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Alterszentrum Breite • Schaffhausen

12. Ausgabe Juli 2013

Huuszytig Eine Zeitung für Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige, Angestellte und Interessierte

In dieser Ausgabe: Stimme der Heimleitung Seite 2 Veränderungen Haus Steig Seite 3 Porträt Bewohner Seite 4 Porträt Personal Seite 5 Mutationen Bewohner Seite 6 Mutationen Personal Personalanlass Seite 7 Porträt Bewohnerin Seite 8 Porträt Personal Seite 9 Bewohner haben das Wort Seite 10 Bereich Rätsel Seite 11 Veranstaltungen Seite 12


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S T I M M E D E R H E I M L E I T U N G

12. Ausgabe

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Neue Huuszytig Die 12. Ausgabe der Huuszytig ist irgendwie fast wieder eine erste Ausgabe. Eine erste Ausgabe insofern, als wir das Konzept umstellen und neue Leute im Redaktionsteam sind. Vermehrt möchten wir die Huuszytig als internes Informationsmittel nutzen und die Gestaltung der Artikel unter dieses Credo stellen. Wir werden also keine allgemeinen Themen mehr beschreiben, und auch Reiseberichte oder Ähnliches müssen einen direkten Bezug zu unserem Heimalltag haben. Nebst den Neuigkeiten vom Alterszentrum wird sich die Redaktion den Leuten in unseren Häusern annehmen und Bewohner/innen und Mitarbeitende porträtieren.

Neue Verantwortliche für die Huuszytig Die letzten Jahre war Anita Gasser Redaktionsverantwortliche für unsere Huuszytig. Mit ihrem Wechsel in das Altersheim am Kirchhofplatz mussten wir diese Charge neu besetzen. Erstmals wird nun für diese Ausgabe Agnes Weber als Verantwortliche zeichnen. Dabei kann sie sich auf das altbewährte Redaktionsteam verlassen (siehe Impressum am Schluss dieser Seite). Frau Weber war bis Ende 2012 als Pflegedienstleiterin im Haus Steig im Einsatz, neu hat sie als Assistentin der Heimleitung diverse andere Aufgaben übernommen, so auch die Huuszytig und die freiwilligen Helfer/innen womit das Stichwort gegeben wäre:

Neues Mitglied im Redaktionsteam Ab dieser Zeitungsausgabe wird unser aus Mitarbeitenden zusammengesetztes Redaktionsteam durch einen freiwilligen Helfer unterstützt.

Wir begrüssen herzlich bei uns: Herrn Paul Müller Herr Müller ist wohnhaft in Stetten, verheiratet, Vater von vier Kindern und mehrfacher stolzer Grossvater. Er war "Bänker" der alten Garde, mit Leib und Seele, und ist unterdessen pensioniert. Dass er einen Teil seiner Freizeit in Freiwilligenarbeit investiert, schätzen wir sehr und sind ihm dankbar dafür. Wenn er nicht gerade für unsere Huuszytig arbeitet, dann pflegt er noch andere Hobbys: - er ist leidenschaftlicher Weidlingkapitän (mit eigener Muskelkraft) - als Fahrer beim Rotkreuz Fahrdienst engagiert er sich im Sozialbereich - der Weinliebhaber Paul Müller weiss, was gut im Keller und auf dem Tisch ist.

Und nun "gut Start" Der neuen Auflage unserer Huuszytig wünsche ich einen guten Start, Ihnen allen viel Vergnügen beim Lesen und dem Redaktionsteam danke ich für die vielen Stunden, welche sie für diese Zeitung geleistet haben. Peter Weber, Gesamtleiter

Impressum Das Redaktionsteam: Agnes Weber, Paul Müller, Heinz Kornmayer, Erna Lipp, Tina Wenzel, Benjamin Schwarz, Sibylle Beerli E-Mail: agnes.weber@stsh.ch Diese Ausgabe wurde gedruckt bei: Copy + Print AG, SH


