für die gesamte deutsche Bevölkerung. Zwei Drittel der Deutschen lebten noch immer auf dem Land oder in Kleinstädten und waren dementsprechend nur bedingt von großstädtischen Phänomenen beeinflusst. Welche Herausforderungen hatten sie in ihrem Alltag zu bewältigen? Wie veränderte sich ihre Identität angesichts der Systemumbrüche zwischen dem Kaiserreich, der Weimarer Republik und dem Nationalsozialismus? Welche Vorstellungen von gesellschaftlichem Zusammenhalt erschienen ihnen attraktiv – schätzten sie die Pluralität der Weimarer Gesellschaft oder sehnten sie sich nach einer „Volksgemeinschaft“? Daniel Führer nimmt die Lebensverhältnisse und Überzeugungen einzelner Tagebuch schreibender Menschen mit unterschiedlichster sozialer und geografischer Herkunft in den Blick und trägt damit zu einem differenzierteren Bild der Weimarer Gesellschaft bei.

Aus dem Inhalt

Einleitung | Biografischer Teil | Lebensverhältnisse | Intimität und Öffentlichkeit | Überzeugungen | Schlussbetrachtung | Quellen- und Literaturverzeichnis


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19.-21.

Jahrhundert

Die Biographie des umstrittensten Historikers des Deutschen Kaiserreichs

→ erscheint voraussichtlich Juni 2020 ca. 700 Seiten mit 34 s/w-Abbildungen ₏ 89,978-3-515-09407-8 gebunden

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19.-21.

Jahrhundert

Autoreninterview

Sie schreiben in Ihrem Buch von einer „LamprechtRenaissance“ – woher kommt das neue Interesse an dem Historiker? Das hat, soweit ich es sehe, mit Entwicklungen zu tun, die im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts einsetzten. In Folge des Mauerfalls reizte die Neubildung der Universitäten in den „neuen Bundesländern“ kontroverse Diskussionen über die Pädagogik und institutionelle Reform des Geschichtsstudiums an, wobei man zur Erkenntnis gelangte, dass Lamprecht schon vor hundert Jahren eine Pionierrolle in dieser Richtung gespielt hatte. Auch die gleichzeitige Hinwendung an kulturgeschichtliche und weltgeschichtliche Themen lenkte die Aufmerksamkeit auf die zentrale Bedeutung Lamprechts für die einschlägigen methodischen Diskussionen. Was macht den Menschen Karl Lamprecht in Ihren Augen so interessant? Es ist vor allem das Paradox dieses Menschen, der sowohl erstaunlichen Erfolg wie auch ein kolossales Scheitern erlebte, als er mit Bravour die richtigen historischen Fragen stellte und die falschen Antworten fand. Wer sollte Ihr Buch lesen? Alle, die sich für die turbulente Geschichte der deutschen Geschichtswissenschaft interessieren.

Roger Chickering

Karl Lamprecht Das Leben eines deutschen Historikers (1856–1915) Übersetzt von Sabine vom Bruch und Roger Chickering Karl Lamprecht war der umstrittenste Historiker im Deutschen Kaiserreich. Sein Lebensprojekt einer deutschen Kulturgeschichte sollte die Darstellung aller Dimensionen der Vergangenheit – Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur – sowie den gesetzmäßigen Fortschritt der deutschen Nation durch eine Reihe von historischen Kulturzeitaltern umfassen. Das Projekt erregte den verbissenen Widerstand seiner Fachkollegen, die die freie Entwicklung des Staates als den eigentlichen Kernbereich der Geschichtswissenschaft betrachteten. Der darauf folgende große „Methodenstreit“ der Historiker führte Ende des 19. Jahrhunderts zur Ächtung Lamprechts innerhalb der Historikerzunft und zur erneuten Selbstverpflichtung seiner Kollegen auf eine staatsbezogene, alle außerdisziplinären methodischen Anregungen ablehnende Geschichtswissenschaft, die bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts ein Kennzeichen des deutschen Faches bleiben sollte. Roger Chickering bietet eine überarbeitete Fassung der erst 1993 veröffentlichten, englischsprachigen Biographie Lamprechts. Unter Einbeziehung der einschlägigen neuen Literatur verwertet er auch den inzwischen wiederentdeckten Teilnachlass Lamprechts. Ausgezeichnet mit dem Jacques Barzun Prize in Cultural History der American Philosophical Society.

Der Autor

Roger Chickering ist Professor emeritus der Geschichte am BMW Center for German and European Studies an der Georgetown University in Washington DC. Sein Forschungsschwerpunkt ist die moderne deutsche und europäische Geschichte.


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Geschichte

Josef Memminger (Hg.)

Didaktik der Geschichte BASISTEXTE GESCHICHTE – BAND 9

Der herausgeber

Josef Memminger ist als Akademischer Direktor an der Universität Regensburg am Institut für Geschichte für die Abteilung Geschichtsdidaktik verantwortlich. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Pragmatik des Geschichtsunterrichts, narrative Zugänge zum historischen Lernen und Geschichtskultur / Public History.

→ erscheint voraussichtlich Mai 2020 ca. 226 Seiten ca. € 28,978-3-515-11486-8 kartoniert

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Im deutschsprachigen Raum formierte sich in den 1970er Jahren die Didaktik der Geschichte als eigenständige wissenschaftliche Disziplin. Kategorien wie „Geschichtsbewusstsein“ und „Geschichtskultur“ stehen seither im Zentrum des fachlichen Diskurses, der weit über das Feld der schulbezogenen Fachdidaktik hinausgeht. Daneben diskutiert die Disziplin kontrovers unter anderem über Konzepte und Modelle historischen Lernens. Die für diesen Band ausgewählten Texte vermitteln wichtige Grundlagen, auf die sich die akademische Disziplin der Didaktik der Geschichte in Deutschland heutzutage beruft, und die das Fach in Forschung und Lehre präg(t)en. Er richtet sich an Lehrende und Studierende an Hochschulen sowie alle, die sich intensiver mit der Didaktik der Geschichte befassen wollen. Eine Einleitung ordnet die Beiträge in den wissenschaftlichen Kontext ein.

Aus dem Inhalt

Karl-Ernst Jeismann: Didaktik der Geschichte | HansJürgen Pandel: Dimensionen des Geschichtsbewußtseins | Bernd Schönemann: Geschichtsdidaktik und Geschichtskultur | Klaus Bergmann: Warum sollen Schüler Geschichte lernen? | Bärbel Völkel: Immer mehr desselben? | Jörn Rüsen: Die vier Typen der historischen Sinnbildung | Michele Barricelli: Narrativität | Michael Sauer: Kompetenzen für den Geschichtsunterricht – ein pragmatisches Modell als Basis für die Bildungsstandards des Verbandes der Geschichtslehrer | Waltraud Schreiber & Andreas Körber & Bodo v. Borries & Reinhard Krammer & Sibylla Leutner-Ramme & Sylvia Mebus & Alexander Schöner & Béatrice Ziegler: Ein Kompetenz-Strukturmodell des historischen Denkens | Peter Gautschi: Was ist Geschichtsunterricht? Ein Kompetenzmodell | Bodo v. Borries: Nationalsozialismus in Schulbüchern und Schülerköpfen


Landesgeschichte

n, deren Vorstands- bzw. Leitungsgremien er seit vielen Jahren angehört, anken ihm wichtige Impulse. Ihm zu Ehren eröffnen Vertreterinnen und Vertreter

nterschiedlichsten historischen Disziplinen in diesem Band Einblicke in ihre aktuForschungen zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins und seiner

barregionen sowie zur Geschichte Hamburgs und Lübecks: vom Alltag im mittelalhen Lübeck über die Veränderungen des Volksglaubens im 18. und 19. Jahrhundert

n zum Schicksal japanischer Kriegsgefangener in Hamburg. Die Beiträge zeigen al mehr: im Lokalen, im Alltag der Menschen, in ihren materiellen Überlieferungen m Handeln Einzelner wird Geschichte in besonderer Weise anschaulich.

Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins und Norddeutschlands für das 21. Jahrhundert

Detlev Kraack (Hg.)

herausgegeben von Detlev Kraack

Band 56

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Herrschafts- und Systemwechsel lösen häufig von neuem die Frage aus, wie Organisation und Personal überein zu bringen sind. Daher hat jede neue Obrigkeit das Problem zu lösen, welche Personenkreise mithilfe welcher Rekrutierungsprozesse in welche Postenstrukturen der zukünftigen Administration eingebunden werden können bzw. sollen. Daraus ergeben sich für die Betroffenen Optionen der Loyalität – sei es gegenüber den neuen Machthabern oder den tradierten Establishments in den jeweiligen Ländern. Die Verwaltungsgeschichtsschreibung zur Frühneuzeit greift den Wechsel von

Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins und Norddeutschlands für das 21. Jahrhundert ISBN 978-3-515-12675-5

D. Kraack

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Studien zur Wirtschaftsund Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins

978-3-515-12330-3

835 1 5 1 23303

Herrschaften und Systemen zwar immer wieder auf, doch bleibt die Rolle der zivilen oder militärischen Herrschaftsträger und Beamten meist im Dunklen. Die Autorinnen und Autoren setzen das Personalmanagement in der habsburgischen Provinz Banat von Temeswar nach 1718 in den größeren zeitlichen (langes 18. Jahrhundert) und räumlichen Zusammenhang (Alpenländer, Mittelmeerländer, Karpatenländer). Der gewählte Zugang positioniert herrschaftliches Personalmanagement an der Schnittstelle von neuzeitlichen Denk- und Gestaltungsmustern und den Anfängen der modernen Bürokratie.

www.steiner-verlag.de

STUDIEN ZUR WIRTSCHAFTS- UND SOZIALGESCHICHTE SCHLESWIG-HOLSTEINS – BAND 56 Der Historiker Ortwin Pelc, zuletzt am Museum für Hamburgische Geschichte tätig, hat sich in vielfältiger Weise um die Landesgeschichte Schleswig-Holsteins verdient gemacht. Insbesondere der Arbeitskreis für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, die Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte und der Hansische Geschichtsverein, deren Vorstands- bzw. Leitungsgremien er seit vielen Jahren angehört, verdanken ihm wichtige Impulse. Ihm zu Ehren eröffnen Vertreterinnen und Vertreter der unterschiedlichsten historischen Disziplinen in diesem Band Einblicke in ihre aktuellen Forschungen zur Wirtschaftsund Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins und seiner Nachbarregionen sowie zur Geschichte Hamburgs und Lübecks: vom Alltag im mittelalterlichen Lübeck über die Veränderungen des Volksglaubens im 18. und 19. Jahrhundert bis hin zum Schicksal japanischer Kriegsgefangener in Hamburg. Die Beiträge zeigen einmal mehr: im Lokalen, im Alltag der Menschen, in ihren materiellen Überlieferungen und im Handeln Einzelner, wird Geschichte in besonderer Weise anschaulich.

Das Banat im regionalen Vergleich Herausgegeben von Harald Heppner und Sabine Jesner

Schriftenreihe des Instituts 24

Franz Steiner Verlag

Ortwin Pelc zum 65. Geburtstag

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Die Personalfrage in neuen Provinzen Die Personalfrage in neuen Provinzen

acht. Insbesondere der Arbeitskreis für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, die llschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte und der Hansische Geschichts-

Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins und Norddeutschlands für das 21. Jahrhundert

SWSG

Historiker Ortwin Pelc, zuletzt am Museum für Hamburgische Geschichte tätig, ch in vielfältiger Weise um die Landesgeschichte Schleswig-Holsteins verdient

Osteuropäische Geschichte

Geschichte

für donauschwäbische

Franz Steiner Verlag

Geschichte und Landeskunde

Heppner/Jesner

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Harald Heppner / Sabine Jesner (Hg.)

Die Personalfrage in neuen Provinzen Das Banat im regionalen Vergleich

SCHRIFTENREIHE DES INSTITUTS FÜR DONAUSCHWÄBISCHE GESCHICHTE UND LANDESKUNDE – BAND 24 Herrschafts- und Systemwechsel lösen häufig von neuem die Frage aus, wie Organisation und Personal überein zu bringen sind. Daher hat jede neue Obrigkeit das Problem zu lösen, welche Personenkreise mithilfe welcher Rekrutierungsprozesse in welche Postenstrukturen der zukünftigen Administration eingebunden werden können bzw. sollen. Daraus ergeben sich für die Betroffenen Optionen der Loyalität – sei es gegenüber den neuen Machthabern oder den tradierten Establishments in den jeweiligen Ländern. Die Verwaltungsgeschichtsschreibung zur Frühneuzeit greift den Wechsel von Herrschaften und Systemen zwar immer wieder auf, doch bleibt die Rolle der zivilen oder militärischen Herrschaftsträger und Beamten meist im Dunklen. Die Autorinnen und Autoren setzen das Personalmanagement in der habsburgischen Provinz Banat von Temeswar nach 1718 in den größeren zeitlichen (langes 18. Jahrhundert) und räumlichen Zusammenhang (Alpenländer, Mittelmeerländer, Karpatenländer). Der gewählte Zugang positioniert herrschaftliches Personalmanagement an der Schnittstelle von neuzeitlichen Denk- und Gestaltungsmustern und den Anfängen der modernen Bürokratie.

