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ISSN 1862-2542

63. Jahrgang 1. April 2011 2/2011

B 1119

Stefanus aktiv in Kirche und Welt

Und Gott sah, daß es gut war Raum erfahren – Raum schaffen


Liebe Leserinnen und Leser! Wir alle leben in Räumen, sei es in einem Zimmer, einer Wohnung, im Büro, in unserem Dorf oder in der Stadt, auf der Erde oder im Weltenraum. Räume können • einengen oder weiten • Fragen aufwerfen oder Staunen hervorrufen • Unbehagen oder Wohlbehagen erzeugen • Ängste oder Freuden verbreiten • Behinderungen oder Ideen hervorbringen • erdrücken oder befreien • nach unten oder oben weisen • Kälte oder Wärme ausstrahlen • Gefahr oder Schutz sein • Luft nehmen oder Atem schenken • in Dunkelheit oder Licht hüllen • … Wir spüren, erfahren: Räume nehmen einen nicht unerheblichen Einfluss auf unser Leben, auf unser Gefühl und können uns im Innersten bewegen. Ihnen wünsche ich, dass es gelingen möge, ihre Räume schön und einladend zu gestalten. Mit einem frohen Ostergruß Herbert Frick Erster Obmann der Stefanus-Gemeinschaft


Raum zwischen Himmel und Erde Der zweite Schöpfungstag

2

Macht euch die Erde untertan Hinordnung auf Gott

BLICKpunkte

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Wo ist der Himmel? Wie stellen wir uns Himmel vor

8

Ein Lebenshaus für alle Lebewesen Gott schafft Raum zum Leben 10

Die entschlossene Entschlossenheit Theresa von Avila 14

Freude am Wort Gottes Die Schriftstelle für jeden Tag 22

Juliana von Lüttich Die Zellenheiligen von Heiligkreuztal 28

Aktuelles aus Heiligkreuztal KLOSTER Heiligkreuztal

Verabschiedung von Raul Castro 31

Ein Blick hinter die Mauern

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Unsere Bildungsangebote im Bildungshaus St. Stefanus 46 im Kloster Heiligkreuztal 47

Gott und die Seele Jahresleitwort der Stefanus-Gemeinschaft 16

Lebendiges Geschehen Versteckter Rassismus 35 Der heilige Stephanus 36

GEMEINSCHAFT leben

Neues von der Ratstagung

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Wir laden ein Veranstaltungen der Stefanuskreise 43

INNEhalten

Wir gratulieren / Wir gedenken

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Achtsamkeit

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Der Tod hat nicht das letzte Wort

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Neues aus dem Bücherregal

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Fotos des Werkbriefes Andrea Kotter

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Räume immer neu geschaffen Andrea Kotter

BLICKpunkte

Raum zwischen Himmel und Erde Der zweite Schöpfungstag »Dann sprach Gott: Ein Gewölbe entstehe mitten im Wasser und scheide Wasser von Wasser. Gott machte also das Gewölbe und schied das Wasser unterhalb des Gewölbes vom Wasser oberhalb des Gewölbes. So geschah es, und Gott nannte das Gewölbe Himmel. Es wurde Abend, und es wurde Morgen: zweiter Tag.« Gen 1,6-8

Gott schuf am zweiten Tag den Raum zwischen Wasser und Wasser, Raum zum Leben – Lebensraum. Ein Gewölbe, das Firmament, eine Feste oder eine Ausdehnung, wie es in verschiedenen Bibelübersetzungen zu lesen ist. Den Schöpfungsraum Gottes gilt es in unendlich vielen Facetten zu entdecken. Gott hat uns in Seiner schöpferischen Vielfalt Raum geschaffen. Wo und wie wird mir dieser Raum bewußt? Raum, den ich nach außen wahrnehme, Raum, in dem ich mich bewege, Raum, der in mir ist? 2

Raum zwischen Grenze und Unendlichkeit – Stehe ich auf dem Gipfel eines Berges, angelangt an der Grenze zum Nichts, blicke in die Weite, die Fülle, die Unendlichkeit der Schöpfung, über mir Himmel, unter mir Tiefen, Täler, Schluchten. Schaue ich in sternklarer Nacht in die Tiefe des Himmels, eingetaucht in Stille und das Glitzern der Sterne. In solchen Momenten fällt mir oft Psalm 8 ein, in dem es heißt: »Seh' ich den Himmel, das Werk deiner Finger, Mond und Sterne, die du befestigt: Was ist der Mensch, daß du an ihn denkst, des Menschen Kind, daß du dich seiner annimmst?« Kirchenraum – Klosterraum Heiliger Raum, der mich umfängt, bei der Feier der Eucharistie in unserem Münster. Was haben die Baumeister des Münsters und des Klosters empfunden. Aus Steinen wuchs in Jahrzehnten und Jahrhunderten ein

Gott - der Baumeister Bild der himmlischen Ordnung, »in den Maßen und Proportionen des Baus ein Bild des klingenden Kosmos, von Tönen und Harmonien des Gregorianischen Gesangs erfüllt« (‘Singende Steine’ von Fernand Pouillon). Schöpfung aus der Hand des Meisters, den Raum darstellend zwischen Himmel und Erde, um unsere Seelen emporzuführen in die Gewölbe, eingehüllt in Gebete, Gesang, Weihrauch … Raum der Stille – Raum, den ich nicht suchen muß, nicht schaffen muß. Raum, der in mir ist. Alles ist Raum Gottes und »Umgebung« seiner Gegenwart. Ein Ort, voll Lärm, Gelächter, Durcheinander, Gedränge, kann Raum des Gebets werden. »Ich setzte mich in eine Ecke und merkte von allem nichts mehr. Ich las das Evangelium. Ich schloß die Augen. Ich redete mit Gott und hörte ihm zu. Was war das für ein Wohlgefühl, ein Friede, eine Stille!« so beschreibt Carlo Carretto sein Gebet im übervollen Eisenbahnwaggon.


Raum in mir – Als ich die heilige Elisabeth von der Dreifaltigkeit kennenlernte, sprach mich zutiefst an, daß und wie sie für Jesus einen Raum in sich schaffen wollte und schuf, einen Raum für Gott und seine Liebe. Sie schreibt: »Damit es dem göttlichen Geliebten in meiner kleinen inneren Zelle gefällt, will ich sie mit so vielen Blumen schmücken, wie ich nur finden kann: Die Blumen sind die kleinen Opfer jeden Augenblicks.« Manchmal suche auch ich nach diesem Raum in mir für Jesus. Tabernakel – Raum der Gegenwart Gottes, Mantel, der schützt, Zelt, das birgt, Raum, der den Blick ruhig werden läßt. »Ich bin der Ich-bin-immer-fürdich-da« Ex 3,14 Raum der Gewißheit: Du bist da! Raum in Gott – Jesus sagt: »Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch.« Joh 14,20 Krafträume – Ich war auf dem Weg zu Bruder Klaus in den Ranft, es ist schon viele Jahre her. Ich ging den Pilgerweg der Wiese entlang hinab. Kurz bevor

es in den Wald hineinging, spürte ich eine Art Widerstand. Es war, als ob die Luft plötzlich dichter, fester, undurchdringlicher wurde. Wie in eine andere Welt ging ich hindurch und erhielt dazu die Erkenntnis, daß es sich um das zur Kraft gewordene Gebet der Menschen handle, die seit Jahrhunderten zu diesem Heiligen kommen. Oft ging ich seither noch in den Ranft hinab, aber ich habe dies nie mehr so erfahren wie damals. Viele Menschen wählen sich einen Ort, einen Raum, an den sie sich zurückziehen, an dem sie auftanken können. Mancher findet diesen Raum in der Natur, andere in einer Kapelle, wieder andere können sich in sich selbst zurückziehen, im Gebet, in der Meditation. Raum außerhalb – Was liegt außerhalb des Raumes? Als Gott Raum zum Leben für seine Schöpfung schuf, blieb außen der Raum, in dem Leben nicht möglich war, der jedoch untrennbar zur Schöpfung gehört und erst Leben im Raum ermöglicht. Raum der Wüste – Faszinierend ist es, von Menschen zu lesen, die in der Wüste lebten, sich dorthin in die Einsamkeit zurückzogen, in Einsiedeleien lebten: die Wüstenväter, Charles de Foucauld, Carlo Caretto, Antoine de Saint Exupéry, … Gegensätzlichkeit und Grenzerfahrungen, Weite und Geborgenheit zeichnen den Lebensraum der Wüste aus. Mystiker und Heilige – bringt man oft in Verbindung mit ei-

nem bestimmten Ort oder Raum. Der Ort einer Mutter Theresa oder eines Dom Helder Câmara war bei den Armen. Einsiedeleien oder Klöster waren die Räume vieler Heiligen. Die Räume eines Franz von Assisi waren zum Beispiel die Felsspalten – je enger und tiefer sie waren, desto lieber wählte er sie aus, um dort zu beten, zu schlafen und zu wohnen. Weshalb? Sie waren für ihn eine tiefe Verbindung zum gekreuzigten Christus und eine stete Erinnerung an seinen Tod, da sich, laut Mt 27,51 beim Tod Jesu die Erde spaltete: »Da riß der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei. Die Erde bebte, und die Felsen spalteten sich.« Manch Stichwort liegt noch vor mir zum Thema ‘Raum und Ort – zwischen Himmel und Erde’. Anregung zum Weiterdenken und Überlegen, dazu, über eigene Erfahrungen nachzusinnen Zwischen Raum und Zeit – Raum und Ewigkeit – sich und anderen Raum geben – Freiraum – Raum in der Kunst – … Das Zeichen dieses Raumes zwischen Himmel und Erde ist das Kreuz – Jesus, ausgespannt zwischen Himmel und Erde. Martin Gutl schrieb dazu: Ausgestreckt, ausgespannt zwischen Gesetz und Gnade, zwischen Himmel und Erde, zwischen Gott und Mensch. Er ist zum Kreuz geworden. Kein anderes Zeichen deutet das Leben so hoffnungsvoll wie das Kreuz. 3


Der Mensch ist nur Verwalter Univ.-Prof. Bernhard Körer

BLICKpunkte

Macht euch die Erde untertan Hinordnung auf Gott I

n Gesprächen bekommt man öfter zu hören, der christliche Glaube sei mitschuld an der heutigen Umweltmisere. »Macht euch die Erde untertan« sei eine Kampfparole gegen die Natur. Im folgenden eine Auseinandersetzung mit diesem Vorwurf. Universum ist wohl eine der schönsten und informativsten Sendungen des Fernsehens. In prachtvollen Bildern wird jedes Mal ein neues Kapitel der reichen Lebensvielfalt unseres Planeten aufgeschlagen. Der sachkundige Kommentar erklärt Entstehung und Vielfalt der Phänomene und Lebewesen in Vergangenheit und Gegenwart. Die Evolution ist im Hintergrund allgegenwärtig – der große Zusammenhang eines immer mehr sich entfaltenden Werdens. Wenn ich recht sehe: Gott kommt in diesen Sendungen nicht ins Blickfeld. Zu anderen Zeiten war es offensichtlich an4

ders: »Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes«. Himmel und Erde, die ganze Schöpfung als ein Lobpreis auf den, der sie geschaffen hat. Das war nicht nur die Perspektive, die in Psalm 19, also vor über 2500 Jahren angesprochen worden ist, sondern auch das Empfinden von Denkern im neuzeitlichen Europa, das bereits tief von der Aufklärung geprägt war. Ob der Philosoph Immanuel Kant oder der Komponist Ludwig van Beethoven – das Betrachten des Kosmos war für sie immer auch Aufschwung der Seele zu Gott. Wahrscheinlich vermag die unverstellte Begegnung mit der Natur auch heute noch Staunen zu wecken. Vermutlich ist aber nicht wenigen Zeitgenossen die Adresse abhanden gekommen, an die sie ihr Staunen in Form des Dankes, des Lobpreises richten können. Vielleicht sind sie auch unsicher geworden durch

jene, die sagen, daß die Naturwissenschaften den Kosmos und seinen ungeheuren Lebensreichtum auch ohne Gott zu erklären vermögen. So haben sie möglicherweise den Verdacht, daß Gott eine Art vorwissenschaftlicher Hypothese sei, die heute einfach überholt ist. Und am Ende, so meinen manche, bleibe nur ein Weltbild, wie zum Beispiel das des Nobelpreisträgers Jacques Monod, daß buchstäblich alles durch Zufall und Notwendigkeit, auf jeden Fall ohne Gott zu erklären sei. Und so vertritt er am Ende die Auffassung, daß der Mensch nichts anderes sei als ein heimatloser Nomade am Rand des Universums. Zu Recht hat man eingewendet, daß Monods Aussagen nicht Konsequenz seiner naturwissenschaftlichen Forschungen sind, sondern die Deutung von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen im Licht einer atheistischen Philosophie. Gegen solche Versuche, wissenschaftliche Erklärungen zu weltanschaulichen Aussagen zu verallgemeinern, hat im Sommer 2005 der Kardinal von Wien, Christoph Schönborn, mit seinem Kommentar in der New York Times »Finding Design in Nature« (In der Natur einen Plan entdecken) Einspruch erhoben. Das Stichwort 'design' war genug Anlaß, den Kardinal in die Nähe der sogenannten Kreationisten zu rücken und ihm zu unterstellen, er vertrete im Widerspruch zur modernen Naturwissenschaft einen unaufgeklärten Standpunkt.


Es war der Philosoph Robert Spaemann, der die Absicht des Kardinals vermutlich richtig herausgearbeitet hat: Demnach habe sich Kardinal Schönborn vor allem dagegen gewandt, die Evolutionstheorie als universale Erklärung, als Weltanschauung zu verstehen. Gegen jede Form eines solchen selbstgenügsamen »Evolutionismus«, der jede weitere Frage, zum Beispiel nach Gott, überflüssig macht, gelte es, die theologische Perspektive zur Geltung zu bringen. Und zwar nicht nur als unverbindliche Interpretation, sondern als eine Sicht der Wirklichkeit, die in den Fakten einen Anhaltspunkt hat. Robert Spaemann schreibt: »Worum es geht, läßt sich vielleicht am besten mit dem Anfang eines Gedichts von Matthias Claudius sagen: 'Ich danke Gott und freue mich/ wie's Kind zur Weihnachtsgabe,/ daß ich bin, und daß ich dich,/ schön menschlich Antlitz habe.' Gibt es einen Grund, jemandem für das Menschsein zu danken, ja oder nein?« Den Kosmos als Schöpfung sehen und Gott als Schöpfer, heißt nicht, Gott zum Ersatz für eine wissenschaftliche Erklärung machen. Wo aber Gott als Schöpfer zur Sprache und ins Spiel kommt, da ändert sich die Wahrnehmung der Welt, die Erfahrung des eigenen Daseins und nicht zuletzt das Verhalten zur Welt. Und das ist von größter Bedeutung. In der neuzeitlichen Diskussion zwischen dem christlichen Glauben und den aufkommen-

Ähnliche Darstellungen der Erschaffung der Welt findet man in vielen alten Bibelhandschriften. den Naturwissenschaften ist es die längste Zeit darum gegangen, ob bzw. in welchem Sinn die Welt Schöpfung Gottes ist und Wissenschaft und Glaube vereinbar sind. Im 20. Jahrhundert wurden mit dem enormen Fortschritt der Naturwissenschaften und der Technik die Möglichkeiten des Menschen immer größer, in die Natur einzugreifen und den eigenen Anliegen dienstbar zu machen. Daraus hat sich eine zusätzliche Frage ergeben. Es war vor allem der erste Bericht des »Club of Rome«, der in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts auf die katastrophalen Folgen des wissenschaftlichen Fortschritts aufmerksam gemacht hat: Ausbeutung der natürlichen Ressourcen der Erde, Zerstörung des ökologischen Gleichgewichtes und damit der Lebensgrundlagen für die zukünftigen Generationen. Im damals beinahe noch ungebrochenen Fortschrittsoptimismus saß der Schock tief, den dieser Bericht ausgelöst hat. Für nachdenkliche Menschen ergab sich daraus eine neue ethische

Frage: Wie sieht ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur aus? Und so wurde auch in der christlichen Schöpfungslehre ein neues Kapitel notwendig: Schöpfungsethik. Unter diesem neuen Vorzeichen kam es auch zu einem neuen Vorwurf an die Adresse des Christentums. Was ihm die längste Zeit gutgeschrieben wurde, wird jetzt zur Kritik. Der jüdisch-christliche Schöpfungsglaube, der Gott, den Schöpfer, und die Schöpfung deutlich unterscheidet, galt und gilt als Grundlage für die Entwicklung der Naturwissenschaften. Wie sich bei herausragenden Naturwissenschaftlern am Beginn der Neuzeit zeigen läßt, hat sie der Glaube an einen intelligenten Schöpfer dazu ermutigt, den Bauplan der Natur zu erforschen, den Gott gewissermaßen in Seine Schöpfung gelegt hat. Und weil die Natur ja nicht selbst Gott, sondern von Ihm unterschieden – Schöpfung Gottes – ist, deshalb durfte sie auch der Forschung, ja dem Experiment unterworfen werden. Aber genau diese »Entzauberung« der Welt wird zusammen mit dem Schöpfungsauftrag »Macht euch die Erde untertan«, wie er im Buch Genesis (1,28) formuliert ist, für die Ausbeutung der Natur verantwortlich gemacht. Im deutschen Sprachraum war es vor allem Carl Amery mit seinem Werk »Das Ende der Vorsehung«, der dem Christentum vorgeworfen hat, der Schöpfungsauftrag sei an der Zerstörung des Planeten Erde mitschuld. 5


Marc Chagall - »Schöpfung« 1960 Ich bin gegenüber diesem Vorwurf deshalb eher gelassen, weil der weitere Zusammenhang dieses Schöpfungsauftrages zu beachten ist. Solange dieser Auftrag im Zusammenhang des ganzen Glaubens an Gott den Schöpfer gelesen und verstanden wird, kommt man wohl nicht darum herum, daß der Mensch nicht Herr, sondern bestenfalls Verwalter der Schöpfung ist. Er darf mit der Schöpfung nicht nach Gutdünken schalten und walten und er darf sie nicht hemmungslos ausbeuten, sondern er ist Gott gegenüber verantwortlich. 6

Und so verwundert es nicht, daß im Zusammenhang mit der ökologischen Krise gerade auch christliche Denker darauf hingewiesen haben, daß das Bekenntnis zur Welt als Schöpfung Gottes den Menschen daran erinnert, daß die Natur nicht einfach Rohmaterial, sondern etwas, was dem Menschen zu treuen Händen anvertraut ist. Diese neue Sensibilität gegenüber einer als Schöpfung verstandenen Welt zeigt sich in einer großen Zahl einschlägiger Werke. Nicht zuletzt kann an dieser Stelle an einen Abschnitt der

Pastoralkonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils erinnert werden, die 1965 verabschiedet worden ist. Dieser Text sieht mit dem Schöpfungsauftrag beides verbunden: den Hinweis auf die Größe des Menschen, aber auch auf seine Verantwortung: »Der nach Gottes Bild geschaffene Mensch hat ja den Auftrag erhalten, sich die Erde mit allem, was zu ihr gehört, zu unterwerfen, die Welt in Gerechtigkeit und Heiligkeit zu regieren und durch die Anerkennung Gottes als des Schöpfers aller Dinge sich selbst und die Gesamtheit der Wirklichkeit auf Gott hinzuordnen, so daß alles dem Menschen unterworfen und Gottes Name wunderbar sei auf der ganzen Erde … Je mehr aber die Macht der Menschen wächst, desto mehr weitet sich ihre Verantwortung, sowohl die der Einzelnen wie die der Gemeinschaften. Daraus wird klar, daß die christliche Botschaft die Menschen nicht vom Aufbau der Welt ablenkt noch zur Vernachlässigung des Wohls ihrer Mitmenschen hintreibt, sondern sie vielmehr strenger zur Bewältigung dieser Aufgaben verpflichtet.« (Pastoralkonstitution, 34) Wie zahlreiche Werke deutlich machen, geht es in der christlichen Schöpfungsethik nicht nur um die Abwehr einer Schuldzuweisung, sondern auch um eine neue Zuordnung von Glaube und Naturwissenschaft. Man will nicht nur die Frage klären, wie die Welt entstanden ist, sondern sucht auch Orientierung, wie mit der Schöpfung


umgegangen werden soll. Und so werden die Aussagen unseres Glaubens über Gott den Schöpfer aufs neue interessant. Sie sagen nicht nur etwas darüber, woher wir kommen, sondern formulieren zugleich eine Grundeinstellung zur Welt als Schöpfung Gottes. In diesem Sinn spricht man heute von einer »Schöpfungsspiritualität« und darauf aufbauend von einer »Schöpfungsethik«. Bereits 1980 hat die Deutsche Bischofskonferenz unter dem Titel »Zukunft der Schöpfung – Zukunft der Menschheit« eine klare Stellungnahme abgegeben. Schon einige wenige Stichworte aus diesem Schreiben machen deutlich, was mit Schöpfungsspiritualität und Schöpfungsethik gemeint ist: Es gilt – so das Dokument – anzunehmen,

• »daß wir auf eigene Ansprüche und Möglichkeiten verzichten und mit anderen teilen müssen, damit alle menschwürdig leben und sich entfalten können«; • »daß die Menschen anderer Kulturen und Traditionen das Recht haben, eigene Wege der Weltgestaltung in die Zukunft zu gehen, ohne daß wir sie mit den Erfahrungen und Maßstäben unserer technischen Zivilisation bevormunden dürfen«; • »daß wir uns selbst, die anderen, die Welt 'mögen', daß wir Gottes lebendes Ja zu uns, zu den anderen, zur Welt selber liebend mitsprechen ...«