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12. Ausgabe

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Alles Neu macht der Mai Wie in der Natur wurde im Monat Mai im und ums Altersheim Steig einiges renoviert, erneuert oder verschönert. Am 2. Mai, am Abend, verwandelte sich ein harmloser Regen in einen starken Gewittersturm. Das Wasser, und damit auch Schlamm und Dreck, floss über Wiesen, Felder und auch in Häuser. Ein solcher Bach floss auch in das Untergeschoss des Hauses Steig. Die Werkstatt und das Wohnzimmer der ehemaligen Verwalterwohnung im UG standen unter Wasser. Mitarbeiter der Pflege stürzten sich in die Fluten und versuchten, ihnen Herr zu werden. Dabei war nicht nur die Menge des Wassers eine Herausforderung, sondern auch die Temperatur, hatte es doch auch Hagelkörner dazwischen. Später wurde dann der Schaden mit einem Versicherungsvertreter begutachtet. Der Parkettboden hatte sich gelöst und musste ersetzt werden. Während der Renovationsphase musste das Gedächtnistraining in einem anderen Raum veranstaltet werden. Die Spazierwege im Garten des Hauses Steig waren bis vor kurzem ohne feinen OberflächenBelag. Diese Sandwege wurden nach einem Regenschauer sehr schwer begehbar für Rollstuhlfahrer und ihre Begleiter. Auch mit dem Rollator bekundeten viele Bewohner Mühe, die Wege zu begehen, der Sand klebte jeweils an den Rädern fest. Ende Mai bis Anfang Juni wurde von fleissigen Männern der Strassenbaufirma Stra-

bus ein Feinbelag aufgebracht. Nun können unsere Bewohner jederzeit und bei jedem Wetter die Wege benützen, ohne alle Anstrengung. Die Fassade der Rückseite des Hauses Steig war bis vor kurzer Zeit mit einer dichten Efeuhecke bewachsen. Diese bot vielen Tieren Unterschlupf, für eine kurze Rast oder auch Gelegenheit für den Nestbau. Allerdings wurde die Fassade durch das Efeu stark in Mitleidenschaft gezogen. Darum wurde ein Gerüst aufgebaut und das Efeu entfernt. Nun konnte man den Schaden, den das Efeu angerichtet hatte, erst so recht sehen. Da das Efeu den Schatten sucht, ist es unter die Fenstersimse gewachsen und hat diese richtiggehend angehoben. Auch hat sich das Efeu so in den Verputz verkrallt, dass dieser zuerst mit einem Hochdruckreiniger gesäubert und die verbleibenden Wurzeln sogar weggebrannt werden mussten. Dann wurden die Fensterbänke repariert und die Fassade grundiert und neu gestrichen. Jetzt sieht die alte Fassade wieder wie neu aus. Nächsten Frühling wird die Stadtgärtnerei entscheiden, ob eventuell eine andere Schlingpflanze, die weniger schädlich ist für die Fassade, eingepflanzt wird.

Sibylle Beerli

V E R Ä N D E R U N G E N H A U S S T E I G


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12. Ausgabe

Bewohnerportrait von Ernst und Verena Hirsiger

Die Wege von Ernst und Verena Hirsiger kreuzten sich schon von Kindheit an immer wieder. Ernst Hirsiger wurde am 21. Dezember 1928 im Pantli bei grimmiger Kälte geboren. Seine Kindheit verbrachte er gemeinsam mit zwei Schwestern und einem Bruder. Die 8 Jahre Schulzeit besuchte er in Stetten. Seine Jugendjahre waren durch den harten Krieg geprägt. Sein Vater arbeitete in der GF, die damals als der wohl grösste Arbeitgeber galt. Er machte eine Lehre als Maler und arbeitete zusätzlich in der Spritzwerkstatt. Als Radfahrer absolvierte er die RS und arbeitete danach als Maler und später bis zur Pensionierung im Elektrizitätswerk in Schaffhausen. Verena Hirsiger erblickte das Licht der Welt am 4. Januar 1931 im Marienstift in Schaffhausen. Ihre Schwester und sie durften trotz Krieg eine glückliche Kindheit verbringen. Die Schule besuchte sie im Steig, in Stetten und im Bachschulhaus. Danach ging sie für vier Jahre ins Welschland und arbeitete danach als Bürogehilfin in der GF im Ebnat. Am 1. Oktober 1954 heirateten sie und in den Jahren 1957 und 1958 wurden ihre Kinder Erich und Ruth geboren. Die Familie fand eine Wohnung im Bocksriet, wo Ernst schon bald als Allrounder überall gefragt war. Auch Verena war nebst der Familie immer teilweise erwerbstätig. So machte sie 35 Jahre lang den Fahrtendienst fürs Rote

