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magazin der studentInnenschaft der universität bern

Die Lehre und das fehlende Geld 4 Gentech an der Uni? 10-11 Studis müssen Finanzloch stopfen 16-17 Forschung unter der Lupe – die neue Rubrik

september 2011

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Liebe Leserin, lieber Leser Auf meinem Schreibtisch steht ein Bild. Nicht das meines Mannes oder meiner Kinder (so weit bin ich noch nicht). Nein, eines aus der Zeitung. Es zeigt den Flughafen von Conakry in Guinea. Alle zwei Meter sitzt jemand lesend, mitten in der Nacht. Die Erklärung dazu? Die Studierenden haben zu Hause keinen Strom. Die Strassenlampen am Flughafen dienen ihnen als Leselampe. Es steht auf meinem Schreibtisch, weil es mich motiviert. Denn diese jungen Leute haben noch echte Neugier in sich. Sie wollen etwas über die Welt erfahren. Während wir verwöhnten Schweizer Studis um diese Zeit ein Bierchen nehmen und über Prüfungsstress klagen. Dieser Wissensdrang ist auch in der Forschung gefragt. Und Forschung ist das Heftthema dieser Ausgabe. Dabei geht Franziska Zihlmann der Frage nach, wie Forschung und Lehre zueinander stehen. Flurin Jecker fühlt der umstrittenen Genforschung auf den Zahn und in unserer neuen Rubrik «Unter der Lupe» stellen wir euch in Zukunft jedes Mal ein Forschungsprojekt der Uni Bern vor. Semesterstart heisst immer auch Portemonnaie zücken. 655 Franken Studiengebühren schütteln wir halbjährlich aus dem Sack. Kein leichter Batzen. Jetzt will der Regierungsrat des Kantons Bern sogar noch eine Erhöhung um 150 Stutz pro Semester. Und dies einfach, weil der Kanton sparen muss. Die Studierenden – bekanntlich nicht gerade die finanzkräftigste Schicht – sollen also das Finanzloch des Kantons stopfen. Nicht mit uns! Die SUB wehrt sich und lanciert unter anderem eine Petition, die auch du auf der SUB-Homepage unterschreiben kannst. Wer nicht neugierig ist, erfährt nichts. Viel Spass bei der Lektüre. Jacqueline Lipp unikum-Koordinatorin PS: Unser Team erhält Nachwuchs: Damaris Burri, David Streit und Stéphanie Winkler gehören neu zur unikumFamilie. Im Gegenzug wird uns Franziska Zihlmann nach dieser Ausgabe verlassen. Alles Gute Ziska!

Wir sind die zukünftigen Forscherinnen und Forscher.

Eine Suche nach Antworten auf die schlechten Lehr- und Lernbedingungen

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Aus der Vorlesung, Impressum 18

Sparen ... und dann?

Wohin treibt die Bildungspolitik in Zeiten des Sparens? Ein Ausblick

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Für Bauch und Kopf.

Ist Musik eine Wissenschaft oder eine Kunst? Oder beides? 9

Über Kondome, Waschmaschinen und Schokolade. Die Umfrage über Erfindungen, welche die Welt verändert haben

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Das unikum im Wandel

Gleich vier neue kreative Köpfe bereichern das unikum-Team. Eine Vorstellungsrunde

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«Einer Pferdezüchterin sagt niemand, sie sei ein ethischer Narr» Gentechnik an unserer Uni? Das Interview

aussicht 20

Zürcher Studierende dürfen jubeln

unisphäre

Zürcher Studis erhalten eine zeitgemässe Studi-Vertretung 22

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Pinnwand

Finde heraus, wer die SUB ist und warum du sie kennen solltest

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SUB kurz erklärt

Reinziehn

Unsere Buch-, Film- und CD-Tipps

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Ein bunter Strauss an Aufgaben

Timo Krebs ist neu im SUB-Vorstand. Ein Porträt

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Apropos ...

einfacher Mehrzeller

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Die Fünf

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Ich warte. Und zwar im neuen Café in der Lorraine

Wir erklären die Hintergründe dazu

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unibox

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Veränderungen in der Chefetage Die neue Unileitung kurz vorgestellt KulturpartnerInnen 800 Franken Studiengebühren?

Auch am 14. Oktober schickt euch die unibox wieder spannende Beiträge zur Uni über den Äther. Deshalb um 17 Uhr Radio Rabe (95,6 MhZ) einschalten und reinhören. Oder auf www. rabe.ch unter Webradio nachhören.

Ausflug in die Welt der sinnlosen Forschung – der Ignobelpreis

Entdecken

Rätsel Unter der Lupe

Weltraumschrott-Forschung an der Uni Bern titelbild: stéphanie winkler unikum 152

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wir sind die zukünftigen forscherinnen und forscher Immer mehr Studierende drängen sich in Seminare. Immer seltener kommen sie befriedigt wieder hinaus. Warum ist das so? Eine Suche nach Antworten. franziska zihlmann Ein mittlerweile emeritierter Professor wandte sich in einer seiner letzten Vorlesungen mahnend an uns Studierende und endete mit den Worten: «Sie sind die zukünftigen Forscherinnen und Forscher». Ja, das sind wir oder sollten wir zumindest sein. Studieren wir doch an einer Universität, deren Ziel es ist, schöpferisch und kritisch denkende, verantwortungsvolle Menschen heranzubilden und den potentiellen Nachwuchs zu fördern. Doch wie soll dies möglich sein, wenn die Lehr- und Lernbedingungen immer schlechter werden? Wenn Publikationen in Journalen, ein neuer Sammelband, Rankings wichtiger werden als ein bereicherndes Seminar, wie es Humboldt in seinem klassischen Universitätsmodell vorschwebte? Wenn wir immer mehr werden und das Betreuungsverhältnis bereits über 1:41 angestiegen ist? Wenn die Lehrausgaben des Kantons immer kleiner werden und immer mehr Drittmittel eingebracht werden müssen?

Auf eine Professur kommen derzeit 41 Studis

Tatsache ist, dass in den vergangenen Jahren die Studierendenzahl rasant angestiegen ist und auch weiterhin ansteigen wird. Ab dem kommenden Semester soll laut dem Szenario des Bundesamts für Statistik die Zahl der Studierenden um weitere drei Prozent wachsen, was sich bis 2014 nicht ändern soll. Laut der Bolognaumfrage der SUB waren die Studierenden bereits 2010 unzufrieden mit der Studierendenbetreuung und der Überbelegung von Kursen. So mussten beispielsweise Psychologie-Studis andere Kurse besuchen, da die favorisierten Kurse bereits ausgebucht waren, oder Germanistik- und Jus-Studis warteten vergebens auf ein Feedback zur verfassten Hausarbeit. Diese Ereignisse überraschen nicht, zumal an der Universität Bern derzeit auf eine Professur 41 Studis kommen. Der neue Vizerektor «Lehre», Bruno Moretti, erkennt dieses Problem, betont jedoch, dass ohne zusätzliche Gelder nur begrenzt Möglichkeiten blieben, das Betreuungsverhältnis zu verbessern: «Man kann versuchen, beispielsweise mehr Assistenz-, Hilfsassistenz- und Tutoratsstellen zu schaffen, die Seminare in kleineren Gruppen ermöglichen.» 4

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illustration: stéphanie winkler

Doch die neusten Ergebnisse des Bundesamts für Statistik zeigen andere Tendenzen. Schweizweit nimmt die Lehre einen viel kleineren Stellenwert als die Forschung ein. An der Universität Bern wird zudem der Fokus im Vergleich zu anderen Schweizer Universitäten noch stärker auf die Forschung gelegt. Für den Vizerektor «Forschung», Christian Leumann, zeigen diese Zahlen, dass die Universität Bern im Quervergleich relativ gut im Drittmittel–Anwerben ist. Denn nur gerade 37 Prozent des universitären Budgets werden vom Kanton übernommen. «Der Rest muss streng genommen von Drittmitteln kommen und diese erhält man in der Regel für die Forschung und nicht für die Lehre», erklärt der neue Vizerektor Leumann. Doch für Leumann muss dies nicht bedeuten, dass nur in die Forschung investiert wird: «Gerade durch diese Investitionen können mehr Stellen für Doktorierende und Assistierende geschaffen werden, die wiederum der Lehre zu Gute kommen.» Denn die Lehre wird zunehmend über das Forschungsbudget quersubventioniert, während die Lehrausgaben, die eigentlich vom Kanton kommen müssten, immer kleiner werden.

«Die einseitige Fixierung auf den Drittmittelerwerb gefährdet die Freiheit von Forschung und Lehre» Ernest W. B. Hess-Lüttich, Professor für Germanistik an der Universität Bern, sieht in den Kürzungen des kantonalen Beitrags ein Problem. Einerseits gefährde die einseitige Fixierung auf den Drittmittelerwerb die Frei-


heit von Forschung und Lehre. Andererseits belaste die von Teilen der Univerwaltung aktiv betriebene <McKinseyierung> der Universität (Stichworte: Controlling, Qualitätsmanagement, PR-Marketing, Dr.-Titel-Output, Evaluationsfetischismus) die Hochschullehrer und -lehrerinnen mit immer mehr unsinnigen administrativen Pflichten. Seit der Abschaffung von Lehrstuhl-Sekretariaten seien Professorinnen und Professoren zu ungelernten Bürohilfskräften degradiert worden, für deren Arbeit sie zu gut bezahlt würden: «Das ist nicht nur eine Verschwendung öffentlicher Gelder, sondern beeinträchtigt unseren eigentlichen Lehr- und Forschungsauftrag erheblich.» Die Frage, ob er die beiden Teilbereiche Forschung und Lehre ebenfalls als konkurrierend erlebe, verneint der Germanist eindeutig. «Die Einheit von Forschung und Lehre ist ein hohes Gut, das ein wechselseitig befruchtendes Gespräch zwischen Lehrenden und Lernenden fördern kann.» Da, wo diese Einheit auseinandergerissen werde, fühle sich der Student als Schüler, der von der Studienordnung vorgegebene Hausaufgaben abarbeiten müsse, und die Professorin als Lehrerin, die ihr vorgeschriebenes Pensum zu erfüllen habe; «das widerspricht der Humboldt'schen Idee von der Universität diametral und ist für beide Seiten nachhaltig demotivierend.» Das Missverständnis, die Universität als Unternehmen zu definieren und sie ausschliesslich an ökonomischen Erfolgsbedingungen zu messen, verfehle den gesellschaftlichen Auftrag der Universität. Ihn selbst beträfen die Zumutungen der betriebswirtschaftlich kontrollierenden ‹Durchadministration› vielleicht weniger hart, weil er sie aufgrund seines lebenslangen Leistungsausweises mittlerweile zu ignorieren wagen könne. «Für die Jüngeren aber ist es ein ungeheuerer Druck, der die Forschung – und damit verbunden: die Lehre – massiv beeinflusst.» So würden bestimmte Publikationsarten ‹evaluationstechnisch> nicht mehr honoriert und der rein quantitative Output von Publikationen und Diplomierten würde plötzlich wichtiger als die tatsächliche Qualität der Lehre und Forschung. Nicht die Lehre habe sich verschlechtert, sondern deren Bedingungen, resümiert Hess-Lüttich: «Lehrende und Lernende teilen das Interesse: Wir in der Uni wollen weder zur verlängerten Werkbank einer Industrie verkommen, die ihre Forschungsinvestitionen (im Eigeninteresse) über die öffentliche Hand (qua Universität) erfolgreich vergemeinschaftet hat, noch in den Autismus eines sich selbst genügenden Administrativsystems regredieren, das sich mit korrekten Listenführungen und Notenbons vom Fliessband begnügt.»

«Diese Modelle nehmen der Lehre die Forschung weg und umgekehrt» Doch wie soll nun diesen steigenden Studierendenzahlen, der zunehmenden Belastung von Dozierenden und sinkenden Kantonsbeiträgen entgegengewirkt werden? Wie sollen die Lehr- und Lernbedingungen trotz widrigen Umständen wieder verbessert werden? Vielleicht mit einer klaren Trennung von Lehre und Forschung? «Auf gar keinen Fall», entgegnet der neue Vi-

zerektor Moretti dieser Idee. «Diese Modelle, wie wir sie unter anderem aus Frankreich kennen, nehmen der Lehre die Forschung weg und umgekehrt.» Der Professor für italienische Linguistik sieht zwar, dass durch Lehrprofessuren die Gestaltung der Lehrveranstaltungen besser werden könnte, befürchtet jedoch auch, dass ein wichtiger Austausch verloren geht, wenn Forschung von Leuten vermittelt wird, die nicht daran beteiligt sind. Für ihn sollte die Lehre und die Forschung idealerweise eine Einheit bilden: «Die Möglichkeit, die Forschung verständlich zu vermitteln, mit Studierenden zu diskutieren, bereichert die Lehre und bringt gleichzeitig auch die Forschung weiter.» Ihm ist jedoch auch bewusst, dass es sich dabei um einen Idealfall handelt. Trifft der Idealfall nicht ein, sieht Moretti zwei Lösungswege. Einerseits sollten Studierende den institutionellen Weg wählen und in Form von Evaluationen Rückmeldungen geben, andererseits sollten sie das persönliche Gespräch mit Dozierenden suchen. «Diese Form von Rückmeldung ist für uns Dozierende sehr bereichernd und hilft uns, die eigene Lehre zu verbessern.» Sollte jedoch auch ein persönliches Gespräch nichts an der Situation ändern, kann eine Intervention über die Fachschaft oder die Institutsleitung erfolgen. 