Solche und ähnliche Überlegungen haben in der Ersten Europäischen Ökumenischen Versammlung in Basel 1989 dazu geführt, daß die »Bewahrung der Schöpfung« neben »Frieden« und »Gerechtigkeit« als Leitgedanke für das gesellschaftliche Engagement aller Christen formuliert worden ist. Diese Verpflichtung wurde in den beiden folgenden ökumenischen Versammlungen in Graz (1997) und Sibiu (2007) übernommen und bekräftigt. Und die Orthodoxen Kirchen haben als eigenständige Initiative die Anregung eingebracht, die ebenfalls in der Schlußbotschaft von Sibiu festgehalten wird: Der erste Sonntag im September soll als »Tag der Schöpfung« im Leben aller Kirchen einen festen Platz erhalten. Noch einmal: Gerade als religiöser Mensch wird man dagegen Einspruch erheben, daß Gott wie eine Erklärungshypothese behandelt und am Ende auch wieder verworfen wird. Wohl aber ist es für einen Gläubigen denkbar, daß die Natur, die wir mit Hilfe der Wissenschaften zu erforschen versuchen, Spuren enthält, die über den Zuständigkeitsbereich der Naturwissenschaften hinausweisen und sie als Schöpfung Gottes erkennen lassen. Es ist denkbar, daß in den Fakten, die Gegenstand der Wissenschaft sind, noch etwas anderes sichtbar wird, das nach einer Erklärung ruft, die jenseits aller wissenschaftlichen Erklärungen liegt, aber doch mit der Vernunft wahrgenommen werden

kann. Und eben das behaupten gläubige Menschen - im übrigen nicht nur im Christentum. Das pure Faktum, daß der Kosmos ist, und die Gesetzmäßigkeiten, die in ihm wirken, sind für viele solche Spuren. Und indem sie Gott erkennen und als Schöpfer anerkennen, wissen sie: Der Mensch ist nicht ein heimatloser Nomade, sondern Geschöpf mit Heimatrecht bei Gott. Erinnere ich mich recht? Bei der Uraufführung von Joseph Haydns grandiosem Werk »Die Schöpfung« soll das Publikum gleich zu Beginn, bei der Stelle »… und es ward Licht« in tosenden Applaus ausgebrochen sein. Haydn sei, so wird berichtet, aufgestanden und habe mit ausgestrecktem Arm nach oben, gegen den Himmel gedeutet. So habe er klar gemacht, wem seiner Meinung nach eigentlich der Applaus gelte. Joseph Haydns Musik kann ein solcher Fingerzeig sein und damit ein Hinweis auf die grundlegende Einsicht unseres Glaubens: Der Kosmos ist nicht nur ein zwar faszinierendes, aber doch in sich geschlossenes Universum. Er ist Schöpfung Gottes. Und für die gläubige Freude an der Schöpfung, die Haydn mit seiner Musik zum Ausdruck bringt, gibt es für ihn und für uns eine Adresse: Ich danke Gott und freue mich … Das ist nur auf den ersten Blick wenig. Der Autor Bernhard Körer ist Professor für Moraltheologie und Dogmatik an der Universität Graz. Der Artikel ist erschienen in VISION 2000, Nr. 4/2008 7


Wo ist der Himmel? Helge Juen

BLICKpunkte

Zustand oder Ort? Wie stellen wir uns Himmel vor »In den Himmel muss ich kommen, fest hab ich mir's vorgenommen. Mag es kosten, was es will, für den Himmel ist mir nichts zuviel!« So habe ich als Kind gebetet, und mit mir sicher viele andere. Und dabei hab ich hinauf geschaut ins Blau oder in die Wolken und mir vorgestellt, dass da oben Gott Vater (ja, mit langem Bart) auf seinem Thron sitzt, umgeben von den Scharen der Engel und der Heiligen. Es ist gar nicht so leicht, solche Bilder in späteren Jahren durch andere zu ersetzen oder sie los zu lassen und ganz auf jedes Bild zu verzichten. Pater Igo Mayr, Tiroler Jesuit voll Humor, den älteren Stefanusfreunden sicher noch in bester Erinnerung, erzählte die Geschichte von einer Frau, die sich zum Sterben anschickte und ihre 8

letzte Beichte ablegen wollte. Es gab da in der Pfarre einen jüngeren Kooperator (österreichisch für Kaplan), der im Ruf stand, »moderne« Ansichten zu vertreten. Er hatte in der Predigt erwähnt, dass der Himmel kein Ort, sondern ein Zustand sei. Dem trauten konservativere Geister nicht. »Schnell, schickt's mir an Priester, aber net den, der net weiß, wo der Himmel is!« soll die Frau gesagt haben …

Auch eine ernste, schöne Erinnerung kommt mir in den Sinn. Vor vielen Jahren wurde in einem Gottesdienst in der Salzburger Blasiuskirche danach gefragt, wie sich Erwachsene und Kinder den Himmel vorstellten. Die Kinder malten ihre Bilder auf große Poster im hinteren Teil der Kirche, ihre Eltern führten ein Gespräch mit dem zelebrierenden Priester. Zu meinem Erstaunen sagte damals mein Mann: »Ich stelle mir den Himmel vor wie einen Spaziergang«. Erst heute verstehe ich, dass er als Bauernbub nicht gewohnt war, spazieren zu gehen, sicher sind seine hart arbeitenden Bergbauern-Eltern nie spazieren gegangen. So muss ihm ein zweckfreier Spaziergang der Inbegriff von Erholung, Entspannung, ja von Freude gewesen sein. Leichter als wir Deutsch-Denkenden haben es die 'native speakers' der englischen Sprache. Sie unterscheiden deutlich zwischen 'sky', dem Himmelsgewölbe, und 'heaven', dem Zustand, in dem wir einander, wie


ich fest glaube, einmal alle wiedersehen werden. Also zwei Wörter für zwei völlig verschiedene Begriffe, die man deshalb nicht verwechseln kann. Was sagen dazu unsere Stefanusfreundinnen und Stefanusfreunde, die Englisch als Muttersprache haben?

Darstellung von Christi Himmelfahrt in der Kirche St. Niklausen.

WO DER HIMMEL IST Der Himmel ist der verborgene Ort, wo mein Schöpfer wohnt und wo ich wohne, wo Gott ist, der mir Vater ist, und wo ich bin, sein Sohn, wo Gott ist, der die Quelle ist, und ich, der seinen Durst an ihr stillt, wo Gott ist in Schöpferkraft und Inspiration und ich, durch ihn befähigt, schöpferisch und inspiriert zu werden. Himmel ist überall, weil Gott überall ist; und er heißt Himmel, weil er das verborgene Geheimnis ist, und es ist richtig so, mit Rücksicht auf meine Unreife, meine Langsamkeit im Werden, meine Neigung, die Augen zu verschließen auf meinem Weg in die Fülle des Ganzen, in das wachsende Verstehen der Person Gottes. Und damit dies eintritt, bedarf das Licht der Finsternis, das Leben muß das Nichtleben berühren, die sich verschenkende Liebe muß die Realität des Egoismus entdecken, die Wahrheit muß sich durch die Lüge bahnen und die Tugend sich mit der Sünde schlagen. So ist es, das Positivbild Gottes entdecke ich in seinem Negativ, das ich bin, das das Universum ist, und ich weiß, daß zu einer rechten Fotografie beide gehören. Das ist die Gotteserfahrung. Gott wird Mensch, damit der Mensch Gott werde, damit die Trauer zur Freude, das Nichts zum Alles werde. Der Himmel ist die Begegnung. Er ist das Zusammensein. Er ist das Hervorbringen. Er ist das Wachsen und Reifen des Sohnes beim Vater. Er ist das Reich der Liebe. Er ist die Ewigkeit. Er ist das Paradies. Als ich ein Kind war, suchte ich Gott, unverwandt ins Licht blickend, das von oben kam. Als ich heranwuchs, suchte ich ihn bei den Brüdern, die um mich waren. Als ich in der Mitte des Lebens war, suchte ich ihn auf den Pisten der Wüste. Nun da mein Weg dem Ende zugeht, genügt es mir, die Augen zu schließen, und ich finde ihn in mir. Carlo Carretto 9


Ein Lebenshaus für alle Lebewesen BLICKpunkte

Paul Deselaers und Dorothea Sattler

Gott schafft Raum zum Leben N

un sprach Gott: Es werde ein Gewölbe inmitten der Wasser und scheide zwischen Wasser und Wasser! Und es geschah so. Gott machte das Gewölbe und es schied zwischen den Wassern unterhalb des Gewölbes und den Wassern oberhalb des Gewölbes. Gott nannte das Gewölbe Himmel. Es wurde Abend und es wurde Morgen: zweiter Tag. Gen 1,6-8 Die Erzählung von der Entstehung der Schöpfung ist ein Aufsehen erregender Akt: Gott tritt dem Chaos mit seinem wirkmächtigen Wort entgegen. So ist Gott von Anfang an: Er richtet sich gegen alles, was dem Leben keinen Raum gibt. Er überwindet die Mächte der Finsternis und des Todes. Das wird zuerst Menschen gesagt, die sich in ein Chaos gestürzt fühlen. 10

Gott hat alle Todesmächte im Blick und überwindet sie; er zeigt seine Macht, indem er darüber hinaus unerwartet Leben schafft. Kunstvoll ist über die sechs Arbeitstage ein Schema von acht Schöpfungswerken gelegt. Am zweiten Tag entsteht das Himmelgewölbe zur Bändigung der Chaoswasser, die von unten und oben und von den Seiten her andrängen. Am dritten Tag tauchen Kontinente aus dem Ozean auf, und auf ihnen entsteht Vegetation, Grünes, dessen Frucht nachhaltig betont wird. Am vierten Tag geht es um die Belebung des entstandenen Weltraums durch die Erschaffung der Gestirne. Am fünften Tag werden die Tiere im Wasser und in der Luft geschaffen. Am sechsten Tag schließlich werden zunächst die Tiere des Landes in großer Vielfalt geschaffen, dann die ganze Menschheit, und zwar männlich und weiblich.

Gottes Schöpfung ist überschwänglich gut. In diesem Gesamtschöpfungswerk entwirft Gott einen Lebensraum wie eine Art Haus. Das baut er und füllt es aus mit allen Lebewesen. Doch Gott baut nicht sich selbst dieses Haus. Er ist anders als die anderen Götter, deren Verehrung Israel in Babylon erlebt. Gott baut für andere dieses Haus. Es wird reich ausgestattet. Alle Bewohner finden die zum Leben nötigen Gaben wie auf einem Tisch gedeckt. Damit werden sie an die Gabe der Schöpfung erinnnert, die ihr Leben will und schützt. Das Bild vom Lebensraum als einem Lebenshaus antwortet auf die im Hinter-


grund nagende Unsicherheit im Lebensgefühl. Es sagt: Habt keine Angst. Das Haus ist geschützt, es ermöglicht blühendes Leben. Es braucht und soll in ihm keine Gewalt geben. Der Mensch erhält in diesem Lebenshaus der Schöpfung eine maßgebliche Stellung. Er ist als Bild, als eine lebendige Statue Gottes geschaffen. Er ist damit Symbol und Realität göttlicher Präsenz in diesem Lebenshaus. Aufgrund dieser Vorgabe soll der Mensch die Gabe und das Glück einer Gelassenheit finden, die sich ihm aus diesem elementaren Bezug zu seinem Gott vermittelt. Das ist seine besondere Würde. Es gilt vom männlichen und weiblichen Menschen, also von der Menschheit. Deswegen haben alle die gleiche Verantwortung: Sie bekommen einen »Herrschaftsauftrag«, der freilich ein »Hüteauftrag« ist. Jede und jeder soll mithelfen, dass das Lebenshaus bevölkert und geschützt wird, dass die Chaoswasser nicht in dieses achtsam und mit Liebe gestaltete Lebenshaus zurückfluten können. Dazu hat Gott die Menschen gesegnet und sie befähigt, am Tod der Todesmächte mitzuwirken. Gott, Welt und Mensch gehören so unlöslich zusammen.

Im Namen der Schöpfung loben wir Gott Der Psalmist lehrt uns, allem Geschaffenen unsere Stimme zu leihen: den Bergen und den Meeren, den Bäumen und den Vögeln des Himmels, dem Licht, das aus der Höhe kommt, und der Erde, die uns trägt, und auch den Fischen, von der kleinsten Sardine bis zum größten Wal … Haben wir schon zweimal den gleichen Sonnenaufgang oder den gleichen Sonnenuntergang gesehen? Schade, daß es Menschen gibt, die durchs Leben gehen, ohne auch nur daran zu denken, den Sonnenaufgang erleben zu wollen – oder einem lieben Freund ein Dankeschön zu sagen, wenn der Tag sich neigt. Wären wir gerne dabei gewesen, als Gott die Welt erschuf? Die Schöpfung tritt jeden Augenblick neu aus Gottes Hand hervor!

Dom Helder Câmara

Wie könnte diese Gottebenbildlichkeit des Menschen heute ins Leben gebracht werden? Aus: »Es wurde Licht Die Botschaft der biblischen Schöpfungsexegese« Verlag Herder Herausgegeben in der Reihe ‘bibel leben’ von Andrea Schwarz

Wolkenhimmel Gewitterstimmung - Blick von Heiligkreuztal zum Bussen 11


Achtsamkeit Eines Tages wurde er nicht länger übersehen, der alte, schwere noch von Hand gemachte Ziegel, von Moos und Flechten überwachsen. Untauglich für das neue Dach, legte man ihn beiseite. Zum Abfall – Bis einer kam und ihn be-achtete, weil er von seiner Schönheit ganz betroffen stehen blieb und lange schaute. So lange, daß er alle Zeit vergaß und immer weiter schaute: auch die unsichtbare Acht und aus ihrer Mitte die Gestalt, die sich fein und zart und immer länger in die Höhe richtete über alle Horizonte, und mit ihren weiten Armen alle Himmel zu umfassen schien Als er aus dem Traum erwachte, neigte er sich zu dem alten Ziegel und hob ihn auf und trug ihn heim ganz behutsam, um ihn ja nicht zu verletzen, denn ganz kostbar war er ihm. Ein paar Wochen später hat der Traum Gestalt gewonnen in der Werkstatt, durch Kupfer, Silber und durch Gold, hauchzart nur und auferstehungsleicht, damit dem Ziegel nicht Gewalt geschähe und er nun zum Gleichnis würde für Acht-samkeit von Mensch zu Mensch, von reich zu arm, von stark zu schwach, dem Kleinen gegenüber und dem Großen, dem Anderen genau so wie dem Eigenen, selbst dem Abfall gegenüber. Wie - wenn Gott seine neue Welt des Achten Tages nur aus dem gestalten würde, was wir einfach von uns werfen wie unnützes Zeug? Dann wäre es höchste Zeit für Acht-samkeit. Josua Boesch 12


Aus dem Buch ‘auferstehungsleicht’ von Simon Peng Der ikonografische Weg von Josua Boesch - noah verlag Ikone ‘Achtsamkeit’ von Josua Boesch


Die »entschlossene

Entschlossenheit« Josef Heinrich

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Raum des Gebets Heilige Theresa von Avila Wer wie die heilige Teresa von Avila 16 Klöster gegründet und gegen widrigste Umstände eine Ordensreform durchgesetzt hat, kann nicht Verzagtheit im Schilde geführt haben. Sie hatte im Gegenteil etwas ungemein Anpackendes. Dieses Anpackende richtete sich nach außen wie nach innen. Ihren Schwestern im Kloster San Jose in Avila (ihre erste Klostergründung) schreibt sie im Weg der Vollkommenheit Kap. 26,5 ins Stammbuch:

»Gott verschone uns davon, Schwestern, zu sagen: Wir sind keine Engel, wir sind keine Heiligen, wenn wir etwas nicht gerade Vollkommenes getan haben. Schaut, auch wenn wir es nicht sind, so ist doch sehr gut zu bedenken, dass Gott uns die Hand reichen wird, um es zu werden, sofern wir uns bemühen. Habt keine Angst, dass es an ihm fehlt, sofern wir es nicht 14

an uns fehlen lassen. Da wir zu nichts anderem gekommen sind, an die Arbeit also, wie man so sagt!« An die Arbeit also! Teresa war eine große Pädagogin. Ein wichtiger Baustein und Schlüsselbegriff ihrer Pädagogik war die Haltung der Entschlossenheit. Wir finden diesen Begriff häufig in allen ihren Schriften. Am deutlichsten und nachdrücklichsten verwendet sie ihn wiederum im Weg der Vollkommenheit Kap.25, 2. Hier schreibt sie in fast beschwörendem Ton:

»… dass viel ja alles an einer großen und ganz entschlossenen Entschlossenheit gelegen ist, um nicht aufzuhören, bis man zur Quelle vorstößt, komme, was da kommen mag, passiere, was passieren mag, sei die Mühe so groß wie sie sein mag, lästere, wer da lästern mag, … mag ich unterwegs

sterben oder nicht beherzt genug sein für die Mühen, die es auf dem Weg gibt, ja mag die Welt untergehen. …« Die Entschlossenheit richtet sich bei Teresa allgemein auf die Bemühungen auf dem geistigen Weg, ganz besonders aber auf eines ihrer zentralen Anliegen und das, was sie in ihren Schriften das Innere Beten nennt. In ihrer Lebensbeschreibung (vida Kap. 8,5) versucht sie einen anschaulichen Vergleich, um zu umschreiben, was sie darunter versteht: »Denn meiner Meinung nach ist inneres Beten nichts anderes als Verweilen bei einem Freund, mit dem wir oft allein zusammenkommen, einfach um bei ihm zu sein, weil wir sicher wissen, dass er uns liebt.« Es war ihre Erfahrung, »mehr als 18 Jahren in diesem Kampf und dieser Zerreißprobe mit Gott und der Welt zu leben« (vida 8,3) und die Erfahrung, mit

Die heilige Therese von Avila nach einem Gemälde von Sr. Anne Marie.


Hilfe des inneren Betens diese lange Krise überwunden zu haben. Mit der Zerreißprobe meint sie Konzentrationsschwierigkeiten und Gefangensein in weltlichen Dingen.

»Mit dem inneren Beten hatte ich große Plage, weil mein Geist nicht als Herr, sondern als Sklave wirkte«. (vida 7,17) Dem inneren Beten schreibt sie die Gnade zu, diese leidvollen 18 Jahre überstanden zu haben und dass Gott sie in den rettenden Hafen hineingeholt hat. Aus dieser Erfahrung heraus beschwört sie ihre Schwestern geradezu, das innere Beten zu beginnen und es ja nicht wieder aufzugeben, komme, was da kommen mag. (s.o.) In der später verfassten Schrift Weg der Vollkommenheit kommt sie daher nochmals auf dieses Herzensanliegen zurück und präzisiert ihr Verständnis des inneren Betens. Es geht ihr um das wortlose, meditative Verweilen in der Gegenwart Gottes, um die liebende innere Aufmerksamkeit, die den ganzen Alltag durchdringt. Das Gebet, das sie das mündliche nennt, zum Beispiel das Stundengebet oder das Vater unser will sie damit nicht auf eine niedrigere Gebetsstufe stellen. Das mündliche Gebet wird für sie zum inneren Beten, wenn wir »bedenken und verstehen, was wir da sagen, mit wem wir sprechen und wer wir sind« (Weg der Vollkommenheit 41,3). Sie schärft ihren Schwestern ein, dass es … »unsere Pflicht ist, mit Achtsamkeit zu beten«.

Und es gibt nach ihrer Erfahrung dafür »keine bessere Hilfe außer dem Bemühen, mein Denken auf den gerichtet zu halten, an den ich die Worte richte.« (Weg 40,5) Beim Bewässern des inneren Gartens haben nach Teresa die Anfänger am meisten Mühe, »weil sie sich abplagen müssen, um ihre Sinne zu sammeln« (vida 11,9) Gleichzeitig hat sie für diese Geplagten auch gleich einen Trost parat: »Wer in sich diese Entschlossenheit verspürt, nein, der braucht nichts zu befürchten. Ihr geistlichen Men-

schen, es besteht kein Grund, niedergeschlagen zu sein! Wer einmal auf einer so hohen Stufe steht, wie es der Wunsch ist, allein bei Gott zu verweilen und von weltlichen Tändeleien zu lassen, für den ist das meiste geschafft.« ( vida 11,12) An die Arbeit also!

Die Zitate sind entnommen aus: Teresa von Avila: Das Buch meines Lebens (vida), Herder 2001 und Weg der Vollkommenheit, Herder 2003 15


Gott und die Seele Jahresleitwort 2010/2011 Pater Rudolf Ammann ISch

GEMEINSCHAFT leben

Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe, und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält. Eph 4,2-3

D

er Erste Obmann der Stefanus-Gemeinschaft Herbert Frick lud, wie bereits seit 28 Jahren, die Stefanusfreunde zu den jährlichen Besinnungstagen mit Pater Rudolf Ammann nach Heiligkreuztal ein. Pater Ammann führte die Stefanusfreunde in das neue Jahresleitwort ein, das die Arbeit der Stefanuskreise in den nächsten zwei Jahren begleiten wird.

der Tochter Gottes: »… er hat uns aus Liebe im voraus dazu bestimmt, seine Söhne und Töchter zu werden durch Jesus Christus …« Dieses »Sein« geschenkter Liebe löst ein Echo aus: die dankbare, antwortende Gegenliebe (Eph 5). Das Jahresleitwort könne leicht mißverstanden werden. Das ei-

Pater Rudolf Ammann ISch gentliche Thema ist nicht die Ethik, nicht das »Mach’s besser« sondern das, was darunter liegt, der ethische Imperativ. Der Epheserbrief beginnt damit, daß Paulus jubiliert und Gott preist. Gott hat uns beschenkt. Ontik bedeutet das, was ich bin. Ich bin Gottes Sohn und Tochter. Es ist ein Evangelium der Rettung – wir sind errettet, wir sind voll der Gnade. Epheser 1 gibt die Tonart an, um die die Ontik sich drehen will. Wir sind unterwegs vom Tod zum Leben. Bevor man sich an Verpflichtungen und Herausforderungen heranpirscht, geht es darum, das was in uns ist, ganz groß werden zu lassen. Ich bin gut, weil er mich gut gemacht hat! Wenn dies schließlich zum Echo wird, so wird es eine Chance. Wenn aus der Ontik Echo wird, dann sitzen wir im rechten Zug.