2019

→ erscheint voraussichtlich Juni 2020

369 Seiten mit 57 s/w-Abbildungen

ca. 348 Seiten

€ 60,-

ca. € 63,-

978-3-515-12335-8 e-book

978-3-515-12682-3 e-book

978-3-515-12330-3 kartoniert

978-3-515-12675-5 gebunden

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Osteuropäische Geschichte

Heidi Hein-Kircher

Lembergs „polnischen Charakter“ sichern Kommunalpolitik in einer multiethnischen Stadt der Habsburgermonarchie zwischen 1861/62 und 1914 BEITRÄGE ZUR STADTGESCHICHTE UND URBANISIERUNGSFORSCHUNG – BAND 21

Die autorin

Heidi Hein-Kircher ist Leiterin der Abteilung Wissenschaftsforum am Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung und Privatdozentin an der Philipps-Universität Marburg. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören die Stadtgeschichte Ostmitteleuropas, die Sicherheits- und Konfliktgeschichte sowie Erinnerungskulturen im östlichen Europa.

Die Nationalisierungs- und Modernisierungspolitik der multiethnischen galizischen Hauptstadt Lemberg führte vor 1914 zur Eskalation des Nationalitätenkonfliktes zwischen Polen und Ruthenen. Hierbei konstruierten die kommunalpolitischen Akteure diskursiv den „polnischen Charakter“ der Stadt und dessen Gefährdung, um ihre politische Agenda vor Ort durchzusetzen und die jüdische und ukrainische Bevölkerung zu marginalisieren. Durch die Analyse zentraler Themenfelder der Stadtentwicklungs-, Kultur-, Bildungs- und Geschichtspolitik macht Heidi Hein-Kircher die grundlegenden Diskurse und Praktiken, Strategien und Visionen sowie Wertvorstellungen der Lemberger Kommunalpolitik sichtbar: Indem die kommunalpolitischen Akteure die notwendige Stadtentwicklung als ethnisch-nationales bzw. nationalkulturelles Sicherheitsproblem für die eigene, d.h. polnische Gruppe, darstellten, legitimierten sie ihre eigenen politischen Praktiken und Strategien und entwickelten daraus zugleich eine Vision, wie Lemberg als polnische und nicht als multiethnische Stadt zukünftig aussehen sollte.

Aus dem Inhalt

→ erscheint voraussichtlich Juni 2020 ca. 400 Seiten mit 27 s/w-Abbildungen ca. € 66,978-3-515-12696-0 e-book 978-3-515-12694-6 gebunden

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Einleitung | Von der kommunalen Vermögensverwaltung zur beginnenden Politisierung der Gemeindeangelegenheiten | Die Arena erobern und sichern: kommunale Autonomie als Resonanzraum des polnischen Führungsanspruches | Die Vision umsetzen: Stadtentwicklung als Herausforderung und Modernisierungsversprechen | Den polnischen Charakter stärken: städtische Bildungs- und Kulturpolitik als polnisches Leistungsversprechen | Die multiethnischen Traditionen marginalisieren: städtische Geschichtspolitik und Selbstdarstellung | Lembergs „polnischen Charakter“ sichern – ein Fazit | Bibliografie


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Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Mechthild Isenmann

Strategien, Mittel und Wege der innerund zwischenfamiliären Konfliktlösung oberdeutscher Handelshäuser im 15. und ‚langen‘ 16. Jahrhundert VIERTELJAHRSCHRIFT FÜR SOZIAL- UND WIRTSCHAFTSGESCHICHTE – BEIHEFT 249

die autorin

Mechthild Isenmann promovierte im Fach Geschichte, danach war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei DFG-Projekten an den Historischen Seminaren der Universitäten Köln und Leipzig tätig. Sie habilitierte sich 2016 im Fach Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Leipzig. Seit Januar 2018 ist sie dort als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei dem DFG-Projekt „Das Resilienz-Management der oberdeutschen Hochfinanz im Kommerzialisierungsprozess, ca. 1520–1630“ tätig.

2020 450 Seiten mit 15 Tabellen € 72,978-3-515-12575-8 e-book 978-3-515-12574-1 gebunden

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Verwandtschaftlich verbundene Handelsgesellschaften waren eine „zentrale Grundkonstante“ und die dominierende Unternehmensform in den oberdeutschen Handelszentren der Frühmoderne des 15. und ‚langen‘ 16. Jahrhunderts – vor allem in Nürnberg und Augsburg. Die familiären Strukturen boten auf der einen Seite besondere Chancen in einem engen und auf Vertrauen basierten gemeinsamen ökonomischen Handeln. Auf der anderen Seite bargen sie Risiken, die den unternehmerischen Erfolg, eventuell sogar den Fortbestand der Gesellschaft durch inner- und interfamiliäre Konflikte bedrohen konnten. Mechthild Isenmann analysiert solche Konfliktsituationen sowie die möglichen Strategien, Mittel und Wege zu ihrer Prävention oder Bewältigung. Eine professionalisierte Ausbildung, die vertragliche Bindung und vor allem die Kommunikation durch Versammlung und Vermittlung stellen sich dabei als besonders effektive, häufig gewählte und positiv besetzte Maßnahmen heraus. Dabei erweist sich die Relevanz des Themas nicht nur für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte, sondern – im interdisziplinären Sinn – auch für die allgemeine Konfliktforschung.

Aus dem Inhalt

Vorwort | Einleitung und Fragestellung | Forschungsstand | Quellen | Familiengesellschaften vom 14. bis 17. Jahrhundert | Der Befund: Fallstudien | Die Analyse | Resümee | Anhang | Quellen und Literaturverzeichnis | Register


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Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Arnd Kluge

Die deutsche Porzellanindustrie bis 1914 VIERTELJAHRSCHRIFT FÜR SOZIAL- UND WIRTSCHAFTSGESCHICHTE – BEIHEFT 250

Der Autor

Arnd Kluge ist Stadtarchivar von Hof und habilitierte sich 2018 an der Universität Regensburg. Seine weiteren Forschungsfelder sind die Geschichte von Genossenschaften, Stiftungen, Zünften und Vereinen, Konsumgeschichte und die Stadt- und Regionalgeschichte.

Hartporzellan wurde 1708 von einer Arbeitsgruppe um Johann Friedrich Böttger in Sachsen erfunden. Die Porzellanindustrie ist ein seltenes Beispiel für den langfristigen Erfolg von Manufakturen. Arnd Kluge analysiert Herkunft und Entwicklung der deutschen Porzellanindustrie von den Anfängen bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 und unterscheidet dabei drei Perioden: die Phase der frühen Manufakturen, die häufig eng an Fürstenhäuser gebunden waren, die Phase eines regionalen Systems aus Privatunternehmen, die 1760 in Thüringen begann, und schließlich die Phase der Industrialisierung seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Kluge betrachtet die Porzellanindustrie im Hinblick auf ihre natürlichen Ressourcen, die Produktion, Handel und Konsum, die Technologie, Unternehmer und Arbeiterschaft, Betriebe und ihre Umwelt. Zudem untersucht er die Standortwahl, die Bedeutung der Regionen und die wichtigsten Schritte der Industrialisierung ebenso wie die Rolle der Porzellanindustrie im Globalisierungsprozess. Schließlich fragt er, ob die Entwicklung der deutschen Porzellanindustrie typisch für die Industrialisierung kleiner und mittlerer Unternehmen ist.

Aus dem Inhalt

Einleitung | Der Weg zum europäischen Hartporzellan | Die frühen deutschen Hartporzellanmanufakturen | Die deutschen Porzellangebiete | Das industrielle Zeitalter | Zusammenfassung | Ausblick: Die Porzellanindustrie in der Geschichte kleiner und mittlerer Unternehmen | Quellen- und Literaturverzeichnis

→ erscheint voraussichtlich April 2020 438 Seiten mit 12 s/w-Abbildungen, 7 s/w-Karten, 21 Tabellen und 5 Diagrammen € 69,978-3-515-12685-4 e-book 978-3-515-12677-9 kartoniert

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Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Rainer Fremdling

Nationalsozialistische Kriegswirtschaft und DDR Planungsstatistik 1933–1949/50 VIERTELJAHRSCHRIFT FÜR SOZIAL- UND WIRTSCHAFTSGESCHICHTE – BEIHEFT 251

Der Autor

Rainer Fremdling ist emeritierter Professor der Rijksuniversiteit Groningen. Bevor er 1987 als Ordinarius dorthin berufen wurde, arbeitete er als Wirtschaftshistoriker in Münster und in Berlin (FU). Fellowships bzw. Gastprofessuren u.a.: University of Pennsylvania, DFG, St. Antony’s College Oxford, KU Leuven, WZB, FU Berlin und DIW. Forschungsschwerpunkte: Industrialisierung, historische Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung und Geschichte der empirischen Wirtschaftsforschung und Statistik.

→ erscheint voraussichtlich Mai 2020 ca. 288 Seiten mit 2 s/w-Abbildungen ca. € 52,978-3-515-12614-4 e-book 978-3-515-12608-3 kartoniert

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Unmittelbar nach der Machtübernahme Hitlers stürzte sich das nationalsozialistische Regime in die Kriegsvorbereitung. Seit 1934 beteiligte sich das Statistische Reichsamt (StRA) daran. Als Hauptquelle diente der umfassende Industriezensus von 1936. Rainer Fremdling zeichnet hierbei auch die Rolle des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) nach. Durch Meldepflicht und bereitwillige Kooperation privater Industrieunternehmen und ihrer Organisationen erstellte das StRA umfassende Wirtschaftsstatistiken für die Planung und Lenkung der Kriegswirtschaft. Das StRA wirkte sogar an der Verfolgung von Juden mit, deren Vermögen es 1936 auf Anforderung des Reichswirtschaftsministeriums schätzte. Fremdling spürt die Nutzung der NS-Statistiken auch nach 1945 auf und geht besonders ihrer Rolle beim Aufbau der Planwirtschaft in Ostdeutschland nach. Dafür waren die Originalakten des Industriezensus von 1936 für den Zweijahrplan von 1949/50 neu zu ordnen und auszuwerten. Der Industriezensus von 1936 erwies sich somit als wirksames Referenzsystem für die unterschiedlichen Ökonomien der NS-Kriegsführung und DDR-Planwirtschaft sowie für die westdeutsche Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung.

Aus dem Inhalt

Vorwort | Die Mitwirkung des Statistischen Reichsamts an der Vorbereitung des Krieges | Die Schätzung des jüdischen Vermögens durch das Statistische Reichsamt 1936 | Wagemann und das Institut für Konjunkturforschung – Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) | Die Lenkung der Kriegswirtschaft | Das volkswirtschaftlich-statistische Informationssystem des Reichswirtschaftsministeriums 1944/45 | Wirtschaftsstatistik im Nachkriegsdeutschland | Das systemübergreifende Planungspotential des Industriezensus von 1936 | Archivund Literaturverzeichnis | Personenregister


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Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Uwe Balder

Kleidung zwischen Konjunktur und Krise Eine Branchengeschichte des deutschen Textileinzelhandels 1914 bis 1961 VIERTELJAHRSCHRIFT FÜR SOZIAL- UND WIRTSCHAFTSGESCHICHTE – BEIHEFT 252

Der Autor

Uwe Balder ist Wirtschaftshistoriker und Unternehmensarchivar. Derzeit arbeitet er in dieser Funktion bei einem großen fränkischen Automobilzulieferer. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der deutschen Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte des 19. bis 21. Jahrhunderts.