Beratungsstelle der Berner Hochschulen Beratung / Coaching

Studiengestaltung (Studienplanung, Studienfachwechsel und Fächerkombination, Alternativen zum Studium, Koordination von Studium und Erwerbsarbeit, Studium und Familie, Studienfinanzierung), Arbeits- und Lerntechniken und Bewältigung von Prüfungen, Laufbahnplanung und Berufseinstieg, Konflikte in persönlichen und studienbezogenen Beziehungen, Schwierigkeiten, Krisen und persönliche Entwicklung Mailberatung für Studierende zu Informationsfragen und bei persönlichen Anliegen unter www.beratungsstelle.bernerhochschulen.ch Unsere Angebote sind unentgeltlich und vertraulich. Telefonische oder persönliche Anmeldungen nimmt das Sekretariat entgegen.

Information

Online-Angebot unter www.beratungsstelle.bernerhochschulen.ch: Studienführer der drei Berner Hochschulen, Beratungstexte mit didaktischen Materialien zu Schlüsselkompetenzen des Studierens, Wegweiser Studienfinanzierung, Linkportal mit rund 500 kommentierten Links zum Studium, Berufseinstieg und zu Berufsfeldern u.a. Bibliothek: Informationen über Fachrichtungen an Schweizer Hochschulen, zu Bewerbungen, Berufsfeldern und zur Laufbahnplanung; Medien zur Planung und Strukturierung des Studiums, zu Lern- und Arbeitstechniken, Stressbewältigung und Motivation; Fachliteratur zu psychologischen Themen wie persönliche Entwicklung, Beziehungen, Depression, Ängste, zur Teamentwicklung, zu Konflikten und Methoden der Erwachsenenbildung.

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Wir leiten Workshops zu Themen wie: Lern- und Arbeitstechnik, Referatskompetenz, wissenschaftliches Schreiben, Prüfungssituation, Stressbewältigung, persönliche Entwicklung und Sozialkompetenz, Berufseinstieg, Laufbahnplanung, Mentoring.

Beratungsstelle der Berner Hochschulen Erlachstrasse 17, 3012 Bern Tel. 031 631 45 51, Fax 031 631 87 16 E-Mail: bstsecre@bst.bernerhochschulen.ch Website: www.beratungsstelle.bernerhochschulen.ch Montag bis Freitag 8.00 - 12.00 und 13.30 - 17.00 Uhr (Freitag bis 16.30 Uhr) Die Bibliothek ist am Mittwoch Vormittag geschlossen. Die Beratungsstelle ist auch während der Semesterferien geöffnet. 20.01.2009 bst/RM

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Administrative Mitarbeit - Service-Aushilfe - Nachtwache Messemitarbeit - Umzugshilfe - Nachhilfe - Marktforschung Unterstützung im Baugewerbe - Aushilfe für Verkehrsdienste IT-Assistenz - Kinderbetreuung - Ferienvertretung - Bürohilfe Reinigungen - Wissenschaftliche Mitarbeit - Programmieren Grafische Mitarbeit- Schreibarbeiten - Redaktionsmitarbeit Verkauf - Sicherheitsdienst -Kochen - Übersetzen - Support Studentische Hilfskraft - Telefondienst - Anwaltspraktikum

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des Hörens, die Bedeutung von Musik im globalen Vergleich oder die Akustik, wie beispielsweise Raumakustik. Der Schwerpunkt an der Uni Bern liegt aber am deutlichsten bei der Verbindung zwischen Theater und Musik. Es herrscht eine starke Vernetzung mit dem einzigen Schweizer Theaterwissenschaftsinstitut hier an der Uni Bern. Auch mit den Opernhäusern in Bern und Biel wird rege kooperiert. Die StudentInnen haben die Möglichkeit, während Praktika in die Produktionen reinzuschnuppern. Die Musik-Wissenschaft Die Anforderungen für das Studium sind simpel: Die Notenschrift sollte man beherrschen, das Spielen eines Instrumentes ist jedoch nicht notwendig. Aber macht denn das Sinn, wenn ich MusikwissenschaftlerIn bin, aber kein Instrument spielen kann? Manch Eine/r würde sagen, dass man Musik nur verstehe, wenn man Musik auch mache. Im Gespräch mit dem unikum entgegnet Ordinarius Anselm Gerhard: «Das würde ja bedeuten, dass nur diejenigen Romane verstehen, welche auch selber Romane schreiben.» Ein schlagfertiges Argument. An Musikwissenschaftsstudierende, welche kein Instrument gespielt haben, könne er sich jedoch im Übrigen nicht erinnern. Wie die Theaterwissenschaften auch, gehören die Musikwissenschaften damit zu einem Studienbereich, welchem noch nicht lange eine Verwissenschaftlichung widerfährt. Ursprünglich

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waren doch Künste praxisbezogene Unterfangen. Ob dieser Trend nun negativ oder positiv zu beurteilen ist, sehen alle etwas anders. Gerhard liefert auch dazu eine Erklärung: «Einerseits hat das mit der stärkeren Etablierung anderer wissenschaftlicher Studiengänge zu tun, andererseits leben wir in einer Gesellschaft, welche die Ideologie entwickelt hat, dass die Künste nur für die Gefühle da sind, als Ausgleich für alles andere sozusagen.» Gefühle und Intellekt seien aber gekoppelt und sollten nicht einfach getrennt werden, meint Gerhard weiter. Kunst ist sowohl für den Bauch wie auch für den Kopf. Drei Forschungsbeispiele An Forschungsprojekten fehlt es nicht. So entsteht zum Beispiel eine Dissertation zum Thema «des frauenspezifischen Anteils im neuen Schweizer Folk-Rock». Darin wird etwa untersucht, wie sich die Musik akustisch und rezipientenbezogen verändert, wenn in einem Stück eine Frau oder ein Mann jodelt. Ein weiteres Projekt beschäftigt sich mit der Frage, warum sich West- und Mitteleuropa so wenig für russische Musik interessiert hat. Zurückzuführen sei das angeblich auf ‹die slawische Seele› der Musik, welche beim breiten Publikum eher als simpel und brutal angesehen werde. Am spannendsten sei aber die Frage, ob die russische Musik wirklich so einfach zu kategorisieren sei, oder ob nicht doch starke Wechselbeziehungen mit dem restlichen Europa existierten. Ein letztes Beispiel veranschaulicht, dass sowohl inhaltlich wie auch formal geforscht werden kann. Professor Gerhard selbst untersucht die Opern von Verdi und stellt sich die Frage, was an ihnen so besonders ist und weshalb Verdi so erfolgreich war. Durch das Lesen der Noten und Operntexte kommt er zu Ergebnissen, welche beschreiben, wie Verdi seine Personen charakterisierte. Als Beispiel erklärt er: «Im Stück gibt es eine besonders machthungrige Frau, Lady Macbeth, welche immer einen Ton zu hoch einsetzt.» Sie wolle immer höher hinaus als die Musik das eigentlich erlaubte.


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und augenblicklich irgendwo hinreisen. Wäre hingegen dann doch ein bisschen chaotisch, wenn dies andauernd jeder tun würde ... Aber eine Bereicherung wäre es!»

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bilder: david streit

über kondome, waschmaschinen und schokolade

Welcher Erfindung bist du am dankbarsten? Und auf welche wartet die Welt noch? Die Umfrage zu den Höchstleistungen der menschlichen Zivilisation. david streit

1 Danielle Furgler

6. Semester Ethnologie/VWL, 22 «Das Kondom ist wohl schon die beste Erfindung. Halt, dass man nicht immer Angst haben muss, schwanger zu werden. Stell dir vor, früher, als es das noch nicht gab ... muss enorm anstrengend gewesen sein. Erst das Kondom hat der Frau das Recht verliehen, über ihre Sexualität selbst entscheiden zu können. Wenn ich selbst was erfinden würde, wäre es wohl eine Vergebungs-Maschine. Da könnte man die Leute reinsetzen und sofort würden all die Rachepläne und Vergeltungskriege verhindert werden. Könnte auch in Pillenform entwickelt werden – ja, die Vergebungspille wäre ganz gut.»

2 Philip Kohli

5. Semester Jura, 20 «Die beste Erfindung? Das Feuerzeug. Beeindruckt mich irgendwie. Stein-

zeitmenschen haben sich damals den gesamten Tag damit abgeben müssen, ihre Hölzchen aneinanderzureiben, um eine Flamme hinzukriegen. Und jetzt gibt's dieses kleine Ding, das per Knopfdruck Feuer spendet. Genial! Man kann's zusätzlich noch als Bierflaschenöffner brauchen, was gerade im Ausgang äusserst hilfreich ist ... Die Welt wartet aber nach wie vor auf die Entwicklung der Ruhe-Brille. Die würdest du an Orten aufsetzen, wo es zu laut ist und zu viele Menschen hat. Sobald du sie aufgesetzt hättest, würden diese einfach ausgeblendet und an ihrer Stelle sähe man Natur, Schmetterlinge und so.» 3 Ellora Hänni 5. Semester Anglistik, 22 «Schokolade – stimmt halt schon, dass sie glücklich macht. Ich war diesen Sommer über längere Zeit in Indien. Auf diese Reise hab ich extra sechs Tafeln Bio-Mocca-Schokolade mitgenommen. Nach einem Ausflug in ein Tal, wo wir uns fünf Tage lang nur von Reis und Linsen ernährten, war ich diesen dann äusserst dankbar. Könnte ich was erfinden, wäre es ein Beamer, der einem Kasten ähnlich sähe. In diesen könnte man dann einsteigen

4 Christoph Thommen 12. Semester VWL, 27 «Jetzt, da ich Arbeiten schreibe, bin ich immer wieder froh um das Internet. Es ist wie eine unendliche Bibliothek, zu welcher ich immer Zutritt habe. Und mit ein paar Klicks die Dinge finde, welche ich suche. Was ich dagegen gelegentlich vermisse, ist eine Art Inspirationsquelle. Es ist ja möglich, Kaffee zu trinken, um wach zu bleiben – da ist es mit der Inspiration schon schwieriger. Deshalb wäre eine ständig sprudelnde Inspirationsquelle schon cool, an der man immer wieder mal was abzapfen könnte.» 5 Sarah Weber 3. Semester Sozialwissenschaften, 23 «Am dankbarsten bin ich wohl für die Erfindung der Waschmaschine. Während eines achtmonatigen Aufenthaltes in Ecuador musste ich all meine Kleider in kaltem Wasser und von Hand waschen – seither weiss ich die Maschine definitiv zu schätzen. Denn nebst dem enormen Zeitaufwand wurde die Kleidung kaum je sauber. Das Gute dabei war dann allerdings, dass dies die Fleckentoleranz erheblich erhöhte – ich habe wohl noch kaum je so ökologisch gelebt.» 6 Martin Waser Bachelor Psychologie, 24 «Für mich sind die Elektrizität und Demokratie die beiden grössten Erfindungen. Die Elektrizität, weil sie eine Verminderung von Arbeit und damit eine Vermehrung des Wohlstandes bringt – und die Demokratie, weil sie jedem Menschen, ungeachtet seines sozioökonomischen Status, ein bisschen Freiheit gibt. Man müsste aber, auch um dieser Sache mehr zu dienen, die Kinder in der Schule ganz anders erziehen. Sprich, ihnen besser klarmachen, dass sie alles erreichen können, wenn sie es nur fest genug wollen. Und ihnen beibringen, dass Glück eigentlich nur eine Einstellungssache ist.»