Erwartungen an uns als Antwort auf Gottes Taten Von der Ontik zur Ethik zum Echo Im Brief an die Epheser hören wir im ersten Kapitel von der geschenkten Würde des Sohnes, 16

»Werft alle Schuld in das Meer der Erbarmungen Gottes.«

P. Ammann


Echo auf die reichlich fließende Tat Gottes.

Unsere Antwort wurzelt in der Mitte unserer Seele »Bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, den Shalom, der euch zusammenhält«: Christus ist der Mensch gewordene Shalom Gottes, der Gipfelpunkt seiner schöpferischen und erlösenden Liebe, der alles »friedvoll«, voller Shalom, zusammenhält. Daraus erwächst ein Tugendkatalog, der auf der gemeinsamen Berufung zum Leben in Christus fußt. Das Entscheidende ist offenbar der Friede, der Shalom in seiner vielfältigen biblischen Bedeutung, der in Christus Jesus letztlich Mensch und uns zum Geschenk geworden ist. Gott ist der Initiator allen Shaloms und die Quelle der Hoffnung darauf. Dabei geht um vornehmlich um »Gott und die Seelen«: * Gott ist ein Gott jedes Menschen, jeder Seele, jeder Entwicklung, Förderung,Verwundung, Erfüllung, Zumutung. Ich und meine Biographie, betrachtet im Lichte Gottes, der (biblisch gesehen) der Gott aller Geschichte ist. Vergleich: »Woher weiß ich, dass ich diese Frau heiraten soll?« * In der menschlichen Seele ist Gott ein Gott der stillen Innerlichkeit, der »Mystik« des Alltags. »Jeder meint, sein Vogel sei der Heilige Geist.« Vielleicht stimmt dies sogar.

* Die Tiefenpsychologie kann helfen, die eigenen seelischen Prägungen wahrzunehmen (praeambula fidei irrationabilia), das Unbewusste ernst zu nehmen und die tiefsten Sehnsüchte und Bedürfnisse (zugestandene und nicht zugestandene) zuzulassen: »Warum führt mich meine Seele, der Gott meiner Seele, diesen Weg?« – Es ist oft keine biblische oder dogmatische Frage, wenn jemand nicht glauben kann, sondern eine tiefenpsychologische: zum Beispiel mit einem Vater, der Säufer ist …

Wie unsere Fähigkeit, Gott zu antworten, wachsen kann Lebenshilfen, damit das göttliche Leben in uns vom Kopf ins Herz sinkt: Auf dieser »Gnadengabe«, wie es an anderer Stelle Paulus nennt, erwartet Gott von uns und dürfen wir voneinander erwarten: Wir sind berufen, Echo der Tat Gottes zu sein in der Gestaltung unseres Lebens und Wirkens. Den Weg dazu weisen die Tugenden im Epheserbrief. Tägliche »Zwischenbilanzen« können helfen, das Ziel nicht aus dem Auge zu verlieren. Acht praktische Impulse von Alfred Lange und Joseph Kentenich her. Sie werden sehr partiell und leider nicht durchgängig angewandt oder gar durchgehalten! * Die Aus- und Fortbildung geschieht dadurch, dass die

Der Edelstein Gottes, in den Makrokosmos gefasst, das bin ich! P. Rudolf Ammann

»Gemeinschafts-Geschichte« pädagogisch ernst genommen und originell nacherlebt werden soll: Einschluss in den Gründungsvorgang der StefanusGemeinschaft. * Von Thomas von Aquin kommend ist die »Zweitursache« pastoral-pädagogisch ernst zu nehmen: Es geht darum, Begegnungen mit Menschen, Orten, Ereignissen in gläubiger Deutung nachzukosten; daher die Bedeutung für Maria, Gnadenort, Vater und Mutter … – Für jeden Menschen gültig, für Christen und Nicht-Christen. 17


steht es damit in den Gemeinden, im Bistum?

»Wir müssen unsere Seele ernst nehmen. - Die Kopffrömmigkeit ist zu wenig in die Seele hinabgerutscht.« P. Rudolf Ammann * Das geistliche Gespräch in der Gruppe sucht nach den Angeboten und Herausforderungen Gottes im »nachverkostenden Rückblick« auf neulich Erlebtes, im »vorausverkostenden Ausblick« auf demnächst wohl auf mich/ uns Zukommendes: »Seins-, Zeiten-, Seelen-Stimmen Gottes« – Auch zu Beginn von Treffen der Freundeskreise als geistliches Element anwendbar. * Die Suche nach dem Eigenen (dem Erwachsenen und relativ Autonomen) dauert ein Leben lang an. Kentenich bei einem ihn kritisierenden Gespräch mir gegenüber: »Sie dürfen mir nie etwas glauben; Sie müssen alles überprüfen; wissen Sie: Kopfnicker haben wir genug!« Glaube ist ständig ein Wagnis und unterwegs – Wie 18

* Das gesellschaftliche, kirchliche und persönliche Leben in einer Kommunikations- und mobilen Gesellschaft kann nicht mehr statisch, spröd und konstant sein. Auch geistliches Leben vollzieht sich in »fliegenden Inseln«, die thematisch, personell und örtlich variieren – in Spannung zum statischen und juristisch fixierten Pfarrprinzip – Vergleiche: »Ammann, Im Aufwind der Geschichte«. * Diaspora und »Gegenwind« von außen und Wunden von innen können zu Herausforderungen werden, das Angegriffene oder/und Verletzte als Chance zu begreifen; vergleiche: Nationalsozialimus und kirchliche Verbannung bei Kentenich: »Schicksalsschläge als Gabe und Aufgabe« – Was bekämpft wird, soll eventuell betont werden, im persönlichen und pfarrlichen Leben. – Vergleiche: »Ammann, Sieben Sterne in der Nacht« und / oder »Dockendorff, Wunden, die zum Leben führen«. * Daraus könnte das Schreiben eines »Lebensromans« erwachsen: die Suche nach dem »roten Faden« des handelnden Gottes, des Gottes meiner Biographie – In Gemeinden und Diözesen gibt es sicher auch einen solchen »roten Faden«, in der Stefanus-Gemeinschaft bestimmt auch.

Reiche Vielfalt bei unseren Antworten auf Gott Was in Ephesus angefangen hat, hat sich in der Geschichte des Christentums fortgesetzt: die Differenzierung der Charismen, der Gruppierungen, der Akzente im Christlichen. Daraus entstehen bunte Vielfalt und geistlicher Reichtum, aber auch Spannungen und Spaltungen. Deren Auflösung und Heilung, die Einheit wird nur der Geist Gottes bewirken können. Der wird es aber auch tun. Den ersten Teil des Jahresleitwortes »Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe« könnte man vielleicht so übersetzen: Seid dankbar für die Größe, die nicht aus euch kommt, sondern von Gott! Seid überzeugt, dass ihr voller Shalom seid, und bereit, ihn auszustrahlen und anderen weiter zu geben! Seid im Glauben und Vertrauen stark, wenn Gott uns Zumutungen antut! Seid wohlwollend tolerant, nicht neidisch und eifersüchtig, sondern gönnt dem anderen seine Größe aus dem Bewusstsein, selber in Gottes Licht groß zu sein!

Wir können das Ernstnehmen unserer Wichtigkeit nicht übertreiben. P. Rudolf Ammann


Abschied von den Stefanusfreunden Es sollen 28 Jahre sein, dass wir uns jeweils Ende Januar oder Anfang Februar in Heiligkreuztal zu einem Besinnungstag getroffen haben, um über die Jahresthemen miteinander nachzudenken. In diesem Jahr nun habe ich mich entschlossen, diese lange und für mich spannende und gesegnete Serie abzuschließen. Denn auch meine Kräfte werden weniger und nicht mehr. So ist Abschied angesagt, der mir wahrlich nicht leicht fällt. Und ich hatte den Eindruck, dass es vielen von Ihnen ähnlich ergangen ist, als sie erfahren haben, dass der diesjährige Besinnungstag in Heiligkreuztal für mich der letzte sei. Sicher nicht für Sie! Gern nehme ich die Gelegenheit wahr, Ihnen für die vielen Anregungen, die ich auch selber durch die Besinnungstage und ihre Vorbereitung erhalten habe, herzlich zu danken. Vergelt´s Gott! Viele herzliche Begegnungen, engagierte Gespräche, religiöse Erfahrungen, kulturelle Bereicherungen haben die gemeinsamen Tage für mich sehr reich gemacht. Und jedes Mal war ich mit großer Freude in Heiligkreuztal. Als mich Diakon Anton Rehm, früher Bildungsreferent der Stefanus-Gemeinschaft, zum ersten Besinnungstag eingeladen hat, erzählte er mir: Der Gründer der Stefanus-Gemeinschaft, Alfred Lange, habe Pater Joseph Ken-

tenich, dem Gründer der 25 Gemeinschaften der Schönstatt-Bewegung (ich bin ja SchönstattPater), angeboten, die Stefanus-Gemeinschaft könnte eine zusätzliche schönstättische Gruppierung werden. Kentenich habe Lange ermutigend geantwortet: Die Stefanus-Gemeinschaft sei eine so eigenständige göttliche Initiative, dass er es für richtiger und besser ansehe, wenn sie selbstständig bleibe. Allerdings könnte eine freundschaftliche Partnerschaft zwischen Stefanus und Schönstatt sehr hilfreich sein. In diesem Sinne verstand ich dann alle meine Beiträge zur Inspiration der Stefanus-Gemeinschaft. Wenn Sie mal ins Rheinland kommen, würde ich mich freuen, Sie hier in Vallendar-Schönstatt, begrüßen zu können. Bis auf weiteres bleibe ich Geschäftsführer des Patris Verlags. Unter www.patris-verlag.de können Sie auch nachsehen, was ich so treibe, Monat für Monat, so lange es noch geht. Von Herzen wünsche ich Ihnen ganz viel Freude am Christentum, großen Mut, den Weg der eigenen Berufung in Freiheit und Verantwortung immer neu zu suchen und zu gehen, und sich gegenseitig in Freundschaft und Liebe zu unterstützen und so lebendiges Glied der Kirche zu bleiben. Gottes Segen! Ihr P. Rudolf Ammann

»Sehnsüchte leben in mir und bewegen mich, die Sehnsucht nach Neuem und bisher Unbekanntem und Unerforschtem zum Beispiel oder die Sehnsucht nach Größerem, Tieferem, Weiterem. Die Sehnsüchte nach mehr Freiheit, Autonomie, Solidarität und Gemeinschaft, nach Fairness, Liebe und Glück spüre ich in mir. Wie mächtig die Kraft all dieser Sehnsüchte in mir ist, kann ich erahnen, wenn ich an all den Ideenreichtum denke, den ich entwickeln kann, um erhofften Zielen näher zu kommen, und welch große Anstrengungen ich auf mich nehme, diese oft selbst gesetzten Vorgaben zu erreichen. Wenn ich dann bei einem Etappenziel angekommen bin, treibt mich meine Sehnsucht zu Weiterem immer neu, solange Leben in mir ist. Dieses äußere und besonders das innere Unterwegs-Sein sind geradezu beredte Zeichen von Lebendigkeit.« Pater Rudolf Ammann in »Sieben Strahlen der Freude« Patris-Verlag 19


Der Tod hat nicht

das letzte Wort Reinhard Abeln

INNEhalten

Ich glaube an die Auferstehung der Toten Für die Menschen ist der Tod etwas Unheimliches. Er birgt viele dunkle, fast unerträgliche Geheimnisse in sich. Darum haben die Menschen Angst vor ihm. Sie möchten am liebsten nichts mit ihm zu tun haben. Und dennoch können sie ihn nicht abschaffen oder abbestellen. Er kommt ganz sicher zu jedem Menschen. »Keine Sorge – wir kriegen euch alle«, war auf der Heckscheibe eines Leichenwagens zu lesen. Auch für Jesus war der Tod nicht einerlei. Der Tod eines Freundes, so erzählt das Johannesevangelium (11,1-45), hat auch ihn sehr traurig gemacht. Dieser Freund hieß Lazarus, der mit seinen Schwestern Maria und Marta in Betanien, einem Dorf nahe bei Jerusalem, wohnte. Jesus liebte die drei Geschwister (Joh 11,5) und hat sie wohl öfter besucht. 20

Nun lag Lazarus eines Tages todkrank danieder. Maria und Marta glaubten, dass Jesus ihm helfen könne, und ließen ihm die Nachricht zukommen: »Herr, dein Freund ist krank« (Joh 11, 3). Doch Jesus machte sich nicht sofort auf den Weg. Als er endlich in Betanien ankam, war Lazarus bereits gestorben. Jesus weinte über den Tod seines Freundes. Da sagten die Juden: »Seht, wie lieb er ihn hatte!« (Joh 11,36). Doch für Jesus hatte der Tod nicht das letzte Wort. Er ging zum Grab des Lazarus, das mit einem Stein verschlossen war, und sagte zu den Umstehenden: »Nehmt den Stein weg!« (Joh 11,39). Und dem toten Lazarus rief er mit lauter Stimme entgegen: »Lazarus, komm heraus!« (Joh 11,43). Da wurde das Unvorstellbare wahr: Der Verstorbene kam aus seinem Grab hervor. Er lebte. Und »vie-

le der Juden, die gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn« (Joh 11,45). Dass Jesus wirklich der Herr über den Tod ist, erlebten dann die Freunde und Jünger Jesu kurze Zeit später in Jerusalem. Drei Tage nach seinem Tod stand Jesus selbst von den Toten auf und zwang damit den Tod nieder. Ein Engel verkündete den trauernden Frauen am Grab: »Ihr sucht Jesus von Nazaret, den sie gekreuzigt haben. Er ist nicht hier. Er ist auferstanden« (vgl. Mk 16,6). Jesus sagt im Evangelium über sich selbst: »Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt« (Joh 11,25). Nicht alle Menschen können den Worten Jesu glauben. Viele sagen, der Tod sei das Ende schlechthin. Danach komme


nichts mehr, also kein Himmel, kein ewiges Leben; nur Sterben sei unser Los. Der Dichter Heinrich Heine sagt in seinem »Wintermärchen« (1844): »Den Himmel überlassen wir den Engeln und den Spatzen.« Andere glauben: »Wenn wir gestorben sind, werden wir in irgendeinem Lebewesen noch einmal geboren. Wir bekommen ein weiteres oder viele weitere Leben in einem anderen Menschen oder in einem Tier.« Wiedergeburt nennen sie das. Manche behaupten, sich an etwas erinnern zu können, was sie in einem früheren Leben erfahren haben. Das alles ist nicht der Glaube der Christen. Christen glauben: Nach dem Tod leben wir bei Gott, werden wir bei ihm geborgen sein. Paulus schreibt den Thessalonichern: »Wenn Jesus – und das ist unser Glaube – gestorben und auferstanden ist, dann wird Gott durch Jesus auch die Verstorbenen zusammen mit ihm zur Herrlichkeit führen … Dann werden wir immer beim Herrn sein« (1 Thess 4,14.17). Lassen wir uns darum nicht anstecken von der Leid- und Todesflucht unserer heutigen Leistungsgesellschaft! Glauben wir nicht alles, was uns von manchen Zeitgenossen über Tod und Leben erzählt wird! Schauen wir vielmehr auf Jesus, der zu Marta und zu uns sagt: »Ich bin die Auferstehung und das Leben« (Joh 11,25) und: »Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen« (Joh 11,40).

Du bist mein Geheimnis Gott, in allem Alltäglichen gibt es besondere Augenblicke zwischen Himmel und Erde, jenseits aller Begrenzungen im neugierigen Fragen und immer neuen Suchen. Du schenkst mir Ahnungen vom Jetzt und Noch-Nicht über alle Grenzen hinweg. Erhalte meine Wachsamkeit für dein leises Kommen in meine oft kleine Welt.

Du bist mein Geheimnis, das mich anzieht und lockt; bis ewiges Leben bei dir mir Antwort geben wird. Bleibe du mein Geheimnis im Leben und Sterben. Amen. Sr. Ursula Bittner

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Freude am Wort Gottes INNEhalten

Andrea Kotter

April 1. Freitag: Irene, Hugo – Mk 12, 28b-34; »Höre, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr.« Einen einzigen Herrn zu haben, muß eine große Lebenshilfe für die Menschen sein. Einen, auf den ich höre, Einen, auf den ich mich verlasse, Einen, der mir die Richtung weist, Einen, der der Weg ist. ‘Schau auf mich’, sagt Jesus, ‘folge mir nach!’ 2. Samstag: Franz von Paola, Sandrina – Lk 18,9-14; »Einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren und die anderen verachteten, erzählte Jesus dieses Beispiel:« Wenn wir uns selbst als gerecht achten, fallen wir oft in die Rolle, uns mit anderen zu vergleichen und diese zu verurteilen oder zu verachten. Blicken wir lieber auf die Fehler an uns und versuchen wir dort uns zu bessern. 3. Sonntag: 4. Fastensonntag, Laetare, Liudbirg, Richard – Joh 9,1-41; »Darin liegt ja das Er22

staunliche, daß ihr nicht wißt, woher er kommt; dabei hat er doch meine Augen geöffnet. … Wenn dieser Mensch nicht von Gott wäre, dann hätte er gewiß nichts ausrichten können.« Das Bekenntnis des geheilten Blindgeborenen läßt aufhorchen: Auch wir wurden Sehende, haben Jesus erkannt. Aber wissen wir wirklich, wer Er ist? Können wir Zeugnis geben von Ihm? 4. Montag: Isidor, Konrad, Heinrich – Joh 4,43-54; »Geh, dein Sohn lebt! Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte, und machte sich auf den Weg.« Jesus ist immer auf dem Weg zu mir. Ich brauche ihm nur entgegenzugehen, Ihm meine Sorgen, meinen Kummer und Schmerz mitteilen, Seinem Wort glauben. Er wird mich heilen. 5. Dienstag: Vinzenz Ferrer, Julina, Kreszentia – Joh 5,1-16; »Sofort wurde der Mann gesund, nahm seine Bahre und

ging. Dieser Tag war aber ein Sabbat.« Meistens heilte Jesus am Sabbat. Der Tag des Herrn wird zum Tag des Heils. Jesus gibt diesem Tag eine ganz andere Bedeutung und weist damit auf den Tag hin, an dem Er selbst zum Heil und zum Erlöser der ganzen Menschheit wird. 6. Mittwoch: Wilhelm, Petrus – Joh 5,17-30; »Jesus aber entgegnete ihnen: Mein Vater ist noch immer am Werk, und auch ich bin am Werk. … Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, wen er will.« Der Sabbat ist nicht mehr ein Tag der Ruhe. Gott ist gekommen, um Sein Werk, die Schöpfung, in Christus zu vollenden. In Ihm ist er am Werk, um das, was an der Schöpfung nicht heil ist, zu heilen. 7. Donnerstag: Johannes Baptist de la Salle – Joh 5,31-47; »Meine Ehre empfange ich nicht von Menschen.« ‘Macht, Ehre und Königtum hat Gott ihm gegeben,’ lesen wir im Buch Daniel über König Nebukadnezzar. Hochmütig geworden, wurde er vom Thron gestürzt, bis er erkannte: ‘Der höchste Gott gebietet über die Herrschaft bei den Menschen und gibt sie, wem er will.’ 8. Freitag: Walter, Beata – Joh 7, 1-2.10.25-30; »Aber von dem hier wissen wir, woher er stammt; wenn jedoch der Messias kommt, weiß niemand, woher er stammt.« In jedem Menschen, und wenn wir ihn noch so gut kennen, stecken Überraschungen, stecken Fähigkeiten, die wir oft wie einen wertvollen


Schatz fördern und heben dürfen. Sätze, wie ‘den kenne ich nur zu gut, der wird sich nicht mehr ändern’ oder ‘den kenn ich, der hat das bestimmt so und so gemeint’, zeigen uns, wie wenig wir anderen Menschen an Veränderung zutrauen. 9. Samstag: Waltrud, Kasilda – Joh 7,40-53; »Noch nie hat ein Mensch so gesprochen.« Was kann man dem Wort Gottes entgegnen? Was ist stärker als die Wahrheit? Was ist Jesus entgegenzusetzen? Vielleicht gehen wir oft unverrichteter Dinge unseren Weg, weil wir es nicht wagen, uns mit Jesus und Seiner Lehre auseinanderzusetzen. 10. Sonntag: 5. Fastensonntag, Hulda, Engelbert, Magdalena G. – Joh 11,1-45; »Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube.« Diese Frage stellt Jesus auch uns. Kann ich Antwort geben? Was ändert sich durch den Glauben an die Auferstehung in meinem Leben? 11. Montag: Stanislaus, Hildebrand, Reiner – Joh 8,1-10; »Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie. … Als sie seine Antwort gehört hatten, ging einer nach dem anderen fort.« Ja, sie gingen fort. Was wäre da bei unserem heutigen Sündenverständnis der Fall? Es würde wohl weder zur Anklage noch zur Einsicht der eigenen Schuld kommen.