Auf Basis bislang nicht herangezogener Quellen aus privaten und öffentlichen Archiven legt Uwe Balder eine umfassende Geschichte des deutschen Textileinzelhandels vor. Er arbeitet bedeutende Entwicklungslinien der Branche heraus und verknüpft diese mit der konkreten Entwicklung von vier Textilunternehmen: Bamberger & Hertz/Hirmer, Schocken/Merkur, Hettlage sowie J.G. Becker. Balder kann so Kontinuitäten und Brüche im Verlauf von knapp sechs Jahrzehnten sichtbar machen – ausgehend vom Kaiserreich, über die erste deutsche Demokratie, hinein in die NS-Diktatur und schließlich einmündend in die frühe Bundesrepublik. Es zeigt sich deutlich: Der Verkauf von Kleidung zwischen Konjunktur und Krise war und ist eine Erzählung vom Aufstieg und Niedergang, von Prosperität und Depression sowie vom Ringen um den angemessenen Platz dieser Branche in Deutschland.

Aus dem Inhalt

Einleitung | Entwicklungslinien des 19. Jahrhunderts | Erster Weltkrieg (1914–1918) | Zwischen Übergangswirtschaft und Inflation (1918–1923/24) | Zwischen Scheinkonjunktur und Weltwirtschaftskrise (1925–1932) | Textileinzelhandel im Nationalsozialismus (1933–1945) | Entwicklungslinien der Nachkriegszeit (1945–1961) | Schlussfolgerungen | Quellen- und Literaturverzeichnis

→ erscheint voraussichtlich Juni 2020 ca. 736 Seiten mit 40 s/w-Abbildungen ca. € 99,978-3-515-12706-6 e-book 978-3-515-12702-8 gebunden

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Wissenschaftsgeschichte

Christa-Irene Klein

Elite und Krise Expansion und „Selbstbehauptung“ der Philosophischen Fakultät Freiburg 1945–1967 WISSENSCHAFTSKULTUREN | REIHE III – BAND 54

die Autorin

Christa-Irene Klein ist zurzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Anthropologie und Gender Studies an der Universität Freiburg. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte, der Sozialund Kulturgeschichte, der populären Erinnerungs- und Geschichtskultur sowie der Historischen Frauen- und Geschlechterforschung und der Intersektionalität.

Als in den 1950er Jahren die Studierendenzahlen zu steigen begannen, erklärte die Professorengeneration der Jahrgänge 1886–1910 die später sogenannte Bildungsexpansion zur „universitären Krise“: Universitäre Abschlüsse sollten einer Elite vorbehalten, die „Masse“ abgewehrt werden. Da sich die Studierendenanzahl in den Geisteswissenschaften dennoch vervierfachte, versuchten die Professoren, zumindest ihre eigene Gruppe möglichst klein zu halten. Neue Hierarchien wurden eingeführt, neue Abschlüsse eingezogen und große Teile der Forschung und Lehre auf den Mittelbau verschoben, der kurzfristig ausgebaut wurde. Erst als Studierende und verschiedene Hochschulreformer sich die Krisenrhetorik aneigneten und öffentlich gegen die unzureichenden universitären Ausbildungskapazitäten, Demokratisierungsdefizite und staatliche Finanzierungsengpässe protestierten, bahnte sich ein Wandel an. Mit institutionsgeschichtlichen, kollektivbiographischen und diskursanalytischen Methoden untersucht ChristaIrene Klein exemplarisch die Spannungsverhältnisse zwischen institutionellen und repräsentativen Entwicklungen der Philosophischen Fakultät Freiburg 1945–67. Universitätsgeschichte jenseits der Jubiläumsrhetorik, so zeigt sich hier, ist ein „missing link“ zwischen Wissenschafts- und Gesellschaftsgeschichte. Ausgezeichnet mit dem Ralf-Dahrendorf-Preis 2017 der Badischen Zeitung.

Aus dem Inhalt

→ erscheint voraussichtlich Mai 2020 ca. 400 Seiten mit 22 s/w-Abbildungen ca. € 66,978-3-515-12601-4 e-book 978-3-515-12599-4 gebunden

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Einleitung. Bildungsexpansion, Krisenrhetorik, Reformstau | Die Heterogenität der Philosophischen Fakultät | Die Expansion der Philosophischen Fakultät | Die Professoren der Philosophischen Fakultät | Krisenrhetorik, Wissenschaftsorganisation, Öffentlichkeit | Die Krise der Elite als Chance der Geisteswissenschaften | Quellen- und Literaturverzeichnis


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Wissenschaftsgeschichte

Anna Jerratsch

Der frühneuzeitliche Kometendiskurs im Spiegel deutschsprachiger Flugschriften BOETHIUS – BAND 71

die Autorin

Anna Jerratsch studierte Wissenschaftsgeschichte, Neuere Geschichte und Soziologie in Berlin und Warwick. Anschließend war sie Doktorandin am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte und der HumboldtUniversität Berlin. Neben Astronomieund Kosmologiegeschichte interessiert sie besonders der Zusammenhang von Wissenschaft und Religion in der Geschichte.

Am dunklen Nachthimmel der vormodernen Zeit sind Kometen äußerst eindrucksvoll und erschreckend. Als gleichzeitig nach Beschreibung, Erklärung und Deutung verlangende Naturereignisse und als zeichenhafte Phänomene des Wunderbaren werden sie zwischen 1530 und 1682 zu Kondensationspunkten intensiver Kommunikationsprozesse, die ihren literarischen Ausdruck in einer Flut von Kometenflugschriften finden. Anna Jerratsch analysiert diesen Kometendiskurs: Sie zeigt, dass gerade die vermeintlich irrationalen oder übernatürlichen Elemente des traditionellen Kometenbildes, z.B. der Theologie oder Astrologie, zu Katalysatoren eines Wissenswandels werden, indem sie umgedeutet, re-definiert und in das moderne Kometenbild integriert werden. Das zeittypische Nebeneinander von Altem und Neuem ist dabei nicht unverständliche Ambivalenz, sondern konstitutiv. Jerratsch kommt zu dem Schluss, dass es bei den Modernisierungsprozessen des Wissens im 17. Jahrhundert nicht primär um die Durchsetzung einer rationalen Methode gegenüber abergläubischen Irrwegen und den Geltungsansprüchen einer fehlgeleiteten Religiosität ging, sondern vielmehr um die Wandlungsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit von Wissenssystemen.

Aus dem Inhalt

Einführung und Voraussetzungen | Kometen in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts | Der Große Komet 1577 | Kometen im 17. Jahrhundert | Schluss

2020 583 Seiten mit 23 s/w-Abbildungen und 2 Tabellen € 84,978-3-515-12518-5 e-book 978-3-515-12517-8 gebunden

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Wissenschaftsgeschichte

Joachim Bauer / Stefan Gerber / Christopher Spehr (Hg.)

Das Wartburgfest von 1817 als europäisches Ereignis QUELLEN UND BEITRÄGE ZUR GESCHICHTE DER UNIVERSITÄT JENA – BAND 15

Die herausgeber

Joachim Bauer ist Leiter des Archivs der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Stefan Gerber ist kommissarischer Leiter des Archivs der FriedrichSchiller-Universität Jena. Christopher Spehr ist Inhaber des Lehrstuhls für Kirchengeschichte an der Theologischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

2020 340 Seiten mit 3 s/w-Abbildungen € 59,978-3-515-12581-9 e-book 978-3-515-12578-9 kartoniert

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78 3 5 15 12 5 78 9

Das Wartburgfest von 1817 ist ein symbolträchtiger Erinnerungsort der deutschen Geschichte. Zwei Jahre nach dem Ende der Napoleonischen Ära setzte das Festereignis ein Signal des politischen Aufbruchs: Für die föderative Nation und den Nationalstaat, für Verfassung und politische Partizipation. Im Wartburgfest kamen somit all jene Problemkomplexe zusammen, die in den folgenden Jahrzehnten die Politik und Gesellschaft in Deutschland bis über die Reichsgründung hinaus prägen sollten. Allerdings fällt es nach wie vor schwer, die Vielschichtigkeit des Ereignisses historisch zu erfassen und differenziert darzustellen. Anlässlich des 200. Jubiläums des Wartburgfestes im Oktober 2017 veranstalteten die Friedrich-SchillerUniversität Jena und die Wartburg-Stiftung Eisenach eine Tagung, die sich den Voraussetzungen und Folgen des Ereignisses widmete, um das Geschehen aus der Perspektive einer europäischen Verflechtungsgeschichte zu würdigen.

Mit Beiträgen von

Wolfram Siemann / Wolfgang Burgdorf / Hans-Werner Hahn / Franziska Schedewie / Markus Mößlang / Marko Kreutzmann / Winfried Müller / Gerhard Müller / Christopher Spehr / Stefan Gerber / Werner Greiling / Anna Ananieva & Rolf Haaser / Joachim Bauer / Klaus Ries / Matthias Stickler / Harald Lönnecker


Täter von Grafeneck

Verena Christ

Vier Ärzte als Angeklagte im Tübinger „Euthanasie“-Prozess 1949

Berlin-Buch ist seit fast 90 Jahren ein Zentrum der biomedizinischen Forschung in Deutschland. 1930 siedelte sich hier das Kaiser-Wilhelm-Institut für Hirnforschung (KWIH) an, das mit seinem Programm interdisziplinärer Neurobiologie international wegweisend, aber auch beispielhaft für die Selbstmobilisierung medizinischer Wissenschaft im NS-Staat war. 1947 wurde in den Gebäuden des KWIH das Institut für Medizin und Biologie (IMB) der Deutschen Akademie der Wissenschaften gegründet, das schrittweise zum Mittelpunkt der biowissenschaftlich-medizinischen Forschung in der DDR ausgebaut wurde. Die Entwicklung dieses multidisziplinären Institutskomplexes spiegelt die grundsätzlichen Merkmale und Probleme des realsozialistischen Wissenschaftssystems ebenso wider wie den Wandel von Konzepten und Praktiken auf wesentlichen Feldern der experimentellen Biologie und der klinischen Medizin. Bernd Gausemeier verfolgt anhand der Geschichte des Wissenschaftsstandortes Buch die Wechselbeziehungen von Wissenschaft und Politik in drei politischen Systemen sowie globale Entwicklungstendenzen der Lebenswissenschaften im 20. Jahrhundert.

Täter von Grafeneck

ISBN 978-3-515-12607-6

88

anz Steiner Verlag

Geschichte Franz Steiner Verlag

88

Verena Christ

contubernium Tübinger Beiträge zur Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte

www.steiner-verlag.de

Vier Ärzte als Angeklagte im Tübinger „Euthanasie“-Prozess 1949 9 783515 126076

Bernd Gausemeier Zentrale Peripherie

Verena Christ

Wissenschaftsgeschichte

Die Planung und Durchführung der Krankenmorde zur Zeit des Nationalsozialismus ist ein seit Jahrzehnten intensiv erforschtes Thema. Weniger dezidiert hat sich die historische Forschung bisher jedoch mit den Tätern beschäftigt. Verena Christ stellt vier Ärzte in den Mittelpunkt ihrer Untersuchung, die sich 1949 in Tübingen im sogenannten „Grafeneck-Prozess“ – benannt nach der gleichnamigen Vernichtungsanstalt in Württemberg – für den Mord an über 10.000 „Gemeinschaftsfremden“ verantworten mussten. Christ untersucht, ob sich anhand der verfügbaren Prozessunterlagen ein bestimmter Typus von „Euthanasie“-Arzt identifizieren lässt. Welche Gemeinsamkeiten gibt es zwischen den vier Ärzten, die den tausendfachen Mord an ihren Patienten aktiv unterstützten? In welchen Situationen zweifelten sie an ihren Handlungen? Wann retteten sie Patienten oder zeigten sich mitverantwortlich am Krankenmord? Die Autorin legt dar, mit welchen apologetischen Strategien die vier Angeklagten ihr Handeln später zu rechtfertigen versuchten und ordnet dies in den zeitgeschichtlichen Kontext ein. Zudem zeigt sie, welchen Einfluss das milde Urteil auf die Spruchkammerverfahren (Entnazifizierungen) der vier Ärzte hatte und gibt Einblicke in das Leben der Mediziner nach dem Prozess.

Zentrale Peripherie Biologische und medizinische Forschung in Berlin-Buch, 1930–1989

Zentrale Peripherie

Wissenschaftsgeschichte

Franz Steiner Verlag

CONTUBERNIUM – BAND 88

Bernd Gausemeier

Franz Steiner Verlag

Gausemeier

ww.steiner-verlag.de

Wissenschaftsgeschichte

Täter von Grafeneck

lässt. Welche Gemeinsamzwischen den vier Ärzten, ndfachen Mord an ihren iv unterstützten? In welnen zweifelten sie an ihren Wann retteten sie Patienen sich mitverantwortlich mord? Die Autorin legt dar, apologetischen Strategien klagten ihr Handeln später en versuchten und ordnet itgeschichtlichen Kontext eigt sie, welchen Einfluss eil auf die Spruchkammerntnazifizierungen) der vier nd gibt Einblicke in das ediziner nach dem Prozess.