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«einer pferdezüchterin sagt niemand, sie sei ein ethischer narr» «Gentechnik? – Nein, danke!», erklingt's von vielen Seiten. Doch was ist Gentechnik überhaupt? Wie sehen Kosten, Nutzen und Alternativen aus? Ein Interview mit dem Agrarwissenschaftler Dr. Zerihun Tadele bringt Licht ins Dunkel; er ist Kopf eines vielversprechenden Projekts an unserer Uni … flurin jecker Gentechnik ist wohl eine der umstrittensten Forschungsmethoden überhaupt. Trotzdem wird sie angewendet – jeden Tag. Auch an der Uni Bern sind gentechnische Methoden aus der biologischen Forschung nicht wegzudenken. Über Sinn und Unsinn dieser Methoden, über Ethik und Moral wird heftig diskutiert und Gefahren werden von verschiedensten Seiten ebenso verschieden eingeschätzt. Höchste Zeit also, dieser Technik mal auf den Zahn zu fühlen. Was für Chancen und welche Risiken sind damit verbunden? Sind «Genforscher» Gott-spielende Freaks oder doch eher Leute wie du und ich, die den gesunden Menschenverstand sehr wohl noch behalten haben? Um diese Fragen beantworten zu können, traf ich mich

mit Dr. Zerihun Tadele vom Pflanzenwissenschaftlichen Institut im wunderschönen Botanischen Garten von Bern. Herr Tadele, wie wichtig schätzen Sie gentechnische Methoden für die biologische Forschung ein? Zerihun Tadele: Grundsätzlich ist jegliche Arbeit, die mit DNA zu tun hat, Genetik oder Gentechnik, somit sind diese Werkzeuge in der Biologie nicht wegzudenken. Wenn man aber mal die Transgenik (siehe Kontextbox) isoliert, kann man die Sache differenzierter ansehen. Das heisst …? In der Transgenik, wo man fremdes Erbgut in einen Organismus einführt, steckt sehr viel Potential. Man kann dadurch gezielt Organismen verändern, wodurch viele Probleme lösbar werden. So können zum Beispiel bei Pflanzen Resistenzen gegen Pilz- oder andere Infektionskrankheiten inseriert, also eingeführt werden, oder schlechte Eigenschaften, wie zum Beispiel brüchige Stängel, reduziert werden. Und da ist wirklich nötig? Hier in Europa nicht. Man hat perfekt gezüchtetes Getreide, gute Anbaubedingungen, sprich passende Böden, gemässigtes Klima und genügend Geld für Pestizide. Aber in Äthiopien, wo ich herkomme, sind solche Voraussetzungen nur Träume. Da verliert man unglaubliche Mengen an Ertrag wegen umgeknicktem Getreide, Krankheiten und natürlich wegen zu trockenen, sauren oder zu salzigen Böden. Darum sind Pflanzen, die solchen Umständen standhalten können, essentiell für solche Regionen. Nur gibt es solche Pflanzen in natura kaum. Heisst das, Sie verändern hier mithilfe der Transgenik Getreide, welches dann in Äthiopien gesät wird? Nein, das wäre illegal. In der Schweiz und auch in Afrika ist die Transgenik in der Bevölkerung nicht akzeptiert und darf im Feld nicht angebaut werden. Darum nutzen wir andere – legale – Methoden, wie zum Beispiel das «TILLING» – «Targeting Induced Local Lesions in Genomes». Da wird vereinfacht gesagt Mutagenese, sprich eine Induktion von Mutationen bei Getreidesamen, durchgeführt und danach geprüft, welche Pflanzen die gewünschten Mutationen haben. Also sozusagen eine Art «effiziente Züchtung»? Ganz genau. Hierbei führt man nämlich kein fremdes genetisches Material ein, sondern kultiviert und selektioniert lediglich die Pflanzen. Diese kann man darum auch bedenkenlos anbauen.

Agronom und Molekularbiologe Dr. Zerihun Tadele mit seinem Lieblingsspielzeug: Teff. bild: flurin jecker

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Sie sagen «bedenkenlos». Wäre das bei transgenen, also durch Transgenik veränderte Pflanzen anders? Ja, ich denke schon. Gewisse Fragezeichen stehen da schon noch im Raum. Das heisst aber nicht, dass ich es nicht sinnvoll finde, auf diesem Gebiet zu forschen. Im Gegenteil! Meiner Meinung nach liegt das Hauptproblem der Transgenik darin, dass die Vektoren, also die «Träger» des einzuführenden Gens, meist von Viren stammen (siehe Kontextbox). Also von fremden Orga-


nismen. Gerade deshalb stecke ich viel Hoffnung in die «Cisgenetik», wo man versucht, auch die Vektoren und weitere Hilfsmoleküle von ein und demselben Organismus zu verwenden, wie man es wieder einführt. Dann wäre das Problem zumindest faktisch gelöst. Die Leute richtig zu informieren und deren Vertrauen zu gewinnen, wäre eine weitere grosse Hürde – vor allem in Europa und Afrika. In anderen Ländern ist man da schon weiter. So isst man in Amerika, Brasilien oder Argentinien schon seit 15 Jahren transgene Nahrungsmittel. Und geschadet hat's noch niemandem. So hoffen wir doch. Nun aber konkret zu Ihrem Projekt: Um was für Pflanzen geht es denn? Was ist der Weg, und was das Ziel? Mein Team und ich, verbunden mit vielen anderen Institutionen, beschäftigen uns mit einer Hirseart namens Teff, welche das wichtigste Grundnahrungsmittel von Äthiopien darstellt. Das Problem an Teff ist nur, dass, obwohl es das meist angebaute Getreide des Landes ist, den absolut kleinsten Ertrag bringt – verglichen mit anderen viel angebauten Getreidearten. Dies hängt damit zusammen, dass Teff einen langen, dünnen Stängel hat, wodurch es durch Wind rasch umknickt. Wenn nun die Bauern Dünger einsetzen, wird dieses Problem wegen dem beschleunigten Wachstum noch verschärft. Jedoch fällt der Ertrag ohne Dünger weniger als mager aus: Ein klassisches Dilemma. Ich erahne, dass Sie meinen, eine Lösung zu diesem Dilemma gefunden zu haben … Ich hoffe, ja. Wir betreiben also das eben erwähnte «TILLING». Dadurch provozieren wir salopp gesagt Mutationen in Teffsamen und züchten sie so lange, bis unter anderem «zwergwüchsiger» oder «halbzwergwüchsiger» Teff wächst. Diese Mutationen haben den Vorteil, dass der Stängel des Getreides weniger lang, dafür dicker und somit robuster wird. Robuster Teff knickt weniger um und gibt dadurch mehr Ertrag. Erste Feldversuche mit diesen Teffmutanten sind erfreulich. Und wie gesagt, bedenkenlos, da «nur» gezüchtet. Betreiben Sie dennoch Transgenik? Ja, aber nur als «Proof-of-Concept». Das heisst, wir schauen zum Beispiel, ob gewisse Merkmale, wie eben Zwergwuchs, tatsächlich nützliche Merkmale sind, um die Windresistenz von bestimmten Pflanzen zu optimieren. Also induzieren wir die Zwergwuchs-Gene per Transgenik, und erst wenn wir sicher sind, dass dieses Merkmal nützlich ist, betreiben wir «TILLING», bis wir die gewünschten Pflanzen haben. Nehmen wir mal an, transgene Pflanzen zu sähen wäre legal. Würden Sie dann trotzdem «TILLING» betreiben? Oder anders ausgedrückt: Betreiben Sie «TILLING» nur des Gesetzes wegen, oder hat es auch methodische Vorteile? Natürlich hat unsere Methode Vorteile. Die Transgenik ist alles andere als allmächtig. Zum Beispiel ist es bei vielen Merkmalen schlicht zu komplex, diese per Vektor, also transgenisch einzuführen. Dies, zum Beispiel, weil oftmals viele Gene an verschiedenen Stellen auf

den Chromosomen gleichzeitig betroffen sind. Da stösst man mit transgenischen Methoden schnell an die Grenzen des Machbaren. Deshalb würde ich so oder so «TILLING» betreiben. In erster Linie sind Sie ja ein gewöhnlicher Wissenschaftler. Ist es denn nicht umso frustrierender, dass ein grosser Teil der Bevölkerung Ihre Arbeit verurteilt, obwohl Sie nur Gutes im Sinn haben und keinen «Frankenstein» zu kreieren gedenken? Natürlich kann das frustrierend sein. Gerade weil gewisse Techniken in Europa nicht unbedingt nötig sind, in Entwicklungsländern jedoch eine grosse Chance darstellen. Trotzdem kann ich die Angst in der Bevölkerung gewissermassen verstehen. Sie werden ja nie richtig informiert. Wenn die Leute schon mal verstehen würden, dass Mutationen natürlich sind und der Mensch diese Mutationen immer für sich genutzt hat, wäre ein grosser Schritt getan. Wie meinen Sie das? Haben Sie Beispiele? Da gibt es unzählige. Unser Mais ist ein Beispiel, er entstand durch Züchtung aus Teosinte, einem extrem dünnen, ertragsarmen Getreide. Und gäbe es keine Mutationen, gäbe es auch keine klassische Züchtung. Auch Tomaten, Gurken, Peperoni, Getreide, ja praktisch jedes Nahrungsmittel wurde so gezüchtet, dass es in dem Sinn «unnatürlich» aber ertragreich ist. Glänzende Beispiele sind auch Hunde oder Pferde. Trotzdem sagt niemand einer Pferdezüchterin, sie sei ein ethischer Narr.

Kontext

Was ist Transgenik? fj. Die Transgenik ist ein Teilgebiet des «genetic engineerings» und gehört somit zur Biologie. Sie beschäftigt sich mit dem Einführen von fremden Genen (Transgenen) in einen Organismus. Dies geschieht, indem als erstes ein Gen – zum Beispiel eine Pilzresistenz – von einem Organismus wie zum Beispiel einem Bakterium isoliert wird. Dieses Gen kann dann auf verschiedene Arten in einen neuen Organismus eingeführt werden. Die wohl populärste ist die per «Bakterien-Plasmid» – das sind kleine, den Chromosomen ähnlichen DNA-Ringe. In diesen kann man Gene löschen oder neue einfügen – wie eben zum Beispiel eine Pilzresistenz. Diese eingeführten Gene sind meist harmlos, da sie jeweils lediglich für eine bekannte und erwünschte Funktion codieren. Das grössere Problem sind die «Markers». Diese sind wichtig, um festzustellen, ob das Einführen des neuen Gens geklappt hat. Da sie aber meistens von Viren stammen, wird beim Einführen des Transgens nicht nur ein neues Gen eingeführt, sondern auch virale DNA. Und genau über das Gefahrenpotential dieser viralen DNA scheiden sich die Geister. Bei der «Cisgenetik» versucht man dieses Problem zu lösen, indem man die «Markers» vom selben Organismus nimmt, in welchen man sie dann auch wieder einführt.

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sub kurz erklärt Gerade für die Frischlinge an der Uni, aber auch für viele andere ist die SUB noch ein Rätsel. Wozu braucht es einen StudentInnenrat? Was macht der Vorstand? Diese und andere Fragen werden hier ganz einfach beantwortet. damaris burri Wofür stehen die drei Buchstaben «S U B»? Die StudentInnenschaft der Universität Bern (kurz SUB) ist gemäss dem Universitätsgesetz des Kantons Bern die politische Vertretung der Studierenden der Uni Bern. Sie vertritt unsere Anliegen und Interessen gegenüber der Universität, dem Kanton und anderen Gremien. Wer gehört dazu? Du bist immatrikuliert an der Uni Bern? Dann bist du ein Mitglied der SUB. Alle Studierenden sind grundsätzlich SUB-Mitglieder. Der SUB- und Unisport-Beitrag von 21 Franken wird bei den Studiengebühren gleich mitgerechnet. Wer sich abmelden möchte, kann das bei der Immatrikulation angeben oder später einen Brief ans Rektorat schicken. Wie funktioniert die SUB? Die Struktur der SUB lässt sich gut erklären, wenn man sie mit dem Staat vergleicht, also damit, wie die Politik in der Schweiz organisiert ist: Die StudentInnen – das Stimmvolk Der SUB-Vorstand – der Bundesrat: Der Vorstand besteht aus sieben Personen, die vom StudentInnenrat (SR) jeweils für ein Jahr (wieder-)gewählt werden. Wie auch die Bundesräte, vertreten die Vorstandsmitglieder die SUB gegen innen und aussen. Jedes Vorstandsmitglied übernimmt jeweils ein Ressort mit bestimmten Aufgaben. In ihren wöchentlichen Sitzungen kümmern sich die Vorstandsmitglieder um laufende Geschäfte, führen Aufträge des SR aus und verfolgen das allgemeine bildungspolitische Geschehen.

Die Fachschaften vertreten die Studierenden gegenüber dem Institut, der Fakultät und der Universität. Tipp: Wenn du andere von «der Fachschaft» reden hörst, ist damit meistens der eigentliche Vorstand der Fachschaft gemeint. Dieser organisiert auch Veranstaltungen wie Partys oder Vorträge. Die konkrete Organisation der Fachschaften ist nicht überall gleich. Die Kommissionen – bleiben Kommissionen: Die SUB hat eigene Kommissionen (innerhalb der SUB) und Kommissionssitze in den Gremien der Universität und des Kantons. Was hat die SUB zu bieten? Nebst ihrem politischen Engagement stellt die SUB ihren Mitgliedern ein breites Angebot an Dienstleistungen zur Verfügung. Auf einen Blick: • Wohnungsvermittlung • Stellenvermittlung • Sozialfonds für Studierende, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken • Rechtshilfe • Freie Eintritte (Theater, Kino, Lesungen, Spiele, Partys …) Daneben finden dank der SUB verschiedene Anlässe statt, wie zum Beispiel das Unifest und der Tag des Studienbeginns. Zudem kann man im SUB-Haus Spiele, Liegestühle, Sonnencrème, Velowerkzeug und weiteres ausleihen. Ein Abstecher lohnt sich. Mach dich schlau! Unter http://subnew.unibe.ch findest du weitere Infos und Zugang zu den Dienstleistungsportalen.