12. Dienstag: Zeno, Hertha, Julius – Joh 8,21-30; »Und er, der mich gesandt hat, ist bei mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich immer das tue, was ihm gefällt.« Die Gewißheit nie verlassen, nie allein gelassen zu sein wird es für uns wohl nicht geben. Viele Heilige und heiligmäßige Menschen klagen über Zeiten der Gottverlassenheit und Gottesferne. 13. Mittwoch: Martin I., Hermenegild, Ida – Joh 8,31-42; »Jetzt aber wollt ihr mich töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit verkündet hat, die Wahrheit, die ich von Gott gehört habe.« Wir sind es so gewohnt, nur das zu hören, was wir hören wollen und das zu sagen, was andere hören wollen, sodaß wir die Wahrheit als solche gar nicht mehr erkennen können. 14. Donnerstag: Hadwig, Lidwina, Ernestine – Joh 8,51-59; »Wenn ich mich selbst ehre, so gilt meine Ehre nichts. Mein Vater ist es, der mich ehrt, er, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott.« »Es ist – solange wir leben – gut für uns, Dich immer noch ein bißchen zu suchen. Daß wir nicht allzu überrascht sind, wenn Du uns an der nächsten Straßenecke für immer in die Arme läufst.« Bernhard Meuser 15. Freitag: Damian Deveuster – Joh 10,31-42; »Dann glaubt wenigstens den Werken, wenn ihr mir nicht glaubt. Dann werdet ihr erkennen und einsehen, daß in mir der Vater ist und ich im Vater bin.« Auch heute wirkt Gott durch Menschen, und Er braucht uns, daß wir mitarbeiten an Seinem Werk. Wie kann

Gott sichtbar werden in der Welt, wenn nicht durch uns? 16. Samstag: Benedikt, Josef, Bernadette – Joh 11,45-57; »Ihr bedenkt nicht, daß es besser für euch ist, wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht.« Um alle zu retten, ist Christus gestorben. Wie kann es anders sein, als daß Gott zur Vollendung Seiner Schöpfung Sich selbst in Christus opferte, um das Böse ein für allemal zu vernichten. 17. Sonntag: Palmsonntag vom Leiden des Herrn, Eberhard, Rudolf, Max Joseph – Mt 26,1427,66; »Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten und ausliefern. Da waren sie sehr betroffen, und einer nach dem andern fragte ihn: Bin ich es etwa, Herr?« Und ich? Sören Kierkegaard schreibt: ‘Oh, und wo du etwa meinest, so etwas hättest du doch nie getan, du hättest nie Hand an ihn gelegt oder an der Verhöhnung teilgenommen, – aber ihn verraten, das hättest du dennoch getan; du wärest geflohen oder wärest klüglich zuhause geblieben, hättest dich aus dem Spiel gehalten …’ 18. Montag der Karwoche: Aya, Wikterp – Joh 12,1-11; »Laß sie, damit sie es für den Tag meines Begräbnisses tue. Die Armen habt ihr immer bei euch, mich aber habt ihr nicht immer bei euch.« Was können wir heute noch Gutes tun, was morgen vielleicht nicht mehr möglich ist? Oft ist es zu spät – das gute Wort, das nicht gesagt wurde; 23


der Besuch, der auf nächste Woche verschoben wurde; … 19. Dienstag der Karwoche: Leo, Gerold, Friedrich, Werner, Marcel Callo – Joh 13,21-33.36-38; »Nach diesen Worten war Jesus im Innersten erschüttert und bekräftigte: Amen, amen, das sage ich euch: Einer von euch wird mich verraten.« Von einem Freund verraten werden: Drei Jahre gemeinsam unterwegs sein, durch dick und dünn gehen, sich aufeinander verlassen, einander lieben, tief in die Seele blicken lassen. Am Ende – verlassen, verraten, verkauft. 20. Mittwoch der Karwoche: Wilhelm, Odette, Hildegund – Mt 26,14-25; »Der, der die Hand mit mir in die Schüssel getaucht hat, wird mich verraten.« Einer, der mit mir war, mit dem ich gemeinsam dies und das getan habe … Verraten kann ich nur von Menschen werden, denen ich vertraut habe, die ich gut kannte, die mit mir waren. 21. Donnerstag: Gründonnerstag, Anselm, Konrad – Joh 13,115; »Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung.« Von der Fußwaschung, über die Kreuzigung zur Auferstehung: aus Liebe zu uns Menschen – dienen und das Leben hingeben, um zu retten. 22. Freitag: Karfreitag, Kajus – Joh 18,1-19,42; »Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, daß ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.« Christus selbst ist 24

Zeugnis für die Wahrheit, Er ist in der Wahrheit und nur dort. Was bedeutet für mich Wahrheit? 23. Samstag: Karsamstag, Georg, Adalbert, Gerhard – Mt 28, 1-10; »Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch die Stelle an, wo er lag.« Die Frauen wurden eingeladen, Augenzeuginnen zu sein: ‘Christus ist erstanden! Maria künd uns freudig an, was staunend deine Augen sahn. Sie sahn das Grab vom Tod befreit und des Erstandnen Herrlichkeit. Alleluja.’ 24. Sonntag: Ostersonntag, Hochfest der Auferstehung des Herrn, Fidelis, Mellitus, Wilfried, Marian, Theodor, Karl, Maria – Joh 20,1-18; »Dann kehrten die Jünger wieder nach Hause zurück. Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte.« Der Trauer, dem Schmerz und dem Weinen der Maria von Magdala wurde das Sehen geschenkt. Zu ihr sprach der Engel, zu ihr kam Jesus selbst und tröstete sie. Die Jünger hingegen hatten kein Ohr und kein Auge dafür. 25. Montag: Ostermontag, Markus, Hermann, Erwin – Mt 28,815; »Sogleich verließen sie das Grab und eilten voll Furcht und großer Freude zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden.« Furcht und Freude, Ausdruck gewaltiger Eindrücke. Ist der Glaube nicht immer etwas von (Ehr)Furcht vor dem Geheimnisvollen und der Freude, der geheimnisvollen Bewegung des Herzens. 26. Dienstag der Osteroktav: Trudbert, Kletus, Helene – Mt

28,8-15; »Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen, und dort werden sie mich sehen.« Geh, Mirijam, und sage es allen, daß ich lebe und immer bei euch bleibe. Lassen auch wir uns das sagen – heute. 27. Mittwoch der Osteroktav: Petrus K., Floribert, Zita, Nicola – Lk 24,13-35 »Doch sie waren wie mit Blindheit geschlagen, so daß sie ihn nicht erkannten.« Sie leben so lange Zeit mit Jesus zusammen, sehen Ihn, hören Ihn, aber sie erkennen ihn nicht. Wie vertraut ist mir Jesus? Geschieht es mir auch, daß ich Ihn nicht erkenne? 28. Donnerstag der Osteroktav: Peter Ch., Hugo, Ludwig – Lk 24, 35-48; »Alles muß in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist.« Was steht geschrieben von mir, in irgendeinem Gesetz? Was muß bei mir und durch mich in Erfüllung gehen? Lächerlich zu glauben, daß ich keine Aufgabe, keinen Auftrag zu erfüllen hätte in dieser Welt. 29. Freitag der Osteroktav: Katharina, Roswitha, Irmtrud, Dietrich – Joh 21,1-14; »Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer.« Es muß erst wieder Morgen sein nach dieser dunklen Nacht. Und Morgen wird, wenn Jesus bei mir ist. mit Ihm kommt wieder das Licht, die Hoffnung, die Zuversicht.


30. Samstag der Osteroktav: Pius, Quirin, Pauline, Rosamunde, Bernhard, Hilda – Mk 16,9-15; »Später erschien Jesus auch den Elf, als sie bei Tisch waren; er tadelte ihren Unglauben und ihre Verstocktheit, weil sie denen nicht glaubten, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten.« Alle reagierten sie gleich: Glauben, daß Jesus lebt, ohne Ihn zu sehen, das war ihnen nicht möglich. Doch Er kam, ließ sich sehen und berühren, sprach mit ihnen. Konnte Er ihr Zweifeln verstehen, unser Zweifeln?

Das Herz hat auch sein Ostern, wo der Stein vom Grabe springt Emanuel Geibel

Mai 1. Sonntag: 2. der Osterzeit, Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit, Weißer Sonntag, Josef der Arbeiter, Augustin, Maximilian W. – Joh 20,19-31; »Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Noch viele andere Zeichen … hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan.« Herr, wie oft schon hast Du mir die Augen geöffnet für Dich und Dein Wirken, was durfte ich alles von Dir erfahren, wie oft Deine Hilfe spüren?

2. Montag: Athanasius, Sigismund, Zoe, Boris – Joh 3,1-8; »Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.« Sich verwandeln lassen, wie ein Weizenkorn, das stirbt? Einen alten Menschen ablegen und den neuen anziehen? Das Leben geben, um es wandeln zu lassen? Mit Christus auferstehen? 3. Dienstag: Philippus und Jakobus, Alexander, Philipp, Zdislava – Joh 14,6-14; »Glaubt mir doch, daß ich im Vater bin und daß der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke!« Wie sehen unsere christlichen Werke aus? Führen sie andere Menschen zu Christus und damit zu Gott? 4. Mittwoch: Florian, Guido, Valeria – Joh 3,16-21; »Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.« Sein Gericht und Seine Gerechtigkeit bestehen darin, daß wir in Jesus Christus erlöst und gerettet sind. 5. Donnerstag: Godehard, Sigrid, Angelus, Jutta, Franz T. – Joh 3,31-36; »Was er gesehen und gehört hat, bezeugt er, doch niemand nimmt sein Zeugnis an. Wer sein Zeugnis annimmt, beglaubigt, daß Gott wahrhaftig ist.« Um Sein Zeugnis anzunehmen, muß man offen und bereit sein, man muß es erwarten, erhoffen, eine Sehnsucht danach haben … und es als Geschenk der Gnade annehmen. 6. Freitag: Antonia, Gundula, Markward – Joh 6,1-15; »Hier

ist ein kleiner Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; doch was ist das für so viele!« Beim Blick auf 5.000 Männer auf den kleinen Jungen mit seinen fünf Broten und zwei Fischen hinzuweisen, zeugt davon, daß für Andreas nichts unmöglich zu sein scheint. Um Unmögliches erst wahr werden zu lassen, braucht es oft die Naiven, für die alles möglich ist, wenn man nur daran glaubt. 7. Samstag: Notker, Gisela, Agostino – Joh 6,16-21; »Als sie etwa fünfundzwanzig oder dreißig Stadien gefahren waren, sahen sie, wie Jesus über den See ging und sich dem Boot näherte; und sie fürchteten sich.« … und all jene, für die Unmögliches niemals möglich sein kann, für sie ist jedes kleine Wunder furchteinflößend und unerklärbar. 8. Sonntag: 3. der Osterzeit, Ulrike, Friedrich, Klara – Joh 21,1-14; »Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es.« Verwirrt, enttäuscht, müde vom nächtlichen, erfolglosen Fischfang hören die Fischer auf den vermeintlichen Fremdling. In solch aussichtslosen Situationen bin auch ich oft blind für Jesus, der mir allein Hilfe und Kraft sein kann. 9. Montag: Theresia G., Beatus, Ottokar, Volkmar – Joh 6,22-29; »Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, daß ihr an den glaubt, den er gesandt hat.« ‘Mein Himmel besteht dar25


in, in mir die Ähnlichkeit mit Gott zu erkennen, der mich durch den Hauch seiner Allmacht erschaffen hat. Mein Himmel heißt, immer in seiner Gegenwart zu bleiben, ihn meinen Vater zu nennen und sein Kind zu sein.’ Therese von Lisieux 10. Dienstag: Gordianus – Joh 6,30-35; »Welches Zeichen tust du, damit wir es sehen und dir glauben? Was tust du?« Das Zeichen des Brotes wiederholt sich: vom Manna, dem Zeichen des Alten Bundes, über die Brotvermehrung am See Genesareth, und der Feier des Abendmahls bis zur Eucharistiefeier, jenem Zeichen, das Jesus uns immer ‘tut’, sooft wir es mit ihm leben und ihm begegnen wollen. 11. Mittwoch: Gangolf, Joachim – Joh 6,35-40; »Denn es ist der Wille meines Vaters, daß alle, die den Sohn sehen und an ihn glauben, das ewige Leben haben und daß ich sie auferwecke am Letzten Tag.« ‘Meine lange Geschichte, Gott, hat Narben zurückgelassen. Ich bin nicht mehr wie am ersten Tag. Ich bin nicht mehr unverbraucht. Ich bin nicht mehr schön. Aber ich bin wie ein gewachsener Baum, der sich auf die Sonne und den Regen Deiner Verheißungen eingelassen hat. Und ich weiß: Ich werde blühen, einen ewig-langen Frühling hindurch.’ Bernhard Meuser 12. Donnerstag: Nereus und Achilleus, Pankratius, Imelda – Joh 6,44-51; »Ich bin das Brot des Lebens.« ‘Und sie erkannten Ihn am Brotbrechen’, wird von den Emmausjüngern gesagt – daran, daß sich Jesus ganz aufund ausgeteilt hat an uns. 26

13. Freitag: Unsere Liebe Frau von Fatima, Servatius – Joh 6, 52-59; »Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.« Jesus ist wahrhaft Speise und Trank – mit dem Verstand nicht zu begreifen, allein Geschenk des Glaubens. 14. Samstag: Christian, Paschalis, Iso – Joh 6,60-69; »Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.« Der Augenblick des Erkennens, wenn die Seele plötzlich die Gegenwart Gottes fühlt, so, daß ein Irrtum unmöglich ist. Ist es das, was Simon Petrus spürt, wenn er sagt: ‘Du bist der Heilige Gottes’? 15. Sonntag: 4. der Osterzeit, Rupert, Sophia, Isidor, Friedrich – Joh 10,1-10; »Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.« Was bedeutet mir die Türe? Schutz und Abgrenzung vor Ungebetenem. Einladung und Offensein für Willkommene. Heimat und Geborgenheit auf der einen Seite, Welt und Freiheit auf der anderen. Öffnen und Schließen. Segnen. … 16. Montag: Johannes von Nepomuk, Johannes R. – Joh 10, 11-18; Tatsache der Auferstehung: »Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich.« In der großen Herde kennst Du mich, auch wenn ich schwarz und schmutzig bin, klein und widerspen-

stig, ein Ausbrecher oder Hinterherrenner … 17. Dienstag: Walter – Joh 10, 22-30; »Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich im Namen meines Vaters vollbringe, legen Zeugnis für mich ab.« Den Worten, Zeichen und Wundern Jesu glauben. Da ist nichts anderes als das, was ich lese in den Evangelien und im Leben jener Christen, die versuchen, so zu leben wie Er. 18. Mittwoch: Johannes I., Erich, Burkhard, Dietmar, Felix, Blandine – Joh 12,44-50; »Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt.« Am Beginn der Schöpfung, als Gott sprach: Es werde Licht!, da war Er bereits in dem Licht. Er ist das Licht, das am Anfang und am Ende steht. 19. Donnerstag: Ivo, Bernarda – Joh 13,16-20; »Der Sklave ist nicht größer als sein Herr, und der Abgesandte ist nicht größer als der, der ihn gesandt hat.« Im Dienst der Menschen stehen, für andere da sein, klein sein – darin besteht die Größe des Christen. Nur im demütigen und dienenden Menschen können andere Christus erkennen. 20. Freitag: Bernhardin von Siena, Valeria, Elfriede, Bartholomäus, Johann Michael S., Josepha – Joh 14,1-6; »Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.« Unterwegs sein, immer auf dem Weg, auf ein Ziel zu. Das Ziel bist Du, der Weg bist Du. Sei du auch mein Weggefährte.


21. Samstag: Hermann Joseph, Christophorus, Magallanes und Gefährten – Joh 14,7-14; »Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater?« ‘Die Besten unter denen, die einen lebendigen Christus hatten, lebten nicht mehr sich, sondern Gott, und was in ihnen lebte, waren nicht mehr sie selber, sondern Christus. Er war das Licht ihrer Vernunft, die Freundlichkeit in ihrem Auge, die Flamme in ihrem Gemüt, das Leben in ihrem Leben.’ Johann Michael Sailer 22. Sonntag: 5. der Osterzeit, Julia, Rita, Renate, Romuald – Joh 14,1-12; »Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.« Eine Wohnung bei Gott haben – bei Ihm Ruhe und Heimat finden, vor allem Getrieben-Sein, aller Rastlosigkeit und Heimatlosigkeit, dem Streben nach Mehr, nach Größerem, vor Leistung und Druck. In Ihm kann ich heute schon diese Ruhe finden. 23. Montag: Desiderius, Bartholomäus B. – Joh 14,21-26; »Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen.« Bin ich bereit, Wohnung für Gott zu sein? Habe ich für Ihn den Raum in mir? Im Haus der Liebe wohnen – ich bei Gott, Gott bei mir. 24. Dienstag: Magdalena-Sophie, Esther, Dagmar, Franz Pfanner – Joh 14,27-31a; »Meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die

Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht.« Frieden im Herzen haben – manchmal, da kenne ich solche Augenblicke. Ruhe und Frieden in mir, nichts kann mich erschüttern. Es sind Momente der Kraft, des Aufatmens, des tiefen Glaubens, der Begegnung mit Christus. 25. Mittwoch: Beda der Ehrwürdige, Gregor VII., Maria Magdalena v. P., Urban, Heribert, Ursula Ledochowska – Joh 15,1-8; »Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.« Herr, meine Früchte sind eher klein und sauer. Ich danke Dir für den guten Boden, Deine wärmenden Sonnenstrahlen, den schönen Standort, dafür, daß Du dich um mich kümmerst, damit ich reichere und gute Frucht bringe. 26. Donnerstag: Philipp Neri, Maria Anna – Joh 15,9-11; »Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!« Daß Du mich liebst, Herr. Ich stehe vor Dir, ich glaube, daß es wahrhaft so ist, ich danke Dir, bin glücklich. Ich versuche zu tun, was Du von mir erwartest. Ja, ich liebe Dich, Herr. 27. Freitag: Petrus Canisius, Zita – Joh 15,12-17; »Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.« Du sagst uns, daß wir in Deiner Liebe bleiben, wenn wir Deine Gebote halten, und Dein Gebot an uns ist, daß wir einander lieben. Deine Liebe, Herr, ist Dienst und Hingabe an den Nächsten.

28. Samstag: Augustinus v. C. – Joh 15,18-21; »Wenn die Welt euch haßt, dann wißt, daß sie mich schon vor euch gehaßt hat.« Haß und Verfolgung – als Antwort auf die Liebe Gottes. In der Nachfolge Christi wird die Liebe immer auch auf Unverständnis und Haß stoßen. 29. Sonntag: 6. der Osterzeit, Irmtrud – Joh 14,15-21; »An jenem Tag werdet ihr erkennen: Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch.« In jedem ist Raum für den anderen. Ein großartiges Bild – versuchen wir, uns dies in unseren Gedanken vorzustellen. Und alles wird an jenem Tag in Gott sein. 30. Montag: Bittag, Jeanne, Reinhild, Otto Neururer – Joh 15,26-16,4a; »Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen.« Etwas verkünden, das ich nicht weiß, sondern an das ich glaube, dazu brauche ich wirklich die Hilfe des Geistes der Wahrheit. 31. Dienstag: Bittag, Mechthild, Petronilla, Helmtrud – Joh 16,511; »Und wenn er kommt, wird er die Welt überführen (und aufdecken), was Sünde, Gerechtigkeit und Gericht ist; Sünde: daß sie nicht an mich glauben; Gerechtigkeit: daß ich zum Vater gehe, und ihr mich nicht mehr seht; Gericht: daß der Herrscher dieser Welt gerichtet ist.« Wie oft vergessen wir, Gott, daß Du es bist, an dem wir schuldig werden in unseren Mitmenschen und Geschöpfen. 27


Juliana von Lüttich Urheberin des Fronleichnamsfestes Papst Benedikt XVI.

ZELLENheilige

Leuchtende Zeichen die Zellenheiligen von Heiligkreuztal Auch

am heutigen Vormittag möchte ich euch eine Frauengestalt vorstellen, die kaum bekannt ist, der aber die Kirche zu großem Dank verpflichtet ist, nicht nur aufgrund der Heiligkeit ihres Lebens, sondern auch, weil sie durch ihren großen Seeleneifer zur Einführung eines der wichtigsten liturgischen Hochfeste des Jahres beigetragen hat: des Fronleichnamsfestes. Es handelt sich um die heilige Juliana von Cornillon, die auch als die heilige Juliana von Lüttich bekannt ist.