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Biologische und medizinische Forschung in Berlin-Buch, 1930–1989

Berlin-Buch ist seit fast 90 Jahren ein Zentrum der biomedizinischen Forschung in Deutschland. 1930 siedelte sich hier das Kaiser-WilhelmInstitut für Hirnforschung (KWIH) an, das mit seinem Programm interdisziplinärer Neurobiologie international wegweisend, aber auch beispielhaft für die Selbstmobilisierung medizinischer Wissenschaft im NS-Staat war. 1947 wurde in den Gebäuden des KWIH das Institut für Medizin und Biologie (IMB) der Deutschen Akademie der Wissenschaften gegründet, das schrittweise zum Mittelpunkt der biowissenschaftlich-medizinischen Forschung in der DDR ausgebaut wurde. Die Entwicklung dieses multidisziplinären Institutskomplexes spiegelt die grundsätzlichen Merkmale und Probleme des realsozialistischen Wissenschaftssystems ebenso wider wie den Wandel von Konzepten und Praktiken auf wesentlichen Feldern der experimentellen Biologie und der klinischen Medizin. Bernd Gausemeier verfolgt anhand der Geschichte des Wissenschaftsstandortes Buch die Wechselbeziehungen von Wissenschaft und Politik in drei politischen Systemen sowie globale Entwicklungstendenzen der Lebenswissenschaften im 20. Jahrhundert.

2020 2020

535 Seiten mit 6 s/w-Abbildungen und

242 Seiten mit 5 s/w-Fotos

6 Tabellen

€ 50,-

€ 79,-

978-3-515-12521-5 e-book

978-3-515-12609-0 e-book

978-3-515-12516-1 gebunden

978-3-515-12607-6 kartoniert

9 783515 125161

9 783515 126076


41

Medizingeschichte

Mariacarla Gadebusch Bondio / Manuel Förg / Christian Kaiser (Hg.)

Gabriele Zerbi: Über die Kautelen der Ärzte De cautelis medicorum (ca. 1495) Edition und Übersetzung

die herausgeber

Mariacarla Gadebusch Bondio ist Direktorin des Institute for Medical Humanities der Universität Bonn. Forschungsschwerpunkte u.a.: Herausbildung einer medizinethischen Kultur, philosophische Dimensionen von Evidenzpraktiken. Manuel Förg ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institute for Medical Humanities der Universität Bonn und forscht hauptsächlich zur antiken und frühneuzeitlichen Medizin. Christian Kaiser ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institute for Medical Humanities der Universität Bonn mit Forschungsschwerpunkten u.a. in der Philosophie- und Medizingeschichte des Mittelalters sowie Texteditionen. 2019 173 Seiten € 39,978-3-515-12520-8 e-book 978-3-515-12515-4 kartoniert

9 783515 125154

Es gibt Situationen für den Arzt, in denen die Gefahr, einen Fehler zu begehen, besonders hoch ist. Wenn z.B. die Diagnose unsicher und die Prognose schlecht ist, die therapeutischen Maßnahmen erschöpft sind, der Patient ängstlich oder vielleicht unehrlich ist und die Angehörigen misstrauisch sind, gilt es – gestern wie heute – mit großer Aufmerksamkeit und Umsicht zu handeln. Diese gezielte Steigerung von Konzentration und Wachsamkeit, die zum Schutz des Patienten und Selbstschutz des Arztes zugleich eingesetzt wird, ist die Quintessenz der Kautele, wie sie der Medizinprofessor Gabriele Zerbi um 1495 definiert und propagiert hat. In seiner Schrift De cautelis medicorum lehnt sich Zerbi souverän an die in der antiken und mittelalterlichen Medizin vertretene deontologische Tradition an. Auf dieser autoritätsstiftenden Grundlage entfaltet Zerbi seine praxisbezogenen Ausführungen. Das moralische Gewicht entspringt dem Hippokratischen Ethos und seinen christlichen sowie islamischen Interpreten. Die Kautelen sind das Ergebnis dieses kulturellen Synkretismus. Zerbis medizinische Schrift wird in dieser modernen Edition erstmals mit ausgiebigem Quellennachweis, Ausgabenvergleich und einer deutschen Übersetzung vorgelegt.

Aus dem Inhalt

Vorwort | Gabriele Zerbi – Leben und Werk | Text und Übersetzung | Bibliographie zur Edition und den Anmerkungen


Medizingeschichte

Die stationäre Versorgung älterer Displaced Persons und „heimatloser Ausländer“ in Westdeutschland (ca. 1950–1975)

Medizingeschichte

Nina Grabe

MedGG-Beiheft

MedGG-Beiheft

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von Nina Grabe MedGG-Beiheft 73

Strategien und Strukturen deutscher Patientenvereine im 20. Jahrhundert

MedGG-Beiheft 74

Krankheit verbindet Krankheit verbindet

Die stationäre Versorgung älterer Displaced Persons und „heimatloser Ausländer“ in Westdeutschland (ca. 1950–1975)

Strategien und Strukturen deutscher Patientenvereine im 20. Jahrhundert

ISBN 978-3-515-12654-0

ISBN 978-3-515-12557-4

9 783515 126540

9 783515 125574

73

Ylva Söderfeldt

von Ylva Söderfeldt Franz Steiner Verlag Stuttgart

Franz Steiner Verlag Stuttgart Die stationäre Versorgung älterer Displaced Persons und „heimatloser Ausländer“ in Westdeutschland (ca. 1950–1975)

Krankheit verbindet

MEDIZIN, GESELLSCHAFT UND GESCHICHTE – BEIHEFT 73 Nina Grabe widmet sich erstmals dem – bislang weitgehend vernachlässigten – Schicksal älterer, d. h. über 50jähriger, „Displaced Persons“ (DPs) bzw. „Heimatloser Ausländer“. Unter ihnen waren auch betreuungsbedürftige alte Menschen, die bereits nach Ende des Zweiten Weltkriegs Unterkunft in speziellen Altersheimen fanden. Ab 1950 fungierten die christlichen freien Wohlfahrtsverbände als Heimträger. Bei den Heimbewohnern handelte es sich fast ausschließlich um Osteuropäer, zumeist christlicher Religion, die entweder als ehemalige Zwangsarbeiter oder als Flüchtlinge und Kollaborateure nach Deutschland gelangt waren. Mit einem Fokus auf dem Zeitraum von 1950 bis 1975, also nach der durch die westlichen Alliierten erfolgten Übergabe der DP-Betreuung in die Hände der Bundesrepublik, fragt Grabe nach dem Schicksal dieser Menschen: In welchem gesundheitlichen Zustand befanden sie sich? Wie gestaltete sich der Umgang mit den Mitbewohnern? Existierten nationale und kulturelle Differenzen? Waren die alten Menschen Diskriminierungen durch die deutsche Bevölkerung ausgesetzt? Wie sahen die institutionellen Rahmenbedingungen und der Heimalltag aus?

74

MEDIZIN, GESELLSCHAFT UND GESCHICHTE – BEIHEFT 74 Der Patient von heute sucht selbständig nach Information über seine Krankheit und Kontakt zu anderen mit dem gleichen Leiden. Dieses Phänomen ist jedoch nicht neu: Der erste europäische Patientenverein, der Heufieberbund von Helgoland, wurde schon 1897 gegründet. Später kamen weitere Organisationen dazu, unter anderem 1951 der Deutsche Diabetiker Bund und 1956 die Deutsche Hämophiliegesellschaft. Seit mehr als einem Jahrhundert also schließen sich Menschen mit bestimmten Krankheiten zusammen, um Aufklärung und Selbsthilfe zu betreiben und ihre politischen Interessen zu vertreten. Damals wie heute begegnen sie dabei der Herausforderung, sich im Gesundheitswesen eine Stimme zu verleihen. Um die heutige medizinische Landschaft zu verstehen, muss uns der historische Hintergrund von Patientenvereinen bewusst sein. Ylva Söderfeldt untersucht die Vorgeschichte der Patientenbeteiligung in der Medizin, die ein neues Licht auf Patienten als medizinische Akteure wirft. Die Annahme, dass Selbsthilfe und Patientengruppen generell subversive Akteure im medizinischen Bereich sind, stellt sie in Frage.

2020

2020

237 Seiten mit 11 s/w-Abbildungen

117 Seiten mit 12 s/w-Abbildungen

€ 47,-

€ 36,-

978-3-515-12566-6 e-book

978-3-515-12655-7 e-book

978-3-515-12557-4 kartoniert

978-3-515-12654-0 kartoniert

9 783515 125574

9 783515 126540


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Medizingeschichte

Markus Wahl (Hg.)

Volkseigene Gesundheit Reflexionen zur Sozialgeschichte des Gesundheitswesens der DDR MEDIZIN, GESELLSCHAFT UND GESCHICHTE – BEIHEFT 75

Der herausgeber

Markus Wahl ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört die deutsche Zeitgeschichte, die Sozialgeschichte der Medizin, die Geschichte des Sozialismus sowie Arbeiten zur sexuellen Gesundheit in der Vergangenheit.

Die Forschungslandschaft zur DDR hat sich im letzten Jahrzehnt stark verändert – eine dichotome Interpretation hat einer differenzierteren Betrachtungsweise Platz gemacht. In diesem Trend hat sich auch eine neue Art der Sozialgeschichte des Gesundheitswesens der DDR entwickelt. Die Autorinnen und Autoren haben es sich zur Aufgabe gemacht, einige dieser neuen Wege darzustellen und nehmen ganz bewusst unterschiedliche Akteure innerhalb des ehemaligen sozialistischen Gesundheitssystems in den Blick. Die Beiträge befassen sich mit der Selbstorganisation von Gehörlosen, Initiativen von Alkoholabhängigen und den Eingaben von Patienten zur Verbesserung ihrer individuellen Lage. Neben der Patientengeschichte stehen außerdem Dynamiken des Arzt-Schwester-Patient-Verhältnisses und Medikamentenversuche in der Psychiatrie sowie die Professionalisierung der Krankentransporteure und der Akteure der Gesundheitsaufklärung in der DDR im Fokus. Ziel ist es eine differenzierte Analyse der Alltagserfahrungen von Patienten und dem medizinischen oder staatlichen Personal im ehemals sozialistischen Staat zu erreichen.

Mit Beiträgen von

Anja Werner / Markus Wahl / Florian Bruns / Ekkehardt Kumbier & Kathleen Haack / Christine Hartig / Pierre Pfütsch / Christian Sammer

→ erscheint voraussichtlich Juni 2020 ca. 212 Seiten mit 5 s/w-Abbildungen ca. € 45,978-3-515-12673-1 e-book 978-3-515-12671-7 kartoniert

9 783515 126717


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Philosophie

Juan Antonio Nicolás (Hg.)

Körper, Geist, Monaden Monadologie und Metaphysik bei Leibniz STUDIA LEIBNITIANA – SONDERHEFT 56

Der Herausgeber

Juan Antonia Nicolás ist Philosophie Professor (Universität Granada), Präsident des „Red Iberoamericana Leibniz“ und Direktor des Lehrstuhls „Cátedra GW Leibniz“ (Universität Granada). Forschungsschwerpunkte: Moderne Philosophie (G.W. Leibniz), Kritische Hermeneutik (K.O. Apel), Lateinamerikanische Philosophie (I. Ellacuría), Wahrheitstheorie (PostWahrheit).

2020 267 Seiten € 50,978-3-515-11031-0 e-book 978-3-515-11030-3 kartoniert

9 783515 110303

In den letzten Jahrzehnten hat die Leibniz-Forschung gezeigt, wie wichtig Körperlichkeit ist und Juan Antonio Nicolás untersucht ebendiese Rolle des Körpers und sein Verhältnis zur Rationalität im Leibnizschen Denken. Die Grundbegriffe zum Verständnis der Wechselwirkung zwischen Körper und Vernunft und der daraus resultierenden Metaphysik sind Kraft, Organismus, Individuation, Substanz, Phänomen, Tendenz, Spontanität und Funktionalismus. Mit ihnen kann von biologischem Präformationismus, Körperorganismus oder spontaner körperlicher Tendenz als Kraft zu monadischer Substanz, Individuation von Geistern und funktionalistischer Aufwertung von Phänomenen gesprochen werden. Dies zeigt, dass der Begriff „Körper“ ein transversaler Begriff ist, der eine gewisse Einheitlichkeit und Systematisierung von Leibniz’ Denken ermöglicht. Dieses Konzept reicht von Biologie und Physik bis hin zu Metaphysik, Politik oder Theodizee.