Der StudentInnenrat (SR) – das Parlament: Der SR hat 40 Mitglieder, die alle zwei Jahre vom Stimmvolk, also den Studis, elektronisch gewählt werden. Der SR ist das Entscheidungsgremium, genau wie das schweizerische Parlament. Er beschliesst Massnahmen für die Wahrung der Interessen der Studierenden. Vom SR werden auch der Vorstand, die unikum-Redaktion und die SUB-Delegierten für Kommissionen gewählt. Die Sitzungen des SR finden mehrmals im Semester statt und sind öffentlich. Jedes SUB-Mitglied kann sich reinsetzen und mitdiskutieren. Die Fachschaften – die Kantone oder Gemeinden: Innerhalb der Organisationsstruktur der SUB bilden die Fachschaften die kleinste Einheit. Alle SUB-Mitglieder, die das gleiche Fach studieren, sind zusammen eine Fachschaft (ob im Haupt- oder Nebenfach spielt keine Rolle). 12

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Das SUB-Haus im Platanenhof der Unitobler bild: damaris burri


ein bunter strauss an aufgaben Der SUB-Vorstand hat ein neues Gesicht in seinen Reihen. Timo Krebs ergänzt seit Ende Mai das siebenköpfige Team. Zeit für ein kurzes Porträt. jacqueline lipp Bereits seit Ende Mai ist Timo in seinem neuen Amt tätig. Der 24-Jährige übernahm das Ressort für Soziales. Damit ist er zuständig für alle sozialen Anliegen der Studierenden. Das Spektrum reicht von der Stipendienpolitik über den Sozialfonds, die studentische Wohnsituation und Studierende mit Behinderung bis hin zur Organisation von Kindertagesstätten für studierende Eltern. Ein bunter Strauss an Aufgaben, doch genau hierin

liegt für Timo das Spannende. «Meines Erachtens umfasst das Ressort ‹Soziales› viele sehr wichtige Aufgaben», erläutert der Sozialwissenschaftsstudent, der sich seit Beginn seines Studiums für die Unipolitik interessiert. «Am Herzen liegt mir derzeit vor allem die Stipendieninitiative.» Diese fordert eine nationale Harmonisierung des Stipendienwesens. Nebstdem möchte er sich insbesondere für die Verbesserung der Wohnsituation der Studierenden einsetzen. Denn nach wie vor ist die Wohnungssuche in der Stadt für die vielfach finanzschwachen Studis ein grosses Problem. «Es gibt verschiedene Projekte, die versuchen, erschwinglichen Wohnraum für Studis anzubieten. Da möchte ich die Interessen der Studierenden aktiver einbringen und schauen, was sich machen lässt», so Timo Krebs. Spass an Politik Die Unipolitik ist für Timo Krebs keineswegs Neuland. Er war bereits im StudentInnenrat (SR) der Uni Bern als Mitglied der Jungen Grünen aktiv und kennt die SUB daher schon bestens. Politik bezeichnet er als sein Hobby, trotzdem

Timo trifft man derzeit oft beim Unter-

schriftensammeln für die Stipendieninitiative. bild: jacqueline lipp

gönnt er sich auch mal eine Pause, um mit KollegInnen Zeit zu verbringen, mal ein Bierchen zu nehmen oder bei einer gemütlichen Brettspielrunde abzuschalten. Abschalten muss er aber eigentlich nicht, denn auch das SUB-Engagement macht gemäss Timo grossen Spass – und ist wichtig. «Gerade die drohende Studiengebührenerhöhung ist ein Beispiel, wieso ich bei der SUB aktiv bin. Wir Studierende müssen aktiv unsere Interessen wahrnehmen», erklärt er. Und da dies leider noch nicht alle Studis tun, engagiert sich Timo Krebs als neuer SUBVorstand stellvertretend für sie.

MASTER IN JOURNALISM. Einzigartig in der Schweiz – der Professional Master in Journalism. Die Kooperation zwischen MAZ, der Hamburg Media School und dem Institut für Journalistik der Uni Hamburg öffnet das Tor zum internationalen Markt und zu einer der führenden Medienstädte Europas. In dem praxisnahen Studiengang trainieren Hochschulabsolventen die Kunstgriffe des Handwerks in Hamburg und Luzern. Sie schreiben und recherchieren, sie produzieren Radio- und Fernsehbeiträge und realisieren Crossmedia-Projekte. Sie profitieren von den neusten Erkenntnissen der Journalismusforschung. Begleitet von in- und ausländischen Medienprofis und Wissenschaftlern, getragen von Verlegern und Verbänden, von SRG und namhaften deutschen Medienunternehmen. Alles Weitere: www.maz.ch

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veränderungen in der chefetage Seit dem 1. August 2011 ist die neue Universitätsleitung im Amt. Ein kurzer Überblick. marisa molinaro Seit fast zwei Monaten ist die neue Leitung der Uni Bern mit Martin Täuber als Rektor und den vier VizerektorInnen Bruno Moretti, Christian Leumann, Doris Wastl-Walter und Walter Perrig im Amt. Dieses Team wird als abschliessendes, strategisch verantwortliches Organ der Universität für die nächste Jahre die Geschicke der Uni Bern massgeblich bestimmen. Neben den bereits bestehenden Vizerektoraten «Forschung» und «Lehre» wurden neu auch die beiden Vizerektorate «Entwicklung» und «Qualität» geschaffen. Der neue Rektor Martin Täuber, Professor der Medizin, wird die Universitätsleitung koordinieren und die Uni nach aussen vertreten. Konkrete, neue Projekte für seine Amtszeit verfolgt er bislang keine. Vielmehr möchte er die Strategie, die sein Vorgänger Urs Würgler verfolgt hat, fortführen. «Die Universität hat in den letzten Jahren eine sehr dynamische und aktive Entwicklung durchgemacht», meint er und fügt an: «Im Moment ist es unmöglich, dieses Tempo beizubehalten. Die Aufgabe der neuen Universitätsleitung wird primär sein, das, was die Vorgänger in die Wege geleitet haben, zu konsolidieren, zu evaluieren, anzupassen und weiterzupflegen.» Hauptziel: verbesserte Betreuung Das Vizerektorat «Forschung» wird neu von Christian Leumann, Professor der Chemie, geführt. Als Vorsteher des Zentrums Forschung besteht seine Aufgabe darin, ForscherInnen die Umgebung zu bieten, die sie für die Durchführung ihrer Projekte brauchen. Bruno Moretti, Professor der italienischen Sprachwissenschaft, ist der neue Vizerektor «Lehre». Seine Hauptziele sind, den Studierenden eine möglichst gute Betreuung zukommen zu lassen, sowie eine Verwaltung bereitzustellen, die den Dozierenden und Studierenden hilft. Darüberhinaus soll der Bologna-Prozess gefestigt werden. Die schwierigen Betreuungsverhältnisse stellen die Uni vor eine grosse Aufgabe: Jedes 14

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Jahr kommen etwa fünf Prozent mehr Studierende an die Uni. «Wir müssen uns immer wieder anpassen, damit die Betreuungsverhältnisse nur schon gleich bleiben», meint der neue Vizerektor «Lehre». Eine mögliche Lösung für bessere Betreuungsverhältnisse sieht Moretti darin, über Assistenzprofessuren vermehrt Zwischenstufen zwischen den Studierenden und den ordentlichen ProfessorInnen einzuschalten. «Ein weiteres Beispiel für eine einfache Massnahme, die sehr viel bringt und nicht so viel kostet, sind Tutorate», ergänzt er. Zwei neue Vizerektorate Vorsteher des neu geschaffenen Vizerektorats «Entwicklung» ist der Psychologieprofessor Walter Perrig. Dieses Vizerektorat umfasst die Bereiche Aussenbeziehungen, Karriereförderung von Studierenden und Doktorierenden sowie Weiterbildung. Ziel im Bereich Aussenbeziehungen ist es, die Position der Uni Bern in der nationalen und internationalen Hochschullandschaft und die Zusammenarbeit mit externen Partnern zu stärken. Dabei sollen auch das Image und die Präsenz der Uni Bern in der Öffentlichkeit gepflegt werden. Indessen soll die Funktionseinheit «Universitäre Weiterbildung» eine Plattform bieten, um das grosse Wissen, das an der Uni vorhanden ist, in Form von Ausbildungen an Dritte weiterzugeben. Doris Wastl-Walter, Professorin der Geographie, steht dem ebenfalls neu geschaffenen Vizerektorat «Qualität» vor. Neben der Qualitätssicherung, dem Qualitätsmanagement und der Evaluation in Forschung, Lehre und Administration wird sie sich auch für Nachhaltigkeit, Gleichstellung und Solidarität an der Uni Bern einsetzen. Dieses Vizerektorat soll unter anderem die Uni auf die kommenden Audits und Akkreditionen vorbereiten. «Im europäischen Hochschulraum werden die Universitäten akkreditiert», erklärt die neue Vizerektorin und ergänzt: «Man versucht gemeinsame Qualitätsstandards zu setzen. Die Uni Bern, deren Qualität in vieler Hinsicht unbestritten ist, muss sich diesen neuen Standards anpassen.» Die neue Unileitung im Gespräch online auf http://subnew.unibe.ch/unikum

Rektor

Prof. Dr. Martin Täuber bild: zvg

Vizerektor «Lehre»

Prof. Dr. Bruno Moretti bild: zvg

Vizerektor «Forschung»

Prof. Dr. Christian Leumann bild: zvg

Vizerektorin «Qualität»

Prof. Dr. Doris Wastl-Walter bild: zvg

Vizerektor «Entwicklung»

Walter Perrig bild: zvg


kulturpartnerInnen

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KulturpartnerInnen der SUB Das Theater am Käfigturm schafft als reiner Gastspielbetrieb einen Ausgleich zu anderen kulturellen Angeboten in der Stadt Bern und begeistert mit einem abwechslungsreichen Spielplan von Comedy über Volkstheater bis hin zu Kinderstücken seit über vierzig Jahren Besucher von nah und fern. Die grossflächige Bühne und der Theatersaal mit seinen 327 Sitzplätzen bieten für die vielfältigsten Produktionen genügend Platz. Auch immer mehr Theatervereine aus der Umgebung sowie studentische Theatergruppen nutzen die Möglichkeit eines Gastspiels in der Stadt Bern und tragen so zur Vielfältigkeit des Programms bei. Das Theater am Käfigturm befindet sich mitten in der Stadt und ist dadurch verkehrstechnisch sehr gut erschlossen. Die ÖV halten direkt vor dem Hause, der Bahnhof und das «MetroParking» sind in wenigen Gehminuten erreichbar. Die SUB-Plätze können direkt per Mail reserviert werden: sub@theater-amkaefigturm.ch. Ausgeschlossen sind Fremdveranstaltungen und Silvestervorstellungen. Bitte beachtet, dass bei allen Vorstellungen die Anzahl Freikarten auf zwei Stück limitiert ist. Wir freuen uns auf euch!

bee-flat BeJazz Bierhübeli Café Kairo Club Bonsoir Dampfzentrale Bern Du Nord ISC Kino Cinématte Kino Kunstmuseum Marians Jazzroom ONO OrangeCinema Schlachthaus Theater Stadttheater Bern StattLand Theater am Käfigturm Wasserwerk Club YB Heimspiele Berner Kammerorchester Berner Symphonieorchester

Vorgehen

Für Tickets: Besuche uns unter http://subnew.unibe.ch/freier-eintritt, logge dich mit deinem Uni-Account ein und suche auf der Liste aller Veranstaltungen deine Favoriten. Ein Klick und schon bist du auf der Gästeliste registriert. Bitte lies jeweils den kurzen Zusatztext, bevor du auf ‹OK› klickst, denn das Vorgehen ist nicht bei allen Reservationen gleich. Einige Tage vor der Veranstaltung erhältst du die definitive Bestätigung deiner Anmeldung per Mail. Deine gültige Legi gilt dann als Veranstaltungsticket. Pro Person können nur zwei Events gleichzeitig reserviert werden. Bei Nichterscheinen am reservierten Anlass werden weitere Reservierungen storniert. Weitere Informationen findest du unter http://subnew.unibe.ch/freier-eintritt

SUB-Dienstleistungen

Auskunft, Inserateaufgabe und Dienstleistungen für SUB-Mitglieder und DienstleistungsabonnentInnen:

StudentInnenschaft der Universität Bern Lerchenweg 32, 3000 Bern 9 Tel. 031 631 54 11, Fax 031 631 35 50 E-Mail: wost@sub.unibe.ch http://subnew.unibe.ch Öffnungszeiten SUB: Mo 14–17 Uhr, Di–Do 11–17 Uhr

Wohnausschreibungen

Online-Plattform, Wohnungsmail und Inserateaufgabe: http://subnew.unibe.ch/ wohnen E-Mail: wost@sub.unibe.ch

Studijob SUB

Online-Plattform, Stellenmail und Inserate­aufgabe: http://subnew.unibe.ch/ studijob-sub Tel. 031 631 35 76, Fax 031 631 35 50 E-Mail: studijob@sub.unibe.ch

Rechtshilfedienst der SUB (RHD)

Kostenlose Beratung von Studierenden der Uni Bern in rechtlichen Fragen. Anmeldung via E-Mail obligatorisch: E-Mail: rhd@sub.unibe.ch

Sozialfonds

Der Sozialfonds steht SUB-Mitgliedern und Mobilitätsstudierenden mit finanziellen Schwierigkeiten zur Seite.