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Kreuz SH, arbeitete in der CilagTüchlifabrik und später während 22 Jahren im Kantonsspital SH in der Gynäkologie und im Gebärsaal als Hilfe. Die Natur war für Beide schon immer sehr wichtig. Es zog sie 19 Jahre lang immer wieder ins Toggenburg, auf die Wolzenalp, wo sie ein 300 Jahre altes Bauernhaus gemietet hatten, ohne fliessend Wasser, mit Holz heizen, es gab immer etwas zu tun, für beide ein Traum. In Ihrer Freizeit waren sie gemeinsam am Wandern, Skifahren, Langlaufen, der Garten und die Blumen wurden gehegt und gepflegt. Das Wümmen in den eigenen Reben war jedes Jahr wieder eine willkommene, wenn auch harte Arbeit, umso mehr genossen sie den hauseigenen „Bocksrieter Huswii“. Erlebnisse für die ganze Familie…. In den Jahren 1990 bis 2003 waren sie immer mal wieder zu Besuch bei ihrer Tochter in Alaska. Vor allem für Ernst unvergessliche Ferien. Ferien? Für Ernst war klar, herumsitzen sind keine Ferien, Beschäftigung musste auch hier her… Hausbau, fischen (wobei er mal einem Grizzli begegnete, diesem allerdings den frisch gefangenen Fisch nicht überliess), Schneemobilfahrten, Schlittenfahrten mit den Huskies… Seit Februar 2012 leben Ernst und Verena Hirsiger nun im Altersheim Steig. Ernst ist nach wie vor jeden Tag unterwegs, den Wald und die Natur, hierhin zieht es ihn immer wieder, egal bei welchem Wetter. Er besucht regelmässig das Gedächtnistraining und ist immer für einen Schwatz zu haben. Auch Verena macht Spaziergänge in der näheren Umgebung und ist danach in der Cafeteria bei einem Kaffee anzutreffen. Wir wünschen Beiden noch einige schöne, interessante Lebensjahre im Altersheim Steig.

Interviewt und zusammengestellt von Tochter Ruth Hirsiger und Erna Lipp


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12. Ausgabe

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Porträt von Rolf Hallauer wir dort als Rindertreiber (Cowboys) und halfen mit beim Bauen von Wasserleitungen. Kurz zurück in der Schweiz heirateten wir, und gleich darauf sind wir ausgewandert nach Frankreich, das war im Dezember 2010. Dort im Burgund (ca. 270 km von Basel entfernt) haben wir eine kleine Farm gekauft, diese liegt ziemlich abgelegen und wenn wir nicht einkaufen müssten, sähen wir nicht viele Menschen. Wir verwalten 8 Pferde, haben drei Hunde, 6 Katzen, 1 Pony, 2 Schafe, 100 Goldfische und ein paar Hühner. Auf den 11 ha Weideland, welches zu unserem Hof gehört, machen wir Heu für den Winter. Unserer kleinen Tochter Rachelle gefällt es sehr gut auf dem Hof.

Im Jahre 1977 kam ich in Schaffhausen als Zwilling auf die Welt. Aufgewachsen bin ich in Wilchingen, wo ich mit 16 Jahren die Lehre als Forstwart begann. Mehrere Jahre arbeitete ich später dann im Randengebiet von Merishausen und im Geissbergwald rund um das Kantonsspital SH, zusammen waren das ca. 400 ha Waldfläche zu bewirtschaften. Als ich 26 Jahre alt war, ging ich in den Kanton Zürich und lernte in Winterthur Krankenpfleger. Nach dieser Ausbildung spezialisierte ich mich in Richtung Sozialpädagogik und arbeitete drei Jahre lang unter drogenabhängigen Menschen. Dies war eine einschneidende Zeit in meinem Leben, da diese jungen, mir anvertrauten Leute sich immer wieder an der Schwelle des Todes befanden. Nach dieser Tätigkeit absolvierte ich die Polizeischule der Kantonspolizei Zürich. Das jahrzehntelange Arbeiten unter Menschen machte mich jedoch müde, ich musste mich und mein Leben neu orientieren. So lernte ich mit 32 Jahren reiten. Mit meiner Reitlehrerin ging ich dann in die Steppe nach Paraguay, und zusammen in der schier unendlichen Einöde arbeiteten