Mit Beiträgen von

François Duchesneau / Edgar Marques / Gianfranco Mormino / Celso Vargas Elizondo / Alessandro Becchi / Lucio Mare / Hans Burkhardt / Martine de Gaudemar / Antonella Lang-Balestra / Maria Ramon Cubells Bartolomé / Ansgar Lyssy / Luca Basso / Sacha Zilber Kontic / Juan A. Nicolás / Klaus Erich Kaehler / Laura E. Herrera Castillo / Agustín Andreu / Miguel Escribano Cabeza / Roberto Casales-García


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Philosophie

Friedrich Beiderbeck / Wenchao Li / Stephan Waldhoff (Hg.)

Gottfried Wilhelm Leibniz Rezeption, Forschung, Ausblick

die herausgeber

Friedrich Beiderbeck ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Leibniz-Edition Potsdam an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Wenchao Li ist Leiter der LeibnizEdition Potsdam an der BerlinBrandenburgischen Akademie der Wissenschaften, ferner ist er verantwortlich für die historisch-kritische Edition der Politischen Schriften von Leibniz. Stephan Waldhoff ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Leibniz-Edition Potsdam an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

2020 837 Seiten mit 16 s/w-Abbildungen € 96,978-3-515-11963-4 e-book 978-3-515-11962-7 gebunden

9 783515 119627

Nach 300 Jahren der Leibniz-Forschung leistet dieser Band eine Bilanz: Handbuchartig werden Rezeption und Erforschung von Leibniz’ Beiträgen zu den Geistes-, Naturund Technikwissenschaften dargestellt, um ein Arbeitsinstrument für alle Wissenschaftler und Fachrichtungen zu schaffen, die sich mit Leibniz beschäftigen. Der interdisziplinäre Überblick macht die historischen Kontexte sichtbar, die das Bild des Universalgelehrten und die Konjunkturen der Forschung in den letzten drei Jahrhunderten geprägt haben. Ergänzt wird er durch einen Ausblick auf vorhandene Forschungsdesiderate. Eine Quellenkunde macht darüber hinaus die umfangreich überlieferten Bestände des Leibniz’schen Schaffens und ihre wechselvolle Publikationsgeschichte zugänglich. Auch die Bedingungen und Bereiche von Leibniz vielseitigen Tätigkeiten für den Fürstenhof und die Gelehrtenrepublik, Akademien und Bibliotheken finden Berücksichtigung. Erst davon ausgehend werden sein universales Profil und dessen Wirkung in die sich differenzierende neuzeitliche Wissenschaftslandschaft erkennbar, die, sei es in der Philosophie, Mathematik, Geschichte, Politik, Sprachwissenschaft, Physik oder im Rechtswesen, bis in die Gegenwart erkennbar ist.

Mit Beiträgen von

Stephan Waldhoff / Nora Gädeke / Stefan Luckscheiter / Margherita Palumbo / Matthias Armgardt / Friedrich Beiderbeck / Gerd van den Heuvel / Cristiana Marras / Annette Antoine / Stephan Meier-Oeser / Hanns-Peter Neumann / Volker Peckhaus / Ulrich Becker & Hartmut Rudolph & Klaus Unterbruger / Eberhard Knobloch / Hartmut Hecht / Justin E. H. Smith / Friedrich-Wilhelm Wellmer & Jürgen Gottschalk / Wenchao Li


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Rechts- und Sozialphilosophie

Ruwen Fritsche / Philipp Gisbertz / Philipp-Alexander Hirsch / Franziska Bantlin / Rodrigo Cadore / David Freudenberg / Sabine Klostermann / Laura Wallenfels (Hg.)

Unsicherheiten des Rechts Tagungen des Jungen Forums Rechtsphilosophie (JFR) in der Internationalen Vereinigung für Rechts- und Sozialphilosophie (IVR) im April 2018 in Göttingen und im September 2018 in Freiburg ARCHIV FÜR RECHTS- UND SOZIALPHILOSOPHIE – BEIHEFT 162

die herausgeber

Ruwen Fritsche, Philipp Gisbertz und Philipp-Alexander Hirsch sind wissenschaftliche Mitarbeiter der juristischen Fakultät der Universität Göttingen und forschen auf dem Gebiet der Rechtsund politischen Philosophie sowie des öffentlichen Rechts und Strafrechts. Franziska Bantlin, Rodrigo Garcia Cadore, David Freudenberg, Sabine Klostermann und Laura Lorena Wallenfels sind wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der juristischen Fakultät der Universität Freiburg und forschen zu den theoretischen und philosophischen Grundlagen des Rechts sowie zum Verfassungs- und Europarecht.

2020 338 Seiten € 62,978-3-515-12567-3 e-book 978-3-515-12561-1 gebunden

9

78 3 5 15 1 2 5 6 1 1

Im Umgang des Rechts mit den sicherheitspolitischen Herausforderungen unserer freiheitlichen Gesellschaft ergeben sich Unsicherheiten: In Zeiten politischer, sozialer und wirtschaftlicher Krisen wird im Namen der Sicherheit immer häufiger in Freiheitsrechte eingegriffen und rechtsstaatliche Prinzipien werden neu verhandelt. Häufig wird angeführt, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie könnten erst durch Sicherheit bewahrt und bewehrt werden. Doch ist dem wirklich so? Wie verhalten sich "Freiheit" und "Sicherheit"? Und wie sollte das Recht dieses Verhältnis steuern? Aber auch das Recht selbst schafft Unsicherheiten. Indem sie Teil jeder Rechtsgewinnung sind, scheint dem Recht die Anfälligkeit für 'Fehler' angeboren. Das Nachdenken über Fehler und Irrtümer in Recht und Rechtswissenschaft ist etabliert, zu oft aber disziplinär separiert. Daher gilt es, ein gemeinsames Forum intra- und interdisziplinären Lernens zu schaffen, um die verschiedenen Dimensionen des Phänomens freizulegen: Wie geht das Recht und wie gehen die Rechtswissenschaften mit Rechtsfehlern um?

mit beiträgen von

Ruwen Fritsche & Philipp Gisbertz & Philipp-Alexander Hirsch / Marion Stahl / Jannis Lennartz / Jonas Heller / Tobias Schottdorf / Judith Sikora / Stephan Wagner / Angela Müller / Vera Moser / Silvia Donzelli / Pascal Söpper / Markus Abraham / Wulf Loh / Franziska Bantlin & Rodrigo Cadore & David Freudenberg & Sabine Klostermann & Laura Wallenfels / Bernd Rüthers / Jakob Faig / Johannes Buchheim / David Kuch / Maximilian Schulz / Chris Thomale / Franziska Brachthäuser / Alexander Stöhr / Pedro Henrique Ribeiro / Niklas Plätzer


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Rechts- und Sozialphilosophie

Matthias Jestaedt / Ralf Poscher / Jörg Kammerhofer (Hg.)

Die Reine Rechtslehre auf dem Prüfstand Hans Kelsen’s Pure Theory of Law: Conceptions and Misconceptions Tagung der Deutschen Sektion der Internationalen Vereinigung für Rechts- und Sozialphilosophie vom 27.–29. September 2018 in Freiburg im Breisgau ARCHIV FÜR RECHTS- UND SOZIALPHILOSOPHIE – BEIHEFT 163

die herausgeber

Matthias Jestaedt hat einen Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Rechtstheorie an der Universität Freiburg i.Br. inne und leitet zudem die HansKelsen-Forschungsstelle. Ralf Poscher ist Direktor am MaxPlanck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg i.Br. Jörg Kammerhofer forscht an der Hans-Kelsen-Forschungsstelle in Freiburg i.Br., insbesondere zu allgemeinen, theoretischen sowie prozessrechtlichen Aspekten des Völkerrechts sowie zur Reinen Rechtslehre.

Hans Kelsens Reine Rechtslehre weckt die Aufmerksamkeit der Rechtswissenschaften auch noch nach einem Jahrhundert – in Zuspruch wie in Widerspruch. Sowohl die Aneignungs- als auch die Widerlegungsversuche sind mitunter von Missverständnissen und Ausblendungen geprägt. Während sich die Forschung recht intensiv mit bestimmten Schriften und Konzepten Kelsens auseinandersetzt, haben andere seiner Schriften, beispielsweise unübersetzte Werke, sowie die Werke weiterer wegbereitender Mitglieder der "Wiener rechtstheoretischen Schule" international wenig Beachtung gefunden. Eine Debatte um die Reine Rechtslehre in und zwischen den unterschiedlichen Kulturen und Traditionen ist daher besonders vielversprechend. Dieser Band vereint kritische, neutral-analytische und zustimmende Beiträge, die die Reine Rechtslehre aus philosophischer, rechtstheoretischer, ideengeschichtlicher und rechtsdogmatischer Perspektive durchdringen. Die Autorinnen und Autoren analysieren diesen Zugang in einem internationalen und inter- wie intradisziplinären Rahmen; ihnen gelingt es so, die Reine Rechtslehre vorurteilsfrei und offen als Zugang sowie Forschungsfeld zu würdigen und nach der Relevanz, die ihre Thesen heute noch beanspruchen können, zu fragen.

Mit Beiträgen von

2020 427 Seiten mit 8 s/w-Abbildungen € 69,978-3-515-12579-6 e-book 978-3-515-12568-0 gebunden

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78 3 5 15 12 5 6 8 0

John Gardner † / Robert Alexy / Alexander Somek / Christoph Kletzer / Carsten Heidemann / Maximilian Kiener / Mathieu Carpentier / Matheus Pelegrino da Silva / Thomas Hochmann / Rodrigo Garcia Cadore / Benedikt Pirker / Lena Foljanty / Fernando Menezes / D. A. Jeremy Telman / Tomasz Widłak / Anne Kühler / Frederick Schauer / Urszula Kosielińska-Grabowska / Mario G. Losano / Stanley L. Paulson / Marijan Pavčnik / Ulrich Wagrandl / Federico Lijoi / Reut Yael Paz & Maximilian Wagner


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Rechts- und Sozialphilosophie

Kristin Y. Albrecht / Lando Kirchmair / Valerie Schwarzer (Hg.)

Die Krise des demokratischen Rechtsstaats im 21. Jahrhundert Tagung des Jungen Forums Rechtsphilosophie (JFR) in der Internationalen Vereinigung für Rechts- und Sozialphilosophie (IVR) im April 2019 in Salzburg ARCHIV FÜR RECHTS- UND SOZIALPHILOSOPHIE – BEIHEFT 164

Die Herausgeber

Kristin Y. Albrecht ist Senior Scientist an der Universität Salzburg im Fachbereich Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Rechts- und Sozialphilosophie. Lando Kirchmair ist Universitätsassistent und Ko-Leiter des Projektes European Constitutional Court Network an der Universität Salzburg im Fachbereich Öffentliches Recht, Völker- und Europarecht sowie Lecturer an der Universität der Bundeswehr München am Institut für Öffentliches Recht und Völkerrecht. Valerie Schwarzer ist Universitätsassistentin an der Universität Salzburg im Fachbereich Öffentliches Recht.

→ erscheint voraussichtlich Juni 2020 ca. 256 Seiten ca. € 54,978-3-515-12674-8 e-book 978-3-515-12670-0 gebunden

9 783515 126700

Der demokratische Rechtsstaat ist im 21. Jahrhundert ins Wanken geraten – keineswegs nur in Europa. Entwicklungen, wie beispielsweise in den USA und in Brasilien, zeugen von der globalen Tragweite dieses Phänomens. Auf Grund der Vielzahl besorgniserregender Ereignisse ist es von eminenter Bedeutung, diese Krise zu analysieren. Wie kann den Angriffen auf die Demokratie begegnet werden? Stehen uns internationale oder supranationale Mittel zur Bewältigung zur Verfügung? Wie können Antworten aussehen, wenn der freiheitliche Rechtsstaat von Voraussetzungen lebt, die er um seiner Freiheitlichkeit willen nicht (mehr) selbst garantieren kann? Die Autorinnen und Autoren setzen sich mit der historischen Dimension der Thematik auseinander und nehmen Gegenwartsanalysen vor, die auf konkrete Auswirkungen und zeitnah drohende Konsequenzen des Phänomens eingehen. Insbesondere wird die Verbindung von Rechtsstaat und Demokratie beleuchtet: Kann es eine Demokratie ohne Rechtsstaat oder den Rechtsstaat ohne Demokratie geben?