Weitere Dienstleistungen

Freier Eintritt, kopieren, Spiralbindegerät usw.: http://subnew.unibe.ch/freier-eintritt

SUB-Gruppierungen

Liste der SUB-Gruppierungen: http://subnew.unibe.ch/gruppierungen

Beratungsstellen

Beratungsstelle der Berner Hochschulen

Beratung bei Studiengestaltung, Berufseinstieg, Lern- und Arbeitsstörungen, Prüfungsvorbereitung, persönlichen Anliegen und Beziehungskonflikten. Anmeldung im Sekretariat. Bibliothek und Dokumentation zu Studiengängen, Tätigkeitsgebieten, Berufseinstieg, Weiterbildung, Lern- und Arbeitstechniken und vieles mehr. Ausleihe: Mo–Fr 8–12/13.30–17 Uhr (Mittwochmorgen geschlossen) Erlachstrasse 17, 3012 Bern Tel. 031 631 45 51, Fax 031 631 87 16 www.beratungsstelle.bernerhochschulen.ch

Weitere Beratungsstellen:

www.sub.unibe.ch/aktuelles/ adressverzeichnis

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800 franken studiengebühren? Der Regierungsrat will auf das Frühlingssemester 2012 eine Erhöhung der Studiengebühren um 150 Franken pro Semester einführen. Müssen die Studis das Finanzloch des Kantons stopfen? damaris burri und jacqueline lipp Der Kanton Bern spart. Das ist eigentlich nichts Neues, hat er doch schon seit längerer Zeit mit seinen Finanzen zu kämpfen. Dank den bisher umgesetzten Sparprogrammen konnte Bern zwar jeweils schwarze Zahlen schreiben, Überschüsse aus den letzten Jahren wurden aber hauptsächlich für den Abbau der bestehenden Schuldenlast eingesetzt. Ab 2012 werden nun Defizite von mehreren hundert Millionen Franken pro Jahr absehbar. Um das drohende Übel abzuwenden, hat der Regierungsrat gravierende Sparmassnahmen vorgeschlagen, unter anderem die Erhöhung der Studiengebühren. Warum das Geld fehlt Als Grund für die verschärften finanziellen Schwierigkeiten sind als erstes die vom Grossen Rat beschlossene Steuersenkung und die vom Volk durchgesetzte tiefere Motorfahrzeugsteuer zu nennen. Hinzu kommen die Neuordnung der Pflegefinanzierung, die Revision des Krankenversicherungsgesetzes, der Rückstand bei der Entlöhnung des Personals und Investitionsbedarf bei der Infrastruktur. Angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung muss ausserdem mit einem kleineren Gewinn bei den Anteilen an der Nationalbank gerechnet werden. «Der Spielraum für einfache Einsparungen ist ausgeschöpft», heisst es aus dem Regierungsrat, «weitere Haushaltsentlastungen sind nur durch einen Abbau staatlicher Leistungen möglich.» Der Leistungsabbau betrifft alle Bereiche. Am meisten soll bei der Gesundheits- und Fürsorgedirektion gespart werden. Der zweitgrösste Posten ist mit 64,7 Millionen Franken die Erziehungsdirektion. Neben verschiedenen Kürzungen ist darin die Erhöhung der 16

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Studiengebühren an der Universität, der Pädagogischen Hochschule und der Berner Fachhochschule enthalten. Studierende sollen in Zukunft jährlich 300 Franken mehr bezahlen. Das gesamte Entlastungspaket wird im November dem Grossen Rat vorgelegt, der über die Umsetzung entscheiden wird. Studierende wehren sich Die Vertretung der Studierenden an der Uni Bern – die StudentInnenschaft (SUB) – wehrt sich vehement gegen diese Erhöhung. «Es widerspricht dem Prinzip der Chancengleichheit», erklärt Ayse Turcan, Vorstandsmitglied der SUB, «denn nicht das Einkommen, sondern die Fähigkeiten sollten entscheiden, wer studieren darf.» Zwar seien 150 Franken auf den ersten Blick nicht viel, doch für einige könne diese Erhöhung sehr schmerzhaft sein. «Die SUB setzt sich für alle Studis ein, und damit auch für die Leute, die es sich eben nicht leisten können, jährlich 300 Franken mehr zu bezahlen.» Bildung und insbesondere ein Hochschulstudium, das als Erstausbildung gilt, sei als öffentliches Gut unentgeltlich und müsse allen zugänglich sein – auch jenen ohne Unterstützung aus dem Elternhaus. Wo fliesst das Geld hin? Die 150 Franken Erhöhung schmerzen gemäss dem SUB-Vorstand umso mehr, wenn man schaut, wohin das Geld fliesst. Denn mit diesem Geld wird nicht etwa die Betreuung an der Universität oder bessere Qualität der Lehre finanziert, sondern die geschätzten 3,5 Millionen Einnahmen jährlich fliessen zuerst in die Kantonskasse und von dort an die Universität. Die Uni erhält aber nicht mehr Mittel. Denn der Kanton reduziert seinen Unterstützungsbeitrag an die Universität – und kompensiert diesen Abbau durch die Erhöhung der Studiengebühren. «In unseren Augen ist das eine Zweckentfremdung des Geldes der Studierenden!», empört sich Ayse Turcan. Auch für die Unileitung ist es wichtig, dass die Universität von weiteren Sparmassnahmen verschont bleibt, da diese die Bildung als unverzichtbare Ressource des Kantons gefährden. «Zudem ist zu

berücksichtigen, dass die Universität Bern im Verhältnis zu anderen Universitäten pro StudentIn mit weniger Mitteln auskommen muss», erklärt der neue Rektor Martin Täuber. Kanton zahlt immer weniger an Uni Was Täuber anspricht, ist der Vergleich zu anderen Schweizer Hochschulen. Denn je nach Ort bezahlt der Kanton mehr oder weniger Geld zur Unterstützung der Universitäten. Obwohl die Anzahl der Studierenden in den letzten zehn Jahren in Bern, Basel und Zürich etwa gleichermassen gewachsen ist, hat der Kanton Bern seine Mittel für die Hochschulbildung nur minim erhöht, während die Kantone Basel und Zürich mit der Zunahme Schritt gehalten haben. Deshalb erstaunt nicht, dass im Jahr 2009 der Kantonsbeitrag pro StudentIn in Bern im Vergleich am tiefsten ist. Während der Kanton Bern also immer mehr einspart, ist der Kantonsbeitrag pro Studi in Basel und Zürich in den letzten zehn Jahren gestiegen. Bislang konnte die Uni dies durch Mehreinnahmen aus anderen Quellen, insbesondere der Akquirierung von Drittmitteln, kompensieren. Doch je mehr Drittmittel, und damit auch je mehr Private die Universitäten mitfinanzieren, umso mehr stellt sich die Frage nach der Unabhängigkeit der Lehre und Forschung. Lohnt es sich überhaupt? Auch die Studierenden an der Fachhochschule sind von der Erhöhung betroffen. Nebst der gefährdeten Chancengleichheit vermutet Marc Blaser vom Verband der Berner Fachhochschulen auch negative Auswirkungen auf die Hochschulen, den Kanton und die regionale Wirtschaft. «Viele beschaffen diese 300 Franken, indem sie mehr arbeiten. Mit der Bologna-Reform ist das Studium aber ein 100 Prozent-Pensum, und die Gefahr besteht, dass einige dadurch ihr Studium verlängern müssen.» Dies wiederum verursache zusätzliche Kosten für die Kantone. «Es ergibt sich eine Spirale und es ist daher fraglich, ob sich diese Erhöhung für den Kanton lohnt», so Blaser. Mit der geplanten Erhöhung auf 800 Franken wäre Bern derzeit die teuerste Uni in der Deutschschweiz. «Warum soll jemand in Bern studieren, wenn er dasselbe für weniger Kosten in Basel oder Zürich tun kann?», fragt er suggestiv und bilanziert: «Mit der Erhöhung sendet der Kanton in unseren Augen falsche Signale.»


Aus der Vorlesung

Studiengebühren sollen um 150 Franken erhöht werden. illustration: clau dermont

studiengebühren in europa: wen nehmen wir als vorbild? jl. Studiengebühren und -erhöhungen sind ein häufiges Thema. Gerade in der gegenwärtigen Wirtschaftslage, in welcher überall die Gürtel enger geschnallt werden müssen, wird wieder debattiert. In den westlichen Staaten Europas haben sich Studiengebühren fast überall durchgesetzt. Deutlich in Führung liegt Grossbritannien. Die Regierung erlaubt ab September 2012 Studiengebühren in der Höhe von 9 000 £ (über 11 000 Franken). Laut BBC wird die Mehrheit der Universitäten die Gebühren tatsächlich bis zu diesem Limit erhöhen – als Kompensation für die reduzierten Gelder des Staates. Die Studierenden müssen für die Kürzungen des Bildungsbudgets aufkommen. Grossbritannien nähert sich damit dem US-amerikanischen Modell an, in welchem Hochschulen in den wirtschaftlichen Wettbewerb eingespannt sind und sich zu grossen Teilen selbst finanzieren müssen. Das kann zuträglich sein für die Qualität der Hochschulen und damit für Spitzenplätze in internationalen Rankings. Aber rechtfertigt dies, dass Menschen aus finanziell benachteiligten Schichten kaum Zugang dazu erhalten oder sich für ihre Ausbildung massiv verschulden? Die skandinavischen Staaten liefern das gegenteilige Beispiel. Nicht nur werden keine Studiengebühren erhoben, Studierende erhalten zudem

unabhängig vom Elternhaus Studienbeihilfe. Dieses System geniesst unter der Bevölkerung hohe Akzeptanz und gilt im internationalen Vergleich allgemein als vorbildlich, insbesondere bezüglich der Chancengleichheit. Der Kanton Bern steht jetzt an einer Wende, bei der entschieden wird, welche Richtung er zukünftig ansteuert.

Info

Petition und Arbeitsgruppe

Die Arbeitsgruppe (AG) Studiengebühren der SUB wird eine Petition einreichen, um ein Zeichen zu setzen. Die Petition kann von allen Personen unterschrieben werden . Die AG plant zudem weitere kleine Aktionen wie beispielsweise ein ImproTheater oder eine Plakatkampagne. Wer in der AG mitmachen will, ist herzlich willkommen. Das nächste Treffen findet am 5. Oktober 2011 im SUB-Häuschen bei der Unitobler statt. Hinweis: Unterschreibe jetzt die Petition der SUB gegen die Studiengebührenerhöhung: http://subnew.unibe.ch/petition

fj. Es gibt Leute, die überraschen einen immer wieder. Leute, die denken, Studis sässen der Gesellschaft dauerhaft auf dem Portemonnaie. Und es darum am fairsten wäre, alle Studis ihr ganzes Studium selbst blechen zu lassen. Mit Schuldscheinen. Denn dann … Ja, später, so denken sie, wären sie ja dann reich – die Studis. Weil sie so viel verdienten. Weil sie einen superguten Job hätten. Weil sie ja so mega gebildet wären. Und darum wären die Schulden ruckzuck zurückbezahlt. Und so müssten die BüezerInnen unsere Bildung nicht bezahlen. Das wär fair, das wär sozial; meinen diese lieben Leute. Dass aber unser Steuersystem idealerweise genau diese Menschen zur Kasse bittet, die viel verdienen, und so genau diese Menschen ihr Studium dadurch zurückzahlen, das geht ihnen zu weit. Was mir hingegen zu weit geht, ist, dass solche Leute bei uns, an unserer lieben Uni, dozieren.