In Frankreich arbeitete ich zuerst in einer Hühnerfabrik, wo wir pro Tag 60'000 Poulets "herstellten". Nach diesem Job in der Fabrik ging ich für ein Jahr in die Nähe von La Chaux-de-Fonds arbeiten. Meine Aufgabe bestand dort in der Betreuung und Pflege von Menschen mit einer Behinderung, hauptsächlich Autismus und Down Syndrom. Danach war ich wieder in Frankreich als Holzfäller tätig. Doch die Arbeitssituation in Frankreich wurde für mich und meine Familie zunehmend schwieriger. So ist es ein ganz grosses Glück und ich bin dankbar, dass ich in der Steig als Teilzeit-Nachtwache arbeiten darf seit dem 1. März 2013. Rolf Hallauer

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Wir heissen im Haus Wiesli ganz herzlich willkommen: Herr Ernst Wipf Frau Hanny Weibel Herr Josef Giger Herr Felix Liechti (Feriengast) Herr Hans Breu

Wir heissen im Haus Steig ganz herzlich willkommen: Frau Nelly Elisabeth Brütsch Tages- und Nachtaufenthalt Frau Klara Leu-Appius Herr Hans-Rudolf Brünisholz Frau Elvira Rosa Krucker Frau Maria Brucato Frau Giuseppa Brucato

Gratulationen: Wir gratulieren ganz herzlich zum 102ten Geburtstag Frau Emma Antalne Ritzl-Flamich, geboren am 13.05.1911 100sten Geburtstag Frau Maria Volpon, geboren am 23.05.1913 90sten Geburtstag, Frau Martha Hanhart, geboren am 06.05.1923 90sten Geburtstag, Frau Martha Walter, geboren am 24.05.1923 90sten Geburtstag Frau Charlotte Mutti, geboren am 25.05.1923

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Austritte nach Aufenthalt: Frau Hedi Rosenast (Feriengast) Herr Felix Liechti (Feriengast) Herr Roger Kaiser (Haus Steig)

Wir trauern um: Herrn Johan Brändli, 89 Jahre (Steig), verstorben am 25.03.2013 Herr Albert Kuhn, 91 Jahre (Wiesli), verstorben am 01.04.2013 Herr Erich Leimgruber, 81 Jahre (Wiesli), verstorben am 05.04.2013 Herr Vitkor Fetsch, 87 Jahre (Wiesli), verstorben am 07.04.2013 Frau Ida Bochsler, 89 Jahre (Steig), verstorben am 16.4.2013 Frau Alice Hofer, 96 Jahre (Wiesli), verstorben am 17.04.2013 Frau Maria Hysek, 92 Jahre (Wiesli), verstorben am 29.04.2013 Herr Franz Widmann, 81 Jahre (Wiesli), verstorben am 02.05.2013 Herr Josef Kistler, 87 Jahre (Steig), verstorben am 04.05.2013 Herr Rudolf Bart, 83 Jahre (Wiesli), verstorben am 02.06.2013 Frau Jitka Masek, 86 Jahre (Wiesli), verstorben am 03.06.2013 Herr Giovanni Scarpozza, 89 Jahre (Steig), verstorben am 04.06.2013 Frau Elsa Haltmeier, 89 Jahre (Steig), verstorben am 04.06.2013 Frau Ursula Caluori, 89 Jahre (Wiesli), verstorben am 13.06.2013

90sten Geburtstag Frau Marta Walter-Hänseler, geboren am 24.07.1923 85sten Geburtstag Herr Arnold Güntert, geboren am 27.05.1928 80sten Geburtstag Frau Renata Brühwiler, geboren am 13.07.1933