Mit Beiträgen von

Kristin Y. Albrecht & Lando Kirchmair & Valerie Schwarzer / Francis Fukuyama / Holger Grefrath & Clara Maier / Jakob Gaigg / Timo Greger / Benjamin Schmid / Berit Völzmann / Nula Frei / Sebastian Enghofer / Karsten Schubert / Dóra Frey / Melissa Muller / Bruno Tadeu Buonicore / Maria Bertel / Heinz Fischer


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Geographie

Anna-Lisa Müller

Migration, Materialität und Identität Verortungen zwischen Hier und Dort SOZIALGEOGRAPHISCHE BIBLIOTHEK – BAND 21

die Autorin

Anna-Lisa Müller ist Sozialgeographin und Soziologin. Sie forscht zu gesellschaftlichen und räumlichen Transformationsprozessen in der Gegenwartsgesellschaft; ihre Schwerpunkte sind internationale Migration und Stadtentwicklung.

Wie leben Menschen ihren Alltag, wenn sie von Berufs wegen häufig umziehen? Um diesen Balanceakt zwischen Hierbleiben und Weggehen zu untersuchen, hat AnnaLisa Müller Interviews mit hochqualifizierten Menschen aus der Privatwirtschaft, dem Kultursektor und der Wissenschaft geführt. Die Interviews geben Aufschluss darüber, wie sich Menschen das Leben an und zwischen Orten unterschiedlich einrichten. Ebenso wichtig wie andere Bezugspersonen und ihre Netzwerke sind für sie dabei Dinge: das Cello, das immer wieder über Ländergrenzen hinweg umgezogen wird; das Familienfoto, das in jeder Wohnung steht; aber auch der Motorroller, der nur in einer Stadt wichtig ist, um sich zuhause zu fühlen, oder der Computer, um soziale Medien zu nutzen. Wichtig für das Balancieren zwischen Hier und Dort sind außerdem Verortungen: an dem Ort, an dem man lebt, an den Orten, an denen man gelebt hat, an den Sehnsuchtsorten und zwischen den Orten im transnationalen Netzwerk. Müller zeigt, dass Migrantinnen und Migranten in Relationen von Menschen, Objekten und Orten eingebunden sind und darüber charakteristische Identitäten entwickeln, die Ausdruck ihrer Migrationsbiographie sind.

Aus dem Inhalt

Einleitung | Menschen und Mobilität | Menschen und Objekte | Menschen und Orte | Verflochtene Identitäten | Nachwort | Literaturverzeichnis | Register

2020 316 Seiten mit 1 s/w-Abbildung und 1 Tabelle € 54,978-3-515-12474-4 e-book 978-3-515-12473-7 kartoniert

9

78 3 5 15 12 4 7 3 7


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Berufspädagogik

Bernd Zinn (Hg.)

Virtual, Augmented und Cross Reality in Praxis und Forschung Technologiebasierte Erfahrungswelten in der beruflichen Aus- und Weiterbildung – Theorie und Anwendung

Der herausgeber

Bernd Zinn ist Professor für Berufspädagogik mit Schwerpunkt Technikdidaktik am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Stuttgart. Seine Forschungsschwerpunkte sind technologiebasierte Lehr- und Lernprozesse in der gewerblichtechnischen Aus- und Weiterbildung, Kompetenzmodellierung, Kompetenzentwicklung, Lehrerbildung sowie Inklusion und Umgang mit Heterogenität in der beruflichen Bildung.

2020 287 Seiten mit 36 s/w-Abbildungen und 14 Tabellen € 52,978-3-515-12478-2 e-book 978-3-515-12475-1 kartoniert

9

78 3 5 15 1 2 4 7 5 1

Mit der Digitalisierung ergeben sich nicht nur vielfältige Änderungen im privaten und gesellschaftlichen Leben, sondern auch im beruflichen Aus- und Weiterbildungsbereich: Besonders die sich dynamisch entwickelnden technologiebasierten Erfahrungswelten Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR), Mixed Reality (MR) sowie Cross Reality bzw. Extended Reality (XR) versprechen zahlreiche neue Möglichkeiten für das Lehren und Lernen. Virtuelle Lehr- und Lernwelten sollen zunehmend mit realen verschmelzen und multiple innovative Lehrund Lernformate ermöglichen. Die Autorinnen und Autoren bieten einen Einblick in die theoretischen sowie konzeptionellen Grundlagen des Lehrens und Lernens mit technologiebasierten Erfahrungswelten. Dabei berücksichtigen sie aktuelle Forschungs- und Entwicklungsarbeiten und zeigen konkrete Anwendungsbereiche der Technologien auf. So gelingt es ihnen, sowohl Impulse für die domänenspezifische Ausund Weiterbildungspraxis als auch für die Forschung und Entwicklung zu technologiebasierten Erfahrungswelten zu geben.

Mit Beiträgen von

Bernd Zinn & Sunita Ariali / Qi Guo / Carolin Pletz & Bernd Zinn / Tobias Korb & Alexander Schmidt & Oliver Riedel / Sebastian Heinze & Sebastian Carsch & Christoph Jesaja Heidelbach & Julian Rahm & Marc Mauermann & Leon Urbas / Bernd Zinn & Carolin Pletz & Henri Wadas & Qi Guo / Evelyn Hoffarth / Carolin Pletz & Marbod Lemke & Leandra Deininger


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Berufspädagogik

Ralf Tenberg / Alexandra Bach / Daniel Pittich

Didaktik technischer Berufe Band 2 – Praxis & Reflexion

die Autoren

Ralf Tenberg ist Leiter des Arbeitsbereichs Technikdidaktik an der Technischen Universität Darmstadt. Alexandra Bach ist Professorin für Berufspädagogik mit gewerblichtechnischem Schwerpunkt an der Universität Kassel. Daniel Pittich ist Professor für Technikdidaktik an der School of Education der TU München.

2020 181 Seiten mit 20 s/w-Abbildungen und 20 Tabellen € 22,90 978-3-515-12442-3 e-book 978-3-515-12434-8 kartoniert

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78 3 5 15 1 2 4 3 4 8

Das zweibändige Lehrbuch zur Didaktik technischer Berufe widmet sich der unterrichtsbezogenen Vermittlung beruflicher Handlungskompetenz: Neben den in Band 1 vorgestellten theoretischen Grundlagen erfordert ein kompetenzorientierter beruflicher Unterricht auch ein komplexes Umsetzungskonzept. Auf Basis der Theorie erarbeiten Ralf Tenberg, Alexandra Bach und Daniel Pittich nun in Band 2 diese Umsetzungspraxis und behandeln sowohl die Unterrichtsplanung und -konzeption als auch die Unterrichtsdurchführung und -evaluation. Sie stellen nicht nur ein in sich geschlossenes System für die reflektierte Generierung und Weiterentwicklung technischen Unterrichts bereit, sondern erörtern auch wesentliche Themen der beruflichen Unterrichtspraxis – wie z.B. die Curriculumtheorie, die didaktische Transformation des Kompetenzanspruchs, didaktisch-methodische Orientierungskonzepte, berufliche Unterrichtskonzepte, LehrLern-Medien, Unterrichtssteuerung und -moderation sowie Unterrichtsqualität. Anschauliche Diagramme, Illustrationen und Tabellen helfen angehenden Berufsschullehrerinnen und -lehrern die didaktische Theorie in die methodische Praxis zu übertragen und diese zu reflektieren.

Aus dem Inhalt

Einführung | Unterrichtsplanung im Lernfeldkonzept | Unterrichtskonzeption | Unterrichtsevaluation | Literatur


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Berufspädagogik

Carmela Aprea / Viviana Sappa / Ralf Tenberg (Hg.)

Konnektivität und lernortintegrierte Kompetenzentwicklung in der beruflichen Bildung Connectivity and integrative competence development in vocational and professional education and training (VET/PET) ZEITSCHRIFT FÜR BERUFS- UND WIRTSCHAFTSPÄDAGOGIK – BEIHEFT 29

die herausgeber

Carmela Aprea ist Inhaberin des Lehrstuhls für Wirtschaftspädagogik – Design und Evaluation instruktionaler Systeme an der Universität Mannheim. Viviana Sappa ist Dozentin und Senior Researcher am Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung, Lugano (Schweiz). Ralf Tenberg ist Leiter des Arbeitsbereichs Technikdidaktik an der Technischen Universität Darmstadt.

→ erscheint voraussichtlich Mai 2020 ca. 248 Seiten mit 8 s/w-Abbildungen ca. € 49,978-3-515-12688-5 e-book 978-3-515-12687-8 kartoniert

9 783515 126878

Ein Spezifikum anspruchsvollen beruflichen Lernens ist es, mehrere Lernorte und unterschiedliche Erfahrungen zu ermöglichen. Darin liegt eine große Herausforderung, die sich den Berufsbildungssystemen stellt und von diesen unterschiedlich angegangen wird. Das Ziel der Autorinnen und Autoren besteht darin, den internationalen Stand der Forschung zur Verknüpfung von Lernkontexten und lernortintegrierter Kompetenzentwicklung zu dokumentieren. So können unterschiedliche Forschungszugänge in diesem Bereich aufgezeigt und der Austausch zwischen diesen Zugängen angeregt sowie Desiderata für zukünftige Forschungsarbeiten eruiert werden. A specific feature of complex vocational and professional education and training (VET/PET) is the need to situate learning in different locations and provide diverse types of experiences. This poses a major challenge for VET/PET systems and is approached differently by them. The aim of this Special Issue is to document current international research on connectivity and integrative competence development in VET/PET. Moreover, it intends to point out different research approaches in this area, to stimulate exchange between them, and to identify desiderata for future research.


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Musikwissenschaft

Thomas Glaser

Der Interpret als Double René Leibowitz im Kontext der Aufführungslehre der Wiener Schule ARCHIV FÜR MUSIKWISSENSCHAFT – BEIHEFT 83

Der Autor

Thomas Glaser studierte Musikwissenschaft, Neuere Geschichte sowie Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft in Saarbrücken und Paris. Seit seiner Promotion an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien forscht und lehrt er dort als Senior Scientist.

Als Dirigent kritisierte René Leibowitz (1913–1972) in vielfältiger Weise die aus seiner Sicht korrumpierte Interpretations- und Orchesterpraxis seiner Zeit. Eine Konstante stellte das Bemühen dar, Beethovens sinfonischen Werken zu zeitgenössischen Interpretationen eigenen ästhetischen Rechts zu verhelfen. Leibowitz zielte mittels einer „lecture radicale“ auf ein Erschließen des Werkcharakters in historischer Perspektive und nicht auf eine Rekonstruktion früherer Aufführungsbedingungen. Auf Grundlage vorhandener Tonaufnahmen, eingerichteter Dirigierpartituren und nachgelassener Orchestermaterialien arbeitet Thomas Glaser Details der Beethoven-Deutungen von Leibowitz und dessen Versuche um ‚werkgerechte‘ Interpretationen heraus. Der Fokus auf Beethoven ist bei Leibowitz vor dem Hintergrund seines durch die musikalische Moderne des 20. Jahrhunderts geprägten Musikdenkens zu lesen. So machte die Kontextualisierung mit ästhetischen Positionen seiner Zeitgenossinnen und Zeitgenossen deutlich, dass Leibowitz’ Interpretationsverständnis nachhaltig von der Aufführungslehre der Wiener Schule um Arnold Schönberg geprägt wurde.

Aus dem Inhalt

Einleitung | Theoretische Grundlegung und lebensweltlicher Kontext | Musikalische Interpretation im Diskurs | Praktische Folgerungen: René Leibowitz als Interpret der Sinfonien | René Leibowitz im Kontext der Aufführungslehre der Wiener Schule | Zusammenfassung und Ausblick | Nachwort | Quellen-, Literatur- und Verzeichnis der Partitur- und Notenbeispiele

→ erscheint voraussichtlich April 2020 ca. 478 Seiten ca. € 76,978-3-515-12669-4 e-book 978-3-515-12668-7 gebunden

9

78 3 5 15 126 6 8 7


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Musikwissenschaft

Miriam Roner

Autonome Kunst als gesellschaftliche Praxis Hans Georg Nägelis Theorie der Musik ARCHIV FÜR MUSIKWISSENSCHAFT – BEIHEFT 84

die autorin

Miriam Roner absolvierte pädagogische und künstlerische Instrumentalstudien in München und Trossingen und studierte Musikwissenschaft in Trossingen und Bern. Sie arbeitet an der SLUB Dresden und ist dort für das Archiv zeitgenössischer Komponisten und für die Erschließung von Musikhandschriften und musikalischen Nachlässen zuständig.