impressum

Das unikum ist das Organ der StudentInnenschaft der Universität Bern (SUB) und erscheint sechsmal jährlich mit einer Auflage von 10 000 Stück. Redaktion: Jacqueline Lipp (jl), Damaris Burri (db), David Streit (ds), Flurin Jecker (fj), Marisa Molinaro (mm), Franziska Zihlmann (fz), Carlo Bischoff (cb) E-Mail: vorname.nachname@unikum.unibe.ch Layout und Satz: Paolo Riva, Stéphanie Winkler Lektorat: Nadine Zybach Werbung: Raphael Bättig Kontakt: raphaelbaettig@gmx.ch Adresse: unikum, Lerchenweg 32, 3000 Bern 9 E-Mail: unikum@sub.unibe.ch www.unikum.unibe.ch Belichtung und Druck: Haller & Jenzer, Burgdorf Nächste Nummer: unikum 153 Redaktionsschluss: 26.10.2011

Inputs und Ideen für Artikel bis: 5.10.2011

Inserate-Annahmeschluss: 5.10.2011 Erscheinungsdatum: 8.11.2011 Abonnemente: Das unikum kann für Fr. 30.–/Jahr abonniert werden. E-Mail an: unikumabo@sub.unibe.ch unikum 152

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sparen ... und dann? Die Studiengebührenerhöhung ist das Thema der Stunde. Doch während noch darüber debattiert wird, brauen sich bereits weitere düstere Wolken über der Berner Bildungslandschaft zusammen. Gerade die bürgerlichen Parteien scheinen beim Sparen keine Schmerzgrenze zu spüren. david streit Bildung ist ein Grundanliegen. Beim Durchblättern von Positionspapieren scheint sich diese Annahme auch von bürgerlicher Seite her zu bestätigen. So schreibt denn sogar die sonst für einen schlanken Staat eintretende FDP in ihrem Leitsatz zur Bildungspolitik ein «Bekenntnis zu einem breiten Bildungsangebot, welches eine differenzierte Förderung aller Begabungsgruppen ermöglicht.» Laut der BDP soll der Staat für ein überdurchschnittliches Bildungssystem sorgen und muss aufgrund der Armut an Rohstoffen «voll auf die Ressourcen seiner Bürgerinnen und Bürger setzen. Das bedeutet, dass wir ganz besondere Anstrengungen im Bereich der Bildung, Ausbildung, Entwicklung und Forschung unternehmen müssen.» Sogar die SVP stimmt in diesen Kanon mit ein: «Bildung, Forschung und das daraus resultierende Know-how sind von grosser Bedeutung für den Wirtschaftsstandort und den Werkplatz Schweiz.» Drohender Abbau von Disziplinen Doch wie sieht diese Haltung in Zeiten der Krise aus? Nun – da wird vieles schnell zur Makulatur. Gerade aus den Reihen der sonst gemässigt auftretenden BDP fallen markige Worte. Grossrat Mathias Kohler verlangt in einem Vorstoss beispielsweise, dass der Universität Bern 25 Millionen Franken gestrichen werden sollen. Geschehen solle dies durch den Abbau von Disziplinen, «welche auch an anderen Hochschulen angeboten werden und dem Kanton keinen wirtschaftlichen Mehrwert bringen». Darauf angesprochen, was er unter diesem wirtschaftlichen Mehrwert verstehe, meint er: «Der Kanton braucht gut ausgebildete Nachwuchskräfte in der Privatwirtschaft. Deshalb sollte an der Uni auch versucht werden, prioritär diesem Ziel zu 18

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illustration: stéphanie winkler

dienen.» Sprich, die Uni Bern soll sich auf Fächer wie Wirtschaft, Jus und Naturwissenschaften konzentrieren, um damit die kantonale Wirtschaft anzukurbeln – und dazu ungeeignete Studiengänge streichen. Aus diesem Raster würden deshalb wohl als erstes die Studiengänge der philosophisch-historischen Fakultät fallen. Kohler nennt auch gleich konkrete Vorschläge, beispielsweise Orientalistik und die Islamwissenschaften. Wie erwartet trumpft aber auch die SVP mit ehrgeizigen Vorschlägen auf. Laut ihrem Massnahmenkatalog besteht bei der Uni Bern ein Sparpotenzial von über 15 Millionen Franken. Wie diese Summe konkret eingespart werden soll, lässt sie offen. Laut Panayides Aliki, Geschäftsführerin der SVP des Kanton Bern, handelt es sich bei der Mitte August präsentierten Liste erst um einen Wegweiser an den Grossen Rat. Aber auch die SVP spricht sich für einen Abbau von Disziplinen und die Konzentration auf Bereiche aus, in denen Bern jetzt schon führend sei. Falsche Sparmassnahmen Werden mit dem Abbau von Disziplinen kurzfristig aber tatsächlich Kosten eingespart? Christoph Pappa, Generalsekretär der Uni Bern, verneint. «Wenn uns Gelder gestrichen werden sollten, müssten wir natürlich Leistungen, welche im Leistungsauftrag des Regierungsrats enthalten sind, abbauen». Doch würde dies zunächst kurzfristig solch hohe Mehrkosten verursachen, dass der von bürgerlicher Seite angestrebte Spareffekt erst mittelfristig einträte. Denn Studiengänge müssten zu Ende geführt und gegebenenfalls Abgangsentschädigungen bezahlt werden. Zudem würde der Kanton Beiträge von anderen Kantonen und dem Bund verlieren und müsste für

seine eigenen Studierenden Beiträge an andere Kantone bezahlen. Wodurch mit einer Schliessung von Studiengängen je nach Ausgangslage im Endeffekt nicht immer wesentliche Einsparungen erreicht werden könnten. Ausserdem hebt Pappa hervor, dass die geforderte Konzentration und Zusammenarbeit schon lange stattfinde. Als Beispiel seien hier die Medienwissenschaften zu nennen, welche, abgesehen von der politischen Kommunikation, als Schwerpunkt nicht mehr in Bern, sondern nur mehr in Freiburg angeboten würden. Eine solche Aufteilung habe es zudem auch bei den fremden Kulturen gegeben: «Bern ist der einzige Standort in der Deutschschweiz überhaupt, der den Studiengang Islamwissenschaft schwerpunktmässig anbietet. Deshalb wäre eine Verschiebung gar nicht sinnvoll.» Auch dem Vorwurf der fehlenden Wirtschaftlichkeit tritt Pappa entschieden entgegen. «IslamwissenschaftlerInnen sind gefragt», so Pappa. Und auch bei andern geisteswissenschaftlichen Fächern wie Englisch, Germanistik und Psychologie seien Stellen vorhanden, welche besetzt werden müssten. Er schliesst denn mit dem Argument, dass die Universität Bern ein Wirtschaftsfaktor sei, welcher eine grosse Wertschöpfung generiere, die wiederum zur Stärkung des Kantons beitrage. «Deshalb sind Budgetkürzungen auch fraglich. Der Kanton profitiert von uns insgesamt ja mehr als wir von ihm», meint Pappa. Und hofft, dass sich diese Sichtweise in der kurzlebigen Politik durchsetzen wird. Denn eines scheint klar: Sollten die von bürgerlicher Seite geforderten Sparmassnahmen durchgewunken werden, treiben dunkle Wolken auf die Uni Bern zu. Sehr dunkle.  


das unikum im wandel

Die drei neuen RedaktorInnen und die neue Layouterin in Aktion. V.l. Carlo Bischoff, Stéphanie Winkler, Damaris Burri, David Streit. bild: franziska zihlmann

Das unikum wandelt sich. Gleich vier neue kreative Köpfe bereichern unser Team. Was es mit gefüllten Freitagtaschen, Secondhand-Gitarren, Papiertulpen und faulen Hasen auf sich hat, lest ihr am besten selbst. franziska zihlmann Bereits seit einer Ausgabe ist Carlo Bischoff – der begabte Fotograf – beim unikum dabei. Doch nicht nur fotografieren kann er, er kann auch schreiben, wie er mit seinem ersten Artikel zu Berns Langsamkeit bewiesen hat. Entgegen dem Klischee bewegt sich der 19-jährige Berner jedoch eher schnell von einem Ort zum andern. Denn ihm bleibt nicht viel Zeit zum Verschnaufen, wenn er von seiner Arbeit im Kitag Kino zur Uni und hin zum Ultimate Frisbee-Training unterwegs ist. «Ich hab’ immer viel zu tun und bin ständig unterwegs» erzählt der Sozialwissenschafts-Student. Davon zeugt auch seine vollgestopfte Freitagtasche, die ihn durch den Tag begleitet. «In meiner Freitagtasche ist alles drin, was ich brauche», fügt er mit einem Lächeln hinzu. Demnächst wird wohl seine Tasche noch ein wenig voller werden, zumal er ab der kommenden Ausgabe

auch das Amt des Vize-Koordinators innehaben wird. Secondhand-Gitarren Gemütlicher in den Tag startet hingegen David Streit, der unter seinen Freunden für seine Langsamkeit und Zerstreutheit (die zu Hause vergessene Gitarre zeugt davon, siehe Bild) bekannt ist. Im Leben des 21-jährigen Anglistik-Studenten dreht sich alles um seine Gitarre. In England in einem Secondhand-Laden ergattert, wurde sie zum wichtigsten Gegenstand für ihn. Deshalb überrascht es auch nicht, dass man David als SingerSongwriter am Buskers oder mit seiner Band auf der Bühne zu sehen bekommt. Rechenschritte über zehn möchte er lieber vermeiden, denn die verwirren ihn nur unnötig. Umso mehr möchte David als neuer Redaktor hinter die Fassade blicken, Zusammenhänge aufzeigen, Dinge von verschiedenen Blickwinkeln beleuchten und «die eigene Neugier an der Welt in Worte fassen», wie er so schön erklärt.    Bunte Papiertulpen Damaris Burri, die dritte neue Redaktorin im Team, sieht im unikum eine Möglichkeit, sich schreibend für die Studis an der Uni Bern einzusetzen. «Mir gefällt,

dass Studis der Uni Bern ihr eigenes Magazin haben, das über Probleme und Themen berichtet, die alle Studis betreffen.» Erste journalistische Erfahrungen konnte die Psychologie-Studentin, die für ihre vielen Hüte, die sie nie trägt, und gelbe Fingernägel bekannt ist, bereits zuvor als Schreiberin für das Psych-Magazin «aware» sammeln. Neben verschiedensten Hüten zieren jedoch auch viele bunte Papiertulpen ihr Zimmer. «Um mich nach meinem Erasmussemester willkommen zu heissen, hat meine Familie damit mein Zimmer tapeziert, nun tapeziere ich damit das unikum.» Wenn sie nicht gerade im Schlaf singt und in Gedanken versunken finster dreinschaut, dann erzählt die 22-Jährige unheimlich gut Geschichten, träumt oder ergibt sich süssen Verführungen.   Faule Hasen Nicht einmal im Schlaf singen würde dagegen Stéphanie Winkler. Die neue Layouterin  sieht ihre Fähigkeiten viel mehr im Lasagne kochen und im anschliessenden Verspeisen mit Freunden. Seit jeher ein treuer Geselle am Esstisch ist der faule Porzellanhase, den sie von ihrer ehemaligen WG-Mitbewohnerin geschenkt bekam. «Wie er so daliegt, ist er für mich der Inbegriff des Geniessens.» Neben kochen, geniessen, klettern und Aare-schwimmen möchte die 27-jährige Kunststudentin jedoch gerne auch den Gestaltungsbereich des unikums ausbauen und öffnen. Denn das unikum ist für Sté ein wichtiges Sprachrohr der Studis, das es unbedingt zu erhalten und weiterzuentwickeln gilt. Zudem sei das unikum auch eine Chance, in einem jungen Team gemeinsam etwas zu erreichen.  Wir sind auf jeden Fall gespannt, wie sich die neuen Ideen, Hintergründe und Motivationen auf das unikum auswirken werden und lassen uns davon überraschen.  