Juliana wurde zwischen 1191 und 1192 in der Nähe von Lüttich, in Belgien, geboren. Es ist wichtig, diesen Ort hervorzuheben, denn in jener Zeit war die Diözese Lüttich sozusagen ein wahrer »eucharistischer Abendmahlssaal«. Vor Juliana hatten namhafte Theologen dort den herausragenden Wert des Sakraments der Eucharistie erläutert, und in Lüttich gab es auch Gruppen von Frauen, die sich 28

großherzig der Verehrung der Eucharistie und dem eifrigen Kommunionempfang widmeten. Unter der Führung von vorbildlichen Priestern lebten sie in Gemeinschaft und widmeten sich dem Gebet und den Werken der Nächstenliebe. Als Juliana im Alter von fünf Jahren verwaiste, wurde sie zusammen mit ihrer Schwester Agnes der Obhut der Augustinerinnen des Klosters und Leprosenhospitals Mont-Cornillon anvertraut. Sie wurde vor allem von einer Schwester namens Sapientia erzogen, die ihr geistliches Heranreifen förderte, bis Juliana selbst das Ordensgewand empfing und Augustinerin wurde. Sie erwarb eine beachtliche Bildung und las sogar die Werke der Kirchenväter in lateinischer Sprache, insbesondere den heiligen Augustinus und den heiligen Bernhard. Außer einer wachen Intelligenz zeigte

Juliana von Anfang an einen besonderen Hang zur Kontemplation; sie hatte einen tiefen Sinn für die Gegenwart Christi, die sie erfuhr, indem sie das Sakrament der Eucharistie in besonderer Tiefe lebte und oft über die Worte Jesu nachdachte: »Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt« (Mt 28,20). Mit 16 Jahren hatte sie zum ersten Mal eine Vision, die sich ihr später in der eucharistischen Anbetung mehrmals wiederholte. In der Vision zeigte sich der Mond in seinem vollen Glanz, von einem dunklen Streifen durchquert. Der Herr gab ihr die Bedeutung dieser Erscheinung zu verstehen. Der Mond symbolisierte das Leben der Kirche auf der Erde, die trübe Linie dagegen das Fehlen eines liturgischen Festes, für dessen Einführung Juliana sich tatkräftig einsetzen sollte: ein Fest, bei dem die Gläubigen die Eucharistie anbeten konnten, um den Glauben zu mehren, die Übung der Tugenden zu fördern und die Schmähungen des Allerheiligsten Sakraments zu sühnen.


Etwa 20 Jahre lang hielt Juliana, die in der Zwischenzeit Priorin des Klosters geworden war, diese Offenbarung, die ihr Herz mit Freude erfüllt hatte, geheim. Dann vertraute sie sich zwei weiteren leidenschaftlichen Anbeterinnen der Eucharistie an: der seligen Eva, die als Einsiedlerin lebte, und Isabella, die zu ihr ins Kloster Mont-Cornillon gekommen war. Die drei Frauen schlossen eine Art »geistlichen Bund«, mit dem Anliegen, das Allerheiligste Sakrament zu verherrlichen. Sie wollten auch einen sehr angesehenen Priester, Johannes von Lausanne, Kanoniker der Kirche Saint-Martin in Lüttich, mit einbeziehen und baten ihn, Theologen und Kleriker über das zu befragen, was ihnen am Herzen lag. Die Antworten waren positiv und ermutigend. Was Juliana von Lüttich geschah, kommt im Leben der Heiligen häufig vor: Um die Bestätigung zu erhalten, daß eine Eingebung von Gott kommt, ist es immer nötig, sich ins Gebet zu versenken, geduldig warten zu können, die Freundschaft und die Gegenüberstellung mit anderen guten Seelen zu suchen und alles dem Urteil der Hirten der Kirche zu unterwerfen. Nach anfänglichem Zögern nahm der Bischof von Lüttich, Robert von Thorote, den Vorschlag Julianas und ihrer Gefährtinnen an und führte erstmalig das Fronleichnamsfest in seiner Diözese ein. Später folgten andere Bischöfe seinem Beispiel und setzten dieses Fest in den ihrer Hirtensorge anvertrauten Gebieten ein.

Von den Heiligen verlangt der Herr jedoch oft, Prüfungen zu überwinden, damit ihr Glaube zunimmt. So war es auch bei Juliana, die starken Widerstand von seiten einiger Angehöriger des Klerus sowie des Oberen, dem ihr Kloster unterstand, erdulden mußte. So verließ Juliana aus freiem Willen das Kloster Mont-Cornillon mit einigen Gefährtinnen und war zehn Jahre lang, von 1248 bis 1258, in verschiedenen ZisterzienserinnenKlöstern zu Gast. Sie erbaute alle durch ihre Demut, übte nie Kritik oder Tadel an ihren Gegnern, sondern verbreitete weiterhin eifrig die Verehrung der Eucharistie. Sie starb 1258 in Fosse-la-Ville in Belgien. In ihrer Zelle war das Allerheiligste Sakrament ausgesetzt, und ihrem Biographen zufolge betrachtete Juliana im Sterben mit letzter liebender Hinwendung den eucharistischen Jesus, den sie stets geliebt, verehrt und angebetet hatte. Auch Jacques Pantaléon aus Troyes wurde für das gute Anliegen des Fronleichnamsfestes gewonnen; er hatte die Heilige während seiner Amtszeit als Archidiakon in Lüttich kennengelernt. Als er dann mit dem Namen Urban IV. Papst geworden war, setzte er 1264 das Fronleichnamsfest als gebotenen Feiertag für die Universalkirche ein, am Donnerstag nach Pfingsten. In der Einsetzungsbulle mit dem Titel Transiturus de hoc mundo (11. August 1264) verwies Papst Urban sehr zurückhaltend auch auf Julianas mystische Erfahrungen und bestätigte damit

ihre Echtheit. So schreibt er: »Wenngleich die Eucharistie jeden Tag gefeiert wird, so halten wir dafür, sie wenigstens einmal im Jahr ehrwürdiger und feierlicher zu begehen. Die anderen Dinge nämlich, derer wir gedenken, begreifen wir mit dem Geist und mit dem Verstand, erhalten aber deshalb nicht ihre Realpräsenz. In dieser sakramentalen Gedächtnisfeier Christi dagegen ist Jesus Christus, wenngleich unter anderer Gestalt, in seiner eigenen Substanz bei uns gegenwärtig. Denn bevor er in den Himmel aufgenommen wurde, sagte er: ‘Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt’ (Mt 28,20)«. Der Papst selbst wollte mit gutem Beispiel vorangehen und feierte das Fronleichnamsfest in Orvieto, der Stadt, in der er damals residierte. Auf sein Geheiß hin wurde – und wird noch immer – im Dom der Stadt das berühmte Korporale mit den Spuren des eucharistischen Wunders verwahrt, das ein Jahr zuvor, 1263, in Bolsena geschehen war. Ein Priester wurde während der Wandlung von Brot und Wein von starken Zweifeln an der Realpräsenz von Leib und Blut Christi im Sakrament der Eucharistie befallen. Auf wunderbare Weise begannen einige Blutstropfen aus der geweihten Hostie hervorzuquellen. Auf diese Weise bestätigte sich das, was unser Glaube bekennt. Urban IV. bat einen der größten Theologen der Geschichte, den heiligen Thomas von Aquin – er beglei29


für die ganze Kirche wieder her. Seitdem hat das Fest eine wunderbare Entwicklung erfahren und ist beim christlichen Volk noch immer sehr beliebt.

Juliana von Lüttich - Statue in der Kirche von Merazhofen tete damals den Papst und befand sich in Orvieto –, die Texte für das liturgische Gebet dieses großen Festes zu verfassen. Sie werden heute noch in der Kirche verwendet: Meisterwerke, in denen Theologie und Poesie miteinander verschmelzen. Es sind Texte, die die Saiten des Herzens in Schwingung versetzen, um dem Allerheiligsten Sakrament Lob und Dank zum Ausdruck zu bringen, während der Verstand staunend in das Geheimnis vordringt und in der Eucharistie die lebendige und wahre Gegenwart Jesu erkennt, seines Liebesopfers, das uns mit dem Vater versöhnt und uns das Heil schenkt. Zwar wurde nach dem Tod Urbans IV. die Feier des Fronleichnamsfestes auf einige Regionen Frankreichs, Deutschlands, Ungarns und Norditaliens beschränkt, aber ein anderer Papst, Johannes XXII., stellte es 1317 30

Ich möchte mit Freude darauf hinweisen, daß es heute in der Kirche einen »eucharistischen Frühling« gibt: Wie viele Menschen verweilen still vor dem Tabernakel, um mit Jesus ein liebevolles Gespräch zu führen! Es ist tröstlich zu wissen, daß nicht wenige Gruppen junger Menschen neu entdeckt haben, wie schön es ist, das Allerheiligste Sakrament anzubeten. Ich denke zum Beispiel an unsere eucharistische Anbetung im »Hyde Park« in London. Ich bete darum, daß dieser »eucharistische Frühling« in allen Pfarreien sich immer mehr verbreiten möge, insbesondere in Belgien, der Heimat der heiligen Juliana. Papst Johannes Paul II. stellte in der Enzyklika Ecclesia de Eucharistia fest: »An vielen Orten findet die Anbetung des heiligsten Sakramentes täglich einen weiten Raum und wird so zu einer unerschöpflichen Quelle der Heiligkeit. Die andächtige Teilnahme der Gläubigen an der eucharistischen Prozession am Hochfest des Leibes und Blutes Christi ist eine Gnade des Herrn, welche die teilnehmenden Gläubigen jedes Jahr mit Freude erfüllt. Man könnte noch andere positive Zeichen des Glaubens und der Liebe zur Eucharistie erwähnen« (Nr. 10). Indem wir uns an die heilige Juliana von Lüttich erinnern, wollen auch wir den Glauben an die Realpräsenz Christi in der

Eucharistie erneuern. Das Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche lehrt uns: »Jesus Christus ist in der Eucharistie auf einzigartige und unvergleichliche Weise gegenwärtig: wirklich, tatsächlich und substantiell, mit seinem Leib und seinem Blut, mit seiner Seele und seiner Gottheit. In der Eucharistie ist also der ganze Christus, Gott und Mensch, auf sakramentale Weise gegenwärtig, das heißt unter den eucharistischen Gestalten von Brot und Wein« (Nr. 282). Liebe Freunde, die Treue zur Begegnung mit dem eucharistischen Christus in der Sonntagsmesse ist für den Glaubensweg wesentlich, aber wir sollten auch den im Tabernakel gegenwärtigen Herrn oft aufsuchen! Gerade wenn wir die geweihte Hostie anbetend betrachten, zieht uns der Herr zu sich, in sein Geheimnis hinein, um uns zu verwandeln, wie er Brot und Wein verwandelt. Die Heiligen haben in der eucharistischen Begegnung stets Kraft, Trost und Freude gefunden. Mit den Worten des eucharistischen Hymnus Adoro te devote sagen wir immer wieder zum Herrn, der im Allerheiligsten Sakrament anwesend ist: »0 gib, daß immer mehr mein Glaub' lebendig sei, mach meine Hoffnung fest, mach meine Liebe treu!« Danke. Papst Benedikt XVI. bei seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz am 17. November (Orig. ital. in O.R. 18.11.2010, Nummer 47/2010)


Aktuelles aus Heiligkreuztal BILDER Berichte

Kurt Zieger

Evangelium zum Anschauen Verabschiedung von Raul Castro I

n mehreren Etappen lebte und wirkte der Künstler Raul Castro aus Peru über drei Jahre lang in Heiligkreuztal. In der Ruhe des Klosters hat er in dieser Zeit 260 Tonfiguren geschaffen, die in ihrer unverwechselbaren Aussagekraft seine Handschrift tragen. Am 20. Februar wurden Raul Castro, seine Frau Rosalia und Sohn Fidel von der Gemeinde Heiligkreuztal mit einem feierlichen Gottesdienst verabschiedet. In seinen beiden Schaffensperioden in Heiligkreuztal sind mehrere Figurenzyklen entstanden. Im alten Kornhaus des Zisterzienserinnenklosters Heiligkreuztal befinden sich in einem Ausstellungsraum 14 Stationen zum Thema »Gott ist Mensch geworden – ein Menschwerdungsweg betrachtet mit den Augen des heiligen Josef«. Viele Besucher und Gruppen kamen bereits, um diese Figuren zu bestaunen und vor allem, um die Menschwer-

dung Jesu zu betrachten. In den Räumen des oberen Stockwerks finden sich die Figuren zu den Gleichnissen Jesu, die ebenfalls als Unikate das Können des peruanischen Künstlers zeigen. 49 Bibelworte können hier visuell nachempfunden werden. »Jede Figur gibt neue Erfahrungen und stellt neue Zugänge zum Evan-

gelium dar«, betonte Pfarrer Schmid bei der Vorstellung des Figurenzyklus zu den »Ich-binWorten« Jesu. Einzelfiguren und Figurengruppen, die die Worte Jesu »Ich bin die Tür – Ich bin das Licht der Welt – Ich bin der gute Hirte – Ich bin der Weg – Ich bin das Brot des Lebens – Ich bin der Weinstock – …« darstellen. Pfarrer Peter Schmid will die Ausstellung im Kornhaus nicht als theologisches Museum verstanden wissen, sondern als begehbaren Erlebnisraum für den Glauben. Zudem kann die Ausstellung als Grundlage zur Einführung und zum Kennenlernen der Bibel dienen. Die Figurenzyklen des Künstlers Raul Castro können Samstags und Sonntags jeweils von 14 bis 16 Uhr im Kornhaus besichtigt werden. Nach Anmeldung im Pfarrhaus Heiligkreuztal kann die Ausstellung auch jederzeit mit Gruppen und mit eigener Führung besichtigt werden.

Auf dieses Detail weist Pfarrer Peter Schmid bei den Führungen immer mit einem Schmunzeln hin. In die Darstellung des Jesuswortes »Ich bin die Tür« hat sich der Künstler Raul Castro (rechts) selbst als Türhüter hineingesetzt. 31


Ein Blick hinter die Mauern von Heiligkreuztal BILDER Berichte

Wolfgang Willig

Aus der Gründungszeit der oberschwäbischen Frauenzisterzen Wolfgang Willig, Vorsitzender des "Fördervereins Kloster Heiligkreuztal", hat in verschiedenen Beiträgen durch die Klosteranlage geführt. Heute beschäftigt er sich mit der Gründungsphase der Frauenzisterzen. Warum benötigte es sechs Jahre, bis Heiligkreuztal 1233 offiziell in den Zisterzienserorden übernommen wurde? Warum war hierfür eine päpstliche Anweisung notwendig? Warum gibt es im oberschwäbischen Bereich mit Gutenzell, Heggbach und Baindt drei weitere Frauenzisterzen, bei denen es ebenso ablief? Warum entstanden im 12. Jahrhundert, also in der Anfangszeit des Zisterzienserordens, nur rund zwanzig Frauenzisterzen, jedoch über 250 Männerzisterzen? 15 Jahre nach der Gründung des Klosters Citeaux (1098) gab der Eintritt Bernhards von Clair32

vaux den Anstoß für eine Gründungswelle. Über die vier ersten Tochterklöster Clairvaux, Morimond, La Ferte und Pontigny wurden in ganz Europa Filialklöster gegründet, so auch acht im Gebiet des heutigen BadenWürttemberg: Salem (1134), Schönau (1145), Maulbronn (1146), Herrenalb (1149), Bronnbach (1151), Schöntal (1157), Tennenbach (1158), Bebenhausen (1190). Die erste Frauenzisterze in unserem Gebiet taucht jedoch erst rund ein Jahrhundert danach auf, nämlich 1216 mit Kloster Wald (bei Pfullendorf). Dies löste eine erneute Gründungswelle aus, mit dem Ergebnis, dass es am Ende viel mehr weibliche als männliche Zisterzienserklöster in Süddeutschland gab. Aber bereits in der Anfangsphase des Ordens, also im 12. Jahrhundert, hatte sich schon eine eigenständige weibliche Linie

mit der 1120 gegründeten Frauenzisterze Tart (bei Dijon) gebildet. Als Mutterkloster visitierte die Tarter Äbtissin 18 Filialen. Somit bestand ein eigenständiger weiblicher Strang, der jedoch im Vergleich zu den vier männlichen Strängen bescheiden und überschaubar blieb. Und der das Gründungskloster Citeaux für die seelsorgerische Betreuung benötigte, da die Frauen keine sakramentalen Funktionen ausüben durften. Seltsamerweise sprang der Tarter Funke nicht auf Regionen außerhalb des burgundischen Kernraums über. Dies änderte sich erst rund 100 Jahre später. Hierzu liegt ein berühmtes Zeugnis aus den Niederlanden vor, wo der Priester Jakob von Vitry 1220 voll Begeisterung die sieben im Bistum Lüttich entstandenen Frauenzisterzen als »Sterne des Himmels« bezeichnet. Aber nicht nur hier, sondern überall in Europa drängten plötzlich Frauengemeinschaften auf eine Übernahme durch den Zisterzienserorden. Was hatte sich inzwischen geändert, was waren dies für Frauen? Es waren Beginensammlungen, welche den Anschluss an den Zisterzienserorden suchten, weil sie den spirituellen Anstoß hierzu in den Schriften Bernhards von Clairvaux fanden. Der hatte mit seinen Predigten zum Hohen Lied die Brautmystik geschaffen, von der sich Frauen in besonderem Maße angezogen fühlten. Da bekamen es die Zisterziensermönche mit der Angst zu tun, denn eigentlich wollten sie


Romanische Rundbogenfenster im Kreuzgang von Kloster Wald. Foto: Wolfgang Willig sich ja aus der Welt zurückziehen und Frauen als personifizierte Versuchung meiden. So zog kurzerhand der Orden die Reißleine, indem sich das Generalkapitel im gleichen Jahr (1220) gegen die Übernahme weiterer Frauengemeinschaften aussprach. Und ebenso wie den Zisterziensern ging es den Bettelorden. Obwohl die ersten Klostergründungen von Dominikus und Franziskus für Frauen vorgenommen worden waren (Prouille 1207, St. Damian für Klara von Assisi 1212), wehrten sich Dominikaner wie Franziskaner vehement gegen die Übernahme weiterer Frauengemeinschaften. Franziskus persönlich verbot 1221 in seiner nichtapprobierten Regelfassung ("Regula non bullata") die Betreuung von Frauengemeinschaften. Dem schlossen sich 1228 die Dominikaner sowie erneut die Zisterzienser mit Beschlüssen ihrer Generalkapitel an.

Damit wäre für die kleine Frauengemeinschaft, die sich 1227 im Gut Wasserschapf nieder ließ, die Übernahme in den Zisterzienserorden verbaut gewesen. Aber alle Wege führen in der katholischen Kirche über Rom. Konkret bedeutete dies, dass die Orden vom Papst in Rom zu einer Übernahme verpflichtet werden konnten. Dies geschah in unserem Falle, sodass 1233 diese Gemeinschaft offiziell in den Zisterzienserorden übernommen wurde und sich aufgrund der Schenkung einer Kreuzesreliquie anschließend Heiligkreuztal nannte. Sämtliche Frauenzisterzen in Oberschwaben entstanden aus derartigen Beginensammlungen und wurden durch das Männerkloster Salem betreut. Wald 1216, Rottenmünster 1224, Heiligkreuztal 1233, Heggbach 1234, Baindt 1236, Gutenzell 1238.

Aber damit war das generelle ‘Problem’ mit der akut vorhandenen Frauenreligiosität nicht gelöst. Denn in der Folgezeit schossen überall Frauengemeinschaften wie Pilze aus dem Boden, die einen offiziellen Status innerhalb der Kirche durch die Übernahme einer Ordensregel anstrebten. Ja sogar die »gefallenen Mädchen« wollten im Kloster ihr Leben bereuen, weshalb 1227 von einem Wormser Domherrn der (exotische) Maria-Magdalena-Orden (»Reuerinnen«) gegründet wurde. Und immer wieder zwang der Papst die Orden zur Übernahme von Frauen. Allen voran Hugolin von Ostia, der als Kardinal zuständig für Frauengemeinschaften gewesen war und als Papst Gregor IX. (1227-1241) die Weichen für eine geregelte Übernahme stellte, indem er strenge Klausur und ausreichenden Besitz zur Bedingung machte. Jetzt konnten die Männerorden ruhigen Gewissen diese Aufgabe übernehmen, denn ihnen oblag damit nur noch die Kontrolle (Jurisdiktion), jedoch nicht mehr die Sorge für das Alltagsgeschäft und die wirtschaftliche Absicherung. Als erster öffnete 1237 der Zisterzienserorden den Zugang mit der Auflage von strengen Regeln für Frauengemeinschaften, was zu rund 220 Frauenzisterzen bis 1250 führte. Bei den Bettelorden brach der Abwehrdamm kurze Zeit später. Den Auslöser hierfür lieferte 1245 die Tochter des Grafen Simon von Montfort, die ihr Kloster Montargis der Betreuung durch Dominikaner übergeben 33


Auch im Kloster Heiligkreuztal finden sich im Kreuzgang die romanischen Rundbögen. wollte. Ihr Vater, Führer im Kreuzzug gegen die südfranzösischen Katharer, unterhielt persönliche Beziehungen zu Papst Innozenz IV. (1243 – 1254). Der verordnete auf einen Schlag dem Dominikanerorden rund 30 Frauengemeinschaften, darunter viele nördlich der Alpen, wo man schließlich mehr als die Hälfte aller europäischen Dominikanerinnenklöster vorfindet. Und 1246 traf es auch die Franziskaner, die 14 Frauengemeinschaften übernehmen mussten, weshalb vor allem in Italien viele Klarissenklöster entstanden. Am Ende gaben 1259 die Dominikaner und 1263 die Franziskaner den Widerstand endgültig auf. Eine Folge war, dass im Gebiet des Deutschen Reichs mehr Frauen- als Männerklöster entstanden, mit einem großen Übergewicht der Bettelordensgemeinschaften. Ergebnis: Da alle mittelalterlichen Frauenklöster genügend 34

Besitz haben und in strenger Klausur leben mussten, hatten alle einen weitgehend gleichen Tagesablauf: beten, fasten, arbeiten. Weder durften die Zisterzienserinnen in Heiligkreuztal Land urbar machen, noch die Klarissen in Söflingen betteln; weder die Dominikanerinnen im Kloster Zoffingen (in Konstanz) predigen, noch die Augustiner-

chorfrauen in Inzigkofen Seelsorge betreiben. So unterschieden sich die weiblichen Zweige der Orden deutlich von den männlichen, jedoch kaum untereinander. Und ein weiteres überraschendes Ergebnis kann man entdecken, wenn man die Gründungsdaten der Frauenklöster miteinander vergleicht. Nach 1250 schloss sich kaum mehr eine Frauengemeinschaft den Zisterziensern an, sondern so gut wie alle den Bettelorden. Denn nachdem diese ihren Widerstand aufgegeben hatten, boten sie eine bessere Seelsorge an als die ungebildeten Zisterziensermönche. Und boten in Form des 3.Ordens die Möglichkeit, den Rückzug aus der Welt mit dem Dienst an der Welt zu verbinden. Am Ende gehörten die meisten Frauenklöster im Gebiet des heutigen Baden-Württemberg zu den Bettelorden, waren Dominikanerinnen (2. oder 3.Orden), Klarissen oder Drittordens-Franziskanerinnen.