Hans Georg Nägeli (1773–1836) ist für die Musikwissenschaft ein Vorläufer Eduard Hanslicks, für die Musikpädagogik ein Schüler Pestalozzis, für die Sozialgeschichte der Musik ein „Sängervater“. Doch weder innerhalb des Koordinatensystems einer Geschichte der Musikästhetik noch im Rahmen der Suche nach historischen Modellen und Anregungen für aktuelle reformpädagogische Diskussionen lassen Nägelis Interventionen sich verstehen. Selbst um Teilbereiche seines Werks und Wirkens begreifen zu können, muss man den „ganzen Nägeli“ in den Blick nehmen. Miriam Roner tut genau das und konzentriert sich dabei auf drei Kernarbeitsfelder: Nägelis Tätigkeit als Musikalienhändler und Verleger, als Gründer und Leiter eines Sing-Instituts in Zürich sowie als Autor einer Theorie der Musik, die in den Vorlesungen über Musik mit Berücksichtigung der Dilettanten (1826) ihre prominente Zusammenfassung erhalten hat. Das bunte Nebeneinander der Tätigkeit als Geschäftsmann, Komponist, Lehrer und Theoretiker wird zusammengehalten durch eine verbindende, übergreifende Problemstellung: Nägeli praktiziert und versteht Musik als spannungsvolles Ineinander von Autonomie und sozialer Funktion. Ausgezeichnet mit dem Jacques-Handschin-Preis 2018 der Schweizerischen Musikforschenden Gesellschaft (SMG).

Aus dem Inhalt

Einleitung | Hans Georg Nägeli als Gegenstand der Forschung | Nägeli als Musikalienhändler und Musikverleger (1791–1807) | Das Sing-Institut (1805–1824) | Die Vorlesungen über Musik mit Berücksichtigung der Dilettanten (1826) | Bibliographie | Register → erscheint voraussichtlich Juni 2020 ca. 432 Seiten mit 15 s/w-Abbildungen ca. € 69,978-3-515-12705-9 e-book 978-3-515-12701-1 gebunden

9

78 3 5 15 12 70 1 1


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Romanistik

Kathrin Engelskircher

Nationsbildung als Übersetzungsprojekt Giuseppe Mazzinis italienische Translationspolitik STUDIEN ZUR ÜBERSETZUNGSGESCHICHTE – BAND 1

die Autorin

Kathrin Engelskircher arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung für Französische und Italienische Sprache und Kultur am Fachbereich für Translations-, Sprachund Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. In ihrem Habilitationsprojekt untersucht sie das Erbe der Beatles als kulturelle Übersetzung. Darüber hinaus beschäftigt sie sich mit Angewandter Gedächtnis- und Erinnerungstheorie, Popliteratur sowie psychoanalytischer Literaturinterpretation.

→ erscheint voraussichtlich Mai 2020 274 Seiten € 52,978-3-515-12683-0 e-book 978-3-515-12678-6 kartoniert

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78 3 5 15 1 2 6 78 6

Der translatorische Aspekt bei Giuseppe Mazzini stellt eine bislang nur wenig beachtete Facette in der Forschung zu einem der Gründungsväter des italienischen Nationalstaats dar. Dabei prägen Idee, Konzept und Umsetzung einer Erneuerung Italiens qua Übersetzung das Denken und Handeln Mazzinis viele Jahre lang. Die Verbindung von Literaturübersetzung und Literaturkritik, Politik sowie gesellschaftlichen und religiösen Fragen manifestiert sich in Mazzinis breit konzipierter „Biblioteca Drammatica“ und macht das „nation building“ Italiens zu einem einzigartigen, per se europäischen Projekt. Kathrin Engelskircher untersucht mit interdisziplinärem Anspruch und breit aufgestellter Theorieanbindung – unter Einbeziehung der Ansätze Antoine Bermans, Naoki Sakais, André Lefeveres und Michael Cronins – Mazzinis Übersetzungsprojekt einerseits in seiner Entstehungssowie Verwirklichungshistorie und unterzieht andererseits die konkreten Texte der Dramenreihe einer profunden Analyse. Engelskircher diskutiert Mazzinis translatorisches Handeln in seiner komplexen Bandbreite und belegt damit die Fruchtbarkeit eines performativen Translationsbegriffs.

Aus dem Inhalt

Einleitung | Historisch-kultureller Hintergrund | Mazzinis Übersetzungsprojekt | Fazit und Ausblick | Literaturverzeichnis


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Uigurisches Wörterbuch Sprachmaterial der vorislamischen türkischen Texte aus Zentralasien

Uigurisches Wörterbuch I.2

eßt alle Facetten der alten chen Kultur: dogmatische, he und erzählende Texte nichäismus und Buddhismus, ndliche und astrologische Lieder und volkskundliche Texte, ch Lobpreis­Dichtungen auf urischen Herrscher und juristische mente aus allen Bereichen des n Lebens. Es erscheint seit 1977 rde seit 2008 retrodigitalisiert, rt und aktualisiert. Seit 2017 wird rterbuch als Projekt der Aka­ der Wissenschaften zu Göttingen eführt. Mit dieser Lieferung die verbalen Lemmata von e­ gedeckt.

Orientalistik

Orientalistik

Zekine Özertural

Gregor Schoeler (Bearb.)

Unter Mitarbeit von Klaus Röhrborn

Arabische Handschriften

I. Verben Band 2: edäd­ – iztä­ von Zekine Özertural unter Mitwirkung von Klaus Röhrborn

Orientalistik

Franz Steiner Verlag

Franz Steiner Verlag

Özertural/Röhrborn

www.steiner-verlag.de

Uigurisches Wörterbuch Sprachmaterial der vorislamischen türkischen Texte aus Zentralasien I. Verben Band 2: edäd- – iztäUIGURISCHES WÖRTERBUCH – BAND I.2 Das Uigurische Wörterbuch umfasst die Sprache der ersten Hochkultur der Türkvölker. Die uigurischen Königreiche in Zentralasien blühten von der Mitte des 8. Jahrhunderts bis etwa zum Ende des 14. Jahrhunderts. Sie waren vom Westen durch den Manichäismus und vom Süden und Osten durch den Buddhismus beeinflusst. Die preußischen Turfan-Expeditionen vom Anfang des 20. Jahrhunderts brachten die umfangreichen Reste dieser Kultur ans Tageslicht. In den vergangenen 100 Jahren wurde die uigurische Literatur durch die Bemühung von zahlreichen Forschern ediert, übersetzt und kommentiert. Das Uigurische Wörterbuch erschließt alle Facetten der alten uigurischen Kultur: dogmatische, kultische und erzählende Texte des Manichäismus und Buddhismus, heilkundliche und astrologische Texte, Lieder und volkskundliche Texte, aber auch LobpreisDichtungen auf die uigurischen Herrscher und juristische Dokumente aus allen Bereichen des sozialen Lebens. Mit dieser Lieferung werden die verbalen Lemmata von e- bis i- abgedeckt.

Reihe B, Teil 14: Arabische Foliobände der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz VERZEICHNIS DER ORIENTALISCHEN HANDSCHRIFTEN IN DEUTSCHLAND – BAND 17.B14 Der Katalog enthält Beschreibungen von 263 Werken und kleineren Schriften in 152 Handschriften der Staatsbibliothek zu Berlin. Er spiegelt die Vielfalt der handschriftlichen Überlieferung der arabisch-islamischen Literatur im Hinblick auf Alter, Herkunft, Schrift und künstlerische Ausstattung wider. Besonders hervorzuheben sind die enthaltenen Koranfragmente: Darunter eine Pergamenthandschrift aus dem 10. Jh. in kufischer Schrift, ein reich illuminiertes persisches Exemplar aus dem 16. Jh. mit vergoldeter Reliefprägung auf den Buchdeckeln und Innenspiegeln und zwei Exemplare aus dem subsaharischen Afrika und dem philippinischen Raum. Besondere Aufmerksamkeit verdienen außerdem zwei Gebetbücher aus China und Marokko aufgrund ihrer hochwertigen Kalligraphie und den prachtvollen Illumination sowie eine kleine Gruppe von Handschriften, deren Schreiber Mamluken waren. Unikate und möglicherweise auch Autographe sind zwei Dichterdiwane aus mamlukischer und osmanischer Zeit.

2020 XXIII, 148 Seiten

→ erscheint voraussichtlich April 2020

€ 42,-

ca. 424 Seiten

978-3-515-12625-0 e-book

ca. € 74,-

978-3-515-12613-7 kartoniert

978-3-515-12672-4 leinen

9 783515 126724 9

78 3 5 15 126 13 7


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Kooperationen

Kooperationen 7,1 mm

7,1 mm

Das Deutsch-Italienische Zentrum für Europäische Exzellenz Villa Vigoni versteht es als eine seiner vornehmsten Aufgaben, an den Debatten über die Zukunft der europäischen Integration teilzunehmen. Auf die Initiative der Villa Vigoni gehen die Beiträge dieses Bandes zurück, die anlässlich des 60. Jahrestages der Römischen Verträge entstanden sind. Mit ihren unterschiedlichen Ansätzen und Perspektiven, die Politik, Geschichte, Kunst, Musik und Recht einschließen, bieten die Beiträge einen Querschnitt der Diskussionen, der Rückblicke und Ausblicke auf Europa, die die Villa Vigoni angeregt hat.

Kunst wird Macht Richard Wagner und Gabriele D‘Annunzio Herausgegeben von Immacolata Amodeo und Bettina Vogel-Walter BA N D 15

Kunst wird Macht Richard Wagner und Gabriele D’Annunzio

ISBN 978-3-515-12231-3

9

Deutschland und Italien sind auf unterschiedliche Weise Einwanderungsländer geworden. Ebenso gehören beide – wiederum auf unterschiedliche Weise – zu den von der „Flüchtlingskrise” am stärksten betroffenen EU-Ländern. Vergleichsweise wenig wissen wir aber über die Praxis der Integrationsarbeit vor Ort, vor allem nicht in vergleichender Perspektive.

7835 1 5 1 223 1 3

Wie gehen Deutschland und Italien mit fluchtbedingten Herausforderungen alltagspraktisch um? Was können die beiden Länder voneinander lernen? Die Autorinnen und Autoren behandeln die

I M P U L S E B A N D 16

Immacolata Amodeo / Bettina Vogel-Walter (Hg.)

I M P U L S E B A N D 15

Il Centro Italo-Tedesco per l’Eccellenza Europea Villa Vigoni reputa suo compito prioritario partecipare alle discussioni attuali sul futuro dell’integrazione europea. Su iniziativa di Villa Vigoni sono stati raccolti i saggi di questo volume, a partire dalle riflessioni emerse nell’Unione europea durante il 60° anniversario dei Trattati di Roma. Villa Vigoni ha così voluto stimolare un dibattito in molteplici forme e da varie prospettive disciplinari – politica, storia, diritto, arte, musica – che si interroghi sulle strade percorse e su quelle che ancora rimangono da seguire in Europa.

gesetzlichen und institutionellen Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel das Gemeinsame Europäische Asylsystem, die kommunale Migrations- und Integrationspolitik und die Sprachenpolitik. Auch die Integrationspolitik und die Integration in Schule, Hochschule, Verwaltung und Zivilgesellschaft werden in den Blick genommen. Zudem werden die sozialen Inklusions- und Exklusionsprozesse in ihren räumlichen Dimensionen analysiert. Die Beitragenden bieten so eine vielschichtige, deutsch-italienische Perspektive auf eine zentrale Herausforderung unserer Zeit.

Integration vor Ort Die Praxis der Asylpolitik im deutschitalienischen Vergleich

L‘integrazione sul posto Asilo politico e il processo di integrazione nel confronto italo-tedesco Herausgegeben von Stefan Immerfall und R. Rossella Pugliese BA N D 1 6

Integration vor Ort / L’integrazione sul posto

ISBN 978-3-515-12693-9

9

Die Praxis der Asylpolitik im deutsch-italienischen Vergleich / Asilo politico e il processo di integrazione nel confronto italotedesco

7835 1 5 1 26939

IMPULSE. VILLA VIGONI IM GESPRÄCH – BAND 15 Der italienische Schriftsteller Gabriele D’Annunzio (1863–1938) und der deutsche Komponist Richard Wagner (1813–1883) waren bereits zu Lebzeiten höchst umstrittene und stark verehrte Persönlichkeiten. Ohne Zweifel herausragende Künstler, gelang ihnen auch der Einbruch in die politische Sphäre. Die Autorinnen und Autoren leisten – aus vergleichender deutsch-italienischer Perspektive – Grundlagenarbeit und untersuchen die Schnittstellen zwischen Kunst, Politik und Gesellschaft, an denen sich D’Annunzio und Wagner mit ihren Interventionen, besonders aber auch mit ihren Werken bewegen. Die Bayreuther Festspiele erweisen sich als europäischer Kristallisationspunkt, Modell für Frankreich und Italien. Beleuchtet wird auch das Vittoriale degli Italiani in Gardone als ein Ort, an dem deutsche und italienische Traditionen sich begegnen. So zeigt sich, dass sich die Moderne weitgehend über die Ästhetik definiert und weniger über die Inhalte, was auch zu einer signifikanten Umdefinition der Rolle der Künstler innerhalb des Staates führt.