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zürcher studierende dürfen jubeln Nach 33 Jahren ist es endlich so weit: Die Studierenden der Uni Zürich konstituieren sich neu wieder als öffentlich-rechtliche Körperschaft. jacqueline lipp Die Uni Bern hat eine, die Uni Lausanne hat eine, die ETH und die Uni Basel ebenfalls. Nur an der Uni Zürich – der grössten Schweizer Universität notabene – fehlte sie bislang noch: Eine studentische Vertretung als öffentlichrechtliche Körperschaft. Der Zürcher Kantonsrat hat am 29. August nun aber eine entsprechende Gesetzesänderung gutgeheissen. Damit können sich die Studis in Zürich nach über 30 Jahren wieder auf eine verfasste Vertretung freuen. Ein gelungenes Comeback der Studierendenschaft der Uni Zürich (SUZ). Eigenes Geld, eigene Verträge Was bedeutet das für die Studierenden konkret? Martin Roeck, Präsident des Studierendenrates (StuRa), erklärt, dass dieser neue Status nicht nur eine formale Änderung sei. «Bislang waren die Kompetenzen unklar, die Finanzierung von der Uni abhängig und die Strukturen nur ungenügend ausgebaut.» Durch die Körperschaft erhofft sich die SUZ eine bessere Vernetzung der Studierenden, mehr studentische Mitsprache in universitätsund hochschulpolitischen Belangen und nicht zuletzt ein Ausbau der Dienstleistungen für die Studierenden. Das Spektrum an Ideen geht von der Wohnungsvermittlung über eine Studibar bis hin zum Veloverleih. Die jetzige Studierendenvertretung des StuRa leistete zwar bereits gute Arbeit im Interesse der Studis, war aber keine Rechtspersönlichkeit und damit nicht selber vertragsfähig. Das heisst, jeder Vertrag musste von der Uni unterzeichnet werden, sodass der StuRa im Falle eines Querstellens der Uni machtlos gewesen ist. Zudem war der StuRa auch finanziell von der Uni abhängig. Abstimmung geglückt Nun haben sie das Recht, eigene Mitgliederbeiträge zu erheben, was voraussichtlich zu Mehreinnahmen und damit mehr Möglichkeiten führen wird. Wie bei der StudentInnenschaft der Uni Bern (SUB) ist jeder Studi automatisch Mitglied, kann aber zu Beginn des Semesters den Austritt erklären. Als Mitglied bezahlt man einen Beitrag in der Höhe von maximal zwei Prozent der Semestergebühren, was derzeit knapp 13 Franken entspricht. Die SUZ hat kein allgemeinpolitisches Mandat, sondern äussert sich nur zu bildungspolitischen Themen – genauso wie die SUB in Bern. Bereits seit mehreren Jahren kämpften die Studis der Uni Zürich für diesen wichtigen Schritt. Vor zwei Jahren konkretisierte sich das Vorhaben durch die Einreichung einer parlamentarischen Initiative im Zürcher Kan20

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tonsrat. Nun endlich wurde er zur Abstimmung vorgelegt. Die Diskussion im Kantonsparlament war kurz und bündig. Einzig ein Vertreter der SVP – Matthias Hauser – plädierte in seinem Votum gegen die SUZ. «Der Vorschlag ist unfreiheitlich und undemokratisch», monierte er. Doch nur 72 Stimmen, vorwiegend aus der SVP und FDP, liessen sich davon überzeugen. Demgegenüber sprachen sich 99 Kantonsratsmitglieder für die Errichtung einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft aus. Das Projekt SUZ ist geglückt. Telegramm nach Vietnam Doch eigentlich ist die Uni Zürich kein Spätzünder. Bis 1978 hatte sie bereits eine verfasste Studierendenschaft – jedoch mit Zwangsmitgliedschaft. Das heisst, auch wer nicht einverstanden war mit deren Aktionen, konnte nicht austreten. Das sollte später problematisch werden. Die Studierendenschaft war seit ihren Anfängen 1919 bis Ende der 60er-Jahre rechts-liberal geführt. Mit der Verschiebung in Richtung linke Mehrheit erhoben sich erste Gegenstimmen. Denn die damals politisch linksdominierte SUZ äusserte sich zu allen politischen Themen, so auch zum Vietnamkrieg, wo sie sogar ein Glückwunschtelegramm hinschickte – mit Folgen. Denn das war dem damaligen bürgerlichen Erziehungsdirektor Alfred Gilgen zu bunt. Er beantragte im Kantonsrat die Abschaffung der SUZ. Seine Forderung erhielt zusätzliches Gewicht durch den Fall von zwei Studis, die sich weigerten, den Beitrag an die SUZ zu zahlen. Durch die Zwangsmitgliedschaft hatten sie aber gar keine andere Wahl, weil ihnen ansonsten der Rauswurf aus der Uni drohte. Doch sie zogen den Fall weiter bis zum Regierungsrat, der die Rekurse 1977 guthiess. Im gleichen Atemzug wurde die SUZ aufgrund der fehlenden gesetzlichen Grundlage für illegal erklärt und abgeschafft. Nun gibt es sie also wieder, die SUZ. Jetzt gilt es, die Statuten auszuarbeiten, sodass die wiederverfasste Studierendenschaft im Herbst 2012 ihre Arbeit als Interessenvertretung der Studis aufnehmen kann.

Den Champagner haben sie sich verdient: Der derzeitige StuRa-

Präsident Martin Roeck, seine Vorgängerin Gwendolyn Marx (l.) und deren Vorgängerin Sylvie Fee Matter. bild: zvg.


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Software bestellen für Berner Studierende leichter gemacht

Mit dem neuen Software-Shop können Software und Lizenzen einfach und unkompliziert bestellt werden. Bis anhin konnte eine kleine Auswahl an Softwareprodukten über die BUGENO bezogen werden. Neu können Studierende mit einem gültigen Campus-Account der Universität Bern Software über den Shop unabhängig von Zeit und Ort beziehen. Das Angebot gilt ab dem 10. Oktober 2011 Mehr Infos unter

www.software.unibe.ch Fragen an software@id.unibe.ch

Ausgewählte aki-Veranstaltungen rund ums Semesterthema Fussspuren Pesche Egger: Zu Fuss um die Welt

Ein Weltumwanderer erzählt von seinem langen Fussmarsch und der Freiheit, einfach loszuziehen … Dienstag, 4. Oktober 2011, 19.30 Uhr Reden? Mit den Christen? Impuls und Gespräch Ein Gespräch mit dem Autoren T. Philipp: Ist das Christentum unrettbar an vereinnahmende Kommunikation gebunden, indem es an «die Wahrheit» glaubt? Oder geht's auch anders? Dienstag, 18. Oktober 2011, 19.30 Uhr

Töggeliturnier – 4. Grand Prix de l'aki

Abteilung für Gleichstellung:

Wenn nicht alles rund läuft – auf dem Weg zum erfolgreichen Abschluss der Dissertation

Zum vierten Mal wird der grosse akiTöggelipreis verliehen. Donnerstag, 20. Oktober 2011, 18.30 bis 21.30 Uhr Einzel- oder Zweieranmeldung möglich über basil.schweri@aki-unibe.ch

Ein Dissertations-Workshop für Doktorandinnen mit dem Ziel, eine persönliche Standortbestimmung vorzunehmen. In kleinen Gruppen können Probleme rund um den Dissertationprozess erörtert und Erfahrungen ausgetauscht werden. Donnerstag, 17. November 2011, 13.30 bis 17 Uhr Anmelden bis am 03. November 2011 über

info@afg.unibe.ch oder www.gleichstellung.unibe.ch

Ich

mit

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Wo fliesst Ihre Energie? Finden Sie’s raus – Infos zum Einstieg bei der BKW-Gruppe gibt es unter:

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Beratungsstelle der Berner Hochschulen Lieber jetzt als morgen - do it now

Ein Workshop für Studierende, die wieder Dinge geregelt kriegen möchten. Freitag, 21. Oktober und 11. November 2011, 9 bis 12 Uhr (zweiteiliger Workshop) Anmelden bis spätestens 7. Oktober 2011 unter 031 631 45 51 oder online über www. bernerhochschulen.ch

Stressbewältigung durch Achtsamkeit im studentischen Alltag

Mindfulness-Based Stress Reduction: Ein Workshop für Studierende, die sich auf einen siebenwöchigen Prozess mit täglichen Übungszeiten einlassen wollen. Vorgespräch anfangs Oktober 2011. Sieben wöchentliche Gruppensitzungen jeweils am Dienstag vom 1. November bis 13. Dezember 2011, 17.15 bis 19.45 Uhr Anmelden bis Ende September 2011 unter 031 631 45 51 oder online über www.bernerhochschulen.ch

Berufseinstieg

Für Studierende, die kurz vor dem Abschluss ihres Studiums stehen. Mittwoch, 2., 16., 30. November und 14. Dezember 2011, 13.30 bis 17.15 Uhr (vierteiliger Workshop) Anmelden bis spätestens 19. Oktober 2011 unter 031 631 45 51 oder online über www.

bernerhochschulen.ch.


reinziehen 3 film

Black Dynamite (2009)

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Evelinn Trouble

Television Religion chop. Evelinn Trouble mag böse Überraschungen. Und Evelinn Trouble mag Lärm. Die süssen Popmelodien ihres Debuts «arbitrary act» sind kaum verklungen, da schickt die 21-jährige Zürcherin ein zweites Album an den Start, das die alten Schubladen und Vergleiche per Arschtritt ins Jenseits befördert. «Television Religion» ist ein Befreiungsschlag, strotzend vor Wut und Energie und gleichzeitig sanft und düster. Das neue Material reicht von groovender Unterkühltheit à la Björk bis zu Melancholiebrocken der SchwergewichtsExtraklasse. Ein Album, dem das Prädikat Eigensinn aus jeder einzelnen Rille klingt! Gewinne eine von drei CDs! Schicke eine E-Mail mit dem Betreff «Trouble» an: verlosung@sub.unibe.ch. Einsendeschluss ist der 12. Oktober 2011.

Portugal the Man

In the Mountain in the Clouds ds. Neu ist es nicht, was uns die Band mit dem eher speziellen Namen auf ihrer sechsten Platte bietet. Taucht man ein in die Klanglandschaften der Herren aus Alaska, so begegnet man schon bald einmal Ziggy Stardust, der einem von fern Liebesgrüsse aus den 60ern und 70ern zusendet. Auch an die halluzinogen wabernden Harmonien und Gesänge von MGMT, selber ja Meister des Zitierens, fühlt man sich ständig erinnert. Doch das ändert nichts daran, dass diese Musik einfach verdammt gut klingt. Schon der Opener «So American» reisst mit seiner wundervollen Ohrwurm-Melodie und dem entspannt groovenden Beat von der ersten Note an mit. Und auch die folgenden Stücke verführen durch üppig orchestrierte Arrangements, in denen Gitarren, Streicher, Bläser und Elektronik stellenweise ein wahres musikalisches Feuerwerk entfachen. Der perfekte Soundtrack, um nochmals mit leichter Wehmut an die Bilder des Sommers zu denken und sich langsam mit dem Herbst anzufreunden. Portugal the Man spielen am 3. Dezember im Dachstock der Reitschule Bern sowie am Tag darauf im Plaza in Zürich.

Scott Sanders cb. Wer steht auf «Trash»? Denn dieser Film ist ziemlich trashig. In der Geschichte geht es um Black Dynamite (Michael Jai White), welcher auf der Suche nach dem Mörder seines Bruders ist. Auf seiner Reise in die Tiefen der Kriminalität stösst der ehemalige CIA-Agent nur auf weitere üble Machenschaften. Ob er sie verhindert? Na logisch, er ist ja schliesslich Black Dynamite. Der afroamerikanische Chuck Norris. Die Frauen lieben und seine Feinde fürchten ihn. Als One-Man-Army boxt er sich durch die Strassen von Kalifornien. Seine Sprüche sitzen immer. Ganz im Stile der 1970erJahre gedreht, gehört Black Dynamite zum Blaxploitation Filmgenre und ist eine Hommage an Klassiker wie Shaft (1971) oder Foxy Brown (1974). Mit seinem speziellen Konzept gelang immerhin der Einzug in die offizielle Selektion des Sundance Film Festivals. Bleibt nur noch eins zu sagen: «All you suckas gather round, there's a brand new movie comin' to town! So get on up and check the scene of the smoothest and baddest mother to ever hit the big screen!»

buch 4

Pedro Lenz

Der Goalie bin ig fj. Gut ein Jahr ist's her, als Lenz' erster (Mundart-)Roman «Der Goalie bin ig» erschien. Und wohl nochmal gut ein Jahr wird's geh'n, bis man ihn im Kino sehen wird; den Goalie. Liebenswürdig und bemitleidenswert zugleich ist er. Der, den man begleitet. Der, dem man zuhört und ihn nur allzu oft versteht und denkt: «Pech gehabt, du armä Siech!» Denn das hat er: «I bi nes Zytli z'Witzwiu ghocket, Voupension, he jo, wäge Giftgschichte. Es hetmi gfüdlet und inegnoh.» Und so geht's auch dem oder der LeserIn. Man hört ihm nämlich gerne zu, dem Junkie aus Schummertal; und zu erzählen hat er wahrlich viel. «Gschichte si nid wi Zähn, wo nume zwöi Mou chömen und wenn se verbrucht hesch, isch fertig. Nei, d Gschichte wachse immer wieder noche.» «Der Goalie bin ig»: Ein Roman mit kleinen Kulissen, ohne Tamtam oder pseudoromantischem Happy-End. Wie das Leben selbst halt. Doch lest am besten selbst, dann werdet ihr euch auch freuen; auf den Film. unikum 152

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apropos ...