Beide hießen sie Anna, beide waren Äbtissin im Kloster Heiligkreuztal und sind im Kreuzgang in der Äbtissinnengalerie zu bewundern. Ob wohl Äbtissin Nr. 7 mehr zu lachen hatte als ihre Nachfolgerin Nr. 24?


Lebendiges Geschehen in den

GEMEINSCHAFT leben

Freundeskreisen

Versteckter Rassismus Menschen am Rande der Gesellschaft Die Stefanuskreise in der Region Imst Umgebung – Außerfern trafen sich zu einer gemeinsamen Tagung im Kulturzentrum Lermoos. 40 Stefanusfreunde aus den Kreisen Imst, Längenfeld, Lermoos-Ehrwald-Biberwier-Lähn, Nassereith, Reutte und Wenns nahmen an der Tagung teil, die mit dem gemeinsamen Mittagessen begann. Regionalobfrau Magdalena Reich und Diözesanobmann Rudi Bednarz begrüßten die anwesenden Stefanusfreunde. Diese hatten im Anschluß die Möglichkeit über ihre Arbeit, Wünsche und Anregungen zu sprechen. Im anschließenden Vortrag zum Thema »Versteckter Rassismus in unserer Gesellschaft – Wie gehen wir mit Menschen am Rande der Gesellschaft um?« sprach der Tiroler Caritas-Direktor Georg Schärmer von der Würde,die jedem Menschen innewohnt. Der Mensch sei als

Ebenbild Gottes geschaffen. Alle Menschen seien Kinder dieses einen Gottes und für Ihn gebe es keine Ausländer – nur Inländer, weil Er jedem Menschen innewohnt. Georg Schärmer ging speziell auf Österreich ein und zählte Beispiele auf, wie seit frühen Zeiten Identität, Kultur, Sprache und Musik des Landes von außen mitgeprägt wurden. Die beiden Weltkriege jedoch seien ausschlaggebend gewesen für das Entstehen von Ängsten dem Fremden gegenüber. FluchtMenschen waren immer auch Fluch-Menschen. Wir als Christen haben eindeutige Positionierungen. »Wie ein Einheimischer aus der eigenen Mitte soll der Fremde bei euch aufgenommen werden« steht in Levitikus. Und Jesus sagt: »Gott lieben heißt, den Nächsten lieben wie sich selbst.« Dennoch herrscht eine starke Ausländerfeindlich-

keit. Bischof Manfred Scheuer sage eindeutig: Fremdenfeindlichkeit ist mit unserem Glauben unvereinbar. Das ist eine Provokation, aber eine eindeutige Botschaft unseres Glaubens. Die Grundvoraussetzung für die Fremdenliebe sei die Eigenliebe. Tirol sei im Lauf seiner Geschichte immer schon Zuwanderungsaber auch Auswanderungsland gewesen. Mit Beispielen von den Schwabenkindern bis zum heutigen Tourismus wurde dies im Vortrag belegt. Wie wichtig die Verbindung zur Fremde jedoch sei, zeigte der Referent mit dem Hinweis auf, daß mit den Erträgen von den Anbauflächen Tirols höchstens 10 % der Bevölkerung ernährt werden könnten. Von der weltweiten Wanderungswelle – 30 Millionen Menschen sind derzeit weltweit unterwegs – über den Wunsch nach billigen, ausländischen Arbeitskräften für die Saisonarbeit oder die Hauspflegedienste und deren Auswirkungen wurden die Stefanusfreunde informiert. Auch darüber, dass das Land einen geordneten Zuzug brauche, damit der Staatshaushalt aufrechterhalten werden kann. Es gebe Ängste, die man ernst nehmen müsse – Groll, Ärger, Selbstmitleid seien die großen Ernährer von Fremdenfeindlichkeit. FPÖ-Politiker greifen diese Ängste auf und nutzen sie (höchst erfolgreich) für ihre Zwecke. Es sei falsch, die Angst zu schüren, aber keine Lösungen anzubieten. Firmen holen billige Arbeiter ins Land, übernehmen aber für die Menschen 35


keine Verantwortung. Es könnten beispielsweise Sprachkurse von den Firmen finanziert und nicht alles auf den Staat abgewälzt werden. Angst gebe es aber auch bei den Ausländern. Die Politik müsse Verbindlichkeiten schaffen, bis hin zu Gesetzen. Es gelte, uns unserer Schätze und Erfahrungen bewusst zu werden, und diese an die Menschen weiterzugeben. Doch wir ließen lieber in uns die Angst schüren, daß uns die Menschen etwas wegnehmen wollen. Wirtschaft und Konzerne predigten den Konsumismus und redeten uns permanenten Mangel ein. Das Gegenmittel zu dieser eingeredeten Angst laute: »Ich bin zufrieden mit dem, was ich habe.« Georg Schärmer schließt seinen Vortrag ab mit den neuen Werken der Barmherzigkeit, von Bischof Joachim Wanke, Erfurt:

• • • •

Du gehörst dazu Ich höre dir zu Ich rede gut über dich Ich gehe ein Stück Weg mit dir • Ich teile mit dir • Ich besuche dich • Ich bete für dich

Mache dich selbst zuerst zu dem, wozu du andere machen willst. Angela Merici

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Der heilige Stephanus Der Himmel ist offen Der Stephanitag ist für mich als Diakon von besonderer Bedeutung. Stephanus ist der erste Diakon – ja der erste »ständige Diakon«, denn seine Priester- oder Bischofweihe ist uns nicht überliefert. Es gab diese Weihestufen in der heute bekannten Form noch nicht. Vomp hat noch einen Bezug zum heiligen Stephanus: seit einiger Zeit gibt es bei uns den Stefanuskreis, der nicht nur die heutige Messe gestaltet, sondern auch sehr gelungene und interessante Veranstaltungen bietet. Ich war schon dabei und durfte das miterleben. Soviel ich gehört habe, gibt es aber noch ausreichend Platz für weitere Teilnehmer und Mitarbeiter. Ich möchte daher heute etwas über den heiligen Stephanus, den (ersten) Märtyrer, erzählen. Sein Fest ist nicht zufällig unmittelbar nach dem Weihnachtsfest. Stephanus bringt uns den Sinn von Weihnachten näher, wie wir sehen werden. Mit ihm sind wir sprungartig von den Anfängen der Krippe in die dritte Generation – nach der Wende sozusagen – gelangt. Die erste Generation, der Erstgeborene, das ist Jesus Christus. Er ist der Gotteszeuge. Er ist es, der uns Gott als unseren Vater gezeigt hat. Niemand kennt den Vater, nur der Sohn, sagt uns der Evangelist. Die zweite Generation sind die von ihm berufenen Jünger und Apostel. Ihnen

hat er seinen Auftrag anvertraut. Sie sind die Jesuszeugen. Mit Stephanus sind wir in der dritten Generation angelangt, bei den Glaubenszeugen, die in der frühen Kirche in Jerusalem ihren Anfang nimmt und bis heute und in der ganzen Welt andauert. Von den Aposteln hat er den Glauben und durch die Handauflegung (vgl. Apg 6,6) den Auftrag übernommen. Er ist der erste von uns, die wir von nichts anderem Zeugnis ablegen können als von dem, was wir im Glauben erfahren haben. Stephanus ist also einer von uns. Das Fremdwort »Märtyrer« kann das verschleiern, denn es lässt allzu schnell an einen grausamen, gewaltsamen Tod denken – oder gar an Fanatiker, die diesen suchen. Aber Märtyrer heißt übersetzt »Zeuge«, jemand der bezeugt, was er gehört, gesehen und erlebt hat. Ein Märtyrer – Zeuge ist aber kein beliebiger Geschichtenerzähler. Er ist wie ein Zeuge vor Gericht. Er steht quasi unter Eid. Wie eine falsche Aussage den Zeugen ins Gefängnis bringen kann, so steht auch der Märtyrer Stephanus mit seinem eigenen Schicksal für das ein, wovon er spricht. Und er spricht ein offenes Wort. Er schont niemanden und greift auch die »Obrigkeit« an. Im siebten Kapitel der Apostelgeschichte können wir genau das lesen. Stephanus macht Vorhaltungen: »Welchen Propheten


haben eure Väter nicht verfolgt? Sie haben die getötet, die die Ankunft des Gerechten geweissagt haben, dessen Verräter und Mörder ihr jetzt geworden seid, ihr, die ihr durch die Anordnung von Engeln das Gesetz empfangen, es aber nicht gehalten habt.« Apg 7,52-53 Wenn Sie die Rede ganz nachlesen, wird Ihnen deutlich, dass Stephanus nicht zu Ungläubigen spricht, sondern zu frommen Männern, Juden, die aus verschiedenen Ländern nach Jerusalem gezogen sind, um hier am Tempel zu beten. Zwei Punkte sind es, mit denen Stephanus die Leute gegen sich aufbringt: Erstens erzählt er die Geschichte des Alten Testaments nicht als Abfolge von Helden und Heiligen, sondern als Geschichte der Mühe, die Gott hat, sein Volk in Liebe auf den richtigen Weg zu führen. Und zweitens relativiert er das große Heiligtum aller Frommen, den Tempel. Die Kirchen, in denen wir uns zu Hause fühlen, die nicht selten in ihrer Pracht unser ganzer Stolz sind, diese relativiert Stephanus auch uns gegenüber. Der Kult, die Feste und das Brauchtum, so schön und sinnvoll alles sein mag, können auch am Wesentlichen vorbeiführen. Besonders Weihnachten ist da gefährdet, und da will uns Stephanus warnen. All das ist aber nur ein Teil dessen, was Stephanus bezeugt. Wichtiger ist etwas anderes. Die Apostelgeschichte drückt das so aus: »Stephanus, erfüllt vom Heiligen Geist, blickte zum Himmel empor, sah die Herrlichkeit

Gottes und Jesus zur Rechten Gottes und rief: Ich sehe den Himmel offen!« Den Himmel sieht er offen. So drückt er aus, was für ihn Zentrum seiner Glaubenserfahrung ist. Der Himmel ist offen, das ist das Zentrum der Weihnacht. Nicht die »Stille Nacht« und »O du Fröhliche«. Nicht das Kerzenlicht der Christmette, nicht all das, was uns sonst das Weihnachtsfest lieb und vertraut macht, und schon gar nicht die Geschenke. Der Himmel ist offen, weil Gott selbst Mensch geworden ist. Und der Himmel ist offen, weil Gott uns seinen Heiligen Geist schenken will und weil er will, dass wir sein Volk sind an jedem Ort, in jeder Zeit, Sprache, mit jeder Melodie und in jedem Raum. Die Orte, die Zeichen, die Lieder und Melodien sind uns so vertraut. Sie sprechen die Sprache des Herzens. Aber nur, wenn diese Sprache vom Himmel her spricht, der geöffnet wurde, betrügen wir uns nicht selbst. Deswegen braucht es Zeugen wie Stephanus, die ihr Leben dafür einsetzen, dass uns die Erinnerung nicht verloren geht an das Geheimnis dessen, was Gott getan hat und noch heute tut. Stephanus ist einer von uns. Denn auch wir können einander Zeugen sein für die Erfahrung, die uns geschenkt ist. Gott ist unter uns. Der Himmel ist offen. Freuen wir uns! Diakon Dr. Raimund Hirschberger hielt diese Predigt in der Pfarrkirche Vomp, dem Ort, wo die Tiroler Stefanusfreunde ihren neuesten Kreis gegründet haben.

Stefanus gratuliert!

… den Stefanusfreunden Agnes und Anton Bogenrieder vom Klausenhof in Ahlen zur Feier ihres 50. Hochzeitstages.

Pfarrer Oliver Grimm, Geistlicher Beirat des Stefanuskreises Landsberg am Lech, zur Ernennung zum Dekan von Landsberg.

Ein Frühlingsgruß! 37


Neues aus Gemeinschaft und Bildungsstätte GEMEINSCHAFT leben

Ratstagung am 25. und 26. Februar

Nach der Begrüßung der Ratsmitglieder durch den Ersten Obmann Herbert Frick wurde der Stefanusfreunde gedacht, die seit der letzten Tagung verstorben waren. Helge Juen stimmte den Rat mit Texten an den Heiligen Geist und aus dem Buch »Credo« von David Steindl-Rast in die Tagung ein.

Von Rat zu Rat Unter diesem Punkt berichten die Ratsmitglieder darüber, was in der vergangenen Zeit geschehen war, über Teilnahme an Tagungen und Konferenzen und über die Ergebnisse aus den einzelnen Beraterteams. Pfarrer Peter Schmid informiert über die Verabschiedung des Künstlers Raul Castro am 20. Februar bei einem feierlichen Gottesdienst mit dem Singkreis. Helge Juen berichtet von der Bildungsenquete in Tirol, bei der unter den 50 Tiroler Bildungsleitern 15 Stefanusfreunde waren. 38

Andrea Kotter

Stefanus sei sehr gut vertreten gewesen und habe ein unübersehbares Lebenszeichen in der Bildungslandschaft Tirols abgegeben. Helge Juen dankt auch dafür, dass am 29. Dezember, dem Gedenkgottesdienst für Gottfried Juen, viele alte Stefanusfreunde, darunter auch alle früheren Diözesanobleute und der heutige Obmann gekommen waren. Margit Alberti berichtet unter anderem über den hohen Arbeits- und Zeitaufwand für die Besprechungen, in denen es um den Bildungsreferenten der bayerischen Diözesen geht, von der Teilnahme am Diözesanteam in Augsburg und von der Diözesankonferenz Freiburg. Otto Flür und Margit Alberti möchten gemeinsam den Bereich Rhetorik wiederbeleben und hoffen auf Mitarbeit von ehemaligen Mentoren der Gemeinschaft. Otto Flür berichtet von der Aufsichtsratssitzung der Alfred und Hedwig Kugler-Stiftung. Barbara Feyahn und Maria Hartz möchten gerne ein Treffen mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der FiederleAusbildung machen.

Internetauftritt Otto Flür ist verantwortlich für den neuen Internetauftritt der Stefanus-Gemeinschaft. Der Rat diskutiert über die vorgelegten Musterseiten und setzt ein neues Beratungsteam ein, das inhaltlich an der neuen Homepage arbeiten wird.

Bildungsverantwortlicher Zum 1. Mai wird in Heiligkreuztal der neue Bildungsverantwortliche Dr. Stephan Fuchs mit seiner Arbeit beginnen. Der Rat hatte als schriftliche Vorlage ein Arbeitspapier erstellt, in dem es darum ging: »Was ist machbar, was brauchen wir, was können wir machen, was ist unabdingbare Arbeit des Bildungsverantwortlichen?« Wie könnten Bildungsarbeit und Begleitung aussehen? In diesem Zusammenhang wurde auch ein eigenes Bildungspapier ausgearbeitet, eine Art »Modell der Stefanus-Gemeinschaft«. Es enthält Modelle und Bildungsleitbilder, Alleinstellungsmerkmale, Ergebnisse von Anfragen an die Hauptkonferenz und wird auch zur Arbeit in den Kreisen dienen. Dr. Stephan Fuchs kam kurz zur Ratstagung dazu. Er stellte sich und seine Familie vor und beantwortete die Fragen des Rates. In unserem nächsten Werkbrief wird sich Stephan Fuchs auch den Leserinnen und Lesern des Werkbriefes vorstellen.

Jahresbericht 2010 Der Jahresbericht 2010 wurde durchgesehen, besprochen und Korrekturen angebracht. Er wird


mit den Unterlagen zur Hauptkonferenz an die Diözesanverantwortlichen versandt. Falls Obleute oder Stefanusfreunde gerne einen Jahresbericht möchten, können sie ihn im Sekretariat in Heiligkreuztal anfordern.

Hauptkonferenz Die nächste Hauptkonferenz findet vom 8. bis 10. April in Heiligkreuztal statt. Es wurde darüber gesprochen, welche Prägung die Hauptkonferenz haben solle und welchen Impuls man den Teilnehmern mitgeben wolle. Pfarrer Peter Schmid wird einleitend einen Impuls zum neuen Jahresleitwort geben. Der weitere Ablauf und die Tagesordnungspunkte wurden festgelegt. Bei dieser Hauptkonferenz stehen auch wieder die Wahlen des Ersten Obmanns und der Ratsmitglieder an.

Finanzen Erich Fensterle stellte den Ratsmitgliedern den Jahresabschluß 2010 der Stefanus-Gemeinschaft vor. Nach Durchsicht, Erläuterungen und Durcharbeiten der Unterlagen dankte der Erste Obmann Herrn Fensterle für die gute Arbeit. Der Abschluss und der Etat für 2011 wurde vom Rat einstimmig angenommen.

Abschied vom Rat Margit Alberti verabschiedet sich bei ihrer letzten Ratstagung von den Ratsmitgliedern. Herbert Frick dankt Margit für ihre Unterstützung und die wertvolle Arbeit im Rat. Mit der Echorunde endete die Ratstagung.

Wenn drei vom Rat (etwas) ratlos sind, sich dann aber alles fügt … D

ie Sitzung war lang und die Sehnsucht nach den Lieben im heimatlichen Tirol ist groß. Die drei haben am frühen Nachmittag herzlich Abschied von den noch in Heiligkreuztal Verbliebenen genommen - als Otto verkündet, dass sein Mazda nicht startet. Mit vereinten Kräften wird er vom Parkplatz durchs Tor geschoben, dann von Erich mit dem Abschleppseil angehängt, Runden werden gedreht - alles umsonst, er mag nicht. Es ist Samstag, also kommt der ADAC-Helfer erst am Abend. So bleibt Zeit für ein ungeplantes Abendessen mit einer schönen Begegnung, und dann noch ein Achtel Merlot beim Klosterwirt mit einem ganz überraschenden freudigen Wiedersehen - Monika und Josef haben in Heiligkreuztal Halt gemacht, um einer Freundin unser Bildungszentrum zu zeigen. Inzwischen ist die Dieselpumpe mit Spray behandelt worden, wir vertrauen uns dem heiligen Raphael an und starten bei Nieselregen ins Dunkel des späten Abends. Es wird wohl nach Mitternacht sein, wenn wir zu Hause ankommen. Doch da es oft anders kommt, stottert der Mazda, wird langsamer und kommt zum Stehen. Neben dem »Gasthaus Sonne«, dem einzigen in einer verlassenen Gegend. Nicht gerade lustig. (Jetzt, beim Niederschreiben, erinnere ich mich, dass in

unserem Kultursender Ö1 die letzten morgendlichen »Gedanken für den Tag« unter dem Thema »Von Stoßseufzern, Flüchen und anderen Gebeten« standen ...) »Wo sammer denn do überhaupt?« fragt Otto die Wirtin. »In Ahlen, mit 'h'«. Die drei Männer am Stammtisch interessieren sich für die Sachlage. Bis sich einer nach unserem Woher erkundigt. »Heiligkreuztal? Kennt's ihr die Andrea? I bin oft dort!« Und so bietet uns Stefanusfreund Anton an, uns dorthin zu fahren, von wo wir gekommen sind. Vorher geht's noch zu seinem »Klausenhof«, und wen wundert's, wenn von dessen Vorderfront ein großer Bruder Klaus im Scheinwerferlicht zu uns heruntergrüßt? Frau Agnes fährt mit, bald sind wir zum Ausgangspunkt des Abenteuers zurückgekehrt und nehmen dankend Abschied. Zimmer für zwei Ratsmitglieder gibt es, und die Zweite Obfrau nimmt gerne das Angebot des Ersten Obmanns an, nach einer weiteren Fahrt, Herberge in seinem Heim zu nehmen. Dass beim sonntäglichen Gottesdienst am nächsten Tag sich zwei Schwestern über das plötzliche Erscheinen einer bei der Ammanntagung neu gewonnenen Freundin wundern, gehört auch noch zu der Kette der glücklichen Fügungen … Helge Juen 39


Neues aus dem Bücherregal Helge Juen

BUCHtips

»Credo« -

das neue Buch von Bruder David Steindl-Rast

Wenn es ein neues Buch gibt,

das ich allen Stefanusfreundinnen und Stefanusfreunden, allen Christen, nein, allen Menschen ans Herz und in die Hand legen möchte, dann ist es das bei Herder vor wenigen Monaten erschienene »Credo. Ein Glaube, der alle verbindet. Mit einem Vorwort des Dalai Lama«. Bruder David Steindl-Rast, in Wien geborener Benediktiner, seit den Fünfzigerjahren in den USA lebend, 84 Jahre jung (man muss ihn erleben!) hat es in seiner Muttersprache Deutsch geschrieben. Es hebt sich dadurch wohltuend ab von den mühsam zu lesenden Übersetzungen seiner früheren Bücher aus dem Englischen (»Fülle und Nichts« und »Achtsamkeit des Herzens«). Die nur 77 Worte des apostolischen Glaubensbekenntnisses stellen die älteste erhaltene Zusammenfassung des christlichen Glaubens dar. Jeden der einzelnen Sätze unterzieht Bru40

der David den drei Fragen »Was heißt das eigentlich?«, »Woher wissen wir das?« und »Warum ist das so wichtig?« Und plötzlich spricht dieser alte Text ganz neu zu uns. Wir können im Glaubensbekenntnis einen tieferen Glauben entdecken, der in allgemeinen menschlichen Erfahrungen wurzelt und der alle Menschen verbindet. Gibt es im geistig-geistlichen Bereich in unserer globalisierten Welt etwas Wichtigeres? Da ist es möglich, dass einem bei manchen Glaubenssätzen die Schuppen von den Augen fallen und man erleichert aufatmet – ach so ist das zu verstehen (und anderen weiterzugeben)! Noch vor 30 Jahren stellte zum Beispiel der Satz »Geboren von Maria der Jungfrau« ein großes Problem im Religionsunterricht meines Sohnes dar; man ereiferte sich über die Auslegung einer Lehrerin und wollte ihr den Glauben und die Unterrichtsbefugnis absprechen …

Ein kurzer Auszug aus dem Kapitel »Gekreuzigt« soll meine Begeisterung für Bruder Davids »Credo« deutlich und auf die Lektüre neugierig machen. »Nichts ist revolutionärer als die Vorrangstellung, die Jesus in seinen Gleichnissen dem gesunden Menschenverstand einräumt. Dieser stellt geradezu den Gegenpol dar zum konventionellen Denken. Durch ihn spricht ja der Heilige Geist im Menschenherzen … Er maßt sich … nicht selber höchste Autorität an, sondern – und das ist etwas völlig Neues inder Religionsgeschichte – er appelliert an die Autorität Gottes in den Herzen seiner Hörer: Gott spricht zu uns durch unseren gesunden Menschenverstand …« (S.111). Auf diesem Weg wird das Weiterreichen der Frohen Botschaft nicht nur möglich, sondern geradezu leicht, und das gibt tiefe Freude. Man kann Bruder David auch über zwei Webseiten in Texten und Videos erleben: www.dankbarkeit.org (deutsch) und www.gratefulness.org (englisch) P.S.: Nicht umsonst rennt Bruder David offene Türen ein, wo immer er bei seinen internationalen Tourneen auftaucht (Neuseeland, Frankreich, demnächst Alaska). So hörte man bei seinem Vortrag in Salzburg im September 2010, dass man die Aula der Universität zweimal hätte füllen können; sobald ich von seinen Veranstaltungen in München erfuhr, verständigte ich die Stefanusfreunde – umsonst, längst ausgebucht! Nicht anders war es in Wien und Graz … Hoffen wir, dass er noch lange reisen und Menschen, gerade auch noch »Fernstehende«, begeistern kann!