9

Stefan Immerfall / R. Rossella Pugliese (Hg.)

IMPULSE. VILLA VIGONI IM GESPRÄCH – BAND 16 Deutschland und Italien sind auf unterschiedliche Weise Einwanderungsländer geworden. Ebenso gehören beide – wiederum auf unterschiedliche Weise – zu den von der „Flüchtlingskrise“ am stärksten betroffenen EU-Ländern. Vergleichsweise wenig wissen wir aber über die Praxis der Integrationsarbeit vor Ort, vor allem nicht in vergleichender Perspektive. Wie gehen Deutschland und Italien mit fluchtbedingten Herausforderungen alltagspraktisch um? Was können die beiden Länder voneinander lernen? Die Autorinnen und Autoren behandeln die gesetzlichen und institutionellen Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel das Gemeinsame Europäische Asylsystem, die kommunale Migrations- und Integrationspolitik und die Sprachenpolitik. Auch die Integrationspolitik und die Integration in Schule, Hochschule, Verwaltung und Zivilgesellschaft werden in den Blick genommen. Zudem werden die sozialen Inklusions- und Exklusionsprozesse in ihren räumlichen Dimensionen analysiert. Die Beitragenden bieten so eine vielschichtige, deutsch-italienische Perspektive auf eine zentrale Herausforderung unserer Zeit.

→ erscheint voraussichtlich Juni 2020

→ erscheint voraussichtlich Juni 2020

ca. 136 Seiten mit 44 s/w-Abbildungen

ca. 250 Seiten mit 28 s/w-Abbildungen

ca. € 34,-

ca. € 42,-

978-3-515-12252-8 e-book

978-3-515-12697-7 e-book

978-3-515-12231-3 kartoniert

978-3-515-12693-9 kartoniert

78 3 5 15 1 2 2 3 13

9

78 3 5 15 126 9 39


58

Kooperationen

Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz

Carsten Herzberg / Thomas Blanchet

Daniel Schwemer

Bürgerbeteiligung in Kommunalunternehmen

Der kontraintuitive König Zum babylonisch-assyrischen Badehaus-Ritual

Konsequenzen für Arbeitnehmerinteressen in deutschen und französischen Wasser- und Stromunternehmen BLICKWECHSEL – BAND 15 Bürgerbeteiligung spielt auch im Umfeld kommunaler Unternehmen zunehmend eine wichtige Rolle. Vielfach entstehen solche partizipativen Elemente rund um Rekommunalisierungen, etwa von Wasserwerken, oder im Zuge der Energiewende, vom Bürgerwindpark bis zur kommunalen Biogasanlage. Der Wasserund Stromsektor in Frankreich und Deutschland nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein, weitgehend unerforscht ist bislang jedoch, welchen Einfluss die Beschäftigten auf den Prozess ausüben. Hier steht der Zusammenhang von Beteiligung und Unterstützung durch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Fokus. Denn es zeigt sich, dass partizipative Verfahren erfolgreicher sind, wenn die Mitarbeiter in Planung und Umsetzung frühzeitig eingebunden werden und dieselben Ziele verfolgen. Anhand von Fallbeispielen werden verschiedene Formen von Beteiligung vorgestellt, hilfreiche Hinweise zu ihrer Umsetzung ergänzen die Analyse. Dies bezieht sich sowohl auf eine politische Mitwirkung in Kontrollgremien als auch auf eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen oder schließlich auf die Kooperation mit Energiegenossenschaften im Rahmen neuer Partnerschaften.

ABHANDLUNGEN DER GEISTES- UND SOZIALWISSENSCHAFTLICHE KLASSE – BAND 2019.3 Die babylonisch-assyrische ‚Beschwörungskunst‘ oder ‚Magie‘ kannte eine Vielfalt von Heilvorschriften und Zeremonien, darunter zahlreiche defensive Rituale zur Lösung von Übel und zur Reinigung des Patienten. Diese Abwehrrituale richteten sich etwa gegen Dämonen, Götterzorn, Behexung, Feinde, den Fluch als Folge eines Tabubruchs, Geister oder böse Vorzeichen. Auch das traditionsreiche und für den König in besonders feierlicher Form durchgeführte Badehaus-Ritual hatte die Funktion, Übel abzuwehren. Entgegen üblicher Annahme stellt es aber nicht einfach ein unspezifisches Reinigungsritual dar, das durchzuführen war, wenn böse Vorzeichen eine Gefährdung des Königs anzeigten. Vielmehr besitzt das Badehaus-Ritual einen besonderen thematischen Fokus: den verhassten, verunglimpften, von Schadenzauber und Feinden bedrohten König, der selbst Schuld auf sich geladen hat. Das Ritual zeigt damit ein Bild des Herrschers, das dem von Monumentalarchitektur und Königsinschriften geprägten Erwartungshorizont der mesopotamischen Königsideologie nicht entsprach: den kontraintuitiven König. Im rituellen Kontext kann die Defizienz der königlichen Person thematisiert und überwunden werden. So dient das Badehaus-Ritual nicht zuletzt der Stabilisierung der königlichen Herrschaft.

2019 → erscheint voraussichtlich April 2020

XXII, 127 Seiten mit 8 Farb-Abbildungen und

ca. 160 Seiten

22 Tafeln

ca. € 29,-

€ 22,-

978-3-515-12700-4 kartoniert

978-3-515-12576-5 kartoniert

9 783515 127004

9 783515 125765


59

Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt

Wissenschaftliche Gesellschaft an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

Herbert Hömig

Moritz Bälz

Die Deutsche Frage nach dem Zweiten Weltkrieg

Streitbeilegung im Japanischen Recht SITZUNGSBERICHTE – BAND 56.2

SONDERSCHRIFTEN DER AKADEMIE GEMEINNÜTZIGER WISSENSCHAFTEN ZU ERFURT – BAND 51 In der Rückschau nach mehr als zwei Jahrzehnten stellt das Ende der Spaltung Deutschlands durch den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik im Jahre 1990 keine so weltgeschichtliche Zäsur dar wie der Zusammenbruch des „Dritten Reiches“ im Jahre 1945 – auch wenn die Ereignisse und Umstände des Mauerfalls in der Nacht vom 9. zum 10. November in der DDR einen Höhepunkt der deutschen und der europäischen Geschichte bildeten. Im Vergleich zu ähnlichen Ereignissen in früheren Zeiten sind Elemente von vermuteten Gesetzmäßigkeiten erkennbar, die seit langem bekannt sind. Rahmenbedingungen, Zufälle, das Handeln von umsichtigen sowie mit politischer und sozialer Blindheit geschlagenen Einzelpersonen und Gruppen begegnen uns hier ebenso wie bei den großen Revolutionen der Vergangenheit. Es geht in dem vorliegenden Essay jedoch nicht um die Typologie eines revolutionären Vorgangs, der sich in wenigen Wochen vollzog, sondern um die Vorgeschichte eines wichtigen Ereignisses, das eine künftige Friedensepoche einleiten könnte. Die Epoche nach der Katastrophe des „Dritten Reiches“ verdient um so mehr in ihrer Widersprüchlichkeit betrachtet zu werden, als sie durch die Ereignisse um den 9. November 1989 in neuem Licht erscheint.

Moritz Bälz untersucht die Streitbeilegung im japanischen Recht. Ausgehend von der schon klassischen Debatte über die geringe Zahl der Zivilprozesse in Japan analysiert er die weitreichenden Veränderungen, welche eine umfassende Justizreform seit 1999 für die Streitbeilegung mit sich gebracht hat. Als ein Anschauungsbeispiel dient das Schlichtungszentrum, das eingerichtet wurde, um die enormen Schäden durch die Katastrophe von Fukushima zu bewältigen.

2019

2019

135 Seiten

35 Seiten mit 5 s/w-Abbildungen

€ 21,-

€ 12,-

978-3-515-12414-0 kartoniert

978-3-515-12488-1 kartoniert

9 783515 124140

9 783515 124881


60

Autorenverzeichnis Albrecht, Kristin Y.  48

Hack, Achim Thomas  20

Raggi, Andrea  12

Amodeo, Immacolata  57

Harich-Schwarzbauer, Henriette  15

Rathmann, Michael  15

Aprea, Carmela  52

Hein-Kircher, Heidi  32

Ries, Klaus  20

Heppner, Harald  31

Röhrborn, Klaus  56

Bach, Alexandra  51

Herzberg, Carsten  58

Roner, Miriam  54

Balder, Uwe  36

Hirsch, Philipp-Alexander  46

Bälz, Moritz  59

Hölkeskamp, Karl-Joachim  8

Santangelo, Federico  11

Bantlin, Franziska  46

Hömig, Herbert  59

Sappa, Viviana  52

Bauer, Joachim  39

Scheller,Jörg  23

Beiderbeck, Friedrich  45

Immerfall, Stefan  57

Schläwe, Elisabeth  17

Bellingradt, Daniel  20

Isenmann, Mechthild  33

Schock, Flemming  19

Beltrão da Rosa, Claudia 11

Schoeler, Gregor  56

Bihrer, Andreas  16

Jerratsch, Anna  38

Schwarzer, Valeria  48

Blanchet, Thomas  58

Jesner, Sabine  31

Schwemer, Daniel  58

Böning, Holger  20

Jestaedt, Matthias  47

Seebacher, Christian  14

Borscheid, Peter  21

Seelentag, Gunnar  9

Braune, Andreas  26

Kaiser, Christian  41

Söderfeldt, Ylva  42

Brimioulle, Patrick  5

Kammerhofer, Jörg  47

Spehr, Christopher  39

Buongiorno, Pierangelo  12

Kirchmair, Lando  48

Stöber, Rudolf  20

Klär, Timo  10 Tenberg, Ralf  51, 52

Cadore, Rodrigo  46

Klein, Beate  13

Cafaro, Alberto  7

Klein, Christa-Irene  37

Chickering, Roger  29

Kleine, Uta  16

Ubbens, Wilbert  20

Christ, Verena  40

Klostermann, Sabine  46

Uekötter, Frank  25

Czock, Miriam  16

Kluge, Arnd  34 Kraack, Detlev  31

Dan, Anca  15

Vielberg, Meinolf  12 Vogel-Walter, Bettina  57

Daubner, Frank  15

Lindl, Alfred  4

Dreyer, Michael  26

Li, Wenchao  45

Wahl, Markus  43

Löffler, Katrin  19

Waldhoff, Stephan  45

Engelskircher, Kathrin  55

Wallenfels, Laura  46 Meister, Jan Bernhard  9

Faber, Eike  10

Meister, Klaus  3

Förg, Manuel  41

Memminger, Josef  30

Forschner, Benedikt  13

Merziger, Patrick  20

Fremdling, Rainer  35

Müller, Anna-Lisa  49

Freudenberg, David  46 Freyburger-Galland, Marie-Laure  15

Nicolás, Juan Antonio  44

Fritsche, Ruwen  46 Führer, Daniel  27

Özertural, Zekine  56

Gadebusch Bondio, Mariacarla  41

Paasch, Kathrin  18

Gausemeier, Bernd  40

Palone, Marco  2

Gehrt, Daniel  18

Piepenbrink, Karen  6

Gerber, Stefan  39

Pittich, Daniel  51

Gisbertz, Philipp  46

Poscher, Ralf  47

Glaser, Thomas  53

Pugliese, R. Rossella  57

Grabe, Nina  42

Zinn, Bernd  50


Bestellinformationen

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Rubrik

alter t umswissenschaf ten

Frühjahr 2020

geschichte philosophie berufspädagogik

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geogr aphie

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musik wissenschaf t

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Neuerscheinungen Frühjahr 2020  

In der Frühjahrsvorschau 2020 entdecken Sie wieder mehr als 60 Neuerscheinungen – von den Altertums- und Geschichtswissenschaften bis hin zu...

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