... einfacher Mehrzeller. Ist ein Vogelnest natürlich? Sicher. Ist ein Ameisenhaufen natürlich? Sicher. Ist ein Wohnblock natürlich? Warum ist die Behausung des Homo sapiens, dieses mehrzelligen Organismus, nicht natürlich? Warum ist die Art, wie wir uns fortbewegen und vermehren, nicht auch natürlich? Wir wollen die Natur retten und vergessen, dass wir selbst Natur sind. Häuser, Autos und selbst Atomkraftwerke sind Dinge, die Menschen ohne fremde Hilfe produzieren. Sogar die künstliche Befruchtung, so unnatürlich sie auch scheint, haben die Menschen allein erfunden. Sie sind Produkte der Spezies Mensch: Nicht mehr oder weniger natürlich als ein Vogelnest. Wenn es aber um Naturschutz geht, spalten wir uns von der Natur ab. Wir denken, dass wir unsere Verantwortung auf der Erde nicht wahrnehmen. Dabei schwingt die Anklage an die Menschheit mit, die Natur mit unlauteren Mitteln übertrumpft zu haben. Mit welchen unlauteren Mittel? Glauben wir wirklich, dass wir so einmalig und speziell sind? Wir wären nicht die erste Spezies, die an ihrem Abfall erstickt, und wir sind auch nicht die ersten, die die Bedingungen auf der Erde verändert haben. Die frühen Cyanobakterien, die als erste Organismen Sauerstoff als Abfall produzierten, sind an ihren eigenen Abfallwolken «erstickt» und ausgestorben. Sie haben dabei die Bedingungen auf der Erde so stark verändert, dass sich aerobe Organismen entwickeln konnten. Dass wir unseren Lebensraum ebenso kaputt machen wie die Cyanobakterien den ihren, zeigt, wie ähnlich wir uns sind. Klar könnten wir – wie es auch die Cyanobakterien vor 3,5 Milliarden Jahren gekonnt hätten – uns entgegen unserem natürlichen Drang weniger vermehren und weniger Abfall produzieren. Aber wer würde das schon von einfachen Mehrzellern erwarten? marisa molinaro

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die fünf

die fünf skurrilsten forschungsergebnisse An der amerikanischen Elite-Uni Harvard werden am 29. September wieder die Gewinner des Ignobelpreises auserkoren. Der seit 1991 jährlich verliehene Preis ehrt bizarre Forschungsprojekte aus diversen Fachgebieten. Unsere fünf Favoriten: david streit 1. Medizin Eine wohltuende Erkenntnis für alle Freunde des Fahrstuhlfahrens: Laut einer Studie von Charnetski und Brennan Jr. von der Wilkes-University (USA) regt das Hören von Fahrstuhlmusik die Bildung des Wirkstoffs Immunoglobulin im menschlichen Körper an – und wirkt damit möglicherweise vorbeugend gegen Erkältungen. Wenn dies kein wegweisender Schritt gegen steigende Gesundheitskosten ist ... 2. Physik Seit 1927 beobachten Forscher der University of Queensland (Australien) die Zähflüssigkeit von Pech bei normaler Raumtemperatur. Dazu erwärmten sie das Pech, füllten es in einen Trichter und beobachten seither nun ununterbrochen, wie es äusserst langsam durch den Trichter fliesst und in Tropfen zu Boden fällt. Das Ergebnis bisher: Pech ist zähflüssig. Sehr sogar. Seit 1927 fielen gerade mal acht Tropfen in das Auffangglas – macht durchschnittlich einen Tropfen in neun Jahren. 3. Luftfahrt Im Jahre 2007 wurde ein argentinisches Forscherteam für eine andere faszinierende Erkenntnis ausgezeichnet: Anhand eines Experimentes bewies es, dass Hamstern Viagra bei der Bewältigung des Jetlags hilft. Anscheinend unterstützt der darin enthaltene Wirkstoff Sildenafil die Nagetiere dabei, sich schneller auf veränderte Lichtverhältnisse einzustimmen. Dadurch braucht deren Biorhythmus weniger lange, um sich von einem «transmeridionalen, nach Osten gewandten» Flug zu erholen. Was der Wirkstoff bei Hamstern sonst

noch bewirkt, ist nicht beschrieben. 4. Linguistik In jenem Jahr wurde auch ein anderes Experiment prämiert, welches sich mit Nagetieren beschäftigte: Im Dienste der Sprachforschung wurde an Ratten getestet, ob sie zu einer Unterscheidung fähig sind. zwischen einer Person, die Japanisch rückwärts spricht, und einer, die dasselbe auf Niederländisch praktiziert. Das Ergebnis war leider ernüchternd. Die Ratten bemerkten offensichtlich keinen Unterschied. 5. Frieden Im wohl auszeichnungswürdigsten Gebiet, dem Preis für besondere Leistungen im Namen des Friedens, wurde vor zwei Jahren sogar die Universität Bern ausgezeichnet. Ein Team um den Gerichtsmediziner Stephan Bolliger untersuchte, ob es einen Unterschied macht, eine leere oder eine volle Bierflasche über den Schädel geschlagen zu bekommen. Die Erkenntnis: Schädel-Hirn-Traumata werden durch beide ausgelöst. Theoretisch wäre aber die volle Flasche harmloser, da sie früher zerspringt und somit der Gesundheit weniger Schaden zufügen sollte.

John Mainstone vor seinem berühmten Pechtrichter. bild: zvg


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Das Café «Wartsaal» in der Morgensonne. bild: carlo bischoff

ich warte Seit August gibt es das neue Café «Wartsaal» in der Lorraine. Der Name erinnert an Orte, welche unbehagliche Gefühle oder Langeweile mit sich bringen. In diesem Fall ist das aber ganz anders. carlo bischoff

chenende … Warten - ein meist negativ besetztes Wort neu entdecken: Warten als wertvoller Moment zwischen zwei Fixpunkten im Tagesprogramm, als kurze Flucht, als Möglichkeit, nahe bei sich selber zu sein.» Das verspricht zumindest die Website. So wie immer kam ich fünf Minuten zu spät, vor David steht bereits ein Latte Macchiato, ich bestelle einen Iced Chai. Die Karte ist zwar klein, aber fein; ich entdecke einige spezielle Sachen. Viele verschiedene und unübliche Teesorten aus dem Länggass-Tee-Laden, etliche Biersorten vom Bierexpress in der Lorraine und Sirup vom Sirupier de Berne. Die Lokalität und die Diversität des Angebots erstaunt mich und lässt mich bereits wieder an meiner Bestellung zweifeln. Das nächste Mal gibt es ein «Fever-Tree Ginger Beer». David hat sich unterdessen ein Buch geschnappt, denn der Wartesaal serviert nicht nur heisse und kalte Getränke, sondern auch brühwarme Literatur. Verschiedene Büchergeschäfte präsentieren hier ihre Vorschläge in der separaten Literaturkarte. Vor Ort darf man probelesen und wenn es einem gefällt, kann man das Buch auch gleich kaufen. David liest ein Architekturbuch mit dem Titel «Die Lorraine–Hommage an ein Berner Stadtquartier». Das ist nichts für mich, ich hole mir lieber den Bildband «Das Filmplakat». Im Hintergrund läuft Portishead. «Hier fühl ich mich wohl», meint David. Die ganze Frontseite des kleinen Lokals besteht aus Fenstern und die spätsommerliche Morgensonne schafft die richtige Atmosphäre. Auch draussen hat's übrigens Plätze unter der gemütlichen Laube, gleich nebenan. Wir haben Hunger. Ein kleines Frühstück wäre jetzt das Richtige. Wir kriegen aber nur ein paar Gipfeli. Was solls. Sollte sich herausstellen, dass Brunch ein Bedürfnis sei, dann werde man den einführen, steht im BZ-Artikel zum Wartsaal. Essen kann man bis jetzt Pasta, verschiedene Snacks und ein paar süsse Kleinigkeiten, aber das wird sich ja vielleicht ändern. Denn «Keine Frage – Brunch ist ein Bedürfnis!», liest man unter den Facebook-Posts auf dem Wartsaal-Profil. Die Wartsaal-FreundInnen werden dazu aufgefordert, sich mitzuteilen, und können so aktiv zu Veränderungen beitragen. Langsam füllen sich die Tische und die Bedienung kurvt um uns herum. An den Abenden seien Lesungen geplant, hat sie uns vorhin erzählt. Das wäre doch was, denk ich mir. Man wird mich wohl früher oder später auch am Abend hier antreffen. David muss weiter, ich bleibe noch ein wenig sitzen und lese den Bund. Meinen nächsten Termin habe ich erst in einer halben Stunde. Ich fühle mich auch wohl, hier im Wartsaal lässt es sich gut warten. Bevor ich dann doch weiterziehe, bekomme ich im Gespräch mit einem Gast noch einen weiteren Buchtipp, «Der Weg zum Glasbrunnen», ein Krimi. Ich werds mir merken.

Es ist Dienstagmorgen. Neun Uhr früh, um genau zu sein. Eigentlich ziemlich früh für Studierende in den Semesterferien. Aber David und ich sitzen im «Wartsaal» in der Lorraine. Nein, nicht beim Arzt und auch nicht beim Therapeuten, sondern im neuen Café an der Lorrainestrasse 15. Warten ist dort Programm, aber nicht so wie man das sonst kennt. «Ständig sind wir am Warten: auf eine Antwort, auf einen Zug, auf das nächste Wounikum 152

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geschalteten russischen Satelliten über 2 000 grössere Trümmerteile resultierten, die nun weiter ihre gefährlichen Runden drehen. Umweltschutz im All Nebst der Gefahr für die Satellitenbetreiber besteht langfristig betrachtet auch ein Platzproblem. Navigationssysteme, Liveübertragungen von Fussballmatches, Telefonie und Meteosendungen sind auf eine sichere Umgebung im All angewiesen. Zwar gibt es eine Menge Ideen, wie man den Schrott einsammeln könnte. Da die Putztechnologien aber sehr kostspielig sind, sollte allen daran gelegen sein, möglichst wenig Müll zu produzieren. Dieses Bewusstsein hat sich in den letzten Jahren langsam entwickelt, auch dank der WeltraumschrottForschung.

Ein-Meterteleskop in Zimmerwald. bild: zvg

unter der lupe: weltraumschrott Was wird eigentlich an der Uni Bern geforscht? In unserer neuen Rubrik nehmen wir jeweils ein Forschungsprojekt unter die Lupe. Den Anfang macht der Weltraumschrott. jacqueline lipp Nicht nur auf der hiesigen Erde haben wir ein Littering-Problem – nein, sogar im Weltall verschmutzt der Mensch die Umwelt. «Naja, dort lebt ja niemand, also wen stört's?», könnte man denken. Doch der sogenannte Weltraumschrott ist gefährlich: Es droht Kollisionsgefahr! Denn sowohl Satelliten als auch Weltraumstationen könnten mit verloren gegangenem Werkzeug, Wegwerf-Trägerraketen, aber auch abblätternder Farbe oder Schutzfolien zusammenstossen. Die Grösse des Mülls reicht von zentimeterkleinen Farbpartikeln bis hin zu zehn Meter grossen «toten» Satelliten. Bereits die Kleinstteile können gefährlich werden, denn sie rasen: Ein Partikel mit einem Zentimeter Durchmesser kann mit zehn Kilometer pro Sekunde durch die Weiten des Alls sausen und hat damit die Wucht einer Handgranate. So geschehen 2009, als bei einer Kollision eines amerikanischen Kommunikationssatelliten mit einem ab-

Verlorene Satelliten suchen Den Weltraumschrott als seriöses Problem zu etablieren war auch eine Absicht der Forschungsgruppe um Professor Thomas Schildknecht am Astronomischen Institut der Uni Bern. Sie suchen mittels optischer Teleskope nach neuen Schrottteilen – wie nach der berühmten Nadel im Heuhaufen. Die gefundenen Objekte werden einerseits katalogisiert, andererseits bestimmt das Forschungsteam den Ursprung dieser Teile. So entsteht ein Überblick über die Gesamtheit der Schrottpartikel. Zuweilen muss die Forschungsgruppe auch Daten für Ausweichmanöver liefern. Durch die zahlreichen Erfahrungen im Auffinden von Schrottteilen ist es sogar schon vorgekommen, dass Schildknecht verlorene Satelliten wiederfinden musste. Die Arbeit wird dem Forschungsteam so schnell nicht ausgehen. Denn auch wenn ab sofort keine neuen Satelliten mehr ins All gebracht würden, produzieren die bestehenden Installationen immer mehr Abfall. Und für den grössten Teil davon gilt: Er bleibt bis in alle Ewigkeit.

Thomas Schildknecht vom Astronomischen Institut der Uni Bern erforscht intensiv den

Weltraumschrott. Die Beobachtungen werden in internationaler Zusammenarbeit mit dem ein-Meter-Teleskop in Zimmerwald und

Teneriffa durchgeführt. Das Forschungsteam

hat sich auf Objekte in hohen Umlaufbahnen spezialisiert, im sogenannt geostationären

Gürtel, wo die Telekommunikations-, TV- und Meteosatelliten positioniert sind. Während Müll in tieferen Lagen beim Eintritt in die

Erdatmosphäre verglüht, bleiben die Teile im geostationären Gürtel auf ewig erhalten. unikum 152

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