»Ziel oder Zufall?« Schöpfung und Evolution aus der Sicht eines vernünftigen Glaubens Gott trägt das All Das Thema Evolution ist wieder im Gespräch - besonders in den letzten Jahren. Wesentlich dazu beigetragen hat ein Artikel von Kardinal Christoph Schönborn, den die New York Times veröffentlicht hatte. In diesem Artikel nahm der Wiener Erzbischof kritisch zu Erklärungsmodellen Stellung, die den Glauben an eine Schöpfung als veraltetes Ammenmärchen unter den Tisch wischen. Eine heftige Polemik war die Folge, und der Wiener Erzbischof nützte das wiedererwachte Interesse am Thema, um seine monatlichen Katechesen im Wiener Dom Fragen der Schöpfungstheologie zu widmen. Aus diesem Fundus schöpft das vorliegende, gut lesbare Buch. Es erinnert gleich zu Beginn an die ganz einfache Grundwahrheit: Unser ganzer Glaube hängt an der Überzeugung, daß Gott Schöpfer ist. Fällt diese Gewißheit, verliert alles andere an Bedeutung: der Glaube, »daß Jesus Christus der Erlöser ist, daß es den heiligen Geist gibt, daß es eine Kirche und ein ewiges Leben gibt.« Schönborn zeigt, daß dieser Glaube kein Sprung ins Dunkle, sondern durchaus vernünftig ist. Wer unvoreingenommen die

Welt rund um sich betrachtet, den bringt seine Vernunft ganz selbstverständlich zu der Einsicht: Dieses Wunder muß aus der Hand eines allmächtigen Schöpfers hervorgegangen sein, »denn von der Größe und Schönheit der Geschöpfe läßt sich auf ihren Schöpfer schließen,« zitiert Schönborn das Buch der Weisheit. Und er macht darauf aufmerksam, daß die moderne Forschung ohne die »Entgötterung der Welt«, die durch die Botschaft Christi erfolgte, gar nicht denkbar gewesen wäre. Selbstverständlich und unverkrampft entfaltet der Wiener Erzbischof dann die Grundaussage seines Buches: Schöpfungsglaube und wissenschaftliche Erkenntnis schließen einander nicht aus. Problematisch wird die Beziehung erst, wenn die Wissenschaft aus ihren Teileinsichten eine materialistische Ideologie bastelt. Für viele wird heute der Evolutionismus zu einem Glauben. Schönborn spricht von einer »eigenartigen ,Sakralisierung’ einer wissenschaftlichen Theorie«, die in manchen Bereichen auf eine Fülle wertvoller Erkenntnisse verweisen kann – vielfach aber ideologisch überzogen worden ist. Wo Wissenschaft hingegen demütig, im Wissen um ihre Grenzen, betrieben wird, führen

ihre Einsichten zwangsläufig zum Staunen, sind sie sogar ein Weg zu Gott. Klar, daß sich Schönborn vom »Kreationismus«, also der Vorstellung, Gott habe die Welt in sechs Tagen geschaffen, distanziert. Das Buch Genesis, in dem die Schöpfung beschrieben wird, sei nicht als »protokollarischer Bericht« zu lesen. Zu behaupten, die Welt sei 6.000 Jahre alt, wie es Kreationisten tun, »ist unsinnig«, hält der Kardinal fest und zitiert Thomas von Aquin: Man dürfe »den christlichen Glauben nicht mit Argumenten verteidigen wollen, die ihn lächerlich machen, weil sie offensichtlich der Vernunft widersprechen.« Wohltuend ist die Selbstverständlichkeit, mit der Schönborn die absolute Souveränität Gottes gegenüber Seiner Schöpfung betont. Sie impliziert nämlich, daß »alles, was existiert, von Gott abhängt.« Damit wird ein Thema angesprochen, das üblicherweise unter den Tisch fällt: daß Gott nämlich die Schöpfung auch im Dasein hält und daß Er fortwährend in Seiner Schöpfung am Werk ist. Schönborn dazu: »Sein Wirken (ist) nicht das eines deus ex machina, eines ,Lückenbüßers', der für das ,noch nicht Erklärbare' herhalten muß. Es geht nicht um ein ,fallweises Eingreifen' von außen, sondern um das transzendente Schöpferwirken Gottes, das allein möglich macht, daß diese Welt ,zusammenhält', und daß sie nach Seinem Plan, Schritt für Schritt höher steigt, daß in ihr wirklich 41


Neues auftritt, bis hin zum Menschen.« Letztlich hänge alles an der Frage: »Ist die Welt, in der wir leben, und unser Leben in ihr Sinn-voll?« Steht also am Anfang die Vernunft, die alles nach einem sinnvollen Plan gestaltet? Auf diese Frage geht ja auch Papst Benedikt immer wieder in seiner Auseinandersetzung mit dem modernen Agnostizismus ein. Wer der Vorstellung anhängt, eine blinde Evolution habe uns und all das hervorgebracht, was uns umgibt, der leugnet unausgesprochen die Existenz der Vernunft – was paradox ist, wenn diese Sichtweise sich als die einzig vernünftige gebärden will.

Zu bedenken gibt Schönborn im letzten Kapitel auch, welche Folgen die Übernahme dieses Denkens für die Weltanschauung hat. Da ist zunächst die Geistesverwandtschaft von Neodarwinismus und Neoliberalismus: Wenn Höherentwicklung von der Auswahl der Tüchtigsten allein bestimmt wird, dann ist es nur naheliegend, dies auch für die Gesellschaft zu fordern, den Wettbewerb also zum allein seligmachenden Prinzip wirtschaftlicher Entwicklung hochzustilisieren. Mit wieviel Elend diese Option verbunden ist, hören wir täglich in den Nachrichtensendungen. Eine weitere Folge des Neodarwinismus sieht Schönborn in

der »Pädagogik der Fitneß«: »Ein Grundparadigma von Bildung heute ist die Anpassung unter dem Aspekt der Nützlichkeit, vor allem der Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt.« Fragt sich nur: Wo kommen die Menschen her, die im Falle von auftretenden Widrigkeiten, Auswege suchen und Widerstand bei Fehlentwicklungen leisten, wenn jeder »sein Fähnchen nach dem jeweiligen Wind« dreht? Jede Gesellschaft sei aber auf die nicht Angepaßten angewiesen. Und so appelliert der Kardinal: »Der Widerstand gegen ideologische Ausprägungen des Evolutionismus ist eine der heutigen Formen, Freiheit und Verantwortung zu leben, auch wenn das seinen Preis hat.« Besonders wichtig sei dieser Widerstand in all den Fragen, die den Lebensschutz betreffen. Hier sei die Kirche eine Bastion, die unbeirrt daran festhalte, »daß so etwas wie die ,Sprache des Schöpfers’ in der Natur« erkennbar sei und es daher eine »sittlich verbindliche Schöpfungsordnung gibt, die auch in den bioethischen Fragen die Richtschnur bleibt.« Zusammenfassend: eine aufbauende, gut argumentierende und den Glauben stärkende Stellungnahme zu einem brennend aktuellen Thema, an dem sich die Geister heute scheiden. Christof Gaspari

Diese Genesisdarstellung aus Zwiefalten zeigt in einem großen Kreis die Erschaffung der Welt mit dem thronenden Schöpfer in der Mitte. 42

Ziel oder Zufall? Schöpfung und Evolution aus der Sicht eines vernünftigen Glaubens. Von Christoph Kardinal Schönborn. Herder, 187 Seiten, 19,90 Euro


27. Mai Ottobeuren Andacht in der Krypta

Wir laden ein! VERANSTALTUNGEN der Kreise

Stefanus 8.-10. April Hauptkonferenz Wir bitten alle Stefanusfreundinnen und Stefanusfreunde unsere Hauptkonferenz mit ihrem Gebet zu begleiten. Die Konferenz beginnt am Freitagabend mit dem Gottesdienst um 19 Uhr und endet am Sonntag mit dem Mittagessen um 12 Uhr.

Diözese Augsburg 5. April Welden Geistliche Tagung mit Diakon Leo Bernhard 6. April Kaufbeuren Pfr. Johann Margazyn, Polizeiseelsorger Söhne brauchen Väter 20 Uhr Haus St. Martin 8. April Landsberg am Lech Alex Dorow, Journalist, Nachrichtensprecher Bayerischer Rundfunk und Fernsehen Wie werden Nachrichten aufbereitet und wie entstehen Nachrichtensendungen 19.30 Uhr Pfarrzentrum hl. Engel 12. April Mindelheim Prof. Dr. med. Herbert Schreiber, Facharzt für Neurologie, Ulm Was macht den Menschen zum Menschen? Sind wir wirklich frei in unseren Entscheidungen? 19.30 Uhr Caritas-Seniorenzentrum St. Georg 15. April Diözesanverband Diözesankonferenz Augsburg in Dießen

Stefanuskreise

22. April Immenstadt Karfreitag von 0 – 6 Uhr Eucharistische Anbetung in der Stadtpfarrkirche

28. Mai Immenstadt Bruno Kohler, Waltenhofen Marienwallfahrten im Allgäu 19 Uhr Saal der Franziskanischen Gemeinschaft

Erzdiözese Freiburg 4. April Aachtal Pfarrer Allgeier Ein Abbild Jesu? Turiner Grabtuch mit authentischen Aufnahmen 20 Uhr St. Bartholomäus 5. April Waldkirch Dipl.-Theol. Dorothea Scherle, Waldkirch Die Frau in der Kirche – ein hoffnungsloser Fall? 20 Uhr Gemeindezentrum St. Margarethen

30. April Diözesanverband Diözesanwallfahrt nach Kaufbeuren zur heiligen Kreszentia

6. April Offenburg Pfarrer Felix Baumann, Friesenheim Haben wir die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils verkraftet? 20 Uhr Gemeindezentrum Feuerbach

4. Mai Kaufbeuren Elisabeth Weißenhorn-Höfle Mit Kindern Gott entdecken 20 Uhr Haus St. Martin

11. April Bermatingen Thomas Alber, Friedrichshafen Das Turiner Grabtuch 20 Uhr Pfarrheim St. Georg

29. April Ottobeuren Andacht in der Krypta

7. Mai Landsberg am Lech Pfarrer Oliver Grimm, Asch Maiandacht mit anschließendem gemütlichen Beisammensein 14 Uhr Leonhardskapelle in Asch 19. Mai Mindelheim Dipl.-Theol. Josef Epp, Klinikseelsorger Bevor ich auf der Strecke bleibe – aus tiefen Quellen Kraft schöpfen Vortrag und Buchvorstellung 20 Uhr Caritas-Seniorenzentrum St. Georg 22. Mai Weißenhorn 9 Uhr Hl. Messe im Claretinerkolleg Anschließend Vortrag von Manfred Kosch: Die Großen der Zeitenwende – Werenfried van Straaten 24. Mai Welden Fritz Deller, Wertingen Gedanken zur Achtsamkeit 26. Mai Diözesanverband Bildungsfahrt zur Benediktinerabtei Plankstetten

3. Mai Waldkirch Dr. Jutta Nowak, Waldkirch Dozentin für Religionspädagogik im Leitungsteam des Margarete-Ruckmich-Hauses Freiburg Mit den Tuaregs auf den Spuren des Charles de Foucauld Zu Fuß durch die Sahara: Erlebnis und geistliche Erfahrung 20 Uhr Gemeindezentrum St. Margarethen 4. Mai Offenburg Maiandacht 9. Mai Aachtal Walter Breyer, Unternehmer, Worblingen Verantwortung in unserer turbulenten Zeit 20 Uhr St. Bartholomäus 9. Mai Bermatingen Besuch beim Stefanuskreis Überlingen im Rathaussaal Billafingen 9. Mai Überlingen Manfred Bruker, Überlingen Kirchen und ihre Baustile in unserer Heimat 20 Uhr Rathaussaal Billafingen

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Diözese Innsbruck April Finkenberg Zeit zum Aufatmen jeden Mittwoch im April im Widum der Pfarre Finkenberg 4. April Fügen Franz Ebenbichler, Hall-Gnadenwald Für ein gutes Miteinander – Familie und Kinder 4. April Reutte Eigengestaltung des Kreises 20 Uhr Kloster St. Anna, Reutte 4. April Stubai Maria Denifl Ich – so wie ich bin Bücherei Fulpmes 6. April

Untertilliach Obertilliach »Exerzitien im Alltag«

8. April Münster - Rotholz Renate Bader, Hall Viele volle und noch mehr leere Teller gibt es in der Welt 20 Uhr Widum 11. April Kappl Oswald Stotter, Kappl Der Kappler Bildhauer Johann Ladner 11. April Längenfeld Franz Ebenbichler, Hall-Gnadenwald Leben und Lernen mit Kindern 12. April Hippach Leo Tomedi, Maurach Lebensenergie wecken durch Fußreflexzonen-Massage 20 Uhr Kultursaal Volksschule Hippach 12. April Innsbruck-St.Paulus Stefanuskreis gestaltet Kreuzweg 13. April Telfs Monika Zwiesele-Natterer Frauen helfen Frauen 14. April Imst Otto Flür, Imst Sprechdenken, Schlagfertigkeit 14. April Wenns Barbara Prantner, Karres Loslassen – die Kunst, die vieles leichter macht 18. April Hall Sr. Margit Riml, Zams Barmherzigkeit – der Weg zum lebendigen Christsein 19. April Wattens Dr. Helge Juen, Imst Wolfssprache oder Giraffensprache? Wie gehen wir miteinander um?

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20. April Nassereith Pfarrer Josef Ahorn, Nassereith Das Grabtuch von Turin 20. April Völs Otto Flür, Imst Frauen ticken anders – Warum Frauen und Männer nicht immer gut miteinander (sprechen) können 22. April

Lermoos - Ehrwald Biberwier - Lähn Andacht am Karfreitag mit Margit Hohenegg

28. April St. Anton am Arlberg Schwester Margit Riml, Zams Die Aufgabe der Frau in der Geschichte Gottes mit den Menschen in der Bibel und im Heute April Matrei in Osttirol Pfarrer Stefan Bodner, St. Veit Thema noch offen 2. Mai Reutte Pater Lorenz Staud, Reutte Glaubenskurs CREDO – Maria 20 Uhr Kloster St. Anna, Reutte 2. Mai Stubai Mag. Petra Oboyes-Signitzer, Innsbruck Völkerkunde – Arbeit in Südosteuropa und Afrika 10. Mai Innsbruck-St. Paulus Stefanuswallfahrt des Kreises 11. Mai Matrei in Osttirol Ing. Peter Bemsel, Innsbruck Der Iran ist anders, ganz anders 11. Mai Telfs Ein Jahr nach der Wahl – Begegnung mit Bürgermeister Christian Härting 12. Mai Längenfeld Sr. Margit Riml, Zams Die Aufgabe der Frau in der Geschichte Gottes mit den Menschen in der Bibel und im Heute 12. Mai Stumm - Hart Pfarrer Hans-Peter Proßegger Marienverehrung heute 20 Uhr Pfarrhof in Stumm 12. Mai Wenns Marienwallfahrt der Stefanusfreunde 13. Mai Finkenberg Ing. Peter Bemsel, Innsbruck Jemen-Rundreise: Land und Leute 13. Mai Vomp Petra Unterberger, Münster Tanzend mit dem Leib beten 19.30 Uhr Pfarrsaal Vomp

14.-15. Mai Diözesanverband Diözesantagung der Tiroler Stefanusfreunde und Wallfahrt in Hollbruck in Osttirol 16. Mai Fügen Offener Abend – Gestaltung durch den Stefanuskreis 18. Mai Nassereith Pfarrer Rupert Bader, Vils Thema noch offen 18. Mai Völs Mag. Wilfried Posch, Völs Christsein im Alltag 19. Mai Imst Sr. Margit Riml, Zams Die Freude an Gott ist unsere Kraft 19. Mai St. Anton am Arlberg Ing. Peter Bemsel, Innsbruck Mit Zelt und Geländewagen unterwegs im Sultanat Oman 20. Mai Hippach Johannes Heim, Buch Meine Energietankstellen – dem burn out vorbeugen 20 Uhr Kultursaal der Volksschule 20. Mai Münster - Rotholz Ing. Peter Bemsel, Innsbruck Mit Zelt und Geländewagen unterwegs im Sultanat Oman 20 Uhr Widum 20.-22. Mai Völs, Wattens gemeinsame Fahrt der Stefanusfreunde nach Heiligkreuztal 25. Mai

Lermoos - Ehrwald Biberwier - Lähn Abendwallfahrt zur Rochuskapelle in Biberwier

30. Mai Hall Leo Tomedi, Maurach Lebensenergie wecken durch Fußreflexzonen-Massage

Fürstentum Liechtenstein 6. April Liechtenstein Das Fastentuch von Bendern Besichtigung und Vortrag von Pfarrer i.R. Franz Näscher 18 Uhr Liechtensteinisches Landesmuseum Vaduz 14. Mai Liechtenstein gemeinsam mit Stefanus Mels Bruno Scharler, Kappl im Paznauntal Walk and Talk – Rhetorikkurs mit Walking 14 – 18 Uhr Haus Gutenberg, Balzers


Diözese Mainz 7. April Wetterau Heribert Kron, Mainz Bischof Ketteler – die sozialen Fragen damals und auch heute 19.30 Uhr Pfarrheim Dorn-Assenheim 9. Mai Wetterau Pfarrer Andreas Heger Maiandacht mit Rosenkranzgebet der Stefanusfreunde 19.30 Uhr Kirche in Wickstadt

16. April Diözesanverband Diözesankonferenz 12 bis 16 Uhr im Schloß Spindlhof 17. April Tirschenreuth Kreuzweg im Freien 14 Uhr St.-Anna-Kirche in Mähring 22. April Pförring Gebetsnacht von Gründonnerstag auf Karfreitag Gebetsstunde von 2 bis 3 Uhr in der Pfarrkirche Kösching

Diözese Passau

6. Mai Pförring Maiandacht 19 Uhr Pfarrkirche Kösching

11. April Altötting Stiftsdekan Wolfgang Renoldner Rupert von Salzburg – ein Heiliger in Bayern und Patron des Rupertusstifts 19.30 Uhr Gasthaus Dörfl, Neuötting

11. Mai Dekanat Laaber Dr. Christine Riedl-Valder, Beratzhausen Georg Ott – Pfarrer und Bestseller-Autor in Beratzhausen von 1854 bis 1862 zum 200. Geburtstag 20 Uhr Pfarrheim Beratzhausen