Es sind die Lebenden, die den Toten die Augen schliessen. Es sind die Toten, die den Lebenden die Augen öffnen. Slawisches Sprichwort


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Wir heissen in unserem Team herzlich willkommen: Frau Samira Germann Fachfrau Hauswirtschaft (13. Mai 2013)

Wir verabschieden mit einem herzlichen Dank: Frau Margrit Leu-Wildy Fachfrau Pflege (31. Mai 2013)

Frau Cornelia Zimmermann Mitarbeiterin in der Administration (1. Juni 2013)

Der ausgetretenen Frau Margrit Leu sowie unseren drei neuen Arbeitskräften Frau Samira Germann, Frau Cornelia Zimmermann und Herrn Alfred Schorer wünschen wir persönlich alles Gute und bei der Ausführung ihrer Pflichten viel Freude.

Herr Alfred Schorer Mitarbeiter Technischer Dienst (1. Juli 2013)

Personalanlass

Jetzt got's dä los

Erst mal es Cafi

… es Gipfeli

… und es Schwätzli

Noch 1mal geniessen

So geht es zu bei der Feuerwehr

Einmal in einem Feuerwehrauto sitzen

… ein feines Zmittag in netter Gesellschaft

M U T A T I O N E N / P E R S O N A L A N L A S S


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Bewohnerportrait von Frau Hanny Weibel

In diesem Porträt schreibe ich über eine Bewohnerin, die am 2. Mai 2013 ins Haus Wiesli eingezogen ist. Es handelt sich hierbei um Frau Hanny Weibel. Sie wurde in Neunkirch am 18. Januar 1928 geboren. Dort besuchte sie sehr erfolgreich die Schule. Frau Weibel war so freundlich, mir ihre Zeugnisse zu zeigen und ich muss sagen, ich war sehr erstaunt. Sie war sozusagen eine Musterschülerin. Nur Fünfer und Sechser in allen Fächern. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sie etwas wehmütig zurück schaut. Sie musste nämlich die Realschule nach 2 Jahren verlassen, dies forderte ihr Vater. Er sagte: "Es wird Zeit für dich zu arbeiten." Daraufhin fing Frau Weibel etwas widerwillig eine Lehre als Verkäuferin im Lebensmittelbereich an. Sie musste dies tun, um die Familie finanziell zu unterstützen. Da sie sich aber dort unterfordert fühlte, suchte sie sich direkt nach der Lehre einen anderen Arbeitsplatz. Sie wurde fündig in der Bauverwaltung in Neuhausen. Als sie diese Stelle antrat, absolvierte sie gleichzeitig einen Schreibmaschinenkurs, um den dort gestellten Aufgaben gerecht zu werden. Doch auch hier fand sie ihr Glück

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nicht. Erst fünf Jahre später trat sie ihre Traumstelle an. Bei der Staatskanzlei Schaffhausen. Dort arbeitete sie 32 Jahre lang bis zu ihrer Pensionierung. Die abwechslungsreiche Arbeit und die verschiedenen Entscheidungen, die dort getroffen wurden, imponierten Frau Weibel sehr. Ich musste mich selbst erst einmal fragen, was die Aufgaben einer Staatskanzlei sind, und bin auf folgende Antwort gestossen: Die Staatskanzlei sorgt für die Organisation und Koordination der Entscheidungsprozesse, bewältigt rasch wechselnde Herausforderungen und unterstützt den Regierungsrat bei der Aufgaben- und Finanzplanung sowie andern strategischen Weichenstellungen. Die Staatskanzlei verantwortet die Durchführung von Wahlen und Volksabstimmungen und ist für die Regierungskommunikation und den Aussenauftritt des Kantons zuständig. Aber es gab natürlich nicht nur Arbeit in Frau Weibels Leben, obwohl sie dort ihre Bestimmung gefunden hatte. Nein, sie war auch viel auf Reisen. Unter anderem z.B. in Spanien, Italien und Griechenland. Sie interessierte sich sehr für fremde Kulturen und nahm während ihrer Reisen an vielen Führungen teil, um so viel wie möglich über diese zu lernen. Eine andere Leidenschaft von ihr ist es zu lesen, besonders Biographien. Es fasziniert sie, wie verschiedenste Menschen ihren Weg durch das Leben bestritten und so manche Hürde bewältigten. Frau Weibel schaut sehr kritisch auf ihr Leben zurück und fragt sich, ob ihre Entscheidungen richtig waren. Von meiner Seite aus würde ich sagen, einen erfüllenden Arbeitsplatz zu haben, den man mit voller Freude antritt, und sich in der Freizeit seinen Interessen widmet und andere Länder bereist, ist ein sehr erstrebenswerter Lebensweg. Interviewt und zusammengestellt von Rahel Schwaninger