12. April Schönau Kreuzweg um 20 Uhr in Pfaffing 13. April Regen Margit Schreiner Jesu schwerster Weg – der Weg ans Kreuz – Kreuz Weg 19.30 Uhr Seminarraum KEB Regen 14. April Simbach am Inn Dipl.-Theol. Ludwig Reischl, Theol. Leiter des Geburtshauses Papst Benedikt XVI. Papst Benedikt XVI. – Zugänge zum Verstehen seines Pontifikates 19.30 Uhr Pfarrheim St. Marien April Diözesanverband Einkehrtag der Stefanusfreunde der Diözese Passau 9 – 16 Uhr im Haus der Begegnung Hl. Geist in Burghausen 1. Mai Altötting Maiandacht in Marienberg um 18 Uhr – anschließend Einkehr 11. Mai Regen Maiandacht 19 Uhr Kapelle in Schwaighof Mai Schönau Maiandacht Mai Simbach am Inn Maiandacht

Diözese Regensburg 11. April Furth im Wald Pfarrer Ludwig Bayer Schwester Faustina und die göttliche Barmherzigkeit 19.30 Uhr Josefshaus Furth im Wald

13. Mai Plattling Pfarrer Hermann Blümel Maiandacht 19.30 Uhr Kapelle Hl. Kreuz Harburg

Diözese RottenburgStuttgart 11. April Rottenmünster Alois Kuchelmeister, Rottweil Von den Mühen eines Lehrers 15 Uhr Rottenmünster 11. April Aalen Ulrike Rix, Religionspädagogin Erfahrungen einer Religionslehrerin 14 Uhr St. Ulrich Aalen-Unterrombach

23. Mai Aalen Maiandacht in der Jakobuskapelle Wöllstein 15 Uhr Treffen am Kreuz von Sieger Köder 18. Mai Rems - Murr - Neckar Clemens Binninger MdB, Sindelfingen Ist der Islam ein Teil Deutschlands? – Zuwanderung und Integrationspolitik 19.30 Uhr Kath. Gemeindezentrum Remseck-Neckarrems 27. Mai Rems - Murr - Neckar Maiandacht 15.30 Uhr in der Wallfahrtskirche St. Barbara in Stuttgart-Hofen mit Wanderung von Aldingen nach Hofen 30. Mai Heiligkreuztal Dr. Stephan Fuchs Der neue Bildungsverantwortliche der Stefanus-Gemeinschaft stellt sich vor

Erzdiözese Salzburg 7. April Oberau-Wildschönau Exerzitien im Alltag 11. April Alpbach Einkehrtag mit den Frauen 13.30 Uhr 14. April Oberau-Wildschönau Exerzitien im Alltag 28. April Breitenbach am Inn Otto Flür, Imst Herzensbildung Kommt in unserer Gesellschaft oft zu kurz – ist das große Kapital für uns. 20 Uhr Jugendraum der Gemeinde

20. April Rems - Murr - Neckar Michael Graf, Jerusalem Israel und Palästina Gaza-Streifen und Westjordanland – Aufgaben der palästinensischen Delegation der EU in Jerusalem – Erfahrungsbericht 19.30 Uhr Kath. Gemeindezentrum Remseck-Neckarrems

29. April Steinberg am Rofan Dr. Michael Plank, Rotholz Geistliches heiss-kalt serviert 20 Uhr Schulhaus

2. Mai Heiligkreuztal Maiandacht in der Plankentalkapelle bei Bad Buchau mit anschließendem gemütlichen Beisammensein

15. Mai Oberau-Wildschönau Maiandacht 19 Uhr Pfarrkirche Oberau

3. Mai Ravensburg Maiandacht um 17 Uhr in St. Christina, Ravensburg mit unserem Geistlichen Beirat Prälat Bernhard Kah mit Orgel und Schola anschließend Beisammensein in der Höhengaststätte Veitsburg

14.-15. Mai Diözesanverband Diözesantagung der Tiroler Stefanusfreunde und Wallfahrt in Hollbruck in Osttirol

17. Mai Alpbach Leo Tomedi, Maurach Lebensenergie wecken durch Fußreflexzonen-Massage 20 Uhr Veranstaltungssaal Alpbach 24. Mai Kramsach Ing. Peter Bemsel, Innsbruck Marokko – Land der Gegensätze

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26. Mai Breitenbach am Inn Dr. Michael Plank, Rotholz Besser leben durch Glauben 26. Mai Steinberg am Rofan Maria Gürtler, Schwaz Tanz als Kraftquelle 20 Uhr Schulhaus

Diözese St. Gallen 14. Mai Mels gemeinsam mit Stefanus Liechtenstein Bruno Scharler, Kappl im Paznauntal Walk an Talk – Rhetorikkurs mit Walking 14 – 18 Uhr Haus Gutenberg, Balzers

Diözese Speyer 13. April Kaiserslautern Gertrud Fickinger, Theologin, Regionalbildungsreferentin, St. Ingbert Fasten – Gesundheitsvorsorge, Wellness oder mehr? 19.30 Uhr Gemeindesaal St. Franziskus 25. Mai Kaiserslautern Pater Klaudiusz Okon OFM Christi Himmelfahrt – Teil unseres Glaubens 19.30 Uhr Gemeindesaal St. Franziskus

Diözese Trier 31. Mai Ensdorf Josef Krause, Wadgassen Praktiziertes Christsein: Eine ständige Opposition gegen den Zeitgeist? 15.30 Uhr Pfarrheim Ensdorf

6460 Karres 6 Telefon: 05412/61507 Fax: 05412/66622 E-Mail: bildungshaus@stefanus.at

5. Mai (19.30 Uhr)

6. Mai (14 – 18 Uhr) »Atem befreit die Seele« Richtiges Atmen verhilft zu befreitem Sprechen und Singen Referentin: Johanna Rutishauser

»Trommel-Seminar« Referent: Bella Bello Bitugu

St. Stefanus 13. Mai (14 – 21 Uhr) »Farb- und Stilberatung« Referentin: Helga Jung

»Fass mich nicht an!« Wie können wir Kinder vor sexueller Gewalt schützen? Referentin: Birgit Fedorcio

7. Mai Grundkurs: 9 – 12 Uhr Aufbaukurs: 13 – 16 Uhr

Bildungshaus

20. – 22. Mai (18 – 14 Uhr) »Partnerschafts- und Familienaufstellung« Referent: Dr. Peter Orban 24. Mai (20 Uhr) »Funktionieren« oder leben wir? Referent: Dr. theol. Johannes Esser 6. Juni (20 Uhr) Pubertät – eine aufregende Zeit! Referenten: Andrea und Otto Kärle

Im Haus meines Lebens Im Haus meines Lebens soll Heiterkeit herrschen, Freude, Musik und Tanz. Leichtigkeit soll die Zimmer erfüllen Lebenslust in der Luft liegen und Wärme durch die Fenster strömen. Meinen geliebten Gästen soll es ein Stück Heimat sein, ein Ort des Friedens und der Harmonie, den sie erfrischt und gestärkt verlassen – mit dem Wunsch, bald wiederzukehren. Im Haus meines Lebens soll Zuversicht wohnen, Schönheit alle Wände durchdringen und Poesie in allen Räumen wirken.

Der kleinen Maria scheint der Werkbrief zu gefallen. 46

Hans Kruppa


Unsere

Bildungsangebote AUS DEM Jahresprogramm zu den Bereichen Glauben-Wissen-Reden empfehlen wir Ihrer besonderen Aufmerksamkeit. Sie sind auch im Jahresprogramm der Stefanus-Gemeinschaft mit Einführungen zum jeweiligen Thema enthalten. Die Veranstaltungen finden im ehemaligen Zisterzienserinnenkloster Heiligkreuztal bei Riedlingen an der Donau statt, heute Bildungsstätte der Stefanus-Gemeinschaft. Falls Sie nähere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen benötigen, fordern Sie bitte schriftlich oder telefonisch unser Programm für das Jahr 2011 an. Anfragen und Anmeldungen richten Sie bitte an das: Sekretariat der Stefanus-Gemeinschaft D -88499 Heiligkreuztal, Am Münster 11 Telefon 07371-18641 E-Mail i.hecht@stefanus.de

Glauben leben

Leitung: Pater Dr. Michael Marsch OP, Heiligkreuztal

20. – 22. Mai 11111 »Spiritualität der Schöpfung« mit Hildegard von Bingen und Franz von Assisi Leitung: Dr. Markus Hofer, Feldkirch

24. – 26. Juni 11113 »Tankstelle für Ehepaare« Leitung: Pater Gerd Steinwand CMF, Weißenhorn

27. – 29. Mai 11112 »Trauer braucht Zeit und Raum« Wochenende für Trauernde Leitung: Clara und Hermann Bogenrieder, Öpfingen 24. – 26. Juni 11103 »Im Herzen der Kirche werde ich die Liebe sein« Heilung durch die heilige kleine Therese von Lisieux

Wissen teilen 6. – 8. Mai 11203 »Sehnsucht nach Einfachheit in einer komplizierten Welt« Leitung: Uli Bopp, Donzdorf Daniela Burlaga, Weinheim 2. – 5. Juni 11205 »Es gibt eine Zeit zum Tanzen« Leitung: Monika Ameringer, Dornstadt

9. – 12. Juni 11206 »Mache mich zu einem Instrument« - Architektur als gebaute Musik erleben, den eigenen Körper als Klangraum entdecken Leitung: Helge Burggrabe (Musiker, Komponist, Labyrinthexperte), Hamburg 17. – 19. Juni 11207 »Man sieht nur, was man weiß« - Klosterleben im Mittelalter Leitung: Dr. Helga MüllerSchnepper, Esslingen 19. – 22. Juni

11208 »Auf Flügeln des Gesanges« Aufbaukurs für geübte Chorsänger Leitung: Rosemarie Jakschitsch, Bondorf

Reden lernen 20. – 21. Mai 11302 »Kommunikation aktiv« Teil I Hören, Formulieren, Reden Leitung: Otto Flür, Imst/Tirol 17. – 19. Juni 11303 »Miteinander lebendig kommunizieren« - Einführungsseminar in Gewaltfreier Kommunikation Leitung: Julia Strauhal, Völs/Tirol Dr. Helge Juen, Imst/Tirol

Freundschaft pflegen 16. – 19. Mai 11402 »Spirituelle Radwandertage« Unterwegs auf dem Oberschwäbischen Pilgerweg Leitung: Otto Flür, Imst/Tirol 18. – 19. Mai 11401 »Politik aus christlicher Verantwortung« - Politische Tagung für und mit langjährigen Stefanusfreunden Leitung: Erwin Teufel, ehem. Ministerpräsident, Spaichingen 47


24. – 26. Juni 11404 »Deus caritas est« - Weiterbildung für Verantwortungsträger in der Stefanus-Gemeinschaft Leitung: Team Spiritualität

Friede - Gerechtigkeit Bewahrung der Schöpfung 19. Mai 11502 Kräutertag: »Wild, schön und gesund« - Brennessel, Löwenzahn und Gänseblümchen Leitung: Ulrike Schuler, Langenargen, Andrea Kotter, Heiligkreuztal 20. – 22. Mai 11111 »Spiritualität der Schöpfung« mit Hildegard von Bingen und Franz von Assisi Leitung: Dr. Markus Hofer, Feldkirch 13. – 18. Juni 11503 »Naturkunde an der oberen Donau« Leitung: Helmut Herwanger, Bad Waldsee Alfred Buschle, Ummendorf 17. – 19. Juni 11504 »Anti-Bias« Einführungsseminar in die Antidiskriminierungsarbeit Leitung: Katharina Dietrich, Berlin - Anti-Bias-Werkstatt

Stille Bewegung Meditation 2. – 5. Juni 11607 »Der erfahrbare Atem« nach Prof. Ilse Middendorf Leitung: Inge Meister, Stuttgart 13. – 18. Juni 11608 »Stille und Bewegung in Harmonie« - Einführung in Tai-Chi und Zen-Meditation Leitung: Wolfram Möller, Tübingen 48

Geistliches Zentrum Kloster Heiligkreuztal 2. – 5. Juni »Leben ist Malen ohne Radiergummi« - Kreative Besinnungstage Leitung: Uli Viereck, Sr. Petra Maria Brugger OSF, Heiligkreuztal

Kath. Erwachsenenbildung 7. Mai »August Macke und die Tunisreise«

Leitung: Ute Wenzel-Lomp, Mittelbiberach

9. – 10. Mai »Tanzen im Mai« Leitung: Gunda Scherer, Alzey 13. – 15. Mai »Lebendige Partnerschaft« Leitung: Sabine Jäger-Renner, Johannes Jacobsen, Reutlingen 20. – 22. Mai »Der kleine Prinz im Tanz« Leitung: Choon Sil Christian, Zwiefalten

STEFANUS

ISSN 1862-2542

AKTIV IN KIRCHE UND WELT Werkbrief für tätige Christen in Kirche und Welt Begründet von Alfred Lange (* 13.11.1910 – † 6.11.1971) Herausgeber: Stefanus-Gemeinschaft e.V. Anschrift der Redaktion: Kloster Heiligkreuztal Am Münster 11 D-88499 Heiligkreuztal Telefon 07371/18646 Telefax 07371/18643 E-Mail a.kotter@stefanus.de homepage http://www.stefanus.de Redaktion: Margit Alberti, Völs; Herbert Frick (Leiter der Redaktion), Bermatingen; Dr. Helge Juen, Imst; Andrea Kotter (Schriftleiterin), Heiligkreuztal; Johannes Gebert, Lindau Stefanus erscheint zweimonatlich.

Bestellungen richten Sie bitte an: Stefanus-Gemeinschaft Kloster Heiligkreuztal Am Münster 11 D – 88499 Heiligkreuztal. Jährlicher Bezugspreis: in Deutschland und in Österreich Euro 25,—, in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein sFr 45,— (alle Preise einschließlich Zustellgebühr). Probeabonnement: zwei Hefte kostenlos. Bezahlung bitte auf das Konto Nr. 482082 bei der Kreissparkasse Biberach (BLZ 65450070). Druck: M-Druck GmbH Daudenstraße 24 88521 Ertingen Telefon: 07371/4055


Wir gratulieren! Allen Stefanusfreunden, Werkbriefleserinnen und -lesern, die in den nächsten zwei Monaten ihren Namenstag, ihren Geburtstag oder ein Jubiläum feiern, gratulieren wir von Herzen und wünschen alles Gute, Gottes Segen, Gesundheit und viel Freude am Leben. Ihre Stefanus-Gemeinschaft und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bildungsstätte Kloster Heiligkreuztal. Besonders gratulieren wir … … zum 104. Geburtstag Anton Berger (* 20. Mai) 83646 Bad Tölz, Christian-SchongerStraße 11

… zum 98. Geburtstag Mons. Ludwig Penz (* 25. April)

6200 Rotholz, Landwirtsch. Lehranstalt

… zum 97. Geburtstag Hannes Grundl (* 25. Mai) 94089 Neureichenau, Sonnwendberg 28

… zum 80. Geburtstag Anneliese Fuchs (* 1. April) 94065 Waldkirchen, Ertlbrunn 3

Johann Meier (* 20. April) 93077 Bad Abbach, Römerstraße 25

Theodor Krümpel (* 6. Mai) 94447 Plattling, Wiser Straße 1

Irma Resch (* 10. Mai) 94065 Waldkirchen, Bahnhofstraße 72

Pfr. Walter Weber (* 25. Mai) 70619 Stuttgart, Nellinger Straße 66

… zum 75. Geburtstag Inge Riedlberger (* 4. April) 86899 Landsberg, Im Winkel 4

Wilhelm-Erwin Petri (* 5. April) 61203 Reichelsheim, Schwarzdornallee 12

Alfons Bürker (* 25. April) 88400 Biberach, Haldenstraße 13

Irmgard Reif (* 29. April) 93437 Furth, Äpflet 6

Franz Fath (* 1. Mai) 84384 Wittibreut, Bergstraße 1

Alexander Brugger (* 2. Mai) 9971 Matrei in Osttirol, Grabenweg 4

… zum 93. Geburtstag Otto Lutz (* 13. Mai)

Kard. Karl Lehmann (* 16. Mai)

72501 Gammertingen, Breslauer Str. 21A

Hildegard Friedrich (* 17. Mai)

… zum 91. Geburtstag Klaus Leuck (* 1. April)

88048 Friedrichshafen, Schmalholzstr. 9

66359 Bous, Hindenburgstraße 21

84503 Altötting, Hufschmiedstraße 35

Agathe Brändle (* 5. April)

Maria Gulden (* 21. Mai)

88339 Reute, Friedenslinde 10

78549 Spaichingen, Lachstraße 35

Josef Huber (* 10. April)

… zum 70. Geburtstag Rudolf Rosenberger (* 5. April)

87534 Oberstaufen, Kapfweg 6

Eduard Schreiber (* 7. Mai)

55116 Mainz, Bischofsplatz 2

Peter Rast (* 20. Mai)

88214 Ravensburg, Bachstraße 57/11

73312 Geislingen, Zillerstall Straße 26

Franz Unsin (* 31. Mai)

Herbert Hames (* 19. April)

86879 Wiedergeltingen, Bahnhofstraße 14

87527 Sonthofen, Freibadstraße 9

… zum 90. Geburtstag Mathilde Jocham (* 8. Mai)

Pfr. Friedel Flieger (* 21. April) 66131 Saarbrücken, Kirchenstraße 4

87527 Sonthofen, Eichendorffstraße 4

Gerhard Ziegler (* 8. Mai)

Sebastian Pollack (* 13. Mai)

75180 Pforzheim, Stresemann-Straße 111

95671 Bärnau, Braugasse 14

Richard Drexel (* 9. Mai)

Hildegard Simon (* 22. Mai)

6410 Telfs, Unterbirkenberg 3

88212 Ravensburg, Frauenstraße 8

Pfr. Otto Gleinser (* 11. Mai)

… zum 85. Geburtstag Dr. Walter Sackl (* 20. Mai)

6473 Wenns im Pitztal, Pfarramt

Anton Schmid (* 28. Mai)

6060 Hall, Salzburger Straße 30

86647 Oberthürheim, Thürheim-Str. 43

Alfred Kohler (* 29. Mai)

Artur Bieg (* 31. Mai)

87509 Immenstadt, Mummener Str.24

71067 Sindelfingen, Sommerhofenstr. 159

Wir gedenken der verstorbenen Stefanusfreunde und Freunde der Bildungsstätte Kloster Heiligkreuztal in unserem Gebet, besonders der Letztverstorbenen: Stefan Keck, Burgfriedstraße 2a, 84543 Winhöring, Stefanusfreund der ersten Stunde im Kreis Altötting und früherer Obmann, starb am 22. Dezember im Alter von 71 Jahren. Karl Vecsey, Goethestraße 20, 71083 Herrenberg, starb am 27. Januar im Alter von 87 Jahren. Josef Jucken, Brühlstraße 69, 66763 Dillingen, langjähriger Stefanusfreund des Kreises Dillingen, starb am 10. Februar im Alter von 84 Jahren. Katharina Dienes, Beim Hammerwerk 31, 89165 Dietenheim, langjährige Stefanusfreundin des Kreises Dietenheim, starb am 15. Februar im Alter von 83 Jahren. Christel Meyer, In der Dell 10, 66424 Homburg, langjährige Stefanusfreundin des Kreises Homburg, starb am 22. Februar im Alter von 69 Jahren. Fritz Schenk, Semmelweisweg 1, 89165 Dietenheim, Stefanusfreund der ersten Stunde im Kreis Dietenheim, früherer Obmann und Diözesanobmann, starb am 4. März im Alter von 74 Jahren. Pfarrer Dr. Wolfgang Habbel, Hauptstraße 35, 93348 Kirchdorf, Geistlicher Beirat der StefanusGemeinschaft in der Diözese Regensburg, starb am 14. März im Alter von 74 Jahren. Josef Hartmann, Berliner Straße 9, 88499 Riedlingen, Freund und Förderer der Stefanus-Gemeinschaft, starb am 17. März im Alter von 76 Jahren. 49


stefanus Werkbrief für tätige Christen in Kirche und Welt Herausgeber Stefanus-Gemeinschaft e.V. Kloster Heiligkreuztal Am Münster 11 D – 88499 Heiligkreuztal Telefon 07371/ 18646 E-Mail a.kotter@stefanus.de Homepage http://www.stefanus.de Postvertriebsstück - B 1119 Deutsche Post AG Entgelt bezahlt

Im Raum der Liebe Das Zeichen der gekreuzigten Liebe ist das geöffnete Herz. Jesus öffnet das Herz, damit wir alle mit unserer Sehnsucht nach Liebe dort eintreten können. Er lässt sich in seiner Liebe für uns verwunden. Und aus seinem geöffneten Herzen strömt das Herzblut seiner Liebe. Seine Liebe hält nicht fest, sondern sie verströmt für uns. Sie eröffnet uns einen Raum, in dem wir leben können. Jesus versteht seine Liebe wie ein Haus, in dem wir wohnen können, wenn er uns auffordert: »Bleibt in meiner Liebe!« (Joh 15,9). Das ist ein eigenartiges Bild für die Liebe.

Die Liebe ist nicht nur ein Gefühl, das wieder vergeht. Sie ist ein Raum, in dem man bleiben kann. Allerdings gibt Jesus auch die Voraussetzung für das Bleiben in der Liebe an: »Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben« (Joh 15,10). Wir können die Liebe Gottes nicht nur für uns genießen. Wir müssen sie weiterfließen lassen zu den Menschen. Sonst stockt sie. Und dann bricht der Raum der Liebe zusammen, in dem es sich so gut wohnen lässt. Pater Dr. Anselm Grün aus: »Im Haus der Liebe wohnen«

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Werkbrief April 2011  

Mit dem Stefanus-Werkbrief versuchen wir über aktuelle Themen zu Glaubens- und Lebensfragen, das Leben und die Entwicklung der Stef...

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Mit dem Stefanus-Werkbrief versuchen wir über aktuelle Themen zu Glaubens- und Lebensfragen, das Leben und die Entwicklung der Stef...

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