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Porträt von Marisa Cervini brachte ich wieder ein Jahr in der Pflege, bevor ich eine 2. Ausbildung als Gymnastik- und Bewegungspädagogin machte. Ich durfte an einer Musikschule Tanzunterricht für Kinder geben und in einem Fitnessstudio in verschiedenen Bereichen arbeiten. Doch zog es mich wieder zurück in die Pflege. Das Leben bietet so viel und ich habe manchmal das Gefühl, ich bräuchte 10 Leben, um alles zu entdecken.

Ich (Marisa Cervini) bin nun schon bald 30 Jahre auf dieser Welt. Schon seit ich klein bin, begleitet mich das Reisen. Da ich mit meiner Familie 11 mal umgezogen bin, bis ich 16 Jahre alt war. Doch nicht nur das Umziehen, sondern auch das Reisen in andere Länder gefielen mir sehr. Norwegen, Schweden, Finnland, Italien, Frankreich, Spanien, Irland. Mich faszinierten die Natur und die anderen Sprachen. Mein unersättlicher Entdeckungsgeist freute sich, so viel sehen, spüren, riechen und erleben zu dürfen. So ist es eines der grössten Geschenke, gesund zu sein und intakte Sinne zu haben. Denn durch die darf ich alles so intensiv erleben. Auch in meiner beruflichen Karriere habe ich Verschiedenes angeschaut und erlebt. Es begann mit Einblicke als Velomechanikerin, Motoradmechanikerin und in der Pflege. Nach der 3-jährigen Ausbildung zur Dipl. Pflegefachfrau sammelte ich ein Jahr lang Erfahrung. Danach ging ich für ein halbes Jahr ins Tessin an die Dimitrischule. Ich lernte Italienisch und viel über die Bewegungen. Anschliessend ver-

Nun arbeite ich schon länger als Nachtwache, seit dem 1. Februar 2013 im Altersheim Wiesli. Mir gefällt es, die Menschen in ihrer Situation zu begleiten, dort zu unterstützen, wo sie Hilfe brauchen. Ihnen mit Aufmerksamkeit und Achtsamkeit zu begegnen. Jeder Mensch für sich trägt so viel Erlebtes mit, das eben so spannend ist! Ich freue mich, dass ich hier in der Stadt Schaffhausen einen so tollen Arbeitsplatz gefunden habe. Ich bin mich jeden Tag neu am Einleben. Bisher habe ich viele freudige Erfahrungen gemacht mit Begegnungen von Bewohnern und Mitarbeitern. Es kommt mir vor, als sei ich nach all dem vielen Reisen nun doch etwas angekommen! Doch wer weiss, was kommen wird!? Ich habe gelernt: das einzige, worauf ich mich verlassen kann, ist die Veränderung! Das zu wissen, entspannt mich sehr. Und so weiss ich, ob schöne oder schwierige Zeiten, sie gehen vorbei. Also geniesse ich sie so sehr, wie ich es kann, denn wer weiss, wann sie wieder kommen. Wer ich also bin!? Ein Mensch, der gerne lebt und entdeckt, doch ich glaube auch, dass jeder eine andere Begegnung mit mir hat.

Marisa Cervini

P O R T R Ä T P E R S O N A L


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B E W O H N E R H A B E N

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Lebenskünstler Was ist Leben? Unser Leben? Unser Leben ist die Summe dessen, was wir erleben. Es wird aber auch bestimmt durch das, was auf uns zukommt, also was wir erleiden. Es bewegt sich zwischen Wohlgefühl und Schmerz und formt mit der wachsenden Erfahrung unsere ganz persönliche eigenständige Lebensqualität – sie ist für jede und jeden von uns einmalig und unverwechselbar. Diejenigen, welche die Gabe haben, im Ablauf der Zeit in Natur und Umwelt das Positive und Aufbauende wahrzunehmen und sich zu eigen zu machen, nennen wir Lebenskünstler.

D A S W O R T

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Im Alter, wenn wir von beruflichen Zwängen befreit sind, haben wir die Chance, in diesem Sinne unser Leben neu zu gestalten. Dabei ist es hilfreich, wenn wir versuchen, bewusst ein einfaches kindliches Gemüt zu erlangen, getragen vom Staunen und mit Zuversicht für ein glückhaftes Sein. Denn wer nicht wird wie die Kinder …………………….

Dazu gehört nicht nur eine passive optimistische Wahrnehmung des alltäglichen Geschehens und Erleidens. Sondern aus dieser Grundhaltung gestaltet der Lebenskünstler aktiv seinen Weg durch den Alltag im Sinne des von ihm als wünschbar Erkanntem - und das ist Lebenskunst. Er wird also in seinem Sinne zum Lebenskünstler. Hohe Kunst ist es, wenn er sogar negative Lebensumstände zu ihm gemäss positiver Selbstverwirklichung umzuwandeln im Stande ist.

Werner Frey Wiesli, 20. Januar 2013


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Verwandlungsrätsel

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Zweideutige Bilder

B E R E I C H

Jeder Begriff unterscheidet sich vom vorherigen in einem Buchstaben. 4

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Der Blick auf das Fenster zeigt folgendes: Links am Fenster ist ein Vorhang. Rechts auf der Fensterbank sitzt eine Katze. Über der Katze ist ein Regal zu sehen (mit einer schrägen Stütze). Auf dem Regal steht eine Flasche, ein Becher und ein Blumentopf. In der Mitte des Raumes steht ein Weinglas auf dem Tisch. Direkt unter dem Fenster ist eine Leine, an der ein paar Wäschestücke hängen. Das ist alles. Eine Person ist nicht zu sehen. Die helle Fläche in der Bildmitte ist nur die Wand.

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1. Krieger im Mittelalter 2. Teil eines Käfigs 3. Zupfinstrument 4. nicht süss 5. ersuchen, höflich fragen 6. kleben, leimen 7. Arbeitsmantel 8. Durchschnittswert 9. Heilpflanze 10. den Stall reinigen 11. engl. Anrede: Herr 12. Wohnungspächter 13. Korsett 14. abermals, erneut 15. abwärts, hinunter 16. brav, ehrenwert

Hier weitere Beispiele: Junge und alte Frau

Woran denkt dieser Herr

Lösungswort 1

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Lösung: 1. R I T T ER 2. G I T T ER 3. Z I T T E R 4. B I T T E R 5. B I T T E N 6. K I T T E N 7. K I T T E L 8. M I T T E L 9. M I S T E L 10. M I S T E N 11. M I S T ER 12. M I E T E R 13. M I E D E R 14. W I E D E R 15. N I E D E R 16. B I E D E R

Frau vor Spiegel

Landschaft & Gesicht

R Ä T S E L


Impressionen zum Brunch vom 2. Juni 2013 im Wiesli

Na dann Prost

En Guete

Uuhh, fein gälled

Singen macht Freude

Geniessen ist angesagt

Bewohnerausflug auf den Randen vom 5. und 13. Juni 2013

Verladeübung

Gute Reise

Blick voraus

En Guete allersiits

Was kommt wohl?

Mobilität

847 Meter über Meer

Ein tolles Quartett

Ohne Bus läuft gar nichts!

Auch der Service „wirbelt“

„Jung“ und „Alt“

Diskussionen

Gute Laune!

Genuss pur

Herrliche Weitsicht


Huuszytig Ausgabe 12  

Hauszeitung des Alterszentrum Breite, Schaffhausen

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